ttr.239 D«r %icbcr.:. Remhold Zenz; für den ZwMingrrunddruck u. Verlag: vrühl'jche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei «. Lange. Schriftleitung, SeschSftrftelle u. Druckerei- Zchulftr. ?. NM.'. Feindliche Angriffe östlich von Cambrai und $1 und auf beiden lllcasiifersi gescheitert. (WTB.d frohes Hauptaunrtier, 10. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtftlde zwischen Cambrai und St. Quentin nustmen wir rückwärtige Stellungen ein. Cambrai wurde von uns geräumt. Durch erfolgreiche, von Panzerwagen unterstützte Gegenangriffe, die uns am Abend des 8. Oktober ^südöstlich von Cauckirai wieder in den Besitz von Seranvillers und der HölMi beiderseits von Esnes brachten, haben in erster Linie bayrische und rheinische Regimenter sowie Truppen der deutschen Jägerdivifionen die Loslosung vom Gegner wesentlich erleichtert. Im Laufe des gestrigen Tages ist der Feind beiderseits der Römerstraße in Richtung Le Clxatemi mit stärkeren Kräften gefolgt. Unsere Vortruppen wehrten seine hier in Verbindung mit Panzerwagen einp gesetzte Kavallerie ab. Mit stärkeren Jnfanterieangriffen wichen sie schrittweise kämpfend in neue Stellungen aus. Am Abend stand der Feind östlich der Linie Bcrlry—Busigny— Bvhain. In der Champagne wurden feindliche Teilangriffe beiderseits twn St. Erkenne ab gewiesen. Zwischen den Argonnen und dem Rücken von Ornes brach der Amerikaner am östlichen Maas-Uftr in Verbindung mit Franzosen erneut zu einheitlichen Angriffen vor. Am Rande der Argonnen scheiterten sie unter schweren Verlusten für den Gegner. Cornay, in das der Feind eindrang, wurde wieder genommen. Hauptstoß der zwischen Aire und Maas geführten Angriffe war gegen Sommerance und Romagne gerichtet. Beide One blieben nach Wechsel vollen Kämpfen in unserer Hand. Den über Romagne und östlich davon bis Cunel vordringenden Feind warfen badische Regiurenter wieder zurück. Auf dem östlichen Maasufer schlugen wir den Feind bei und östlich von Sivry ab und nahmen Sivry, das vorübergehend verloren ging, wieder. Nordwestlich und östlich von Brrmmont ist der Ansturm des Gegners vor den Linien österreich-ungarischer Jäger und rheinischer Regimenter gescheitert. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. enn dieses ist der Freien etnz'gr Pflicht : Das Retch zu schirmen^ Das sie selbst beschirmt. Schiller. Erfüllet diese Pflicht! Zeichnet die Neuntel Der Adenvbericht. B er l i n, 10. Oft., abends. (WTB. Amtlich.) Vor imferen neuen Stellungen an der Schlacht- fwnt östlich von Cambrai und St. Quentin und auf beDen Maasuftrn sind feindliche Angriffe gescheitert. * Der Ssterrelchlsch-nrigarlschr Tagesbericht. W i en. 10. Oftobrr. (WTV.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Stellenweise lebhaftere ialie.rische Crkurdungstätigkeit. Balkan-Kriegsschauplatz. Am Skumbi scheckerte der Uebergeng italienischer Iteiterabteilungen. Nordwestlich und nördlich von Leskuvac haben sich Kämpfe entwickelt. Hinter unserer Front wurden serbische und montenegrinische Banden aufgerieben. Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Verdun, bei Beanmont, schlugen unsere Jäger im Verein mit rheinischen Regimentern schwere Anstürme siegreich zuruck. Der Chef des Generalstabs. auch die Genugtuung zum Ausdruck käme, baß Wilson heute nicht mehr einseitig Deutschland allein die Schuld am Weltkrieg aufzubürden gesonnen ist. Denn es steht ja in seiner Rede vom 27. September, künftig sollten Staatenbündnisse ausgeschlossen bleiben, lvie sie in der Vergangenheit den Weltfrieden untergraben hätten. Das kann doch wohl nur eine Anerkennung unseres Standpunktes sein, wonach in der gegen Deutschland gerichteten Einkreisungspolitik die ersten und wahren Ursachen des großen Krieges zu suchen sind. Man muß, wie wir schon gestern bemerkten, unterscheiden zwischen den zu erstrebenden Friedensverhandlun- gen und dem Waffenstillstand. Daß dieser nicht von heute auf morgen zu erreichen ist, lehrt uns die neue Havas-Note, die wir nachstehend wiederaeben. Der französische Hochmut lodert hell auf. Man kann dem „Vorwärts" im allgemeinen zu stimmen, wenn er schreibt: „Von der Antwort auf die drei Rückfragen wird unmittelbar nur die weitere Halttmg Wilsons selbst abhängen, aber nicht die der mit ihm verbündeten Ententemächte. Streng ge- nommm ist es noch immer möglich, daß Wilson nach einer ihn befriedigenden Beantwortung seiner Rückfragen den erwünschten! Friedensschritt unternimmt, aber damit bei seinen Verbündeten auf Widerstand stößt, sei es in dem Sinne, daß sie den Friedeiz überhaupt ablehnen, sei es, daß sie ihn durch Stellimg unerträglicher Bedingungen zu vereiteln suchen. Gegen das Eintreten eines solchen Falles wirkt aber wohl *bie ungeheure Autorität, bii Wilson in den Ententcländern genießt und die Unterstützung, die ihm von Seiten der dortigen Friedensfreunde, namentlich der französischen Sozialisten und der englischen Arbeiterpartei, zuteil wird." Vielleicht hat Ludendorff angeraten, fürs erste das Ersuchen um Waffenstillstaud ganz fallen zu lassen oder doch nur mit Maß und Zurückhaltung zu betreiben. Eine Kundgebung des italienischen Oberfekdherru geht ja schon damit krebsen, daß, wer um Waffenstillstand bitte, vor dem Zusammenbruch stehe. Wenn wir einen annehmbaren Frieden haben wollen, müffen wir in dieseni Punkte sehr große Vorsicht üben. Die neuesten Meldungen von den Schlachtfeldern im Westen lauten wieder günstig. Zwar haben unsere Truppen zwischen Cambrai und St. Quentin vorbereitete, rückwärtige Linien bezogen, aber die heutige, sehr ausführliche halbamt- » liche Darstellung der letzten Kämpfe zeigt uns, daß die Gegner nicht entfernt ihre Ziele erreicht haben und die Schlagkraft unserer tapferen Heere so hoch dasteht wie in den früheren großen Abwehrschlachten auch. Die neuen feindlichen Angriffe vor unseren neuen Stellungen zwischen Cambrai und St. Quentin sind, wie der kurze Abendbericht der Heeresleitung feststellt, erfolgreich abgewiesen worden. Ueber die Friedensverhandlungen sind noch keine neuen Nachrichten eingelaufen, und Berliner Blätter meinen, vor Samstag früh werde die deutsche Antwort auf die Rückfrage Wilsons nicht abgehen. An den entscheidenden Beratungen in Berlin hat auch die Oberste Heeresleitung, die diesmal durch Ludendvrff vertreten war, teilgenommen. Es erscheint wohl ausgeschlossen, daß unsere neue Regierung so viel für den „guten Glauben" der Gegner tun wird, daß sie die Zurückziehung unserer Heere aus den besetzten Gebieten veranlassen wird. Deutschland steht einer großen Mehrheit von rz-einden gegenüber und hat wohl ebenfalls Grund und Recht, ern wenig mißtrauisch zu sein. Es wäre vielleicht ganz zweckdienlich, wenn in der neuen, an Wilson zu richtende Note Vas Ringen zwischen Lamdra? und 51. Guentin. Berlin. 10. Oft. Das gewaltige Ringen zwischen Cambrai und St.Quentin wurde am frühen Mm gm des 8. Oft. durch stärkstes Artilleriefeuer eingelecket, das sich gegen die Front von Arleux zunächst bis Beanrcooir richtete und etwas später südwärts bis östlich St. Quentin ausdehnte. Nach ein st rindigem Trommelfeuer begann südlich Cambrai der Angriff der von zahlreichen Tanks und starken Fließe rP er b ä n den begleitet war. Er drückte uns zunächst auf dre Straße Cambrai—Esnes zurück. Ein eigener, von Panzerwagen begleiteter Gegenstoß warf den Engländer etwa einen Kilometer zurück. Unter stärkstem Tank- und Fliegereinsatz wiederholten sich die feindlichen Angriffe ohne Unterbrechung bis zum Abend. Sie wurden abgewiesen. Das Dorf Seranvillers wurde im Gegenstoß wieder genommen. Bei der Tankabwehr zeichneten sich die 2. lntb 3. Batterie des Feldartillerie-Regiments 265 aus, die allein zehn Tanks vernichteten. Die Stadt Cambrai lag unter de m Feuer stärkster englischer Brisanz- und Brandgvcmatcn, das schweren Häuserschatxn anrichtete. Die Kathedrale erhielt mehrere Treffer. Tenain war das Ziel heftiger serndlickier Bomben abwürse. Südlich anschließend, hatte der vom Gegner ftrrz nach 6 Uhr vormittags vorgetragene feindliche Ansturm »oenig Erfolg. Nach abermaligem einstmrdigem Artüleriefeuer folgte der zwecke An- gttff. der gleichfalls von zahlreichen Tanks und tiefsliegenden Flugzeugen unterstützt wurde. Er drückte unsere Lckrie zurück. Gegen Äftttag nahm der Gegner das Torf Echres und die nördlich davon gelegene Höhe. Beide wurden im Gegenstoß wieder ent* Dorf ging bei abermaligem Angriff wieder verloren. Südöstlich Esnes hielten sich schwach" Kräfte östlich der Hurle- mse-Ferme bis zum Nachmittage. Sie mußten schließlich vor überlegenem Truck auf die Höhe der Gucklemvnt-Ferme zurück- gehen. In erbitterten Nahkämpfen lvehrten sie am diachmittaae werteres Vordringen des Feirtdes ab. Besonders hartnäckig wurde um den Westrand des Dorfes Malincourt gekämpft. Nach Ver- legrmg unserer Linie auf Moulin-Wald und das Dorf Tehertos brachen errreut, starke 2(ngriffe gegen diese Froitt zusammen. Wiederholte Anstürme gegen Serain wurden zunächst auigehalteu. Die am Nachmittag über^ das Dorf östlich vorbrechenden Sturmwellen wurden von Hessen-Nassauern etwas weiter östlich aus gefangen. Ein Reserve-Feldarttllerie-Regiment schoß hierbei sechs Tanks zusammen. Am Nachmittag in Linie Serain-Prenwnt sowie bei und südlich Brancourt attackierende starke englische Kavalleriekräfte wurden durch Ar.illeriefeuer indirektemSchußz.er- spreugt. Ebenso wurden westlich Pvemont bereckgestellre .Kava llerieMassen und bespannte Batterien durch Flachflieger und Artillericseuer auseinaud-ergejagt. Aus Gefangenenaussagen uud Beutebefe'hl'en ergibt sick, daß fhäer das ganze englische Kavalleriekorps versammelt war. um bei le Cateau du rchzu stoßen und die Bahn nacfi BalencienneS zu unter- lbrecki-en.^ Südlich Montreal gingen nach kurzer stärkster Feuer-, Vorbereitung Engländer mit Tankunterstütznng zum Angriff vor. Sie getoannen Gelände bis zur Beauregard-Ferme und Mericwurt. Tie Ferme wurde im Gegenstoß wieder geuvMinen. Mit frischen Kräften unter stärkstein Artillerieeinsatz versuchte der Engländer, die Einbruchsstelle zu erweckern. Ersk nachdem mehrmalige Angriffe abgewiesen waren, gingen unsere Truppen, von Norden h-r be- drvlst, auf Fresnoy-le-Grand zurück. Das FeÜarttlleris- Rcgiment 78 zeichnete sich in diesen Kämpfen besonders ans, indemj es einen ans Linie Brancoutt-Monttral erfolgenden Wlangriss, zum Teil offen aus nächster Entfernung feuernd, abschlug. Südlich Beauregard-Ferme-Mericourt wurden die aNyveifenden ftanzöftschm Sturmwellen abgeschlagen. Erst nach Einbruch der Dunkekheck trat auf der ganzen Schlacht- froitt Ruhe ein. Tie in der Nacht von Ms eingüecketen Bewegungen Verliesen planmäßig und ungestört vom Gegner, dessen Feuer, an einzelnen Stellen zu großer Heftigkeck gesteigert, in den Morgen stunden gegen die von .uns verlasseneu Linien einsetzte. Der Feind drängte erst im Laufe des Vormittags, besonders'in der Linie Dtaretz-Boi-ain nacht. Beiderseits der Römerstraße stieß er mit Kavallerie und leicküen Tanks irach. Den starken Angriff am Nackmittag auf .'Boitry wieseic unsere Nachhuten kämpfend zurück. Angriff gegen Escanfott scheckerte. Oestlich Cambrai wiesen, unsere Nachhuten einen von zahlreichen Tieffliegern beglecktten Mi griff bei Cagnonales ab. In der Champagne setzte am ftühen Morgen des 8. Oktober von St. Ittnte bis in GegArd Flirey stärkstes feindliches Feuer ein. Ihm folgten auf der ganzen Linie heftige, stellemveise von Tanks unterst?ützte feindliche Angriffe, die im allgenreinen abgewiesen wurden. Oestlich von St. Clemens wurden geringe örtffche Erfolge des Feindes duvch Gegenstöße verkleinert. Äm Nachmittag beiderseits Bochenvill-e nach.wiede^üter Feuervorl^ereitung vvr- gckragene Ariganffe brachten berecks vor unseren Linien zusammen^. Erieeuter Angriff gopen Mittag ans St. Etienne wurde nach ge-> mrgcvl Anfangserfolg im Gegenstoß abgeschlagen. Wiederholte Angriffsverftick^ bei Orfeuil ürnren in unserem Bernichtungsstmer nicht zur Entwicklung. Jeder scheckerte vor unseren Linien im Abwehrfeuer. Nach Abschluß der Kämpfe toaren unsere alten Stellungen bis auf kleine Ausbuchtungen wieder in unserer Hand. Bei erfolgreich)?r Tailkabwehr zeichnete sich der Geftecke Bude der 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 55 dadurch aus, daß er einen Tank durch geballte L-rdnngen zur Strecke brachte und seine Insassen, einen Gesch.oadersühver und seinen Adjntmcken, zu Gefangenen mache. Aus erbeuteten Befehlen geht hervor, daß in der Mitte der Sch,lachtfvo:tt dos erste ftindl'ich-e Angriffsziel die Linie Machpult-Semide war. Teilv-orstöße bei Autrt) an der Aisne wurden abg?wi sen. Am 9. Oktober beschränkte sich die Gefechtstätigkeck auf Teil- Vorstöße bei Pont Faverger. Ueber die Suippes vorgehcmde starke feindliche Llbteilangen wurden unter Verlusten zurückgeworfen. Nach heftigem Attilleriefeuer ans St. Clemens erfolgende feindliche Teilangriffe am Nachmittage wurden abgewiesen. Ebenso in den Abendsttmden Teilvorstöße nordöstlich Bechenville. Beiderseits St. Etiemre brackien zwei riach Feuervorbereitung vorgetragenck feindliche Teilangriffe zusammen. In den Älbendstunden des 9. Okwber erhielt der Ost- und südöstliche Teil der Stadt Laon gegen 200 schwere Granaten. Durch Bomlxmabwürfe ans zwei Lazarette in Sedan entstanden erheblick)e Verluste: 7 Tote mrd 60 Verwundete. Ans St. Quentin imd Pewnne, auf Bapaume, ans Albett, Mvntdidier und Nopon ist Cambrai gefolgt. Die Erttenteb'eiv haben diese S^tad-t befreck und erobett, indem sie sie vcrnichelen. Sät Wochen bereits litt die Stadt urtter den schweren s-nndlichen Fli-egerangrisfen. Tag für Tag, Nacht für Nacht, erschienen die En tonte ges chwader über der Stadt und ließen ihre Bomben fallen. Haus um 5>ans, Straße um Straße wurde in Trümmer gelegt^ Tie verängstigten Einnwhner ttanten sich nickü mehr cnrs den Kellern. Als die Ententelieere immer näher rückten, folgten schwer. Lalibrige HKanaten den Fliegerbomben. Die Zivilpersoncnc mußten in Sicherheit gebracht werden. Immer näher kamen die Frair- zosen der Stadt. Den sckpoeren Granaten svlglen Miren. Tie Vor. ftädte zerbrachen in Schutt und Trümmer und mein und mehr löuchsen auch in der inneren Stadt die Verwüstnngen. Die alten Oflebäude aus dem Marttplatz. die vor einem Jahre crnläßlich der Tankschlackiit vor Cambrai zuerst mit englischen Granaten in Be. rührung kamen, erlitten schwere Beschädigungen, Brcckrde brachen! aus. Ms ckl der Nacht zum 9. Oktober die letzten deutschen Siche- rungen die Stelkmrgen, die sie längs des Kanals am Wegerand der Stadt so lange tapfer verteidigt hatten, verließen und chrrck, öden verlassenen Strassen zurück.chrgen, sckckitten sie dmrli die Hölle eingestürzter Häuser. Tie Straßen verssxwtt durch Trümmer oder ttefe Löcher, die die Granaten in das Pflaster c^erissen, Pferds' leichen am Wege rmd der Himmel rot von den Flammen, die ans dm Häusern lZ>ch schlugen, die englische Brandgranatm getroffen^ Bouriers von den Ämerrkanern beschossen. Berlin, 10 .Oft. Tie Amerikaner beschießen die Stadt Vouzrers. Am 7. Oktober beschossen die Amerikaner die Stadt mit weittragenden Gesäftitzen. Englischer Bericht vom 9. Oktober, nachmittags: Gestern abend machten wir neue Fortschritte östlich vvn Sequehart und in der Richtung vor Bohain und Mametz. Unsere Truppen erreichten dve westlrchm Zugänge von Walincourt und eroberten die Linie La Targette Cambrai, wobei sie Forenville einnahmen. Der Angriff wurde um 5.20 Uhr auf der ganzen Front der dritten und vierten Armec wieder ausgenommen. Die ersten Berichte geben an, das; wu überall schnelle Fortschritte mack>en. vraäMittags ,grmen die karcadischen Trupp«! nördlich von Cambrai an. Ramlllers wurd. genommen und der Uebergang über den Seldemnal nördlich vieles Dorfes gesichert. Unsere Truppen zogen in Canibrm ein., Dn Zahl der von uns gestern gemachten Gefmrgenen.übersteigt 8000. Wir erbeuteten ebensal's zahlreich Geschütze. . - _. Abends: Gestern fügten wir zwischen St. Quentm und Camdra: dem Feind eine schwere Niederlage zu und nahmen mehr als 10000 Gefangene und 100 bis 200 Kanonen. Nicht weniger als 23 deutsche Division«! waren auf dieser Front eingesetzt und ci> fuhren eine harte Behandlung. Das Ergebnis dieser Unternehmung ist. daß unere Truppen auf der ganzen Front zwischen der oommc und der Serifoe heute vorrücken konnten und wert. .' raichc Fortschritte nach Osten machten, wobei sie Abteilungen feindlicher Nachhuten, isolierte Abteilungen und Maschmengewehrposten gefangen nehmen konnten. Zahlreiche Einwohner, tne m den eingenommenen Dörfern geblieben waren, empfingen „unsere Truppen mit Begeistenmg. Cambrai befindet sich vlülltandig in unserer Hand, kanadische Truppen der ersten Armee zogen rn früher Morgenstunde von Norden in die Stadt ein, während^spater englische Truppen der drttten Armee den Südteil ber ^tadt durchzogen. Seit dem 21. August besetzte die drille und vierte brttpch Armee eine komplizierte Reihe von fei'adlichen Verleid! gungs- zonen. die in aufeinander folgende befestigte Grabenlnnen cm- (Hebaut waren mrd das ganze Hindenburgsystem auf einer Front von mehr als 35 Meilen von St. Quentin brs Arras umfaßten. Wir durchschritten dieses Schlack-tseld auf einer 30 bis 40 Meilen messenden Tiefe, mrd unsere Truppen setzten ihre Unternehmungen östlich weit über die HmdenburFinie hinaus fort. Im Laufe daejer Unternehmungen und zwar seit dem 2 1. August, fügten wir dem Feiride am 'Toten und Verwundeten schwere Vertu stc zu. machten mehr als 110 000 Gefangene mrd nahmen 1200 Kanonen. Diese Waffentat führten die britischen Truppen, die bereits den ersten schtveren Angriff der hauptsächlichen feindlichen Kräfte im Frühjahr auSgebalten hatten, durch. Nur die hartnäckige Ausdauer und der entschlossene Geist dieser Truppen gestatten ihnen, mit einem solchen Erfolg zur Offensive überzugehen. Urrsere aus den verschiedensten Teilen des britischen Reiches kommenden Soldaten enthüllten sich im Laufe dieser heldenhaften Kämpfe als Soldaten ersten Ranges. Das Vorrückcm dauert an. und heute nachmittag erreichten wir die allgemeine Linie Bohain—Busigny— Caudry—Canvoy. (Cauroir?) Englisches Geschwätz. Berlin, 10. Ott. (WTB. Nichtamtlich^ In seiner letzten sticde in Glasgow sagte Winston Churchill: „Wir verfeuerten in den vergangenen Miochn jeden Tag eine größere, Menge Granaten als in irgend einer der verflossenen Perioden dieses Krieges. In fünftzehn aufeinanderfolgenden Tagen wurden von unseren Geschützen mehr als -zehntausend Donnen Granaten pro Tag aus den FernÜ geschleudert." In genaueren Ziffern wurde das M aß des Anteils, den England an der Verwüstung Frankreichs und Belgiens hat, nie ausgedrückt. Ter englische Kriegsberichterstatter Percival Philipps versucht nach Funkspruch vvn Garnavom 9. Oktober in langen Ausführungen darzutun, daß die deutschen Heere demoralisiert seien. Trotzdem er alles mögliche an entmutigenden Aussagen zusantmen- bringt, wobei allerdings nicht nachgeprüst werden kann, welche Aussagen die Gefangenen tatsächlich machten und welche er ihnen unterschiebt, muß er doch zum Schluß zugeben, dckß die GesangeneiH betonen, daß die deutschen Heere noch auf lange Zeit die Kämpfe iortsctzen könnten. Die englische Bervchterstattmig leistet Wunderbares an Genauigkeit .und Schnelligkeit. In der Nacht auf den 9. Oktober wurde Cambrai vvn den Deutschen geräumt und <ün 9. Oktober neun Uhr vormittags erschienen die ersten englischen Patrouillen am Ostrand.der Stadt. Wer bereits um 10 Uhr vormittags des gleichen Tages funkt (Arrnavon die ausführlichsten Einzelheiten über die Plünderung Ecrmbrais durch die Deutschen, über Schändung der Kirchen nud über blntige Raufereien zwffcben preußischen und bayerischen Abteilimgen um Beute. Garna- von ist sogar in der Lage, die genaue ZtthK der dabei getöteten Offiziere und Mannschaften anzugeben. In der einen Stunde von neun bis zehn Uhr vormittags hat der britische Berichterstatter, der .fÄbstver^Lidlrch die vorderste Patrouille begleitete, nicht nur alle diese Einzelheiten aufnehm-en könuen, sondern sie auch incl Hauptauartter gebracht, sie dort zensieren lassen und dabei noch Zeit übrig behalten, sie bis zehn Uhr mit Fernschreibern nach Garuavon weiterzug^-en. Nur ein Fehler ist ihm dabei unterlaufen, bayerische Truppen befanden sich überhaupt nicht in Cambrai. Kranlreich und die Antwort Wilsons. Paris , 10. Ott. Eine Note der Agence HavaH sagt: Präsident Wilson hat die deutschen Vorschläge in der Weise auf- genommen, wie man dies von seinem klugen Scharfblick mrd seiner gewissenhaften Ehrenhaftigkeit erwarten konnte, indem er von der deutschen Regierung Aufklärungen über Sinn und Tragweire ihres Angebots erbat. Auf diese Weise wird keinerlei Zweideutigkeit die Lösung des gegenwärtigen Konffitts fälschen. Nicht die Alliierten werden es. sein, die sich darüber beklagen werden. Ohne irgendwie der endgülttgen Antwort Wilsons vorzugreifen, gestattet doch eine Prüfung der Note Lansings, sich schon jetzt ein Bild von seinen begründeten Besorgnissen zu machen. Deutschland wird zuerst kategorisch «klären müssen, ob es unverzüglich und ohne Erörterung die ausgestellten Bedingungen an-, nimmt. Tatsächlich haben sich die Mittelmächte darauf mschräntt, M erklären, daß sie die Bedingungen annehmen, aber nur als Grundlage für ejine Erörterung. Im Reichstage gab Prinz Max von Baden in seiner Rede die gleiche Erklärung ab, und schließt lrch war die deutsche Presse in dieser Hinsicht noch deutlicher. Man versteht daher den Zweifel, den Wilson beseitigen will. Es ist kaum wahrscheinlich, unter dem Druck der Ereignisse, daß der Kanz- rückhaltlos dem Washingtoner Friedensvrogramm zustimmt. Selbst wenn er es. aber tut, welches Vertrauen könnte man ihm W * n £ I Ä I 5 m i t gewähren, da er im Verlause von wenigen Tagen »nUc Ansuyt über eine Haupttrage in so offener Weist geändert Zock- ÄjP muß man wissen, ob die Vorschläge inr Namen vwRecchsb^rden genracht worden sind, die bisher den Zkrira geführt haoen. Ter Kanzler gibt sich wobl Mühe, die Regierung, an dmen Spitze >er steht, als aus dem B-eckst imd aus dem ReicW- tflge yervorgeoangen hinzu stellen. Ist die e Versammlung aber be- ^htuft, rm Namen der deutsche:! Demokratie zu sprechen? Reichstag hat ohne Vorbehalt dem Angriff von 19 L4 zu- geinmml. imb ebenso allen alldeutschen Mußnahmen des General- stabes. Er hat die Verträge von Brest-Litmvsk und Bukarest ratifiziert. Prinz Mcax von Baden selbst hat in einem Schreiben an Hol-enlohe einen Maßstab für die Aufrichtigkeit seiner! polttrfchen Anfrcyten gegeben. In Wahrheit erscheint der Personen- wechicl an der Spitze der Reichsregierung nur wie eine Parodie mir dre Teilnahme des Volkes an der Regierung, die den Zweck hat, drewirrlichen vermrtwortlichm Urheber des Krieges der Berant- zu entziehen^ Schließlich präzisiert dieser Satz in seiner glücklichen Weise die Gedanken Wilsons. -t ^r2 n! die Vorbedingungen rückhaltlose Zustimmung zum ame- rrianiichen e/rredensprogramm, Neuorientierung der deutschen Po- hM sowie Räumung der befet^ten Gebiete von der kaiserlichn Re- glerung, angenommen werden, so wird der Waffenstillstand doch nicht ipso facto eirrtreten. Präsident Wilson wird vielmehr dann erst glauben, in der Lage zu sein, eine Einstellung der Feindselig keiten den Völkern der Entente v o r z u s ch l a g e n, die dann die Bürg schäfte?: de arrntgeben müssen, die sie von dem Feinde fordern wvilm, bevor sie die Waffen niederlegen. Deutschland hat jetzt das Wort. Wilsons Antwort und die englische Presse. London, 9. Ott. (WTB.) Reuter-Meldirng. Die Abendblätter erklären ihre Uebereinstimmung mit Wilsons Antwort und betonen, daß sie ein Prü,stein der Aufrichtigkeit Deutschlands sein werden. Äe „Weftminster Gazette" sagt: Wir können ohne Zaudern erklären, daß Wilsons Antwort die Hoffnungen und Erroartungeii der Alliierten in Eirropa erfüllt. Ter Präsident hat kurz und sachlich gesprochen. Er faßt alle wichtig«! Streitfragen, die die Entsck>eidung dmüber bringen werden, ob Frieden wird, oder ob der Krieg weitergebt, zusammen. Wilson sagt: Nehmt die Wilson-Punkte an, gebt ihnen ihr eigenes Land z^rrück und gebt mir die Sicherheit, daß ich zu freien Vertretern/ innes freien Volkes spreche. Ich werde mit euch verhandeln. — Die „Pall Mall Gazette"' sagt: Wilson hat an Prinz Max eine ?(ntwort geschickt, die erweisen wird, ob das deutsche Ansuchen ehrlich gemeint ist. Wenn Prinz Max diese Bedttrgungen airnimmt, so wird er sich dannt vvn jeder gemachten Erklärung loslösen. Wenn er die Bedingungen zurückwnst, wird er die Wertlosigkeit der Huldigimgen, die er Wilsons Idealen zollt, zeigen. —. „Globe" sagt: Wilsons Antwort ist eine Urttmde, die trotz ihrer Kürze offenbar das Ergebnis sorgfältiger Ueberst'mng ist. — ,,Coming Standard" schreibt: In bez.nchnender Sachlichkeit weist der denrokrattsche Führer Amerikas den deutschen Kanzler aus die nacttm Tatsachen hin und fordert ihn aus, sich zu den drei grundlegenden Punktm zu äußern. Aus der anrrrikaNischen Arbtiterw-elt. Neu York, 9. Okt. Die amerikanisckie Arbeitervereinigung veröffmtlicht eine Erklärung, die den deutschen Friedensvorschlag als einen neuen Versuch, die Welt zu täuschen, hin stellt. Ein Parteitag der ^ungtürken. Konstantinopel, 9. Okt. (WTB.) Meldung des Korre- spondmzburemrs. Tie Kammerpartei für Einheit und Fortschritt hielt gestern im Kammergebäude eine wichtige Sitzung unter dem Vorsitz des Parteiführers Talaat Pascha ab. Ter el>emalige Gesandte in Sofia, Fekhi Bei. irtterpelliertü an der Spitze einer Gruppe von Deputierten die Regierung über die innere und äußere Politik, rvobei er laut „Jkdam" besonders! nach dem Grunde fragte, um dessentwillen die Türkei iu den Krieg getreten sei, und was das Ziel dieser Po'lsittk sein könnte. Talaat' Pascha gab Aufttärungen über die innere und äußere Lage und legte die Gründe für die gemeinsam mit den Verbündetm gestellteul Friedens- und Waffensttllstandsvorschläbe dar. Tie Partei glaube, daß sie jede Regierung mrterstützm müs>e, die vom Sultan berufen! werden würde. Ein Abgeordneter erklärte, der Augenblick sei nicht für Parteizwistigkeitm geeignet, fordere vielmeln Einigkeit. Talaat Pascha legte dar, daß die durch den Weltkrieg verursachten! starkm Wandlungen eine Aenderung in dm Verwalttmgsgrund- sätzm nötig machten, was ttesgrcifmde Aenderungm in der Organisation der Partei für Einheit und Fortschritt erfordern werde, die auf dem nächsten Kongreß vorgeschlagm werden sollten. Erfchiefrung TrepowS. Amsterdam, 9. Ott. (WTB.) Nach einer Reutermeldung aus Petersburg ist der frühere Ministerpräsident Trepow am 25. September erschossen wordm. Ukrainische Orden. Kiew, 9. Ott. (WTB.) Der uttainische Ministervat nahm die Schaffung UkrainischerOrden in Aussicht und zwar dm Drben des Heiligen Wladimir, des Sttschewik-Ordms und des Oswita-Ordms. Die KönigHwahl in Finnland. H e l s in g f o r s, 9. Ott. (WTB.) Nach einer geheimm Sitzung ist Prinz Friedrich Karl von Hessen vom Landtag zum König von Finnland gewählt worden. Tie Agrarier und einige wmige Republikaner bekundetm durch Sitzmbleibm, daß sie an der Wahl nicht teilnahmen. Das Landtagspräsidium wurde beauftragt, die sich mt§ diesem Beschluß ergebenden Maßnahmenj zu treffm. KabinettSwechset -in Oesterreich. Wien, 9.Ott. (WTB.) Tie Mehrzahl der Blätter verzeichnet ohne Kommentar die gestern in parlammtarischm Kreisen neuerDingsaufgetretmm Gerüchte von einer bevorstehmdm Aenderung in der Regierung. Es wurde von der Berufrmg eines Friedms- kabinetts und Völkerbundsministeriums gesprochen, wobei wiederum L a m m a s ch als Chef gmanrtt wurde. Vielleicht werdm die nächsten sitzungsfreim Wochen Klarheit in dieser Richtung bringen. Nach Vlättermeldungm werden die Bevatungm der Telegcttions- ausschüsse an fang nächster Woche begimren. Burian wird Timstag ein Expose über die äußere Politik im mrgarischen, am Mittwoch im österreichischen Ausschuß halten. Die Selbstbestimmung der Deutschen in Oesterreich. Wien, 10. Ott. (WTB.) Ter Korrespondmz Austria zufolge faßte die Christlich-Soziale Vereinigung der deutschm Abgeordneten folgmdm einstimmig«! Beschluß: Tie ChriAich-Soziale Vereinigung der deutschm Abgeordnetm nimmt, indem ffe das Selbstbestimmungsrecht der slawischm und romanischm Nationm Oesterreichs anerkermt, das gleiche Recht auch für das deutsche Volk in. Oesterreich in Anspruch und ist bereit, auf dieser Grundlage mtt dm Vertretern der andern Nationm über die Umwandlung Oesterreichs in eine Föderation freier nationaler Gemeinwesen zu verhandeln. Wir verlangm, daß sämtliche deutschen Gebiete Oesterreichs zu einem nationalen Gemeinf- wesen vereinigt werdm, welches das Selbstbeftimmungs- recht des deutschm Volkes anszuübm berufm ist. Tie Unterwerfung dmtscher Gebiete Oesterreichs unter ein fvemdnationales Gemeinwesen lehnen wir unbedingt ab. Zur Amrahme gelangte auch einmütig ein Beschluß, daß die Christlich-Soziale Vereinigung selbstverständlich an ihrer religiösm und dynastischm Ueberzeugung unverbrüchlich festhält. Wien, 10. Ott. (WTB.) Wie die „Deutsche Nachrichten" und die Korrespondenz Austria gemeinsam melden, fand heute d-ie Meile Aussprache unter dm Vertlretern aller deutschen^ Parteien des Abgeordnetenhauses statt, worin von dm Vertretern der Christlich-Sozialm Vereinigunig, die in der hmtigm Sitzung gefaßte Entschließung vor^elegt wurde, die dann außer der bekanutm Entschließung der deutschen Sozialdemokratm! und dm vom Verbände der deuffchnationalm Parteim imd den! von der deutsch-freiheitlichm Vereinigmrg abgcgebenm Erklärungerj Gegenstand der Beratnngm bildete. ES ergab sich volle Ueherein stimm ung in dm grundsätzlichm Fragen. Tie Beratungen, woran Vertreter des Verbandes der deutsch-nationalen Parteim, der chrisllich-sozialm Vereinigung, der deutschen sozialdcmokrati- schm Partei, der dmffch-freiheitlichm Vereüttgung mü) der alldmt- schm Vereinigung teilnahmen, werden fortgesetzt. Wien, 10. Ott. (WTB.) Meldung des Kor.-^Bur. Im Ge- meindmat betonte Bürgermeister Weiskirchner nach einem Rückblick auf die semerzeitigm Vorschsäge des Grafm C z e r n i n betreffend Ausbau der neuen Weltord-mmg, allgemeinen Vötterbund, internationales Scks.edsgerickft und allgemeine 2lb- rüstung: „Mit voller Zustimmung begrüß«! wir heute dm neuerlichen. gemeinsam mit uusevm Verbündeten geinachtm Vorschlag der k. k. Regierung zur Vorbereitung eines Friedens, der Recht und Gerechtigkeit bringen soll für alle Länder ,md Völker. Aus dem Bodm der Geoechtigkett soll ein neues Oesterreich mit fteim Völkern etblühm und seine Niission im Völkerbund er- füllm. Wmn das S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t der V ö l - k er zum Weltprrnzip erhobm tvird, dann wollen wir Te u t sche nt in Oesterreich dieses Reckft, das alle anderen Nationm für sich begehren, auch für uns. voll und ganz in Anspruch nehmen." Ter Redner ricksete im Na:n«i des GemeiuderatSj der S-tadt Wien als Vertreter des größten deutsck^l! Gemein:oesens der Monarchie an alle Teutsck-m in Oesterreich die dringende Mahncmg zur Einigkeit, um sttbstbewußt und zielsicher die Ge- s-ckncke des beutsckflm Volkes in Oesterreich in die Hand zu nehmen. (Lebhafter Beifall.) Deutsch-Böhmen. Wien, 10. Olt.^ iWB.) Tie „Sozialdemokratische Kvrre- spondenz" meldet: Auf die Einladung des Abgeordneten Pacher, cm der Vorberatung über die Einsetzimg eines ständigen Aus- sckmffcs zur vollen Geltendmachung des Selbstbesrimmungsrechts Deutsch-Böhmens Vertreter zu entsenden, woran auch die deutsch-böhmischm Mitglieder des Herrenhauses und der deutsche Voll^rat für Böhmen teilnehmen sollm. erwiderte im Namen der deupch-böhmischm Sozialdemokraten Abgeordneter Selinger in einem Schreiben, er könne nicht zugeben, daß Personen, die öffentliche Funktionen durch Emennung erlangtm oder ihr Mandat auf Grund eines Privilegienwahlrvchts ausübm, bereickKgt seien, im Namen des deutschen Volkes zu beraten, und zu besckjließen. Ueb«7dies wäre es zweckmäßig, daß die Völker Vertreter in den einzeln«! Ländern ihre Teilberatungen erst dann führen, wenn sie über die unter den deutschen Parteim über die künftige Stellung des deutschen Volkes in ganz Oesterreich schwebenden Verhandlungen! crne gewisse Klarheit erziett haben. Der 5eekr!eg. Ein japanischer Dampfer torpediert. H a a g 9. Okt. (WTB.) Meldung des Korrespondenz-Bureaus. B« dem Mmrster des Aeußern ist die Nachsicht eingelaufen, daß der lapanffch? Dampfer „Hirano Maru" (7836 Bruttv- regrstertonnm) am 4.Ottober auf der Reife nach Japan tor- ped!ert würbe. Unter den Vermißten befindm sich 9 Holländer. Ein amerikanischer Dampfer gesunken. Washington, 8. Ott. (WTB.) Reuter-Meldung. Terame- r! r anrsch e Dampfer ,,Tampa" ist am 26. September an der englischen Küste mit allen an Bord befindlichen Personen, be- steyend aus 10 Offizieren und 107 anderenPersonett untergegangen. Aus dem Reiche. Die Leitung der Reichskanzlei. Berlin, 10. Okt. (WTB.) Nachdem, wie bereits ge- meldel, Unterstaatsfekretär v. Nadowitz von seinem Amt als Chef der Reichskanzlei z u r ü ck g e t r e t e n ist, wird auf Ersuchen des Reichskanzlers Unterstaatsfekretär z. D.-Wirk- icher Geheimer Rat Wahn schaffe nach Entlassung aus ieiner derzeitigen Militärischen Dienststellung die L e i t u n g de r R e i ch s k a n z l e i bis zur endgültigen Neubesetzung des Postens übernehmen. * Berlin, 10. Okt. (WTB.) Der Kaiser verlieh, wie der „Reichsanzeiger" meldet, dem Reichskanzler Grafen D e r t l i n g bei seinem Ausscheiden aus dem Amt, sowie dem ^^^snnnister Dr. S y d o w den hohen Orden vom Schwar- zen Adler und dem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Kopenhagen Grafen Brockdorff- R a n tz a u den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichen- Arss Stadt nnd Land. ** Amtliche Perfonalnachrichten. Ter Großherzog hat am 5. Ottober den vom Grafen Adalbert zu Erbach-Fürst«!au auf dre zwette evangelische Pfarrstelle zu Michelstadt. Tekanat Erbach, präsewttcrten Pfarrverwalter Ferdinand B ü r ft l e i it, zuletzt m Offenbach, zur Zeit Felddivisionspfarrer, für diese Stelle oestattgt, rmd am gleichen Tage dem Pfarrvikar Erich Winkel- m a n n zu Pettau (Steiermark), derzeittg«! k. k. Feldkuraten, die zweite evwigelische Pfarrstelle zu Alzey, Dekanat Alzey, übertragen ** Aus dem Militärwochenblatt. Befördert' zu.Lts. der Res.: die Vczeftldw.: Blum (ll Tarmstadt), Wagen«-' (Greßen), Wittenstern (Mvüy), Göbel (I Tarmstadt,. Buchold (Erbach), Ahrens (Friedberg). Kiefer (Tarmstadt): ziim Lt. d Ww.A1.Aufg.: Hoffarth (II Tarmstadt): zu Feldwlts.: die Off.-Stellv.: Poth, i. Frieden i. I.-R. 117, Gebhardt i. J.-R 87; den Chavatter als Major erhält: der Hauptm.: Bogt d Res' d. J.--R. 117 (Gera). ** Auszeichnung. Unteroffizier Karl Sturmi vom Be- zrrkslonrinando Friedberg (Hessen) erhielt das Verdienstkreuz für Kriegshilfe, das Hessische Kriegsehrenzeichen wurde ihm bereits verlieheir. ** Vom Kreisgesundheitsamt Gießen wird mit- get«lt: Medizinalrat Dr. Walger hat wegen allzugroßer Arbeitsüberlastung seine Tätigkeit bei der Prüfungskommission zur Prüfung der ärztlichen Leberlsnrittclzusatzzeugnisse seit dem 1. Oktober, ds. Js. niedergelegt. Geh. San.-Rot Dr. Kacß hat das gleiche bereits seit diesem Sommer getan. Städtischer Wildverkauf. An diej«ngen, die bei den städtischen Wildverkaufsstellen Hormann und Bepler Wild vorbestellt haben, erfolgt die Ausgabe von Wild fleisch Samstag den 12. d. M., vormittags von 8—12 und nachmittags von 2—7 Uhr, in den betreffenden Veickaufsstellen; beliefert werden zunächst die Bestellausweise mit den Nummern 501—600. Tie Abgabe erfolgt nur gegen Rückgabe der Bestellausweise und Abgabe der ent-> sprechenden Anzahl Fleischkarten. Auf jeden Wochenabschnitt, zehn ^^y-Anteile, werd«! 300 Gramm Fleisch abgegeben. Die Be-- stellausweise beginnen mit der Nummer 501, da für andere Zwecke gedruckte Formulare Verwendung gefunden haben. Ueber nicht rechtzeitig abgeholte Wildmengen tmrd anderweit verfügt. Weitere Anmeldungen zum Wild bezug können bei den beiden Wildverkaufs stellen erfolgen. Die mit Nummern verselrenen Bestellausweise werden je nach Eingang entsprechender Mldmengen aufgerufen. ** Verkauf von Bückingen. Während der Wruter- monote ist die Stiüw Gießen in der Lage, Bückinge an die Bevölkerung zu verteilen. Tie erste Abgabe erfolgt heute und morgen. Näheres siehe Anzeigenteil. ** Verwer tung von Heeres - ünd Marinegull. Die Verwertung des für Kriegszwecke entbehrlick^n Heeres- und Mlarirveguts wird durch eine besondere staatliche Stelle, ein«: Reichskommissar, erfolgen, der im Laufe der nächsten Woche seine Tätigkeit aufnehmen wird. Seine Aufgabe wird es sein, die zur Veräußerung komm«!den Güter zu angemeffenen Preisen mrnn-ttel- lbar an die Gebraucher gelangen zu lassen. Wo sich eine unmittelbare Wgabe nicht durch-ühren läßt, wird die Verteilung unter behördlicher Kvntvc^le erfolgen. ** Der freie Ausschuß für Volksa ufkläru ng 'gibt in unserem heutigen Anzeigenteile bekanrtt, daß die von ihm angekündigte öffentliche Versammlung am 13. Oktober nnt dem Vortrag des preußischen Landtagsabgeordneten W. Wallbccmn nicht stattfindet. ** Der Vorstand des Deutschen Städtetaaes erlaßt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes einen Aufruf an die deutschen Städte und Bürger, aus den wir auch an dieser Stelle besonders Hinweisen. ** Zurückstellungs-, Versetznngs- und Beur-« laubungsgesuche. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß Zurückstellungs-, Versetzuugs- und BeifrbrubunysgesuH'. rechtzeitig ^rnd ausreichend begründet, beim Zivilvorsitzend«! der Ersetz- 'Kommission des Kreises Gießen eingereicht werden müssen. Äei den durch Fachoffiziere des stellv. Generalkommandos geprüften Betrieben verreibt es bezüglich der Gesuche bcki dem bisherigen Verfahren. Tie Einreichung von Gesuchen an andere Dienststellen (Kricgsnnmsterium, GeneralkomMamdos, Kriegswirtschaft samt Truppenteile ufw.) führt lediglich Verzögerung iu der Entscheidung herbei, weil sie in der Regel erst an die hiesige Stelle zurück-, gegeben werden. Es tmrd auch darauf hingewiesen, das; ''edcp -zurückgestellte Wtlirpffichige mit dem Ablauf der ihm gewährten Zurückstellwig soßirt eingestellt werden kann. Es ist deshalb unbedingt erforderlüh. für den Fall, daß noch weitere dringende Zurück- stellungsgründe vorliegen, ein neues Zurückstellungsgesuch so früh- zeittg einzureichen, daß die Entscheidung darüber noch vor Ablauf der bisl^erigen Zurückstellungsfrist zu eavarten ist. Nr. 259 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag. \\. Oktober 1918 Der türkische Umschwung. Don beuti'i^türfifcfet Seite wird uns geschrieben: Ter Ministerwcichsel in Konstantinopel ist so wenig die .innere Katastrophe", wie es der Kanzlergvechsel in Deutschland Uxrr. Dalaat und Enver gehen, um il-rem Vaterlande den Weg ziun Frieden freizumchvn Gvoßrmsir Talaat Pascha, der noch im September in Berlin iveilte, l^at den FriedensschirAt gegenüber Wilson mitg-etan, ist aber beim entschlossen zurückgetreten, weil er fühlt und weis;, daß seine machtvolle Persönlichkeit in den Augen der Kriegsgegner einen Stein des Anstoßes, einen Hinderungs- grund für die Verständigung bedeuten könnte. In derselben Lage besindet sichl Enver Pascha als Kriegs minister und Vizegencva- lissimus. Sein Bleiben wäre als Ents-Muß, den Krieg in jedem Falle sortzu setzen, ausgrdeulet worden. Was die beiden Männer ijrem Lande und der Lach»- der Mittelmächte geleistet haben, wird die spätere Geschichtsschreibung seststellen. Ter Augenblick verlangt von ihnen das persönlich' Opfer des Rücktritts und sie haben es schiveig-end gebracht. Was nun das neue Kabinett anbelangt. so wäre es falsch und töricht, zu sagen, es sei ein Ministerium zur Anzettelung des Verrats an die Entente nach dem Vorbilde Bulgariens. Das ist zweifellos nicht der Fall. T ew s i k Pascha ist ein viel zu ehrlicher Patriot, um sich auf diese schiefe Ebene zu begeben. Er sollte schon einmal ^das Grostwesi- rat übernehmen, nänilich von sechs Jahren, im Lämmer 101^; er war damals türkischer Botschafter in London. Er stellte aber damals so strenge Bedingungen: Llufhebnng der letzten Wahlen, Deseitiglmg ides BelagernngsMstmrdes, ^ Amnestie, Ungülttg- machuug gewisser provisorischer Gesetze usw., daß das Kabinett nicht zustande kam und Ahmed Mukhtar Pascha Großwesir ivurde. Welches Programm Dewftk diesmal anfftellt, wird sich nock) erweisen. Sicherlich wird es ein Progranim der nationalen Samm- luiig und des Friedenswillens ohne jeden Gedanken des Verrats an den Mittelmächten sein. Sollte Ahmed Riza, wie es heißt, Minister des Aeußern werden, so wird dieser Staatsmann trotz seiner.französischen Beziehungen — er lebte lange Jahre als Verbannter'in Paris — keine Ententepolitik treiben, sondern such ans die Plattform Tewsi'ks stellen. .. Für die Deutschsvsnndlichkeit des neuen türkischen Kabinetts bürgt aber vor allem- die Person des Kriegsministers Jzzet Pascha. I z z c t Pascha ist seiner ganzen Ausbildung und Laufbahn nach ein Tentschtürke. Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts kam er zum ersten Male als türkischer Genevalstabs-' offizier mich Deutschland. Den Kasseler Husaren zugeteilt, erfaßte er schiell und scharf die Eigentümlichkeit der von der türkischen verschiedeiien deutschen Dienstauffassung und wußte deren Vorteile in seiner späteren heimatlichen Wirksamkeit glänzend» zu verwerten. Er wird auch in der jetzigen ernsten Lage deutsche militärisch? Tugenden in der Armee des Sultans durchzusetzen > wissen Im tt'crkischen Offizierskorps wird er der „König voni d)emen" genannt, weil er es unter unglaublichen Schwierigkeiten seiner Zeit fertiggebracht hatte. Beruhigung in das Avabertnm zu tragen. Mit dem deutschen Kaiser ist Jtzzat Pascha durch ein besonders freundsckwftliches Verhältnis verbunden. Ms er einst dem .Hasse seines Namensvetters, des ziveiten Sekretärs Abdul Hamids, Avab Jzzet Paschas zum Opfer gefallen, in Damaskus verbannt .weilte, traf ihn dort Kaiser Wilhelm auf der Orientteise und erwirkte seine Ernenmrng zum Oberst. Weitere Ehrungen, besonders bei Manövern in Deutschland, folgten. Geistig außerordentlich rege, hat Jzzet Pascha stets die geistige Verbindung mit seinen deutschen Freunden aufrecht erhalten. Sein organisatorisches Talent hat im Kriege die höchste Ausbildung erfahren. Im Bewältigen großer Arbeitslast ist Jzzet Meister. Soweit man auch unter den führenden militärischen Köpfen der Türkei Musterung halten mag, als Nachfolger des schier unersetzlich scheinenden Enver könnte wirklich kein Besserer in Betracht kommen als Jzzet. Er wird der miltärische Fels sein, der standhält, wie hoch auch die politischen Wogen in der Türkei zur Zeit anbranden. Ern Zusammenbruch wie in Bulgarien erscheint ausgeschlossen, wenn Jtzzet Pascha die Zügel der Landesverteidigung in Händen hält. Gerade von diesem Gesichtspunkt aus erscheint der Umschwung in der Türkei für die Lage der Mittelmächte durchaus nicht bedrohlich, sondern beruhigend und hoffnungsvoll. Au» Stadt und Land. Gießen, den 11.Oktober 1918. Preiswucher mit Schuhwerk. Vielfach hört man Klagen, daß Lederschuhwerk nicht mehr unter 60,— Mk. oder 70,— Mk. zu haben wäre. Es ist zweifellos, daß diese Preise oft gefordert werden. Sofern es sich nicht um Maßschuhwerk handelt, sind diese Forderungen aber immer eine Ueberschreitung der vorgeschriebenen Preise. Diese betragen bis auf weiteres für fabrikmäßig hergeftellte Schuhwaren mit dem Stempel ,.September 1918" oder dem eines späteren Monats bei bester Ausführung, auf Rahmen genäht, für Herrenstiefel höchstens 48,— Mk. für Tamenstiefel höchstens 44,— Mk., und für Dameitt .Halbschuhe 38,— Mk.. Für mittlere und geringere Fabrikate sind die Preise erheblich billiger, sie gehen bei Herrenstiefeln bis zu 25.— Mk., bei Tamenstiefeln bis zu 22,— Mk. und bei Damen- Halbschuhen bis zu 18,— Mk. herunter. Die Preise müssen den Schuhwaren auf der Sohle oder im Schaftfutter aufgestempelt sein. Fehlt dieser Stempel, so ist er unrechtmäßig entfernt, zeigt er einen höheren Preis, als er nach den oben gemachten Angaden möglich erscheint, so ist die Stempelung gefälscht. Wer Stempel unkenntlich macht oder fälscht, oder Schuhe zu einem höheren als dem festgesetzten Preise verkauft oder aubietet, wird mft Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10000,— Mk., ferner mit Einziehung der Ware bestraft. Außerdem ist Schließung des Geschäfts zu gewärtigen. Dieser Preiswucher findet sich hauptsächlich im Säst eichhandel, der sich durch gefälschte Schuhbedarfsscheine oder auf anderen Wegen Schuhwaren zu verschaffen weiß, die ausgezeichneten Preise entfernt und die Schuhwaren alsdann unter der Hand mit Zuschlägen von 100 und mehr Prozent weiter verkauft. Eine große Schuld an diesem Preiswucher trägt auch ein Teil der Bevölkerung, die in dem Bestreben, sich mit Lederschuhwerk einzudecken, zur Bezahlung jedes Preises bereit ist. Zumeist sind es nicht einmal diejenigen Kreise, die zur Ausübung ihres Erwerbes oder Berufes auf Leder- schuhwetk angewiesen sind. * L. U. Von der Landes-Universität. Tie erste feierliche Immatrikulation für das Wintersemester findet morgen Samstag 12 Uhr pünktlich im Vorlesungsgebäude statt. ** K r i e g s r o h st o f f g e s e tz e. Zu der vom Kriegsamt nach dem Stande vom 1. Januar 1918 neubearbeiteten Zusammenstellung von Gesetzen, Bekanntmachungen und Verfügungen betr. .Kriegsrohstoffe nebst deren Nachttägen, Aussührunasbestimmungen und Erläuterungen ist das 4. E rgän zungs blatt nach dem Stande vom 1. September 1918 erschienen. Dieses Ergänzungsblatt wird den Beziehern der Zusammenstellung ohne Anfordern kostenfrei nachgeliefert. Sollte die Nachlieferung uicht erfolgen, so ist dasselbe bei der Stelle anzufordern, durch welche die Zusammenstellung bezogen worden ist. Neue Bezieher können die Zusammenstellung zum Preise von Mk. 1, — (einschließlich der Ergän zun gs- blätterl von der zuständigen Kriegs amtstelle, mit Ausnahme von Metz, Düsseldorf und den Kriegsamtnebenstellen, erhalten. ** Mißbrauch der P orto fre i he i t. Briefe und Postkarten, die von Heeresangehörigen abgesandt werden, dürfen nurj dann mit den Vermerken „Feldpost", „Feldpostbrief" oder „Feldpostkarte" versehen werden, wenn sie Privatangelegenheiten des! als Absender bezeichneten Heeresangehörigen betreffen und voui diesem allein lp-rrühren. Unterschriften oder schriftliche kurze Zusätze, Grüße oder sonstige Mitteilungen von Zivilpersonen dürfen! solche Feldpostbriefsendungen nicht enthalten, sonst iverden sie portopflichtig. Ebensowenig werden Postkarten usw. von Zivilpersonen an Zivilperson-r dadurch portofreie Feldpostsendungen, daß HeereS- onoehörige s: mituuterschreibeu oder mit Zusätzen versehen und inh ah Absender mit ihrer militärischen Adresse darauf bezeichnen. Eine solche gemeinsame Inanspruchnahme der Feldpostporwfreiheitj ^irch Zivil- und Militärpersonen ist strafbar, selbst wenn solche usw. von Familienangehörigen der Militärpersonen mit- unterfdjrie&ert Tie Postanstalten sind stteng angewiesen, jeden solchen Fall zwecks Bestrafung der beteiligten Personen zur An- zerge zu bringen. Es wird deshalb vor jeder unberechtigten Anwen- dung des Vermerks „Feldpost" erneut gewarnt * Die rechte Antwort. Wttson hat — um die „Freihettsanleihe" bescnrders erfolgreich zu gestalten — den Tag der Etttdeckung Amerikas, den 12. Oktober, zum Na- tronalfeiertag erklärt. La Mn auch wir diesen Tag im Jnter- esse unserer Anleche nicht unbemerkt vorüb-ergehen; zeichnen wir gerade an diesem Tage besonders eifrig unsere Anleche, um Wilsons Absichten gegen ihn zu nußen. Landkreis Gießen. ** Ullendorf, 9. Okt. Ter Landsturmmann Ludwig Putz, r- ot ul Bessarabien, erhielt noch nachträglich das Eiserne Kreuz 2. Klasse und das Verwundcten-.Mzeichen von den Schlachten in Galizien von 1915. Kreis Friedberg. nt. Friedberg, 9.Okt. Tie Friedberger Neue Tageszettung berichtet: Die Aufdeckung der GeheimsMächterei in Bad-9ianheim wird fortgesetzt in der Presse besprochen. Wir können versichern, daß von zuständiger Seite alles getan wird, um die Mißstände zu befcttigen. Es liegt duvchmrs kein Grund M der Mnahine vor, daß mit zweierlei Maß gemessen werde und etwa die dortigen, cÄ?s und Sanatorien ecne Bevorzugung genießen. T-ie Untersuchung wird gogenwättig von dem zuständigen Geriche geführt; sobald diese beendet ist, wird sich die Verwaltungsbehörde mit dieser Angelegenheit beschäftigen und wettere Maßnahmen treffen. Grotzez ist vollbracht in eisernen Jahren. Unsterbliches haben unsere Heerführer mit ihren Heläen- -scharen erreicht. Uber auch wir müssen unser Deutschtum -urch Taten beweisen! Das ist unsere Losung, vor Erfolg der Krfcfls- llnlethe ist ein Schritt näher zumEnäsieg. Wir müssen opfern können! Letzte Nachrichten. Dev neueste verteilt der Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 11. Okwber. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Douai setzte der Feind zum Angriff gegen den Tringuige-Abschnitt südlich der Straße an. Kanadische Mgimenter, die über Sailly hinaus vorzubrechen versuchten, wurden unter schweren Verlusten zurückgeworfen. An der Schlachtfwnt östlich von Eamürm und St. Quentin sind starke Angriffe des Feindes gegen unsere neuen Stellungen und ihre im Vorgelände belassenen Vorttuppen gescheitert. Der F.'irid stand am Abend etiva in Linie Naves— St. Daast—auf den Höhen westlich von Seiesnes—Le Chateau—westlich der Linie Souplet—Vaux—Aubigny—Eissn- ville—auf dem Westufer der Oise zwischen Origny und La Fere. Teilangriffe des Gegners bei Berry-au-Bac, an der Aisne und der Suippes mrd Arne wurden abgewiesen. Zwischen St. Etienne und der Aisne haben wir unsere Truppen in rückwärtige Linien beiLerseits von Grandpre auf das Norduser der Airc planmäßig vom Feir.de ungestört zurückgenommen. Auf dem westlichen Maasu'rr setzte der Feind erneut zu starken vergeblichen Angriffen beiderseits der Straße Cl/arpentry—Romagne un. Aus dem östllchcn Mansufer griff der Amerikaner tagsüber mit starken Kräften Sivry — Haumont an. Truppen badischer, sächsischer, rheinischer und österreichisch-ungarischer Regimenter schlugen in hartem Kampse alle Angriffe des Feindes ab. Das österreichisch-ungarische Regiment Nr. 5 unter seinem Kommandeur Oberstieutnant Popelka zeichnete sich hierbei besonders aus. * Im Monat September wurden an der Westfront 773 feindliche Flugzeuge, davon 125 durch Flugabwehrkanonen, und 95 Fesselballone vernichtet. Hiervon sind 450 Flugzeuge in unserem Besitz, der Rest ist jenseits der feindlichen Linien erkennbar abgestür . . Trotz der vielfach großen zollmäßigen Ueberlegenheit des G'gners haben wir im Kampf nur 107 Flugzeuge verloren. Der erfolgreiche Kaurpf iu der Luft sucht die Grundlage für das tatkräftige Eingreifen un'erer Flieger bei dem Kampf auf der durch Aufklärung bei Tag uild bei Nacht, durch, Bombenangriffe militärisch-wichtiger Zie^e im feindliche?! Hinlerla?'.de. Den Angriff mls dem Schlachtfe.de mit Maschinengewehren und Wurftninen haben die Infanterie und Artillerie überall wirksam unterstützt. Trotz hartnäckiger Angrifft des Feindes auf unsere Fesselballone, bei denen wir 103 einbüßten, konnte der Gegner unsere sich rücksichtslos einsetzenden Beobachter an ihrer erfolgreichen Tätigkeit nicht hindern. Südlicher Kriegsschauplatz. Aus dem südöstlichen Kriegsschauplatz neu eingetroffene Truppen stehen in der Gegend südlich Nisch in Gefechtsfühlung mit Serben und Franzosen. Der Erste Grneralguartiermeister Ludendorff. * * * Sitzung des Reichstags. Berlin, 11. Okt. (WTB. 9cichtnscäueltt, wenn erjedeRegierung, vw n a t i o n a l e Verteidigung lettet, in dieser vornehmsten Ausgabe mit allen Kräften unterstützt. Die Gründe des bulgarischen Abfalls. La*In, n Okt. Der langjährige Korrespondent der nolnftcyen Zettung in Sofia erklärt in längeren Aussührnn.- gen über Das lbulgaoische Drama., daß bie altKuhäufigen Frie- densichrrtte in Deutschland das Vertrauen in den Sieg des Bierbundes erschüttert hätten. Einige der letzten Reden waren so wenig aus die begründeten Erwartungen der Bulgaren zu- geschnitten, daß sie geradezu wie Scheidewasser wirkten. Durch deir amerikanischen Generalkonsul in Sofia waren an Bul- garien mehrere Angebote geniackit worden. Er hatte die bul- garischeii -lnttvortcn weitergegeben und man war zu dein anscheinend stillschweigenden Abkommeii gelangt, daß Bul- Niederlegung der Waffen nicht eine ge- uns Teile Mazedoniens und der Dv- boudscha verlieren werde und Gewißheit der Unversehrtheit fttnes Gebietes, wie es vor dem Kriege war, erhalten werde. Der König trat zurück, weil er das Land vor einein Bürger- ^rege bewahren nwllte. Mehrere westlich des Wardar stehende Diviswnen weigerten sich, als der Waffenstillstand verhandelt wurde, sich zu unterwerftn und sollen nunmehr krirgs- gefangen werden. Für Deine Kinder sparst Du, Deinem Volke hilfst Du, wenn Du Kriegsaiileihe zeichnest. Die^ beste Form, in der Du für die Ausstattung Deiner Kinder sorgen kannst, ist die hochverzinsliche Kriegsanleihe; die leichteste Form, in der Du es tun kannst, ist unsere „Kriegsanleihe-Versicherung". Für 1000 M. Zeichnung beträgt der jährliche Beitrag nur .50 bis 60 Rk.; 15 Pf. int Tag. 15 Pf. im Tag für Deiner Kinder, des Reiches, unserer aller Zukunft! Allgemeiner Deutscher Versicherungs-Verein a. G. in Suttr- rw»«T-N gart. Näheres durch die Genernldireckion in Stuttgart ,039D oder die Bezirksdirektion kr-mklurt». L..5taiser'»r. G6, II. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Rechtsmittel gegen die Geineindesteuerveranlagung für 1918. Auf Grund der Art. 46 und 50 des Gemeindeumlagengesetzes vom 8. Juli 1911 hat Großherzogliches Ministerium der Finanzen, Abteilung für Steuerivcsen, die Frist, innerhalb deren Rechtsmittel gegen die GeTneindesteUerveranlagung für 1918 bei der ersten Instanz anhängig gemacht tverden können, für die nuten ver^eickm^ten Gemeinden bis-zu dem dort angegebenen Tag eut* schließlich erstreckt. Ausgenommen von der Fristerstreckung sind diejenigen :lleckts- mittel, die das für die staatlich: Veranlagung bereits rechtsttäsiig festgestellte Einkommen zum Gegenstand lmben. Dies wird hiernrit zur öffentlichen Kennttris gebracht. Gießen, den 10. Oktober 1916. Großherziogliches Finanzamt Gießen. I. V.: Franz. Letzter Dag der Frist: Treis a. d. Lda. 5. Oktober, Burkhardsfelden und Hausen 6. Oktober, Armerod 14. Oktober. Rödgen 15. Oktober, Leihgesterir und Steinbach 18. Okwber. Grüningen 21. Oktober, Alterr-Buseck 22. Okwber, Oppenrod 27. Oktober. Trohe 28. Oktober. 7638O Bekanntmachung die Abgabe der Steuererklärungen für die außerordentliche Kriegs, abgabe 1918 nach dem Reichsgesetz vom 26. Juli 1918. 1. Für Einzelpersonen wird die Kriegsabgabe vom Vermögen von dein nach den Vorschriften des Besitzsteuergesetzes auf den 31. Dezember 1916 festg:stellten Vermögen erhoben. Einer neuen Erllärung bedarf es hierzu nicht. Das Vernrögen ist jedoch auj den 31. Dezember 1917 besonders festzuNellen, 3) wenn eine Vermögensfeststellung auf den 31. Dezember 1916 nicht stattgesunden l>atte, odcw b) wenn sich das'Vermögen nach dem 31. Dezember 1916 durch Erbaniall, durch Lolnr-, Fideikommiß- oder Stammgutanfall, infolge Vermächttnsses oder aus andere Weise aus dem 9?ach^ laß eines Verstorbenen von Todes wegen, ferner durch Schen- kuirg oder durch eine sonstige ohne entsprechende Gegenleistung erhaltene Zuwendung um mehr als 5000 Mark 'vermehrt hat. In diesen beiden Fällen haben die Abgabepflichtigen, soweit sie ein Vermögen von 100000 Mark besitzen, eine Vermögens, anzeige abzugebeu. (§ 34 Abs. 1 des Ges.) 2. Weiter sind nach § 34 Abs. 2 die Vorstände, persönlich lastenden Gesellschafter, Repräsentanten, Geschüftsführcr oder Limi- dawven der abgabepslichtigen Gesellschaften, bei ausländischen Ge. sellschaften die Vorsteher der inländischen Niederlassungen verpftich. tet, der Steuerbehörde eine Steuererklärung einzureichen. ivetche die für die Feststellung des abgabepflichtigen Mehrgewinns aus dem vierten Kriegsgeschäftsjahr erforderlichen Angaben zu enthalten hat. 3. Die hiernach Ve-rpslichteten werden aufgefordert, die Erklärungen in der Zeit vom 16. bis 3 1. Oktober 1918 bei der Unterzeichneten Stelle abz^ngeben. Zu den Erklärungen ist der porgeschriebene, von dem Finanzamt zu beziehende Vordruck zu verwenden. 4. Wer die Frist zur Abgabe der Steuererllärung versäumt, ist nach 8 54 des Besitzsteuergesetzes mit Geldstrafe bis zu 500 Mark zu der Abgabe anMhalten: auch hat er einen Zuschlag von 5 bis 10 v. H. der geschuldeten Steuer verwirkt. 5. Wissentlich umächtige oder unvollständige Angaben in der Steuererllärung durch einen dll>gabepslichtigen oder seinen Ver- tteter sind in den §§ 33—35 des Kriegssteuergesetzes vom 21. Jüni 1916 mit Geldstrafen bis zum Fünfsack^en der gesalwdeten dlbgabr und gegebenenfalls mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit dem Verlust der bürgerlichen Elirenrechte bedroht. Das Vergehen der Abgabegesährdung ist auch dann vollendet, wenn es der Abgabe pflichtige unterläßt, eine bereits abgegebene unrichtige oder uu vollständige Steuererklärung (über Einkommen oder Vermögend aus Gvnnd dereri die jetzige Veranlagung der .Knegsabgabe vom Mehreinkommen und Vermögen zu erfolgen hat, der Behörde .gegen, über zu berichttgeN oder zu vervollständigen. 6. Tie Emsendung der Erlläning durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Einsenders und deshalb zwt'ckmäßtg mit Einschreibebrief. Gießen/Butzbach/Grünberg'Hungen, den 10. Oktober 1918. Tie Großlierzoglicheti Finanzäntter. 7648O Gießen. Butzbach. 6)rünberg. Hungen J.K.: Franz. Flath. Menzel. Matz. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute schenkte uns Gottes Güte ein gesundes Söhnchen Professor Hermann Gunkel und Frau Elisabeth geb. Beelitz Gießen, 10. Oktober 1918. Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungsinstitutes. Vortrag des Vorsitzenden Geheimrat Sommer: Die gemeinnützige Organisation der Erfindertätigkeit. Samstag den \ 2. Oktober, abends 9 Uhr pünktlich» im großen Saale des Fürstenhofes Oeffentlieh and frei 7596D Grosse Auswahl Kinder- Strümpfe Wolle and Baumwolle. Frauen-Strümpfe Wolle, B wolle and Flor. Handschuhe festriebt and gewebt. Seidene Bänder ln allen Farben. Korsetten Rein-Leinen, alle Weiten, Gummi-Strumpfhalter für Frauen und Kinder. Kaufhaus Katz Deutsche Städte, deutsche Bürger, zeichnet die neunte Kriegsanleihe! Von neuem ergeht der Weckruf an das deutsche Volk zur Zeichnung auf die Kriegsanleihe. Ernst ist die Zeit und ernst sei Oer Sinn, der sich äußern niuß in der Tat. Die deutschen Städte, auf deren Schultern ein großer Teil der Lasten des Krieges ruht, haben, die feste Zuversicht, daß ihre daheim^ gebliebenen Bürger in diesen Tagen schwerster Entscheidungen uud größter Gefahren für unser Vaterland sich des Geistes der Väter von 1813 erinnern, welche in weit härterer Zeit durch ihre standfeste Opferfreudigkeit die Grundlagen gebaut haben für das Deutsche Reich. Was damals gebaut, muß heute aufrecht erhalten werden. Dazu ist nötig, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau den Glauben und den Willen, die Kraft und die Zuversicht im Herzen tragen. Unser feldgraues Heer, das auch im 5. Kriegsjahre dem Ansturm der Feinde heldenmütig die Stirn bietet, bedarf immer wieder von neuem des wehrhaften Rüstzeuges, das ihm die Heimat liefern soll. Nicht besser kann den tapferen Kämpfern die Heimat danken, als daß sie die Mittel liefert zur Beschaffung von Schwert und Schild. Auch die deutschen Städte sollen und wollen alles aufbieten, was ihnen selbst, ihren Sparkassen und ihren Stiftungen au Mitteln zu Gebote steht. Sie richten aber auch an alle ihre Bürger die dringende Aufforderung zur Kriegs- anleihezeichnung. Der Ruf, der jetzt von neuem an unser Volk ergeht, soll im Herzen tönen. Wer nicht fteudig gibt, was er kann, der hat nicht Teil an der Größe der Zeit, die wrr mtt unserem geliebten Vaterlande durchleben und erleben. Deutsch sein heißt mittaten an dem großen Werk des machtvollen Verteidigungskampfes, der Deutschland von seinen Feinden aufgezwungen ist. Wer den Weg zum wahren Frieden mitgehen will, der darf jetzt nicht dem Reich versagen, was des Reiches ist. Dem Vernichtungs- Willen des Feindes wollen wir entgegensetzen die ungeschwächte moralische Stärke, die unerschütterliche Entschlossenheit, die stolz auf die gerechte Sache ihren Ausdruck in dem Vertrauen auf den Endsieg findet. Die deutschen Städte wollen die Bannerträger des Gedankens sein: 76508 Kriegsanleihezeichnung ist Heimatdank. Der Vorstand des Deutschen Städtetages. Bahnbofstrafle 14. 7647 Kaffee Förffenhof reffag den 11. Oktober, abends 8 Uhr Opern-Hbend mit befonders auserwähltem Programm und verstärktem Ordiefter. Familien-Konzert Samstag von 4 Uhr ah 7444 Kaffee Astoria Empfehle eigene Konditorei, vorzügliche Getränke. MNNN einfach u. doppelt breit, ln Schwarz und allen Farben für kl» uDd Beider zu mäSigen Preisea im 0099a I \U ?odebaus \ o/omon. j Handwagen Leiterwagen Kastenwagen Einzelne Räder Carl Scbnnck, SelterSweg 38. OM77 Ij - s wegen unserer enormen Filmabschlüsse in der Spielzeit 1948/19 sind wir gezwungen, öfters wöchentlich unsern Spielplan dreimal zu wechseln, so dass selbst die hervorragendsten Fiimwerke nur zwei Tage zur Aufführung gelangen. Programm nur für Samstag und Sonntag Maria Fein in ihrem ganz ausgezeichneten Gesellschaftsdrama in 4 Akten 5, Edelwild“ verfasst von "Walter Schmidthässler. Ausserdem: ein dem Lichtspielhaus, Bahnhofstrasse, entsprechendes hervorragendes Beiprogramm. Spielplai nur für Montag und Dienstag Rosa Porten in ihrem neuesten Gesellschaftsdrama in 4 Akten DieAugend.Schwester und das glänzende Beiprogramm. Programm vom Mittwoch bis Freitag ilesbld.Ci nach dem berühmten Roman von Fedor von Zobeltitz in 5 gewaltigen Akten. Ausserdem: Mausis Badereise“ feinpikant. Lustspiel in 3 witzigenAkten. Erstklassige Künstlerkapelle. 7655a ifslr. 34. Die Direktion. Dessrsche _£>anbtoerT3Icmtrccr. Im SLuftvag der Sattlerleder^escllsichaft Berlin und mit Genehmigung des stell- vertvctenden Generalkam mandos findet am 21. 0 f tob er, be- «rinncub vormittags 9 Uhr, im Lager der Hess. Handw. Zen t ra l-Gc iro f fime tut selbständige Sattlermeister abgegeben. Landwirte müffeit d-lbei den bel-ördli lhen Nachweis bringen, das; sie tatsächlich Pserdehalter sind. Um eine möglichst große Anzahl von Bietern berüch'ickchgcn zu können, sind die Gesckfirre und Geschirrtecke nach AtöglichLeit vorsortcert und so gebüirdelt, das; sie zum grüßten Teil gebrnuchssähige Geschirr« darstelten c>der aber durch kleinere Umarbeitungen mrd Ergcurzirngen gebmuchSsähig gemacht werden können. Der Verkauf erfolgt gegen sofortige Barzahlung. Näheres wird durch Anzeigen in deir Kreisblättern bet'anntgemacht. ** Beihilfen zum Wohnungsbau von Reich, Staat und Gemeinde. Beihilfen znnr Ban von Wohnungen sind, wie wir lnören, gleirskzeitig von Reich, Staat und Gemeinde seht von der Negierung in Aussicht genommen. Tic Kosten für Baustoffe und Lölme der Handw.'icker l>aben bcianntlich eine Hök-c erreich/, die cs fast unmögluh machen, dieubanten mit Wohnungen, ülsbesondere kleineren, anszusühverr unü dabei euie cmsrcichpndo BerzinslMg der anf.-^wandten ö^elder zn erinögliichrn, ive-n: die Mieten in erträglichen Grenzen gehalten tverden sollen. Einzelne Genwinden sind deshalb bekanntlich dazu übergegangrnr, Bell)ilfen xmn Ban von Wohmrngen zu gewähreir. Uin überall, wv ein drücgnrder Notstand vorckiagt, Hilfe zn schaffen, sind die beteiligten Stellen in Beratungen darüber eingetreten, uni eine geinein- sarne und gleichszeitige Hilfe durch Reick), Staat und Gemeinde oder K'vmmnncckverband zn ermöglichien. An den Borbereitu.ngen sind die beteiligten^Aemter des Reiches und der Bundesstaaten, in Preußen der StaatskomTnissar für das Wohnungswesen nfio. beteiligt. Tie Interessen der Gemeinden werden durch den Städtetag und die rlnfsichtsbehörden walirgenommen. Man ist damit be- schMtigt, Grundsätze für die Gewährung der Znsckckrsse oder Darlehen anfznstellen. Als Grundlage soll der Unterschied zwischen dem heutige,: Paupreisen und den Aufwendungen, die man jn spateren normalen Zeiten erwartet, gelten. ** Das Lichtspielhaus (Bahnhofftraße) gibt bekannt, daß es lvegen großer Filmabschlüsse gezwungen ist, öfter seinen Spiel plan, wöchentlich dreimal, zn wechseln. Das ist auch in der nächsten Woche der Fall. Es ist vorgesehen für Samstag und Sonntag Maria Fein in ihrem Gesekkschaftsdrama „Edelwild"; für Montag und Timstag Rosa Porten in ihrem Gesellschaftsdrama „Die Angen der Sck)westlwZ Mittwoch- bis Freitag „Das Geschlecht der Schelme", 2. Teil, nach den: Ramm: von Fedor von Zobeltitz. An allen Tagen wird zur Ergänzung ein gutgeivähltes Beiprogramm gegeben. Landkreis Gießen. ga. Grünberg, 10. Oft. Mnske'ier Karl Weber, gegenwärtig venouT^at, wurde von Generalfeldmarschall von Hinden- burg persönlich das Eiserne .Kreuz 2. Klasse überreicht. ** Lollar, 11. Oft. Ter Briefträger Kcnck Bi er au beim Kaiserlich;«: Postamt in Lollar wurde zum „Ober-Briefträger" ernannt. Kreis Büdingen. Büdingen, 10. Okt. Prinz Diether zu Ysenburg und Büdingen, z. Z. ^Bataillonskommandeür in einein Garderegin:ent, ist in englisch? Gefangenschnaft geraten. ha. Ber g Ho fen, 11. Okt. Die diesjährige Gemeindeobsdernte brachte der Gemeinde einen Erlös von 10 090 Mark. ft. Nidda, 10. Oft. Tas Runksch,' Llnwrsen in der Bahn- hofstraße ging für 50 000 Mark an die Firma Schäfer nnd Fischer über. Vor £0 Jahren kostete die Hofraite nur 22 (XX) Mark. Kreis Alsfeld. oa. Alsfeld, 11. Oft. Einem tiefbedauerlichen Unglückssall üel ein hiesiger Junge, der 14jährige Friedrich Schickedanz, zum Opfer. Beim Duchteckernsammeln bestieg er. zttm Schütteln, euren Bsaum, glitt aus und fiel so nngLüMich daß er bewußtlos heim- be,ordert werden mußte. An den Folgen des Sturzes ist er am Montag verstorben. Der Fall ist eine eindringliche Mahnung, die bei der Buch-eckerngewinmrng rrötige Vorsicht toalten zu lassen nnd das Besteigen der Bäume zu unterlassen, das ja auch die Forst- behörde in richtiger Erkenntnis der Gejabr verboten ijed. Kreis Schotten. ß Herchenbain 9. Oft. Gestern traf hier die Nachricht ein, daß auch der dritte Sohn des Sckflitlpnachers Balthasar Winter, Musketier Otto Winter, beim Infanterie-Regiment Nr. 60 im Kampfe für Deutschlands Besi jen gefalle,: sei. Der erste Sohn fiel im Oktober 1914 in Flaiü^rn, der jüngste im Mai 1916 in Frankreich. Ter Schmer um die schwerbetroffene Familie ist allgemein. Kreis Wetzlar. --- Wetzlar, 10. Oft. Auf dem Bahnhof dar Buderusschm Eisenwerke wurde der 16jälycige Rangierer Heiland aus Steindors von den Puffer,: zweier Wage,: totgcdrückt. Wetzlar, 11. Okt. Für das Vaterland ist gestoiben Vizefeldwebel Wilhelm Weitzel aus W.-Niedergirmes. Mit dem Eisernen .Kreuz 2. Klasse wurde ausgezeichnet Kmwnier Wilhelm Fischer aus Biskirckien. Befördert wurde Unteroffizier Adolf Schars aus Biskircheu zum Sergeanten. Dess'N Nassau. ha. Biedenkopf, 9. Okt. Der ScrnitätA-Untevoffizier Leo Fischer und der Musketier Hch. Pfeil wurden mit dem Eisernen kKreuz 2. Klasse ausgezeichnet, Pfeil unter Beförderung zum Unteroffizier. mr. Frankfurt a. M., 10. Oft. Heute vormittag begann im Dürgersaal des Ratl-airses eine Tagung über „Gefährdeten^ fürsorge", die vom Wohlfahrtsamt der Stadt Frankfurt veranstaltet unrc» uiw über zahlreiche schwebende Fragen der Prostitution und ber vorbeugenden Maßnahmen gegen die Geschlechtskrankheiten! Aufklärung schaffen soll. Nahezu sämtliche bundesstaallichen Ministerien Deutschlands hatten ihre Vertteter entsandt. Von der Kgl. Regierung in Wiesbaden sah mein Regierungspräsideirt Dr. von Meister Tie Vormittagsverhandlungen warn: den Berichten über die bis lie eigen Fürsorgemaßnahmen gewidmet, insbesondere! w::rden die Organisation der gemeindlichen Einrick-ttmgen in Bielefeld, Altona und Frankfurt a. M. erbittert, nebenbei gleichzeitig die Fürsorgemaßnahmen der konfessionellen SSemite. Alle Redlwr und Rednerülnen gurgei: darin einig, daß, vor allem der Prostitution als den: Grundübet vorgebengt werden müsse und die gefallenen Mädchen mit der größten Liebe zu behandeln seien, um sie, wenn möglich, zu nützlichen Gliedern der Morschheit zu mack-en. Tie nachmittäglichen Verhandlungen wurden eingenommen von einem gcdankenttefei: Bericht des . Magistratsasses) o rs Dr. Hans Maier, Frankfurt a. M., über „Tie Aufgaben der Fürsorgearbeit! und ihre Abgrenzmrg zwischen Polizei, gemeindlicher Wohlfahrtspflege nnd privat«: Fürsorge vereinen". Tie nachfolgende Aussprache war cncßerst lebhaft und alle Tellirehmler waren in dem Gnmdsatze einig, daß viel mehr von seiten der Gemeinden geschehen müsse, um eine wirksame Bekämpfung der Unsittlichkeit dr:rchführen zu kmrnen. --- Frankfurt a. M., 10. Oft. Die Kapelle der Barmherzigen Brüder im Unteren Atzeiuer wurde Dienstag mittag, während die Brüder zu Tisch saßen, von Dieben heimgesucht. Hierbei wurden drei Altäre ihrer Teppiche, Decken und Kurzen und die Beichtstühle ihrer Vorhänge beraubt. Von den Dieben fehll jede Spur. mr. Frankfurt a. 10. Oft. Am Kommende,: Sonntag ftnden im Zoologisch«: Garben nachinittags urü> abends Militär- Streich^Konzerte der lstesige,: Garnison-Kapelle unter Leitung von Herrn Obernrusckmeister Fehling statt. Bei günstiger Witterung wird Reit- mrd Fährbetrieb für Kinder im WäldckZen veranstaltet. — Kassel, 10. Oft. Das SckMmrgericht verurteilte den Schreiner Hansmann ans Besse wegen vorsätzlic^r Tötung seiner Ehefrau nater Versagung mildernder Umftänüe zu sieben Jahren Zuchthaus. Der Staatsanwvlt hatte 12 Jahre beantragt. Eingesandt. (Für Form Und Inhalt aller unter dieser Rubrik steheitten Artikel übernimmt die Redaltwn dem Publikum gegenüber keinerlei Zur Butter- und Milchversorgung. . . Die Durchsuchung der Postpakete in den Schaltervorräumen des Postamtes^ ist jetzt auf solche Fälle beschränkt worden, in den«: der begründete Verdacht vorliegt, daß es sich um Sendungen des gewerbsmäßigen Schleichhandels handelt. 'Diese Maßnahr,:c :st ein begrüßenswerter Schritt auf einem leider nur zögernd begangenen Wege, der dem einfack-en Berbrar:ck>er die Ausbesse- rilng ferner Lebelsware nicht schon abfangen, bevor sie Hessen verlassen l>at nnd sie de,: hessischen Verbrauchern zu-- jühren?, dann würde man größere Mengen „erfassen", als beiin Absassen der lleinen .Hamsterer. Der Kvmmimalverband würde durch 2bussck>altung der Sck)leichhändler aus Frankfurt und den: rheinisch-westfälischen Industrie bezirk wieder in die Lage versetzt, den Verbrauchern die geringe Butter- und Milchmenge zu liefern, tue ihm zusteht nnd auf die er unter keinen Umständen verzichten kann, und drittens tvürden dem kleinen Hamsterer bei seiner Selbstversorgung nicht durch den Schleick)lirrl iloffer KhrMchk» 1 » f aus guter Familie gegen sofortige Vergütung gesucht. 7664 Ernst Balser. Unv (auch angelernte Leute u. geeignete finden dauernde Beschäftigung be Hcyligenstaedt & Werkzeug,naschi»rer,sabrik und Aktiengesellschast, G v 1 mm 75i3D Besskrcs Mädchen, gT * . bewandert im Weißzeug- V'/VKiV.. nähen, suchtStelle alsHaus- ^ Mädchen z. 1. Dezbr. Angeb. C'isengie-ierei^ unter 05859 an den Gieß. Änz. Don angesehenem Q3ie| schäftshaus wird fürBud und Kaffe eine nicht vcrtrautnsmürdil mit gewandter Handschri bald. Antritt gesucht. 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Neisfe, zuletzt wohnhaft inAiarburg «Lahnl, wegen Jahnenlluchl. Größe: 1,65 m ; Gestalt.- mittel; Haare: Glatze; Barl: bartlos; Gesicht: rundlich, frisch; Augen: hellblau; Nase: etwas gebogen: Bekleidung: sckwarzgrauer Anzug. — Akten 574 Gericht. Marburg, 6. 10. 1918. 7660V Bezirkskommaudo. Mädchen, 28 Jahre alt, wünscht, da es ihnl an Gelegenheit fehlt, mit einem soliden Herrn in Briesivechsel zu treten zwecks späterer Heirat. Angebote unter 05869 an den Gießener Anzeiger. IZjSdr. gobfli!. Maüsl aus mittl. Kreisen sucht paffende Freundinnen zur Bildung eines Kränzchens. Name u. Wohnung wird unter 05860 an den Gießener Anzeiger erbeten. Russischer Unterricht wird in den Nachmittags- stunden erteilt. Angeb. unter 06866 a. d. Ge sch st. d. G. An ;. Wer gibt seiaea fern« «prechaaachJuli ab V Näheres in der GefchästSft. deS Gießener Anzeigers. |IMM Kleiner sllmarzer zugelaufen bei 05801 S. Dechcrt, Alte»'V«scck. >Vie> «rlvrny ich rasch und gründlich den (43061) Kontor-Beruf? Auskunft kostenlos durch Lehrmittel „Ttrlag Hansa“, Frankfurt L. ». 8, Born- heimer Landstraße 38. Nach langem vergeblichen Warten erhielten wir vom Kriegsministerium die traurige Nachricht, daß unser einziger, innigstgeliebter, braver Sohn Musketier Karl Wahl Reserve-Infanterie-Regiment 204, 11. Kompagnie im Gefangenlager Sipote (Rumänien) nach Aussagen eines Kameraden am 19. Februar 1917 an Typhus gestorben ist. In tiefem Schmerz Die Eltern: Ernst Wahl und Frau. Reiskirchen, Großen-Buseck, 10. Oktober 1918. 058^5 - ZV ' A t X ^ In fremder Erde ruht mein Glück! Mein lieber Mann und guter Vater, kehrst niemals mehr zurück! Ich steh' jetzt einsam und verlassen mit dem Kinde! Bis wir uns einstens droben wiederfinden! Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, mein guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Gefreiter Heinrich Peter Grcnad.-Rgt. Nr. 10 , 9 . Komp., Inl». d. El«. Krenzea II. Kl. ond der Hes*lschen Tapfcrkeitsiuedaillo nach fast 4jähriger treuer Pflichterfüllung am 9. Juni 1918 durch einen Kopfschuß im Alter von 29 Jahren den Heldentod gestorben ist In tiefem Schmerz: Fran Marie Peter ged. Horn nebst Kind Familie Job«. Peter Fra« Heinrich Horn VII. Witwe Karl Horn. z. Z. im Felde, und Familie Familie Philipp Horn Witwe August Röder, z. Z. im Felde, und Familie nebst allen Angehörigen. Oppenrod, Steinbach, Beuern und Albach, den 1t Oktober 1918. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag den 13. d. M., nachmittags 2 Uhr in der Kirche zu Oppenrod statt 06882 Tieferschüttert und ganz unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber, treuer, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Enkel, Vetter und Neffe, der Unteroffizier Ludwig Adolph Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse und der Hessischen Tapterkeitsmedaille nach 48monatiger treuer Pflichterfüllung am 23. September im Alter von 25 Jahren sein junges Leben lassen musste. Im Namen der Leidtragenden: Ludwig Adolph III. Klein-Linden, Bemhardtshausen, den 10. Oktober 1918. Todes-Anzeige. Gestern mittag entschlief nach kurzem, schwerem Kranksein unser lieber Vater, Schwager, Vetter und Onkel Herr Julius Güngerich im Alter von 58 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Paul Güngerich Karl Güngerich. Gießen (Stephanstraße 16), den 10. Oktober 1918. Die Beerdigung findet am Montag nachmittag 2 Uhr au f m dem Neuen Friedhofe statt Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser innigstgeliebter, braver Sohn, Bruder und Neffe Albert Volkmann nach kurzem, schwerem Kranksein am 9. Oktober, abends 7 Uhr, im Alter von 14 Jahren sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Lad wig Volkmann VIII. and Familie nebst allen Verwandten. 05871 Hetrchelhenn, den 9 . Oktober 1918 . Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 2 Uhr vom Trauerhause Gießener Straße 2 aus statt. 765< Am Mittwoch den 9. Oktober entschlief sanft nach kurzem schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter Großmutter' Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante UroUramter ’ Frau Margarete Blum Ww. geb. Michel im vollendeten 78. Lebensjahre. _ __ In tiefem Schmerz: Katb. Blnm Familie Lang, ^teueraufseher Familie El. Forbach Ww. Familie Heinr. IIIuni, Spenglermeister. Gießen (Marburger Straße 98), Friedberg, den lL Oktober 1918. . _ Die Beerdigung findet Sonntag den 13. d M nm 3 TTfcr der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt ' Um 3 TOn uiuiuiuiiiiniiiiiiuiiiiiiiiütiuQiniiiuii Korde!. Zirka 40 Kilo Kordel, JriedenSware, hat abzu- neben Hoi». RallmanD, 7'M Nidda. siuii!iiii!i!intiiii2ii!uiiiiniinii!iiimif9 FRITZ NOWACK Scheuertücher in guter Qualität Stück M. 1.45 und M. 2.20 7602a Pelzbesätze in allen Arten ond Farben für Kleider und Hüte lm 7261a Modehaus QaJomon ^ Olt- i:,rn C/ Bekanntmachung. In unser Genossenschaftsregister wurde heute eingetragen: Einkaufsgenossenschaft der Schuh, macher von Gießen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist der Ankauf von Rohmaterialien, Maschinen, Werkzeugen usw. und Verkauf derselben an die Mitglieder für gemeinschaftliche Rechnung. Das Geschäftsanteil beträgt 300 Mark, die Beteiligung eines Genossen ist aus höchstens 10 Anteile beschränkt, die Haftsumme beträgt pro Anteil 300 Mk. Der Vorstand besteht aus 1. Karl Waldschmidt, 2. Christian Weeg, 3. Heinrich NicklauS, alle Schuhmacher in Gießen. Die Satzung ist am 17. Sept. 1918 errichtet. Bekanntmachungen der Genossenschaft erfolgen in dem jeweiligen Verbandsorgane des hessischen Schuhmacherverbandes und im Gießener Anzeiger unter der Firma der Genossenschaft. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Zeichnung des Vorstandes geschieht, indem zwei Mitglieder desselben zu der Firma der Genossenschaft ihre NamenSunterschristen beifügen. Einsicht der Liste der Genossen ist während der Dienststunden deS Gerichts jedermann gestattet. Gießen, den 7. Oktober 1918. 7642B Großherzogl. Amtsgericht. Leitung: 7661c Heirat Hermann Stelngoetter. Freitag den 11. Oktober, abends 7'/, Ubr: 1. Freitag-Akoncicunts* Vorstellung : Die Kmkil Löhne Lustspiel in 3 Akten von OSk. Walter u. Leo Stein Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich' der Gießener Lichtbühne, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 3. Oktober 1918. _ Grotzherzogliches Amtsgericht. 76418 Verkauf von Bücklingen. Während der Wintermonate ist die Stadt Gleheu in der Jane, Bücklinge an die Bevölkerung zu verteilen. In- olge der leichten Verderblichkeit der Ware kann die Ab- bolungs-ett nur sehr kurz gesetzt werden. In nachstehenden Geschäften erhalt ,eoer Kunde dieser Firmen am Freitag d/n 11. oder SamSkag den 12. d. 2)t für jede abgegebene Lebensmittelkarte einen Bückling. 1. Adami, Gebrüder, MäuSburg 2. Arnold, Hrch. II.. Kaiser-Allee o. Balke, Ernst, Stevhanstratze 4. Banse, Emilie, Frankfurter Stratze . 6. Bender, Conrad, Walltorstrahe. Gieren, den 10. Oktober 1918 . 7651 B _Der Oberbürgermeister (LebenSmittelamt). 100 Po3tkarten Neuheiten 6 M. Prachteorti- raent 7.50 M. Bis 30 Pf. Verkauf. Weihn. u.Neuj. 3.5.6M. P. Wagenknocht Verlag, Leipzig. 7638ss Wildverkanf. In den städtischen Wildverkaufsstellen, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, wird SamStag den 1*. d. M.. vormittags von 8—12 und nachmittags von 2—7 Ubr. auf die BestellauSmetse Nr. 501 bis 000 Wildfleisch gegen Ablieferung der Fletsckmarken abgegeben, auf den Wochen- abschnitt (zehn */io Anteile» entfallen 300 Gramrn. Heber nicht rechtzeitig abgeholte Wildmcngen wird anderweit verfügt. Giesten, den 10. Oktober 1918 . 7652B- Ter Oberbürgermeister (Le-ensmittrlamt).