Nr. 2Z7 Der tzuetzener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilaaen: Gietzeiier.sainillenhlatter; Kreisblatt für den Ureis Gießen. Bezugspreis: inonatl.Ntk.1.35,viertel- sährtich Mk. 4.05 . durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.25: durch die Post Mk. 4.05 oiertel- jährl. ausschl. Beitellg. Fernsprech - Anschlüsse: sür dleSchristleitung112 Derlag,Geschä'teslelle51 Anschrist sürDrahtnach- richten: Anzeiger Eiehen. 168. Jahrgang Montag. 25. November l9s8 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N68b General-Anzeiger sür Oberhessen vankoerkehr: Annahme von Anzeigen f. die Tageonnnuuer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit Zeilenpreise: für örtliche 'Anzeigen 25 Pf., für aus >vgrtige 30 Pi., für Re klangen Mk.1.-nebst 20 ' „Ten.e- rungszuseblag: Plagoor- schrisk 20 % Attischlag. Hauptichri't'.eiler: Aug. Goeg. Berantivortlich sür Politik: Aug. 6wetz: sür den übrigen Teil: l)r. Anzeigenteü: H. Beck; Zwillingsrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Zteirrdruckerei R. Lange.Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchu!ftr.7. sämtlich in Gießen. Bekanntmachung. Es wird Harems Angewiesen, daß Heeresangehörige, welche Heercsgut, insbesondere Kraftwagen und Pferde, an Landeserw- wohner verkaufen, sich der Unterschlagung bzw. des L.iecktahls schuldig machen und nach den bestehenden Strafgesetzen streng bestaast werden. _ . . mc . Wer He-ercSgut, insbesondere Kraftwagen und Pferde, von anderen als den zur Veräußerung befugten mckitarisck^n Stellen erwirkt erlaugt an den Gegenständen kein Eigentumsrecht, letzt sich aber der Gefahr aus. wegen Hehlerei bestraft zu werden. Wer sich in verdächtiger Weise bei lagernden Bahn- und Postgütern zu schaffen macht, läuft Gefahr, erschossen zu werden Die Wachen sind angewiesen, ohne Rück'.rcht von der Waffe Gebrauch zu machen. 905/15 Arbeiter- und Zoldatenrat Giehen. Schindlmeier. Betr.: Demobilmachung: hier Einquartierung. . An die Bürgermeistereien der Lar.dgemernden des Zeises. Das Garin-«niLnnmando erwartet von Ihnen täglich Äcrttei- lung, inwieweit Ihr Ort (nebst den dazu gclwrigot Geisten uftO mit Mannschaften und Pferden belegt i,t und wrev-rel Raum noch für Belegung von Mannschaften und Pferden frei. ist. Gießen, den 24. November 1918 Krtisamt Gießen. Arbeiter- und Zoldatenrat. I. V.: Langermann. I. A.: Kiel._ ^^Lanntmachung. Infolge der durch die jetzigen Verhältnisse eutstmchenen großen Dohlen- und Brennstoffknappheit lvird hiermit angeordnet: Mle Ladengeschäft.'. Bureaus. Lehranstalten und dgl. sind um 5 Uhr abends zu schließen. Ausgenommen sind , _ Lebensmittelgeschäfte und Fnseurgeschüste, velche um 6 Uhr zu schließen haben. , Nach 5 bzw. 6 Uhr darf kern Geschastspersonal mehr be- 'chäftigt und kein Schaufenster mehr erleuchtet werden. Lohn- oder Gehaltsabzüge sind unzulässig. Bureaus, welche im Heeres- sowie Temobiliiatronsrnterefte tätig sind, fallen nicht unter diese Verfügung: ebenso Hotels. Kaffees. Theater, Kinos und Wirtschaften. Diese Maßnahme ist vorübergehend. ^ ^ _ Diese Verordnung tritt mit dem heutigen ^age in K^aft. Ferner wird angeordmt, daß in allen gewerblichen Betrieben 'Fabriken und dgl.) die achtstündige Arbeitszeit umgehend ernzu- ^^Ein^Lohnausgleich ist für alle Arbeiter und Airgestellten herbei- euführen. Gießen, den 25. November 1918. Arbeiter- und Soldatenrat Gießen. Kiel. 9062B Die inneren Zustände Deutschlands. , Es ist nicht verwunderlich, daß nach der Umstürzung destssli eiches und der Bundesstaaten in so wenigen Tagen so viele Dinge uird Bestrebungen noch ungeordnet uniherliegen. An der Spitze aller Wirren steht noch der Streit um die Kompetenzen, der besonders die Neichshauptstadt erfüllt. Am heutigen Montag wird dort die angelündigte Konferenz der Reichsregierung mit den Regierungen der Einzelstaaten ftatt- sinden. Die letzten Vorgänge und Kundgebungen aus dem Süden und Westen des Reiches lassen keinen Zweifel, daß die Auffassungen der Berliner Regierung durch diese Konferenz eine starke Stütze erhalten. Fraglich ist nur, ob Mittel und Wege gefunden werden können, die Einheitlichkeit mit fester Hand praktisch durchzusühren. Die Berliner Konferenz wird hoffentlich aber auch manche in den E i n z e l st a a t e n noch vielfach auseinanderfallenden Zustände beeittgen und eine straffere einheitliche Organisation und Disziplin schassen helfen. Die nach Deutschland zurückkehrenden Heere, die bunte Soldatenwelt im Reiche, verlangen selbst immer eindringlicher nach sicheren und geordneten Verhältnissen. Die Arbeiter- und Soldatenräte behalten vorläufig ihre wichtigen Aufgaben, zu ordnen und in näher begrenztem Nahmen auch zu regeln. Aber sie müssen einheitlich verfahren und dürfen über das Notwerwige nicht hinausgreifen. So erläßt Friedrich Stampfer im Vorwärts einen „o f fe neu B r i e f" an die Arbeiter- und Soldatenräte, dem wir einige wesentliche Sätze entnehmen wollen: ^ _ . . _ r ., . A Xi" Revvlurion ist auch gtne Revolution m der Arbeiterbewegung selbst, sie schafft in il/r selbst meire Gegensätze. Auf der einen Seite swhen die alterfalw-wen 'Praktiker der Bewegung, die auf viele Hoffnmvgcn und Enttäuscku-lgen zurückülicken, die gesehen haben, wie schfver es ist, alle Probleme nrit eurem Schlage zu lösen die geduldige Arbeit und sckxrfttweries Bocdrmgen im Kampfe g^vohnt süid. Auf der anderen Sefte ftefea die Renan gckommenen, die H i m m e l st ü r m e r, die nur Ziele sehen und fein* Wege, und denen alles so Unendlich leicht vorkommt, wenn nur ein encraisck.er Wille dahinter steht. Aus ihnen werden sich die Kndres der Zukunft formieren. Wer dazimfchen gibt es mich mind'er inert volle Elemente, es sind nicht lauter edle Kräfte, du eure Sturmflut emipvrwirbclt. Hier besteht die Gefahr einer im= seligen Verbindung, denn der stmge, mensck^ngläubige Idealismus vertraut allzusckn-cll und leick-t. Seht Euch Eure Leute an und erblickt nicht ohne weiteres in dem den berufenen Menschheitsführer, der den Mmrd am wertesten qusteisst. Erkennt Euch selbst! Viele von Euch haben noch vieles zu lernen ! Das Regieren an sich ist ja stnne besonders schvere Kunst, vber auch sie will gelernt sein. Ter Sieg, den Ihr errungen habt, war mrd soll sein ein Sieg des Rechts, nicht der Gewalt. Nicht für Euch, sondern für das ganze Volk habt Ihr ihn errungen. ^er Militarismus hat alle bürgerlichen Freiheiten erstickt, dem Versammlung leben Fesselst angelegt, die Presse geknebelt. Eure er»te Tat war die Wiederherstellung der Preßfreiheit, und dabei muß bleiben! Wer der staatsbürgerlichen Freiheit ein Haar krümmt, beschmutzt mrd entehrt diese gewaltige Bewegung!" Der Berliner Vollzugsrat. Berlin, 23. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Bekanntmachung. Der Dollzugsrat d etz Berliner Arbeiter- und Soldatenrats wird, loweit es sich um die Erledigung der ihm provisorisch für das ganze Gebiet der Republik zusdehenden Geschäfte handelt, durch Mftglieder aus dem Reich ergänzt, die von der Vertretung der Arbeiter- und Soldatenräte der nichtpreußw scheu Bundesstaaten zu wählen sind. Die näheren Bestimmungen tübcr die Wahl dieser Delegierten und denen Verteilung auf bi4 Einzelstaaten sind der einberufenen Delegiertenkonferenz der Bun-" desstaaten zu überlassen. Der Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrats in Groß-Berlin, (gez.) Richard Mstlller. Molkenbuhr. Tie Antwort EbertS an die hessische Regierung. Berlin, 23. Nov. (WTB.) Auf das Telegramm des hessischen Staatsministers Ulrich erteilte der Volksbeaustragte E b e r t im Namen der Reichsrcgierung folgende Antwort: ..Durch ihre Eiiüadung der Einzelstaaten zu einer Konseren- in Berlin brachte die Reichsregierung zum Ausdruck, daß sie weit davon entfernt ist, die Einzelstaaten auszuschließen, viel inehr au^ engste Zusammenarbeit mit ihnen an der Wiederaufrichtung des Reiches Wert legt. Sie sieht in der Nationalversammlung ebeiifalls das vornehmste Mittel zur Erreick-ung dieses, Zieles. Sie strebt nicht nach der Diktatur einer Stadt oder eines Bundesstaates, sondern nach einer solidarischen Demokratie des einheftlichen Deutschland." Feldheer u«»d Heimat. Haag. 23. Nov. Holländische Blätter melden aus Aachen: D>er Obertomurandierende der imd)\ Aachen zurückgekehrten 4. deutschen Armee, Generalleutnant Graf Sirt v. Arnim, hat einen Befehl erlassen, daß alle roten Fahnen von den Däckxrn verschwinden müssen. Ter Arbeiter- und Soldatemat weigerte srch, dem Befehl Folge zu leisten. Ein deutsch,er Offizin: aus dem Gefolge des Geirerals erklärte in einer öffentlicher Rede, daß drc deutscke Heimat die im Felde kämpfarden Armeen verraten habe. Er sehe cs als die Ausgabe der bür-zerlickxm Parteien an, fick) nickst mit dcer Arbeiter- und Soldatenräten zu vereinigen. Ter Ofstzier wurde von dem Arbei.ter- und Soldatenrat verh.astet, später aber auf Intervention des Landdagsabgeord:ie,eei Kanfchvann. des Generalvikars der Xomk'rch/e in Aachm. wi^de,' igielcassen. Auch in anderen Städten der Rbebrlande feien ähnliche Re"- er öffentlich und geheim gehalten worden. Die Arbnter- und Soldatenräte seien bemüht, diese Belocgung niedereMlten. -ln die Landbevölkerung. Berlin, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Tie unterzeichnet^'. Verbände gelten nachstehmd Richtlinien für die Tätigkeit (>.m Hauptberuf selbständigen Landwirte urrd Arbeiter bzw. nichtland- urrtschafsticher Laudb-wölkernug gebildet tverden. Für den Bererch jeder unteren Verwaltungsbehörde ist an deren Sitz ein „Kreis- (Bezirks- u. dgl.) Bauern- urtb Landarbeiterrat" zu bilden. Tie Unterzeichneten Körperschaften bilten den Zentrist-Bauern- und Landrrbesterrat in Berlin, der Awoeisuugen und Ratschläge erteilt. Die Aufgabe der Bauern- und Landarlreiterräte ist die Unterstützung der zuständigen Behörden durch: 1. Mittvirkung und Beratung bei Erfassung und Schutz der vorhan.deneri Lebeasnittel. bei Regeluirg ihrer Ablieferung an die bezugsberechtigten Stellen und bei Bekämpfung des Schleichhandels: 2. Erhaltung der land- wirtschastlick>en Betriebe, Förderung der Erzeugung, insbesondere durch Sicherung von Saatgut und Steigerung des Anbaues, Wiedevculfbau der Viehzucht, Förderung des Gerwssensck>aftÄvesens: 3. Mitwirkung bei Ausnahme der entlassenen Kt egsteilnehnier und Beschafsung von Arbeit und Woherung für diese gemäß den Bestimmungen der Temobilmachungs.ehörde: 4 gegenseitige Hilfe bei Schutz von Personen und Eig'irtum. Volts genossen! Die Not der Zeit fordert die Zusammenfassung aller Kräfte zur Erhaltung t-er Volkswirtschaft. Alles^ Trennende hat zurückz-utreten. Angesichte der großen Aufgaben tue jeder seine Pflicht. Tie Stunde verlangt es gebieterisch. Reichsansschuß der deutschen Landwirtschaft. Deutscher Landwirtschaftsrat. Buud der Landwirte. Verciuigung der deutschen Bauenn^ereiue. Deutsche Landwirtsck)aftsgescllschaft. Reichsverband der deutschen landwirtschaftliche:! Genossenschaften. Generalverband der deutschen Raiffeisen-Genossenschai n. Te^ngs- veveinigung der deutschen Larrdwirce. Deutscher Bauerrwuuv. Deutscher Laudarbeiterverband. Zentral verband der Forst-, Land- unt. WeinbcrgSarbeiter Deutschlands. Allgemeiner Schloeizer-Bugrd sich Deutschland. Hauptverbaud der landwirtschaftlichen Güter- beamtenvereinigungen Deutschlands. Verband der preußischen Landkreise. — Tie Geschäftsstelle des Zentral-Bauern- und Landarbeiter- Rates befindet sich in Berlin W 9, Köuiggrätzer Straße 1211. Tahin sind alle Zuschriften zu richten. Ein Fournalistenrat. Berlin, 23. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Der am 17. November in Berlin von der allgemeinen Mitgliederversmnmlung des Neichsverbandes der deutschen Presse gewählte I o u r n a l i st e n - rat. der sich aus Paul Baecker. Robert Breuer, Hugo Franz. Helmut von Gerlach, Dr. Alfons Goldschmidt, Julüls Kaliski, Dr Paul Michaelis, Heinrich Nauinanu und Ludwig Sochaczcwar zusammensetzt, l>at sich konstituiert. Seine nächsum Aufgaben sollen j'ein- Gutacktlick)e Beratung der Regierungsstellen, Bermittluus, zwischen diesen imd den vorhandenen Presseorganisatioueu, Mitarbeit bei Unterbringung der aus dem Felde l-einikehrenden Be- rufsgerwssen, Vorberatimg der Anträge irrst Umbau des Reick>sver-i bandes auf gewerksck)aftlicher Grmudlage, Mitarbeit an der Bildung einer großen Jnteressengenieiistchaft aller geistigen Arbeit, des fteien Schrifttums, der Gelehrtenn>elt, der schaffenden Künstler, Anwälte, Acrzte usw. Boi Erfüllung aller dieser Ausgaben ist der Iournalistenrat das Organ des Reick)sverbendes. Ten journalistischen Organisationen im Reiche wird mstx'imgestellt, ähnlick)e Ausschüsse innerhalb der bisherigen Bezirksoerbckrde rns Leben zu rufen und mit tmstichster Beschleunigung zwecks gemeinsamer Arbeit mit dem Berliner Iournalilbenrat in Verbindung zu treten. Adresse Berlin W.35, Sch öneberger U ser 25. Lin neuer deutscher Protest. ** Berlin, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) An die gegnerischen Regierungen ist folgende Note gerichtet worden: Im Vertrauen auf die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten verkündeten jGrundsätze eines Rechtsfried-ens tvandte sich, das deutsche Volk um Vennitiluug eines Waffenstillstandes an Wstson. An Stelle des erwarteten, von Grundsätzen des Rechts und der Billigkeft und vom Wunsckie einer zukünfttgen Versöftmug der Völker beherrschten Waffenststlsdrndcs ist uns ein Waffenstillstand der Ver- geicaltitrung und Vernichtung geworden. Die Bechmmungeu dieses WaffensttUstandcs bedeuten in ihrer Durchführung nicht eine Brücke zruru Frieden, sondern einer Fortsetzung des Krieges mst andern; Mitteln. Tie Forderungen des Waff-enstiUstandes werden der Welt den ersehnten Frieden nicht bringen, sie wollen die Wcederherstcllung ftiedlicher Ruhe in Dcmtsckstand und eine geordnete Demobilisierung unmöglich machen. Sie sollen das schwerqepstifte Land dein EhaoS 'und der Anarchie vrcisgeben. Unsere zierlichen Proteste gegen dieses der Rienschlichkeit hohnsprecheu»> Veistahren sind ungehürt verhallt. Mag die Harte der Wafftnrsttllstandsledingrmgen mit der Nvtn>endigkeit begründet sein, dein Deutschen Reiche den Wiederbeginn der Feindseligkeiten unnröglich machen, so i>t doch unfern Feinden in zwstchen llar geworden, daß diese Begründung nicht in ehr stichhält, denn das deutsche Volk will^ die Feindseligkeiten nicht wieder beginnen und kann es nicht. Die deutsche Regierung sieht in der Auftechterhaltung der harten Bestimmungen ein Attentat gegen die Grundsätze der Zivilisation und muß den Schluß ziehen, daß es den Regierungen der alliierten Länder aus nichts and: res» ^rnlommt, als ans Vergewalttgung und Vernichtung des deutschen Volkes. Sofort Nach Abschluß der Waftenstillstandsverhandlungen wandte sich die deutsche Regierung wiederum an den Präsidenten der Vereinigten Staaten mft der Bitte, so schnell wie möglich Verhandlungen über einen Präliminarfrieden herbeizn- führen. Bis heute ist die deutsche Regierung ohne Nachricht darüber, wami endlich die Negierungen der alliierten Länder mit dem F-riedenswerk einen Anfang mrcheir wollen. Das deutsche Volk beginnt zu z'iveifeln, ob sich lstnter dieser Verzögerung des Friedens nicht die Absicht der Ferir)e verbirgt, die gehetzten und ermüdeten deutschem Truppen durch Nichterfüllung von uner» füllbaren WaffenstillswnQsbedinguugeii ins Un reckt zu setzen und damit für die .Alliierten einen Titel zu schaffen für die Fortsetzung des Krieges. Wenn der Friede als Rechitsftiede geschlossen wcrden soll, so darf den Entscheidungen in rechtlich strittigen Fragen nicht vorgegriffen werden. Tie deutsche Regierung muß dichnn, vom Präsidenten aufgchelltc'r Grundsätze gegenüber fest- stellen, daß die von der rranzösstckjen Regierung in Elsaß-Lothringen getroffenen Maßregeln, ebenso wie das Verfahren der Poletzj in den östlichen Grenzgebieten Deutschlands und einzelne Maßnahmen der nicktdeutschen Bestandteile des ehemalig n Oesterrstch- Ungarns gegen die Deutschen, nichts anderes sind, als Versuche, den Entscheidungen der FrsedensSonfereuz mft Gewalt vorzugrstfen.- Gegen alle diese Versuche wie gegen die Verzögermrg des Friedens^ schlusses legt die deutsche Regierung schärfsten Protest ein. Ans der Gesinnung, di: aus einem solchen Verfahren spstcht. kann ein Friede von Dauer nicht hervorgeheu. Das deutsche Volk kann vorübergehend verg-Ävaltigt werden, wird aber nicht aufhören, da^ Leben und sein Recht-zu fordern. Berlin, 23. stkovember. gcz.: Solf, Staatssekretär. Einö weitere Härte der Gegner. Berlin, 22. Nov. (WTB.) Nach Akitteilung der deutschen Wafsensttllstmidstwimiswm in Spaa erklärten die Gegner, daß sie es ah lehn en ,.r uss.i sche und rumänische Kriegsgefangene im Westen außzu nehmen. Sie verlangen deren Abscknb noth dem Osten. Bei hem völligen Mangel an Beförderungsmitteln wird diese StellungnalMe von zahlreick^n Kriegsgefangenen als eine große Härte ihrer Verbündeten empfunden ioerden. Gegenüber übertriebenen Gerückten über das Los unserer Feldgrauen in Polen kann zuchBeruhigung ihrer Angehörigen mitgeteilt werden, daß sich 'die Heimbeförderung zwar unter Sckwiierigkeiten und Entbehrungen, vollzie ht, daß aber ein 6>rund zu Befürchtungen ernsterer Art uzcht vorliegt. Prinz Max von Baden über die Waffenstillstandsverhandrungett. Karlsruhe. 23. Nov. (WAB.) Auf ein durch Bermitllung des Genfer Roten Kreuzes an den Prinzen Max von Baden gerichtetes Ersuchen des englischen Roten Kreuzes, seinen Einfluß für bessere Behandlung. und sofortige Heimreise der cuglstchen. (R-sangenen geltend zu macken, hat der Prinz folgendes Telegramm abgesandt: ,^Jch werde den Wunsch des englischen Roten Kreuzes an die zuständige Stelle weitergeben, getreu der Haltung, die ick seit Kriegsbegiun in der Gefangenen frage eingenommen l>ibe. Ich halte es aber für meine unabwstsliche Pflicht, es offen auszu- spreck^en und Sie zu bitten, es^ dem englischen Roten Kreuz rn: meinem Namen mitzuteilcn. daß die vom Geilte der llnvcr.öhw lichkcit erfüllten Wasfcnsttlls.andsbedingungeii, die drraur !>nwus- laufen, Hungersnot und Auftöfung, aller Ordnung und endlich den Einmarsch der Wliierten in Teulschland herbeizuführen, notwendigerweise auf die Berpftegung und den Abtransport aller, anch der englischen Gefangenen, zurückwirken müssen. Erhebt drö englische stdote Kreuz hiergegen Einsprilch, so crackve ich es weiuer- seits als einen Akt der Menschlichkeit für alle hochherftg denkenden» Engländer und ihre gleick-gesinnten Verbündeten hahftl zu wirken, daß sie sich selbst imd ihre Länder von dem Makel befreien, ein Werk zu dulden, das das Stigura unritterlicher Vergewaltigung und unchristlicher Gesinnung für alle Zeiten tragen wird. (gez.) Prinz Max von Baden? Das angebliche Lnre-.inviche Friedrnsan^cbot. Berlin, 22. Nov. Zu den Meldrmgcn über ein angeb stches amerikariisches Friedensangebot im Herbst 1916 erfahren wir zuverlässig folgendes: Es wurden danials allerdings durch Herrn Jaffe gewisse Mitteilungen im Auswärtigen Amt gemacht, die auch sehr aufmerksam geprüft wurden. Es bandelt^ sich jedoch, wie die Prüfung ergab, um nickt genügend autor- .er.ß Mitteilungen, die Jaffe von einern Amerikaner in der Schuwiz erhalten l>atte Der betreffende Americkucr galt damals sür '.ftckft allzu zuverlässig. Als inan der Sache nachgivg, üellte cs »ich l>craus, daß die Beziehungen, die er angeblich zu W.lion haben: wollte, nicht so waren, wie er angab. Tie .Kriegsschädcn Amerikas. Washington, 23. Nov. (WTB.) Reuter. Das .Hendels- amt veröffentlicht den Verlust von 14 5 amerikanisches Passagier und H a n d e l s d a m p f e r n mit 354 !! 9 Tonnen Schiffsraum durch die feindliche Tättgkeft von Beginn des Krieges bis zur Einstellung^der Feindseligkeiten. 775 Atenschertz sind dabei umgekommen. 19 Schiffe rmd 67 Mensck>enleben gingen durch Torpedos, Minen und Geschützfeuer vor dem Eintritt Amerikas in den Krieg verloren. Die amerikanische Flotte. Washington, 22. Nov. (WDB.) Der Marinekomnlission des Repräsententerrhauscs wurde mitgeteilt, daß die a m e r i k a - nische Flotte im Jahre 1920 doppelt so stark sein merke, wie im Jahre 1917. Sie wird dann aus 800 Schiffen bestehen. Die Entente gegen das bolschewistifchc Rußland. Moskau, 21. Nov. (WTB.) Die Ententemächte ver. öfsenllichcn einen Aufruf an die Bevölkerung Ruß-, lands, worin bekannt gemacht wird, daß sie dcn Einzug m GÜd r u ß la n d b d r 5 c r e i 1 1 u, irm in IknMano wieder bis Konstitution einzuführen, die Usurpatoren des Bolschewismus zunichte zu machen und die Bolschewisten und ihre Horden für vogelfrei zu erklären. Die Ententemächte erkennen in Rußland nur dre gegerc die Svwjetregierung kämpfenden Truppen au. Als solche werden die freiwilligen Regimenter und Kosakenarinven angesehen Bon allen anderen OrganisatioTren verlangt die Entente die Her ausgabe der Waffen. ^ Aus dem Reiche. Der Thronverzicht in Baden. Karlsruhe,23. Nov. (WTB.) Die badische vorlän- NFe Regierung erklärt: Großherzog Friedrich II. hat dem Throne entsagt. Er und seine Familie, ihre Freiheit, ihre Ehre und ihr Leben genießen den Schutz der badischen Republik. Die Aenderung der ntaatsform in Baden ist die Folge bre weltpoltti'chen und gesamten deutschen Entwicklung. Der Großherzog hat im Interesse des badischen Volkes die Folgerungen aus der von ihrn persönlich nicht verschuldeten Lage Mögen. Das badisck-e Volk anerkennt die Liebe zur badischen Heimat, die der'Großherzog auch wieder in dem Ent- Muß der letzten Tage bestätigt hat: cs gedenkt der Werke edler Menschlichkeit der Großherzogin-Mutter und der Ver- dienftc des Prinzen Max von Baden um die Demokratie srerung Deutschlands urrd um den Gedanken der Völkerver- stcmdigung. Eine neue Zeit ist angebrochen. Alle Badener rufen wir auf zur Mitarbeit im Kainpse für die Freiheit und Vas gleiche Recht. Vorwärts mit aller Kraft! Es lebe die Republik Baven! Die „Deutsche Volkspartei". Berlin, 23. Nov. (WTB.) Der Ernst der Stunde Erlangt den Zusammenschluß aller Volkskreise, die die Reichseinheit schirmen, die freiheitlichen Errungenschaften sichern imd ein geordiretes Staats- und Wirtschaftsleben ausrecht erhalten wollen. Nack) diesem Gebot will die Deutsche Volkspartei handeln, die sich auf Grund von Vereinbarungen zwischen den Mitgliedern der bisherigen Fortschrittlichen Volkspartei und der Nationalliberalen Par- tn rmter Zugrundelegung eines den Forderungen des Gesamt liberal Ismus entsprechenden Programms gebildet hat. Der vorläufige Ausschuß, der aus folgenden Herren besteht: Friedberg, Wiener, Prinz zu Schönaich-Carolath, Rießc-r, Stresemann, Kopsch, Frau Klara Mende-Völker, veröffentlicht folgenden Aufruf: „Wir fordern alle Anhänger freiheit- 1" ^®^ aa ^ au fföf[wng, die jegliche Reaktion entschieden bekämpfen, aber auch jeder politischen und wirtschaftlichen Vergewaltigung entschlossen entgegentreten wollen, zum Beitritt zur Deutschen Volkspartei auf. In schwerer Zeit rufen wir das deutsche Volk auf, über die Zukunft der Nation selbst zu entsa-eiden. Der Zusammentritt der Nationalversammlung ist die erste Voraussetzung einer demokratischen Staatsentwicklung, die wir erstreben. Ohne Volksabstimmung kein Friede, kein Brot, keine Wohlfahrt. Auf dem Boden der durch dre Umwälzung geschaffenen Tatsachen kämpfen wir für ein Großdeutschland vom Brenner bis zum Belt, für Freiheit, Gültige Lebenzmittelmarien für die 48. Woche, vom 25. Nov. bis 1. Dez. m'8. Vro t (1850 Gramm Brot oder 1385 Gramm Mehl): Prwt pro.Klg. .... 45 Pf. Weizenbrvtmchl pro Klg.56 Krankenbrot pro Klg.64 Kvankenbrolbäcker: T. Müller, Bahnhofftraße m K. Euler, Ludwigsplatz. Butter: 40 Gramm. Fleisch: WochenabschNitt 48. Metzger für Fremde: Pirr, Neuen Baue. _ r .. Urlauber: Rausch, Neustadt. Kartoffeln: (Anteil 7 Pfund zum Preise von 56 Pf.). Nährmittel: Marke 11 (Nov. 18). Aus die gelben Karten: 250 Gramm Suppen Fabrikate, Auf die roten Karten: 500 Gramm Grieß, Aus die blauen Karten: 200 Gramm Graupen, 100 Gramm Teigwaren und 100 Gramm Suppenfabrikate Grieß pro Pfund 48 Pf. Graupen pro Pfund 44 Pf. Teigwaren aus 80 o/o Mehl pro Pfund 66 Pf. Teigwaren, Auszugsmehl, pro Pfund 88 Pf. Urlauber: Duill, Asterweg. Zugezogene: Verkaufsstelle des Konsumvereins Bleich strafte 16a. Lebensmittel: Auf dem Mchnitt 6 der Lebensmittelkarte 250 Gm mm Marmelade zum Preise von 50 Pf. Der Abschnitt 6 ist am 27. November verfallen. Seife: Marken für den Monat November. (Anteil 125 Gramm Seifenpulver zum Preise von 15 Pf. und 50 Gramm K.-A.-Seise zum Preise von 20 Pf.) Zucker: Marke 11 (November 1918), Anteil 500 Gramm Konsumzucker pro Pfund 50 Pf. Raffinierter Zucker pro Pfund 52 Pf. Hutzucker im Ganzen mit Papier pro Pfund 50 Pf. Hutzucker, ausgewogen ohne Papier pro Pfund 52 Pf Würfelzucker pro Pfund 54 Pf. Urlauber: Hecker, Brandgasse 4. Zugezogene: Kovp, Bismarckstrafte 30. S a c ch a r i n: Auf den Abschnitt 22 der Sußstoffkarte „H" blau ein Briefchen, und aus den Abschnitt 1 und 2 der Süß stvffkarte „G" (gelb) je eine Schachtel Süßstoff. Gemüse: Stadt. Obst- und Gemüseverkaufsstelle Turmhaus am Brand: Weißkraut, Wirsing, Rote Rüben und gelbe Rüben' zu den Tagespreisen. ** Das Fest ihrer Silbernen Hochzelt vegrhen morgen Johann Schmidt und Frau, Mottllestraße 32. .** Beförderung. Tie beiden Torp.-Heizer Artur H e i ft l e r und Ka rl Appel von Gießen srnd am 20. November zu Torpedo F. T. Gasten ernannt worden. - . ** Ter Waffenschmied a l s Lichtspieloper. Die S(üvd. Lich-tspittopern-gt. 23. , ^ . ba n k. Dienstag den 26. November 1918 werden von 2 bis 4 Uhr die Nummern 971 bis 1050 beliefert. ** Die rote Fahne an dem Regierungsgebäude. Wie uns mrs Ersuchen mitgeteilt wird, ist die rote Fahne an dem ReMerungsgebäude in Gießen auf Ersuchen des hiesigen Arbeiter- und Soldawnrats mrd in Befolg einer daraufhin eingeholten SBfcn mitg des Ministeriums des Innern angebracht worden. Wie wir erwhren, sind auch in Darmstadt tfuf den Regierungsgebäuden, msbeiondere Miuisteri-Al, gleichfalls wte Fahnen m c ~ . worden. > ** Das hessische Revolutionsgericht. Der hessische Arberter- und Svldatenrat errichtete ein Revolutionsgericht, das brs zur Wiederheritellung geordneter Verhältnisse z u st ä n d i g ist für dre sofortige Aburteilung von folgenden Vepdrechen: 1. Mord, 2. Plimderung, 3. Raub, 4. Notzaicht, 5. gegeirrcvvlutionäre, mit Gewalt unternommene Handlungen gegeii die herrschende Gewalt, insbesondere gegen den Bestand rrnd die Tätigest des Arbeiter- und Sowaterrvetes Darmstadt. Auf obige Verbrechen steht die Todesstrafe des Erschießens, bei mildernden Umstanden schwere Freiheitsstrafe. — Das Revvlutioirsgericht besteht aus '^Eben Mitgliedern, die vom Arbeiter- und Svldatenrat gewählt werden. Das Verfahren ist mündlich, öffentlich und direkt er erfolgt die Auffrahine eines VerhmidluilgSprotololls. Die Zeugen weiten eidlich vernommen. Der Eid ist der Nacheid. Die Zeugen- verirehmung-n werden eingehend protokolliert. Das Gericht wählt fernen Vorsitzenden, der Dc-rhandlurrgsleiter ist. Verhaftungen wegen der obigen Delikte liegen einer Beschluftkammer vor: drei Richter» des Revolittw'^gerichts ob. Zum S ch u l d s p r u ch ist Stimmen- Mehrheit mu mehr als vier Stinrmen erforderlich. Die Bollstteckuna der Urteile unterliegt der Militärgewalt bzw. der Staatsanwalt schaff. , Der 25 November, sonst ein schulfreier Tag, hat zum Lchmerze unserer Schulw^nd nach minisleriellcr Bestimmung nutzt mehr als hessisck-er vaterländischer Feierlag zu gelten. .** Realgymnasium Gießen. Wiederbeginn des Un terrrck-ts ist Mittwoch den 27. November. Siche Anzeigenteil. ** Schwarz-weiß-rot, Cs ist bemerkenswert, daß die FroiittriipPen vielfach schwarz-weiß-rotc Fähllrchen mit sich führen, während die aus der Etappe zurückkonimenden Truppen an den vor' hergehenden Tagen durchweg rote Fahiren führten. ** A u s dem Ge fangenenlager sind gestern und vorgestern große Transporte abgvgangen. Zumal die 'Franzosen zogen mtt lautem Gesang durch hie Stadt. Vielfach hörte man die Marseillaise. An Stelle der Tlbtransportierten toerden Russen erwartet. Es ist zu hoffen, daß mit dem Verscffoiuden der Engländer und Franzosen die sich täglich verschLiurmerrrden Zustände auf dem Trieb erne Besserung erfahren. Die mehrfach angedeltteten Unsitten sind trotz aller Mahnungen an die Bürgerschaft tuix noch tiefer erngerissen. Gießener .Hochschul ge sellscha ft. Da die Behinderung des Herrn Professor Gmelin fortgefaUen ist, findet der Vortrag über du Verhältniswahl heute abend 8'A, Uhr ^ r ^ ö)a ^ des Vortesimgsgebändes der Uickversität" doch statt Wie wir hären, war Herr Prof. Gmelin für heute zu einem Vortrag über die Verhältiiiswahl ins Ministerrnm bercki, sein ^ scrr ^ T SJ r i^v OT7tl:ra .9ff mil ^ e °^ r soldatenra ts für unsere Stadt statt. Dr. Markus aus Büdingen hielt einen Vortrag über bcn Zweck und die Ziele dieser Einrillitung. Es wurden für den Arberterrat Platzmeister Stoll, Möbelsabritant Reuning und Bildhauer Bölzing gewählt, für den Svldatenrat Philipp Bechtold, Karl Petermann und Richard Orth. Heute rerlieft der Arbeiter- und Svldatenrat einen Aufruf an die Bürger, zu Ehren der durckisieherchen und Heimkehrenderi Krieger die Häuser zu schmücken. Kreis Schotten. = Scho t ten, 23. Nov. Der Begründer der hiesigen Süge- und Jmprägnierwerke ^J. Hinunelsbach mrd der Zweigwerke in Nidda und Eick-elsdorf, Josef Himmelsbach, stiftete aus Anlaß seines 70. Gedirrtstages 100 000 Mark zum Wohle bedürftiger Angestellteii und Arbeiter. Er selbst wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die heimische Industrie zum Kontmerzienrat ernannt Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauhe im, 23. Nov. In einer gestern abgehaltenen Versammlung, die von allen erwerbstätigen Kreisen irnserer 11*.^ außerordentlich gut besucht war, wurde ein 16gliedriger I Burger -und Bauernausschuß gewählt, der sich mit ixm Arbeiter-- und Soldaterrrat in Verbindung setzen soll und ihm seine Mitarbeit zum Schutze des Landes und der Jntereffen imsercs Bades anbieten wird. — Große Vorbereitungen sind hier für beit Empfang durch-ieheiider Trippen getroffen. An vier Stellen der Stadt können etwa 3000 Soldaten gespeist werden. Die Lebens- mittcl-Beschaffungsstelle hat die Abgabe von 100000 Portionen warmen Essens vorgesehen. Swrkfndttrg und Rükinhesftn. ch. B i n ge n, 22. Nov. Die aus dem Westen heranflntenden Truppenmassen geflyai jetzt hinsichüich der AiHahl erheblich in die Höhe. Ist der letzten Nacht wellten in Bingen 1600 Mann, heute such wüder grö^oe Trupps angenommen, darimter ein Äg, der mit klingendem Spiel durch Bingen zog und mit einem Dampfer seine Weiterreise antvat. In den nächsten Tagen werden hier 8600 Mann erwartet, für die sämtliche öffentlichen Gebäude, Schulen und auch Privathäuser belegt wurden. Auch in -den Kirchen werden Loldaten unbergebracht. Tie Schulen wurden mit dem .heutigen Tage sämtlich ^schlossen. vesftn-Nassau. ^ rankfurt a. M., 24. Nov. Die d. Armee mrter dem Oberbefehl des Generals der Kavallerie v. d. Marnntz wird auf ihrem Heimzu ge, wie wir aus sicherster Quelle erfahren, am 29. November den Rhein überschreiten. Ter Ueber- gang vollzieht sich in drei Heeressäulen an drei verschiedenen Punkten. Tie Haupttnasse, eine Doppelreihe, geht bei Mainz über dre Brücken und dann in zwei Reihen nach Osten. Tie südliche bewegt sich in der Richtung Groß-Oserau, Längen nach Settaenftadt und erreicht hier den Main; die Hauptgruppe, ebenfa ls vmr Mainz kommend, marschiert über Höchst—Frankfurt weuer. Der nördliche Flügel der Armee setzt bei Rüdesheim über den Rhem und geht nach Norden bis zur Lahn, wobei Ems wahrscheüilich nicht mehr berührt wird. Die ganze Durchmarschzeit der geioaltigeu Menschenmassen, sowie des miisangreichen Heeresparks durch unser Gebiet wird, falls alles glatt vonstatteir geht, auf 8—9 Tage berechnet. In Frankfurt werden täglich 20000 Mann einquartiert. jedoch ist für 30 000 Marrn U nterftrnft bereit gestellt. L)0chschulnachrichten. Eine Erklärung der Marburger theologischen Fakultät „ st Marburg 23. Nov. Tie tl>evlogische Fakultät der hiesigen Unipscrsität erläßt folgende Erklärung: Die am 19. November erfolgte Nlitteilung über die Absicht der derzeitigen preußi- sckien Regierung hiiisichllich der Trennung von Staat und Kirche gibt Anlaß zu den schwerstm Bedenken. Die Ausffihrung dieser Msicht in der kurzen Frist von vier DLonateic würde die religiösen und kirchlichen Verhältnisse unseres Volkes in unk-eilvolle Verwirrrmg bringen und ganze kulturell wichtige Stände mit dem Ruin bedrohen. Die Ungereckstigkeit würde um so größer sein, als gerade jetzt unter dem Abbruch des Kriegs und dar Vorbereitung des Friedens imch außen und im Innern jede Mög!i?^keil einer 5n>mm,en Erledigung dieser ungeheuer tief greifeiiden Aufgabe fehlt. Eine Neuordnung des Verl-älttiisses voil Staat mid Kirche ist gewiß erforderlich. Liber sie darf weder durch ein diktatorisches Machtloort noch in Ueberstt'irzung vollzogen werden. Wir schlagen vielmehr, das protestantische Kirchcnn-esen betreffend, folgendes vor: 1. Ueber die Frage der Trennung des Staates von der Kirche entscheidet die baldigst ein zu berufende Nationalversammlung. 2. Nachdem die Natroiralversainmlung ihre Entscheidung hierüber getroffen hat. tocrden möglichst bald in den kün'tigen Teilstaaten Deutsch- laiids koustittiierende .Archenversammlungen eiiiberufen, hervor- gelxmd aus Wahlen der Mitglieder der einzelnen Archengemein- schäften, nach dem gleick,en Wahlrecht wie das zur Nationalversamm- limg. Sie entscheidet über Neuausbaii und Organisation der Arcke ülrer das Verhälttlis der ernzeliven Arckiengemernjchafteii miterein--. mvder und über das der frül-eren Landeskirchen zueinander. 3 Als Frist bis zur Neuordnung sind mindestens vier Jalyre anzi,setzen. Waln-end dieser vier Jahre (gehen die Leistungen des Staattis für die Arche unverändert fort. Tlmtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Demobilmachung: hier: Verpslegmrg. Bäcker gesucht! . Zlrr Brotversorgung der zu rückmarschierenden Truppen sind drrng-md Bäcker nötig. Bäcker w-rden deshalb aufaesordert, sich sofort bei dem Städtischen Arlvitsnachweis zu Gießeii. West' Anlage^zu melden. Tic HeeresveNvaltung zahlt höchste Taaclöhue oder Akkordlöhne. Gießen, den 25. November 1918. Kreisamt Gießen. L. Langer man». kehle Nachrichten. Aufrufe des BoHrugSauSschiusseS des ^ldattmraves bei der Obersten HceresleitMg. Berlin, 24. Nvv. lWTB.) Der V oll s ngsaus sch u tz deS Soldatenrats bei der Obersten Heeresleitung erläßt folgenden Aufruf: An die Arbeiter- und Soldatenräte der Heimat Mmevnden und Arbeiter! Nach I>eifecm Ringen kehren unsere tapferen Krieger rn die Heimat zurück, nicht als Sieger, aber -auch nicht als Geschlagene. Jahrckang haben sie eurer furchtbaren Uebermacht widerstanden, und Unvergleichliches vollbracht. Der Willkommen in der Heimat soll dal-er nicht iveniger herzlich sein. sZdiqt Eueren Kameraden, daß das neue Vaterland ihre Taten zu würdigen und ihre gro^n Leideil zu achten weist Dcnm aber must man überall bemülst sein, die heimkehrenden Kämpfer nicht durch nicht böse genreinte, aber immerhin als kränkend empfundene Matznahmen im Sicherixnts- dienft zu behelligen. Den zersprengten Kameraden sind nach wie vor Waffen und Munition abzunehmen Geschlossenen: Truppenkörperit sind die Waffen unler allen,U inst ändcn zu belassen. Alle ctroa hieran gcttrüpften^ Befürchtungen entlxchren jeglicher Berechtigung, denn wir wissen auÄ Verhandlungen mit den Vertretern von Soldatenräten des Feld- lxr.es, daß die Frvnttrtippen ,meingeschränkt aus dem Boden der aus imsercr staatlichen Umwälzung hervor gegangenen Regierung Cbert Haasc stehen. Mit den Arbeiterbrüdern in der Heimat will auch das F-eldheer die Deinvkvatisierung und Sozialisierung unseres Landes. D.shcckb erhebt er auf das schärfste Einspruch gegen alle Bestrebungen, die dahin führen, das Zustandekommen der von der jetzigen Regierung geplanten Notionalversammlungl zu hintertreiden. Die Feldtruppen wollen über den weiteren Ausbau des Reiches mitentscheiden. Das Feldheer will den Frieden und den geordneten Aufbau des neuen Reiches und lehttl den Gedanken) ab, den Sieg über die bisherigen Diktatoren zur Erreichung einest twuen Diktatur zu mißbrauchen, weil diese den ersehnten iZ-rieden! vereiteln und das deutsche Volk dem H-ungcrtode preisgeben konnte. Kameraden und Arbeiter! Ans tiefstem Herzen dankt euch das Feldheer für Eure befreiende Tat in der Heimat. Ihr habt die lang erstrebte Verjüngung Deutschlands durchgeführt und den heimkehrenden Brüdern die Vorbedingung für ein glücklicheres' Dasein geschaffen. Wo aber der Versuch gemacht werden sollte, unter Ausschaltung des Feldheeres und aller von dem arbeitenden' Volk stets verlangten Demokratien über den endgültigen Ausbau des Vaterlandes zu beschlictzen, bitten wir Euch, sich jenrm Be- streben mit allen Mitteln zu widersetzen. Kameraden und Arbeiter! Wir setzen unser Bertraiun in Euch und grüßen Euch mit einem Hoch auf das neue Vaterland! Berlin, 24. Nvv. (MTB.) Ter Vollzugsausschuß des Sol- davirrats bei der Obersten Heeresleitung erläßt folgenden Aufruf: An alle Soldalenräte des FeldlZveres! Kameradat! däoch leidet das Reich an den Rückivirkungen der glänzend ge- glückten Umwälzung und schon drohen unserer verjüngten Heimat neue Gefahren. Während wir die Waf'en aus der Hand zu freien gewillt sind, will das neuerstandene Polen unsere augenblickliche Lage mißbrauchen: unstteitig deutsches Land soll dem großen deutschen Va^rrstrud entrisse:! werden. Unser aller Rechtsempfinden empört sich gegen ixsi Gedanken, daß unter Mißachtung M HJEsBfrl'fline AhkitkUkr BfS öcrris Tülshü Ji«kß. Rvman von %. H. Adams (Nachdruck verboten,- <14 (Fortsetzung.) 3. Kapitel Eßalahad als Kupido ScklahaD Jones schaute müde von seiner' Ardert rn der Dank auf. Sie war die veranLwvrtungsvotle, aber kaum ansprechende MtigVeit, entwertete Bcmk?wten zrr zählen. Den ganzen Tag über saß er in einem stickigen, oüstern, kleinen Bureau, das eigentlich Hin viereckiAer Wandschrank war, den inan ün dem hintern Teil des Gebäudes weggestellt hatte, isalahad rauchte. Es war ihm erlaubt, während der Arbeitsstunden zu rauchen. Es war ihm auch erlaubt, Kampfer zu streuen — wegen der Ansteckungsgefahr. Beides war notwendig, denn die Haufen von Banknoten, die sein Zimmer anfüllten, waren lauter Geldscheine, die aus dein Verkehr zurückgezogen wurden, iveil sie schmutzig oder zerrissen oder durch den Gebrauch abgenutzt waren, lind der vereinte Ge- c 'L',ct 3 iiu;* 2 ii Zahlmittel übertäübte selbst den Kampferduft und raubte dem Tabak seinen Reiz. Am Mvrgcm kam Galahad gewöhnlich in sein Bureau mit einem Stoß Banknoten, der chm bis zum Kinn reichte, und ttxrrf den Haufen auf den schmierige?: Tisch, um sich der Wiljonictxm p^nedensgrundsätzc kerndeutsche Brüder und Landes veile aewaltfanr abgetrennt rmd der polnischen Fremdherrschaft unteisttellt werden sollen Kameraden: Mögen solche Absichten lauten wie sie wollen, ?ms mahnt dies-. Erscheinung vor Zwietracht und Auflösung Einig und geschlossen müssen ?orr uns um unsere vom Bertvaueu des rverktätigm Volkes gettvcpene Reickzsregicruny scharen. Nur dann wird sie das Matz an Ernstuß ASvörnen. um einen BölLrfrieden^ aufzutuum, der das deutsche Volk schützt vor natümaler Zerreißung ui?d auch ihm das Rocht auf Selbsdbestinuwmg sichert. Gwtzes Hauptquartier, 24. November 1918. Ein Dertrevertag der Truppen-Soldatrnrüte in Bod Ems. Berlin, 24. Nvv. (WDB. Nichtamtlich.) Ter Vollzugs- ausschu tz des Soldatenrates bei O. H. L. erläßä heute auf vielfältige dringende Auffotzdorung von ?vrvnr- und Soldalen- räten fvlgonden Aufruf: An alle Dstdatenräde der Heeresgruppen des Armee-O der Kommandos der West-, Ost- mld Südostsrout zur schleunigsten Weiterlettung an die unterskelllen Generellwnunandos mid Divisionen: In zphlreiche?: Kundgebungen von Soldaten- raten des Feldheeves llonrmt zu uns der dringende .Wunsch auf sofortig: Einberufung des allgemeinen Vertretertages der Truppen-Soldatenräte, deren Stimme bei der fireugestaltung der Dinge im Reich-nickst überhört werden soll. Einen solch«:: Vertretertag berufen wir hiermü m:f den 1. 12. vormittags 9 llT^rr nach Bad-Eins ein. Abe Tirnsion, r-edes Generaslommarido, Arniee-Ober-Konrnurndo und jede .Heeresgruppe — die drei letzteren für die ihnen innnittelbcrc unterstehenden Truppen — wollen je einen mit schriftlicher Vollmacht versehenen Vertreter entsenden. Soforttqe Eröffnung der Frirdensverhandlungrn gefordert. Haag, 23. Nvv. Der „Niewve Rotterdamsche Courant" meldet aus Paris: Tie schweizerisch: Rrglerung hat der Regierung der Verbündeten eine Mitteilung der deutschen Regierung übermittelt, worin gefordert wrrd: l. die unmittelbare Eröffnung der Friedens verho n dl ungen, 2. die Einberufung einer deutsch-amerikanischen Konferenz im Haag, Berattlng über die Leben smitdelversorgung oer Mittel- mäckste. (Tie Vereinigen Staaten haben, nne man sich erinnern wird. s. Z. erklärt, daß sie in dreier Angelegen heu in engster Verbindung mit den Verbündeten handeln würden.) Der Ex-Kaifer. London, 24. 'Mo. (WTB.) ,,Wackln Despatch" sagt, die Lage des Exkaisers erstil-w vielleicht schon morgen eine rreue Enttrncklung. Die Mliierten rvüßten genau, was aur dem Schlosse Amerongen vovgeh: u??d könnte?: beweisen, daß d"r Kaiser ein Faktor sei. den man in den Angelegenheitm Deursch- lonlt's noch nickt vernackstässigen dürfe. Clcmenceau habe be- bestimnrte Maßnahmen ^rtrvchm, die nickt oh.ie Einfluß auf die Lage sein gönnten. Das Ergebnis werde vielleicht schon in einigen Tagen bekannt werden. Die Tderluftr der Amerikaner. Washington, 23. Rov. (WTB.) Reuter. General Pt a r ch p-iltz? mit, daß die Ge sa m 1 ver l u ste d e s ä m e r i k a n i s che n Hilfsheeres bis zur Untern ickmung des Waffenstillstands- Vertrages 53169 Tote, 179 62'- Licr.vunpeu.- und 3323 EXstanqen? rrnd Vermißte betrugen. Die AmenLrner ualstnen 44 009 Deutsche g.-fangcn und erbeuteten 1400 Geschütze. March fügte hinzu, die Verluste der amettlHrnsckien Tr'.ppen in Rvrdrußlrrni» seien nicht schoer und di: Berickstc über die dortig: Lage seien ernrutigenr. dann rn die Arbeit zu stürzen. Tag um Tag arbeitete er dort inmitten all der jetzt nxtrtloser! Zeiche?? des Reichtums, während sich draußen die sttahlende Sonne Australiens zwischen den Gebäuden hinavtasvet-e und umsonst versuchte, fein sckpnieritzes kleriEs Fenster zu erreichen. Auf seinem Tisch lagen Millione?: — Millionen, in entwerteten Banknoten. Wäre nicht Oer Entwertnngsstempel darauf gervofen, so hätte er reich sein können für sein ganzes Leben. 'Aber all diese?' Reichtum ttZar für ihn nur nutzloses Papier und dazu noch seh?' schmutziges und ttnangenehmes Papier. Als Galahad mit dem letzten Banknotenbündel fertig war, gi?rg er Humus, um den Schmutz von seinen klebrigen Fingern zu waschen. Dann scheitelte er sorgfältig fein spärliches Haar, nahm feinen f-eisen schwarten Hut, verschloß die Tür seiner Hrrndehütte von einem Bureau mrd ging hinaus. Als er in das freu-ndliche So-rrnenlicht hinei w schritt, richtete er sich empor. Er ivar aus seine?' Hülle herausgekrochen; er hatte den Bankbeamten in jener Atmosphäre vo?? Kampfer uno G?tmmiarabicu?n zurückgelassen. Jetzt war er Kupido, der unlvidersdehlick)e Gott der L::be. Mtlnter wanderte er nack? Bloughs großem Importgeschäft. Ein wunderschöner Kommis ta?n an den Ladentisch. Galahad verlangte achtungsvoll Herr?: Harare Lothian zu sprechen — Herrn Horace Lolhia?:. Der präckstäge Kommis erklärte nmtt, daß er Herr Lothian sei. Galahad war verblüfft. Er hatte eine ganz mindere Art von Liebhaber zu sehen erwartet. Er hatte' sich ihn ass March kill* noch ntü, daß Koble»h «V . 3*1 vee Lu«irLurr?chev Vormarsches bestvmnt sei. Amtlicher Teil. Betanntmachna«' Berr.. Lemob?lmack?mg: hier Pferdeverstei^erirng Vom 28. l. M. ab finden täglich vvrmrttags von 10 ins I Uhr Pferdet»erstngeruntzen auf den?. Ttteo in Gietzen statt, den Bei- steigernmgen sind Beteiligt?- aus Landtoittschaft. J??dustrie. Handel u?rd Gewerbe zugelassen; Pferdehändler sind grundsätzlich ausgeschlossen J^rcr Teilrrehmer an der Berstcigermrg ?imß durch Vorlage eines Ausweises der Bürgern?eislercl seines Wohnort» dartm:, daß ec das Pferd zum ei^men Betrieb benötigt und nicht Hä?rdier ist. Auf Vorlage der laut Deinobilisierunasplan erforderlichen Pferdekarle wird vorläufig verz-chtet Der Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des KlreifeS rmstlen vorstehendes sofort ortsüblich bekanntmiuhe?: und Ausweise der eriuäbnten Art an d« Interessenten aushändigen Gießen, den 25. Niwernver 1.918. Kreiscnnt Gießerr I. B.: Lang ermann Bekanntmachung. B e t r.: Verkehr mit Brotgetreide und Mehl. Gemäß Verfügung des Direktoriums der Rerchsgetreidnttile wird ab 1. Dezenrber 1918 die Tageskopftnetlge an Mehl für die liersorgungsberechtigle Bevölkerung von 200 Gramm auf 240 Grcrnrm erhöht. Die Erhöhung v^lrd aus Schwerarveinnzusage,ange- recknet, SchweNtarbeiierzulage ,vie bisher weiter gewährt, so daß für oitte beiden Gruppen die bisherige Gesanrtvation unverändert bleibt. Reisebwtmacken sind vom 1. Dezember 1918 ab für reden Reisetag je 0 Stück zusammen, alio über 30 e???ipwhlen, vorstehende Bekam:tn?v.ch?rna ottsüblich zu veröffaulichen Ä i e ß e n , den 22. November 1918. Kreisamt Gießen I.B.: Langermann. Be tr.: Teinvbilmachung: hier: D'.rrchmärsche. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Das Gerreeralkvmmando des 18. Arrneekorps I>at mitgcteilt, r-aß es zur Regelung der Verpflegung dauernd über alle and, i n den einzelnen Ortschaften liegenden kleinen For??mtivncm des Feidbeenes unrerriciwet fein müsse, zumal sick d:e Mehrzah derselben ohne Br- naä-ricktimmg des Generalkommandos dort aufKfffcen. Wir sehrm deshalb von Fall zu Fall Ihrer Draht- oder Fernfprecknacknnchc entgegen wckcke d^rarckge Formatumen in rhwem Bezirk oorhindeir sind, unter Angabe ihrer Stärke, ebenso der Rackttckt. sobald eine derselben abgerückt oder eine neue erngervonen ist Gießen , den 24. Nvr^ember 1918. Kreisamt Gieße:' B.: Lang er mann. einen immerhin älteren SDfcmn von stark ausgeprägter Per sönlichleir vorgestellt. Tatsächlich Galahad war von Sybils seltsamer Schönheit so überir^ältigt ge.oesen, daß er etwas Ueb er menschliches erwarvet hatte — ?ftn Mittelding Mischen einem Napoleon und einen: Engel. Und dies kvar nur ein schöner Jüngling. Und deurwa war dieser schlanke, dunkle, hübsche, schmachtende junge Mann, wie er sich gestehen rrrußte, einer jener Typen, die, io bgleich sie nicht fetten sind, imme?7hin sefset-nd cmssehen. Er rvar sehr gur gekleider, obgleich es G> er SOckt an den Gien. Anzeiger. 2 möbl. Zimmer z. verm. jlaiier'Allce 58,11. H'" m'i e Vgesuc h e'j 3-4 Zi«lStt-8ohnllii per 1. Febr., evtl, früher, von einem jung Eiiepaar gefacht. Schrift l. Angebote unter 9036 o. d. Gie stene r Anzeig er erb. ßielterer Akademiker sucht gut möbl. Wobn u. Tchlaf- zimmcr, evi. auch gröberes Einzelziinmer. Angeb. unter 073W nn den Gieß. An». kiiifM iiiödl. Zimuicr in der Nähe der Gummi- tabrlf gesucht. An geb. unter •049 an die Geschäftsstelle hes Giestener Anzeiger. nn;.r?m»er od. Ki«u»« mm. Vadiunz m. Sttcbe zu niiet. gef. An geb. an I. Gerhard, WetzlarerWeg 07, erberen.»»» Liadeii kleiner, möglichst mit Wohnung, am Markt oder nächster Nähe zu mieten gesucht. Offenen mit Preis unter Z. 15123 an Haafenstein & Vogler A. 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Diejenige Person welche gestern Sonntag das Auktl- lila DsmoaöetEcksifcsehckea aufgehoben ha:, ist erkannt u. wirdum soiorrige Zurückgabe an da? ?»U »«lR» t er s ucht.^ . Primaner erteilt Nachhilfe in Franzönsch und Mathe marik. Zn erfragen in der GeichästSü. d. Gien. Anz. Verloren gestern abend zw. 11 u. 12UbrLichtsptelhauS b. KasseeAmend schwarzeBttes- tasche mit 14NMk. und?vcrlv. Milttärvapieren. Abzug.geg. guteBel. i.Ltvßt»»l«ißU»>. vm Schwarze Brieftasche verloren! Avzugeben gegen 50 Mark Beloh nung a. d. Polic e i a m t. VetL,«lS«vO» k»»ek«ot„k mit 6 am Ring angeknüpsten Schlnfseln auf den: Wege vom Marklpiav nach der Sencken bergstrahe oder im Phvstol. Institut am Sonntag nackm. verloren. Abzuges geg. Bc- lobn. »G«ß eul»«r 7 »tr. 18. °''- Am 10. d. itK. ein Bibliotbeks band: Zolas .Anna Kare nina", verloren. Abzugeben gegen Belohnung <»04:> Gartentt ra ßc 28 . Dienstage Abonnement 1. Rang irrorderplau ad zage de« Vöd e rite. 4. Is.tong llsemann 8tsinflvvttsr Dienstag d.2«.Nov. tOt^, abends 7'/. Udr: V. vla»»»»'?' Al»»N«»sotk- VI) Allen Verwandte». Frenndea und Bekannte» die schmerzliche MfttcUmra, dah am 22. November abends um M, Uhr plötzlich und unerwartet meine innigttgeliebte, unoergehliche Frau, meine liebe, treue Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Frau Emilie Rödel geb. Klein im Alter von 25 Jahren sanft entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Ern» Rödel Frau lSustav Klei« Witwe Fritz Klei», z. Z. vermiet Familie Andreas Rödel. Gissten iKrofdorfer Strahe 28). den 23. Nov. 1918. % Die Beerdigung findet Dienstag auf dem neuen Friedhi Für die warme Teilnahme bei dem W Hinscheiden meiner lieben Frau Marie Heger ■ herzlichen Dank. Otto Heger Familie Merkel, gf Gießen, Öen 23. November 1918. Marktstr. 16 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines liebenGatten, unseres guten Vaters sagen wir aus diesem Wege unseren innigsten Dank, insbesondere dem Postunterbeamten-Derein, sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden und allen denen, die unserem teuren Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Dehus Witwe. Gießen, den 25. November 1918. 07877 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, für die vielen Kranzspenden, sowie allen denen, die unserem teuren Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Tank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: B. Wisker, Rangittinßr. i- P. Gießen, 23. November 1918. 9032 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir unfern innigsten Dank, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler am Grabe, ferner für die vielen Kranz- und Blumenspenden und allen denen, die unserer lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Zrmmermeister Fakob Schäfer. Wieseck, den 19. November 1918. 8982 Für die vielen Beweise herzl. Teilnahme beim Heimgänge unserer einzigen Tochter Katharine bewnoerS iür die trostreichen Worte des -Herrn Pfarrers Preufchen und die vielen Kranz- und ^lumenfpende,, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Münch HI. ■Junten, den 25. November 191 07370 jffA Hart ist das Los und groß der Schmerz, Es bricht den Eltern und der Schwester fast das Herz. Ruhe sanft, geliebtes Herz, Denn du hast den Frieden, wir den Schmerz. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es Gott gefallen hat, unseren heißgeliebten, einzigen Sohn, meinen lieben, treuen Bruder Karl im Alter von 26V, Jahren nach einem sich im Felde zagezogenen schweren Leiden Samstag morgens 2 1 /, Uhr in die Ewigkeit zu sich zu rufen. In tiefem Schmerz: Familie Wolf. Großen-Unden (Kaiserstraße 93), den 23. November 1918. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr statt. Mm Statt besonderer Anzeige. Verwandten. Freunden und Bekannten Sie schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber Mann, Vater und Schwiegersohn, unser Bruder, Schwager, Neffe und Onkel Herr KarS Specht heute nacht nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 36 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist In tiefem Schmerz: Frau Elise Specht Wtw. and Kind. Fraa Hermann Schnaidt Wtw. d. alle Ansehttriffen. Lieh (Oberhessen), Frankfurt a.M., 23. November 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 26 Nov- nachm. 3 Uhr statt. UWM . '} ■ ' v t Gott dem Allmächtigen und Allgütigen hat es gefallen, hente morgen 5 Uhr unsere liebe Tochter, unser noch einziges Kind, unsere liebe Nichte Katharine Damm im blühenden Alter von 24 Jahren nach 9 tägiger schwerer Krankheit zu sich zu rnfen. Sie folgte ihrem, am 17. April verwundeten und am 24. April 1917 in Frankreich beerdigten Bruder Philipp Damm. Phil. 1, 21 u. 23. Willi. Ludwig Damm o. Fraa Familie Granllch Elisabete g eb. Dobus Familie Lehrer Debus Familien Laanspach und Daanra. m3 Bersrod, Ruppertsburg und Relakirchen, den 24. November 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 26. Nov. 1918 nachm. 2 Uhr statt. , Todeo-Anzeicc. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmeraliche Mitteilung, daß Sonntag morgen st,6 Uhr meine liebe, unvergeßliche Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwägerin u. Tante Frau Katharina Schäfer geh. Euler nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren sanft entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schäfer T. Konrad Schäfer III. nnd 5 Fnkel nebst allen Verwandten. Hausen, 23. November 1918. 07384 Die Beerdigung findet Dienstag den 26. November um Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Sohnes und Bruders sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Eidenmüller für die trostreichen Worte am Grabe sowie allen andern für die zahlreichen Kranz- und Blutnenspenden. Familie Wilhelm Jung V. Klein-Linden, den 23. November 1918, Geffeniliche Versammlung der Prittl-AizeMki m Wen und Uigepii am Mittwoch den 27. November abends 8 Uhr im großen Saal des Gasthofs Hindenburg. Die wirtschaftliche Lage der Angestellten und Stellungnahme zu den Ereignissen der Zeit. Der Siebener-Ausschuß. fort mi tseder ininderrr>evtigsn Schnhkrein! Dr. Bentner's Oelwachslederputz Nigrin dein Teerprodukt, keine Wasserkreme, stets gleich- müßige, reine Oelwochsware erhalt das Leder dauerhaft, gibt schönsten, auch bei Regen und Schnee haltbaren Hochglanz. 9054hv Hersteller, auch des beliebten Parketth-deUwochses .Rodert»-: Carl Stainer, Göppingen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meines unvergeßlichen Gatten und unseres lieben Vaters, der uns betroffen, sagen wir unseren innigsten Dank. Besonders danken wir für die vielen Kranzspenden, sowie allen, die dem teuren Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Karoline Weitzel und Kinder. Lang-GönS, den 23. November 1918. 07843 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem unS so schwer betroffenen Verluste, für die liebevolle Pflege der beiden hiesigen Krankenschwestern, für die vielen Kranzspenden. sowie allen denen, die unserem lieben Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lydia Stephan geb. Frauenzimmer u. Umder. Grotzen-Buseck, den 23. November 1918. Bekanntmachung Die Haltestellen Kreuzplatz und Schuiurahe — Ecke Sonnenstraste find bis auf weiteres ausgehoben. Elektrizitätswerke und Strastenbabu der Stadt (Siesten. 9086c Stolte. Realgymnasium Gießen. Wiederbeginn des Unterricht- Mittwoch den 27. November 1918, und zwar um 8V, Uhr für die Klassen 01, Ul, OIL UII; um 11 Uhr für V, VI; nach, mittags 3 Uhr für 0III, UIII, IV. 9046D Die Direktion: Dr. Baur. Aliceschule 8927D Montag den 2 Dezember beginnen neue Vierteljahr- kurie in Flrcten, Stopfen, Weistuäbeu,Handarbeiten u. Schneidern. Anmeldung nur im Schulhaus StoinstraÄ* 18. wer noch Forderungen an die Kantine des I. Landst.-Inf.'Lrs.°Batl. XVIII/32 hat, wolle dieselben bis spätestens Donnerstag den 28. dss. Monats einreichen an die Kassenverwaltung des I. Landft.-Inf.- Ers.-Batl. XVIII/32 Eichen. Später einlaufende Rechnungen müssen unberücksichtigt bleiben. ' 97379 Bersteigkrungslinzeige. Der Unterzeichnete Generalbevollmächtigte der Erben der Ludw. Jung VIII. Ww. lädt durch Ortsgericht Klein-^tnden nächsten Donnerstag den 28. November 1918, abends 8 1 /, Mir im Saale der neuen Schule die zum Nachlast gehörigen Grundstücken. Fl. I Nr. 72°/,g Hosreite im Ort 372 qm. 72 l /io Grasgarten daselbst 5.99 233 Grasgartenam Platz 256 „ 469 Acker auf dem ^indenacker 544 „ 173 Acker auf der klein. Haid 1175 „ 137 Erlenbochwald i d. Aspen 138 „ 137°/,o Erlenhochwald daselbst 138 öffentlich meistbietend versteigern. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Klein-Linden, den 22. November 1918. 073601 ktaiv. Jung VIII. I „ I „ I „ VI * II „ II Lichtspielhaus Bahnliofstr. 34. Nur noch heute u. morgen das wirklich erstklassige Elite-Programm Fern Andra und Stuart Webbs. Ab Mittwoch die große Sensation Die Lichtspieloper „Der Waffenschmied“ Nach der komischen Oper in 3 Akten, 5 Bildern von A. Lortzing, unter persönlicher Mitwirkung namhafter Opernsänger und Opernsängerinnen. Grosses Opern-Orcheaier Täglich 3 Vorstellungen 3 30 , 6 00 und 8 30 Uhr. Wegen der sehr starken Nachfrage nach Eintrittskarten dürfte es sich empfehlen, sich jetzt schon Karten zu sichern für die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen. 9042a Allo VcraürtHtignngcn nsif.gr hoben. Vorverkauf an der lhea