Nr. 2 \\ Der Sietzener AnzekyeR erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: OtrbentrZamiltenbläller; Kreisblatt für den Kreis Hieben. Bezugspreis: monatl. Bit. 1 . 20 , viertel- jährlich Mt. 3.60; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1 . 10 ; durch diePost Alk. 3.60 viertel- jährl. auLschl. Besrellg. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchrüt!eitung 1 I 2 Verlag,Geschästsstellebl UnschrißfürDrabtnach- ichten. Anzeiger Siegen. Erstes Blatt 163. Jahrgang Postscheckkonto: Krankfutt a.m. N686 General-Mzeiger für Oherheffez Montag, 9. September 19X8 vankrrkehr: Sewerbrba«! Sietzen Zwillingrrunddruck u. Verlag: Brühl'sche Unis.-Such- u. Steindruckrrel R. Lange. Schristlettung, Scschästrjtelle !>. vruSerei: Schulstr. 7. Annahme von Anzeigen f. die «tafl^nummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkeit Settenpreise: für örtliche Anzeigen 25 Ps.,sür auswärtige 30 Pi., für Reklamen Mt. 1 .-liebst 20°/«, Teu- erungL-uschlag. Haupt- schristleüer: Aug. Goetz. Derantrooctlich für Po« litik: Äug. Goetz; für den übrigen Teil: vr. Meyer: Auzeigenteck: H. Beck; sämtlich in Gießen. „Zn unseren neuen ÄeKungen." (WTB.) VrotzeS Hauptguartier, 7. September. (Amtlich.) F Westlicher Kriegsschauplad. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Boehn. Wrdlich von Langenmrck machten bäuerische Truppen bei örtlichen! Vorstoß mehr als 100 Gefangene. Südlich von Kpern schlugen wir inehrfache Angriffe der Engländer zurück. An den Schlacht fronten tntttidfeften sich heftige Jnsan- rei-jegefechte im Vorgclände unserer Stellungen. Unsere 9lmh- huten zwangen den Feind in der Linie Fins—Licranwnt— Longavesn-es zur Entwicklung und zu r-crlustreichen An- griffen. Unsere Schlachtflieger griffen feindliche Kolonnen beim Uebergang über die Somme bei Brie und St. Christ init Erfolg an. An der Somnve und Oise ist der Feind über Ham und Chauny gefolgt und stand am Abend im Kampf mit unserer dtachhut in der Linie Aubigny—VUle- auier—Aumont. Zwischen Oise und Aisne lebhafte Vorfeld- kampfe. Beiderseits lron Bauxaillon wurden starke Angriffe des Feindes abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Oestlich von Vailly stehen wir an der Aisne in Ge- tzchtSfühlung mit dem Feinde. Auf den Höhen nördlich von Kismes wiesen wir erneute Angriffe der Amerikaner ab. Der Erste Generalauartiermeistcr Ludendorff. (WTB.)Erotzes Hauptquartier, 8. September. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Jnfanterieabtcilungen brachten aus belgischen Linien östlich von Merkem Gefangene zurück. Nördlich von Armentieres wiesen wir erneute Angriffe der Engländer ab. An der SchlE^rfwnt stehen wir überall in unseren »reuen Stellungen. Der Feind suchte gestern südlich der Straße Pevonne—Cambrni mit starken Kräften an sie heran zu kommen. Nackchcaten stellten ihn zum Kampf, wichen dem überlegenen Gegrrer kämpfenv aus und schlugen am Abend westlich der Linie GouzevucouN—ElLHn—Templcux lßefrige Angriffe ab. BeDerseits der Somme ist der FenÄ mrch gesterrr nur zögernd gefolgt. Wir stehrn mit ihm in Linie Vennand— j&L Simon und am Crozat ^na! in GesechtSfüAang. Nördlich der Aisne hat sich der Artilleriekanrpf verschärft. Westlich von Pvemonwe—Branrourt schlirerten starke «TeUangriffe des Gegners. Südlich Ailette hat sich der Feind jan unsere Linien östlich von Vauraillon h7rangoarbeitet. Starke Angriffe zrvisckZen Bauraillon und westlich von Vailly, die sich bis zum Abend mehrfach wiederholten, wurden abgewiesen. Zwischen Aisne und Besle ließ die Gefechtstütigkeit vack. Der Erste Generalauartiermeiftrr L u d e n d o r s f. Die Abendberickte. Berlin, 7. Seht., abends. (WTB. Amtli-ckz.) Beiderseits der Strahe Peronne — Ca mb ra i Nachhutgefechle vor unseren neuen Stellungen. Oertlichc Mmpfe zwischen Ailette und Aisne. B e r l i n, 8. Srpt.. abends. (WTB. Amtlich) Bon den Kampffronten nichts Strues. * Die österreichifch-nngarischen Tagesberichte. Wien. 7. Sept. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Asiago wiesen unsere Truppen einen von Italienern und FranzoKn nach starker Artillerievorbereitung durchgeführten Angriff blutig ab. Der lmst- lich des Monte Sisemol in die erste Linie eingedrun- gene Feind wurde im Gegenstoß wieder hin aufgeworfen. Am Col del Ar so unternahmen Slurmpatrouillen einen gelmtgenen Ueberfall auf eine feindlickze Felinvair-en- besetzung. Albanien. Keine nennenÄverte GeftchtStätigkeit. ^ Der Chef des Generalstabs. Wien, 8. Sept. (WTB.) Amtlich wird verlaulbarl: Italienische Front. Sehr rege Fliegertätigkeit. Sonst nichts von Belang. Der Chef des Generalstabs. / sc ^ erklärt der Tagesbericht Ludendorl . in un J CTCn heuen Stellungen". Das ist also e Anlundrgung, das; nicht mehr weiter zurückgegangen wi Dementsprecl-cnd lautet der Abcndbcrüht kurz: An Kampfnont erfolgten keine neuen Kämpfe. In der Deutsö Gesellschaft m Berlin hat der Chef des stcllvcrtt-clen- General,habs, Freiherr v. F re y t a g - L o r i n q h o vc noch einmal klar mrd bestimmt über die militärische & gesprochen und das Planmäßige in unserer Führt der letzten 4 Wochen hervorgehoben. „Unsere Stellungen wir vor der cinsetzenden feindlichen Gegenoffensive ft hatten waren aus einer abgebrochenen Osibnsive entstan! und daher nicht geergner, in ihnen ein? nachhaltige. Krä erwarnls anstrebende Verteidigung zu führen. Die Sie'ft gen waren nicht den Anforderungen des Slellunaskrie. entsprechend ausgebaut." Nicht der Besitz einiger zerstör StäLtze und Dörfer entscheidet über den Sieg^ so fuhr Mneral fort, und er verivics aus die nach wie vor bestehe: Bedeutung der Festhaltuirg der vvii uns besetzten Teile Wo » x 'uw Betgü ns, die den Schutz der Heimat sich »rnd die Grundlage neuer Angriffe und gegen de-,! Fe gerichteter Bedrohungen bildet. Bemerkenswert waren noch die Schlußworte in dem Vortrag: ,Letzten Eiides worben in diesem K riege weder hüben noch drüben Worte zum Ziel führen, vollends aber wird einseitiges Betonen der Verständigung bei der Natur mrd den Bestrebungen unserer Gegner vergeblich bleiben. Nur ivenn diese klar erkenneri, daß sie ihre Pläne gegen uns nicht dnvchzuset^n vernwgen, wird ihnen das VerstÄrbnis für das Maßvolle iwsever Forderungen! kourmen. Es fontntt darauf an, die Dinge soiveit m führen, daß Englmrd und Amerika ernsehOi, daß nnr in drin Ve'.leidigrln-Tskrvge, teil wir führen. nülA zu i'il>er- winderi sind. Ihn vurä'^uhaltezt. x^ebrichL es uns iveder aar Adenschen, noch an Kriegsrnaterial, aock, an Rahswfsen, auch wissen wir langst, daß wir denr Hunger rächt erliegen werden." DaS sftrd gute, verständige Worte aus berufenem Mundo, mrd totem sollte überall danach handeln. Gerade heute werden wir ja um die 9deuigPeit bereichert, wie kläglich ein im Januar 6. I. von Männern der Reül>stagsniehrheit in der Schweiz begonnener Verständigungsversuck) an dem Vern^ch- tungsplane der Engländer gesä-eitert ist. Schweizerische Veröffentlichungen veranlassen den „Vorwärts", auf dieseSache naher einzugehen, und man geht wohl nicht in der Annahme fehl, das; die Feststellungen des „Bonvärts" in der vorausgegangenen Audienz des Parteiführers Ebert, der bei dem Berständigungsversuch nwhl die Hauptrolle gespielt hatte, beim Reichskanzler Grasen Hertling vereinbart oder wenigstens besprochen nwrden sind: Der „Vorwärts" schreibt u. a.: „Im Jmiuar d. I. ftfenftai in der Schwei- von dritter Seite Bestrebunbe:^ in Gang gebracht, eine Aussprache zwischen deutscl-en Und eiiglischeli PvrlannLrtaric^'n herbeizusühren. An i!w teilnehmeii soMeii ein Verwcter der drei großen englischm Parteien, der konservativen, der liberalen iard der Arbeitervirtei, und drei Ver> treter der beirtfcf^n ^öehrl-eitsrartcicn, des Zentrums, der Fortschrittspartei und der Sozialdemokratie. Die Herren Fehren- b a ch H a u ß m a n n und unser Parteigenosse Ebert hatten sich bereit erklärt, au einer sola-en Besprechung teilzunehmcn. Aas das „Berner Intel!igerrzülatt" über ihren voraussihüichen Irchalt zu beri-chtcn iveiß, beruht aut bloßer Kombination. Tie Neia«tvgsentschließrmg vom 19. Juli 1917 und die 14 Punkte Wilsons sollten den Rahirren der Besprechung bilden. Die deutsche Regiarmrg war von den Absichten der drei Abgeordneten unterrichtet. Auch auf der anderen Seite schienen die Aussichten des ttnlernehrnens zunächst nicht Mtgüu.tig, locuigsteirS durfte man das mrs der Haltung oer dortigen diplönratischen Vertreter schließen. Plötzlich trat jedoch eine Wendung rin, die nach den Ahlden tunken, die Genosse Tvx4üra maäü. aus ein versön- liches Eingueisen Llo7Ü» Georges Mrückzarftihren zu sein scheint. Je- derrsalls wäre es sehr irttiTvefsarrt, über diesen Punkt noch weitere Aufvärmrgcn zu erlxrlten. Soviel steht fest: Auf deutscher Seite war man bereit, an die Stelle der Bvesder Fnederisverhandlungen, die erst später stattsanden, allge7neine Frndeirevcr'iilmdftmgeil treten zu lasten. Erst durch die Weigerung der Entente, in solche Verhandlungen citrzut'rlm, bekmnen auch in Deutschland die Gegner eines Borständigungssrirdens wieder Oberwasser, tcnd so erst louwe der Brefter Frieden möglich. Tie Entente-Imperialisten tourbat Helfer und Bundesgenossen der deirtschen Imperialisten rmd ftidirekt Mitschuldige an dein, was sie jetzt an diesem Frieden acis- zusetzen haben. Sie Jamben zugleich Hauptschuldige an der Verlängerung des.Krieges." Charakteristisch ist die Art, wie der „Vorwärts" hierbei wieder seine politischen Gegner in Deutschland in die Debatte zieht! Der Herrn Lloyd George unterbreitete Vorwurf, er habe nur den Gegnern des Verstärrdigungssriedens in Deutschland wieder Obenoasser gegeben, wird diesen wahr- scl-cinlich nur in Verwunderung und Lachen versetzen und er wird „der frommen Bitte undurchdringlich" bleiben. Die Verständigung wird auf der Gegenseite zum dutzenüften Male abgetehnt, und statt vernünftige Folgerungen daraus zu ziehen,^schlägt der ,/Vorwärts" zur Freude der Engländer nur iwütend aus die andersdenkenden eigenen Hausgenossen los. Während die bolschelvistischen Genossen in Rußland ganz andere Rosse satteln und in einem Aufruf „an die ganze zivilisierte Welt" mit den beweglichsten Ansdrücken die englisch-französische Politik an den Pranger stellen, kommt das Organ der deutschien Sozialdemokratie jwcki immer mit dein alten Steckenpserdchen aus. Wir wollen eine Probe aus dem genannten Aufruf unseren Lesern nicht vorenthalten. In der Veröffentlichung der Petersburger Telegraphenagentur heißt cs u. a.: „Nickst yenug, daß diese Herrschaften die chchecho-sttlvakisckxnr Bande:: gcnlretct und sie geschickt lxrben. Unsere Saaten zu plünde:':!, rmsere Städie zu zerstöre:! und unsere Bn'roer zu töten, nicht gatufl, daß sie durch Artillerie euer Archangelsk und Onega zerstört haben, jetzt haben die i7n KcUsttalistm durch gemietete Mörder eftie ganze Reihe terrl7ristisck)er At:Zitate auf die Verl treter der nrbeileriegienmg or«nnüsiert. Unsere Städte sind gedrängt üofl von anglo-srnn^öfischen Spionen. Säcke voll anglo- französischen GvldeS jverden zur Bestechmg von allerlei Schuften vt-rnxichet, die tatsächlichen Mörder von Wolodarsli und Uritz.i und die Mstisder der Attentate auf Lenin und auf Siiwwieco sind die Englmrder und die Franzosen. Wir haben durchaus genaue mrd cwnpandfreie Unterlagen dafür, da^ dve offiziellen engli- schen Vertreter die Sprengung der Eisenbahn brücke bei Jwcmki imd bei TschereMvcl; vorbereiteter:, um unS von Perm und wm Wiatka und somit von jchM Getoeidezuftchr abzuschleiden. Sie be'eittten eine Reh' von Sprengungen unseirr Fabriken und Werkstätten und Ent^eisungen von Eiienbahnzngen vor. Sic haben eine Reihe von Attendrten schm ansgesührt. Kurz, sie taten alles möglich'., nur ihre Tsck»eck>r>Stt^vaken zu unterstützen, den russischen ^ßitsbesitzem ihr La-str zurlickMgeben, die Arbeiter in die neue Sstaverei zu dräilgen und uns zu znstngcn, gegen die Deutsch^!, ih.-e KonLtrventeu einen neuen Krieg zu eröffnen." Und während die Bolschewisten solckie ans feste Tatsachen gegründete Anklagen erheben und gleichzeitig die Zusrieden- hett nrit den Brester Verträgen allenvegen dokumentieren, sollen wir noch die alten Friedensmausefallen aufstellen? UnS dünkt, auch der überzeugteste Anhänger des Berstäildi- gungSftiedcns und warmljerziaste Freund des Friedens müßte sauf andere, verbesserte Methoden sinnen. Ein Rückblick. Berlin, 8. Sept. (WTB.) Am 8. August erkok^te der eng- lisch-französisck?e Türgriff gegen die Armee vo.: Marwitz, der zum Einbruch zwischen Ancre und Avre ft'chrte und in seiner Folge den Entschluß der drntschen Obersten §)cevesleittmg zu einer großzügigen Rückverlegung ihrer Linien veranlagte. Am 8. September meldet der deutsche Heeresbericht, daß die deuFchen Truppen überall fti ihren neuen Stellungen stehen. Genau einen Monat lranchten die Engländer um» Franzosen also, irrt des Gelände in verlustreichen Kämpfen gegen zähe Nachhuten irruhsam und blutig wieder in ihren Besitz zu bringerr, das die Deutschen Ende März in acht Tagen in einem unerhört raschen und erfolgreichen Vorstoß durchmesien haben. Wie der deutsche Heeresbericht am Tage des UeberraschimgS-« molgcS Haigs zwischen Ancre urrd Avre offen meldete: „Der Feind Nt in unsere Steklrmgen eingebroch n", so meldete er am 8. Äw- tciuber ebenso kurz, daß die Dartschjan in den neuen Stellungen stehen. Der Rückzug über dieses Gelände, daZ noch die Spuren der Zerstörung von der deutschen FwntVerlegung aus dem Jahve lut/ trägt, das die schauerliche Sommewüste birg: unö im Osten von einer kilometertiefen Trichterzone vor der Siegsriedstcllung begrenzt wird, wühvend im Westen an ^xr im Bewegungskrieg er- starrten Front die Engländer U7id Franzosen eine neue Todeszone schufen, dieser Rückzug stellte bn den beichränk.vc. lster zur Äer. stlgung stehenden Berbindungslinien unerhörte AnÄrderungen an -truppe und Führung. Plant^emäß reihte sich -eine Fron:Verlegung an die arüxre. Wo dem Gegner örtliche Einbrüche in die von Tag zu ^ag ,ich verschiebenden Lin im gelangen, w.crde ihre Wirkung durch Gegenangriffe otor großzügige operative Maßnahmen stets amgehoben. Die nächtlich? Ablösung v:>nl Feftche gelang fast immer mlbcm.rtt «ohrre größere Opfer, als die Nat-rr von Rückzugs gesuchten sce bemngt. Der beste Beweis dafür firib die geringen Gemngenen- M'd Beutrzahlen, die dir Engländer irrt späteren Verlauf ihrer Kämpfe melden konnten. Kriegsmaterial, Munitren und Verpfle- mmg, tvie alles, was deni Feinde dorr Wert «ein könnte, konnte re«'-.zeitig und in Ruhe zurückgeftihrt werderr. Dft Deutsthen sind letzt wieder an bewohwen Gebenden mit a.X ihren Hilfsmitteln. Die Engländer wid Franzosen mit ihrer! Hil sVölkern liorn nach einem unerhört verlustreicher und anstrmgrmden Bomiar'ch ftr der Zone des -^odes und der Verwüstung, die sie arößtenteils ,'elber ge« schufen haben. BewoE'bare Dörfer und Städte gibt es.hier längst nickrt mehr. Das die Engländer und Franzo'en nach der deutschen kraft und dein Sckbsivertrimrn sehen Führung wed Truppe km noch bevorstehenden scleveren Kämpfen Gxt* gegen. Nnsere LustftreiLkräfte. Berlin, 7. S?pt. lDTB. Amtlich.) Neber dem Großkampf. gelnot zwi'ickxni Somme und Scarpe bewiesen imere Luft st reit, fräfle am 29. und 30. August wiederum ihre lleberlegenhM. "/eben tatkrättiger Unterstütz-:ng der kämpfenden Infanterie schossen nc am 29. August in erbitte :en Luttkämpen 31 f'-bid-l-ch? Flug, kchrge ab. Infolge dieser großen Verluste war die feindliche Luft« tängkcit mn 30. August au'fa l nd gering. An di sen Tage wurden weitere 12 Flugzeuge abgefchvfsen. Sechs fcftidliche Flugzeuge Irrachte unsere Abwehr au di.n'en beide?! Za-c.i z-.im Absturz CSegeit- über diesen Verlusten von 52 feindlichen Flugzeugen ümerhalb der beiden Tage steht aus unserer Seite ein Verlust von nur acht Flug, zeugen. Trinksprüche öcs KaCfcrs und des hetmanns der Ukraine. Schloß Wilhelms höhe, 7. Sept. (WTB.) Bei denk Empfange des HctmmrS der Ukraine V. Skvrvpadski durch den Kaiser richtete dieser beim Frühstück folgenden Trinkspruch an den Hettnan: „Herr Hetman! Es gereicht mir zur großen Freude Eure Durclckmcckst als berufene!!! Vertreter des ukrainischen Volkes und inner Regierung in Deutsck-lavid wÜNomnLn zu heißen. Ich möchte meiner lebhaften Gcnugtmmg darüber Ausdruck geben, dag die freundschaftlichen Beziehungen znnschen der Ukraftie wrd dem Deutschen Reich: durch Meru Besuch eine sichtbare Bekundung erhalten. Ter durch die M'.uch^ischttttn der Entente über die Welt l»evauflvsch!v>ore!:e und von den Westmächten trog erkannter Unerreichbarkeit chrr DLachtziele in verbrecherischem Wahn fortg'ffctüe blutige Krieg Hat auch der Ukraine schwere Munden geschlagen. Als nach Freiuvrden der im russischen Zarenreiche gebimdeneu Vollkräfte die Uk 0 krü«r r.\ Änbiüomng an ihre ruhmreiche Geschichte sich zu einem jeibstandigen S.aate'erklärten und sich an Tcnrschland mir der Astre rvarrdten. ihnen bei der Errichtung ilwes Staates behirkflich zu sein. ha!Ze ich freudig meine Hand dazu gc'boten, ihnen die grwünsch.'e Hilfe zu gewähren. Meine Regierung und die meiner hohen Verbündeten übernahmen die Aufgabe, der Ukraine eine v ö l ke r r e ch t l i ch c Grundlage für chre staatliche .Geltung zu verschaffen, und unsere Arm een» lpickten dabei mit, dem von umstürs-lerisaren Elementen .Tufge» wühlten Lande Ruhe bringen, in deren Schutz der Aufkmr des Staates beginnen k-enntr. Empvrgohvben und getragen der breiten Masse des ukmtrrischen LantevotSes und der rrdnunaslielva- den Bürgeffchaft, haben Eure DuEaucht dann mit Umsicht und Tatkraft die Ukraine zu einem neu geordneten Staats.sesen au-zu^ bauen begonnen und durch Schasflmg von Recktt und Gesetz die Grnndl a ge für Freihei t und Ordn nng gele <7 t. Der Bürger faim künftig ungestört seinem im.: k*ti und der Bauer in Sicherheit seine Schoi'ke belxr.cen rrnd die Früchte seinen Arbeit genießen. Viel Heito noch zn tun ülwig. aber schon liat die Ukraine unter der tatkräftigen Leitw' r Eurer Durüücmcht einen vierten Weg innerer Festigung -rrrück-elegt und sich damit di« Grundlage fftliftwrr Entwicklung gos it: Daß fu': Nil^ri durch fcte genleinstrmle sckebeir der in der Ukraim' wci enoen deutschst Truppen und Beamten mit den ukraini' ^n Be'.üir^-u zustschen beide» Völkern mehr und meist das !&rfyUtai£ ge.unüütimnv Bertnmens zu entioickckn begimtt, erreich nur zur l^.ncheest Freude. Lassen mich Eure 'Durchlaucht zuversich'lust di Hvftmng Airsdunck geben, daß die Wlitifnxnr uno wittfch. ülichn iVnob:ut«n -wischn Deutsch!mid und dcst Ufmine, die ;» loechsel'iliger Er. gäirzung berufen schnwn. sich ünmer fester und inniger gestalw» mögen. Seine Durchlaucht der Hctnv«! der Ukraine hurrv, tzurvatr Üurrghl Ter ©etmcu aMBwnflcte ttt ickarftriWer Ü&mdjte: »teuere Kaiserliche wib Königliche Majestät! Mit dem Gefühl Refsier Dankbarkeit h:bc ich die gnädigen 2Sorte vernommen, die Euere Majestät an mich zu richten geruht Huben. Tiefe Worte werden rn der ganzen Ukraine tiefen und dankbaren Widerhall finden. An den durch den letzigm Krieg entstandenen furchtbaren Leiden fmd als leuchtende Sterne des zukünftigen Friedens d:e National- aefühle der bisher unftta Völker erwacht. Durch die mächtige Unterstützung des Deutschen Reiches und seiner hohen Verbündeten hat das ukrainische Volk die Plükerveckfiltche-n Grundlagen für seine staatliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit erwarben. Ter Aufbau dieses neuen Staates verlangt von mir und meinen Mitarbeitern die größten Ansttengnugen. 2er allergnädigste Emp- sang, den mir Euere Majestät genährt haben, wird das ganze ukrainische Volk als ein Zeichen des Wohlwollens Euerer Maiestat für die junge Ukraine anschen und .uns Kraft verleihen, zur Durchführung der uns nvck> l-arv«rden schweren Aufgaben. Ich darf mit Euerer Majestät der zuo-erfichttichen Hoffnung Ausdruck verleihen. daß die schon so glücklich eingeleiteten politischen uns wirtschaftlick^en Veziehungrn zwischen dem nräckiltigen 'Deut>chen Reiche und der Ukrame sich immer mehr vert v e f en werden zum Degen beider Völker. Im Namen des dankbaren ukrainischen Volkes erhebe ick, als Hetman -aller Ukrainer mein Glas auf der Wohl Eurer Kaiserlicher und Köirtachen Majestät und auf die glorreiche Zukunft des tapferen und treuen deutschen Volkes. Deine Majestät der Deutsche Kaiser hoch, hock), hoch!" Der Empfang hatte einen überaus freundschaftlichen und herzlichen Charakter. Um drei Uhr verabschiedete sich der Hetmcrn von dem Kaiser und trat die Rückreise nach Berlin an. Der Verkehr mit der Nkraiue. Kiew, 7.Sept. (WTB.) Auf einer Informationsreise durch die Ukrafi« traf hier am 7. September eine Anzahl w ü r t t e m - bergischer Abgeordneter und Gwftiudustr^ller unter Führung der Staatsräte v. Wachendorf und v. Mostnaf ein. „KiewskajaMysl" m l rt. daN aus A'wegung des Hand ls- ministers eine Abordnung von 12 Vertretern großer Handelsfirmen in Kiew nack> Breslau und Leipzig zur Messe, gefachven ist. um sich mit der deutschen Industrie und oem deutschen Markt bekannt zu machen und Einkäufe zu tätigen. In Jeka terinvsl a w finden laut Zrtttmgsmeldungen Bc- ratungen über einen Wasserweg Riga—Cherson Natt. Beschlossen Würbe die Errichtung eines Rates für die Ausarbeitung der mit einem Wasserweg Baltisches Meer—Schwarzes Meer ui Berbilchung stehenden Fragen. Die Einfuhr aus der Ukraine. Berlin, 9. Sept. Seit Beginn des deutsch-ukrainischen Warenaustausches sind bis zum 17. August einschließlich aus der kraine nach Deutschland 2181 Waggons Getreide, 4429 Waggons Lebensmittel und 905 Wäggons mit Rohstoffen ausgeführt worden. * Berlin, 7. Scpt. (WTB. Nichtamtlich.) Staatssekretär von hin he gab heule dem H. et man der Ukraine im Kaiserhos ein Frühstück. ^ Talaat Pascha in Berlin. Berlin, 9. Sept. Der türkische Großweskr Talaat Pascha hielt heute in feiner Wohnung im Hotel Adlon mehrere Befpreckmngen ab. Um IV, Uhr folgte er einer Einladrmg des Staatssekretärs Hintze zum Frühstück im Kaiserhos. Graf Czernin über die „neue Weltordnung". Wien, 9. Sept. Die „N. Fr. Pr." veröffentlicht unter dem Met „Abrüstung und Schiedsgericht" einen längeren Aufsatz des früheren Muristers des Aeußern Grafen Czernin, in dem dieser in der Einleibcng aus die letzte Rede des deutschen Kolonial- staatssekretärs 2r. Solf hiuweist, die beweise, daß auch an den Berliner maßgebenden Stellen der Gcdatcke Raum gewinne, daß dieser Krieg eine neue Wcltordmmg gebären »verde und daß nicht xxl verstärkten Rüstungen, sondern in internationalen Abmachungen die Garantie zur Vermeidung künftiger Kriege zu suchen.sei. Das wirNiche DeutscAmrd — heißt es schließlich — will ebenso »me Nur einen ehrenvollen Frieden. Es will ferne Weltherrschaft, kerne Unterdrückung frenrder Völker. Graf Czernin »oeist sodann -aus seine von ihm in der betauten Mrdapcster Rede enttvickeften Ge- taken einer neuen Weltordnung hin und meint, das; wir^ die Führung übernehmen sollten. Der Graf meint, daß die maßgebenden Stellen des Berliner Kabinetts sich heute össenttich zu diesem Gedanken bekennten und daß vermutlich auch der Minister des Aeußern Graf Burian im Prinzip ihm nicht ablehnend gegenüberstehe, so daß nichts im Wege stehe, daß die Mittelmächte die Grundprinzipien dieser neuen Wellvrduung ausarbeiten und damit vor die WÄt treten. Cadorna. Berlin, 9. Sept. Das italienische militärische Amtsblatt meldet, daß Generalleuttrant Graf Cadorna vom 4. September» an aus Altersrück sichten zur Disposition gestellt ipurde, Äenso.Genevalleuttrartt Mambvetti. Die „Freiheit" in Amerika. Stockholm,?. Sept. (WTB.) „Aitonbladet" vom 29. Aug. schreibt: „Die Regierung der Vereinigten Staaten fand ein einfaches Mittel, ihr M i l l i o n e n h e e r durch Nichtmitbürger zu rekrutieren. Man erließ eine Verordnung, die im Repräsen- tcrntenhause mit 344 gegen 21 Stimmen angenommen wurde, und die dahin lautete, daß alle im Lande wohnenden Personen im Wehrpflichtsalter, die die Befreiung vom Kriegsdienst infolge fremder Mitbürgerschaft fordern, ohne Schonung deportiert werden sollen inch kififftig niemals amerikanische Bürger werden können. Das Kongreßnntglied Kurnett aus Alabama erklärte, daß, da es gegen das geltende Gesetz verstieße, Ausländer auszuheben, der Beschlich der Deportation int meisten derselben dazu veranLassen würde, sich freiwillig zum Kriegsdienst zu melden. Soweit ist es gekommen! Einen stärkeren Zwang auf die individuelle Freiheit hätte Bvbri- kow nicht eriinden können. Ms würdige Ergänz»mg dieses Ztvangs- Kkases^hat ein anderer Ungemhr gleuhAeitig das Licht der Welt erblickt. Dieser bestimmt, daß eine Person, di edas Mitbürgern recht nicht erworben hat, kein Recht hat, mehr als 2 1/4 2llres Boden nt der Stadt oder 160 Acres aus dem Lande zu besitzen. Alles, was sie darüber besitzt, »verstößt gegen die Gesetze und fällt dem Staate anheim. In gewissen Staaten, wie z. B. Minnesota, 'wird ein großer Teil der Bevölkerung von schwedischen Farmern gebildet, die durch emsige Arbeit in den Besitz von Landgebieten ge* kommen sind, die größer als 160 Acres sind. Für diese bleibt rutr übrig, ihren „überflüssigen Boden" dem Staate als rechtmäßiges Eigentum abzutreten, oder um die Mitbürgerschaft nachzusuchen und sich dadurch der Verpflichtung zu unterwerfen, K'riegsdienst zu leisten, sofer»: sie nicht zu alt sind." KriegSgewirrr,steuern in Amerika. Washington. 7. Sept. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet: Der Führer der Mehrheit im Repräsentantenhause, Kit- chen, legte ein Kriegsein komm enste uergesetz über clcht Milliarden Dollar zur Erwägung vor. Kftchen erklärte, die Steuerlasten unter diesem Gesetz irnirbcn nicht härter sein als die Lästert der Männer an der Front. 'Seit die Vereinigten Staaten den Krieg erllärten, seien die Geschäftsgewinne enorm vermehrt. Selbst nach Zahlung aller Steuern, tue durch dieses Gesetz erhöbe»: werden sotten, blieben immer noch anderthalb Milliarden zur Auszahlung von Dividenden. Es köime die Zett kommen, wo hohe Verb rau chösteuern irottoendig werden. Wenn sie kommen sollte, werde das amerikanische Volk gern alle Gewinne und alles nicht zum Leben erforderliche Einkommen ab geben, um den Krieg zu gewinnen. Schließungen der Brauereien in Amerika. Washington,?. Sept. (WTB.) Reuter. Die Lebens- mittelverwaltung hat angeordnet, daß alleBrauercien am 1. Dezember schließen müssen und daß Bier urrd andere Malz getränte vom Markt zu verschwinden haben, sobald die Vorräte aufgebraucht sind. Vom englischen Gewcrtschaftsrongretz. Amsterdam,?. Sept. (WTB. Nichtamtl.) Aus London wird einem hiesigen Blatte gemeldet, daß der Ge w e r ks ch a f t s ko n - g r e ß gestern mit überwältigender Mehrheit den Antrag des Verbundes der Seeleute zur Schaffung einer ausschließlich aus Gewerkschaften bestehenden Partei verworfen hat. Ferner lehnte der Kongreß den Antrag ab. daß sich die Geiverffchalten zu einer pollttscher^ Föderation innerhalb der Arbeiterpartei zusammenschlietzen sollen. Der Antrag, durch staatliche Geldbeiträge ein weiteres Stetten der Fleischpreise zu verhüten, und ein zweiter Antrag, der die Errichtung öffentlicher Speise häusker vorschlägt, wurde angenommen. Eine französische Stimme in der Wüste. Bern. 7. Sept. (WTB.) Der Deputierte, Longuet protestiert im „Pvpulaire" energisch gegen die Knock-out- Aeußerunaen Tafts und Churchills, die das Todesurteil gegen dte Jugend der Welt feiert. Dagegen müsse das internationale Proletariat mit allen Kräften Stellung nehmen. Du englischen GewerksckMftler hätten der krieg verlängernden Politik Havelock Wilsons. Lord Roberts und sonstiger Kriegverlängerer eine klägliche Hftederlage bereitet. Dies gehe auch daraus hervor, welchen Weg die Arbeiterllassen im vergangenen Jahre znrück- gelegt und wie sie sich vom blinden Chauvinisnms und von Äusrottungssophismeu entfernt Hattert. Es sei Pflicht der Arbeiter und Bauern Frankreichs, durch ihre Vertreter im Parlament, und durch Anstrengungen in ihren politischen, und wirtschaftlichen Organisationen nunmehr mit aller Kraft ihren Standpunkt in dieser Frage zunt Ausdruck zu bringen. Planmäßige Verletzung holländischen Gebiets durch englische Flieger. Berlin, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Im! Monat August sind am 7.. 8 ., 11., 16., 16. 21., 22„, 23., 24. uub 25. ittt gaUILn 35 Fälle einwandfrei festgestellt worden, wo englische Flugzeuge über l»olländisck)es Gebiet in der Gegend ftm Sluis. Aärden- burg uich Cadswid flogen. Dabei verletzten die englischen Flieger die hollcmdlsch' Neutralität in 10 beim Auslug und in 25 Fällen beim Rückflug nach erfolgtem' Mrgriff auf die deutsckr-en Stützpunkte in Flcmdern. In den meisten Fällen überflogen einzelne englische Flugzeuge hollänidisck>es Gebiet gegen Mitternacht, doch wurden mdch geschlossene Geschwader beobachtet, die zum Angriff auf Belgien über Lolland vorstießen, und zwrr am 11. August ein englisck^es Gefchnwider von 21 »rnd am 14. August ein solches von 10 Flugzeugen, am 16. August zwei englisclre Geschwader von je 11 Flug- Keugen, am 21. August ein enAisches Geschwader von 9 imd am 22. August ein svlck>es von 8 Flugzeugen, ant 25. August ein englisches Gcsck>wader vh-rt 5 und ein Geschwader von 8 Flugzeugen. Vergeblich suchten holländische Batterien durch ihr Feuer die von den Engländern stets wiederholten Verletzungen des neutralen Luftraumes zu verhindern. In fünf Fälle»! sind Euteuteslugzeuge lvus holländischem Geläet »iiedergegangen. Einnml griffen feindliche Flugzeuge sogar hokländischär Grund und Boden mit Bomben a»t. Es ist offenfichtlich, daß die zaUreick)en regelmäßigen Ver- lctzimgen des holländischen Luftgebcetes über dem am weitesten gegen Bruegge mrd Zeebrügge vorgescholieiteu Zipfel »ncht »nit dem Irrtum einzelner Flugzeugführer erklärlxcr sind, sondern daß die errglische Regierung die holländische Neutralität planmäßig verletzt, um mit {Irren Luftstreitkräften möglichst ungehindert cm die t-eMsäien U-Bootsstützpuukte heranzukomnterr. Das neue holländische Kabinett. Amsterdam, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Laager ^Kortespondent des „Algenvoe-r .tzaudelsblad" meldet: .Das Zustandekommen des neuen Kabinetts ist gefiltert. Die Zusammen setzw.tff »oicd.vermutlich Montag abend im ,/Staatscourant" mitgetcilt werden. Es wird folgenden»:aßeu zusammengesetzt sein: Inneres und Vorsitz Rnps de Beerenbr-ouck, Aeußeres van Karnebeck, Justin .H-cemskerk. Krieg iu.nd Marine Atting van Geusau^ Finanzen de V^ie^, Ackerbau und Ktistairgelegenheiten. van VslÄstepn, Arbeiten und soziale Gese^-ebung Aalberse, Wasserbauten Bingaetts oder König, Uirterrichl, Künste und Wissenschaften de Bisser, Mlvnien Idenburg. „Ti;d" zufolge ist das Programm des Kabinetts bereits fit seinen Einzelheitert (festgesetzt und ist auch von d^i recken Parteien in ctnei* Zusammmcknnst emsjinrmig getgehcißen worden. U. a. stellt sich die »teue Regierung die Ausgabe, Ersparnisse in den Krieg^ansgabe»t zu et^ielen, die Mobilisierung einzn- schränken »md die Berteilung vort Lebensmitteln pnd Gebrauchsartikeln zu vereinsachnr, ferner beabsichtigt sie, die Wohnungsnot zu lindern und die damit Mrsanttmluhfirgenden Gesetze zu revidieren, sowie gewisse Reformen aus dem Gebiete des Steuerwesens u»td der Kolionialverwaltimg. sowie «ine Berefirsachunig der parlameittari- sck-en Geschüstsordnung durck-zuftihvvr. Aus Luxemburg. Luxemburg, 6 . Sept. (WTB.) Nachdem! die Depu tier- tenkamwer der Regiermrg chit 26 gegen 24' Sttmmer ihr Vertrauen versagt hatte, ist das Kabinett Kanffmanw zurückgetreten. Aus China. Peking, 5. Sept. (WTB.) Havas^Meldung. ^aimahc Chang wurde mit großer jMehrheit zum Präsidenten der chini- fischen R e p »i b l i k gcwäh> t. Tie Wahl des Ptzepräftdentenl ist aus ein späteres Datum vertagt worden. Der frühere Botschafter Buchanarr über die Zukunft Ruhiands. London, 7. Sept. (WTB.) ReUtcr-Meldung. Der frühere Botschafter in Petersbtrrg, Lord C)eorge B u chanan, erllärte au einem Diner des enalisä>-russischen Klubs: „Ich habe das Vertta»ten, daß Rußland in nicht zu ferner Zu- kunft seinen vechttnaßigen Platz unter den Nationen einnchmen wird. Rußlattd erlebt fetzt die Phase einer Krisis, von der seine ganze Zukunft abhängen wird. Nachdem die Bolschewik! den Gruttdsatz „keine Annexionen, keine Eittschädigungen" zu ihrer Parole genracht haben, haben sie ihre Grenz Provinzen Deutschland ausgeliefert und es übernommen, etwa 300 Millionen Pfuno Entschädigung zu zahlen. Sie wissen, daß sich das Ende nähert, und spielen ihre letzte»: Karten aus und feiern Orgien in Blltt und Zer- störrmg. Wir dürfen das rrffsische Volk nicht für Verbreck-en verantwortlich macken, »velche von sefiter überwiegerwen Mehrheit ver dämmt werden. Wir dürfetr die Unschuldigen nicht mit den Schuldigen vernxchseln. Rußland ruft fir sefitem letzten Kampfe laut um Hilft. Wir müssen aus diesen Ruf hören. Ohne fremdett Beistatrd kann es aus dem Chaos nickst hermiskoinmen. Diese Hilfe muß von den Alliierten komme»:; sie darf nicht von Deutschland kommen. Dentschlarch fürchtet, daß die englische!: Dominions, aus denen es früher viele Rohstoffe für seine J»idustricn l>ezvF, nach dem Kriege vor ihm verschlossen werden. Es ist daher vo»: größter Bedeutung für Dentsckstand, sie von Rußland beziehen zu können. Es ist sein Ziel, Rußland ztt seitrem wirtschaftlichen Vasallen ui machen. Deutschlands Ziel ist ein Friede auf russische Kosten. Es null für Konzessionen im Westen Konzessionen erhalten, die es zum Herren iw Osten machen würden. Für die Alliierten »oäre ein solcher Friede beinahe Selbstmord. Er »oürde alle Bemühunaen. der Welt den dauernden Frieden zu geben, vereitel»». Wir müssen Rußland bei seinem wirtschafttichen Wiederarlfbau helfen. Wir müssen uns darauf einrickste»:, wenn die Zeit kommt, ihm mit sachverständigem Rat rmd mit Kapital zu Helsen, um seine dartnederliegenden Industrien ivieder hoch zu brtnge»: »rnd seinen Atlsftlhrha»idel loieder z»t beleben, ohne den seine mtmertete Valuta niemals den frühern Wert wieder errcickM kann. Aber wir können »licht hoffe»:, das zu ttm. n-enn nicht die Russen entschlossen sind, sich selbst zu Helsen, indem sie dein mörderischen Kampift ejijn! i.Gnde machen und ihre Kräfte verefitigen, um ihr leidendes Äcmd einer neuen llnab- hängigkeil utld Wohlfahrt entgegenzusühre»!. Tie Alliierten müfien dafür sorgen, die Grundlage für die Wiederherstellu»rg Rußlands als ein Gmrzes, in allen seinen*Klassen, Parteien und Natw- ncckiiäten zu schaffen. Es ist nicht Misere Sache, »velche Regie- rnngsform es sich schaffe»: wird. Das Schicksal Rußlands ltegr in der Hand deS russischen Volkes. Die englische Regierung erklärte bereits, daß ihr Anerbieten sowohl des militärischen wre des wirtsck>asllick>en Beistandes, um dem russischen Volke zu helfen, sich von der dcufi'chen Herrschaft zu befreien. keineÄoegs, bedeutet, daß sie sich in die inneren russischen Angcklegenheite»: einmischeu Das Wolss-Bureau bemerkt zu diesem Ergüsse des EnglatrderS: Die Hilft, die England dem russische»: Volle zütteil werben läßt, besteht darin, daß mit englischem GÄde und durch englische Beamte der Bürgerkrieg in Rußland genährt und Staatsumwälzungen lstrvorgebrackst werdar sollen. England ergreift jeden Vorwand. Um Rußland nicht zur Ruhe kommen zu lassen und es aufs neue in ein Blutvergießen zu stürzen, lieber die Vertrage, die Deutschland schloß, zu Urteile»:, ist Sache des russische»: Volkes und nickst Sache Englands. Tie bisher aus Rußland eingegangeiren Urteile lauten günstig. Buchanan arbeitete während seines Lluftitthaltes in Petersburg an der Knechtung Rußlands durch die Alliierten im Aufträge ' seiner Regierung. Für die Darlehen, die England an Rußland gab, um die Weitere Kriegführrmg Rußlands und dessen Weißbluten für die englische»: Zwecke zu ermöglichen, mu&tc russische 0 Gold in großen Mengen nach London übergeführt werden. BuchanMi hätte also Gelegenheit, vor der eigenen Tür zu fegen, statt andere an, zullagen. M * Die Maßregeln der Bolschewisten. Wien, 6 . Sept. (WTB.) Dem Wiener K. K. Trtegratchen- Korrespondetrzbi:reau »mrd aus Moskau gemÄdtt: Infolge eines Erlasses von gestern über die Verchr'tung samllickier^ Sozialrevolutionäre der Rechten und der Festnahme von Geiseln aus den bürgerlick>en Parteien, sowie ehemaliger Offiziere, die im Falle neuerlicher Mordanschläge oder Verschwörungen der Weißgardisten erschossen werden solllm, begmcnien in Moskau viele Verhaftungen, meistens von Soz: al rev 0 l u t:v n ä ren, aber auch mehrere höhere Geistliche »tturden verhaftet, da der Patriarch in die englische Verschwörung verwickelt ist. In Peters/ bürg finden zahlreiche Hinrichtungen statt. „Prawda" stellt den außerordentlichen Ernst der Lage fest; die Empörung gegen die Entente sei sehr groß. Dis Japaner in Sibirien. Wladiwostok, 7. Sept. (WTB.) Reuter. Die Japaner haben Chabarowsk besetzt. Der Leekrieg. Neue U-Voot-Erfolge. Berlin, 8 . Sept. (WTB. Amtlich.) Im englisckien Sperrgebiet wurden von unseren U-Booten 11000 Brutto- Reg.-Tonnen versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ein amerikanischer Transporter torpebiert. Washington, 7. Sept. (WTB.) Amtlich. Ter Transportdampfer „M 0 ln n t be r 0 n", früher „Kronprinzessin! Cecilie", ist am Donnerstag ans der Rückfahrt nach Amerika, 300 Meilen von der französischen Küste, torpediert worden. TaS Schiss konnte den Hasen erreichet:, Menschenleben gingen »ncht verloren. Unsere U-BooL-Berluste. Berlin, 8 . Sept. (WTB.) Tie britische Admiralität gibt betaut, daß sie zur Führung des Wahrheitsbetoeises für die Behausung des englischen Premierministers, baß 150 U-Boote von ihne»: vernichtet worden seien, 150 Namen von gefallenen^ gefangenen und internierten Kommandanten deutscher U-Bvot« veröffentlicht. Zunächst sei festgestellt, daß in der Liste keine Offiziere genannt find, über derei: Schicksal die Angehörigen nicht bereits Nachricht erhchten haben. Die Berösferttlickfung, bte eine Reihe alsch er Angaben, besoirders hinsichtlich der Dienststellinig der ansgefichrten Offiziere enthält :md schon dadurch Rückschlüsse auf die Zahl der verlorenen U-Boote ausschließt, ist natürlich dazu bestimmt, bei unS eine»: niederschmetternden Eindruck zu machen und uns zu verleiten, durch eine amtliche Berichtigung wertvolles militärisches Nachrichtenmaterial zu geben. Das deutsche Volk weiß genau, in wie schwerem .Kämpft unsere tapferen U-Boots-Besatznn- gert seit mehr als vier Kriegsjahren stehen und daß fi: zimehmen- dcm Maße von ihnen Opfer habe»: gebracht werden müssen. Haben sich doch die Gegner, besonders England, nicht gescheut, zur Bekämpfting der durch die U-Boote drohenden Gefahr neben rechtmäßigen Mitteln auch zu Maßnahmen zu greisen, deren Niedertracht eine»: Scha»idslcck mehr ,ruf Englaichs Schild darftelle»:. Man wird unseren Verlust an U-Boote»: bedauern, jedoch iß er für jeden Fachmann durch die wachsende Zunahme der Gegen maßregeln mrd die größere Zahl der am Feinde befindliche»! U-Boote durch aus erllärlich. Zu ernsten Bedenken türmten unsere Verluste raa dann Veranlassung geben, wenn der Zuwachs an Booten die Zahl der vernichteten nicht überträfe. Daß wir aber mehr Boote bauen als verlieren, ist von amtlicher Stelle wiederholt unzweideutig festgestellt worden. Jede neu an den Feind kommende U-Boot-Besatzm:g wird den Gegnern zeigen, daß ihr Wille, das Ziel zu erreichen, ungebrochen ist. Sie werden durch ihren Mut und Unerschrockenheit das Andenken all derer ehren, die ihr Lebeft gelassen haben für die Verteidigung unseres, Vaterlandes. Den Engländern aber mag es beim Lesen der Liste kalt Überlaufenwenn er an die Blutopfer denkt, die ihm ein Großkampftag an dev Landftont kostet und we»:n er sich vor Augen hält, »vas dies« U-Boot-Offiziere und ihre braven Besatzrmgen an Opfem, Drmrg- sal »md Not über E»:gland gebracht haben. Aus dem Ueiche. Die KriegStemrungszulagk für Mlitärs. Berlin, 7. Scpt. Das Armeeverordnungsblatt oer- öfftntlÄft (Bestimmungen über die Gewährung einer einmaligen taußerortattlich-en Kriegsteuerungszulage an Offiziere, Beamte und Unteroffiziere. Die Zulage wird teils von amtswegen teils auf Antrag gewährt und besteht aus dem Grundzuschuß md) dem Kinderzuschuh. Der Grundzuschuß beträgt *a) für Offiziere und Beamte die Summe aus 1. einen: feststehenden Grundbetrage von 200 Mark für innnobilc, IM Mark für mobile uird 2. dein Monatsbetrage des Friedensgehalts, jedoch 1. für immobile Offiziere und Bea»»:re nrindestens 450 Mark, lM-stens 950 Mark, 2. für mobile Offiziere und Beamte mindestens 400 Mark, höchstens 900 Mark, :b) für Unteroffiziere 400 Mark. Der Kinderzuschuß betrügt >für jedes zu berücksichtigende Ki»ü) a) für Offiziere und Beamte 10 v. H. der Summe aus einem Grundbetrage von?50 Mark und dem Monatsbetragc des Friedensgehaltes, stnindestens jedoch IM Mark von 500 Mark, höchstens vo»: 1000 Mark; b) für Unteroffiziere 50 Mark. Kinderlos Verheiratete erhalten nur den Grundzuschuß, Unverheiratete» soweit sie überhaupt in Frage kommen, 70 v. tz. des Grundzuschusses. ^ , , Eine Verordnung über Kolonialwnren. Mit den: Erlaß einer Verordnung über Kolonialwaren durch de»: Bundesvat ist die Regelung emes »»»eiteren Gebietes für die Uebergangswirts chaft gesetzlich vorbereitet, »mchdem durch frühere Berordmmg vom 23. Juni 1916 die vrganisatorisckien Maß»:ahmen für Textil»nirtschaft in der Uebergang^eit sicktergestcllt iimrbeit. Die Verordnung, deren Inhalt feinerjeit ausführlich im sechste»: LbMchuß des Reichstages (für Handel »md Geroerbe) beraten worden ist, sieht die Grüirdung von Wirtsck-aftsstellen filr den Verkehr mit Kaffee, Tee, Roisund Kakao vor, da »nit Rücksicht auf den zur VerfüMng stehenden Schiffsraum und auf die Nr. 2U ZWeites Blatt Vietzener Anzeiger (Gen eral-Anzeiger für Göerheflen) Momag, 9. September (9$ 3fu 3 Stadt und Land. Gießen, den 9. September 1918. ** Amtliche Personal Nachrichten. Der Großherzog chnpfing zum Vortrags den Staatsminister Dr. u. Ewald, derr Kabinettssekvetär Dr. v. Eiff; außerdenr den Generalmajor v. d. A. v. Herff, den Oberst v- Petery, den Major Lmrgershcrusen, den Rittmeister v. Moßner rmd den Türk. Sanitätsmajor Stutzin. Aus dem Mil it ä r w o chen bl a t t. Befördert: Hill, Aizefeldwebel (I Breslair), iu< beim L. Ers.-Bat. des Jnf.-Rgts. Nr. 88, den Charaktar als erhalten: zum Lt. d. N. d. Inf.: Aizefeldw. Mayer, Llugust Mainz.): zum Lt. d. Ldw.-Jns. 1. Aufgeb : Mzefeldw. Hangen. (I Darmstadt): zu L!s. d. Res. derFrlßart.: die Mzeseldw. Weinert (Mainz,, Karos; (II Frankfurt a .M.), früher im Ers.-Bat. Fußart.-Rgts. 3: zum überzähligen Zenghaupü- mann: Zeugoberlt. Rödling beim Art.-Dep. in Mainz; zum Zeug- Oberlt. d. Ldw. 2.Ausgeb.: der Zeugfeldw. Böhnhardt (Mainz) beim Art.-Dep. in Mainz; zum Feu.erw.Mberlt.: Feuerio.-Lt. Hamurel, im Frieden: Art.-Dep. in Darmstadt. ** Provinzialdirektor Geheim erat Dr. Usingen ist auf 14 Tage beurlaubt. ** Auszeichnung. Das Ritterkreuz des Köuigl. Haus- ordenZ von Hohenzollern mit Schwertern wurde dem Leutnant b. R. O ber-Pv stassi stent Rodrian aus Gießen verliehen. ** Der Unabhängige Ausschuß für einen deutschen Frieden hat in seiner gestrigen Versammlung nach An- bören eines Vortrages des Generalsekretärs des deutschen Ost- marken-Veroins, Herrn Vosberg, über polnische und litauische Probleme „der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß weder die An- gliedernng des Königreichs Polen an Oesterreich -Ungarn in irgendeiner Form noch die Kandidatur eines habsburgischen Erzherzogs als König von Polen mit den deutschen Lebensnotwendigkeiten( vereinbart werden kaum Das .Wnigreich Polen unter einem einheimischen polnischen Regenten ist an das Deutsche Reich durch Abschluß militärischer imd wirtschaftlicher Konventionen anzuschließent uirter gleichzeitiger Herstellrmg der jetzt fehlenden strategisches Grenze im Osten. Die Lösung des litauischen Problems kann im Jntevesse des Dnttschen Reiches nur durch Personalunion des ethno- graphischen Litauens mit dem Deutschen Reiche oder Preußen er-« reicht werden Die Versammlung erwartet, daß die Früchte der herrlichen Siege Hindenburgs im Osten nicht-durch die politische Gestaltung der Tinge an der Ostgrenze zu einer schweren Gefahr für Deutschlands Zukunft werden." ** Für die Kriegsbeschädigten-Fürsorge bestehen eine Anzahl Stiftungen, aus denen nun vom Großherzog llnterstützungen gewährt werden sollen, und zwar an würdige und bedürftige Kriegsteilnehmer aus dem Unter offizierstande ,welche den Feldzug ganz oder teilweise bei der 25. Reserve-Division oder beim Landwehr-Jnsanterie-Ro- ginwnt Nr. 118 mitgemacht haben, und an Hinterbliebene von Personen der unter 1 und 2 genannten Art. Anmel- dnngen nimmt die Kriegsbeschädigttzn-Fürsorge, Kirchstr. 16, Gewerbehaus, bis zum 15. September entgegen. . Landkreis Gießen. -s--. Bersrod, 9. Sept. Den Tod im Kampfe fand Musketier' Hernr Bellas: vermißt ist Musketier ^Wllb. Scheld. Fußartillerist Hernr. Schneider, Sohn des Wilh. Schneider II., erhielt die Hessische: Tapferkertsmedaille. ** 5)atteurod, 9. Seipt. Fahrer älvnrad Eise ns aller Inhaber des Gsernen Kveuzes 12. Klasse, wurde Mm Gefreiten befördert. ** Staufenberg. 9. Sept. Bcrgcnlgencnr Freitag schlug der Mitz in die Scheuer des Landwirts Hrch. Heibertshausen und äscherte dieselbe vollständig ein. Durch das rasche Eingreifen der hiesigen Fenerw?lw wurde das Feuer wü seinen .Herd beschränkt ^ Ntph'e, 9. Sept. Der Unteroffizier Otto Freitag ist auf dem westlicher Kriegsschmtplatz gefallen. — Musketier Karl Freitag ist vermißt. lIedenfalts ist er in englische Gefangenschaft gevaten. Kreis Büdingen. A B n dingen, 7. Sept. Gelegentlich des 50jährigen Jnbi läimrs des Mathildenhaspitals am vorigen Sonntag erhielt Dekan imd Hofpvediger Schäfer das Rtttettreuz 1. Klasse des Verdienstordens Phillipps des Großmütigen. , A Ortender g, 7. Sept. Seit den Westen werden Rudolf Heu tzenr öder vermißt. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 8. Sept. Seit einigen Tagen treibt ein Einschleichedieb hier sein Unwesen, durch den verschiedene Villen, in denen er für mehr als 1000 Mk. Schmuck stahl, schwer geschädigt wurden. Beachtenswert ist, daß der Dieb am Hellen Tage, und zwar immer in den Nachmittrgsstunden, „arbeitet". — Die Som.ner- spielzeit des hiesigen .Kurtheaters schließt am 23. ds. Mts. Während der Wintermonate finden im Kurhaus außer den täglichen Konzerten der Kurkapelle wöchentlich zwei Sonderveranstaltungen — Theater, Vorträge, Bunte Abende usw. — statt. Starkenburg und Nheinhessen. I. Dar mstad t, 8. Sept. Zum Direktor der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart wurde Bildhauer Prvf. Habich ernannt. — Zum Direktor des hiesigen Landesgewerbe- nrusemns wurde Tr. Georg Haupt vom Kaiser-Friedrich-Museum in Posen berufen. ^ § Oberroden, 8. Sept. Am Mittwoch! wollte der sieberv- ickhrige Sohn des Lokvinottvfühpers MIerz einen .schrankenlosen. Bahnübergang überschlveiten, äls plötzlich ein Zug daherb rauste. Das .Kind wurde ziu Boven ge!sporf$£. Snnon und den Epozat-Kanal. Erkundungsgefechte zwischen Oise und Ailette. Zwischen Ailette und Aisne brach der Fcirw nach niehrfach vergeblichen Teilangriffen gegen AdeuD zu geschlossenem Angriff vor. Er wurde auf der ganzen Front, teilweise im NaMampf und durch Gegenstoß blutig abgerviesen. Zwischen Aisne und Veste scheiterten Teilangriffe, in der Champagne Teilvorstöße des Gegners. -i- Aus einen! engliMn Geschwader, das Mm Angriff auf Mamcheim vorstietz, wurden fiinf Flug;euge abgefchossen Im August wurden an den dcutschci, Fronten 565 feind luhe Flugzeuge, davon 62 durch! unsere Flug-Abwchr-Ge- Auhc und 53 Fesselballone abqeschossen. Hiervon sind 251 'flugzeugc in unserem Besitz, der Rest ist jenseits der feind- lrchen Lintm erkennbar abgestürzt. Wir staben in Kctmpfeil 143 Flugzeuge und 86 Fesselballone verloren. Der Erste Gcneralguartiermeistcr Ludendorff. * * * Die ukrainisch-russischen Friedrnsverhandlungen. . Kiew 8 Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Mivisttrprästtenr Ly,og>ub Mb den Vertretern der dentscki 2 n .Presse als Zweck seiner Berliner Reile an, er wolle TenEchland u.m die Vermittlung zicr Bttlchlemng'ung der ukrainifä^russischen Friedensverhandürn- g>en mtten. ^eittickK-arrd hätte )ich dazu bereit erklärt Wolffbnreau erfährt von zuständiger Stelle, daß auf Ettcher L«te derselbe Wunsch, besteht, die Friedensverhandlungen möglicl^st bald zu Ende zu führen. Mosevelts Friedcnsvedingungen. o - £■ Sept. Theodor Rovsevett hielt bei der D-afat-etty-iZEr eine Rede in Neiwork, in der er ausenurndäcketztt> wre er sich« die Friedensbedängiungen der Miierten denke. Die deutschen Kolonien dürften nicht zurückq>egeben werden. ^eutichland muß für alle Berwüstung-en Dcha- venerla tz lei sten. Serbien'und Rumänien müssen zu- ruckerhalten, was.Bulgarien ihnen abgeuommen haü ® bw Türkei wüfs-en zerstückelt und alle unterdrürLen Volker- befreit werden. Die Türkei muß aus Su^ rvpa verschwinden. Frankreich muß Elsaß-Lolh^ rrngen zurückerchalten. Belgien muß wiederher. gestellt und enchchädigt werden. Die italienischen Teile Oester- reuttllngarns müssen an Italien, die rumänischen Telle Ungarns m .Ein unabhängiges Polen muß Oester- veichrschi- D>eutsch- und Ruffifch-Polen runstrsse-n. Litauen und Liv- land prüfteri Olaraittien für ihre Freil-eit erhalten. Keür Teü des früheren Rußlmrds dan unter deutschem Jvch bleiben. Der nördliche Tnl Schleswigs muß an Dänemark fallchr. England und Japan behalten .die eroberten deutschen Kolo- nren. Armenien muß befreit, Palästina ein jEcher Staat und dre lyrische Küste befreit werden. Von der Reise des Königs von Bayern. Budapest, 8. Sept. (WTB. Nichtamtlich) König Ludwig von Bayern wurde m Buzias in: Namen des Komllates Krssosi- zoereny vom Obergs pan an der Spitze einer Deputation emp. fangen und begrüßt. Der König erwiderte gnf die Begrüßungsl- an spräche, in lehr herzlich-.' ortcn und lud die Deputation zum Liuer mn Die 'Bervehnersclfaft der Ortick-aften an der Donau cm** 1^9 das DampfMf^ deä Königs mll großen Ooattonen. In der feierlich beflaggten Ltadt Orsova wurde der König von einer großen Menschenmenge erivartet und begrüßt. Tie Gemahlin des Obergeipairs überreichte einen präckftigen Blumenstrauß. Bon Orsova setzte König Ludwig seine Reise nach Bulgarien fort. n*ociil@ide^cie 4” bedürfen kein sie sännerzendes Bruäiband mehr, wenn sie mein in Gröne verschwindend kleines, nach Man'und ohne Feder Taa und Jtactu traabareö. ans seinen Drnck. iure anch jeder Lage nnd Größe ^ des Bruchleidens selbst verstellbares tragen, das für,Erwachsene nnd Kinder, wie auch jeden Leiden enrsvrechend heritellbar iit. — Mein Soez.-Vertreter ist am Mitt« woch den I I September, mittags von 2 '/-6'/° in Gießen. Babnbos Hotel Lenz »nd Donnerstag den 12 . Sept., morgens Sf.™ *n "^'kdberg, Hotel Trapp, mit Muster vorerwähnter Bänder, senile mtt ft. Gnrnrni- u.Federbändern, neuesten Systems, n ? ^lslagen amvesend. Muster in Gummi-, .Hängeleib-, Leib- und Mnttervorsail-Blttden, wie auch Geradebalter und Kramvi- aderttrumvfe stehen zur Verfügung. ?r'eben iachgemäfter versickere auch gleichzeitig streng diskrete Bedienung. Ph. Steuer Sohn itianrilasist o. Orthopädht, Konstanz ia Baden, Wessen' _ 15. Telephon 515. 6759 * Deuts che SPrak — swere Sp ra k? Wir Lesen im „Mainzer Tageblatt"^ Fiolgenden netten Schneibebrief erhiett Bürgmweisrer ckinrrich aus Planig: „Her Geerter Brikerweister Sein Sih Sa Gut und Sischiken Sih Min Mein Tubter Jlwen (Geburtsscheiu Vvornam Lisabeta Winterstein Geb. 1876, den 1. März, Meirr Gnkhcu Hat den Geb^slchen zeriß Hir Shiken ick im dü' Srüker Vom dem stzeb.rrschein Slftken Sil,' Wirft Nah Winterst- tors An der Sauer Kris Ttter Pastlager Beeisen Jh Mach ist Mifnterksami Jtorg Winderftein ist der Vater Maria .Herter ist die Mütter Von dein Kint Keinner iLm'lsshikl'u Absender Fran Winter- steftr Hir schiken ih in Düh freiinueken * Der Lehrstoff unserer Sextaner läßt an prat- tts ck-en LebenÄveisheiten nicht5 zg wünschen übrig. So kam die'er Lage mein neunjähriger Filius mit Mensings .deutschem Hll s- buch heim, schlug dessen erste Seite und gleichzeitig di? eigenen Airgen '.ragend aus und ivtt's aus d?,r ersten Absatz „Zur Jo meu-- lehre". ür las ich oenn: Die Feindt' siegen! (So etwas kommt vor.) Znich Männer standen auf dein Berg usw Dann aber: Ein guter Hahn wird selten fett. Hier batten nun die Wißbegierigen mit eineuk Warum dahintergehakt. Was sollte ich antworten? Ich reickste dem Jungen, ohne aufzublicken, 'das Uebungsbuch zwrück: Der Krieg, inein Juuse. der Krieg, der Kries! Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Kontrolle der Erfüllung der Lieferuirgsverttäge; hier- im Kreise Gießen. Wir bringen hiermit zur öfftutlich«m Kenntnis, daß alle Beförderungspapiere, ivelche zum Versand von Gemüse aus dem Kreise Gießen znm Zweck der Ersilllnng von Lieferungsverttägen über Herbstgemüse erforderlich sind, bei unserem BezierkskonuniP. .sionär, den Vereinigten Getreidehändlern G. m. b. H. in Gießen, zu erhalten sind. Der g.urminte Bezirkskominissionär ist von uns auch mit der Kontrolle der richtigen Verladung des zur Erfüllung von Lieferrmgsvecträgeu zu versagenden Gemüses bettaut ivorden. Mainz, den 5. September 1918. Hessisch? Londes-t^emüsestelle. Berwattungsabtellung. Der Vorsitzende: I. V.: Dr. Hey er. Betr.: Wie obeir. Die Hessischk Landes-Gemüskstesle. an die Grosch. Bürarrmeisttreien der Lan-daemeintzen Gießen. Wir empfehlen Ihnen, die vorsteheirde Bekanntmackung in Ihren Olomcinden ortsüblich bekanntznmachen und die I„ tei-es,'en. ten aich sonst in geeigneter Weise aus deren Inhalt buttuua'iseü. M a i n z, den 5. September.1918. Ter Vorsitzende: I. V.: Dr. Hetzer. VerwaltungsabteilunA^ des Kreises IßCC'J zu bewohnen durch Qartcncrtrag und eigene Kleintierzucht, wofür wir dem Ausland früher 5tK> Tllliionin Stark jährlhch zahlten. Dl© Kleinfurra. Gründung und Einricht. rentnbl©i Wirtichaftshcimstätten. Von W. Horst, Preis Mk. 2.75 frei Heimstätten ».Familien. 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Dirigent: fierr Bruno fjerrmann Soliftin: Frau fina Baak, fjofopernfängerin aus Berlin, Sopran firrj Flügel: Herr fjans Göbel Uortrags=Folge: Schubert: Simfonie ff-moll, fifzt: Fes Prölubes, IDagner: Meistersinger Vorspiel, weder: Ocean-Brie aus Oberon mit Orchester-Begleitung, Fieber von Schubert, Strauß und Wolf Lehm öeneralmsjor Buffe TTIajor und Kommanbeur 1. 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Schrift vollkommen beherrschen, als 0 ©lmetsch©r (Briefleser) für das hiesige Kriegsgesangenenlager gesucht. Meldungen mit Lebenslauf an Postprüfungs- stelle des Kriegsgefangenenlagers erbeten. 6762D " Einige jüngere ¥erkän£ermnext BekanntmachunK Betr. Strastenbenennung. ^ Aus Beschluh der Stadtv.-Verslg. vom 31. August 1918 gebe ich bekannt, dast die erste Querstraste -wischen der Liebig- und Wilhelmstraste südlich der Ebelstraste als Fherlugstraste benannt worden ist. Giesten, den 4. September 1918. 67398 Ter Oberbürget mcister. I. V.: Kreuzten, Beigeordneter. BetaurrLmachrmg. ^ Für die beim Stadt. Wohnungsnachweis zur Anmeldung gelangenden vermietbaren Wohnungen und Geschäftsräume wird von hetzte an ein Einschreibgebühr nicht mehr erhoben. 6740B Gießen, den 6. September 1918. Ter Oberbürgermeister. I. V.: Kreuzten, Beigeordneter. Holzpersteigerrmg. Versteigert werden: Freitag, 13. l. M., aus den Domanialmalddtstrtkien Stemvelschlag. Tannacker. FuckSbau, Tiefental und Wüstung (Franzerrwald) der Forstwartei Grosten-Linden: Scheiter Rm.: 5 Kiefer, 6 Fichte; Knüppel Rm.: 11 Eiche. 15 Kiefer, 4,7 Fichte: Reisig Rm.: 180 Eiche, 141 Kiefer, 449 Fichte: Stöcke Rm.: 24 Eiche, 31,7 Kiefer, 80 Fichte. Beginn der Versteigerung vormittags 9 Ubr im Distr. Tannacker auf der Torsschneise. Zerstreut sitzendes Holz wird nicht vorgezeigt. Weitere Auskunft durch Grohh. Forstwart Menges, Forstbaus Baumgarten. Gtesten, 6. September 1918. Grohh. Oberfärsterei Schtffenberg. Trautwein. 6741 Gefl. Angebote unter T. tt. 3307 an HaasensteinLBogler.A. G.. Frankfurt/M. _ » '"hv Darcistädter ^ädagfogfisisa (H. Ella«) Privatschule mit den Klassen »Sexta bis Oberprima. Vorbereitung zur Ela{ükrigaa- t Frimaaor-, FfiStarloha- nu& Bol!e?rl2aB'A (auch für Damen). Yorzüglic i geleitetes Internat. Lsti Krlegsibsalaa bestanden 187 Schüler ihre Prüfungen, darunter wiederholt ehernallge Volksschüler die Einjähr.-Prüfung nach fünfmonatiger Vorbereitung, gltzengebliebene Obertertianer nach vier Monaten. er<7 hV Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Gebrüder Zütch, Gießen, eingetragen: Die Firma ist am 1. September 1918 in Liquidation getreten. Liquidator ist Kaufmann Hermann Kreutel in Gießen. Gießen, den 4. September 1918. GrofcherzoglicheS Amtsgericht. Selbständiger Vorarbeiter (Tischler) und Schreiner- gebilsen auf sof. ob. soät. ges. Hoflvöbelsabrik TTh. Brück, Gießen. 6663 Wärter und Dienstmädchen gesucht Meöiziüislhe sofort oder später gesucht. 04926 Sei tera weg 2. besseres das selbständig kochen kann und alle Hausarbeit übernimmt. Familienanschluß. Eintritt alsbald. Angebote mit Bild und Lohnforderung unter 6718 den Gießener Anzeiger erbeten._ an 6690B Ä r iassMi:. Stragen u. für leichte Hausarbeit gesucht 6482 Seltersiveg 23, Laden. 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Die dem Reichskanzler zu diesen Zwecke zugetviescnen Befugnisse werden zur Ausübung Selbftver- waltungSkürpern der beteiligten Kreise übertragen werden, lutb zwar für Kaffee und Reis einem -von den Interessenten zu gründenden Verein des bürgerlichen Rechts, bzw. einer G .in. b. £>., bei Tee und Kakao vom Reichskanzler einMrichtenden Wirtschasts- stellen, deren Mitglieder von den Interessenten gewählt werden. Sämtliche Stellerr sollen ihren Sitz in Hamburg, als dem H-aupteinsuhrplatz für Kolonialwarnt, haben: das Aufsichtsrecht des Reiches wird konrmissarisch ausgeübt werden. Diesen Wird- schastsstellen soll zuirächst nur dre Befugiris zur Regelung der Einfuhr, Durchfuhr und Ausfuhr sowie zur Vornahme von Erhebungen. der Kakaowirtschastsstelle ferner die Befugnis zur Regelung der Herstellung von Kakao übertragen werden. Es ist aber beabsichtigt, später im Bedarfsfälle auch die weiteren in der Verordnung vorgesehenen Befugnisse durch die Wirts ri-af tsstellen aus üben zu lassen; in diesem Falle wird Vorsorge getroffen werden, daß in den mit der Verteilung und PreiSbemcsfung Beauftragten Stellen auch die Interessen der Berfnxuicfyrr die gebührende Berückstchtigimg und Vertretung finden. Abänderung der Verordnung über Bier und bieräHntich-e Getränke. Berlin, 8. -Sept. Ter Staatssekretär des Kriegsernah- run gsamtes .hat gemäß den cingctretenen Steigerungen der Unkosten der Brauereien die Erhöhung des Hersteller- Höchstpreise für Bier ans 29 Mk. ungeordnet und bann mit Wirkung .vom 1. Oktober 1918 an bestimmt, daß der Stammwürze- des zur Herstellung gelaicgenden Bieres nmrdeftens 2 wtd niäit mehr als 3,5 dom Hundert zu betragen hat. Eine Fehleo- grenze ist nicht zugelassen. Tie Regelung hat zur Voraus sebrrng, daß die Gmteablieferung die gleiche bleibt wie im Wirtschaftsjahr 1917/18. Außerdem ist bestunmt worden, daß die steuerliche Aiehrbelaitung des Bieres, bite ab 1. Oktober 1918 durch das neue Biersteuergesetz eüt tritt, und der bierächnlichen Getränke, die durch das Gesetz betreffend die Bestienericng von Näorerolwässerir nach künstlich bereiteten Getrcftckwr ab 1. September 1913 eingetretnr ist in'Höhe von 5,50 Mark bei Bier und in Höhe von 10 Mark bei bierähnliäimr Getränken dem .HochWreise zugeschlagen werden darf. Das üleiche ist für die Nachjstener, soweit solche zu entrichten' ist, vorgesehen. Für den Bierhandel ist eine neue Bestimmung dahingehend getroffen worL-en, daß dieser, soweit flrr ihn nacht überhaupt der Hcrstell-c/höchrstpreis gilt, mit Wirkun-g vom 1. Oktober 1918 an dem HöchAweise neben den baren Auslagen für die Versendung ab Verlabesveile des Herstellimgsortes und Rücksendung dar lseren Fässer bis zu dieser nur Viehrerträge Zuschlägen darf, ioelchie, einschließlich KormntsstoiiH-, V-ernrittlimgs- imd ähnlichen Gebühncu sowie für alle Arten von Anfwr.ndun.gen, insgesamt einen von den Landesbehörden rmch einheitlichen Rucht- linren fes^cs-etzendm Höchstsatz nicht überschreiten dürfen. Außerdem ist nunmehr ausdrücklich ausgesprockien worden, daß die Hüc'std- preise, verringert um eine etivaige Ausstchrvergütnng, auch für Bier und brerähnstt^ Geträirke gälten, die von: Hersteller oder durch andere Perjoneu aus einem anderen Braustenergebiet in da^ Gebiet der Bvrddeutschen Brausteuergemeinsch-ast geliefert werden Für Biere, die aus dem Lltcslande eingeführt werden, gelten sie nrcht. Ebenso ist dre bisherige Bestimmung, daß die Vorschriften Inm Anwendung ftndcn auf das Bier, dos aus Achfocdern der Heeresverwaltteng oder der Nkariueverwalftung an die Feldtruppen zu liefern ist, -unberührt geblieben. Fliegerangriff auf Manicheim und Lndwigshafen. Karlsruhe,?. Sept. Heule nachmittag zwischen zwei und 3 Uhr wurden Mannheim und L u d w i g s h a f c n von einer größeren Anzahl durch Jagdflieger geschützte Bombenflugzeuge angegriffen. Der Angriff wurde dank vorzüglicher Abwehr durch Kampfflieger und Flaks abgeschlagen. Die abgewvrfenen Bomben verursachten fcutcrlci Personen- und nur geringen Sachschaden. Vorläufig sind zwei feindliche Flugzeuge als abgeschossen gemeldet. (Frkf. Ztg.) Aus Lrppe-DrtnwH. Detmold, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des ftppescheu Landtages gelangte in At>änderung des lsts- herigen Einkomnven-Stenergesetzes eine Gesetzesvorlage' ztrr An- nalMe, riach deren Jnkrafttret.m das Fürstcntnm Lippe der einzige deutsche Bimdesstaat ist, welcher die steuerliche Bevorzn-, gung kinderreicher Familien nicht an eine bestimmte Höhe des berffceuerbarat Ernüommens bindet. Ferner erklärte in dersell'en Sitzung Staatsmimster Freil-err v. Biedenweg m Beantwortung einer Anfrage von Fortschrittlicher Säte, daß die lippe- sche Negierung noch in diesem Herbst mit einem Gefttzentwurf über die Reform des Wahlrechts zum Landtag an die Ochentlich- feit treten wird. Ans Stadt mtb Land. Gießen, den 9. September 1918. ** Die Gvldankanfsstelle Gießen bittet uns, mit-' znteilen, daß am Dienstag den 10. ds. Mts., nachmittags von 2—4 Uhr, ihre Geschäftsstelle in der Bezirkssparkasse Gießer (Johauncs- straße) geöffnet ist. ** Straßenbenenirung. Die erste Querstraße z'wiscken der Lielüg- und Wilhelmstraße südlich der Ebelskvaße ist als Jheriag strafte benannt worden. Siehe Bekanntmachung. ** T ie Diensträume des Konrnruna l Verbands. Born 9. l. M. ab werden^ die Mrtschastskarten bei dessen Geschäftsabteilung ,der Firma Vereinigte Getreidchändler G. nt. b. H. in Gießen, Friedrichstraße 10, geführt. ** Lichtspielhaus, Bahghossttaße34. Vom Dienstag bis _ V.u, civivn/uua, uiber nm 8.46 Uhr abends tritt die Sonne in das Zeichen der Wage. r also an diesem Tage Herbst-Tag- und Nachtglciri-e und ^-erbstanfang. Tic Sowie -geht an diesem Tage fast genau irrt Ostpunkt auf und im Westpirnkt unter, lewegt sich also fast ,'entrecht über dem Aequator. ^ Hessen Nassau. t c ^kfurl a. M., 8. Sept. Tic Wiedrrherstellungs- w,ten der im Mai zerstörten Umformerstation am Sriiillero.atz betragen ruird 350000 Mk., wovon 150 000 Mk. auf die Äkku!.'.w latorenöattcrie, deren Erneuerung ohirehin Eig gewesen wstrch entfallen. Tie Entscheidung, ob der Unfall aus eine Explosion oder erne andere Ursache zurückznführen ist, konnte endgültig noch nicht gefallt werden. Die Unterfuchrmgen darüber sind noch im Gauge. Ein weiteres Sachverständigen-Gutacliten wurde vom Magii.rat eurgefordert. -- Frankfurt a. M., 8. Sept. Ter 18jährige Willi Sieg- mund von hier wurde wegen Raubmordes in Karlsruhe feltgenommen. Er hatte den 28jährigen Former Paulus Wi a n z, der ihm in seiner Wohnung Unterttorft gewährt hatte, erstori)cn' ilud sich das^Geld sowie einen Airzug des Getöteten angeeignet. = K a s s e l, 8. Sept. Junge Bursriien zerstörten auf der Strecke Von Kassel nach Felsberg die Dori)spannungsleittrngen der Ueber- landzentrale. Infolgedessen sind etwa 30 Ortschaften, die in dem Netzbereich liegen, seit einigen Tagen ohne Licht und Kraft. Hochschnlnachrichten. H. 2. Marburg, 8. Sept. Dem Gch. Regierrmgsrat Prof. Dr. Kvrschelt ist der .Rote Mdlerorden 3. Klasse mit der SMeife: dem Geh. Regierungsrat Prof. Tr. Henset und dem Geheimen Mcedi^inalrrtt Prvf. Tr. Hofmann der Rote Adlerorden 4. Klasse, ^ dem Jnstitzntsdiv.rer am Hygienischen Institut Bauer daS Allgemeine Ehrenzeichen in Silber verliehen lvorden. vermisetztes. Die Msschrrngen rn der Seehandlung. Berlin, 7. Sept. (WTB. Niriitamtl.) Als Mithelfer bei deö Fälschimgssache in der See Handlung ist der 27 Jahre alte Hilfsarbeiter Lü>sef Ziegler ermittelt worden. Er ist in vollem Umfang geständig, von Rabiger zu den Fälschimgerr veranlaßt wor- deir zn sein. Tie in die Angelegenheit verwickelte Frauenspeuoni ist eine Schwester Zieglers, die indessen nicht Mitwisserin sein, dürfte, da sic als Opfer der beiden Betrüger anzuschen ist. Tick 600 000 Mk. hat Ziegler in kleinen Wertpaketen nach Freiburgj an seine dorthin zurückgekehrte Schwester geschickt, die das Gelp dort in eurer Bank-Stahlkammer deponierte. Rabiger hat bisher! mir 5000 Mk. erhalten. Er gilt auch jetzt noch als Seele des ganzen Betrugs. 8tatt der Freude ihn in Urlaub zu erwarten, erhielten wir plötzlich und unerwartet die schmerzliche, tiefersch üttemde Nachricht, dass unser heissgeliebter, einziger, hoffnungsvoller, unvergesslicher Solrn, mein lieber, herzensguter Bruder, Pate, Onkel und Neffe Kar! Laun spach Musketier ia einem Reserve-Infanterie-Regiment nach 3 jähriger treuer Pflichterfüllung im blühenden Alter von 23 Jahren am 6. August den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Philipp Launspach XIII. und Frau Eiisabethe geb. Becker Dinchen Launspach nebst allen Angehörigen. Reiskirchen, den 6. September 1918. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser guter Sohn, Bruder und Neste Schütze Wilhelm Deines Ersatz-Batl. Inf.-Regt. 116, 2 . Kompagnie am 7. d. MtS. nach kurzer, schwerer Krankheit tm Aller von 21 Jahren in der Heil- und Miene, anstatt Goddelau verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Deines II. und Familie Karl Damm nebft allen An- aebörigeu. Ltndenstruih, den 9. September 1918. 04934 ^digung findet vorausfichtlich am nachmittags 2 Ndr, Gutes, fehlerfreies f e a- flü sowie Tlach zu verkaufen. Bu erfragen in der Geschäftsstelle des Gien. Anzeig. «733 Läuferschweine . und kleine, billige Ferkel ru verkaufen ' 6757 Rodheimer Straße 6 neben MöserS Oelm ihle Kleines LäuferschweinckeN' ernme.Kürbisse zu verkausen. Qu erfragen in der Geschästs- stelle deö Gien. Anz. 04909 Truthöh^r;«r Ein Garten ln der vorderen, besten Lage dev Nabrungöbergs, in der Baulinie gelegen, z„ verkaufen. Näh. t. d. GeschäfiS- stelle des G ieß. Anz. 0-J923 Acker "fggt im Neustädter Feld, 6322 qm. zu verkaufen. 048!>9 Hinter d. Welt-Anl. 5, n. Ala blühender Jünffling zog er hinaus, Verließ seine Lieben, sein Elternhaus, Fern in Feindesland, über Deutschlands Grenzen * Mußt’ er kämpfen, bis die feindliche Granate ihn traf. Nach wiederholt amtlicher Bestätigung erhielten wir am 31. August die traurige Nachricht, daß unser vielgeliebter, herzensguter Sohn und Bruder Musketier Heinrich Wißner Inranterie-Regiment Nr. 168, 12. Kompagnie Inh. des Eis. Kreazes 11. Kl. und der Hess. Tapferkeitsmedaille am 15. August infolge schwerer Granatverletzungen abends 11 Uhr im Kriegslazarett, nach 2jähr. treuester Pflichterfüllung, im Alter von 21 Jahren sein junges, hoffnungsvolles Leben fürs Vaterland hingab. In tiefem Schmerz: Forstwart Ludwig Wißner u. Frau Christine geb. Göbel Margarete Wißner Eiisabethe Wißner Marie Wißner Friedrich Wißner nebst allen Verwandten. Londorf, den 6. September 1918. Wiedersehen war sein® und unsere Hoffnung 6722 zu verkaufen. Zu bestchligen o—7 Nhr nachmittags. Frau Spetzcr, Ludwlgslr.34. Gebrauchres gut erhaltenes Klavier zn kauf. ges. Schrift!. Ang. u. 04914 a. d. Gießener Anz. Sdjt die Aünhch 2,20 m Höhe, sehr schön und gut gebend, steht zn verkaufen. 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Odenhausen Durch die Geburt eines prächtigen Jungen wurden hocherfreut Wilhelm Hollmann und Frau Dagmar geb. Ostermann. Gießen, den 7. September 1918. 8787 & {ly}- - » **T--.\* ':<**<*/* . , ^ ^'.7 ltz j-jeute nackt ent 5 chliek santt nach kurzer. 5chvverer Krankheit mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, onser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Fabrikant Conrad Wilhelm Poppe im 44. Lebensjahre. , _ . In tiefem Schmerz: Frau Emma Poppe geb. Luft Geschwister Poppe Willi Poppe Familie J. Stock Ria Poppe Familie H. Gärtner Familie Karl Poppe - Familie G. Luft Gießen, Frankfurt a.M., Hanau, Gelnhausen, den 7. September 1918. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand nehmen zu wollen. « Die Beerdigung findet statt: Mittwoch den 11. September, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofsaus. Wir erfüllen hiermit die schmerzliche Pflicht, von dem heute erfolgten plötzlichen Ableben des Begründers und Inhabers unserer Firma Herrn Conrad Wilhelm Poppe Kenntnis zu geben. Der Entschlafene hat seit Bestehen unseres Hauses mit seltener Geschäftstüchtigkeit seine volle Lebenskraft für die Entwicklung des Unternehmens eingesetzt. Mit unermüdlichem, freudigem Eifer hat der Heimgegangene das Ansehen unserer Firma auf die heutige Höhe gebracht. Wir werden dem Entschlafenen stets ein treues und dankbares Andenken bewahren. Poppe & Co. Gummiwaren-Fabrik Gießen, den 7. September 1918. <1744 P RiVj Am Samstag den 7. September a. c. früh 4 TJh.r wurde uns nach kurzer schwerer Krankheit unser verehrter Chef Fabrikant Conrad Wilh. Poppe durch den Tod entrissen. Wir verlieren in dem Entschlafenen ein Vorbild eines umsichtigen, unermüdlichen und geschäftstüchtigen Mannes, der jederzeit für das leibliche und geistige Wohl seiner Angestellten besorgt war. Wir werden dem Entschlafenen ein ehrendes Andenken bewahren. G Die Prokuristen, kaufmännischen und technischen Beamten der Firma Poppe cfc Co., Gummiwarenfabrik Giessen, den 9. September 1918. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir hiermit allen aus diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Schutzmann Hermann Schäfer und Familie. Gießen, den 7. September 1918. a h 1 1 M 1 1 1 ?! 1 1 & m 1 Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau und unserer guten Mutter, sowie für die vielen Blumenspenden sagen wir aus diesem Wege herzlichen Dank. Konrad Kämmerer nebst 3 Kindern Gießen, den 6 . September 1918. 8719 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teil- nähme bei dem schweren Verluste, der uns || betroffen hat, sagt herzlichen Dank im Namen der Hinterbliebenen: | Simon Roseubarrm. Hörnsheim, den 9. September 1918. 04 m 5 6763D (gegr. 1989). Donnerstag, 12.Scpt.1918 Sappho Trauerspiel v. Franz Grillparzer. Spielleitung:Karl VolcL vom Stadttheater. Anfang 4V 2 Uhr. Ende etwa 7 1 /* Uhr. 6607 c Dr. Bernheck.