nt. 2 p Der Sittze«er Rnzef-er erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilaqen: Gieheaer Familien blätter; Kreisblatt für den Kreis Gießen. Bejngspvcis: nwnatl. Mt. 1.20, viertel- iährl'ch Me. 3.60. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.10: durch die Post Mt. 3.60 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitung112 Lerlag.Geschäitsstelleöl Anschriit fürDrahtnach- richten: Anzeiger Gießen. 168. Jahrgang Postscheckkonto: Zrantfurl a.M. 11686 enerai-Mzeiger M GöLcheMu Mittwoch, September 1918 Annahme von Anzeigen f. die Tagesnnninier bis zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbindlichkert oeilenpreise: für örtliche AnzeibSN 25 Pi., für auswärtige 30 Pf., für Reklamen Mk.1.-nebst 2O°/g Teuerungszuschlag. Haupt- schriitleiter: Aug.Goetz. Verantwortlich für Po- Vankverkehr: Itttf: Aug. Goetz: für Gewerbebank Gießen den übrigen Teil: vr. Meyer: Anzeigenteil: Zwillingsrunddruck u.Verlag: Brühl',che Univ.-Such° u.Steindruckerei R.Lange.Schristieitung. Geschäftsstelle ».Druckerei- 8ch»istr.7. ^ Burian Über den Mieden. Eine llundgebnng der deutschen Gewerkschaften. MTV.) Trotzes Hauptquartier. IO. Septemb. (AvMUY.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Teilangrifftn des Feindes nördlich von Merkerr vno nordöstlich von Ypern blieben kleinere Grabenstück in ferner Hand. Beiderseits der Straße Peronne—Eambrai setzte dei Cmglarwer seine Angriffe fort. Der Hauptstoß richtete sicl gegen Gouzeaucourt und Epchh. Er wurde abgewiesen. Auck mn Abend aus dem Walde von Havrincourt und südlich der Straße Peronne— Eambrai erneut vorbrgchende Angriffe ^es Gegners scheiterten. Teilkämpse am SLolnon- Waldc (südöstlich von Bermand) und an der Straße Ham—St. Quentin. Unsere in vorletzter Nach vom Cwzat-.Kanal zurückgenommenen Vortruppen hatten gestern westlich der Linie Essigny—Vendeuil nur mrt schwachen feindlichen Erkundungsabteilungen Fich lung. Teil kämpfe südlich der Oise, Ariillerietütigkeit nördlich:, der Ailette. Zwischen Ailette und Aisne nahm der Artrlleriekampf am Mittag wieder große Stärke an. Heftige bis zum Abend mehrfach wiederholte Angriffe des Feuwes scheiterten. Brandenburgische Grenadiere zeichneten ffch bei tfrrer Abwehr besonders aus. Zwischen Aisne und Vesle wiesen wir Vorstöße der Franzosen ab. Eigene erfolgreiche Unternehmungen östlich von Reims und südöst- N„von Varroy (an der lothringischen Front) und am Doller. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. fc Der Atzendbericht B«rlin. 10 . S-pt.. abkuds. (WTB. Amtlich.» ..Südlich der SN-asje Peronne —Cambrai wurden erm ute An griffe der Engländer, beiderseits der Stmtze Ham — S t.Quen ti n Teilangriffc der Franzi«' abgcwiefen. Oertliche Kämpfe an der Ailette * »er vsterreichisch.ungarische Tage»bericht. ^Sept. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: der italienischen Front lebt« beiderseits die E r k u n d u n g s t ä t i g k c i i auf. Der Chef des GcneralstabS. — — —Tl ll ' l W'TI IIII n . — , @taat3ferretär v. Hintze hat auch der österreichisch- ungarische Mrnffter des Auswärtigen, Gras Buriar srch mit einer großen Rede an die Presse und darüber hinan- mr die streitenden Völker gewandt. Seine Gedanken berührer rmnen Hmtzes, nur hat ec von der einflutz Herstes in diesem Weltkriege noch etwm ausruhrlichec und bestimmter gesprochen als der deutsch Drpwmat, der in Wien es sich zur Aufgabe gemacht hatte das deutsche Herz zu erleichtern und die Kriegsgeschehnisß der letzten Zeit m ihrer Wirkung und in dem, was sie n i ch bedeuten, darzustellen. 2tuch Graf Burian betonte das Er wrderms einträchtigen Zusammenwirkens der Presse dei ^.^oundeten Länder, und wie weit er selbst davon cntferni Vr lediglich auf eigne Faust äußere Politik zu machen, das negt m dem Latze begründet: „Das Bündnis wurde ji Bestandteil unseres äußeren vvlitischen Lebens Mrt umhdrucklrckier Betonung sprach Burian vom Berterdrgungscharaiter des Bündnisses. In welcheiu Sinn« man das auMfassen hat. kann niemandem unklar geblieber fern, per die neuerdings rn die Welt geschleuderten Kriegs- zgew der Fernde kennt; die ZertrümmevunZ des Habsburger Reiches gehört ja auch dazu. Nachdem Gvaf Burran an die Spitze serrrer werteren Ausführungen den Satz gestellt hatte daß Oefterrerch-Ungcern ebenso wie Deutschland „ohne Furcht und Uebermut aufrecht im Verteidigungskampfe" stehe, wnnte er daz^ übergehen, die Unvernunft der Krieaspolitt! Ä^^usamen Gegner wirffarn zu kritisieren. Ob es ^^^^^Olesen verstockten Geistern, die heute in einem Stehen, zuzurufen, daß auch wir nur das ^echttgkeri voranstellen wollen und für bas y l f.. ui Ästiger besserer Völkerbeziehungen ein Fortschritts- ^^urfnls Mitbrmgen, das kann man ja nach ä^len brsheri- einem großen Fraglichen versehen. Graf Burran wollte nach seirverr eigenen Worten auch „keine wesenlosen Friebensaussichten Vortäuschen", sondern er glaubt wohl, mrt seinen Ausführungen bei gewissen Schich- ttn in den feindlichen Bevölkevungeu auf zunehmendes Ver- ltoßew Es steht freilich zu fürchten, daß ber übermächtige hchor der Hetzer auf ber Gegenseite aus Bu- "wus nepem Vorschlag einer „direkten insormati- v e n A u s s P ra ch e ganz etwas anderes machen wird, als r ern sotl. dass man wieder die Auslegung als Schwäche und Hilflosigkeit dafür bereit hat. Jnnnerhiu, wir »vollen dem osv-erreichisch-ungarrscheil Staatsmaune die Worte nicht ^ ^!?'Ä a r U] • tver Goldwage abwiegm; vielleicht waren ihm gewisse Nachwrrkuugen im eigeneii Laude ebenso wichttg als der Eindruck draußen bei den Feinden. J' e ^ r bedeutungsvolle Beleuchtung der politischen U L bev nachstehend »viedergegebeiien »icöe des sozraldemokratischeii Reichso-agsabgeorduettn Le- ^eilien und Bestrebungen der deutschen isewerffchasteii und die SLwmungen in der internationalen Arbeiterschaft. In den gegnerischen Ländern wird jede Friedensbestrebung gewaltsam unterdrückt, das ist die Hauptfeststellung des Vorsitzendmi der deutschen Gewerkschaften. - Er wandte sich besonders scharf gegen bre amerikanische Selbstüberhebung, die auch der in ™ Arbeiterführer Gompers an den Tag legte. Welche Gesinnungen und Gewalten in dem gelobten Lande der Vereinigten Staaten in Wahrheit vorherrschen, das wurde von Legwn einmal gründlich ausgepackt. Wir möchten dieser Rede eine noch größere positive Wirkung beimessen als -der neuesten diplomatischen Leistung des Grafen Burian. Eine Rede des Grafen Burian. Wien, 10. Sept. (WTB.) Bei dem Empstmgsabend, den der Wrener Journalisten- und Schriftsteller-Verein „Eoncordia" heute zu Ehren der in Wien weilenden Vertreter der reichs- deutschen Presse veranstaltete, begrüßte zunäckK der Präsident des Vereins, Tr. Ehrlich, die Gäste, worauf der Minister des Aeußern, Graf Burian > eine Anspraä-e hielt, in der er nach Worten der Begrüßung fortfuhr: Wir alle wissen, wie glänzend die Presse im Deutschen Reiche ebenso wie 'bei uns! ihre Aufgaben unter den schwierigsten Verhält- mssen, unter dem Zu-ange der Kriegsgebote und materieller Be- drängnis geleistet hat, und welch.' Verdienste r(.n die gemeinsame große Sache sie sich erwarb durch Information. Aufklärung und Aneiserrmg und Beruhigung der Bevölkerung, sowie durch Unterstützung der öffentlichen Gewalten in chrex dornenvollen Tätigkeit. Ich möchte hier vielmehr darauf Hinweisen, wie tief sie deutsche Presse den B ündnis gedanken msVolk hmeingetragen hat. Das Bündnis, das uns mit Deutschland vereint, ist nicht bloß ein papiernes Dokument, dessen SPkmfeftt wir uns pünktlich xu erfüllen begnügen. Das Bündnis wurde ein organischer Bestandteil unseres äußeren politischen Lebens. Daher ist der beabsichtigte Ausbau des Bündnisses mcht eine Zufalls Kombination der Zweckmäßigkeit, sondern die logische .Folgerung seiner einen rein defensiven Frieden! sichernden Zwecke. Es komTnt immer aus den Geist an. m den die Klritik geübt ^wird, mrd dies ist bei der deutschen Presse stets dev Geist freundschaftlichen Stvebens nach Verständigung. Daß diesseits und ienserts rmserer Grenzpsähle zuweilen unzutressende Beurteilungen in Erscheinung tteten können, kommt daher, daß wir Uns noch immer zu wenig kennen und zu wenig in das grundverschiedene Wesen iittiecer Staaten und Völker eingedrungen sind. Wir müssen uns besser kennen'lernen. Ernst ist der Äugenblick, meine hochgeehrten Herren, in welchen Ihr Besuch bei uns fällt. Wir wissen es hoch einzuschätzen, daß Sic in einem solchen Augenblick zu uns koinmen. Große Sorge drück uns, aber wir kennen keine Verzagtheit. Sie können sich hier überzeugen, daß wir ebenso w'.e in Deutschland ohne Furcht und Uebermut wafrocht im Verlcibigungskampfe stehen und jede Verantwortung ablehnen, für dessen uns vom Feinde gänzlich nutzlos und verbrecherisch ausgezwungene Verlärrgerung, Kein Teil kann bis zum Ende des Krieges des Ausganges sicher mn, aber es ist von keinem Teil zu erwarten, daß er auf die MöglichkeitdesmilitärischenSieges verzichtet. Das Eine iebiojdj ist sicher, daß es noch furchtbar viel Blut und unendliche 'Zerstörung kostbarer Güter Unserer gegüälten Erde kosten müßte, bis das Ende durch ein militärisches Ni'derringen des Gegners erreicht würde, -wenn dies überhaupt möglich ist, und es fragt sich, lob der öiiedanke nicht ein Frevel an der Menschheit ist, den Bau des historiich Gewordenen, der gewiß hüben und drüben ver- beiserungsbedürftig, aber auch Verbesserung s fähig ist, ganz nieder- rnßen zu wollen. Um aus dm Trümmern das Zukunftsparadüs an- zulegeir, das aber den Fehler hat, nach der Bernichiungsmethode unserer Gegner nur mit viel zu großen Opfern gesä-affen »v-erden zu können. Man zähle die bisherigen und denke an die noch kommenden Hekatomben dieses Krieges urrd frage sich, ob es verantwortet 1 verden kann, um solchen Preis Kriegsziele erzwingen zu ^?-Aen,.wenn das Prinzip der Gerechtigkeit vorairge^ stellt wird, ohne auch nur zu prüfen, ob nicht bei billiger Anwendung senes Prinzips auch ohne Fortsetzung des ganz zwecklos gewvr denen Ze rst ö rungswe r kes eine Verständigung erreicht werden könnte, wie sie Unseren Gegnern wiederholt angcboten wurde. Es ist nicht denkbar, daß selbst die zuversicht- lichste Ho fnung anrf den Endsieg es der gegnerischen S ite gestatten prrttte, sich aus die Darier der liebe rlegimg zu verschließen, ob sie dennoch weiter die ungeheuersten Anstrengungen und Opfer recht- ßwttgeir kann, um^Prinzipien durchznsetzen, die nicht ^ hr M onop o l sind, oder um die inneren Angelegenheiten air- berer Völker zu ordne! r. die das gastz cptt selbst besorgen können^ glaube, eine sorgfältige!nnd ausrichäge Prüfung würde viele c ^ c ^lüvren Seire zu der Einsicht bringen, daß man dort vielfach für imaginäre Dinge kämpft. . Meine hochgeehrten Herren! Es mag eine undankbare Sache em dem Gegner seine eigene Einsicht vermitteln zu wollen. Der feindliche Verbund kann sich aber, wenn er will, leicht überzeugen, daß er in al n Fragen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit der zukünftigen Völkerbeziehungen bei unserem Bunde kei- nem Widerstande begegnen wird, ebenso aber auch dem Entschlüsse, für unser gutes Recht uns auch weiter standhaft ein- zrisetzen. Unsere Gegner mögen nur dazu Gelegenheit geben, in ruhiger Rede und Gegenrede. Es ließe sich an irgendein direkte informative Aussprache denken, die noch längst keine Friedensverhandlung wäre, alles zu erörtern und abznwägeii, was die kriegführenden Parteien heilte voneinander trennt, und es wird vielleicht keines weitevcni Kampfes bedürfen, um sie einander näl-cr zu bringen. Meine hochverehrten Herren! Ich wollte Ihnen keine wesenlosen F r i e d e n s au s si(ch t en vortäuscheii in einem Augenblick, wo noch das Kriegssieber die Welt schüttelt, ich mußte aber vor Ihnen vom Frieden sprechen, weil wir ihn alle ehrlich wollen. Gewiß ist,, daß in allen feindlichen Ländern eine stets zunehmende Anzahl von ähnlich Terkkeziden besteht. Wir wolleck zu gegenseitiger Verständigimg nach Kräften beittagen mrd die Wege ebnen helfen mit versöbnlicliem Sinn, aber, solange es nottttt, ausharren in treuer, enttchlossener gemeinsamer Abwehr. Sie atex. meine sehr geehrten Herren unb Ihre hvchgefctzätzbm Berufe genossen m unserem Lande sind berufen,.auch weiter, wie Sie es/ bisher aetan, an der großen Aufgabe mitzuwirken, daß dieser Geist, der unsere herrlichen Truppen beseelt, der unserer tapferen Bevölkerung im Hinterlande hilft, alle Leiden und Entbehrungen zu ertragen, gehütet und gepflegt werde. Ihr ferneres Watten sei von Segen und Erfolg gekrönt. * * * Eine Ansprache des deutschen Botschafter- Grafen von Wedel. Darauf er'hob sich der Kaiserlich deutsche Botschafter Graf von Wedel zu folgenden Ausführungen: Meine sehr geehtten Herren! lDem Herrn Präsidenten der Conzordia bin ich dankbar dafür, daß er mir durch seine liebens-- würdige Einladung Gelegenheit gegeben hat, den heutigen Abend mrt Ihnen zu verleben, sind doch Diplomatie und Presse verwandt Berufe,, verwandt insofern, als sie ähnliche Amfl gaben haben. Tie Presse chat die hohe Aufgabe, die Wahrheit zu verkünden. Was gut und.dauernd ist in drffer Welt, beruht auf der Erkenntnis der Wahrheit, was nicht echt ist, hat keinen bleibenden Bestand. Man hat wohl gesagt, der Diplomat habe die Aufgabe, die, Wahrheit zu verheimlichen. Das ist ein Scherzwort. Zu-- treffend i|t es nicht oder vielleicht besser gesagt, nicht niehr. Es mag eine Zeit^ gegeben haben, wo es seine Richtigkeit hatte. Mir scliwebt die Zeit !vor, ^als die^ Diplomaten in den Salons der seligen Pompadour antichambrieren mußten, um ihre Ränke zu spinnen und auf Umtvegen ihre Ziele zu erreichen. Das sind längst vergairgene Tage. Das ^Kapital der modernen Tiplpmäten: \)t das Vertrauen, Vertrauen daheim und Berttauen im Lande ihrer Beglaubigung. Ein (Diplomat, der kern Vertvmak genießt, wird schwerlich gute Erfolge erzielen, c- gehört zu unseren Aufgaben, Verständnis zu fördern daheim für die Verhältnisse und Vorgänge im Lande unseres AurtssrtzeS? irnd hier umgekehtt für die Verhältnisse und Vorgänge in der Heimat. Lluch die Presse hat die Aufgabe, aufklärerch zu wirken. Sie wendet sich mehr an die Oeffentlichkeit, der Diplomat vorzug- weise an die Regierungen. Das muß Hand in Hand gehen und muß harmonieren und darum, meine Herren, erbitten wir auch Ihr Verttauen. Wir legen auf verttauensvolle Zusammenarbeit mit der Presse allergrößten Wert. Oesterreich-Ungarn und Deutsch- land sind Nachbarstaaten, durch die geographische Lage und politischen Verhältnisse darauf angewiesen, in engster Freundschaft miteinander zu leben. Die Voranssetzung einer geftcherten Freundschaft ist ein Sichverstehen. Auf einem Si>§verstehen beruht Ehrung, Vettrauen und Zuneigung. Die Verhältnisse sind verschieden hüben^ urrd drüben, aber diese Verschiedenheit braucht durchaus kein Hindernis zu sein der innigsten Beziehungen. Man muß die Verschiedenheft nur verstehen. Man muß sie gelten lassen, achter und berücksichtigen. Hier auillärend zu wirren, ist eine dankbare Aufgabe für die Diplomatie und ebenso für die Presse. Schopenhauer sagt, es sei eine der weisesten Lebensaufgaben, di« Menschen zu nehmen wie sie sind und nicht, wie man sie habeni möckste. Das gilt im Wlkerleben: wo man sich ganz versteht, verstummt die Krittk und mach: einer wohlwollenden Und gerechten Beurteilung mrd Berücksichtigung Platz. Wir sind ja leiöer auch gezwungen, in dieser neidischen Welt zum Kampfe zu rufen, aber eine schönere und befriedigendere Aufgabe ist es gewiß. Freundschaft zu pflegen mit denen, die ihrer wett sind und sie erwidern. Patriot sein, heißt nicht, daS Ausland, sondern das Vaterland lieben und ihm dienen je nach der Art des Berufes. Wir aber, Diplomaten, Schriftsteller und Bertteter der Presse, wir kämpfen mit geistigen Waffen, nnd unsere vornehmste Aufgabe wird es immer bleiben, moralische Eroberungen zu nrachen für unser Vaterland. Moralische Eroberungen kann man aber nur machen, wenn man die Wesensatt anderer versteht und berücksichtigt. Den Wunsch möchte ich heute in dieser auserlesenen Gesellschaft sum Ausdruck bringen, daß es einer harTnonischen, vettrauensvollen und zielbenmßten Zusammenarbeit von Diplomatie und Presse gelingen wird, die alte glänzend bewähtte Freundschaft zwischen Oesterreich-Ungarn und dem Deutschen Rpiche zu fördern, zu festigen und zu vervollkommnen zum Heile unserer geliebten Heimatlande. „Bom Frieden reden" Köln, 9. Sept. (Privattel.) Die sozial demokratisch 4 „Rhein. Ztg." vom 9. d. M. enthält euren „Vom Frieden reden" überschttebenen Artikel, in dem sie die Friedensmöglichkeiten bespttcht und zu dem Schluß kommt: „Man kann im gegnerischen Äirsland „schon" vom Frieden reden, in Deutschland „noch". Tie Situation würde sich freilich mft einem Schlage ändern, wenn die Gegner den Einttitt in Fttedensocrbandlungen von Bedingungen abhängig machen ivürden, die für Deutschland entwürdigend mrd unetträglich wären. In einem solchen Falle würde die Fttedenstzreigung des deutschen Volkes hinter den Willen zurückrtten müssen, seine Verteidigung bis aufs äußerste fottzusetzen. Darüber soll sich insbesondere die ausländische Sozialdemokratie nicht täuschen, der unter den gegenwärtigen Umständen eine sehr wichtige Rolle zufallen kann. Wir 'ind also nach wie vor bereit, vom Frieden zu reden unter der Voraussetzung, daß hierbei den wirklichen Tatsachen Recchnrng getragen und der erst erträumte,^ noch lange nicht errungene Zer- chmetterungssieg der Gegner rricht vorweg genommen wird. Wir sind bereit, vom Frieden ziu i?eden, als unbesiegtes Volk." Angriffe der Japaner. T o ki o , 8. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterschien Bureau-? Amtlich wird gemeldtt: Am 29. August griff japanische Kavallerie bei Krasnojarsk feindlick^e Transjvrtc an, die unter B^'glei- ttmg von 500 Mann Infanterie den Ussntt-Stvom aufwärtszogen, Und zersprengte sie. Die feindlichen Verluste sind schnxr Wir hatten zwei Verwundete. Eine japanische Wteilmrg zerstreute südlich von Aba ga i dv in der Nahe von Mandschiltta feindliche Dalt Tie, ohne selbst Verluste zu erleiden. * Halbamtlich wird gemeldet: Die Abteftung Semenow er« reichte den Onon -Fluß. Ter Feind zog sich unter Zurück lassung von 600 Wagen nach Norden zurück * Une Kundgebung der deutschen Gewerkschaften gegen amerikanische Hetzereien. tex-tUit, 11. Sept. Auf der Konferenz der Vorstands - Vertreter der Ge Werks haften sagft der Vorsitzende der General kommission der Gewerkschaften Teutichlands, Reichs- tagsabgeordneter Legren am Dienstag rm Anschluß an den van ihm erstatteten Bericht u. a.: Wir waren ununterbrochen bemüht, mit den Gewerkschaften der Ententestaaten über die gewerkschaftlichen ForderuuM^zum Friedensvettrag zu einer Berstäirdigrmg zu kommen un dem Frieden zu dienen, leider ohne nennenswerten Erfol?! , FriÄensbestrebung der Arbeiterschaft der Erchmtestaaten wir allen Mitteln zu unterdrücken versucht. Jetzt ist auch der Vorsitze der American Federation of Labvur, Gompers, irach Europa gekommen, aber nicht um seine Pflicht als Aröeitervertreter zu erfüllen und seinen Teil dazu beizuttagen, daß dem grausigen Morden und Verwüsten ein Ende bereitet wird. Er will im Gegenteil das Fünkchen von Friedensneigung, das in der Arbeiterschaft Englands aufgeflammt ist, wieder verlöschen. Alle Achtung vor der Energie mid Arbeitsleistung der Bevölkerung der Vereinigten Staaten, aber auch ihr begeistertster Freund wird nicht in Abrede stellen können, daß in diesem Lande alles noch im Werden begriffen ist. Die Kapitalmacht herrscht dort unbeschränkter als in irgendeinem Staate Europas. Arbeiterschutz u::d Arbeiter Versicherung sind nur in einzelnen Staaten Nordamerikas in geringen Ansätzen vorhanden. Die von dem obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten erlassenen Urteile zeigen, wie wenig das Recht der Gewerkschaften geachtet wird, die unheilvollen Wirkimgen des Kapitals M beseitigen oder zn mildern. Hinter dem Mutterlande England, das unbegrenzte imperialistische Ziele verfolgt und mit iallen.Mitteln durchzusetzen versucht, stehen die imperialistischen Tendenzen der Vereinigten Staaten nicht wesentlich zurück. .Die Lynchjustiz wird nach den Berichten- id-er eigenen Presse^ in den Vereinigten Staaten von den Richtern geduldet, den sogenannten besseren Elementen der Gesellschaft unterstützt [irrtb ist zu einer Schmach für das Land geworden. sEs steht dem Vertreter eines solches Landes schlecht an, die Arbeiterschaft Deutschlands als Hunnen zu bezeichnen. Deutsche Arbeit rund deutsche Arbeiter haixm wesentlichen Anteil an den Knltursorts-ckwitten, die in den Bereinigten Staaten gemacht worden sind. (Für die brutale Kriegs führung ttnser Volk allrin verantroortlich (machen, heißt absichtlich das übersehen wollen, was die anderen kriegführenden Staaten tun. England hat unter Bruch des Völkerrechts durch Mchneidung der 'Zufuhr von Nahrun gsmittefn die ^Frauen und Kinder Deutschlands dem Hunger preiszugeben versucht und auf diese brutale Art den Krieg Au seinen Gunsten beendigen wollen. Gegen diese Art der Kriegführung . hat Deutschland sich mit jallö Mitteln gckvehrt. Wir bedauern mit iedem Kultur- und Menschenfreund den Torpedoschuß auf die Lusitcmia und die entsetzlichen Folgen, die er hatte, wir dürfen aber iricht vergessen, daß der deutsche Gesandte in Washington eindringlich davor gewarnt hatte, auf dem zum Transport von Mfmttion und Kriegsmaterial dienenden Schiff Passagiere befördern zu lassen.. Daß Gompers und die A. F. L. gegen diese ungesetzliche Handlung Protest erhoben haben, ist uns nicht bekannt geworden. Als gegen unfern Willen der uneingeschränkte U-Boots-Krieg angekündigt war, ersuchte Gompers die Gewerkschaften Deutschlands, bie Regierung zu veranlassen, von der Airwendung dieses Kampfmittels abzusehen. Wir antworteten, daß Verhandlungen mit der Regierung! nur dann Erfolg haben könnten, wenn die Vereinigten Staates aus England dahin einwirkten, daß es seinen Hungerkrieg gegeft die Frauen, Kinder und Greise Deutschlands einstellte. Das geschah nicht, sondern die Vereinigten Staaten, die unter a n g c b l i ch e rj Neutralität alles getan haben, die Gegner Deutschlands in der Kriegführung zu unter st ützen, traten! selbst in den Krieg ein. Die A. F. L. und ihr Präsident haben wäh rend der Zeit, in der die Dinye sich so gestalteten, das Gegenteils von dem getan, was eine Arbeiterorganisation und ihr Führer.tunl sollten. Demgegenüber haben die Gewerkschaften Deutschlands ge treu den Grundsätzen, die am 4. August 1914 von der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage ausgestellt worden sind, gehandelt Sie ftxmbm zu ihrem Lande in dem Bewußtsein, daß es sich allein um dessen Verteidigung handelt. Vor der Wellgeschichte werben die Arbeiterorganisationen Deutschlands gerechtfertigt dastehen, wenn die Frage entschieden wird, ob sie bemüht gewesen, das entsetzliche Ringen, das zur Vernichtung der Kultur und der Kraft der Völker Europas führen muß, zu beendigen. Den Beweis, daß sie in gleicher Weise handelten, werden die A. F. L. und chr Präsident Gompers noch zu erbringen haben. Noch ein anderes, so fuhr Legren fort, aus der Rede Gompers' sei erwähnt. Er lobte die englische Seemannsg^werkschaft, die auf eigene Faust Politik treibt. Was die Regierungen der Ententen staaten durch Paßverweigerung erstrebten, hat diese gewerkschaftliche Organisation praktisch herbeigesührt. Me Reden von Gompers sind geeignet, die Alldeutschen zn stützen, deren Bestrebungen und Ziele die Gewerkschaften Deutschlands mit aller Entschiedenheit ablehnen. Es Wäre verhängnisvoll, wenn die Arbeiterschaft der Ententestaaten Gompers folgen würde, dann könnte der Krieg noch jahrelang dauern und die Hosst.iung, zu einem Verständigungsfrieden zu kommen, würde ausgegeben werden müssen. Wir hoffen, die Gewerkschaften Englands werden der Strömung des jetzt tagenden englischen Gew erkschaftskongress.es folgen, die einem Fricken der Verständigung zustrebt, so daß dem Kriege baldigst durch Verhandlungen ein Ende bereitet wird. Die Konferenz schloß sich diesen Ausführungen an und beschloß deren Veröffentlichung. Der Stab der Seekriegsleitung im Großen Hauptquartier. Berlin, .10. Sept. (WTB.) Der Chef des Admiral- nabes, Mdnnral Scheer, hat sich mit dem Stab der Seekrieg steil ung su dauerndem Aufenthalt nach dem GrotzenHauptquavtier begeben. Da alle anderen Ab Leitungen des Adnnralstabes (Presseabteiluug, politische Abteilung usw.) unter dem stellvertretenden Chef des Admiral- stabe^rn Berlin zurückgeblieben sind, ändert sich für den Ver kehr mit dem*Admiralstab nichts. Eine türkische Abordnung in Berlin. Berlin, 10. Sept. (WTB.) Heute morgen ist die mit der Notifizierung der Thronbesteigung des Sultans Nehmed VI. beauftragte Sondermissron auf dein) Wege nach dem Hauptquartier mit dem Balkanzuge in Berlin eingetwfsen. An ihrer Spitze steht Prinz Abdul Ra- himi Effeüdi, ein Sohn des Sultans Abdul Hamid. c derlin , 10. Sept. (WTB.) Zum heutigen Eintreffen der türkischen Abordnung in Berlin, die nach allem Brauch die Thronbesteigung des Sultans dem Kaiser anzuzeigen hat, ^sagt die „/Norddeutsche Allgemeine Zei fanteriedivision ,an den Kämpfen vor Verdun teil. Darm, daß gerade ein Prinz, den so nahe Beziehungen mit Deutschland und dem deutschen Heere verbinden, für die Anzeigung rber Thronbesteigung gewählt wurde, ist eine besondere Aufmerksamkeit des Sultans zu erblicken. Der amerikanische Kriegsminister in Frankreich. Bern, 10. Sept. (WTB.) Der ,Malin" teilt mit, daß der .amerikanische Kriegsminister Baker augenblicklich in Frankreich weilt. Der kurze Besuch des Generals D i a z wird mit der Anwesenheit Bakers in Verbindung gebracht. Eine italienische Stimme zur Kriegslage. . Bern, 6. Sept. (WTB.) „G io rn ale d' Italia" warnt in einer von den italienischen Zeitungen vielbeachr- teten Berner Korrespondenz vor einem allzugroßen Optimismus Lei dem deutschen Rückzug. Die Verluste des deutschen Riesenhoeres seien verhältnismäßig gering, was auch durch die Gesäugeneirzah im der Alliierten bestätigt werde. Sonnt bleibe eine deutsche Ueberraschung in Frankreich immer raxfy möglich. Mit ihren Divisionen seien die Deutschen iminer imstande, gestützt aus die Siegfriri>- linie, die Defensive durchzuführen. tung": ,An der Spitze der Abordnung steht Prinz Abdul Rahim Effendi, der in Berlin kein Fscmder ist. Er hat hier seine militärische Ausbildung genossen und längere Zeit dem 2. Gcrrde-Feldartillerie-Regiment nngehört. Bei den deutschen Truppen hat er im November 1914 auch die Feuertaufe empfangen. Nachdem er im Osten und Westen den K^riieg an unseren Fronten Sennen gelernt, hat er seine Erfahrungen als Führer einer Artillerieabteilung im 15. tür- kisckten Armeekorps in Galizien, dann an der Palästina- front als Kommandeur eines Artillerieregiments verwertet den schweren Kämpfen mit den Engländern fand er hier Gelegenheit, sich besonders auszuzeichnen. Im letzten Mai Myrte er zu unserer Armee zurück und nahm als Artilleriekommandeur einer Nahkampftruppe bei einer preußischen Jn- Schreckensregiment in einem australischen Gefangenenlager. Berlin, 10. Sept. (M.) Ein Berliner Mittagsblatt schreibt unter der Ueberschrift „Revolver und Peitsche": In dem australischen Safcer Porres Irland führte ein gewisser Major Hawsk als Lagerkommandant ein wahres Schreckensregiment. Meser wüste Geselle schoß mit dem Revolver auf einen deutschen Gefangenen, der ihn um eine Zigarette bat, tötete dabei einen Unbeteiligten und verwundete einen anderen. Zwei Gefangene, die einen Fluchtversnch machten, ließ er an BäumL binden und durchpeitschen. Einige Gefangene hatten vom Posten die Erlaubnis erhalten, sich von einem zerfallenen Schuppen Brennholz zu holen. Als andere, in dem Glauben, daß es sich um eine allgemeine Erlaubnis handle, ebenfallls von diesem Holz da- vonttngen, gab Hawsk Befehl, sie mit dem Bajonett wegzutreiben, worauf die australischen Wachen rücksichtslos auf die Leute cin- stachen und sie schließlich zu dreißig in einem wenige Quadratmeter großen, von Stacheldraht umzogenen Platz einpferchten, .wo sie gerade so viel Raum fanden, um aufrecht nebeneftrander zu stehen. In dieser furchtbaren Lage mußten sie 12 Tage und Nächte, zum Teil in heftigen Regengüssen, aushalten. Nicht einmal zum Aus- tveten dursten sie hinaus, bis sie endlich so, wie sie waren, manche nur mll einer Hose belleidet und ohne Strümpfe, zu ihrer Aburteilung nach einem mehrere Stunden entfernten Gefängnis getrieben wurden. Diese grauenvollen Roheiten sind für uns um so schmerzlicher, als in den austtalischen Lagern vor allem unsere^ braven Leute vom Kreuzer „E m d e n" und die aus Tsingtau gefangen gehalten werden. Nur durch schärfste Gegenmaßregeln an den in unseren Händen beftndlichen austtalischen! Gefangenen wnden die verrohten Abkömmlinge des australischen einstigen Sträflingsstaates zu einem menschlichen Verhalten gezwungen werden rönnen. Freier Handel in der Ukraine. Berlin, 11. Sept. Laut „Lok.-Anz." schreibt .Mewskaja Mysl" am 7. September: Durch Erlaß des Verpsle-gungsministers ist in der Ukraine vom 29. August ab freier Handel für Schweine, Speck, Butter, Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, alle Arten Gemüse und Fette unter Abschasfung der Höchstpreise zugelassen. Das neue holländische Kabinett. Amsterdam, 10. Sept. (WTB.) Ter Haager Korrespondent des „Algemeen Handelsblad", Äout, begrüßt das Zustandekommen des neuen Kabinetts und hebt hervor,. daß es wieder ein rein parlamentarisches Ministerium sei, das mit dem Ergebnis der Wahlen übereinstimme. Ta solch? Uebeveilrstinvmung für die Handhabung des parlamentarischen Prinzips notwendig sei, müsse inan sch darüber freuen, daß ein rechtsstehendes Ministeriuni zustande gekommen sei. Die Besetzung der einzelnen Portefeuilles bezeichnet Etout im allgemeinen als gut, teils fogar sehr gut. Ueber den neuen Außenminister Karnebeek sagk'Elout, daß die auswärtigen Angelegenhüten bei ihm in sehr guten Händen seien. Der Büa> germrisftr vom Haag habe bisher. Nickis getan und gesagt, was im Jnlande oder Auslände sp aufgefaßt werden könne, als ob er' beabsichtige, in irgendwelcher Beziehung von der [triften neutralen Politik abzuweichm. Im übrigen habe man Karnebeek wähnend seiner.Amtstätigkeit als Bürgermeister als eine:: höflichen, aber energischen Ma:rn kennen, und schätzen gelernt. Man werde von. ihnp ine ruhige und vernünftige, aber keine schwächliche Politik erwarten Der türkische Bericht. Konstantinopet, 10. Sept. (WTB.) Tagesbericht. ( Palästinafront: Im Küstengebiet Artilleriekämpfe und «erfolgreiche eigene Patrouilletlunbernehinirngen. Westlich der Sttaße Jerusalem—Nablus wiesen unsere Postierungen starke ftmdliche Aufklärungsabteilungen ab. StelleiUori.se lag heftiges Artillerie- seuer des Gegners auf.unseren Stellungen, dps von uns auf das seintlicke Lager erwidert wurde. .Eine nach dem Jordaw-Brücken- kopf marschierende Kcwalleric-Kolonnc wurde wirffant durch unsere Artillerie beschossen. Unsere Kavallerie vertrieb aus dem' Ost- jordan-Ufer eine Abteilung feindlickier Arider und stieß bis zum Brückenkopf von Mendesse ^nach ß>n den letzten Tagen erlitte^ die Rebellen eine Reihe ompsindlick>er Schlappen. Nord- ivestlich Kalvt cl Hesa schlugen wir ausständisck^ Banden in regellose Flucht und zogenin Tafileern, wo unsere Truppen von den Scheichs und der Bevölkerung freudig begrüßt wurden. Eine von Maan nach dGrden entsandte Aufklärnngsabtrilung warf die Rebellen nach blutigem Kautpf und nahm einen Offizier mrd zwanzig Mann gefangen. Es winden einige Maschinengewehre erbeutet. Bei Mebrua wurde rin Rebellennest von uns ausgehoberu Weiter nördlich wurde rin Angriff auf unsere Postierung. nnheim -L ud wigehn s c n . 'Nach ^deu lltztcu Mißerotgeu ftllle er diesmal unter allen Umstände: glücken. Deshalb hatten sie die stattliche Anzahl von 24 de Hawilland-Flugzeuge für de:: Bombenftug angefttzt. Trotzdem blieb ihnen infolge der Aufmerksamkeit und Angrifsstteudrgkeit unserer Jagdflieger der Erfolg wieder versagt. Als das Gcfchvader die Linien mittags ül^erslogen hatte, wurde es sofort von Jagdfliegern der Front verfolgt und in Kämpfe verwickelt. Dabe: verlor der Gegner sein Fühversll:gz.eug. Auf dein wetteren Anflug« stieße:: ihm Jagdflieger des Hei:natluftschutzes entgegen. Jü erbitterte:: Kämpfe:: verlor der Gegner w.'itere zwei Flugzeuge. Wahllos warf er daraus seine B^uuben ab, die nur ganz geringen Sach- schade:: anrichteten, und wmdte sich schlennigst zur Flucht. Unsere Jagdfluggeschwader drängte:: ihm ch.rrt nach und brachten noch zwn weitere Flugzeuge über unfern: (gebiet zum Absturz. Im ganzen büßte der Gegner also 5 Flugzeuge ein. Wieviele Fllcgzeuge dcwvn' außerdem beschädigt wurde::, ewzftht sich unserer Kenntms. Mit diesem Erfolg erhöht sich die ZajW der seit April über imfecrirt 5>eimatgebiet abgeschossenen feindlichen Flugzeuge auf 67. Fünf Flugzeuge abgefchoffen. Karlsruhe, 9.Sept. Dem „Berl. Lok.-Anz." wird gemeldet: Bei dem letzten Luftangriff ruff?errn zu der Tochter des Chinesen, der selbst in seiner Jugend schwer durch eine Engländerin in seinerNattvnalehre getränkt wurde, unterliegt Mr. Bu nird.fällt seiner RaäMer zum Opfer. Ter Film will zeigen, wie kein Gefühl imstande ist, den Rasseminterschied auszugleich-en. Gleichzeitig zwingt rms dos Schauspiel, wenn auch« unter Schaudern, doch eine gewisse Achtung ab vor dem Stolz und der Bestimmthttt. mit welckwr der Angehörige einer WeltoiM)autrng, die uns ferne liegt, für seine verletzte Fmniliew- und Nattvnalehre eintritt. — Ter Besuch des eindrucksvollen Fllnuverks Hann nur empfohlen werden. Näheres über Beginn der Vorstellungen ustp. im Anzeigenteil. Kreis Büdingen. A Sto ckheim, 10. Sept. .Hier fand unter dem Vorsitz des Gvoßh. .Kreisschulinspektovs Schulrat Baldauf eine Kreislehrer Konferenz statt. Die sehr umfangreiche Tagesordnung umfaßte die statistischen Erhcbuirgen über die im Kreise ausgenomwencn Stadtkinder, die Vorbereitungen für ^die 9. Kriegsanleihe, Bücherbe- spvechungen und Schundliteratur, die >Einwirkung der Sommerzeit auf den Schul betrieb und das Sammekwesen der Schulen. Eine eingehende Aussprache über die Müßnahmon gegen die Verwahrlosung der Jugend und die lleberhandnahme der ungerechtfertigten Versäumnisse bildete den Schluß der zeitgemäßen Verhandlungen. Kreis Frledberg. = Friedberg, 10. Sept. Obwohl die diesjährige Obsternte nur ein Viertel der vorjährigen erbringt, überstieg ihr Erlös bei! der jetzt erfolgten Versteigerung den 1917er ganz erheblich. Tie' Gesamteinnahmen betragen 23 000 Mark. Ter Zudrang des Publi kums zu den Versteigerrurgcn war außerordentlich stark: in ent sprechenden Höhen bewegten sich die Angebote. So erzielte ein Schafsnasenbaum mehr als 200 Mark. Fc. N ie d e r -E rl enba ch, 10. Sept. Ein ehrlicher Dieb! Tiefer Tage kam auf der hiesigen Bürgermeisterei ein Brief an, der beim Oefsnen einen 20-Mark-Schein enthielt: beim näheren! Zusehen kam noch ein Fünfmarkschein zum Vorschein, außerdem ein Brief ohne Unterschrift, in dem der unbekannte Schreiber mit- tellte, daß er dieser Tage in Nieder-Erlenb ach gewesen sei, um Aepsel zu kaufen, aber keine erhalten habe. Auf dem Heimweg habet er sich Aepsel von den Bäumen gepflückt und im Rucksack heim- getragen. Beim Wiegen batten sich 40 Pfund ergeben. Für diese und zugleich als Strafe für den Felddiebstahl sende er 25 Mark, bie er dem Beschädigten auszuhändigen und den Rest für Ge- meindezwecke zu verwenden bitte. Starkenburg und Meinhessen. I T arm stad t, 10. Sept. Auf Einladung des Gustavt-Adolf- Vereins sprach gestern übend in der Atadtlirche Oberpfarrer Keller-Riga über das Ballenland, seine Leidenszeit rmd seine Erlösung. Ter Vertrag, der von dem Geiste einer durch die härtesten Prüfungen nicht .zu erschütternden Zuversicht getragen war, mochte auf die Zuhörer tiefsten Eindruck. = Aus dem vorderen Odenwald, 8. Sept. Ein heilsames Abschreckungsmittel gegen Felddiebe und solche, die es werden wollen, wenden zahlreiche Gemeinden des vorderen Odenwaldes an. Rücksichtslos wird der Name eines jeden ertappten Obst- bzw. Felddiebes durch die Ortsschelle der Einwohnerschaft bekannt-« gegeben, eine Methode, die sich bisher als durchaus brauchbar erwiesen hat, zumal ein durch die Ortsschelle gebrandmarkter Torfgenossen mit Argusaugen bewacht wird, er mag seine Schritte lenken, wohin er will. Hessen-Nassau. KP. Frankfurt a. M., 10. Sept. Gestern mittag fand in der Trauettkavelle des Hauptfriedhofs die Trauertei er für Professor Theobald Ziegler statt. Vom Magistrat waren Stadtrat Tr. Hitler und Professor Tr. Ziehen anwesend, außerdem war die Stadt noch durch Herrn Stadtschulrat Lungen vertreten. Außerordentlich groß war die Beteiligung der städtischen Schulen, zahlreiche Direktoren und ReM-)ven, Abordnungen des Wöhler-Real- Gymnosiums, an welchier Anstalt Professor Ziegler nach Kriegsausbruch unterrichtet hatte, waren zur Trvuersner erschienen. Nachdem der Sängerchor des L^hrervereins die Feier eingeleitet, würdigte Professor Eicker von der llniversität Straßburg die Verdienste des Kosten Toten. Im Auftvag des WoUer-Real-Gymnasiums und des P rovienzial sichülkollegiums -sprach Direktor Dr. Liermann Stadtrat Tr. Hiller sprach den Dank der Stadt aus. Zahlreiche Kränze legten Vereine und Schulen weder. - = H ö ch st a. M., 10. Sept. In der verflossenen Nicht wurde das Uhren-und Goldwarengeschäft-von K. Herber, Hauptstraß;, von Einbrechern ausgeplündert, die u. a. mehr als 200 goldene und silberne Herren- und Damenuhren, 220—230 goldene Ringe, 112 Trauringe,und 90 Ketten erbeuteten. Der Wert der erbeuteten Waren, von denen die meisten Uhren die Bezeichnung „Union"' tragen, beläuft sich auf mehr als 20 000 Märk. Der Einbruch geschah zwischen, 2 und 3 Uhr nachts. Auf die Ermittlung der Diebe lGv foie Wiedererlangung der gestohlenen Waren hat man eine hohe Belohnung ausgesetzt. , — H ö ch sta. M., 10. Sept. Mit gefälschten Papieren operierte hier der Ingenieur Wilhelm Se y ffert h und fand damit eine Anzahl Opfer, die er um erhebliche Suntmen beschwindelte. Als er in Ludwigshafen ebenfalls mit gefälschten Papieren der Farbwerke Tarlehnsschwindeleien treiben wollte, kam ihm die Polizei! auf die Spur. Seyfferch wurde jetzt in Zuffenhausen verhaftet. js Marburg, 10. Sept. In einem mitten in der Stadt gelegenen Modewarenh.rus wurde in der Nack-.' p,m Sonnabend zum Sonstig ein großer Einbruchediebstahl verüb. D.r von auswärts gekommenen, aus fünf Personen bestehenden Tiebsgesellschaft fielers eine große Menge feiner und feinster Tamengarderoben, namentlich seidene Kleider, Blusen, Röcke, Pelze, Hutfedern ufw. in die Hände. _ Der Polizei, hie sofort in .Kenntnis gesetzt wurde, gelang es in den Miorgenstmvden, zjivei der Einbrecher, die für mehrere 1000 Mk. Waren bei sich hatten, ststzu nehmen. — Kassel, 10'. Sept. Bei einer volizellichn Streife dnrch die non Wilderern stark heftngesuichitcm pr eußisch-lippischeu Grenzwäl- der stieß am Somrtag 9lbend der Polizttdiairer Giebe aus Schucken- chck erneu WWever der chin sofort durch einen Schuß in den Hals tötete Ter Tater könnt-; m. der Dunkelhnt entkommen, obwohl die zahlrerckZm Berufs,genosien des Giebe sich sofort zu seiner Verso gung -aufmmhchen Am Tatort wurde ein Mllitärgewchr, Modell 88, gefunden. Montag abend verhaftete die Gendarm nie m Bexten ernen Monn, gegen den starke Bewachtst, ründe vor l regen. Gerichtrfaal. . l D«rmftadt. 10. Sept. Die.FettensttafkamNvr verurttllle Sckuhmachergchrlfen G^rg Henrrrch Müller, Georg Ich. Ravensberger und Georg Mrl. Werner inoch jugendlich) vm ^reittckienhain wegen verschiedener Einbrüche den M' zu 1 Jahr 3 Monaten, den R. M 8 Monaten und den W. zu 3 Wochen^G'- sängnis. — Ter 18jährige Arbeiter Peter Wilh. Schulz von Osfenbach stahl seiner früheren Hauslvirttn 1270 Mark in bar vowie 1 Paar Stiefel und verjubelte die Beute iir liederlicher 'Gesellschaft. Ms Strafe erhielt er 1 Jahr 6 Monate Gefängnis ■— Drei l 8jährige Belgier in Kelsterbach erhielten wegen Diebstahls 2 Monate, ein vierter ,wegen Hehlerei 1 Monat Gefängnis — Tie Beruffrng des Zahntechnikers Karl Bastian, der wegen Erpressungsversuchs gegen seinen Prinzipal zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden war, wurde verworfen. Grinst ririd Wesse,ifcbaft. ** Darm sta dt, 9. Sept. „Ritter Blaubart", die neüe Oper von E. N. von Reznicek (Textbuch von Herber^Enlenburg), ist von Großherzoglicher Hofbühne zur alleinigen Uraufführung erworben worden. mr. Frankfurt a. M.. 10. Sept Fm' Schauspielhrus fand Montag abend ein Strindbergabend statt. Zur Erstaufführung gelangten die beiden Einakter „Mutterliebe" und^ „Das Baud" während man die Komödie „Mit dem Feuer spielen" neu ein- sttidiert hatte. Diese Einakter wirken nur durch ihren blendenden Aufbau und die verblüffende Technik. Im übrigen sind sie durch und durch vom Wesen des schwedischen Dichters getränkt. Voll von Pessimismus gegen alles, was mit dem Weibe, mit Liebe, Idealen und Ehrenmoral zusammenhängt, eine Weltverneinung, ja oft eine zynische Niedrigkeit macht sich in ihnen breit, die schier grotesk anmuten könnte, wenn es anscheinend dem Tichter nicht so bitterernst wäre. Besonders das zweite Stück „Das Band" stellt ein Ebe- bruchsdrama von scheußlicher Widerwärttgkeit und brutaler Offenheit auf di; Bühne. Hier erstritten Carl Ebert und Maria Karsten in der Hauptsache den Erfolg. Im ersten Stück waren es die TamEisanbahn-er waren nicht mehr „alkoholfest" und vermochten ihrem Dienst nicht Mehr nachzukomMen. Es erfolgte die Beschlagnahme des schon entladenen 'Gutes. Uutersuchmrg ist eingeleitet. * A scha f fe n b u r g, 10. Sept. 9luf dem Bahnhof Asck-affen- burg wurde am letzten Freitag ein Eisenbahwwaggon mit Gerste im Werte von.15 000 Mark beschlagnahmt, der für ein größeres industrielles Werk in Höchst a. M. bestimmt gewesen sein soll, als Deckmantel aber die Adresse eines Höchster Fuhrgeschästs trug. Ein Aschpffenburger Polizeibeamter reiste zur Feschelhing des Empfängers nach Höcknst, mußte hier aber erfahren, daß kein größeres Werk in HöckLt sich zu erinnern weiß, irgendwo im weiten Bayernlande jemals eine Ladung Gerste bestellt zu haben. Auch dem Fuhrgeschäft ist von der Gerstesenduarg nicht das Geringste bekannt. Tie baprischm Behörden stehen vor einem „Rätsel" und wissen nun nicht, was sie mit der „herrenlosen" Gerste anfangen sollen. * * Hamelner Ratten^ängergeld. Tie Stadt Hameln hat dieser Tage künstlerisch hochbedeutsames Kriegsgeld in den Berkshr gebracht, zu dem der Entwurf von dem Maler und Graphiker Ludwig Enders (München-Tarmstadt) stammt. Die Vorderseite des 50-Pfeümig-Schnnes zeigt drei Ovale, das mittlere mit der Aufschrift „Gut für 50 Pfennig", die beiden äußeren von dem mittleren durch Sckiwerter gettennt, die Wertziffern und darauf als Symbol der Stadt ein Rattenvärchni. Tie Rückseite zeigt den Rattenfäugerzug und als Umschrift den Spruch: „Anno 1284. Um Tage Johannis et Pauli war der 25. Iunii — dvrch einen Piper mit allertey Farve bekledet — Gewesen C XXX Kinder verladet binnen Hameln geboren — to Kalvarie bi den Koppen verloren." Letzte HadmcMctt. Dev neueste Bericht der Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 11. Septemb. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauvlah. Bei Abwelp- englischer Deilvorstöße südlich von Ypern und nördlich vom La Bassee-Kana! machten wir Gefangene. SWlich der Straße Pervnne—Eambrai führten er neute Angriffe der Englä:l)?r wiederum h'ittge., Kämpfen südlich von Gou'-aueonrt urrd Epchy. Ar. in-', nen Stellen erreichte der Feiunsere vorderen Linie.. In?. Gegenstoß schlugen mir ihn zurück-. 3W s^efangene blirüen m unserer Hand. Teilangrisi' der Franzosen beiderseits der Straße Ham—St. Quentin, di> itöerrachend und durch . r ttllerrevorbereitung erfoßpeu, wurden abgewiesen. Oertlin^ Kämpfe tnördllch der Ailetle, Wi chen Ailette und Aicie steigerten sich nach Artillerieseucr am Nachmittage wiede'' y Swßer Heftigkeit; am Abend brach der Feind zu starkm Angriffen vor. Sie scheiterten vor unseren Linien. Der Erste Generalguartiermeister Luden darf f. * * * Eisenbahnunglück bei Schneidemühk. Schneide mühl, 11. Sept. lWTB. Amtlich.) Gestern früh 4.55 Uhr dicht bei Blockstelle Blöttke kurz vor oem Bahnhöfe ^AIEidemühl cmi Kilometer 2,4 der Strecke Bromberg—Säureide- müln ist der Kinder-Sonderzug 2244 M.-Gladbach infolge' tle'^i * fahrens des Haltesignals auf den Schluß des Güterzuges 7522 au!- fahren. Der erste Wagen des Kinder-Sonderzug es wurde in dev Packwagen hineingeschoben und bis aus vier Abteile zerttümmeri Vom Guterzuge ünd^ acht Wagen beschädigt oder zertrümmert. Ö^e< ker Schlußschaffner des Güterzuges, ein Mann w.d KlUdn. Verletzt sind eine Frau und 15 Kinder leicht und zwei Kruder schwer. Die Schuldfrage ist noch ungelöst. Die Erfassung der Kartoffelernte. Berlin, 10. Sept. Der soz-ialdemockratischc P a r t e t ö 0 t ft a n b und die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands haben an den Reichskanzler eine Den kschri f t über das Ernährungswesen gericü- tet, in der sie auf die steigenden Schwierigkeiten der Lebensmittelversorgung und di^ dadurch hervorgerufenen O^esahren für die Volksgesundheit und die Stimmung der Bevölkerung Hinweisen und in der sie ferner eine Erhöhnrrg der Kartoffel- ration von 7 auf 10 Pfund als drirrgend beFeichrren. Schon rm vorigen Jahre sei die gleiche Fordernrrg gestellt, aber mit Rücksicht auf angebliche Transportschwierigkeiben abgelehnt worden. Jetzt werde der gleiche Einwand erhoben. Die Denb- schrrft führt dem gegenüber aus: ^ ',Jm Volke ruft diese Anküudigung neue Erregung hervor, zollte seine Erbttterung sich in Fornren entladen, die wir nicht münscheu, so trifft die ganze Schwere der Schrild allein die ver- antu>ortlickien Stellen des Meick^s. Tie Erfahrung hat gezeigt, daß rm verflossenen Jahr die Bevölkerung mit der Ratton von treben Pftrnd ^Kartoffeln nicht auskomMen konnte. Wer es eb«r konnte, hat sich darüber^ hinaus selbst mtt Kartoffeln verform Dre Tvanspottschwiettgkerten des Kriegsernährungsamtes schufen eine glänzende Konjunktur für 'den Schleichhandel, der die Schwie- ttgkeiten spielend übr-rivandt. ;So zlwangen organrsatottsche Un- fählgkeit oder mangelnder Wille das darbende Volk, 20 bis 30 Mark für den Zentner Kartoffeln zu zahlen. Die Eisenbahn be- förderte Tag für Tag Hunderttausende, die Kartoffeln in geringen Merrgen in die Stadt brachten. Die Folge also war gefdeici-n'tg Belastung der öffentlichen Transportnlittet mnd unwirtschaftliche Art der Zuführung^ von Lebensmitteln. Eine reichlichere Belieferung mit Kartoffeln wirkt idem Schleichhandel erfolgreich entgegen. Was drakonische Strafbestimmungen niemals erzielen können, würde durch sie errttcht. Die Beibttiattung der Kattoffefratiott von 7 Pfund inuß die Bwvlkernng als Begünstigung des Schleich« Handels enipffuden. Wir Müsseir daher Eure Erzellenz aufs dttn- gendstc ersuchen, zu veranlasseu, daß altes geschieht, damit die gesamte Kartoffelerute von der öffeutlicheu Bewirtschastuug er faßt, .durch geeignete^ Maßnahmen die vorharrdenen Transport " schwiettgkeiten betnälttgt mvd eine.wesentliche Erhöhung der Kar- tofselvatton befriedigend durchgeführt wird." - Aus der Ukraine. Kiew, 8. Sept. WTB. Nichtamtlich) Nach „Kiewskaja Mysl" überreichte Senator S chel u chia dem Ministerpräsidenten eine Denkschrift über die Notwendigkeit der kategorischen Proklw mierung des Ukrainischen als Reichssprache. Keinerltt Abw-eichungen sollten im ukrainff'ch'n Staat zulässig sein. Auch das Haüptkomitee der 'svzialsöderalistischen Partei erklärt, daß in der Ukraine nur die Reich^sprache, das Ukrainische, existieren könne. ^ Finanzminister Ez-epetzki machte nach der „NydrodAhrmja" den Pressevettvetern folgende Mitteilung aiber Finanzfragen: Tie Wiederhorstellung des Baukapparates in Form von Recch - bank und Pttvatbanken werde ersttebt, um das Wirtschaftsleben regeln zu können. Das Budget sei noch nicht aufgesteltt. Ein T-efiztt sei nicht zu venneiden. Es müsse durch Anleihen gedeckt werden. Eine hohe Bewettung der Valuta im Anschlus an die große WittschaftskrAft der Ukraine sei zu erwarten. Gegar Jahresende werde eine eiferte Valuta gel'chafsen sein. Tie Depositen der Pttvatbmiken feiw seit dem 1. 6. um .200 Vttllionen Karowanzen gestiegen. Amtlicher Teil. Betr.: Sammelwesen. An bie Herren Leiter der Ortsfammelstellen. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Laubheusammlung bis zum 15. September l. I. fvttgesetzt werden soll. Das gesammelte Frauenhaar bitten wir bei Herrn Kaufmann Wilko-Gießen iSeltersweg 79) binnen 8 Tagen abzuliesern. Ferner wird <^ebeten, .genaue Ttttteilungen über die gesammelten Mengeir an Teekräutern und ArzneipflanKen hierher gelangen zu lassen. Gießen, den 4. -^pltember 1918. Für den Kreissammelausschußtt Tr. Alles. Die „Kose von 5tambul". Im „Berliner Tageblatt" perösfentlicht Exzellenz M. Mje- lal;cher um die Hebung des türkischen Unterrichtswesens und der türkisck)en Landwirtschaft so verdiente Staatsmann, der seit einigen L-aa^n in Berlin roeilt und kürzlich Gclegeu.heit hatte, einer Aufführung der „3it»se von Stambul" bieizuwohnen, seine Eindrücke recht lehrreicher launiger Weise. Er schreibt u .a.: f Tausende von Deutschen reifen Jahr für Jahr nach der Türkei und lernen sie in allen Teilen, mft allen ihren Rassen, Glauben ttnv -Lltlen kennen. Viel.' Deutsche lernen sogar Türkisch und Arobisct, und schreiben Artikel, Broschüren und dicke, gelehrte Bucker über meine Heinutt, luxe sie lvirklich ist. Und dennoch kennt daS große deutsche Volk in seiner Gesamtheft kerne andere Türkei, als die der lMI Nacht, wo der Schleier ewig hüllt, wo die Sklaveu zu deri tägticli-eu Gebrauchsgegenständeir gehören, wo die vollbusige Odallste üppig schlummert uud wo jeder Türke, der sich rekpekttert, seinen reichbevölkerten Harem hat. Ja, der Harens. . . (Hewiß, eine derartige Türkei gibt es, und Hunderttcurscnde von deutschen haben ne auch schon ein oder mehrere Male gesehen, es nt bie Türkei der „Rose voic Stambul" Gott beioahre mich davor, hier irgend jemanden, dem KomvEistcu Dichter, Regisseur oder sonst jemandem zu nak-c zu treten, und' was die Berliner Darstellerin der lveiblrckieu Hauptrolle angeht, so hat sie mich Erttzückt. Aber denkoch darf ich wohl sagen, daß ich es komisch und ein wenig traurig zugleich finde, lvenn heute den großen Mengen in Deuttckstanu immer rwch eine derartige Karikatur meiner Heimat vorgeführt werden kann. Ein wenig trauttg, sage rm. denn meiner Meinung nach lernt die große Masse durch erne einzige Vorführung der „Rvfe von Stambul" mehr Unsinn, als durch die ganze Lebensart eines die echte Türkei schildernden'Ge lebrtm widerlegt werden könnte. 'iincr Unmut häuft sich in der „Rose von Stambul" in gzttxrlttgen Mengen, und uw man zupackt, hat man chu auch sauste duk. La fmd zunächst die Namen der Mädchen. Line von ihnen heißt z. B. „Midlli", was bei uns ein Säugetier ist, mit dem vev- glichen r'u werden sich! jede junge Dame schönstens perbeten möchte. Ferner gibt es bine „Guzela" oder eine „Durtane", und beide Namen sind^bei uns ebenso unbekannt. Achnlbches gllt von den Kostiürnen. Sie entstammen ^türkischen Moden, die es nie gab, und sind sic halölpegs ochtt, barm sind sie mit einer anachronischen Kühnheit konrponiert, vor der mir bange wurde. Diese Maskeraden, die ich eine Zigarettenschachtetkunst nennen möchte, müssen um so auffallender 'wirken, als der schöne Achmed Bei, der Held des Stückes, eine vollem men moderne türkisckL Uniform und euren Frack neuester, peftllichster Mode ttägt. Ter Stadtteil Pera .in Konstanttnopel wird als Sommeraufenthalt bezeichnet. In ganz Koustanttnopch ist es im Sommer heiß, ja brennend, nirgends aber brennender, als in Pera mit seinen viel stückigen Mietskasernen, seinen unbarmherzigen Stein- und Asphallp^aster, seinen engen, stickigen Gäßchen, und seinen staubigen, grau amen Plätzen. Wer nur kann, flüchtet im Sommer aus Pera auf die herrlichm Pttnzeninseln, an den Bosporus oder in die Umgebung von Theinpia, wo der Sommerpalast der deutschen BvtsckMft so smift 'und kW gebettet lieerlei,-empel darüber, wieviele Teutfck-e dies durch die „Rose von Stambul" hervorgezaubctte Märchen von der Türkei schon für Wahrheit gehaltm haben werden ; hoffentlich Unei&cn auch viele Deutsche diesen Artikel lesen. x p. p. Im „Paris Midi" lesen wir folgende kleine Geschichte: Ter Kommandant eines Rekrutendepots in Frankreich erhält ein Telegramm: Sofort Zahl der dott vorhandenen I. P. P. mit Namen angeben. Ter Befehl wird an die einzelnen Kompagnie^ wellergegebeu, aber nienicuch weiß, was I. P. P. bedeuten soll. So legt schließlich der Feldwebel, der das Schreiben zu erledige«) hat, die Akten beiseite. — Als der Oberst nichts bekommt, erkundigt er sich: „Wo bleibt die Aufstellung der J.P. P. mit Namen?" Ter Adjutant schilt auf die Landsamkeit der Kompagnieführer Sie werden ettnnett. Sie wenden sich an thre Feldwebel. Der Feldwebel wird immer nachdenklicher: irgend etwas muß doch geschehen. Er bespricht sich mit seinen Schreibern: „Was ist I. P. P. ? >^st einer von euch I. P. P. ?" Keiirer wlll es sein, 'schließlich!, weil doch rrgendeftre Antwort gegeben werden muß, sckweibt der Feldwebel die lliameu eines Korperals und zweier Landsturmleute auf und meldet sie erb' I. P. P. T-er Hauptmann w^mdert sich, daß der kräftige Korporal Bl. ein I. P. P. ist, aber macht sich weiter keine Gedanken darüber. Tie Feldwebel bespreckWu sich lintereimmber, und fcfjl feft- lich kommt von jeder Komfttnie die Meldung über einige I. P P wobei der Oberst sehr ernaimt ist. daß die aus den größten ^ttüp- peln zusammengesetzte Kompame am wenigfden I. P. P. melde: Aler der Bericht geht ab und die Sache scheint in Ordnung Ta, nach einigen Tagen kommt wieder ein Telegramm - „Tie Aufstellung über I. P. P. ist unverständlich. D:e mit- geteilten Listen enthielten die Angabe von Soldaten, aus'att von tragenden Sttutcn (Jumertts presumöes pleines), die laut Reskript von: . . . sestgestellt weichen sollten." T er Obers, gerät in größte Wirt. Der Zldjutant wird gerufen - „Was^haben Sie mir da zur- Untcrschttst hingelegt? Ich f 0 jj tragende Stuten melden und Sie lassen mich über Soldaten iw richten? Ter Adjutant seinerseits hält sich an die Kvmpaniefübrer die Kompanieführer schnauzeu ihre Feldtvebel an: „Ihr seid mir schöne, die Jlrr noch nickZt mal einen Soldaten von einer trügenden Stute nnteincheiden könnt! Sosott wird mir das berichtigt!" Ten nächsten Tag meldet dann auch jede KomplNrie vslicht- schuldigsl, daß keine tragenden Sttrten vorhanpy; sind, derur sie gehörtcir alle der Infanterie an . . . Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß gestern abend ganz unerwartet nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere liebe, gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Maria Faber §s!s. Leun m Alter von 42 Jahren sanft entschlafen ist Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Gg. Faber V., Maurermeister, und 2 Kinder nebst allen Verwandten. Leihgestern, den 10. September 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag den 12. September, nachmittags 2 Uhr, statt. 04984 Giessener Hochschulgesellschaft Einladung zur Vortragsreihe über Auslandskunde 6. Vortrag: Die Genfer Hochschule und das flämische Volkstum Dr. Jan Versluys, Professor an der Hochschule in Gent Donnerstag den 19. September 1918, abends 8 V 2 Uhr, im großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes der Universität Der Vorstand Grünewald, Iustizrat Dr. Behaghel, Geh. Hofrat Gäste sind willkommen 680 3 D Dortragsabmfl Donnerstag den 12. Scpt. in der großen Hula der Universitär; Beginn 8 Uhr fräulein Seefemarm aus Riga „Baltlfftts erleben mä’orcrul der Kriegszeit“ ferner musikalische varvictuugm des Bufe* Quartetts (Leitung Konzertmeifler Sergeant 0ufe I. erpBatl. Infant.'Regt. 81 ) eintrittsKarten: Saalplatz \ M.. ßalerie o.so M. in der muflRalienpantUung von CöalUcr und an der Nvendkasie. ME» Der Reinertrag kommt der nteiönadttsipende 1918 für untere feldgrauen zugute. verein für das Deutfdjtum im Husland - Zweigverein Sieben vom Roten Kreuz - Hliceffrauemöerein - Hllgemeiner Deuifdjer frauenuerein - frauennerein vom Roten Kreuz für die Kolonien Frauenbund der Deutschen Kolonialgefellfdiaft. «mv V Freitag, 13. September19l8, abends 7 l / 2 Uhr im 51adllhealer 5umBcffgn bgrfjintgrbii'gbenen gefalieneröigßener t ber auf 50 Mitglieder verstärkten 6arni|onkapelle, Dirigent: fjerr Bruno fjerrmann Soliftin: Frau Eina’Baak, ^ofopernfZngen'n aus Berlin, Sopran flm Flügel: sterr fjans ööbel Dortrags=FoIgg: Schubert: Simfonie fj = moll, Eifzt: Ees Prölubes, Wagner: Meistersinger Vorspiel, Weber: Ocean-Nrie aus Oberon mit Orchester-Begleitung, Cieber von Schubert, Strauß und Wolf Bel)m Generalmajor Buffe Major und Kommandeur I.Crs.-öaN. lnf.-Negt.11d Keller Oberbürgermeister Pi ri trifte!? artfZn ru Mk.4.-. Z.-,2.-, 1.- irnVorverkauf bei ernstChaMer. ik 11 neuenmeg 0 (Telefon Nr. 671) sowie abenbs an der Kasse. 6683D IhirniNtädier Pädagogium (71. Ellas) Privatschule mit den Klassen Sexta bis Oberprima. Vorbereitung zur Einjährigen-, Primaner-, Fähnrich»-und Balfeprflfnng 'auch für Damen). Vorzüglich geleitetes Internat. Seit Sriegabegiun bestanden 187 Schüler ihre Prüfungen, darunter wiederholt ehemalige Volksschüler die Einj/thr.-Prh'ung nach fünfmonatiger Vorbereitung, eifzenge K iid.-eneOoerlertianer nach vier Monaten. e7<7 hv -Schleier -Kränze -Seide -Handschuhe im 6018a C fflodeh aus \ a1omon. & f & üje±s*c .ichuklroße mmmm Berwandien und Bekannten die traurige Nachricht, dass unsere liebe 'Mutter, Schwieger- mutter, Grossmuuer, Schwägerin und Tante Zrau Katharina Schardt Ww. ged. Rabenau Montag kurzem, schwerem ahren sanft in dem früh 1 Uhr nach Leiden im Alter von 70 Q Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Mariecken Schardt August boblenu uud Frau Elise geb. Schardt GnttavAtzmann, z. Z. im Felde, n. Frau Minna geb. Schardt Heinrich Größer uud Frau ^daraaretbe geb. Schardt. Giessen lSchtssenberger Weg 65), Kassel, Neuyork. den 10. September 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag den 12. Sept., nachmillags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. ».m? jp$J Bekanntmachung AuS der Lott-Leng-Stiftuna fiud die diesjährigen Zinsen an bedürftige Witwen und Waisen zu vergeben. Meldungen nimmt das Stadt. Armenamt, Asterweg 9, bis zum 30. September 1918 entgegen. Giessen, den 9. Sepleinber 1918. Der Oberbürgermeister iArmenverwaltung) Keller. 6809B DbftversteigeVnnH. Freitag den 13. d. M., von vormittags 9 Nhr an, wird das der Gemeinde Saasen gehörige Obst (Zwetschen und Aepfel), unter Beachtung der von der Landesobststelle festgesetzten Bedingungen versteigert. Zusammenkunft im Ort. Saasen, den 10. September 1918. Grotzh. Bürgermeisterei Saasen. S ch e P p. oso* Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Kathrinchen Geißler Friedrich Klinke! Ruttershausen, den 8. September 1918. 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