w Ür. 230 Erstes Blatt Ter G, ebener Anzeiger erscheint tätlich, außer Sonntags. — BeNcwen: SiehenerFamilienblätler; Ktcisllott für den Kreis Gießen. Bezugspreis: monatl.Mt.1.35, vierteljährlich Dik. 4.05. durch Abhole- u. Zweigstellen nioncul. Mk. 1.25: durch diePost TU. 4.05 otevtel- jährl. ausschl. Beüellq. s^ernsprech - Anschlüsse: sürdleSchriitleitung1l2 Verlag,Geschä'tsstelle5I Anschrist fürDratUnach- richlen: Anzeiger Gießen. ib8. Jahrgang Giehener Anzeiger vienstag, Gltober (9(8 Annahme von Anzeigen f. die Laaesnnnnner vis zuin Nochminag vorher ohnejedeVerbmdttchkelt Zeiienpreise: für örtliche 'Anzeigen 25 tzf..sür answä rtige 30 Ps., für Reklamen Mk.l.-uebsl 20"^eue- rnngSzus l lag;Plaljvor- schriii 20 % Au'schlag. Hauptichri tleiler: Auq. Goeg. Verantivortlich Bankverkehr: für Polit>k: Aug. Goetz; Eewerbebank Sietzen iiir denübriaenTc.l: Dt, Remhold Zenz; für den Awillingrrunddruck u. Verlag: Srühl'sche llnio.-Such- u. Steindruckerei «. Lange. Schrlftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulftr. 7. ^mrnTu, | ie ^ Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N08b General-Anzeiger für Oberhessen Ein Erlaß k$ Kaisers über den bevorstehenden Regierungswechsel. (WTB) Arotzrs Hauptquartier. 30. Septbr. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n. In Flandern fetzte der Feind feine Angriffe fort. Der Einbruch des Gegners in unsere Stellungen am 27. September nötigte uns. den rechten Flügel unserer Abmchrsront hinter den Handzame-Abschnitt von nördlich Dirmuidc bis Merkem zurnckzunchmen und auf dem linken Flügel des Kumpfftldes den Wytschaete - Bogen zu raumen Feindliche Altgriffe gegen den Handzame-Abschnitt und gegen die Linie Zarren—Westroosebeeke wurden ab genriefen. Zwischen Passchendaele und Becelare drang der Gegner bis Morrelade und Dazidende vor. Dort fingen wir feinen Stotz auf. Der am frühen Morgen von Houth.nn bis Konen an der Lys vordringeirdc Feind wurde durch Gegenangriffe wieder zurückgemorfen. Wir kälnpfen hier an der Lys-Niederung. Gewaltiges Ringen an der Fwnt zwischen Cambrai und St. Quentin. Gegen die Stadt und beiderftits der Stadt führte der Feind 16 Divisionen in den Kampf, um Cambrai m nehnren und unsere Front beiderseits der Stadt zu durchbrechen. Nördlich von Cambrai find die bis zu achtmal wiederholten starken feindlichen Angriffe vor unseren Linien bei Sanoourt und Tilloy an erfolgreichen Gegenangriffen gefcheitert. In den Vororten von Cambrai. Neurille und Gantiepve fotzte der Gegner Fuß. Wir stehen hier am Westrand der Stadt hinter der Schelde und schlugen dort erneute heftige Angriffe des Gegners ab. Die über den Kanal- opfchknitt nördlich von Marcoing geführten Angriffe des Feindes brackren vor und an der Straße Cambrai—Masniörrs zusammen. Südlich mrn Marcoing drückte uns der Feind hinter den Kanalabfchnitt Masnieres—Errve- court zurück. Mit gleicher Kraft griff er unsere Front von Gonnelieu bis südlich von Bellenglife an. Zwischen Gönne- Itexi und Bellicourt schlugen wir den mehrfachen Ansturm des Gegners restlos zurück. Villers-Guislain. das vorübergchend verloren ging, wurde wieder genommen. Oertliche Einbruchstellen wurden im Gegenstotz wieder gesäubert. Die in der Front bei Gonnelieu und Villers-Guislain schwer kämpfenden Divisionen warfen den aus Richtung Marcoing gegen ihre Flanke vorbrechenden Feind mit ihren Reserve-Bataillonen in enttzblossenikn Gegenangriffen wieder zurück. Zwischen Bellicourt uud Bellenglife stietz der Feind über den Kanal vor. Wir brachten ihn am Abekld in der Linie Nordrand Bellicourt—Westrand. Ioncourt—Lehancourt zum Stehen. Die nördlich von Gricourt sich aller Anstürme erwehrenden Regimenter mutzten am Abend ihre Flügel auf Lehancourt zurücknchmen. An dem im großen erfolgreichen Abschluß der gestrigen schweren Kämpfe haben Truppen aller deulscher Stämme gleichen Anteil. Der Engländer hat seine örtlichen Erfolge mit sehr tzrhen blutigen Verlusten erkauft. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G al l w itz. Gegen unsere neue Linie am Oise—Aisne-Kanal drängte der Feind stark nach. Bei erfolgreichen Vorfeldkämpfen mach>- ten wir hier Gefangene. Der Franzose setzte zwischen Suip- pes und der AiSne, der Amerikaner gegen den Ostrand der Argonnen und zwischen den Argonnen und der Maas seine erbitterten Angriffe fort. Mehrere neue Divisionen warf der Feind auch gestern wieder in den Kampf. Zwischen Auberive und Somme-Py schlugen wir mehrfachen, nordwestlich von Somme-Py neunmaligen Ansturm des Gegners vor un'eren Linien ab. Wir standen am Abend nach Abschluß des Kampfes in der Linie Aure—nördlich Ardeuil—nördlich Schault— Boueonville. Mit besonderer Kraft stürmte auch der Amerikaner gegen den Ostrand des Argonnenwaldes und gegen die Front zwischen den Argonnen und der Maas an. Sein Ansturm ist völlig gescheitert. Beiderseits des Aire-Tales entrissen wir dem Feinde Apremont. Aus dem Walde von Montrebeau warfen wir den Amerikaner mehr als 1 Kilometer zurück. * Wir schoßen gestern 45 feindliche Flugzeuge ab. Der Erste Gencralguartiermeister L u ö e n d o r f f. on Deutschlands Schicksal Sist auch Du ein Teil, Was Du dem Lande tust, Du ruft es Dir zum Heil! Darum zeichne die Neunte! Die -lbendberlchte. Berlin. 30. Scpt., abends. (WTB. Amtlich.) Än Flandern im allgemeinen ruhiger Tag. Erneute Massenangriffe der Engländer gegen und beiderseits Cambrai sind unter schwersten Verlusten für den Feind gescheitert. Westlich Le Catele haben sich> am Abend Kämpfe entwickelt. In der Champagne wurden Teilangriffe der Franzosen. östlich der Argonnen starke Angriffe der Amerikaner ab gewi esen. * Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien. 30.Sept. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem italienischen Kriegsschauplatz erfolgreiche Patwuillrnunternehnmngen. Unmittelbar westlich des Och ridasees haben wir. der Sage an der bulgarischen Front Rechnung tragerid. nach örtlichen Kämpfen den Geländestreisen geräumt. Der Chef des Generalstabs. Eine bedeutungsvolle Entscheidung ist : i Großen Hauptquartier gefallen: der Kaiser hat dem Reichskanzler Grafen Hertling die erbetene Verabschiedung aus seinen Remtern gewähr und gleichzeitig seinem Willen Ausdruck verliehen, daß Männer, die vom Vertrauen des Volkes getragen sind, in tveitem Umfange teil- nehmen an den Rechten und Pflichten der Regierung". Graf Hertling wird so lange die Geschäfte weiterführen, bis der geeignete Nachfolger gefunden ist, wofür der Kaiser seine Vorschläge erwarten will. Der tzauptausschuß hat sich mit dieser Wendung der Dinge schon befaßt, und der Vizekanzler v. Payer hat an den Erlaß des Kaisers Worte des Dankes für den Monarchen geknüpft, worauf gegen die stimmen der „unabhängigen Sozialdemokraten die Sitziurg vertagt wurde. Nach eurer noch unverbürgten Mitteilung wird ein Kabinett der Mehrheitsparteien gebildet, worunter sich auch die National- liberalen befinden. Alles ruft nun nach kraftvollen, Willensstärken Männern, denen diplomatische und staatsmäninische Erfahrung nicht fehlen darf. Werden die Fraktionen diese Männer stellen können? Die Frage ist schwer zu beantworten, und auch Organe, die für den entschiedensten Parlamentarismus eintreten, sind in einiger Verlegenheit. Aber auf die leitenden und die Tinge und Meinungen einheitlich zusammenführenden Köpfe kommt es jetzt, außer auf die festgefügte Front in Feindesland, fast einzig und allein an. Wir begrüßen die ernster und einheitlicher gewordene Volksstimmung, die jetzt allmählich vom Staub elenden und müßigen Geschwätzes gereinigt wird und endlich wreder entschlossen und treu auf die Nächstliegenden Tatsachen und Notwendigkeiten schaut. Diese Tatsachen hängen, noch wie schwere Wolken am Himmel. Furchtbare Abwehrschlachten an unserer Westfront hatten bisher, wenn der Gegner auch örtliche Erfolge gehabt hat, ein erfolgreiches und befriedigendes Ergebnis. Wie rn den großen Materialschlachten früherer Jahre können wir den Gegnern zurufen, daß sie noch einen weiten, nie zum Ziele führenden Weg vor sich haben, wenn ihre „Fortschritte" in dem bisherigen Maße andauern sollten. Und sehr lange können solche Kcaftaufwendungen von den Angreifern nicht durchgehalten werden. Möge sich die alte deutsche Zuversicht bewähren, daß auf unserer Seite die größere Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit steht! Bei- '.wele von schier übermenschlichen Leistungen einzelner Persönlichkeiten und kleiner Truppenverbände stehen in den heutigen Heeresberichten halbamtlichen Darlegungen: sie werden mtt lench:end:n Lette;n i i: Jahrhn de tc ü erdauern und als Ruhmesdenkma.e m die späteste deutsch Geschichte hineinragen. Von der Balkanftont kommt die Meldung, daß in Saloniki von drei bulgarischen 'Abgesandten und dem Ober- befehlshaber des feindlichen Heeres tatsächlich ein Waffen- stillstand abgeschlossen worden sei. Die Kampfhandlungen sollen an der gesamten dortigen Front eingestellt sein. Wie wert drese ftanzösische Meldung den Tatsachen ent- sprrckit, blerbt abzuwarten. Auch auf welche Bedingungen die bulgarischen Unterhändler eingegangen sind, wissen wir nicht. Aber so viel wissen wir: die deutschen und die ihnen verbündeten Truppen werden sich an keinen Waffenstillstand halten, wenn sie rechtzeitig eintreffen und zum Gegenschlage ausholen können. Vielleicht will man rn Saloniki nur dre unentschlossene Stimmung in der bulgarischen Hauptstadt sich schnell gefügig machen. Hoffentlich werden die notigen Gegenmittel gefunden, um den Abfall des bisherigen Bundesgenossen trotz allem zu verhindern. Die nächsten Stunden und Tage werden Klarheit schaffen. Der Erlaß des Raifers. Berlin. 30. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Seine Majestät d Kaiser hat an den Reichskanzler Grafen Hertling folgenden Erl. gerichtet: Eurer Exzellenz haben mir vorgetragen, daß Sie si nicht mehr in der Lage glauben, an her Spitze der Regierung j verbleiben. Ich will mich Ihren Gründen nicht verschließen in muß mit schwerem Herzen Ihrer weiteren Mitarbeit cmsage Ter Dank des Vaterlandes für das von Ihnen durch UebernahE des Reichskanzleramtes in ernster Zeit gebrachte Opfer und die von Ihnen geleisteten Dienste sind Ihnen sicher. Ich wünsche, daß das deutsch^ Volk wirksamer als bisher cor der Bestimmurrg der Geschicke des Vaterlandes mitarbeite. Es ist daher mein Wille, daß Männer, die vom Vertrauen des Volkes getragen sind, in weiterem Umfarige teilnehmen werden an den Rechten und Pflichten der Regierung. Ich bitte Sie, Ihr Wert damit ab zuschließen, daß Sie die Geschäfte weilerführen und die von mir gewollten Maßnahmen in die Weg >2 leiten, bis ich einen Nachfolger für Sie gesunden habe. Ihren Vorschlägen.hierfür sehe ich entgegen. Großes Hauptlprartier, den 30. September 1918. gez.: Wilhelm I. R. gegengezeichnet durch Grafen Hertling, * Berlin, 30. Sept. (WTB.) Der „58. Z." zufolge hat der Kaiser die Rücktriitsgesuche des Reichskanzlers Grasen Hertling und des Staatssekretärs v. H i n tz e angenommen. Eine Entscheidung über die Persönlichkeiten der Nachfolger ist noch nicht gefallen. * Die Besprechungen im hauptausschutz der Reichstags V t x l i n, 30. Sept. Ter Hauptausschuß trat Montag nächst mittag unter sehr starrer Beteiligung der Rei^chslagsniitglreö«: sowie von Vertretern der ReiNtsregierrmg zusammen. Nach Eröffnung der Sitzung ergriff Reichstagspräsident Fehrenbach das Wort, um gegen di« Mitteilung des „Berliner Tageblattes" über die Erklärung, die er beim Reichskanzler abgegeben hüben soff, Einspruch zu erheben. Stellvertreter des Reichskanzlers v. Payer verliest den be* reits im ersten Morgenbbatt mitgeteilten Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler Grafen Hettling und fügt hinzu: Für diesen Erlaß, durch den Se. Majestät der Kaiser dem ernsllrchen Willen Ausdruck gibt, daß dem Wunsch des nun schon seit vier Jahren Gewaltiges leistenden.und ertragenden deutschen: Volkes^ nach einer verstärkten Mitwirkung bei der Leitung der Geschäfte des Teutschen Reiches weitgehendst Rechnung getragen werde, gebührt ihm unser aufrichtiger .Tank. Im Aufträge des ReickObauzlers werden wir heute noch in Bera^tungen mit den Führern der einzelnen Parteien über den besten Weg. zu diesem Ziele zu gelaugen, eintreten, und wir l-aben die Hoffmmg, daß cp uns gelingen wird, in kürzester Frist diese für die Zukunft unseres Vaterlandes höchst bedeutsame Ärtwicklung zu einer unsere Einigkeit und Kraft stärkeirden Lösung zu bringen. Vorsitzender Abg. Ebert (Soz.) schlägt Vertagung auf unbestimmte Zeit vor. Abg. Ledebour (Unabh. Soz.) widerspricht. Der Reichstag müsse einberufen trerden. ReiichstagLpräsident Fehrenbach (Ztr.): Es handett sich nur um eine Vertagung der Debatte. Die sonst zur Verhandlung stehenden Fragen würden nur geringer Teilnahme begegnen. Tie Einberufung des Reichstages hänge von der Willensmüuung der Parteien ab. Wenn die Regierungskrise ihre Erledigung gefunden hat, wird der Rechts tag zusammentreten müssen, lieber den Termin ist ein Einverständnis mit allen Instanzen lierbeizuführen, Abg. Tr. Cohn (Unabh. Soz): Die m^tärische Lage ist ernst. Ls liegt eine Menge anderer Geschäfte vor. Warum will sich der Ausschuß selber ab setzen? Vorsitzender Ebert: Ter Ausschvrß soll zusammenbleiben, aber die Verhandlungen über die Zusammen.s-etzicug der Regierung nrnficn die Weiterberatungiin Ausschuß unmöglich. Abg. Cohn (Unabh. Soz.): Tie wichstgsten Beratlingen dürfen sich nicht mit Ausschluß der Oeffeutlichkeit vollziehen. Abg. Ledebour (Unabh. Soz.): Tie neue Situation macht den sosottigen Zusammentritt des Reichstages unabweisbar. Wir bestehen aus unseren! Antrag, ihn sofort zusammenzuberusen. Ein Grund ^rr Verzögerung liegt rächt vor. Prätident Fehrenbach: Nach Lösung der Krisis ist der ReickOtag rzusammenzuberufen. Mährend der Krisis wäre der Reichstag nicht der^^gengnete Ort, Entscheidungen zu treffen. Abg. T a v i d (Soz.): Niemand hat den Vorsitze'weu mißverstanden außer den Urrabhängigen. Tie Debatte sortzusetzen, in der der Ausschuß stmrd, wäre zwecklos und sachlich unmöglich, weil wir keine Regierung uns gegenüber haben. Ter Reichistag muß bald zusammentreten. Ueber den Zeitpunkt hat sich der Senioren> konvent schlüssig zu macken. Ter Der ta guu gsautrag wird gegen die Stimmen der Unab» bau giaen Sozialdemokraten angenommen. Nächiste Sitzung uubestinrmt. Lin Waffenstillstand in Saloniki unterzeichnet. Berlin, 30. Sept. (WTB. Nichtamt'ich.) Der frnw zösische Funkspruch meldet unter dem 29. September: Heute nacht ist ein W a f fr n st i l l st a u d zwischen d u bulgarischen Abgesandten und d m Hauptquartier der OrientarmeeinSalo niki unterzeichnet wo den. Es ist auf der ganzen Fwnt der Befehl gegeben morden, die Feindseligkeiten einzustellen. Das Wolfs-Bureau bemerkt dazu: Nach den hier vorliegenden Nachrichten sind die Bedin- gungen des Waffenstillstandes der Regierung in Sofia nicht bekannt. Paris, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Havas-Mel- dung. Die bulgarischen Parlamentäre, der Finanzminister L i a p t sche w , General L u ko w, der Kom- mairdant der 2. Armee, und der ehemalige Minister R a- dew, sind gestern abend in Saloniki angekommen, um n er die Waffenstillstands-Bedingungen zu verhandeln. General Francket d'EsPerey empfängt sie heute, Sonntag. Die Bundestreue des Königs Ferdinand. Berlin, 30. Sept. (Priv.-Tel.) Wie wir bestimmt hö ren, bat König Ferdinand Vvn Bulgarien an Kaiser Wilhelm ein Telegramm gerichtet, in dem er ihm, in gleicher Weise wie in dem Telegramm an den Kaiser von Oesterreich feiner Bundestreue versichert. Der bulgarische Bericht» Mazedonische Front: Westlich des Wardar setzten unsere Einheiten ihre Bewegungen d>famnäjiig fort. Zwischen Wardar wrd, Struma Kämpfe der Nachhuten mit schwachen feindlichen Kräften. Im Strumatal erfolgreiche Potroucklengefechte. * Die Stimmung in der Türkei. K on staut invpel, 29. Sept. (WTB.) Das os manisch Volk bestand die Probe, auf die es durch die bulgarischen Nachrichten gestellt wurde, vollkommen würdig. Die erste Uebcrrasclnnrg wich ruhiger Kaltblütigkeit, besonders nach dem Eintreffen er Nackwicht von der Ankunst deutscher und österreichischer Truppen in Bulgarien. Die Presse weist daraus hin, daß ein solcher Schritt von Malinow, dem Russen- und Ententefreund seit Eintritt in die Regierung erwarbt wurde, zumal er schon unte Rad.'slawow die Di 'zip in in der Armee unterer.ch. „Terdju won" erklärt, daß Malinow vielleicht oei Auflösung der Armee nicht anders handeln konnte, aber NiaAnow hätte eben die Auf lösung verursacht. „Tanin" sagt, Bulgarien allein habe den Scha den von einem Sonderfrieden. Einstimmig erklären die Zeitungen daß im äußersten Fall die deutschen und österrcichisä>en Truppen die Front wieder Herstellen lverden. Damit würden die Verbindungswege zwischen der Türkei und den Verbündeten aufrecht er halten. vie Lage an der Wests ont. Der Berichterstatter des WTB. an der Westfront meldet: Zwischen Argonnen und Maas stockt der amerikanische Angriff. Die Maasbrücken flogen rechtzci.ig in die Lust. _ Alle Versuche, von Osten her in die Argonnen einzu- dringen, scheiterten. Die Frontal stürme aber zwischen Apremont und Brieulles brachen in dem Abwehrfeuer der in den Wald- Hügeln versteckten Maschinengewehre oder im Granat- und Sch.ap- nell Hagel der Artillerie zusamnrcn. In Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mir Tanks, Tankabwchrgeschütze, Minemverfer, Maschinen gewehre, wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien eckrbrachen, ging die Infanterie selber entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem Abschnitt des dritten Bataillons des Infanterieregiments 150 griffen die Musketiere jeden heran rasselnden Tank mit Handgranaten an und setzten aus diese Weise nicht weniger als sechs Panzerwagen- außer Gefecht. Den Engländern ist der Einbruch in die vorderste Kampfstellung des flandrischen Verteidigungssystems gelungen. Das schwierige Trichterfeld östlich Bpwn, das die Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit britischem Mute ^tränkt worden. Tie schwachen Schützengruppen und Maschinengewehre. die da in Schlammtrichtern mrd Wasserlöchern vor dem Houthmilster'' Walde, in Langemarck und an der Sttaße f)pern— Menin lagen, überdauerten das stundenlange feindliche Trommel- feuer.^ das neuerdings auf diese bereits tausendfach von Granaten zerrissene Erde niederging: und wenn sie auch den Einbruch der britischen und belgischen Masse:! nicht zu hindern vermochten, so räumten chre Gewehre. Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den feindlichen Sturmwellen aus. Heldenmütig unterstützten sie die Artillerie, die bis zum äußersten Widerstand leiste.e. Ars auf Nahkampsentfernung hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eppersdvrfer von einem bayerischen Artillerie- rcgiment mit einem Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang gegen den Ansturm einer mehr als zwan- zigfachen Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von Passchendale, das seit der FlandernsMacht nichts ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendorfe r, der Kommandeur eines bayerischen Jnsanterieregi-^ m en ts, mit einer Handvoll Leute und einigen Maschinengewehren bwgreich bis zum Abend aus. Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von vierzig tapferen Infanteristen stundenlang alle Angrinsversuche der Engländer. An der Straße Hpern—Menin kamen englische Tanks über die Schlammtrichter angewackelt. Ein großer Teil wurde Erschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im Gegenstoß wuroe Decclave nriergenommen und dabei zwei verborengegangene Geschütze den Engländern wieder enttissen. Trotz des unsichtigen Wetters und der bis zum Mittag vielfach niedergehenden Regengüsse leistete die Flieger-Führung und Kampiiruppe die wertvollsten Tienste. Bis auf 20 Meier stießen sie herunter und faßten die englischen mrd belgischen Angriffswellen mit ihren Maschinengewehren. Flandern haben die deutschen Truppen ebenso wie in der War ine, in der Champagne und zwischen den Argonnen und der Maas dem Feinde gezeigt, daß. wenn sie auch übermächtigem Gelände preisgeben müssen, doch ihre Moral und Widerstandskraft ungebrochen ist. ^9* Die Zurücknahme hinter den Hand- me-^Abschnitt in der Nacht zum 29. September verlittß ^lanmamg. Gegen Mittag -setzte der Belgier seine Angriffe mit starten Kräften Vvn Irordöstlich tDixmurde bis in die Gegend. Douthoultt ohne Erfolg fort. In den Nachmittags- und Abendstunden hatten weite» heftige Angriffe Zwischen Zurren und 97dorslede nur ,tÄMieitllch -staden geringen Erfolg. Ter 9 Uhr vormittags in RräLmrg Comen emgebvochene Gegner wurde am Nichmittag ^ znrückgeworfen. Ter feindliche Fliegereinsatz an den Prnoruarsstellen war außerordentlich stark. Nachdem «n der Cambraifront die Schlacht südlich der Strape Arras—Cambvar bis in die Nacht vmn 28. zum 29 lanq&mtrt hatte, setzte vom Seenabschnitt bei Arleux bis nörd^ Ä? ^nttn 4 Uhr morgens auf der ganzen Front 'starker Air- Mleriekamps em. ,Gegen 6 Uhr verstärkte sich das feindliche Feuer sch grofctcr Hefttgkeit. Er bei Atteux in einem .Teilhorstvs) ^.ngedrunqene Ge-ner wurde wieder zurückgeworfen. Gegen 7 Uhr vormittags traten die feindlichen Sturmlwellest. von starken Panzerwagen- und Fliegergeschwadern unterstützt Cpmoy bts^ zum Omignonbach zum Angriff an. Eprnay griff der Feind allein achtmal an. Die während v-S ganzen Tages, teckweife nach stärkster Feuer Vorbereitung wieder- bolten Ferndanstürme führten zu erbitterten, bis in die Dunkelheit: arLauernden Kämpfen. Beiderseits Gonzeaucourt verwandt-' oer ^eind rn den hartträckigen Grabenkämpfen auch F l a m m e n w e r - t e r, ebenso westlich Bellicoutt, wo er seine S türm truppen in ge- vanzerten Lastkraftwagen bis ins vorderste .Kampfgelmrde hrcan- ichattte Zwilchen Gouzeaucourt und Omignonbach wurden 5 0 IV ' ch £>f -\nc Tanks gezahlt. Bei der Lanksabwehr zeichnete s'.ck bttow^ers das Feldartcklerie-Regimeitt 108 und das 7. Bataillon des ,teldartülerie-Regiments 241 aus blutigen Der lüfte des Feindes sind außer- mnoetburdf FMnffpruch allein 54 Offtzrere und über 1000 Mann m Totrn und Vcrwmü>«M. Südlich des O mig non 6 a * es* Rannen ine fnndlichm Stnflriffe 8-/, Uhr morgens. In väher »« •fflÄ tei nf Tnivvcn alle bis »um Abend mehrfach rm.1ich Äpremout erfolgte am Bormittag in Rickckung E^ermvltt nach mehrfach abgcwiesenen Tanümgriffen ein amerikanischer Einbruch. Eigener ^Gegenstoß warf den Femd über ßnne Ausgangsstellungen zurück. Zusainmengefaßtes Artilleriefeuer schlug ver- ncchtend nr den zurückflutenden Feind. .Gleichizeittg wurde Apre- nbont, das bereits mehrmals den.Besitzer gÄvachselt Tratte, zurück- genommen. Znnsck^n Cierges und Brieulles rannte der Amerikaner mtt slarken Kräften 8 Uhr vornffttags beginnend, mech'fach gegen unsere Linien an. Ein vierter gegen den Lüdrand des Waldes von Eunel am Nachmittage unternommener Ansturm brach in unserem zu sammcn gtta ß'en Arttllerie- und Maschinen gewehr feuer ebenso verlnstveich zusammen, nste seine übrigen Anstürme bei Cierges und Brteullcs. Das 3. Bataillon des Infantierieregiments Nr. 150, ,das am 28. 9. bereits zehn feindlich' Angriffe abgewiesen hatte stttlug gestern wiederum zwei feiichliche Tarrkangriffe ab und brachte zehn Tanks zur Strecke. Unsere Luftstreitkräfte in der Cambraifront. ^ D^rlin, 30. Sept. Trotz ttefer Bewölkung und sehr starker Leudwestnnnde waren unsere Luststteitkräfte an der Cambraifront während der beiden Großkamp tage am 26. und 27. September wieder erfolgreich kättg. Der Feind hatte vom frühen Morgen an ungezählte Kampfeinsitzer, Arbci sflugzeuge und BomLengeschwi- der zur Unterstützung der kämpfenden Infanterie eingesetzt. Trotz seiner zahlenmäßigen Ueberlegenchnt fügten ihn: unsere zusammengefaßten Jagdstaffeln in erbitterten Luftkämpsen schwere Berlustc bei. An diesen beiden Tagen wurden an der Cambraifront 3—4 feindliche Flugzeuge und drci Ballone zum Msturz gebracht. Den Hauptanäeil an dem Erfolg hatte die I a g d st a f f e l B ö l ck e, die am 27. ihren 3 0 0. L u f t s i e g errang. Leutnant R u m e y schoß seinen 43. bis 45., Leutnant B ä u m e r seinen 33. bis 35., Lent- trant Thy seinen 32., Offiziersstellver!veter M a i seinen 28. Lentnant Strommherz seinen 26. und 27., Oberleutnant Greim seinen 25. Gegner ab. Bis zum Mittag hatten imfere Jagdflieger über dem Schlachtfelde die Lust von feindlichen Ge- chwadern reingefegt. Nachmittags hielt der Gegner seine Luflstreit- krä'te hinter den eigenen Linien. Unter dem Schutze der Jagdflieger meldeten unsevc Infanterieflugzeuge ununterbrochen den Verlauf des Großkampes und hielten ständig die Verbirtdmrg mit der Jn- anterie aufrecht. Sch>lack)tstaffeln griffen in den entscheidenden Augenblicken des Kampes in zahlreickien Flügen stark besetzte ciTtblicfc Gräben, vorgel-ende Tanks, Bereitstellungen in Ortsck>af- ten und Mulden, feindliche Kolonnen, und feuernde Batterien mit Bomben, Wurfgranaten und Mascküneng-elvehren toirksam an. ArttUerieflieger meldeten fortlaufend die Lage des feindlichen und des eigenen Feuers und leiteten zahlreiche Einschießen. Trotz des starkeu böigen Windes unterrichteten jnnsere Ballone vom frühen Morgen an ununterbrc Regierung Frankreich ausgcfordert hat, die syrische Bevölkerung auf die Autonomie vor- zubereiten. Daraus sei zu ersehen, daß es sich um eine Aufteilung des Landes in zwei Zonen: Palästina unter nglischer und Syrien unter französischer Oberhoheit handle, daß also dieser Krieg für die Entente ein Eroberungskrieg sei. Emir Schekib Arlan protestiert im Namen der syrischen Gruppe im osmanischeu Parlament gegen dies Vorhaben der Entente. Er wendet sich insbesondere auch an alle liberalen Kreise Frankreichs und Englands mit )er Bitte, daß jede gewaltsame Entscheidung in Shoren nach ^riedensschluß für ungültig erklärt und die Gestaltung der ukunft des Landes der Majorität der syrischen Bevölkerung überlassen wird. Au- Rumänien. Bukarest, 30. Sept. (WDB.) Wie bereits gestern gemeldet, erließ der parlamentarische UntersuchungSausschuß gegen den früheren j.Bukarester Polizeipräsidenten Corbescu, der der Vertrauensmann urrd das Wev^eug B ratianu s war, einen Haftbefehl. Corbescu floh jedoch vor der Verhaftung. Heute tvird aus Jassy gemeldet, daß durch, Agenten der Sicherheitspolizei Corbescu, der sich in Budachi bei Akllerman in Bessarabien versteckt gelitten hatte, verhaftet wurde. von Bei über. ver Seekrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 30. Sept. (WTB. Amtlich.) JmSperr- g e b i e t u m E n g l a n d versenkten unsere U-Boote 15 000 Bruttv-Registertonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 30. Sept. Schwedische Zeitungen berichten in vorwurfsvollem, gegen Deutschland gerichtetem Tone, daß der gesunkene schwedische Dampfer Gunhild durch eine deutsche Mine vernichtet worden sei. Wie der englische Gesandte in Stockholm im Juni 1918 erklärte, haben die Engländer damit begonnen, das Kattegat durch Minen zu sperren. Daraufhin war Deutschland zu entsprechenden Gegerrmaß-nahnien gezwungen. Gunhild ist tm freien Seegebiet beim Minenfischen verunglückt, ein Unfall, mit dem beim Fahren in minenverseuchten Gewässern stets gerechnet werden muß. Ob es sich iu diesen: Fall um eine verankerte oder treibende Mine Handel^ ist nicht gemeldet. Aus dem Rekche. Ehrungen Hindrnvurgs und Ludendorffs in Oftpreuhen. La bi au, 30. Sept. (WTB.) An dem im Kreise Labmü aelcgeiien 18 Storni, langen „Großen Fricdrichsgraben" einer Teilstrecke des Binnenschisfahrtsnx-ges Köiiigsber->-Tilsit—Nuß- laird^ hatten sich im August 19,4 die Russen sestgeseßt und hier durch zahlreiche mutwckliae Brandlegungen und durch umfassende Plünderungen in der bcfannten Weise gehaust. Durch den Sieg bei Tannenberg »ourden sie dann znm Ülbzuge gezwungen So sind die verschiedenen, an dem wichtigen Wasserlaufe sich' bin- Mhelwen Ortschaften vor der gänzlichen Zerstörung bewahrst aeblreben. Um doL GedächüfiK an die beiden Befreier Ost- vwuvzux LHoreuiu? mii oveier wgeito zu vervrnoen. routoe rurziuy beschlossen, die Namen zweier am Friedrichsgraben gelegenen, glerchiramigen Ortschaften nach Hindenburg und Lu- d e n d o r f f zu benennen. Nachdenr die beiden Feldherren dem Landrat des Kreises ihre Zustimmung zu der Namensänderung erklärt hatten, ist nunmehr durch allerhöchsten Erlaß vom 9. Aug. ds. Js. genehmigt worden, daß hie Landgemeinde Groß-Fried- rrchsgraben 1 den Namen Hindenburg und die Landgemeinde Groß- Frredrrchsgraben 2 den Namen Ludendocsf erhält.' . .Marmclude, Ala rmelade"! Der Abg. Müller-Meiningen hat im Reichstag folgende Anfrage cinc;ebracht: Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat insbesondere mtt der Art ihrer Marmeladeerzeugung schon wiederholt in werten Kreisen des deutschen Volkes Aergernis erregt. Erne Gerichtsverhandlung, die großes Auffehen erregte, hat vor kurzem von neuem bewiesen, daß die Organe dieser Reichs- stelle einen wesentlichen Teck der Obsternte Deutschlands zu verderben m der Lage sind. Es droht bei den Gepflogenheitew dieser Stelle, wie sie in jener Gerichtsverhandlung bewiesen wurden, auch in diesem Jahre, zumal da die bedenllich starke Streckung mit Rüben und Trestern berecks offen curgesagt wurde, tue Vergeudung unserer heurigen Obsternte durch die Bereitung ungenießbaren Ware wie im Jahre 1916. Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun. um das deutsche Volk gegen die Wils gesundheitsschädliche, teils ekelhafte Verarbeitung und Vergeudung eiires großen Teiles seiner wcrtvollent Obsternte zu beschützen? Ich begnüge mich mit schrifckicher Antwort. * K (WTB.) In bet heutigen Versammlung ber Zcchbnbcsitzcr des Rheinisch-Westfälischen Kohlen- lyridilats wurde unter freudiger Zustimmung der Versammlung beschloffen, daß das Kohlensyndikat auf die 9. Kriegsan- ler he ^0 Millionen Mark zeichnet. Aus die 8. Kriegsanleihe zeichnete das Kohlensyndikat 60 Millionen Mark und auf die bisherigen acht Kriegsanleihen insgesamt 265 Millwiren ^rk. Aus ßcfScm Ays der hessischen Nalionalliberalen Partei. Am 1' Oktober tritt der Geschäftsführer der Landespartei Dr. Otto ^ i n s e, wie aus einem an die Parteifreunde im Lande üiw wi die Patteipresse gewichteten Abschiedsschreiüen hervorgeht, von der Lertung der Geschäfte der Landespattei zurück uni einem an ihn ergaitgeneat Ruf als Syndikus des Verbandes' Mitteldeutsckier Jndusrrieller, Sitz Frankfurt a. M., Folge geben zu können. ** er Aus Stadt unv CanA. Gießen, den 1. Oktober 1918. m, Dienstjubiläum ^eiett henke Polizcifekretar P f e f f e r. Ltephan Pfeffer fbeht im 67. Lebens- mhce. Lv trat im Jahve 1872 in Pas Jnsaktterie-Regimerck 116 2“^ ™ ^lchem er im August 1875 zum Unteroffizier befördert wurde. Am 1. Oktober 18/8 wurde er bei der Gründung der Gleßcner ^,chutzlnannsä)aft in diese eingestellt. Er wurde später KriMinals-chutzmann im Jahre 1906 Wachtmeister und versieht seitdem Jahre 1909 die Stelle des Polizeisebretärs bei Großh. ^ id}mntgeii nmrben ihm verliehen: 'nSl* • E )lllg>nneme Ehrenzeckl-m mit der Inschrift ^ 0 ur laugiahrige tteue Dienste", im Jahre 1910 das Silberne im?^Philipps des Großmütigen, im Jahre 1916 das Ktteg^^hrenzevchen. Anläßlich seines 40jährigen Tienst- Mbckaums wurde chm vom Grotzherzog die Krone zum Sckbernen Kreuz des Verdienstordens LZHilchps des Großmütigen verliehen. ZT - r Irriges Dienstjubckäum feiert ebenfalls der Rats- ^ "bel, dem lwm Groß Herzog das silberne Kreuz des Verdienstordens Phckipps des Großmütigen verliehen wurde Na- hat Oberbürgermeister Keller den Jubckarrn die Glückwünsche der Stadt unter Anerkennung der der Stadt geleisteten Dienste überbracht. ü ** Sein 25jäh riges Tienstj ubiläum bei der Stadt Götzen begeht heute Earl Weller als Sttaßcnwatter I., ferner Straßenmeister Kospar Becker und der Vorarbeiter des Stadt- gattners Heinrich Müller. t* E. Fleischlosen Wo chen werden nach Bestimmun- gen des Kriegsernährmigsamtes eingesetzt und gelten allgemein, also sowohl rür die städtische wie für die ländliche Bevölkerung Hinweise für die fleischlose Woche vom 30. September bis Oktober von Kommunal verband und Kreisamt an verschiedenen Tagen an uns gelangt und getrennt veröffentlicht worden find, ist, m ländlichen Kteisen die Ansicht aufgetaucht, als ob die fteisch- lose Woche sür die Städter keine Geltung habe. Ties ist aber nicht der Fall. Ausgabe von Fleisch findet in dieser Woche nirgendwo im statt und ist auch für Gastwirtsck)asten verboten und strafbar ** Die Ausgabe vou Mehl an Stelle von Fleisch für Urlauber findet bei August Wallenfels, Marktplatz 17, gegen Ablieferung der Fleischmarken für die 40. Wockse statt. Fremde erhalten das Mehl in dem Kleinhandelsgeschäft von Th Schlierbach, Frankfurter Sttaße, gegen Abgabe der mit dem des Oberbürgermeisters versehenen Fleischmarken der 40. Woche. Backen von Krankenbrvt für den Monat Oktober 1918 ist folgenden Bäckern übertragen:: C. Haas, Bleich- straße, und F. Schreiner, Lindenplatz. Anträge auf Gaseinrichtungen. Die in der letzten Zeit aestellteii Anträge auf Gasemttchtungen können nicht wie erwünscht erledigt (werden, Iweck es an Personal, Material urü» namentlich an Gasuliren nvangelt. Es können daher nur die dringendsten Arbeiten vorgenommen werden. Siehe Bekannt« machung. ^ ^ ^ M u seumsleitung macht darauf aufmerksam» daß das Kriegsmuseum am Landgraf-Philipp-Plad nur bis zum Eintritt der kalten Witterung zu besichttgcn ist. ** Winterfahrplan. In den zum 1. Oktober in Kraft tretenden amtlichen Winter fahrplanen werden die v o r l ä u f i gi nvchnicht verkehrendenZüge einh.ntlich durchs einen Vermerk in der folgenden Form gekennzeichnet werden: „: Verkehrt bis aus weiteres nicht." — Ferner werden in einheitlicher Form auch die Züge kenntlich gemacht werden, die bei nüttg werdenden Zng- einschrätillingen vorüber ge herid in Wdgfall kommen. Diese Zug«! erhalten in den Fahrplandrucksachen den Vermerk: „.Verkehrt bis auf weiteres nicht." ,** Schwarz-Weiß-Licht spiele. M heute bis einschließlich .Freitag wirkt Lu L'Arroiige in ihrem Charakterstück in 3 Akten „s'Lieserl voni Loisachtal". OrtgulalalifnalMen aus München, Loisachtal, Garmisch-Partenkirchen. Außerdem spielt (N)tth Meller, die bekannte Darstellerin der Marlitt-Romane, die Hauptrolle rn dem Lustspielschlagcr in 4 Akten „Ter Reffemarschall". Landkreis Gießen. ** Eberstadt, 28. Sept. Gefreiten Heinrich Naumann wurde das Efferne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedacklle, verliehen. a ‘ dö ^ Okt. Dem gestrigen Sturn um die Mittagsstunde fiel unsere alte Linde, erire Zierde und Schönheit des Ortes, zum Opfer. Ihr schon viele Jahrzehnte hohler Stamm konnte der Getvalt des Sturmes nicht trotzen. Jhr«r latz hatte sie viele Jahrhundette hindurch bel)auptet. Bei ihrem äurze legte sie sich auf das neben ihr steheiide Leiter- und Backhaus, ohiie Iveitercn Sck)aden anzurichten. — Am letzten Somit ah fand mrter großer Tecknahmc der Gemeinde die ()>c- dächtnistcier für den am 1. Septeniber gefallenen Grenadier Ludwig Bellen. Sohn deS Lmrdwirts Hemrich Velten VIll. auf dem Wirberg statt. Die starke Betelligung an der Feier zeigte' nne beliebt der Gefallene war. Noch kur^ vor seinem Tode geriet er mit mehreren Kameraden in fianzösische Gefangenschaft, aus tvelcher er als der einzige wieder zu seinem Truppentecke zurück- zukehrcn vermochte. ^Klein-Linden, l.Okt. Musvetter Otto Lippert aus Klein-Linden erhielt das Eiserne Kveus 3, Klasse^ Nr. 230 Zweites B latt _Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhenen) ——P—— — W H.— - . j* - ^ . . Dienstag, (. Oktober (9(8 Die Hessen in den jüngsten Nämpfen in ziandern. Aus dem Felde wird uns geschrieben: In den halbamtlichen Berichten, die über die Rückverlegung tmfercr Front in Flandern «und die daran anschließenden Abwehrkämpft heraus ge geben wurden, fanden 'wiederholt die Hessen besondere Erwähnung. Wir lasen, daß sie im Verein mit Truppen anderer Gaue Deutschlands die schwierigen Bewegungen musterhaft durchführten, tvie ihre Nachhutkommandos und Patrouillen dem nachrückenden Gegner schtvere Verluste zufügten, ihn trotz seiner Ueberzahl tagelang aufhiellen, und wie schließlich in den neugewahl- ven Stellungen alle Versuche des Feindes, Boden zu gewinnen, an ihrem felsenharten Widerstand scheiterten . Die Kämpfe stellten an die Trttppe ,wie an die Führung große Anforderungen. Nachdem die Kasnpfbatailllone aus dem vorderen Linien nördlich und »rordtvestlich von Bailleul herausgezogeir waren, blieben nur Nachhuten unter Führung von Major Nicktsch v. Ro- fenegk mit etwas Artillerie und Kavallerie in der Gegend Steenwerck. Bald fühlte der Feind mit schwachen Patrouillen vor, und als er die dünne Besetzung der vorderen Linie erkannte, setzte er größere Abteilungen Infanterie zum Angriff an. Dieser Angriff mußte schon dadurch erfolgreich sein, daß unsere schwachen Patrouillen doch, nur einzelne Punkte verteidigen konnten, lvährend in dein welligen Gelände breite Lücken unbeschossen, ja sogar uneingesehen blieben. Durch die Trümmer von Bailleul hindurch und an verschiedenen anderen Stellen kam der Engländer vorwärts. Tie Verteidiger hielten sich noch eine Zeitlang auf dem Ravelsberg und Lillerberg, bis die drohende Umfassung auch diese Position unhaltbar machte. Bereits im Anfang seiner Vorwärtsbewegung erlitt der Engländer recht erhebliche Verluste. Tie Artellerie nahm in Baftleul uno anderwärts feindliche Ansammlungen unter wirkungsvolles Vernichtungsfeuer: Kvaftwagengeschütze und^ Maschinengewehre, die fid) geschickt hinter .Hohlwegen und Hecken verbargen, überschütteten, teilweise.auf nächste Entfernung, feindliche Kolonnen mit ihrem Eisenhagll. Cs wurde der 1. September 3 llhr nachmittags, bis es dem Engländer gelang, den ersten Angriff gegen unsere Nachhutstellung bei Steenwerck anzusetzen. Wieder erlitt der Gegner schwere Verluste durch das gut eingeschlossene Artillerie- und M,aschiuenge- lwehrfeuer der Hessen. Da es sich jedoch nicht darum handcini konnte, die ddachhutstellung ans die Dauer gegen einen zehnfach .Überlegenen Angriff zu behaupten, erging der Befehl, um etwa 2 Kilometer zurückzugehen. Alle Verteidigungsanlagen, auch der Kirchturm vou Steenwerck, der in Zukunft dem Feinde eine vorzügliche Artilleriebeobachtungsstelle abgegeben chatte, wurden im Augenblick der Räumung planmäßig von den Pionieren gesprengt. In der neuen Stellung, 2 Kilometer südöstlich Steenwerck, hielten die 9Lachhuten wiederum mehr als 24 Stuirden den Gegner auf, bis vou der Vorgesetzten Tienst>ftelle der Befehl tont, unter Zurücklassung von Jagdkommandvs auf das Gros zurückzugehen. 9 U'hr abends flog die große Eisenbahnbrücke über die Lys bei Afrmentieres in die Luft. Die Jägdkonnnandos schlugen sich mit dem Feinde noch V/ 2 Tage erfolgreich^herum, und erst am Morgen des 4. September konnten unsere Bewegungen in dieser Gegend als abgeschlossen betrachtet weiden. Da der Gegner natürlich nicht wissen konnte, wie weit die deutsche Führung die Bewegungen fortzusetzen gedachte, führte er auch gegen unsere neugewähllen Hauptstellungen sofort starke Kräfte zum Airgriff vor unb holte sich dabei blutige Köpfe. Alle Frontal airgriffe gegen die hessischen Regimenter wurden nun restlos abgewiesen. Am rechten Flügel ivaren es hessische Kvm- vagnien. die den feindlichen Angriff auf das Dorf Ploegsteert durch flankierenden Gegenstoß von Süden zum Stehen brachten und einen Osffzier und 11 Maim gefangen nahmen. Am 5. September konnte der Feind, unter dem Druck, der ihn von Süden her bedrohenden Hessen, den Südteil des Dorfes Ploegsteert nicht mehr halterr. Auch Pont de Nieppe, der aus den Aprrlkämpfen betbanntc Brückenkopf von Armentieres an der Lys, ftel infolge eines schneidigen Handstreiches eines hessischen Stoßtrupps unter der Führung des Leutnants d. Res. Ga st reich (aus Kirchhundem Kteis Olpe in Westfalen), nebst 3 Offizieren und 60 Engländern in unsere Hand. Die folgenden Tage brachteir einen Teilung riss nach dem andern. Der Engländer wollte nicht begreifen, daß sein Vormarsch bier ein Ende hatte, daß es nach unserem Willen geht und nicht nach seinem. Bald versuchte er bei Ploegsteert, bald bei Pont de Nieppe mit Unterstützung einer starken Artillerie, unsere Stellungen zu überrennen; jeder Erfolg blieb ihm versagt. Wo schwache Kräfte vorübergehend eindrangen, wurden sie sofort wieder hinausgeworfen oder gefangen genommen. Tie Kompagnien wetteiferten miteinander in schneidigen Unternehmungen. Die Gefangenenzahl stieg auf etwa 150, und die Verluste des Feinds i erreichten stellenweise, nach Gefangenenaussagen, 75 Prozent der Gefechtsstärke. „Tommy" war tüchtig hereingefallen und der ,Lands" wieder einmal obenauf. Eine interessante Beobachtung konnten wir bei den Gefangenen machen. Ein großer Tell von ihnen war nicht einmal kreigsrerwendungsfähig und gab an, daß ein hoher Prozentsatz der Division aus gv - und av.-Mannschaften zusammengesetzt sei, ein Beweis, mit toelchen Ersatzschwierigkeiten das englische Heer zu kämpfen hat. Oberleutnant v. HeimbUrg, Offizier-Kriegsberichterstatter. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Oktober 1918. ** Auszeichnungen. Oberleutnant Helmuth B o ck er- hid't das Oldenburger Fr iedrich - August -Kreu z 2. und 1. Klasse. .— Dem Militärkrankenwärter Heinrich Beck von Gießen wurde am 11. September 1918 das Eiserne Krem 2. Kl. und im Frühjahr dieses Jahres das Sanitätskreuz verliehen. L.U. Von der Universität. Der neue Rektor Geh. Medizincckrat Professor Dr. Strahl hat heute die Rektor- g e s ch ä f t e übernommen. Der neue Posttarif tritt heute am 1. Oktober, in Kraft. Ltadtbriefe kosten letzt 10 Pf. (über 20 Gramm 15 Pf.). Fernposl karten 10 Pf., Drucksachen bis 50 Gramm 5 Pf. Die 3-Ps.-MatKe hat damit ihre Bedeutung verloren Tie Postkarten mit V /2 Pf. pellen nur noch für beit Ortsverkehr, sonst müssen sie noch mit einer ,2V2-Pf.-Marke versehen werden. ** Das Rote Kreuz teilt mit. daß Eicheln und Kastanien nur Mittwochs und Samstags irachmittags von 4—6 Uhr ent- aegenAenommen werden. SckiMnder sollen in erster Linie in der Schule abliefern. ** Spinnstoffe. An» 1. Oktober 1918 tritt eine Nachtragsbekanntmachung Nr. W. M. 57/10. 18. K. R A. zu der Bekanntmachung, betreffend Bestandserhebung von tierischen und pflanzlichen -Spinnstoffen usw. vom 31. Mai 1916 (Nr. W. M. 57/4. 16. K. R. A.) in Kraft. Danach sind nunmehr auch sämtliche aus Kunstwollen hergestellten Garne und Seideufäden, sowie ?lb- schnitte, Abgänge und Abfälle von den Fellen und Pelzen melde- pslichttg, die in der Bekanntmachung im einzelnen aufgeführt sind. Ferner enthält die Nachtragsbekanntmachung neue Bestimmungen über die Meldescheine. Tie ersten Meldungen über die am 1. Oktober 1918 vorhandenen Vorräte habm bis zum 10. Oktober 1918 zu erfolgen. Ter Wortlaut der Nachttagsbekanntmachung ist in der heutigen Nr. des Gießener Anzeigers einzufehen ** Kunst wolle. Am 1. Oktober 1918 tritt eine Bekanntmachung Nr. W. I 761/10. 18. K. R. A. in Kraft, dittch die Web-, Trikot-, Wirk- und Strickgarne aus Kunstwolle beschlagnahmt werden. Ausgenommen von dieser Beschlagnahme sind die Strickgarne, die sich in Haushaltungen oder hausgeiverblichen Betrieben rum Zwecke der Verarbeitung befinden und diejenigen, die sich bei. Inkrafttreten dieser Bekanntmachung bereits in handelsfertiger« Auftnachung für den Kleinverkauf in Warenhäusern oder sonstigen offenen Ladengeschäften befinden. Trotz der Beschlagnahme ist die Veräußerung und Lieferung an die Kriegswollbedarf - Aktiengesellschaft, Berlin SW ,48, Verl. Hedemannstt. 1—6, gestattet. Lehnt diese einen Ankauf ab, so kaitn die Freigabe der 'Garne bet der Sektion W. I. der KriegsMohstoiff-Abteilung des Kriegs- !ministeriums in Berlin 8W 48, Verl. Hedemannstr. 10, beantragt 'werden. Außerdem ist die Verarbeitung der in Frage kommenden, (Garne zur Herstellung solcher Halb- und Fertigerzeugnisse gestattet, deren Anfertigung !von der Kriegs-Rohstoff-Abteilungj nachweislich gegen Belechchern igenchmigt worden ist. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in der heuttgen Nunpner unseres Blattes ein zu se hen. Landkreis Gießen. ** Dau bringen, 1. Ott. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. wurde der Fahrer Heinrich Schäfer ausgezeichnet. Tie Hess. Tapferkeitsmedaille ist schon seit längerer Zeit in seinem Besitz. Ferner wurde dem Gefreiten Wilhelm Schäfer das Hessische Kriegerehrenzeichen in Effen verliehen. Letzterer ist ebenfalls Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille und des Eisernen Kreuzes 2. Klasse. Beide sind Söhne des Gastwirts und Photographen Emil Schäfer. K^ms Schott-n # Herchenhain, 30. Sept. Wegen unerlaubten Verkehrs mft einem Kriegsgefangenen wurde Anna A mit einem Pdonat Gefängnis bestraft. Kreis Friedberg. nt. N i e der - R o s b a ch, 30. Sept. Gefreiter Heinrich G r o h, Sohn des Landwirts Johann Heinrich Groh. wurde wegen seiner Tapferkeft im Westen mft dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeit s Medaille besitzt er schon länger. Eingesandt. (Hür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel üoermmmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Theater und Fremdwort. Tie Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften hat noch vor kurzem ein Gutachten über die ihr von dem Allg. Deutschen Sprachver. vor gelegten Berichte abgegeben. In der Tagespresse lesen wir nun so oft die Worte: Abonnenten, Thecfterabonnement, Abon- nentenplätze. Könnten nicht die vom Sprachverein in Vorschlag gebracht eit verdeutschten Ausdrücke: Bezieher, Theaterstammkarte, Theaterstammplätze auch bei hiesigen Bekanntmachungen Anwendung finden? vermischtes. Cholcrajüllc in Berlin. Berlin, 30. Sept. (WTB.) In Berlin sind in den letzten Tagen 7 Fälle von asiatischer Cholera oorgekom- men, von denen 6 tMich verlaufen find. Tie Erkrankten waren in Krankenhäusern abgesondert. Tie erforderlichen Maßnahmen sind getroffen. Ein Grund zur Beunruhigung liegt nicht vor. Letzte Nachrichten. Der neueste Bericht der Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier. 1. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KronprinzNupprecht. Nahe an der Küste nahmen wir bei einem erfolgreichen Vorstoß einige Hundert Belgier gefangen. Unsere neue Front in Flandern verläuft im Zuge der in der vorjährigen Flandernschlacht ansgebauten rückwärtigen Stellungen von dem Handzame-Abschnitt—westlich von Nvcelare vorbei über Lcdegem—Gheluve nach Wervik in der Ltts-Niederung nach unserer alten Stellung bei Armcntiöres. Der Feind griff am Nackfinittag zwischen Norelare und Wervik an. Er wurde vor unseren Linien abgewiesen. Neben Belgiern und Engländern nahmen wir gestern auch hier Franzosen gefangen. Vorstöße des Feindes Mischen Fleurbair und Hulluch und Teilangriffe gegen die Hbhen von Fromelles unö Aubers scheiterten. Beiderseits von Cambrai setzte der Engländer tagsüber seine heftigen Angriffe fort. Am Nachmittag gelang es einer neu eingesetzten kanadischen Division nördlich an Cambrai vorbei auf Ramillies inrzustoßen. Unter Führung ves Generalleutnants von Fritsch war«' die in den Kämpfen zwischen Arras und Cambrai besonders bewährte württernbergische 26. Refervedi Vision den Feind auf Tilloy zurück. Auch südlich von Cambrai haben wir unsere Stellungen gegen mehr- foche Anstürme des Feindes restlos behauptet. H e e r e s g r u p p e G e n e r a l o b e r st v o n B o e h n. Beiderseits von Le Catelet nahm der Feind am Vormittag seine Angriffe zwischen Vanöhuille und Jancourr wieder auf. Auch südlich Faneourt und südlich der Somme entwickelten sich am Abend heftige Kämpft. Angriffe de§ Feindes wurden überall abgewiefen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Gegen unsere Linien zwischen Aisne und Beste und über die Vesle zwischen Breuil und Jonchery richtete der Franzose hestige Angriffe. Trotz mehrmaligen Ansturmes sind sie bis auf einen Teilerfolg, der den Feind aus die Höhen von Breuil führte, gescheitert. In der Champagne beschränkte sich der Feind aus Teil- Angriffe östlich der Snippe, gegen St. Marie-ä-Py, nördlich von Somme-Py und gegen unsere neuen Linien, die wir iv der Nacht bei Aure und Mcrvaux bezogen hatten Sie wurde« abgcwiesen. Bei St. Marie-ä-Py nahmen wir hierbei zwei französische Kompagnien gefangen. Mit starken Kräften griff der Amerikaner östlich der Argonnen an. Brennpunkte des Kampfes waren wiedernm Apremont und der Wald vou Montrebeau. Wir schlugen den Feind überall zurück. Er erlitt auch gestern wieder besonders schwere Verluste. Heeresgruppe von Gollwitz. Auf dem westlichen Maasuftr blieb die Gesechtstätig» feit auf Störungsfeuer beschränkt. * Infanterie, Pioniere und Artillerie haben un der Vernichtung zahlreicher feindlicher Panzerwagen reichen Anteil. In den letzten Kämpfen taten sich hierbei besonders hervor die Leutnants Suhling und Burmeister. Reserve-Infanterie- Regiment Nr. 90, die Vizefeldwebel Jolkmann, Garde-Res.^ 'Sckjützen-Batmllon und Raugnth vom Referve-Jnfanterie- Regiment Nr. 27, die Leutnants Keibel vom Feldnrtillerie- Regiment Nr. 40, Scbrepler vom Feldartillerie-Regiment Nr. 74, Ribbelt vom Feldartillerie-Negiment Nr. 108. Mayer und Brauer vom Referve-Feldartillerie-Negiment Nr. 241. Derninghaus vom Reserve-Feldariillerie-Regiment Nr. 63 und llntewfftzier Thele vom Feldartillerie-Regiment Nr. 14 Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Der Wafftnstillstano mit Bulgarien abgeschlossen. Amsterdam, 1. Ott. (WTB. Nichchamllich.) Wie Reimer erfährt, ist der Waffen stillsband Mischen Bulgaren und der Entente abgeschlossen. Englischer Bericht aus Palästina vont 29.. Sept.: Ain 27. 9. leistete der Feind in dem Nordgebiet (Tiberiasee) einigen Widerstand, indem er die Uebergänge am oberen Jordan bei Jisr Benat^Aakub und die Stellungen bei Jrbid und Erremte beiderseits der Straße nach Mezerib und Teraa behauptete. Im Laufe des ?lbends erzwang eine Brigade australischer leichter Kavallerie den Uebergang südlich von Jisr Benat Pakub. Am Morgen des 28. 9. wurde ber Feind aus seinen Stellungen am oberen Jordan vertrieben, indem unsere Truppen nach dein linken Ufer übersetzten und die Wiederherstellung der Brücke unternahmen. Südösllich von dem See überwand unsere Kavallerie den türkischen Widerstand bei Jrbid und Erremte. Im Lauft des 9dachmittags des 27. 9. und am Morgen des 28. 9. trieb sie den ihr gegenüberstehenden Feind vor sich her nach Norden über Mezerib hinaus, wobei sie dem Araberheere des Königs Hussein bei Teraa die Hände reichte. Letzterer hatte die Eisenbahnstationen Ezra und Hagazala (nördlich von Teraa) auf der nach Tamaskus verlaufenden Hedschaslinie am 28. 9. eingenommen, wobei er ungefähr 1500 Gefangene machte. Weiter nördlich wird die Vorwärtsbewegung unserer Kavallerie, die aus ihrem rechten Flügel von Arabern gedeckt ist, von dem Teraa- Gebiet aus fortgesetzt. Unsere Truppen näherten sich Mezerib am Abend des 28. 9. Im Südgebiet hatten unsere Kolonnen im Anman-Tistrikt bis zum Abend des 27.9. während ihrer Operationen östlich vom Jordan .5700 Gesangene gemacht urrd 28 Geschütze erbeutet. Am 28. 9. startden sie bei der Elttrstal-Station. 14V2 Meilen südlich von Anman, mft den Bortruppen des türkischen Heeres in -Fühlung, die sich nördlich von Maan zurück- zogen. Im ganzen.wurdeit bis 8 Uhr abends am 29. September 5000 Gefangene und 325 Geschütze gemeldet. Der bnyrisckE Landtag. München, 30. Sevt. (WTB. Nichtauttlich.) Durch allerhöchste Verordnung ist der bayerische Landtag, der bil auf weiteres vertagt worden !war, zum 14. Oktober einberufeL worden. G&P oder CjdS Wer braucht die Millionen I Wotan-Lampen ^ cJedei 3 Ölektpo-Jnßallafenp vJeiß äs D fr//////////////////////////////////tf////////tf/////^ '/////////////^////////^////////tY/. u . \ «mtlicher Teil. Nr. W t I. 761/10. 18. SB. R. A>. betreffend Beschlagnahme von Web-, Trikot-, wirk- und Strickgarnen aus ttunstwolle. vom (. Oktober (918. Nachstehende Bekanntmachun g wird auf Ersuchen des Königlichen Kriegsmirrisvernrms hieuduch nrit dem Bemerken zur allgemeine!, Kenntnis gebracht, daß jede Zuwiderhandlung nach §6 der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Kriegsbedarf in der Fassung vom 26. April 1917 (Reicbs-Gesttzbl 6.376) bestrait 17. Januar 1918 (Reichs-Gesetzbl. S.37) wird. Auch Tann der Betrieb des Handelsgetoerbes gemäß der Be>- Scmnturcschang zur Fernhcrltmrg unzuverlässiger Personen vom Hairc- del vom 23. -September 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 603) untersagt werden. § 1 . Bon der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Bon dieser Bekanntmachung werden betroffen: 1. Webgcrrne, Trikotgarne, Wirtgarne und Strickgarne ans Kmrsiwvlle, gleichviel, ob sie ohne oder nrit Zusatz rrgenL- webster anderer (auch Lrnstseidener) Spinnstoffe hergestellt find, einschließlich der aus ausländischen Rohstoffen her- gestellten, sowie der aus dem Auslande eingeführten Garne. L. Abfälle und Abgänge aller Art a»s den unter 1 genannten Garnen*). Ausgenommen von dieser Bekanntmachrmg sind alle Garne, . ..im. . A Nr. W. I. 761/12. 15. 51 R. A. Ut bereits durch bte Bekanntmachung ^ w . L 1680/10. 17. K. R. A. betreffend Veräußerungs-, VerarbeitungS- vom 1. Dezember 1917 und Bewegungsverbot für Web-, Trikot-, Wirk- und Strickgarne, Nr. W. II. 2700 2. 17. K. R.A. vom 1. Avril dre Bekanntmachung ^ w n 2700/12.17 K.R. A. vom I. Februar 1917 betreffend Beschlagnahme baumwollener Spinnstoffe und Garne Nr. W. EU 1. die sich in Haushaltungen oder hansgcwerblichen Betrieben Hum Zwecke der Verarbeitung in diesen befinden, 8. die sich beim Inkrafttreten der Bekanntmachung bereits in Handels fertiger Aufmachung für den Kleinverkauf in Warenhäusern und sonstigen offenen Ladengeschäften befinden. 8 5. Veräußerungs- und Lieferungserlaubnis. Trat der Beschlagnahme ist die Veräußerung und Lieferung der befäKagnahmten Gegenstände an die KriegswÄlbedarf-Aktien- gesLlfchaft, Berlin SW 43, Verl. Hedemannstr. 1—6, erlaubt. Ueber jede Veräußerung von Garnen wird von der' Kriegs- WÄlbedarf-Aktiengesellschast ein Veräußerungsschein in Zfacher Aus Fertigung ausgestellt. Tie Hauptausferttgung hat der Veräußerer an das WebstoffmeldEamt der Kriegs-Roh'toff-Llbteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW 48, Verl. nrannstr. 10, unterschrieben und mit Firmenstempel versehen unverzüglich einzusenden. Nebenansfertigung 2 behält die Kriegswoll- bedarf-Aktien gesellschaft, Nebenausfertigung 3 hat der Veräußerer als Beleg aufzubewcchven. 8 6. Derarbeitungserlaubnis. Trotz der Beschlagrrahme ist die Verarbeitung der von dieser Bekanntmachung betroffenen Gegenstände zur Herstellung solcher Halb- und Fertigerzeugnisse gestattet, deren Anfertigung von der Kriegs-Rohsivff-2lbteilung des Königlich Preußischen .Kriegsministeriums nachweislich genehmigt worden ist Ter Nachweis dieser Genehm'g:mg ist vom Verarbeiter der Rohstoffe durch einen amtlichen Beleosckchn xu führen, der von dex Kriegs-Rohstoff-Abteilung, , WollbrdarfsMrüfungsstelle, des Königlich Preußischen Atie^nmristerurms nrit (Genehmigungsvermerk versöhn ist Tie von dieser Bekanntrnachung betroffenen beschlagnahmten Garne, die sich beim Jnkrafttveten der Bekanntmachung bereits i» Verarbeitung befinden, dürfen weiter verarbeitet werden 8 7. Enteignung. Bei Zurückhalten der von dieser Bekanntmachung betroffenen Gegenstände ist Enteignung zu gewärtigen. 8 8 . - Freigaben. Nach Ablesung eines Ankaufes durch die Kriegswollbedarf- Miengesellschast (§ 5) können für die al ge lehnten Mengen Anträge auf Freigabe gestellt werden. Tie freigegebenen Mengen finb gesondert von den übrigen Kr halten. Tie Anträge sind (unter genauer Angabe der abgelehnten Mengen und Evrsendung eines Musters) an die Kriegs-Rohstoff- Abteilung des Königlich Preußischen Kriegs Ministeriums, Sektion W. I, Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstraße 10, zu richten, welche die Entscheidung.zuständig ist. 8 9. Ausnahmen. Ausnahmen können von der Kriegs-Rohstoff-Abterl ung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums bewilligt werden. 8 10 . Anfragen und Anträge. Anfragen und Anträge, welch; diese Bekanntmachung betreffen find mit der Kovffchrift „Beschlagnahme von Kunsvooltgarnen" an die Kri-gs-Rohstoff-Abteilung des königlich Preußischen Kriegs - Ministeriums, Sektion W. I., Berlin SW 48, Verl Hcdemann- straße 10, zu richten. 8 U. Inkrafttreten. Diese Bekanntmachung tritt gm 1. Oktober 1918 in Kraft. Frankfurt (Main), den 1. Oktober 1918. Der stellvertretende Koinmandierende General: Riedel, General der Infanterie. Mainz, den 1. Oktober 1918. Ter Gouverneur der .Festung Mainz. _ Bausch. Generalleutnant. An den Oberbürgermeister zu Gießen, das Grotzh. Polizei- amt Gießen und die Grotzh. Bürgermeistereien der Land gemeinden des Kreises. Indem wir auf vorstehende Bekanntmachungen des stellvertretenden Generalkommandos von heute verweisen, beauftragen wir Sie, von dem Inhalt derselben den Interessenten alsbald Kenntnis zu geben und die Bekanntmachungen in Ihrem Amtszimmer zur et waigen Einsicht offen zu legem Gießen, den 1. Oktober 1918. ErolZvel-zuaachis sireisamt Gießen. _ Dr. Ustnger. NchlWÄchMtAichW Nr. W. M. 57/10. 18. K.N.A. zu der Bekanntmachung Nr. V/. M. 57/4. 16. K. H. A. vom 3(. Mai (9(6. betreffend Beffandrerhebung von tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen usw. vom l Moder (9(8. Tie nachstehende Bekanntmachung wird auf Ersuchen des Königlichen Kriegsministerrunvs hierdurch -mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß jede Zuwiderhandlung gemäß 8 5 der Bekanntmachung über Auskunftspflichl vom 12. Juli 1917 (Reichs-Gesetzbl .S. 604) und 11 April 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 187) bestraft wird. Auch knrn der Betrieb des Handelsgewerbes gemäß der Bekanntmachung zur Ferühaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 603) untersagt werden. Artikel I. £2 der Bekanntmachung Nr. W. M. 57/4. 16. K. R. A. vom 31. Mai 1916 erhält folgende Fassung: 8 2 . Meldepflichtige Gegenstände. Meldepslichtig sind: a) sämtlich unverarbeiteten und in Verarbeitung befindlichen Vorräte der .nachstehend näher bezerchneten tierischen und pflanzlichen Spinnstoffe; b) sämtlrclic aus diesen tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen ^>wie aus Kunsttvollcn hergestellben Garne und Seilfäden; c) Abschnitte, Abgänge und Abfälle jeder Art von nachbe- zeichneten Fellen und Pelzen, pnd zl)var in der in den amtlichen Meldescheinen vorgesehenen' Einteilung: _ Gruppe 1/ *) Tie Mellevslich. t*cr von dieser Bekanntmachung betroffenen Garw' ist torrf, Bakannrmccchung Nr. W M. 57/4. 16. K R. 91., betretend Bcstandserl^bung von tierischen und pflanzlichen Spinnt gossen usw. vom 31. 'Ufoi 1916 mrd die Nwh'wai^be'tLNntMLclMng Nr. W M. 57/10. 18 K R. A vom 1. Oktober 1918 geregelt. 7n'ir dieienigen Strickgarne, die unter die Bekanntmachung Nr. W. I. 761,12. 15. §k. R. A. oder Nr. W. I. 1680/10. 17.5t N. Ä. fallen, geilen die Bestimmungen dieser Bekanntmachungen kort. n 270 .2 17 VI W.n.2700/12. 17. K.R.A. Meldeschein 1. | A. U Ungefärbte und gefärbte reine Schafwolle, Kamelhaare, Mvl-är, Alpaka, Kaschmir, ungewaschen, rückengewaschen, fabrikmäßig gewaschen, karbonisiert, auch in Mischungen; untereinander oder mit anderen Spinnstoffen; 2. ungefärbte und gefärbte Spinnstoffe aus reiner Schafwolle, Kamelhaar, Mohär, Alpaka. Kaschmir, also Kammzeug, Kärnmlrnge, Abiälle und Abgänge jeder Art dieser Spinnstoffe aus Wäscherei, Kämmerei, Kammgarn- und Streich- sarnspimrerei, Weberei, Strickerei, Wirkerei oder anderes Betriebsarten, auch in Mischungen untereinander oder mit anderen Spinnstoffen: 3. sonstige Tierhaare jeder Art. auch in Mischungen untereinander oder mit anderen Spinnstoffen; 4. Abfälle und Abgänge jeder Art der unter Ziffer 3 ge- irannben Gegenstäirde aus Spinnerei, Weberei, Filzerei oder anderen Betriebsarten; 5. Abschnitte und sonstige Abgänge und Abfälle jeder Art von Wollfellen, Haarfellen und Petzen jeder Art. B. Sämtliche Webgarne, Trikotgarne und Wirkgarire (Kammgarn!, Streichgarn, Kammgarn mit Streichgarn gezwirnt), gleichviel, ob diese Garne hergestellt sind aus: 1. reiner Schafwolle, Kamelhaar, Mohär, Alpaka, Kaschmir, ungewaschen, rückengewaschen, fabrikmäßig gewaschen, karbonisiert, ohne oder mit Zusatz von Kunstwolle; 2. Spinnstoffen aus reiner Schafwolle, Kamelhaar, Mohär, Alpaka, Kaschmir, also Kammzug, Kämmlingen, Abgängen jeder Art aus Wäscherei, Kämmerei, Kammgarn- und Streichaarnspinnerei, Weberei, Strickerei, Wirkerei oder anderen Betriebsarten, ohne oder mit Zusatz von Kunstwvlle; 3. Mischungen der unter 1 und 2 genannten Spinnstoffe ohne oder mit Zusatz von Kunstwolle. 6. Sämtliche Strickgarne (Hand- und Maschinenstrickgarne aus Kammgarn, Streichgarn, Kaknnrgarn mit Streichgarn gezwirnt). gleichviel, aus welchem der unter B genannten Spinnstoffe diese Garne hergestellt sind, ohne oder mir Zusatz von Baumwolle oder anderen pflanzlichen Spinnstoffen. D. Sämtliche Web-, Trißot-, Wirk- und Strickgarne ans Kunst- Wolle ohne oder mit Zusatz anderer (auch kunstseidener) Spinnstoffe, sowie deren Abfälle und Abgänge, soweit sie nicht unter A W> C oder (wegen eines Zusatzes von baumwoll- haltigen Spinnstoffen) unter Gruppe 2 oder (wegen eines Zusatzes von Bastsaserrohstoffen) unter Gruppe 3 fallen. Gruppe 2. | Meldeschein 2. | A. Zlaumwolle, Lintrrs. Danmwol^abgänge. Baumlvollabfälle aller Art einschließlich Webereikehricht, auch mit anderen Spinnstoffen (Wolle, Kunstwolle. Kunstbaunrwolle usw.) gemischt gleichviel, ob sie in der Spinnerei, Zwirnerei. Weberei, Wirkerei oder Strickerei, beim Bleichen, Veredeln oder Ausrüsten anfallen, und ob sie verspümbar sind oder nicht. Besonders ergangene Anordnungen, betreffend Beschlag- irabme und Meldepflicht von Linkers an die Kriegs-Chemi- kalien-Aktiengesellschaft. Berlin, Köthener Str. 1—4, bleiben bestehen. B. Sämtliche baumwollenen und baumwollhaltigen Garne, Zwirne, Garn-- und Zwirnabfälle (Putzfäden, Neinfäden u. dgl.), gleichviel ob der Baumivollgehall auf der Berwendamg der unter A genannten Baumwollspinnstoffe, auf dem Zusatz von Kunstbcnrmwolle oder baumwollhaltiger Kunstvolle oder m:f sonstigen Ursachen beruht. Gruppe 3. | Meldeschein 3. | A. Daftfaserrohstoffe e im Sinne der Bekanntmachung Nr. WIII 3000/9. 16. K. R. A., betreffend Beschlagnahme, Verwendung und Veräußerung von Flachs- und Hanfstroh, Bastfasern usw., vom 10. November 1916 und der Nachtragsbekanntmachung Nr. W. III. 3000/6. 18. K. R. A. vom 29. Juni 1916, geknickt, geschwungen, gebrochen, gehechllt und als Werg oder als beschlagnahmter Abfall. B. Garne, Webzwirne und Seilfäden, ganz oder teilweise aus Bastfasern hergestellt. 3u 2 , b und c: Meldepflichtig sffrd nicht nur die frei erworbenen, sondern auch die von der KriegS-Rohstoff-Abteilung des Mniglich Preußischen Kriegs Ministeriums zugewiefenen Bestände. | Vorräte, die durch Verfügung der Militärbehörden bereits beschlagnahn^t worden sind, unterliegen ebenfalls der Meldepflicht. In diesem Falle ist im Meldeschein zu vermerken, daß und durch' welche Stelle eine Beschlagnahme erfolgt ist. , Wolle auf dem Fell ist nicht zu melden, soweit es ffch nicht um Abschnitte, sonstige Abgänge und Abfälle der in Gruppe 1 A 5 be- zeichneten Art handelt. Bei den von dieser Bekanntmachung betroffenen Gegenstände» b»;teht eine Meldepflicht für jede Menge ohne Rücksicht auf Min- destvorräte. Eine schätzungsweise Angabe des Gewichts ist bei Spinnstoffe» nur für in Verarbeittm^ befindliche Mengen zulässig, bei allen anderen von dieser Bekanntmachung betroffenen Gcgmständen nur! in Ausnahmefällen und mit Genehmigung des Webstoffmeldeamts. >zn solchen Fällen ist im Meldeschein airzugeben, daß es sich um eure Schätzung handelt. . Auch im Spinn-, Zwirn- oder Veredelungsprozeß befinde lrche Garne sind meldepflichtig. Tngegen sind nicht meldepflichtig: 1. In handelssertiger Ausmachung für den Klein verkauf oov- handene Stickgarne. 2. Strick-, Stopf- und Häkelgarne aus Baumwolle oder bäum-- wollenen Spinnstoffen, soweit sie am Stichtage in handelt- fertiger Aufmachung für den Mcinverkauf vor^rnden waren. Strickgarne, Stopfgarne mrd Häkelgarne aus Wolle oder mit einem Zusatz von Wolle sind dagegen in jeder Menge und Aufmachung meldepflichtig. 3. Garne im Besitze von Haushaltungen für den Hausgebrauch. 4. Strickgarne der unter Gruppe 1 D bezeichneten Art, die sich rn hausgeiverblichen Betrieben zum Zwecke der Verarbeitung in diesen befinden. 5. Strickgarne der urtter Gruppe 1 D bezeichneten Art, die sich beim Inkrafttreten dieser Bekanntmachung bereits m hin- delsferttger Aufmachung für den Kleinverkauf in Warenhäusern oder sonstigen offenen Ladengeschäften befinden. Artikel II. O - I V**; w VVt/UAl | QUUlUiy . Für die Meldungen sind drei Arten von Meldescheinen bei der Vordruckverwaltung der Kinegs-Rohstoff-Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW 48, Verl. Hede- nannstr. 10. erhältl ich, und zwar: stlr Wolle, Wollgarne und Kunstwollgarne, für Baumwolle und Baumwollgarne, für Bastfasern und Bastfafergarne. Artikel III. eldeschein Melvefchcin 2 . Meldeschein 3. .. Tre erste der gemäß der Bekanntmachung Nr. W. M. 57/4.16 St. R. 21 erforderlichen MÄdungen der im § 2 Gruppe 1D genannten Gegenstände ist über die am 1. Oktober 1918 vorhandenen Vorräte bis zum 10. Oktober 1918 zu erstatten. Artikel IV. Die Bekanntmachrcng tritt am 1. Oktober 1918 in Kraft. Frankfurt (Main), den 1. Oktober 1918. Ter stellv. Kommandierende General: Riedel, General der Infanterie^ Mainz, den 1. Oktober 1918. Der Gouverneur der Festung Mainz. _ Bausch, Generalleutnant. Zn den Oderbürgermrister zu Gießen. Großh. Polizeiaml Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemrin-. den des Kreises. Indem wir auf vorstehende Bekanntmachung des stellver-> tretenden Generalkommandos von heute verweisen, beauftragen wrr Lie, von dem Inhalt derselben den Interessenten alsbald Kenntnis zu geben, und die Bekanntmachung in Ihrem Amtszimmer zur etwaigen Einsicht offen zu legen. Greßen, den 1. Oktober 1919. Großherzogliches Kreisarnt Gießen. Or. U sin g er. vaterländischer Hilfsdienst. Aufforderung des KriegsamtS zur freiwilligen Meldung gemäß tz 7, Absatz 2 des Gesetzes über den vaterläudischeu Hilfsdienst. heiser für die Etappe! In dem gewaltigen, von unserem Heere besetzten feindlichen Gebiet werden zur Verwendung bei Militärbehörden in erhöhte« Maße zahlreiche Hilfskräfte benötigt. Das Jntereffe des Vaterlandes verlangt, daß taugliche und entbehrliche Kräfte der Heimat sich zn diesem Etappendienst zur Verfügung stellen Zahlreiche kriegsverwendungs- fähige Militärpcrfonen muffen im besetzten Gebiet noch für den Dienst au der Front frei gemacht werden. Die Lebenöbedingnngen im besetzten feindlichen Gebiet sind durchaus günstig. Neben reichlicher freier Verpflegung und freier Nntcrkunft rvirv gute Entlohnung gewährt. Auch ist Gelegenheit zur B fchaffnng billiger Kleidung gegeben. Und was bedeutet die Notwendigkeit, sich in fremde Ber- hältniffe einzugewöhnen, gegenüber dem Matz von Opfern und Entbehrungen, das unsere Krieger feit Jahren freudig ertragen? Männliche Hilfskräfte jeden Alters, besonders auch Jugendliche, können, wenn sie geeignet befunden werden, Beschäfigung im besetzten Gebiet im Westen sinden, und zwar für Arbeitsdienst jeglicher Art, Boten- und Ordonnau^dienst, sowie als Schreiber, Buchhalter, Kaufleute, Verkäufer, Lagervenvalter, Aufsichtsleute, Handwerker jeder Art. Perfmen mit ftanzösischen und flämischen Sprachkenntnffsen werden besonders berücksickstigt. Wehrpflichtige können nicht angenommen werden, mit 2luS- nastine der 50 o/o oder mehr erwerbsbeschränkten Kriegsbeschädigten und der Jugendlichen bis zum Beginn der Einberufmlg ihres Jahrgangs in der Heimat. 2lls Entgelt wird gewährt: Freie Verpflegung oder Geldentschädigung für Selbstverpflegung, freie Unterkiinft, freie Eisenüalinfahrt zum Bestimmun^- ott und zurück, freie Benutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbehandlung, sowie angemessene Barentlohnung. Bis zur endgülttgen Ueberiveisung an eine bestinnnte Bedarfs» stelle wird ein „vorläustger Dienstvertrag" geschlossen. Die end- gülttge Höhe des Lohnes oder Gelacktes kann erst im Anstellungsvertrag selbst festgesetzt werden. Sie richtet sich nach 2lrt und Dauer der Arbeit sowie der Leistungsfähigkeit des Betreffenden. Eine auskömmliche Bezahlung wird zugesichert. Falls BedürstlgAüt vorliegt, werden außerdem Zulagen für die in der Heimat zu versorgenden Familienangehörigen gewährt. Tie Versorgung derjenigen, die eine Kricgsdienstbeschädigung erleiden, ist besonders geregelt. Meldungen nehmen entgegen für Kreis Gießen, Als- selb, Lauterbach und Schotten: Bezirkskommando und Hilfsdien st melde stelle Gießen; dabei sind vorzulegen: Etwaige Militärpapiere, Beschäftigungsauslveis oder Arbeitspapiere, erfordc'rlichensalls Mkehrschein. Es ist crnzugeben wann der Bewerber die Beschäftigimg mr treten kann. Eine läufige ärztlick^e UntersuckMng erfolgt kostenlos bei dem Bezirks- kommando. Jeder Beirrerber hat sich den erforderlichen Sckmtz- impfungen zu unterziehen. 47200 Uriegsamtstelle zrankflltt a. m. ** i* fetf, 1. Oft Kanonier Karl Stolzenhauer von hrer erhielt am Id. September das Eiserne Kreuz. Die Hessische Tapferk«tSmeüaille besitzt er schon seit 1917. Kreis Fncvverg. ' H- Friedberg, 30. Sept. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt der Leutmnrt d. R. Hermann Kleberger. — Dorheim. Die Hessische Dapferk-eitsmedaüle crl)ielt der Landsturm- mann Philipp Stein. ** Bad-Nauheim, 30. Sept. Der junge litauische Cellist G u t t a Ea sini nttrbc tont 19. A.-K. «als Solist für 25) Orchestcr- Vonzerte im Oktober unter Leitung Stadlers verpslichbet. Casini, der nnederholt stürmisch gefeierte Ä>list der Konzerte Hofrat Win- dersteins, spielte auch mit groß«nn Erfolge in Anwesenheit des Königs Ferdinand von Bulgarien. Starkenvurn und Nheinhkssen. RMK. Darmstadt, 29. Sept. Tödlich verunglückt ist am Samstag abend in dem Hauprbahnl)of in -Offeirbach ans der Nebeir- bahnsttecke bei der Einfal-rt eines Leerzuges der 13 Jahre alte Phil. B c cf e r. kEr tvollte auf d«: Zug> springen, wurde aber abgeschleudert und kam unter die Räder. Sein Tod trat sofort ein . Er lwt das Unglück selbst verschuldet. — Ten Tag seiner LOjährigen Tätigkeit ats Landtagsabgeordneter in Hessen kann am 4. Oktober d. I. der Geh. Justizvat Dr. Ph. Schmitt in Mainz begehen. Er vertritt den Mainzer Wahlkreis seit 1893 für das Zentrum und v"ar aml, von 1896 bis 1903 Reichstagsabgeordnetcr für den Wahlkreis Mainz-OpPcnl-eim. RMK. Tarmstadt, 30. Sept. Im Ricknrd-Wagner-Verein sand am Freitag abend ein gut besuchtes, mit lebhaftem Beifall ausgenommenes Koirzert des aus den Herren Poof. W. Rehberg, Hugo Brikigt und Karl Müller bestehenden. Mannheimer Klaviei> trios statt. Zum Vortrag kamen das Trio in Es-dnr von Haydn, ein Trio op. 8 von Haus Pfitzner. smvie ein Trio op 99 vom Schubert. Gegenüber Haydn und Schubert hatte die Pfitzner'sche Kompofttion einen schweren Stand, dockn fanden die sämtlichen Vorführungen der Mannheimer Kammermusikoerernigung vollste Anerkemrung. Kreis Wetzlar. ra. .Wetzlar, 30. Sept. In der diesjährigen Kreist- lehrerkonserenz standen folge^rde 2 Vorträge auf der Tagesordnung: 1. „Wie bann die Volksschule heute ihren eigenen und den Kriegs an fgaben gerecht werden?" Redner: Sem ina rdi cekt vr Groth und 2. „Ueber die Kriegslage". Redner: Ein Offrzier vom Stellvertretenden Generalbmnmando zu Frankfurt. ra. Albshausen sKr. Wetzlar), 30. Sept Weichensteller a. D. Jakob Wörner (KriegsVeteran von 1870/71) ist im 74. Lebensjahr gestorben. ra. Ebersgöns, 29. Sept. Leutnant und Flugzeugführer Theo Corty (Sohn unseres Pfarrers), Inhaber des Eisernen, Kreuzes 1. und 2. Klasse, der Hessische»: Tapserkeitsmedaille und des Flugzeilgführer-Abzeick)mL, starb im blühenden Alter von noch reicht 22 Jahren den Ehrentvd. Hessen-Nassau. X. Han a u, 29. Sept. Das bekanntlich im Dezember d. I. auf ein 150jähriges Besteh«: '.rückblickend^ Hanauer Stadt- t h e a t e r hat gestern abend d« Äinterspielzeit mit einer Aufführung von Shakespeares Tragödie ..Hamlet" eröffnet. Die Aufführung war wohl vorbereitet und gibt Gewähr, daß die Jubiläumsspielzeit reich an künstlerischen Genüssen sein wird. Eine neu angeschaffte Stilbühne kommt der Aufführung größerer Dramen vorteilhaft zustatten. Dorpat, 29. Sept. Heute, fand hier die Wiedereröffnung! der tierärztlichen Hochschule tstctt. Sport. Gießener Nudcrgesellschaft 1877. Bei dem am 29. September am Boothaus abgehaltenen Ab- rudern wurden drei Ramien ausgefahren. I. Wanderpreis, für Schüler, gestiftet von Herrn Friedrich Harri es und Herrn Robert I m h e u s e r. Mannschaft E i ch m a n n siegte mit 3 Länger: gegen dre Mannschaft Scheel. II. A n f.ä n g e r °< Vierer mit festen Sitzen. Mannschaft S t a h r gewann gegen die Mannschaft Wwckerlich mit 2 r / 2 Längen. III. Verein s a ch t e r, Wanderpreis, gestiftet vom 1. Vorsitzenden Herrn Apotlieker Th. S ch w i e d e r. Mannschaft K r a i l i n g gervann gegen die Mannschaft Wim mit l l / 2 Längen. Abends fand sich eine Heine Anzahl Mitgl eder inü> Schüler za: einem Glase Bier zusammen. Ter 2. Vorsitzende Herr Krailing nahm die PreiS- verteilung vor und schloß die Saison mit dem Wunsche, daß nächstes Jcchr der Friede bessere Zeiten für die Ruderer bringen möge. QanOeL I. Tarmstadt, 30. Sept. Bei der heute morgen unter den. Vorsitz von Hugo Stinnes-Mülheim-Ruhr im Verwaltungs gebäude an der Neckarstraße abgehaltenen Generalversammlung der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft niaren 6235 Aklien vertreten. Geschäftsbericht, Bilanz, Gewinn- und Verlust vechnung, soivie die vorgefchlagene Ausschüttung von 6 1 /* Pro; Dividenden wurden genehmigt. In den Aussichtsrat wurden dr- auSfcheidend-en Mitglreder Drvektor Dr.-Jng. Wen dt-Essen und Gutsbesitzer T e r b o w o n - Fällentrorf bei Essen wiedergewähll Tie inzwischen in den Ruhestand getretenen Oberbürgermeister Holle-Essen urrd Landvat Tr. Brandt-Essen haben aus ihre Wiederwahl verzichtet. Ä ihre Stelle wurden Oberbürgermeister Dr. Luther-Esser: und Landrat Dr. Scho ene-Esser: gewählt. — Am Nachmittag hielt die Hessische Eisen bahn-Aktien-Ges. (Heag.) im Stadthaus unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Gl ä ssi n g ihre Generalversammlung ab. Auch hier wurden die Regularien genehmigt An Stell/ des zurückgetretenen Beig. E k e r t wurde Beig. Henrich- Darm stadt in den Aufsichtslos gewählt; zu Rechnungsprüfern Beig Henrich imd Beig. BucerruS-Essen ernannt. VuuU tttiö wissenschak. Eine neue Erdbebenwarte im Nhcingebirt. In den gervaltigen Einbruchs furchen der oberrheinischen Tiefebene und ihren Randgebirgen sind noch heute Erdbeben keine seltenen Erscheinungen, wie z. B. das große Erdbeben im No vember 1911 wieder erwresen hat. Zur Erforschung dieser wissen schoftlich bedeutungsvollen Erscheinungen wird neben den bereits beste l>en den Erdbebenwarten in Heidelberg, Jugenheim, Feldberg i. T. und Freiburg i. Br. nunmelir auch eine auf dem 683 Meter hol^n Kal mit, der höchsten Erhebmrg des Pfälzerwaldes, er- rick^tet. Von dem Kalmft geirießt man eine Fernsicht bis Wiesbaden, bis zu der Äergstraße wrd dem Heidelberger Schoß. Ter Aufstieg zum Kal mit erfolgt von Neustadt a. b„ Haardt. Die An- regrmg zum Bau der Erdbebenwarte gilt« von dem jßettec bei Deutschen Seeiwrrtc in .Hamburg, Geh. Admiralitätsvat Dr. von Neumayer, einem geborenen Pfälzer, aus. Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Erstklassige Künstlerkonzerte. Aller Erwartungen übertrifft unser erstklassiges Doppelprogramm, welches wir ab heute nur bis inkl. Donnerstag bringen. Keine Mühe und Kosten werden von uns gescheut, um nur gan auserlesene Programme zu bieten. Viggo Larsen Der Liebling des Damen - Publikums in seinem besten Lustspielschlager in 4 Akten „Der Gilicksjunge“. „Das Hochzeitslied“ Einen außergewönlichen Kunstgenuß bietet dieses hervorragende Gesellschaftsdrama aus unserer ungarischen Kunstserie in 4 Akt. m m Wegen des zu erwartenden großen Andrangs in den Abendvorstellungen, bitten wir höfl. das titl. Publikum nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. Ab Freitag: „Das Dreimäderlhaus“, Schuberts Liebesroman. 7312a 6378 Kaffee Ernst Ludwig Iah.: Aus. Rath ffiWT Heute Konzert Eigene Konditorei. |’ V ER M I ETU N GEN™ j Sofort 2 bebaalick möbl. Zimmer anderweitig *. verur Ltege- sofa, Schreibtisch, GaS. 0ö565 Bleickttr. 1«.!. Frdl. möbl. Zimmer sofort zu verinieten 05575 Frau Lebrmund Ww., Kaplansgasse 10. Gut möbl. Zimmer z. verm. ©petbeitr. 48, All!. Möbl. Zimmer m. Pension zu vermieten 05531 Bleickstraße 33. GM »IM. Zimmer m. Pension zu verm. Hord-Anlage 1. 0S4M MIETGESUCHE (»esacht z. 1. 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Seit Erlegsbeglnn bestanden 187 Schüler ihre Prüfungen, darunter wiederholt ehemalige Volksschüler die Einjähr.-Prüfung nach fünfmonatiger Vorbereitung, sitzengebliebene Obertertianer nach vier Monaten. 0147 hv Staatl.Gewerbeschule Nidda Beginn d. Unterrichts am 4. November. Näheres durch die Großh. Schulleitung. Minna Körners Schule für höheres Klavierspie! o. Vorschule West-Anlage 48 Lehrfächer: Gehörbildung, Musikdiktat, Analyse, Primavista-Singen. Theorie d. Musik, Harmonielehre.Ei9niOBtar-Slavi9rspiel, Höheres Hlavlorspiol (Solo, Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten). Anfang des Winter-Semesters 1918/19 Iflontag den 14. Oktober. Festsetzung ^esStund^nplane^DonnerstagAO^O^xhjTachTmSUh^ Bekanntmachung Tas Sammeln der Bucheckern in den hierfür frei* gegebenen Schlägen der Waldungen der Großherzoglichen Oberförsterei Laubach, sowie denjenigen des Gräf lichen Hauses ist vom 1. Oktober dieses Jahres an gestattet. In den mit Heegzeichen bezeichneten Schlägen sowie den Eingatterungen ist das Sammeln verboten, ebenso das Anhämmern, Schlagen mit Stangen und dergleichen. Ten Anordnungen des Forstpersonals ist unbedingt Folge zu leisten. Zuwiderhandelnde werden zur Anzeige gebracht und ausgewiesen. L a u b a ch, den 25. September 1918. 7352D Großherzogliche jitnb Gräfliche Oberförsterei Laubach. Andre. Koeniger. Bekanntmachung. Tas Sammeln der Bucheckern in den schlagen der Gräflichen Oberförsterei Arnsburg, insbesondere der Reviere Arnsburg und Feldheim, ist vom 1. Oktober dieses Jahres an gestattet. Für Feldheim sind die Distrikte Tisch und Tannengarten freigegeben, in mit .Heegzeichen vezeichneteu Schlägen ist die Epitte verboten, ebenso innerhalb der Einzäunungen. Ten Anordnungen des Forstpersonals ist unbedingt Folge zu leisten. Zuwiderhandelnde werden zur Anzeige gebracht und ausgewiesen. Laub ach, dm 25. September 1918. 7351B Gräfliche Oberförstcrei Arnsburg. ko ent ge r. Bestimmungen überBncheckernsammlung in der Oberförsterei Gladenbach nnd Strupbach. 1. Staatswald. Oeffentliche und private Sammlung. Das Sammeln von Bucheckern ist überall außer in den mit Strohwischen bezeichneten Forstteilen gestattet, dabei das Borberciten des Bodens zum Sammeln auf Wegen und Waldrändern erlaubt, das Anschlägen mit Acxten sowie das Abbrechen von Aesten verboten. Die Leiter der ösfenll. Sammlung werden sich vor Beginn derselben mit der Revierverwaltung in Verbindung setzen, haben derselben über die Mengen der gesammelten Bucheckern Mitteilung zu machen und von jedem Doppelzentner der an die Ortssammelstelle abgelieferten Bucheln auf Grund der Oberförilcretanwelsung an die Forst- bzw. Gemeindekasse 1 M. zu zahlen. Private Sammler haben sich vorher bei dem zu- ständtgen Forstschutzbeamten zu melden, dessen Anweisung zu befolgen und können zwecks Erlangung eines Schlagoder Bezugsscheines bei der OrtS>'ammelstelle die Bucheckern abliesern. Mrhrbeackiten obiger Bestimmungen werden nach dem F. F. P. G. bestraft. 2. Gemeindewald. Die Bestimmungen betr. öß'entl. Sammlung gelten in gleicher Weise auch bei den Gemeinde- Waldungen. Doch können die Gemeinden Privaten gegenüber die Gestattmtg dcS Sammelns von der Lösung eines SammelschcineS abhängig machen. D»e privaten Sammler und verpflichtet, den Anordnungen der zuständigen Forst» schutzbeamlcn Folge zu leisten. Tie Rcvierverwalter' 7357 V der Oberförste rcien Gladenbach und Strupbach. Anträge auf Gaseinrichtungen. Tie'in der letzten Zeit gestellten Anträge auf Hkts- einrichtungcn können nicht wie erwünscht erledigt werden, weil es cm Personal, Material und namentlich an Gasuhren mangelt. Es können daher nur die dringendsten Arbeiten vorgcnommen werden. Für eine Wohnung! werden nur zwei Flammen bewilligt, wovon eine für die Küche bestimmt ist. Tie Anbringung von Gaskochein- richiungen, (^isheiz- und Badeöfen ist bis auf weiteres' nicht zugelassen. ß Anträge ans Gaseinrichtungen sind schriftlich an ,ms einzureichen,.ohne Genehmigung dürfen Flammen nicht eingerichtet werden. Gießen, den 28. September 1918. 7346B Stabt. Gas- und Wasserwerk Gießen: Steding. Ginschränkung des Gasverbrauchs. Die Gaöabgabc hat in den letzten Monaten eine erhebliche, mnerwünsÄte Steigerung erfahren. Das Gaswerk wi^ wegen Ueberlastung den Gasdruck tagsüber und nach 1s ivesentlich herabsetzen müssen, wenn der Gasverbrauch seitens der Verbraucher nicht eiltgeschränkt wird. Bon dem Reichskommtssar für die Kohlenvcrteilung nnd dem Werk nur 80°/r> der im Jahre 1916 verbrauchten Kohlen zngeteilt worden. Wenn nun der Gasverbrauch nicht zuriickgehl, so wird der geringe Vorrat an Gaskohlcn aufgebraucht, nnd das Gaswerk kommt über kurz oder lang zum Stillstand. Es ergeht daher das wiederholte Ersuchen an alle Gasverbraucher, mit dem Gas sparsam um- zugebeu. Weiter tvird darauf aufmerksam gemacht, daß gemäß Verordnung vom 20. Juli bzw. 16. August v. I. belr. Ein' schränkung des Gasverbrauchs, mit dem Einziehen des Aufgeldes demnächst begonnen wird. Wer einen höheren Verbrauch «rls 80°/» des Verbrauchs von 1916 hat, muß für den Mehrverbrauch ein Aufgeld von 0,50 Mk. für das .Kubikmeter zahlen, andernfalls die Gaszufuhr gesperrt werden muß. Von Verbrarlchern von vierteljährlich weniger alS 120 Kubikmeter Gas wird ein Aufgeld nicht oc erhoben. Gießen, den 27. September 1918. Stadt. Gas- und Wasserwerk Gießen. Steding. 73488 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, guten Mann, unseren herzeusguten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Philipp Faber II. gestern abend um 10 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im 58. Lebensjahre zu sich zu rufen. In tiefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen: Christine Faber geb. Faber Familie Heinrich Faber V. Wilhelm Faber. Grossen-Linden, den 30. September 1918. Die Beerdigung findet Mittwoch den 2. Oktober, nachmittags 3 1 /, Uhr, statt. 7338 Pi Todes-Anzeige. Sonntag abend verschied ganz plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles unser lieber, hoffnungsvoller, braver Sohn, unser treuer Bruder, Schwager, Enkel und Neffe Adolf Mandler im blühenden Alter von 17 Jahren. Kinzenbach, den 1. Oktober 1918. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Händler nebst allen Angehörigen. Die Beerdigung findet voraussichtlich Mittwoch den 2. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt Wer ihn gekannt, wird unseren Schmerz ermessen, Was er uns war, wir werden’s nie vergessen. Bekanntmachung Das Backen von Krankenbrot für den Monat Oktober ^ fft frtlnon hon ‘•ßn^orti ,i • 1918 ist folgenden Bäckern übertragen: E. Haas, Bleichstrabe F. Sd,reiner, Linoenplatz Gießen, den 30. September 1918. 73458 _ Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Fleischlose Wochen. Die Ausgabe von Wiehl an Stelle von Fleisch hi* Urlauber findet bei Slug,ist Wallenfels, Marktplatz 17 gegen Ablieferung der Fletschmarken für die 40. Woche statt. Fremde erhalten das Mehl in de, geschaft von dem Kleinhandels- Tb. Schlierback, Frankfurter Straße gegen Abgabe der mit dem Stempel des Oberbürgermeisters versehenen Fleischmarten der 40. Woche. Gießen, den 30. Seotemeer. 73478 Tcr Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung Zu vergeben sind aus der Elisabeth-Schmidt- Stiftung 4 Gaben zu je 17— Mk. an bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und 10 desgleichen an arme Witwen. Meldungen werden bis 15. Oktober 1918 bei dem Stadt. Armenamt, Asberweg 9, entgegengenommen. Gießen, den 28. September 1918. 7344B Ter Oberbürgermeister (Ärmenverwaltnng): Keller. Bekanntmachung Die diesjährigen Zinsen der Louis-Scheld Stiftung sind am 11. Tezember l. I. in Gaben nicht unter 20,— Mk. an Witwen und Waisen armer Kaufleute, oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Not gekommen sind, ohne Unterschied der Konfession zu verteilen. Meldungen nimmt das Städt. Armenamt, Asterweg 9, bis 15. Oktober 1918 entgegen. Gießen, den 28. September 1918. 73438 - - Ar Ter Oberbürgermeister (Armenverwaltung): Keller. Versteigerung. Mittwoch den 2 . Oktober l. Jö^ nachm. 2 Ubr. versteigere ich Neustadt 55 dabier Ela Grammophon mit Platten gegen Barzahlung. Versteigerung bestimmt. Born. Gerichtsvollzieher in Gießen. 7383 Berichtigung zur Mitgliederbewegung des Spar- und Bor schußvereins Daubringen, e. G. m. u. H. Mitgltederstand Ende 1916.204 Zugang in 1917.2 Abgang in 1917. . 10 8 05570 Stand Ende 1917.196 Daubringen, 1. Oktober 1918. 73 ** Der Vorstand. Bekanntmachung. Samstag. 5. Oktober d. I., abends 9 Ubr, findet Tieferschüttert teilen wir allen teilnehmenden Ereunden und Bekannten mit, daß am Samstag nacht 1 Uhr unser innigstgeliebtes Generalversammlung Aennchen &e§ Kredit-Vereins zu Heichelheim lK.8.m.u.H. nach langen, qualvollen Leiden im Alter von 5 Jahren sanft entschlafen ist In tiefem Schmerz: Familie Wilhelm Schreier Familie Andreas Schreier Fajnilie lästhoff. Gießen (Hammstraße 18), Borne und im Felde, den 30. Sept 1918. in dem Lokale des Ludwig Kröck X. dahier stgtt. Tagesordnung: 1. Beschluhfaffung über bie Umänderung der Getrosten- schast in etne Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 2. Umänderungen im Statut. Heuchelheim, den 30. September 1918. Für den VerwaltungSrat: Schleenbecker. 7304 Jur Die Beerdigung findet am 2. Oktober, nachmittags 7*4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. osw* 9. Kriegsanleihe ererben Eicheln und Kastanien NU«- Mittwochs und Samstags nachm, von 4 —b Ul}r entgegengenommen. 7335v zum Aussticken mit den dazu passenden gnten Filzsohlen in großer Auswahl. CWbdebqusQqbmon 4r/ Schuhäraß» Die ner °MiKfiiifjttn ab 1.10. 1 auf Ä : i. inbanbl. Tafchenio <0 St. 5,50, weniger «>.- gegen Nachn. Einzelprs. 10 P»g. 6781 F. Weinert, Gießen. Einmachfässer Leiterwagen Schiebkarren empfiehlt Küferei Sommerkorn, Bieichstraße 10 . 66 «i Onqiiwl-Weizen „LembkeS Obotriten", I.Abf., ertragreich, ie" gegen Wimer und Laaer. Abzugebeu an Landwirte aufSaalkarte, die vom KretSamt Gießen genehmigt wird. 7250 Pons, Gut Wartbok bei Grünberg. risbung 17. and 18. Oktbr. Geldlotterie St. Loronzkirotio >n iürnberg 125 000 Lose töfiGeldge lnnt = M © 118888 Kar ohne Abzu . HOmberger Geldlose 3 M. Porto u. Lis.e extra 45 Pfß In allen Lot eriegesebäf cd nsd dnreb Lud. Hüller k Co. 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