Nr. 203 M. Jahrgang Der Sletzerer Anzeiser erschein! täglich, auper Sonntags. - Beilagen: OietzeverZamiliendlälter; -Kreisfclcn flr den Ureis Sieben. vezngsprelz: monntl. W. 1.20, viertel- jährlich 3.60; durch Abhole- iu Zweigstellen monatl. Dik. 1.1a: durch diePost Dtt. 3.60 viertel- jährl. ausschl. Beste lq. Fernsprech - Anschlrisse: sür bie Schriltlcitung i 12 Verlag,Gescha'wsteäeöl AnschriftsiirDrahtnach- rich^wAnzkig-rtzitsjtn. ow>Uing;r»nLSruck u.Verlag: Briihl'sche Univ.-Vuch-u.SteinLruLerei «.Lange. Lreilcg, 26 . Rugust 19 X 8 Annah.ne von Anzeigen i. die TageSnummec bis /» zu:n Nachnui-ag vorher ' '<£ ohnejedeVerbindli * 5 c 1 kti p reife:- ichkeit poftscheSkonlo: Frankfurt a.M. XX636 vankvettrhr: SeVerbrdLllk Zietzen 5christ!eitung, GeschastZftrHe u. Druckerei: SchWr. 7. für örtliche Anzeigen 25 tzst-äc auswä ctkge 30 Pi., für Reklamen M.I.- nebst 20°/, Teu- erunaSAttscylaq. Haupt« fchri jiter: Aug.Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: t. V. vr. Zenz; Stadt und Land, 3er,nis htesu.Ee- richtsfaal: vr. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sä'.ntl ich in Gießen. Trohes Hauptquartier. 29. August. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und Vo eh n. ooLL.^kdem Schlachtfetde südöstlich von Arras brach am frühen Morgen dicht südlich der Srarpe ein englischer Angriff nn N«r zumnmren. Am Mittag iwhm der Feind seine Durchsmchsvermche mit neuer Wucht wieder auf. Zwischen -Dcarpe uno Den fee-Bach setzte er zum fünfmaligen Angriff im Pourmsrfche und rvestpreußische Regimenter brachen auch gestern wieder üen Ansturm des Feindes. Durch flankierendes Feuer ihrer Artillerien wirksam unterstützt, warfen sie ledcsmal den Feind wieder zurück. Boiry-Nowe-Dame war Brennpunkt erbitteren Kampfes. Dreimal wurden die Tnrmmer des Ortes im Gegenstoh dem Feinde wieder entrissen. Bei errmutem feindlichen Angriff am Abend blieb der Ort in Feindeshand. Der Hauptftoh de§ englilchen Angriffes traf wurttembergische Regimenter beiderseits der Straße Arras-Camdrai. Siebenmal stürmte der Feind vergeblich au. Panzerwagen fuhren auf und neben der Straße immer wieder von neuem heran: in tiefer Gliederung folgte die Jnfan- tene. Sre blieb im Feuer unserer Maschinengewehre und in vorderster Linie auffahrender Geschütze liegen. Wo der Feind in unsere Stellung eindrang, warf ihn unser Gegenstoß wieder völlig zurück. Südlich von CwijilleS und südöstlich von Adorp wui-den englische Angriffe abgewiesen. Südwestlich von Bapaunre keine Jnfanterietätigkeit. Auf der Stadt selbst lag schweres englrsicheS Feuer. Bei den Kämpfen am 27. 8. um Thilloy tat sich das Infamie rre-Mgirnrnt Nr. 296 besonders hervor. Seine 9. Kompagnie l-ielt den Westrand des Or- kes. obwohl sie durch feindlichen Einbruch nördlich von ihr im Rücken bedroht war. bis zur letzten Patrone, und dann mit dem Bajon-eit. Aus selbständigem Entschluß kam ihr die 3. Kompagnie desselben Regiments zur Hilft und warf den Feind aus dem Orte wieder hinaus. Nördlich der Somme erneuerte der Feind am frühen Morgen seine Angrifft Mischen FlerS und Curlu. Bei Harde- oourt drang er in unsere Linien ein. Fm Gegenangriff warf . chn das Ka ist r-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 unter Fühning ftines KommmrdeurS Major Otto im Verein mit hessischen .^mpagnien wieder zurück. Zwischen Somme und Oise blieben Vortruppen vor unseren neuen Stellungen in GeftckftSsühlung mit dem Feinde, der am 27. 8. nur zögernd, gestern schärftr über Dompierre— Pelloy—Neslc—Bauliru—Sazoy folgte. Sie Mangen ihn mehrfach zu verlustreichem Angriff und wichen dann aus. Südwestlich von Royon griff der Feind nach stärkster Feuervorbereitung unsere alten Linien an: sie waren von uns nicht mehr besetzt. Noyon lag unter schwerstem Feuer der Fran- zoftn. Die Stadt liegt vor unserer Kampffront. Nördlich der AiSne nahm der Franzose unter Heranziehung min Amerikanern feine Angriffe wieder auf. Unter schweren Verlusten wurden sie abgewicsen. Am Pesly-Kopf schlugen Kavallerie Schützen-Regimenter fünfmaligen Ansturm des Feiudrs zurück. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Der -tbendbericht. Berlin, 29. Aug.. abends. (WTB. Amtlich.) Südöstlich Arras haben sich am Nachmittag neue Kämpfe entwickelt. Vorfeldgefe.ch'e vor unseren neuen Linien: östlich Varaume— Pewnne—östlich Noyon. Jnfanteriekämpft an der Ailette. . Zwischen der Ailette und Aisne sind besonders starke Angriffe rwn Franzosen und Amerikanern unter schwersten Verlusten für den Feind völlig gescheitert. Bisher sind mehr als 50 , zerschossene Panzerwagen gemeDet. * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 29. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: I t a t i c n i sch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. In den Judiearien bei Bezzeea und auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden Erkundungsgefechte. Sonst nichts von i Belang. Albanien. Zwischen Jan im und Dojusa sowie im Südteil dcs To- mor-Gedirges nahm der .Feind erneut Stellung. Der Chef des Generalstabs. i ^ Bereits mehr denn drei Wochen tobt im Westen die Rresenschlacht, die geographisch nicht mehr nach Flußläufen, I an die sie sich anlehnt, zu bezeichnen ist, da ihre Ausdehnung ! ine Linie von weit über hundert Kilometern umspannt. Gest aen diese Linie rennen tagtäglich die Heere Englands, Frankreichs und Amerikas im Verein mit ihren weißen und farbigen Hilfsvölkern an und versuchen eine Entscheidung durch Flankenumfassung herbeizuführen. Marschau Fach, der' Lei- ! ter der Gesamtoperationen, ist ein bedeutender Stratege, -essen Pläne wohl zu ihrem Ziele führen könnten, trenn lhm nicht noch größere Heersü.-rer gegenüber,, an den, die joem von ihnen selbst so oft glücklich ausgeführtem Durch- bruchsmai.över die elastische Verteidigung entgogemzusetzen wüßten. Gelingt es Foch, im frontalen Stoß vermöge künstlichen Nebels und zahlloser Tankwagen in einen Teil der deutschen Stellung einzubrechen, und versucht er dann von dort aus eine Ftankeubedrohung wirksam werden zu »«ssen, so nimmt bie Oberste Heeresleitung planmäßig im A ßenugios 0 Conuptnchor CriS9*eS / Jjhti&iirt jsWnshne ° . - . I '‘ÜMtiWriWi WÄ Genrry J. V, 0 o i .o.r wn GraruJru MjuCourt-y fc'ttdncourt fi-od o ^ Meuriku# O Q Cdiftouet / 7%rief esse Beftencourt lom/no/s' o des/TJe ^'cour Oie neue Front im Westen fgj An der Oise mutmiPitcfie frontftfidilainflicti) soio entsprechenden Augenblick die bedrohten Frchrtstücke in neue vorbereitete Stellungen zurück und überläßt dem Gegner einige jener Trümmerhaufen, die früher blühende Städte und Dörfer waren, von denen aber nichts übrig geblieben ist als der Name, durch den bestimmte Ge- läirdepunkte auf der Karte festgelegt werden. Die freiwillige Absetzung der deutschen Front geht aber so planmäßig vor sich, daß unsere Truppen fast immer all ihre Verlvundeten, ihre Geschütze, Maschinengewehre und sonstiges Kampfmaterial in Sicherheit bringen und den Gegner in der neuen Stellung mit überrafchendcm Feuer empfangen können. Die Eigenart dieser Rückzugsmanöver bringt es mit sich, daß die Feinde nie wissen, ob die Deutschen gewillt sind, ihre Angriffe anzunehmen oder kampflos taktisch wertloses Gelände preiszugeben. In längst von den Deutscheü ausgegebenen Abschnitten fi'ihlen sie nur vorsichtig nach und lassen sich halbe Tage von schwachen deutschen Patrouillen mit wenigen Maschinengewehren aufhalten. Andererseits prallen ihre Kolonnen gegen vorbereitete deutsche Stellungen und erleiden im Feuer der Maschinengewehre und Lauer-Batterien schwere Verluste. Das Wenige, was sich die Deutschen in der Somme-Wildnis während ihres letzten Durchmarsches neu gebaut hatten, wurde planmäßig zerstört. Die Kunstbauten der Bahnen und Straßen werden gesprengt. Der Masseneinsatz der in Reihen von Hunderten während des vergangenen Jahres fertig- bestellten Panzerwagen sollte die Erfolge sicherri. Es zeigt jich jetzt, daß die aus die^Tanks gesetzten großen Hoffnungen sich nicht erfüllten. Die deutsche Verteidigung wird der Sturmwagen täglich besser Herr. Infanterie, Tankabwehraeschütze und slraftwagen haben sich in der Abwehr und Erledigung des neuen feindlichen Kampfmittels vervollkommnet, und so kann der deutsche Tagesbericht tagtäglich neue Fälle aufzählen, in denen es einzelnen Batterieführern gelang, bis zu sechs Tanks bei einem Angriff außer Gefecht zu setzen. Wir können allmählich damit rechnen, daß die Foch- schen Reserven verbraucht sind, haben aber noch die bevorstehende Offerisive der Amerikaner an der AiSne- und Vesle- sront abzuwarten, wö ihre erste Arinee steht, die verschiedentlich mit deutschen Trustven in Gefechtssühlung getreten ist. Die Stärke der Amerikaner lvirö neuerdings ziemlich übereinstimmend auf dreiviertel Million Kämpfer und eine halbe Million Arbeitskräfte geschätzt. Wir müssen bei den Amerikanern mit einem noch größeren Einsatz an Maschinen und sonstigen technischen Hilfsmitteln rechnen, als bei den Engländern. Aber auch hier wird sich die überlegene Schulung des deutschen Einzelkämpfers, wie die geniale Führung den Anstürmen gewachsen zeigen und jedenfalls aus gleiche Weise durch Absetzen der Front nutzlosen Blutopsern Vorbeugen, wie weiter nördlich. Warum unternimmt Joch seine Massenstürme? Köln, 30. Aug. Neben den'geräuschvollen, auf übertriebenen Jubel gestimmten französischen Presseäußerungen zu den westlichen Kämpfen findenlich laut „Köln. Ztg." auch weniger hvffnungsfreudige Summen, die das Urteil nordi- scher Neutralen bestätigen, daß hinter der Fochschen Offensive unverkennbar die wack-sende wirtschaftliche Not der Alliierten stehe. Der Militärlritiker der „£mmanite" behauptet, daß die gegenwärtige gewaltige Offensive tatsächsick> die letzte Kraft- anstrengimg Fochs darstelle. Die berühmten strategischen Reserven seien bereits alle verbraucht. Als letzten Trumpf verfüge Fock) nur noch über die Amerikaner. Auch der Oberstleutnant 9ioussot im „Petit Parisien" hofft auf die Aineri- kaner. Er hält es für das Wahrscheinlichste, daß die deutsch« Heeresleitung aus die Hindenburg-Linie zurückgehe. Aber nicht wie 1917 in einzigem Sprunge, sondern in langsamem, mit hartnäckigen Widerständen versteiftem Rückzug. Die Amerikaner irr Frankreich. Wie dem L. %. aug Lugano berichtet wird, meldet Secwlol aus Washington: Generäl March, der Chef des Generalstabcs, erklärte, daß sich gegemoärtig in Frankreich 32 Dimsionen ame* rikam scher Truppen befänden. Es bestanden große Schwierigkeiten, diese Truppenzahl weiter zu erhöhen wegen des Mangels an Schiffs--« raum. Die Vereinigten Staaten bemühen sich aber, das Hindernisi zu 'beseitigen, indem sie s-o-wo'hl bdi Schisssban vermehrten als auch die feindlichen Schrffe mit Beschlag belegten und neutrale Schifft mieteten. Die deutsch-rusßlchen Ergänzungsverträge. Berlin, 29. A-ug. (WTB.) Tie „Norddeutsch Mgemein« ^eittmg" schreibt über üen Inhalt der neuen dentsch-russi-i fchen Erg änzungsverträge, die auf russischer Seite noch der Rattfikation 'bedürfen, unter mrdcrem: Ter Ergänzung< verttag zum Brest-Liwwsker Friedensvertrag) ist dazu ^ bestimmt, eine Reihe o 1 i £ i f d> er undün ilitär^ pvliti scher Fragen zu regeln, die (hauptsächlich dadurch ent-r standen sind, daß die Beziehungen Rußlands zu den Randvölkeru noch ungeregelt sind. Ter Bierbund konnte sein Interesse deri tungenl Staatswesen nicht versagen, die ihm als erste die Friedensl-ant^ bEil. Tie Vorgänge bei der Loslösungsoswegung der Randstaaten crPrderten cine^ vsfeue Auseinandersetzung zimscl>en Teutsckstand dnid Rußland. Dabei wußte sich die deutsche Regierung eins mit dem deutschen Volke in dem Grundsatz, eine gewaltsame Ab- txc n nn n g bisl>er russischen Gebietes vaeder zu veran-§ lassen noch zu unter st Ätzen. Dieser Grundsatz, der in denr Ergänzungsvertrag ausdrücklich niedergelegt wurde, sichett Ruß--, land auch für die Zukunft die Möglichkeit, seine inneren An^ gelegen heiten^selb ft zu ordnetr, >und .erscheint so als? ein Fundament, ^auf dein jede russische Regierung, die nicht eüreni Krieg mit, Teutschland tmll, bauen kann und bauen muß. Unter den Randstaatan stteheir EiAand und Livland im Vordergrund des deutschen Interesses. Es ergab sich die im Erganzun^svertrag ver«, eiulwrte Lösung, nelche die Seköäändiakeit ber baltischen Ländor besiegelt, aben (1er -russischen VrlTWirtschaft durch Sicherung^ der Handclswege irnd Einräumung von Freihäfen die T ü r n ach derOftseefür alle Zukunft offen halt. Unter den im /stleft^r r/rreden noch nicht Derüctiichtigten fyit Georgien auf Wege zur inneren" .Festigung ^ücuwrkenswerte Fortschritts gernacht. Es gelang, Rußlands Z u ft i m m u n g zu der von diesem! Staate begehrten Aneribnrnmg zu crlmgcn. Für die übriges Staatenbildungen, im Kaukasus waren ähnliche Zugeständniffe wie 5 ^sorgren von Rußland Pr dem ^Bertrag-e nicht zu erlangeri. Tie russische Regiermrg Ihrerseits legte auf öie Sicherung des Baku-, Gebietes mit feinen reichen Naphnbiquellen den allergrößten seiner Verbündeten zur Verfügung zu stellen. Nach den Bestimmimgen des F i n a n z a b k o m m c tt § sollen die gegenseitigen finanziellen Verpflichtungen auS dem Zusatzvertrag durch Pauschalsummen abgegolten werben. R)l.ßland IrJ. unter Airrechnung der ent- IprecheTiden deutschen Verpflichtungen an Deutscl)land noch sechs Milliarden Mar? zu. zahlen, wovon eine Milliarde vor- -m-siichtlich von der Ukrame und Finnland übernommen nürd. Die Pauschalierung schließt auch eure Vergütung für die Verluste rn^ sich, die Deutsche durch die von der russischen Revolutions-« geietzgebung bis zum 1. Juli 1918 angeordneten Enteignungsmaßnahmen, erlitten haben. Für die Herausgabe der beiderseitigen: Gatt haben zunächt zwei SbmtSkoinmistaren übertragen,r pwrdeir, N?cla-e die Anträge der Berechtigten und sodann ein gezogenen Vermögenswette an bestinlmtcn Ternrmen austarischen sollen. Die weiteren Bestimmungen des Fma^.Abkommens t>er'olgen den Zweck, yermsse Verschiedenheiten, die infolge d:r.russischen Revolutions- gesctzgebung zroischn den beiderseitigen Wirtschaftssystemen ent- ftanden scnd, tirnlicht curszngleichen. Es handelt sich dalxn zunächst um d:e sozialfftisch' E n 1 e i g n n g s g e s e tz g e b u n g. Deutsä-er- ftcds kann nur ge.ordett werden, daß jede 9lusnahmegesetzgebung zuungunsten Derttschands ausgcschossen, und daß die völlige S chadlosHaltung der betw'fcn.n Deutschen gesichert ist. jl cmcritiprcch?nd wird die Entrig.umg von Vermögensroertcn in Abußland unter der Voraussctz'ung anerkanitt, daß sie allen In- und Ausländern gegenüber gleichmäßig durchgesührt nürd. und daß die freut,f^rn Berechtigten eine in jedem einzelnen Falle ,'osott durch eine uicparteiische Instanz festzusetzende Entschädigung erhalten. Eine allgemeure Beschränkung der russischen Staatsangehörigen, über die in Rußland befindlichen Dankguth^r^n zu venügen. gefaste, gewerbliche Schutzrechtc und Ve jährungsiristnr Daneb ist kür alle wichtigen, vor Kriegsau. , ruch begründeten Privattechts- verhältnis,e zwischen Deutschen uns Russen eine internationale G e r r ch t s ba r k e i t ve- ein' art nwrd n, die den Zustck hat, Streitigkeiten auS diesen Rechtsverhältnissen möglichst rasch zu ent schaden und zugleich die dabei cuc stauch irden schuüerigen Fragen des internatio nrlen Rechtes nach einheitlich., Grundsätzen zu lösen. Diese Gettchtsbarkeit soll durch internationale Gcnchte mit dem Sitz in Bettlin und Moskau ausgeübt werden, die sich aus je einem dänischen Präsidenten smme je einem deutscher irnd einem ruffischn Richter zusammcirsetzen und rn erster und letzter Instanz crrtsä-eiden. Aus Ruxlans. Erfolge der Sowjets. Moskau, 29. Aug. In Turkcstan cm der Front von Abcha bao heben wir wieder einen großen Sieg davongetragen. Bei Merni hat der Feind durch unsere Truppen bedeutende Verluste erlitten und über 2000 Mann verloren. Die desorganisierten Ueberresre der geschlafenen gegenrevolurionären Bande sind auf Aschabad. zurückgewichen. B.i der Verfolgung treffen unsere Truppen aur zahlreiche zurüäblcibendc Feinde. Nachdem unsere Truppen auf dreier Front die Stadt Tedsckun genommen haben, stoßen sie auf ihrem werteren Vormarsch auf keinerlei Widerstand von seiten des Feindes. Wir haben die Operationen zur Vereinigung mit Kuschke begonnen. Nach Meinung des Hauptquartiers wird dieser Tage die Einnahme Aschabads erwartet, was die Liquidierung des gegen-« revolutionären Aufstandes bedeuten würde. An der Front itt Transkaspien halten wir die von uns eingenommenen. Punkte besetzt und entwickelt: einen weiteren Vormarsch. Moskau, 28. Aug. ,P. T.-V.) Neueste Meldung vom nordkaukasischen Kriegsschauplatz. Im Süden verbessert sich unsere Lage zusehends. Unsere Truppen haben die Stadt Ickaterürodar und die Station Tischorotzkaja besetzt. Moskau, 29. Aug. (P. T.-B.) In Wladiwostock erhoben sich nvwkeir und Ozetinsk-Offiziere gegen die Sowjctregierrmg. Dia ganze Arbeiterüevötkerung erhob sich wie ein Mann, um den Kampf gegen die Gegenrevolutionäre aufzunchmen. Tie städtische Duma und die rechten Sozialrevolutionäre erwiesen sich als gegenrevo- lutionäre Organe. Im Augenblick ist der Aufstand niedergeschlagen. Tie überwältigten Rebellen sind entflohen. Tic Lage der Tkchccho-S-owakerr. Amsterdam, 29. Aug. (WTB.) Wie ein hiesiges Blatt «rus London erfährt, meldet die „Times" aus Tokio vom 23. Aug.: Die tschechische Kommission, die von Wladiwostok abgercist ift> linx sich nach Wach^igtmr zu begeben, Vettveitt j'ß*t aus der Turck)- reiie in Tokio. T^ce Mission, die aus Mitgliedern des.Nationalrats besteht, wird der japanischen Regierung am Montag offiziell ihren Dank- für die militärische Hilft in Sibirien aussprechen, um dann die Reste sortzusetzen. Spatschek wies darauf hin, das; es in erster Linie in der Absicht der Alliierte:! lag, die Tschecho-Slo- waken zu befreien. Cs sei jedoch deutlich, daß jetzt ein zweiter und größerer Plan veeoittlü'u werde, nämlich die Erhaltung imd Ausbreitung der von den Tsch-chen besetzten Stellung. Tic Laue Archangelsk. Archangelsk, 25. Aug. lWTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Cs wurde eine vorläufige Regierung unter dem Namen „Oberste Verwaltung der nördlichen Gebiete" gebildet. Sie besteht u. a. aus Leuten der konstituierenden Versammlung, die im vergangenen Witter von den Bolschewiki auseinandergeti.neben wurden, ^ce Bauern bestehen darauf, daß die Freiheiten, die sie durch die Revolution voin Februar 1917 gewonnen haben, beibehalten werden. Sie fordern, daß über die endgültige Form der russisck-cn Regierung txm der konstituierenden Versammlung beschlossen wird, lobald diese zuasmmentret-en kann. Tie Bevölkerung ist gegen die aufgezwungene Mobilisation und gegen den Krieg, deshalb jind die Marine- und Landstreitkräste besa-ränkt. Die Oberste Verwaltung ist abhängig von der Unterstützung der Alliierten, bis die Bevölkerung eine endgültige Regierung mindestens für die nördlichen Gebiet« gebildet haben wird. Tie Alliierten, die euren Teil dieser Gebiete besetzt haben, können sich nicht zucückziechn, solange die Bolschewik! in der Lage sind, durch die Roten Garden und lettischen Pa- taillone eine Herrschaft ausüben zu lassen, wie vor kurzem in Jaroslau. Holland) .Kabinettsbildung. 45^9, 29. August. Das Korvesiwutaizb-uroau meldet, daß c^le Königin den königlichen Kvrnmiissar in Limburg Ionkhev Ruys de Boerobreuck beauftragte, ein «Kabinett zu bilden. RuyS hat sich Bedenkzeit ausbedungen. , Deutschland und Bulgarien. Sofia, 28. Aug. (WTB.) Sieben Vertreter bulgarischer Genossenschaften reisen heute nach Deutschland ab, wohin fte sich aus Einladung des Instituts jür Annäherung zwischen Deutschland und Bulgarien begeben, um das deulscl)e Genossenschaftswesen, namentlich die landwirtschaftlichen Vereine, eingehend zu studieren. Unsere Wikischastsbezietzunaen mit der Schweiz. Leipzig, 26. Aug. (WTB.) Als Vertreter des Rnck)swirt- icvattsanttes ttaieu heute zum Besuch' der Leini er Herbstmesse ein: Unteistaatssekrerär Tr. Gveppert, Ministerin Müller und trat voi k schr-esterisch Kaufmaunschift l-atte zahlreiche Teil- «N'ewir ausgerüstet. Das Gebitt zwischen den beiden Armeen wird ^ Wauen. Scwijcttrnpvcn besetzt gehalten. Tie einzige Hoffnung der? stehmer entsandt. Nach Begrüßung der Schweizer Mest.esuchr durch Tia^cho-'Llowa.en und die aus der ?Nandsck-urtt Vvrrüaciidan ;' c1! Oberbü'.germeister der Statt L ipzig und durch den Vertreter Truprvn. ^ söch-gchn Negierung, fügrte der B.rlreter des Reichskanzlers, Aug. (DTB.) Nmvvrnssi'k ist vorl den Truppen i Minrster.oid'rektor Aiüller. pttge r,es aus: der ^reiwikligen-Armee eingeiromnen Werder. Blureau Nähe von legene feindliche chen wurden msche Abteil.. ......-- ----.... w ^chendenaus, 'vorauf Kalmi^ v mit Hilw der Franzosen und» i wtt den 9öeutrast' mit sich bringt. Daß die schvache Betttlium". Myagima einnahm Tie Japaner erlitten einige Verluste der der Deckung des Rückzuges. Aus dem Lon^ebiet Kiew, 28. Aug. Ein Heeresbefehl des Atamans aus Krasrw stellt die fast völlige Befreiung des Dongebietes fest und weist auf die Notwendigkeit hin, die Grenze des Don- gebretes vor neuen Ueberfällen zu sichern durch Besetzung ein- zelrrcr wichtiger benachbarter EiTnbahnknotenpunkte und Städte wie Zarizyn, Komyschin, Balaschow, Berissoglebsk, Nowochogersk und Bogtsck-er. Vertagung der finnisch-russischen Frieden svcrhandlungcn. B e r l i n, 29. Aug. (WTB. Amtlich.) Die finnisch-russischen Friedensverhandtun.zen sind für einige WvcL-en vertagt worden, damit die Unterhändler Gest'genl)eit erhalten, sich mit ihren Negierungen persönlich in Verbindung zu setzen. Gerrcral Marrnerheim. Kristiania, 29. Äug. (WTB.) Sämtlick^ Morgenblätter vom 2 * August verösstml.älxn Jnti-rvicws mit (tz-meval Mannerheim. die sich inhaltlich im weserttlichen decken. .Ans tat Aeuße nun gen Manuerh-^ms verdienet folgende eine Hervorhebung- Wir verdanken tat Teutschm viel. Kvar bin ich persönlich davon überzeugt. daß wtr auch ohne Hilft unsere Aufgabe gelöst hätten durch eigene Kraft und eigene Aufopferung; aber das würde längere Zeit ^dauert hoben. Durch ilw Eingreifen rettetm die Teutschen viele Menschenleben und große wirtschaftliche und kulturelle Wert" Trc Tten,ie, dte Deitt!chand Fimland damals geleitet hat. als es sch für das finnische Volk um .Sem oder Nichtsftn handelte werden die Finnländer niemals vergesset. Ter General tanentiertt bhl MiNisterprasitaiL v. Hussarek hnc der ungarisch 0**°% .v^nchtttten oe.t Prinzen Radqiwill üftti ELohlwillens für die polnisch ^ache. In Krakau hielt dieser längere Kvnfrvenzeil mit den Futtern aller Mlitischn 'Parteien Gallzrensab Nach tai „.Kurier Barszawski" würde der Staats- kat Mitte Leptentber nickst wieder ^zusammentreten. - r ^igr Presse v7rüffentlicht heute ame Mi tteilun g, da»; der Zickammeittatt deS StaattrateS, derauf .Vr,.^eptem..n festgFetzt war, vorläufig aufgeschttet ist. Ferner enthmt me Prr,e den .Haushaltsvman'chlag d?s pttuischn Staates ^r die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1918, der von de- Myenm rn der nachten Sitzungsperiode im Staatsrat erngebracht 4 742131 Mark Einnahmen und auf. -- Nach „Kurjer Polski" wird ^ "'onsler des Innern in der erlten Macttsrais'itzung auf die Jntervellationeri betreu^ dm Waloverlauf in Ostrow sowie die Vlehreiunitimienfür Rückwanderer, worunter sich zuur Teil deutsch Kolonisten bcsmden, antworten. lediglich chic vorübergepeiide Kri -g-7e, der uns zu Frie- 0^'^.taten geleitet hat, sind ivir aunh während des Krieges treu geoneben. -Zu unserem lebhaften Bedauern gestaltet aber die Kriegsnottoeiwig.eit nrcht, die volle Freiheit und' ganze gegen- Icitige Untersckitznng etntreteii zu lassen. n»ebhe die Grimdtendenz misems Ha^delsvntMgcs bildet. Wir tun ober. Ims in unseren ttraften.stetst erzlick)en Da den Herren des Staatshaushaltsauschustes für freundlich Gedenken. Wie der Wiederaufbau des vern üöe.en Ostpreußen duich den Ansturm der Feinde nicht gehindert werden könnt« w wird auch Deutschlands wirtschaftliches Leben nach ta Kriege allen Gegnern zum Trotz neu erblü!)en. Generalfe! marjck>üll v. Hütdeltüurg." Aus dem Reiche. Der Kaiser in Bad-Nauheirn. Berlin, 29. Aug. (WTB. Amtlich).) Der Kaiser heute in Nauheim zum Besuch beim König Ferdinand Butgarren ein. Ter NeichSkan'ler in Berlin. B e r l i n , A. Aug. (WTB. Amtlich.) Der Neilhskanz. ler Graf .Hertlmg kehrte mit dem Unterstaatssekretär vom Radowrtz und seiner Begleitung heute frül) aus dem Gro^n! Hauptquartier nach Berlin zurück. Berlin, 29. Aug. (WTB.) Wie die „Norddeutsche Al!^ gemeine Zeitung" meldet, empfing Graf Hertting im Lause« oes heutigen Vormittags den Stellvertreter des Reichskanzlers v. Payer und den Staatssekretär des Auswärtigen Ai les v. Hintze. Die Oftfragen. - ^J y n , 30. Aug. Nach cilrem Telegramm des B. T. au-,. Pcunchen werden in der am Montag stattfindenden Sitzung des Bundesratsausschusses für auswärtige Angclc- genheiten vor altem die Oftsragen und die deutsch-russischen Zuiatzverträge den Gegenstand der Beratung bilden. Das Bcfittden des Grostherzogs von Oldenburg. Oldenburg i. Gr., 29. Aug. (WTB.) In Rastede ist heute morgen folgender Bericht ausgegeben worden: Das Be-^ finden des Großherzogs ist heute morgen verhältnismäßig ’ gut. Die Nacht brachste wenigstens einen kürzet! Schlaf. Oberniedizinalrat Dr. Barnstedt. Erhöhung der ober'ch/ .s'Hn Koh enpreift. Beuthen, ,29. Aug. '(WTB.) Die Ober schlesische Koh- tt.nwnven.tton beschloß in ihrer heutigen Sitzung die Er- huhung der Mindeftkonventionsprei e um 2 Atark pro Tonne nnt Wirkung vom 1. September ab. Die Handelspreise er^ fahren demnach cinschließiich Kohlen- und Umsatzsteuer am 1. September eine Erhöhung um 2.50 DLark pro Tonne. * Berlin. 29. Aug. (WTB.) Der „Staatsanzeiger" meldet die Verleihung des Roten Adlerordens zweiter Klasse mit Stern und Eichenlaub an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Hintze. Ler Scefrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 29. «tug. (WTB. Amtlich.» Auf den DE^ettnenL zwnchen Pott ^xnd und tan Uvstlichm Mi t ckmeer verkitten un- U-Boote neuerdings über 17 000 Brutto-Reaister-Tonnea neam englischen Dampfer von über 8000 Brutto-Regisder-Tonnen, der Reis und andere Landes Produkte aus andren für England geladen hatte. Ter Chef des Lldmiralstabs der Marine. Bersenknttg eines amerikanischen Trnppentransporti Bern, 29. Mg. (WTB.) „Journal" meldet aus Pott Btt dres: Durch ein U-Boot wurde auf der Höhe von Port Vendres ei ungenannter französischer Trnppenttanspottdampser versenkt. B fatzuug und Truppen seien gerettet; nur Sachschaden sei anqettckt worden. * ^ 29. Aug. (Havas.) Nach einem auf einen Bene des Manne- und des Blockatauinistecs sowie des Ministers d, ^unern hin gepebeuen Erlaß wird jedes neutrale Fahrzeug, daÄ sich unter feindliche Kvn trolle stellt, indem es freies Geleit Feinde annimmt, das von beu Alliietten nicht anerkannt wird m im Gegensatz zur Ausübung der Rechte als Knegiührende stehJ Vvrl>chaltlick, des Beweises des Ottgenteils als im Interesse eii leindlichen Staates fahrend angesehm und unterliegt der Wegnal und Be,chlaguahme ebenso wie Waren feindlicher Herkimft oder Itimmung, die feine Ladimg bilden. Aus Stabt und Land. G ie ße n , den 30. August 1918. ** Aus dem MilitärWvchenblatL. Be'fördett zu Leutnants, vorläufig ohne Patent: Melchers, Mettenl-eimer, Fähn- riche im Feldart.-Regt. 63; der Xitel Ober-Zahlmeister wurde am 12. AngNft dem Zahlmeister Menger vom Feldatt.-Regt 61, letzt bet einem Landst.-Jnf.-Ers.-Batl., verliehen. ** Die Auszahlung der F a m i l i e n u n t e r st ü tz u.. gen att die Angehörigen der zum Heeresdienst Erngerufenen für 1.—15. September 1918 bzw. für August 1918 findet in den nächsten Tagen statt. Siehe Anzeigenteil. ** Garn-Verteilung. Auf die Bekanntmachung im Anzeigenteil sei ganz besonders hingewiesen. ** D ie bsta hl. Am Montag den 26. d. M. wurde aus ,, Vorgatten eines Hauses in der Ost-Anlage ein Fahrrad, Mar „Opel Nr. 10" und Fabttknummer 506 508, entlvendet. Sac dienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entqeae ** Musikalische Äbcnduntcrhaltung. Im HotI Fürstenhof, Öftesten, findet am Samstag den 31. August abendG 8 Uhr, im großen Saale, eine musikalische Wendunterl)«attnn- unter Mitivittung des Mtmannschen Soloquartetts, sowie Mil gliedern des Frankfutter Opernchaus-Orchesters, statt. Näheres im Anzeigenteil. ** Eine Sedanfeier. Tie Vaterlaudspattei veranstaltt am Montag, den 2 Sepleniber, abends 8V2 Uhr, im „Fürstenhoff, eine Sedanfeier. Tie Festordnung wird am Montag veröfsentlicht.j Näheres im Anzeigenteil. ** Bekämpfung der Schwindelfirmen. Seit U fccr Zeit hat das Unwesen der Schwindel firmen und i! Agenten derart zug-enommen, daß alles aufgeboten werden muß, Schwindlern ihr Handwerk zu legen. Tie Handwerker-Be- r a tungs stelle des Orts ge werbeve re ins Gieße nM sich bereits sett längerer Zett mit dieser Ausgabe beschäftigt iuU) durck) Unterstützung der Ze ckralstelle zur Bekämpfung des SchwÄ^ deluniveftns in Lübeck gute Erfolge erzielt. Besonders bei Tai lchensinseraten wurde .uack^ewiesen, daß es sich um SckmftndeW Unternehmungen bandelte und vor ^Inanspruchnahme dieser II lstttute in der Presse gewarnt. (Mir haben derarttge Jn'emte, so nM die bettügerische Absicht erkennbar war, von jeher abgellhnt.i — . Die R):di. des en. Auch die #ir Einrahmung verwendeten Jen in Schwarz- und Farbendruck, und gibt so einen trefflichen Ueberblick über einen großen Teil des geistigen Lebens beider Hessen. ** Erfassungszuschläge für Gemüse und Obst. Bei der Bewirtschaftung des Herbstgemüses und Herbstobstes ist auch in diesem Jahre wieder die Erhebung von Gebühren vorgesehen. Nach der maßgebenden Verordnung vom 19. Juli 1918 und einer 'ergänzeirden Be nuntmachung der Rnchsstelle für Gemüse und Obst vom 17. August 1918 (Reichsanzeiger Nr. 195) wird einmal eine Gebühr für die Ausfertigung der Absatzgenehmignng erhoben, die, je nachdem es sich um Bahn- bziv. Schiffversand oder eine Midere Form des Absatzes hanx'lt, 50 oder 10 Pfennig beträgt. Daneben wird im allgemeinen für die von den Landes-, Provinzial- und BezirkSftellen vorzunehmende Kontrolle und Zwangserfassung eine Gebül-r erhoben, die bei Obst einheitlich geregelt ist und zwischen 3 und 5 Mark für den Zentner beträgt. Bei Gemüse wird stets eine Ko nt roll gebühr von 20 Pfennig je jangesangenen Zentner erhoben. Daneben ist eine Provision zwischen 30 Pfennig und 1 Mark zu entrichten, und zwar immer, wenn es sich um Erfassung des von der Absatzbeschränkung betroffenen) jGeniüses handelt, während diese Provision wegfüllt, wenn solches Gemüse zum Absatz fveigegeben wird oder wenn ein Li ferungs-- vertrag vorliegt, bei dessen Erfüllung die erfassende Stelle nickst tätig wird. Ebenso wird die Gebühr beim Absatz von Obst nicht erhoben, wenn dieses von der bewirtschaftenden Stelle nicht erfaßt, sondern zum Absatz freigegeben ivird. Tie Höhe ocr Provision bei Gemüse und der Erfassungsgebühr bei Obst schwankt nach den örtlickvn Verhältnissen und wird mit Genehmigung der Reichsstelle von den bewirtschaftenden Stellen für ihren Bezirk festgesetzt und ortsüblich bekanntgcmacht. ** Eine notwendige Arbeit. Tie städtischer Pachtfelder vor dein Trieb, die zum größten Test mit Kartvfßeln bepflanzt sind, stehen zur Zeit derart voll Unkraut, daß rnanj vielfach die Kartofselstengel nickst mehr irrrterscheideir kann. Tas Unkraut eptzicht den Kulturpflanzen alle Nahrung, und darin klagt man über Mißwuchs und schlechte Ernte. Fällt aber der mim bald reife Samen ans, so« vtermehrt sich das Unkraut im nächsten Jahre noch mehr, so daß es aus dem Felde gar keinen Ertrag mehr gcbei kann. Deshalb ist es HSckchte Zeit, daß das Unkraut heiausgerissen .oder wenigstens abgeschnitten wird. Tie meisten Pächter haben ja Kinder, die nach einer kurzen Anleitung und Unterweisung diese notwendige Arbeit zu verrichten in der Lage sind; zudem sind auch die einzelnen Felder nicht allzu groß, so daß das Unkraut in kurzer Zeit ansgcrvdct sein kann. ** T e chni s che Hochschule. Unsere Leier machen wir auf die im Anzeigenteil unseres Blattes enthaltene Bekanntmachung der Technischen Hochschule zu Darmstadt aufmerksam. Kreis Schotten. §. Aus dem Vogelsberg, 28. August. Die Flachsernte lst jetzt im Gange. Sie zeigt, daß durch den Weltkrieg ein unterge- gangener Hauptkulturzweig des Bogelsberges wieder auferstanden und zu Ehren gekoinmen ist. as Samen- oder Rapsöl. In einer Zeit, in der die Fettve -sorgimg eine so wichtige Rolle .spielt, sollte die Kenntnis? dieser Oelgewmnung den kleinen Schlagmüllern vermittelt werden im Interesse unserer Volksernährung. Starkenburg und Rheinhessen. 1 Tarmstadt, 29. Aug. Das Generalkommando in Frankfurt hat auch für Tarmstadt die Einführung des Fliegeralarms zur Nachtzeit bewilligt. Er erfolgt in derselben Weise^ wie am Tage; ber Beginn ivird durch 7 Signalbomben, der Schluß durch .Glockenläuten bekannt gemacht. I T ar m sta d t, 29. Aug. Die He i l st ä t te für Al ko hol- kranke „Haus Burgwald" bei Nieder-Ramstadt vcröfsent- lickst ihren Jahresbericht für 1916 und 1917. Infolge des Krieges hcu die Arbeit an den Alkol-olkrauken. die meistenteils zum Heeresdienst ciugezogen sind, fast gänzlich eingestellt werden müssen. 1916 beherbergte die.Heilstätte 2. 1917 7 Kranke, von denen 5 Hessen, je einer aus Baden und Preußen waren. Sie stairden im Alter von 30 bis 40 Jahren, 2 waren ledig, 4 verheiratet, edier verwitwet: -> .waren Selbstzahler, bei je einein Kranken kam die Mrlrtärbehorde, die staatliche Betriebskrankenkasse und die Eisenbahnbehörde auf. Einer kann als gebessert, zwei als voraussl-ckstlich gcheilt betrachtet werden. Zur besseren Ausnützung der Anstalt wurde cm Abkommen mit dem vaterländischen Fraueiwerein in Frai'llurt getroffen, wonach für Krieger srau an und .Krieger,vitlven eine Erholungsstätte erngerrchtet wurde: von Mai bis Oktober waren durch chmttlich 15 bis 20 Frauen je 4 Wochen lang mit gutem Erfolge in Burgwall) untergebracht. Sie erzielten Ge- ? cm 11 ^on 5 bis 16 Pfund. Tie Eimmhmen schließen mit 28 500 Mark und die Ausgaben mit 25 600 Mark ab. so daß 2900 Mark bacec Kasenbestand übsiablcibt. Die Mitgliederversammlung findet (Hin ittwoch. den 4. Sevtember, nachmittags 3 l U Uhr, im Hause Burgwald statt. Hess.n-Nassau. mr. Frankfurt a M 29. «ug. In der Mainscknfstrhrt tst eut außerordentlicher Sttllstand emgetrelen, bedingt durch den «vrderen Wasser stand. Die bayrischcai Häfen Würzburg und Bamberg sind für^ Mittelschiffe vielfach schon nicht mehr erreichbar. Hier zeigt sich deutlich, ivie notwendig die Kanalisierung wenigstens bis Würzburg gefordert werden muß. Talfahrten fehlen, wie schon seit Wochen, nahezu gänzlich. Die.Fahrten zu Berg bringen nur Brennstoffe, in der Hauptsache Zecken ko ks. Die Flößerei hat schon seit Wvcl>en gänzlich aufgehörtMDre Frachtsätze sind infolge der Schwierigkeiten recht hoch. d F r a n k f u r t a. M., 29. Aug. Ter seit Mai infolge des bekannten Unfalles in der llmformerstation am Sckstllerplotz unter- brock-ene direkte Straßeubahnbetrieb nach Homburg und Oberursel wurde heute wieder ausgenommen. Auch eine Anzahl Nebenlinien in Groß-Fronkfurt wurde wi.'der in Betrieb gesetzt. = Kassel, 29. Aug. Ein hiesiger Bürger lmt ein „Albert- Wefterburg-Stipcndium" für Rechtswissenschaft Studierende mit 20000 Mk. errichtet. Privatmann Herzog, der erst kürzlich der Stadt 49 000 Mk. zueignete, errichtete mit 62 000 Mk. eine ,,Elisabeth-Benz-Herzog--Sti lnng", deren Zinsen Ferienkolonien und lungen- und krebs kranken Personen zugute kommen sollen. — ** e Stadt -erhöhte ihren Beitrag zur Siedluugsgesellschalt „Hessische Heimat" von 50000 auf 100 000 Mk. Fc. Weilbu rg. 28. Llug. Beim Rangieren aus dem hiesigen Bay Ax>s sprang ein EisenbahNvagen aus dem Geleise. Teni Balm- schalfner Hirsckihäuser aus Eubach wurden dabei die beiden Beine gequetscht. Schtoerverletzi tourte er nach Gießen in die Klinik überführt. IDarmstadt, 29^ Aug. Ter Mühlenbefitzer Michael Huber von Groß-Gerau setzte seiner Veranlagung zur hessischen Staats- steuer ständig tri ärgsten Wi • r and e tgegen, was ihm nach, mrd rund 127 000 Mark Geldstrafen eintrug. Bei der Reichs- kriegsstever gab er fefar Vermögen — damals ettva 24 000 Mark — wieder bedeutend zu niedrig an, worauf ih n das Finanzamt Groß- Gerau einen Strafbef hl ülec 16 000 Mark aufbrummte. Ta sich Huber gegen diesen _ Entscheid weh Ae, übergab das Finanzamt die Sache dem Gericht Tie. Ferienstrafkammer kam nach ein- gchmder Prüfung des Falles zu einer Verurteilung des Huber zu drei Monaten Gefängni s und 75000 Mark Geldstrafe. Außerdem muß er die Reichs steuern in Höhe von 60 000 Mark bezahlen. H. L. Marburg, 29. Aug. Mit Ende dieses Sommerhald- jahves tritt eines der verdienstvollsten Mitglieder des Leh ckörperZ der Technischen Hochschule zu Braunschveig. der o. Professor der Chemie, GA). Hofrat Prof. Tr. Tr.-Jng. Richard Metzer, nachdem er 29 . Jahre an der Herzoglichen Technischen Hockrschule gewirkt hat in den Ruhestand. Als sein Nachfolger in seinem ' .Hauptlehramde mrd in der Leitung des Instituts wurde der a. o. j Professor und Abtrilungsvorstel-er am chemischen Institut dev Universität Marburg, Tr. Karl Fries, zum 1. Oktober 1918 berufen. TCrrutt und rvgscnfchakt. * Die E<0 seler Bilder in der Peie isburger Eremitage. Eine hocherfreuli.be Nachricht ist es. daß nach den neuen Vereinbarungen zum BrestLnowsker Frieden die der Easseler Galerie entstammenden, nach Petersburg verbrach en Gemälde dem ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben werden sollen. Mit mehreren hundert kostbaren Kunstsclmyen teilten diese Bilder das Schicksal, voi^ Baron Tenon und seinen Kommisar n im Austrage Napoleons nach Paris enisührt zu werden. Napoleon mackste von der Easseler Bilderbeute 38 der besten Stücke der Kaiserin Josephine zum Geschenk, die sie in ihrem Schloße zu Malmaison aufstellce. 1314 kaufte dann Alerander I von Rußland dies? sämtlichen Bilder Josephinen ab. angeblich aus Ritterlichkeit, weil die Kaiserin in bedrängter finanzieller Lage war, indes kann man ivohl sagen, daß er dabei kein schlechtes Geschäft machte, denn der Preis von .«40 000 Francs, be,i er der Kaiserin zahlte, ivar für das, was er erhielt, wie man zu sagen pflegt, ein bloßer Pappenstiel. Tie Glanzstücke der ganzen Gruppe, die nun in die Eremitage wunderte, bilden die berühmten vier Tageszeiten von Claude Lorram, Bilder von stattlichen Abweisungen ans denen die Lothringer Meister Morgen, Mittag, Albend und Nacht in seiner majestätischen Formengebung und im vollen Reize seiner Lichlbehandlung mit unvergleichlichem Stimmnngszauber geschildert hat. Roch ein weiteres Bild von Elaude, einen Gang nach Emmaus, hat Alexander I. damals von Josephinen erstanden. Ein weiteres Prachtstück ist die leidenschast- lich beleuchtete Kreuzabnahme von Rembrandt, die nun sich zu den vielen berühmten Rembrandts der Easseler Galerie zurückfinden ivird. Andrea del Sarto ist mit einer schönen, großsinnigen heil Familie vertreten, aber zumeist sind es die Meister der Niederlande, die diese Gruppe der Easseler Bilder bestreiten. Da ist die stattliche Antwerpener Schützengilde von Teniers, drei kräftige Werke von Paulus Potter, das elegante „Glas Limonade" von Terborchund dieminiainrhastseiil dnrchgeführte „Heringsverkäuierin" von Gerard Ton. Aus diesen Andeutungen >nag man entnehmen, welch außerordentliche Bereicherung d.e Easseler Galerie zu erwarten hat. Alexander I. hatte seinerzeit dem Kurfürsten von Hessen die Rückgabe der Bilder gegen Erstattung des Kaufpreises ai,geboten; das Rechtsgesühl des Kurfürsten aber sträubte sich dagegen, einen Preis für die Bilder zu zahlen, die aus seiner Galerie gestohlen ivaren. Sollte heut ivirklicy nach den deutsch-russischen Vereinbarungen etwa die von Alexander I. gezahlten 940 000 Francs zurückerstattet werden, so würde allein der Wert des Reinbrandtbildes diesen Betrag decken oder vielmehr erheblich übersteigen. Ui^chliche Lrachr'Schten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdimst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag 31. Aug. Vorabd.: 7.45; morg.: 8 30- abds. i 8.20 u. 9.00. — Israelitische NcligionsgcfeLschsft. Sabbats feier am 31. Mg. Freitag abd.: 7.10; Samstag vorm.; 8.30;» nachm.; 4.30; Sabbatausg.: 9.00. Wochengottesd.: Mora. 6.15' abds. 7.30; Scmntag morg. 6.00. Vermischtes. Berlin, 30. Mg. Einem Pripattclegram«m des B. T. ans -Frankfutt a. M. zufolge meldet der Schweizer Pressetelegraptz >aus Rio de Janeiro: Auf der Station St. Tome gelang es, eine drahtlose Verbindung mit den iudisck)gn .Kolonien aus eine Entfernung von 40 000 Meilen mittels brasilianischer Apparate herzu stellen. * Nach emer Meldung des „Berk. Lok.-Anz." aus Halle a. d. S wirrde der mit 31 500 Mark flüchtige Bankbote der Düsseldorfer Filiale der Deutschen Bank, der Kriegsrnvalide Zimmermann, in Quedlinburg verhaftet. Er hatte iwch 12 000 Mark im Besitz. Bern. 29. Aug. Matin meldet aus Saint Pol sur Terncisc: Auf dem Bahnhof St. Pol stießen ztoei Personenzüge zusammen. Mehrere Tote und vierzig Verwundete wurden festgesleltt. außer- d.mi bedeutender Saicki'ck'/.rde'i. Letzte ^achrichtcu. Dev neueste Bevscht dev Äeevesleitnng. (WTB.) Großes Hauptquartier, 30. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. HeerrSgruppr'n Kronprinz Nupprechtund Generaloberst v. Boehn. Börseldkcinrpfe beiderseits der LyS und nördlich der Searpe. Südöstlich von Arms wurden Infanterie und Panzerwagen des Feiirdes beim Anmarsch auf das Schlachtfeld von Artillerie ulid Sll)lmlrtfliegern wirksam gefaßt, lieber Mittag nahm der Feind seine Angriffe wieder auf. Der Schwerpunkt seit gestern südlich der Straße Arras— Cambrai. Den aus Cheri-y und Fontaine heraus und gegen Hardeoourt mehrfach anstürmenden Feind schlugen wir in hartem Kampfe zurück. Weiter südlich drang der Engländer in Bullecourt und Niencourt ein. In dem Grabengewirr und Trichterfeld von früheren Schlachten spielten sich hier erbitterte Kämpfe ab. Nienmurt wurde dein Feinde wieder entrissen, auch der Osttril von. Bullecourt wieder genoninren. Am Nachmittage dehnte der Feind seine Angriffe bis nordöstlich von Bapaume aus. Sie brachen meist scholl in un- erem Feuer zusammen. Aus St. Leger und Mary heraus grlff er fünfmal vergeblüß an. Zahlreiche Pau.zenvageu wurden vernichtet. Nördlich der Somme haben wir in Verbindung mit den südlich des Flusses durch gef hrtcn ewegungen die Verteidigung in die Linie östlich van Bapaume—nordwestlich von Peronne verlegt. Der Feind ist gestern über B^mlme— Combles—Maurepas gefolgt. Zwischen Peronne und der Oise Infanterie Gefeckste. Auf dem Südufer der Somme und des Kanals starke Angriffe, die der Feind südöstlich von Neste und aus Noyon heraus gegen Unsere neuen Linien nordöstlich der Stadt führte und die abgewiesen wurden. Au der Ailette süßte der Franzose westlich von Folem öroy in geringer T>ese aus dem südlichen Ufer Fuß. Zwischen Allette'llnd Aisne nahm er im Verein mit Amerikanern s ine Angriffe wieder ans. Zwischen Pont Saint Mard nnd Cha- vrgny stürmte er seit frühem Morgen gegen unsere Linien an Panzerwagen führten immer wieder von neuem dre dichten Aag'iffswcllcn der Znsanterie vor. Magdebnrgische, hannoversche, thüringische und Gnrde-Negimentcr brachten die mit dovpeltcr Uebermacht geführten schweren Angriffe des Feindes völlig znm Scheitern. 72Panzerwagen wurden zer'chrs'en. Unteroffizier Crop- meier. Gefreiter Manspe und Sck lottau der 1. Lü. s.siinen- gewchr-Komvagme d.s 1. Garde-Regiments zu Fuß haben gerne m-am fünf Panzerwagen vernichtet. Vom Jnfanterie- 'Regiment Nr. 165 wurden 20 Panzerwagen zerstört. Der Franzose hat hier gestern eine schwere Niederlage erlitten. Seine Verluste sind ungewöhnlich hoch. Wir machten Gefangene von zehn verschiedenen Divisionen. Der Erste Geueralguarttermeister Ludendorsf. Neue U°Voot-Erfolge. Berlin, 30. Aug. (WTB. Amtlich.) Aul dem nördlichen Scckricgsschauplatz wurden durch unsere U-Boote rund 16 500 Brutto-Register-Tonnen versenkt, darunter im Artilleriegefecht eine U-Boot-Falle in Gestalt eines Seglers. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. Die deutschen Manöver. H a a g, 29. Aug. Ter „Nicuwe Rotterdamfchje Eouvani" mel- d.'t: Tie Deutschen haben die Somme überschritten. Gestern, am 28., schien es nur i'.vchrscheinlich, daß die Räumuug von E'haulnes und Rotze die Anküirdigung zu dieser Bewegung sei. Heute ist sie bereits Tatsache Tie rerplüsfende Schnelligkeit der .Durchführung ,dieser gefährlicher Bewegung beweist, daß die Deutschen die Kunst, schnell zn ma-.ü-vriererr, nicht verlernt haben, wenn es sich and) hier um seinen Rückzug handelt. Arr der Südseite, wo es am gefährlichsten ivar, ist die Rückzugsbewegung am ersten durchgeführt worden. Im Norden, wo dre Deutschen eine gnte Deckung in dem alten Trichterfeld des Domäne,'ckckachtgebietes hatten, stehen die Truppen vermutlich bei Peroirne und Brie. Hierdurch wurde den ^Alliierten die Aussicht verdorben, der deutschen Armee vor der Somme eine Kalascrophe zu verschaffen. Tic Deutschen gingen langsam^ zurück, solange sie unter feindlichem Truck standen und sckmell, sobald dieser Truck abnahm. Sie haben sonach einen Erfolg mit der Rückzugsbewegnng erzielt. Mexiko. Washington, 28. Aug. -WTB.) Reuter-Meldung. Das Grenzpotzengescchtt bei Nogale ist abgeflaut. Generalmajor Holbroet wurde mit dem Grenzschutz betraut und erhielt ausreichende In- struktionen. Wie verlautet, wird der amerikanische Milirärgouver- neur aus Auordnung Caranzas kommen, um das Bedauern der mexikanischen Regierung auszusprechen. Amtlicher Teil. VekanntnraÄung. Betr.; Vollzug der Tarisnummer 10 des Reichs stempele esetzes vom 3. 7. 13/26. 7. 18. lReichsstenrpel von Geldumsätzen.) Indem wir aus den nachstehend abgedruckten J 76 des Reichsstempelgesetzes vom 3. 7. 13/26. 7. 18 und.§ 160 Abs. 1 der dazu erlassenen Aussührungsbestimnrungen Hinweisen, fordern wir die hierdurch SteueNpflichittgen ans, die im § 76 Abs. 1 des Gesetzes vorgeichriebene Anzeige bis s p ä t e st e n s 1. Oktober l. I. a?i uns zu erstatten. Auf die demnächst im Großh. Hess. Regierungsblatt erscheinende Bekanntmachung obigen Bäreffs wird eben, falls hingewiesen. Gießen, den 19. Augiust 1918. 6452V Großherzoglichies Hauptsteucrantt, P u l l m a n n. (Reichsswmpelgcsetz) § 76. Wer im Inland Geschicke betreibt, die der Anschaffung und der Tarleihung von Geld dienen, hat sein Geschäcksunternehmen nebst den sämtlichen Zweigstellen bis zu einem von der obersten Landesfinanzbelwrde oder der von ihr bezcichneten Behörde zu bestimmenden Zeitpunkt oder wenn das Unternehmen oder eine Zweigsälle am 1. August 1918 noch nicht bestanden hat, binnen zwei Wochen nach Eröffnung des Betriebs der Steuerstelle schriftlich an zu zeigen. Er hat demnächst der Steuerstelle jeweilig binnen vier Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres oder nach Auflösung des Geschäfts den Gesamtbetrag derjenigen Zinseir anzumelden die er bei den ^Geldumsätzen im Laufe des Geschäftsjahres oder bis zur Auflösung des Geschäfts für Einlagen, für Guthaben m lausender Rechnung, für sonstige als tägliches Geld oder aus feste Termine, oder aus Kündigung, oder auf andere Weise im Geschäftsbetriebe hereingenommene Geldbeträge berechnet hat. (Habenzinsm' Zursen für Geldbettäge, die durckz Begobuntz eigener Wertpapiere (Schuldverschreibungen, Pfands,riese, Htzvothekenpfandbriese Kvnimunalobliaationen), gegen Begründung von Sckmldstuch'orde^ rungen durch Berlulberung verzüislrch.-r odcr unverzinslicher Sck-atz- anweisungcn des Reichs und der Bundesstaaten, sowie durch Veräußerung von Wechseln hercingenommen werden, unterliegen d<-r Anmeldung nicht. Ter, StcmerpfliMige hat über die berechneten Soll- und Haben zinsen ul der 'Art Buch zu führen, daß aus ihm der Betrag der stewapilichitigen Habenzinseri errechnet werden kann Laßt iulj aus der Art der gewählten Buchführung der Betrag der steuerpilichttgen Hab-mzim'en nur mit einer unverhältnis- mäßigen Mühewaltimg für den Stencrpflichtigen feststellen' so kann die Trpcktivbchorde aus Antrag die Entrichtung 5er gabe im Wege einer jährlichen Abfindung gestatten Für die ^Meldungen kann ein besonderes Muster vorae- schneben werden. * § 160. der Ausführüngsbestimmungen zum R. St. Ges (1.) Tie im 8 76 Abs. 1 des Gesetzes vorgesck/riebenc' Anzeige hat den Namen -die Finna) und den Wohnort ^in der 3-irma des Anzciqep.llchtigcn. ^die von ihm betriebenen Zweigstellen und den GeschaftsUtz dieser stellen, die Art des Gcschästsunterv-ehnienS und die Angabe de^Geschutsiahrs zu enthalten Sparkasse i und Steuerbefreiung ^'chn'tsiin dieser Em, die Art des Gesäräslsunternchnien die Angabe de-- Geschattsiahrs zu enthalten Sparkassen un ssensclZaften, für die nach der Art ihres O^schLftt'bc'triebs ein ^ n-befreiung besteht haben dies unter Einreichung 'ilrrcx Satzungen und GeschaUsbedmgungen bei der cknstattung der ' n sine i'achyuweisen. Zweigstellen sind unter Angabe der Hauvinieder- lanung und ihres Li des amck der Sdeuerstelle Lnzuzeigen m deren Bezirk die Zweigstellen ihren Geschästssitz haben Gestern vormittag 11 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwester und Schwägerin grsa toltHf Weite! Mm im Aller von 42 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Johann Weitzel f >einrich Weitzel,z.Z. infranz. Gefangenschaft i»a Weitzel. Gleßrn (FranksurterStr. 83), 29. Aug. 1918. ; Die Beerdigung findet Samstag nachm, ü 4 Uhr aus dem Neuen Friedhöfe statt. Blumen- und Kranzspenden dankend verbeten. m 04635 CpflssL^pzogSieiis Tgcimiscj ■ BasMile zu Dannstadi. Abteilungen für Architektur, Ingenieurwesen, Maschinenbau, Papieringeoieiirwesen, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie u.Pharmazie), Allgemeine Abteilung (insbesondere k. Mathematik u. Naturwissen schäften), Kursus f. Geometer I. Kl. Prüfungen zur Erteilung- des Grades rines Diplom-Ingenieurs u. der Würde eines Doktor-Ingenieurs. Fachprüfungen. Reichßpriifung für Pharmazeuten u. Nahrungsmittel-Chemiker. (Gegenseitige Anerkennung der Diplom-, Vor- u.Hauptpriifung in Hessen, Braunschw.-ig und Preussen für den Staatsdienst im Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinenbaufache). Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom 26. September bis 26. Oktober. Beginn des Unterrichts 30. September. Programm gegen postfreie Einsendung von 60 Pfg., Ausland 80 Pfg. 16450h v _ Rektorat. Man verlange Sir. 2 derselbe« slf unenrgeltl. Probe vom Verlage E. Lebegott, WolfendüttelLl. SedaraffeSeo* 0CÜ3 Montag, den 2. September, abends 8% Uhr, im „Fürstenhof“. Festredner: Herr Professor Dr. F. Werner, Butzbach Mitglied des Reichstags und des hessischen Landtags. musikalische tut. deklamatorische Oarbietuagen hiesiger Künstler. Zu zahlreichem Besuch ladet alle Kreise Giessens und Umgebung ein Dia Deutschs Vaterlandsparlai. 64S5D r . : Verkehr mit Zucker. In Nr. 193 der Darmstädter Zeitung vom 19. Angust 1918 in eine Bekanulmachung <8rostherzoglichen Ministeriums des Inneren über den Verkehr mit Zucker zur Herstellung von Tresterwein lC>auSlruuk' voni 17. August 1918. sowie eine Bekanntmachung über den Verkehr mit Zucker zur Verbesserung von Rotwein vom. 17 August 1918verüffent!icht. linker Hinweis aus diese beiden Bekanntmachungen wird bekauntgegebeu, das; der Inhalt dieser Bckannlmachung allen Interessenten auf Zim-uer Nr. 11 des Städtischen LebenSmlttelermteö, Ostanlage 11, zur etwaigen Einsicht offenlregt. Giesten. den 29. Angttst 1918. 6469 B Der Oberb ürgermeister (Lebensmittelamt). 1 Lote! 1^ür8tLn^o5 Gießen Direktor: OSKAR STRITZL Samstag den 31. August, abends 8 Uhr IM GROSSEN. SAALE MüsikalischeAbendunterhaltung unter Mitwirkung des Altmannschen Soloquartetts, sowie Herrn Alfred Meineis, Mitglieds des Frankfurter Opernhaus-Orchesters. AUSERWÄHLfES PROGRAMM Am Flügel.Herr Altmann Violine.Herr Alfred Meinel 1 enor.Herr Heilmann Bariton.. . Herr Schlesinger Humoristische Vorträge .... Herr "Wendling Quartettvorträge.Offenbacher Soloquartett Eintritt I. Platz 2 Mk, II. Platz 1.50 Mk, Balkon 1 Mk. Vorverkauf Im Hotel Fürstenkof, Telephon Nr. 2066. Kassaöffnung: abends 7 Uhr. Die Direktion. n Garn Verteilung Ä ~ & Ä r , die Ausgabe des der Stadt Giehen für das 2. -vaibjabr 1918 zur Versorgung der Verbraucher, Ge werbetreibenden und Anstalten zugereiste Näh- und Stovl garns wird folgendes bestimmt: § 1 . Jede Familie erhält eine ihrer Mitgliederzahl ent sprechende Garnkarte, Für die Zuteilung des Nähgarns an Gewerbetreibende (Schneider. Schneiderinnen usw > sowie Anstalten, einschließlich Personal, werden besondere Garnkarten in hellblauer Farbe ausgegcben. Die Ausgabe dieser Karten erfolgt im Städtischen Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 10. § 2 . Verbraucher und Gewerbetreibende haben ans dem biersur bestimmten Raum der Garnkarte ihren Namen und ihre Wohnung einzutragen. Garnkarten ohne diese Eintragungen und ungültig: Garn darf darauf nicht abgegeben werden. 8 3. Die Garnkarten find bis zum 7. Sevtember 1918 k'ner der nachstehend verzeichneren Verkaufsstellen zur Be Nell un g vorzuiegcn. Sie trägt ihre Firma an der hierfür vorgcschriebenen Stelle ein und gibt die Garn karten den VcrsorgungSbercchligten als ÄnswelS über oie erfolgte Bestellung zurück, während sie den Kontrollabschnitt abtrennt und zurückbehalt. 8 4. Die Verkaufsstellen haben die Kontrollabschnitte zu sammeln, getrennt nach Farben und Ziffern auf Bogen aufzukleben und dem Städt. Lebensmittelamt unter Beifügung einer schriftlichen Mitteilung über die Anzahl der abgclleferteu Abschnitte bis spätestens 9. Sevt. 1918 zur emz,,reichen: auf Grund der eingereichten Abschnitte erfolgt die Zuteilung von Garn an die einzelnen Verkaufsstellen. 8 6. Der Verkauf des Garnes an die VersorgungS- be.rechligten erfolgt gezen Abgabe des Bestellausweises Die Bestellausweise und von den Verkaufsstellen zu sammeln und nach Ablauf der bestimmten Frist in einem Erschlossenen Umschlag unter Beifügung einer schriftlichen Mlttestung über die Anzahl der abgelieserten Ausweise forme i? ber r> r bic 1 V* t . abgeholten Garnmengen dem ^städtischen LebenSmittelamt einzureichen. § 8 . Ueber die Garnmengen, die infolge Versäumung der oben angegebenen Fristen frei werden, wird anderweit verfugt. 8 7. Die den emzelnen VersorgungSberechtigten zustehende Menge au Nah- uno Stopfgarn sowie die Verkaufspreise werden bekannt gegeben, sobald daS Garn bet den Verkaufsstellen cingetrossen ist. AIS Berkaufsstetten sind folgende Geschäfte zugeiaffen: 1. Bette, .-.ranz, MäuSburg 2. Haas, Robert Nacks., SelterSweg 3. Heilbronner, I.. Marktstraste 4. Holkerhoff, A. Söhne, SelterSweg 5. Konsumverein Giehen, Schanzeustraste 6. Salomon L Eo., Schulstraste 7. Schulze. Julius, Kreuzvlatz 8. Student, Gefchw., Marktstraste 9. Teipel, Friedrich, Marktstraste 10. Volk, P. Wwe., Kaiser-Allee. Giesten, den 29. August 1918. 6470B Cbcrtnrrncrmcifkr (LebenSmittelamt). Drkrmnimachmrg .. Die Auszahlung der Hamiliennnterstiitzunaen an die AngehörtLeu der zum Heeresdienst Eingerufenen für 1.-15. September 19,8 bzw. für August 1918 findet statt: s) Netlv-uxterftiirnu'a: An diejentien, deren Namen beginnen mit: A— H Samstag den 31 August 1918 •I—R Montag den 2. September 1918 S—Z Dienstag den 3. September 1918. b) Lkcitere Uutersrützuua (MieSznschttf;:) An dieicmjien. deren Namen beginnen mit: A —H Mittwoch den 4. September 1918 J —R Donnerstag den 5. September 1918 S —Z Freitag den 6. September 1918. c) An Vermieter, *:e Mietbeträse adbolen: Sanl-lgg den 7. September 1918. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr 7,^sralt. Tic ttnierttäbnuaen diirjcu nur an den vorgenannten Tagen abgcbolt werden. Giehen. den 23. August 1918. 6465B Der Obcrbürgermeist-er: Keller. Verfteigerrnrgsanzeige. Montag den 2. September, nachmittags 2 Ubr, werden zum Zwecke der Auseinandersetzung irn Geschäftslokale der Firma Gebrüder Zülch in Uitkcu. Rlicestraste Nr. 24, öffentlich, sreiwilltq gegen bar versteigert: 1 Pferd, 1 Halbverdeck, 1 Nolle, I Cbairenaeschirr, P fe rd ed e ckc », S to ü- u n d S a ckka rrc n, P u l te, 2:o n lca ux, 1 Kcasrenschrank, 1 Landwagen, 2 Tczimalwagcu, so wie Rontor-tttensilien, 1 Hund, Stähle u. dgl. m. 6477 8r»r,At«»nLv», stellvertretender Gerichtsvollzieher. Iitofeitoliilfi m Ff!. Müiiü Süd-Anlage 7. Süd-Anlage 7. Unterricht im Schneidern und Anfertigung von Wäsche- f egenstknden aller Art, Weiß- und Buntstickereien, ilet. Schiffchenarbeit, Klöppeln und allen neuen Handarbeiten. Beginn des Unterrichts: Mors tag den 2. &ept. Reih- u. Mähgarn Ersatz in guter Ausführung zu haben im 6475a ^)T f')dehQu s\afamorL Gr! w oics^en O SchuJs/fcCa Künstler-Postkarten: Sold.' lt. 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August und Sonntag den 1. September a. c. Kü nstler-Konzert. Eintritt frei. 6451D Ks5C>5^1X3 Das fadöFl / tfCerbst- jtflbum ist eingetroffen im CJJTodrhaas Qafomon Gmsjca t/ Sc/tuJUraJ» Verkäuferin I für Kolo.tialwarcngescbäft gesudit. Brandrekenntnisse ntcht erforderlich. Offenen an H. Trresch, SelterSweg 70. 5lücherr- und Dienstmädchen gesucht 64(50B MeLizmisZe Klinik. f'sT E L L E NG* E Sb »' C H E *| Persekte, erftklassige K ö ch i n in grostem Betriebe tätig, sucht Stellung. Angeb. unter 04622 an den Giest. Anz. erb. Ferkel und starke Läufer zu verkaufen. 6449 Rodhcimer Straße 6, neben MöserS Oehlmühle. verkauft pfundiveise (vormittags 8—10 Ubr) 6472 _Simon, Grabenstrastc. Täglich irische Ernmachgurken 1634 Plorkstraüe 4. Fahrrad mit Bercisurtg zu verk. Näh. zu ersr. i. d. Ge sch st. d. Giest. A n z. 046 M Lttz-Sada- Fsvrtsr bill. ab;ug. 04612 Marktttraste 29. 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