Nr. 255 Der t>i«b«nu' Anzeiger erscheint täglich, außer EonMaqß. - Beilauen: Sietzettcr§amllitnb!ätter; Kteisblolt für den Kreis Eietzen. Bezugspreis: monatl. Plk.1.35, vierteljährlich Lik. 4.05. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Ä!k. 1.25; durch diePost Alk. 4.05 viertel- jährl. mrsschl. Bestellg. Fernsprech - Anschliisse: sürdleCchristleituiig112 Ber!aq,(Äeschästsstel!e51 Ailschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Erstes Blatt M. Jahrgang Montag. 28. Gktsber \%8 Postscheckkonto: Krankfurt a.M. 1X686 General-Anzeiger für Oberyessen Vankverkehr: Sewerbebanl Gießen Zwillingsrunddruck u. Verlag: vrühl'jche llnio.-vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. .'.iluahme von Anzeige, s. die Dagesnununer dtS zum Nachiniltag vorher ohnejedeB'.'rdindlichkelt Seilenpreije: für örtliche Anzeigen 25 M.,für auswärtige 30 Pf., für Reklamen Mk.1.- nebst 20°'.,Deue- rungszuschlag; Pla^vor- schrisk 20 % Aufschlag. Hauptschrdlleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: sür den übrigen Teil: Pr. Reinhold Zeuz; für den Anzeigeitteü: v. Beck; sämtlich in (ließen. Die deutsche Antwortnote an Wilson. Ludendorffz Rücktritt. (WTB.) Grobes Hauptquartier, 26. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Ein gewaltiges, dank der glänzenden Tapferkeit unserer Truppen erfolgreiches Ringen an vielen Stellen der Fwnt. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In der Lys-Niederung südwestlich von'Deinze und zwischen der Lps und der Schelde brach der Feind muh heftigem Feuer zu starken Angriffen vor. Am Nordflügel des Angriffsfeldes bis zu der von Kvrtrik auf Oudermrde führenden Balm wiesen rvir ihn vor unseren Linien ab. Hierbei haben sich das 6. Gnrde-Fnfanterie-Regiment unter seinem Koni- nrandenr Major Hadelni an der Lys, die 40. sächsische Infanterie-Division am Spitaals-Dossckpen und das hessische Infanterie-Regiment Nr. 118 unter seinem Kommandeur Major Weihrauch an der Schilde besonders erfolgreich geschlagen. Nördlich der Schelde brachten wir den Feind nach anfänglichem geringen Bodengeminn sehr bald zum Stehen. Die neue Linie Mischen Jngeoigem und Avelgcn wurde gegen wiederholte Anstürme am Nachmittag behauptet. Auf dem Kampffelde hielt die ftindliche Artillerie tagsüber die hinter der Front liegenden, vom Kriege bischer unberührt gez bliebenen Ortschaften unter Feuer. Zum groben Teil wurden sie hierdurch zerstört. Die belgische Bevölkerung hat schwere Verluste an Toten und Verwundeten erlitten. Zwischen der Schelde und der Oise beschränkte sich der Engländer gestern aus heftige Teilung rifft. Südlich von Fanars warfen wir den Feind durch umfassend angesetzte Gegenangriffe in seine Ausgangsstellungen zurück. Südwestlich von Le Qucsnoy und nordwestlich von Landrecies scheiterten seine Angriffe vor unseren Linien. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. ZnnschA Oise mti> Aisne grobe, einheittnhe Angriffe der Franzosen auf mehr als 60 Mlorneter breiter Front. Seinen Hauptstob richtete er gegen unsere Limen zwisi^n der Oise und Serve, ftrvie Mischen Sissonne und der Aisne. Den Ser re- und Souche-Abschnitt suchte er unter Ausspanmg der von Statur ans starken Geländcabschnitte zu gewinnen. Die am frühen Atorgrn zwischen Oise und Serre vorbrechenden Angriffe scheiterten vor unseren Linien. Am Nachmittag fahte der Feind in VUlers-le-Sec und auf der Höhe östlich des Ortes Fuß. An der übrigen Front wurde er auch am Nackd- nnttag ab gewiesen und erlitt in unserem Feuer schwere Verluste. Am Serre- und Souche-Abschnitt konnte der Feind bei Mertiers und Frvidmont, bei Bestes und Pierrepont unsere Linien erreichen. Truppen des Generals Freiherrn von Lüttwitz nahmen in einheitlichem Gegenangriffe Mischen Bestes und Pierrepont ihre alten Stellungen wieder. An der übrigen Fwnt hat unser Feuer den Feind am Ueber- schreiten der Abschnitte verhindert. Westlich der Aisne waren die Angriffe des Gegners tson starken Vanzerwagengeschwa- dern begleitet. Sie sind östlich von Soissonne beiderseits von La Sotvchor trotz siebenmaligem Ansturm völlig gescheitert. Besonders starke Kräfte setzte der Gegner zwischen Hicy- le-Conte und der Aisne au. Bor der östlich von Banogne kämpsendea 4. Garde-Jnsanterie-Division blieben allein 23 zerschossene Panzerwagen. Gefreiter Menschkiel der 9. Batterie des 16. Garde-FcldartiÜerie-Regiments hat hiervon 8 Panzerwagen, Unteroffizier Bröckmann derselben Batterie 10 Panzerwagen vernichtet. Aus den Höhen westlichder Aisne drang der Feind in unsere Stellungen ein, um deren Besitz tagsüber schwer gekämpft wurde. Trotz hohen Kräfteeinsatzcs konnte der Feind hier vou seiner Eindrnchstelle am Sachsenwalde (nordwestlich von Herpy) keinerlei Borteile mehr erzielen. Nur Teile unserer vorderen Linien blieben in seiner Hand. Teilmigriffe in der Aisnenicderuug südwestlich von Amagno. Der Feind, der seitlich Ambly vorübergehend aus das nördliche Aicne rfer vorstieß, wurde im Gegenstoß wieder über den Fluß zurückgeworfcn. Oestlich der Aisne lebte der Artiverickampf nur vorübergehend ans. Teilangrifie des Gegners drängten unsere Posten ans den Nordrand der Höhen nördlich von Grandpre zurück. Im Uebrigen wurde er ab- zewiesen. Heeresgruppe von Gollwitz. Beiderseits der Maas blieb die Gefechtstätigkeit auf Störungsfeuer und kleinere Jnfanteriegefechte beschränkt. Auf dem östlichen Flubufer säuberten sächsische Truppen ein aus den letzten Kämpfen verbliebenes Amerikanernest. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Südlich der Sette machten wir bei erfolgreicher Unternehmung Gefangene. Der Chef des Generalstabes des Feldheeres. (WTB.) Grotzes Hauptquartier, 27. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.^ Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern kerne besonderen Kampfhandlungen. Der Fcmd setzte die Zerstörung der belgischen Ortschaften hinter der Fwnt fort. Die in Otegen und Jngeoigem bei Beschießung durch Brandgranaten in die Keiler geflüchtete Bevölkerung kam zmtt großen Teil um. Südlich von der Schelde wie.rn wir starke ftindliche Angriffe Mischen Famars und Artres im Gegenfloh ab. In Teilangriffen drang der Gegner in Engle Fontaine und Hecque ein. Aus Hecque tvurde er im Gegenstoß wieder vertrieben. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Von der Oise bis zur Aisne setzte der Franzose ftine Angriffe fort. Beiderseits von Orignq schlugen wir sie vor unseren Linien ab. Der Gegner, der bei Pleine Selve in unsere Stellung cindrang. wurde auf der Höhe nordöstlich des Ortes aufgefangen; feine Versuche, von hier aus durch An- grffft in nördlicher Richtung unftw Fwnt an der Oise zu Fall zu bringen, sind unter schwersten Verlusten für den Feind gescheitert. Orignp und die Höhen südöstlich davon wurden behauptet. Zahlreiche Panzerwagen des Feindes wurden zerstört. Die Batterie des Leutnants Meyhöfer vom Re- scrve-Feldartillerie-Regiment Nr. 1 und Leutnant Zuppke vom Feldartillerre-Regiment Nr. 37 sowie Leutnant Otto vom Feldartillerie-Regiment 445 hatten dabei hervorragenden Anteil. Am Serre-Abschnitt blieben feindliche Vorstöße aus Mortiers heraus vor unseren Linien liegen. Heftige Angrifft gegen den Souche-Abschnitt Mischen Froidineltt und Pirrepont wurden von poftnsck^n und württembergischen Regimentern abgetvieftn. Gegen Abend Ichlugen das Füsi^ lier-Reginrent 37, das Grenadier-Regiment 119 und das Infanterie-Regiment 121 vier erneute, mit großer Kraft umbrechende Angrifft des Feindes zurück. Beiderftits von Sissonne blieb die ftindliche Infanterie gestern untätig. Auf den Höhen westlich der Aisne stich ein eigener örtlicher Gegenangriff gegen den Sachftnwald mit starken Angriffen M- sammen, die der Feind mit weitgesteckten Zielen Mischen Nizy le Comte und der Aisne angesetzt hatte. Schon beim Neberschreiten der Höhe nordwestlich von Nich le Eomte erlitt der Feind in unserem Feuer schwerste Verluste. Hier sowie westlich von Banogne sind die Angriffe des Gegners völlig gescheitert. In dem sch luchten reichen und dichtbeivab- deten Gelände westlich der Aisne dauerten erbitterte Kämpft tagsüber an: bis zum Abend 'waren sie zu unseren Gunsten entschieden. Sie fanden etwa an der Strohe Bal'.ogne—Chateau Porcien und bei Herpy ihren Abschluß. An der Aisne-Front und bei Heeresgruppe Gallwitz beiderftits der Maas keim grüHeren Kanrpfhandlungen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Bewegungen in rückwärtige Linien verlmrftn planmäßig. In ecffvlgreiälen Alnvehrcümpftn bei Kragrijevac mid Jagodnm sicherten yrachhuten den Abmarsch unserer Haupt- kräfte. Der Chef des Genevalstabes des Feldheeres. Rriegsnrinister Gcheüch über die Rriegsanleche: wer nicht Kriegsanleihe zeichnet, handelt falsch; denn die Kriegsanleihe wird immer mindestens so gut sein wie bares Geld. Die -lbendberichte. Berlin, 25. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern ruhiger Tag. Teilkämpft zwischen Schelde und Oise. Von der Oise bis zur Aisne hat der Franzoft ftine Angrifft ftrtj- gefttzt. Südlich der Oise rrmrden sie nach anfänglichem Geländegewinn zum Stehen gebracht, an der übrigen breiten Angriffsfront sind sie gescheitert. Berlin, 27. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) Der Tag verlief o h n e g rö he re Ka m p sha n d l u n - gen. * Die Ssterreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 26. Okwber. (WTB.) Amtlich wir verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpft in den Sieben Gemeinden fanden gestern nach den Misserfolgen, die die Italiener und Fmnzoftn am Vormittag erlitten, keine Fortsetzung. Oestlich der Brenta kam es erneut zu einem erbittetten, bis in die Nacht andauernden Ringen. Vrennpunktt des Kampfes waren der M o n t e A s o l o n o und der Monte Pertica, die mehrmals in die Hände des Feindes fielen, um imnrer wieder durch Gegenangriff zurückewbert zu werden. Nur unter den schwersten Opfern vermochten die Italiener gegen Abend auf beiden Bergköpfen neuerdings Fuh zu fassen, dagegen blieben ihre Anstrengungen, nordöstlich des Adonte Pertiea in unsere Linien einzudringen, vergebens. Auch neuerliche Anstünne gegen den Spinue.io scheiterten an der Tapftrkeit der Verteidiger. Fm A so lo uo -B ecke n schlugen Sicherungstruppen italienische Vorstöhe ab. Die Halwng unserer Braven nmr wieder über jedes Lob erhaben. Verdient von den twri- gestrigen Kämpfen westlich der Brenta noch das obenmgg- rische Infanterie-Regiment Nr. 125 besondere Anerkennung, so ttug gestern im Asolone-Gebiet nanrentlich das kroatische Landwehr-Regiment 27 durch sein selbständiges Mitwirken an den Künepftn eines Nachbarabschnittes wesentlich zur Festigung der Fwnt bei. Eir'-stimmig wurde wieder die Tätigkeit der Artillerie hervorgelwben, die durch ihr ver- stündniswlles Zusammenarbeiten mit der Infanterie an der Behaupttmg des Schlachtfeldes ruhmvollen Anteil nahin. Infanterie ulw Schlachtstreger betätigten sich im Erku»idungs- dienst und im Kämpft gleich erfolgreich. Balkan-Kriegsschauplatz. In Serbien gingen wir schrittweise in die Stellungen von Kragujevac zurück. Auf deni albanischen Kriegsschallplatz keim gröhereri Kampfhandllrngen. Der Chef des Generalstabs. W i e n, 27. Oktober. (WTB.) AmtlM wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche der S i e b e n Gemeinden unternahm gestern der Feind wieder eine Reihe starker Teilvov- stöhe. die alle im 9dahkampf oder im Gegenangriff abt-geschlagen wurden. Weitere Angriffsversuckie schriterten schon in unserem Abwehrfeuer. Der Feilrd erlitt grohe Verluste. In dem Gebirge östlich der Brenta dauert die Schl>^cht in unverminderter Heftigkeit fort. Den ganzen Tag über tobte der Kulnpf. Im Berich des Col Caprile bühte der F^eind zeitweilig errungene Vorteile durch unsere Gegenstöße völlig wieder ein. Den Asolone nahm nach erbittertem Ringen die 4. Division im Sturmschritt. Unsere gegen den Pertiea angesetzten Bataillone gelangten in den Abeirdsbludell bis an dnr Fuh der Kuppe: in der Nacht ftel auch diese in unsere Hand. Wiederholte Vevsuche der Italiener, sich in der Ge- gnw der Fonta'.ui Secra auszrchreiten, blieben trotz dem Aufgebot starker Infanterie und Artillerie vergebens. Auch an den Hängen des Monte Spimiccia bereitete die Standhaf- ttgkeit unftrer Braven dem ftindlichen Angriff das gleich Schicksal wie an dem vergangenen Tage. Die Leistungen unserer Trrlppen sichen gegenüber den größeren Wafftntatcn srüherer Schlachten nicht.zurück. Möchten alle Völker, deren Wohl und Wehe heute ohne Unterschied von den Ereignissen an der Fwnt abhängt, den Braven hierfür gebührend Dank wissen. An dem Piave dauerte gestern der Artilleriekampf fort. In der Nacht setzte beiderseits des Montello ein gwher In- fanterie-A«griff der Entente ein. An den Punkten, an denen der Feind das linke Uftr zu betreten vermochte, wird erbittert gekämpft. Balkan-Kriegsschauplatz. In Serbien gehen unsere Bewegungen planmäßig von statten. .Kwgujevac wurde unter Nachhutkampf dem Feinde überlassen. In Albanien keine besonderen Ereignisse. Der Cl-es des Generalstabs. Der Rücktritt Ludenborffs kommt nicht überraschend^ Welches die letzte Ursache dieses Wechsels war, kann man noch nicht übersehen; dagegen hatte sich in der letzten Zeit aUzuviel Peinliches ereignet, die diskretesten Dinge waren angeschnitten urrd erörtert worden, ohne daß von amtlicher Stelle völlige Klarheit darüber gegeben worden wäre — so vergrößerte sich täglich die Wahrscheinlichkeit, und vielleicht auch die ddotwendigkeit, daß Ludendorss zurücktreten würde. Gegen ihn, nicht gegen Hindenburg, wandte sich die heftige Opposition der Linken. Man wirst chm vor, daß er eibemnächtig auch in die p o litis ch e Leitung der Dinge erngegriffen, daß er eine alldeutsche Politik gefördert habe. Wie weit er das wirklich tat, wird in vollem Umfange erst die Zukunft offenbaren Cs scheint aber, daß die „Boss. Ztg." recht hat, wenn sie ftststellt, Ludendorfss politische Betätigung sei so groß gewesen, weil in diesem Krieg kein Politiker großen Stiles vorhanderr war. Der Verfasser des Artikels in der „Voss. Ztg.", Georg Bernhard, der mit Ludendorff persönlich bekannt geworden war, fügt hinzu, dieser sei an sich eine unpolitische Natur gewesen, er sei jedoch im Laufe des Krieges imnrer mehr vorgeschoben worden für Vorkommnisse, fiir die er nicht verantwortlich zu mack-en war. Diese Meinung hat auch für den Uneingeweihten eine hohe Wahrscheinlichkeit für sich. Es mag sein, daß der General, dessen hohe Verdienste um unsere militärische Kriegführung nie in Vergessenheit geraten können, gelegentlich po- litisck-e Fehlgrifft getan hat, daß es in entscheidender Stunde an einer kraftvollen politischen Instanz fehlte, die der überragenden Persönlichkeit Ludendorffs gewachsen war. Die Zukunft wird manches enthüllen, was uns heute noch verschleiert ist. Besonders ungeklärt ist es noch, in welcher Form und in welchem Ai a ß die Heeresleitung, und besonders Ludendorff, die Einleitung von Wafftnstillstandsverhandlungcn veranlaßt hatte. Darüber gehen noch immer widersprechende Feststellungen in die Welt. Temperamentvolle Drohungen, ancinander prallende Gegnerschaften, Unwille und eine gewisse Verdrossenheit könnten vielleicht eine ebenso ausschlag- giebende Rolle gespielt haben, wie die Verhältnisse und Umstände an der Front selber. Wir wollen uns vorläufig nicht an e'inftitige Darlegungen halten und mit unserem Urteil warten, bis eine freie Erörterung geführt werden kann, die uns vor dem Feinde nicht mehr schadet. Wir wollen aber hofftn, daß mit dem Rücktritt Ludendorfss nunmehr eine Qnekle imrerer und äußerer Schwierigkeiten versiegt! Hiw denburg bleibt uns und er bürgt uns dafür, daß in den kommenden Waffenstillstandsverhandlungm nicht nutz- und sinnlos Zugeständnisse gemacht werden, die in der Lage nicht begründet sind. Die deutsche Regierung hat Kesbern noch eine kurze Drtworttnote an Wilson ergehen lassen. Sie unterstreicht noch einmal die ttefgeherideu Wandlungerr in unseren: de:U- schen Berfassungsleben, verzichtet auf jegliche Polemik urib Anrufung des Weltgewissens und zoUt dem Präsidenten der Beveinigten Staaten das Vertrauen, daß er es ehrlich rneine. Die vm: uns ausgesprochene dNeinung fi:ü)eu wir heute jauch in einer Kritik der „Jwankf. Ztg." niedergelegt, die u. a. schreibt: „Wir wisse:: nicht, ob diesesl Vorgehe:: rasch zum Ziele sichren wird. Cs wäre vor allem wichtig gewese::, die Bedingungen des Friedens selbst zi: erörtern. Der Waffenstillstand hat gar nicht die große Bedeilttmg für uns, die man ihm vielleicht in, irr- tiimlicher Eiuschützuug dieses wiederholten Drängens auf feindlicher Seite beimessen könnte. Gewiß ist die' Vergeudung jedes Tropfen Blickes, de:: man sparen könnte,'ein Verbreche::. Aber es wäre viel schlimmer, wenn durch die Voranstellüng des Waffenstillstandes die ganze Unterhaltung über den Frieden auf ein totes Gleis käme." So lange wir nicht wissen, lvelche besonderen Gründe unserer Regierung das Verfal-ren eingegeben haben, das in dieser kurzen Note zun: Ausdruck ko:umt, wollen wir auch in dieser Frage Zurückhaltung :ibe:n vke deutsche Antwottnote an Wilson. Berlin, 27. Okt. (MTB. Amtlich.) Die deutsche Ant Krortnole hat folgenden Wortlaut: Die deutsche R-rgierung hat von der Antwort des Präsidenten, der Bereinigen Stauten Kenntnis genommen. Der Präsident kennt die tiefgreifenden Wandlungen, die sich in dem deutschen Verfassuugsleb«: vollzogen Huden urrd vollzieh«: Tie FriedcnSvcrhandlung-err werden von einer Volksregie- rung geführt, in der«: Händen die entscheidenden Machtbefugnisse tatsächlich und verfassungsmäßig ruhen. Ihr sind auch die militärischen Gewalten unterstellt. Die Drattsche Regierung sieht nunmehr den Vorschlägen für einen Waffen still stand entgegen, der einen Frieden der Gerechtigkeit ranleitet, wie ihn der Präsident in seinen Kundgebungen gekennzeichnet hat. gez.: Sols, Staatssekretär des Auswärtigen. .. Washington, 26. Oft. (WTB.) Reuter. In amtlichen dlchlvmatischnr Kreisen wird betont: Tie Note des Präsidenten' Wilson deutet ehren, die auch diesmal die'feindliche Infanterie dicht herankommen ließen, buchstäblich niedergemäht. Dennoch dauerten die hartnäckigen Angriffe des Feindes den ganzen Tag fort. Mit schweren Opfern konnte er schließlich in den Ott eiubringen und südlich davon eine Einbuchtung der deutschen Linie vollziehen. NackMiittags 6 Uhr 30 setzte nach einstündigem heftigstenr Arttl- leriefeuer erneut ein zusammrngefaßber^ Jnfanterie-Aingriss ein. Tie gedrängten, dicht auseinanderfolgeuden Sch«warmlinien rückten vo?i Tanks begleitet, bis vor die deutschen D'rahthlindernisse. Hier brachten aus näch.ster ^ Nähe Maschinengewehrgarben den Wigriff zum Stehen. Auch hierbei wuvoen Tanks vernichtet. Besonders zeichnete sich Ofsiziersstellver.veter Steinbacher aus,' er macküc einen der Kampfwagen, der im Begriff stand, das d«ttsche Drahthindernis niederzuwalzen, mit einer geballten Handgranatenladunig» Unschädlich: einen zweiten erlegte Steinbacher ?:ördlich von Villers le Sec nnt Maschinen gewehrfeuer. ^ Rücktritt Llldenüorffs. Berlin, 26. Okt. (WTB. Amtlich.) S. M. der Kaiser utw Konrg haben den General der Infanterie Luden- d v r s f. Ersten Generalquartiermeister und im Frieden Kommandeur der 25. Infanterie-Brigade, heute in Genehmigung fernes Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension z u r Drsposition gestellt. Gleichzeitig haben S. M. mit einer Order an den General zu bestimmen geruht, daß das Niederrheinische Füsilier- Regrment Nr. 39, dessen Chef der General bereits seit längerer Zeit war, fortan den Namerl Ludendorff führen soll General von Ludendorfs ist am 9. April 1865 geboren. Er «trat, kaum .17 Jahre alt, im Jahve 1882. aus dem Kadettenkorps als Leutnant beim Jnsantette-Regiment Nr. 57 ein. Am 14 April 1887 zur Marine-Infanterie versetzt, verblieb er dott bis zum Jahre 1890, uw er als Oberleutnant ms Leiö-Grenadrer-Megiment Sam alsbald aber zur Kriegsakademie kommandiett wurde. Von 1893 bis 1898 gehörte Ludendorff in verschiedenen iStellimgen dem Gy^valstabe an. Jnzivischen zum Hauptmwm befördert, wurde er 1898 .Kompagniechef im Jnsiarrterie^Regi?ni«tt Nr. 61 Es folgte zwei Jahre später die Versetzung ,in den Generalstab der 9. Division, später des 5. Arrneekorps. Am 18. Oktober 1902 ivurde Lndendorff in den Großen Generalstab beruf«?. Zum Major wir Ludendorfs 1901 «rufgerückt. Eine Kommandierung zum Admiral- stabe der Ma?:rne, verbunden mit einem Bordkommanda auf dem Linienschiff Wilhelm der Große", urtterbrach im Jahre 1905 die Tätigkeit im Generatstube. Es folgte die bis 1908 dauerndä Kommandierung als Lehrer an der Kttegsakademie. Ws Oberst- feutiwxnt trat 1908 in den Großen Generalstab als Abteilungschef z?rrück. Im Aprü 1911 zum Obersten ernannt, übernahm am 27 Januar 1913 LuDerchorff den Befehl über das Niederrheinische Füsilier-Regiment Nr. 39, dessen Chef er jseit November 1917 war. 1914 wurde er Kommandeur der 85. Jnfantette-Brigade. Bei Ausbruch des Krieges nmrde Ludendorff OberquattierMeister der 2. Ainnee. An der Spitze einer Brigade drang Ludendorff als erster in Lütttch ein, wofür er mit dem Orden Pmrr le Mettte und den beiden Klassen des Eisernen .Kreuzes ausgezeichnet wurde. Am 22 Augwst wurde Ludendorfs zum Generalstabscki»ef Hindenburgs ernannt. Er loar des Feldmarschrlls Berater an der Spitze der 8. und 9. Arm« und lxüm Oberkomniando-Ost In: November 1914 zum Generalleutnmit beföcdett, erfolgte am 29. Aumst 1916 die Ernennung zum General der Jnfa?tterie. Am gleichen Tag.- wurde Lud«rdorff die neugeschrffene Stellung des Erst«? Oien«wlauattiermeisters übettragen, als welcher er die deutschen Waffen zu großen Erfolgen sühtte. Das Gwßkrenz des Eisernen .Kreuts erfaßt Ludeiworsf am 24. Marz dieses Jahres, als die erivlgreicl/' deutsche Offensive eingeleitet wurde. Ans bm Reiche. Refvrmni in Sachsen Okt. Dic SächsischeSt-aatAzeittrng meldet: Mit Rücksicht auf die N«igestaltt?ng der Negierung bat«: die Herre?: Staatsnrinister sämtlich den König, ihre Aemter zur Verfügung teilen zu dürs«i. Der Kö??ig hat darauf allen Staatsministern em volles Verttauen versichctt, sich aber in Würdigung der von ihnen vorgetragenen Gründe bewog«: gesehen, 1*m Vorsitzenden Herrn Staatsminister i?n Gcsamtstaatsministcrium, Staatsmi??i- ter des Kultus mtb des üff«?tl?chen Unterrichts Dr. Beck und den Herrn Staatsmiarister der Fiiianzen v. Sendewitz auf deren erneutes Ansuchen d«: von ihnen zu seinem großen Bedauern erbetenen Ueberttttt in den Ruhcsta?id unter Belassung von Titeln und Rang als Staatsminister zu bewillig«:. 26 Okt, (WTB.) Die sLchsische „StMt-z»eiümg" chverbt: Lerne M Lj-estat d«: König entließ den Staatsminist« m : fc t ^ u m b o n © cf ft ä b t cmf fän Aissuck-«: unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsnrinistevs aus seinen Lllmtern und vollzog nachsteheiche Ernenmingen: Justiz??nnister Staats- nvinister Tr. Heinze znm vorsitz.mden Staatsminisber und Minister des Aeuß«m, Vttnistettaldiwttor Wrrkli.her Geheim« Rat Dr. Schroeder zum Finauzminister, Ministerialdirektor Geh Rat Dr. Koch zum Minister des J?rnevn, den Gesandten von Nostiz-Wallwitz zu?n Minister des Kultus und öffentlichen Unterrichts. Umtriebe mit der nordschleswigschen „Frage". , Kristiania, 27. Okt. Die nordsKeswisckie Frage, die bereits s«t «Niger Zeit die rrorwegistt^ Presse beschäftigt, ivird w«t-cr eifrig erörtert, teilweise in ei?:er Weise, als handle es sich um norivegisches Gebiet. Einige Blätter verlang«: dic Zurückgabe von ganz NordschileÄvig bis zur Eider, oder sogar die Internatronalisierung des Kaiser-Will-elm-Känals und befürworten die Jitterv ention der Mliietten beim Friedens sch,lnß, 0>egen diese verbcrndssreundlichen Sttnnnen wendet sich nacl)drücll.ich der bekannte norlvegisch? Theologe Eibi??g Berggrav Jensen :?: ein«?: Aussatz im Morgenbladct. Unter Hinweis Mrs die politisch: Gefahr die Skandinavien aus ein«n solchen Vorgehen ettvachson könne weist er bestimntt den Gedanken zuttick, ein«n geftUagenen Deutschs land NvrdschileÄvig avznringen, tritt aber warm dafür ein, dem ??«u«i T^eutschfland bm Gedanken der Durchlfühnurg von stächt und Gevochititzkeit auch im Nordgebiet naheMleg«: unter Betonung des Umstandes, daß der Gedanke eftver Grimziegulierung schön früher von amtlicher d«ttscher Stelle erwogen sei. DersMmnlmtgen und Kundssebirngen in Berlin. Berlin, 27 Okt. (Amtlich.) Im Anschluß an fünf Wahl- versammlrmgen, die die unabhängige sozialdemokratische Partei Deutschlands Sorrntag mittag in Berlin vmanstaltct Ixitte imb an denen insgesamt ft'inß bis seckfstausend, Mensch«: teil?:ahmcn, kam es an einigen Stell«: der Stadt zu einige?: unbedeutende ln Ruhestörungen, die von ber Pvlizei ohne Schwierigkeiten unterdrückt wurden. Vor der russü- fchen Botschaft batte sich am späten Nachmittag eine große Anzahl unreifer Burschen versammelt, die dircch ihr lär?nendes Auf- treten zahlreiche Neugierige lierbeizogen. Tadr:rch w,rrde der Verkehr l^hindert, so daß er durch (krtigmf«: der SckKtznlannsäfaft geregelt werden mußte. Es fanden im ga??zen sechs FesftiahmeN statt. .. Die Neuordnung in hesien. Staats minister Tr. v. Ewald gab, wie schon kurz gemeldet ivurde am Sa?nswg i?n Veffassiurgsausschuß der Zweit«: Kammer eine Erklärung ab: die nach der Tarinst. Ztg. folgende^ Wottlaut hatte: In meiner Aeußerung zur Finge der Revision des Wahlrechts in der Sitzung der Zweit«: Kainmer vom 20. März d. I. pa be ich darum hin gewiesen, daß «ne abwattende .Haltung für Hessen sich insolange empfiehlt, als ?::ck>t die Wahlreckstsftage in Preußen geklärt ist. Nach den Mitteilu?rg«i in der Presse vo-ln 18. d. M. sind ?iunmehr die Beschlüsse des Wahlreck?>tsauSick>usses des Hervenlauses dran Plramm dieses Hauses zu ge gang«:, stiach diesen Vorschlägen -darf für Preußen die Eiiirführung d^ gleichen Wahlrechts ohne jede Zusatzsttmme und die Ei?:führ?rr:g der V«:hä1t- niswahl für größere Wahlkreis $ als gesichert betrackxtet we.rden, ?venn auch die Bestimmungen des Wahlgesetzes im übrigen in all«: EinzcllMten ?roch?:icht feststehen. Tie Rc.grerimg trägt hiernach kein Bedrarkra:, heute schon zu «klären, daß sie die A u f h e b u n g des M e h r st i m m e n r e ch t S und die E i n f ü h r u ?r g d c r V e r h ä l t n: s wa h l für die Wahlkreise, in denen inehrere Abgeordnete zu IväWen sind, Vorschlägen wird, wrarn noch dem Ergebnis der AussckMßwwhirndlungen Aais- sicht besteht, daß diese Vorschläge die erforderliche Dc-ehrhei-t finden rverdeu. Tie Regierung ist ferner ber«t, mit dem Ausschuß über die ?vraterhin bestehendcn Wünsche zu beraten, um aus dran Ergebnis, dieser Beratungen die Grundlagen dafür zu entt:eh?n«:, welche nie-iteren Vorschläge zur Aendernng des Wahlgesetzes ?md der Ver- n»altimgsgesetze fach- und zeitgemäß fin£> u?ti) mit Aussicht auf Erfolg gemacht lverden können. Hinsichttich der Verwaltungsgesetze darf sie übrigens auf ihr Sck-veib«: vom 10. August v. I. .an den Herrn Präsidenten der Zweiter Kammer besonders hiilweisen. , Ich benütze diese Gelegrarheit, um nffch, wie Sie gewiß auch ettvatten wevden, zu der in dies«: Tagen auch in anderen rattjel* staatlichen La?ck>tagen eröittmt«: Fr,me der Teilnahme von . Vertrauensmännern des Parlaments an den Regierungsgeschäftcn zu änße?m. Nach der Entwicklung der innerpolitisch«: Verhältnisse' im Reich lMbe ich mich in Gemeinschaft nnt meinen beiden Kollegen! für verpflichtet gehalt«:, S. Königl. Hohl dran Großherzog übev diese Entwicklung und die polittschen Folgen, die sich daraus für Hessen ergeben künitten, Vortrag zu halten. S. K. Hoh. haben darcuis crklätt, daß er sich auch bisher schon bei Ausnxihl dev Minister nicht auf den «igeren Kreis der Staatsbeamten beschränkt, sich vielmehr stets bemüht habe, nur solche Männer zu berufen^ voi: denen er glaubte, annehmen zu dürfen, daß sie das Vettrauenj des Volkes genießen. Se. K. Hoh. lpaben sich aber im Einklang! mit unseren Vorschlägen nnd Wünschen bereit erklätt, in Zukunft solche Berufungen nicht vorzunehme?:, ohne daß durch vorhettges geeiguetes Benehmen festgestellt worden ist, daß die zu Berufenden! auch vom Vettrau«: der parlamenttrrischen Körperschaften ge^ tragen sind. Im Vettaufe des' Vottrages haben wir, um die Bahn für diese Entwicklung freizumachen, gebeten, u?rs von unseren Aem- lern zu ^ntbinchen. Se. K. Hoh. haben darauf dran Rücktritt des Herrn Mnisters des^ Jkmcrn ?md mranran Rücktritt mit Rücksicht auf rmser vorgerücktes LebensÄter grundsätzlich zugesümmt und sich den Zeitpunkt zu bestimmen Vorbehalten, M den: dieser Rückttttt erfolgen soll, dic Genehnrigung des Rücktritts des im besten Manuesalt«: stehenden und toie kein anderer mit den Finanzverhältniss«: Hessens verttauten H«crn Ministers der Finanzen aber abgelehrtt und dies auch mtt der Anriahme be- gttmdet, daß dieser dran Lande im Einvernehmen mit den Land- ständen?wch längere Zeit ersprießliche Dienste leisten köime. * * * Am Ticiisiag den 29. Oktober tritt die Zrveite Kanrmer zu ei?rer Bollvrassammlung zusam?nen. Gleichz-itig find«: Fraktions- sitzu?^en und eirre Sitzung des Sondraausschusjes für Bersassungs- fragen statt. > I Darmstadl, 27. Okt. Am Dienstag vormittag 10*/, Uhr tritt die Zweite Kammer zu einer ganz plötzlich anberaumten Vollsitzung zusan:men. Außer Mitteilungen stehen auf der Tagesordnung zwei Punkte: Regierungsvorlage betr. Verlängerung des gegenwättigen Landtages und die einmalige Teuerungszulage für die Beamten. * . * Tie Abgeordnet«: Reh und Henrich haben für die Revision der Verfassugsurkunde und des Wahlgesetzes eine Reihe von Aitträgen eingereicht, die u .a. verlangen: Beschränku?:g des Rechtes der Krone auf eine rein repräsentative Petätigimg: Beseitigung der Vorrechte des AdelD und der Standesherrcn, die sich auf Gebutt und Besitz stützen; Aufhebung der Familien-Fideikvn:misse sonne des Famileneigen- tums des Grvßherzoglichen L)auses: Beseittgurrg der bisherigen Ersten Kammer; Schaffung eines Sttmmrechtes für die Frauen: Beseittgu?:g aller Beschränkung«: des passiven Wahlrechts; gleich- inäßige Erneuermrg des gesamten Landtags alle drei Jahre. .. "" ’ -- l ' -L-üi-B Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. Oktober 1918. Einschränkung de- Eisenbahnverkehrs. Der Minister der öffentlichen Arbeiten gibt üefaimt: Tie zahlreichen Erkrankungen ander Grippe wirken schon längere Zeit in ganz «npsindlicher Wesse auf den Eisenbah??> ' betrieb ein. Tank der inzwisck-en durchgeffchrten Zugeinschränk?:?:gen! llo-nnte bis jetzt den Anforderung«: des Verkehrs noch einiger- . maßen «ttsprochen werden. Die starke Zunahme der Erkrankungen (es si?:d gegenwärtig 45 000 Bedienstete im Betriebe der Preußisch- Hessischen Staatsrasen bahn«: infolge der O^ttppe dienstunfähig) er- fordctt ab« schleunigst Aufhebung iveiterer Züge z?ir 0>«vi?n:img von Lokomottv- und Zugbegleittmgsperflmcck, um ranlste Schwirang- keitcn bei der Abünckluirg des kriegs?vichtig«: Und Nahrungsmittel. Verkehrs, insbesondere bei der Kartosfelversorgnng abzuiv'.'nden. Ta für Schnellzüge jetzt schon nur 20 v. H. der ZirgkiloMeter des letzt«: Friedraisfahrplanes gefahren werden, könne?: hier Einschränttrngen von Erfolg nicht mehr vorgrawmmen werden, zu?i:al diese Züge zün: Weitaus grüßten Teile dem Militärverkehr dien«:. Bei dieser ernsten Lage sah sich die Eis-onbahnverwialttmg datier genötigt, nun. mehr auch die P er son en z ü g e erheblich ei n z u s ch r än. len Und eilt«? großen Teil der zur Zeit fahreudrai Züge vorüber- 1 gehend crufzuheben. Bei diesen Eirsschä?:tüngen ivird nach Möglichkeit aus die Schrarung des amtlichen Berussvrackehrs soivie des Ver- Sehrs für die Rüsttr?rgsindi:sttie Rücksicht grarommen w^rde?^ Im Hinblick aus die zwingraidra: Gründe müss«: aber mich hier Einschränkungen d« Anfordenrngen an den Vettehr ein tretrar. Die Eis«lbah??verwnlt?mg «wartet von d«: armllchn Stell«: ?:??d den Dertrcttmgen der Nüsttingsindusttte, daß sie der schvierigra: Lage Rechnimg trag«: Und durch zweckentstwech«:de Maßnahme!: auf der: eingescknänktra: Fachplan Rücksicht nelMum. Im Berlin« Stadt-, Ringbahn- und VorortverVech soll zunächst nock) von Ein- sckiränkungen abgesehm lverden. Tie vorlwrfig nicht inech v«. kechend«! Personenzüge werden von den Essenbalmdirektionen ch- kanntgeegben werden. Erj ist jetzt nrech denn je Wicht eures jeden, die von dev Els«chahnvcnvaltt:ng wied.-rholt «gangene Mahuu?:g zu veh-rzigrn und?ucr dan?r zu reis«:, wrarn unabwrasbar driirgrarde Oftünde vor- liegen. ** &nS fallende Züge. Ab 28. Oktober fall«: noch folgende Züge vör?'lb«>geh"i?d aus: T--Jug Eoblerrz ab 10,55 von?u, Frankfutt an 1,24 nassen.. T-'Zug Btainz ab 5,58, vorm, Coch lenz an 7,55, D-Zug Frankfutt ab 3^>4, Wln an 9.02 natim., T-Zug Köln ab 7,30 worin.. Franffutt an 12,07 nachm. D^^ua Wiesbaden ab 7,32 abends, Lndroigsl-afen an 9,07 imd T^Zug^da» Nr. 253 Zweites Statt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag. 28. Moder (9(8 Mi). Deutscher Reichstag. 197 Sitzung« vom 26. Oktober. Am BundesratStifche: Gröber, v. Mann, Scheuch, Trimborn. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten. Auf der Tagesordnung steht die Debatte eines Gesetzentwurfes auf Abänderung des Artikels 11 der Reichs-Verfassung. (Zustimmung des Reichstages und Bundesrats zu Kriegserklärungen.' Hierzu liegt ein Llbänderungsanttag der Mehrheitsparteien vor. Abg. Graf W e st a r p (Kons.) erhebt Einspruch gegen die Beratung des Abmrderuugsantrags. da dieser einen neuen Gesetzentwurf da tt teile. Ter Antrag sei erst heute vormittag vorgelegt worden. Tie Fraktionen hätten noch nicht dazu Stellung nehmen können, in solcher Uebereilnng sollten grundlegende Gesetze nicht gewacht werden. Präsident Fehrenbach: AbänderungZanträge sind jederzeit zulässig, wenn sie im wesentlichen in Verbindung lrrit der Hauptfrage stehen. In früheren Fällen sind weirergehende Anträge ebenfalls zugelassen worden. Abg. Gröber (Zentr.): Auch bei der Lex. Heinze wurden Anttäg? zugelassen, die ganz andere Gegenstände des Strafgesetzbuches betraft.!. In diesem Fall liandelt es sich nicht um neue Vorschläge. Sie sind schon vor V-/ 2 Jahren bei der Verffassungsdebatte hervorgetreten. Abg W e st a r p (Kons.): In diesen Fällen ist aber von niemand Einspruch erhoben worden. Wir. aber erheben Einspruch. In diesem Fall handelt es sich um euren Initiativantrag, von dem das Wohl und Wehe des Reiches abhängt. Deshalb müssen die drei Lesungen kassiert werden. Abg. Ebert lSoz.): Nicht einfacher Widerspruch darf entscheiden, sondern die Mehrheit muß entschecden. Nach weiterer Aussprach zur Geschäftsordnung wird die Zulassung dieses AbänderungSanttages beschlossen. Abg. Müller- Meiningen (Fvrtschr.): Diese Anregungen sind im Verfcssungsaussckiuß vor längerer Zeit schon erörtert roorden. An die Stelle der movalifchen Berantwo r tl ichke it des Reichskanzlers soll die staatsrechtlich Verantwortung treten. Auch Bismarck bat in Jena 1892 zugegeben, daß de Rechte des Reichstages zu schlecht weg gekommen sind gegenüber den Rechten des Bundesrates. In Zukunft sollen alle administrativen und politischen Akte des Generalstabes unter die Verantwortung des Reichskanzlers fallen. Jetzt müssen alle diese Reformen durchgesührt werden, nicht unserer Feinde wegen, sondern um unserer selbst willen. Tie Abänderungsanttäge der unabhängigen Sozialdemokraten, die das Wahlrecht, Aufhebung der Ersten Kammer usw. betreffen, können nicht zur Verhandlung gestellt werden, da sie nicht von 30. sondern nur von 24 Mitgliedern unterstützt werden. Alg. List-Eßlingen (Natl.): Es ist auch notwendig, daß alle Zweige der ausübenden Gewalt dem Einfluß der Regierung untergeordnet werden. Das nationale Interesse gebietet, die Verfassungsänderung schnellstens geltendes Recht werden zu lassen, damit dem Ausland ieder Vorwand genommen wird. Wir stimmen dem Antrag zu. Mg. Tr. v. Graefe (Kons.): Ich stimme dem Vizekanzler darin zu, daß es im 5. Kriegsjahr nicht zweckmäßig ist, Experimente zu machen. Tie Verfassungsänderung, die vorgenommen wird, um Wilson zu beruhig'n. ist nur ein Stück des Schwanzes, den wie dem Reichs Hunde abschlagen sollen. Wie ist es in dem Falle, wenn unsere Flotte plötzlich überfallen ioitt>? Soll dir Regierung da auch erst die Zustimmung des Reichstages abwarten? Wie dann, wenn die Legislaturpnnode abgelanfen ist? Müssen da erst die Neuwahlen abgewartet werden? Ter Reichskanzler ist auch preußischer Mmisterprä,ident. Durch die Verfassungsänderung wird der föderative Charakter des Reiches vollkommen beseitigt. Abg. Landsberg (Soz.): Mit voller Ehrlichkeit geben wir zu, daß diese Anträge von größter BÄuuttung sind. Durch sie wird die Regieruugsgewalt in entscheidenden Punkten in die Hand des Volkes gelegt. Herr v. Graiefe hat nicht gewußt, daß die bayerischen, sächsischen und württembergischen Offiziere schon jetzt unter Gegenzeichnung ernannt werden. Unsere Anträge sind nur eine Wiederlsecstellung eines Zustandes, wie er bis 1861 bestanden hat. Daß auch in einem parlamentarisch regierten Lande der König nicht ohne Einfluß zu sein braucht, beweist Eduard VII. Keiner von uns will einen Frieden der Schmach, der nationalen Zerslückekong. - Jeder will das Beste einsetzen, um von Deutschland em namenloses Unglück aktzuwenden. Bricht die Front im Westen zusammen, so haben wir unser Schicksal nicht mehr in der Hand. Tann sind wir nur noch Objekt der Friedens Verhandlungen. Und die Front muß zusammenbrechen, wenn im Jnlande der Bürgerkrieg tobt. Tie Mehrheit des Reichstags ist gewillt und kräftig genug, der Freiheit im deutschen Volke eine Gasse zu bahnen. (Beifall links.) Mg. Bernstein (Unabh. Soz.): Wir wollen einen wahren Völkerbund schaffen, nicht einen Bund der Staaten. Damit entfallen auch die Schwierigkeiten und Streitigkeiten über die Abgrenzung der einzelnen StaatengebUde. Je radikaler wir ooraehen, desto besser wird der Frieden. Es kann keine verbrecherischere Handlung begangen werden als diejenige, die heute von den Herren der Rechten und deren Organen betrieben wird, den Friedein zu h-inLerrveiben und das deutsche Volk darüber zu täuschen, was auf dem Spien steht, wenn der Frieden nicht zustande kommt. Kriegsminister Scheu ch: Wir können nichts in den ?lnträgen Knden, waS das feste Gefüge des Heeres erschüttern konnte. Besonders ist das persönliche Verhältnis zwischen König und Offizier durch die Anträge nicht berührt. Die deutsche Maunestreue tvird auch in Zukunft im Bestehen- unseres Heeres die beste Stütze feiiL (Beifall.) Tie Anträge der Unabhmrgigon Sozialdemokraten werden dem Verfassung saus schuß überwiesen. Tie Mehrheitsanträge werden sodann in den Einzelabstimmungen und bei der Gesauit- iabstimmüng gegen die Stimmen der Konservativen und einiger Mitglieder der Deutschen Fraktion angenommen. (Beifall.) Der Präsident wird ermächtigt, Tag und Tagesordnung der nächsten Sitzung anzuberaumen. Schluß 5-/4 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, hen 28. Oktober 1918. Kartosfclbezugsscheine. Nach den seinerzeit veröffentlichten, vom Großh. Ministerium des Innern genehmigten Bestimmungen Großherz oglihen Kreisamts Gießen über die Versorgung mit Wiutevkartoffeln dürfen Kar- toffelbezngs scheine, die zum Bi uge von Kartoffeln von Landwitten berechtigen, nicht mehw ausgestellt werden. Anträge in dieser Richtung sind daher zwecklos. Tie Belieferung rechtzeitig aus- geswlller Kartoffelbezugsschnne kann bis Ende des Monats nock) erfolgen. Tie für den Bezug -von^ Kartoffeln von einer Städt. Verkaufsstelle gültigen Wiiiterkartosfel-Bcf.e lausweise verlieren am 15. November ihre Gültigkeit. Soweit sie bis zu diesenr Zeitpunkt nicht eingelöst sind, -erfolgt die Belieferung mit Kartoffeln nur aus Wochienkartofselmarken. Diese Maßregeln sind nottoendig, um rechtzeitig einen U eberblick über den Stand der Kattosselvcrsorgung in der Stadt Gießen M gewinnen. Solveit die Lieferung von Kartoffeln nicht unmittelbar durch Erzeuger an die Verbrauä-er erfolgt ist, müssen die erfott-ettichen Kartoffelnrengen bei dem Kommunalverband Gießen von der Stadt angefordert werden. * ** A!uszeichnu ng. Dein Landsturmmann Robert H ans- tnann von hier, Sohn der Wilh. Hausmann Witwe, wurde das Eiserire Kreuz verliehen. Konferenz der Hessischen Bergwerksbetriebsleiter. Tie Betriebsleiter der hessischen Bergwerke waren am 23. ds. Mts. in Benshcim zur 49. Betttebsleiterkonferenz versammelt. In Aubettacht der Wichtigkeit der Taaesordmmg waren auch die Kriegsamtstelle Frankfurt a. M., das Stellv. Generalkommando und der Beauftragte des Kriegsmrnisteriums für Manganerzbergbmi vertteten. Tie Verhandlungen betrasen zunächst die Fragen der Arbeiwrbefchaffung, der Zurückstellung uwd Reklamationen und ihren Zusammeul-ang mit der Aufrechterhaltung der Produktiv. Eure besonders lebhafte Aussprache knüpfte sich cm das Referat des Bergassefsors Tr. Wemmer-Gießen über die Lohnsätze für Kriegsgefangene. Aich über die Versorgung der Arbeiter mit Schuhwerk und besonders mit Kleidung entspann sich eine längere Erörterung. Auf die Notwendigkeit, die Leute immer wieder auf den Gebrauch von Holzschnhen zu verweisen und dem meist unbegründeten Vorutteil dagegen entgegenzntteten, wurde mit allem Nackidruck hingewiesen. Es wurde auch schul eine Reihe von Beispielen mitgtteilt, wo die Ueberwindung dieses Bcirurteils voll ge- lrmgen ist.'— Bei Besprechmg der Verpslegrmgssragcn wurde auf die Ungleichmäßigkeiten hingewiesen, die noch in der Verteilung der Schwer- und Schwerstarbeiterzeilagen begehen, und die Möglichkeiten zum Ausgleich solcher Vett'chedenheiten Wurden besprochen. Wegen Beschaffung von Futtermitteln für die Grube^cherdc wurden erneute Verhandlungen mit der Landessuttermittclstelle als notwendig bezeichn et. — Weiter wurde eine Reihe von Fragen der Arb-eiterversicherung, die Ausgabe neuer Vorschriften über Unfallverhütung und Unfallbehandlung und einige bemerkenswerte Unfälle selbst besprochen. Tie Neuauflage des gedruckten Bergwerks- Verzeichnisses auf Kosten des Betriebsleiterfonds wurde angeregt. Eine noch weiter zu verfolgende Frage ist die erhöhte Nutzbarmachung der Oedländereien, wie Halden, alte Tagebaue und Schlammteichflächen, durch Bepflanzung mit kriegswichtigen Pflanzen, wozu t*m Fack/enten besonders der sogenannte verbesserte Ginster empfohlen wird. Endlich wurde nock die Pe'chasftmgs- möglichkeit und Tr auch rar seit von Tamp'l-istzügen behandelt, die für die nächste Zukunft wohl mehr als' bisher Verwendung finden werden. — Ein Teil der Anwesender besichttgte im Anschluß an die Sitzung noch die Deutsche Feuerlöscher-Bauanstalt G. m.h. H. A. Wintrich & Goetz in Bens heim, die in dankenswerter Bereitwilligkeit ihren Feuerlöscher im Betrieb vorführte. Landkreis Gießen. ** Großen-Linden, 26. Oft Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde dem Bürgermei stereige Hilfen Winker H. Stein el, im Minkerzug 44, verliehen. Er ist Sohn des Schre me r U r ei stets Stemel. )( Mainzlar, 25. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielten Schütze Ludwig Müller und Wehrmann Heinrich Schlapp. Schlapp befindet sich zur Zeit in französischer Gefangenschaft. Musketier Friedrich Rein befindet sich ebenfalls seit den letzten schweren Kämpfen in französischer Gefangenschaft. Vermißt ist Musketier Wilhelm Sommer. Kreis Büdingen. ba. L or b ach. 25. Okt. Leutnant d. Res. Heinrich H en s o hn. z. Zt. in einem Res.-Huf.-Regt. im Wesftn, wurde für schneidige Führmrg und dabei hervorragend bewiesene persönliche Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. — Die- bach a. H. Schütze Will-elm Blum erhielt das Eiserne Kreuz. — Hainchen. Fritz Kaufmann, Res.-Jnf.-Megt. Nr. 222, wurde zum Unteroffizier befördett. na. Nidda, 26. Okt. Vizefeldwebel Otto S ch w ö be l von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter .Klasse nnd der Hessischen Tapserkeitsniedaille, wurde zum Leutnant der Reserve befördert. — Das Allgemeine Kttegsehrenzeichen wurde Gewerbelehrer End res verliehen. Auf Vorschlag des Hessischen Landesvereins wurde dem Vorsitzenden des Zweigvereins' Nidda vom Rotzen Kreuz, Oberst z. D. Weimer, die Rote-Krauz-Medaille dritter Klasse verliehen. Letzte NaÄiricbterr. Dev neueste rZericht der Oeeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Oktober. W e stl i ch e r K r i e g s f cha u p l a tz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Keine größeren Kampfchaudlungen. Siwwest'ich von Deinze, östlich von Avelgenr und bei Artres (südlich der Schelde) wiesen wir feindliche Angriffe ab. Bei Säuberung einzelner Engländernester bei Famars und Engle-Fontaine machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Uebergangsversuche des Feindes über den Oise-Kanal bei Topigny wurden vereitelt. Zwischen Oise uild Seri-e nat^- Gietzenev Stadttyearev. Flachsmann als Erzieher. Gießen, den 25. Oktober 1918. Flachsmann als Erzieher war aktuell, als er 1900 im Schauspielhaus zu Dresden zum ersten Male über die Bretter ging. Es wucbß aus einer Sttömung hervor, die den Geist des Untzer- rickstes zu reformieren begann -uud die eine Reihe ähnlicher Tendenzstücke ivie Max Drttiers „Pwbekanoidatcn" uick> die Schülerromane tm Gefolge hatte, deren bevaimlester wohl Hermann Hesses „Unterm Rad" ist. Flachsmann als Erziel>er hat auch heute unter der Pawle „Freie Bahn dem Tüchtigen" eine gewisse Aktualität erreicht. Außerdem gewinnen bestimmte Vorgänge und ?6eirdungen unge- 'wottt eine Beziehuirg zu gewissen politischen Zeitereignissen, und» das trug nicht wenig dazu bei, dem wirksamen Theaterstück erhöhtes Interesse entgegenznbringeil. Obwohl Tendeirz stück, bas deir Teufel schwarz 'und den Engel weiß malt uiro dem Bösen prompt die Strafe, dem Guten ebenso prompt den verdienten Lohir werden läßt, wird Flachsmann sobald noch nicht in der Gunst des Publikums sinken: denn der Tendenz ist die Spitze genommen, weil sie sich nicht gegen ein Sy stein, sondern gegen einen unfäbigeii Popanz dieses Systems rrchttt: die einzelnen Lehrertypen sind bis znm Lchuldiener l)erab von Otto Ernst, der selbst Volksschullehrer war, feixt unterhaltsam ferrifi-ext; die im Grunde dürftige Handttllng wird durch humorvolle Eins alle des Schulwitzes und das Herausstellen fvrtaeschtt tte- ner Forderungen der Jugenderziehung auf das geschickteste belebt. Da das Stück in Gießen zum letztenmal vor vier Jahren gegeben wurde, datt sein Ii>l>alt als bekannt vorausgesetzt werden. Tie tx itc:; Gegenspieler, schßvarz und weiß, wurden durch Adoli T e l e l y und Oskar F c t g c \ dargestellt. Mols Teleky zeigte sich damit znm ersten Male in einer bedeutenderen Rolle. Er hatte das rcncdige Schaf FsachSmann, den Urkmidenfälscher, pedantt'scheu (?)eirieerdroßler, miserablen Bildungsschuster, bornier- tart Heuchler, lüsternen Niovalwächber und feigen Schuft zu einem menschenähnlichen Individuum umzuformen, das seine Stellung doch nich-t allein dem heiligen Buremtkrattics verdanken durfte. Die Umformimg gelang, und aus dem Phantom wurde eine menschliche Gestalt. Oskar Feigels Aufgabe war reziprok. Er hatte das Tugendlamm Flemrning, den genialen Jngeudbiwner, den Mann mit der idealen Forderung einen Kerl und keinen Maulhelden oder Musterknaben fern zu lassen. Auch dies gelang. Nun brachte nod,< Karl V o l ck als Regierung-Zsckpllrat md ttchtender Gott über Gut und Böse deu notwendigen Sck)sneid eines auf geklärten, scharfblickenden und zielbewußten Menschen mit, >md das Stück stand. In die geschickt abgesturften Lehrertypen teilten sich die Herren: Cutt Lerch. Wilhelm Koch, Carl Schaum, Artur Reppert und Rudolf Jelikokf, wobei die sich ergebenden Sonderlichkeiteu der einzelnen Spezies genügend scharf ausgeprägt »vuvden, vom geisttötenden Pedant«! zum stumpfsinnigen Pauker, vom gewissenlosen Verbildner bis zum tüchtigen Schulmann und zum Erziehnngsenthusiasten. Rcidolf Goll spielte den sich wickftigtue'ud«! SckMldiener überzeugend und Otto Conradi ebenso den jovialen Schulinspektor. Von den Damen gab Luise Delos6a mit kurz an gebunden er Schvoffheit die emanzipierte Erzieherin, Fttedel Toerr die nur den Brvteriverb suchende Lehrerin, die in chrem Wesen ein süßes, liebebedürftiges Mädel geblieben ist. Ihr Spiel war sinsch, wenn auch im Glücksjubel niäft ganz überzeugend. Kleinere Rollen paßten sich ein. . In der Spülleitung erbvgchte Adolf Tel ety diesmal einen guten Befähig...uisn^chweis.. zz men wir in vorletzter Nacht in dem vorspringenden Bogen zwischetl Origny und La Ferte stehende Truppen in die Linien westlich von Guise—östlich von Ereey an der Serrc zurück. Der Feind griff unsere neuen Linien südlich von Guise an. Unler^Einbuß? zahlreicher Panze.'wagen wurde er abgcwiestn. Am Souche-Abschnitt sch-eilerten am frühen Morgen erneute Angriffe der Franzosen zwischen Froidment nnd P.erroponl Westlich der Aisne fanden gestern nur örtliche Kämpfe statt. Feindliche Angriffe gegen unsere auf dem Südufer der Aisne, südwestlich von Retel und bei Nilly stehenden Truppen wurden abgewiefen. Auf den Aisne-Höhen östlich von Bouziers nahm der Artilleriekanrpf am Abend in Verbindung mit erfolglosen Angriffen des Gegners östlich von Ehestres vorübergehend große Stärke an. Heeresgruppe Gallwitz. Auf den Höhen östlich der Maas wiesen wir Angriffe der Amerikairer am Walde von Consenvoyo und am Ormont- Walde ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die eingeleiteten Bewegungen wurden planmäßig weitergeführt. Südlich von Rudnik und Toyota erfolgreiche Nachhutkänrpse. Beiderseits der Morava besteht nur geringe Gefechtsfühlung mit dem Feinde. Der Chef des Generalstabes des Feldheeres. Gesterreichische Antwortnote an Wilson. F r a n k s u r t a. M., 28. Okt. (Privattel.) Hiefigen Blättern zufolge hat die Antwortnote des Grasen Andvassy an Lansing folgenden Wortlaut: In Beantwottung der an die österreichische Regierung gerichteten 9Äite des Herrn Präsidenten Wilson vom 18. d. M. und im Sinne des Entschlusses des Herrn Präsidenten, mit Oesterreich- Ungarn gesondett über die Frnge des Waffenstillstandes und des Friedens zu spreche^, beehtt sich die österreichisch-ungarische Re- rung zu erklären!, daß sie ebenso wie den früheren Kundgebungen^ des Herrn Präsidenten auch seinen in der letzten Note enthaltenen! Auffassungen über die Rechte der Völker Oesterreich-Ungarns speziell über jene der Tschecho-Slowaken und der Jugo-Slawen, zu'ttmmt, daß somit Oesterreich-Ungarn sämtliche Bedingungen! angerwmmen hat, von welchen der Herr Präsidertt den Eintritt in Verhandlungen über den Waffenstillstand und den Ftteden abhängig gemacht hat. Nach Ansicht der österreichisch-ungarische!^ Regierung steht sonach dem Beginn dieser Verhandlungen nichts mehr im Wege. Die österreichisch-ungattsche Regierung erklätt sich daher bereit, ohne das Ergebnis der anderen Verhandlungen abzuwarten, in Verhandlungen über den Frieden und über einen sofortigen Waffenstillstand auf allen Fronten Oesterreich-Ungarns einzutreten und bittet den Herrn Präsidenten Wilson, die diesfalligeick Einleitungen treffen zu wollen. Kabinettslvech'el in Oesterreich. Wien, 28. Ott... Der Kaiser hat mit Lands Treiben vom 27. Oktober die Demission des Ministeriums Hussarek angenommen und Hofrat Tr. Lammorsch zum Niiuisterpräsideitten ernannt. NLiDerung der Zensur. i. Köln, 28.Okt. (Dvahttr.) Die „KreuMg." meldet aus Berlin: Ter Staatssekretär Gröber rvird am Montag mit Vertretern der Presse eine Besprechung abhalten, um Anregungen über die Milderung der Zensur zu empfangen. Am Montag nachmittag wird er mit den! Kttegsministcr eine entidjeibertbe Beratung haben. Die Friedensziele der Feinde. London, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter-Meldung. Tie Konferenz der französischen, italienischen, belgischen und britischen Sektionen des interalliierten parlamentarischen Komitees nahm einstimmig folgende Resolutionen an: 1. Es ist wesenttich, daß 'die jetzt im Kampfe für die Freiheit vereinigten Nationen ihre enge und herzliche Verbindung beibehalven, bis die noch immer drohenden Gefahren durch die vollkoinnrene Ueberwindung der feindlichen Mächte beseitigt wrd die Gefahr der künftigen Wiederkehr von Schrecknissen, wie die gegcnwättigen die Äienschhert heimsuchen, ab- gewandt ist. 2. Es ist von l-ervorragender >Bedcutulrg, daß die Regierungen der jetzt im Kampfe für die Freiheit vereinigten Nationen sc sott an die gemeinsamen Vorbevettungen eines S>chemas für die Wucherung und Enttvicklung der Gesellschaften, der Nationen nach dein Kttege und tz-ur Erreichung eines dauerhaften, durch das vereinigte Vorgehen der freien Völker gewährleisteten Friedens herantntt. 3. Tie Neugestaltung MittelouMpas inuß aus der Grundlage der Nationalitäten vor sich gehen, und zivar im Hinblick sowohl aus das Recks: der Völker, über ihr eigenes Geschick zu bestimmen, als auf die Bürgschaften, die wesentlich sind für einen dauernden Frieden Europas. 4. Tie Verluste au Handelsschiffs raum durch den Unterseeboott'tteg müssen soweit als möglich durch Ab- lieserlmg feindlichen Schiffsraunis gmgemacht rverden. 5. Tvs Komitee stellt den im Krieg asso^ietten Regierungen die Notwendigkeit vor, daß die tttterallrietten Luftsvrertkräfte sick^ nötigenfalls an der Ueberioindung eines letzten feindlick-en Widerstandes durch einen Luftfeldzng über dem feindlichen Gebiet beteiligen. 6. Das Komitee fordett die affozietten Regierungen auf, unverzüglich eine Kommiffion zwecks Ernreihiung von Vottck/tägen für eine internal io natt Luftgesetzgebuwg zwecks Einrichtung bestimmter Luftverkehrslinien einzusetzen. Der Widerstand der Oesterreicher. Lugano, 27. Okt. Tie italienischen Blätter heben in ihrem Bericht über die Kämpfe an der ,Piave- und Grappafrvnt den außerordentlich- zähen Widerstand seitens der öster- veichis-chen Trupmn hervor. Die römische „Epoca" schreibt: Die österreichischen Truppen verteidigen ihre Stellungen bis zum äußersten irnt> führen mit verzweifelter Hartnäckigkeit Gegenangrifte aus. Meuterei eines holländischen Regiments. i. Köln, 28.-Okt. (Drahtn.) Die „Kveuzzrg." meldet aus Amsterdam: Im holländischen Militärlager Haarskamp hat das erste JnsaTttette-Regiinent gemeutert. Tie Hauptbaracken des Lagers wurden nieder gebrannt. Es gehen wilde Gerüchte um Man spricht von Toten und Verwundeten. Bekanntmachung. Betr.: Benürtschaftting der Runkelrüben. 8189c Turck-i die Verordnung des .Herrn Reichskanzlers vom 9. März l. I. ist der Erzeugerhö'chstpreis für Runkelrüben Tickwurz) auf 1,50 Niork je Zentner festgesetzt worden. Tie von uns init Er- inüiäsäigung der Reichsstelle sin' Gemüse und Obst beioilligte Lie ferungsptämie von .50 Pf. je Zenttrer wrw für alle Runkelrüben bewilligt, die bis zum 3 0. N o v cmbei l. I. an uns geliefert iverden Wir bringen dies hiermit zur Kenntnis der Beteiligten. Mainz, den 25. Oktober 1918. Hessische Landesgemüsestelle. Deru>altungsabtci1ung. Der Vorsitzende: Werner, Reg-Rat. B e t r.: Wie oben. Dic Hessische LandeS-Gemiisestelle. VknoaltungSabteillmg. an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeindell des Landes. Wir encpfthlen Ihnen, die vorsteliev'de Bekannttnachirng in Ihren Gemeinden ortsüblich« z-n verüfsentlickvn. M a i n z, den 25. Oktober 1918 Ter Vorsitzende: W e nt c r, RegierungSrat. !$.: m der ^ Kriegsanleihe Zeichnungen nehmen wir an allen Wochentagen und zwar vormittags von 8 bis J Uhr nachmittags von 3 bis 5 Ahr an Samstagen nur dis I Uhr entgegen. Zchlutz der Zeichnung 6. November DS' Alle bei «ns stehenden Gelder können ohne BV Aündigung zur Zeichnung verwendet werden. Es ist Pflicht eines Jeden, der Zeichnen kann, es zu tun! Eiehen, Im Oktober J9J8. Bank für Handel und Industrie hessischer Bankverein Act.-Ees. Niederlassung Siesten Male Siesten Bezirkssparküsse Siesten Mitteldeutsche Lreditbank Serverbebauk zu Siesten Kiliale Siesten e. S. m. b. h. Bankgeschäft Varuch Ltrauh Nachs. 7213V Poliskilith seslhiossk» rvwcben während seine» Gastspiels in Danzig, Vvieu, Küuigoberg. Stettin. Leipzig. Berlin, infolge des kolossalen Andranges die Kaffenichatter der Zirkus-Barum-Schau. Tausende omi Personen muhten umkehren, weil sie keinen Einlaß mehr erhielten. Die Zirlsus Har&om- ü § Schau übertriSt alle», was jemals hier geboten wurde, denn Millionen von Menschen waren bewundernde Zeugen dieser modernen Rtesen-Schau. Um mm eine Wiederholung derartiger unliebsamer Drang- und Lärm-Szenen zu vermeiden, wird das werte Publikum von OieKea und Umgeaend gebeten, sich rechtzeitig mir Eintrinskarten zu versehen. AlleinigerBillettvorverkans nur für die Abendvorstellungen im ZigarreubauS H. Peterfen, Marktplatz 15. Eröfmmg Mittwoch den 30. Oktober abends 7 */# Ubr. Standplatz: Oswaldsgarten 8177 Gießener Hochschulgesellschast. Einladung zur Vortragsreihe wer Auslandskunde 8. Dortrag: Interessenvertretungen des deutschen Kaufmanns im Auslande Dr. W. Ieidtcr, Syndikus der Handelskammer Donnerstag den 31. Oktober 1918, abends 8V S Uhr, im großen Hörsaal des Dorlesungs- gebäudes der Universität Diesten im Oktober 1918. Der Vorstand Grünewald, Iustizrat Behaghel, Geheimerat volkbund für Freiheit und Vaterland Ortsgruppe Siesten. Oeffeniliche Versammlung Dienstag den 29. Oktober, abends 8 Ahr. im Hotel „ßiirstenhos^. Lr wird sprechen: Herr Pros, o.vousset-b-i „Sie vaterländischen Zorderunge« der Stunde". Eröffnung der Debatte durch die Herren Geh. lkirchenrat 0. Lck und . Redaltenr vetterr. 3u zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Kapitalsanlage. Junges Kali-Unternehmen mit den denkbar besten Aussichten nach dem Kriege gibt noch chanccnrelcbe Beteiligung in kleinen und größeren Beträgen ab. GefL Zuschriften, die vertraulich behandelt werden, unter 8181 v a. d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers erbeten. Eier-Verteilung. In der Woche vom 27. Oktober bis 2. November 1918 werden an die Bezugsberechtigten auf die Eiermarke Nr. 19 konservierte Eier ausgegeben. Tie Abgabe er- fvlgt der früheren Eütteilung entsprechend. Es ent-« fallen auf die Person 2 Eier zum Preise von 45 Pf. für das Stück. Gießen, den 25. Oktober 1918. 81678 _Ter Oberbürgermeister iLebensmittelamt). Kartoffel-Bezugsscheine. Nach der vom Großh. Ntinisterium des Innern genehmigten Bekanntmachung, Großh. Kreisamts Giehar vom 19. September 1918 ist die Ausstellung von Karts ffelbezngsscheiiren zum Bezug von Kartoffeln von Land- nnrten n i ch t mehr zulässig. Anträgen in dieser Nichttmg kann daher nicht stattgegeben werden. Winterkartofselbestellausweise sind bis spätestens 15. November bei einer Stadt. Kartoffel verbiufs- stelle einzulösen: nach diesem Zeitpuntt erfolgt die Belieferung mit Kartoffeln ausschließlich auf Wochenkartoffelmarken. Gießen, den 25. Oktober 1916. 81668 _Ter Oberbürgermeister «Lebensmittelamt). Bohnerwachs aüerfetnste Oelware ln Blechdosen, ca. 400/425 gr brutto Mt. 5.75, ca. 500 gr bcutio ML 6 25 sowie Scimhkrem nnd Lederfett in allen gangbaren Packungen für Wtederverkäuser hat zur sofortigen Lieferung adzugeben P. Vnihelm Sebaltze« Hamburg Svaldmgstr. 216. •‘“•1 Telephon 5, 2024. ZV'kiULblnÄm zu erfahren, daß durch große Einkäufe die Msd.-Drogerie zani Krenzplatz Spezia! • Photo- Haas Kraazplatz 9 unbedingt leistungsfähig ist 7588a zum Au88ticken mit den dazu pasaonden guten FUesolilen in großer Auswahl, mm a \ff?odehaus Qabrrtort US Ausgabe von Brennstoff-Bezugsscheinen. Tie Ausgabe von Brennstofsbezugsscheinen für Zimmerbrand an Haushaltungen (rncht für Zentralheizungen) erfolgt: . für den 12. Markenbezirk Donnerstag den 31. Okt. 1918 11 . 10 . 9. 8 . 7. 6 . 5. 4. 3. 2 . 1. freitag Samstag Montag Tienstag Mittwoch Tonnerstag Freitag Sam 1. Nov. 2 . 4. 5. 6 . 7. 8 . 9. 11 . 12 . 13. _ ^mstag Montag Dienstag ' . " Mittwoch , 10. „ „ Tie Scheine werden an die Empfangsberechtigt« mit den Anfangsbuchswben A bis K vormittags voi 8—12 und an diejenigen mit den Anfangslmchstab« L bis Z nachmittags von 2—6 Uhr verabfolgt. Tie Lebensmittelausweiskarle ist vorzulegen. Gießen, den 26. Okt. 1Y18. 81831 OrtSkohlenstelle der Stadt Gießen: Stedin g. Bekanntmachung. Tas am 1. Oktober d. I. fällig gewesene Heu- Grummetgrasgeld von den städtischen Wiesen Kami den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten «n die St lasse Gießen bezahlt werden. .Gießen, den 26. Oktober 1918. $1 Ter Siadtt fmtxi lULäfcfc r * selbst ab 7,59 toomt, MeSbcckett cm 9 , 34 . — PersonenKÜH-: ftuotfl- furt ab 7,37 norftm., MainF cm 8,47 ,Mainz ab 8,13 nachm.. thxrnThrrt an 9,36. Fvaitkftrvt ol> SS 2,55 nachm., ab RüsÄscheim 3,23, Mainz an 4,06. Ihre Eiulegiuwg dürfte baldmöglichst Imöder crholgcn. Lebensmittel. ** E i e r - SB c r tei l u n <*. Im der Woche vrnn 27. O'Kvber bis 2. November 1918 werden an die BeMgsbewchftgten auf die Eiermatte 9dr. 19 llonservierbe Eier arrsgegeben. Tie Abgabe eiffvl gt der frücheren Eiitteilurrg emsyrechjend. Es entfallen aus die Person 2 Eier zum Preise von 45 Pf. für das Stück. ** Bei der städt. Gemüse Verlaufs stelle Brand- platz 3 kommt tzeitte iurd in den nächsten Tagen Weißkraut in größeren Mengen, der Zentner zu 8 Mk., ebenso Wirsing, gelbe Rüben mrd Kichlraben zum Verkauf. ** Tie Aus gäbe von Brennstofsbezugsscheinen für Zimm-erbrand an 5oawsbaltung.m (nicht für ZeiitralHeizungen) erfolat vom 31. »Oktober bis 13. November. (Siehe Anzeige.) Tie Scheine werden crrt die Empfangsberechtigten mit den Anfangsbuchstaben .A bis K cmlnnittags von 8— 12 und an diejenigen mit den Llnfaugisbuchistaben L bis Z nachmittags von 2—6 Uhr verabfolgt. Tic Lebeusntjttelausloei'ckatte ist vor-zulegcn. ** Freibank. Dienstag den 29. Oktober werden von 2 bis 4 Uhr die Nr. 271 bis 350 beliefen. * ** Aus ze ichuu n q. Dein Kanonier Wilhelm Gilbert zu Leihgestern wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. ** Gewerbeschule. Zum Hcmpllehrer der hiesigen Gewerbeschule wurde Diplom-Ingenieur ^Kribot t Brünniugs aus Elberfeld ernannt. Er wrr mehrere Jahre an der Baugewerk- schule zu Bingen tätig und hatte kurz vor Ausbruch des Krieges die Lei Um g der Gewerbeschlle in Reictlingeir. In den ersten Kriegsjahren staud er bei einem Artillerie-Regiment ini Westen und führte nach einem Unglücksfall als Hauptmauu d. R. die umfangreichen Lel-rwittstättm für Krie;Bbeschüdigte in Bad Lippsprmge. ** D ie b st ä h le. In der Nacht zum 25. d. M. wurden aus einem hiesigen Fabriksgebäude durch Einbruch 3 4 00 ungepreftte und unverpackte Zigarren, darunter 1100 Zigarillos, entwendet; die Diebe kletterten an dem Blitzableiter auf das Dach des Hintergebäudes, zertrümmerten ein Fenster und stiegen in den Zigarrensaal ein, woselbst sie die auf den Arbeitstischen liegenden Zigarren sich aneigneten und sie in kleinen gelben Pappkartons fortschafften. Es bommen offenbar jugendliche Personen in Frage. Für die Ermittlung der Täter ist eine Belohnung ausgesetzt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. — Am "24. b. M. wurde aus einer Waschküche in wrc Akieesttnße die dort in dem Waschkessel befindliche Wäsche, bestehend aus Herren- und Frauenhemden, Bett- und Kopfbezügen, Bettüchern, Handtüchern, Servietten,' Damenbernkleidern und Taschentüchern, die die Zeichen „R. E.", „H. B", „F. C." und „B. C." tragen, und am 25. arrs einem hiesigen Fabrikgebäude ein 7,55 Meter langer Treibriemen entwendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Dtediesjährige Synode des evcrngelisckien Dekanats Gießen findet morgen, Dienstag nachmittags l 1 /* Uhr rm Ge- !meftldesaai der Morkusgemcinde oahier statt. Sie >nnrd mit einem Gottesdienst eröffnet, in welchem Pfarrer N a u mann-Pohl- Göns predigen wird. Nach Gttedigrmg dev vorgesehenen Wahlen des Dekans, seines Stellvertreters und des DckanatsaltsschuffsÄ wird Bauunternehmer Becker hier einen Bottrag halten über das Wohnungs- und Siedlungs wesen mit besonderer Berücksickstigung der Kriegerheimstätten. An den Bottrag schließt sich eine Aussprache er das Letze zu versuchen, als daß unsere Regierung einem schmachvollen Frieden die Zustimmung gibt. Aehnliche Versammlungen mürben am heutigen Sonntag in vielen Orten unseres Kreises abg?l)alten. A Aus dem K'reise Marburg, 26. Oft. Tie Kartos* felernte ist jetzt bis aus ganz geringe Ausnahmen beeirdtt. Die Etträge sind versckfteden, im großen und ganzen jedoch zusriedew« stellend. In guten Lagen rechnete man durchschnittlich 40 Zentner aus den M>orgen. Bei der Einfuhr der Runkeln zeigt sich, daß diese jedenfalls infolge des unfreundlichen Herbstwetters sich nicht so gut entwickelt l-aben, wie im vorigen Jahre, auf vielen Wiesen wird jetzt noch Grummet gemacht. Bei Grippe haben sich ebenso wie bei Katarrhen der Luftröhre und'des Rachens Inhalationen mit EucalyptuS-Oel stets gut bewährt. Ein handlicher, durch seine eigenartige Konstruktion hierfür besonders geeigneter Apparat ist 5er Saug-Jnhalator „TaunuS^ der Pharmakon-Gesellschaft in Frankfurt a. Main. Derselbe ermöglicht wegen seines geringen Gewichts — Westentaschenformat — unb billigen Anschaffungspreises (Mk. 4.50 einschließl. eines Flasch' chens I a Eucalyptus-Oel) jedermann die regelmäßige Anwendung ohne Berulsstörung, namentlich auch als VorbeugungSmittel. — Erhältlich in 2lpotheken und Drogerien. 8203b', Frau My Fourier geb. Krieb zeigt die Gebutt eines kräftigen Somrtags- jungen an. Gießen, den 27. Oktober 1918. Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungs-Institutes. Gesetzlich geschützte Erfindungen können in Form von Patentschriften, Zeichnungen und Modellen gegen Erstattung der Transportkosten, im Uebrigen kostenlos für 1 Vierteljahr in die Studienstelle der Gesellschaft im Liebig-Laboratorium in Gießen ausgenommen werden. Es ist geplant, eine Auswahl davon öffentlich auszustellen. Auskunft erteilen: Or. Krausmüller, Architekt Hamann. 7 S 78 v Ortsgruppe Gießen. LZimmer u.Kii-be zu verm. 06329 Löberitraße 3. KL, elat. möbl. Zimmer z. vm. 06357 Löweugaffe 11. L MIETGESUCHE Junger Herr sucht möbl. Zimmer, möglichst mit voller Pension. Angebote an Königlichen Hegemeister Bernhardt, Dori Kassel, Kreis Gelnhausen. 8l56 Student sucht in der 9tähe der Universität möbliertes Zimmer m. Morgenkaffee. Angeb. unter 81491) an den Gießener Anzeiger erbeien. Frenndl. möbl. Zimmer mit voller Verpflegung in gutem Hause von berufstätiger junger Daine gesucht. Angeb. m. Preis u. 9.131 a. d. Gsaeral-Aazelger Grafeld erb. §Me möbl. 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Artur Schnabel und Carl Flesch (Klavier) aus Berlin (Violine) Sonate F-dur Vortragsfolge: Brahms, Sonate G-dur op. 78, Mozart, Beethoven, Sonate-A-dur op. 47. Eintrittskarten: Mk. 4.-, 3.-, 2.-, 1.-, sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier, Telephon Nr. 671, und abends aii der Kasse zu haben. Studentenkarten Mk. 1.— numeriert nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. 8184c Ueberschuß für Kriegswohlfahrtszwecke. Handwerker u. Arbeiter sür Kriegsarbeiten sofort gesucht. Zu melden [06361 Johann Noch, Bleichste. 3 . I I. 5t. Ein in Buchhaltung und allen kaufmännischen Arbeiten ersahreues Fräulein für täglich einige Stunden von einer hiesigen Großhandlung gesucht. SchrifllicheAn- gebo c unter 8*202 an die Geschäftsstelle des Giest. Anz. Perfekte Büglerinnen für daüörnde Beschäftigung gesucht 8185 Großwäscherei Edelweiß. Als Stütze d. Hausfrau stndet Junger Mann für Snrcflii unö Snufcrci sofort gesucht. Albin Klein Süd-Anlage 21. <«7> Sofort einen 8196 Auhrmarrn sucht Abdackerai Garbentaleb 30 Aushilfs- arbeiter zum Ausbauen des Zirkus verlangt gegen Stundenlohn. Dkeldnngen am Mittwoch früh 7 Nhr bei dem Betriebsleiter des Zirkus Barum- Schau aus Oswalds Garten. 06362 oder junge Frau eine Lebensstellung. 7854 Gasthaus z. Krone, Nidda. Ilcünr. Ktullmann. SeMcfieucS ölt. MWli oder einfache Stütze, auch Frau, bewandert im Kochen u. Einmachen, welche bei der Hansarbeit'mithilsl, u. aus- wärts gesucht. Hausmädchen u. Waschfrau gebalt. Angeb. m. Zeugn. oder ^ mvsehl. unt. 8199 a. d. (Äeschästüst. d. Bl. MgilWen« für Zeitschriften sofort gesucht Slngust FrceS'scke Univcrf.'Buchhandlung Gienen. 8175 Ein Kindermädchen zur Aushilfe fof. ges. «^0 M. Harth, Seltersw. 75. BraveS, solides Mädchen vom Lande oder Aushilfe gesucht. Frau Metzger Henkel, 063-17 Walltorstr. 27. * Srütnd. 3l8cinmäliil)cit welch, d. gtlte bllrgerl. Küche verst^ z. Ans. b. Mitte Novbr. in klein, kinderl. 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Schäfer n. Familie Phil. Schäfer, z. Z. im Felde nnd Familie Ludwig Schäfer nnd Familie Wilh. Schäfer, z. Z. im Felde Wieseck, Annerod, Kleinhöhlen und im Felde, den 26. Oktober 1918. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag den 3. November, nachmittags 3 Uhr, in Annerod statt. 8102 Ang. Schäfer, z.Z. i. Lazarett Lenard Wolf, z. Z. Garnison nnd Frau Heinrich Loh nnd Familie Phil. Horrmann, z. Z. i. Felde nnd Familie. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzlich© Nachricht, dass Sonntag den 27. Oktober, morgens 5 Uhr, mein lieber .Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Dechert an Lungenentzündung nach kurzem, schwerem Leiden im 32. Lebensjahre verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Meline Dechert geb. Krach Otto Dechert, z. Z. im Felde Mariechen Dechert \ Ki d Ed. Börner, z. Z. im Felde Hans Dechert j Familie Friedr. Volkmann Philipp Dechert ] Familie Lnd. Volkmann Marie Dechert J Eltern Familie Ang. Krach geb. Geißler J Wilhelmine Krach Anna Börner geb. Dechert Heuchelheim, Giessen und im Felde, den 27. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Dienstag, 29. Okt., mittags 1 Uhr, vom Sterbehause Ernststr. 37 in Heuchelheim aus statt. Jm ! k 06866 Am 23. Oktober wurde uns in Kaltennordheim, während eines Ferienaufenthaltes, durch eine kurze, heimtückische Krankheit meine innigstgeliebte einzige Tochter, meine treue Schwester, unsere liebe Nichte Lina Schott im Alter von 22 Jahren durch den Tod entrissen. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Ferd. Schott Ww. geb. Wenzel Die Einäscherung fand in der Stille statt Von Beileidsbezeugungen bittet man abzusehen. Gießen, (Wolkengasse 27), den 28. Oktober 1918. 06369 Für die so grossen Beweise herzlicher Anteilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Hermann Herr und Kinder. Giessen, den 28 . Oktober 1918 . Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß meine innigstgeliebte, unvergeßliche Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin # Frau Katharina Frey geb. Rompf nach kurzem, schwerem Leiden heute abend 11 Uhr im 49. Lebens- jahre sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Konrad Johannes Frey II. Konrad Frey und Familie Dr. med. Philipp Frey Jean Kolter und Frau geb. Frey Jobs. Rompf XV. und Familie nebst allen Verwandten. Lang-Göns, Leihgestern, Bad- Nauheim, 27. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 29. Oktober, nachmittags 3 V 8 Uhr, vom Sterbehause aus statt 06373 Am 26. Oktober, abends 10 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine herzensgute Frau, die liebevolle Mutter ihrer Kinder, unsere treue, brave Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Ottilie Petri geb. Beyer im Alter von 34 Jahren. ■*'*•*■ Im Namen der Trauernden: Lehrer Ludwig Petri, z. Z. auf Urlaub in Freienseen. Beltershain, den 27. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 29. Oktober, nachm. 2 Uhr, in Freienseen statt. »Ml M - 1 „> v-. ?V . j Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr und die Pflege der Krankenschwester bei dem Hinscheiden unserer lieben, unvergesslichen Mutter sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Familie Friedr. Karl Rinn. Heuchelheim, den 28 . Oktober 1918 . 8186D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen hat, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Heinebach für die trostreichen Worte am Grabe, für die Kranz- und Blumenspertden u. allen denen, die dem lieben Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen : Emilie Langsdorf geh. Schmalz. Leihgestern, den 28. Oktober 1918. Danksagung. Für die Beweise Herzlicher Teilnahme sagen innigsten Dank PhiliPPine Hofmann geb. Eise Friedrich Hofmaun Heinrich Hofmann Echzell, den 25. Oktober 1918. 8179 Hilf Dir LciMk eigener Llirnhinniher! wichtige Gründe für jede» Haushalt! Zeit nnd Geld sparen Sie, wenn Sie heute Ihr eigener Schuhmacher sind. - Hilf dir selbst! - Diese Hand-Näh-Ahle Marke „Selbsthilfe" näht alles Zerrissene an Schuhen, Pantoffel nsw. spielend leicht, schnell und dauerhasL Sie erspart das Warten beim Schuhmacher und Geld, denn sie kostet mit komvl. Zubehör wie Garn, Schnster- pech usw. nur Mark 3,60 auch beute noch trotz gewaltiger Malertalpretsstetgerung. Zweiggeschäft der Vereinigten Hand-rähAhle-Schnlen Gießen, Mäusburg (am Denkmal.) lAuSwärtthen prompteste Zusendung nebst Anlettungzugenchert durch d.Znbaber-l.Huengv. berg, Duisburg. Postfach 310g. KoukurrviizIO" hu Gebt auch!