flr, 26Z Der fcicfccncr Lnzel-er «scheint tdfllidi, außer Conntaqt. - planen: Giebevrr.ZamNienbliitteri Kicistlctt fflr den Krtis Siehe«, vezugspreiz: monatl.l'if.1.35, viertel» jährlich V!k. 4.0ö: durch Äbhole- iu Zweigstellen monatl. Mk. 1.25. durch die Post "Utf. 4.05 viertel» jährl. auSschl. Bestellg. ffernsprech - Anschlrisse: stirdieCchristleitungN2 Berlag.Geschäfttslellebl Anschritt für Dralunach- richten. Anzeiger Sietzen. 168. Jahrgang Mittwoch. 13. November '613 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. 11686 AWi!llng§rund-ruck u. Verlag: Nnnahnie von Anzeigen i. tue Lagevm'.inu.er viS zuin NachnÄnag voiber ohne jedeBek'biiiDlu'.ikect Zeiienpreije: ^ für örtliche v .Hit*eiqen 25 l'f.,jür auswärtige 30 Pi., für Reklamen Mk.1. —liebst 20 „Tcue» ruitgszus'lilaq; Plat-vor- schrii! 20 % Aufschlag. Hauvtlchriitleiler: Aug. Goeg. Verantlvortiich Vankvrrlkhr: ^ ^"L' ScwcrdebonI Eiizen "euubr.acu -icl. I>r. Ne,„hold Zenz; jui den vrühl'sche Umv.-Buch- u. Zteindruckerei R. Lange.Zchristleitung, GeschastZstelle u. Druckerei: Zchulslr. 7. G^ßen' General-Anzeiger flr Oberheffe-r Die Absichten öe? neuen Hegiemu 95affT rrrsprstngkich! ait^erramberfteTjenben illlffichten in auf btc Jomgeftalt'imq bcv Staates fyabcn sich die Deutschland ^cinvänig belxrrsclMiden „Volkskommissare", ! diesich airs So.zialdentokrabsn und „Unabhängigen" zn- i sanrnreusetz^n, ans ein goinerirsaimes Programnl geeinigt. Darin stzeht auch der Entschluß, Wahlen zu einer Natiorml- versarnTnlnng ansUtschreiben. Also Hache, Lcdebonr, Liebknecht und bereu RickMrng traben ihren Ursprung licl)en Plan, die Gemeinsckpast der Soldaberrräte über Staatsform und Verfassung enlsil- I lers erhalten für unser Volk einen neuen, f uns alle beledei^jen Inhalt. Das „Teuerste der | Bande, der Trieb zum Vater lande", wird « hoffentlich aus dem Kriege unerschüttert hervorgehcn! Präsi- 1 bent Wilson, der jetzt wieder sehr tugendreich und gönner- I Haft sich zum Wort gerneldet hat, traut der deutschen Staats- I autzorit ät noch nicht, die die Wafsenstillstandsbedingungen un- I terzcichnet hat und den Frieden abschließen wird. Run wohl, I er hat noch viel zu tun, um uns von seinen redlichen Ab- 4 s-ichlen zu überzeugen. Botschaften hat er genug in die Welt | gehen lassen, jetzt muh er uns durch die Tat ltod) den rech- 9 ien Glauben beibriugen. Das kann auf der Friedens- ! Konferenz geschehen, die nach einein Vorschlag unserer Re- I gieruna alsbald einen Präliminarfrieden ins Auge fassen I soll. Alle Welt ist betroffen von der U n m e n s ch l i ch k e i t I der Wassenstillstandsbedingungen. Llber eine Bewegung der I Menschlichkeit ist aus dem Marsche. Wenn die Entente nicht I mitmarschiert, werden ihre Länder und Negierungen ins I Feuer kommen! Das Programm der Regierung. Berlin, 12. Nov. (WTB.) Ein Aufruf der Volltzbeauftrayten I kündigt an: Tie Regierung setzt sich die Aufgabe, das svzra- | listische Programm zu verwirklichen und verkündigt mit I Gesetzeskraft: Aufhebung des Belagerungszustandes, forme aller Beschran- I fungen des Vereins- und Versammlungsrechtes auch für Beamte I und Staatsarbeiter, Aufhebung der Zensur, freie Mei- | nungsäußerung, Freiheit der ReligionsÜbung, politische Am- ! nestle. Aufhebung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. Aushebung der Gesindeord-nungen sowie der Ausnahmc-- «setze gegen Landarbeiter und die Wiedereinsetzung der Arbeiter- I schjutzbestirnmungen. Spätestens zu Neujahr soll der a ch t st ü n d i g e I Maximalarbcitstag in Kraft treten. Die Regierrrng kündigt ferner an: Fürsorge für Mlsreich ende Arbeitsgelegenheit. Uvrterstützimg von EnocröÄosen, Erhöhung der I Versicherungspflicht bei der Krankenversicherung, Bekämpnmg der I WohnungSiwl. Sicherung geregelter Volksernährimg, Aufrecht- a erhaltrmg geordneter Produktion, Schutz d.s Eigent'rms gegen die Arrgrisfe Privater. Alle öffentlichen Wahlen sollen nach den' gleuhcn, geheirnen, direkten mrd allgemeinen Wahlrecht nach dem ProportionÄ-System für alle mnrdestens 20 Jahre alten männ- [ lichen und weiblichen Personen erfolgen, auch fürdiekonstituie- rende Versammlung, über die nähere Bestimmung erfolgt Berlin, 12. Nov. Tie Verteilung der Arbeitsgebiete im Rat der Volksbwustragten ist vorläufig die folgende: Ebcrt Jtrneres und Militär: Haase Aeußeres 'i.nd Kolonien; Scheidemann Finanzen, Tittmann Demobilisierung und öffentliche Gesundheitspflege, Landsberg Presse und Nachrichtendienst, Barth Ärzialpolitik. ^ Wilson über die Aufgaben nach öem Rrlege. Washington, 12. Nov. (WTB.) Tralstlos. Wilson hielt im Kongreß eine Ansprache, in der er die Bedingungen des Waffenstillstandes mitteilte und u. a. aus führte: Das Ziel des Krieges ist erreicht, derweioassnete Jmveffalrs- f mus und die Militärkaste Teittschlonds, die geheim und ans eigener Macht den Frieden der Welt stören konnten, sind vernichtet. Biel mehr als das ist aber erreicht. Die großen Nationen der Welt I haben sich zir einem gemeinsamen Ziele vereirrigt, nämlich den ( Frieden anfznrichten, der die Sehlrsncht der Welt nach uneigennütziger 0)erechtigkeit befriedigen lvird, und der in Ausgleichen be- , steheir soll, die auf viel besserer und dauerhafterer Grundlage auf- ! gebaut sein werden, als den sewstischen und konkurrierenden Jn- I tcressen mächtiger Staaten. Ter humane Sinn der siegreick>en Regierungen hat sich bereits praktisch gezeigt. Die Vertreter des obersten Kriegsrates in Versailles versicherten dirrch cinstiminigen Beschluß deil Vertretern der Mittelmächte, daß alles, lvas den Umständen nach möglich ist. geschtl»en soll, um durch Versorgrmg mit Lebonsmttteln das Elend zu erleichtern. Es sollen weitere Scfjrittii getan werden, um diese Unterstützrmgsmaßregeln in systematischer W'ise zu organisieren, wie es in Belgien geschehen ist. Mit Hilfe de< brachliegenden Schiffsraums der Mittelmächte soll es alsbald möglich genrocht werden, die unterdrückten "Völker vor voll ständiger Verelendurrg zu bewahren und ihnen den Sinn für die, Aufgaben des politischen Aufbaues klar zu machen, denen, sie sich jetzt überall gegeirübcärhcn. . Mit ivelchen Negnermxgen werden wir es bei Llnfriclittcng des Friedens zu tun lMbon, mit welcher Wi.torität werdest sie uns gteqeinibertreten, mit welckper Büpg'chaft, daß ihre Autorität von Tauer sein wird? Hier liegt der Grund für keine geringen Sorgen mrd Befiirch'.nngen. Wenn her Frieden geschlossen ist, auf tuesserc Besprect^nnginl und Berpflichttuigen. außer deicen von rnrs selbst wird er beruhen? Seieri wir offen .legen uns ^selbst, geben wir zu, daß diese Fragen jetzt nittst sofort befriedigt ivcrden können. ^ Llber die "sAoral ist. daß die Hoffirung besteht, daß eine befriedigende Antwort bald möglich ist. Tie Völker, die eben erst aus dem Joch der Willkürlichkcit herausgie-lonnnen sind, die jetzt endlich in Besitz ihrer Freiheit gelaregen, neben jetzt vor ihrer ersten Probe. Wir müssen uns rubic* baltert, damit sie sich selbst fnrden. In der Zwiscl»enzeit .müssen wir dem Frieden auf- richten, der il/ven Pßrtz mtter den Nattomm gerecht bestchnmt, alle Furcht von ihren Nachbarn und seitherigen Herren beseitigen und sie in den Stand setzen wird, sicher und zufrieden zu leben, nvnn sie ihre eicynveir Angelegacheiten in Ordmrng gebrackst haben. Ich persönlich zweifle nicht an iljrrer Mficht oder an* ihrer Fähch keit. Einig.? allkftidwr Anzeichen sind vorlsandon, daß sie den Weg zur Selbstbeherrschpung und zur friedliäxm Anpassung kennen und suchen rverden-. Wenn sie cs tun, toeroen wir unsere Unterstützung in jeder möglicher Weise zu ihrer Verfügung stellen. Tun sic es .nickt, so müssen wir die Geduld und die Syrnpathie bewahren mrd die Genesung, abwart^r, die am Ende sicher kommen wird. Ein Reichsamt für wirtschaftliche Demobilisierung. Berlin, 12. Nov. WTB.' Zur Ueberführung des derttschen Wirtschaftslebens in den Frieden nmrde eine obeffte Reichsbehörde u.nter der Bezcickinnng ..Reichsamt für wirtschaftliche Demobilmachung iDemo'-Ümackymgsamt)" ccrichtet. Mit der Leitung dieses Amtes wurde mit Zustimmung des Herrn Kriegs- nlinisters der bisherige Oberstleutnant Koeth, Leiter der Kriegs- rohstoffalncilung. beauftragt. Tiefer hat die gesamten Arbeiten der wircschaftlichnr Demobilisiermrg ww-rchglich in die Hand zu nehmen mW sich mit den sämtlichen hierbei rn Betracht kommenden Zentral-, Provirrzial-, Lokalbehörden der Reichs- und Bundesstaaten zu tnesem Zweck in Verbindung zu setzen. Alle Zivil- und Militärbehörden werden aufgefordert, den Weismrgen des Herrn Koeth in Angelegenheiten der nnrtschastlicki^r Demobilisierung unweigerlich und mit größter Beschlcrrnigung Folge zu leisten und ihnr zur Durchführung seiner für die Wohlfahrt unseres Volkes äußerst roichtigen Aufgabe nach jeder Richtung behilflich zu sein. Tie Reichsregierung: Ebert, Haase. Bürgerausschüsse? Berlin, 12._ Nov. (WTB.) Die Erfahrungen der letzten Zeit beweisen, daß das deu'sche Bürgertum als solches selbst den schüoersten inneren Umwalzmrgen tatenlos gegenübersielst. In dieser entscheidenden Stunde fordern wir das deutsche Bürgertum zur sofortigen Bildung von Bürgeraus- s ch ü s s e n überall in Deutschland zu schreiten, auf. Düse Bür- gcrausschüsse liaben in Fühlung nrit der Reichsleitung und den bestehenden Arbeiter- rmd Soldatenräten in erster Linie folgende Ausgabe zu lösen: Wahrung der büogerllckMr und vollen Gleich- berechtkgmrg des Bi'irgertunts bei allen staatlickien Ät'aßnahmen. Zur Bildung eines solchen Bür,Terausschiffses für Groß-Berlin taten wir bereits die nötigen Senso wie die -angebotene Beteiligung des GioeAscknrstÄärtells solvvhl voin Arbeiterrat wie vom Soldatenrat abgckehnt. Dagegen nnrrde der sozialdemokratischen Partei die Mitarbeit olme formelle Ver- trettmg rmter der Bedin,rung gestattet, daß sie die Fordernng nach einer sozialistischen Republik vorbel^altlos anei^emtt. Die Macht dos Leipziger Arbeiter- und Soldatenrats erstreckt sich über den ganzen Bereich des 19. Armeekorps. tzindenburg an die deutsche Armee. Berlin, 12. Nov. (WTB.) Werauatfeldmarschall o. Hin- denburg hat an die deutsche Armee nachfolgenden Erlaß A'richtet: An die Aranee! Ter Waffenstillstand ist mrterzeichnet. Bis zum heutigen Tage haben wir unsere Waffen in Ehren geführt. In treicer Hingabe und Pflicksterfülllmg vollbraclste die Armee Gelwltiges in siegreichen "Angarffsschlt'chten und zäl-er Llbrvül/r. In lxrrtem Kampfe zu Lande und in der Lust haben wir den Feind von unseren: 6-renzen ferngehalten und Däc Heimat Uvat den Schrecknissen und Venvüstungen des Krieges b^m-al/rt. Bei der wachsenden Zahl unserer Gegner, bei deni Zusammenbruch, der uns bis an das Ende ihrer ^bnft zirr Seite slel-enden Verbündeten und bei deu immer drückender werdenden Ernälnmigs- und Wirtsckaftssorgeu lmt sich unsere Regierung zur Annahme harter W affen- st i l l sta n d s b e d i n g tt n g c n e.itschlicßeit müssen. Aber auf recht und stolz gehen wir aus dem Kampfe, den wir über vier Jahre gegen eine Welt von Feinden bestanden. Aus dem Aemußtfein, daß Nur unser Land und unsere Elwe bis zunr Aeußcrstrn ver teidigt l>aben. schöpfen nur neue Klnft. Der Waffenstills1mtdsvertvag> verpflichtet zuni schnellen Rückmärsche in die Heimat, unter den obnxchtcnden Ver hältnissen eine schwere Aufgabe, die Seibstl>el-ernckyrng und treueste Pflichterfüllung von jedem einzelnen von Euch verckaugt. ein lmrter Pri'ffstein ß'rr den Geist mrd den inneren Hall der Armee. Im Kampfe habt Ihr Elrren Gencwatfeldinaickchall nienials im Stich gelassen. Ich vertraue auch jetzt.auf Euch! v. H i n d e n b tt r g. (^Kneralfeldmarscl-all. Ein englisches Kriegsschiff torpediert. London, 11. Nov. (WTB.) Reuter. Tie Admiralität berichtet, daß das britisckM Kriegsschiff „Britannia" am 9. November in der westlichen Einfahrt an der Rteerrnae von Gibrallac torpediert rmd versenkt nnrrde. 39 Ofsiziere und 673 Mwrn wur-- den gerettet. 40 Pepsonen sind umgekommen. Die AenSerung der Wassenstillstandsbedinguntzen Wurde uns gestern bereits sehr zeitig von Köln aus übermittelt. Nunmehr werden die Aenderungen auch vom Wolffschen Bureau bekcrnn'cgegebcm. Wir bringen vmi der Wolffschen Meldung nur, was unsere gestrige Meldrmg ergänzt, und verweisen nochmals auf diese. Berlin, 12. Nov. (WTB.) Nach einem gestern vormittag 6.25 Uhr vom Eiffelturm gegeberren Fmrkfpruch der deutscheir Bevollmächtigten an die deutsche Oberste Heeresleitung sind in ben Wasfenstillstandsbedi,cgungen noch einige Aenderungen vorgenommen worden. Tie Zahl der auszuliesernden L a st k r a f t w a g e p tvird aus 5Q00 statt auf 10000 festgesetzt. Bezüglich der Kriegsgefangenen wird vereinbart, daß die Heimsendung der deuffchen nriegsgefangenen, die in Holland uno in dec Schweiz interniert sind, wie bisher fortgesetzt werde. Die Heimsendung der deutsckgen K'riegsgefcrngenen nncd bei Abschluß der Vorfriedensverhanoluir- gen geregelt. Was die Räumung der Ostgebiete anbelangt, so müssen Oesterreich, Rumänien und die Türkei sofort gerautnt werden, die vor denc Frieden zu Rußland gehörerchen Gebiete, sobald die Alliierten unter Berücksichtigung der inneren L^ge dieser Gebiete den Augenblick für gekommen erachten. Nach Artikel 14 müssen alle Rceuffilionen, Beschlagnahmungen oder Zwangsmaßnahmen der deulsck>en Truppen, die dazu bestimmt waren,, sich Hilfsmittel für Deutschland in Rumänien uard Rußland zu beschaffen, sofort aus hören. Bezüglich Ostafrikas wird bestimmt, daß dieses Gebiet inner« halb eines Monats von allen deutschen Streitkrästen geräumt sein mitß. Bezüglich der Blockade heißt es: Tie Alliierten sind der Ansicht, daß tie Forts tzung der Blockade die Lebensmittelversorgwig Deutschlands nach abguchlossenem Waffenstillstand nicht verhindern wird in dem Maße, wie sie es für notwendig l-alten werden. Eine deutsche Note an Amerika. Berlin, 12. Nov (Nichtamtlich.) Die deutsche Regierung hat durch Vermittlung der schweizerischen Re- gi-erun-g an die Regierung der Bereinigten Staaten von Amerika folgende Note gerichtet: Nachdem nunmehr der Waffensttllscand beschlossen ist, bittet die deutsche Regierung den Präsidenten der Vereinigten Staaten, den Beginn der Frieden s v e rha nd l un ge n in die Wege leiten zu wollen. Der Beschleunigung halber schlägt sie vor, zunächst den Abschluß eines Präliminar^ frieden s ins Äuge zu fassen, und ihr mitzuteilen, an welchem Orte und zu welchem Zeitpunkte die Verhondlimgen beginnen sotten. Wegen drohender Labeirsmittelnot legt die deuffche Regierung aur unverzüglichen Beginn der Verhandlungen besonderen Wert. gez.: Sols, Staatssekretär. Eine Kundgebung an die Entente. München, 11. Nov. (WTB.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: In der Nacht zum ll. November sandte die Regierung des Volkssdacnes Bayern mit der Bitte um llel'ermittlung ian Wilson, die Regierungen Frankreichs, England-Z imb Italiens an den Bundesrat in B e r n folgende Kundgebung: Ich bitte Sie, nachfolgende Kundgebung an den Präsidentmi Dillon. die Regierungen Frankreichs, Englands und Italiens zu übermitteln und zugleich an das Schweizer Volk zu verl'rcitenz An die Völker "Amerikas, Frankreichs, Englands, Italiens imd an die Proletarier aller Länder! Das bayerische Volk bat zuerst in Deutschland rmter der Führung von Männern, die seit Beginn des Krieges den leidenschaft- lichyen Kampf gegen die frevelhafte Polttik der deutsck)en Regierungen und Fürsten geffihrt haben, in einer stürmischen und vom endgültigen Erfolg gekrönten revolutionären Erhebung alle und alles beseittgt, was schilldig und mitschickdig an dem Weltkrieg war. Bayern hat sich als Volksstaat proklamiett. Das ganze Volk begrüßt jubelnd seine Erlösimg. Tie anderen Staaten Deutschlands! folgen in unmlchältsamem Drang unserem Beispiel rmd begründe^ damit zum ersten ÄLale die wirkliche irmere Einheit Deutschlands. diesem Augenblick stürzt auf das junge Bayern die Veröffent- lichmkg der Wasfensillslandsbedingungen der alliierten Mächte herein. Alle Hoffnungen, die wir durch den Erfolg der Revolittiott hegen durften, sind damit zerstört. Die neue Republik wird, wenn diese euffetzlichen Bedingimgen unverändert sein sollten, in kurzer Zeit eine Wüste und ein Chaos sein. Wir verstünden wohl die Empfindungen, die die alliierten Mächte vc'ranloßren. solche Bedingungcm zu stellen, inenn sie damit die Schuldigen tteffeij würden. Tie deutsck>en "Autokraten und Militaristen haben keine Schonung verdient. Jetzt aber bat das Volk sich befreit, und dis Bedingungen, die ihm jetzt cmwrlegt werden, bedeuten sein« Vernichtung-. Bierden die Forderungen ausrecht erhalten, so gel>en wir Zuständen entgegen, die fr ine menschliche Vlxnncffick sich vorstellen kam:. Tie anarchische Auslösung aller Verhältnisse, die gerade die bayerisch Revollction durch die Schffflng eines in sich gefesttgten Volksstaates verlyndern nwllte, würde die notwendige Folge sein, mrd die Herrschst der sich zuchtlos auslüsenden Mlllunrenheerc würde eine geistige, und sittlich Venvildernng sowie eine politisck) sozialDBesessenbeit l>erbeiführen, die auch in, das Gebiet der Sieger verheerend überrnreifen itn'hbc. Das darf nicht geschhen! Tie demokratischen Völker dürcken nicht 'vollen, daß die revolittionäre Schöpfung der deutschen Demokratie durch die Sckionungslosigkeit der Sieger vernichtet wird. Jetzt ist die Sttnrde gekomrnen, nw durch einen ?lkt 'vcnt ausblickender Großmut die Versöhnung der Völker herbei geffihrt werden kann. Vergeßt in der Schöpffmg der nercen Welt den Hckß, der in der alten erzeugt worden ist. Der Bölkerbrmd, der da-, gemeinsame Ideal der Menschl)eit geworden ist, kann niemals tverden, wenn er beginnt mit der Ausrotlnng des jüngsten Glieder demokrenscher Natur. Wir beschivören euch, die Regierimgen wie da.- Volk, v.i erhabener Selbsttilnrwindimg die ff'cr alle verhängnisvolle Liani- dierung des Weltkrieges in gemeinsamer Archil der Sieger uni) Besiegten zu uitterncvmen. Dieses schwere Wc'rk würde d,e erste Handlung des neuen Völkerbundes sein und ihn damit begründen. Tie alliierten Demokraten dürfen nicht vergessen, >me viel snmnn getra.wne Opfer unzähliger namenloser Deutscher seit Beginn di 'es Krieges in llarer Erkenntnis der Schuld gebracht worden sind, und die Regierungen der alliierten Mächte biinat nicht die Verantwortung vo-. d " proletarischen Massen nl>eniehmen. die Av.cinallonaie in cinem Ang nblick wieder zu zerstören, wo sie sich inncrlich zu- sammengesuirdeil hat. Das Schicksal d^n Btenschheit liegl in den Händen der Männer, die jetzt die Neugestaltung der zerrütte!e.^ Völker ausbaneir. Das Rdinistcrium des lxwenschen Vvlksstaates. » 1 ' ■ * . .Krrrt EiSurr. Eine Proklamation Wilson». Washington, 11 . Nov. (WTB.) Wilson aLrtz eine ProflamatroN-Uber den Waffenstillstand, in der er I 6 r>. Ulles, ^v^für jmni kämpfte, wurde erreicht. Es ist ietzr lorsne Muctlrcl»- Pflicht durch BeftpÄ U 7 Ü> verstüiwigeu, fveuno- lcl.anliären Rat materielle Bechllfe bei Errichtmr(- eurer «recht«! TenVkratlc in der ganzen Welt zu gewähren. m 12 . Nov. (WTB.) (Drahtlos.) In einer Ansprache ach dem Kong.retz sagte Wilson: Tie Msietten bcab NchttAeii, die M ittelmächte mit Lebensmitteln zu v er- - -'^ort ernc ^nterscüyurigsarganisation nüe früher m Belgien ins Leoen zu rufen. ^ M^"hork, lLKct>. (WTB.) Reuter. Die wchm^ichnurm des.Waffen,llllitandes führte Zu begeisterten Kund^ebun- 9 € , n lI !L Börse hnrrbe geschlossen. Auch sonst ruhen die Geschäfte. Üeberall wurden Umzüge abgehaltcn. Arrs Stodt rrnd Land. Gießen, den 13. November 1918. Da» neue KriegSnotgeld der Stadt Gießen ' lid* MÄteÄfe ®* 1 °E- Der frühere Kronprinz. (WTM Tic Kelbinm, daß der frühere uz. sich mit dem Exkaiser nach Lolland beacben hat, wir erfahren, nicht nckllg, Ter frühere Kronprinz befindet ,ich bei den truppen an der Front. 7 - «ir * nr}^- ddov. Ter Telegwaas «-fährt, daß der Kronprinz bn Elten m einem Kraft,vagen über die QVrcrae gekommen fern ,olle. eldlmg die j^wchi falsch zu sein scheint, will «schossen^wlnO«^ etnem Grenze zu überschreiten, Thronverzichte. .<^^bnrg, 12. Nov. (WTB.) Ter Anhalt«- „Courier" /p^ Er 1 J 5 J c ge nt verzichtete für Herzog Joachim bcn Tbron, sowie für das herzogliche ?A r ? ^ kolgerecht. Der Prinzregent legte seiner- feits die Regentschaft des Herzogtums nieder. Die neue Regierung/ wird morgen gebildet «.Detmold 13. Nov, (WTB-, Kürst Leopold XV. zur "rppe entsagte dem Thron. Nov, (WTB.) Dir .Dldenburzer Nach. Sr«* g Friedri ch August Mr sich uns die Dynastie auf den Thron verzichtet hat. Die Ie&te ^diüenskundgebung des Großherzogs ist die an die gesamte Bevölkerung, Ruhe zu beivahren. Die finnische Königsfrage. Drlsinzfors. 12. Nov, (TO.) Ju dar Bollsitzum, des Landtags telltr Professor Jngmann die Antwort des Prin- ^&L 1 ^,0 rt ch Karl aus die ihm atigebotene Thrvnkandidatur '^ CT "rin- drückte feine Dankbarkeit für das ihm bewiesene Vertoanen ans, für seine Antwort könne allein Finnlands Wohl beftlmmend ' ein, Wer den fiTrnischen Thron besteige, müsse das xZJ^ 1 * 1 J* 1 Versöhnung nach innen und außen bilden. Er habe ge- hofft. den Thron besteigen zu können, gestützt auf die neue Ber- rchjung, deren Einführung notig sei, und die von ihm selbst leb- l?af 1 gewünscht werLe. Man sagte auch, daß seine Wahl der Anerkennung der finnischen Selbständigkeit im Wege stehe. Er selbst zu den Großmächten erstreben, die die Selbständigkeit Finnlands noch nicht anerÄnnt hätten. Wenn der ^indtag «neu neuen Schritt für erforderlich halte, werde der ,, w ent ' t ^ c & erwägen. Gegerrwärtig müsse er infolge von Umstanden, über die er nicht bestimme, eine endgültige Entscheidung ausschieben. Au» Elsaß-Lothringen. , Ztraßburg. 12. Nov, M33.) Dir heute hier verfammel- t m Mitglieder der Zweiten Kammer der clsLffifchm LandchgeS rrmsntinerten ,ich heute als elsaß-lothringischer Na. i tonal rat unö ernannten aus ihrer Mitte einen provisorischen BerwÄllragsauSsämtz, der aus folgenden Mitgliedern besteht: Bur- ger-straßburg Justiz und Kultus: Heinrich, Landwirtschaft: rÄ^^zmle -runovge: Jung, Jinanzen: Meyer. Leurmit. Dr Pfleger. Inneres E^Untcrrrcht: PerrvteS, ohne Portefeuille; Dr, Ricklin, Prä- irdent des Natwnalrats ohne PorteseuUlc ( ;r . , "—JUI zui injuw gerungen. ann- ist mrs dem Anzeigenteil unseres heutigen ^ e J 1e ^ ^ ie scheine sind in der Brühlschen Uni- versitatsdruckerei nach Entwürfen von Architekt Meyer crn- geserttgt. Alle drei >Lcheine sind ästhetisch wie geldlechnisch beachtenswert. Der ^ Geldwert ist auf der Vorderseite m großer arabischer Ziffer in der Farbe des Grund- Ruck,eue in roten Buchstaben aufgedrückt. Die u ^ ebenfalls sofort zu ersehen, auf beiden Seiten durch die Auftchrjft „Gießen" in dem Schrift- Mittelkranz schlingt, aus der ^orderintc durch m ichwarzer Schrift deutlich hervorgehobenen Aufdruck „Kriegs-Üchtgeld Stadt Gießen". Von besonderem Reize ist die Farbwirkung. ™ X^.?"".^arkschein hat blauen Grundtvn. Auf der Vorderseite wird von einem Kranz aus sattem Grün ein unigeben, aus dem aus weißem Wappenschilde der rote Gie^ener Stadtlöwe herausspringt. Die Har- nwnie ^r Farben ist vollkommen. Die Rück-eite zeigt inner- m zarter Blautönung die Ansicht Rathaujes. Auch diese Seite ist in der Farbein- !m. 7 eitlichkeit gelungen, da das Iiot der Vorderseite hier durch den roten Aufdruck „Fünf Mark" ergänzt ist. Der Zehnmarkschein ist im Charakter dem Fünfmarkschein ähnlich. Der Grundton ist ein blasses Grün, in ^m Kranz der Rück.eite ersckieint die Ansicht der Stadtkirche Fnfv^e der feinen Grundtönung ist die harmonisäfe oa^bwirkung des Zehnmarkscheines am allerwirkungs- Der Z w an z i g m a r ksche i n weicht von dem vor- Z^L^.durch braunrotlichen Grundton und den bekannten : Ausblick aus die drei Berge Gießens im Schild der Rückseite ab. ** ^En Buben st re i ch. Gestern abend gegen 9 Uhr wurvtz Aufforderung, Besonders erwähnt sei noch die Beschriftung aller diei Scheine, für dre die markigen Charaktere der .üockEchrist gewählt worden sind. ^ 1 . ^ Giehener Notgeld nicht nur einem be- venilichen Notenmangel ab, es bietet auch eine ästhetisch daher in btt Kriegsnotgeldsammlung etnen rühmlichen Platz ernnehmen. * ^ Ludwig Huhn f. Am 10. November verstarb der Stadt- vewrdnetr Arckntev Ludwig Huhn. Cr hat der Stadt verordnet«!- verstrmmlung stu Anfang 1899, also nahezu 20 Jahre augehört. Cr warMitgli^ der Baudeputatwn, der Bctr^el'sdepuranon, der Ein- wurrtrecungÄ>'^rdlwE des sozial^olitisä-eu Ausschusses und der Steuervevanlagung 2. Alw:ilung. Er l-at in seinen Aemtern eine der Stadt entfaltet und jich damit ein ^^ dei dem Orlstzewerbeverem war er Vorsitzender der Meisterprurungsü-mimssiou. hni (wo ^^uzösischer Gefangenschaft geschrieben v^wßt^ ^uver-agt, Laudw.^-ns.-Regt. 116, seit ö. Oktober . . - - v . v " ,L ' w. aoeno gegen y Uhr ww Ltz xn v^r Mansburg einem Straßenbahnwagen, der sich auf der Fab« zum Bahnhos befand, eine Scheibe der Sektrnwand emgeschla^ l mcw< Kreis Frieöberg. 13, Nov, Am s, Novambkr haben dir ,^^ten sämtlicher hrepgen Lazarette einen Provisorisch«l 9lus- «ülglMieme ^vLaiemvahl mit alllüniger ausübend« Sewahlt^Tie Zivilbevölkerung wird drmg^ ! - ^gemacht rm u ntere, se der Aufrechter Haltung der öffent- lick-en Sicherheit sich seinen Anordnungen zu fügen und größte Rul)e und BeioMEicheit, zu bewahren. — Zu der am Nachmitiza abgelwltenen Versammlung hatten sich etwa 3000 ? 0 b bekannt, dag dem Soldatenrot alle öffen> Polizei, Bank«! usw. unterswlll seien unb Anforderir!unbünngt zu fügen hätten. Wo es ver ^ol^rtenrat für gnt finde, werde er sachku.idige emiet^ Lsnzieve und Mann,ä-aften erhielten von jetzt ab gleiche Kvst und Lohauitg, Wwrichc der Katncradmr wegen EnZaffunb ^ E.en govahrt.werden, sobald es dstVerlLLkE^. ^ Hcsscn-Nassau. ^^nn^^hch ^7 , 3 f 8eb ° ,en Dchch-derl)altnr,se der Versammlung gab darauf wuh^klurzer Veraun^ ab. daß er den §iat als höchste Gewalt dar ^*äS! 1 S 3 rS:»?srÄ5a L iBJtsSpS w städtisclMn Betrieben und bewilligte 50 000 4 T?nrf ** Lebensmittelversorgung der Stadt Gieß«! itell, Allgemeiner Ausstand in der Schweiz. Ber^12 Nov. (WTA. Nichtamüich.) Tepeschenogcntirr. Der erste Tag des Generalstreiks verlief ruhig. Ter Eisenbahnverkehr war groW.e 7 it«lS eingestellt, doch Verkehren von Bern ans urü) am einigen Nebenl^hnon eine Anzahl Züge. 3n der ftawzösi- ld;m ^weq^bot drr Arbeiter ben Staif mit wenig mftge. mcMrit. Man rechnet auf eure lange Tauer des Streiks. Die Ausweisung der bolschewistischen Gesandtschaft au» der Schweiz. is^>, (WM Nichtamtlich,- Tepeschmagentar, Dre Gesandtichrft der russischen bol s chew i st i s chen R e- ^ bre -mmm noch IN der Schweiz anwesend war. ist heute ^nter militärifäier CsÄ?r 1 lerung rn 15 ölutomobllen von Bern ^^^°"^^Lt^^besördert worden. Ter Bundcs- rat hat vor mager Zeit ihr e Auswei sung beschlossen. Aus Warschau. Warschau 12, Nov, (WM,) Der Svldatenrat des Gouvernements ^Warschau veröffentlicht einen Aufruf ch dem Z heißt: Ter Loldatenrat übernahm die Führung der'' den! scheu res Warsüriucr Gebietes, Unter fetrvn ilnhrng arbeitet bie lnshrr ige n ^.Iltä rbchockerl m svlgenden L.cnkei: 1 b^chcr »ch^ ber A btransport in dre Heimat, 2 , Sprung von Led-a -md Er«mtmn 3 L-cherung .der Ernährung bis zum Wtrans- Port. 4. gutes Ernperi^hmen nrtt dem polnischen Volk iJL^> t r*£ tx3,m « gg, bei ^ 9^01001 Stellen für die nächstm vvllh,mmm »-sichert. Es ist daher kein Grund zur Be OOT ^L*^ L 5 ®“ darauf besonders hm, weil, wir ,^ u ^ rn ' 0011 ^ Bäckern Brot im f ' >,dKr '-^ersuch ist unstatthaft, und die t ber ? entsprechen, Em jeder wird wie bisher dr^ratwn vcgejmüßig erhallen. Mit ^ cS ebenso Kartoffeln wurden in der ^ ns>S-l«ferch um den größten Teil der ®ZS in 3 Ä? r Schwierrgstrit besteh,, der Ortstkohlenstelle bekannt- h^lVW tD ’ ^ städtischen Betriebe, ES ^ °n Wandel zum ** g tl , e DemonstrationSversammluna soll 2 t ^ Brandplatze stattstndm. Zu diefem Zwecke hat ber Arbeiter- unö Soldatenrat die Ar- und Angestellten ausgefordert, um 12 Uhr die Betriebe zu schließen Ausgenvnnnen davon sind die Betriebe der Nahrung snnttelbrcmche, des Verkehrs, der Heizungs- und Be- der Kliniken und ähnlicher 'Einrichtungen, ^n der Versammlung werden mehrere Redner über die neue ^it sprechen. — Durch Anschlag an den Plakattafeln teilt terc*unb So ldatenrat die Einsetzung von Ausschüssen, mit. Dern A k t i o n s a u s s ch u ß steht' Gewerk schast_>sek^tar Kiel, dem Militärausschuß Vizefeld webel Schulz, dem Ernährungsausschuß Redakteur Vet te r s vor Werter wird die Sicherung von Person und Eigen tum zugesichert, vor der Verbreitung unsinniger Gerüchte gewarnt und die Erwartung uusgespwchen, daß sich die Be volkerung den erlassenen Anordnungen fügt. — In einem werteren Anschlag wird an die Eltern die dringende Mahnung gerichtet, die Kinder nicht unnötig auf die Straße zu lch^ku Auch die Einwohner sollen sich nicht durch lautes, ungebührliches Betragen auf der Straße und in den Wirtschaften unliebsam bemerkbar niachen. gestimmt. ' ter auxt) 2 iyvauat mgdtöxen Men, zu- «ft 'L ^ mietete 'ftü?ku?ei7u^f7ll ^ ntöT l frühzeitig von dem Vorhaben Keirntmis prhipft £Ä Ä LLLS LL"T 5^®aS»«SUtÄ 5? L'W Ermge Persoaen ® 4 Äa tmMt4 ^ m ber ^misc^n Sabrik Hochschulnachrtchten. ^ankfurt a. M 12 Nov. Dir Universität wurde heute mtitlng dem Arbeiter- und Soldatenvat übergeben, der u a auch studentischen Verbindungen ^- S^tnten ungesetzliche Bestimmungen, wie den Men- s^rwang, enthalten. Ter große Rat und die Professoren erllärten ihre ant dem Arbeiter- und Soldatenrat solange, bis neue staatliche Verhältnifse geschaffen seien. — Sodann fand eim allgemeine Stndentenverfmnmlung statt, die beschloß, gemeinsam Zukunft ^ axbeitüi, um das Bolkswohl und die Zukunft Deutschlands zu sichern und zu fördern. Amtlicher Teil. Betr.': 9.Kr-reSsanleihe. An die Schulvorstände des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, uns alsbald mitzuteilen, welches Er- i?ebnis die Schülerzeichrmngen für die 9. ^ ' I-aben. leihe gehabt Tertretep für Platz und Bezirk, welche bei der Derailkundschasi der Kurz- und Galantenewaren- branche nachweislich gut ein- gefuhrt sind, von leistungsfähiger Fabrik und Grog Handlung 8 «s. Ang. mit An gäbe v. Referenzen a. ?LlllpA v»!SK»z,». 8r««4,B-A. 18. Sür kriegswichtige Arbeiten werden für Gießen Und auSmärt« Gießen, den 7. November 1918. Gwßherzogliche Kreisschulkommiffion Gießen, vr. U s i n g e r. foÄnen KlIUfMaNN lKricgsinvalide) oder eine Zerküliserin^-'L^ Schneider zum Aendern zweier Herrenanzllge gesucht 06014 2udwig,'tr. 44,II. Schiiiimcher «esucht. 061119 Henkel, Kavlanrgasse 12. ZnverlSls'.aer Mann als Wächter gesucht. Meid. sa. fort bei 06S52 Schmidt, Mäusburg 16. Arbciter, lud finifle jugküdlichk, für unsere Zemenuvaren- labrtkauon werden sofort angenommen. HmrU k Jn^hardt, Bemenkwarensabrik, mm) Heuchelbet«. Ving. Siaflernrbfitcr gesucht. 06787 Adolf Klein. Eisenwarengroghandluna, Wed^lnlage 44 H. W. Rinn. Ost-Anlagc 12, Frisenrlehrlittg Sohn achtbarer Eltern, sucht bei günstigen Bedingungen Kmil Koch, 06887 Seltersweg 75. Zuverlässige Ztit-üiBtchttiüirtn für dauernd gesucht 06907 Pfeiffer'sche Buchhansla.. Wallt orstrane 2l._ Zuverlässige Lauffrau in kleinen Haushalt gesucht 0690« Löberftr. 26. Waschfrau sofort gesucht 8651 Eäuglinasb eim Gießen. Zii»crläsiij,cs MD-licii für Küche und erwaS Hausarbeit, auch vom Lande, zu alsbald in Dauerstellung gesucht. K243 Frai Biehdniekeraib 8 sltz 0 r Ln««, -lahrnngsberg 8. Znverl. Lauffrau dreimal wöchentlich für 2 Std. vorm, gesucht. Näh. zu ersr. t. d. Ge- schäfisst. d.G ieü. Anz. 06903 E'jiVori'lberninnut wöcheniü Mitlivoch und SanlSlag das Reinig, u. Inüandhalt. eines kl. Vorder- u. Hinlergarteu s'? Zu ersr. i.d.oieschäftsst.d.(^.A. lNüdchen mit guten Zeugnissen oder Laaff an gesucht 06894 Frankfurter Straße 33 Für ein liies. Delikatessengeschäft wird zum Eintritt per 1. Dez. 1918 ein ziivttlUsßjics ftroiiltin mit guten UmgängSformen gesucht. Schriftl. Angebote unter Beifügung von Zeug- n.sien unter 8584 an den Giehener Anzeiger. Müöchkil f. fönrtfnßrbcit auf dauernde Beschäftigung aes. kSrtasr«! Loal» Lsvdvr. 34 79_ Kaiser-Allee 13 ZMiM. Mirche» das etwas kochen kann und Hausarbeit verstehk, sofort oder späier gesucht 8581 Frau Karl Borst, Bahnhosstr. 61. i'irS Di per fofort gesucht. 8662 Frau S. H. Sondbeim Nordanlage 11. Krieqsbkschädii;ter, der dleHandelsschule besucht bat. sucht alsbald Stellung auf einem Bureau. Schrift!. Angeb. umer 06849 an den Giehener Anzeiger erbeten. Wegen Verheirat, meines DlädchenS suche p. sof. oder 1. Dez. tüchtiges Mädchen für Küche und Haus. Frau Cf. Hellbrauner, 8-«) Götbestr. 21 I. ^braves M ä d ch e tt z., Führung eines Haushalts für sofort gefuchk. Zu erfr. i. d.GeschO. d.Gieü.Anz. tagsüber gesucht. 8693 ^lünshni'^ 11. \ST E L L E N g[ FS U C*H jT| Dienstmädchen -ur Aushilfe gesucht 8671B KhirürgWc Klinik. Kriegsteilnehmer sucht baldmöglichst Stellung auf Bureau. Mil Buchsührungs- arbeiten je^er Art vertraut. Lchreibmasch. Beue Zeugn. Ang. u m. 06883 a. d. Gieü-A nz. Fräulein sucht Stellung als vaushällertn, am liebsten bet einzelnem Herrn. Schriftliche Angebote unter Nr. 06900 an den Gieß. Anz. Wwnn 'ÜffiMf Dauerstellung bei einzelnem Herrn oder Dame. Angebote unter 0egr.ver gelungen, nach einmaligem, bemi zweiten Dorswß in dem unübersicht- ncken l^-elande westlich von Nurlh vorzukommen, in das Dorf ernzndrin^en und in Richtung St. Saulve Boden zu gewinnen. Gec-en 10 uhr vorm. mußte die noch den Ort St. Saulve tapfer verteidig'!- de.). Kompanie unter Fül/rung Leutinrnt Pluemcr durchs Zuruckbregeii ihres linden Flüaels den Anschluß an die m eine neue Stellung, zurückgegangenen südlichen Nachbartrupven mck^en und ^n Ort aufgeben, als sich ein starkes.Nachdrängen aus Lt. Saulve fühlbar mackKe und eine Bedrohung des linden Flügels oegann. Wahrend^die Kompanien nördlich Sr Saulve unverändert m ihren alten Elungen zähe weiterkämpsten, wurde bei St Lault^ crn seüer Rregel nnt Front nach Südwesten und Anschluß anda^ lmde ^Marwg.:ment hergestcktt, nach. dem infolge der ent- stmcheneii erheblichen Frontvergrößerung das Einschieben der beiden Reservedoniponien, erforderlich geworden war. Aus dieser Lurie heraus tvurde nun erneut nach St. Saulve vorgeidoßen und der zum .Teil schon in den Ort ein gedrungene Feind wieder hermlsgeworsen. WÄcken Wert der Feind auf die Gewümung von St. Saulve und die nordoiuich davon gelegene Löhe legte, geht daraus hervor, daß er gegen 5 Uhr nachm. nach äußerst heftiger Artillerieoorbe- reitung mit zahlreichen Tands gegen die irunmehr gebildete Ab- riegclung des Regiments vorging, dort aber durch loohlgezieltes Maschrnerrgewehrfeuer und unsere Artillerie unter schweren Verlusten zur schleunigen Umdehr gezwungen wurde. I ? d^lcwember 1918 ist ein neuer Ruhmestag in der ^Nu^mte des Regiments. ^Tas beabsichtigte Aufrollen der Front nach Runden tonnte auch ftn täic?fetmi Tage infolge jdes tapferen Widerstandes unserer Hessen dem Feinde nicht gelingen. Postsperre nach dem Westen. Wegen Stockungen im Westen werden am IT, 13.>und 14. gewöhnliche. Wert- Md dringende Badete von Privatpersonen nach den Ober-PostdirÄtionsbezirken Aachen, Trier, Koblenz, Köln, Tüsseldors. Tortnrund, Münster und Minden seitens der Postämter nicht angenommen. Wegen der augenblicklichen Bahnverhältnisse können vorläufig kerne ^tdvvstfeiidungen mehr.nach der Wefffwnt befördert werden: die Annahme sämtlicher Feldpostsendunge-g für die Westfront wird daher bis ^rus weiteres sofort eingestellt. Bereits aufgelieferte Sendungen werden an den Absender zurück gegeben werden. Ter Podetverkehr rrach Steiermark, Kärnten, Krain und Ungarn äst.gesperrt worden. Notes Kreuz. Bei dem Kreisdomitee für Rotes ftreu# und Kriegrshilfe sind kn der Zeit vom 25. Mai bis 8. November 1918 aus folgenden Gemeinden die beigefügten Beträge eingegangen und durch den Kreisdassenvechner .Herrn Kauß überwiesen worden: a) an den Landes verein vom Roten Kreuz. Treis a. d. Lda. (Pfarrer Büchner) 12,50 Md.: b) an die Hessische Landeshypothekenbank A.--G., Tarmstadt, für hessische Krieger Herme: Ober-Bessingen (Lehrer Fakob) 10 Mk.: c) an die Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen, auf Konto des Kreiskomitees: Ober-Bessingen (Lehrer Jakob) 40 Mk., Grüningen (Pfarrer Webers 2 Mk., Ober-Bes- 'ingen (Pfarrer Ahll-eim) 13 Md., Münster (Pfarrer Mheim) 22 Md., Ober-Hörgern 93 Mk., Holzhcim (Pfarrer Freitag) 100 Md., Gießen (Bezirkssparkasse) 1000 Mk. * ** Gießener Hochschulgesellschaft. Ter 9. Vorkrug in der Vortragsreihe über Auslandskunde findet Donnerstag den 14. November, abends 8 1 / 2 Uhr, im großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes der Universität statt. Herr Professor Tr. M. Sckian svriclü über „Relig'on und politisches Leben im eure- päiscken Osten". Gäste sind willöommen. ** Tie Gradabzeichen der Vorgesetzten. Ter Soldotenvat Frankfurt hat beschlossen, daß Offiziere und Beamte des 18. Armeekorps wieder die Gradabzeicksen wagen und im Tienste als Vorgesetzte zu betrachten sind. Die Bevölkerung wird gebeten, Ausschreitungen sug endlicher Personen den beamteten Vorgesetzten gegenüber nicht zu dulden. Tiefe Bestimmung bat nach Erkundigung beim hiesigen Soldatenrat auch für Gießen Geltung. ** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Der neue Mm „Das Himmelsschiff" kann in jeder Beziehung zum Besuche nur empfohlen werden. Aus räumlichen Gründen ist uns eine längere Besprechung nicht möglich. Wir verweisen dahier kurz aus der; Anzeigenteil unseres Blattes. Landkreis Gießen. ** Eberstadt, 12. Nov. Dieser Xagt hat der Sohn des Ge- meinderechmers Löbrich, Ferdinand L ö b r i ch, der seit 23. August d. I. als vermißt gemeldet wurde, aus englischer Gefangenschaft geschrieben. Er war beim aktiv. Jns.-Rgt. 67 3. Komp. Ebenso haben Heinrich Ka m b e i tz aus ameril'aili'cher und Wi h L i er m a n n aus englischer Gefangenschaft sich gemeldet. Als vermißt gelten zur Zett noch August Buß und Heinrich Naumann. Sämtliche sind Inhaber des Eisernen Kreuzes bzw. der Hessischen Tapferkeits- medaille. Kreis Schotten. Eichelsdorf, 11. Nov. In einem Lazarett starb der Unteroffizier Georg Baur, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Württembergischen TapferkettsmeSaüle. — Rainrob. Nach 49monatiger treuer Pflichterfüllung starb August Bieden- kapp.E — Schotten. Tie Leitung der Bezirlssürsorgestelle für die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wurde Pfarrer Römer in Ulfa übertragen. ! Kreis Friedberg. ^ ** Friedberg, 12. Nov. Ter hier gebildete Arbeiter- und Srldatenrat hat eine Reihe von Be!kanuttnachungen erlassen, die sich im wesentlichen mit den Verö ffenttichungen anderer Soldatenräte decken. ** Butzbach, 12. Nov. Auch hier hat sich ein Arbeiter- cmd Svldatenrat gebildet, der es auf sich genommen hat, im Verein mit den bisherigen .Behörden die Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruhe zu^ gewährlisten. Der Soldaten rat hat Vorkehrungen g-etroffen, daß keinerlei Bedrohung oder Gefährdung der öffeiitlichen und persönlichen Sicherheit durch die Insassen der Zetlenstrasanstalt erfolgen kann. Es ergeht an jeden einzelnen die erndrrnglick.e Mahnimg, fcer bisherigen Beschäftigung in unver- anderter Weise und ohne jede Unterbrechung nachzugehen uird srch den Arwrdnungen des Arbeiter- und Soldatenvates unbedingt zu fügen. ^Schädigungen des Lebens und Eigentums, Plünderung oder sonstige Ausschreitungen weroen rücksichtslos bestraft. ^ ** B u tzbach, 12. Nov. Ivr Einvernehmen mit hiesigem Loldaten- und Arbeiterrat und auf Anordnung des Kreisamtes beabsichtigt, sofort die Einrichtung meiner Bürgerwehr zur ?luf- rech'terhaltung und Sick-erung der Ordnung vorzundhmen. Tas ^^cmemderatsmitg'lied Tr. Vogt ist damit beauftragt. Es werden alle Männer vom 20. Lebensjchr ab, im übrigen Alter unbegrenzt, svlvert sie körperlich im Stande und beruftich nicht außerhalb tätig sind, zur TeilTiahane aufgefordert. Ter Dienst wird so vor- gesehen, daß etwa alle 12 Tage einen Wehrmann die Reihe trifft. Zuteilung in die einzelnen Wackien erfolgt durch Verlosung. Einwohner, die sich ohne .genügende Entschuldigung der Pflicht entziehen, werden nach der Gemeindsordnung mit erhöhter Steuer belegt. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M., 11. Nov. Heute mittag fand auf Einladung des Arbeiter- und Soldatenrates in der Händeskammer eine Besprechung mit den Verwetern sämtlicher Banken nnd Bair- kiers statt. Tie Vertreter der Reichs bank - und des Magistrats erklärten, daß die Zalflung der Arbeiter- und Soldatenlöhne wegen Mangtt an Zahlungsmitteln nicht auf Sck>Miorigkeiten stoße, uud erne Verschleppung von Geld nach dem Auslände crusgesäilossen ist. Tie Banken Westen Maßnahmen, hsaß das Hamstern von Noten unterbleibt und der bargeldlose Verkehr unter allen Umständen aufrechterhalten bleibt. Tie Frankfurter Börse blieb Samstag und heute geschlossen. mr. Frankfurt a. M., 11. Nov. Ter vom Arbeiber- und Soldatenrat bestellte Bahühofsdommastdcrnt verbietet für die nächslen Tage alle unnötigen Reiftu. Selbst dringende Geschäftsreisen dürfen nur mit besonderer Genehmigung angetr-eten werden. mr. Fra n k fu rt a. M., 12. Nov. Ta die Grippe dauernd zurückgeht,. kann der Unterricht an den Frankfurter Schulen am Freitag wieder ausgenommen werden. --- Höchst a. M., 11. Nov. Der Arbeiter- und Soldatenvat hat von sämtlichen Bürgernveisterümtern des Kreises Besitz er- giffen urrd deren Perwaldung übernommen. Heute mittag fand hier eine Volkskmchgebung! für die sozialistische Republik statt, an der etwa 25 000 Personen teilnahmen. Ansprachen hielten Reich sta gsa bgeordneter Rau t e - Eilen bürg und die Parteisekretäre Specht und Walter aus Soden. X Marburg, 11. Nov. Heute früh um 9 Uhr fand auf dem Kämpftasen vor den Gebäulichiöeiten der Iägerkaserne eine stark besuchte Volksversammlung stritt, an der Zivil und Militär gleichmäßig beteiligt war, Vizefeldtvebel Hermann nnd Jäger Pörsch hielten Ansprachen und forderten schließlich zur Vervollständigung des nnstweilen gebildeten Arbeiter- und Soldatenrates aus. Aus Vorschlag des Landgerichtsrats Klingenbiel wurde auch nock^ ein Landwirt hinzugezogen. Ter Rat setzt sich jetzt außer vier Soldaten aus einem Bürger, einem Arbeiter, einem Studenten und einem Landwirt zusammen. öcrmiScftkf, * Ersatzlebensmittel. Ersatzlebensmittel sind bei der Ersatzmittlabteilung des Kriegsernährungsamts bis Anfang November ingrsamt 2976 eingereicht worden. Von diesen imrrden 1889 zugelassen ^nd 1036 abgelehnt. Tie meisten Anttäge betrafen Limonaden und alkoholfteie Getränke, von denen nich' weniger als 376 Ersatzmittel ein gereicht Nncrden. 320 konnten zugelassen werden, während 47 abgelehvrt wurden. Dazu kommen noch 140 Grundstoffe, 51 Effenzen, 64 Sirupe und 90 Extratte, dic sämtlich zur Herstellung von Limonaden und alkoholfreien Getränken dienen sollen und zugelassen wurden, während von diesen Mitteln im ganzen 35 abgelehnt wurden. Heißgetränke wurden 198 erngereicht und 151 zugelaffen. An drttder Stelle kommt Bierersatz mit 133 zu gelassenen und 33 abgelebten Ersatzmitteln Getränke mit likörähnli«chem Geschmack wuvden 104 zugelassen und 93 abgelehnt, solche mit weinähnlichem Geschmack 1 zugelassen und 4 abg.lehitt. Dazu kommen rroch, zahlreiche künstliche FrucÄsäfte mit und ohne bestimmten Fruch,'angaben sowie 14 Süßstofflösungen. Mr Tee gibt es mcht wmiger als 96 zugelassene und 31 abgelehnte Ersatzmittel. Kaffee sollten 43 Mittel ersetzen, von denen aber nur 15 zugelaffen wurden. Weit geringer ist die Zahl der mehr oder weniger eßbaren Ersatzmittel. Zugelaffen wurden z. B. 28 Arten von Würsten währeir 32 Mgelelwt wurden. Fleischbrüh-Ersatzwürsel gibt es 75 zngelassene und 41 abgelekflite. Würzen und Pasten, wurden 43 zugelassen und 29 abgelehrtt, Suppen 20 und 12. * Friedrich der Große und sein Mundkoch. Noel, der Mundloch Friedrichs des Ewoßen, bereitete seinem Gebieter einst eine Pastete, an der dieser sich den Magen verdarb. „Wir komnten beide in die Hölle," sagte der König zu ihm. „Tut nichts, Majestät," entgegnete der Koch, .,wir sind beide an das Feuer gewöhnt." * GuterBescheid. Dem Dichter Grabbe wurde einmal von einem Lvshändler -ein Lotterielos zugsschickt, das „unbedingt mit einem Gewinn gezogen werden" würde, weshalb der Empfänger um umgehende Ueversendung des Kaufpreises ersucht wurde. Grabbe schrieb dem Manne darauf folgendes: ,^Jhr Los, ans welches unbedingt ein sicherer Gewimi in' ?lussicht gestellt wird, behalte ich. Zur Ersparung von Porto für Geldsendungen ersuche ich Sie, die Summe, die das Los kostet, von dein sicheren Gewinne abzuzieheu und den Ueberscl^ß gefälligst auf hier anweisen zu wollen. Sollte das Los jedoch durch saften, so betrachten Sie den Verlust als Sttafe für Ihren Aberglauben." Letzte Nachrichten. Die Regierung an die Oberste Heeresleitung. Berlin, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Telegramm der Volksregierung an die Oberste Heeresleitung: ^ Tie Volksregierung ist von dem Wunsche beseelt, daß leder unserer Soldaten nach den unsäglichen Leiden und deir unerhörtes Entbehrungen in kürzester Zeit rurch der Heinrat zurückkehrt. Dieies Ziel ist aber nur zu erreichen, wenn die Demobilisierung nach nttein geordneten Plane vor sich geln. Falls einzelne Truppen willkürlich zurückflulen, so gefährden sie sich selbst, ihre Kameraden und die Heimat auf ba.6 Schwerste. Ein Chaos mit Hunger und Not ^nüßte die Folge sein. Tie Volksregierung erwartet von Euch strengste Selbstzucht, um unermeßlichen Schaden zu verhüten. Wir ersuchen die Oberste Heeresleitung, das Feldheer von vorstehender Erklärung der Volksregierung in Kenntnis zu setzen und folgendes anzuordnen: 1. Das Verhältnis zwischen Offizier und Mann hat sich aus gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Willige Unter-« ordnung des Mannes unter den Offizier und kameradschaftliche Behandlung des Mannes durch den Vorgesetzten sind hierzu Vorbedingungen. 2. Das Vorgesetztenverhältnis des Ofsiziers bleibt bestehen. Unbedingter Gehorsam im Dienst ist von entscheidender Bedeutung für das Gelingen der Rückführung in die deutsche Heimat. Militärische Disziplin und Ordnung im Heere müssen deshalb unter allen Umständen aufrechterhalten werden. 3. 2ie Soldatenräte haben zur Aufrechterhaltung des Vertrauens zwischen Offizier und Mann beratende Sttmme in Fragen der Verpflegung, des Urlaubs, der Verhängung von Msziplinar- strafen. Ihre oberste Pflicht ist, auf die Verhinderung von Un^ ordnung und Meuterei hinzuwirken. 4. Gleiche Ernährung für Offiziere, Beamte und Mannschaften. 5. Gleiche Zuschüsse zu den Löhnungen, gleiche Feldzulageq für Offiziere imi Mannschaften. 6. Von der Waffe gegen Angehörige des eigenen Voltes ist nur in der diotwehr und zur Verhinderung von Plünderungen Gebrauch zu machen. , gez. Ebert, Haase, Scheidemarrn, LandÄberg, Barth. Der Kronprinz in Maastrich. Amsterdam, 12. 9dov. (WTB. Nichtamtliche) Die Nieder- ländische Telegraphe 11 -Agentur erfährt aus Maastrich folgende Ein, ' zelheiten über die Ankunft des deutschen Kronprinzen: Heute nachmittag, 2 Uhr meldeten sich an der Grenze in Oud Vronhoven drei Automobile an, in denen sich fünf deutsche Offiziere befanden. Sie wurden durch einen hvlländischen Leutnant interniert. Einer der Offiziere war der frühere deutsche Kronprinz- Nach Abgabe der Waffen mußte die Gesellschaft auf die Ankunft des Garnisonkommand-os von Maastrich und das Tioisionskvm- marrdos der Gendarmerie warten, die den Kronprinzen nach dem Gouvernementsgebäude breiteten. In Abwesenheit des Kommissars der Könfgm wurde der Kronpr in z von einem Sekretär emb fangen. Er blieb nrit senren Begleitern heute Nacht in dem Gouvernementsgebäude, vor dem Polizei Wack-e hält und wartet dort die Entscheidung über sein Verbleiben in Holland aus dem Haag ab. Deutsch-Oesterreich Bestandteil der deutschen Republik. Wien, 13. Nov. Die Nationalversammlung hat in der gestrigen Sitzung den vom Stacttsrat v-or'geschlagenen Gesetzentwurf betreffend die P ro kta m ie r u n g btt deutsch- österreichischen Republik als Bestandteil der deutschen Republik einstimmig angenoimrren. Die Rückkehr der Armee Mackensen. Berlin, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldung eines Verbindungsoffiziers in Budapest stellte die ungarische Regierung der elftem Armee und her Annee Mackensen je fwb3 Züge täglich zum Abtrmrsport zur Verfügung . 1 Verhandlungen Hollands mit der Entente. Haag, 12. 9Lov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Kdrrespondenz-Bureaus teilte der Minister des Innern in der Zweiten Kammer u. a mit, daß die Verhandlungeir Hollands mit der Entente in London günstig verlaufen und daß schon jetzt Schiffe mit Getreide, Oel und Fetten nach Holland unterwegs seien. Als Gegenleistung müsse Holland den Alliierten für fünf I-ahre einen Kredit von 150 Millionen Gulden zu 5 Prozent einräumen. Störungen der Ordnung in diesem Augenblick würden nur die Verhandlungen schädigen, das Betriebsleben unterbinden und Hungersnot zur Folge haben. »«t.icher TM. An. die Landwitte -es llreifes «_J®®* AermEvvEichvi Steffen: sind txrrin cmig, baü unter den flnö^'n ^^wtiafTnt die Vol^ernährung imtebtugt nt 30 rgjit«! ’tkii'/nen wciter.gehen muö. Viele Landwirte fmi> noch ifjrcr vollen KartoffcIabfiefcrungspflid?t imdjocfloirvien. Tic awifjramö ^utz jetzt unverzüglich an die Kmmmssionüre des Ävm Tmrnalver-^ndes erfolgen. Andernfells ist: zu befürchten, daß Er- ^MNMSslüKneri^ei-ett eintrottn und daß alsdann eine notleiscnde Bevotterimg zur Selbsthilfe schreiten könnte, wovor nür den Be- rrri ooc^ beiDatpccn. möchten. Gießen, den 10. November 1918. Zomnrunalverband (KreiS) Gießen. ^ _Dr. U f i n g e r. BeTrurntmeLchung. S e t r.: BolVernährung. Die Reichs^lrerdcftelle führt im Einvernehmen mit der neuen Regierung in Berlin ihren Betri^ unverändert fort. Sämtliche der Nnchssetteideordnung für die Ernte 1918 vom }_}lonne alle dazu von dem Ministerium und dem vcvetsam. erlanenen Aus'ührmkgsBestimmungen und Bollzugsvor- lchnNen und unverMEert rn Kraft «^blieben, was übrigens auch im Hinblick darauf, daß die Sicherung der Dolksernahrung jetzt AN der Lmupberivrdernisse erscheint, selbstverständltch ist. »5 ISS* vorerwähnten Rechtsnormen berührten Personen ww Stellen, w-re Bürs-rnreisterüen. Lcmdwirte. Selbstversorger, vb sie für SÄbstversorger oder für den Kdmnrunal- v«oand mahlen, Bäcker ufty. werden in Qjcait eigensten Interesse er > u( J> r '. hiervon zur genauen Nachachtung Kenntnis zu nehmen. Nichteinhaltung der Vorschriften, sowie Saumrgkett rn der Ablieferung der noch abliefe- Getreidemengen an die Kommissionäre des Kommurvalverbands können für die Pflichtigen sehr unangenehme Folgen haben. Gießen, den 12. November 1918. Kvmmunialverband (KverO Gießen. __Dr. Usinger. Bekanntmachung. Detr.: ^Rechtsnnttel ^gen die Genteindefleuerveranlagung für ._Art. 46 und 50 des Gemeindeumlagengesetzes ^ ^11 hat Großherzygiiches Ministerium der Fi- narren, Aottnlung für Steuerwesen, die Frist, innerhalb deren We 0 )lgimttcl_ gegen btc S^eindesteuerveranlayung für 1918 bei cer ersten Instanz anhängig gemacht werden kötrnen, für die mu«i . vsMchn^en Gemeinden bis zu dem dort angegebenen ^ag einschließlich erstreckt. . Ausgenommen von ber Drifter jbxcfung sind diejenigen Rechts- ' Pj? j^.^L tätliche Veranlagung bereits rechtskräftig pestgestellte Einkommen zum Gegenstand haben. Dies wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht .Gießen, den 12. November 1918. Großherzogliches Firumzamt Gießen. ^ I. B.: Franz. Winzlar irrtb Staufenberg 15. No- vMider, Mem-^Anden und Watzenborn^teinberg 16. November äPSLrrl?' ^??ber, Mendorf a d Lahn. Garbenleich und 23. No veinber. W ieseck Nvvemb«, Wach 3. Dezember, Ruttershausen 4 . Dezember ^auvrrngen 7. Dezember, Langgöns 10. Dezember. 8677D Bekanntmachung zum^Schutze der Mieter. Vom 23. September 1918. ■ f,ß Sft int biner Gemeindebehörde ein Einigungsamt ewchvet ( $ 1 der Verordiiuny^ betreffend Einigungsämter, vom ^TvDember 1914, Retchs-Gesetzbl. S. 511), so kann die Landes- Sentralbehörde das Einigungsamt zu den in den §8 2 bis 4 vorgesehenen Entscheidungen ermächtigen. . der, Ermächtigung ist von der Gemeindebehörde tu ortsüblicher Weise bekanntzumachen. § 2. Das Einigungsamt kann 1 . aut Anrufen eines Mieters 2 ) Äer die Wirksamkeit einer Kündigung des Vermieters und über die Fortsetzung des gekündigten Wietixrmt* ml!es jeweils bis zur Tauer eines Jahres bestimme:!, d) ein ohne Kündigung ablausendes Miewerhältnis jeweils _ r m- ^ au . cr bines Jahres verlängern, 2. E Anrufen eines Vermieters einen mit einem neuen Mieter abgejchlossenen Mietvertrag, dessen Erfüllung von nner Entscheidung gemäß Nr. 1 oder von einem vor dem Ernigungsainte geschlossenen Vergleiche betroffen wird, mit rückwirkender Kraft aufheben. .. Aestirnmt iti den Fällen des Abs. 1 Nr. 1 das Einigutrgsamt - rlvMetzung oder Verlängerung des Mietverhältnisses, so kann E dem Mieter neue Verpflichtungen auferlegen, insbesondere den Mretzitis erhöhen. . , £. n Antrag des Mieters, über die Wirksamkeit der Kündigung des Vermieters zu entlcheiden anoeszentralbehKrde die Stelle, deren Zustimmimg einzuholen ist. Ernigungsamt errtscheidet nach billigem Ermessen. <5vr der Entscheidung kann es eine einstweilige Änordnurig er- En Scheidungen sind u7um.se chtbar. Wird die rrort,etzung öder dis Verlängerung des Mietverhält- rnsses an^rdnet (§ 2 Abst 1 , 2, § 6) oder wird de-c Mietzins- ^raubgcsetzt ,§ 5 Abs. 1 Nr. 2), so gelten die Beitzimnnnigen des Eintgimigsancks als vereckibarte Bestimmmrgen des Mietvertrags. m -v\Eknimmgsamt entscheidet in ber Besetzung von einem Vorsitzenden und mindestens zwei Beisitzern. Der Vorsitzende muß M™co. • 1 ■ ^,Zoer höheren Verwaltungsdienste befähigt sein:; ^ Besitzer müssen zur NÄfte dem ^Kreise der 5)au6besitzer, zuck palfte dem der Mieter angehörert. Das Nähere über die Be- setzung bestimmt die Landeszentralbehörde. 8 9 Die Anwendung dieser Verordnung kann durch Verein- barung der Parteien nicht ausgefchiossen oder besckwänÄ werden. LarrdeszentvalbeHörden können die Gemeinden zur Eiwichttmg von Einig-ungsämtern anhalten, die den Vorschriften des Z 8 entsprechen. >_§11- LandeszentralbeKckden K nrsen, soweck Einigungs- amter rncht errichtet sind die in derr §§ 2 bis 5 vorgesehenen Be- &tä\eßxxtmg£K, wenn die Zusannnew- setzung dieser Stelle den Vorschrrfteü des ß 8 entsprickst Solange im Bezirk einer Gemeinde die im §2 vorgesehenen Befugnisse weder einem Einigungsamte noch einer aTideren Stelle iwertragen such, such die Amtsgerichte für die im § 2 bezeichneten Entscheidungen zuständig; die Vorschriften des §8 finden keine, Anwendung. § 12. Die Landes Zentralbehörden können die ihnen nach den übertragen O' zustehenden Befugnisse ei Tier anderen Behörde! 8 .13. Aus Vergleichs die vor dem ElnigungScnnt »wischen dem Vermieter und dem Mieter oder einem Dritten cchgeschloffen such, ftndet d« gerichtliche Zwangsvollstreckung statt. in ?ix 4 :, bfl« Verfahren vor dem Einigungsamte (88 2 bis 6, 10, II) ftnden dre Vorschriften der Verordnung, betreffmch Eini- mmgSamtcr vom 15. Dezrmber 1914 lNoic^-Gcfctzbl. S. 511) feint Anweichung. Das Verfahren ist gebührenfrei. Ist nach dem Errnessen des EiNigung^amts die Anrufung mvtwilllg erfolgt, so kann der Partei, die das Einigungsantt wigerufen hat, die Zahlung einer Ge- bul)r cuistrlegt werden. Die Erhebung einer Gebühr kann ferner ungeordnet werden, wenn die Bedeutung d«r Cache für die B^ tellrsüen es angemessen erscheinen läßt. Das Eniigungsamt be- Uimmt die poqc der Gebühr und die zahlungspflichtigc Partei. Der Gesamtbetrag der Gebühren darf das Dreifache der vollen Geoühr des 8 8 des Gerichts ko stmrgefetzes und der der Berechnung zugrrnche gelegte Wert des Gegenstandes den Betrag des einjäh- rrgen Mret-inses nicht übersteigen. Das Einigungsamt bestimmt, wer dre baren Auslagen des Verfahrens xu tragen hat übrigen wird das Verfahren durch den Reichskanzler geregelt. § 15 Mck Geldstrafe bis eckrtauseTid Mark wird bestraft, wer vorsätzlich emer gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 1 erlassenen Anordnung öuwcher.eme chm obliegende Anzeige nicht rechtzeittg erstattet oder wissentlich mrrichttge oder unvollständige Angaben macht § 16. D^ese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Der Reichskairzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Berlin, den 23. September 1918. Ter Reichskanzler. I. V.: Dr. von Krause. Verordnung über den Handel mit Gemüsesämereien. Vom 19. Oktober 1913. ^luf Grund der Vewrvnnng über KLregsmaßnahmen zur Sichv- runa,der VolkSnnahrung vom 22. Mai 1916 (Reich-.-64csetzbl. S. 401) bzw. 18. August 1917 'Reichs-Gesetzbl. S. 823 'vtrd verordnet: in n» ^lVrdmmg über den Handel mir Sämereien vom 15 November 1916 (Retck)S-Gesetzbl. S. 1277) wird auf den Handel Gemüses ämerciOi aller Art einsckiließlich Kohlrübensainen mit ^ ausgedehnt, daß Inhaber von Kleinhande^- geschast^r, dre Gemüsesärnereien ausschließlich im K.einverkaus an Verbraucher Hetzen (8 1 Abs. 2 Nr. 3 der Verordnung über «in vlmdcl mit Sauurmen), der Erlaubrris zum Betriebe dieses Lwndcl^ nur dann nicht bedürfen, wenn der Absatz in Menge» von Nicht mehr als 250 Gramm erfolgt. ~* c .. Urschrift bn Abs. 1 gilt nicht für den Handel mir ^ Vülsenrrüchten, das zum (öemüsconbau bestimmt ist (Gemu,e)aatgut). Insoweit verbleibt es bei den dafür geltende» besondcreii Vorschriften. Kraft. 2. Diese VerMdnung tritt mck dem 1. November 1918 ca Inkrafttreten dieser Verordnung bereits treiben, dürfen ihren Handel bis zum mäSlSSi* 0 n - bis zu diesem Tage den Antrag aus Erteilung der Erlaubrns gestellt haben, bis zur Entscheidung über den Antrag oh:re Ertaubnis fortführen. Berlin, den 19. Oktober 1918. Ter Staatssekretär des KckegsernährwrgsamtS. __ von Waldow. Berorsnung über die Bornahnve einer Volkszählung am 4. Dezember 1918. ^ Dom 24. Oftober 1918. Bundesrat hat auf Grund des 8 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahme» usw. w-'., 4 August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen: N. rJ 4 - 1918 ist in allen deutschen Staaten eine Volkszählung vorKunehmeii. geschieht nach Haushaltungen getrennt durch Namentliche Aufzeichnung der zu der Haushaltung gehörigen Per^ sonen. cs ömrshaltunF sind die zu einer Mohn- oder hauSwitt- schaft./.chen Genreinschafr vereinigten Personen zu verstehen. Einer vaushallung gfeichgeachtet -oerden einzeln lebende Personen, die führen innehaben und eine eigene Hauswirtschaft Als Teilhaber einer Haiishaltung gelten auch die in einer Kaserne, in einem Gefangenen- oder Jüteriiiermigslager oder in .Mcassenquartteren Untergebrachten, die in einem Ärrestdrus oder m einem Lazarttt befrndlichen Mlitärpersocnen, die Gäste eines 'Masthauses, du Mitglieder eines Pensionats, die in einer Anstalt (Kranken-, Straf- ustv Anstalt) Untergebvachteu, die Bemannung U7id Fahrgaste erms Schisses usw. 8 3. Dü namentliche Aufzeichnmig der zu der Hansbaltwig gehörigen Personen geschieht in Hcmshal'tnngslisten. < Eintragung in die Haushaltungsliste sind dir Haus- yaltungsvorstarrde voer deren Stellvertreter verpflichtet. 8 4. Für di: bei dieser Zähkung über die ^rsönlichkeck des EtuzelNM gewonnencri Nachrichten ist das Amtsgehuimnis zn wach- ren; >re dürfen nur zu den vom Reicki-skanzler cHee von den obersten LandeÄnhord n bestimmten amtlichen Zwecken benutzt leerten. < ^ o. T^e^ähKing wird unter Leitung und Verantworttichkeit oer GemeiNdebehorten vorgenvmmen. Die obersten Landesbehörden: srnd befugt, andere Behörden mck der Ausführung zu beauftragen Dve Zahlung ist auch auf die am 4. Dezember 1918 im Be- zrrke der Gemeinden liegenden oder zuerst dort von der Fahrt im Laufe des Tages anlangenden Schiffe zu erstrecken. , § 6. Der Reichskanzler bestimmt, welche Angaben in die emzutrvgen sind; er kann Ausnahmen von der Boo« schrist rn 8 3 A?bs. 1 ruLassen. ( . JJ; Dle vbersten Landesbehörden erlassen die zur ')husfü-rmv der Zählung erforderlichen Anordnungen. ^ v § 8. ^r Reichskanzler bestimmt, welche Nachweckungen denk Krvgsernahrungsamt uns dem Kaiserlichen Slaristischen Amte innzu,enden sind, und setzt die Ernsenjdmi'gsfristen hierfür fest. Er vesttnrntt, welch: Nachweisnngen zu veröffentlichen sind. Jfr* r 'cne Beschaffung und Berseudwig d.r Drucksachen und für die Aufstellung der Nachweisnngen erhalten die Bmrtes- staaten eine Vergütung nach Maßgabe der am Zählirngstag ermittelten Bevölkerung. Die Höhe der Vergütung .vird einer späteren Festsetzung Vorbehalten. § 10. Diese Zählung hat nicht die in den Reichs-- oder Larwes- gesetzt vorgeseheneti rechtlichen Wirkungen einer Volkszählung, soweit die -obersten Landesbehördeat nicht anders bestimmen. . r \ V” weigert, die auf Grrmd dieser Verordnung vor- gefchnebenen Angaben in die Haushaltuirgsliste einzutragen, oder wer wissentlich wahrheitswidrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu eintausendrün sh widert M ark bestraft B e r l i n, den 24. Oftolrer 1918. Der Reichskanzler. _ Iü Vertretung: von Waldow. Düs rannöenflffie Mckner örsSm» EalühüS Js«es. Ronrcrn von A. H. Adams. (Fortsetzung.) Gcckahad wonderbe mit einem Lächeln weiter. So plötz- Irch und so drumutifch wcrr die Liebe nicht aus seckrem Leben verschwunden. .Keine Mgeknällte Dür hatte es gegeben; sie war davongegungen, ohne auch nur das Gefühl ihres Verlustes zurückzulassen, verstohlen, fast nue beschämt. Und nun entsann er sich, daß sie viele andre, lang vergessene unbedeutende Dinge mit sich genormnen hatte: Romantik und Abenteuertichlkeit, Wunder, JNuswneit, Selbscsucht, Ehrgeiz und Träume. Und Gtl-ahad fragte sich nun mck einem Male, was ihm dem: verblieben sei und tme er bei all diesen großen Verlusten habe weiterrtben können. Ach ja — seirre Arbeit, die hatte ihn weitergeschleppt. Es machte nichts aus, was sonst geschah, was sonst davonflog, sein« Arbeit war immer da und wartete an jedem Morgen der Wochentage geduldig ack? ihn. Das hatte ihn weitergeschleppt. In seineni Tagewerk war alle Buntheit seines Lebens Mfannnomteflosseii: es war sein einziges sorrtauern- des Abenteuer, seine einzige unveränderliche und ihm getreue Romantik. Wieder >neckte ihn der warme Duft der Boronia aus seinem Sinnen. Er schaute umher und fand sich in einer kleinen, steilen, gewundenen Gasse, die sich offenbar unauffällig zum Hafen hinabschlängeln wollte. Sie war von hohear Döcnrern eingeschossen, ßiber deren Gesims er die Wipfel von Bäumen rogem sah Dies war eines der allen Bet Grippe haben sich ebenso wie bei Katarrhen der Luftröhre und des Rachens Inhalationen mit Eucalyptus-Oel stets gut bewährt. Ein handlicher, durch seilte eigenartige Konstruktton hierfür besonders geeigneterApvarat ist der Saug-Jnhalator.Taunus' der Pharmakon-Gesellschaft in Frankfurt a. Main. Derselbe ermöglicht wegelt seines geringen Gewichts — Weflentaschenforvlat —. und billigen Pnschaffnngspreises (Mk. 4.50 einschließl. eines Fläschchens I & EucalyptuS-Oel) jedermann die regelmäßige Anwendung ohne Berussstörung, namentlich auch als VorbeugungSnttttel. — Erhällllch in 2lpoiheken und Drogerien. 8203h* Dverbel Sydneys, eine Wasservorstadt. in der die reichen Leute lebten. Ms Galinkt. Sie twlte den Brref sur ihn besttmint. Plumpen Fingern an dein Umschlag herum tastete, sich lener unsichtbaren Augen bewußt, dis Vorhängen beobachteten, kam ihm die Auf« SfL öür - mie . seltsain zlvingende Bitte, Urrt ^^brhövto er m seiner Phantasie jenen sck^vachen, war^lm^a^ Word. Die Ron»anti- wß™ sich vor jenem uiqichtbaren, vernnri'ende, - ^b^rgen ^ müssen, veranlaßte Galahad, schnekt Außerdem war Galahad kein Kücken: Zpal) eines Schulmädchens, und er swllt« ihr nicht den Triumph gonneii, zu sehen. tme er sich zum Narren machen ließ. (Lvr^g r Habe meine Tätigkeit als Facharzt für Hals-, Nasen- u.Ohrenleiden wieder aufgenommen. 10-12 vormittags, 4-5 nachmittags. Fernruf 564 Dl*. ITlCCl. A. \X/6yl smi Süd-Anlage 18 a. Landgraf-LodNigs-üjfHnsitiai ««.L^^^erricht beginnt Donnerstag noch nicht. Sem Wiederbeginn wird durch die Zeitung bekannt gegeben. D,e Großb. Direktion _ l>r. fr e n f e l l. 8674V A Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Bekanntmachung Eö wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Großb. UntererhebsteNe in Langd und die Großb. UmererHebstelle in Stcinheim bei der Bezicksivarkassc in Nidda Ueber- iveisungSkonlen unterhalten. Den Einwohnern von Langd und Lteinbcim und der in Belracyt kommenden Nachbarorte wird zur Verminderung des Bargeldumlaufs dringend empfohlen, künftig ihre Steuern und sonstigen Schuldigkeiten an die Untererhebstellen durch lieber- Weisung zu entrichten. n_ WvoUb. BezirkSkafse Nidda. Bekanntmachung. Laut Beschluß der Generalversammlung vom November d. Jahres wird die Spar- und Dar- lehnSkafle, e. G. m. u. H., zu Reiskirchen in eine solche mit beschränkter Haftpflicht umgewandelt werden. Gläubiger, welche dem Beschluß widersprechen, wollen sich beim Vorstand der Kasse 'neiden. *612 Reiskirchen, den 8. November 1918. Heinrich Schomber. K as p ar Lau nspach V. Gießener Hochschulgesellschaft Einladung X zur Vortragsreihe über Auslandskunde 9. Dortrag: Religion u. politisches Leben im europäischen Osten (Dr. M. Schian, Profeffor an der Universität) Donnerstag den 14. November 1918 abends 8 l / 2 Uhr im großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes der Universität. Gaste find willkommen. 86i?v Der Vorstand Gkilnewatb, Iustizrat. Vehaghel, Geheimerat. ^TelTurrVnrlon '» FrVf»« Sei ÖfiR eigener m »ik jfej Konkurrenz Io» Im Preise! HMm-K r&HlE Durch beföfid?re£in richfong können Schuhe in den äußersten Spitjengenaht werdety. näht Schuhe, Segeltuch , Felle u. s. w, W/€> den Steppstich einer Mähmaschine. Bekanntmachung Wegen Verhinderung des Rechners finden bis auf weiteres nur Montags Zahlstunden statt. Gießen, den 7. November 1918. Der Vorstand der tirael. Reliaionsgemeinde Gienen. S. Heichelheim. 8539V Weihnachtsbescherung der Ktrittklnderbewahranstalt. Auch in diesem Jahre soll unseren Kindern eine Weih- nachtSfreude bereitet werden. Wir bitten deshalb die Freunde unserer Anstalt um freundliche Gaben an Geld, Kleidungsstücken und Spielsachen. Dre Unterzeichneten Vorstandsmitglieder, foioie die Lehrerinnen der höheren und erweiterten Mädchenschule und die Anstallsschwestern und bereit, solche Gaben emgegenzunehmen. Sonst ist niemand berechtigt. Gaben für unsere Anstalt zu sammeln, auch wird keine besondere Sammlerin beauftragt. Der Vorstand der Meinkinderbewabranstalt: Frau Profeffor Graßmann, Frankfurter Str. 53,- Frau uftizrat Grünewald. Liebt,ihr. 21; Frau Johanna HaaS. Ost-Anlage31, Frau NechnungsratKalbfleisch,Ludwigstr.7; . rau Geheimrat Martin^ Keplerstr. 5: Frau Marie Schwan, SelierSweg 64.- Frau Apotheker Schwieder, Sckulstr. 1. Frau Karola Walther, Neuen Baue 29; Schwester Leuchen Welsch, Diezstr. 15,- Pfarrer AuSfeld, cktor Jann, Medizinalrat vr. Walger, Kaufmann Louis lcholff, Pfarrer Schwabe, Vorsitzender._ 8673V Bekanntmachung Aus der Stiftung der Eheleute Geh. Kommerzienrat Louis Emmelius sollen am 20. Dezember, aus der Albert - nud Bella-Heichel- Heim-Stiflung am 28. Dezember, ans den Stiftungen Schwieder, Schliephake, Burkhard und Werner zu Weihnachten eine größere dlnzahl Gaben in Beträgen von 35—250 Mark an bedürftige Witwen in diesem Kriege gefallener Gießencr vergeben; werden. Eine Gabe der obengenannten Heick-elheim-Stif- timg soll einer jüdischen Witwe zuteil werden. Bewerbungen sind unter kurzer Angabe der Verhältnisse bis zum 30. d. M. bei der Unterzeichneten Für- sorgestelle (Stadthaus, Zimmer 9fr. 8 ) einzureichen. Gießen, den 12. November 1918. 86846 Ter Oberbürgermeister. Fürsorgestelle für Kriegshinterbliebene: I. V. Tr. Ebel. Bekanntmachung. Das neue Kriegsnoigeld der Stadt Gießen. Zur Behebung des Mangels an Kleingeld gibt die Stadt Gießen Kricgsnotgeld, mid zwar Gutscheine, lautend über 5 Mk., 10 Mk. und 20 M'k., aus. Nachstehend lasse ich eine Beschreibung der neuen Gutscheine der Stadt Gießen folgen: , r . ,, Tie Scheine entsprechen m ihrer Große den Rnchs- kassen-Scheincn imd sind aus Wertzeichen-Papier yer- gestellt, dessen Wasserzeichen einen Stern mit verschlungenen Dreiecken darstellt. Die Fünfmark-Scheine sind rn bläulichem, die Zehnmark-Scheine in grünlichem und die Zwauzigmark-Scheine in bräunlichem Ton gedruckt. Sie tragen alle einheitlich auf der Vorderseite dre Auf- schrist: „Kriegs-Notgeld" — ,^S.tadt Gi.e- ßen". Tie Werte sind auf der einen Sette m üwtzen Zahlen, aus der anderen Seite durch roten Wortaufdruck ausgedrückt. Tie Rückseite trägt links den Gültigkeitsvermerk: „Gültig bis zum 1. Februar 1919" lmb darunter die Nummer des Scheines: rechts fleht die Bemerkung: „Verlängerung der Einlösimgsfrist bleibt Vorbehalten" Tarunter befindet sich die Bezeichnung des Ausgabetags mrd die Unterschrift des Oberbürgermeisters. Als bildlichen Schmuck tragen die Scheine auf beiden Seiten einen grünen Lorbeerkranz mit einem Band umschlungen, aus dem in einzelnen weißen Feldern die Buchstaben des Wortes „Gießen" sichtbar sind. Innerhalb d-'g Kranzes befindet sich auf der Vorderseite das neu« Stadiwappen („roter Löwe auf weißem Grund"), während auf der Jtückseite charakteristische Stadtbilder Gießens gewählt wirrden. und iUxtx für die Am f mark-Scheine das alte Rathaus, für die Zehnmark scheine der ^urm der Stadtkirck>e und für die Zivanzigmark-Scheme die bekannte Ansicht Gießens mit dem Gleiberg, ^ünsberg und Vetzberg im Hintergrund. Gießen, 13. Nov. 1918. 8680 B Ter Oberbürgermeister: Keller. Jede Hausfrau, selbst Kinder von 8 Jahre ab sfndm 5 tan de, ihre Schuhe selbst £u reparieren^ Vnr zu haben nebst allem Zubehör in Gießen, Münsbarg 1. Auswärtigen prompteste Zusendung nebst Anleitung zugesichert durch den Inhaber A. 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Sr h wj/Ülrn n h « D ’ Bruder, So schwer es zu ertragen kaum, V, d BrÄatl eam kehrt AU unser Glück, all unser Hoffen nimmermehr zu uns zurück. Es schwand dahin, als wie ein Traum. inni a .»tTLrfm~ hti P :€rt erhielt ®a ^ir die amtliche Mitteilung, daß unser nigstgehebter, herzensguter Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam Offizier stell Vertreter Karl Müll OU***’ Ink - E»» B. K. n. KL ■. dsr Hessische» Tspferkeltsseiallle t 191 H nach 47«jähriger treuer Pflichterfüllung im Kriegslazarett an Lungenentzündung im Alter von 32 Jahren gestorben ist. n In tiefer Trauer: Fraa Joh. I#I1 V. Witwe Familie Bntteron !^ ,n l! ,ch Wn!l " nd Fp * n Familie Koch Fllaabeth Schott, Braut Familie Httll. Familie Schott Röthges, Offcnbach a. M., den 11. November 1918. 8069 Todes-An,zeige /,Ubr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 06882 f.23iEL Danksagung. Montag abend 5 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester, Schwägerin und Tante tvuv die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betrofien hat, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer S ch u I t e für die trostreichen Worte am Grabe, den beiden Krankenschwestern für die liebevolle Pfiege, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie dem Schlltzenverein und allen denen, die den Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben. Frau Kath. Schneider Ww. geb. Baiser im 70. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Familie Philipp Schneider D . , . . . <0 XT Familie Philipp Schomber Reiskirchen, den 13. November 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag nachm. 2 Uhr statt 06925 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Kaspar Albach Familie Nnger Witwe. Gioßen-Linden, den 12. November 1918 Danksagung. Für die vielen Beweise warmen Mitempfindens in diesen Tairen schweren Leides sagen wir herzlichen Dank. Insbesondere sei Herrn Pfarrer Hamburger gedankt für die' tröstenden Worte am Grabe unserer teuren Heimgegangenen. Berichtigung. .In der Todesanzeige für Frau David Katz Witwe it ! :uicf der Borname titfnlni* i Mm»«