Nr. 235 Der toicbcner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: KiehenerLamilienblätler; lirerrblatt für den Kreis Stehen. Bezugspreis: monatl. Bit. 1.35, vierteljährlich Mt. 4.05-. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Rik. 1.25: durch diePost Dlk. 4.05 Vierteljahrs ausschl. Bestell^. Fernsprech - Anschlüsse: iürdieSchristleittlng112 Verlas. GeschäitSftellebl AnschrtllfürDrablnach- rtchren: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt *68. Jahrgang Freitag, 4- Moder *9*8 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. **686 General-Anzeiger für Oberhessen Bankverkehr: Gewerbedank Gießen ZVlttmgrninddruck u. Verlag: Brühl'sche Uklio.-Buch- u. Zteindruckerei R. Lange. zchristleltung, Geschäftsstelle u. Druckerei: zchulftr. 7. ..i.itaume von ft!»)«»*«!» s. die Laaesuununer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerdindi »chkeit Seilenprelse: für örtliche Anzeigen 25 Bi..für auswä rttge 30 Pi., für Reklamen Mk.1.-nebst 20" o leue- rungszus l lag;Plagvor- schrill 20 % Au'schlag. Haupt'chri'lleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: sür den übrigen Teil: l)r. Remhold Zenz; sur bcu Änzetgenteü: h. Beck; sämtlich lil Gießen. 0 (WTB.) Grobes Hauptauartier,3. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n. In Flandern wurden feindliche Angriffe nördlich von Staden, nordwestlich und westlich von Roselaere abgewiesen. Wir machten hierbei etwa 200 Gefangene. Ebenso scheiterten am Abend Teilangriffe des Gegners beiderseits der Straße Upern—Menin. Armentiörcs und Lens wurden in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober kampflos geräumt. Wir bezogen rückwärtige Stellungen östlich dieser beiden Städte. Der Feind ist im Laufe des Abends, teilweise nach starker Artillerievorbereitung auf verlassene Stellungen über die Linie Fleurbaix—La Bassee—Hulluch gefolgt. Vor Cam- brai ruhiger Tag. Teilangriffe des Gegners aus der Schelde- Niederung bei und südöstlich mm Rumilly wurden abgewiesen. Stärkere Angriffe gegen unsere neuen Linien nördlich und südlich von St. Quentin scheiterten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südwestlich von Ani;y-le-Chatean und nördlich von Filain schlugen wir Teilangriffe des Gegners ab. Schleswig hi lsteinisckne Regimenter ver eidigten ihre Stellungen auf dem Rücken des Ch min des Dames gegen starke feindliche Angriffe. Vorfeldkämpfe vor unseren neuen Linien nordwestlich von Reims. Der Feind stand hier am Abend in Linie Chaudardes—Cormicy und dicht vor dem Aisne-Kanal. Sn der Champagne setzte der Franzose mit starken Kräf- tzW seine Angriffe östlich der Suippe gegen St. Marie-ä-Py. Kwie gegen Somme-Py und Momhüs fort. Oertliche Einbnichsstellen südlich von Orfeuil wurden in Gegenstößen verkleinert. Auf der übrigen Front sind die Angriffe vor unseren Linien gescheitert. Auch beiderseits der Aisne und in den Argonnen blieben Teilangriffe des Feindes ohne Erfolg. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. „Einflehe für Pflichterfüllung bis zum Aeußersten!" Das hat einst ein deutscher Offizier dem Kaiser aus dem fernen Kiautfchou gedrahtet, als schon der Tod an die Tore seiner Festung pochte. Auch vor der Festung Deutschland steht der Tod. Acht Mal hhon ist der Ausfall gestückt, der grinsende Schnitter zuruck, getrieben. Jetzt wird zum neunten Male Sturm geblasen. Vis in die letzten Ecken und Winkel des Reichs dringt der Huf zur neuen Offensive des Geldes, zum neuen Wettkampf der silbernen Kugeln, wie eitler Feindesdünkel sich einst ausgedrückt hat. Spannung hält dte Welt gefangen. Wird die Geschichte einst den Enkeln wieder erzählen: . und alle, alle kamen! ?" Sie dürfen nichts anderes hören und wtrden nichts anderes hören, unsere Enkel, wenn jeder für uns etnsteht für pslichtersültung bis zum Aeußrrstei». Der Abendbericht. Berlin, 3. Okl.. abends. (WTV. Amtlich.) Heftige Angriffe des Feindes nordwestlich von R o e s e [ ö r t und auf breiter Front nördlich von St. Q u en - tin und in der Champagne sind unter schweren Ver^ lüsten für den Femd gescheitert. * Der Sfterreichlsch.ungarische Tagesbericht. Wien, 3. Oktober. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Am Nowhang desMonteTomba erfolgreiche Vor- feDkämpfe. In Albanien nahmen wir. durch die Ereignisse an der bulgarischen Fwnt genötigt, unsere Divisionen zurück. Berat gelangte hierdurch kampflos in Femdes- hand. Der Chef des Generalstabs. Der Eintritt einer neuen deutschen Regierung in die Arena des Weltkrieges vollzieht sich rasch und zielsicher. Wir werden nicht lange in Spannung gehalten. Prinz Max von Baden ist an Stelle Hertlings Reichskanzler geworden und er hat seine Mitarbeiter in dem Kollegium der neuen Reichsregierung schon gefunden und genannt. Ueber die Besetzung einzelner Posten, wie derjenigen des Staatssekretärs des auswärtigen Amtes und etlicher Unter- staatssekretäre ist noch nichts Endgültiges bestimmt; ebenso rst es ftaglich, ob ein Reichspresseamt gebildet werden und ob der Abgeordnete Erzberger an der Spitze dieses Am^es stehen soll. Unentschieden ist auch noch die Stellung der nationalliberalen Partei zu der neuen Regierung. Es heißt, in letzter Stunde, nachdem Die Partei Stresemanns schon gewillt gewesen sei, ihre Angehörigen aus den von ihnen bisher besetzten Ministerstellen Zurückzuziehen, habe man ihr nahegelegt, sich möglichst ebenfalls zu dem neuen Re- ierungsproarcumn zu bekennen. Ob dies geschieht, wie weit ie Narionalliberalen an der Regierung des Prinzen Max- beteiligt werben sollen, steht noch in Frage. Trotzdem also noch vieles im Werden ist, wird schon über Nacht volle Klarheit geschaffen sein. Morgen tritt der Reichstag zusammen, dern der neue Reichskanzler sein Programm vortragen wird. Bis dahin hält man am besten mit abschließenden Urteilen oder Betrachtungen zurück. Nur soviel kann gesagt werden: an der Spitze der Regierung wird kein ehrgeiziger Streber, kein eingefleischter Partei- Wille stehen, sondern in der Person des badischen Prinzen ein Mann von reinem Idealismus, untadeliger Gesinnung und bestem Wollen für daS Gedeihen des Vaterlandes. Das ist jedenfalls in düsterer Lage ein Gewinn. Ob dem neuen Kanzler auch die erforderlichen politischen und staatsmänni- schen Fähigkeiten nicht fehlen, das bleibt abzuwarten, darüber haben später die Taten und Ereignisse zu sprechen Wir geben nachstehend einige Auszüge aus den Reden des Prinzen Max wieder, die ihn einem weiten Kreise der Deutschen und des Auslandes schon bekannt gemacht haben. Es wird vielfach darauf hingewiesen, daß der neue Reichskanzler durch seine Abstammung (seine Mutter war eine Russin) und durch seine Eheschließung — seine Gemahlin ist eine Prinzessin von Cumberland — auch auf das Ausland eine gewisse nützliche Wirkung wohl zu erzielen' vermöge. Wir vertrauen daraus, daß er den stärksten Rückhalt 'an unserem treuen Heere und dessen obersten Führer, Hinden- burg, suchen und finden werde, an Hindenburg, der seine Kandidatur schon bei früheren Gelegenheiten warm unterstützt haben soll. Die neue Regierung. Berlin, 3. Okl. (WTB.) Prinz Max von Baden ist heute zum Reichskanzler mid preußischen Mini st er der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden. Er wird am SumStag. 5. Oktober, in der für 1 Uhr nachmittags anberaumten Vollsitzung des Reichstags sein Negierungsprogramm entwickeln. Zu Staatssekretären ohne Portefeuille sind die Reichistagsabveo tuteten Gröber und Scheide- m a n n bestimmt. Der Staatssekretär des Innern Wu l l - rafthat seinen Aöfisäed erbeten. Sein Nachfolger wird ein Zentrumsabgeordnet :x werden. An d e Spitze ei res durch Abtrennung vom RetckMoirt chaftsamt neu zu grü d nden Reichsarbeitsamts sol ter 2. Vorsitzende der Ge e- ralfommi sion der Gewerkschaften, Reichstagcabgeordaeler Bauer, treten. / Die Frage, ob ein vom auswänften Amt unabhang'ges R eich s presse amt unter einem weiteren '§'«»'t: fefretär aus dem Parlament errichtet werden wird, ist n o ch i n> Behänd lu n g. Die Ernennung mehrerer Unter st aatssekre- tä re aus der Vo ksvertre mg steht bevor. Ueber die Auswahl der Persönlichkeiten sind die VerlMwlu iigen noch nicht abgeschlossen. Das p r e u ß i s che Handelsministerium wird an Stelle des auHsch'ide den Staatsmi "isters Sydow der ReichstagSabgeordnete F i s ch be ck üdernehtnen. * * * Prinz Max wurde am 10. Juli 1867 als Sohn des Prinzen Wilhelm, eines jüngeren Bruders des verstorbenen Großh rzogs Friedrich von Baden und einer russischen Prinzessin, geboren. Auch der Vater des Prinzen nahm akliven Anteil an der Politik urrd wurde als Mitglied der Reichspartei in den Reichstag gewählt. Tie Mutter des Prinzen Max war eine 11'.,ge tund begabte Frau, eine Stockrussin, die kurz vor Ausbruch des Weltkrieges in der russischen Kirche in Baden-Bctt-en bcifesetzS v-urdc. Ihre beiden Kinder erzog das prinzliche Paar in bürgerlicher Einfachheit Und wachte eifrig darüber, daß Prinz Max mit Mtersgeuossett aus Karlsruher Bürgerhäusern gemeinsam erzogen wurde. Prinz Max studierte an den Universitäten Frciburg und Heidelberg. . In das Heer trat er ztmächst beim Gardekürassier-Regimenl cm, in das ihn der alte Kaiser Wilhelm einstellte. Prinz Max iVfrie es aber bei dem Großherzog Friedrich durch, daß er feilte militärische Laufbahn unterbrechen durfte, um seine Universitätsstädten zu vollenden. In Leipzig bestand Prinz Max als erster Prinz aus regierendem Haus sein juristisches Doktorexamen. Leutnant Tr. Prinz Max von Baden setzte dann die militärische Lauf- bahrr in Berlin fort, bis eines Tages aus Petersburg die Kunde kam, daß er sich mit der Tochter des Großfürsten Wladimir verlobt habe. Diese Verbindung mußte aber aus höheren Einspruch gelöst toerfcen. Dem Prinzen siel datrn die Ausgabe zu, die ersten Schritte zur Aussolmung zwischen SSkfcn und Hohen- zollern zu tim. In Wien fand seine Verlobung mit der ältesten Tochter des Herzogs von Cumbeöland statt und mit glänzendem Gesckstck und seinem poliäschert Takt verstand es Prinz Max, die völlige Aussöhnung zwischen Berlin und Gntundert herbetzuführen durch die Vermählung der einzüwn Tochter des Kaiserpaares mü dcnt Stamrnbalter des Wetsenhauscs, dem jetzigen Herzog von Braunschrveig. Es ist sein Verdienst, daß die berühmte Hamburger Zusammenkunft zwischen Kaüer Wilhelm und dern Herzog von Cumberland zustande kam, durch die die lianno- versche Frage beseitigt lvurde. Früher schort wurde Prinz Max zu einer Sendung verwendet, die einen großen politischen Reiz hatte. Als nämlich Caprivi den Draht mrk Rußland' zerriß und sich das Offiziöseritum gegen den Fürsten Bismarck wandte, also zu einer Zeit, als die amtlichen Kreise den Fürsten Bismarck mieden, entsandte die Prrnzessrn^Wilhclm ihren Sohn nach Frio- drichsruh, um dem Altert tm Sachsenroald ihre Grüße und den Ausdruck treuester Verehrung zu übermitteln. Einer alten Tradition im Grvßherzogtum Baden folgend, wurde auch Prinz Max zum Präsidenten der Ersten Badischen Kammer ernairnt. Zu Beginn des Weltkrieges wurde Prinz Max, der zuletzt in Karls-- ruhe eine Kaoalleriebrigade geführt hatte, dem kommandierenden General des 14. ArmeeloH'S zugeteilt. Später stellte er sich an die Spitze des badischen Roten Kreuzes und hat aus diesem Gebiet besmrders in der Gescmgenenfürsorge, eine mustergültige Organisation geschaffen. Gröber. L-andgerichtsdireküor Adolf Gröber, der eine Staatssekretär ohne Portefeuille, ist am 11. Februar 1859 in Riedliitgen i. W. gKoren. Nach dem Besuch der Volksschule in Weingarten, des Lyzeums in Ravensburg und des Gymnasiums in Sttlttgart studierte er an detr Universitäten Tübingen, L^ip;ig und Straßburg. Er bekleidete dann richterliche Stellungen bei verschiedenen Württembergs scheu Gerichten, zuletzt beim Landgericht Heübronn. 1887 wurde er als Zentrumsabgeordneter für hen 15. würtlembergischen Wahlkreis gewählt. Schridemann. Philipp Scheidemann wurde 1865 in Kassel geboren, sein Vater war Handwerkw. Er lernte die Buchdruckerei, war Setzer, später Korrektor und Fakwr. Dann wurde er Redakteur mtd gleitete nacheinauder die sozialdemokratischen Blätter in Gießen, Nürnberg, Offenbach und Kassel, wo er auch Stadtverordneter war. Im Jahre 1911 wurde er in den sozialdemokratischen Parieivorstand gewählt. Bauer. Gustav Baller, zweiter Vorsitzender der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, wurde 1870 in Darkehmen in Ostvvenßen geboren, besuchte die Volksschule und war dann in Rechlsanwattsbureaus tätig, war auch Mitbegründer des Verbandes der Bureanangefteltten und bessert Vorsitzender. Im Jahre 1903 wurde er Sekrftär des Zentral-Arbeitersekretariats in Bulin. 1908 wurde er Mitglied dec Generalkommission der Gewerkschasten Deutschlands. Mitglied des Reickrstags ist er seit 1912. Fisckcheck. Ter fortschrittliche Abgeordnete und neue Handelsmirnster Otto Fischbeck ist am 28. Augirst 1865 Güntersl-a en. Kr is Tram- burg, als Sohn eines Landwirts geboren. Nach Absvloirrung des Gymnasiums zu St.ndal wandte er sich den Staatswisstmschäften zu und übernahm im Fahre 1899 da' Amt eine^ Syndikus dev Harrdelskammer in Birleeld. wo er auch zum Stadtverordne en gewählt würde. Als Syndikus der Papierverarb.i:nngs-^r'uss-' genossenscha't nach Berlin übergesiedelt, wurde er dort auf die Stelle eines unbesoldeten Stadtrats berufen. Prinz Max von Baven über Krieg und Frieden. „Es ist draußen ein gezcn sich hartes Gesck^echt gewachsen. Aber beit Taheimg bliebeneu ziemt es nicht, sich gegen die L-eiden der Kämpfenden abzuhärlen." „Ten Enttäuschungen unserer Feinde stellt ein Ersol^ gegen- ül>er, den mir offen zug^stehen müssen. Die l-aben den voliti >9'.'w Feldz-ug zu unserer moralischen Diskreditierung mit einem migelten reu Apparat der Verleumdung urrd suggestiveit Täusack>en und Iranben zu versorget, kampflos preisgab. Präsident Wüson btt ferner den übernomntenen Schmutz unserer Llwiegsgefattg-encn in Rußland lässig uttd herzlos verwalten lassen." „Heute gilt mehr denn je Platos Forderung: Wer s.inem Volke l-elseu will, muß die Kraft des Tettkens nnt dem Wcklen zur Tot vereinigett. Freilich ist auch vom Volke nicht die Lltmosphäre geschaffen wordett, in der Führer sich leicht entwickeln. Das billicTe Verschenken der Volrsgunst ist wahrlich nicht nachahmenswert, was die Blendenden und Gewandtett emporträgt auf Kosten der Tüchtigen und Echtert. Llber ich vertraue, daß diese Gefahr in Deutschland nicht vorliegt, es gibt starke Sicherungen im deutscheti Charakter gegett die Demagogie. Sicher aber ist dies eine: Führer- kraft kann auch verkümmern unter dem Druck der Mißgunst und Verkleinerung. In den Jahrett vor dem Kriege fehlte oft jene Hingabe und Gefolgschaft, die gerade den Führer stützt und ihn in den Stand setzt, über sich selbst hinauszuwachsett." „Wollen wir (diese) Klarheit schaffen, so dürfen wir allerdings nicht den Kamps der Meinungen in Detttschlcntd scheurm. Das wäre ein falscher und trügerischer Burgfriede, Nwllle man die auch im Kriege unvermeidlichen 2lnseinanden'etzungen' zwi'^len den entgegeTvgesetzven Weltattschntmngen abdämp'en und in die Heimlichkeft verbcntnen. Der echte Burgfriede aber fordert, daß Mensck>en nicht miterivcmder rechten in einem verachtettden uttd verhetzettden Geistt." „Macht allein karrn uns die Stellung m der Weft nicht sichern, .die uns nach unserer Auffassung gebülwl. Das Sch inert kcntn die moralisck>en Mißstände nicht triederreißen, die sich gegen uns erhobett haben. Soll die Welt sich mit der Größe unwrer Macht versöhnen, so muß sie fühlen, txrß hinter tmserer Krait ein Weltgcwissett steht. Diesem Attssprnch stimme ich zu. Um dieser Forderung zu genügen, brauchen wir nur die Pforten nn- seres innersten Wesens crnfzntttn, denn durch die ganze bnttsche Gcistesgeschichte leuchet das Beranttvorttittgsaesühl gegerrüler der Menschheit. Dieses Zeichett soll Deutschland getrost auf seine Fahnen schreiben. In diesem Zeichen werden lvir siegen," VIe $rieöensftage in Oesterreich. Dien. 3. Okt. (WTB.) Zu der Erörterung über die Friedens- fratj: sind sollende Anträge gestellt: Tie Südslawen, Tschechen und Allpolen verlangen in einem gemeinsamen Anträge eine lvahrheits- getreue Darstellung des Standes der Friedenssrage, insbesondere betreffs des Standpunktes der Regierung zum Selbitbestimmungs- recht der Nationen. Tie deutschen Sozialdemokraten verlangen in ihrem Anträge eitlen Frieden auf folgenden Grundlagen: Errichtung eines Völkerbundes, Wiederherstellung Serbiens, Montenegros und Belgiens, Vermeidung des Wirtschaftskrieges. keine Annexionen, keine Kontributionen, Neuregelung deif Ostfragen auf der Grundlage der Selbstbestimmung, Abänderung des Brester und Bukarester Friedensvertrages, Lösung der Polenfrage durch eine polnische Konstituante, Lösung der territorialen' Streitfragen im Sieden auf der Grundlage des Selbstbestimmnngs- rechtes des italienischen und südslawischen Volkes, Neugestaltung der Bezieli-ungen der Nationen Oesterreichs zum Reich auf der Grundlage der Freiheit llnd Selbstwegiernng aller Völker. Tie Ukrainer beanttagen, daß in Zukunft vom Minister des ^leußern geplante Friedensaktionen erst nach Anhörung des Neichs- '-ates bezw. der Delegationen mtternommen werden. In einem anderen Anträge protestieren die Ukrainer gegen die Auslieferimgl Ostgaliziens an das Königreich Polen. Tie Polen Taszynski Glombinski und Tertil verlangen in einem Anträge namens des polnischen Volkes die Wiederherstellung eines unabhängigen, aus »amtlichen polnischen Landesteilen zusammengesetzten polnischen. Staates, also mit einiger Meeresküste und aus vorwiegend von völkischer Bevölkerung bewohnten Gebieten, insbesondere Schlesiens, sowie Teilnahme der Vertreter des polnischen Volkes an dem ^Weltfriedenskongreß, der die polnische Frage zu lösen hat. Ter Wiener Abgeordnete Ofner verlangte, daß der Minister des! Aeußern gemeinsam mit den Vertretern des österreichisch-ungarischen 'Abgeordnetenhauses die Friedensbedingungen, insbesondere, die 14 Punkte Wilsons, auf ihre Erfüllbarkeit hin einer eingehenden Beratung unterziehe. Der Ministerpräsident Freiherr von Hussarek führte aus: Heute vormittag durch dringende Beratung zu meinem lebhaften Bedauern an der Anwesenheit in diesem hohen Hause verhindert habe ich erst aus den stenographischen Aufzeichnungen ersehen, daß der erste Redner bei seinen Erörterungen in maßloser Weise Auffassungen vertreten bat, welche, wie ich selbst überzeugt bin, nicht die des ffchechischen Voltes sind. (Lebhafter Beifall links, Zurufe bei den Tsch:-chen.) Ter Kampf für nationale Ideale kann nicht durch Verherrlichung von Hochverrat und Felonie durch Beschimpiung jener Staaten geführt werden, deren Truppen an der Seite der unseren fechten. Das Deutsche Reich und sein Oberhaupt, der ungarische Staat (lebhafte Zurufe bei den Tschechen) und die ungarische Nation stehen zu hoch, um durch Beleidigungen dieser Art gekränkt zu werden. (Erneute, lebhafte Zurufe.) Aber als Chef der Regierung bin ich verpftichtet, solche Aeußerungon mit Empörung zurückzuweisen. lL-bhafte Zustimmung links. Gegenruse bei den Tschechen.) Ich wahre die Würde Oes^rveichs gegen solche Ausschreitungen des Chcmvffiis- nrus, der jeden inneren Halt und jedes Verständnis für^ die Wirklichkeit verloren hat. der auf den blanken Schild unserer Staatsehre und unserer unerschütterlichen Treue gegen den ruhmvollen Verbündeten keinen Schatten zu werfen vermag. (Lebhafter Beifall, Händeklatsck>en links. G^genrufe bei den Tschechen, der Ministerpräsident wird beglückwünscht.) Ter tschechische Abgeordnete Stanek entwickelte das tschechoslowakische staatsrechtliche Programm und betonte die Solidarität zwischen den Tschechen. Polen und Südslawen. Er erklärte, der Frieden könne durch die Amrahme der 14 Punkte Wilsons erreicht lverden. Als der Redner im Lause feiltet Ausführungen unter heftigen Angriffen auf Deutschland die tschechoslowakischen Legionen verteidigte, kam es zu heftigen Lärnrszenen. Gegen den Abgeordneten Teufel, der die Rede als Schurkerei bezeichnete, warf der tschechische Sr^ialdemokrat Soukup die Aktentcffche eines Ministers von der Minist er bank. Ein anderer tschechischer Abgeordneter warf ein Metallstück von der Schreib- gwrnitnr der Ministerbank gegen Teufel, ohne ihn zu treffen. Der Präsident sprach sein Bedauern über den Vorfall ans. Der Abgeordnete Stanäk wurde im Verlaufe der Rede vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Ter Abgeordnete wies die Rede Staneks als Verrat und schamloses Staatsverbrechen zurück und erklärte: Wir werden im gemeinsamen Verte idigungskampf im Bewußtsein der Gerechtigkeit unserer Sache mit voller Kraft ausharren, untrennbar vereint mit unseren Bundesge troffen, (lebhafter Beifall und Händeklatschen), im Kampfe für den Friedenswillen. auch für den Fritttensschluß. In der südslawischen Frage stimmen die Teutschen der kroatischen Lösung zu. verlangen jedoch materielle Gegenleistungen und Sickrerstellung der Interessen Oesterreichs. In der Polenfrage billigen sie die Lösung auf der Grundlage einer freien Entschließung des polnischen Volkes. Die Teutschen sffrd reit, der nationalen ^Autonomie zuzustimmen, durch krache allen Bolksstämmen xrne nationale Entwicklung ermöglicht wird, wobei jedoch der eigene nationale Besitzstand, insbesondere in Minderheitsgebieten, die Sebsnskraft des Staatsgranzen zuv Wahrung der gemeinsamen Interessen unangetastet bleibt. T-ei Südslätve Dr. K r o s e c fuhrt aus, Freiherr von Hussarek komme mit der .rationalen Autonomie zu spät. Es gäbe keine ^Künste der Welt mehr, welche Kroaten und Serben von den Slowenien trennen könnten. Der christlich-soziale Abgeordnete .Hauser begrüßte den ,Friedensschritt des Außenministers und ectiarte, er bezweifle nicht, das'; tzar Minister diesen Schritt bet gegebener Gelegenheit erneuern pnd fottsetzen werde. Er hoffe, daß es möglich sein werde, im Einklang mit unseren treuen Verbündeten, Deutschland, das Friedensziel der BMonarchie vollständig zu klären und zu konkretisieren, sowie eine Klärung zwischen uns und den Feirüxn M schaffen. Besonders das deutsche Volk habe in diesem Kriege ungeheure Opfer gebracht und sei auch bereit, für das kostbare Gut des FrüHens große Opfer zu bringen. Das deutsche Voll habe in schoerer Lage große sittliche Kraft gezeigt, üo daß uns um die Zukunft des deutschen Volker nicht bange zu sein braucht. Wir alle, die wir das deutsche Volk hier vertreten, fühlen uns mit ihm untrennbar in Freud uitb Leid verbunden. Ter Abgeordnete T u s a r (tschechischer Sozialist) führt in seiner Erörterung der -außenpolitischen Situation aus: Tie Deutschen! irren, wenn sie glauben, daß die Tschechen in den letzten Ta-gens übermütig wurden. Wir haben Interesse daran, mit dem deutschen Volk, das immer ein großes Volk bleiben wird, im guten Einver- vernehmen zu bleiben, da es ja der Nachbar des tschecho-slowakischen Staates sein wird. Wir werden im übrigen alles tun, schloß der Redner, damit die tschechische Frage mit den anderen Weltfragen auf dem internationalen Kongroß gelöst wird. 'Lebhafter Beifall bei den Tschechen.) Ter Abgeordnete M a t a j a (christlich-sozial) erklärte, au, den. Wege der.obrigkeitlichen Zusammenfassungen der Natioiren zu Staatsgebilden gehe es nicht mehr. Wir müsset uns entschließen, sagte Mat ata. den Weg der Selbständigkeit und des Selbstbestimmungsrechts der Nationen anzuerkennen, und zwar nicht aus einem inneren Zwang, sondern aus der Erkenntnis der inneren Notwendigkeit des neuen Systems. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Tie nächste Sitzung findet morgen statt. Der Allpole Gl o m - binski überreichte am Schluffe der Sitzung einen Antrag betr. die Einberufung eines internationalen Friedenskongresses zur Lösung der polnischen Frage gemeinsam mit den internationalen Fragen. Wien, 3. Okt. (WTB.) Tie Deutsch-Böhmische Korrespondenz meldet: Tie Rede des Abgeordneten Stanekrief in den deutschen Abgeordneten kreisen großeErregung bertwr. Eine Abordnung begab sich zum Ministerpräsidenten, der während der Rede Staneks bei einer Konferenz im Auswärtigen Amt weilte, um von ihm die schärfste Zurückweisung der Ausfälle des Abgeordneten Stanek zu verlangen. Tie Erregung kam auch darin zum Ausdruck, daß der Leitungsausschuß des Verbandes der deutsch-nationalen Parteien seinen Obmann ermächtigte, mit den Ehrisllich-Sozialen, den deutschen Sozialdemokraten und den Wiener Freiheitlichen Fühlung zu nehmen. um ein gemeinsames Vorgehen sämtlicher deutschen Abgeordneten zu ermöglichen. Wien, 3. Okt. Wie die „ReiichBPvst" meldet, wird heute nachmittag eine Znsanrmeirkunft der christlich-sozialen, der deutsch-nationalen und der deutsch-sozialdemokratischen Fülwer im ölbgeorwlelenlxruse stattfinden, um eine gemeinsame Richtlinie für die deutsche Bevölkerung zu sickiern. Es handle sich nicht um die Erneuerung, einer defensiven Gentein- bürgfchoft, sondern um eine einheitlich nationale Willensbildung in den Existenzfragen des Staates und zum Zivecke der Verständigung mit den anderen Nationen. Budapest, 2. Okt. (WTB.) Wie die Blätter melden, unternahm der M i n i ste r p r ä f i d e n t Schiritte, damit die Führer aller größeren politischen Parteien vom König in Audienz empfangen werden, um diesen Gelegenheit zu geben, ihrer Auffassnng über die Lage Ausdruck zu geben. Tie Reise, die Graf Julius Andrafsy heute nach Wien angetreten hat, witt) hiermit in 'Verbindung Aebrach,t. Auch die Parteiführer Graf Albert Apponyi und Gras Stefan Tisza treffen heute morgen in Wien ein. * Lord Lansdow'ieS Friedcnsvorschläge. Basel, 3. Okt. „Daily Telegraph" ineldet aus London: Lord Lansdowne hat den ungewöhnlichen Schritt getan, dem Kabinett und dem König seine Ratschläge zur ehrenvollen Beendigung des Krieges anzntragen. Lloyd George ist bereit, Lord Lansdowne in den nächsten Tagen zu empfangen. Telegramme an Hindenburg. Dresden, 3. Okt. (WTB.) Ter König richtete an Hindenburg folgendes Telegramm: „Gestatten Sie mir, Herr Feldmarschall, Ihnen ineine wärncsten und aufrichtigsten Glück- und Segenswünsche zu Ihrem Geburtstage auszup echen. Gott erhalte Sie in alter Kraft und Frische zum Heil und Segen unseres geliebten Vaterlandes in dieser schoeren Zeit. Mit unbegrenztem Vertrauen und der festen und imerschütterlichen Zuversicht, daß Gott unser Vaterland ans den jetzigen trüben Tagen zu neuer glänzender Machtstelllmg erheben wird, blicke ich heute als Bundesfürst und Soldat in Begeisterung zu Ihnen auf." Essen, 3. Okt. (WTB. Nichtamtl.) Tie wirtschaftsfriedlichen nationalen Rüstungsarbeiter haben an Feldmarschall Hindenburg folgendes Telegramm gesandt: Zum Geburtstag Eurer Exzellenz erkläre ich im Namen von 15 000 Rüstungsarbeitern in Effen Stadt und Land: Nicht parlamentarische Redereien, sondern nur die Tatkraft Eurer Exzellenz und der unüberwindliche Siegeswille unseres tapferen Heeres verbürgen Deutschlands Sicherheit und Zukunft. Friedrich Hoos. Die §ch'a't an der Maas. Berlin, 3. Okt. Ein Berichterstatter schreibt über die Kämpfe in der Maasgegend: Auf deni Schlackstselde links der Maas ist seit dem Morgen des 30. September eine Kampfpause eingetreten. Die ooraus- gegangenen beiden überaus schweren Kampftage, vornehmlich seine Tutzendanstürme am 39. September hatten für den Feind gnvaltige Menschenopfer zur Folge. Tie Haufen der toten Amerikaner im Vorgelände sind der beste Beweis dafür. Tie körperlichen und seeli- sckZen Strapazen unserer Truppen waren unerhört: traut sie im Stande waren, dem kolossalen ainerikanischm Einsatz an Menschen «und Material jeden Fußbreit Boden abzutrotzen oder nur nach schrecklichen Einbußen für den Gegner herzugeben, so ist dies nicht allein -in der deutschen Tifziplin zu suchen, sondern es liegen die Gründe viel tiefer. Ter Herzschlag innigster Heimatliebe, die Erkenntnis der Not, der Gedanke an die brutale Gewalt die mit roher Hand ihr schönes Vaterland zugrunderichten will, sie bergen das Geheimnis dieser Riesenenergie, aus der die selbst vom Feinde angestaunten zerschmetternden Kräfte geboren sind. Es ist ein beruhigendes Gefühl: verschenkt haben unsere Soldaten nichts. Und wenn inan aus die Kämpfe der letzten Woche vor Verdun zurückblickt, so kann man ohne weiteres chgen, daß die gräßlichen Blutopfer der Amerikaner zu ihren bisherigen Fortschritten in einem ganz ungesunden Verhältnis stehen. Dessenungeachtet ist es klar, daß die amerikanischen Divisionen in absehbarer Zeit von neuem das Ringen aufnehmen werden, zumal sie keines ihrer beabsichtigten Ziele erreicichen. Ihre Schlagwötter „Verfolgung", „Generalisierung" sind Traumausdrücke, die vlme Kenntnis der deutschen Soldatenseele geschmiedet worden sind. Wie sich die weitere ylbwehrschlacht auch gestalbm mag — Deutschland vertraut un geschwächt auf den guten Geist unserer Helden- kämpfer, für deren glänzende Halttmg jeder Tank zu gering ist. Der erste Oktober eine Enttäuschung für den Feind. Berlin, 3. Okt. Ein Berichterstatter nteldet: Ter 1. Oktober ist für die verbündeteln englisch-französisch- belgischen Truppen eine ^ r o ß e E n t t ä u f ch u n g gewesen. Wo sie angriffen, wurden sie unter schweren Verlusten abgewiesen. Anfänalichrr Geländegewinn wurde durch schuldigen Gegenstoß deutscher Bataillone sofort wieder wettgemacht. Wenn der Feind' auch noch nichts zu großem einheitlichen Angriff ansetzte, so waren die Einzelkämpfe doch sehr erbittert und die gegnerischen Angriffsziele weit gesteckt. So sollte z. B. ein belgischer Angriff nach Gefangenenaussagen Kortemark erreichen. Er kam nicht einen Schritt vorwärts und kostete die Angreifer außer blutigen Verlusten 5 Offiziere, 82 Mann als Gefangene. Dasselbe Mißgeschick hatten die Versüße der Belgier, aus Roffelare durchzustoßen. Trotz der starken Artjillerieunterstützung wurden drei Angriffe hintereinander) von den tapferen Badensern und Rheinländern abgewiesen. Glänzend bewährte sich dabei wieder die Artillerie, die unmittelbar hinter der Infanterie auffubr und durch Treffer inj geschloffene Kolonnen dem Feinde schwere Verluste zufügte. Beim letzten Angriff in diesem Abschnitt waren auch englische Tanks beteiligt, von denen einer durch Volltreffer zerstört, die anderes zur Umkehr gezwungen wurden. Es gelang dem Engländer in den Vormittagsstunden das Dorf Ledegem von Norden umfassend zu nehmen. Erst als der Feind auf 100 Meter heran war und das einzige Masckstnengewehr durch den Tod des wackeren Schützen ausfiel, wurden die Protzen herangerufen. Es gelang, ein Geschütz noch zurückzubringen, die anderen mußten zurückgelassen werden, da die Pferde fielen. Sie wurden aber bei Rückeroberung des Ortes Ledegem zurückgewonnen. Ter Gegenangriff wurde so-mr über den Ort hinaus vorgetragen. Weiter südlich hatte der Feind vorübergehend auf einer wichtigen 5)öhe Fuß faffen können. Ein säcküsisckies Regiment führte euren glänzenden OHgenstoß vurch und brachte die Höhe wieder voll in deutschen Besitz. Bewußte Irreführung. Berlin. 3. Okt. (WTB.« Ter Reuterfche Korrespondent bei der franzöffschm Arm« .Meldet nach einer Nachricht aus dem Haag daß die Franzosen am 1. Oktober mittags in St Quentin eingerückt such. Diese sttinmungsmachnrische Meldung, in der Haupts^,? wohl für das neittrale Ausland bestimmt, klingt so, als ob ein Sieger nach g-lvonnener Schlacht in Mcrrrchkolonne, wonröglich mit Musik, in eine befreite Stadt einzöge. ^ Tatsache ist. daß St. Quenttn effr von der feindlichen Artillerie^v « rw ü ste t e r Trümmerhaufen ist. der nun aus unserer Stellung östlich davon unter deutscknem Feuer liegt. Bis 1. Oktober standen noch deutsche Erkimdtmgsabteilungen in diesem Trümmerhaufen, die dem vorfühlenden Feinde unter Feuergefecht auswickmc. Wie sich in eimm solchen Kampfe das „Einrücken" der Franzosen in diese unter Feuer liegende Trümmerstätte gestaltet hat, kann man sich wohl vorstellen. * Englischer Bericht ans Palästina. London, 2. Okt. (WTB. Nichtamtlich) Renter. Pälästina- bertcht. Bei der Einnahme von Damaskus wurden 7000 Gefangene gemacht. * Gesangenen-Austausch. Berlin, 3.Okt. (WTB.) Ter Austausch der Kriegsgefangenen und Zivilinternierten zwischen Deutschland und Frankreich wird, wie bereits angekünbigt wurde, demnächst wieder beginnen^ Vom 15. Oktober ab sollen wieder von jeder Seite wöchentlich zwei Züge mir kriegsHefangenen! Mannsck,asten abgelassen werden. Ter nächste Offizierstvansporli würde SNitte November-sällig sein. Ein Zug init Ziviltttterniecten w-ird voraussichtlich am 7. Oktober effttreffen und u. a. auch Teulsch^ aus Marokko mitbringen, lleber die weitere Fort- setzuitg des Austausckres der Zivil internierten wird nock), verhandelt. Es ist zu hoffst, daß eine befried cgende Lösung erzielt werden kann. Die Wehrpflicht der Ukraine. Kiew, 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Einer Zeitungs^ Meldung zufolge hat die Beratung des Wehrpflichtgesetzes im Ministerrät begonnen. Nach längerer Beratung wurde die zweijährige Dienstzeit beschlossen und die Befreiung einziger Söhne vom Krregsdienst festgesetzt. Der Ministerrat bewilligte in der gestrigen Sitzung auf den Vorschlag des Ministers des Aeußern eine Million Mark für den Ankauf eines Gesandtschaftsgebäudes in Berlin. Zeitungsmeldungen zufolge bereitet der Minister für Handel und Industrie 5^andelsverträge der Ukraine mit dem Dongebiet, Litauen, Polen, Finnland und Georgien vor. Finnische Besucher in Deutschland. Helsingfors, 3. Okt. (WTB.) Auf Einladung de^ Deutschen Regierung haben am 2. Oktober 14 finnische Herren eine Studienreise nach Deutschland zwecks Besichtigung landtvirtschaftlicher, industrieller und kulturell bedeutender Punkte angetreten. Die Reise wird ca. 15 Tage dauern. Außer Berlin werden die Städte Jena, Kassel, Düsseldorf, Köln, Bonn, Mannheim und Heidelberg besucht Aus dem Reiche. Der Reichstag. Berlin, 3. Okt. (WTB.) Die nächste Plenarsitzung des Reichstags wird am 5. Oktober nachmittags 1 llhr stattfinden. * Berlin, 3. Okt. (WTB.) In der Sitzung des Bu n- desrats wurde angenommen: Der Entwurf einer Verordnung zur Abänderung der Verordnung über zuckerhaltige Futtermittel, der Entwurf einer Bekanntmachung über Gewährung von Zulacjen zu den Verletztenrenten aus der Unsallfürsorge für Gefangene, der Entwurf einer Bekannt» machung betr. Prägung von Zehnpfennigstücken aus Zink. Aus Stadt nnd Land. Gießen, den 4.Okwber 1918. Run erst recht! Nim erst recht! — Tu weißt, was ich meine. . Es gibt jetzt nur eine Pflicht, nur eine. Ob drohend die Wollen .am Himmel sick, turnten Hub die Heere der Feirlde rings gegen uns stürmen — - Bleibe stark, halte aus, fcm deutsches Geschlecht! Nun erst rvchjt? Noch hält die lebendige Mauer smnd, Und du hältst dein Schicksal fest in der Hand. Mit dir ist Gott, dein FÄs, deine Burg. Und dein gutes Schi.vert. Die Parole heißt: ..Durch!" — Du weißt, wer du bist, keines Menschen Knecht. Nim erst recht-! Die .Zeit ist eisern, und hatt ist das Muß. Je hättet Metall, desto befferer Guß. Tu kannst, und — du hast. — Nun öffne die Hand Und tu' das Deine fürs Baterlaird. Was achtmal gut war, werd' jetzt nicht schlecht. Nun erst recht! L. Jj. Crumbach. DaS Herbftwetter im BolkSmund. Wir haben dieses Jahr einen frühen Herbst bekommen, der lang7 vor dem kalendernräßigen .Eintritt dieser ^Jahreszeit seine lmnten Züge der Statur ausprägte. Tas deutsche SprickZivott ist an diese Erscheiirung eines frühen Herbstes gewöhnt, nnd in den Bauernregeln rechnet man bereits im August tnit dem Einzug des Herbstes. Sck wird vers-chäedentlich der 10. August, der Lorenz tag, der erste Herbsttag geirannt: am 22. oder 24. Llugust rechnet man dann allgemein nrit dem Herbstanfang. So heißt eS z. B.: „Ter Herbst farrgt an St. Synrpkwriarr" (22. 9lugust) oder „Ter Herbst fcürgt um Bartholomäi (24. August) an." Dem Barth.'lomäustag wird überhaupt für das Herbsttvctter eine große Bedeutung ^zugesprrch.'n. „Wie sich das Wetter um Battholomäi stellt ein, so soll's den ganzen 5)erbstmonat sein", sagt trian m der Pfalz. In mrderea Gegnrden heißt eS: „Wie es an Battholomäi' wittett, soll es den ganzen Herbst durch wittern" oder „Wie St. Bartholomäus sich verhält, so ist dar ganze Herbst bestellt." In Hessen behauptet man im Gegensatz zu der Pfalz: „Wenn eS auf Battholomäi regnet, dann gibt es einen guten Herbsl" In anderen Bau«rnreg>eln setzt mau den Herbstanfang in die letzten Tage des August und die ersten des September. Die zwei letzten August? und die beibat ersten Septembertage sollen für das ganze Herbsttvetter bestimmend sein. Der St. Aegiditag (1. September) spielt da eine besondere Rolle: „Wie der St. Aeg'ditag, so der gatrze Mvnat rut mag" oder: „Ist zu Aegidi ein heller Tag, ich dir einen gutea Herbst Porsag." Der Herbst, der „den Svtnmer frißt", macht Deller und Scheuer voll, indem er „sein Hortr ansleert". ,^Jst der Herbst warm, hell und klar, so ist zu hoffen ein fruchtbares Jahr", sagt «in pfälzisches Sprichwott. Aus der Herbst Witterung zieht man auch Schlüsse auf das Wetter im folgenden Winter. So sagt man z. B.: „Biel Herbstnebel bringt Winterfchnce" oder „Sirch die Rosen spät im fflatteit, laßt der Winter lange auf sich watteittl Bleiben dagegen die Baumblätter twch spät im Herbst an den Bäunven, so soll das kein günstiges Jaka bedeuten. Unter den einzelnen Herbstnwnatcn ist nach dem deirtschen Sprichwott der September „der Ddai des Herbstes". Wichtig für das Herbstwettcr soll der 9. September sein: traut es an diesem Tag: regnet, „aibt's einen wahren Satans herbst". Um Mitte Oktober ernmrten die Bauernregeln aller Völker noch einmal eine warme, milde Witterung, die nmn vielfach nach den Heilt gm dieser Tage „Sommer der heiligen Theresa", „Brigittens fommettft „Dt. Wenzelsomm-er" oder ganz allgemein „Altweide r s o m in e r" norm. Vvm 16. Ottober heißt es: „Am St. Gallnstag den Nackisommer man erwarten mag." Ein letzter Aus^ klang des Herbstes wird dann im deutschen Volksmund am 1. November festgestellt. „Am ?lllerheiligm Sonnensch in, tritt der Nachsommer ein." Diese Windstille, heitere Witterutrg der ersten No» vembettage wird auch als die „Allerheiligatruhe" bezeichnet. Ties ist aber auch der letzte NachGmrg des Herbstes in den Bäuerin regstn: andere Spttchwötta^ behaupten bereits: „Aller-Hallgen sehen sich nach dem Winter um." * ** Genehmigui, gSf* ' Ü für Erfatzlebensmittrl. Am 1. Oktober 1918 ist die Genehmigimgspltchl für Ersatzlebats- mittel, die durch die Buttdesratsverordnung vom 7. März 1.918 eingefühtt worden ist. in vollem Umfange in Kraft getreten. Bon nun ab dürfen ratt noch Ersatz! ebensmittel her gestellt, ange- lwten tmd verkauft werden, die von der zuständigen Ersatzmülel- stelle genehmigt worden sind. Soweit die Ersatzlebensmittel nicht auf der Packung den Vermerk tragen, von lvelcher Stelle, ltxutn nnd unter welcher Nummer sie genehmigt sind und zu welchem Preise die Packung abMgcben ist. muß der Händler dttrch eine besondere Beschnnigutta oder aber" durch entsprechende Vermerke auf der Rechnung jtt>crzeit den enffprechenden Nachweis führen können. Znnnderhaudlungen sind der Polizei oder der nächsten Ersatzmittel stelle bekannt zu geben. m. 235 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 4 . Oktober W 8 Au, Stadt und €<*n&. Gießen, den 4. Oktober 1918. Eine vaterländische Aufgabe. Wir stehen im Zeichen der 9. Kriegsanleihe. Es ist Mahl anzu- nehlnen, daß in allen Schichten der Bevölkerung Verständnis genug vorhanden ist, um zu erkennen, daß es mlehr als je vaterländische Ajusgabe ist, deni Reich diejenigen Mittel zu bewilligen, deren es zur siegveiciien "Abwehr der Feinde bedarf. Da am Geldmarkt große lindeschästigte Kapitalien vorhanden sind, fehlt es durchaus nicht am guten Vorzeichen, um mit der 9. Kriegsanleihe wieder einen stattlichen Heimatsieg zu erringen. Es ist osfen zuzugeben, daß nach dem Rückzug im Westen eine Schar Kleinmütiger und Verzagter vorhanden ist, die mit der Zeichnung zurückhalterch geworden sind. Nichts wäre jedach verkehrter, als deswegen der Zeichnung fernbleiben zu wollen, weil für eine krrrze Spanne Zeit das Kriegsglück nicht auf unserer Seite war. Jeder vernünftig Denkende Ivird nicht verlangen können, daß in einem mehrjährigen Ringen, an bcm sich fast alle Völker des Erdballs beteiligen, der Erfolg unablässig auf unserer Seite sein soll. Daß in einem solchen Riefenkamps einmal auf dieser, einmal aus jener Seite der Vorteil liegen wird, versteht sich von selbst. Aber wir dürfen nach dem ganzen Verlauf des Krieges die lieber zengung haben, daß einem weiteren ausschlaggebenden Vordringen der Feinde ein eherner Wall gezogen ist. Wenn aber dem Reich die weiteren Kampfmittel verweigert norden wirden, so müßte unter Umständen mit der Gefahr gerechnet wer »en. daß der Feind in unser Land eindränge und daß dann eine Vw io, istung unserer Hei-. ttrat vor sich ginge, über die man sich im Vereise jener Verzagtem noch keine rechte Vorstellung gemacht zu haben scheint. Deshalb mfuß immer wieder bewert werden, daß es nicht hoch genug zu veranschlagen ist, daß es unserem tapferen Heer bisher gelang, abgesehen von unbedeutenden Grenzstücken, den Feind von unseren Grenzen fernzuhalten Und den Krieg auf fremdem Boden anszufcchten. Bei der heutigen Kriegslage wird ein großer Finanz sieg i n hohem Grade von politischer Bedeutung sein, denn er wird der Welt bewei s en, daß Deutschland in seinem Innern fest geeknigL dasteht und in dieser Einheit unüberwindlich ist. Die Ausbeute beim Bucheckeruöl. Die deutsche landwirtschaftliche Presse teilt in ihrer Nummer vom 14. Setttember d. I. mit, daß aus 100 Kg. Bucheckern beim primitiven Kleinberrieb 12 Kg. Speiseöl gewonnen werden. Gleichzeitig macht sie darauf aufmerksam, daß die moderne Oeltcchnik ganz wesentlich höhere Ausbeuten erzielt. In der Großtechnik rechnet man aus 100 Kg. Bucheckern mit 92 Prozent Trockeir- substanz 60 Kg. enthülste Kerne, die etwa 35 Prozent, das sind 21 Kg. Oel enthalten. Durch eine viel bessere Vorbereitung zur Abpressung ist es möglich. 80 bis 85 Prozent des Oelgehaltes als Speiseöl zu erzielen. Dem hingegen bekommt der Kleinbetrieb nur etwa 50 Prozent des Oelgehaltes an Speiseöl heraus. 100 000 Zentner Bucheckern geben 60 000 Zentner enthülste Kerne, die 21000 Zentner Oel enthalten. Davon gewinnt der .Kleinbetrieb durch kalte Pressung höchstens 11 000 Zentner Speiseöl der Großbetrieb aber mehr als 17 000. Das Bucheckernöl ist ein gutes Speiseöl, das schwer ranzig wird und sich lange ansbewahren läßt. Da Deutschland viele und große Buchenwälder hat, die gegenwärtig eine außerordentlich reiche Tracht tragen, kann unsere Fettvation durch das Bucheckernöl erheblich aufgebessert werden. Das Kilogramm waldsrischer Bucheckern wird dem Sammler mit 1,65 Mark bezahlt, wozu, iwch der Oelbezngschein oder der Oelschlagschein kommt, ersterer berechtigt aus das Kilogramm abgelieferter Bucheckern 60 Gramm Oel zurückzukaufen. Letzterer ermöglicht es, ein der abgelieferten Menge Bucheckern gleiches Gewicht in einer auf dem Schein angegebenen Mühle für den eigenen Bedarf schlagen zu lassen. Ter Oelbezugschein wird, für brn Sammler häufig schon aus dem Grunde, dem Schlagschein vorzuziehen sein, weil es ihm vielfach kaum möglich sein wird, bei der starken Beschäftigung der Oelmühlen die Bucheckern recht- zu lassen. le O el mühten, die vom Kriegsernährungsamt zur Verarbeitung von Oelfrüchten zugelassen sind, können Bucheckern schlagen. Dieser Herbst bringt nun erfreulicher Weise eine ausnehmend große Bucheckern ernte und das dürste zur Folge haben, daß mehr Mühlen zur Oelgewinnnng heranzuziehen sind. Tie Besitzer solcher Mühlen haben nur den entsprechenden Antrag an ihren Kvmmunalverband zu stellen, der ihn zur Begutachtung dem zuständigen Krieoswirtschaftsamt übergibt. Bon dort geht er an den Kriegsausschutz für Ocle und Fette, der letzter Hand darüber entscheidet. Ta die Bucheckernzeit bald vorüber ist, werden die Mühlenbesitzer gut tun, den Antrag möglichst rasch ein zu reichen. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Bucheckern, welche zuerst zu Boden fallen, für die Oelgewinnung meist wertlos sind, da sie entweder taub, leer, von Insekten beschädigt oder noch nicht ausgereist sind. Tie gesunden Eckern bleiben ckwas länger in ihren Fruchtbechern hasten, kommen aber später bei sonnigem Herbstwetter oder schließlich nach den ersten Nachtfrösten in großen Mengen zu Boden. * ^ ** Auszeichnung. Leutnant d. Res. Otto Schäfer, Sohn des Rentners Schäfer, Wilhelmstr. hier, bei einer schweren Batterie im Westen, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. ** Fliegeralarm. Samstag den 5. Oktober, Nachmittags 4 Uhr, werden an verschiedenen Stellen der Stadt Versuche mit Signalbomben angestellt. Winterkartofsel-Versorgung. Tie dlbholnng der Kartoffel-Bezugsscheine kann am Samstag den 5. d. M.; vormittags von 8—12 Uhr, und an den übrigen Tagen während der üblichen Geschäftsstunden in den Brotmarkenbezirken erfolgen. ** Ausgabe von Süßstoff (Saocharin). In der Zeit vont 1. bis 31. Oktober 1918 wird gegen die Lieserungsabschnitte 30 und 21 der Süßstofskarten „H" (blau) und gegen die Liefecungs- abschnittc 5 und 6 der Süßstoffkarten „0" (gelb) von den Süß- stofsabga bestellen Süßstoff abgegeben. Siehe Bekanntmachung. ** Hasendiebstähle. In der Nacht zum 28. v. M. wurden in der Lonystraße fünf Stallhasen, Belgische Riesen und Deutsche Riesenschecke, und in der Nacht zum 3. 0 . M. in der Mar- burger Straße vier Stallhasen, Deutsche Rieseirschecke, gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Bon der Verband -und Kranken erfrischungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof Gießen wurden im Monat September 1918 937 ^durchreisende Soldaten und Verwundete mit Kaffee erfrischte, die Sanitätslvache hat 598 Transporte aus- geführt und in 238 sonstigen Fällen Hilfe geleistet. Kreis Alsfeld. 8 Ruppertenrod, 3. Okt. Am letzter: Sonntag wurde in unserer dichtgefüllteü Kirche die Gedächtnisfeier für den Pionier Otto Bläser, der seinem Bruder Karl im Heldentod fürs Vaterland gefolgt, gehalten. 8 Ruppertenrod, 3. Okt. Tie langjährige Besitzerin des weitbekannten und eines guten Rufes sich erfreuenden (Gasthauses «ur „Krone" verließ heute unseren Ort, um nach Honrberg a. d. Ohm überzusicÄeln. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 4. Okt. Im nahen Hutzdors waren vor 3 Wochen einem Landwirt mehrere Tausende in Wertpapieren gestohlen wordene ^etzt wurde der Täter in der Person eines 18jährigen. Burschen ermittelt, der früher bei dem Bestohlenen als Knecht in Stellung, geioesen war. Das Geld wurde watf)} vollzählig vorgesunden. — In Hemmen brachen Zigeuner in einer Wirtschaft ein. raubten die gesamte nock. vorhandene Rauchen rare und ließen vbendrein noch 1200 Mark mit gehen. Auch in diesem Fall 'omtte die bestohlene Familie nx.> Ostens in beit Besitz des Geldes wroder kommen, da dre Verhütung der Zigeuner bald nach Ausführung des Einbruchs erhvlgen tonnte. Kreis Friedberg. Q Bad-Nauheim 3 Okt. Gestern nacht wurde in das m der Furstenstraße gelegene Manufaktur- und Modewarengeschäft von Wolf und im Kettelerheim eingcbrochen Im erstgenannten Geschäft erbeuteten die Einbrecher für mehr als 3000 Mark Waren und im Kettelerheim räumten sie Küche und Speisekammer vollständig auS. In beiden Fällen waren die Spitzbuben durch eingeschlagene Fenster in das Innere der Räumlichkeiten gelangt. A. Hessen-Nassau. Fc. Diebri ch, 2. Okt. Heute nacht sank das Thermometer hier auf Null Grad. Einzelne Gartenfrüchte, besonders die Bohnen, haben darunter gelitten. — Frankfurt a. M., 3. Okt. Die diesjährigen Stadtverordnetenwahlen finden am 21. November statt und sollen im Zeichen des Burgfriedens vollzogen werden. ^ Wiesbaden. 3. Okt. Im Hause Jahnstraße 16 geriet am.Mttttvach abend der Gelegenheitsarbeiter Steglitz mit der Ehefrau des Mllners Reitzen bahn, deren Verkehr er eifersüchtig überwachte, in Wortwechsel, in dessen Verlaus er die Frau durch zwei Schüsse lötete. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und entleibte sich durch einen Schuß m die Schläfe. Die ermordete Frau war Mutter zweier .Müder; der Ehemann befindet sich in französischer Gefangenschaft. K ein vertrag, kein Recht sichert uns gegen feindlichen Ueberfall. Hur die eigene Stärke verbürgt uns den Weltfrieden, wollen wir ihn erreichen, dann darf es kein schwaches veutfchianä geben, (rft die Zukunft wird den wert des völkischen Ringens für DeuMülM Mtmigm öerWelt offenbaren. Setzt alle Kraft ein für dieses Ringen, dem auch die Kriegsanleihe gilt. fjocbfctmlitacforicfotett. Ein Institut für das Deutschtum im Ausland. ]r Marburg, 1. Okt. An der hiesigen Universttät ist ein Institut für das Deutschtum im Auslaude gegründet worden, dessen Atbeitsziel darin besteht, die vielen Millionen Deutsche, die im fremdsprachigen Ausland angesiedelt sind und ihre Muttersprache bewahrt haben, in ihrem gesamten .Kulturleben, nach Wirtschaft, Handel und Verkehr, Schul-, Kirchen- und Nechtswesen, sowie Sitte drnd Ueberlieserung von Grund aus kennen zu lernen und diese Kenntnis von Marbürg aus als Mittelpunkt zu verbreiten. Unter vollster Würdigung des Umstandes, daß das neuartige, einzig in Deutschland dastehende Institut geeignet sein dürfte, Marburg und seine Universität in den weitesten Meisen im In- und Auslande bekanrtt zu machen, bewilligten die städtischen Körperschaften hierfür einen vorläufig aus zehn Jahre zu bemessenden jährlichen Zuschuß von 1000 Mk. hl. Marburg, 3. Okt. Dem ordentlichen Honorar-Professor Geheimer Reg.-Rat Feußner ist der Krvnenorden 3. Klasse verliehen irorden. — Gehe imrat Feußner ist vom 1. Oktober) d. I. qI :n seinen akademischen Verpflichtungen irbundeii worden. Dev neueste Bericht der Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 4. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern griff der Feind mit starken Kräften zwischen Hooglede und Roselaere an. Beiderseits der Straße Staden—Roselaere drang er in unsere Linien ein. Bayerische und rheinische Truppen warfen ihn im schneidigen Gegenstoß wieder zurück. Wir machten hierbei etwa 100 Gefangene. Vor Eambrai nichts Neues. Teilkümpse südlich von Außen- cheul und bei PiDville, in denen 70 Gefangene eingebracht wurden. Heeresgruppe Boehn. Auf breiter Front zwischen Le Catelet und nördlich von St. Quentin setzte der Engländer erneut zu einheitlichem Durchbruchsversuch an. Beim ersten Ansturm gelang es dem Gegner Le Catelet .zu nehmen, bis Beaurevoir und Mont- brchain vorznstoßen und in Segnehart einzndringen. Beiderseits von Le Catelet w-arftn wir den Feind wieder in und über seine Ausgangsstellungen .zurück. Teile der Reserve- Jnfanterie-Regimenter 90 und 27 unter Major Goder, Rittmeister Freist're von Wagenheym und Oberleutnant Sleuner, sowie Batterien des 2. Garde-Feldartillerie-dkegiments uud des Feldartillerie-Regiments 208 zeichneten sich hierbei be- sondei's aus. Beaurevoir imrrde wieder genonnnea. Umfassend angesetzte Angriffe säckzisischer, rheinischer und lothringischer Bataillone brachten uns wieder in den Besitz von Montbrchlnn. Segneliart blieb muty wechselvollem Kampfe in der Hand des Feindes. Am Abend folgten fttukein Feuer stidlich St. Quentin feindliche Angriffe, die vor unseren Linien scheiterten. Hee r e s g r u ppe De u 1 sche r K r 0 np r i n 4 . Aus dem Rücken und an den Hängen des Chcmin des Domes dauerten die bestigcn Vorposteukämpse auch gestern an Stärkere Angriffe der Italiener wurden abgewiescn. An der neuen AiSne- und an der Kanalsront nordwestlich von ReimS stehen wir überall in Gcsechtsberührung mit dem Feinde. In der Champagne griff der Franzose mit teilweise frisch eingesetzten französischen und amerikanischen Divisionen auf breiter Front^zwischcn der Suippe und der Aisne an. Seit Beginn der Schlacht östlich der Suippe und bei St. Marie ä-Py im Kampfe stehende westfälische und Jägerregimenter schlugen qnch gestern wieder alle Angriffe des Feindes ab und machten hierbei mehr als 100 Gefangene. Nördlich von Somme-Py gelang cs dem Gegner aus dem Höhenzuge -wischen St. Eticnue und Somme-Py, dem weißeu Berge und der Mcdcah-Höhe Fuß zu fassen. Im Gegenangriff warfen wir den Feind über die Höhen zurück. Kletue Franzosennester sind znriickgeblieben. Auf der Front zwischen Orftuil und der Aisne sind me Angriffe des Feindes vor unseren Linien gescheitert. Südlich von Liry und südwestlich von Mon/hms kam es hierbei zu besonders heftigen Kämpfen. Regimenter der Garde und aus Pommern, Rheinländer und Bayern warfen den Feind hier völlig zurück. Im Verein mit bayerischen Pionieren wurde dem in Challerange eiugedrungenen Gegner der Ort wieder entrissen. Auch am Abend wiederholte Angriffe scheiterten. Heftige Teilangriffe des Feindes zwischen der Aisne uud dem Argonuenvaide wurden ab gewiesen. * Wir schossen gestern 25 feindliche Flugzeuge und 7 Fesselballone ab. Leutnant Jacobs errang seinen 35., Vizeseld webel Dörr seinen 30. Lustsieg. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Die neue Regiemng. Berlin, 4. Okt. Das für die neue Regierung vereinbarte Programm geht, wie es setzt hnßt, in seinen Forderungen nicht so wett, wie die Sozialdemokraten es ursprünglich gefordert hatten. Von^der svsorttgeu Aufhebung des Art. 9 der Reichsverfassung hat man Abstand genommen. Tie Frage der Behandlung des O st f r i e d e n s ist wesentlich anders formuliert NOrden, und die Forderung, daß das gleiche Wahlrecht in a l len B u ndesstaaten durch Reichsgesetz herbeigeführt werden solle, ist fallen gelassen worden. Ucber das so ab geänd erte' Pro- tgramm,wird heute !unter den Vertretern der Mehrheitsparteien, einschließlich der Natioualliberalen, weiter beraten werden. Die nativnalliberaleReichstagsfraktionhat laut „Berl. Lok.-Anz." in ihrer Besprechung gestern abend zu dem von den Mehrheitsparteien ihr überreichteil Programm Stellung genommrn. Man ist zu der Uebel^eugung gekommen, daß die politischen An- stwten der Fraktion, die erst kürzlich in dem am Sonnabend ver- öisenllichten Beschluß ihren Ausdruck gefunden haben, sich wohl mtt dem Programm der Mehrheit vereinbaren lassen. Die end- yülttgen Verhandlungen, die den Eintritt der Nationalliberalen in den Regierungsblock zum Ziel haben, finden, wie wir hören, heute srüd statt. An einer Beteiligung der Nationalliberalen an den Regierungsblock wird kaum noch gezweifelt. In diesem Falle dürste «außer den bisher in der Rlegiening gewesenen Mitgliedern der ^atrcmalliberaten Partei, dem Staatssekretär des Reichsjuftizamts von Mause und dem Vizepräsidenten des preußischen Staatsmini- sterrums Dr. Friedberg, noch ein drittes Mitglied der nationallibe- ralen Partei in die Regierung eintreten. Die irische Frage. B e r n, 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Einer Dubliner Meldung der „Times "zufolge betrug bis zuin 29. September die Gesamtzahl der freiwilligen irischen Rekruten 7900. Da somtt keine Aussicht besteht, daß die von French angesetzte Quote von 50 000 Mlann bis zum 15. Oktober erreicht werten wird, tritt die Möglichkeit her Einführung der Zwangsdienstvslicht er- fnertt in den Vordergrund. Mit bezug hierauf erklärte der Abgeordnete Tevlin bei einer Versammlung der Nationalisten in Ardee, daß^ die Nationalistenpartei nach ivie vor eine entschlossene Geg- inerin der Militärpflicht sei. Er rvarne die englische Regierung davor, die irische Mttion durch ihre Einführung geflissentlich in das Stadium des Aufruhrs zu versetzen und denen, die Irland in seinen gerechten Bestrebungen zu betrügen wünschten. Gehör zu leihen. Irland, betonte er, sei der Prüfstestr für den gnrepj Glauben der Versicherungen der Alliierten, und bis' Irland wieder die Verfassung und hie Freiheit habe, iverde die irische Frage eine Gefahr für das brittschc Reich und die Sache der Alliiertenl bilden. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberückfichtigt.) A. v. Tie Frage der Bedürstigkett soll wohlwollend geprüft werden. Regelmäßig wird ein kleiner Besitz (Haus, Feld) die Bedürftigkeit nicht beseitigen, besonders wenn iwch eine Belastung, mit Schulden besteht. Bedürsttgkett dürfte aber wohl kaum vorliegen, wenn Ihre Ehefrau sich seit Ihrer Ettrbernfung bei Ihren Schwiegereltern auchält und diese Ihre Landwirtschaft mitversehen.. Ti Ortl t frf'P t ITT Vtfw'T 1 Srtf vivt , > tttiS te Entscheidung über die Bedürftigkeitsstage liegt einzig und allein den bei den Liefernngsvcrbänden bestehenden besonderen Kommissionen ob. Aus Beschiverde bei der Aufsichtsbehörde über den Liefern ngs verband (in Hessen; Großh. Ministerium des Innern) kann diese Anweisungen erlassen, insbesondere auch in geeigneten Fällen die Zahlung der Familieimnterstütznug anordnen. Tine gerichtlichs Austragung der Angelegenheit ist nicht möglich. V Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Derortmung über Herbstgemüse und Herbstobst der Ernte 1918; hier Runkelrüben. ^ , Auf Grund des 8 9 der Verordnung der Reichsstelle für Gemüse und Obst über Herbstgenrüse und Herbsbobst der Ernte 1918, vom 19. Juli 1918 (Reichsarrzeiger Nr. 176 vom 29. Juli 1918), in Verbindung mit der Bekamcttnachung der Reichsstelle für (Gemüse und Obst über das Inkrafttreten dieser Verordnung vom 15. August 1918 (RrickTsanzeiger Nr. 193 vom 16. August 1918' mrd der Bekanntmachung der Reichs stelle für Geinüse mrd Obst vom 28. Septenrber 1918 bestimmen wir das Folgenve: Im gmrzen Gebiet des GroMrzogtnms ist die gesamte Ernte an Ru n k e l r ü b e n an unsere 0)eschäftsabteilnng käuflich zu liefern uud auf Abrris an unsere Bezirkskonrmissionare zu verladen. Diese und ihre mit der (grünen) Ausweiskarte versehenen Aufkäufer sind allein zum Ankauf von Runkelrüben befugt. Erzeuger, tvelche Runkelrüben an andere Personen als an unsere Bezirkskommissionare und ihre Aufkäufer verkaufen, desgl. Personen, tvelche, ohne hierzu befugt zu sein, Runkelrüben kaufen^ tverden mit Gefängnis «bis zu 1 Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit einer dieser lMden Strafen bestraf! Unabhängig von der Strafe werden die sttunkelrüben eingezogen werden, olme Unterschi'?d, ob sie dem Täter gehören oder itifu Mainz, den Oktober 1918. Hessische Landes-Gem n sestelle VerwalttmgsabteilunF..^ .Der Borsitzetrde: Merner, RegiermrgSrat. 7466c ** Amtliche Person alnachrichten. Ter Gwßherzog hat Aj.-K.: Jvhn (Willi) (I Tarm- stadt', Spalt (Friedrich) (II Darmstadt'-: XXI. A.-K.: Geyer (Karl) (II Darmstadt): znm Lt. d. Ldiv.-Jns. 1. Aufg mit einem Daten! vom 1. Oktober 1918: der Offizieraspirant des Beurlaubten- ständes: VXI. A.-K.: Gromann (Fritz.) (Darmstadt): zu Leutnants der Reserve mit einem Patent vom 1. Oktober 1918: die Offizieraspiranten de ^Beurlaub enstau des: Gardekorps: Seufele (Kart, (Mainz.), Flessa (Karl) (Mainz), V. A.-K.: Freber (Michael) (Main^st, Bode (Ernst) (Gi-eßen), Wit erstädter (Wilhelm) Mainz): zum Lt. d. Res. mit einem Patent vom 1. Oktober 1918 Sinter vorläufiger Belastung als Hilfslehrer bei den betreff. Lehrgängen für Offizieraspiranten:: .der Offizieraspirant des Be- urlaubtenstaudes: XVIII. A.-K.: (Schmitt (Andreas) (Mainz,); zum Ltu. der Laudm.-Jnf. 1. Aufg. mjit einem Patent vom 1 Ott. 1918 unter vorläufiger Belastung als Hilfslehrer bei den betreff. Lehrgängen für Offizieraspiranten: der Osfizieraspirant des Be- urlaubtenstandes: XVIII. A.-K.: ^Geil (Erich) (I Darmstadt) / für die lveitere Dauer des Krieges zu Kriegs-Asfistenzärzten auf Wi^rruf ernannt: die tcrndsturmpslich.igen. mit Kri^s stellen auf WDerruf behelf neu Aerzte: Dr. Goebel i Franz) (Worms), Tr. .Hachaesan-o (Julius) (Worms), Dr. Rosenbl.rdt (Ludwig) (Mainz), Dr. Kalkhvf (Josef) (Maiirz), Dr. Eoerte (Dionys) (I Darmstadt), Tr. Hcin-rich (Otto) ,(Worms), Hammersteiu (Arthur) (II Tarm- ftadt), Dr. Michael (Kvnrad) (Main-z), Dr. Schäfer (Joharures) Tr. Schnitter (Andreas!) (I Tarnistadt), Dr. Lehder (Max) (Worms), Dr. Scdarss (Friedr.) (ÄcainD. Kayser (Arnold) (Worms), Tr. Haas (Georg) (Gießen), Dr. Bredo'.o (Karl) (Friedberg). ** lieber die öffentliche Bewirtschaftung» de r Runkelrüben erfahren wir von zuständiger Seite: Tie öfsenL- Hefc Bewirtsck^aftmrg des Herbstgemüses ist nunmehr auf Grund einer Verordnung der Reichisstelle für Gemüse und Obst auch auf die Rmrkel rüden ausgedehnt worden. Tiefe Maßnahme ist vor allen Dingen notwendig geworden, um denr außerordentlich starken Bedarf des Heeres an getrockneten RimSelrüben zu decken und um der Kaffee-Ersatz-Industrie ein geeignetes Erzeugnis zur Verfügung Lu stellen. Es dürfen also auch Runkelrüben nunmehr nur an die Bezirkskommissionäre der Hestisck-en Landes-Geinüsestelle und ilrre mit der (grürren) ?tns'loeiskarte versehenen Aufkäufer abgesdtzt werden. ** Schriften dürfen nicht mit ins Ausland genommen werden. Turch Bersügpng des stellv. Generalkommandos 18. Armeekorps und des Owuvernements der Festung Mastix vom 18. Juni 1918 ist es verboten, daß Reisende Schriften vder Drucksachen mit über die Reichsgrenze nehmen. Ausnahmen in befondecen Falten sind nur gestattet, weirn die Schriften vor dem Antritt der Reise amtlich geprüft und eingesiegelt sind, wofür im Korpsbezirk urch fttt den Befehlsbereich der Festung Mainz die Militärische Postüberwachirngsstelle Frankftrrt a. M.. Weserstraße Nr 33. zuständig ist. Es wird darauf hingewiesen, daß in solchem Falle die mitzunehmenfom Schriften und Drucksachen mindestens fünf Tage vor der Abreise bei der Postüberwachungsstelle ein gegangen teilt müssen. ** Ter hessisch« Schutzverein für entlassene G e f a n g e n e hat seinen Rechenschastsbericht für das Jahr 1917/18 veröfterttliäjtt. An llndorstützungen wurden im Beriäftsjahre 9347,98 Mark verausgabt. Davon für die Provinz Oberheslen 551,35 Mark. Hiervon entfallen auf Büdingen 100 Mark, Friedberg 211 Marck, Gießen 240 Mark. Dem Wohnsitz nach entfallen aut Oberhcssen 10 Pfleglinge ---- 14,5 »o, gegen AI Pfleglinge - 19 °b im Jahre 1916. Tie Einnahmen für 1917 betragen 11912,16 Mark, die Ausgaben 11604.67 Mark, wodurch ein Kassen Vorrat Ende 1917 von 307,49 Mark verblieb. ** Höhere Preise für den Aufdruck des Freimarken st empels. Postkarten, Karlenbriefe, Umschläge usw. werden . bekanntlich auch für private Personen von der Reichsdruckerei mit denr Freimarksn- stempel bedruckt. Die Gebühr dafür wird am 1. Oktober wiederum erhöbt. 10 000 Stück oL'ee weniger derselben Wertgattuna kosten formt 3,75 Matk das Taarstnd. bei mehr als 10 000 derselbcm Gattrntg 37.50 Mark für die ersten 10 000 Stück und 2,50 Mark für jedes weitere Tausend. Jedes angesangene Tausend wird für voll berechnet. ** ^'5 Silberhamster^ Im geschäftlichen Zahlungsverkehr macht sich nenewrngs kMiangel an Silbermünzen, ms- besondere an 50-Psennigstückeit. geltend. Von dieser Münzsorte haben fortgesetzt bedeutende Ausprägungen stattgefunden, so daß die gegenwärtige Küapphett nur mit der Zurückhaltung in Privalhänden erklärt werden kr n. Dieses Hamstern an Sitber- aeld bedeutet aber eine GefahH der nachdrücklich begegnet werden muß. Das Silbcrg-ld hat im Jnlairdverkehr keiften höheren Welt als das Papiera.ld: jede Zurückhaltung kleinerer Münzen trügt aber zur Erschioerung unseres nnrtschaftlichen Verkehrs und damit zur Verteuerung bei. Weiten Kreisen fehlt leider vielfach die Kenntnis der Zusammenhänge zwischen den Zahlungsmitteln und dem Warenverkehr, uui> diesem Umstand ist trescntlich das .Hamstern zuzuschreiben. ** Ti e kleinste Gemeinde Deutschlands? Unter dieser Spitzmarke gehen jetzt Notizen durch die Zeitungen, in denen sich immer wieder neue Orte um die Ehre, die kleinste Genreinde Teutschlands zu sein, mit echt deutscher Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit streiten. Gesten: sollte es. dem „Frankfurter General-Anzeiger" zufolge, Heiligenbont im Dillkreis mit 60 Einwohnenr sein. Das stimmt nicht. Im Regierungsbezirk gibt's drei Ortschaften, die noch „kleiner" und alle selbständige Gemeinwesen mit einem Bürgermeister sind. Da ist zunächst Wisper im UntertaunuSkreis mft 55 Einwohnern und 17 Haushaltungen: formt folgt Münchenroth im Kreise Sankt Goarshausen mit 10 Haushaltungen und 48 Einwohnern. Die kleinste Gemeinde aber ist Biebighausen im Kreise Biedenkopf diese zählt nur 6 Haushaltungen mit 34 Seelen. Uebrigens gibt es im Bezirk Wiesbaden noch zahlreiche Orte, deren Einwohnerzahl erheblich unter 100 Seelen betragt. Ob aber Biebighausen der kleinste Ort Deutschlands ist, möchten wir bezweifeln. ** I m Licht spielhaus, Bahnhofstraßc 34, wird von Freitag bis einschließlich Montag „Das Dreimaderlhaus", Schuberts Liebesroman mit giuofcm O nchyler und Gesangeinlaaen gegeben. Als Gast ist Frau M. Rottmann, Konzert- und Opern- sängerrn von L^tadltheater Mainz gevwnnen. Alle Vergünstigungen sind aufgehoben. Landkreis Gießen. -m. Hungen. 4. Okt. Ms ein »oeiteres Opfer aus unserer blemeinde siel bei den letzten schweren Kämpfen im Westen der in einem Jnsanterie-Regimertt stel-ende Unteroffizier Karl Spieß. Sohn des Bahnmeisters Spieß von hier, nach nahezu vierjähriger Pflichterfüllung. ga. Lauter. 4. Okt. Die am Donnerstag abgehaltene Aepftl- verst-eigcrung hatte trotz des ungünstigen Wetters ein befriedigendes ^Ergebnis. D^er Erlös betrug ungefähr 5000 Mark. — Otto Rock von hier wurde zum Unteroffizier befördert; er fbefyt fett März 1916 im Felde. Für tapferes Verhalten vor dem Feinde wurde ihm das Ciserne Kreuz und die HessisM T der Betrag von 65,000 Mark hierfür bewilligt. Tie Abättderrmg der VerbrMichsabgabe für Mer mit 30 Mk. pro Hekto ftrtdet Genehmigung. Ebenso wird die Uebernahme der Molkerei der Landesfutter- und Fettstelle in städtischen Betriel» gutgeheißen und die erforderliche Organisation im Kwewesen uüq. genehmigt. Sie wird dem Lebensmittelamt unterstellt. Endliri, wird beschlossen, einer zu bildenden Gesellschaft für den Klein Wohnungsbau beizutreten, der jetzt schon der Landesverband für Kriegerheimstätten, die hiesige Bereinigung Industrieller, die Allg OrtÄkvanrenkasse u. a. mit einem Bmtkapital von etwa 350000 Mark angehören. Uttb wird die Bewilligung eines ebettsohohen Betrages gutgeheißen, sodaß das Gesamtkapital 700000 Mark bettägt. Hessen-Nassau. ha. B jeden köpf, 4. Ott. Das Derdienstjkreuz für Klügshilse wurde verliehen: Kaufmann und Beigeordneten Franz Mi l chsa ck nil Biedenkopf, B-uchdritckereibesitzer Karl Heinzerling in Btedenkopf, KreiSvi c hkassen-Nenbernfett Karl Pfitt m Met^ukopf. KaufmMtn 5barl Bill IX. in Naunheim und Gastwirt und Fleis.0 b fcmuer Georg Briehin Wallau, ferner dem GerickKsvollziel?''.' Gerhardt in Langenselbold. —. Wachtmeister Böbet aus Eiiä wurde zum Offizier-Stellvertreter befördert. r^ermi?chtes. Cholrrafülle in B-erttn. ^ Berlin, 3. Okt. (WTB.) Uebcr deit Stand der Cholera machte hertte der Ministerialdirektor im Ministerium des Innern Professor Tr. Kircher den Vertretern der Presse ausführliche Ta^ legungen mit der ausdrücklichen Versicherung, daß ein Grund Mick, nur zur geringsten Beunrnhignn-g der Bevölkerung nicht vorlie^p Insgesamt sind bis zum heutigen Tage 15 Fälle gemeldet, von deneit aber einige noch nicht nrit Sicherheit als Cholera festgestttlt werden formten. Alle Fälle gruppieren sich um die (Äcgeud der, Lintenstraße int Nordosten Berlins. Man hat nunntehr ermittelt, daß die Cholera durch einen Gesellert der Pferdeschlächlcrei in fo-r Linienstraße, der als sogenmrnter Bazillenträger festgestellt wurde, verbreitet worden ist. Tie Cholera nimmt nur dann erneu bösartigen epidemischen Charakter an. wenn Wasserlättfe und Wasserleitungen verseucht sind, was in Berlin rftcht der Fall ist. Für die Einwohnerschaft von Berlin liegt nicht der geringste Grund vor, ihre Lebensgewohnheiten zu ändern. * ** Stockholm, 3.Ott. (WTB.) Bisher ist festgestellt um« den, daß bei dent sckKoeren Eisenbahnunglück in der Nllihe von Norrköping 2 4 Personen .getötet mtö etwa 50 verletzt wurden. Mehrere Personen werden noch vermißt, aber es ist schvi-erig, die. Identität der Leichen festAusbelleTr, da die M ehrzahl völlig verkohlt ist. Wahrscheinllch haben sich keine Ausländer ini Zuge befunden. veurl. sowie !»L2r«ttLr»LllS Schneider finden stets Beschäftigung win S tn mvß Sonnerntr.9. Tüchtige Dreher u. Schloffer sofort gesucht. 7178 Göbei & Appel Alieestraße. Schmiede u. Schloßer gesucht. 7446 e Og. Schieferstein Sich. Maschinenfabrik. Tel. 17. Krankenwärter und Hausbursche sofort gesucht 7440g Chirurgische Klinik. Hauabursehe für letzte Arbeiten zu sofortigem Antritt gesucht. Hof- und Univ.-Druckerei Otto Kindt Wwe., t43r I o hanneSstr. 4. _ Ei» kräftiger Junge von ehrbaren Eltern täglich zwei Stunden als 1! ausbü rschehen gesucht. ?ldreffen erbeten un ter 05819 au den Gieß Anz. Größerer KcbaljanKe für nachmittags zu leichter Arbeit und Besorgungen gesucht. Wo? sogt die Geschäfts- stelle des Gieß Anz. 05612 Nchäler rum Austragen von Sachen gejuckt 0.1684 Gebrüder Stamm» Arlmtttiniiks werden eingestellt. Heinriltz Sdiöit & ko., 7324 Liebigstratzr. per sofort gesucht. Gest. Offerten mit Gehaltsansprüchen ufw. an 05677 Oarl Schunck. gesucht 74638 McUWste Kli if. unö SüjfffcnmäDtöen gesucht. 7439 Hotel Schutz. Saubere Putz- und Waschfrau oö664 gesucht S tepli anstr. 26, p. Zu leichten Backarbeiten wird kräftige Frau oder Mädchen sofort gesucht. 7464a Emil Roth, Marburger Strane 20. Laiissrail o)er gesucht 2llicettr. 27. p. Eill alt. 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Schr.Ang. u. 05675 a. d.G.Anz. -— i VER kXuf: enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Gieflen, Frankfurt am Main, Kassel, Marburg, Friedberg, Lollar, Londorf, Fronhausen, Wetzlar, Koblenz, Köln, Fulda, Alsfeld, Grünberg, Gelnhausen, Nidda, Schotten, Hungen, Lieh, Laubach, Butzbach, Stockholm und Gedern ankommenden und abgehenden Eieenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der Biebertalbahn, Ist In der Geschäftserschienen und zu ST ¥||i stelle d. GieQener dem Preise von imBHKaBnBBi Anzeigers vorrätig und kann auch durch die Austräger bezogen werden. Frischmelkende Voltelsdkrgcr Kuh zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Giey. Anzeigers. 05615 zu verkaufen. 7415 Schweinehändler Gans, airoßen-Buieck, Zeilstr. 25. ege Zi zu verkaufen in 05683 Taubriu gen, Lauvtstr. 1. Drei starke, glatte Z legren l&mmer zu verkaufen 05651 Rest. „Zur Stadt Gießen", _Stcinberg bei Gießen. Berschiedene Unsen zu verkaufen 05646 Frankfurter Straße 29. 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Chrl. ,-rlnder ivird gebeieu. dies. geg. gttte Belohne., tm PIftlier Eof abzugeben. ,,,» llll!llllilllllil!l(!!i!!III!!!l!ni}|[I!l7KHl!; Arbeiterschrah ~~ vom Leihgesterrter Weg dir Selterc-weg verloren. Gegett gNle Belohnung obzuaeben Selteröweg GL, NI. 05665 imiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiuimnismimiüim ( VEREINE ^”'1 2Ca/^/ly and Daisiennbtetlnns. Samstag den 5. Oktober: Hotel Fttrstenhof. fwo t M i • h Am 1. Oktober, vormittags 6% Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Onkel Gerhardt Schwalb im 75. Lebensjahre. Imin Dtr Wwirtk ddii [fließen n. Utnq. Wirerfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kollegen Hotelbesitzer Zacharias Haubach geziemend in Kenntnis zu setzen. Der Vorstand. Gieften, den 3. Oktober 1918. 7U1 D Die Beerdigung findet Freitag den 4. Okt., nachmittags 4 l /s Uhr, auf dem dienen Friedhof statt und bitten wir um zahlreiche Beteiligung. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 5'/, Uhr schied unser liebes Töchterchen Wilhklmine Bohne im 9. Lebensjahre nach Wochen schweren qualvollen Leidens von uns. Familie £>. A. Bohne. Gieften, Ludwigstr. 33, 3. Oktober 1918. Beerdigung am 5. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. 05661' Verreise am 6. Oktober auf 3 Wochen. Dr. Steinreich Vertreter die Herren: Dr. Büchner und Dr. Schäffer. 7436 Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Schwalb geb. ßohrbach und Kinder. Giessen (Frankfurter Strasse 127), den 4. Oktober 1918. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 1 / 2 Uhr auf dem Neuen Friedhofe statt. Für die zahlreichen mir gewordenen Anerkennungen gelegentlich meines 40jahrigen Dienstjubiläums herzlichen Dank. Pfeffer, Polizeifekretär. 05880 Das Bucheckcrnfammeln in den hiesigen Ge meindewaldungen ist für Ausmärker verboten. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Staufenberg, den 3. Oktober 1918. Grotzh. Bürgermeisterei Staufenberg M e y e r. 7455 Bekanntmachung. DaS Sammeln von Bucheckern in den Domanial- und Aemeindewaldungen derGroftherzoglichen Oberförstereien ! Grunberg und Nieder-Ohmen ist vom 7. Oktober 1918 an ! gestaltet. In den mit Hegzeichen lStrohwijchen- und Ein- , »aunungen versehenen Forstorlen ist das Sammeln ver- boten. Das Besteigen der Bäume, ebenso das Anschlägen derselben in unzulässig. Den Weisungen des Forstpersonals ist Folge zu leinen. Grünberg, den 3. Oktober 1918. 7457B Groftb. Oberförsterei Grünberg. Wallenfels. Groftb. Obersörsterei Nieder-Obmeu. _ Schneider. Kaffee Fürffenhof Frelfag den 4. Oktober, abends 8 Uhr Opern»Hberid mit beionders auserwähhem Programm und vsrildrktem Orcheiter. Statt besonderer Anzeige. Den Heldentod fürs Vaterland starb nach Gottes un- erforschlichem Ratschluß nach beinahe 4 jähriger treuester Pflichterfüllung unser einziger Sohn, mein guter Bruder, unser Pate, Vetter und Neffe Karl Wilhelm Spieß Unteroffizier in der 3. Komp., Inf.-Regt 80, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille bei den letzten schweren Kämpfen am 27. September 1. J. Im Namen aller Tieftrauernden ; Spieß, Bahnmeister. Hungen, den 3. Oktober 1918. 7461 Wmünp« SirnulmiiN giessen Wetrsteinttrafte (Hinter der Stadtkirche) Besitzer: Hans Klrzlnger. Empfehle mein ms ff. Weizenbler. zs®“ Jeden Samstag und Sonntag Ausschank von Stammbier—vollbier solange noch Vorrat reicht. Verkauf über die Strafte. Vollbier wird nur auf Verlangen abgegeben. Sonntag: Urfidele» Bierkonzcrt. Anfang 4 Ubr. Ruiiftseidesäden-Absälle Zahle gute Preise. Rosa Teitelbaum, Offenbach 7459V _Herrnftrafte 56, Laden. Amtliche VekanntiilachilWil Ser Stabt Gießen. Ausgabe von Snftftosf(Saccharin). In der Zeit vom 1. bi* 31. Oktober 1918 wird gegen die Liese,«ngsabichnrtle SO und S1 der Suftstoffkarien „H" (blau) und gegen die Lieserungsabschnitte 5 und 6 der Süftsroffkarken „G“ (gelb) von den Süftnoff- abgabestellcn Sühston abgegeben. Es gelangen auf Abjchititt 20 ,,nd 21 je ein Briefchen, bzw. 5 und 6 je eine Schachtel zur Ausgabe. Mil dem 31. Oktober 1918 verlieren die Abschnitte 20 und 21 bzw. 5 und 6 ihre Gültigkeit. Gieften, den 3. Oktober 1918. 74488 Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Brennholz Laubholz, vorwiegend Buchen, ab Station bei Frankenberg tH.-N.) preiswert abzugeben. 72811) Schnepper «& Jsphording, Haram i. W. Damenfrisieren Shampoonieren — Kopfwäschen — mit neuestem Warmluftstrom-Trockenapparat Frau Bernh. Dosch . 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Zuwiderhandlungen find als Forä- entwendunaen strafbar. Im übrigen ist das Sammeln von Bucheckern für jedermann sreigegeben, aber bezüglich der Waldungen der Stadt Gieften auf die Angehörigen der Stadt Gienen beschräirkt. Gienen, den 2. Oktober 1918. 7451 8 Ter Oberbürgermeister. I. V.: G r ü n e w a l d. einfach n. doppelt dreit, in Lchwarr nnck allen Karden für Blasen and Heiller zu mUp Preisen CJlTodehaus Solomon. *// Sit neuen Poßgebnljreil ab 110.18., auf Kart, in Handl. Tascheniormat 100 St. 5^0, weniger 6.— gegerr-Nachn. Einzelvrs. 10 V»g. 6781 I. Weinert, Gieften. btahlspäne u. vohnerwachs i. bester Qualität eingetrofien Ceutral'Drogerie Schulstrabe. 7333 Oriqinnl-Weizen „LembkeS Obotriten", I.Abf., ertragreich, fe t gegen Wiener und Lager. Abzugeben an Landwirte auf Saatkarte, die vom KretSamt Gieften genehmigt wird. 7250 Pon». Gut Warthof bei Grünberg. Hanl - KolonialiiaDlscliniire Bastkordel, Backstricke. Ernte- bindeanrne. 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