Gießen. rgspreis: .Mk.I.20,viertel- Mk. 3.60; durch lbhole- u. Zweigstellen monatl. Mt. 2.10; durch diePost c H(f. 3.60 viertel- jährl. ausschl. Bellellg. Fernsprech - Anschlüsse: siir die Schristlcitunq 112 Verlag,Geschältsstellebl A „schrill su r D ra d 1 n ach- richten: Anzeiger Gießen. Montag. 30. September \ 9 \§ Annahme von Anzeigen f. die Tagesnummer Ws zum Nachmittag vorher ohne jedeVerdindlichkeit Zeilenpreisr: für örtliche Anzeigen 25Pr.,für auswärtige 30 Pi., für Reklamen erungL,ttlschlgq. Haupt- schriitleiter: Aug.Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für Gewerbebank Gießen den übrigen Teil: ^vr. ZBillingsrunddruck u.Verlag: Briihi'sche U.iio.-Buch- u.Steindruckerei R.Langz.Schriftleitung, Geschäft;,teile ».Druckerei: Schulstr. 7. Postscheckkonto: Frankfurt a.N. U686 Vankverkehr: (WTB.) Trotzes Hauvtyuartirr, 28. Septernb. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Engländer greift in Richtung auf Cambrai und südlich davon an. der Franzose setzt in der Champagne, der Amerikaner östlich der Argonnen seine Angrifft fort. Teilwirstötze und Deilangrifft Mischen Ypern und der Scarpe. ftW.L Mischen Ailette und Aisne begleiteten die großen Angriffs-Operatimren des Gegners. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Boehn. Der Feind, der zwischen Ypern und der Srarpe an mehreren Stellen gegen unftre Linien vorstieß, wurde abge^ wieftn. Zu beiden Seiten und Mischen den von Arras uird Peronne auf Cambrai führenden Straßen brachen 16 englische und kanadische Divisionen nach heftigem Fcuerkampf zum Angriff vor. Beiderseits von Marguoin, zwischen Moeu- pres und Grainoourt sowie Ribeeourt und Vitters-Guislain brach der erste Ansturm des Feiirdes vor unseren Linien Msammen. Bei 'Jnchp stieß der Feind auf Bourlon, bei Havrrnrourt und Flesauieres vor. Es gelang ihm. im Verlauft der Schlacht diese Einbruchsstelleu zu enveitern und uns nördlich der Chaussee Arras—Cambrai bis zur Linie My-le-Derger—Haynecourt zurückzudrücken. Südlich der Chaussee war am Abend nach wechselvollem Kämpft und nach erfolgreuhen Gegenangriffen die Linie Bourlon-Wald—Ri- becourt gehalten. Vor unseren Stellungen zwischen Ribe- cvurt und VillerS-Guislain sind alte Angriffe des Feindes gescheuert. Zwischen Epchy und Bellincourt schlugen wir starke Angriffe englischer und amerikanischer Divisionen ab. Nach Abschluß der Kämpft war der Feind überall in seine Ausgangsstellungen, bei Lempire über diese hinaus zurückgeworfen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G a l l w i tz. Zwischen Ailette und Aisne wurden Teilangrifft des Gegi^rs östlich wm Vauxaillon und westlich von Fouy ab- gewieftu. I» d-r Champagne setzte der Franzose, östlich der Ar- gsancn der Amerikaner unter zeitweisem Einsan srischcr Di- vrsloncn seine starken Angriffe fort. Dcr Franzose konnte in feinen mehrfach wiederholten Angriffen zwischen der Suippeö nnd der Aisne nur wenig Boden gewinnen. Am Abend standen wir in der Linie Auberive — südlich von Somme Py—Gratreuil—Bouconville—Wald von Cernay im Kamps Die Angriffe der Amerikaner östlich der Argonnen kamen südlich der Laue Apnmonk-Cierges zum Stehen. Montsaucon wurde infolge drohender Umf .flung geräumt. Die ans Montsaucon nnd östlich davon vorbrechenden Angriffe scheiterteu vor unseren neuen Linien. Franzosen und Amerikaner ersten auch gestern wieder schwere Verluste. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Ailette und Aisne haben wir ohne ftindliche Einwirkung unftre Linien hinter den Oise—Aisne-Kanal Mischen Anrzy le Chateau an der Ailette und Bourg an der Aisne zuruckgenommen. Die ftit Tagen vorbereitete Bewegung verlief plangemäß und ungestört vom Feinde. Erfolgreiche Vorftldkämpft westlich der Suippes. Zwi- schen VMppes und Aisne sowie Mischen den Argonnen und der Maas fetzte der Feind seine starken Angriffe fort. Sie waren gestern besonders schwer und für den Feind außer- ordentüch blutig. Unftre dort kämpfenden Truppen aller ^utfthen Stämme, die sich auch gestern wiederum trotz der hohen Anforderungen, die die letzten Tage an sie stellten, hervorragend geschlagen httbeih haben einen vollen Abwehr- ersvlg errungen. Der Franzose, der auf der ganzen Front zwischen -DUippes und Aisne in teil'.veise bis zu sechsmal wiederholten durch starke Panzergeschwader geführten Angriffen vorbrach, wurde im erbitterten Kämpft zurückge- worftn. Sern einziger örtlicher Erfolg beruht in der Einnahme von Somm-Py und in kleinen geringfügigen Einbuchtungen unserer Abwehrtront. - « ? n ^ Argonnen haben wir in vorletzter Nacht in- wlgc des Vordringens des Feindes im Aire-Tal unsere Linie brv rn die Gegend südöstlich von Vinarville südwestlich von Apremont zurückgenommen. Gegen den Ostrand der Araon- nen und gegen die ßinir Ap-emont—Cierges—Brieulle stieß der Amerikaner rn m.hrfachen Angriffen unter teilweiftm Einsatz neuer Divisionen twr. Oertli-che Erfolge konnte er ver Apremont und östlich von Cierges erzielen, wo er unftre Lmre am frühen Morgen bis in den Wald von Cunel und ^lhs zurückdruckte. Aber auch hier sind, wie an der ganzen langen Front, die Angriffe des Feürdes unter sehr schweren Verlusten für rhu m unftrem Abwehrfeuer, in zähem Nah- 'Ef und an unseren erfolgreichen Gegenangriffen geschei- tert. Unftre SAachtstafftln griffen den östlich der Aire an- sturMenden Femd mit großem Erfolge an. Bei den gestrigen Karmffen wur-en mehr als 150 Panzerwagen de§ Feindes *1*?? 33 fnndlichc Flugzeuge ab Leur- «aut Rumcy errang semcn 45.. Oberleutnant Locrzer seinen 44.. Leutnant Böumer seinen 35. Luftsieg. Der Erste Generalguartiermeistrr Ludcnüorff. !!,!änder hat im Verein mit Belgiern seine An- «rsfe auf Flan-dern ausgebchnt und bei Cambrai fvtan'etzL naan?'^«, Afr ikaner stürmten erneut in der Champagne, fatrne zw-ifchrn Argonnen und der Maas an. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Küste bis südlich der Lys während der Nacht ,vif in den Morgenstunden Mischen Wulverghem zum stärksten Trommelfeuer , una Algier griffen auf der Front von suduch Drrmmden bis Wulvergyem an. Es gelang dem mtW" »rHren und ungarischen Detter einen gewissen Optimismus Hochhalten und der An- s>ch1 Ausdruck geben, daß der Weg nach Konstantinopel uns schwerlich abgeschnitten werden könne. Dem pflichtet arrch der militärische Kritiker des Berner „Bundes" bei. Es heißt, die Entente habe das Wafienstillstandsangebot der Bulgaren vorläufig abgelehnt; doch sind daraus keine wesentlichen Rück- Uu.lse zu ziehen. Bedeutungsvoller ist die Meldung, daß mit seinen beiden Töchtern in der Nahe von Wien Aufenthalt genommen habe und daß er nach, wie vor fest auf der Seite der Mittelmächte stehe. Was die Lage in hellerem Lichte erscheinen läßt, sind aber dre Nachrichten aus unserem Reiche Aus der Reise des Grafen Hertling und des Herrn v. Hintze ins Große Hanpt- wir keine voreiligen Schlüsse ziehen. Es drrcht sich aber überall die Erkenntnis durch, daß in diesen schweren Schicksalstagen Deutschlands fortan für iiineren Zwiespalt kein Raum mehr sein darf, daß dem hochmütigen und drohenden FeinDe eine feste Geschlossenheit aller Deut- lchen entgegengesetzt werdeii müsse. Daß Hand in Hand ?£ m £ -^ Demokratisierung unserer Regierung im Anzuge ist, ist ftbbstverttaudlich. Wenn parteipolitische Dogmen und ^>oreinbeiiommenheiten auf allen Seiten dabei zurücktreten, kann die Wendung zum Heile des Reiches ausschtaaen. Wie die ..Germania" mitteilt, will man im Zentrum den Forde- icht sorgen und quälen, tllicht die Feinde zählen Tu entschlossen still, ll)as die Stunde will! Zeichne die rieunte! / Die Abendberiehte. Berlin, 28.Sept.. abentzs (WTB. Amtlich). Cambrai. in der Champagne und westlich der Maas sind schwere Angriffe des Feindes gescheitert. . „ „ ? n c i?' n . 0 e -, ’J. miWn Dixmuide und der Lys englrsch-belgisch« Angriffe im Gang«. B r r l i n. 29. Sept.. abends. (WTB. Amtlich.) Neu« Kampfe östlich von Npern. G c w a l t i g e s R i n -- aw:e dem „Vorwärts" entnommen werden karm, in der neuen Stunde schwerster Gefahr das Vaterland nicht im l-?!! 611 . it)l 4 u ?^ » um todesmutigen Ausharren an Ostfront ausrust. sollte eine Einigung Wohl möglich ,ern. Die Generalkonimtssu,n«der Gewerffchaften stellt es in Aufruf glerchfalls fest: „Der Triumph des anglo- -ranzchischen Jmperralismus wäre der Ruin Deutsch, arrds. Einem Systemwechsel machen auch die Richtlinien der natwnallcheralen Politik freie Bahn. Die nationallibe. hat wre rn der heutigen Veröffentlichnnig E>re Streichung des Msatzes 2 des 9 ^sch^rfassung gefordert sowie auch die Aufh^ung des Absatzes m ?tztikel 21 , der die Niederlegrmg des Mandats fitr den Fall Acr Uebernahme eines Reichs- an»w fordert. Diesen Neuerungen hat das preußische Mini, stertum, nne berichtet wird, mit einer allerdings nur geringen Stimmenmehrheit Widerswnd crngekündigt. Wir hoffen, daß er wieder zurnckgestellt oder überwunden wer- idm tanh, denn es ist in der Tat von Bedeutung, daß die in die Regierung entsandten Parlamentarier auch den notwendigen Rückhalt in den Fraktionen haben. Möge die Zeit schwerer nationaler Gefahr fördernd und reinigend in den -nten Parteistel-lnngen wirken' Vieles was der alten Streitsucht Nahrung gab, soll von der Bilch flache verschwinden. In der Reihe der großen Kundaebun- gen, die heute vorliegen, ist auch diejenige des Volksbundes unö r Vaterland zu verzeichnen, die gleichfallv zn geschlossener Kampffront nach außen und zu fterheitlichen Ausgestaltungen aufrnft. Nur hatte sie es vermeiden sollen, die alte ^erchstagsentschließung noch einmal zu envähnen, denn das kann nur Bitterkeiten und Mißverständnisse wecken. Was heute nottut, hat mrt der alten „Entschließung" nichts mehr zu tun. Die Zeit wandelt die Notwendigkeiten; was vor einem ^ahr faljch war, kann heute auf völlig veränderten Grundlagen und unter anderen Voraussetzungen richtig sein. s5 u Jff-V, nc 11 e Ausgaben, eine Erneuerung aller T^nk- und Wttlensformen soll uns bevorstehen! Gras Hertling und Herr v. Hintze im Großen Hauptgaurtier. Berlin, 29. Sept. (WB.) Reichskanzler GrafHftrk- lrrrg und Staats,ekretär des Auswärtigen v. Hintze sind gestern abend ins Große Hauptquartier abgereist. cr-^^^.^o^ti,che Lage erscheint heute in ettvas hellerem dichte, wenn auch ,eit Samstag noch keinerlei Entscheidun- ;en gefallen sind Dte langen Berichte von der Westfront ehren uns, wie ernst und spannend dort noch jede Stunde mie unsere Kämpfer des Rückhalts an einer geschlossenen Stimmung im Innern des Reiches gerade letzt bedürfen So Mel dürfen wir sagen: wenn die Schlachten m der bisherigen Weise und mtt solchen Abschlüssen, wie re m den letzten Tagen Vorlagen, noch einige Zeit fort- >auern, werden die Feinde von der Unmöglichkeit, Deutsch- ureoer^uringen, sich überzeugen, und sie ,?Ä'rv en ^hlgen Slegestaumel mit einer Enttäuschuaig und Mißstimmung wechseln,. ^ Die dulgarische Politik. Bern, 28. Sept. Die „Neue Zürcher Zeitung" bestüttgtt was gestern der „Bund" sckirieb, daß bulgarische Per, o n lrchkerten^srch m der Schwer befanden, die mit der Enteilte Fühlung suchten. Sie legten dabei großes Geivicht auf emei^ solorttgen lAbschluß eines Waffenstillstandes. Die bul- ^^onlatie scheüit /dabei nicht sehr geschickt operiert und, ihre Wmcsche zu offen anfgÄeckt zu haben, und gerade diese Eile ,chenrt me Ententwf,>chve in RiaAedonien beschleunigt zu biben r • f-ZUL. ® etil (WTB.) Havas. Tie mit Bulgarien kriegfuhrendcku Eutcnteregiestungcu sind mit den Vor^ chlagen ^rankreuhs bettet send die auf die bulgarische Note zu er- telleiid^ Antwort befaßt. In, Unterredungen Clemenceaus mit ^wtzd George konnte Ueberemsttmmung in allen Punkten sestqostcllt werden. Eine Erklärung SawowS. - -^udavest. 28 (Meid. d. %. Kon.-Duc) Xvt mH&cre OferEommanbani bet bulgarischen Armee Gmernl Ja. ^ % dr« bulgarischen Ereignisse und die durch V« geschaffene Lage. Die gegcmvartrge Situation Bulgariens ist nuA so schlecht, wie man glaubt. An der Front und im Innern zcigtm stch gewisse, wrrnhen. Diese bcmitzte der Feind zur IÄ- kampfimg stm«S Erwlges in Mazedonien. All dies ist lediglich als Mlehen. Md -nVacö kurzer Zeit wird die Lage infolge der Mahnnhmm. die vom Oberkommando der bnlaarischm und der verbündeten ?lrnive g^wffen nmrden, hergestellt sein. Der König von Bulgarien in Oesterreich zL.-VL 8S' SÄLEi“'” •* •*» m " * Dev Mn druck in Holland. Haag, 29. Sept. (WTB.) Tie öffentliche Meinung und die Dresse Hollands halten sich von übertriebener einseitiger Einschätzung der Folgen der bulgarischen W a f f e n st i l l - standsverbandl'ungen frei. „Nieuwe Courant" schreibt : Ter bulgarische Schritt kam den Deutschen nicht unerwartet. Bewundernswert ist die Ruhe, mit der der Hauptausschuß des Reichstages die Beratungen über die innere Krise fortsetzt. Auch „All- gemeen Handclsblad" schreibt, daß man weitere Berichte über die tatsächlichen Vorgänge abwarten müsse, ehe man sich an die Beurteilung der Sachlage heranwagen dürfe. Monarchie auch Weiterhin ünerschMert bleiben. Ihre Wehrkraft Iverde im Süden den Feinden einejnene eherne Maicer entgegeir-, stellen, ihre Diplomatie eine icnun weiterhin nicht v'crsiegendl Willenskraft. -I Budapest, 28. Sept. (WT» iNch^anftlich.) Tie ungarische Presse b urt ilt das Er *ttt§ cm der b lgarischen Front trotz der unleugbar ernftm Lage imD.l.n-ueu^e.l mit Ruhe und Zuversicht. Man hält die Erfolge der Entente militärisch nicht für irreparabel und zumindest aus lange Zeit hinaus nickst entscheidend ür die Gesamtlage. Die Presse verzeichnet mit Genugtuung die Aeußeruna Burians über die Unej:schütterlichkeit des Bündnisses mit dem Deutschen Reiche. Der bulgarische Bericht. Sofia, 29. Sept. (WTB.) Generalstabsbericht vom 27. Sep- ternber. Mazedonische Fronj: Wesllich des W a r d a r führten unsere Einheiten die ihnen vorgeschriebenen Bewegungen aus, vom Feinde nur schwach belästigt. Zwischen dem Wardar und dev Struma Rachhutkämpfe mit wechselndem Erfolg. An der Belass z z a mrd im Strumatal Patrouillenunternehmungen, wobei wir griechische Gefangene machten. Englischer Bericht London, 28. Sept. (WTB.) Reuter. Dtts Kriegscmtt teilt Mit: Tie englischen Truppen zogen gestern in Stru- mitza ein, während die englisch-griechischen Truppen die Höhen des Belasizza-Gebirges erstürmten. Tie Engländer erbeuteten über 800 Kanonen und viel Munition. * Griechische Truppen stoßen ostwärts entlang der Belasizza vor. Englisch-griechische Truppen bewegen sich ebenfalls in der Richtung aus Petric. Wir erbeuteten einige Geschütze verschiedenen Kalibers. Der türkische Bericht. K on stank in Opel, 27.'Sept. (WTB.) Tagesbericht. P al ästinafront: Auf unserem rechten Flügel entwickelten sich neue Kämpfe. Mesopotamien: An den Tigris vorfühlende feindliche Kavallerie wurde durch unser Feuer abgewiesen. Von den übrigen Fronten nichts Neues. Konstantin opel, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Tagesbericht Palästinafront: Tie Kämpfe anr Liberia sseä dauern an. Von den übrigen Fronten nichts Neues.' Erklärungen BurianS. Wien, 28. Sept. (WTB.) Das „Fremdenblatt" schreibt: Wie in hiesigen politischen Kreisen verlautet, hat die Mederlage der bulgarischen Armee in Bulgarien selbst große Erregung hervorgerusen. Es heißt, daß die Regierung Malinow aus diesen VerhÄtnissen vielleicht die politischen Konsequenzen zieht. Im Verlauf einer Besprechung mit den bei ihm erschienenen deutschnationalen Mitgliedern des Ausschusses der österreichischen Delegation für auswärtige Angelegenheiten erklärte Graf Bari an, daß trotz der Ereignisse in Bulgarien die Gesümtlage nicht allzu kritisch beurteilt zu werden brauche. Auf weitere Anfragen von den Delegierten betonte Graf Buricm, daß Oesterreich-Ungarn in vollem Einvernehnren mit Deutschland Vorgehen werde. Das Bündnis zwischen Oesterreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche bleibe nach wre vor fest und unerschütterlich. Holland und der Vorschlag Burians. Berlin, 30. Sept. Die „Ncftdd. Allgem. Ztg." berichtet: Von der holländischen Regierung ist hier mitgeteilt worden, daß Ihre Majestät die Kömgin WilhÄmina von Holland auf Antrag des österreichisch-ungarischen Geschäftsträgers ihre Residenz für etwaige Besprechungen im Sinne der Note des Grafen Buri'an zur Verfügung stellt. Ties ist auch den übrigen Kriegführenden mitgeteilt worden. Tie Wiener Politik. Wien, 28. Sept. (WTB.) Bei einer Besprechung der möglichen Folge 'der politischen und militärischen Vor^ jgänge in Bulgarien Kür die Mittelmächte, betonen die Blätter wiederholt die Unerschütterlich^keit des Bündnisses zwischen Deutschland und der Monarchie und weisen anders lautende Gerüchte aufs entschiedenste ab. Budapest, 29. Sept. (WTB.) Ministerpräsident Dr. Wrkerle, bk heute vormittag aus Wien in Budapest eintra'f, erklärte einigen Journalisten gegenüber folgendes über die Lige: Wir haben keinen Grund zur Besorgnis. Budapest, 29. Sept. (Uug. Tel.-Korresp-Bureau.) Laut Blättermeldungen ist inv gestrigen Wiener Kronrat alles gefächen, '.vas das wohlverstandene Interesse der Monarchie erheischt. Während einerseits die nötig gewordenen militärischen Maß- inahmen zur Sicherung .eurer wirksamen Verteidigung vollzogen stmrdeu, besteht unverändert Has Bestreben, im ersten möglichen Mi genblick einen Frieden zu schließen, der die territoriale Unver- stchrthftt der Monarchie .unbedingt wahrt und der eiuvernehmlich mit beln Deutschen Reiche geschlossen werden sott, ebenso wie wir mit diesem, auch in den Kämpfen Schulter an Schulter gestanden haben. i ! ^maßgebenden Kreisen wird nackidrücklich betont, daß, Nnewohl £*cc Entsckstuß.Bulgariens auch die Monarchie vor eine «ußeroldnttlich schvere Situatiion.gestellt hat, w e d e r z u Klein- m u t, noch zur Verzagtheit Grund vorhanden sei. Wenn die Ncrveir Ungarns die russischen uird rumänischen Invasionen «rusgchalttn haben, werde,das Vertrauen und die Zuversicht der Eine Nede -lsqurths ! L on don, 28. Sept. (WTB.) Reuter. Der ehemalige Ministerpräsident Asquith gab in der Nattonal Liberal Federation in Manchester in einer Rede seiner Befriedigung über die militärische Lage Ausdruck. Diese müsse in ihrem Endersolge das Zustandekommen eines reinen Friedens sichern, der eine neue internattonale Politik aufrichten 'und die Kriegsfurie für alle Zeiten in Fesseln schlagen nmrde. Anschließend erklärte Asquith, das öfterreichisch-ungarische Friedensangebot, welche Beweggründe ihm auch zugrunde ^-ftgen mögen, für impraktisch. Er sprach sodann über die jüngste jr?i des Reichskanzlers Grasen Hertling, der über Belgien verstockt geblieben sei, und über die des Vizekanzlers von Paper, der sich ausdrücklich geweigert habe, den Biester Frieden einer allgemeinen Friedenskonsereirz zu unterbreiten. Zum Schluß sagte er: Ich glaube, daß der Völkerbund eine Angelegenheit für llares, gemeinschaftliches Deickm ist und daß die Zeft für die besten Kv-ft unter den Al seren gekommen ist, um de praftiscA Seite des Pwblems in Angriff Hu ne./..oen. London. 28. Sept. (WB.) Das Reutersche Bureau erfährt: Balfvur und Bon-ar Law hoben London verlassen, um mit Lloyd George, der auf dem Lande weilt, über die Entwicklung der Lage in Bulgarien zu beraten. Wilson über den Völkerbund. London, 28. Sept. (WB.) Präsident Wilson sprach heute, am Tage vor der Auflegung der vierten Freiheitsanleihe, in Neuyork und führte etwa folgendes aus: Während vierer Kriegsjahre ist der gemeinsame Wille der Menschheit an die Stelle der Einzelziele von einzelnen Staaten getreten. Die Alliierten sind einstimmig der Meinung, daß kein Friede durch eine Art Käuf mit den Mittelmächten geschlossen werden kann, weil sie bereits mit ihnen unterhandelt und sie als Unterhändler mit anderen Regierungen beobachtet haben, nämlich in Brest-Litowsk und in Bukarest. Der Preis für eine^ sicheren und dauerhaften Frieden ist unparteiische Gerechtigkeit, und das unentbehrliche Mittel dafür ist der Völkerbund, der auf Verträge gegründet ist, die eingehalten werden müssen. Tie Bildung des Bundes und die Festlegung seiner Zwecke muß der wesentlichste Teil der Friedens Verhandlungen selbst werden. Die Vereinigten Staaten sind bereit, ihren vollen Anteil an der Verantwortlichkeit für die Handhabung des Abkommens auf sich zu nehmen,, auf dem der Friü>en künftig beruhen muß. Es ist eine Besonderheit dieses Krieges, daß, während die Staatsmänner zuweilen unsicher warm, die Völker immer gewisser wurden, wofür sie kämpfen. Die nationalen Zwecke traten in den Hintergrund und das gemeinschaftliche Ziel der aufgeklärten Menschheit nahm ihren Platz ein. Die holländischen Blätter bringen zu der Rede Wftsons folgerte Ergänzung: Der Völkerbund kann jetzt nicht ins Leben gerufen werden, denn dann wäre er nur eine neue Allianz und würde auf Nationen beschränkt bleiben, die gegen einen gemeinschaftlichen Feirrd vereinigt sind. Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß er nach dem Frieden zustande kommen wird. Es ist nöttg .den Frieden zu garantieren, aber der Feind kann nicht nachträglich garam- tiert werden. Um mich deutlicher auszudrücken: Der Grund, icnrirm er garantiert werden mnß, ist der, da ßsich bei den über den Frieden verhandelnden Parteien solche befinden, deren Wort nicht mehr zu trauen ist, und es müssen Mittel gefunden werden, im Friedensvertrag die Quelle der Unsicherheit zu verstovfen. Es wäre töricht, diese Garantien einer späteren^fre^mlligen Aktion der Regierungen zu überlassen. Wir Haben gesehen, wie Rußland vernichtet untz Rumänien betrogen wurde. /Aber diese allgemeine Voraussetzung gibt noch kerne Klarheit. Es sind Einzelheiten nötig, die die Frage klären. Nachstehend einige Einzelheiten, uird ich gebe sie im Vertrauen. daß' sie den Absichten der Regierimgen entsprechen trnfr den Auffassungen, die sie von ihren Pflichten gegen den Frieden 1. Aus der erforderlichen unparteiischen Gerechckgkeit ergibt sich, daß kein Unterschied gemacht werden darf zwischen denen, gegen 'welche wir gerecht und gegen welche wir nicht gerecht zu sein! lvünschm. Es muß eine Gerechtigkeit geben, die keine Günstlinge kennt. sondern nur .gleiche Rechne für die verschiedenen Völker. 2. Kein Spezial- oder besonderes Interesse einer Nation oder einer Gruppe von Nationen, das nicht vereinbar ist mit dem Interesse aller, darf Grundlage eines Teils der Regelung sein. 3. Es können keine Völkeründnbisse oder besondere Verträge oder Uebereinkünfti bestehen in der allgemeinen Familie des Völkerbundes. Es'köimen kerne besonderen wirtschaftlichen Vereinbarungen in dem Völkerbund bestehen. Es darf keine Art wirtschaftlichen Boykotts an gewendet werden, es sei denn als Strafe durch Ausschluß von dem Weltmarkt, die der Völkerbund selbst als Mittel zur Disziplin auferlegt. 5. Alle internationalen Übereinkommen und Verträge irgendwelcher Art müssen vollständig veröffentlicht werden. Tie besonderen Bündnisse und die Konkurrenz finb. bisher eine reiche Quelle von Plänen gewesen, die zum Kriege geführt haben. Ein Friede, der sie nicht völlig ausschließt, würde unaufrichtig und unsicher sein. Das Vertrauen, mit dem ich vor dem Volk spreche, entspringt nicht aus der Ueberlieferung allein, sondern auch aus den bekannten Grundsätzen internationalen Handelns, nach denen wir immer gelebt und die wir stets befolgt haben. In dem gleichen Sinne, in dem ich erlläre, daß die Vereinigten Staaten keim besondere Regelung oder lieberem kunst mit einzelnen Nationen schließen werden, kann ich auch sagen, daß die Vereinigten Staaten vollsinnmm bereit sind, ihren vollen Anteil zu übernehmen an der Vcranttoortung für die Ausführung der Abkommen, auf die der Freide in Zukunft gegründet sein muß. 64 Flugzeuge an einem Tage. Berlin, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Trotz der wenig günstigen Witterung herrschte am 26. September an der gesamten W e st f r o n t außerordentlich rege gegenseitige F l u g - tätigkeit. In zahlreichen erbitterten Luftschlachten feierte die überlegene Kampfkraft unserer Jagdstreikkräfte wiederum hervorragende Triumphe. Ter Gegner verlor in diesen Taaen insgesamt 54 Flugzeuge und 10 Ballone. Tavon wurden 48 Flugzeuge im Luftkampf abgefchossen. und 6 durch Flugabwehrkanonen zum Absturz gebracht. An diesen Erfolgen sind unsere bekannten Jagdflieger 'wieder hervorragend beteiligt einzelne mit mehreren Luftsiegen. Leutnant Büchner schoß an diesem Tage 4 -feindliche Flugzeuge ab und errang damit seinen 33. bis 36 Luftsieg. Oberleutnant lldet errang seüren 61. 43. und 44., Offizier-Stellvertreter Dörr seinen 29., Leutnant Blume seinen 26., Leutnant Becker seinen 17. und 18., Leutnant Kleist seinen 16., Vizefeldwebel Hausmann seinen und 62., Oberleutnant Loerzer und Leutnant Rumey seinen 15. Luftsieg. Von den 64 Luftftcgen wurden allein 30 über dem Großkampfgebiet zwischen Maas rmd Mosel errungen. Trotz starken Bodennebels und Dunstes loar dort schon in beit frühen Morgenstunden die eigene und die feindliche Flugtätigkeit äußerst lebhaft. Ter Gegner trat in geschlossenen Einsitzergeschwadern bis zu 20 Flugzeugen auf und zeigte sich sehr angriffslustig. i Wahrscheinlich l-atte er die Jagdverbände anderer Kampffronten hierher zusammen gezogen. Für unsere Jagdflieger bot sich ein reiches Arbeitsfeld. In Luftschlachten von bisher nie erlebter Heftigkeit rangen sie am Morgen den an Zahl weit überlegenen Gegner nieder. Aus zwei feindlichen Bombengeschwadern von 16 Flugzeugen, die Metz augreifen^ wollten, »Durber bei Metz über Conflarrs 5 Flugzeuge abgefchossen. Nur kümmerliche Ucberreste konnten sich über die Front zurückretten. Mittags hatten unsere Jagdkräfte über dem K.rmpffelde die Luftherrschaft vollständig gewonnen Infolge flaute die feindliche Flugtätigkeit mittags me wurde im Einsatz seiner Luststreitkräfte twrsi sich darauf, hinter seinen Linien ejne Höhen zu stiegen. Gegeilüber diesen, feindllu 54 Flugzeugen und 10 Ballonen sind unsere gering. Wir haben nur 5 Flugzeuge und 7 Erfolge unserer Morineflieger Berlin, 29. Sept. (Nichitamtlich) An zahlreiche ^ reichen Luftkämpfen, in die am 28. September die Teinb* Flieger durch Misere M a r i n e j a g d st a f'f e l Flandern wickelt wurden, sind neun feindliche Flugzeuge nichtet. Leiftnant z. S. Osterkamp schloß seinen 27. und 28. Gegner ab. Acht feindliche Flieger sind gefangen. K'eine eigenen Verluste. Eine Aenßerung des Großfürsten Nikolajewitfch. ... ?iew, 26. Sept. (WTB.) „Nowosti Tnja" meldet: Groß- lu.rjt Nikolai Nikolaj ewitsch erklärte einem Mitarbeiter unseres Blattes, eine Neubilduna der Ostfroitt würde Rußland zugrunde richten. Er verurteilte die Einmischung der Entente in die mneren Angelegenheiten Rußlands und die Besetzung russischer Gebiete. Tie Rettung ^Rußlands könne nur durch die Russen kommen. Lei auswärtige Hilfe nötig, damc solle man sich an Deutsch' land wenden, dessen Interessen den russischen näher ständen. Tie Ukraine urrd die Krim seien Beispiele dafür, wie die Teutsckzen sich nicht rn die rmreren Angelegenheiten der besetzten Gebiete ein mischen. Die ZlönigSwahl in Finnland. .. Delsingfors, 27. Sept. (WTB.) Der Landtag nahm dre N cu wa h l des Präsidiums an, wobei der bisherige Präsident Lundfen und der zweite Vizepräsident Mkie, beides Revubli- kaner, ausschieden. Gewählt wurden Professor Jngmanii, Altfinne, zum Präsidenten, Ahmavaaro, Jungfirrne, pm Vizepräsidenten utu> Schybergson, Schwede, zum zweiten Vizepräsidenten. Nach- unttags 3 Uhr berief der Senat die Vertreter der Laudtagsparteien! sp «erner Konferenz, der allgemein die größte Bedeutung beigemessen wcrd. Bei der gestrigen Berallrng der ftmgnnnischeu Landtagsftak- tton wurde zwischen den monarchischen und republikanischen Frak- tionsMitgliedern Einigkeit darüber erzielt, daß die Anbringung emes neucn freisinnigeren Verfassungsentwurfs nox Vornahme der Königswahl wünsckxenswert ist. Tie Republikaner machten hierbei ihre endgülttge Stellungrrahnre von der Beschaffen- hut der einzubringenden Vortage abhängig. Helsingfors, 28. Sept. (WTB.) Bei der heutigen feierlichen Eröffnung des außerordentlichen Landtags kündigte der Reichsverweser Svinhufvud die Einbringung erneü neuen Verfassungsvorlage an, die vor der Vornahme der Königs- w a h l beharrdelt werden soll. Tie Vorlage, die in mehreren Punkte ein Erft gegenkommen gegen die Wünsche der Republikmrer enthalt, geht dem Landtage hsitte abend zu. * Kaiser Karl und die Polen. Wien, 27. Sept. (WTB.) Die „Polnischen Nachrichten" melden von heute: Der Obmann des Polenllubs Tertil, der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses German und das Herrenhausmitglied v. Bilinski hatten eine Audienz beim Kaiser. Dieser eröffnet^ ihnen, daß er mit Dem' Heutigen Tage die vollständige Einstellurrgt ^s Prozesses gegen die polnischen Legionäre.in Marmaros--Szigec verfügt habe. Zwar sei die Tat der beschuloigten Soldaten nicht frei von militärstraftechtlicher Verantwortung, jedoch sttets eingedenk der zahlreick'^u Berveisc großer Treue und Tapferkeit d«r Polerr sowie ihrer SAbstaufopferung auf den Schlachtfeldern und üa Htttterlarch, habe er sich, von dem dem Monarchen zustehenden! Recht der Gnade und Verzeihung Gebrauch machend, zu diesem Schritt in der Erwartung entschlossen, daß das bisherige Verhält- nis des Polmschen Voltes zur Krone auch! fernerhin bestehen! bletben werde. Der Aadierrz der Vertreter der Polen beim Kaiser wohrrte auch der Minister für Galizien Galeki bei. Er richtete an den ran gälte sten Angeklagten, Major Z agorski, ein Telegramm in dem er diesem! mftteilbe, daß Seine Majestät den Prozeß gegelt die Legionäre einzustellen .geruht lhabe und in denr er alle« polnischen Legionären seinen /Gruß entbietet und ihnen wünscht, (>aß sie die Ideale^ für die sie gekämpft und gelitten hatten, in der Freiheit verwirklicht ctleben möchten. Ein Aufruf des BolksbundeS für Freiheit und Vaterland. Berlin, 29. Sept. Der „Volksbund für Freiheit und Vaterland" veröffenllicht folgenden Aufruf: „Höhnisch mcd brutal haben die feindlichen Machthaber ohne Besingen ihrer Volksvertretungen aufs neue den in der Note Graf Burians gezeigten Weg zum Frieden versperrt. Gewall bis zum äußer,len, voller Sieg über die MittklmäickOe! Ein nur von der Macht diktierter Friede nach Niederwerftmg Deutschlands und seiner Verbündeten, ein furchitbares Strafgericht über die Bezwungenen ! So erklingt es aus Waftchrgton, Paris, Londcnr und Rom. Unsere Feinde halten in Ueberschrtzung ihrer Waffenerfolgc fest an ihrem Vernichlungswillen. Deutschlmrd soll reichst and ifdjer Gebiete im Westen und preußischer im Osten, soivie seiner Kolonien beraubt, durch Absverrcmg von Welthandel und Lch'.siahrt emgftchnürt, durch ungeheure Strafgelder und Ent- sckMngungen zu Boden gedrückt, ein Leben in Türftigkeft und Enge als Knecht fremder Völler führen. Ein ähnliches Schicksal wird unseren Verbürrdeten angedroht. Darauf kann das deutsche Voll nur eine Antwort geben: Ein solcher Friede wäre der Tod. Wollen die Feinde den Krieg, so müssen und werden wrr diesen Krreg führen mft dem stahll)arten Willen der SeM- erhaltnng, mit der mutigsten Entschließung der Verteidigung, mit dem miß ersten Airfgeot aller Kräfteb. mit der felsenfesten Be harrlichkert emes großen und starken Volkes, das um sein Leben ringt. Unsere Fenrde werden sich in ihren Hoffnungen täuschen. Das dneutsche Schwert ist blank und scharf. Unsere Kraft ist unerschöpflich, unsere Front steht unerschütterlich, und die Heimat steht hinter ihr m Arbeit, Schaffen und Tragen. Nicht eine Stunde länger wollen wir Krieg führen, aber auch nicht eine Stunde früher die Waffen niederlegen, bis wsi in einem ehrenvollen, Frieden Heim und Herd für immer geschützt, die Unversehrtheit des R e i ch s g eb ie ts gewahrt, ausreichende Kolonien erlangt und die FreihÄI unserer wirtschafllichen, Entwicklung daheim und in der Welt gesichert haben. Sollen wir aber alle unsere Kräfte bis zum letzten aufbieten- so muß auch unser Volk die sichere Gewähr haben, daß es bis zum letzten Blutsttopfeu für sein Vaterland kämpft, das ihm heilig und teuer ist. Volle Offenheit imb Wahrheit soll herrschen. Unser Volk ist mündig, und der ttefe Ernst unseres Loses weckt nur und stählt seine Kraft. Not tut die g e s ch l o s s e n e E i n h e i t d e r R e i ch s- leitung und des Reichstages, die im gegenseittgen Ver- trcnien unser Schicksal lenken soll. Tie Friedensentt'cbließung deS Reichstages und die Pavslnote der Reichsregierung müssen in ihren Forderungen unverrückt festgehalten tverden: keine Annexionen- keine Korttributionen, Selbstbestimmrmgsrecht der Völler, Gesellschaft der Natiorren mit Schiedsgericht und Abrüstung. Weg mit dm Beschränkungen der staatsbürgerlichm Freibeit, die mit den Gebotm der Kriegsführung nichts zu schaffm haben. Keine Versammlungsverbote, kein Eingreifen der Zmsur! Vor altem Durchsetzung der preußischen Wahl re form, die eine deutsche Frage ist, mit voller Entschlossenheit. Sofort? Jedes weitere Zögern ist verhängnisvoll. Ungeahnte Riesenkräfte ruhen noch in unserem Volk. Sie zur Tat zu bringen, ist das Gebot der Sttmde. Nur im Zeichen der Verteidigung des Vaterlan.des, der Freiheit und des Fortschritts sind sie zu vollem Leben berufen. Mmi säume nicht länger. Alle Rücksichten und Bcdmkm müssm jetzt schwinden. Eim furchtbare Verantwortung liegt auf den Schultern der Regierendm und der Volksverttetung. Auf zur Wehr fürs Vaterland, das die Feinde vernichtm wollen. ?1uf zur Sammlung aller Volkskräfte im Zeichen der Freiheit!" Ans dem Neiche. München, 28. Sept. (WTB. Nickftanttlich.) Ter kurländifche Dichter Eduard Graf Keyserling ist in München im Mer von 63 Jahrm gestorben. ! er nationalliberalen Partei. Tic nationalliberale in ihrer letzten Sitzung mit gelangte einmütig zu nach dpt. iWB.) wn hat sich ^ ' befaßt. Sie —ießung: J* Zeit erfordert die Zusammenfassung aller Kräfte ruß, möglichst weite Kreise auf einem gemeinsamen weinigen. Hierfür stellt die nationalliberale Reichs- tton folgende Richtlinien auf: I. Innenpolitik. 1. Eine engere Verbindung zwischen Regierung r unö Volks ve rtre tu n g ist herzustellen durch den Eintritt weiterer Vertrauensmänner derjenigen Parteien in die Regierung, die bereit sind, die Verantwortung für die Negierungsgeschäfte mit zu übernehmen. Zu diesem Zweck müssen Artikel 9 Satz 2 und 21 Absatz 2 der Reichs Verfassung aufgehoben werden. 2. Die Einheitlichkeit der Reichsleitung ist da durch sicherzustellen, daß die ständige Beteiligung der Staatssekretäre an der Führung der Geschäfte und an der Gesamtpolitik gewährleistet und durch geeignete organische Einrichtungen, insbesondere durch gemeinsame Sitzungen und Beschlußfassungen, geregelt wird. Auch zwischen der^ReicMeitung und den verant luiti/. auuj jun|u/cu yuau^nciLuny um; mu uzluui * wörtlichen Militärbehörden muß Einheitlichkeit hergestellt werden. 3. Wir verlangen eine den politischen und wirtschaftlichen An- iordermrgen der Zeit entsprechende durchgreifende Reform des Auswärtigen Amtes und des auswärtigen Dienstes. 4. Wir erwarten eine schleunige Regelung des preußischen Landtagswahlrechts gemäß der Regierungsvorlage. 5. Mit denr Wegfall der Ktie gsnotw endig leiten muß nach kürzester Ueebrgangszeit die staatliche Zwangswirtschaft ein Ende nehmen. 6. Die Regelung der mit dem Belagerungszustand zusammen^ hängenden Fragen, insbesondere des Zensur- und Ver sammlungsrechts, hat durch Reichsgesetz zu erfolgen, dessen Vorlegung beim Wiederzusammentritt des Reichstags wir erwarten. 7. Die Regelung der Staats form von Elsaß Lothringen ist eine innerdeutsche Angelegenheit: eine Ent scheiduna ist alsbald zu treffen. 8. In den besetzten Gebieten des Ostens soll die militärische Verwaltung in die Zivilverwaltung übergeleitel wer den. Die staatlichen Einrichtungen dieser Gebiete sind derart auszubauen, daß allen Kreisen der Bevölkerung die Beteiligung offen steht. II. Außenpolitik. 1. Wir erklären in Uebereinstimnrung mit der Reichsleitung inti> der Obersten Heeresleitung, daß wir dem Frieden mit unseren Feinden auf der Grundlage der Unversehrt heit des Reichsgebiets und der Rückgabe der deutschen Kolonien zustimmen. Die Wiederherstellung der poli tischen . und wirtschaftlichen Unabhängigkeit B e l a i e n s erfordert Sicherung der wirklichen Neutralität und Wahrung des kul turellen und inn-erpolitischen Selbstbestimmnngsrechtes des flämischen Volkes. 2. Tic durch die Friedens Verträge mit Rußland festgestellte Loslösung der ö st t i chen R a n d st a a t e n von Rußland, die dem Willen ihrer Völker entspricht, ildet die Grundlage für ein wirtschaftliches Zusammenwirken und die gegenseitige Sicherung dieser Staaten und des Deutscherr Reiches. Eine den Wünschen beider Teile entsprechende enge politische und militärische Verbindung des Baltcnlandes «und Litauens mit Deutschland ist baldigst durchzusühven. Der Weltfriedensvertrag darr diese Ergebnisse nicht gefährden. 3. Wir treten für eine tatkräftige Beteiligung Deutschlands an reder den dauernden Frieden fördernden zwi, chen- staatlichen Vereinbarung bei. Daher begrüßen wir den Gedanken eines Völkerbundes, der künftige Kriege durch ständige Schiedsgerichte sowie die gleichzeitige gegenseitige Begrenzung der Rüstungen verhüten soll. Jeder Wirtschaftskrieg muß ausgeschlossen fein. Mit dem Völkerbund ist er ebenso unvereinbar ime irgendwelche Beschränkung der Freiheit der Schiffahrt auf dem Meere. Aus Stadt und Lund. Gießen, den 30. September 1918. An die Leser de; Eichener Anzeiger; Im Verlaufe des letzten Jahres sind wiederholt Papiervreis- steiqernngen eingetreten; einschneidende Lohn- und Gehaltserhöhungen kamen Hinz». Auch alle übrigen Erfordernisse zur Zeitungsherstellung haben sich verteuert, während ernent ein wesentlich erhöhter Preis für das Zeitungßpapier angeordnet wurde. Um für einen Teil dieser Mehrkosten Deckung zu finden, sehen sich die deutschen Tageszeitungen gezwungen, vom I. Oktober d. I. ab die seitherigen Bezugspreise zu erhöben. Für den Gießener Anzeiger betrögt diese Bezugsprciserhöhung 15 Pfennig monatlich. Verlag de; Eichener Anzeiger; Zur Butterversorgunft. Die ^Durchführung der Butterversovgung bereitet z. Z. die größten Schwierigkeiten. Die Mil chanl i e f eru n g an die Molkerei Grieb aus dem Milchgebiet der Stadt Gießen ist um etwa 35 % zurück gegangen. Da aus den eingehenden Milchmengen in erster Linie die Vollmilchbereckstigten (Kinder bis zu 6 Jahren, Kliniken, Kranke) zu versorgen sind, bleiben zur Herstellung^ von Butter Milchmengen kaum noch übrig. Infolgedessen reicht die von der Molkerei hergestellte Buttermenge zur Belieferung sämtlicher Versorgungsberechtigten nicht mehr aus. Tie Laudes-Milck-- und Fettstelle, die zur Belieferung der Stadt Gießen verpflichtet ist, ist auch nicht in der Lage, die erforderliche Buttermenge zu liefern.^ Es werden daher 50 Gramm Speckan stelle von Butter auf die Buttermattken am Donnerstag, den 3. Oktober l. I. verausgabt. 'Es steht zu hoffen, daß die fehlende Buttermenge spätm, zur Nachlieferung komnrt. Der Rückgang der Milchilieserung dürfte auf verschiedene Ursachen zurück- zuführen sein. Ter Bestand an Kühen im Milchgebiet der L tobt Gießen ist um 20 bis 25 % zurückgegangen. Ferner trat rnwsge der anhaltenden Trockenheit ein erheblicher Mangel an Futtermitteln ein und so mußte ein Teil der Landwirte das Leu, das für die Winterinonate bestimmt tvar, schon jetzt ver- Mttern Im übrigeil. ist darauf hinzuweisen, daß alljährlich um me gleiche Zeit die Milchlieferung itark zurückgeht. Bei der Ernte wird aus Mangel an Pferden das Rindvieh stark gefahren. Ferner verbraucknn die Landwirte in der Zeit, in der sie du Dreschmaschine t«vw, erhöhte Mengen Lebensmittel für die bei der Dreschmaschine bff-ckastigtan Penviien. ES steht zu erwarten, daß in den nächsten £w<$en meVJiudji^r.nmg wieder auf ihren normalen Stand kvmntt In den übrigen hesüfchm Städter ist die SacUage die gleiche; ft-e haben ebenfalls keine Butter. Sieche auch Bekanntmachung. ** Dritte fleischlose Woche. Als Ersatz für Fleisch kommt rn ^der Zeit vom ..30. September bis 6. Oktober d. I. B. (lnsckMe Woche) Riehl an die versorMngsberechtigte ländliche Bevölkerung m Verteilung. An Fleisch werden nur die Zulagen für Kranke, Lchrer- und Sch-verslarbüter verausgabt. (Kreisblatt Nr. 93 vmn 31 1918). — Jede wei tere Abgabe von 'ckeisch. Fleischwaren oder Mld, ivelches der Berbvanchsrege, li'ng unterliegt, sowie Hähnen und .Hühner, auch in den Gastwirtschaften D verboten.und strafbar. berg ^Gießen), Bizefeldw., zu Lts. d. Res. der Ins.; Dizefe!dw. Stern (II Darmstadt) zum Lt. der Lvw.-Jnf. l.Aufg. ; die Vize- seldw. Sander (Worms), Ebeting (Gießen), Schuster (Mainz) zu Lts. der Res. der Inf.; zum Hauptr.iann: Oberll. d. R. Raten- J Qc fc T 1 -^ 2ns.-Leib-Regts. 117JEiseirach); zum Oberst.: Kreß, Lt. d. Res. der Trarnabt. 18 (IV Berlin): zu Lts. d. Res.: die Vize- ** . Zu? dem H^är-Wockenblatt. BesöriE gu lt*. d Rep: Vizewackstmstr. Kaufniann /'Wesel» der Trainabt 18 Rubovch <11 Tormftabtj ber M Ä im pflegt 11 .o zum Lt., vors, ohne Patent' Wurster O'nzlwstellv. rm Jns.-Regt. 118, zum Feldwlt.: Hessinger, Ies^ jeldw. Ohaus (Mainz), Andres (Friedberg) des Eisenb.-Regts. 2, Rumpf (Erbach, des Eisenb.-Regts. 4; zum Feldwlt.: Offtzierstello. Eifert, im Frieden im Jnf.-Regt. 116. * Auszeichnung. Lt. Fritz Olt, Sohn von.Frau Amtsrichter Olt, wurde mit den: Eisernen Kreuz 1. Klasse ausge- zevchntt. ¥ * Dem Sanitätsrat Dr. Kaeß wurde der Charakter als preußischer Geheimer Sanitätsrat verliehen. ** Sein 40jähriges Tienstjubiläum begeht morgen den 1. Oktober der Großh. Steueraufseher Wilh. Fischer, Registrator am hiesigen Haupt steueramt. 9. K r i e g s a n l e i h e. Wie wir erfahren, wird Mittwoch den 9. Oktober 1918, abends 8 llhr, eine vaterländische Kundgebung für die 9. Kriegsanleihe ftattfinden. Das Nähere wird in aller Kürze bekanntgegeben. werden. . 2. U. Anmeldung zum Besuch der Universität Gießen im Winter-Semester 1918/19. Studierende, die bereits hier immatrikuliert sind und ihre Studien hier fortsetzen wollen, haben sich aus dem Universitäts-Sekretariat, Bismarckstr. 22, anzumelden. um die Ausweiskarte umzulauschen und ihre Wohnung anzugeben. Dies hat m der Zeit vom 3 0. S e ptemberbiszum 2 6. Oktober 1918, vormittags von 9—12 1 / 2 Uhr zu geschehen. Anmeldungen zur Immatrikulation werdeii in der Zeichen Zeit angenommen. Nach dem 26. Oktober werden Anmeldungen nur dann angenommen, wenn die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird. Bei der Anmeldung zur Jmmatrikulatiou sind die zum Abschluß des gewählten Studiums gemäß reichsrecktlichen ober hessischen Prüftrnysvorschriften erforderlichen Zeugnisse üben die Vorbildung einzureichen. Nach dem Ermessen des Rektors kün- nen auch Bewerber zugelassen werden, die sich durch archere Zeugnisse über Unbefchottenheit uud wissenschaftliche Vorbilduiig aus- weisen. Für Frauen gilt diese Bestimmung nicht. In jedem Fall bleiben für die Zulassung zu einer Prüfung oder zur Pronrotion', die Bestimmungen der betreffenden Prüfungs- oder Promotionsordnung allein maßgebeiid. Wer schon eine Hochschule besucht hat, llt verpflichtet, deren Abgangszeugnis einzureichen. Ist seit Ausstellung diel er Zeugnisse eine läiigere Zeit abgelaufen, so ist füv die Zwilchenzeit ein Leumundszeugnis beizubringen. Minder- tahrige haben eine beglaubigte Bescheinigung ihrer gesetzlichen Ver-t treter darüber beizubringen, daß sie mit deren Einwilligung die. Universität Gießen besuchen. ** Sammlung von Uniformen. Die Besitzer von Uniformen werden wiederholt aufgefordert, alle entbehrlichen Uni-, formstücke rm vaterländischen Interesse an das Städtische Lebens- mittelamt, Bekleidungsstelle, Zimmer Nr. 8, abzuliefern. Für die abgelieferten Stücke wird Vergütung auf Grund amtlicher Schätzung gewährt. ** Militärkonzert. Es sei an dieser Stelle nochmals auf das am Montag den-30. September, abends 77 2 Uhr, im Fürstenhof hier stattffndende Konzert der Kapelle des Reservc- Jäger-Bataillons Nr. 24 aus dem Felde hingewiesen. Ter Kapelle geht nn sehr guter Ruf voraus, da sie schon mehrfach in anderen! Städten konzertiert hat. ** DZEin-Nachsteuer. Die Annahme, daß nur der verpflichtet sei, seinen Wern zur Nachsteuer anzumelden, dem ein Anmewe r-vrdruck zugegcmgen, ist unzutreffend. Nach § 5 der Wem-Nachlteuewrdnung sind steuerpflichtige Weinvorräte auch ohne besomxwe Aufforderung rechtzeitig der zuftLnüisen Hebe- telle anzuzeigen. Bei dieser Gelegenheit tvird daran erinnert daß die Anmeldefrist in kurzem abläuft. Die Nachprüfung der Wern Vorräte ist bereits im Gange. rulsische Kriegsgefangene hei- 3eü noch dem s^edenL, Muß mit Rußland wiederholt antgeworfen worden. Tie Russen Und mn noch nicht aus der Gefangenschaft entlassen, aber sie Und mcht mehr unscoe Feinde. Die Angelegenheit ist an zuständiger stelle reiflich ettvogen worden und der „Berl. Lokalanzeiger" erfahrt darüber folgendes: Russischmi kriegsgefangenen Unteroffi- MM und dNannschaften kann die' Erlaubnis zur Ver'heiratung dlwch, die stellvertretenden Genevalkommandos noch Anhörung der beteiligten ^Zwilbehörden erteilt iverden. .Kommen reichsdeutsckre Frauen urw Mädchen rn Frage, so wird die Erlaubnis nur'erteilt, wenn es sich um Gefangene handelt, deren dauerndes Verbleiben im Leutfchen Reiche angängig und sicher erscheint. Bon dieser Vor bedrngung kann bei Teutschstänrnrigen in Ausnahmefällen ab- gewichen werden, lofern sich für deutsche ReickSangehörige andernfalls Harten ergeben könrüen. ^ ** Der Arbeitsmarkt in Hessen. Das BiD auf dwi männlichen Arbeitsnrarkt im August zeigte g^gen die Vormonate nur unwesentliche Änderungen. Die Gesamtnachfrage nach Arbeitskräften überragte nach wie vor das ?lngebot um ein Beträchtliches, so daß ein gwßer Teil des Bedarfs an Facharbeiteril aller Art als Eck an ungelernten Arbeitern ungedeckt blieb Auf werblichen Arbeitsmarkt traten infolge Auftragsveränderungen rn der Munitzonsündustrie einige Berschiebuygen ein. Tie Entlassungen erreichten tzwar nicht den erwarteten Umfang, führten aber doch zu einem wesentlich verstärkten Angelwt. Hin und wieder 'farck em freiwilliger Uebertritt zu anderen Beschäftigungen, zum Teil Ech zur Lcmdwirtschaft statt. Vorzeichen für einen frühen Winter. Nach Meldungen aus ben ^mnoverschm ck^lbmarschen hat man Über den dortigen ländliche. Bezirken in letzter Zeit auffallend früh und m großen Formationen, Wildgänse ziehen sehen und auch am jen^ techgen holitelnischrn Ufer smd in Lck-areii vorüberziehende Wild- Tos frühe Erscheinen dieser Vogelzüge wi^ noä- dem Volksglauben als Airzeichen eines frühen WiM^rs gehalten. Landkreis Gießen. Sept. In einer Nacht vergangener Woche wurde der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn L Cloos ein Besuch abgestottet und von den sieben etwa 200 0 Stück m* g a r r e n etttiraibet Von den Einbrechern, die sich durch Zerschnei- stde Spur Zugang verschafften, fehlt bis jetzt noch -m. Hungen 30. Sept In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde hier bei zwei benachbarten Einwohnern ein Ei n- den Tiebeii Kleidungsstücke, Kartoffeln, Brot, Aepfel usw. rn die Hände siele?:. Bisjetzt fehlt jede Spur Au oÄt ~ verheiratete Unteroffiz^r d u gu st Jockel, welck)er in einem Jnfanterre-Regt. im Westen stan^,, mußte durch einen GranaWitter sein Leben lassen, nachdem er erst vor wenigen Tagen noch in Urlmib hier weilte. Ter ^sallene. .tvelcher zum Feldwebel befördert werden sollte und zum Eisernen Krei^ 1 .Klaffe vorgeschlagen war, versah bis zu dte Stelle eines Schuldieners an der hiesigen wlfiÄ lüngerer Bruder, Musketier Hermann Sockel, wurde vor einigen Wo chm als vermißt gemeldet. Kreis Büdingen ? - 30. Sept. Der 1 cm die Entwicklung, des Hessffckm Fmer-Lö schwesens ho ch verdiente Kirersinspeklo r Betzberger aNte fern gvldmes Jubiläum im Dimste der Fmer^hr ^ H^lffchkm Vcrbandszeituug und der Vater des neum Fmerloschge?etzes für das Großherzogtum H^lem Seit la?ig?n Jahren führt er Ech das Schri t ühreramt des L^nd^verbandes. Dem Oberhesftschm Fmerwehrverband^E Kreis Friedberg. 8«- Zriedberg, 27. Sept. Zur Hebung der llhrnmcher- nÄ^Ä.!bu^lner ern Uhrmacherverem gegründet. Me diesigm Geschäfte traten der neuen Bereinigung bei. 9 Tje in Aussicht gmmnmene und rn, den Bezrrkeii Wiesbadm und Mssel bereits durchgefübrte Milchpreiserhöhung wird, wie aus fachmännischen slrei- s-n Ädft Ä fe ltdÄ iÄTÄ SL^ucNcn^ brriiffnt, nammtlch iricht in Hessen, da hier die Landwirte 6$? RediierS fanden die verdieirte aesvam^Ä^ «S MM Lu « billigeren Preise .als .in d°n NachbarbZx^ der Iw Wcnt müssen. Diese Tatsache hat bereits bewirkt, daß im Mvnrck September die Milcherzeugung schon sehr bedenklich ziirückgegangen ift og. Bad-Nauheim. 28. L>ept. Dem Postsekretär Konrad Langsdorf in Bad-yrEhelm ist das Königlich Preußische Bcr- diensüreuz für Kriegshilfe verlieheii worden. Q. B a d - N a u h e i m, 30. Sept. In der letztm Nacht haben Einbrecher die im Hochwald liegeride städtische Wirtschaft „Zum Waldhaus" fast gänzlich ausgeraubt. Tie Diebe machten reiche Beute an Geschirr, Kleidungsstückm und - barkeit dieser selbsttätigen ?ürpassung äußerte sich der Redner dalstu daß fte ebeii mit der bisherigen verkehrten Gel-attspolitik bd Staates zipammenhänge. Auch dem Staate sind aus der steigende Bezrehungeir einerseits! zu Erörterimgen ausschließlich sachliclier Fragen lvie die Aufführung Straußsä)er Werte und anderer aktueller Probleme, die das besondere Interesse des Generalintendanten hervorgerufen, andererseits zu gelegentlickten Aussprachen geführt, denen mit Unrecht und ohne tatsächliche Grundlage Engagemen tsVerhandlungen mtterlegt wurden." vermischtes. * E r n t e ^ U r l a u b i m a 1 t r ö m i s ch e n H e e r. Zur Siche- rmrg der Feldbestellung und der Erntearbetten wird heute den in der Landwirtschaft tätigen Heeresangehörigen in weitgehendem, Maße Urlairb erteilt. Derartige Beurlaubungen waren bereits im attrömischen Heere üblich. Nähere Auskunft hierüber verdanken! mieden Papynusfunden, die in altäghptischen Trümmerstätten in großer Zahl gemacht worden sind. Als daulbare Fundstätten haben sich neben Hausruinen. Müllstätten nnd dergleichen besonders die .Krokodilmumicn erwiesen: zum Ausstopfeu der letzteren verwendeten nämlich die Mumienfabrilanteir mit Vorliebe alte Patwri, die sie aus den Geschäftszimmern der Behörden als tvohlfeiles Altmaterial lvz.ogen. Eines dieser Schriftstücke hatte, wie Professor Tr. Drei- sigke in dem Buche: „Antikes Leben nach den ägyptischen Papyri" mitteilt, folgenden Wortlaut: „Anrelius Agathas Taiwan, Stta- t.ge des orychynchttrschen Gaues. Aus Befehl des Prokurators Fla- viius Eudainwn wird dm im Gau unter dem Vorwände der Aussaat sich auflialtenden Soldaten anbesohlen, sich zu stellen - falls das innerhalb der von ihm festgesetzten Frist von 5 Tagen nicht gediehen V-.? r' il 1 ®* ^uisvchen und mit Gewalt zurückbringen zum Prokurator (Äe mir etwas vor." meinte der berühmte Komponist. Ter ftmge Manul legte los, daß die Fensterscheiben zitterten. „Nun?" fragte er dann erwartungsvoll. „Wissen Sie was, werden Sie lieber dluktionator,"' erwiderte der Maestro freundlich. - Wirkuiig! Die französischen Musiker gefallen sich oft darin, ihre Schöpfungen mit klangvollen Titeln zu versehen, die den nicht immer leicht verständlichen Inhalt der Aufsassungssähigkeit der Zuhörer nahe bringen sollen. Daß aber Mich dieses Mittel nicht immer die gewünschte Wirkung hervor- bringt, zeigt die folgende hübsche Geschichte, die im „Darly Ehro- nicle" erzählt wird: Der französische Komponist Benjamin Godard hatte in einer Gesellschaft zwei seiner neuen Stücke gespielt, deren Titel er vorher mitgeteilt hatte. Alles erging sich in Bewunderung k.-arüber, wie der im Titel mitgeteilte Gedanke in der musikalischen Darstellung tvunderbar hervottrete. Nur der Komponist war Uickdergeschlagen, denn er hatte die Stücke, um die Wirkung zu erproben, in anderer Reihenfolge gespielt, als es die Titel angaben'. Letzte Nachrichten. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin. 29. Sept. (WTB. Anttlich.) Jin Sperrgebiet Um Gigland verseirkten unsere w-Boote 21000 Brutto register- tvnnen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Dom Haupwusschich des Reichstags. Berlin, 30. Selpt. Gestern vormittag fand im Reichstag Zwischen dem Unterstaatssekretär von dem B us sche und den Mitgliedern des Hauptausschusses des Reichstags vertrauliche Besprechungen statt. Wie dos „Berliner Tageblatt ' hört, machte der Unterstaatssekretär dm Mgeordnelen Mitteilungen über die gegenwärttge Lage. Cs muß aber mtt der Möglichkeit gerechnet werden, daß die heutige Sitzung des Hauptausschusses noch im letzten Augenblick vertagt wird. Die Ursache für eine etwaige Vertagung dürfte die Tatsache sein, daß die Kairzlerkrise durch die Reise des Reichskanzlers ins Hauptguar- tter besonders akut geworden ist. Man wird vermutlich abwarten. wollen, mrt welchen Entschlüssen der Reichskanzler aus dem Großen Hauptquartier zurückkehrt. Ein gefälschtes Flugblatt Berlin, 29 Sept MB. Amtlich.) In letzter Zeit ist vornehmlich in Süddentschland ein Flugblatt: „Preußenherzen hoch!" verbreitet worden, das nach den ltt; rschristen vom Preußenbunde Und dem Bund der Kaisertteu-:n - i stammen schien Eingehende amtliche Feststellungen haben ergeben, daß das Flugblatt gefälscht ist, daß 'Weder die beiden genann die beiden Unterzeichner mit dem Ma" haben. Ein Kirch-enfrevel in % Wien, 28. Sept. (WTB.) Tie „Pm weldet aus Moskau: Ein in Moskau vtz- frevel une rhö rter Art ruft in allen do .. höchste Empörung hervor. Das größte Heiligtmn weltberühmte Bild der Mutter Gottes r dessen Zuwelenschmuck einen kaum schätzbarm Wert darstell^ währeud des Gottesdimstes gewaltsam dem durch Revolvers..,, schwer verwundeten Priester entrissen. Der Kivchenräuber vee /mochte in der allgemeinen Panik init seiner Beute zu mtkommen. Tie Behörden geben sich die größte Mühe zu seiner Ausforschung. Da; Geheimnis unserer Arast: Jeder Waffenfähige an die Front! Jeder Arbeitsfähige in einen kriegswichtigen Betrieb! Wir alle aber an den Zeichnungstisch der IX. Kriegsanleihe! Der Vermögende zeichne gegen Barzahlung, der weniger Bemittelte in Form der „Kriegsanleihe- Versicherung"! 50—60 M. Jahresbeitrag ergeben dabei volle 1000 M. Zeichnung. Wer dem Vater- lande Helsen will, der kann es jetzt auch! Allgemeiner Deurscher Derucherungs-Verein a. G.in Stutt- gart. Näheres durch die Generaldirektion in Stuttgart oder die Bezirksdirektton Fraaklnri a. !tz..Z!aiserstr.66, IL Zeichnet 9:Kriegsänreihe bei " der: Bknk für« Handel und Industrie Niederlassung Gießen in Gießen; Johannesstr.1 - Ecke Neuenweg • . . . m ■ * Hotel Fürsfenhof. Mgütsg Den 30. Leslembtt 1918, aheiids 1% Ufr Großes ülilifärkonzerf ausgeführt von der gesamten Kapelle des Reserve Jägerbataillons Nr. 24 im Felde, unter Leitung ihre» Musikleiters Herrn Ernst Lange. . Eintritt: Saal 1 M., Balkon 50 Pf., Familienkarten 4 Stuck 3 M., Mtlttär dO Pf. Vorverkauf von Saal und Balkon in der Musikalienhandlung ber Gruft Cballier, Neuenweg 9. 72741) m Kaffee Förffenhof Heute Montag 7328 letztes Gastspiel der genialen Vortragskimstlerin Fi*i. Edith S^^teai-Oeidt Achtung“! ^..Ein äöööflon Weißkraut, Rote Rüben und Ku ^ bls C‘«3 c tcoffciu Verkauf Dienstag von 8 Ulir an Brandvlav. Mittwoch von 8 Ubr au im Hofe des Gafthauies Schwan, Walltorstraße. ___ Frao Frosch. Speck Ausgabe. ungenügender Belieferung der Stadt Gießen mit Butter werden für die taufende Woche an Stelle von Butter auf die Buttermarke der 40. Woche Donnerstag den 3. Oktober l. I. in den Metzgergesckäften 50 Gramm Speck verausgabt. Die Butlermarken ifind in den Mekgeraeschäitcn, in denen die «vleischmarken der .39. Woche abgegeben worden und, elnznlösen. Personen, die infolge Hansschlachtung nicht im Besitz von Fletschmarken sind, erhalten den Sveck gegen Abgabe der Butlermarke in den Metzgergeschäslen von Gustav Sack, Seltersweg und Heinrich Simon, Walltorsttaße. Urlauber und Personen, die im Besitz von gestemvelien Buttermarken der 40. Woche sind, erhalten die ihnen zustehende Menge in dem Metzgergeschäft von Louis Vogt, Neuenweg. Die Abholung des Specks hat unbedingt am Donnerstag zu erfolgen. Gießen, den 28. Septeinber 1918. 73316 - Ter Oberbürgermeister (Lebensmitlelamt). Statt jeder besonderen Anzeige. Nach kurzem Leiden verschied mein lieber Mann unser guter Vater, Schwiegervater und Grossvater Herr Simon Loeb nach vollendetem 82. Lebensjahre. Die tieftranernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Fran Franziska Loeb. Giessen (Alicestrasse 18), Köln, Karlsruhe, Heidolberg. Frankfurt, Berlin, Neuyork, den 28. September 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Neuen israelitischen Friedhofes aus statt. Blumenspenden und Beileidsbesuche bestens dankend verbeten. Samstag den 28. Scpt, mittags '/,2 Uhr. entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, meine unvergeßliche Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmins Hofmann im 27. Lebensjahre. geb. Reuschling Fr. Hofmann, z. Z. im Felde, nnd Kind Familie Reaschling; Familie Hofmann. Heuchelheim und im Felde, den 30. September 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 1. Oktober, nachmittags 2 Ubr, vom Trauerhause Marktstraße 29 aus statt. Sammlrmg von Uniformen. An die Besitzer von Uniformen richte ich hierdurch wiederholte Aufforderitna, alle entbehrlichen Uniform^ stucke >m vaterländischen Interesse an das Städtische . ebenvinltlelalnt, Bekleidungsstelle, Zimmer 9fr. 8, ab- »u tefern. öür die abncltefevten Stücke wird Vergütung ;./, n - ,nö amtlicher Schätzung gewährt. Gienen, den 28. September 1918. 7330B _Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). VERMIETUNGEN f Möbl.Zimmerz. vermieten West Anlage r>l pt. IVIIETGESUCHE Gesaclit z. 1. April 1919 8-10-Zimmer - Wohug. auch in 2 Stockwerken, oder EmsamilienhanS. Zentralheizung u. Garten erwünscht. Br. Schauer. 7 »is Ruhige Familie sucht zum 1. April 1919 bessere WohilllW lniäil unter 3 Zimmern» oder Einfamil'cnbanS in Gießen oder Umgebung. Angedvie unter 05421 au den Gieß. Anzeiger erbeten. Student und Studentiw Geschivifter, suchen zivci möblierte 3 immer t. d. Mitte der Stadt. 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