Nr. 25, Der feubtiicr Xaj etto«n< täglich, außer - Beilaaen: •k|mt ^a«il k»dUitter; Krcitbtafi fflf öe» Kreis Sietzen. Vezvgspreis: monatl. Wik. 1.35, oiertet- jLürlich Mk. 4.05 . durch Avhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.25: durch die Post Mt. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Bestell-, Feriäprech - Anschlüsse: für die 8christleitui,g112 Verlag,Geschästrsteile51 Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Erstes via« W. Jahrgang Eichener Anzei Postscheckkonto: Zrankfurt a.M. U686 General-Anzeiger für Oberhessen Freitag, 25. Oktober lA8 Zunahme von Anzelgea f. die DageSnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeBerdindllchke't 5eilenpreise: für örtliche ^lkizeigeir 25 Vi., für auswärtige 30 Bf., für Reklamen Mk.1.-nebst 2tt° ,Tene- rungszus vlag: Platzvor- schritt 20 % Aufschlag. Haupt'chri tleiler: Äug. Goeg. Verantwortlich vanlverkehr: «ir Volit-k: Au«. Soest S«»erbeb,nl «iehen '>>r Jch 'warten. Mlerdings bet dre Eilfertigkeit, mit der er ans die letzte deutsche Note Nachteil, daß ec die Reichs tagsrede des' öüeichMVl^lers nicht dadei berückjichttgen konnte. Man fragt sich, warum hat der Präsid?nrt. der doch wohl auch, aus dem Inhalte bmtjdper Zeitungen über das Lau.felrde unterrichtel sein sollte, seirre Aeußerung nicht so larige znrückgehalten, bis er auch im Besitze der Äufkläru.nge7l war, die ihm der Deutsche Reichstag verschafseu konnte. Mit der Aufrichtigkeit und Gradsinnigkeit dos Herrn Wilson ist es eine heikle Sache; „ich wittre was von argen Ränken", köimte man mit .Hamlet sagen. Der Inhalt der neuen Ankündigungen und halbverhüllten Aufforderungen Wilsons kann uns n-ahrlich das Herz nicht leiclst machen. Er will die Frage des W.ftfen- stttlstärrdes nunmehr den Generalen der Entente vorlegen, bedeutet uns jedoch daibei au.fs neue, daß „außerordentliche Sichorungaw' von uns voruMrgt werden müßten. Sicherungen, die so weit gehtm, daß die Efntmrte alles durchsetzen 6arm, ohne daß Deutschland in der Lage wäre, überharcht noch einmal an eine militärische Gegemvehr denken. Das kommt also auf nicht viel mehr heraus als auf Ergebung und Auslieferu-ng. Welchem Frieden gilt aber denn ein solcher Waffenstill- ttand? Darüber wissen wir sehr wenig. Wie sehr es auf Die Anwendung der bekannten Wilsonfchen allgemeinen Bedingungen ankomint, ersehen wir aus der gestrigen Reichstagsverhandlung, wo Staatssekretär Dr. Sols die dreisten Än- sprüche der Polen zurückwies. Was wird von uns verlangt? Was plant Wilson im einzelnen, und wie lueit geht das Einverständnis seiner Bundesgenofsen mit seinen „Punkten?" Neuerdings mehren sich aie Sttmmen, daß England von „Freiheit der Meere" absolut nichts wissen wolle. Die amerikanische Regierung hat soeben eine neue Flottenrüstung svorlage eingebracht. Wie paßt dies zu dem Völker- sriedensplan zusammen? Es ist jetzt an uns, Fragen zu stellen, Aufklärung zu begehren. Der Reichskanzler hat in seiner letzten Rede gesagt, das deutsche Volk dürfe nicht mit verbundenen Llugerc an den Verhandlungstischs geführt werden. Wohlan! Reden wir mit Wilson darüber etwas deutlicher als bisher! Das erscheint uns wichtiger, als seine neuen Winke auszukcgen Und ihm wieder mit neuer Willfährigkeit entgegenzuspringon. Schreibt doch jetzt selbst die „Fraut'fu.rter Zeitun.g", seit den Zeiten Napoleons I. seien Deutschland keine solche Denrüti- gungen geboten worden, wie jetzt rnit diesen Noten Wilsons. Wir wollen nicht Zu. düster nt tue Zukunft blicken. Zeigen wir dem Aus lande jetzt deutscheit Willen und Charakter, so wird unsere Sache auf alle Fälle besser stehen, als mit einem üb-ernnäßigeil Aufgebot von Liebedienerei und blinder Willfährigkeit. Die amerikanische Note. Lluswärtiges Amt, 23. Oktober 1918. VJinn ö geirdeine Garantie existiert oder erwogen wird, dafür, daß die M>- ünderung der Grundsätze oder ihre Durchführung, über die jetzt teilweise eine Einstimmigkeit erzielt worden ist» davcrnd stur wird. Außerdem tritt nicht klar in die Erschermorg, cßj btt Kern der gegenwärtigen Schtoierigkeitet getroffen worden ist. Es ist -möglich, daß künftige Kriege jetzt urrter Kontrolle gesetzt worden siud, aber der gegenwärtige Krieg war das nicht, und es handelt sich um den gegenwärtigen Krieg, mit dem wir es jetzt zu tun haben. ES ist klar, daß das deutsch,' Volk kein Mittel besiw, um zu befehlen, vatz tfti, deutschen Militärbehörden sich dem Volkswillen zu unterstellen haben, daß die Macht des Königs vorr Preußen, die Politik des Reiches unter seiner Kontwtle zu halten, noch unzerstört ist und daß die entscheideride Initiative rroch immer bei denen liegt, die bis jetzt die Harre:: von Deutschland waren. In dein Gefühle, daß der gartze Weltfriede jetzt davon abhängt, daß klar gesprochen werde, und daß er anch von aufrechten geraden Handlungen abhängt, betrachtet es der Präsident, ohne irgendeinen Versuch zu machet, etwas davon M mildern, was als schroffe Sprache crscheinlnr könnte, als seine Pslickst, zu sagen, daß die Nationen der Welt rem Vettrmren hegen und hegen kömrcn zu den Worten derjenigen, tvelche-bis jetzt die Herren der deutschen Politik gewesen sind, und abermals zu betonen, daß beim Friedensschluß und bei dem Versuche, die endlosen Beleidigungen und Ungerechtigkeiten dieses Krieges ungeschehen zu machen, die Negierung der Vereinigten Staaten mit keinem anderir als mit den Vertretern des deutschen Volkes verhandln kann, welch andere Sicherheiterl für eine echte,, verfassungsmäßige Haltunt bieten als^ die bisherigen Beherrscher von Deutschland. Wenn mit den militärischen Bcherrscherrr und rnonarchischen Autokraten von Teritschland fetzt verhandelt werden muß, so entsteht dadurch für uns die Aussicht, daß wir mit jenen später zu tun haben würden bei öen internationalen Verpflichtungen des Deut, scheu Reiches. In diesem Falle muß Deutschland keine Friedens» Verhandlungen führen, sonderm daun muß es sich ergeben. Es kann nichts dadurch gewonnen werden, daß diese wesentlichen Dinge unausgesprochen bleiben. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner besonderen Hochach» tuug. Robert Lau sing. Pressestimmen. Berlin, 25. Okt. Zum Eindruck der amerikani^ scheu Antwortnote sagt der „Lo kalanzeiger^tt Es wird gut sein, auch nach Kenntnisnahme der neuesten Wilsonnote big Ruhe zu bewahren und sich nicht von den Empfindungen fort* reißen zu lassen, die sich :vvhl in jedem deutschen Herzen unfohl-i bar auslösen lverden. Was von uns verlangt wird, ist nicht mehr und nicht weniger als die Zustimmung, daß wir uns einen Waffen!- stillstand auferlegen lassen, dessen Bedingungen ausschließlich voul der Gegenseite zu diktieren sind und daß wir von vornl-erem erklären, einen Frieden annehmen zu wollen, dessen Einzelheiterrj gleichfalls ausschließlich von intferen Feinden festrrrsetzen sind. Tie einzige Begrenzung dabei bildet das Witsonsche Friedeirspro- gramm in seiner Gesamtheit. Ter Kriegsminister hat gestern im Reichstag erklärt, daß das deutsche Heer rroch nicht geschlagen, dis deutsche Heimat noch nicht zusammengebrochen ist. Bei dieser Lage der Tirrge kann es nicht zweifelhaft sein, loas die Ehre des deutschen Volkes jetzt gebietet. In der „Germania" heißt es: Nach zweimaliger Stellung und Bomr.worlung von Rückfragen erklärt Wilson jetzt, daß er unserem Wunsche erusprechend sich an seine Verbündetest wenden werde. Insofern kamr man sagen, daß zum ersten Male ein greifbarer Erfolg unseres diplomatischen Schrittes vorliegt. Allerdings ist es zunächst erst eine Formsache, was erreicht wurde, mtfe die Zukmrft muß zeigen, ob diese Form einen materiellen Inhalt erhalten wird, der unS zu befriedigen vermhfchie. Wilson hat seine Bercitwilligfeit, an dre Alliierten heran^nrreteit, selbst nichts, weniger als vosig ausgemalt. Im ganzen geht unsere Meinung dahin, daß, während irrsbesondere die zweite Note Wilsons als eine Erschjwerung erscheinen mußte, die neue sich auf der Linie gru-udsätzlichen Entgegenkommens bewegt. Wie weit es zu Taterr führt, bleibt abzuwarten. Ter „Vorwärts" sck)ireib1: Um den Don der neuen Note Wilsons zu verstehen, müssen wir uns darüber klar sein, wie der Präsident unsere Lage ansieht. Angesichts dieses Sachverhalts hält es der Präsident offenbar für einen weiten Schritt des Entgegen^ vommens, wenn er sich jetzt bereit erklärt, das Waffenstillstands-' und Friedensgesuch Oer neuen deutschen Regierung an seine Verbündete:: wciterzugeben. In der „Vo s s i s chen Z e i tuu g" wird ausgeführt, daß dir neueste Note Wilsons nicht nur ein Fortschritt in der diplornatische» Untorhaltting. sondern m:chi ein solcher in der UnfexfriitMunc? fei Es sei zunächst das FortsPinnen des Fadens auf die Mliierten über- gegangen. Es werde mm Sache der militärischen Führer der Enlentoarmee senr, ihre We.ffenstillftandsbedingungen öekanntzu-^ geben. Im „Verl. Ta ge bl." liest man: Es verlautet, daß die Regierung nicht beabsichtigt, mm wiederum ihrerseits eine Antwort an Wilson glasenden, da sich renn erst die Entente zu äußern habe. Es sei aber wahrscheinlich, daß die Recherrmg im Reichstage eine prftrzivielle Erklärung über ihre Auffassung der Wilsonnvle abgeben werde. m. Deutscher Reichstag. Berlin, 24. Okt. Die allgerneine Aussprache über die politische Lage :o-ird fortgesetzt. Staatssekretär Dr. Solf: Der Redner des Zentrums hat gestern unsere Truppen gegeri die Anklage in Schutz genommen, daß sie auf dem R ü ck z u a durch Flandern und Nordsrankreich gesetzlose und :mnvenschliche Handlungen begangen hätten. Ich bin dem Redner dafür dankbar ,md in der glücklicherr Lage, dem hohen Hause von einem Dokument Mitteilung zu machen, das ihm recht gibt. Im Einvernehme:: mit dem Genevalgorrvernement in Brüssel haben «mr 18. Oktober der spanische Gcßmdte Marguis de Villa- lobar als Vertreter der Franzosen, der niederländische Geschäftsträger van Voilenhv ven alZ Vertreter der Englörcker und ein belgischer Staatsangehöriger als Vertreter des belgisä-en Ernrährimgswerkes eine Reise mich Tournai, Valenciennes und Tenain unternommen. Diese Herren haben anerkannt, daß diedeutschen Militärbehörden alles, was in ihrer Macht stand, getan haben, um sowohl das Los der Flüchtlinge, wie das Los der Bevölkermtg der von einem Bonck^demertt betroffenen Städte zu linbent. In der sehr eingehenden Darstellung dieser Beobachtungen, die der Presse bereits übergeben ist, wird im emzelmn ststgestellt, daß die deutsche:! Behörderl sich bemüht habe::, der B.völkerung vor Plünderungen Schutz zu gewähren, die Ernährung durch Brtaffung ausreichender Vorräto ^ LvmAoKoS., Mö Egn^ weiter ausgebüdrt. Ter Abgeordnete Sttesemannl sich auf Gegenstünta der Reick^gesetzgebung beziehar, bedürfen der sernt wurden nur ine rm mrlttÄrtiemtpflrchtrgen Alter stehenden hat unsren kr^Stechrnfchen Ti«rst bemängelt. Ich erinnere dem- Zustimmrmg des Reichstages. Männer, aber auch lstertai wurden Ausnahme für Aerzte. Geist "che, Feuerwehrleute. Schutzmänner und so ch' Personen, die für das ErnährrmgÄverk tätig sind, gemacht. ^ Meine Herren! In ver gestrigen Sitzung ist von verschisdemLN Zeiten die Frage an die Regierung gestellt worden, ob sie die Grundsätze des Präsidenten Wilson ehrlich aus KN führen beabsichtige. Die Regierung weist jeden Zweifel i dieser Absicht auf das entschiedenste zurück, diachtam sie sich ist ihren Antivvrten an den Präsidenten Wilson auf den Boden seiner Botschaften gestellt hat, ist sie entschlossen, demgemäß zu handeln. Mas Elsaß - Lothringen und Polen anlangt, so ist ohne weiteres klar, daß wir, da diese Landesteile unter den 14 Punkten siusdrücllich aufgeführt sind. Mit der Regelung beider Fragen! durch die Frietansverhandlungen eiTwerstanden sind. Ueb^haupt werden wir, nackidem wir das Ml so lisch- Programm! als Grundlage des ganzen Friedenswerks angenommen haben, das Programm in allen Richtmrgen und in allen Punkten loyal rm' Sinine voller Gerechtigkeit mrd Billigkeit erfüllen. (Boavo!) Wenn aber der Herr Abgeordnete Harten behauptet, daß wegen der nordschleswigschen Landesteile aus dem Prager Frieden ein positiver Rechtsanspruch ans eine Volksabstimmung bestehe, so muß die Regierung diese Rechtsaufstellung als irrtümlich bezeichnen, tarm der Prager Frieden schuf nach gellendem Völker recht Ansprüche nur zwischen tan Berttagsteilen, und diese An spräche ^sind, was den Artikel 5 anlangt, durch die Bcreinbarum! von 1878 aufgehoben. Das ist durch den sogenannten Optanten^ Vertrag von 1907 von der dänischen Regierimg anerkairnt. (Wider spruch bei den Unalch. Soz.) Ter Herr Abgeordnete Ricklin hat ein herbes Urteil gefällt über die in Elsaß-Lothringen eingeleitete Neugestaltung der Regierung. Die Regierung wird sich durch diese Kritik irricht abhalten lassen, auf dem für gut und richtig anerkannten Weg weiter ju schreiten. Dem elsaß--lothrmgischen Volk soll dadurch das Recht werden, die Angelegenheiten des Landes nach seinem Willen zu regeln. Der Redner der Polen hat es unternommen, mit dem Punkt 13 des Wilsonschen Programms weitgehende Ansprüche für den künftigen polnischen Staat zu begründen. Demgegenüber erkläre ich: Die deutsche Regierung hat das Programm des Präsidenten der Vereinigten Staaten offen und ehrlich angenommen. Dieses Programm begründet einen Frieden des Rechts und der Versöhnung und will nicht neue Gegensätze und Zwietracht entstehen lassen. Wenn der Redner der polnischen Fraktion erraten ließ, daß er z. B. Danzig, eine» rrnzwAfelhaft deutsche Stadt mit zwei bis drei Prozent polnischer Bevölkerung, für Polen beansprucht, so setzt er sich in schlossen (Mgens-atz zu den Grundsätzen des Prässitanten selbst, der nur Gebiete unzweifelhaft fwlnssck)er Bevölkerung mit dem unabhängigen Polen vereint sehen will. (Sehr richtig!) An keiner Stelle des Programms ist gesagt, daß rmbestreitbar deutsche Bevölkerrmgs- Itdte Polen zugwiesen werden sollen. Die polnischen Ansprüche sielten auch potnischerseits in Einkicmg gebracht nrertan mit dem Grundsatz, wonach mcht neue Elemente von Zivist und Gegnerschaft erzeugt werden dürfen, die den F»iedtn Europas und Umtit der ganzen Welt wieder stören würden. Wenn der Redner der Pisten Ersatzansprüche aus den Kiiegsjahren Tariertet und in scharfer Form Krittk geübt hat an gewissen Eta 'nahmen der preußischen Regieowig, so brauche ich mrr daran zu erinnern, was Deutschlandmit Gut undBlutfürdie Befreiung Polens getan hat. (Zwischenruf bei der polnr- schen Fraktion: „Geplündert haben sie." Stürmischer Widerspruch rechts. Mehrere Abgeordnete der deutschen Reformpartei, u. a. Wg. W er 7» e r -- Gießen, springen ruft den Zurufer, anscheincnd den Aogeordtreten Sosinski, und es entsteht ein Tumult, der einen, AuMNÄick in Tätlichkeiten auszuarten droht. Der Präsident erklärt, dag er die Sitzrmg aufbeben müsse, wenn nicht Ri, he em- trebe. Endlich tritt du Ruhe wieder ein und der Staatssekretär kann seine Rede fortsetzen.) Es tvird mir wirklich von der polnischen! Frattwn schwer gemacht, zu dem versöhnlichen Schluß zu kommen, den ick) brargen wollte. (Zuruf rechts.) Das'demokratische Tmitsck-- land, tasten versöhnliche .Stellung zu der polniscl^i Frage auck) den Polen bekannt ist, hat ben ernsten und cfrdidym Willen, mit cem MckmsckiEN Volk in einem dauernd friedlichen und fteundamchbar- lrchcn Verhältnis zu leben. Dieses Ziel liegt zweifellos auch im ^ polnischen Volkes, dessen wirtschaftliche und kulturelle Envmcklung gute Beziehungen zum Westen benötigt. Das ist aber Ezv erreichen, wenn beide Seiten das ehrlich erstreben. (Lebhafter Beifall.) Kriegsminifter Scheuch: W ist heute das erste Mal, daß ich die Ehre habe, in «dieser Eigens chaft^ vor dem hohen Hause zu sprechen, in tiefernste^ ftMveren Tagen, aber nicht in verzweifelten Tagen. Und daß cs nicht verzweifelte Tage werden, das liegt bei uns unterem Heer, tmserer Volkswirtschaft und Tüchtigkeit. Das Heer t st ni ch 1 geschjlagen, die Heimat ist nicht zu tüunne 11 gebvochen, überall fmb die Kräfte vorhanden geeignet rmsf zum erfolgreichen Widerstand zu befähigen. Dvese Kräfte- zu beleben, tu stets dem Frvntkmnpf dienstbar zu machen, ist rncme vornehmste Aufgabe. Helfen Sie mir dabei, lassen Sie cs auch Ihre vornehmste Aufgabe sein. Eine danklvrrere gibt es letzt reicht und bringen Sie der mir unterstellten Verwaltinrg das ihrer zielsicheren Arbeit besonders jetzt uncrrtbehrlrche Ver- trauen: sie verdrent es. Und chenn auch Kritik geübt wird, geschehe es rn dem Maße, die die Achtung vor den Leistungen! unserer Führer an der Front und die große Verantwortung unterer Kommando stellen dagegen gebietet. Ziehen Sie gegen mich y > ■ a. *-» »7 ' - - ij ----v-.. r^j v v. 4 v kt y w yiwi v m i uf meine Herren, wenn Geschehnisse oder vermeintliche Gescheh- nrsse Sie dazu drÄrgen, sich Luft zu machen. Ich will Ihnen, wie auch früher als Chef des Kriegsamtcs Rede mrd Antwort stehen. Aber richten Sre nicht Angriffe gegen Männer, die sie nach Form und Zeitläuftenals verbitternd empfrnde'n müssen. Tic Kritik, die hier geübt wird, die soll doch wohl den Zweck verfolgen, das gegenseitige Verständnis zwi- 'JrSjP 11T! bmem hohen Hause vertretenen Anschauungen und brn Vtuffofrimgcn bei ben Behörden zu erhöhen und diese beiderseitig^ Austaffimgen einander naher zn bring-n. ein Ziel des Miiheus Jui ^>er nicht, ob dieses Mühen gefördert wird, wenn der Führer erner Kosten wrd einflußreichen Partei, wie dies leider gesvern geschehe!: ist, stellvertretende kommandierende Generale mit tolguchttgen Menschen vergleicht. Es ist wiederum behauptet wor- den 1916 seren du M u n i t i v n s b e st e l l u n g e n vermindert worden. ^^ese Behanptnng ist falsch. Der Tatbestand ist folgender: 2,™ i 91 0 4 f nmrden du GrauM-ßgeschosse als Auslstlfe ein- geführt. jLie)c Aushilfe mrchte aufhören, als die .Herstellung dev zahlenmäßig auf der Höhe war. Das war 1916 her Fall Mit diesem Zeitpunkt mußten also die Bestellungen an Aushrlisgeschossen vermindert werden. „Mußten", rveil es nutzlos gewesen wäre, neben dem guten Strhlgußkerii den weni- aer guten Graugußkerm herzustellen. „Rrchlos", denn mit diesem cl e r K ar ?. F* E gedient gewesen. Maßgebend firr die Geschoßzahl jmb nicht die Geschoßkerne, sondern die herstellbare Pulvernr Verminderung in* Graugußbestellung haben ■ wohl m .einzelnen betroffenen Inbustriebezirken den Eindruck allge- ™ ,Verminderung hervorgerusen. Eiiie solche Meinung ist E' lv^lch bewne, nicht richtig. Außerdem bot ein Wechsel in den Bestellungen zwischen Feldartillerie-Räuirition imd schwerer Arbllleriemmutwn stattgemnden. Tie Gesamtmunitionslieferung ist in stetem Anstieg gewesen, der Mimrtionsanschiib ist dauernd un- geschwckht und entspricht trotz hohen Munitionsverbrauchs und b«tz Muivitionsverlusten den Erfo-rdericisse-u der 5l^riegssühruug m vollsteni Umfange. An die P a n z e r iv a g e n ist die Forderung zu stellen daß sre m redem Gelände fahren und auch schwierige Hrndernlsse überwinden. Wir hatten schon vor dem .Kriege Pail- zerwageii, aber sie, erfülllen diese Forderungen nicht. Erst die ameri.anische Erfindung der endlosen Rauchentketttmg brachte die Losung. 1916 erschienen die ersten TanL an der eiiglischen Front an der L'vmme. Sofort setzten dann die Vvrarbeiteil für deittsche Pan- ^genüber ^an die schweren Steilfeuergeschütze, die zu Begrün des Krjxges eine ganz erhebliche Rolle gespielt haben. Ferner weise üp aus die schweren Flachfeuergeschütze hrn^ deren große ballistische Leistungen noch, von kurzem die Welt m Staunen gepetzt haben. Tie Ausrüstung der Armeen mit Feldküchen hat sich als äußerst wertvoll errviesen. Die Mas ch i n e n- gewehranfertigung und die Konstruktion von Handwaffen yt dauernd gefördert worden. Meine Herren! Ich komme zum Schluß. Ich möchte die Bitte mn Vertrauen ergänzen durch die Bitte um Hilfe. Ter Herr Rerchskmrzler hat gesagt, wir müssen dem Heere Menschen, Mittel und Mut zuführen, Taran müsien wir alle mithelfen. *^biue Herren, da^u können Sie beitragen, hier und im Lande. (Bettall.) Es gilt, dem Vernick-itungswillen mrserer Feinde unter Umständen den eigei^en Kampfeswillen entiivgenzusetzen. (Beifall.) Abg. Roske (Soz.): lieber die Tanksrage hätte der Kriegs- mrnrster besser geschwiegen. Hoffentlich bringen schon die nächsten Stunden den Beweis dafür, daß die neue Regierung allen Völkern den Frieden beträchtlich näher gebracht hat. llnscr Volk verzweifelt nicht an der Zukunft. Es wird seine Zustände im Innern zu formen wissen. Die Polen sollten nicht nur immer Krittk üben, fte lollten anerkennen, daß viele Tausonde unserer besten Soldaten) ™ polmscher Erde rul-en und daß die polnische Freiheit mit deut- fchem Blltte bezahll worden ist. Auf Danzig können wir nicht verzichten. Deutschland und Polen sind aufeinander angewiesen. Die Annexion der deutschen Kolonien wäre unvereinbar mit einem Rechtsftneden. (Sehr richtig.) Tie Nachwelt wird es nicht fassen, daß das kleine Teutschland sich gagen die ganze Welt behaupten konnte. Auch imsere Feinde können uns die Dichtung nicht ver- sagen. Jetzt kämpfen wir für unsere nackte Existenz. Utnfer Volk ist mcht verzagt,^ es muß aber Front gemacht werden gegen junker- lnilitärische Ueberhebungen, polittsche RückstandigLiteni und Widerwlllen gegen innere Erneuerung. Das W a f f e n st i l l -- ftandsangebot war schon vor der neuen Regierung vom Kronrat unter dem Kaiser und Hindenburg beschlossen. Es ist nicht länger haltbar, daß zu Ofsizieren nrrr Besitzer des Einjährigen zeugnisses gemacht werden können. Das Beschwerderecht muß geändert werden. Wir verlangen einen Unterstaatssekretär für dast Krregsmimsterinm und für das Marineamt. Die Amnestie war schon gefordert und von der Regierung eingeleitet, bevor die Ihn-' abhängigen sie verlangt haben. (Zuruf: Amnestiegesetz.) Der Ber- lmer Polizeipräf ident hat gestern eine Versammlung der ssriedens- gesellschaft verboten. Er muß von seinem Posten entfernrt werden. T-eutschland muß baldigst das Frauenwahl reckst bekommen. Präsident Fehrenbach ruft nachträglich den Abg. Dr. Berner wegen seines zwar begreiflichen, aber unparlamentari- chen Zurufs zur Ordnung. Staatssekretär Trimborn: Für das Bersammlungsverbot ter Friedensgesellschaft ist der Polizeipräsident nicht verantwort- llch zu mack>en. Der Erlaß des früheren Knegsininisters, wonach Versammlmrgen aennst'er Friedensgesellsck-aften nicht gestattet n?er- den sollen, ist aufgehoben. Damit ist denif Verlangen der Mehrheit dieses Hausts Rechnung getragen. (Beifall.) Weiter habe ich zu er- lläoen: VersammlungMi der Friedensgefellschaft sollen in der Folge geflattet tverden. Die gestern erfolgte Verhinderung der Versammlung fällt dem Umstand zur Last, daß das Oberkommando über die Erlau ln riS der Versammlung nicht rechtzeitig entschiedest hatte. (Hört! Hört!) Eine Untersuchung wird erfolgen. Perfonen, die nickst geeignet sind, oder jich nicht für geeignet halten, bei der strikten Durchführung dieser Bestinimungen geivisfenhaft und energisch mitzchvirken, haben ans ihrem Amte auszuscheiden. Das Programm für Zensur und Belagerungszustand wftÄ strenge drerck)^ geführt. (Beifall.) . dlbg. Kreth (Kvns.); Die Polen würden durch die Entente memals ihre Befreiung vom russischen Joch erfahren haben. pit äußerste LmL sollte nicht zur Regierung herangezogen werden, sondern zu Aemtern, von denen sie etwas versteht. Der Vorwurf, to* Landwirtschaft treibe SalwtE oder Schleichhandel, ist rnv I-altbar Man mrvm chätze die Stimmung ans dem Land aber Zchtf sie rst ans den: Siedrpvmkt angelangl. Das deutsche ist monarchisch gestimmt und bleibt es bis ans die Knochen. Wir erheben keinen Widerspruch gegen das Vertrauens- vo-tum. Dss deattsche Volk steht einig da, wenn man eS zum letzten Dampf ausruft. taatssekr^är Trimborn: Tie ReichUeitung stimmt dieser Anregung zu. Sie behält sich vor, ftir die Zeit zwischen den Legis- laturpeiroden besondere Vorkehrungen zu rrefsen. Das Ges^etz wird mit dieser Aercherung angenomnren. Sodann wird über die Vertrauensknndgc- bung für den Reichskanzler namentlich abge— stimmt. Es stimmen von £68 Dlbgeordnetm 193 dafür, 52 dagegen, 23 enthalten sich Das Vertrauensvotum ist somit angemimmen. Darauf wird vertagt. Nächste Sitzimg Freitag 2 Uhr: Tritte Lesung, Abänderung der Verfassung für Elsaß-Lothringen. Schuß %5 Uhr. ■bei uns nicht mög l i ch. da dte »Indilstrie durch das Hmdcn bürg-Lwmamm voll in Anspruch genommen war. Wir waren m dieser Beziehung benacherligt, weil Amerika die Industrie der ganzen Welt zur Berftigung hatte. Tafür wurde soß-rt der Tankabwehr tot gebühvende Beachtung geschenkt und stan- ^ Payer: Herr Kreth fühlke das Be- dllMms. nur gute Lehren zsu (geben. Wenn er mir Vvrhält, ub hätte umgelecitt, so niöchte ich denjenigen se!>en, der es in dieser Zalle wurde ein Darteigeilofse znvr aus der Schutzhaft entlassen, alSlxlld aber loieder verhaftet (Mg Kunert ruft: Sckmrkeustoeich des Militarismus! Vizepräsident Dove ruft den Abgeordneten Künert zur Ordirung und erteilt ^hch, vaer den Ztoischuruf wiederholt, einen zweiten OrGrunaS- ruf.) Wenn Abg. Nvske uns m»rwirft. daß wir uns hinsichtlich der Kriegskrrdtte an den Frakftonsbeschluß gebunden haben, so ist das eine Perfide. Der unheilvolle Einfluß des Kaisers muß beseitigt iverden. (Ruf bei den llnablfängigen: Abdanken. Vizepräsident Dove ruft den Rufer zur Ottmimg.) Wir wollen nicht einzelne Personen bekämpfen, sondern gleich das ganze monarchisckst- System beseitigen. Keine andere Einzelperson oder Familie könnte Dewkschlamd ein so gvoßeS Verdienst erweisen wie er und feine Familie. T*r U-B^vt-Krieg sollte Mül ständig eingestellt werden, Weim die Polen Ansprüche ans Oberschlesien erheben, so stützen sie^ sich auf das sprachliche Prinzip inrd nicht auf das historische. Sie begeben sich damit des Anspvtchs ans Danzig mrd Westpveußcn. Ton Polen ist namentlich hinsichtlich ihrer Muttersprache bitter unrecht getan wollen. Polen darf aber nicht weibergehende terri- tonale Aüspri'ickst erheben, als es gesehen ist: auf Litauen West- pveußen, Wolhynien ufw. Dadurch, daß ich internationaler Sozialist bm. höre ich nicht auf, Deutscher zu sein. Die polnischen An- sprückne aitf Westpveußen müssen fallen. Ostpöerißen würde in der Luft hängen. Abg. Stychel tvill eine neue Statistik crufnehmen und dabm sogar die Toten mitzählen, um die Rechte Polens zu begründen. (Vizepräsident Dove ruft nachträglich den Abgoottmeten Ledebour wegen Beleidigung des ^lLyeordnettn Noske zur Ordnimg.) Vi.-^cmAler v. Payer: In düsser sckstveren Schicksälsstundc dos Reiches sst eure )o\dy> Rede wäe die des 2kbg. Ledebolrr ge- mgnet, dem Vaterland schoereu Schaden zuzusügen. Die erwähnte Kundgebung des Kaisers an den Zaren liegt, wi edie „Jswesttja" ftlber sagt, 22 Jahre zurück. Solche Schriftsttccke sollten heicte nicht mchr Mls die Gvldwage gelegt werden. Man sollte bedenken, daß der Kaiser sich mit aller Entschlpssestheit ans den Boden deck rreuen Verhältnisse gestellt hat. Kriegsminister Scheuch: Was ich über die Tankftage gesaat habe, widerspricht keineswegs dem. was Geneval v Stein gesagt hat. Wir haben wohl ein Modell gehabt, aber nicht den Stahl wie die Femdc. Jetzt, too wir einer Neuregelung etttgogengehen wäre es ein schwerer Fehler, neue Schwierigkeiten hervorzurnfeti.' Abg. GotHein (Vpt.) bsantragt, die Aussprache zu sck/ließen. Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte wird die Aussprmdi' geschlossen mrd aus Antrag des ALg. Gröber (Z.) die zweitt Lesung begonnen. Abg. Zehnter (ft.): Wir beantragen, daß die Reihßversias- simg in Paragrchch 11 folgende Fassmrg eriM: Zur Erkläruna des Krieges im 5miiKi des Reichs ist die ZMnrmuna des Bundesrats und des Reichstages erfockerlich Friedens Verträge, ftHche dtchemglm Vertrage mit fvcaixn Stoßfim, Mffy » Graf TiSza über die Vorgeschichte des Krieges. Budapest, 23. Okt. (WTB.) Im Laufe der Debatte über den vorläufigen Staatsl-aushalt erörterte Gras T i s z a auch die Vorgeschichte des Krieges und erklärte, er liabe bis zum letzten Augniblick gegen jede Bestrebung, ohne Zwang der äußersten Notwendigkeit die kriegerische Lösung ^u wählen, Stellling genommen. Tisza verlas darauf eure diesbezügliche vertrauliche Eingabe an den König, worin es l)eißt, es müsse seines Er- ackstens Serbien die Möglichikeft gegeben werden, den Krieg zu vermeiden, imb toenn es doch zum Krieg .kommen sollte, so solle vor aller Augen bewiesen iverden, daß sich Oesterreich-Ungarn aus dem Boden gerechter Notwehr befinde. Es sei also eine in gemessenem aber nicht drohendem Tone gehaltene Note an Serbien zu rick^len. Tiefe Eingabe ist vom 8. Juli 1914 tattert. Tisza sagte, tafojnc Herausforderungen seitens Serbiens immer mehr zu- nahmen. Ter Text des .Ultimatums wurde in der gemeinsamen Mrnisterkonfevenz am 19. Juli festgestellt. An dieser Konferenz nahm kein einziger Vertreter Deutschlands teil. (Der Abgeordnete Ball« ruft detzwischm: „In Wien nicht, aber in PotÄxim.") Tisza fuhr fort: Weder in Potsdam rwch anderwärts. Wir haben das Ultimchum in Wien befiAossen und tan Text des Ultimatums in Wien in einer gemeinsamen Mrnistrrkvnferrnz sest- geUellt. '(Ter Abgeordnete Balla ruft dazwischen: NicÄ das Ultimatum, sondern die Einleitung des Krieges wurde in Potsdam beschlossen!) (Großer Lärm rechts.) Tisza fuhr fort: Weder auf den Beschuß, das Ullimattim abzuschickcn, noch auf den Text desselben .haben andere^ als die dazu berufenen österreichischen, uugarischm ^ und gemeinsamen Faktoren einen entscheidenden Einfluß ausgeübt. Tisza erklärte sodann, daß er sich in dieser gemeinsamen Ministerkvnferenz vom 19. Juli ausdrücklich gegen Eroberungspläne verwahrt habe und ehten dahinge landen einstim- rnigeri Beschuß erwirkt habe. Tisza verlas den auf die Beratung und Beschußfassung bezüglichen Teil des Ministerrats-Prvtokolls. Rücktritt de» Kabinetts Wekerle. Budapest, 23. Okt. (WTB. Nichtamtl.) Korrespondenz- bureMi. Rach Eröffnung der Sitzung des Abgeordneten-^ Hauses ergriff Ministerpräsident Tr. W e k e r l e das Wort und erllärte in längerer Rede, daß die Verhältnisse sich immeck schwieriger gestalteten, so daß die Zusammenfassung aller nativ- uaren Kräfte erforderlich sei. Er halte jedoch den Augenblick nicht für geeignet, um in dieser Lage die Regierung weiterzuftihrenti Er fverde dem Könige sein Entlassungsgesuch einreichenj und vorfchlagen, eine solche Regjierunq zu berufen, die unter Teilnahme fämtlicher Parteien des Hauses ev. auch unter Tellnahme von außerhalb des Haiises stehenden Kräften die Geschäfte übernehme. (Lauter Beifall t>ei der Opposition.) ^eft, 25. Okc. Halbamtlich ,vird mitgeteilt: Ministerpräsident Wekerle überreichte in der gestrigen Audienz die Demission der gesamten Regiening, die vom Dionarchen angenommen wurde dieser bettaute bis zur Ernennung einer neuen Regierung W e - k e r l e mit tar ^ Führung der Geschäfte. Ter König nahm die De- misiron des Ministers des Aeußern Graf Burian an und er- nairnte an sesner Stelle den Grafen Julius Andrassy. Budapest, 25. Oft. Halbamtlich »mrd aits Fiume ge- meldet: ^re Ordnung in der Stadt ist völlig wiederherge- stEllt. Ungarische Truppen sind in die Stadt eingezogen, die di? Aufrührer völlig hinausdrängten. Sine wichtige Konferenz 1 « London. Bern, 24. Okt. (WTB.) Laut dem „Prvgres de Lyon" fand in London eine außerordentliche wichtige Konferenz statt, woran die höchsten militärischen und Marinebehörden der Entente teilnahmen. Als deren Ergebnis seien innerhalb tvenigec Tage Ereignisse von größte? Bedeutung für die Entente erwartbar. Aus dem französischen Senat- Paris, 23. Okt. (WTB. Richtamtlich.) Havas. Tubost begrüßte im Senat apr Tie^istag die befreiten Städte mrd ifae Bevölkerung und forderte sie im Hinblick arss die 1870 in Verzweiflung Gestorbenen auf, tan Sieg und die ganze Schärfe einer Züch- tigimg und Wistargutmnchnng folgen zu lassen. P schon schloß sich diesen Worten an und lagtc: Bald wird Frankreich sein ganzes Gebiet zurückgervonnen haben, aber von Trümmern bedeckt, und tot Bevölkerung tasfelben wird auf das bestimmteste Wietarl-ersteb' lnngni erwarten, zu welchm der Feind verurteilt »vertan muß. Pichon schloß: Wir nähern ims dem Ende der Opfer, welche uns tar wilde Ueberfvll auserlegt T)a± und für welchen seine Anstifter die Verantwortlichkeit al^uschütteln versuchen, aber die Weisheit Wilsons wird ihve Berechnungen zunichte macheic. Bald wird ganz Frankreich die Befreiung seines Bodens mit tan verbündeten Soldaten und deren Führern feiern. Die Rede wurde häufig durch Beisallskundgebnngmr unterbrockZen. Es wurde eine Eutsckfiließung eingebrackflt. die fordert, daß Mftglicktar tar grossen Ausschüsse cm Ort und Schelle die verübten Zersbörtmgen seststellen. Tebierrc, tar Senator von Lille, erklärte, daß das taussche Volk für sein- Tchen und für die Wietargutmochung einzustehen hätte. Tic Entschließlmg wurde einstimmig angenommen. Die italienische Kammer vertagt. Bern, 23. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach italicnischOt Blchtermeldungen erklärte Orlando tar Telegatton her sozia- listisck-eri Fraktion, die Kammer Wune infolge tar stets wechselnden internationalen Lage zirr Zeit nicht einberufen werden. Eine holländische Kritik der imperialistischen Welle in der Entente. Haag, 21. Okt. In der Amsherdanver Zeitschrift „Mgemecur Weekblad vor Stad en Land" schreibt ^Walderer: Während bei tan Mittelmächten, vor allem in Deutschland, die soziale Demokratie ihre politische Stoßkraft aus die reaktionären Mächte des Jrilcmdes gerichtet hat, nimmt m tan Entt-nteländern die Roaktimi, die Erotarrrngssucht und tar Wille zur Ueberwältigung zu. Noch werden die Ptaasen von Demvttatve, Selbstbesfimmimgs- ix-icfjt imb dindenveigütung in überflüssigem Maß. cnrgewe-rtat Ter Zweck, tar hinter diesen banalen Worten versteckt ist. wftd immer taullichar. Zweifellos werden die kapitalistischen, ftnperia- listisckM und milftärisckfkn Elemente bei der Entente, die keineswegs schvack> oder rcnbetautend such, einen Gemaltsrietan buichzu- s-chcn versuchen. Sie bearbeitmr die öffentlich? Meinurrg in diesem Sinne. Die .taittschfe bfrrgerlichc Demokratie ftrt vorläufig ihr Gssckckck in die Hände Wilsons gelegt, tassen Pro^frmnm die politischen urrd sr^ialen Mäckfche tar Demokratie nickst verletzt. Inzwischen aber lassen die herrschenden Mächte in Italien, Frastk- reich lmd England mehr oder weniger unverblümt ernennen, daß Wilsons Programm jeive (Erwartungen nicht erfi'lllt, die an den militärischen Sieg gekmchft werden können. Dian kann nicht nrehr mit BMmnttheit sagen, daß Wilson dem Druck tar inr- perialistisck-en Kreise in tan Ententelmitarn standhalten wird. Wilsons letzte Anttvort brtveist, daß er btcfeit Kräften nicht ganz gewachsten ist. Tie Enttnttesic^ialtften .haben fast gänzlich vor ihren kapitalistische Regierrmgen kapituliert. Die Ententeincperialisten rütteln in blindem Netarnvict an bai Pfeilern, frte das Gebäude eines bürgerlich denrvkratisck^i Europas int Sinne Wilsons tragen sollen Sie hoften. dies Gebäude zum Fall zu bringen und aus tarn Trtdw« mcrhauftn eine ihnen unterworfene Mett anünbarm^ f Nr. 25| Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Freitag. 25. Moder (y(S Auch in Ungarn gewinnen die Bestrebungen der einzelnen BolkSstämme, zu einen, Zuscnnmen- schlub zu gelangen, täglicb mehr und mehr Boden. Die Gesamtbevolterung Ungarns beläuft sich auf rund 20 687 00) Einwohner. Der herrschende Stamm der Magyaren erreicht mit 10 051 000 Angehörigen, noch nicht die Hälfte der Gesamteinwohnerzahl. Die Rumänen zählen 2 949 000. die Serbokroaten 2 940 000, die Deutschen 2 C37 000 und die Slowaken 2O32 0O0. Der Rest verteilt sich auf Nuthenen, Polen, Slowenen,Italiener nsw. Die Magyaren wohnen im ungarischen Tiefland, im O"en und in der Mitte Siebenbürgens, die Rumänen im Westen und Süden Siebenbürgens und angrenzenden Gebieten, die Deutschen an der niederösterreichischen und steiermärkischen Grenze und als Minoritäten in Ba- ranya <1908: 103 000), TorontLl (176 000) und Tolna, in der BLcska, der Zips, im Banat, ferner in Siebenbürgen um Kronstadt (Burzenland), Hermannstadt, am Königsboden und »m Bislritz (Nösnerland). Die Slowakei, bewohnen die Westkarvathei, und das oberimgarische Bergland, sporadisch Bskes und Csanäd, die Rulhenen das karpalhische Waldgebirge. Serben gibt es im Südosten (BLcska, Zombor, Neusatz, TorontLl und Deines), Kroaten und Slowenen im Koinitat Zala, auch gibt es Armenier (Siebenbürgen), Bulgaren (Banat), Jtalieiier (Fiume und Litorale), Albanesen. Zahlreich sind Zigeuner (in, Südosten liiid Siebenbürgen). Magyaren und Serbokroaten treiben nieist Landwirtschaft, Viehzucht, Gewerbe: der Slowake ist Holz-, Berg- oder Bauarbeiter, viel'ach Hausierer (Rastelbmder), der Ru- flH Üetj/scftt Magyaren (HD Tscfrec/ien VJI2> Sero oft rosten S23 fiumänrjr 0 50 iQO 1SO 200 2SV„„ ^ ^ W Oie ßevölherung Ungarns tbcnc und Runiäne Hirt oder Waldarbeiter, der Deutsche treibt tm Westen (Heanzen, Gewerbe oder Handel, in, Banat (Schwaben) auch Landwirtschaft. Au» Stadt und Land. Gießen, den 25. Oktober 1918. Hessischer Dichter-Abend. Es ist nicht zum ersten Male, daß in diesem Matte von der Deutschen Dichter-Gedächtnisstiftimg die Rede ist, deren kulturelle Bedeutung noch größeres Gewicht erhalten hat, seit mit der Herausgabe ausgewählter, gesunder Volksbücher die Einrichtung von Tichterabenden verbunden worden ist. Wie Geh. Rat Behaghel in einigen einleitenden Worten zum ersten Vortragsabend süü Gießen gestern in der Reuen Aula hervorhob, bildet die Deutsche Tichter-Gedächtnisstistung, deren Zweck es ist, hervorragenden Dichtern durch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal im Herzen des deutschen Volkes zu setzen, ein nicht zu unterschätzendes Kampfmittel gegen der, Wust minderwertiger und schlechter Lektüre, dia auf den Ätarkr geworfelt wird. Nicht jeder, der das Bedürfnis nach gutem Lesestoff empfindet, hat Zeit, die Weizen körner unter der unübersehbaren Spreu der Tagestiteratur herauszusuchen. Hier einen Fingerzeig zu geben, wirkliche Dichter zu Worte kommen zu lassen, guten älteren Schriftstellern zu ihrem Rechte zu verhelfenl und jüngeren den Weg zu bahnen, das ist der Zweck dieser gemeinnützigen Stiftung. Es war naheliegend, den ersten Abend hessischen Dichter,: selbst zu widmen. Die Wahl hatte außer den bekanntes Holzamer, Bock und Edschmid die weniger bekannten Leuchs imd Walther getroffen, wahrend man andere beachtenswerte Namen vermißte. Als Vortragende waren Regisseur Karl Volck aus Gießen und Schauspieler Willy Umminger aus Frankfurt gewonnen. Willy Umminger bildete mit warmer biegsamer! Stimme die lyrischen Gestaltungen nach und trug eine typische Novelle des Tarmstädters Edschmid mit abgerissenem Hinwerscrr der Sätze vor, das für den Stil des Künstlers bezeichnend ist. Das weiche, auch bei stärkeren Gefühlsdurchbrüchen tonig-ver Haltens Pastellbildnis Holzamerscher Lyrik wurde durch die Auswahl dreier Gedichte bezeichnend hervor gehoben. Ten beiden anderen Lyrikern nach der knappen Auswahl gerecht zu werden, dürfte schwer fallen. „Tie Blinde" von Else Leuchs wirkte durch reichen Stimmungsgebalt, während Wilh. Walther die Gabe zu eigen scheint, groß gesehene Gestalten plastisch festzuhallen. Wertvoll war es, in der Novelle Dup Scott von,Kasimir Edschmid ein neues Kunst- wollen gemeinhin Expressiomsmus, in diesem Sondersalle besser als Dynamismus zu bezeichnen) in der Wirftmg des Vortrags kennen -,u lernen. Tie stürzende Hast ausdrucksgesteigertec Sätze erzeugte die ausmerkende Spannung, die van der eigenartigen Erzählungstechnik auch gefordert wurde. Tie Novelle selbst verdient alle Beachtung und wird dem jungen Künstler weitere Freunde gewonnen haben. Ten breitesten Raum des Abends nahmen zwei Proben aus den Werken des mit dem Hessenlande und Gießen am engsten verbundenen Dichters Alfred Bock ein. In seiner Dorfgeschichte war auch der Zusammenhang mit der hessischen Heimat gewahrt. „Das Schmerzenskind" zeichnet mit liebevollem Eingehen auf typische Eigenarten eiflerftchen Volkstums und psychologischen Feinsinn das Schicksal einer Ehe, die an dem Unfall des Söhnchens zerbricht und über seinem Grabe sich fester wieder zusammenschließt, während „Der neue Pfarrer" mit derben Strichen und saftigem Hunior von einem Schwindler erzählt, der ein echter Kerl war und den Bauern in seiner Art besser zu gefallen wußte, als der echte Pfarrer, der dem Volk-sempsinden fern steht. Karl Volk trug diese beiden Erzählungen vor, wobei auch er sich dem eigenen Stil des Dichters vollkommen anzupassen wußte. Die ursprüngliche Geradheit des Ausbaues und die Lebensechtheit der Gestalten, führte ihn in besonnenem Nachschaffen zu Höhepunkten von Vortragskunst. Somit war der erste Abend der Dichter- Gedächtnisstistung die beste Werbung für die noch folgenden. * ** Auszeichnung. Ten: Fähnrich Heinrich Walther, Fußart.-Regt. 9tr. 3, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. L. U. Von der Landesuniversität. Tie letzte Immatrikulation für das Wintersemester findet am Samstag den 2 6. Oktober, vormittags 11 Uhr, in der Kleinen Aula des Vorlesungsgebäudes statt. Nach dieser Zeit werden Anmeldungen nur dann angenommen, wenn die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird. ** Die landwirtschaftlichen Haushaltungsschulen zu Langen und Lindheim eröffnen am 3. Januar 1919 einen neuen fünfmonatigen Kursus. Der Zweck und die Ausgaben der Anstalten bestehen in der Heranbildung der Mädchen aus dem Bürger- und Landwirtsstande zu künftigen tüchtigen Hausfrauen durch angemessenen wirtschaftlichen Unterricht und durch praktische Unterweisung in allen in einem einfachen bürgerlichen Haushalte vorkommenden Verrichtungen und Arbeiten. Die Anmeldungen, welche bis spätestens Ende November d s. I s. erbeten werden, sind bei den Ortsschulkommissionen der Haushaltungsschulen zu Langen bzw. Lindheim einzureichen, welche ebenso wie die Landwirtschaftskammer selbst zu jeder werteren Auskunft gerne bereit sind. Näheres siehe im Anzeigenteil in gestriger Nummer. ** Ein P romenadenkonzert findet bei günstiger Witterung am Sonntag den 27. Oktober, vormittags 11V- Uhr, in der Nord-Anlage statt. Die Spftlfvlge verzeichnet: Ouvertüre zu der Oper: „Das goldene Kreuz", von Brüll. Spanische Tänze Nr. 2 und 5, von Moszkowsky. Finale a. b. Oper: „Ariele, die Tochter der Luft", von E. Bach. ^Aennchen", Intermezzo, von Schröder. „Einig und stark", Marsch, von Friedemann. ** Lichtspielhaus, Bahnhofftraße 34. Heute ist der letzte Tag des Hella-Moja- und Egede-Nifsen-Films. Morgen Samstag.findet die Uraufführung des Liebes- und Le- bensdramas „Fünf Minuten zu spät" statt. Hauptdarsteller dic>es Films sind Mia May und Bruno Kästner. Ab Dienstag den 29. Oktober wird „Die Fürstin von Beranien", ein Lied von Lieb und Leid, gegeben. Kreis Friedberg. — Ausd er Welterau, ,24. Okt. Die seit August im rrnver- mindertem Maße anhaltende Schleichversorgung mit Kartoffeln aus den Dörfern der Wetterau hat nur: die von .Kennern der Verhältnisse vorausgesagle Lage geschaffen: Die Erz enger sind kaum «noch in dec Lage, dem Ko m m u n a l v e r han d O s s e n ba ch die vorgeschriebene Pflichtmenge an Kartoffeln zuzuführen. Man kann die Kartoffelmengc, die von Hamstern aus der Wettevau geholr wurden, auf täglich mindestens 3000 Zentner bewerten, wenn'überhaupt eine Schätzung möglich ist. Die meisten Hamster wurden von der Not der Schbeichverforgung zugedrängt, viele aber triebe^ mit den Kartoffeln ,einen lohnenden Gehenützandel, und andere hamsterten aus Sport. Jetzt muß nun die Allgemeinheit unter diesen Verhältnissen leiden, da die Reichskartoffelstelle ihre Ansprüche an die Kommunalverbände aus Erfüllung der Kartosfel- liesenmgspflicht trotz des Schleichhandels in keinem Fall minder:. Es ist zrmächst eine Herabsetzung der Kopfguote der Loelbstversorger vorgesehen. Außerdem wird der heimliche Kar- toffclverkaus fortan aufs schärfste überwacht. Die Verkäufer werden ausnahmslos in Zukunft mit Gefängnis bestraft. Nickst minder aber bedroht der Kvmmunalverband auch die Käufer mit der Verhängung empfindlicher Strafen. — Ob diese Maßnahmen nicht zu spät kommen? Starkenburg und Rheinhessen. I Darmstadt, 24. Okt. Heute morgen um 11 Uhr wurde m Gegenwart der Minister, des Oberbürgermeisters und zahlreicher sonstiger geladener Gäste im Gewerbemnseum die von dem deutschen Auslandsmuseum in Stuttgart veranstaltete Kurland- Wanderausstellung eröffnet. Ter Masilzende des Mu- snrms-Vvrstandes, Konsul J© anner - Stuttgart, wies aus die Bedeutung des vor 2 Jahren ins Leben gerufenen deutschen Aus- landsmuseunrs hin, das es sich zur Aufgabe gesetzt hat. die Bande zwischen. dem Mutterlande rrnd dem Deutschtum im Ans lande immer stlter^zu knüpfen. Zu diesem Zwecke sammle es nicht nur nn Studienmaterial über das Auslandsdeutsclstum. das am Museums sitz studiert werden .könne, sondern veranstalt auch Wanderausstellungen und Aufklärungsvorträge. Die erste dieser Wanderausstellungen, die Kurlandausstellung, wurde durch die ge- gemvärtige politische Lage nicht berührt. Sie verfolge keine poli- nschen Zie^ und wolle keine Werturteile bilden, sondern nur in rern sachlicher Weise die Grundlagen zu eigener Urteilsbildung oreten. — Es schloß sich daran ein Rmrdgang durch die Ausstellung, dre rn übersichtlicher und reizvoller Anordnung einen guten Ueber- blrck über die wechselvvlle Geschichte des ,.Gottesländchens", sowie Bodenschätze und seinen Gewerbefleiß bittet ?luch in das reiche Geistesleben des Balkanlandes und in die Volkskunde des lettischen Volksstammes mit seiner eigentümlicher Volkskunst (bunte Woll- Obreren, Holz fchnitzereien) läßt die Ausstellung einen tiefen Ernbl ur jint. Im Anschluß an die Eröffnung der Ausstellung srnoet heute abend ern öffentlicher Lichtbildvortrag über Kurland vpn Tr. Wertheimer statt. Die interessante Ausstellung wird bis Mttte Nevember in der hessischen Residenz verweilen. Hessen-Nassau. . ^.^^öomburg v. d. H., 23. Okt. In der außerordentlichen Generalvechammlung erstattete Generaldirettor Feld- Ueper d«r Geschäftsbericht über das erste Dreivierteljahr der Ak.reng:sellschaff Bad-Homburg, sämtliche Bctri-chsabteilungen haben mrt Gewann gearbeitet. Ter Besuch des Bades hob sich um 15 Prozent, dementsprechend stiegen auch die Einnahmen aus den Kur^ldeim: namentlich erhöhte sich die Zahl der Frankfurter und Hamburger Abonnenten. Die wachsenden Einnahmen ermöglich- ten xnfolgedes.en die Tarbictimgen besserer künstlerischer Leistmigen m Konzert und Theater. Für den Winter muß mit entsprechenden Verlusten gerechnet werden. Letzte Nachrichten. Dev neueste Bericht dev Heeresleitung. MTB.) Großes Hauptquartier, 25. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern dauern die Kämpft in der Lys-Niederung au. Der Feind, der in den südwestlichen Teil von Deinze ein- drang, wurde im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Südwestlich von Deinze nahmen wir Teile des von den Franzosen über die Lys vorgeschobenen Brückenkopfes. Oestlich von Vive St.Elei schlugen wir einen stärkeren Angriff zwischen der Lys und ScheDe und an der Sck>e!de Teilvorst-h" des Gcgners ab. Die Zerstörung r-er Ortschaften in der Schelde-Niedenmg durch den Gegner schreitet fort. Auch das Stadtinnere von Dournm lag unter englischem Feuer. Die Abwanderung der Bevolkermrg mrs diesen Gebieten nach Osten nimmt zu. Oesb- lrch von Solesmes und Le Cateau setzte der Engländer seine gwßen Angriffe fort und dehnte sie nach Norden bis an die ^-Dchelde aus. Südlich der Schelde sind sie vor unseren Linien auf den Höhen östlich des Ecaillon-Baches gescheitert Die gegen Le Quesnoy gerichteten Angriffe drangen bis zur Bahn nordwestlich und westlich von Le Quesnoy vor. Versuche des Femdes. westlich an Le Quesnoy vorbei in nördlicher Richtung durchzustoßen, scheiterten an dem Eingreifen unserer t*m Sepmeris und Villers Pol aus angesetzten Truppen. Der in breiter Fttnt gegen den Wald von Morval an- sttrrmc ? Feind konnte in Poix-Du-Nor- und Fontaine-au- Bois Fuß fassen. Im übrigen nnirde er lvestlich der Straße Engleftiiuaine—Landrecies nach heftigem Kämpft zum Stehen gebracht. Die gestrigen Angrifft haben dem Feinde im ganzen einen Geländegeivinn von 800 bis 1000 Meier Tieft gebracht. Größere Erfolge blieben ü/m trotz seines außer«, ordentlichen Kräftoeinsatzes auch gestern versagt. Heeresgruppe Deurscher Kronprinz. An der Oise, zwischen Oise und Serie und westlich der Aisne zeitweilig Artillerielunps. An der Oise scheiterten Teilvorstöße des Gegners. Zwischen Oise und Serre wurden stärkere Angriffe der Franzosen abgewiesen. Wo der Feind ui unsere Linien eindrnng, warfen wir ihn im Gegenstoß wieder zurück. In den Abschnitten beiderseits Vouzieres ließ dre Gcsechtstätigkcit nach. Die Höhen ,üblich von Chesters wurden von bayerischer und württembergischer Besatzung gegen erneute heftige Angriffe des Feindes gehalten. Heeresgruppe Gallwitz. Teilangriffe der Amcr kaner aus beiden Maasusern wurde» abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Angriffe beiderseits der Morawa. Westlich des Flusses drängten sie uns in dem Gebirge südlich von Kragnjcvac etwas zurück. Oestlich des Flusses in Gegend von Parsein wurden sie abgewiesen. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. * * * Die Kionftrvativen und die neue Note Wilsons. Berlin, 25. Okt. Tie deutsch-konservative Fvr^ tion des Reichstags überreickste gestern denr Re lchskanz- l e r euren BesMuß, in oem es heißt: In per neuen Note Wilsons ttxrcoen die bedingungslose Kapitnlcrtron, die Enttt-rvmMg des Kaisers, Entlassmig aller Heerführer nnd die volle illtteavachinv miter einen Gewaltsried.m gefordert. ?lns Geschlechter hiiraus würde die Annahme dieser Bedingungen jeden Denlsch.m politischer Ent- r^chkung nnd wirftchaftlichcr Knechtschaft auslie'iern Die Deutsche Ehre ^bietet, daß die Negierung solche Zumutung '.urücüveiL LSicherheit des Reiches erfordert, daß sie das deuftche Volk znm letzten Kamps cruftuft Di« Beratung iur österreichischen Antwort an Wilson. Wien, 24. Oft. hen--Kivrrespmrüer^bureans. Wie die Blätter melden, befaßte sich eine vertraulickZe Sitzung, des Ausschusses für Aeußer« der österreichischen Delegation mit dem vom Mftrister des Aeu- ßcrn Grafen B u r i a n vorselegten Entwurf der Antwort- n ot e Oesterrerchs an Wilson. Die Tschechen waren wivhl anwesend, erklärten aber im eigenen Namen und namens der Slawen, aus prinzipielle.! Gründen an meritorischur Beratungen mcht tettzunehmen. Deleg>ierter Langenhan g-ab im Namen seiner deutschnat io n alen Parteifteunde eine Erklärung, ab, in der vetont wrrd. die Dentschen in Oesterreich .hätten durch Korrstttu- unrmg ihrer eigenen Nation als selöstärrdig^r Staat das volle uneingeschränkte Recht aller orderen Nationen des bisherigen Oeltcrrerchs anerkannt, ihren eigenen Staat zu bilden. Sie seien bereu, mit diesen selbständig gewordenen Nationen auf der Grund- kage völllger Freiheit über die Billnmg des Staatenbundes zu ver- yandeln behalten sich ftdochl jede weitere HandlungsrreiheU vor, ebenso ihre Anschauung über ihre äußere Politik, bezüglich des ba§ Deutsche Reich für den Fall, daß dre Unmvgllchkerl Herausstellen sollte, mtt den übrigen Nationalisten zu eincni Bündnis zu gelangen. Bon den Deutschen in Mwrrerch werden also der Erfülllmg der Wünsche Wilsons keinerlei LchtwierigkecLen iw den Weg gelegt. Sie wmrschen vielmehr, daß dre wtzige österreichisch' Regierung den einzelnen sich üamU kon- snturerenden Mtranen den Weg.ebnet, um die Selbstverivalttma m dre Hand zu nehmen und zur Bildung einer eigenen nationalen Regierung zu schreiten, damit sich der Verständigung der 'Nationen untereinander ernc Bahn eröffnet, und daß auch von »eiten der osierreMJichen Regierung alle Hindernisse beseitigt ioecden welch der wetteren ViNäherung zwischen den kriegführenden Machen und damrr emer Beschleunigung des Friedenswerkes noch im Ware stellen Dre Deutschen betonen jedoch gegenüber Mlson, daß auch fte natursrcherwei >c ern Anrecht aus nationale Selbstbestimmung bc- fitzen wre dre ilawischn Nationen. Es würde den Wilson,eben Punkten mcht entiprechen, wenn über das Geschick mehrerer Milli- nur einseitig nach dem Willen anderer Naftone^ ?Vertretung der deutschen Oesterreichr beim ^rredenskongaeß wurde diesen Standpunkt eingehend begründen Amerikmiische Flottenrüstunq. R o t t e r d a m, 25. Okt. (L.-A.) Ganz eigenartige Vor- ^^/.nng^en trifft die amerikanische Regierung für die zu- künftige Abrüstung, die der Völkerbund wrdert. Der ameri- kantsche Marineminister Davids brachte nämlich im amerikanischen Abgeordnetenhause ein zweites Flottenbau- ba 4 fü ^^j Jahre 600 Millwnen Dollars (2,4 Milliarden Mark) fordert zum Bau von lODread- nougths, 6 Ltnienkrcuzern und 140 kleineren Schifftn. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Be Ir.: Bennrtschastung der Runkelrüben. Schrift m 8 13 Ziffer 3 b.-r Serorbmmfl der Reichsstclle für Gemüse und Ob,t über verbitgemüse uuo ^erb,^ obst der Ernte 1918 vom 19. Juli l. I. besftchmeii Z STm» änderung unserer Bekanntmachung vom 3. l M hiermit das Folgende. 8 1. Der Verkehr mit Runkelrüben ist innerhalb der einzelnen Genieinden und Geinarkungen des Landes ftei und unterlieat nicht der Absatzbeschräntung im Sinne des § 1 der obenbezer^ neten Verordnung der ReiMstelle für Gemüse und Obst vom 19 2 uh Kese Ausnahn^ gilt jedoch nicht für Sendungen an gewerbliche Betriebe, die Runkelrüben verarbeiten und in verarbeitetem Zustande weitnveräuße'm. Auch landnTirft'chaslliche Verbraucher und Kleinverbraucher bedürfen zum Bezug von RuE- ruben aus anderen Genieinden oder Gemarknngen als denen ihre* Wohnortes der Genehmigung der Landes-Gemüsestelle. § 2 . Diese Vorschftften treten mit der Veröffentlichung in Kraft Mainz, den 23. Oktober 1918. Hessische Landesgemüsestelle. Verwafiungsabtcilunq Der Vorsitzende: Werner, Reg.-Rat Betr.: Wie oben. - Die Hessische Landes-Gemüsestclle, BerwaltungSaüteiluna au die Grotzy. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Landes. ^"l^ Hiuweis auf obige Bekanntmachung euftrsehlen wir Ihnen, diese rn Ihren Gemeinden ortsüblich bekannt inacken zu laffen. ' ^ Mainz, den 23. Oktober 1918. 8103c Ter Vorsitzende: W e r n c r. Rl-gierungsrat. JÜIen Freunden m Ullendorf, die wir vor unserm Scheiden nicht mehr besuchen konnten, ein herzliches Lebewohl! Pfarrer Mickel und Frau. Kaffss ffürZtenbof Llsuts. ^sitsg: Opernabend Verstärktes Orchester. 70® nuniiiBii:iiiiiai!!!]i!iii!iiiiU!:iumiuiiiuiiiiiuii!iiifiuuii:itiUi:!uiutSirnn3jfi weitzesBrauhaus Eietzen | Hinter der Stadtkirche. Besitzer: HanS Kirztnger. Kx-sthle mein prima SBürj&urger ßßi täiepner Weizeßbier. Samstag und Sonntag fideles Bierkonzert Gemütlicher Familien-Aufenthalt. 8097 ff. Weizeirbier in Flasche« ^Lichtspielhaus, BahnhofstraSe 34 ^ Erstklassige Künstlerkonzerte Heute letzter Tag Hella üloja u. 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Wam das SMirmeln möglichst viel bringen soll, nruß man sich hei- -eiten darauf einrichten. %m vorteilhaftesten wird es immer sein. zniammern. na oue Mvern miüriam aus dem Ml and aufzusammeln find, spart uvin gan- erheblich an Zeit, »venu vorerst einige Mann daS alte Laub unter den Bäimren beiseite kehren, denn auf reinem Boden sind die Fwückste leicht zu fänden. Hat man Leintück)er oder 'Zeltbahnen zur BeriÄauny, so kann man sie statt dessen über das Ältlaub breiten. Nun setzen andere die Hovenstangen in den Aestm ein und schütteln, bis die Bucheln zur Erde fallen. Tie schwächsten nndvenrsten Sanunler können sie nun Mvlesen. Ta natürlich nocki imnrcye Unreinlichkeiten dabei sind, mutz eine Reinigung vorgeiwnr- incn werden. Falls keine Siebvorrichtimg zur Hand ist. wirft man die Bucheln mit einem kräftigen Schanf«ckwurf gegen dem Wind. Ruf diese Weise ist, besonders wenn man das Werfen nochmals rmederholt. eine ge^nigende Reinigung zu erzielen, denn die vollen und schweren Buckeln fallen dabei am weitesten. W ist unbedingt notwendig, datz die Bucheln mt der Oberfläche trocken abgeliefert manchen, weil sie sonst bei der Stapelung als empfindliche Wald- fri'tchte rasch verderben würden. Wenn die Bucheckern noch natz sind, müssen sie in einem luftigen, gedeckten Raum. 10—15 Ztm. li-och aufgeschüttet und ein- bis zweimal täglich um gestochen werden, bis sie an der Oberfläche trocken sind, erst dann sind sie lieferungsfähig. * Landkreis Gießen. ga. Grün borg. 25. Ott. Vizefeldwebel Ernst Kautz im Infanterie-Regiment 442, welcher seit vier Jahren im Felde steht und beveits mit dem Eisernen Kreutz ausgetzehchwet matte, r ^ irrft dieser Tase die Hessische Tar^erkeib; n irbam^ * Kreis Schotten. .. J§. a V? 5 uba ch.,25. Okt.^Znr neunten Kriegsanleihe zeichnete die Stadt Lauboch 50000 Mk. — Für die Kplonial-Krieaerspende sind rm Hassia-Bezirk Laubach 1225,60 Mk. einaegangen, aus Laubach 676,55 Mk.. Ruppertsburg 176,50 Mk., Billingen 128,45 Mk., Lardenbach mit Klein-Eichen 65,10 Mk, Münster 50 Mk Rö" ^ '‘ ~ Laubacher aus russischer Gefangenschaft zurück gekehrt. Die beiden Letzten werden liofsentlich auch demnächst noch gesund und heil den heimatlichen Herd erreichen. Kreis Friedberg. Dorn-Assenheim, 24. Okt. Lehrer Georg Becker feierte am Mittwoch sein 5 0 f i h r i g e s % m t % j u 6 i l ä u ttt Seit 1872 wirkt er in reichem tz^egen in der hiesigen Gemeinde. Starkenburq lftio ^ißeinßcssen. I Darmstadt, 24. Okt. Die Strafkammer verurteilte den BMHalter Rudolf Schneidt, wohnhaft in Eberstadt, der bei der hiesiger! Firma Roeder seit dem Jahre 1880 im Dienste steht und deren volles Verttauen genoß, zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis! und 3 Jahrerr Ehrverlust. Er liatte seit 10 Jahren die Lohnlisten gefälscht und dadurch rimd 50 000 Mk. erschwindelt. Für ba§ Geld hat er ein Hans in Ebcrstadt gekauft rmd den Rest in Kriegsanleihe angelegt. Die Firma ist dadurch für ihren Schaden gedeckt. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig. ch. Weinolsheim (Rheinl^ssen). 23. Ott. Ter Reinertrag in unserer Gemarttrng ist sehr günstig; wurden doch auf den Morgen durchschnittlich 40 Eichen yn je 64 Liter Maische ge>- erntet. In einzelnen Fällen vnrrde noch mehr eingebracht. Bei Mostgewichten von 65—82 Grad wurden für die Eiche sacht Viertel) 80—110 Mk. angelegt. vessen-Nafsau. nrr. Frankfut-et a. M, 24. Ott. Die berühmte H-Üersche »ÄvaaenbergDruppe des Mainzer Bildhauers Backoffen aus dem Jahoe 1509 stammend, die seither am Dome stand, wird augenblicklich abgebrochen, um sie vor Fliegerbomben sicher mtterz-n- bringen. Das hervorragende Kunstwerk!, das seinesgleichen in Deutschland sucht, wird nach dem Kriege durch eine Kvpie ersetzt Das Original soll dann im Kreuzgmrg des TwmeS ausgestellt lverden, da es durch die Witterungseinflüsse notleidet und der drohende Verfall nicht aufgehalten werden kämtte. — Tie Banknoten Hamsterei mancher Leute ist hier so stark geworden, daß Mr Banken nur 200 Mk. caMu-ahlen imstwGe sind, da Bärget:- nirgcndÄrw auszutreiben ist. Sie verwerfen ihre Kunden einzig und allein auf den Scheckverkehr. _ Amtlicher Teil. Polizeiliche Anordnung. Bet r.: Ausbreitung der Grippe in Gießen; hier: den Betrieb der Lichtspielttheater. Nachdem GvotzherHogliches Kveisgeftmdheitsantt Gießen eine Ausdehnung der Grippe in der Stadt Gießon mit mehreren tödlichen Ausgangs festges tritt hat. wird folgende polizeiliche Anordnung zur Beschränkung der Änstrrknngsgefahr, zum Schutze von Personen, und augenscheinlich Gefahr mtf jedem Verzüge steht, erlassen: Aus Grund des Artikels 129 b II Abs. 2 der Stadteordnrovg werden die Lichtspieltheater vom Tage der Veröffentlichung dieser polizeilichen Anordnung bis auf weiteres geschlossen. Für jeden Fall des Zuwiderhandelns gegen diese Anmttmmg wird eine Geldstrafe von 90 Mark angedwhL. Gießen, den 25. Oktober 1918. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. A.: Pfeffer. Todes-Anzeige. Verwandten, Frenndon und Bekannten hierdnroh die schmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine liebe, gute Frau, unsere herzensgute Mutter, Sohwester, Schwägerin, Gothe und Tante Frau Maria Reif ged. Lauer heute nacht um 1 Uhr nach kurzem Leiden zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Konrad Reif HE. Familie Wilhelm Lauer nebst allen .Angehörigen. Musohenheim, Albach, den 24. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Samstag den 26, d. M., nachmittag* 3 Uhr, in Muschenheim statt. 8116 Noch lft die Wunde, die uns durch den Tod unseres lieben fr&heren Chefs gerissen wurde, nicht ganz geheilt, da wird uns eine neue zugefügt durch den so schnellen und schmerzlichen Tod unserer lieben, jungen, hoffnungsvollen und arbeitsfreudigen Chefin, unserer Frau Schudt. Alle, die zu ihrem Personal gehörten, und alle, die sie kannten, werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Neumühle, Muschenheim b. Lieh, den 17. Oktober 1918. Ld.N.t Oberrafiller Köhler. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche 'Nachricht, daß meine innigstgeliebte Frau, unsere sorgsame Mutter, unsere liebe, treue Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Folkerts geb. Gerhardt nach kurzem schweren Leiden gestern morgen um Vs7 Uhr, tm 43. Lebensjahre, sanft verschieden ist. In tiefer Trauer: Han» Foltert» Han» und Paul Gustav Gerhardt und Frau Fritz Pohlmaun u. Frau geb. Gerhardt Gustav Gerhardt Willi Gerhardt. Gießen, Crednerstr. 36 p., den 24. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag,3Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Danksagung. Für den Verkauf eines leichverkäust, vielbegehrten HUHltmMoisimrtikels wird von leistungsfähiger chemischer Fabrik tackt. Vertreter gesucht. Gest. Angebote unter B. G. 3817 an Haasen- §1 eteln St Vogler A Frankfurt a. H. crl Tüchtige Schlosser und Dreher (auch angelernte Leute u. geeignete Kriegsbeschädigte) finden dauernde Beschäftigung bei 75130 Heyligenstaedt & Comp., Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft, Gießen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem Hinschetden unserer innigstgeiiebten Mutier, sowie für die zahlreichen Kranz. und Blumensvenden sagen mir auf diesem Wege unfern tiesgesühttesten Dank. Die trauernden Kinder und Angehörigen: Familie Frebel und Familie Birkenftock. A's Stütze d. Hausfrau findet Wtizcs älteres MWen oder junge Frau eine Lebensstellung. 7854 Gastbaus z. Krone. Nidda. Ifelnr. Holtmann. Ich weiß, sein Llebeswille Ist meine Heilijmng nur; Drum will ich halten stille Und folgen seiner Spur. Nach Gotte« unerforschli ehern Rat entschlief sanft heute morgen 6 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden meininnigst- geliebter Mann, der treusorgende Vater seiner lieben Kinder, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Friedr. StGinmüller, Weißbindermstr. im Alter von 33 Jahren. In tiefem Schmerz: Frau Margretha Sfceinmüller geb. Schmidt n. Kinder nebst allen Angehörigen. Allendorf a. d. Lahn, den 24. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 2 Uhr vom Sterbehaase aus statt, 06275 itöfcVv' - v >5* h-v ; - WWW Junges Ehepaar mit einem Kinde sucht zwei mäbliertc oder unmöblierte Zimmer mit Kochgelegenheit u. 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Klasse nach öjähriger Dienstzeit und treuer Pflichterfüllung im Alter von 26 Jahren infolge der Grippe im Lazarett zu Freiburg (Breisgau) nach kurzem Kranksein sanft entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Simon Rosenbaum Sabine Gärtner geb. Rosenbaum David Rosenbanm und Fran Recha geb. Dillof Klara Rosenbanm Eduard Rosenbanm, Sergeant Ungo Rosenbanm, in sibirischer Gefangensch. Otto Gärtner. Hörnsheim, Ru] den 25. Oktober 1918. Frankenberg und im Felde, Die Beerdigung findet Sonntag vormittag 10 Uhr statt. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. 0OK _ < i Nach kurzem schweren Leiden verschied am 22. Oktober im Marine-Lazarett in Wilhelmshaven im b uhenden Alter von 18 V 2 Jahren unser unvergesslicher, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Matrose Hermann Christ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Christ Witwe und Kinder. Steinmühle b. Bieber, den 24. Oktober 1918. Die Leiche wird überführt, und findet die Beerdigung Sonntag den 27. Oktober, nachmittags 3 V 2 Uhr, auf dem Friedhof in Rodheim a. d. Bieber statt. '' : Verwandten. Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß mein unvergeßlicher, herzensguter Mann, der treusorgend© Vater seiner Kinder, mein heißgeliebter einziger Sohn, unser guter Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Pionier Heinrich Kraushaar nach 3jfthriger treuer Pflichterfüllung am 30. Juni d. J. in einem Feldlazarett gestorben ist Margarete Kranehaar and Kinder Familie Ludwig Kraushaar, Bürgermeister Familie Heinrich Baiser V, nebst allen Angehörigen. Bödgen, am 23. Oktober 1918. Unserem Wunsche, die Leiche des lieben Toten in die Heimat zu verbringen, konnte leider nicht stattgegeben werden. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag den 27. d. M* nachmittags 3V* Uhr in der Kirche zu Rödgen statt ' Statt besonderer Anzeige. Gestern mittag ist unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Nichte Auguste Hassler nach kurzem Leiden sanft entschlafen. Familien Hassler und Kühn. Giessen (Kaiser-Allee 19), Trier, den 24. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 27. Oktober, nachmittags V,Z Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten freundlichst, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. WH : .- Ml Am 22. Oktober verschied unsere liebe, treusorgende Mutter, Grossmutter und Schwester Frau Luise Buchinger geb. Busch. D Otto Buchinger, Marine-Oberstabsarzt a. D., Witzenhausen Hans Buchinger, Zahnarzt, z. Z. interniert in China. Giessen, den 25. Oktober 1918. Die Ueberführung ihrer sterblichen Reste nach ßensheim a. d. Bergstrasse hat gestern mittag stattgefunden. ’ö 06357 ! M Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres geliebten Bruders Georg Schultheis sagen wir aufrichtigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Schultheis. Gießen, den 25. Oktober 1918. Er war so gut, er war so schlicht, Wer gm gekannt, vergißt ihn nicht Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser innigstgeliebter, unvergeßlicher Sohn, Bruder und Pate Heinrich Becker Qelrettsr ln «in«» InL-Rtgi., Inhaber des Eisernen Kranzes II. Klasse nach 3*/j jähriger treuer Pflichterfüllung am 23. Oktober im Festungslazarett Köln-Silz an einem Lungen-Schulterschuß im blühenden Alter von 23 Jahren fürs Vaterland gestorben ist In tiefer Trauer: Heinrich Becker Friederike Becker geb. Dauernheim K&tchen Becker Harle Becker. Trais-Mtinzenberg, den 24. Oktober 1918. Die Beerdigung findet nach Ueberführung der Leiche vom Trauerhause aus statt. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. 8096 Todes-Anzeige. Verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß meine innigstgeliebte Frau, die treusorgende Mutter ihrer Kinder, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Louise Jlge geb. Bernhardt nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden am 23. Oktober, vormittags 9 Uhr, im Alter von 38 Jahren sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Friedrich Jlge und Kinder Familie H. Bernhardt Familie Ph. Bernhardt und alle Angehörigen. Klein-Linden, 25. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 27. Oktober, nachm. 4 Uhr, vom Hause Frankfurter Straße 5 aus statt 8105 und Hamen Abteilung. SamStag den 26. Oktober: Hotel Füretenhof. V.K.Z.n.Pf.V. 8. Die Ausgabe von He« an unsere Mitglieder erfolgt ! jeden Samstag Mittag von 1—3 Uhr in der E. S a ck schen Scheune. Wetzheingasse. Die Ausgabe erfolgt vorerst in kleinen Mengen nur gegen buttermarken, die vorher gekauft sein müssen. Das Eintreffen der Dickwnrz wird bekanntgegeben. 8085 Der Vorstand. Leitung: 8063c Hofrat Hermann Stelngoetter. Freitag den 25. Oktober, abendS 7»/, Ubr: 3. Preltecj-AbounaiEents- Vorßtellsng : Komödie in drei Akten von Otto Ernst. Sonntag den 27. Oktober nachmittags 3'/« Ubr: Bet kleinen Preisen: vis Anna-Liese Historisches Lustspiel in fünf Aufzügen von Herrn. Hersch. AbendS 7'/, Ubr: Wie einst im Mai Posse mit Gesang und Tanz von Kollo u. Bredschneider