Hi. W) mzr 9 lL 8 . Jahrgang Der iticßcricr Anzkign erscheint täglich, außer Sonntag-. - Beilagen: LichcncrFamiHlndlätter. Hreirbk'.tt für den Kreis sieben. Bezugspreis: monatl.Bit. 1.20.vierte - jährlich Bit. 5 G >• durch Abhole- ii- Zweigstellen monatl. A!k. ].l >; durch die Bost 2ik. viertel- jäh rf. anöschl. Bcüellg. Fernsprech - Anschlüsse: sürdie Lchri'tleiiung l 12 rrüniiurt Perlag.Geichiu NeUebl * ' richten' AnzeigerGiesjen. 3wi!lmg§runddruck u. Verlag: vrühl'jche Univ.-Vuch- u. Ztemdruckerei R. Lange Mittwoch, August \%8 Po^eilonto: M E ED?ffil* tnffurt -.m. „ 686 . V4 | Ui Yankv-rkchr: Gewerdedanl Ziegen Zchristleitunz, Seschästzsteile u. Oruckerri: 5chli!str. Annahme o-sn Anzeigen s. die Laaesnummer VW zuin Nachminag vorher o hne j ed eB e r b j n dl i chkeit Zeiienpreise: sür örtliche Anzeigen 25 Pi. sür auswärtige 30 Pi., sür Reklamen Mk.l.-uebst 20°/ 0 7eu- erunas-nschtag. Haupt- schri neuer: Aug.Goetz. Verantwortlich nie Politik u. Feuilleton: i. V. vr. Zeuz; Stadt »md Land, Bering diesu.Bericht aal: vr. Meyer: Anzeigenteil: i). Beck.- sämtlich in Gieße,,. (WTV.) Grotz.es Hauptquartier, 13. August. (Amtlich.) W c st l i ch c r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupp recht. Südwtstlich von Ypern am frühen Morgen heftiger Ar- tiUeriekampf. Feindliche Angriffe kamen in unserem Feuer nicht zur Entwicklung. Südlich non MerriS wurden mehrfach wiederholle eng i'che Tcftcwgriffe abg wiesen. Vorfcldkümrfe beiderseits des La Bassöe-Kanals und zwischen Scarye und Anere. An der SchsiMfrmtt ruhiger Vormittag zwischen Anere und Avre. Siidlich der Sotnme griff der Feind am Nachmittag zu beiden Seiten der Römer-Strass Foucan- court—VillerS-Brctoneux an. Er wurde abgrwie'en. Nördlich der Strafte Amiens—Nahe schlugen wir am Abend starke feindliche Angriffe ab. ZwistlM Ab re und Oise tagsüber heftiger Kampf mit teilweise ueueingesrtzten französischen Divisionen. Starke Kräfte griffen im Morgennebel dicht südlich der Avre sowie zwischen Tillolop und nördlich von Elinconrt au. Sic brachen vor unseren Linien zusammen. An einzelnen Stellen warfen wir sie im Gegenstotz zurück. Zwischen Tilloloy und Eamry westlich und südwestlich von L-assigny setzte der Feind feine Angriffe bis zum späten Abend südlich von Til- loloy bis zu fünf Malen fort. Aus dem Matzgrunde heraus ftiehen ßlfmack-e Kruft? vor. Wir schlugen den Feind zurück^ vielfach blieben seine Angriffe schon in unserem zusammen- gefaßten Artillrriefeuer liefen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich und* östlich FiSnreS hatten örtliche Angriffs- mrrernehuumgen Erfolg und brachten Gefangene ein. * Gestern wurden 29 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Ndet errang seinen 53.. Hauptmann Berthold seinen 43. und 44., Leutnant Freiherr von Nichthofen seinen 39. und 40., Leutnant Koeuneae seinen 29., Vizeftldwebe! Thom seinen 28.. Leutnant Lau mann feinetv 24., Oberleutnant Freiherr von Bönigk seinen 21., die Vizefellnvebel Dörr und Mm ihren 20. Luftsicg. Der Erste GeneralMMrtiermeister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin 13. §lug.. abends. (WTB. Amtlich.) Von der Anere bis zur Avre ruhiger Tag. Zwischen Avre und Oise sind Teilangriffe des Feindes gescheitert. * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 13. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der Tiroler Gebirgsfront führten Sturm- patrouillen des Sä ützenregiments Nr. 27 einen gelungenen, für den Gegirer verlustreichen Ueberfall auf die feindlichen Stellungen auf dem Monte Eorno aus. Die fortgesetzten Fliegerangriffe mrf den Raum von Feltre fordern unter der italienischen Zivilbevölkerung zahlreiche Opfer. Auf dem albanischen Kriegsschauplatz nichts von Belang. Der Chef des Generalstabes. Im Mittelpunkt der Tagesereignisse stehen auch heute noch die Besprechungen im Großen Hauptquartier, deren deutung inzwischen noch gewachsen ist, da nunmehr auch Kaiser Karl sich mit einem ganzen Stabe von politischen Beratern dorthin begeben hat. Ihn begleiten der Minister des Aeuheren, Graf Burian, der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin, Prinz Gottfried zu Hohenlohe-Schrllmgs- fürst, ferner der deutsche Botschafter in Wien, Graf Wedel und Gesandter v. Bergen, der Referent für Oesterreich-Uw garn im Berliner Auswärtigen Amt. Außer dem Reichskanzler sind dort bereits Staatssekretär v. Hintze, Staats- Minister Dr. Helfserich. unser bisheriger diplomatischer Vertreter in Moskau, ferner der polnische Minister des Aeußeren, Prinz Januß Radziwill, und der Vertreter des.polmsE Staates in Deutschland, Graf Rorritier. Ob damit dw Liste der dort zusammentretendcn politischen Persönlichkeiten abgeschlossen ist, bleibt dahingestellt. Mehrfach wird in den Blättern die Vermutung ausgesprochen, daß auch Vertreter der übrigen östlichen Randstaaten an den Beratungen teilnehmen werden. Zur Sprache kommen wird vermutlich der ganze Komplex der Ostfragen, unsere Beziehungen zu dem Großrußland der Bolschewiki im allgemeinen und zu den Randstaaten im besonderen. An bevorzugter Stelle wird aber, den Teilnehmern nach zu urteilen, die Lösung der polnischen Frage stehen. Schon bei der letzten Kaiserzusammenkunft hat ein Gedankenaustausch über dieses Problem stattgefunden, der aber zu keinem Abschlüsse führte. Die austropolnische Lösung stieß damals auf Meinungsverschiedenheiten, die nicht restlos behoben werden konnten. Inzwischen sind aber die Wünsche der Polen nach Vollendung des von den Mittelmächten proklamierten selbständigen Königreiches immer dringender geworden, so daß man eine endgültige Lösung nunmehr anzustreben scheint. Von Wichtigkeit hierbei ist die Regelung der Grenzfrage auf eine Weise, die eine Garantie der Dauer in sich trägt. Nach der Ansicht politischer Kreise wird man sich in einem Sinne einigen, der der bisher von Oesterreich-Ungarn angestrebetn Lösung nicht entsprechen wird. Schon glau ben verschiedene Blätter die Zeit gekommen, dem neugeschaffenen polnischen Königsthron einen Herrscher zu geben. Ein österreichischer, bayerischer, sächsischer und bulgarischer Thron kandidat werden genannt und die größten Aussichten dem zweiten Sohne des Königs Ferdinand von Bulgarien gegeben Ob man es überhaupt schon für angebracht halten wird, sich durch die Besetzung von Thronen politisch fest- znlegeii, ist eine unentschiedejne Frage. Neben Polen harrt aber Finnland eines Königs nnd Litauen eines Herzoges, und eine Besetzung dieser Throne mit deutschen Bewerbern wäre für unsere Feinde nur ein neuer Anreiz, die Umstoßung der von uns h-erbe-cheführten Lösung der östlichen Fragen auf ihr Krregsz-ielprogramm m setzen. Wird doch schon in der Verbandsprefse die schnelle Wandlung des republikanischen Finnland zu archgefprochen monarchischer Gesinnung propagandistisch einen: dahingehenden Drucke Deutschlands zugeschoben, nnd Blätter wie der Vorwärts törtnen es sich nicht verkneifen, in die gleiche Kerbe zu hauen. Nicht verwunderlich ist es, daß das Berliner Tageblatt sich ebenfalls gegen eine weitere Einmischung der deutschen Regierung in östliche Verhältnisse wendet und befürchtet, daß sie sich immer wei ter in das russische Labyrinth hinein verirre. Bei dieser Ge legenheit fordert das Blatt abermals die Einberufung des Hanptausschusses, da der Reichstag das Recht und die Pflicht habe, sich um die Absichten der Regierung zu kümmern und sich man endlich nicht mehr damit begnügen dürfe, „die Unfälle zu beweinen, wenn sie da sind und wirtlich erscheinen". Die Erfahrungen mancher Reichstagserörterungen lassen es aber wenig angebracht erscheinen, politische Fragen die die Gesamtheit der Mittelmächte angehen, in die Userlosig- keit der Debatten hineinzuziehen, bevor die Regierung einen eigenen festen Standpunkt gewonnen hat. „Nichts ist selbstverständlicher", meint die „Tägliche Rundschau", „als daß jetzt alles vermieden werden muß, was geeignet wäre, neuen Zündstoff in die Massen zu werfen. Auf solche unnötigen Schwierigkeiten würde es aber hinaus laufen, wenn man der Forderung des „B. T." nachküme, den Hauptausschuß ernzuberufen, um dort Gericht zu sitzen über unsere Ostpolitik, über die Ukraine und Finnlandspolitik und um den neuen Staatssekretär auf neue Richtlinien der Mehrheit sestzunageln." Die Kämpfe im Westen. Berlin 13 Aug. Ern dichter Nebelschleier lag über dem Sommegebiet/ als am .frühen Morgen des 8 August kurz nach 5 Uhr cm der ganzen.Front der Armee v, i> «Dtannfc ein mächtiges Trommelfeuer ersetzte und .l 1 /* «stauten ununterbrochen anfcielt Unter dem Schutz einer Mage von Tanks nne sie bis nwt noch nicht eingesetzt worden war, ging bie feindlich^Znfanterre Lim in riesen Wellen zum Angriff vor. An .vielen Ltellen ver- Ätc bS ftdnb M Gelände, Eh auS.Tanks wurden Mbcck- bomben geworfen, so dat; svch der Angriff fast, völlig unserer Sicht entzog Auf dem linken Flügel griffen zwei bis drer eng- liche Tiwnnnen in der Geaeird von Acarlanraurt am südlich von! ihnen rückp' das australische Korps mit vier Drvrsronen. m°d außerdem itev ümadische TivisiE Mi. Alle ^«fega^m als besonders gute Angriffstruppen, ine fett längerer Zert nicht mehr im Gefeickit gestanden hatten. Auch ist festgesteM, daß Vier fran« zbsische Divisionen an >^n MnPxseir beteiligt gewesen' sind Die neuen cnglijchm Riesentwris, die h er zum ersten Male auige- tteten, sind noch) um einige Fuß länger und besitzen kräftiger^ Motore. Ter moralische Eindruck dieser Massemrngetüme ist für den Verteidiger die Hauptgefahr. Diese Nervenprobe haben unsere Kämpfer glänzend übeustanden. Uebevall da, wo die Tanks in den Bereich unseres Ariallerieseuers kamen, ivurden sie oerniäM. Zu welcher Ticlpc die Engländer mit ihren Tricks angriffcn, a> h-llt daraus, daß ans einem Tivisionsabsch.ritt in einer BverV von 4 Kilometern 43 zerschpssenc Tanks siegen blieben oie alli durch unser Artillerie- mrd Maschurengewchrfeuer Vernich ^ wur- den. Rechnet man hinzu, daß ein großer Teil dieser Tan entkommen ist, so können die Zstnschmräume nickt mehr als 6^—70 Met?r betragen haben. Als p :vpt. inbmd) [Wie für Die Tmkgeclicva- der hatte der Feind die Franke der vor,Dringenden Decke unserer Front gewählt, um in den Rücken unserer Infanterie zu kommen. So stießen z. B. die Tanks nördlich Morerill von Thennes aus vor, wo der Avreabschnitt von ihnen nicht hätte überwunden werden können. Nickt weniger als drei englische Kavalleriedivisionen -- rrnd dies bedeutet die gesamte englische Kavallerie — standen bereu ub griffen später, schüoadronenweise verwendet, in den Kampf ein. Zci diewm Massc-nernsatz von Tanks und Truppen, begünstigt durch die Ungilnst des Wetters, gelang es dem Feinde bekanntlich, in einer beträchtlichen Tiefe einzudringen, stellenweise jedoch unter schweren blutigen Opern. Nördlich der Straße Amiens—Peronne liegen die Toten in mehreren Reihen stellenweise lungemäht Einzelne deutsche Maschiuengewehrnester wehrten sich verzwei'elt und brachten der den Tanks nur langsam folgenden Infanterie die schwersten Verluste bei. Eine leichte Batterie vernichtete allein 10, eine anders 9 Tanks. Ein Kraftwagen-Flak-Geschütz erledigte fünf Tanks, fuhr dann, da es sich verschossen hatte, zurück, um Munition zu holen, !und schoß dann noch zwei weitere Tanks in Brand. Bei Marcel- cave und bei Fvalerville wurden einzelne Schwadronen durch unser Mafchinengewehrfeuer fast vollständig vernichtet lieber alles, Lob erhaben ist der Schneid der deutschen Infanterie, die stellenweise der Trniks ustht achtend, sie hindurchahren ließ und dann die nach folgende Infanterie im Gegenstoß Mifhiekt. Es sind auch Fälle gemeldet in denen die Infanterie allein der,Tanks Herr wurde, in.dem sie an einer Stelle z. B. vfiter Tanks in Brand schoß intb! acht weitere außer Gefecht setzte. Dem Schneid unserer Infanterie mtb der Beweglichkeit unserer lZlrtillerie sowie ihrer Schußleistun^ ist es zu danken, wenn der groß angelegte fciiteiche Angriff sehe bald zum Stehen kam und in den beiden letzten Tagen nicht mehr weiter Raum hat geroinnen können. Berlin, 13. Aug. (WTB.) Nachdem sich die englische Offensive zwischen Anere und Avre nach den schweren, atfa> reichen und vergeblichen An-grisfen der letzten Tage an der Grenze des alten Sommefchlachtsel^'s feftgclaufen hatte, verhielten^ fick die Engländer am Vormittag des 12. ruhig und setzten erst im Verlauf des Nachmittags und abends zu starken Teckanarifsenj beiderseits der Römer st raße sowie fMich des L u c e - Daches an. Teilweise brachen diese Angriffe bereits in dem deutschen Ab- lvehrfeuer zusammen. Wo die britischen Sturm wellen bis cm die deutschen Linien herankamen, wurden sie im Gegenstoß wieder ge- wvrsen. Dagegen setzten die Franzosen nochmals mehrenj ftische Divisionen ein, um die Stellungen zwischen Avre und Oise, aus die die Deutschen in so geschickter und für die Franzosen so verlustreicher Weise ausgewichen waren, doch noch zu duvckfibrechen Starke Kavalleriemasf'en standen zur Verfolgung bereit. Im Morgendunst griff die französische Infanterie an, allein trotz der schweren Befcksteßuug, die dem Angriff vorangegangen war, empfing ungeschwächtes Mafchinengewehrfeuer die Sturmwellen. In der Ge- Aetzd des Loges -Waldes, von der Matz bis öfllich Res- sons und südlich L'Ecouvillon rannten die Franzosen im- vier wieder vergeblich cm. Die Art, wie sie cm manchen Stellen bis zu fünfmal hintereinander vergeblich stürmten, erinnerte cm die russischen Massenopfer. Die gewaltigen Anstrengungen der ftan- zösischcu Regimenter blieben vergeblich. Wo sie geringe Vorteils errangen, ivurden diese ihnen alsbald wieder durch die Deutscheuj abgeuommen, die im raschen Gegeuftoß die Franzosen aus den genommenen Gräben wieder warfen, den Fliel-enden nacksetzten und ihnen zahlreiche Gefangene avnahmen. Deutsche Gegenangriffe. London, 12. Aug. (WTB.) Das Reutersche Bureau erfährt: Tie Deutschen unternehmen mit einer bettächtlichen Zahl von Divisionen und Artillerie starke Gegenangriffe zwischertz der Straße von Rohe und der Somme. Namentlich südwestsich von Rohe ist ihre Ltzgenaktion sehr heftig. Stockholm, l£. Aug. (WTB.) „Stockholms Dagblad" meint zu der neuen Phase der S ch l a ch t i nt Westen, die Maßnahmen der Alliierten trügen auch da augenfällig defensiven Charakter, wo ihre Operationen offensive Formen mmähmen. Tie Initiative! im Großen läge immer rwch bei den Deutschen. Die Beteilignng der Tanks. Berlin, 13. Aug. (Priv.-Tel.) Bei den Angriffen zwischeit Ancre und Avre am 8. August haben die Gegner im yanzen 400 bis 500 GroßtanA gegen unsere Front vorgeworfen. Diese führten- zunächst Kanadier und Ansttalier, dann farbige Franzosen und in der letzten Angriffswelle Amerikaner. Luftschlacht im Westen. Haag, 13. Aug. Tie Korrespondenten im brckischen 5)aupt- guartier beschrecken die Luftschlacht, die am Donnerstag und Freitag cm der Somme stattgefunden hat. als die größte, die jemals geliefert wurde. Sie melden: Tie 51 britischen Apparate, die laut .Generalsiubsbericht am Toimerstag verlorengingen, bildeten nur einen kleinen Teil der ausgesandten Flugzeuge. 100 von ihnen stiegen drei- oder viermal am Tage auf. Deutsche Flieger über Calais. Calais, 12. Aug. (WTB.) Agence Havas. Feindticüe Flugzeuge überftogen trotz des Sperrfeuers in der Nacht die Stadt, warfen Bomben und schossen aus Maschinengewehren. Ern Mann der Zeppelin-Besatzung gerettet. Berlin, 14. Aug. Dem L. A. ans dem Haag zufolge meldet das Hollandsck Nieutoe Bureau: Es Hai sich hevausgestellt, daß noch ein Mann von der Besatzung des bei Amelcmd abgesckoncnrn Zeppelins gerettet imirbe. Er wurde durch ein holländijches Schleppschiff nach Hmuten gebracht. Der letzte Flug Oberleutnant LörvenhardLS. - d e^r lin, 13. Aug. (MTV.) Oberleutnant Löwenhardt, ^nler erfolgreichster Kampfflieger, ist am 10. August mittags 12 Uhr 15 durch einen Zusammenstoß mit einem unserer vlustZeuge tödlich verunglückt. Unbesiegt wie Boelcke und Nichthosen ist auch er nu. en Reihen unserer Besten geschieden. Im Verein mit der S fffel Nichthofen war er um 11 Uhr 30 Min. vormittags an l :c Spitze seiner Staffel zu einem ^agdffuge aufgestiegen, Kurz nach 12 Uhr mittags entspann suh in 2500 Meter Höhe ein h-'ftiger Lustkampf zwischen ihm und einem englischen Kampfeinsitzer, in dessen Verlauf er den Gegi^r bis auf 1500 Meter herunlerdrückte. Der Engländer versuchte über die Linien duvcl>zubrcchen, wurde aber von Löwenhardt auf unser Gebiet zurückgedrängt und zum Absturz gebracht. Im Verlauf dieses Kampfes erfolgte der Zusammenstoß. Erick» Löwenhardt war 189^ in Breslau als der Sohn eines Arztes geboren, hat also nur ein Alter von 21 Jahren erreicht. Seine Erziehung erhielt er auf dem Kadettenkorps in Grost-, Lichterfelde, und z:var iTi der 8. Kompagnie, der auch Manfred Frhr. v. Iiichhsfen augehörle. Im September 1914 murb; er Kam Leutnant befördert. Anfang August 1914 ruckte er als Fähnrich im Infanterieregiment 141 ins Feld, kämpste anfangs bei Dannenberg, in den Karpathen, in Tirol und Serbien! und ging im Aprck 1916 zur Fliegerwaffe über. Zunächst war er Beobachter, feum Flugzeugführer. Seit April 1918 führte er eine Jagdstaffel. Mit 53 Luftsiegen gehörte er zu den besten deutschen Kampffliegern. Noch dem 16. Siege wüste er mit dem Orden Pour le misritt ausgezeichnet. Wenige Tage vor seinem T«Le befördert,' ihn der Kaiser in Anerkennung der hervorragenden) Leistungen zarm Oberleutnant. Kaiser Karl im Großen Hauptquartier. Berlin. 13. Aug. Kai ser Karl wird im Großen Hauptquartier erwartet. In seiner Begleitung werden sich befinden Graf Durian und der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin jTriir$ Hohenlohe. Außerdem werfen anwesend sein der deiche Botschafter in Wien Graf Wedel und der deutsch: Gesantre v. Bergen aus dem Auswärtigen 9lmt. Es sollen bei der 2iuwefenb-eit Kaiser Karls alle zwischn Dentschand und Oesterreich-Ungarn noch in der Schwebe bestndlichn Fragen besprochen werden, und zwar unter besonderer Berücksichtigung des polnischen Problems. Kronprinz BorrS im Hauptquartier. Berlin. 13. Aug. lWDB.) Kstnprinz Boris von Bul- garien,' gestern dem Kaiser im Großen Hauptguartier einen Befmli abgesvattet. Knndgeburrgen für Malvy. Genf, 13. 2llrg. Tie Kundgebungen der französischen Gew erk; chaften geMn die Verurteilung Malv y s haben am Lonntag einen derartigen Umsang angenommen, daß die Berichte in den sozialistisclien Zeituargen mehrere Spalten bcan- spractLm. Unter den Versammlungen in der Pariser Arbeiterbörse oerdrenen die der Metallarbester, der Äctomobife und Ftugzeug- arbeüer, der Zimmerleute und der Arbeiter der chmischn Industrien ermahn: zu werden. Aml). in Rennes, Rouen und Tou- loute oera-chalteten^ die ArbAterbörsen Kundgebungen gegen den Lemtt. Ti" Gewerkicknst der Bergarbeiter in St. Etienne forderte E ante b hsrien Tagesordiruny die Organisation einer allgemeinen Arbtntze rLeioegung, Mi die Tnrchsührung des Urteils zu verhindern und die Mehrheit der L-enawven, sowie die royalistis-chen Agitatoren zur Verantwortung Lu ziehen. Slirij in der vadiLcken Partei ist es in Paris und der Provinz zu noa»druckl',chn Kwidgebungen gekommen. Besonders der Verband der radikalen irnb radiLchßozialistischen Vereine von Paris und Umgebung bat ferne SverrrrtrTi im ^ Umgebung hat ferne Vertreter im allgemeinen Aus's.chß der Partei beaustaigt. den Ausschuß der Senatoren Monis und Perchor ans der Partei zu b^reiben und den „Radiccck" zu zwrngen, die Bezeichwrng .^OffizfelLes Organ der radikalen Partei" a?en. Ufa, 6. Ang. (WTB.) Unter den Tschecho- Slowaken macht sich eine Zersetzung bemerLxrr. In den TruPPenteilien werden Maffenerschießungen vvrgenommen. Ter Kvmnurndant hat Bersanimlungen Verb üem Infolgedessen zeigt sich starke Uuzu- frieden seit unter den ii iannschaften. M. kau, 13. U..£. (WTB.) Meldung der Petersburger 4jelegra: tzen-Ayechtr. Tie von den 'Svrvjets auf der Wolga gebildete K r i e g s f I o t t e hat die Wolga von deir durch die Tschecho-- en. Astrachan, Zarizyn und Saratow sind nach wie vor rn den .st änden der Sorojettruppen. In Moskau sind Vertreter der Sowjets ans Ost- srbrrien eingetrosfen, die erklärterc, daß die Tschecho-SlewaveN nur bis Baikal geßimmen seien. Weiter östtich BaiLal sei cranz in den Härchen der Sowjet-Regierung. Ueber den Städten - m r Dörfern Ostsibiriens wehe nach wie vor die rote Flagge dev »l'^alimscheu Republik. Ostsibirien sei kün^swegs der Sammet- punkt der errglrsch-französischen Truppen. Weder solche, noch ameri- kamsche oder japanische Abteilungen befänden sich dort. Haag, 13 Aug. Reuter meldet: Tie „Tim-'s" berichtet aus Tokio vom 7. August: Die Tschecho-Slowaken sird an den Fronten rmUssuri-G^bietund in Transbai kalien dem Nveren Truck fmndlicher Truppen, unter denen sich Ungar.r und Deut, che l^rnden, aus gesetzt. Moskau, 13. Aug. (WTB.) Meldung der Petersburger Tefegraphen-Agentur. Tie Kräfte der Weißen Gardisten, der D,checho-Slowaken und der Kosaken ans der Mittel-Wolga- cs-uotU beziffern lick» ans 80 000 Mann Tie Zusamme.iziehung me . e , 7t ist beendet und hat die ZaPl vvn 15 000 0 vR a ixn errettf#. Ter begonnene Angriff entwickelt sick» erfolgreich^ Tie 'So^chet-Trupperc sind bereits imter Kämpfen inj Borstadt von Simbirsk ein gezogen. ^ondon 13. Aug. Reuter zufolge erfahren die Times aus Tokio vom 7. August, daß die Tschechen mit starken Streitkräftemi an der ttsuri- und Transbaikal-Linie heftig in die Enge ge-« trreben werden. * Lrc Kiew pyueamg des Vertrages geweint fern ,oMe. Ein Ab kommen gilt aber als praagraphiert, wenn es die Fassung bekommen hat, an den nach bem Gefühl der beiderseitigen Unterhändler nichts mehr geändert werden soll. Lebenömittellieferurrgcn der Ukraine. .13. Aug. Nach Meldung der „Kiewskh Mpst" erllärte der Verpflegungsminister Gerbet als die wichtigste Ausgabe die Erfüllung der im Brester Friedenden Zentralncächten gegenüber übernommenen Verpflichtungen. Sodaun werde nicrn die Versorgung der Bevölkerung übernehmen. Er sei fiir den allmählichen Aübcui der begorrnenen VÜoiw pokrsier ung und für den llebergang zum freien Handel. Finnland. Helsingfors, 12. Aug. (WTB.) Tie in Deutschkaick' be- schag7iahmte sinuische. Tonnage ist nunmehr von Teutschtand frei- gegeben tvorden. Tie sckrnische übegierung.errickiitet ncurnvcHr Kv-nsulate in Kiew und Odessa. Ter fvrnische Geschäftsträger in der Ukraine ist bereits unterwegs. In Repole in FjaerrLrvelfen wurde von einer großen Volks- versmnmlung der Anschuß mr Finnland beschlossen. Eine Deputation wird sich mit der fsimrischm Regierung in Verbindung setzen. Ter Beschluß auf Vereinigung mit Finnland war einstimmig. Ler Zeekneg. Rotterdam, 12. Aug. (WTB.) Der „Maasbode" meldet: Der englisckie Dampfer „City of Vienna", 6111 Tonnen groß, ist gesunken. Der amerikanische Dampfer „Cotton- field", 450 Brt., wurde als Wrack verlassen. Rus dem Kerche. %l os kau. 13. Aug. Die hiesige Presse meldet: Nvwoisenek ist von den .Kofaken befreit und in die Hand der Rätetruppeu übergegangen. ^ie Touregierung unter Krasnow hat die teilweise Mobilmachung besohlen. Nach Mitteilung der Zeitung Biednota ist die vollstiindige Berostentlmnrng der den Zcitrarrnr von 36 Jahren umfassenden, Tagebücher des früheren Zaren Nikolaus in 36 Serien beabsichtigt Zuerlt soll die Verösfentlichung aus den Jahren 1905 bis 1917 erfolgen. Am Tage der Thronentsagung Ringsum Verrat, Feigheit >und Betrug. heißt es im Tagebuch: Rück ug der Ententetrrrppen an der Mnrmsnküfte. Moskau, 12. Ang. (WTB.) Nach einem amtlichen Bericht über die Lage an der Mur man front haben die TrupMi der Entente nach seck^stägigem ununterbrochenem Kampf den iveite- ren Vormarsch anfgtgeben und siud zurückgegangen. Tie .4immung der ruifffirI-n Truppen ist gut. Bei A r cha n g e l s k ist die Lage für die Räteregicriorg günstig. Tie Jnterveutiorl in Sibirien. Haag, 13. Aug. Rauter meldet aus Amrdvn: Nach einer Meldung der „Times" aus Tokio begab sch der japanisck)«e Kriegs minister nach Niko, der Sommervesidcnz dos Kaisers, wo er die kaiserlick»e Unterschrift zu vencknavencn Ernennungen eichielt der l i rt, 13. Aug. (WTB.) Der „Reichscmzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmack-ung betr. die Fassung des Sch au mw einste uerge setzes, eine Bekanntmachung betr. Ergänzung des § 9 des Burldesratsbeschlusses vom 26. März 1914 (Reichsges.-Bl. S. 57,1), eine Bekanntmachung über die Ausgabe von Schuldverschreibungen der Bayerischen Vereinsöarck in München auf die Inhaber, eine Bekanntmachung über die Sck)uldverchreibungen der Bayerischen Handelsbank in München aus die Inhaber pnd eine Bekanntmachung über die Ausgabe von Schuldverschreibungen der Bayerischen Hypothekrn- und Wechselbank in München auf die Inhaber. Uh* Ltsdt und CrrnA. Gießen, den 14. August 1918. Flerfchtose Wochen. 'urch das Kriegsernährungsaint ist angeordiret. daß in den Wock-eu vom st.9.—25. .Aulplst, vom 9.—15 September, vom 30. September bis 6. Oktober und vom 21.—27. Ottober Fleisch nicht verabfolgt werden darf. ®r die angegebenen Wochen erhält daher die Stadt Gießest zugeteilt. An Stelle der fehlenden Fleischm'euge kommen 'Sh Pspnd Karstoffeln für die Person und Woche zur Ausgabe. Kinder unter 6 Jahren erhalten die halbe Menae. Tiefer Ec,atz an Kärtosseln gebrngt aus die Fleischkar'te durch die K!ar tof fel h än dle i zur dlusgave. ^Näheres wird noch bckanntgegeben werden. Tie Djehanlie erung ersoffst zn Beginn jeder Woche, währnid das Fleisch und die Wurst erst "Samstags zur Ausgabe gelangen können. Infolgedessen wird es am 17. ds Acts, n-ochmals Fleisch geben, während am 24. ds. Mts die Fleisch- ausgabe ausiälkt. Tie nächste Fleischausgabe sinder am 31. ds. MD.^ statt. In der Woche vom 19.—25 ds. Mts. dars auch ita Oxpttpirtschasten Fleisch nickst i>erab'ol st iverde.r. .Kranke erhalten dve von ber ärztlichen Prüfungsstello zuerffrrrnten Fleisch- zusatze auch wälwend der steifes -fen Aochm geliefert. Ebenso erhalten Schwer- und Schwerstar. iter die ihnen M >- r-de betontere Zulage, soweit Wild und Hühi er nur gegen Fl -, i narken abgegeben werden dürfen, ist die Abgafee in der fleischlosen Woche gestattet. Wurst aus uutenv^rtigen Rindern gelangt in den fleijchlosen Worben nicht zur Ausgabe. Außerdem sei in Hinsicht der gestrigen Meldung noch daraus hingewiesen, daß Hühner? in den sleischlofen Wochen fürdie Ernähr ungnichtin Betrach tkommen. Os .„ or ‘ t 7 7VT , 7 nijat-u. lu/iiu, umiL-v zuril en Beranntmachlungen der Stadt Güstin wird das 1. und V. S'ief _... —_. luug bann noch bis Ende AuMst, au du- StamTsfe ^Ver durch Ueberweistmg im Bank- und Postcheckverb.hr erfolneu. Bei Nelxr- wei mn grn ist die Nnnmrer der Heberolle und der Z lüde trag genau auzugeben. Am 1. September 1918 begiunr die Beitreibung, wo- durch Piäudungskosten entstehm und erhoben tvesten. , Preußische Klassenlotteric. In der letzten Nach. Mittagszechuny bev Preußif-chSüll^eutsch:n Klasj nfci crie sind gs, zogen worden: 40000ll'strt auf 134 910, 20000 Mark auf 6537 10 000 Mark auf 207 453 und 3000 Mark aus 112 928 * ** Rotes Kreuz. Von der Verband- und Kr^nkdn-Ev. frischimgsstelle des Roten Kxeuz Monat Juli 1429 durchreisend am Bahnhof Gießen wurden im Verwundete und Soldaten mit Kaffee erfrischt: die Sanitätswach hat 986 Transporte airs-» geführt und in 403 sonstigen Fällen Hilfe geleistet ** Spendet Grammophonplatten für unsere Kriegsgefangenen! Neben Büchern, Spielen ufw. ist die Musik vor allem berufen, unteren Kriegsgefaltgeiren in Feindesland m btttußtofen Oste des Lagerlebens Unterhaltung, Anregung und Zerstreuung zu bieten. An die Heimat gebt daher die dringende und herzliche Bitte, durch eine reichliche Spmde twn gebrauchten Grammophon Vlatten, die an sämtliche Ofefangenew- lager in Frankreich verteilt westen sollen und daher m großen Zahl beuottgt weroen, unseren hrldenhaste» Bstdern in der'Ferne eine lleme Aufmunterung! und dauernde Freiste zu bereileii. Die für mpere Gefangenen bestimmten Grammophonvlatten werden vom Roten Kreuz Gießen, entgegengenvmmen und von dort mis weitergelmwt. Auch werden alte, unbrauchbar getoordeue Platten oder Plattenbruch dankbar enkgegengenommen, da sich einzelne «chllplattenfabriken in dankenswerter Weife bereit er- . ,. Man schreibt uns: ... .. . Neu-Deutschtand, das der Hermat köstlich Rohstoffe gab, waro darum eine Beute englischer Krämergier. Bitter fühlbar hat uns dieser .l^rieg vor Augen geführt. daß Misere gesamt.: Bol^ivirtschaff auf Gstech und Verderb *rrn ** 11 e Person alnachrichten. Ter Großherzog hat am 20 ^icki d. I. dem Vahnhofsarbeiter in der HessischPreu- vllchen El s enba hn gemein sch aft, Michael Bohatv zu Mainz ans Anlaß seines am 1. Juli d. I. erfolgten Ausscheidens aus dem Sw. atsetzenvahn dienst das Allgemeine Ehrenzeichn mit der Jn- lchitt „istr treue Arbeit" verliehen. . Beförderungen. Feldrvebel Jäckel, welcher vor einiger Zeit das Oesterrmchisfee silberne Berdienßkreuz mit der Krone ermelt, wurde zum Offiz. --StelkverweAr be für fest. — Zum! bcn Rohstoffen abhängig ist Gewiß hat deutscher Erfindergeist es fast überall vermocht, au Stelle der Rohprodukte Knnsterzeugmfft M setzen. 2lher die Haltbarkeit z. B. der P^apftvanzüge und Kleider rst vorläufig noch ein Problem. Wir iovUen es dem obersten Kolo- nialbeaniten des. Reiches danken, das; er als Leitsatz künftiger Uvlonialpoliti? die Rückgabe des früheren Kolonialbesitzes vertritt. In dftsem nNmenhang ^ijt es zu begrüben, »oenn die anrtlich verlvöltete S- y. onial krieg er-Si c\xbc, deren Reinertrag den schuver geschädigten ^Zatschen in den Kolonien zuftießt, in der nächsten S&mlje jrrit einer Sanunlnng an zwei Opfertagen l>ervcnttri1t, deren Ergebnis die noch nnvernarlvten Wmiden t-eilen soll, die der Krieg allen Kolonialden! scheu geschlagen hat. Wir wenden uns an unsere Mitbürger mit der Bitte: Wenn Euch am 17. und 18 Augn ft die Sammelbüchsen entgegengestreckt iverden, Elter Scherf- lein aus den Mar des Vaterlandes zu opfern, dann spendet reichlich! Kreis Büdingen. Büdingen, 14. Aug. Der „Frankftcrter General-Anzeiger" mleldet:^ Einx eigenüümliche Angelegenheit, die noch nicht völlig laufgeklärt ist ämd zum Teil in Büdingen in Hehsen spielt, beschäftigt gegenwärtig die Strafbehörden. Bali) nach Beginn des Krieges tour de der Berliner verheiratet Hvchbahnschasfner W e s, e l aus Lichtenberg bei Berlin zum Militärdienst eingezogen^ Wessel wurde zum Feldwebel befördert und nach Büdingen zu einer besonderen Kommando stelle Kommandiert. Dort wobrrte er bei einem Landwirt Weber, zn dessen Frau er in Notare Beziehungen trat. Mitte Juni kam Wessel zum Besuch bei seigrer Frau nach Dichtenberg aus Urlaub. Meliere Tage darauf fuhr das Ehepaar Wassel nach der £'inmt der Frau, Gartz an der Oder. Hier nahm Wessel eines Abends mit seiner Frau ein gemeinsames Bad in der Oder. Er behmiptet, das; er dabei eine kurze Schwimm tour über die Oder geinacht habe w<> als er sich nach seiner Frau wrsähi, habe diese bis zu den Armen im Wjasser gestanden und sei gleich darauf venchwnnden. Am nächsten Tag wurde Frau Wes'el in der Nähe der von ihrem Mann angegebenen Stelle a ls Le i che aus dem Wasser gelandet. Wessel fuhr einige Tage später nach Berlin zurück. Am 2o. Juli wurde der Landwirt Weber in Büdingen 0 on unbekannter Hand meuchlings erschossen In Büdingen tauchte alsbald das Gerücht auf, das; Wessel die Tat begangen habe, um die Frau des Ermordeten später heiraten- zu Sonnen. Dieser Verdacht wurde durch den rätselhaften Tod der Frau Wessel verstärkt. Schwer belastend für Wessel ist ein inist- hungener Mbrbeweis für die Mt, in der Weber in Büdingen er- -chtossen wurde. Wessel hatte nämlich bel-auptet. er sei von Gartz immittelbar nach Berlin gefahren und l>abe an dem Tage, au dem Weber in Büdingen erschossen wurde, bei seinen Eltern ftr Char- lottenbnrg krank gelegen. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß Wessel bie Unwahrl^tt gesagt hat. Tann behauptete er, iu seiner Wolhnmig in Lichtender^ getoesen zu sein, ist aber auch dort in der fraglichen Zeit nicht geiehen worden. Infolge dieser Widersprüche., sowie anderer schwerer Verdachtsnmstärrde, sind Wessel, sowie Frau Weber in Büdingen, die in die Angelegenheit verwickelt zu sein schnitt, verhaftet worden. Dess n N ffsau. = Frankfurt a. M., 13. Ang. In »z.i Tarräumen der Brauerei Henrich an der Neuen Zeit brach heute mittag Groß- teuer aus, das in den dort lagernden gewaltigen Vorräten von Laubheu reiche Nahrung fand. Beim Eintreffen der oetamten Feuerwehren standen bereits zwei große Gebäude in Hellen Flammen. Mit etwa 15 Schlanchlinien Sonnte man nach zweistündiger Arbeit den Brand auf seinen Herd beschränken und die Weiterverbrettnng auf die schwer gefährdeten Nachbar aebäudc verhindern. Frankfurts- M., l3. A'ug. Tie Ho.eiränber, die Samstag einen Bad-Nauheimer Schnttder um 8000 Mart prelliear, wurden heute früh verhaftet. Es sind die 28- und 23jährigen „Arbeiter" Möller und Reitmeher. Ter dritte GeMe ist be- kannt, Vvmtte aber noch nicht nestgenommen werden. 4000 Mark stachen sich noch im Besitz der Burschen. rnr. Frankfurt a. M., 13. Aug. Einer der angesehensten Furisnm und Rechtsanwälte Frankfurts, Tr. Albert Merzbach, der drei Jahre an der Westfront als Kompagnieführer gekämpft hat, kmn bei dem gestrigen Fliegerangriff auf Frankfurt a. M. ums Lccken. ra. öaitenrob bei Gladenbach. 13. Aug. Die Zeit der Pilzerute ist da: fleißig wird jetzt wieder in hiesiger Gegend gesammelt. Im vorigen Jahre wunden von der hier errichteten Sammel stelle für 5000 Mark frische Pilze aufgekaust. W. T. Wiesbaden, 14. Aug. Ein Einbruch in die Griechische Kapelle wurde in der Nacht auf Sonntag versucht. Die Täter sind Aoei in Uniform gekleidete Personen, von denen der eine ans den ^Achselklappen die Nuimner 117 trug, sowie ein Zivilist. Bon einem Wächter der -Wach- und Schließgesellschaft wurde zunächst einer der in .Uniform gekleideten Leute festge- üwmmen. Der in Zivil gekleidete Mann aber gab auf den Wächter einen Schuß ab, verletzte ihn am %rm, und der Festgenommene entkam. «linst und rVrsssnscbast. = Frankfurt a. M., 12 .Airg. (Eia monumentales Bil dw er k S te in h a u s ens.) Durch eine Stiftung vorr Frl. Rose Livingstone in Frankfurt im Betrage bis zu 150 000 Mark hat die vor fünf Jahren eingeweihte evangelische Lukaskirche in Sachsenhausen einen monumentalen Bildschmuck erhalten, den sein Schoper Pros. O. Wilhelm Steinhaufen jetzt nach mehrjähriger Arbeit der Vollendung entgegenreifen läßt. Die Vckdwerie. die außer ihrer religiösen Wirrung auch ästhetisch tiefen Eindruck auf den Beschauer hinterlassen, sind Meisterstücke Steinhaufens. Im Mittelpunkt des Zyklus wird hock) über der Kanzel im Chor ein Krnzisttns glänzen, den Steinhaufen ebenfalls modelliert l)at und der soeben im Atelier des Bildhauers Stock fertig gestellt wird. Ueber dem Altar befindet sich an der Decke das Blld des verklärten Christus, wie er, umleuchtet von der Himmelsglorie, in der offenen Himmelstür steht, um die Seelen einznladeu. Zu beiden Seiten des Chorraumes stehen, dem Christusbild zugewendet, die 7 Meter hohen und 3 Meter breiten ffftmälde der beiden Schächer. Beide Gruppen stellen die von Gott abgewandte nnd die ihm im (Rauben Angewandte Mensch- bett dar. An den Längsivänden folgen Darstellungen aus dem Leben Jesu nach Berichten cuis dem Lnkasevangelinm: Die Darstellung im Tempel, Jesus weint ilber Jerusalem. Die Enrmäus- lunger, die Heilung der Dämonischen. Der Jüngling zu Rain, Die große Sünderin. Unter diesen Gemälden imd je drei Modellbilder mit Begebenheiten aus Abrahams und Moses Leben angebracht. Zwischen diesen alttestametlichen Bildern erblickt man noch je zivei Medaillons, die Personen aus der Apostelgeschichte des Lukas darstellen. Zu beiden Setten des Altarraums auf den sich an den Orgelranm anschließenden Fläck>cn ragen die Kolossalbilder von Aposteln aus. ^— Da- Monumentalbilderwerk, has in aller Kürze in einer schlichten Feßrc der Lukasgemeinde übergeben wird, stellt eine neue Frankfurter Sehenswürdigkeit ersten Ranges dar. nicht zum wenigsten aber auch ein einzig- artiges Zeugnis moderner religiöser Kunst Vermischtem. ^ ch. Vom Rhein, 13. Aug. Mit dem Bau des rechiben Ltrvmpfcilers für die neue Eisenbahn brücke bei T-uisbnrg-Hechftld wird in der nächsten Zeit begonnen. Tie mittlere Durchfahcts- ösfnmm der bestehenden Brücke ivird während der Bauzeit für die Schiffahrt^vollstärrdig gesperrt. Der Oberpräsident der Rhein- Wnwinz als Chef dar Rheinsttomüauverwalttrng hat eine Reihe Beziimmuligeu, die von den Schiffenr zu beachten sind, sobald sre die in Frage kommende Strecke befahren, erlassen. * Aus st erbende Indianer st am in c in Südamerika. In Chtte und Argentinien sollen Fndianerterritorierr eingerichtet werden, wie sie in den Bereinigt«: Staaten von Nordamerika zum Schutze der Indianer schon seit langem bestehen. Tie südamerikanischen Jndianerstämme sind, wie aus ettuun Bericht der Naturwissenschaftlichen Wochenschrift hervorgeht, im höchsten. Maß-: vor: der Gefahr des Aussterbens bedroht. Für einige Stämme dürften die staartichen Schutzmaßregeln sogar bereits zu spät kom- j men. Besonders gefährdet sind nach den Erhebungen der Regierung die Tehuelchen von Santa Crnz, die Onas, die Pahans in Feuerland, die Tobas und andere Stämme des Gran Chaso. Tie Schafzüchter, die das Land nördlich vom Beagatekanal mit Beschlag belegten, haben einige Jndianervölker verdrängt und dem Aus- sterben nahegebrachr. Die Alascoufs zählten im Jahre 1880 noch 3000 Kopse: 1916 waren noch etwa 200 übrig. Von den Pah^ans, einem Fisckiervolk, das in der 60er Jahren iwch auf 3000 Köpfe geschätzt wurde, leben heute nur iwch weniger als 10. Vom Stamme der Haust siird gegenwärtig war noch zwei Ueberlebende bekannt.', Tie Onas, oie von der Guanarejagd in der Pampa Feuerlarchs. lebten, sind'in einem halben Jahrhundett von 3—4000 Köpfen aus 800, nach Angabe des argentinischen Ministeriums sogar ans nur 300 xurückgegangen. Tie Tehuelchen zählen heute noch' 600 bis 700 Köpfe. Ter Vorschlag, Schutzgebiete für die Indianer zu errichten. ist bereits vor 10 Jahren von Furlong gemacht worden, und für einige Stämme ist dies in den letzten Jahren bereits geschehen. Während des Krieges sind dem Tobaindianern am Rio Bermejv 53 000 Hektar und den Pilagas 83000 Hektar Mischen dem Bormejo und dem ssftloemaho zugewiesen worden. Arvchlsche Nachrichten Üalhoiijche Gemeinde. Mittwoch 14. Aug., nackün. 5 u. abds. 8: Gel. z. hl. Beicht. Donnerstag 15. Aug. (Mariäe Himmelfahrt). 6y 2 : Gek. z. U. Beiickft: 7: .Hl. MftsL, glln. Komm. d. IüngL: 8: Aust. d. hl. Kvmm. : 9: Hochamt m. Pred.: 11: Hl. Messe m. Pred., dNllttär- GottesL».: 2: Fest and. Letzte Nachrichten. &:v neueste Bericht der Heeresleitung. (WW.) Großes Hauptquartier, 14. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Erfolgrrftfte Vorftldkämpfe Mischen Äser und Scarpe. Südlich non Merris und südlich der Lys sckftiterten Vorstöße des Feindes. Heeresgruppe Generaloberst von Boehn. Teilkämyfe beiderseits der Somme und nördlich der Avre. Westlich und südmestlich Wn Las'iftny griff der Feind z vmr neuem an. Beiderseits von Canny brach der Angriff in j unserem Feuer zusammen. Weiter südlich schlugen wir den Feind im Gegenstoß ab. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Kleinere Jnfanteriegefechte an der Vesle und östlich von Reims. * Leutnant Bolle errang ftinen 30., Oberleutnant Loerzer feinen 29. und Leutnant Raeth seinen 20. Lust sieg. Der Erste Generalguartierrmiffer Ludendorff. * * * Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 14. Aug. (WTB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England versenkte eines unserer U-Boote 18 000 Brt. Der Chef des Admiralstabs der Marirve. Die Sowjetregierung geflüchtet? Rotterdam, 13. Aug. Das Hollandsch Niewusbursau meldet, die bolschewistische Regierung.sei nach den jüngsten Geschehnissen geflüchtet. Es herrsche in einem großen Teile der arffischen Hauptstädte Anarchie. Starke Infanterie- abteilungen, Kavallerievatrouilttu. nnb Äaschinengewehäompaniat dnrchziehM die Straßen rmd verhaften zahlreiche Personen. Die finnische Armee. Kopenhagen, 13. Aug Aus Hel sing fo rs liegen Miv« teilungen vor. wonach ('General 'nnunchttm binnen kurzem wieoer an die Skpitze der finarländisichen Truppen treten nstrd. Ferrrer wir» t. daß die siuu <-!- 0 m fr 'Hu nutz deutscher Seile sieh?. Besonders das ganze Offizlerskv«M sei der deutschen Sache unbedingt ergeben. Tie Entente fyit hie Hoffnung, die sie ans ihre Wühlerettm in Finnland gesetzt hift e, ans gegeben. Italienische Fliegerauiriffc auf Sanitätsaastalten. Wien, 12. Ang. (WTB. Ntthtamllrch.) Aus dem! St 5k. Kriegspresseguartier anrb gemeldet: Nach den im heutigen Heeresbericht gemeldeteri Ereignissen hat es dm Anfckchn, als sähe di» italienische Heeresleitung eine ihrer Haupkauf-Mben in öec shstö* mattschen Zerstörung unserer Senilätsanstalten. Vm 7. August wurde das deutlich als solches gekennzrchnetc Sottalschiff „Bavo« Call" erst mit FliegerbvmL^n l^rvorfen und dann, glücklick^ev" weift erfolglos, bilanziert. Heute wird eine Reitze nicht wenigoy ftnmenfcküicher, aber leider erfolgreicherer Angriffe am S'chtaler ttnd Santtätsan stallen des.ftsten Landes gemeldet. In der linker der Front liegenden Ortschaft Primolano wurde das Feldspitak mit schwersten .Kalibern beschossen und mehrfach getroffen, wobei Verluste unter den Krankenpflegern und den dort in Behmtdluna befindlichen Verwundeten entsunck-en. An demselben Toge griff ein italienisches Flugzenggeschwader mit Bomben mrd Maschine gewehvm ein anderes Spital an und erreiche mrch dort sein Ziel, i-ie Hinnwrdmrg von rmbeivaffnttem Pflegepersonal und von lckls- lösen Kranken. Ein zweites Flüggeschwader von 25 FtugAeuMiK oriif gestern früh das Feldspital Feltore an urrd tötete durch Bomlienabwurf außer einigen Kranken und Verwundettm auch tmehi'eoe Zivilisten, da neben deni Feldspital liegende Privat- tvohnhäuftr gleichfalls getvvfftn wurden. Alle von den Italienern angegriffenen Feldspitäler waren deutlich mehrfach mit denr Genfer .Kreuz gekennzeichnet, so daß der Feind keine Entschuldigung für diese, allem Völkerrecht Hohnsvrechende Kriegführung geltend machen kann. Ein gefährlicher Untertan. Genf, 13. Aug. Das ,Fzournal des Deöcrts" erfährt aus New* vork: Tie amerrkanischeu Behöcden beschlossen den Deutschen Gustav Sto 1)1 jals gefährlichen ftindlichen Untertanen zu intern nieren. Stahl war settrerzeir tvegen seiner Angabe im „Lusi> ranich'-Prozeß, wo er als Zeuge behauptete, auf der „Lusitania" zwei^ Kanonen gesehen m haben, zu 18 Diwnaten Gefängnis ver» furteilt worden und nach verbüßter Strafe vor kurzem wicLer frei?, gelassen worden. Die Beerdigung meines lieben Mannes, des Profeffors Di', med. Anton Thies Stabsarztes der Reserve findet in Leipzig Samstag den 17. d. M., mittags 12»/, Uhr, §1 auf dem Südsriedhof von der Hauptballe auS statt. 6Ü61V Frau Tina Tbies geb. Lindemann. Amtlicher Teil. Bekanntmachung betreffend die Entrichtrm.g d?s WarMunfatzstempels. Auf Grund des ß 161 der ..A^sührungsbestimmnngen zum Reichs iöempelgesetze ^ werden die zur Entrickitung der Abgabe vom Warenumsätze verpflickOeten g-Qverbctreibenden Personen und Go- sellfchaften der Fiuanzancksbezirke Gießen, Bntzbacb. Grünberg und Hungen anfgcsardett, den steuerpffichtigau Jahre -«trag ihre- Warenumsatzes sür die Zett vom 1. Januar 1918 bis 31. Juli 1918 bzw. btt Waren, für ivelche die Rücklagtp-tlicht nach orc Bekanntmachung des Reichskanzlers über die ^ickwrimg einer llmsatzsteuer auf Luxusgegensiände vom 2. Mai 1918 besteht, für tue' Zttt vom 1. Januar 1918 bis 5. Mar 1918 bis spätestens zum End> des Monats August 1918, den unterzeicharcten Fttranzärnterst schriftlich oder nründlich anKnmelden. Als steuerpflichtiger Gewerbebetrieb gilt auch der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, der Biehzu-ckst, der Fischerei und des Gartenbaues sowie der Bergwerksbetrieb. Bekänft sich der Jahresumsatz auf nicht mehr als 3000 Mk., so besticht eine Berpslichtuug zur Annreümng und «ne Abgabe- Pflicht nicht. Wer der chm obliegenden _Anmeldungsv>erpflichttrkkg zuwiderhandelt oder über die enrpftmgen-en Zalstungen oder Lieferungen wisftrttlüh imrickstige Angaben mack-t, hat eine Geldstraft verwirkt, welche dem zwanzigfachen Betrage der htttterzogenen Abgabe gleich- kommt. Kann der Betrag der hinterzoaenen Abgabe nicht fest»- gestellt iverden, so tritt Geldstrafe von 150 Mk. bis 30 000 Mk. ein Zur Erstattung der .fchttfllichen Anmeldung find Vordrucke zu verwenden. Sie können bei den Unterzeichneten Finan-ftmternt sowie der zuständigen Bnrgernreistel'ei kostenlos entnommen werden. S'dsuerpftichtige find zur Anmeldung chr.es Umsatzes verpflicht tat, auch wenn chren Anmeldmrgsvordrucke nicht zngega7ig«n sind Tie Abgabe ist alsbald nach ihrer Festsetzung an die zu-> ständige Kasftilelle zu entrichten. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 6. August 1918. Tie Grvßherzoglichen Finanzämter. I. B.: Franz, Flath, Wenzel, Mai. 5879V pleskau (Pskow). Mit Rücksicht auf die mehr und mehr chaotisch sich gestaltenden Zustände in Moskau ist die deutsche diplomattsche Vertretung bei der russischen Republik nach Pftskan (Pskow) verlegt ivorden. Vor dem Kriege haben ivohl von dieser Stadt nicht viele gehört oder etwas gewußt. Und doch ist sie geschichtlich und kunstgeschichtlich eine ungewöhnlich merkwürdige und tttteressante Ansiedlnng. Hart vor den Toren ixs deutschen Ordens- und Kulturgebietes gelegen^ ist Pleskan doch eine ganz dinb gar russische Stnot. ja in mancher Beziehung eäiter imd ursprünglicher .russisch, als andere Orte, die weiter ostwärts auf russischem Gebiete gelegen sind. Zwar hat der Deutsche Orden seine Macht auch über Pleskan aus zu- dehn-en gesucht, und von 1240 bis 1242 residierte hier ein Ordens- Vogt. Aber der^Platz war auf die Tauer nicht zu halten. Die Vckeutung der Stadt erhellt aus einem Blicke auf ihre Lage. Ter Weg von Nordrußland zur Ostsee hat von alters her über Pleskan geführt, und dazu kam die natürliche feste Lage des Platzes. Zwei Fküsft begegnen einander hier, die Welikaja, die die Deuts ck-en Mnödau zu nennen pflegten, und die Pskowa. Im Mündungs- winket öft er beiden Flüsse erhebt sich eine spitz Mlauftnde Anhöhe', die gegen einen halben Kilometer lang ist und die den Fluß- Übergang und die Heerstraße beherrscht. Tieft Höhe bildet das eigentliche Herzstück von Pleskan, auf ihr entstanden die ältesten Bestsiignr.gen, und hier erhebt sich noch freut der Kreml, eirr eigene ^tast mit Befestigungen, Kirchon und Klöstern, deren inxfr tthalte. e Mauer aus dem Jahre 1266 stammt. Was Pleskaus Deoeulung dann rveiterhin noch erhöhte, ist der Umstand, daß m-rn von h er mrs einen kurzen irnd leichten Wasserweg znni Pleskauer ree hat. dec ja in unmittelbarer Beidindnng mit dem Pechus-Soe. devi groff.',' Scheidervasser zwisckxn dem Teuttckjordenslanoc und dem nSrdlrchnr Rußland. ,tcht. der Gestatt der Stadt spiegelt sich auf intereffante Weift chre allmcchlrche Entstehung wieder. Stt- besteht in Wrrllich-fttt aus drei verschiedenen Städten, deren jede ihre aus Mauern und Türmen bestehende Befestigung hat. Ten einen dieser Teste bildet der Kreml, den dem' Sllt-er nach zweiten die mittlere Stadt und dcnr füngsten, erst Ende des 15. Jahrhunderts entstandenen Stadt- tttl stellt die zu beiden Setten der Pskowa geleg«re große Stadt dar. Tie eigentümliche Entwicklung Pleskaus wurde dadurch gefördert, daß die Stadt sehr lange ihre politische Selbständigkett erhalten konnte. Ihre Gründung wird ins Jahr 925 verlegt; als Vermittlerin des deutsch-riissifchen Handels gelangte sie zur Blüte und bildete eine selbständige Republik, die ihre Unal^- häng-gifttt sogar währerid des großen DlonIvlensttirmes behaupten konnte. Ihre HanLelsbeziehnngen peraiitagten die Stadt in den Hansebnnd einzntteten: eine deutlche Hmidelstolmrie hatte hier ihren Sitz, und am linken llier der Welikaja lag der deutsch^ Kauihos, aber die Brücke, die zum anöern Ufer des Fllffses führte, durften die deutschien .Kansteute nicht überschreiten: hier lag dft Grenze zwischen Ost und' West. Erst im Jahre 1510 verlor die S-tadt ihre polttisckk Unabhängigöett. Es ivar Großfürst Wassili IV., der ihren Mdersrarch brach und der die Republik PlesLrn mtt seinein Reicks vereinigte. Tie polittsch' Geschichte der Stadt trägt nun auch niel zur Er- ktchrung der Tatsache bei, daß die echt russische Kunst, vorab die Baukunst, die sich in Pleskan fteier und origineller entwickelt hat, als an den meisten anderen Orten des russischen Reiches. Da Pleskan vom Mungo!enfturme unberührt blieb, so konnte die alle bvzan- tinisch-russische Ueberlieserung sich hier ftei ausleben. Auf der an- dererc Seite aber trat diese UeberlftfernnF hier, an der Grenze des deutschen Kulturgebietes, auch zur dentscheir Kunst ttr Beziehung, von lder sie besonders aus dem Geb-itte der BacksteindeLoration lernte. Durch diese Mischimg sind in Pleskan Bauleistungen enti'tanden, die zu den bedeutendsten ans dem GMece der ganzen russischeil Bangeschichte gewählt werden müssen. Me man auch sonst über russische Baukunst urteilen möge — die be>wn unter den Pleskauer Kirchen sind jedenfalls Sä^pfungen, denen es an Größe und an weihevoller Wrkung nicht gebricht, «mal da ein entschtzckenes Bestreben der Architekten nach monumentaler Znsammenfaffung der Bauglieder erkennbar wird und damit eine der Hanptsch^äckiei, eusftscher Architektur, die spielerische Auslösung der Baumafft m viel zu viele Einzelglieber, in Wegfall kommt. Tie Hauptkirch- der Stadt ist die auf dem Kreml sich erhebende, weithin siststbavs fstttlheÄrale der HeiligM Dreifalttgkett, die auf eine um die tNttft des 10. Jahrhunderts hier errichtete Hvtzkirche zurücksehen soll ihre heutige Gestalt aber er)t am Ansgange des 17. Ja!n'h,LndertS erhallen hat. Auch geschichttich ein denkwürdiges Bauwerk, da der Litauer Fürst Dmvnwitt hier mit seinem Gecklge 1266 die Taufe erhalten hat. Jetzt ist er httlig gesprochen und die Kvcha->rale birgt sttn Grabmal von Eichenholz. Fünf .Kuppeln hat die Kirche, die im Innern das Mau des Himmels besät mtt goldenen Stervertz zeigen: ihre Mmessungen sind bedeutend und die hohen Gewülbe des 400 Quadratmeter großen Mittelraumes werden t*m vier kräftigen Pfeilern getragen. Unleugbar ist ine Raumwirkunp des hellen Mrchenranmes eine erhebende. In kostbaren VLetaiLcn und Steinen glänzt der Ikonostas, und anch sonst birgt die Kathedrale ft manchen l)eilig ge Hellenen und kostbaren Schatz. Llkber die Kathedrale ist beileibe nicht etwa Pleskaus einzige Kirche. Deren zählt man vielmehr nicht weniger als 45- ein griechisch-katholiscl-er ErMckwf residiert hier, die Klöster beherbergen einen Schwarm von Mönchen, und so empfängt Pl"skm- vom kirchlichen Leben ein starkes Gepräge. In wunderlich • " ft '- a (^ r vermischt sich damit ein zweiter Zug; der einer sehr nreftli. e - Züoel- Hosistkett. Den Kirchen von Pleskan Hallen die Tanzivk.ile dag (^'lttchigewicht. Und iwch ein Trtttes darr nicht vergesv.-n ahnden tiX'vm man das ljeutige Pleskan kemizeickmen will: das ist dev Sckmnrtz, der alles durchdringende, alles beherrschende E dmud geigen den es keine M^r und ^eine Hilfe gibt. .Wer gug Estland ftrs nahe Pleskan hinüberkonmtt, der merkt und weiß alsbald, daß er eine Völker- und eine Kulturgveiye überschritten hat Orient Asien! ES bat Gott gefallen, unfern innigstgeliebten, braven. bosmungewollen Sohn, Bruder und Neffen, unfern lieben, nuten Paten Musk. Wilhelm Äumann 4. Komp. Fuf.-Rat. Kaiser Wilhelm Nr. 116 nach kurzen! schweren Leiden im blühenden Alter von 18 Jahren am 12. d. M. zu sich in die Ewig- keit abzurufen. In tiefem Schmerz: 01227 Familie Friedrich Aumann ttcbft allen Verwandten. Londorf und Gießen, den 14. August 1918. Die Beerdigung findet Mittwoch nachm.4 Uhr statt. Tsdes-Anzeige. Gestern entschlaf sanft nach kurzem, schrverem Leiden mein lieber P>ann, unser ireuforgender Bater, Schwiegervater, Bruder und Schwager HeimH LBsiß Ae«z i. im Aller von 59 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Menz ged. Weiß Anna Anrend geb. Menz Katharina Menz Wilhelm Aurcnd. Lindenstruth, den 14. August 1918. Die Beerdigung findet statt Donnerstag den 15. August, nachmittags 2 Uhr. Gestern morgen entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser unvergeßlicher Vater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Minke Schuhmachermeister nach vollendetem 50. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Hinke. Gießen (Walltorstr. 73), den 14. August 1918. Die Beerdigung findet Freitag V*S Uhr auf dem Neuen Friedhofe statt. f; J 6053 Fleißiges Dienstmädchen zum 1. Sevt. od. später gesucht. Kochen nicht erfordert. 6780 a _1V; n c 9 i; v s ? r _© t c n » c_ 2 (k_ ,s in O'ttchästshaushall auf dem Lande 6007 ehrliches, sauberes Mädchen « gesucht. Zu erfr. in der Ge» l schäfrSstelle des Gieß. Anz. 1 i fTTELLEH^FISü^HFi Statt Karten. Massenheim Anna Marg. Zeitz Otto Schäfer z. Z. in Urlaub Verlobte 14. August 1918. Leihgestern 04050 Stall Karten. Verwandleu, Freunden und Bekannten die M' schmerzliche Nachricht, das; heute morgen 11 Uhr '' meine liebe Mutter, Schwiegermutter und unsere gute Grofimutter Frau Hüurich Tormehl!!!. Witwe geb. Viebnianu im Alter von 66 Jahren nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Margaretha Dormehl Philipp Volk IIS. und Linder. Allend orf a. d. Lahn, den 13. August 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag mittag l'/r Uhr statt. Verteilung von kondensierter Milch »nd Puddingpulver. ' (Ausgabe Nr. 8.) Von Tonnerslag den 15. bis einschließlich Montag den..19. b. M. gelangen in nachstehend aufgeführten Geschärten kondensierte Milch und Puddingpulver zur Verteilung: 1. Noll, ®efrr., Bahnhofstraße 2 Noll, Ernst, Kaiser-Allee 3. M, August Bahnhofstraße 4. Nassauer, H. F., Nenenweg 5. Nac^igall, O., Steinstraße 6. Michel, Gebr., Walltorslraße 7. Maternus, I., Äinikstraße 8. Männche, Kvnr., Wilsonstraße 9. Lublinsky, H., Tammstraße 10. Laichinger. Gustav, Wllhelmstraße 11. Kurz, I. W., Neu stabt 12. Kvpp, Jriedr., Bismarckstraße 13. Koch, A. Nachfolger (Lach), Schulstraße 14. Klingelmeher, C., Luowigltraße 15. Klein, Marie, Wolfstraße 16. Kinzenbach, W., Wetzsteinstraßc 17. Kaisers Kirfsee-Geschäst, Kirchenplatz 18. Konsum-Verein, Neuen Baue 19. Konsum-Verein, Bleichstmße 20. Konsum-Verein, Asterweg 21. KlÄnhenn, C. G., Dahnhofstraße. , Tie Ausgabe erfolgt nur geaen Vorlage der Lebens- lnrttelkarte und Abgabe des Bezugsabschnittes Nr. 8. Tie Empfangsberechtigten der Geschäfte 1—17 erhalten je eine Büchse kondensierte-Milch und die der Geschäfte 18—21 ein Päckchen Puddingpulver. Die Kunden der nicht crusgeführten Kleinhandels- geschäfte haben den Bezugsabschnitt Nr. 8 der Lebensmittelkarte aufzubcwahren, da sie beim Eintreffen weiterer Sendungen gegen Ablieferung des Bezugsabschnittes Nr. 8 beliefert werden. Tie Kleinhandelsgeschäfte haben die eingegangenen Bezugsaöschnitte Nr. 8 bis spätestens Mittwoch den 21. d. M. dem Städtischen Levensmittelamt, Zim mer Nr. 12, ab Vielem. Gießen, den 13. Aimust 1918. 6057B Ter Oberbürgermeister (Lcbensmittelamt). Die glückliche Geburt eines kräftigen Söhnchens zeigen hocherfreut an Heinrich Schneider und Frau Pauline geb. Becker Diesten, den 13. August 1918. SBärtcr M KoWchesMHtS 440 alsbald gesucht HeU- urrd Pflegeaustalt Gießen. Perfekte Schneiderin in o. anher dem Hause sofort gesucht. Schriftliche Angebote uni. 01 209 andeu Gieß. An?,. 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