Nr 288 Ter tz-.etzener Anzeiger erscheint täglich, außer SonwagS. — Beilaaen: Gietzener^amittenblätter; KtcisblaU für den Kreis Slehen. vezugrpreis: nionatl. Mk.1.35, vierteljährlich Mk. 4.05durch Äbhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.25. durch diePost Rck. 4.05 viertel« jährl. ausschl. Beslellg. Fernsprech - Anschlüsse: lüv die Schrntlcilung112 Verlag,Geschäitsstellebl AuschriltfiirDrahluach- r,chten: AnzeigerSlehen. Erstes Blatt 168. Jahrgang Samstag. 7. Dezember 1918 Postscheckkonto: Zranksurt a.M. 11686 General-Anzeiger sür Oberhessen Zwillingrrunddruck ».Verlag: vrühl'sche Unlv.-Buch- u.Steindruckerei N. Lange. Schriftleitung. Annahme von Anzeigen s. die Tagesnniliinec diS zum Nachmittag vorher ohne jedeBerdmdlichkeit Zeilenpreije: sür örtliche Anzeiyen 25M..sürauswärtlge 30 Pf., sür Reklamen Mk.1. -nebst 20" ,Teue- rungszusittlag; Plagvor- schrill 20 % 'Ausschlag. Hauptichri'tleiter: Aug. Goeg. Verautivortlich önn!otr1.ftr: Mr Jolitif: Aug. Goch: «—.«•SSSÄS „ _ . t tu. Anzeigenteck: p. Beck; Grschastrftelle u.Druckerei: Zchulstr. 7. säunlich in Gießen. WochenrüSblick. Die trübselige Gefahr des Bolschewismus für Deutsch- Tartd scheint einstweilen beseitigt zu sein. Die Wahlen für die Nationalversammlung des Reiches sind auf den 16. Februar ausgeschrieben, und vielleicht dringen Bestrebungen erfolgreich durch, die den Termin noch naher legen wollen. Die vorgestrige Meldung, amerikanische Polizeitruppen würden Berlin zeitweilig zu bewachen haben, scheint nur eine Androhung gewesen zu sein, nach der sich Liebknecht und Rosa Luxemburg sowie deren gesinnungsverwaudteuGlemente-richi- ten mögen. Auch der in seinem Radikalismus sehr unternehmungslustige Herr der Republik Bayern, Kurt Eisuer, hat von seinen Landsleuten, besonders Feldsoldaten, einen sehr wirkungsvollen Dämpfer erhalten, so haß er seine Kämpft iansage an die Reichsinstanzen Wohl stillschweigend zurückziehen wird. Er hat unter dem Druck der öffentlichen Meinung die Wahlen für Bayern schon 'für den 12. Januar ausschreiben nrüssen. Eine nach Eisners Vorschlag nach Jena oder einer anderen Stadt einzuberusende nochmalige Kow- fererrz der Bundesstaaten wird in der Antwort der Berliner Negierung rundweg abgelehnt, ganz mit Recht, denn es liegt wirklich kein ausreichender Grund dafür vor. Es ist genug geredet worden, jetzt kann etwas nützliches getan werden. Die Taten dürftn sich aber nicht niehr im Niederreißen gefallen/ zuviel ist darin schon geschehen. Es gilt, die Ordr- nung und die Einigkeit im Reiche aufrecht zu erhalten, auf phantastische Zukunftspolitik in dieser Zwischenzeit, in die der Feind noch das größte Machtwort hineinspricht, zu verzichten. Leider haben rheinische Zentrumskreise in Köln uns wieder mit einem recht törichten Zwifckseufpiel aufgftvartet, indem sie nämlich unter Lostrennung von Preußen eine neue deutsche Bundesrepublik Rheinland-Westfalen etablieren wollen. Das geschieht wenige Stunden vor der Besetzung Kölns durch den Feind! Wir können uns recht gut denken, daß die Erlasse und Kundgebungen der neugebackenen preußischen Minister, besonders des Kultusministeriums, in dem Männer wie Adolf Hofmann ihre geistigen Schwingen erproben, in dem katholischen Rheinland stark verschnupft haben. Der schärfste Widerspruch war nicht nur verständlich, sondern auch berechtigt. Danrit mußte es jedoch sein Bewenden haben, denn: „Gestrenge Herren regieren nicht lange". Es ist, da man vorläufig nicht viel dagegen tun kann, daß sie sich ein bißchen austoben, nicht ganz ohne Humor, zu sehen, wie die ehemalige rote Opposition sichs auf den Machtsitzen der preußischen Junker bequem gemacht hat, wie sie, von hefti- ,gem Regierungsfimmel befallen, ihre gebietenden Hände weiter ausstrecken als die biblischen Propheten. Sie sorgen selbst am besten dafür- daß ein Rückschlag nicht ausbleiben kann. Darum ist es höchst unvernünftig inid grenzt an Vaterlands- Verrat, daß man eine rheinischr-westfälifche Republik gründen will. Nur Feindeswünschen kommt man damit entgegen. Den alten Rheinbundserinnerungen der Franzosen, die jetzt ohnehin wieder erwachen, gibt man damit neue Antriebe zu Plänen für die Friedensllmferenz. Stärkster Unwille regt sich aber im ganzen Reiche gegen solche Mache neuer Kleinstaaterei. Es würde nichts schaden,, wenn einige der kleinsten „Bundesstaaten" Deutschlands eingeschmolzen würden — ,strnd nun will man sie gar noch vermehren! Ein Glück, daß weiteste Kreise in Rheinland und Westfalen sich ablehnend verhalten,! mrd auch der Kardinal v. Hartmann lehnt es, vor der Öffentlichkeit wenigstens, ab, sich mit den „Grüw- dern" unter eine Decke %u stecken. Wir nehmen in drehen Tagen Abschied von unseren linksrheinischen Volksgenossen, und die tiefste Trcrner darüber brennt in deutschen Herzen. Wir lesen, wie unedel' die Gegner in den von ihnen besetzten deutschen Städten sich schon benommen haben, und wir sürd im ungewissen, wie weit und wie lange der Verkehr Mischen den beiden R heran fern unterbunden bleibt. Alle bisherigen Mitteilungen wcrren darauf angelegt, uns in unserem Nationalgefühl auf das Tiefste zu beugen und ßt kränken. Es wurde dann zwar von einer englischen Stelle „berichtigt", Mar- schall Foch könne aus eigner Machtbefugnis den Waffenstillstand nicht kundigen, er sei an die gemeinsamen Beschlüsse der „Alliierten" gebunden. Diese sind eifrig dabei, zzr b.eraten und sich über die Forderungen zu einigen — bevor Wilson über das große Wasser kommt. Finstere Ankündigungen und Gerüchte lassen die Engländer sowohl wie die Franzosen gegen uns los. Die verletzendste Mitteilung war wohl, daß neben großen finanziellen Entschädigungs- leistungen Deutschlands auch deutsche Arbeiter zwangsweise in Anspruch genommen werden sollten für den Aufbau in lden belgischen und ftanzösischen Gebieten. Das Schlimme ist, daß wir gegen ein solches Vorgehen wohl protestieren können, sonst aber Peinlich machtlos sind. Was haben die Engländer und die Amerikaner für ein Interesse daran, uns gänzlich zu ruinieren und zu versklaven? — Das ist die Frage, die schwacher Tröstung hier und da in der Presse auftaucht. Wilson hat sich in seiner Kongreßbotschaft sehr vorsichtig und zurückhaltend ansgosprochen. Er scheint weder dem Landfrieden, noch dein allgemeinen Völkerfriedon recht zu trauen, denn er trat nackidritcklich für die rrnvernrinderte amerikmüsche Flottenrüstung ein und sprach von einer „noch unbestimmten zukünftigen Welt- politrk". Seine persönliche Teilnahme an den Friedensberatungen begründete er damit, er sei der Well schuldig, darauf zu achten, daß die „Ideale" und Grundlagen für den Friede, die er in Worte gefaßt habe, „rächt fatsch oder irrtümlich Es gelegt werden mrd daß keine Mühe gescheut wird, um sie zu vertvirkkichen". Wir sind also so klug als Äirvor und können nicht darauf bauen, daß Wilson sich gegen die Pläne unserer arideren Gegner, soweit sie sich gegen Deutschland richten, heftig ins Zeug legen wird. Weirn es gut kommt, wird er zur Mäßrgnng raten. Wir können nur wiederum bedauern, daß von der deutschen Regierung vor den: definitiven Abschlrrß des Waffenstillstandes nicht loeiter gefragt worden ist, wie die praktische Anwendung der Wilsonschen „Punkte" in den Haupt sacken gedacht sei. Ter Präjident schien zu weiteren Auskünften derell zu jein. Es wäre damals für uns vielleicht manches durchzusehen gewesen, was heute schwerer zu vollbringen ist. TeMschland l>at sich widerstarrdslos gemacht, und die Gegner im Westen iud nicht mehr auf dre amerikanische Hilfe angewiesen. Also sürd die Wilsonschen Trümpfe schivächer geworden. Immerhin, die Tatsache bleibt bestehen, daß der Präsident der Vereinigten Staaten Ef der Friedenskonferenz die tnteressanteste Erscheinnng sein wird und daß sein Wort ein größeres Gewicht hat, als das irgendeines anderen Teilnehmers ... Sollen unsere deutschen Vertreter bei der Friedenskonferenz nicht mrr als stumme Dulder, sondern als mrerschrockene Wortführer für das in den Abmachungen mit Wilson stehende Friedensrecht erscheinen, so muß der Reichsgedanke sich zuvor kraftvoll durchsetzen und die Ge amtheit des deutschen Volkes muß sich zu einem fest- gegründeten Auf- und Neubau zusammentun. Wir müssen uns regen und rühren für die Nationalversammlung und uns davor hüten, nach außen hin auch nur den Anschein zu erwecken, als sei ein Reichsverfall unsere Zukunft. Das deutsche Bürgertum, Rks die Revolution niehr erduldet als gemacht hat, muß wieder zu politisck)em Leben erwackstn. Die Freiheit in Wort und Schrift ist gewährleistet: wohlan, o mögen die politischen Neubildungen ungesäumt ans Werk gehen! Wir begrüßen die Einigung der Liberalen, denn sie ist ein Zeugnis dafür, daß die Notwendigkeit erkannt wor- den ist, affe Kräfte zusammenzuschließen zu einer soliden, tvagfähigen Erneuerung des Reiches. Den Frieden nach außen zu fördern, mich ein reckfter Friedensgeist im Innern, ein Geist der Ordnung und Sachlichkeit, das Tor der Zukunft Efschließen. Ein militärischer Aufstand gegen den Berliner „voltzugsral". Berlin, 6. Dez. Der Voll zngsrats-Ausschuß der Arbeiter- und Soldatenräte teilt mit: Kurz nach der Sitzung um 4 Uhr 30 Minuten nnrb mitgeteill, daß ebte größere Truppenmacht s ä mt li che Ausgänge des Hauses besetzt hat und im Begriffe sei, einzudringen und den V o l l z u g s rat zu verhaften. Kurz darauf drang ein Feldwebel der Garde-Pioniere mit etwa 30 farai, meist sehr jungen Leuten, ein und erklärte der: Vollzugsrat für verhaftet, und zivar im Namen der Nächstem ermrg. Auf das {rmchen des Vorsitzenden, einen schriftlichen Befehl vor zulegen, erklärte er, daß er einen solchen nicht habe und nur den Befehl seinem Vorgesetzten befolge. Ern Offizier-Stellvertreter gab seinen Leuten den Befehl, zurrächst secl>s Nimm des Vollzngsrates und sodann weitere Gruppen von je sechs Mann abzuführen. Inzwischen erschien der Volksbeauftragte Barth und erteilte im Namen des Rats der Volksbeanstrcmte" dem Feldwebel den Befehl, mit den Mnurscha ten sofort dm Saal zu räumen. Nach anfänglichem Sträuben führte dieser den wieoe.- holten Bejehl aus. Kurz daraus erschien auch der Stadtkommandant Wels und ordnete die Verhaftung des Feldwebels, der Garde- Pioniere und des Offiziers-Stellvertreters von den Franzern mrd eine Reihe weiterer Personen rvogen dringmrden Verdachtes gegen- revolutionä/ttr Umtriebe an. ^ Berlin. 6. Dez. Nach 97z Uhr abends zogen Matrosen und Soldaten mit Gewehren in mehreren Koloimen vor die Neiäss- lanzlei. Jlst Fülsrer Spiro sagte in einer Ansprache an die Truppe: .Deutschland st-eht vor einer Katastrophe. Wir verlangen, daß die Nat ionalversammlung für den 2 0. Dezember ein berufen werden soll. Ter Vvllzugsral darf die Re gierung nickt länger mrter Druck setzen. So bringe ich denn das Hoch-auf die deutsche Republik ans und auf ihren PräsidentOr. den Genossen Fritz Ebert. Darauf nalM Ebert das Wort und sagte u. a.: Eur em- heitlickier Wille muß die Geschicke pes ganzen Reiches leitm. Tie führenden Gefaste müssen fest in den Händen der Reichsleitung, lügen.. Vergesst nickst, daß euere hemckehreirden Kameraderr mitwählen wollen. Geduldet euch bis zur Tagung der dentfchcn Arbeiter- und Soldaien-Rätc bis zum 16. Dezember, oie sich über den frühesten Termin der Natimrawersaurmlung schlüssig werden soll. Ebert schloß mit einem Hock) auf die deutsche Sozialdemokratie. Alsdmrn sagte ein ?Ratrose. ich habe an Ebert .dre klare Frage zu racksten, obg r Unseren Stuf zum Präsidenten der deutsck>en Republik folgt oder nicht. Mit sesber Stimme antwortete Eberk. ich werde nicht annelstnen, lohne nüt der Regierung gesprochen zu haben. Tann marschierten die Matrosen und Soldaten in geschlossenem Zuge ab. Tie Volksbeaustragten Ebert, Scheidemann und Landsberg teilen gleichzeitig mit, die Reichsregierung steht der Verhaftung des Vollzugs rotes vollkommen fern Tie Truppen sind dabei mißbraucht ^vorden. Die Mitglieder des Vollzugsrates sind sofort frei zu lassen. Die Truppen fordern nur aus, in Ruhe die Kasernen ansiusuchen. Berlin, 6. Dez. (WTB.) Die im Zsrkus Busch versammel ten, zur Bildung einer freiwill igen Regierungstr uppe eingeladenen Ünterof fiziers kapitulanten zogen nach einer Meldung des Abends mit Musik znm Reichskanzlerpalais, imd nach einer Begrüßung bitrd) Ebert zum Dorotheenstädtischn Realgymnasium, wo sie der Feldwebel Suppe in einer Aiyprach zum Eintritt in die Regierungstru.ppe ausfordertc. Außerordentlich viele Utntevofsizieve ließen sich in die Listeir eintragen. Zusammenstöße in Berlin. Berlin, 6. Dez. Heute nachstnittag fanden in Berlin drei Versammlungen der Urlauber pnd Deserteure statt. Sie waren vom Spartakusbund einberufen und protestierten in heftiger Weise gegen den Ausschluß des von der Spartakusgruppe gewählten sogenannten Frontsoldatarrat durch den Großberliner Solidatenrat. In allen drei Versammlungen wurde die Einberufung der Nationalversammlling als VerlaeckMr an der Revolution bezeichnet und die Diktatur des Proletariats als letztes Rettungs- mittcl verlangt. Tie aus den Versammlungen kommenden Züge suchten sich in der Jnvalidenstraße im Norden Berlins zu vereinigen. Sie trafen dann dort mit Regierungs truppen zusammen, die in der Haupt- sackie aus der: sogenamtteN „Maikäsmr" bestanden. Tie Truppen forderten die Menge .zum 96useinandergel)en auf und da dieser Ausforderrmg nickst Folge geleistet wurde, Barn es zu Zusammenstößen. bei denen scharf gesckwssen lmirde und auch ein Maschiuengewehr in Tätigkeü trat. Bei den Zußmrnnncstößen gab cs zahlreiche Tote und Verwundere. In Pie nächste Uttfallstachm wurden 12 Schververlctzte getüncht. rlmerikanische Verwaltung des besetzten Gebiete»! Bern, 5. Dez. (WB.) Wie der „Progres de Lyon" aus Paris erfährt, hat die amerikanische Regierung dicVeri waltung des ganzen besetzten deutschen Gebretes übernommen. General Brown ist Militärgouverneur m Trier und hat ausgedehnte Vollmachten erhalten. Eine Zwck-> .regiernng wird im ganzen von den Amerikanern befetzteir Rheins laiid errichtet werden. WilsonS 14 Punkte. Washington. 4. Dez. (Reuter.) Im Sencck begrün eine allgemeine Aussprache über die. 14 P u nkt e W i l s o n republikanischer Senator verlange, daß der Präsident feine Prrn- zipien, die verschiedene Auslegungen zuließen, öffentlich mterpretrerrj und sagte, der Präsident sollte keine radikalen Vorschläge machen, che er die Gewißheit habe, daß das Volk ilMen zustimme. Ein anderer Republikaner sagte, der Völkerbund dürfe keine übergeordnete Regieppng sein, die die inneren Angelegenheiten der Völker beherrsch? mrd sich darein eirrmengen toolle. Aber er könne ein Welttribirnal für Entscheidungen über international« Streitfragen sein. Helgoland. London >5. Dez. (Reuter.) In einer in Dundee gehallenm Rede sagte Balfonr, es bestehe nicht die Ab sicht, die Rückgabe von Helgoland zu verlangen. Die Admrra- lität halte Idas rächt sür notwendig. Ferner teilte er mit, daß die Regierung die Natiorralisiernng der Eiserrbahnen beschlvsien habe. Englischer Flottenbau. London, 5. Dez. (Rerrter.) Nach dem Mcrrrneberichterstatter der „Times" tmrrderr seit Beginn des Kneges 21 britisch« Schlachtschiffe gebaut, wovon fünf einer Klasse angehören, über die das größte Stillschweigen bewahrt wird. Es verlautet, daß sie 800 Fuß lang seien, eine Wasserverdrängnn von 30 000TonnelH besäßen und ci c Gesch.vnrd gkeit vou 30—35 Kuoen erreichen könnten. Sie können auch in seichtem Wasser benutzt werden. Aus dem Aeiche. Dir Antivort der Reichsregierung an EiSnrr. Berlin, 5. Dez. Ter bayerische Miiästerpräsident Ersnep' hat der Reichs regiernng eine enceute Konferenz der deutschen Freistaaten in Jena vorgeschlagen, deren Aufgabe es feilt sollte, eine programmatische Kundgebung der äußeren und inneren Politik zu ^vereinbaren, insbesondere die -Frage der Nationalversammlung, bit Besetzung im Auswärtigen Amt und die Aktenoeröfientlräzung zu regeln. Die Reichsregierung hat davauf folgende )vp r 1 evteitt: Der Wunsch der bayerischen Regierung auf Einberufung einer Konferenz der Vertreter der deutschen Freistaaten nach Jena oder5 nach emem anderen zentral gelegenen Oft hat die Reick-sregierung in il-rer heutigen Sitzung beschäftigt. Wir sind zu dem einmütigere Beschluß gelangt, von der Einberm'ung einer solchen Konferenz abzusehen, weil nach unserer Ansicht kein genügender Grund für ihren Zusanrmenttitt vorliegt. Tie Reichsregierung hat das» Programm ihrer äußeren und inneren Politik in ihren Kundgebungen festgesetzt. Tie erste Reichs Konferenz in Berlin hat sich mit ihr auf ben gleichen Standpunkt gestellt. Auch wrs beschafägt der Gedanke, daß ein engerer Zusammenhang zwischen der Reichs- regierung und den einzelnen Freistaaten geschäfen loerden inuß. Es liegt uns feit einigen Tagen hierzu ein Vorschlag.Preußens vor, der gründlich geprüft werden wird. Vor einer Neuregelung der Angelegenheiten werden die Einzelstaaten Gelegenheit l^rben/ ihrerseits Stellung zu nehmen. Die politischen Akten des alten Zdegrmes sind von uns in Verwal-rung genommen und es ist alles geschehen, um Publikaävnen aus den Archiven mit gründlick-er Sorgfalt vorzubereiten. Wegen der Neubesetzung des' Auswärtigen Amtes wird im Kabinett beraten. Der Wahltermin fiir Bayern. M ü nchen , 4. Dez. Tie Regierung des Volksstaates Bayern hat durch die Korrespondenz Hosfmann abends folgende Proklamation an das bayerische Volk veröffentlicken lassen: Die Regierung des Vollsstaates Bayern besämmt hierdurch, daß jdie Wahlen zu dem neuen bayerischen Landtag Sonntag den 12. Januar 1919 stattsinden. Wahlbereckstigt sind» alle mämrlichen und weiblichen bayerischen Staatsangebörigm, die am Tag der Wfthl.1. .das 20. Lebensjahr zurückg.stegt Habens 2. die bayerische Staatsangelchrigkeit besitzen. Ausgenommen sind hmr Entmündigte und solche, die die bürgerlichen Ehrenreckste nicht l^sitzen. Wählbar sind alle männlichen und )veiblichen wah.berech- tigten bayerischen Staatsangehörigen, die das 25. Lebensjahr zurückgelegt habein Die näheren Bestimmungen über die Wahlen werden in der Wahlordnruig getroffen. Die Belgier in den Nbeinlanden. Köln, 5. De?!. (WB.) Die „Wlnisckie Zeittmg" meldet auS München-Gladbach vom 5. T^ember: Heicte nachmittas wurde hier ein Befehlches belgischen Stadtkv mman-, d a n t e n angeschlagen, der im großen uiü) gairzeil die gleichen Bestimnrungm enthält, tvie die in Jüllch Diese Bestimmungen sind jedoch in einigen Punkt nt gemildert. So z. B. heißt es nichts daß diejenigen, die mit Waffen betroffen tverden, erschossen, fort* dern verhaftet werden. Ferner ist der Zwang fiir Kärger, die Offiziere zu grüßen, )veggefallen. Düsseldorf, 5. Dc-z. Die Belgier fordern irn besetzten Stadtteil Düsseldorf im Wege der Requisition Wäschestücke inrd Futtermittel für Pferde. Tie lstesige 5>andelskanmler l>at gegen die Sperre der Rlieinschiffahrt durch die Belgier bei der deutschen Wafserrstillslandstiommission Einspni.ck) erlwben. Vom Staatssekretär Erz borg er ist die drahtliche Mitteillmg ein», gegarrgen, daß er Ersilllung der Wmrsche der Milhenmg de>s Vor-, bots des Verkehrs zwischen den beiden Rheinufern in Tüiscldorf I-cute in Spaa beantmgen werde. Dir Plünderungen in Köln. Köln, 6. Dez. Nachdem in der voavergangeneir 0?ackst bei der Plürrderinrg eines KPnfettionsgeschäfies und Goldwarenlcrdens durch eine 500köpfige Itäuberbcrnde mehrere Banditen durch die Sicherheitsorgane erschossen oder schwer- verletzt icwrden waren, erfolgte im Laufe des hcrrtignr Tages die Verhaftung von ca. 50an der Plünderung beteiligten Individuen In dev vergcurgenm Nacht ttmtbat itn Seidenl>aus LoUxuistein und Grürr^ borg Waren im Werte von einer Viertelmillion geraubt. Der Versuch tveiterer Plünderrmgen von Lebensmittel- und >p>.cidek- räederlagen wurde durch die ÄLachsamLät der Sich'rhcitsm'gane vereitelt. ^ Nach der „Rhein. Ztg." stürmte heute nachnnttag eine nach Taufenden zähleiche Menschenmenge den bei dem G'bände der ehemaligen Werkbinchausstellung gelegenen Heerespirk, überrannte die Wachtposten inch öffnete gnvaltsam die Demus. Hunderte erschienen mit Pferden usw., heben nach Belieben auf unb fuhren mit lwchhepackten Wagen ab. Da Tein Militär mehr aMvesend war. tvurde den Plündenlngen erst nackpnittags nach der An.sstellung vau MchchptcngQvchauL, deren Knattern die Gemüter erschreckte. arten. Die Zahl der eutweudeteu Wer^euge. Oefe», Treib- »emen und Säcke ist ungeheuer groß. Köln, 5. Dez. Mir dem hurtigen Taste'ist der Telegraphen- imw Telephonverb? hr infolge der feindlichen Besetzung unterbrochen ^nfolP? der aufgesetzten .Geldprämien für Bergung von Ge schützen auf dem rechten R hei nufer vor der feindlichen Besetzung bietet Köln ein eigenartiges Bild. Entlassene Soldaten halbw üchsige Burschen und die Schuljugend haben sich vor die Protzen und die leichten Geschütze gespannt und retten das kostbare Material iK^r txm Feind, der heute abend oder morgen früh eurzieht. Vier deutfthe Republiken? Köln,.6. Dez. „Vier Republiken statt 26 Bundesstaaten^ tragt das rheinisck-e Zentrumsblatt, die ,Löln. Volksztg." an, indem es ausführt: Eine natürliche und gesunde Entwicklung drängt darauf hin, daß sich mrs dem bisherige:! Staatengewimmel vier Avoße leistungsfähige Republiken bilden und sich als künftiges Deutschland zusammenschließen. Im einzelnen könnten diese vier Republiken wie folgt sich gestalten: 1. Rheinisch-westfälische Republik: Rhernproviuz, Westfalen, Heffen-Nai fern, Großlierzogtum Hessen, Baden, R Hern Pfalz. 2. Tonanländer-Republik: Württemberg, Bayern, Deutsch- Oesterreich (Tirol bis Bozen, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Ober- und NiederösterrLchlesUng-Holstein, Mecklenburg, Pommern, Westpreußen, Ost Preußen. 4. Mitteldeittsche Republik: Lllle übrigen mitteldeutschen Bim des stauten, Königreich Sachen, die Pwvinzen Sachsen, Brandenburg, Schlesien und Polen. Zusammenschluß der Beamtenschaft. Berlin, 5. Dez. (WTB.) Nach gründlicher Vorbereitung ist der einheitliche Zusammenschluß der gesamten deutschen Be amtenschaft auf Mrerkschaftlicher Grundlage unter Zustim nnmg aller beteiligten Verbände un „Deutschen Beamten-Bund^ erfolgt. Der Bimd umfaßt sämtliche Großorganisotionen der Beo amten imd LohtLr mit ca. V-( 2 Ddilliomm Mrtaliedern und stellt damit die einzige Otesamtvertrctung der deutschen Beamtenschaft dar. ^ Die Sozialisierung von Wirtschaftsbetritbrn. . .Derlin, 5. Dez. (WB.) Hente mittag trat im Reichs- wirtsckaftsrat die von den Volksbeauftragten berufene Kommission zur VorbcreitnngderSozialisierung von wirtschaftsamt die von den Volksbeauftragten berufene K o m - -grüßung durch den Staatssekretär des Reichswirffchaftsämts Tr. Müller beschäftigte sich die Kommission eingel-ond mit der Art ihrer Geschäftsführung und mit der Vorbereitung ihrer besonderen Arbeit. Tumulte in Posen. Posen, 5. Dez. (WTB.) Wie schon mehrfach, so wurde auch in der vergangenen Nacht wieder ein Angriffauf das Korps- bekleidungsamt in der Nollcndorsstraße versucht. Eine Bande Soldaten irnd Zivilisten, etwa 80 Ma:m stark, überrumpelte den Dopp elposten mrd setzte sich in den Besitz eines Maschinengewehrs. Danach erfolgte ein Uebersall auf die Kaserne der Maschrnengewehrkompagn ie des 6. Grenadier- Regiments, wobei es die Angreifer vermutlich auf die Bellci- o ungs magcrzine abgesehen hatten. Es kam zu einem regelrechten Kamps, wobei auf beiden Seiten Maschinengewehre und Ö ü ii o g r fl it( t t c it tu Tätigkeit traten. Schließlich gelang es, tee Angreifer zu überwältigen und gegen 35 Mann festzunehmen' Bon den Ungei ähr 20 zum Teil schwer Verwundeten ist einer seinen Berletzimgen erlegen. Aus Heften. Das hessische Wahlgesetz. „Die Zahl der Abgeordneten zur Volkskammer der Republik Hessen bettägt 70: also nicht 58, wie es in dem vom Wolfs- ' Bureau verbreiteten Bericht irrtümlich hieß. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Dezember 1918. Beaufsichtigung der Jugend! .Die Klagen mehren sich, daß ein großer Teil unserer Jugend in der Kriegszeit mehr und mehr verwahrlost ist. Die gestrige Bekanntmachung des Arbeiter- und Soldatenrates an der Spitze unseres Blattes bestättgt die schlimmsten Wahrnehmungen. Gerade letzt, rn der schwersten Uebergangsperiode, macht sich das Treiben unerzogener Kinder auf Schritt und Tritt bemerkbar. Das widerliche Anbetteln der Kriegsgefangenen, die diebischen Angriffe «ruf fremdes Eigentum werden nach den Androhungen des Arbeiter-- imb Soldatenrates hoffentlich aufhören. Besonders wirkungsvoll ^ feilt, wenn die Namen der Eltern, die ihre Kinder auffichtslos umherstreisen lassen, in den Zeitungen veröffentlicht werden, damit sie von ihren Mitbürgern richttg bewertet werden tennen^ Aber die Jugendlichen selbst sollten auch nicht mit zarten ?Nngerspitzen gteichtzeitig das ihrige tun. Natürlich befürworten wir nn allgemeinen keine grobe und sttenge Erziehungsmethode. Aber es hatte gerade noch, ' gefehlt daß das neue preußische Kultusministerium in schlimmster Verkennung der Zeitnotwendigkeiten die Bildung von „Schülerräten"! anreat! Auch dein höheren Scläck klaffen könnte eine solche „Se.b iv r:val.u <*" nur ziimVerderb w rdeu Tie preuss'che „Vvlks- regiernng" vertritt, wie in so vielem anderen, auch in dieser An-, gelegenheit nur einen ganz verschwindenden Bruchteil der Be- völterung. Haus und Schule werden die größten Anstrengungent machen müssen, um die Jugend von verkehrten Bahnen fernzuhalten. Lebensmittel. . . **.Keine Butter. Vom Lebensmittelamt wird mitgeteitt, daß infolge Nichtbelieferung der Stadt Gießen durch die Landest Milch- und Fettstelle fttr die 50. Woche, 9. bis 13. ^z., vorerst weder Butter noch Margarine zur Ausgabe gelangen kann. Sobald Butler oder Margarine emtrirft wird dies bekanntgegeben. ** Die 3. Ausgabestelle für Lebensmittelmarken, seither im Amtsgericht, Ost-Anlage Nr. 15, wird vom 10. d. M. ab nach dem LebenSmittelamt, Ost-Anlage Nr 11 Zimmer Nr. 6, verlegt. ** Törr-Mischobst-Ausgabe Von heute ab wird t^lrch von 9—12 Uln vorm, und 2—4 Uhr nachm, in der Städt. Obst- und Gemüseverkaufs stelle «Atarktlanven) gegen Abgabe der Obstmarken 646 — 556 Dörrmischobst verkauft. Tie Obstmarten 7 4 6 — 6 5 6 verlieren mit dem 10. d. M. ihre Gülttgteit. ** Abgabe von Teer. Nac^rem das Reichsmarineamt die Teerbeschlagnahme aufgehoben hat, kann vom Städt. Gas- und Wasserwerk jede gewünschte Teermenge znm Streichen der Pappdächer abgegeben werden. ** Abgabe von Holzwolle. Für Ernquartterungszwecke wird auf dem städt. Holzplatz, Stteinstraße, Holzwolle? in Mengen von 5 Kilogramm (für einen Alarm ausreichend) zum Preise von 1 Mk. abgegeben. * ** Durchmarsch. Gestern mittag rückte mit klingendem Spiel das Straßburger Infanterie-Regiment 144, von der Frankfurter Straße kommend, über den Seltersweg. Tic Mannschaften toaren mit Blumen geschmückt. Einzelne Geschäftsinhaber verteilten an die Truppen Zigaretten und Zigarren, die dankbar angenommen wurden. Gesten ttafen zur Verfügung des Armee-Ober-Kvmmandos etwa 100 Mann der Feld-Telegraphen- knnd -Fernsprecher-Abteilung der 1. Armee in unserer Stadt ein und bezogen in der Mädchenschule an der Nordanlage Quartier. ** Eine praktischeVerkehrseinrichtung hat man seit zwei Tagen am Bahnhof getroffen. Ter Zugang und Ausgang zu den Zügen für Militär ist aus der großen Vorlalle zwischen dem Fürstenpavitton rrnd dem Hauptgebäude perlegt. Tie Mecklenburger Grenadiere, welche am Eingang der Halle zu drei Mann Posten stehen, sorgen dafür, daß diese Anordnung streng von den Soldaten beachtet wird. Die Halle ist nun nur für die Zivilpersonen frei und der Verkehr darin wickelt sich jetzt weit ruhiger ab. ** Gefangenen-Abtransporte. Am Donnerstag abend verließen 800 englische Gefangene unser Lager, um über Kobleirz nach Rotterdam, von wo aus sie per Schiff transportiert werden, die Reise in die Heimat zu machen. — Gestern; abend traten 2 00 0 Franzosen die Heimreise an. Das Gefangenenlager wird nun bald vollständig geräumt sein. Es soll, wie man hört, teilweise mit Russen belegt werden. ** Zur Beruhigung der Quartiergeber wird uns vom Einquartterungsamt mitgeteilt, daß llnterkunftsssteine nur an solcke Mckitärpersonen abgegeben tverdeu, die eine Be- cheinigung über ordmrngsgemäß erft>lgte Entlausung besitzen. ** Zeitweilige Garniionsverlegungen sind notwendig, da das zu besetzende und das neuttäle Gebiet am 7. Dezember geräumt sein muß. Nachstehende Ersatz'ormaiiouen werden verlegt: Füsilier-Regiment 80 von Wiesbaden nach Braunsels, Jn- anterie-Regiment 61 von Fvanksurt a. M. nach Wetzlar, Infanterie-Regiment 87 von Mainz nach Orb, Infanterie-Regiment 88 von Mainz nach Orb, Iw«rnterie-Regiment 115 von Darm städt nach Erbach i. O., Infanterie-Regiment 118 von Worms nach Bensh'im, Infanterie-Regiment 168 von Offenbach nach Butzbach, Tra-rvner- Regiment 6 von Mainz nach Hanau, Dragoner-Regiment 23 von Tarmstedt nach Laubach, Dragoner-Regiment 24 von Darmstadt nach Lauterbach (Oberst), Ersatz-Pferdedevot von Wiesbaden nach Hanau, Fußartillerie-Regiment 3 von Mainz nach Gelnhausen, Feldartt'llerie-Regiment 25 von Darinstedt nach Nidda-Ortenberg, Arttllerie-Regiment 27 von O^onsenheim nach Weilburg, Artillerie- Regiment 61 von Darmstadt nach Babenhausen, Artillerie-Regiment 63 von Frankfurt nach Schlüchtern-Steinau, Train-Llbtei- lung 18 von Darmstadt nach Di^burg-Gr. Umstadt. 2. Pionier-Jn- svektion von Mainz nach Seligenstadt, Pionier-Bataillon 21 von Mainz-Kastel nach Süigenstedt, Pionier-Bataillon 2d von Mainz- Kaste l nach Seligenstadt, Fea 9 von Darmstadt nach Als'eld, Lnft- cknffer-dlbteilung 2 von Tarmstedt nach Heppeirlveim a. B., Nachrichten- Ersatz-Abteiln?rg von Tarmstedt nach Gießen, 7>lak.- Abteilung 1 von Franksurt rrach Neuhvf, Unterofffzierschule von Biebrich nach Weilburg, Infanterie-Regiment 117 von Mainz nach Friedberg. ** Abgabe von Feldküchen und 'Kochkesseln. Von der Intendantur des Stellv. O-enevalkommandos des 18. Armeekorps wird mitgeteilt, daß saintliche Kochkessel im Train- depot sowie 20 Prozent aller beim Traindepot und den demobil- machenden Truppen vorhcrndencm Feldküchen an Stadtverwaltungen und Fabriken verkauft werden. Die Verhandlungen erfolge^; durch die Intendantur des Stellv. Generalkommandos des 18. Armeekorps. ** Stadttheater. Auf die beiden Sonntagsvorstellungen sei auch an dteser .Stelle ganz besonders hin gewiesen. Äm Nachmittag wird das historische Lustspiel „Tie Anna-Liese^^ gegeben, wälyrat sich fortgesetzt eines regen Besuches zu erfreuen, ebenso haben sck-on eine Anzahl Kunstwerke ihre Kauflieb Haber gefunden. Kommende Woche wird eine! teilweise Aenderung der Ausstellung vorgenommen. Die dlus- stellung ist geöffnet morgen Sonrttag von 11 bis 3 Uhr, am Mittwoch und Freitag von 11 bis 1 Uhr. ** G ie ßener Hausfrauen-Verein. Die für den 28. November vorgesehene Hauptversammlung mußte verschoben werden und soll nunmehr den 10. T^ember, abends 8 Uhr, im Statztthectter sbattfinden. An die Harrptversammlung wird sich anschließen eine Aussprache über das den Frauen verliehene W ah l- r e ch t. Em Mitglied des Vereins, Frl. M. Dingcldein, und Herr Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Eck, werden hierzu das Wort isehmen. Auch die Hausfrau muß sich über ihre Rechte und Pflichten als wahlberechtigte Staatsbürgerin unterrichten. Deshalb hat der Vor-i stand Veranlassung genommen, seinen Mitgliedern hierzu Gelegenheit zu geben. ,Ter Vorstand rechnet darauf, daß die Mitglieder des Vereins- an der Versammlung vollzählig teilnehmen werden. In der der Hauptversammlung vovausgehent^n kleinen Ausstellung im Erfrischungsraum des Theaters werden unter anderem .Gebauersche Ernmackzgläser im Gebrauch gezeigt. Bei der Vvrftihrung im Juli war eine Sterllffation der Deckel vmr 3—5 Minuten vorgesehen. Um dem Einwurf der ungenügenden Sterilisation zu begegnen, hat die Fabrik die AbsMußmassr so ^her- gestellt, daß die Deckel 10 Minuten sterilisiert loevden können. Nach dieser verbesserten Methode sind inzwischen eine große Anzahl von Konservierungen vorgenommen worden. DaS Verfahren, hat sich^als einwandftei erwiesen und kann nach Gutachten von Sachverständigen empfohlen werden. ** Militärkonzert. Morgen Sonntag nachm. 4 1 / 2 Uhr findet auf der Liebigshühe ein Milit ärkonzert vom Musikkorps des Mecklenb. Gren.-Regts. Nr. 89 statt. ** HöhereundErweiterte M ädchen s chule. Vorschule. Wir verweisen aus die in vorliegender Nummer abgedruckte Bdkanutmackvrng, betreffend Begiim des Unterrick)ts an der Vorschule der höheren und erweiterten Mädchenschule. ** Der Verein für Frauenstimmrecht veranstaltet am Sonntag, 8. Dezember, nachm. 5 Uhr, eine Frauen vor-; sammlung im „Postkeller" mtt der Tagesordnung: „Warum sollen die Frauen wählen?" ** Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81. Ab Deute bis einschließlich Montag wird der 1. Münchner Kunstfilm der Serie 1918—19, betitelt „Ach, wie ist's rwöglich dami . . gegeben. Das Filmwerk wurde nach dem cfleichnamigen deutschen Volbslied in vier Akten von Hans Forsten ersonnen, dlußerdem steht das 3 aktige Lustspiel „Rentier Wuppße im Schwitzbad" auf dem Spiel plan. ** Ein Zeichen des Kriegsendes. In den Herbergen tauchen die ersten reisenden Handwerksburschen wieder aus und suchen Beschäftigung. ** P ferdeversteigerungen. In der konunenden Woche werden in Gteßen mrs dem Trieb je 100 Pferde am Montag.. Mittwoch und Freftag versteigert. Tie Versteigerungen beginnen vormittags 9 Uhr. Bescheinigungen, daß die Pferde in eigenem Betrieb benöttgt werden, sirid mitMbringen. Händler sind ausgeschlossen. (Vergleiche Bekänrttmackmng.) ** Vv rlra gs-Verlegung. Ter für morgen angckün- digte Vorttag des Herrn Prof. Dr. Büvker über „Geruch und Geschmack" mußte verschoben werden. ** Wegen Raummangels mußte heute die Fortsetzung unseres Unterhaltungsromans fvrtbleiben. Krcis Büvmaen. 4- Bergheim, 7. Dez. Gestern feierte Kirchenvorsteher Johannes Weitzel VII. mit seiner Frau Wilhelmine geb. Mohr in voller körperlicher und geistiger Frisck)e das Fest der goldeTie Hochzeit. Eine kirchliche Feier, bei der das Ober- Lonsisterium ein schöves Gesangbuch und die Gemeinde eine Bibel überreichen ließ, leitete die Feier ein. Ter Jubilar ist seit drei Jal>rzehnten Mitglied des Gemeinderates und des Kirchenvorstan- dcs. Der einzige Enkel ist leider im Weltkrieg gefallen. 4- Ortenberg, .7. Dez. Seit zwei Tagen herrscht in unserem Städtchen ein buntes militärisches Treibeu Das Generalkommando 58 hat seinen Sitz hier aufgeschlagen, um von hier aus die zugehörigen und in der Umgegend einguartierten vier Divisionen zu demobilisieren. General von Kleist mit seinem Stab nahm aus dein hiesigen Schloß 'Wohnung. Unser Städtckien wird für etwa vier Wochen Standquartier tverden. Starkcnburg und Rticinhcssen. I. T a rmstadt, 6. Dez. Kapellmeister Erich Kleiber vom hiesigen..Hoftheater erhielt einen Ruf als erster Kapellmeisler der Vereinigten Stadttheater in Barmen-Elberfeld, dem er in der nächslen Spielzeit Folge leisten wird. — Felix von Weingart- ncr hat einen Freiheitsgesang gedichtet und verwnt. Hessen-Nassau. sc. A u s N a s s a u , 5. Dez. Eine Versammlung von Kriegs^ teilnehmern aus dem Viohhandelsgewerbe beschäfttgte sich eingehend in Limburg mit deu Fragen der Reorganisation des Viehhandels und der Fleischversorgung undj beriet über die Besserung der Lebenslage der ans dem Felde heim^ kehrenden Viehhändler. Es wurde die Gründung des Vereins „Vereinigte Viehhändler des Itegierungsbezirks Wiesbaden" beschlossen'. Die Versammlung erllärte sich gegen alle Elemente, die bei dev Vieh- und Fleischverso cgrmg das Gemeinwohl schwer geschädigt! haben. Sie formulierte die Forderung der Ersetzimg der zur Zeit im Viehhandels verband Frankfurt a. M. bzw. den Kommunal-« verbänden angcstellten Beamten und Viehhändler durch berufsmäßige Viehhändler, die vor Kriegsausbruch unbescholten dies Gewerbe ausgeübt lmben, mindestens zwei Jahre Kriegsteilnehmer waren und deshalb ihr Gewerbe nicht ausüben konnten. Die alsdann Migestellten Viehhändler sollen weder direkt noch indirekt; am Viehhandel oder Fleischgewerbe beteiligt sein. Ferner wurde die Einziehung sämtlicher Ausweis karten von Personen gefordert, die erst während des Krieges sich; dem Geiwerbe zugesellt haben da haupffächlich ans der Tättgkeit ihrer Kreise die meisten Un-- Zuträglichkeiten und Uebergriffe abzuleiten sein sollen. Hochschnlnachrichten. Eine Protestkundgebung der Marburger Studenten. )l Marburg, 5. Dez. Das Kriegsende bezw. der Waffenstillstand hat p mit sich gebracht, daß sich in den letzten Wochen die Zahl der Studierenden durch Feldgraue und Kriegsverletzte ganz erheblich vermehrte und bei der gleichzeitig einge'etzten Unterbringung der täglich eintresfenden Truppen sich eine Wohnungskalamität herausgebildet hat. Nachdem nun in den verschiedenen Hörsälen der Universität etwa 500 Soldaten entzogen, b. h. dott in Massenquarlieren untergebracht sind, soll der Oberbürgermeister T r o j e die Aeußerung gebraucht haben, daß es angebracht sei, die Universität in diesem Zeiten ganz zu schließen. Ties.oeran- laßte gestern abend mehrere Hundert männliche und weibliche Studierende, aus den Marktplatz vor das Rathaus zu ziehen und rmter den stürmischen Rusen „Oberbürgermeister raus!" gegen den vorzeittgen Schluß der Vorlesungen zu protestieren. Zugleich überreichte eine Abordnung dem Oberbürgermeister ein diesbezügliches Schriftstück. Auf Einladung des letzteren und des inzwischen erschienenen Prorektors, Prof. Heitmüller, begab sich die Menge dann in die Aula der Universität, wo in einstürrdiger Aussprache tue Vorkommnisse geklärt wurden. Während der Oberbürgermeister erllärte, daß es sich mir um ein Mißverständnis handeln könne, glaubte der Rektor, Prof. Gürber, daß er geneigt gewesen sei, den Oberbürgermeister in dem ihm vorgeworfenen Simre verstanden zu haben. Ter Llrbeiter- und Soldatenrat der Sttldenten drückte dem Rektor auch im Namen der Studenten seinen Dank für sein tatkräftiges Eintreten für die Reckfte der Studentenschaft aus. Heute wird nun erklärt, daß die Gerückute ber vorzeitigen Schließrmg der Vorlesungen auf einein Mißverständnis berul>en. Tie Weihnachtsserien dauern vom 20. Dezember 1918 bis 2. Jamiar 1919 und das Winterhalbjahr endet vorschriftsmäßig am 1. Februar 1919. Urrchliche Nachrichten« Gottesdienst am Sonntag den 8. Dezember (2. Advent) Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. 91/2: Pfr.-Aff. Liz. Reuning; 2 r Kmderk. f. d. Mark.-Gem. Pfr.-Aff. Liz. Reuning; 5: Pfr Mahr Beichte u. hl. Mendm. s. b. Matth.-Gem. — In der Johannes krrche. &/ 2 : Pfr. Ausfeld; 2: Kinderk. f.d. Joh.-Gem. Pfr. Ausfeld: 5: Pft. Bechdolsheimer. Beichte U. hl. Abendm. f. d. Luk.- Gem-: 8: Bibelbespr. im Johannessaal. — Kirchberg. Vorm. 10. — Mainzlar. Nachm, l 1 /^. ttatholische Gemeinde. Fest der unbefleckten Empfängnis. 6V/: Beichtgel.; 7: Hl. Meffe, gcm Komm. d. Jungfr.; 8: Mst. d. hl. Komm.; 9: Hochamt m. Pred.; 11: Hl. Messe m. Pred ; 4 V 2 : Jüngl.-Kvngr. 5Vz: Christenl., darauf And.; Montag und Donnerstag, vornr. 7: Roratoamt: Dienstag u. Freitag, abds. 8: And. z. Erfleh, bald. Friedens; Samstag, nachm. 5 u. abds. 8: Beichtgel. — Diaspora-Gottesdienst am 8. Dez.: Grünberg 9Vs, Hungen 91 / 2 . Amtlicher Teil. Betr.: Die Wahlen zur verfassunggebenden Volkskammer der Republik Hessen. An den Oberbürgermeister zu Fließen und die Bürgermeistereien der L-alldgemeinden des .Kreises. Nachdem die Wählen zur verfassunggebenden Volkskammer der Republik Hessen auf Sonntagden 19. Januar 1919 anbercrumt worden sind, weisen wir Sie an, unverzüglich mit der Ausstellung der Wählerlisten zu beginnen und dabei die nachstehend abgedrucktcn Artikel 3, 4, 5. 8, 33 zu beachten. Personen, die nach dem 19. Januar 1899 geboren sind, dürfen in die Wählerliste nicht ausgenommen werden. Tie Sttmmberechtigten sind in die Wählerliste nach alphabetischer Ordnung cinzutragen; ob nach Geschlechtern getrennte Wählerlisten angelegt tverden sollen, bleibt Ihnen überlassen. In größeren Gemeinden, insbesondere in den Städten, dürfen die Wählerlisten auch in der Art angelegt werden, daß die Straßen nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Namen, innerhalb der Straße die Häuser nach ihrer Nummer und innerhalb jedes Hauses die Wahlbercchttgten in alphabetischer Reihenfolge eingetragen! werden. Inwieweit bei den Vorarbeiten für die Aufstellung der Wählerlisten einzelne iTrdustrielle, kauftnännische u. dgl. Betriebe hinsichtlich des von ihnen beschäftigten Personals behilflich sein können, wird dem Ermessen der Bürgermcisteiften anheiingestellt. machen Ihnen Nie größte Gewissenhaftigkeit bei Anfftellima der W hlerlrst u zur Pflicht Vor Au,nähme einer stimmberechtigten Pckrsolr in {Hie Wählerliste ist sorgsälttg zu prüfen imd festznltcllen, ob bei ihr die Voraussetzungen der Stimmberechtignng vorliegen (vgl. Art. 3). Das Muster zur Wählerliste nebst den erforderlichen Einlagebogen Ihnen in der erfvrderlicherr Zahl (doppelt) alsbald zugehen. Wir empfehlen Ihnen aber, sich sofort mit der Feststellung der Wahlberechtigten zu befassen, damit bei Einlauf der Formulare alsbald die Einträge bewirkt nx-rden können, ohne daß noch zeittanbende Vorerhebnngen nötig sind. , yöoch erforderlich windende Einlogeri können von der Herbert- schen Buchdruckerei. Darmstadt. Wendelstedlstraße 6, bezogen werden. Nr. 288 Zweites Blatt_Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 7. Dezember 1918 Ans S?tabt und Land Gießen, den 7. Dezember 1918. ** Verband hessischer P o l^zeibeam ten. Am 3. Dezember har sich in Tarmstadt ein VUband hessischer Polrzer- beomten gegründet, dem sämtliche Schutzmcmnschaften der Städte Hessens angehören, darunter auch die hiesige Schutzmannschaft. Diese bittet uns, folgende Erklärung zu veröffentlichen: Der Vorstand der kameradschaftlichen Vereinigung der Schntz- mcrnnschast Tarmstadt und der Vorstand des Verbandes der gesamten Schutzimmuschast Hessens geben folgende Erklärung ab: Im Interesse der öffentlichen Ordnung, stiul)e und Sicherheit stellen wir uns aus den Boden der ramm Verhältnisse. Wjir bt* künden dal)er, daß die Mitglieder der Schutzm-aü.nsvere:mgnng Darmstadt und die des ganzen jHessenlandes geschlossen! hinter der neuen Regierung sivhen und alles tun werden, um sie in der Wiederherstellung und Aufrechterhaltungj der öffentlich«: Riche. Ordnung, und Sicherheit zu unterstützen. Unser Bestreben wird stets dahin gehen, im Verkehr mit unseren> Mitbürgern kleinliche Härten zw vermeiden, Höflichkeit und Nachsicht walten zu lassen und,sich stets eines zugemcssenen Verkehrs mit dem Publikum zu befleißigen. Eine/ neue Richtung muß und soll dem alten System Platz machen, welches uns leider mit unseren Volksgenossen anseinandergc führt hatte. Zwischen Sicherheitsbeamten und Bürger muß ein besseres von gegenseitigem Vertrauen und Hoäxrchtung getragenes Ver-- bältnis herbeigeführt werden, im Geistfl de^ Freiheit und Gerechtigkeit. Wir richten daher an alle Bürger Hessens die herzliche Bitte, zu vergessen, was uns früher getrennt hatte, und uns in der Ausübung unseres schweren Amtes zu unterstützen, damit in Zukunft zum Wohl für beide Teile alle unliebsamen Vorkommnisse zwisck-en Bürger und Sicherheitsbeamten vernneden werden. Dies erscheint im Interesse unseres neuen Staatslebens doppelt iwtwendig. i Für die Vereinigung der Schutzmannschaft Darmstadt und Hessen: Der 1. Vorsitzende: Ter 1. Schriftführer: Schäfer. Polizeiwachtmeifter. Wirrweiß, Schutzmann. Starkenburg und Nhernhessen. ** T a r m fta dt, 6. Dez. Oberbügrrermeifter Tr. Glässing erhielt folgende Depesche: „Nach soeben eingetroffener Mitteilung der WaffenftiilsüLndsöommifsion Spa fällt Darm stabt nicht in das besetzte Gebiet, sondern in neutrale Zone. Staatsscrkretär Erzberger." Letzte Nachrichten. Der Feind auf dem linken Nhiinufer. Düren, 6. Dez. Die am tliche Kundgebung der britischen Besatzungsbehörde in Düren enthält u.a. folgende Prunkte: An der Innenseite der Häustür«: sämtlicher Häuser muß eine Lifte der Hausbewohner angebracht werden. Ohne Auswüs eines Führers der' Besetzungstruppen darf niemand das von den Truppen besetzte Gebiet verlassen, ^eder kann sich srei be.vegen, jedoch ist Radfahren und Reiten verboten außer für Aerzte, Hebammen und Priester in Ausübung ihres Berufs. Nach 6 Uhr abends bis 7 Uhr jlruorgens deutscher Zeit darf niemand seine Wohnung verlassen. Nacks Uhr abends darf in Privathäusern kein Licht mehic brennen, außer in den behördlichen Bureaus und in den Räumen der Einquartierung. Mle Wirtschaften müssen um 7:/ 2 Uhr abends geschlossen werden: bestimmte Wirtschaften, sind zum Besuch für Militärpersonen bis 9Vs Uhr geöffnet. Auf Verlangen der Militärbehörde muß Papier nach Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Fernsprecher und Telegraph werden von den Besatzungstruppen übernommen: die Benutzung durch die Bevölkerung ist untersagt. JÄvr Verkauf von Spirituosen ist verboten. Deutsche Milltärpcrsonen ohne vorgesck-riebenen Entlassungsscliein werden interniert. Beamte liaben in Ausübung ihres Dienstes Uniform zu tragen. Waffen und Mtzmttion sind abzugeben. Für feindselige Handlungen gegen die Besatzungstritppen wird der Bürgermeister» Schwarz - Weiß - Lichtspiele, Tätlich üünstlerkonzertc. p, Seiters- v/eg 81 . 1. Pilm unrir Hünchoner Kustülm-Serle 1918—19. Ach wie ist’gs möglich dann.... Die Geschichte des deutschen Volksliedes in 4 ergreifenden Akten nach dem Leben. verantwortlich gemacht. Schriften volittschen Inhalts dürfen nicht verbreitet werden. Zeitungen dürfen ohne schriftliche ErtanbmH der Militärbehörden nicht gedruckt uüd ausgegeben werden. Tre Benutzung von drahtloser Telegraphie sowie der Verkehr nut Brieftauben ist untersagt. Die Achtung vor den britischen Offr- zier«: haben .alle deutschen Männer durch Ziehen der Kopfbedeckung zu bezeigen, desgleichen beim Absingen der Nationalhymne. Befehle des Feldmarschalls Haig an ine Bevölkerung der von britischen Truppen besetzten Städte und Ortschaften ordnen an, daß jedes Vergehen, das das Leben oder dre Sicherheit der brittsckM: Truppen gefälwdet, als feindselige Handlung anzusehen ift. Men Einwohnern wird persönliche Sicherheit garantiert, wenn sie sich friedlich verhalten. Bei jeder Beschädigung oder Unbrauchbarmachuirg von Gebäuden, Sttaßen, Eisenbahnen, Kanülen, Brücken, Telegraphen, Fernsprechern usw. wird die betreffende Person por ein Kriegsgericht gestellt und bei Schuldigerklärung mit dem Tode bestraft. Ludwigshafen, 6. Dez. Heute nachmittag 5 Uhr rückten französische Truppen des 7. afrikanischen Schützenregiments hie mit der Dahn angenommen waren, unter Voran litt einer Min i.ckap lle in die Stadt rin. Die Trupp«: trageii Khattnnisorm mll Stahll)elm. Sie marschierten mit anf- gepflanztem Bajonett vor das GesellschaftShans, wo sre zum größten Teil einquartiert wurden. Heute abeird 9 Uhr treffen 3 Eskadrons Kavallerie ein. Durch Anschlag wird beka>:ntgegeben, daß heute nacht 13 Uhr die Uhren auf 11 Uhr zurückgestellt werden. B e r l i n , 6. Dez. (WTB.) Wie ein aus Trier zurückgekelirter Vertreter des Auswärtigen Amtes mittellt, vollzieht sich der Einmarsch der amerikanischen Truppen ohne rede störende Begleiterscheinung für die deutsche Bevölkerung. Das Urteil aller deutschen Kreise, wie der Ladenbesitzer, der Gastwirte und des Mannes auf der Straße geht dahin, daß das Beuehrnen der Amerikaner tadellos ift. Mles gelft seinen gewohitten Gang. Die amerikanischen Kolonnen nehmen die größte Rücksicht auf den zivilen Straßenverkehr. Das vorgeschobene «meriLmische Hauptquartier richtet sich seit Sonntag im neuen Regierungsgebäude ein. Es sind keinerlei Erlasse ergang«r, die irgendwelche Beunruhigrmg in die Bevölkerung hinein tragen könnten. Ein hoher Offizier vom amerikanischen Hauptcuarlier versicherte ausdrücklich, daß es der Wunsch der amerikanischen. Führung sei, die Bevölkerung in keiner Weise zu stören. Am 9. Dezember weichen die amerikanisch«: Linien bis Koblenz vorgeschoben sein. Köln, 6. Dez. Die Spitze der englischen Truppen, bestehend aus dem 4. Garde-Dragoner-Regiment, ist heute mittag hier e i n g e t r o f f e n. Das Regiment machte kurze Rast auf der Aachener Straße. Tie Bevölkerung zeigte eine ruhige, würdevolle Haltung. Heute nachmittag wird das Gros der engliichen Truppen folgen. Radikalismus in München. München, 6. Dez. Eine große Versammlung des demokratischen Bürgertums fiel gestern abend dein Toben radikaler Äemente zum Opfer. Professor Alfred Weber (Heidelberg) vermochte in den: ständigen Schrei«: und Lärmen der Gegner seine Rede nicht durchzuführen. Ein großer Zug von Soldaten l>egab sich dann vor das Gebäude des Löwenbräukellers, um dort eine scliwarz-weiß^vote Fahne zu erctfemei:. Auf dem Wege dorthin wurden mehrere kleinere Fahn«: in den deutschen Farben unter großem Jubel verbrannt. Der Münchener Polrzeipräsüreitt Staimer trat der Menge entgegen und versicl-erte, daß von heute Mr keine deutsche Fahne mehr in München zu sehen sein iverde. Die Erregung der Massen über die Kriegsflagge, die so viel Unglück über Deutschland und Bayern gebracht habe, sei zu begreifen Auch versprach er, dem Drängen der Demonstranten nachgebeird, dafür sorgen zu wollen, daß die Presse, vor allem die Zeittrums- organe, ihre Airgriffe auf die revolutionäre Bewegung einstellten, widrigenfalls die Zeitungen gesperrt würden und sich alle sonstigen Folgen selber znzuschreibeu hätten. München, 6. Dez. Professor Brentano ist zum Volkskommissar für Handel und Industrie ernannt worden. Ter Gelehrte wird eine beratende :md vcrmittelrwe Stellung zwischen Handel und Industrie und der Regierung einnehmen, vor allem auch, soweit die bevorsteheichen Ausgaben der Sozialisierung in Frage kommen.__ _ Neue Richtlinien des Bundes der Landwirte. Berlin, 5. Dez. Der Vorstand des Bundes der Landwirte veröffentlicht Richtlinien für eine neue Politik. Darin heißt es : Wir stellen uns bis zur Schaffung einer aus gesetzlicher Grundlage beruhenden Staatsform hinter jede Regierung, die gewillt und fähig :st, Ruhe, Ordnung und Sicherheit für Person und Eigentum aufrechtzuerhalten, die Volksernährung sicherzuftellen, die Reichseinheit zu wahren und einen sofortig«: Frieden herbeizuführen. Wir halten für geboten: schleunigste Einberufung der National- Versammlung, bis dahin Unterlassung jealicher Eingriffe in das wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Leben. Förderung eines starken deutschen Volkstums auf christlicher Grundlage und Bekämpfung undeutscher Einflüsse in .Arltur unb Wirtschaftsleben, keine Trennung von Staat und Kirche, Sicherstellung der Tätigkeit der Bauern- und Landarbeiterräte. Wiederaufbau des Wirtschaftslebens, gestützt auf eine starke, lebensfähige und unabhängige Landivirtschast. die baldmöglichst von den Fesseln der Zwangswirtschaft zu befreien ift, gesunder Wiederaufbau des Mittelstandes und der Industrie, weitgehendste Förderung der Ansiedlung von Bauen: und Arbeitern in Deutschland, insbesondere der Kriegsteilnehmer, Schaffung von Mietwohnungen und Gartenland für freie läiüüiche Arbeiter in Laiwgemeinden, freiheitliche, aber den verschiedenen Berufsgruppen gerecht werdende Gestaltung der Kvm- munalgesctze, grundsätzliche Erhaltung von Eigentum und Erbrecht. unbeschadet einer ftaffelweisen Heranziehung der Privatvermögen zur Deckung der Kriegslasten, wirtschaftliche Hebung des Landarbeiterstandes und Ausbau seiner politisch«: Rechte. Zur Durchführung unserer Bestrebungen wünschen wir eine starke poli - ttsche Betätigung der Frauen, insbe,'andere auf dem Lande._ Amtlicher Teil. Betr.: Die zurnckgeheirden Heeresteile; hier: unterwegs gefallene Pfettre. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Krrifts. Es wird uns mitgeteilt, daß hie und da an den Landstraßen m:f dem Durchmarsch ver«ck>ete Militärpferde liegen. Derartige Kadaver müssen schn-ellftens -entfernt werden. Wir beauftragen Sie daher, sich wegen solcher vernrdeter Tiere sofort telephonisch mit der Kreisabdock-erei ins Benehmei: zu setzen. Sollte diese erklären, daß sie die Tiere wegen Mangels an Transportmittel!: oder aus sonstigen Gründen nicht abholen kann, so muß Ihrerseits sofort dafür Sorge getragen werden, daß die verendeten Pferde auf Dem früheren Wasenplatz der Gemeinde ordnungsmäßig verscharrt werde::. Das gleiche Verfahren gilt für mrdere Tierlerchen. die bei militärischen Durchmärschen Zurückbleiben sollten. Gießen, den 6. Dezember 1918. Kreisamt Gießen. __ Dr. Usinger. Bekanntmachung Tie im Jahre 1918 ausgestellten AuÄveiskcrrten und Nebenkarten verlieren mit Ablaw dieses Jahres ihre Gültigkeit. Für 1919 werden von: Verband Karten von anderer Farbe neu ausgestellt. Zur Vermeidung von unliebsamen Verzögerungen in der Zustellung .der neuen Karte werden unsere Mitglieder ersucht, ihre lalte Karte, sowie die zugehörigen Nebenkarten ii: der Zeit von: 15. Dezember 1918 bis 15. Jairuar 1919 an uns einzusenden. Außerdem ist für jede Karte eine unaufgezogene Photographie zur Derwendrrng für die neue .Karte beizulegen. Karten ohne Beilage einer Photographie iverden mcht erneuert. Tie Gebühr für die nenen Karten beträgt: für die Haupttzarte 2 Mark, für jede Nebenkarte 1 Mark, die den zur Erneuerung gesandten Karten bei- zufügen oder auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 10 470 ernzuzahlen sind. Gießen, den 6. Dezember 1918. 9467« Gberhessischer Viehhandelsverband. Der Vorsitzende: _Prof. Ro senber g._ Lu^tspielschlager in 4 Akten. Ab Dienstag folgt der 2. Münchener Knust-Film „Oer Frieda vom Hochfand“ Kolossalfilm werk aus den Tiroler Bergen in 4 Akten. Cafe ErnstLudwig Inhaber: Aug. Rath Täglich: KONZERT Eigene Konditorei. , Cafe Amend Samstag and Sonntag: 18749 Künstler - Konzert Familien-Konzert Konntn^ von 4 Uhr ab 76" Kaffee Astoria Empfehl e eigene Konditorei, vorzügliche Getränke. JU? na rrj g t a.-m ■'s . -ff jtil fi Das altbewährte Nervenpnlver ff & es Xervin'iKn Dr. Weil der Schwanen• Apotheke ln Frankfurt, Main DU“ wird ärztlich gerne verordnet bei Krämpfen “WX Preis lik. 5.—, zu haben durch die 17,s hv. Privileg. äcliwanea-Apolheke in Franklart, KEalu 61. Best. lO°/oHaemoglob,84 u /oEit>eiibrom u.ü%Enzianbitterst Liebägshöhe Am Sonntag den 8. Dezember 1918 Militär-Konzert ausgeführt vom Musikkorps des Mecklb. Gren.-Regts. Nr 89 unter persönlicher Leitung des Musikmeisters Herrn Bruckhaus. Anfang 4 l 2 Uhr. °'°«° Anfang 4'/, Uhr. Gietzener Hochschulgesellschaft Einladung zur Vortragsreihe über Auslandskunde 10- Vortrag: Die Unabhanyigkettsbeftrebunaen der Irländer im Spiegel ihrer Literatur (Dr. M. 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Besprechung über das Thema: warum sollen die Zrauen wählen? Mädchen u. Frauen aller Stände sind herzlich willkommen. DerJuxplatz an der Lahn ist Sonntag von 3 Uhr ab geöffnet. WaNdorf. Bekanntmachung Von heule ab ist, wie aus der Nebenbahnstrecke Grünberg« Londors, auch aus der Strecke 9^ndors-^oUar der Eisenbahnbetrieb bis aus weiteres cinqestellt. Die Beförderung von Vebeil^lniltel, wie Milch usw., wird soweit tunlich durch Krastlvagen auf der Landstraße vermittelt. Gießen, den 5. Dezember 1918. Eisenbabn'Bctriebsamt 1. W a i l o t h. 9448D Allgemeine Drtskrlillkellkiisse Gikßell. Gemäß Verordnung der Ncichsregierung sind ab 2. Dezember 1918 die versicherungspflichtigen Berdienstgrenzen zur Krankenversicherung für den nachstehend verzeichneten Personenkreis von 2500Mk. aus 5000 Mk. erhöht worden: 1. Werkmeister und andere Angestellte in ähnlich gehobener Stellung. 2. Handlungsgehilfen und Gehilsen in Apotheken. 3. Bühnen- und Orchestcrnlitglieder. 4. Lehrer und Erzieher. Wir ersuchen deshalb die Arbeitgeber, die bei ihnett beschäftigten Personen umgehend bei uns zur Krankenversicherung anzumelden. Hierunter fallen auä)die Mitgliedcrder Ersatzkaffen. Gießen, den 5. Dezember 1918. Der KovUanb* 2)ie glückliche ge6url eines gefunden \ Sfcnaöen 3 eigen hocherfreut an £%mo ZKirfcQ und 3-rau gießen, den 6. ^ejemöer 1918 . 0 7 mo | Ich halte bis auf weiteres nur noch 1 | Sprechstunde nachm, von 2 — 4 Uhr. j Frauenarzt Dr. Koch | West- Anlage 20. Tel. 1073. j \ 07981 Habe mich hier als Zahnarzt niedergelassen. Sprechstunden vorliuf lg nachm. 2—5 Uhr. Dr. med. Kockerbeck, ^07878 Frankfurter Straße 25. Habe meine Praxis wieder ausgenommen. Oscar Graef, Dentist Bahnhofstrasse 38 Sprechstunden vorm. 9—12, nachm. 2 — 5 Uhr. r OTBM Aus dem Heeresdienst entlassen, habeich meine Praxis wieder aufgenommen Tierarzt Frölich, Hungen Telephon 26 OTTM Ich habe meine Praxis wieder ausgenommen. | Rechtsanwalt Levi Darmstadt, Grafenstr. 18. 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Gläubiger die diesem Beschlüsse widersprechen, wollen sich bei dem Vorstand der Genossenschaft melden. * 40 « Treis a. d. Lda., am 3. Dezember 1918. Spar- und VorfchuK-Bcrein Drei» a. d. Lda., Eingetragene Genosieuschaft m. unbeschr. Haftpflicht. Der Direktor: Der Rechner: W. Dapper. I. Becker XII. Giessetier Hausfrauen-Verein. Oeffentliche Hauptversammlung Dienstag den 10. Dezember 1018, abends 8 Uhr, im Stadttbeater. Tagesordnung: 1 . Jahresbericht, 2. NechnnngSablage u. Entlastung, 3. Wahl des Vorstandes, 4. Verschiedenes. Sodann 8*/ 3 UKr: Referat über Die Hausfrau und das Wahlrecht. ES werden sprechen: Fräulein M. Dlngreldein und Herr Geh. Ktrchenrat Profestor Dr. Eck. ===== Gäste sind willkommen. == Der Hauptversammlung geht voraus eine kleine Ausstellung aj von eingekochtem Obst und Gemüse tn Gläsern mit Ge- banerscher Abschlutzmaste, Abrolon-Verschluh, wettzem Weckring, d) von Schuhen und Gamaschen, gefertigt von Lehrkräften deS Vereins, e) von Schuhen, repariert mittelst „Ago-Verfahrens". Die noch nicht eingelösten Mitgliedskarten können Montag den 9. und Dienstag den 10. 18. 18, vorm, von 11—12 Uhr in der Geschäftsstelle. Plockstr 6, in Empfang genommen werden. Ebenso werden Neuanmeldungen entgegengenommen. 94850 Die Vorsitzende. Konjumnereln Großen-Rujeck e. G. m. u. H. Generalversammlung Sonntag den 15. Dezember nachmittag» 2 Uhr bei Gastwirt Dietrich. Tagesordnung: 1. Wahl von Vorstand und AuffichtSrat. 2. Verschiedenes. y«78 H. Meyer, K. Wagenbach, Direktor. Stellvertreter. Die emjrfnai Spalten de» Mn-sterS sind von den Bürsermeiste- «Sen genau auSzufmlen. Die Vorarbeiftm sind so m beschleimigeu .daß mit der Often- legmtg der Wählerlisten am SantStag den 21. Dezember 1918 besonnen werden kann. Die Alrgrenzung der MftimnQMgsb^ir^.vin der Stadt Gießen ist Sackte des Oberbürgermeisters (nach Anhür.mg der Stadtverord- ncten-Bersammlung). ^ Tie Landgemeinden bilden regelmäßig einen Wabldezirt für sich mit der Maßgabe, daß Arnsburg zu Eberstadt. Hof Albach. ColnlMisen. Mühlsachsen zu Lich. Hof Güll zu Muschenlxnm, Appenborn zu Odeuhausen. Ningclshausen zu Naberlsbausen. Hof Graß zu Rodherin. Archüerg zu Ruttersl-ausen. Bollnixich. Veüs- berg und Wrrrberg zu Saasen, Friedelliausen zu Staufenberg gehören. Wa^mborrr-Steinberg einen Wahlbezirk bilden, sonne daß die Gemeurtx'n Heuchelheim. Lich mit Hof Albach. Colnhausen und Mühlsachsen. soloie Wieseck als Gemeinden mit mehr als 2500 Einwohnern rn je 2 Wahldeziröe geteilt werben mit den Anfangs- buchltaben der Fannliemmmen der Wähler A—K sowie L—Z. Eltvaige anderweite Vorschläge über Bildung dieser Wahlweise sind nns uingehenü zu machen. Alle Arbeiten sind, worauf wir nochmals besonders Hinweisen, im Hinblick aus die kurze Frist bis zur Offenlegung (21. Dezember 1918) überaus dringlicher Natur. Artikel 3. Stimm berechtigt bei den Wahlen fütb alle deutschen Männer kund Frauen einschließlich der Personen des Soldatenstandes welche zur Zeit der Wahl dos 20. Lebensjahr zurückgelegt haben Und in Hessen wohnen. ArtkVel 4. DaS Stimmrecht wird am Wohnsitze des Stimmberechtigten ausgeübt. Personen, die mehr als einen Wohnsitz in Hessen haben, können bestimmen, in welchem sie wählen wollen. Personen des Soldarensbcmdcs wählen in ihrem Standort. Jeder darf nur an einem Ort wählen. Artikel 5. Ausgeschlossen vom Stimmrecht sind: 1. Personen, die entmündigt sind oder unter vorläufiger Vormundschaft stehen: 2. Personen. die zu Zuchthausstrafe verurteilt worden sind, von der Rechtskraft des Urteils an bis zur Verbüßung, Vev- jährmrg oder dem Erlasse der Strafe; 3. Personen. denen durch rechtskräftiges! Urteil die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt worden sind, oder gegen die durch rechtskräftiges Urteil auf die Unfähigkeit zur Betleidung öffentlicher Aemter erkannt worden ist, während der Dauer dieses Verlustes; 4. Personen, gegen die durch rechtskräftiges Urteil auf Verlust der bekleideten öfsenüichen Aemter, sowie der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte erkannt worden ist, von der Rechtskraft d^ Urteils bis zur Verbüßung, Verjährung oder dem Erlasse der Freiheitsstrafe, neben der jener Verlust ausgesprochen wurde; 5. Personen, die unter Polizeiaufsicht stehen; 6. Personen, gegen die durch rechtskräftiges Urteü aus U^er- INLisung an die Landespolizeibehörde erkannt worden ist. von der Rechtskraft des Urteils an bis zur Verbüßung. Verjährung, oder dem Erlasse der Freiheitsstrafe, neben der die Ueberweisung ausgesprochen wurde. Artikel 8. Für jede Gemeinde hat die Bürgermeisterei die Liste der Stimmberechtigten irach Zu- und Vornamen, Beizeichen. Alter, Stand oder Beruf doppelt aufzustellen. Die Behörden und Pfarrämter sind verpflichtet, alle zur Ausstellung und Richtigstellung der Wählerlisten erforderlichen Ausschlüsse unentgeltlich zu erteilen. Artikel 33. Jede Gemeinde bildet der Regel nach einen Abstimmungs» bewirk für sich. Jedoch können kleine Gemeind«:, insbesondere solche Gemeinden, in bpien Personen, die Kur Bildung der Orts-Wahltom- mission geeignet sind, sich nicht in genügender Anzahl vorfinden, ausnahmsweise mit benachbarten .Gemeinden zu einem Abstimmungsbezirke vereinigt werden. Bewohnte eigene Gemarkunga: werden, wenn sie einer Gemeinde polizeilich Lugeteilt sind, mit dieser, .wenn sie keiner Gemeinde polizeilich zugeteilt sind, mit einer benachbarten Gemeinde vereinigt. Große Ortschaften Dirnen in mehrere .Abstiurnrungsbezirte geteilt werden. Kein Abstimmungsbezirk soll mehr als 2500 Einwohner nach der letzten allgemeinen Volkszählung enthalten. Tie Abgrenzung der Abstimmungsbezirke geschieht durch das Kreisamt, in Städten mit Städteordnung durch die Bürgermeisterei, nach Anhörung der Stadtverordneter:Versammlung bezw. des Ge- mcinderats. Gießen, den 6. Dezember 1918. Kreisamt Gießen. I. V.: Welcher. Bekanntmachung. Für Ctequartierungszwecke wird von heute ab aus dem städt. Holzplatz, Steinstraße Holzwolle in Menge» von 5 Klg. (für einen Mann ausreichend) zum Preise von 1.— Mk. abgegeben. _Städtische» Einquartierungsamt. 9502B Pferdeversteigerung. Dienstag den 10 . d. M. vorm. 9 Uhr Pferdeverstoigeriing auf dem Trieb in Gießen des Landwehr-Jnsanterie-Regiments Nr. 116 «rep Die Pferdekommission. { S FELLENAN G EbOTlT j Tücht Akquisiteur für eine Ia. Neklamesoche gesucht. Zu ertragen Montag 3—5 bei I. 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Dezember 1918. ^ Die Beerdigung findet Sonntag den 8 . Dezember nachmittags 3 Uhr statt. 07947 Todes-Anzeige. Heute abend entschlief unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Philipp Lenz im 55. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Jacob Lenz Chi*. Lenz Louise Lenz Heuchelheim, den 6 . Dezember 1918. Die Beerdigung findet Montag den 9. Dezember nachmittags 12.30 Uhr statt. 9497 Geschäfts - 'grÖffnung/ Wir machen der verehrt. Einwohnerschaft von Gießen u. Umgegend die ergebene Mitteilung, daß wir Kirchenplatz 11 eine Möbelschreinerei , verbunden mit einem Tapezier-, Polster- und Dekorationsgeschäft , eröffnet haben. Durch langjährige Tätigkeit in unserer Branche sind wir in der Lage, allen Ansprüchen gerecht zu werden und halten uns bei allen vorkommenden Arbeiten bestens empfohlen. Hochachtend 07968 A Schreier & Sohn. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Mutter sagen auf diesem Wege innigsten Dank Mmisttt Seltner. 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