Nr 290 Der C-ietcncr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Giebener^amilienblaller; Lreirdlatt für den Kreis Gießen. vezugrpretr: monatl.Rik.1.35, viertei- »ät.rlich Mk. 4.05: du^ch Abhole- il Zweigstellen monatl. Dik. 1.25. durch die Post ivtk. 4.05 viertel- iährl. ausschtz Bestellg. perusprech - Anschlüsse: fürdieSchristleittmg112 Verlag.Geschästsstelle51 AnschriltsürDralUnach- richten: Anzeiger Gießen. $8. Jahrgang vienstag. 10. Dezember 3 Postscheckkonto: Zranksurt a.m.U686 General-Anzeiger für Oberhessen Vanlverlthr: Sewerdebanl Gießen Zwittingsrunddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steinörurferet R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. Annahme von Anzeigen s. die Tagesnunnner dis zum Nachnntlaq vorher ohuejcdeBert'md! lchkert Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 25 tzf.,süranswärtlfle 30 Pl., für Reklamen Mk.1.-nebst 200 oTeue- rungszus^lagiPlahvor- schrifk 20 % 'J Ui Odilo fl. Haupt!chri'tleiter: Aug. Goetz. Berautivortlich für Politik: Aua. Goetz: für den übrigen Teil: I)r. Reinhold Zenz; für den Anzeigentest: v. Beck: sämtlich in Gießen. ..Schülerrate" und „Schulgemeinden". Wir äußerten am Samstag in der Besprechung von allerlei Derwilderungserschrinungen in der Jugend Zweifel darüber, ob der preußische Erlaß übetr die Bildung von Schülerräten zeitgemäß sei. Unser Nachwuchs war in den Kriegsjahren allzuviel sich selbst überlassen: die Eindrücke t)«er allgetneitwn Volks- bewegungen werden mächtig auf ihn cinwirken. Die berufenett Erzieher müssen sich die alte Autorität uneder'sichern. Die Bescheidenheit, eine der besten Tugenden deutscher Kinder, sollte in der Schule neu gepflanzt uitd gepflegt werden. Ob es, mitten in der Ungewißheit, welchen politischen Kämpfen wir noch entgegengehen. Nicht ein großes Wagnis wäre, absichtlich oder unabsichtlich mit der Einführung von Schülerräten und Sckiulgemeinden dem gärenden Zeitgeist Eintritt in die Schulsäle zu gewähren — Lehrer- räte die Gesamtheit praktisch erfahrener Sachkundiger, sollten! darüber zunächst einmal gehört werden. Eine beachtenswerte Zuschrift sendet uns Herr Prof. Tjr. Messer, indem er schreibt: Wenn durch eine Verfügung des neuen preußischen Kultusministeriums vom 4. Dezember 1918 neben „Schulgemeinden" ^Schülerräte" «mgerichtet werden — in einer großen Ver- sammltmg ziu Karlsruhe am 23. 9tt>v. hat man ebenfalls beides ge-, fordert —. so kann das auf den ersten Blick wie eine Nachäfsungi der Arbeiter- uttd Soldatenräte ausselten. Das ist es aber keineswegs. Zum Beweise dafür brauche ich nur an das zu erinnern, was ich in meinem — bereits 1912 erschienenen — Buche „Das Problem der staatsbürgerlichen Erziehung" (S. 179 ff.) über diesen Gegenstand aus ge führt habe. Auge seltene Pädagogen wie Kerschen- steiner und Förster hatten damals schon die Einsührimg einer Art Selbstregierung empfohlen als wertvolles Mittel, um zu Gemein- sinn und zum Bewußtsein der Verantwortlichkeit zu erziehen. Die Ju«end übt sich dadurch frühzeitig, verantwortliche Vertrauens-, Posten auszufüllen, selbstgewählten Vertrauensmännern frciivillig (Gehorsam zu leisten und an der Ausrechterhaltung der Ordnung in der Schule selbsttätig mitzuwirken. Zugleich wvrden dabei die natürlichen sozialen Instinkte, die sich besonders bei der männlichen Jugend früh regen (man denke an die geheimen Schülerverbindungen?), zu wertvollen positiven Ausgaben hingelenkt und! begabtere, kraftvollere 9iatuven erhalten Gelegenheiten, ihre Fühver- gaben nicht im Kampf gegen die bestellende Ordnung, sondern in der Mitarbeit an ihrer Erhaltung und Fortentwicklung zu be-, lättgen. , . Aber nicht ratr die Bedeutung für die Erziehung des künftigen Staatsbürgers, rroch anderes kommt in Betracht. Man befrage die eigenen Eritrnerungen aus der Schulzeit? Bestand da nicht vielfach ein versteckter oder offener Kriegszustand zwischen Schülern und Lehrern? War nicht ein unverantwortliches Räsonnieren, Aburteilen und Schimpfen über Schule und Lehrer hinter deren Rücken zumeist im Schwang? Fehlte es nicht an offener Aussprache, gegen- serttgem Vertrauen? Förderte die „Schülermoral" nicht häufig unehrliche Arbeit. Mogelei, Lüge? Tie „Schulgemeinden" welche die preußische Verfügung «n-ordnet, sollen „völlig freie Aus-prachen von Lehrern und Schülern" sein, die alle zwei Wochen stattsinden und zmn Ausdruck von Mermrngen und Wünschen zu führen bestimmt sind. Es nehmen daran neben dem Schulleiter und den Lehrern die Schüler erst von Obertertia ab (also frühestens vom 14. Fähre ab) teil. Die Eitt- schließnngen der Schulgemeinde haben zunächst auch keine „anordnende r^er gesetzgebende Befugnis". Also Anarchie wird dadurch sicher nicht in die Schule getragen, wenn anders die Lehrer die geistige Ueberlegenheit, die ihnen doch zukommen soll, wirklich inJ der „Schulgemeinde" zur Geltung bringen. Tiefe hat auch den „Schülerrat" zu wählen, „der ständig die Interessen der Schülerschaft zu vertreten und im Einvernehmen hnit der Schulleitung und der Lehrerschaft für Ordnung zu Gustav Wyneken, der ja dem preußischen Kultusministerium angehört und dessen pädagogische Gedanken in jener Verfügung auch sonst zum Ausdruck kommen, hat, bereits 1906, oLä et mit Paul Gcheeb die „freie Schulgemeinde" Wickersdorf bei Saalfeld (Thüringen) begründete, diese Einrichtungen eingeführt, und Geheeb hat sie auck^ in sein er „Odenwaldschule" (bei Heppenheim a. d. D.) verwirklicht^ mfit mitcher bestehen sie in der „Dürerschule" in Hoch.-.»aldhausen. Ob die überaus günstigen Erfahrungen, die man damit an diesen Internaten gemacht hat, an den öffentlichen Schulen sich mich einstellen werden, muß die Zukunft lehren. FH>enfalls sollte man mit guter Zuversicht einmal einen ehrlich gemeinten und ernsten Versuch damit machen. , Warn schon sonst im Leben, so gilt ganz besonders für die Schule, daß die Persönlichkeit weit mehr bedeutet als die Einrichtungen. So wird auch hier alles davon abhängen, in welchem Sinne lebende Menschen diese Einrickstungen auffassen intb mit welchem Geiste sie dieselben erfüllen. Tie^e Institutionen wären von vornherein zum Tcke verurteilt, wenn sie Leiter und Lehrer als ihnen ausgezwungen innerlich ablehnten und bemüht wären, sie zur bedeuttmgslosen Formalität oder gar zur bloßen Komödie herabzuwüttxgen. Nicht minder, weim die Schüler sie benützten, um „Parlament" oder gar „Revolution" zu spielen, und wenn Arbeitsschule, Rachsüchtige oder Ehrgeizige die Führung an sich rissen. Alber es hieße doch tat dem guten Kern in unserer, Jugend verzweifeln, wenn mjan dies für wahrscheinlich halten wollte. Ein ganz anderer Geist sprickst z. B. mich aus einer Denkschrift der „freideutschen Dürergemeinde" an der Dürerschiule .Hochwaldhausen. in der diese die Schüler und Schüleriimen der oberen Massen der höheren Lehranstalten Hessens zur Gründung von Schülerausscbüssen ausfordert. Ta wird u. a. als Ziel aufgestellt: „Schaffung einer neuen Schülermoral ohne die Euch entwürdigend-n Mittel des Abschreibens, Vorsagens, überhaupt aller auf Täuschung berechneten Mittel, die bisher im Schwange lvaren. Geht dabei Euren Kameraden mit gutem Beispiel voran?" Werden Schülerräte und Schulgemeinden in richtigem Geiste von Lehrern und Schülern geschaffrn und forterttwickelt, so siud sie wertvolle Mittel für die staatsbürgerliche Erziehung und für die Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zwisckien Erziehern und Zöglingen und für die Veredlung der Schillermoral. Die Entente gegen die jetzige deutsche Regierung? i. Köln, 10.Dez. Wie die „Köln. Volksztg." zuverlässig erfährt, bestätigt sich die Meldung, daß der Vielverband die Auflösung sämtlicherArbeiter- und Soldatenräte fordern wird. Eine dahingel-ende Noke des Vielverbandes steht unmittelbar bevor. Der Verband lelsttt nicht nur jede Verhandlung init beit Arbeiter- und 'Soldatenräten ab, sondern auch j ed e e n d- gültige Regelung mit der gegenwärtigen Negierung, wie er auch eine einseitige sozialistische Regierung nickst als legitimiert erachtet, um im Namen des deutschen Volkes zu sprechen. Eine Beschuldigung des Bottsbeauftragten Barth. i. Köln, 10. Dez. Bott besvttderer "Seite geht der „Köln. Balksstg." folgende DÄterlung zu: Durch ami Mrsipmch des früheren Gesandten der Sonstet-Regrermtg, Joffe, ist feitgestellt, daß der jetzige Minister Barth von Rußland mehrere Hunderttausend Mark bekommen hat, um Waffen anzuschaf en, und daß die der Unabhängigen Sozialdemokratie angehörigen Volks- beaustragten, insbesondere Haase, mit ihm im EinverftändniZ waren. Wir haben hier den eklatanten Fall, daß Mitglieder der deutschen Regierung von 'einer fremden Regierung mit l>ol-en Mitteln bestochen worden sind, danrit auf die dcutsck-cn Truppen, auf ihre Landsleute, geschossen tvebden kann. Die Verlängerung des Waffenstillstandes. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Wie die „Deirtsche Allgemeine Zeitung" erfährt, beginiren die Besprechmtgen über die Verlängerung des Waffenstillstandes in Trier am 12. Dezember. Ter Sonntag in Berlin. Berlin, 8. Dez. Im Treptower Packk hatte der Spartakusbund seine Anhänger zu einer Kundgebung versammelt. Es stmrde von sechs Wagen aus gesprochen. Nur air der Tribidte, von der Liebknecht aus seine bekannten Tivadeu in die Menge schleuderte, nxir der Andrang besonders stark. Nach der Versammlung setzte sich eine nach Tausenden zählende Meitsckstumenge mit der Parole „Auf nach dem Reichstagsgcoäude" in Beivegung. Am Reichstagsgebäude und an der ru'sisck-en Brotsch.rft kam es zu tvei- teren Kundgebungen. Hierauf beivegte sich der Zug in die Willellw- straße vor das Reichskanzlerpalais. Das Gebänoc lag in völliger Dunkelheit, ytur aus eineiu Zimmer des hell erleuchteten Vorder- lügels leWte sich der Volksbeauftragte Barth l>ermis, der von der Menge, als sie ihn erkannte, stürmisch begrüßt wurde. Aus wiederholte Aufforderung, zu sprechen, erwiderte Barth, er kömie nicht mehr redeit, er sei heiser. Aber die immer mehr anwachsende Vicnge bestand auf ilwnn Willen. Schließlich nahm Barth das Wort intb sagte: Ich wünsclste nur einmal mit Lieokirecht in einem der größten Säle Berlins zusammenzutrefscn und ihm zu sagen, was ich ihmj zu sagm habe. (Große Unrulst.) Ich bürge dafür, daß nicht ein Arbeiter auf seiner Seite bleibt. (Stürmisck-e Gogenrufe.) Daß ich in der Regiernng sitze und daß ich zügelt eben habe, daß die Regiernng und der VottzugsausschlN; paritätisch zu- sanrmengesetzt sind, das ist geschel>en, weil im Zirkus Busch mn 10. November nicht Scheidemann, sondern Karl Liebknecht ans mich cimdrang und sagte, es Muß geschehet, lvenn die Revolution nickst gefährdet nxnden soll. (Stürmische Unterbrechungen.) — Nur mit Mühe konnten einige besonnene Elem-7nte in der Menge sich das Wort verschallen und auf Barths Verdienste um die Revolution Hinweisen. ?lber ilwe Worte wurden von dem Toben derer verschlungen, die Anstalten trafen, Barths Zimmer zu stürmen. Erst Liebknechts Eingreifen gelang es, die Massen zn beruhigen. Weinige Minuten darauf löste sich die Versammlung er1 wird, handelt cs sich nicht um gegeurcivolutionäre Truppen, sondern lediglich um Staffelu vou der Front zurückkehrender Truppen, die sich Berlin bereits nähern u.td zum Teil sckMt in oder vor Picstsdant einttafen. Bon geg^mrevolutwuären Truppeit, die mit Berschwörungsabsichden auf Berlin nnrrschieren, könne mit keinem. Wort die Räre sein. Die Truppen hätteit mit dem Ein- l>erstäitdnis der Regierung vor dett Toren Berlins Halt gemacht: sie ständen durchweg lstnter der Regierrmg Ebert^Haafe und wollten chren fcierlick-en Eiitzug in Berlin lallen. Berlin, 9. D^. (WB.) Die Garde truppen werden irr dett nächsten Tagen mit der NückV.chr in iT>re Garitisonen besinnen. GleicktZ'eirig Mit ilpren werden einzelrte zusanmtengestellte Verbände aller deutschen Stämme an deir E in zu gs fe i e r l i ch>ke i t e n in der Reichshanptsbadt teilliehmen. EiiHelne Verbände dieser Truppen sritd bereits in der Näl)e Berlins erngistrofsen. Der erste Einzugstag wird der 10. Dezember seirt. Dte Truppen werden g.geit 1 Uhr nachmittags das Brmüxmbatrger Tor durchKielren. Näheres über die Einzugsßüerlickiketten wird rwch bekmtntgegebeu. Der Versuch einer Gegenrevolution in Hamburg. Hamburg, 9. Dez. (WTB.) Tie Presseabteilung des Arbeiter- imd Soldatenrats meldet: Die bisherigeir Ennittelungeu! über die geplante Gegenrevolution haben folgenden Sachverhalt ergeben: An den Redakteur deS „Hamburgiscki-en Zlvrre-- spondenten" Abter traten vor einer iWoche Kapitalisten imd Roakttonäre mit der Arrfvacre l^eran^ ober ihnen nicht Verbindungen mit Soldatenkreiscn verschafscit könne:. (Ä handle sich darum, Mreude nMVale. Mitglieder des ArüeiteraUrS zu verhaften nutzt unschädlich zu mack)en, um den Arbeiterval mit gemeßig^ menten zu besetzen und sofort Settat und Bürgerscha'ck zur Schaft'.mg der hamburgischen Verfassung einzuüerusen. Abter hatte Beftehunst gen zu dem Matrosen Zeller, dessen Tätigkeit in der ^tcvo-- lution er in zwei Arttkeln des „Hamburgischen Korrespondenten überschwetrglich feierte. Zeller gesellten sich die ehemal: gen Mtt-i glieder der Presseabtcilung des Arbeiter- und Soldaten rat es Freund und Wolf bei. In mehöeren Besprechungen zwischen! Fremrd, Wolf, Zeller und Abter wurde beschlossen, 14 Mitglieder der Arbeiter- tcnd Soldatenräte und andere im Vordergrund stehende Revolutionäre zu verhaften, nämlick) Liaufenbars, 5>eise, Herz, Kalwein, Siemer, Frau 5)albe, Schneider, Fröhlich, Dttt- mann, Scharlich, Scheible. Linden und Setter. Diese sollten am Montag morgen um 6 Uhr in ihrer Wohnung festgenommen und mittels Autos dem UuterfuchungSgefäitgnis zugesührt werden. Skm! Zeller Unterzeichnete Proklamationen und Aufrufe, die der Ge- völkermtg von der neuen Volksregierung Mitteilung mack-en sollten^ waren bereits entworfen mid sollten am Sonntag nachmittag! an die Druckerei gegeben werden. Von eurer Oärnppe Kapitalisten war nach der Erllärmrgt Abterns eine halbe Million zur Verfügung gestellt nwrden, womit die Verschworenen bestochen werden sollten. Auch Senatsmitgliedep waren von dem Plan unterrichtet. Am Freitag .abettd fand im Hotel zu den vier Jahreszeiten eine Besprechung Zellers und seiners Mitverschworenen mit seckis bis zehn Geldgebern statt. Hier wurden, alle Einzelheiten und Pläne besprochen. Die Kapitalsiten ver-> sprachen, Geld in unbeschränktem Matze zur Verfügung stellen zu wollen. Der eliemalige liberale Reick)stagsabgeordnete Blunk hatte aber dann Bedenken bekommen und sich gegen den Plan^weger^ dessen Undurchsührbarkeit ^ausgesprochen. Auch der Polizeiliaupt-i mann v. Resborff war an der Besprechung beteiligt, hatte sich aber gleichfalls gegen diesen Plan gewandt. Am Sonntag nachmittag hatte Zeller nrit dett übrigen Verschworenen in einem Hamburger Restaurant eine Besprechung, in der über die Flucht beraten werden! sollte. Hierbei wurden sie durch den Arbeiter- und Soldatenratt festgenommen, der bereits seit einigen Tagen vom Stande der Dinger Kenntnis hatte. Welche K'apitalistenkreise au dem Putsch beteilig!: waren, uttd wie wert er in offizielle Kreise hineinspielt, wird noch später mitgeteilt. Flüchtige türkische Würdenträger. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Im Attfttage ihrer Regierung beantragte die türkische Botschaft in Berlin bei der deutschen Regierung die Auslieferung des" früheren Großwesirs TalaatPascha, des früheren Kriegsministers EnverPascha sowie einer Anzahl anderer Mitglieder der früheren Regierung, die nach Deutschland geflüchtet sind. Nach hier vorliegender? sicheren Nachrichten hat Enver Pascha zwar Kon stautinopel verlassen, ist aber nicht nach Deutschland gekommen. Die Auslieferung Talaat Paschas kommt nicht in Frage, da er als polittscher Flüchtling zu betrachten ist. — Bei den übrigen Personen handelt es sich nach den bisher vorliegenden Angäben nicht nur um politische, sondern auch um gewöhnliche Straftaten. Wegen der politischen Straftaten würde die Auslieferung auch bei ihnen selbst^lltä.chlt-p ausgeschlossen sein. Wegen der gewöhnlichen Straftaten ivürde dagegen ihre Auslieferung zzu erfolgen haben, sofern nachgewiesen wird, daß die im deutsch-türkischen Auslieferungsvertrage vorgesehenen Bedingungen erfüllt sind. Die türkische Regierung hat die Beibringung der erforderlichen gerichtlichen Urkunden in Aussickst gestellt uttd beantragt, dett Aufenthalt der Beschttldigten zu ermitteln und sie vorläufig feftnehmen zu lassen. Die englische Vorherrschaft zur See. London, 8. Dez. (WTB.) Reuter-Meldung. In einem Artikel für ein Glasgower Matt über die b r i t i s ch e B o r h e r r - Schaft zur See sagt Churchill: Irin anderer Staaten der Welt ist in der gleick>en Lage wie Großbritannien. Unsere Sicherheit vor einem Ueberfall, unsere Freiheit, unser tägliches Brot, unsere^Einhert als Reich, — alles dieses beruht von Stunde zn. Stunde auf unserer Verteidigung znr See. Wir haben das Recht, vott allen anderen Nationen, gleichviel, ob befreundet, feindlich oder nenttal. gleiche und volle Anerkennung dieser Tadfachen zu fordern. Auck» sind wir berechttgt, zu erklären, daß diSe Stärke ^zur See, welche wir in Anspruch ttehmen, und die ivir etltsch'of c.t in? u er* halten, niemals in der neueren Geschichte in selbstsüchtiger, aggressiver Weise gebraucht wurde. In diesem größten aller Kriege schützte die britische Flotte das mächttqe A m er i k a vor leder erttsten Bedrohung, und als es sich entschlossen hatte, einzu- greifen, da war es die brittsche Seemacht, welche den grötzmen Teil seiner Armeen zur BefreiuuA Frankreichs hinüberschafste. Wir müssen gan.; offen erklären, datz der Völkerbund für uns teüt Ersatz für die brittsche Seemacht in absehbarer Zeit sein kann. Neu York. 8. Dez. (WTB.) Reuter. Präsident Taft hat sich in einer Vorlesung für den Völkerbund eingesetzt, sagte aber gleichzeittg, das Leben Englands hänge von der Sicherheit ab, mit der seine Schifte kominen und gehen. Es sei also vollständig gerechtferttgt, daß England solange eine genügend starke Aaritte erhalte, bis es die Sicherheit habe, daß der Völkerbund seine Interessen schützen kömu. Aus dem lleichc. Ein Erprrssimgsvcrsirch gegen Brlllttnann-.Hol!:neg. Berlin, 7. Dez. Gegen den frülieren Reichskanzler von B e t h m a n n - H o l l w e g ist ein Erpressungsversuch verübt worden, der zur Verhaftung eines der Täter geführt l^at. mann-Hollweg erhielt ein Schreiben des Inhalts, daß sich eitrei Vereinigung zum Schutze hochgestellter Persötüichkeiten gebildet habe. Diese Bereinigung habe erfahren, daß gegen den früheren! Reichskanzler ein Attentat geplant sei. Ju ement netteren! Briefe wurde mitgeteilt, daß die Vereinigung bereits mit dem Erfolge eingegriftett habe,, daß das Attentat vereitelt Word et i ist^ Gleichzeittg wurde darcutf hingewiesen, daß die Sack-e natürlich Geld gekostet habe und wurde ersucht, eine bestimmte Summe an eine Deckadresse zu senden. Der frühere Reichskanzler chngß scheinbar auf die Sache ein, benachrichttgtr aber sofort die Pottzet, imd dieser gelang es, einen Erpvetzibr in der Person eines Ri'ü- ttosen sestzmtehmctt. Zur Bcrhafttnm Gwßindustrieller. Mülheim (9iuhr), 8. Dez. Die Firma Thyssen L Co. protestiert m einem Telepramin att den ReichsÜrnzler ISitert fl>:tgicn die Verl>aftung August Thttzfens, Fritz Thyssens, sowie der TircEtvvett der Firtna Tr. Roser, Tr. Warle und Perker, die unter der Beschuldigung erfolgte, daß sie aut 5. Dezember einer Versatuntluttg in Tortntuttd beigetoohnt lZabctt, tu dm danstier beraten fei, die Entente zur Befetztmg des Industriegebietes i.-e-er, Mrufen. Demgegenüber erklärt die Firma Thyssen L Co., daß an dem etloähnten Tage Witter der gmanmtnt Herren sich 'i i Dort^ muttd hefand, vielmehr Augnst Tlwsfen in Ostiabrück, \w n in der Generalversamtu lung der Gevrg-Marren-Hütte weii-.e. Fritz Tlyisfeit in Hamboriv-Bruckhausen bei der Geioetkfcht>: Deul'ck»'r Kaiser, die Direktoren Roser mtd Herle auf den Werken in Mülheim (3Myr) trnib Tirekwr Becker zu einer Beerdigung in Duis^ bürg und die Übrigen Herren in ALüchcün (Ruhr). Die Beschränkung des Umfangs der Zeitungen Magdeburg, 8. De-. (WB.) Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Zettungsverloger, Dr. Faber, hat gestern an den Staatssekretär des Reichswirtschaftscrutts Tr. Müller und den Staatssekretär Scheidemannin Berlin folgendes Telegramm gerichtet: Am 3. Dezember hat bereits der ivrterzeichnete Vorsitzende des Beverns Teutscher Zeitungsverleger u-nd der Berliner Vorstands- Vertreter unseres Vereins, Herr Direktor Müller, von der Zeitung >,Germania"', gegen die geplante Umfangsbeschränkung der Zeitungen schärfsten Protest eingelegt und gebeten, vor Erlaß der Verordnung noch einmal einen erweiterten Kreis von Sackioerstmrdigml über deren Zioeckmäßigkeit und die schädigenden Wirkungen, die sie ausüben müßten, zu hören. Dieser begründeten und dringenden Bitte ist rricht entsprochen morden. Viele Zeitungen meiden in geradezu ruinöser Werse in ihrem textlichen und in ihrem Jnseratenumstrnge besck^ränkt: es wird ihnen die Möglichkeit, in die wichtigste politische Diskussion einzu greifen, in einer Weise verkürzt, die auf eine schwere Bedrohung der P res sefre i heit hin auskv m m t. Statt mit solchen mackemischien Eingriffen die Existenz der deutschen Presse auf das schwerste zu gefährden, sollte nrit allen Mitteln versuch,t werden, die Prodi rktion des Zeitungspapiers zu erhöhen. Dkrtwt des Religionsunterrichts in den Schulen. Hamburg, 8. Dez. (WB.) Der Arbeiter- und Soldaten rat beschloß, daß vom 1. Januar ab der Religionsunter- richt in allen öfferttlichen Schulen und Erziehungsanstatten des ehemaligen Ham burgischen Staates fortfällt. Auch die Schulandach- ten sollen rrrtterbleiben. Es bleibt icnbenvmmen, den Religionsunterricht außerhalb der Schule erteilen zu lassen. Der Wahltermin für die Nationalversammlung. Stuttgart, >8.lDez. Bei der heutigen Tagung der Arbeiterräte Wlirttembergs wurde ein Antrag aus Früherlegung der Wahltermine für die Reichs- und National- versammlnng (womöglich in der ersten Hälfte des Januar) mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Im Verlaufe der Versammlung erklärte der Ministerpräsident, er werde sich bei tzer Gestaltung der Dinge der Reichsregiernng anschließen, soweit es die eigeiurrttgen Verhälttriffe Württembergs gestatten. Eft drückte ferner die Ueberzeugung aus, daß aus den Wahlen zuck Lcmdesversammlung eine 'sozialistische Mehrheit her Vorgehen werde. Au» Hessen, Darm stadl, 9. Dez. (WTB4 Der frühere Ministerialrat und .Vorsitzende der Abteilungen für alle Angelegenheiten im Ministerium des Innern Staatsrat Ernst S ü s f e r t wurde zum Präsi- dertten der Oberrechnungskammer ernannt. Au» Stadt «nd Land. Gießen, dm 10. Dezember 1918. Gültige Lebensmittelmarken für die 50. Woche, vom 9. Dez. bis 15. Dez. 1918. Brvt (2250 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl): Brot pro Klg.. 45 Pf. Weizenbrotmehl pro Klg.56 „ Krankenbrot pro Klg. ......... 64 „ Kraukenbrotbäcker: Konsumverein: Abgabestellen: Asterweg, Bleichstr., Neuen Baue u. Schanzenstr Fleisch: Wochenvbschmtt 50. Metzger für Fremde: Eduard Sack. Urlauber: Ernst L. Sack. Kartoffeln: (Anteil 7 Pfund zum Preise von 56 Pf.). Nährmittel: Marke 12 (Dez. 1918). Me Nährmittel für Dezember sind noch nicht ein-, getroffen. Fremde: Driesch, Setters weg. Urlauber: M. Klein, Wvlfftraße. ZuckeL: Marke 12, Dez. 1918. Der Zucker für Dezember ist noch nicht emgxtrvffen. Urlauber: Reuter, Ludwiasplatz. Zu gezogene: L. Kalkhof, Weib-Anlage. Seife: Marken für den Monat Dezember 1918. (Anteil 125 Gramm Seifenpulver zum Preise von 15 Pf. und 50 Gramm K.-A.-Seife zum Preise von 20 Pf.) Gemüse: Stadt. Obst- und Gemüseverkaufsstelle Turmhaus am Brand: Weißkraut, Wirsing, Rvte Rüben und gelbe Rüben zu den Tagespreisen. ** Ter Verkauf von Wurst aus unterwertigen Rindern findet Dkittwoch den 11. ds. Mts. während der üblichen GesckZäftsstunden statt. (Siehe Anzeige in vorliegender Nr.) ** Städtischer Pferdefleisch-Verkauf. Am 11. d. M. werden im stEischen Schjlachthof die grünen Bestellnummern 251—300 gegen Abgabe der Bcstxllmarken mit Pferdefleisch beliefert. Nachmittags von 2—5 Uhr werden die noch nich: eingelösten Bestellnummern beliefert. Außerdem werde» Köpfe, Her^, Leber usw. ohne Bestellrnarken abgegeben. * L. U. Bon der Landesuniversität. Morgen mit- ;tag 11 3 / 4 Uhr pünktlich findet noch eine Immatrikulation in der Kleinen Aula des Borlesungsgebäudes (Ludwigstr. 23) statt. ** Ter Volksbund für Freiheit und Vaterland i'Ortsgrikpve Gießen) hält am Mittwoch den 11. Dezember, abends ;87, Uhr, im Gasthof „Hinüenburg" eine Mitglied er-Bersammlung. Prof. Dr. Gmelrn wird über die Berhältnistvahlen sprechen. ** Zugverkehr und achtstündiger Arbeitstag. 'Ein Arbetter vom Lande schreibt uns: Wie der achtstündige Arbeitstag für die Arbetter der Dörfer an der Strecke Gießen—Grünbera crussieht, darüber einige 'Borte: Vom 9. Dezember ab soll der Ärbetterzug, welcher seither um 6,09 .Uhr nach Gießen kam, fetzt 50 Mimtten früher, also um 5,20 Uhr ttüfommert. man sagt im Interesse der Arbeiter. Sie sangen erst um X IS —8 Uhr an, sttid also 2—2 l / 2 Stunden früher in Gießen. Abends soll ein Zug um 7 Uhr abgehen, es wird aber häufig 8 Uhr. So kommen die Leute, welche schon um 4 Uhr morgens fort müssen, um 9—10 Uhr nach Hanse, sie sind dann 17—18 Stunden unterwegs und das bei einem l-alben Pfund Brot. Könnte die Bahnverwaltung nicht mehr Rücksicht nehmen? Morgens könnteein Zugum 7 Uhr nach Gießen kommen und nachmittags um 5 Uhr einer abgehen. Hoffenttich be- > kümmert sich der Arbeiterrat um diese Angelegenhett, um so mehr, da jetzt auch der Winter vor der Türe steht und in den Zügen keine Beleuchtung und Heizung ist und meistens die Fenster zerbrochen sind. ** Der Verkehr mit Kriegsgefangenen, Wir erhalten folgende Zuschrift: An den Pranger! Unter dieser Spitznrarke brachten ^ie am Dienstag eine Mitteilung, rvelche rrach der ganzen Aufmachung geeignet ist, die Frauenehre meiner Frau aufs schwerste zu verletzen. Deshalb teile ich zur Steuer der Wahrheit mit daß ich in einem hiesigen besseren Gasthose die drei Kriegsgefangenen kennen lernte. Dvese gehörten den besseren Ständen an und fragen dort nach möblierten Zimmern aus zwäl Tage. Ta dort .alles besetzt war. vermietete ich den Herren aus gewünschte Zeit ein Zimmer mit Betten gegen orts- e Bezahlung. Der Vermietung gab ich um so eher statt, als die gefangenen glaubwürdig erklärten, das Lager in Gießen sei durch das Ankommen von Russen überfüllt, auch seien z. B. die Abortgelegenheiten in geradezu fürchterlichem Zustande. Ich kann nicht verstehen, daß der Angeber davon spricht, meine Frau habe Kriegsgefangene beherbergt! Wer mich rmd meine Frau kennt, weiß, daß wir beide bewußt kein Unrecht begehen. Auch schnöden Geldes wegen nicht. Tenn sonst würden wir nicht zu einer Zeit, wo es nur 15 Ps. für ein Bett für deutsche Soldaten quartiere gab, aus Gefälligkeit gegenüber Leuten, welche solche Last nicht auf sich rühmen mochten, > Hwiderten von Soldaten Schlafgelegenheit geboten haben. Achtungsvoll Jakob Siegel. — Tie Veröffentlichungen gehen uns bekanntlich vom Polizeiamte zu. Vielleicht war der vorliegende FE aus. ttgendemem Mißverständnis nicht genügend aufgeklärt worden. Wir hatten die Beherbergung von Kriegsgefangenen in Privatwohnungen zwar für unzulässig, aber das Borget»en gegen den Verkehr mtt solchen Leuten geht ia noch von anderen Voraussetzungen aus. ** In Gefangenschaft. Der Musketier Ludwig S ch a r d 1 vom Ers.-Batl. 460, 6. Komp., geriet am 24. Oktober in französische Gefangenschaft. ** Schwarz-Weiß,-Lichtspiele, Seltersweg 81. „Der Friedl vom Hochland" betitelt sich das 2. Münchener Kunstftlmwetk Serie 1918—19. Ein Drama aus den Tiroler Bergen in vier hochkünstlerischen Akten und herrlichen Natur- ftenerien. Verfasser, Regisseur und Hauptdarsteller ist Ludwig Beck, erster bayr. Schauspieler. Mit den: seinpikanten dreiaktigen Lustspielschlager „Der Lumpenbaron" schließt der erstklassige Spielplau. Landkreis Gießen. ** Leihgestern. 9. Dez. Der Unteroffizier Wilhelm Will im Reserve-Jnfanterie-Rögiment Nr. 87, 6. Kompagnie, der seit 24. Oktober als vermißt gemeldet wurde, hat am 3. Dezember aus englischer Gefangenschaft aesckiaiebeu. * Mainzlar, 9. Dez. Der Schütze Heinrich Rein, welcher in den letzten schweren Kämpfen seit dem 17. Oktober als vermißt galt, hat seinen Angehörigen .mttgeteilt, daß er sich gesund in englischer Gefangenschaft befindet. Ebenso der Unteroffizier Wilhelm Bv gel, lvelcher seit dem 20. Oktober vermißt ivar. Ps vermißt aus hiesigen! Orte gllt noch Ludwig Brück, Sohn des Schmiedemeisters Louis Brück. ** Wieseck .9. Tez. Musketier Eduard Michaelis, Infanterie-Regiment 131, seit 24. September vermißt, hat sich letzt seinen Angehörigen aus französischer Gefangenschaft gemeldet. Kreis Friedberg. ** Bad-Nauheim, 9. Tez. Unser Bad steht schon mitten in der Wahlbewegung fttt die Kommenden Wahlen zum Hessi'chen Landtag, Nationialversammllrng und Stadtverordneten- Wahlen. Gestern sprach Redatteur Wittrisch -Frankfurt a. M. im Sozialdernokrattsckien Wahlverein über „Revolution und Nationalversammlung^'. —. Heute findet eine Versammlung zwecks Gründung einer Beamtenvereinigung statt und am Mittwoch wird Prof. Dr. Strecker im Demokratischen Verein über: „Tie Aufgaben der deutschen Demokratie in der Gegenwart" sprechen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt 8. Dez. Das Gvoßherzegliche ,Hoftheater wird demnächst den Tttel Hessisches Landestheater führen. Ueber die weiteren Beziehungen zum seitheiügen Großherzog, der bekanntlich aus seiner Zivilliste mehrere Hunderttausend Mark bri- leuerte, ist, wie wir erfahren, eine bestimmte Regelung noch nicht getroffen. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 9. Tez. (Priv.-Tel.) Im nahen Esch- horn fanden spielende Kinder eine Anzahl Granaten, die Non durchziehenden Artilleristen sträflickierweise fortgewvrfon waren. Beim Hantieren mit den Geschossen explodierte eins und tötete drei 6—11jährige Knaben auf der Stelle. Zwei andere Kinder wurden schwer verletzt, von denen eins ebenfalls noch kurzer Zeit seinen Verletzungen erlag. ---- Frankfurt a. M., 9. Dez. Vor dem Militärmagazin Mainzer Landstraße 1.55 kam es heute mittag zwischen einev großen Menschenmenge, die in das Gebäude einzudringen versuchte, und der Arbeiterwehr zu schweren Mseinandersttzungen, in deren» Verlaus die Wehr von ihrer Waffe Gebrauch machte. Hierbei wurde ein Zivilist von'etwa 30Jahren erschösse». Mehrere andere erlitten Verletzungen. = Frankfurt a M, 9. Tetz. In den letzten Tagen hat sich auf Gerüchte hin ein Sturm nach, der Reichsbank erhoben, wo überänMiche Gemüter ihre Kriegsanleihe verkaufen wollten. Tie Reichsbank konnte deshalb, um ihren anderweitigen Verpflichtungen weiterlftn ungestört nadtfbnrmeitMi können, nur Kriegsanleihe im Werte von höchstens 200 Mark ankaufen, um ganz dringende.Notlagen auszugleichen. = Frankfurt a. M., 9. Dez. Gestern mittag kurz nach 11 Uhr drangen Soldaten in die von der Militärverwaltung gemieteten Lagerhäuser der Fellhandlung von Goldschmidt & Co., Mainzer Landstraße 155, und plürrderten die hier aufgestapelten Vorräte dorr MilitärauSrüstungsstücken, Aus allen Fenstern des freilieg-nden Gebäudekornplexes flogen Tausende und Abertausende von Mänteln, Stieseln, Hosen, Rucksäcken usto. auf die Straße und die Höfe, wo sich eine von Minute zu Minute anschwellende riesige Menschenmenge ansammelte, die schließllch den Hof stünnte unt> sogar die Täch-u eines Nachbarhauses besetzte. Tausend Hände griffen gierig nach den herabflatternden Gegenständen, und oft spielten sich erbitterte Kämpfe um den Besitz eines Mantels oder eines Paares Schche ab. Die Wachmannschaften» des Magazins waren gegen die Menge machtlos und verhielten sich von vornherein sehr paissiv. Sie erklärten, daß sie von ihrer Waffe keinen Gebrauch machen dürften. Gegen 12*/* Uhr war die Plünderung vorüber. nrr. Frankfurt a. M„ 7. Dez. Der Magistrat hat bestimmt, daß sämttiche Wirtschaftsmhaber verpllichtct sind, während des Winters Personen, die sich wärmen wollen, olme Entgelt in ihre Räume aufzunehmen. Die Leute dürfen auch nicht g^'wuugen weiden, irgend etwas zu verzehren. — An der Strafkammer und am Schöffengericht wurden in den letzten Tagen sämttiche Fälle abgesetzt und in keine Verhandlung eingetreten, da man eine wettgehende Amnestie erwartet. mr. Griesheim a. M., 7. Dez. Unser Ort ist der letzte des Brtlckenkopfes Mainz, der von den Franzosen besetzt wird. Um jeden Anstoß zu vermeiden, haben die chemischen Fabriken ihr sämtliches Kriegs'matecial, das noch aus Lager war, nach Hanau außerhalb der besetzten und neuttalen Zone bringen lassen. Ter Arbetter- und Soldatencat wird sich auflösen. X. Hanau. 8. Dez. Bon Mannschaften eines hier durch- zieherrden Feldartillerie-Regiments wurde am Samstag früh die aus dem Landratsamtsgebäude wehende rote Fahne her-i untergeholt und mitgenommen. Der Vorsitzende des .Hanauerl Arbeitervats eilte in Begleitung einiger Soldaten im Mtto den. Artilleristen nach und kam mit der roten Fahne wieder zurück. Der Führer der Artillerie, ein Offizierstellvertreter, wurde verhaftet. Inzwischen ist die rote Fahne an ihrem alten Platze wieder aufgezogen, ferner ist eine militärische Wache am Landratsamtsgebäude aufgesteltt worden. ]\ Marburg, 10. Dey. Zum Vorsitzenden der Ortsgruppe Marburg der Demokratischen Volks Partei, die sich infolge Zusammenschlusses der Nationalliberalen und Fortschrittler hier bildete, wurde Prof. Dr. O t t o .moählt. Gleichzeitig fordert^ man in einer gwßeii von ersterer einberufenen Volksversamnttung die alsbaldige Einberufung der Nationalversanrmlung. — Zwei große Versammlungen evmigelischer Ettuvvhner sprachen sich gegen die Trennung von Kirche und Staat aus. Singesanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung.) Dankbare Heimat! Vergangenen Samstag (7. Dez.), kurz nnck) 7 Uhr abends, war ich Augenzeuge folgenden Vorfalles, der sich am Schalter für Telegramme und Ferngespräckie des lftesigen '.Hauptpostamtes zutrug. Einer unserer tapferen Feldgirauen, ein junger Offizier, nrit dem Eisernen Kreuz 1. Masse ausgezeichnet, den linken Arm bis zur Schulter vollständig, verloren, den rechten derartig zerschossm, daß er völlig, auf die ifat begleitende junge Dame angewiesen war. wollte, nachdem er schon längere Zett auf ein Telephongespräch grtvartet hatte, einen Eilbrief am Schalter abgeben. Ta das diensttnerrde Fräulein, vielleicht aus Mangel an Kenntnis, oder aus Ungefälligkeit (es war schon 7 Uhr) uick^ls mit dem Brief anzu- sml-gm wußte, äußerte unser Tapferer in spaßhaftem, ruhigen Tone: Fräulein, hier scheint ja der Betrieb jetzt auch auf der Höhe zu sein." Gereizt und mtt hefttger Haichbewegung versetzte unser höf- lickies Fräulein: „Bei Ihnen scheint er aber auch schon lange auf der Höhe zu sein, sonst wären wir heute nicht so weit." 3tiff und ohne Worte »vandte sich unser Tchffercr ab. Settl armer zerschossener Körper bewies, daß er seinen Mann gestanden Ijattc und kein Feigling gewesen war. Gekränkt und mit feuchtem Auge erzälüte er mir kurz, daß er bis zum letzten Tage für die Heimat käinpfte. Wie beschaint und brtwffen sich jeder Anroes ende unserem Helden gegenüber sülstte. braucht wohl nicht erwähnt zu werden. K. Pochschulnachrichten. — Frankfurt a. M., 7. Tez. Ter Ordinarius für.Mineralogie und Petrographie an der llniversität Frankfurt, Professor Hendrik Enno Boeke, ist Freitag früh einem Schlagansall er. legen. Der Verstorbene war 1881 in Holland geborm, f>aLrilitierte sich.1608 in Königsberg, war sodcrmr in Leipzig und Halle Uni- versitätsProfessor und wurde 1914 an die neilgegründete Franko furter Universttät berufen. Während des Krieges wirkte Proiessor Boeke auch längere Zett an der Universität Gent. Letzte Nachrichten. Vorschläge Lrdebours zu einer Neueinteilung des Reichsgebiets? Berlin, 9. Dez. Ter Vollzugsrat teilt mtt: Jip Ziu^ sammenl)ang mit den häufiger auftretenden Gerüchten von Los-« lösimgsbestreblmgen deutscher Gebiete erfahren wir, daß bereits» ein Plmk aus gearbeitet wird, tote das Reichs gebiet sich nie» gliedern soll, und zwar soll die Ncueinteilung auf Grund einen wissenschaftlichen Untersuchung der einzelnen Staaten nach Wirtschaft und nach Stämmen beabsichtigt sein, deren Verfallet Ledebour ist. Der Minister des Jnwern wird bezüglich Preußens der Frage schon in den nächsten Tagen nähertreteu. Ein-e Versammlung der Berliner Bankbeantten. Berlin, 9.Dez. Zu einer stürmischen Kundgebung kam es am Sonntag in einer Versammlung des Allgemeinen deuti scheu Bankbeamten-Vereins, die nach dem ZirttlS Busch einberufen war. Als erster Redner sprach das Mitglied der Reichsregicrung Barth. Er teilte mit, daß er sich den ganzeis Tag ausschließlich mit der Untersuchung des Putsches vom Freitag beschäftigt habe. Die Machenschaften gingen sehr weit hinauf, und die Schuldigen würden rücksichtslos'nach der abschreckenden Theori Ihnen in der Kürze zugeschickt werden. Einlagebogen g^ hen &fttm von der Herbert'scheu Buchdruckern. Tarmstudt. Wendelftadtstrotze 6. zu. Wir sehen uns veranlagt, Ihre Aufmerksamkeit noch auf folgendpc Punkte besonders lchrzulenken: 1. Für die ordnungsinälzige Durchführung der Wahlen und damit für das Ansel-en der verftrssungä^'benden Deutsclieir 8!a- tionalverscmrmlun^ ist von entscheidender Bedeutung, das; die Wählerliste eine nwglrchst emüvmchsreie GrmMng-e bildet. Tie Vorscheinen über die Äufflellung der Wählerlisten entspvecknen im all- yemeinen dem RriäMagswaht recht und der Wahlordnung für die Hessische VvWkammer. Die Anfertigung der Wählerlisten wird gIgeMvärtig im Hinblick auf die Heimkehr der neuerdings tvahl- bevechigten Truppen solche die im Gange befindlicl^ Bevölkeruugs- versckjiieb-ung infolge der Umstzeklunig der Kriegsbcknstrie besonderen Echwierigs'.nten begegnen. Es cmpfieht sich daher, als Uirterlage für die Wählerlisten alle irgendwie geeigirelen Erkenntnis- qiueklen, z. B. die Listen der BrotkvmmissiMr und der gl. zu Rate zu ziehen. Tie Vvrbevcätungen sind, salls nötig, unter Heranziehung von Hilfskräften derart zu fördern, dast die Listen spätestens Mit Jahresende fertiggc stellt sind. Mit Iusdimnrung der Kve^iclZulllvnnmssion. Gie^n empfehlen wir Ihnen, auch die L-chrerscl^aft um ihre Miumrlung anzugchen. Ter Tag. an dein che Wählerlisten auSzulogen sind, nnrd von dem Staatssekretär des Iimern geinäst 8 3 der Wahlordnung festgesetzt werden, sobald die am 16. Dezember ds. Js. zusammen- tvetende NeichSversaimnlung Deutschlands zur Festsetzung des Wahltages ihre Zustnnmung erklärt haberr wird. Es ist in der Wahl- ortnrung folgendes abweichend vom bisherigst Recht bestimmt worden: 1. da st die StimmbeziilL burchschrittlich nur 2500, höchstens 3500 Einwohner unckassen sollen (ß 9 Abs. 1 der Wahlordnung), 2. dast die Wahlzeit um 2 Stunden verlängert werden soll, so dast sie bereits um 9 Uhr beginnt und erst um 8 Uhr abnws enchgt (§ 31 und 8 o9 Ms. 1 der Wahlvrdirung), 3. dast zu Wahlvorstehern, Beisitzern ustv. auch Staatsbeamte ernamtt werden sönrren. Tcnlgemcist bestimmen wir zanmchst: a) Tie Eintellnng der Stadt Gießen (mit Schrffenberg und Herrwvald) in Stimmbezirke wird besonders vekanntgemacht. b) In deit 64emeindeir Heuchelheim Lich (mit Albacher Hof, Colnhansen, Mühlsacl>serr, Meilbach) mvd Wieseck werden je 2 Stimmb-Hirke mit den Ansaitgsbnchstaben A—K und L—Z gebildet. c) Es ocfyöten Aritsburg MM Stimmbezirk Eberstadt, Hof- Güll zum Stimmbezirk Muschenhcini, Appenborn zum Stimmb.'zirk Odenhausen, Ring-lshausen zum Stimmbezirk Rabertshausen, Hof-Grast zum Stiinmbezirk Rodl-eim, Kirch- berg zrim Stimmbezirk Ruttershausen, Botin buch, Veitsberg und Wirrbmg zum Stimmbezirk Saasen, Friedelhausen zmn Stimmbezirk Staufenberg. d) Wavenborn-Sternberg bilden einen Stimmbezirk. Giesten. den 6. Dezember 1918. Kreisanrt Gießen. i Dr. Usinger. IfWB Bekanntmachung betreffend den Erlaß eines Verbote des Brennens von fcartoneta, Vom 3. Dezember 1918. Ans Grund der §8 12 ff. der Bimdesratsbekanntmachiin Imrnut im Einvernehmen mit dem 9teichseroährungsamt bestimmt: 8 1. Das Verarbeiten von Kartoffeln iu Brennereien ist oet* boten. — , Tie hierdurch frei werdenden Kartoffeln tonnen von den Komnmnalverbänderl zu Speisezwecken in Anspruch genommen werden. 8 2. Ausnahmen von dem m 8 1 erla,jenen Verbot kann dre Unterzeichnete Behörde gestatten. 8 3. Zuwiderhandlungen gegen das in 8 1 enthalten Verbot werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Darm stadt, den 3. Dezember 1918. Hessisches Lcmdesernährungsamt. Neu mann. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung ist sossrt ortsüblich zu veröffentlichen. Die Brennereien sind besnndevs zu bedeuten. Giesten, den 9. Dezember 1918. Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Bekanntmachung. Donnerstag den 12. Dezember, vormittags 10 Uhr, werden im Sckmlhaus zu Schotten 100 Militärpserde versteigert. Gießen, den 9. Dezember 1916. Kreisanrt Gießen. J.V.: Welcker. ronn^erfflnic Mcntkser des §ftrn Salami) JuilcS. Roman von A. H. Adams. (Nachdruck verboten.) (27 (Fortsetzung.) Schaudernd wies Gabrhad diese Befürchtungen von sich. Er konnte einen so starken Mann wie Herrn Beach nicht getötet haben. Aber die andere und schrecklichere Möglichkeit blieb noch: sein Bankdirektor ivcrr nicht perletzt ivor- den, ober er trug nun in seiner Dasch? jene fatale Fülyrbo-ot- rnorke, deren dummer in den Büchern der Mhrbootge- feLtfdjcrft 0>a.lten für einen ehrbaren verheirateten Mann Y' fuhr sie ihn an, als ihr argwöhnischer 5)irn in Aufruhr gebracht hatten, nahrnen eine bestimmte Form au, als sie ihren Manu vor sich sah. Nichbt umsonst hatte er sie an diesern Aüorgen geküßt! Aber sie lvar entschlossen, sich nicht länger betrügen zu lassen, sie, die so lMrge eine gute und treue Frau gewesen war. Nein, sie war entschlossen, es „herauszirkriegew". „Wo l^ast du gesteckt, du — du venvorsener Mensch?"' fragte sie streng. Der Verworfene verlor ganz und gar den Mut. Das war nicht seine Em, dies strenge, beleidigte, dicke Weib war sicherlich nicht jene Em, mit der er sich wieder ganz und gar aussöhnen wollte, nicht jene Em, die er erst am selben Morgen so verwegen geküßt I-atte. Gr zog sich unmerklich hinter einen Stuhl zurück, mit dem erfolggekrönten Bemühen, vor jenem durchdringenden Blick seine feuchten Hosen und Stiefel zu verbergen. ^I>ch bin auf der Bant gewesen," log er. „Und auf der Bm;k bist bu so verprügelt worden?" höhnisch lachend zurück. „In irgendeiiver gemeinen pe bist du gewesen und bist betrunken. O, daß mein Ehegatte betruirken nach Hause kommen muß!" janrmerte sie. „Em, ich bin vollständig nüchtern," erwiderte er, entrüstet darüber, daß seine Frau ihn der Trunkenheit bezichtigen konnte. Diese Besckmldigung wenigstens konnte er zurückwcisen. ,^ch bin heute nutzt einmal in der Nähe einer Bar gewesen." Sie kam urwermerkt näher und hielt ihr Gesichi dicht qn das seine. Während eines Augenblicks des Staunens dachite Galcchad, daß ein Wunder geschehen, daß sie ihn küssen werde. Aber sie wollte rmr riechen. Sie roch ihn cm und war wider Willen zufriedengestellt Er hatte nicht getrunken „Dann bist du mir untreu gewesen," fuhr es aus ihr lievaus „Mir untreu, die ich dir ein treues und liebendes Weib gewesen bin während all dieser Jahre!"' „Nein, nein, Em," widersprach er etwas weniger kühn und, weil nun seine schwache .Kraft zur Lüge erschöpft war, sagte er ganz jämmerlich: „Es ist lvahr, Em, daß ich nichl auf der Bank gewesen bin Ich bin in allerhand Verwicklungen geraten und es werden noch allerhand Dinge nach kommen Ich bin sehr töricht gewesen. Durch ein Mißver ständnis habe ich einen Mann zu Boden geschlagen." Seltsamerweise glättetw sich die Mieiren seiner Frau. „Dir hast ihn zu Boden geschlagen?" sagte sie voll atemlosen Erstaunen;s. Es war fast ein Frohlocken in ihrer Stimme, als sie ihre Frage wiederholte. „Ö ja! Ich habe ihn geworfen," praUte Galahad, da der Triumph des Kampfes ihm bei der erregten Benninde- rung seiner Frau wiederkehrte. „Er ist scheckcher davon- gekommen als ich" (Fortsetzung folgt. volkbund für Freiheit und Vaterland - ----- Vttrgruppe Gießen. ====== Einladung sw Mitglieder-Versammlung Mittwoch. 11 . vezember. abends 8 1 /* Uhr. im Gafthos ..hindenburg". Vortrag des Herrn Prof. Dr. Gmelin über die Vevhöltnrswahlen. Die Einführung von Gästen ist willkommen. 9555D Der Vorstand. Bekanntmachung. ES wird daraus aufmerksam gemacht, dost die Unler- erhebstellen inlAstenbatn, Londorf, Lumda, Qdenbanfen, L^ueckdoru und Saafcu bet der BezirkS Svarkasse in Gründers Ueberweiiuttgskouten unterhalten. Den Ein« wobneru der genannten Qrte und der in Betracht kommenden dtachbarorte wird zur Verminderung de« Bar- Geldumlaufs dringend empfohlen, künftig ihre Steuern und sonstigen Schuldtgkelten an die Untererhebstellen durch Ueoerweisung zu entrichten. Grünberg, den 10. Dezember 1918. Verirkskaffe Grünberg. 9446D Höchstpreise für Brenn- und Heizstoffe. Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 2. Sevt. dS.Jö. bestimme ich hiermit, dast der Preis für den Zentner. Braunkohlenbriketts 2,18 Ält. nicht übersteigen darf. Gienen, den 9. Dezember 1918. 95478 . Ter Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien, Beigeordneter. vamcn-- unü KUiüer^Konfefefton große flusroabl in prima friedensroarc gebe ich weniger demittellcn lenken ru lehr viMgcn Preifen ab. Kriegsanleihe urtrd jum Zeichnungskurs in Zahlung genommm. 1 . Pfeffer * Steffen MaHSiijrekarsns nebst Anatomie und Physioloffie erteilt für Damen und 11 erren Herrn. Jochem, Heilkundiger. Die Scliluliprüfunf erfoljrt durch einen praktischen Arzt. 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Johannes Ködding, Kunstbildhauer, Frankfurter Straße 9 10. <• Hierdurch Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, dad meine liebe Schwiegermutter und Großmutter Anna Elisabeths Schäfer Witwe geb. Mengel im Alter von 75 Jahren sanft entschlafen ist Sie folgte ihrem einzigen Sohne, welcher am 19. April den Heldentod erlitt. In tiefer Trauer: Eliembethe SchttXer I. Witwe geb. Roth and Töchterchen Anna. Albach, Hattenrod, den 8. Dezember 1918. ■ Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 2 Uhr statt. 9569 Danksagung. Für die vielen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem so frühen Heimgänge unseres lieben, unvergesslichen Sohnes und Bruders Fritz sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Besondern Dank auch den Mitgliedern der Jünglings - Kongregation und ihrem Präses Herrn Kaplan Lindenschmit für seine trostreichen Worte. Familie Franz Bette. 9540D Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Stohr nach schweremLeiden heute morgen 10^/* Uhr im 70. Lebensjahr sanft entschlafen ist.' In tiefer Trauer: Frau Emilie Stohr geb. Frech Auguste Stohr Emil Stohr. Gießen (Weserstr. 29), Denver, Friedberg, Salzschlirf, den 9. Dezember 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag den 12. Dezember nachmittags 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. 08U1 Laiioiiianiistraße 20 Pfcrdestall mit Heuboden zu vermieten. Näheres bei 08143 Hellmold & Plant. Meines Haus mit Garten in Gietzen oder Umgebung, an Bahnstation gelegen, zu mieten eventl. zu kaufen ges. Schrift!. Angebote unter 9553 an den Gietz. Anz. erb. z. 1. 4.1919 od. später gesucht von kleiner Familie <3 Per soneni. Angeb. unter 08130 an den Gietzener Anzeiger. 5V llark zahle demjenigen, der mir eine 3-S-2i^«vr-Voh»g. ver 1. Jan. oder später verschafft. Angeb, u. 08102 a. d. Gietz. Anz. Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, datz unser innigstgeltebter, braver, hoffnungsvoller Sohn, unser unvergetz- licher Bruder Ferdinand Dapper im blühenden Alter von 19 Jahren durch ein Eisenbahnunglück sein junges lieben ovfern mutzte. Er folgt seinem im März d. I. gefallenen Bruder. In tiefem Schmerz: Familie W. Dapper nebst alten Angehörigen. Wieseck, den 9. Dezember 1918. Die Beerdigung findet Mittwoch 3 Uhr statt. nachmittag m Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, brave Tochter, Schwester und Braut Mariechen nach kurzer, schwerer Krankheit im Aller von 20 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer: Zamilie Heinrich Vogel 11. nebst allen Angehörigen, Karl Stock als Bräutigam. Staufenberg, Altenschlirf, den 8. Dez. 1918. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 2 Uhr statt. 9548 D 3 bis 4-Zimmer- Wohnunq von kinderlosem Ehepaar für sofort oder später zu mieten gesucht. Angeb. unter 08086 an den Gietz. 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