tlr. *85 Ter Srrtzcner erschernl täglich, außer SOnntaqs. - Beilagen: ftfcfemr £OTniIIenbI5ttcr; Krfisllült s8r des Kreis Sietzen. vezsyspreir: nwnatl.Mk. l.20, viertel- jäbrl'ch Alk. 3.60; durch Aohole- u. Zweigstellen nronatl. Mk. 1.10: durch die Post DU. 3.60 viertel- jährl. auöschl. Beftellg. Fernsprech - Anschlüsie: ü'ir die Schristleiluug 112 Perlag.Geschäitsstelleöl AuschriitfürTrabtuach- richten: Anzeiger Sietzen. *68. Jahrgang Postscheckkonto: Zrankfun a.M. **686 energl-MZLigL? Zrsillingrnmd-ruck u. Verlag: vrühl'jche Umv.-Vuch- u. 5temdruöerei R. Lange. Zchrlftlertung, Geschäftsstelle u. Druckerei: bch'.ss.str. Srciiag, 9. L«Wst M» Annahme von Anzeigen f. die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit ZeUenpreise: für örtliche Anzeigen 25Pi.,für auswärtige 30 Pf., für 9teklamen DU. 1.-nebst 20°/oTeu- ernnaSzuschlag. Haupt- schri>tleüer: Aug.Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: i. D. Dr. Zenz; Stadt und Land, Vcriuifchtesu.De- richtsfaal: vr. Meyer; Ameigenteil: H. Beck; famtlich in Dießen. Vankvrrkehr: SeDerbebank Siehen 7. : L ;1|f der EagUOrr zwhchW Allere Avre. (DTB.) Groszes Hauptquartier, 8. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. HeeresgrnppeKronprinzNupprecht. Beiderseits der Lys schlüget wir englische Teilvorstötze zurück. Nördlich der Sonnne führte der Feind heftige Gegenangriffe gegen unsere neuen Linien beiderseits der Straße Braye—Eorbie. Sie wurden abgewicsen. Während der Nacht zeitweilig auflcbende Artillerietätigkeit und.Erkuu- dungsgefechte. Westlich, von Moutdidirr scheiterte ein Teil- angriss der Franzosen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Sois'ons und Reims lebte der Feuerkamps pur vorilbergel)end mif. Kleine Jnsanteriegrfechte an der Aisue und Beste und nördlich von Reims. Heeresgruppe Herzog Alb recht. In den Vogesen erfolgreicher Vorstoß in die feindlichen Linien am Schratzmünncle. Leutnant Frhr. v. Vnrigk errang seinen 20. Luftsieg. Der Erste Gcneralquartiermeister Ludendorff. m Der Abcudbericht. Berlin, 8. Aug.. abends. (WTV. Amtlich.) Angriff derEnglünder zwischen Ancre und Avre. Der Feüw ist in unsere Stellungen eingedrun gen. ^Wenn man doch den Deutschen vom Pessimismus be freicn könnte!", so beginnt General der Infanteriez. D. von >Liebert seine Besprechung der militärischen Lage in der „Tag liehen RundsMu". Wie eine Seuche zehrt diese Krankheit an dem Gemüt unserer biederen Landsleute, wenn die Zeitungen nicht rauschende Siegesnachrchten bringen, sondern gelegen* lich ein Stillstand der Operationen Eintritt oder gar ein kurzer Rückschlag gemeldet wird. Der Krieg ist der große Kraft messer zwichen den Nationen. Ist es ncht verständlich, daß da, wo wir Deutschen allein gegenüber den drei militärisch stärksten Nationen der Welt stehen, vorübergehend eine Versammlung unserer Kräfte nach rückwärts Eintreten muß? Ist es nicht Lob nnü Anerkennmig genug, wenn von gegnerisck)er Seile (Hervs in seiner ,^8ictoire) dem Erstaunen darüber Ausdruck gegeben wird, daß die Deutschen beim Rückzug keine Gefangenen und keine Geschütze verlieren, und daß dieser Rückzug von der Marne ein militärisches Meisterstück genormt wird? Jedenfalls können wir beruhigt auf den Aus gang der heroisch-blutigen Kämpft zwischen Marne und Aisne in der zweiten Hälfte des Juli zurückblicken. Die deutsche jyvont ist ein wenig zurückgenommen, aber sie steht wieder fest, nachdem sie den Ansturm von 52 Divisionen der vier- verbündeten Nationen ausgehalten. Welcher Art der Widerstand war, dafür sprechen die gewaltigen Verluste des Gegners, über die von allen Seiten berichtet wird. Der gleiche Gedmrkengang ist an dieser Stelle bereits mehrfach ausgesprochen worden, und doch scheint uns heute besonders Anlaß gegeben, ihn nochmals zu wiederholen. Es war immer wieder darauf hingewiesen, daß Hindenburgs Gegenmaßnahmen noch ausstünden, und ein Vertrauens volles Abwarten dieser Gegenmaßnahmen gefordert woroen. Ungeduld ist ein ebenso großer Fehler wie Schwarzseherei Haben wir es doch bei den vorhergehenden Offensiven H'm- deftburgs erfahren, wie wenig der große Feldherr sich durch die ungeduldige Spannung des Heimatlandes beeinflussen läßt und mit imersschütterlichern Zuwarten den psychologischen Moment abpaßt? da die bis ins letzte durchgeführten Vorbereitungen den Gegner am überraschendsten und unerwartetsten treffen muß. Hat Hindenbirrg diesmal jenen Moment verfthlt, oder I*at er nicht mehr die Schlagfertigkett, im geeigneten Augen blicke dem Hieb die Parade folgen zu lassen? so werden sich auch heute wieder ängstliche Gemüter fragen, wenn sie im Abendberichte lesen: „Ein Angriff der Engländer zwischen Arrcre und Avre. Der Feind ist in unsere Stellungen eingedrungen.'"' Hindenbnrgs Kriegsführung verträgt vollkommenen Freimut. Sie bedarf nicht ängstlicher Verschleierung, wenn sie einmal einen der Wechftlsälle erlebt, wie sie in jedem Kriege unvermeidlich sind. So hctt Ludendorff jüngst offen ausgesprochen, daß dem letzten Vorgehen ein ähnliches Schicksal beschicden war, wie der letzten österreichischen Offensive am Jsonzo. Nur daß die deutsche Front bereits einen 'Tag nach dem Uccherraschungserfolge der Franzosen wieder fest stand und planmäßig Schrttt für Schritt zurückverlegt wurde, so daß nicht einmal ein Geschütz verloren ging und selbst die Ernte in dem ausgegebenen Gebiete fast vollständig geborgen werden konnte. Der strategische Rückzug hat unser Heer so uncrschüttrrt und schlagfertig gelassen wie je zuvor. Und damit wurde Fochs Gegenoffensive zu einem Luftstoße, der einem Mißerfolge glcichzusetzen ist. Denn um Lauderoberung geht es nicht bei den Kämpfen im Westen, sondern um die Zermürbung feindlicher Kräfte. Was Ach an der Marne und Aisne nicht gelang, versucht Haig nunmehr an Aneve und Avre. Es ist ein strategischer Zwang, der diesen Angriff forderte. Ludendorsf als erster Quartiernreister kennt auch hier kein Vertuschen und gesteht den üblichen Überraschung serrolg des ersten Kamps tages tu vollem Umfange ein. Gerade dies Eingeständnis ist die sicherste Gewähr der Zuversicht unserer Heerführer, dem Stoße rechtzeitig zu begegnen und die eigene Offerrsive doch fvrtFusetzeu, wann und wo es ihnen belieben wird. Zum Beweise dafür sei nochmals ein Urteil des „Verner Bundes" angeführt, das eine Ge.'umalossensive mrserer Feinde im jetzigen Augenblick als zwingende Nottvendiglett: Kr diese erweist: „Als Gegenoffensive ivar Fochs Manöver von vornherein aussichtsvoll, als strategische Handlung gipfelte es m einer Rcmispartte, da es ihm so wenig Nne einst Iofsre gelungen ist, die Gunst der strategisckxm Lage voll auozukmtzen und der im Ddarnesack stockenden deutsctM, Arince eine Kata>ttop!>e zu bereiten. Die Kampfkraft der deutschen Truppen und die Entschlußfähigkeit der Führung haben den auf Durchbruch und Rückenangriff angelegten Flaukcmstoß in einen Einbruch und ein opferreiches frontales Nachftürmen^ verwandelt, und du de^ctsche Heeresleitung in den Stand gesetzt, allmählich an die Beste und auf und über die Aisne zurückzugehen. Nun t)t der Moment gekom men, in de maus Fochs Gegenoffensive eine Generalofsensive der Alliierten herauHs pringen kann, eigentlich sogar eraus springen muß. Geschieht das nicht, ruwer sich die Ällliierten aus den wiedergowonncnen Linien ein. so stehe:: Linden bürg und Ludendorsf vor nennen Entschlüssen, die vielleicht zu ein.-r völligen Umwarrdtnug des Feldzuges sichren. Diellercht gelangt sogar eine ganz neiae strategisch' Gedankenttchtrmg zur Herr- fro,f. Dipu kann sich nicht tmlschen: die kriegerische Verstrickung ist retzt töotz des scheinbaren Umschwunges so groß wie noch nie. Beide Feldlager rnüsssr sottan die Methoden und die Psychologie des Gegners (h inehr zu ihrem Studchm machen als bisher, und sich zugleich vor Lhugen halten, daß der Weltkrieg als ltpvlitische Auseinandersetzung grösrten Sills nacl» mancherlei Evoluttorcen der militärischen Entsä^eidung im Jahre 1918 weniger bedarf als im Jah-e 1914. Ueberdies wirkt die Erhalttmg möglichst viel lebendiger Kräfte imter Umsumden entscheidender, als die rascho Turchkämpftmg ,des Entscheidungsseldznges, der jetzt die Krise, in die Hindenbnrgs Initiative die Alliierten gestürzt hat, behoben sieht. Daß daraus ohne weiteres eine dewsche Krise geworden sei. wird nur Liet schlankweg bejahen, der aus Hindenbnrgs Itückzügen nichts gelernt hat." Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 8. Anq. (WTV.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine größeren Karmffhandlungen. In Albanien griff ein aus Land- und Seefliegern zusammer-gcsTtztes Bombengeschwader den italienrschen Flugplatz östlich tim Valona an. Reiche Feuer- und Mruch- entVicklung zeugte für den Erfolg des Unternehniens. Der Chef des Generalstabs. Der deutsche Rückzug hinter die Aisne. Stockholtn^ Mig. i.WTD^ Ter deutsche Rückzug hinter tzic Aisne ^rrnrd von den schwedischen Militär- krftiftrn rüähaltslos bcwundett. So schreibt „Svenska Dagbladet": -eitdcm die Teulsäpn die Linie La Fere-Wille-em-Tardenois er- rci-ckict haben, ist es ganz klar, daß sie wieder Herren der Lage ind. Seitdem war es nrchit mehr ein deutscher Rückzug, sondern ein strategisches Zuruckmarschieven, das frenvillig in einem von den Teutschm bestimmten Tempo bis zur VeSlekknie fortgesetzt wurde. Tas gcht aus dem Umstand hervor, daß den Alliietten iv-eder Gegangene noch Kanonen in die Hände ftelen. Dieser Rückzug der Teutschmi dürste in der Geschichte des Krieges als ein nmhres M e i ste r st ü ck dastehen. In den Kampffä, lderungen der Alliierten wurde auch die eine oder andere Stimme laut, die zug-ab, daß der Rückmarsch in bester Ordnung gcsck)ehm ist. — „Stockholms Tag blad" sagt: „Tie Schnelligtest und Entschlossenheit, mit der die deutsch^ Heeresleitung eine so umfassende Nückwättsöewcgung bewerkstelligen ließ, läßt vermuten, daß der Rückzug bie Frucht eines genau durchdachten Planes ist öer den Zweck verfolgt dem Feinde' die Initiative wieder zu entreißen und ihm einen ' chlag an einem Pimkt zuzufügen, der den deutschen Truppen besser paßt. .Hindenburg und Lud^ckorff haben in ihren russischn und polnis.chien FeK»zügen gezeigt, daß sie den Rüc^irg beherrschen und in einen Sieg verwandeln können. Es ist aber rächt ausgeschlossen, daß sie sich auch diesmal ihren GeMern in bezug auf die strategische Berechnung überlogen zeigen. Rn der BeSle. Berlin, 8. Aug. Nachdein die Ententefunksprüche in den letztm Tagen mehrfach triumphierend ein siegreiches Ueber- schr>n1en der Beste gemeldet hatten, sieht sich die Eltentepropa-! gauda nunmehr ge^oungen, selbst von einer Pause in den Ope- ratimten zn sprechen, allerdings mit dem Zusatz, daß diese Pause keineswegs ein Aufhören der Offensive bedeute. Diese Pause ist eine Pause der Erschöpfrmg, denn bei ihrem Llrrgriff von der Marne bis zur V-^sle gegen bis sich Jo außerorderttlicy zäh imd geschickt verteidigenden deutschen Nachhuten haben die Franzosen limd Amerikmrer außervvdentlich viel Blut verloren. Nach dem Zusamw.Qibruch der letzten größeren Angriffe an der Beste am €. Ajuaust fanden am 7. August mr der Besle-Linie bei wechselnden Feuertäinpfen nur unbedeutmde Teilkämpst statt. Deutsche Abteilungen stteßen nrehrfach über den Flußgrund hinüber und brachten GeffangeTie zurück. Zwei ftanzösische Gegenangriffe brachen im' Deutschen Feuer zriisanrmen. Jv gleicher Wxise scheiterten englische und fran-zösische Angriffe gegen die neuen deutschen Linien beiderseits der Straße Brey— Erröte sowie westlich Montdidicr. Meldungen des Feindes. Französischer Bericht vom 8. Lbrgust, 2 Uhr nachm. Heute morgen um 5 Uhr griffen die französischen Truppen vereint mit den britischen Truppen in der Gegend südöstlich von Amiens an. Der Angriff entwickelte sich unter günstigen Verhältnissen. Englischer Bericht vom 8. August vormittags. Die bri Lösche vierte und die französische erste Armee unter dein Befthl des Marschalls Haig sind beim Morgengrauen au einer breiten Front Mich und südöstlich von Amiens zum Angriff übergegangen. .Der Mgrisf entwickclt sich befriedigend. Die Beschießung von Paris. Genf, 9. Lttrg. (L.A.) Präsident Poinearä durchfuhr aber mclls jene Pariser Sttaßen, in denen daS Bombardemeitt die stärksten Wirkuncwu ausgeübt hat. Nach dem „Pettt Parisien ist die Zahl der Oüftr -im Montag besonders erheblich gewesen. Malvys Strafe. Bern, '8. Aug Die Strafverb arm ung Malvys, eine Strafart, die seit den Verhandlungen gegen die Anhänger der Kommune nicht mehr verhängt wurde, zieht den Verlust der Dcputiertenwürde Kr Malvp nach sich. Die Kammer hat kein Einspruchsrecht. Line Rede Lloyd Georges. Haag. 8 . Mg. Lloyd George gab im Nntechaus Usi von Bcmar Law angekündigten .Ueberblick über dce Lage. Er führte ans: Vor vier Jahren beschoß das Brittsche Reich, alle seine Kräfte cinzusttzcn m dem größllnc Krieg, den die WÄt jemals erleben Mir, nicht weil ein Einsall in das brttpche Gebitt stattgefunden h.rtte oder drohte, sondern weil das nttev- nativnale Rockt rerletzt worden wir. Als der Krieg ausbrach, besaßen wir eure Flotte, die so mächtig war wie die drei unS an Stärke chlg^iden Flotten Msanmum. Wir hatta.c e rn Abkom men mit Frankreich, wonach wir d iesem Lande.zu H 1 1 fe kommen mußten, wenn es mcckwillig angvgnffen würde. (In; einem Interview nach seiner Rede erklärte Lloyd 9>wrge, daß cher Llusdruck „Mommen" vielleicht zn stark gewähll sei.) Eine Bestimmung über die Größe der Tmippeninacht. die lvir aufzm- bringen hatten, bestand niä*t, und niemals wurde der Gcoanke ansgcsprockM, daß ^vir mehr als sechs Tivisionen ins Feld sdellen Lloyd George ;v>cmdte sch dann der Aufgabe der Flotte zu und erklättr, wenn die Verbündeten guf dein Moeve g<.jchlag»nr wurden, so wäre der Krieg aus. Aber solange dies nicket geschehe, könne Deutschland niemals triumphieren. Der euffcheidende Kampf wird in der Harrptsackp von der britischen Kriegsflotte mrs- gefochftn. Wäh lend des letzten Jahres haben die Darts chm zwerinal mit Entschlossenh.nl vernrcht, eine Entsll>eidllng herbeiz-uführen, und zwar eine auf denr Meere mit den Unterseebooten und ein« andere ans denr Lande. Sie versuchten die Offensive auf dem Lande, da die Offensive auf dem Meere mißglückt war. Wär^ letztere gelungen, so wäre dies entscheidend gewesen. Wenn dir U-Boote Erfolg gehabt l-ätten, ft wären unsere Heere m,Frank- rercli hinweggesckwwlzcn. Die Amerikaner hatten nickst herüber kommen können, tgirmiticm hätte nicht versandt werden können^ und wir hätten Frcmkreick) und Italien nicht mit den nötigen! Kehlen' anb den Rohmaterialien zur Berserttgung von Mumtionl versorgen können. Wann Frankreich Italien und England mit der ')lush.mgerung bedroht worden wären, so wäre ebenfalls de» Krieg zu Ende gkwescn. Die Kansfahrteiflotte stand einer gkeich großen Gefahr gegenüber und zeigte denselben Mut wie die Marine.^ Sie ttanK- portierte die groß; Zahl der amerikanischen Truppen, die im retzigen Kampf so viel Mut gezeigt haben. Tie Zalst der Mannschaften, die zur Instandhaltung der britischen Flotte und der britischen! lKaussahrckcischiffe dienten, betrug mindestens IV» Millionen, von denen wahrscheftllich 8 bis 900000 Mann im militärffchst Alter waren. Alles wurde getan, um Männer für das Heer frei- Krmachen. Aber cs zeigte sich daß dies unmöglich war, ohne der britische Flotte Schaden Ayufügen. Lloyd George sprach daun über das Machskum des Hee-> res mck sagte: Trotz der hohen Anforderungen, die an unsere! Hllfsguellen zur Jnstcordhaltung der Flotte urrd für die Kohlenv«> iorgung feit August 1914 gestellt wurden, haben wir allein trt Großbritannien für Heer und Flotte 61/4 Millionen auf die Beine gebracht, und tzwcrr zum größten Teil drrrch freiwillig^ Anwerbung, was ohne Beispiel Ln der Geschichlte aller Länder der Welt steht. Lloyd George erllärte dann zur jetzigen militärischen Lage: Am 21. Mär^ war der Feind infolge des Friedens von! Brest-Litowsk jeder Befürchtung in bezug auf seine Ostfront enthoben. Er brachte seine besten Divisionen aus dem Osten nach dem Westen, während unsere Truppen durch eine langwälnende Offen- ive ermÄiet waren. Außerdem befand sich am 21. März, nur eine amerikanische Division an der Front. Das Wetter war für den Feind günstig und verhinderte die vollkommene Wirkung unseres Sperrfeuers. Tas Ziel des Feindes war, in diesem Jahre noch vor der Ankunft der Amerikaner eine Entsck-eidung zu erringest und vor allen Dingen eine Trerucuug der französischen und britischen .Heere herbeiznführen. Dann sollten zunächst die brilisch-en .Heere überwältigt werden, uns ft hätten die Teutfck>en mit den Franzasen leichtes Spiel gchabt. Im Anfang erzielten die Deutschen einen bedeutenden Erfolg. Unseve Berttffte an Mannschaften, namcmtlich mr Gefangenen, und an Material warn: groß. Mer innerhall) 14 Tagen wurden 268 000 Mann über den Kanal geworfen und in einem Monat 355 000 Mann. Jedes verlorene Geschütz wurde ersetzt, dir Anzahl der Maschinengewehre sogar vermehrt. In sechs Wochen wurden die Deutschen durch das britische Heer geworien und ihr Vordringen zum Sttllstand gebracht. Nach dem 1. Mai ivandten sich die Deutschen gegen die Franzosen rrnd ekelten einen vorlÄrfi- Ifftn Erfolg in großem Maßstab. Llber sie wurden durch Marschall Fioch nicht nur aufgehalten, sondern auch durch einen glanzenden Gegenaug-riff zurückgetrieben. Die Gefahr ist indessen noch nicht geschwunden; denn offenbar i)t vom deutschen Gerrera!- stab die Absicht näht aufgegeben, nach dem Plane Liftendorffs -noch in diesem Jahre eine militärisch' Entscheidung herbeizusührD:. Lloyd George unterftrchte dann die Gründe, die zu dem Erfolg dm Alliierten geführt lalnm: Plu erster Linie ist es die Sckmelligkciv ftckweien, mit der die Verluste wieder ausgeglichm wurden und mit der fe amerikanischen Truppen herangeführt wurden. Eftr ianderer Grund liegt inderEinheitdesOberbefehls. Von dem Augenblick an, da Fvch das Oberkommando erhielt, neigte püch dcM (Mick auf die Seite der verbündeten Heere. Der Feind Nibrd feilte günstige Lage vom 21. März niemals wieder zuriäL- eahalten. Denn jetzt besitzen die Amerikaner ein starkes mrd siegreiches Heer in Frankreich, das mit den besten Trippen zu vergleichen ist. Die Vermehrung dieses Heeres wird unuTtterbrochjenf vor fick) igehen, bis es allein beinahe ebenft stark ist wie das deutsche Heer. Die wirtschaftliche Lage der DMekmächte ist verzweffelt. Mr hegen nicht den geringsten .Wunsch, ugs in die Angelegenheiten dos russischen Volkes zu nüschm, aber lvir dürfen nick« ckögern, dir.'cm Volve jck-e 5)Wc zu leihen, die uns nur uröglich ist, damit das ruffische Volk sich nneder frei inachen kann. Der einzige Wunsch der Tschecho-Slowakm ist der, Rußland ^u verlassen und nach dem Westen zu kommen, und rrnserc Llufgabe cst es, chnsr Friedensfrage r , ft führ die Erfüllung dieses Wunsck^es M ermöglickMi Darau i wandte sich Lloyd George dev zu. Er erllärte, er- gbnrbe an einen Völkerbund. ?lber. er fort, ein solcher Bund hängt von den Bringungen ab, unter detwr er geschlossen wird. Hutter dem Völkerbund muß eine Macht stehen, d« in der Lage ist, seine gerechten Beschlüsse durckMftchr-m. Wenn wir dem Feinde zeigen können, daß eine solche Macht besteht, so wrrd der Friede mcht mel/r fern sein. Die Personen aber, die den Krieg herbeigeführt haben, sürd raxft immer vorhanden, und wir köwcen keinen Frieden haben, solange sie die bedeutendsten Ratgeber in den Ents-Missen des Feindes, sind. Jeder tvill den Fried«rn, aber e3 iraiQ ein gerechter und« dauerhafter Friede sein, hinter dem eine.MaM Mt, ^ 1 * Der völkrbimdrgedankr tm Unterhaus. i Aug. (WTB.) Die Unterhaus debatte vom 1. Augujt über den B ö l k e rbn nds g e den ke n , wovon Ren- ^ Rede Balfours mell>et, fan> bei der Bewilligung der Neuen Kricgskrrdite statt. Der liberale Sir W. Dickt ns o n unrs dcwmrs hbl, daß Englands Krieg saus gaben nahezu 8 Milliarden Pfluch Sterling erreicht hätten: aber das Land trage die Bürden wrUig. dla cs sick beivußt sei, für ein hohes Ziel zu kämpfen. Der «Rev-ner deutete an. daß dieses Ideal der Völkerbund sei, uttd ^klagte, daß die Regierung keine Anstalten treffe, einen genauen Plan für dieses Projekt auszuarbeiten oder, wie di? französische Regierung, durch eine besondere Kommission von Nichtbeamttn iausarbeüei: $u lassen. Seines Erachtens umfasse der Völkerbund 4 Tinge: 1. müsse er {mffcmbc sein, die Heiligkeit der Verträge FU sichern: 2. dürfe keine Nation zu Gewalttätigkeiten schreiten ohne zuvor an den Völkerbund appelliert yu haben; 3. müsse zur Schlichttmg von Streitigkeiten ein Tribunal analog dem amcrila kischen Sur^eme^C-ourt geschliffen werden; 4. müßten die Nativnon des Völkerbundes das aufrichtige und ernste Bestreben haben, die Lage zu einer lebendigen Organifatto:: zu machen. Diese iZnscmrmenarbeit der Völker werde, zumal wenn m!an anfänglich eine allzu komplizierte Struktur vermeide, das gegenseitige Vertrauen fördern. 3>r Arbcitcrpartciler Thomas erklärte, er halte cs für kein Verbrechen, vom Frieden zu sprechen. Freilich wäre es ein iBerbrechen. von einem Frieden, der kein Ende mache. oder einem, ldeutschen Frieden oder einein solcher«, der die Keime eines künftigen Krieges euchaltc, zu reden, aber die Sehnsucht nach einem ehrenvollen Frieden bestehe heute in allen Go- sellschaftsschichten, und es sei ein schwerer Fehler, zu behaupten, 'E trrlle-ven Donrincons vor^ugeheir. Aber DUVen sagt, daß Deut,chland doch nicht bereit ser, mrf Vorstellungen zu hören. Wie Dnni?n imr das tvissorr, ohne vorher Besprechungen mit ihm «Msuhrt zu haben? Wierm sich herwisstellt, daß Deutschlarrd zu Zähren bewährt habe, könnten die Nationen sagen: wir hielten uns Ar n « n und Fkotten, um :m>eve Streitigkeiten zu schlichten, haben aber jetzt einen besseren Weg kennen gelernt, und sind bereit, Kt weiter zu gehen. Man lause aber Gefahr, die bolicn Ideale des Völkerbundes zu kompromittieren ulld zu ruinieren, lvenn marr den' Völkerkunde in: ersten Jahre seines Bestehens Unmögliches zumute. Was die Bet>iupl.ung mtgehe, oaß die.Einführung von Vorzugszöllen das Ende der Völterliga-Gedanken bedeute, so löraifli wir ihr nicht bcipftichLn. Der LLbevake Oberst Wedgewood wies darauf hin, daß der 5®öBJerfamb l'&xz dai wellenden Nati-an gewisse Oper auferkegert würde. Beispielevaise würden, die Nationen außerhalb des britischen Rvrchäs in rein britischen Angelegacheitml nritzuspvechen haben. Das sei eine bittere Mstdiz-in; aber seüres Erachtens sei es der einzige Austveg für die Welt. - Nach der Baisour-Rede sprach dar Liberale MacoUrdy und bemerkte, die „Times" habe die Rolle, welche der Völkerbundgedanke im britischen Bolle spiele, zutreffend dadurch gekennzeichnet, daß fie schrieb, bei den künftigen allgemeinen Wahlen werde in jedem. Wlahlkveise der Völkerbund auf den Wahtprogrannnen stehen. Seines Gvachidens sollte der Völkerbund aus Völkern bestehen, die die llickerzeugung häWm, daß der Krieg an sich als ein Mittel zny Durchsetzung diplo:nattscher Forderungen verwerflich sei, Macdonald lLlrbefterpartei) führte aus, alle O^esellschafts- schichhm. müßten begtmvch:, «inzusehen, daß der Völkerbund ein praktisches Problem sei, das irgendlvie gelöst werden müsse. Man Dune natürlich nicht sofort eine perfekte Mafckrierie schaffen, sondern nrüsse experimentieren. Jedenfalls dürfe der Völkerbund aber nicht eine Liga von Regierungen, Diplomat«: und auswärtigen ^Lenllern sein, sondern eim Liga von Parlamenten als ein Teil des allgemeinen politischen Lebens der Nationen. Der Unionist Oberst Sykes wies auf das allgemeine Streben der arbeitenden Klassen hin, künftig dem Militärdienst zu entgehen/ und aus das allgemeine Frieldensverlangen aller Kwuflcute und Flabrikanten nach der furchtbaren Periode der Zerstörimg. Die LlMulative Wirkung dieser Einslüsse verbürge zweisellos einen dauerhaften Frieden. Der Liberale Robertson führte aus, die Hauplschwierig- keit für die Verwirllichung des VArerbimdgedankens liege darin, dem Völkerbünde notwendig die Macht zu geb-cn, seine Entscl)ei- dungen zu erzwingen. Seines EraäMrs müßten zunächst alle ?iationen übereinkoncmen, die Rüstungen in lveitgehen- dem Maße zu vermindern. Der Bund müßte eine juri- sftsche Maschinerie besitzen, um Streitigkeiten zwischen den .Nationen zu schlickten, und die Nationen müßten sich verpflichten, Kontingente zu stellen, um eine Nation, die sich der Entsck^idung des Bundes nicht füge, zu zwingen. Der Eintritt in den Völkerbund werde somit für die beitretende Nation eine Versicherung gegen Kriegsgefahr. Der Unicmist Tyron betonte, daß der Völkerbundgedanken hoffnungslos sei, solange Deutschland nrcht geschlagen sei. Unter st aatssekretär Cecil schloß die Debatte mft dem Hinweis, daß dir vvcgebrachten abstrakten .Erörterungen LU keinen praktischen Ergebnissen führtmr. Er deutete aber an, daß die Regierung einen eingehenden Plan aus- arbeite, indem er die Hoffnung imssprach. daß sich in naher Zukunft eine Gelcgenl-eit für eingehende konkrete Erörterungen bietcnl. werde. Cecrl schloß, die Schwierigkeiten zur Verwirklichung des Bölkerbundgedanlens seien so groß und ernst, daß dieses Problem, von dem die Zubmft der Meirschheit abhänge, nur durch gemeinsame 3)eniühimgen aller Männer, die aufrichtigen Willens seien, durcl-geführt toerden könne. Ein neuer Vries Lan-downeS. Laag, 8. Aug. Lord Lan s do wn e richtet einen Brief an die „Times" als Antwort aus einen Brief Sir William Til- t>ens. Zlr diesem Briefe Lansdownes heißt es: ,L)ch werde ge- frtai, ob ich glaube, daß ein Abkommen von einer Macht ein'- • 11)11 ^hie lang nach r>iie->eusschluß nicht naturalisiert werden dür- \r:. und oö|i die llngültrgkeitserklärung der infolge sässclier Au- /•■■(.■■Mm« CI ’ ^ 4 _ f:■ . « . • , . . J ' '.. acuen erteilten Naturalilieriuigsurknnden nicht dem Ermessen dos Staatssekretärs dcs gemacht wird. Qh zinnern überlassen, fom>em ihm zur Pflicht c .. c n eine lächerliche Lage geriet in der Sitzung der äußerste fverndmfemdiliche Flügel des Oberhauses mit dem ünttage, das; lerir Natuoaliiiertcr ,eindtichfr Herkunft nachdem ot. ^ugiM ^ Mitglied des Geheimen Rates oder des Parlaments sein IlH'T ■f 5 Uck nämlich chuaus, daß bei Annahme dieser .Maßnahme ausgerechnet drei bekannte Männer aus dem ö-ieheunen. werden inüßtcm, nämlich Sir Edgar Speyer, Sir <,rnest Eaffell und Marquis Milfvrd Häven, wobei der Lctzt- genannte außerdem die ihn erst kürzlich zur Vertuschung seiner •oflltcnoeiger Herkunft verliehen« Peerswürde verloren haben würde Kranken an Bord aut der Hohe von Tulctgno von einem feindlichen Unser)eeboot mit drei Torpedos anlanziert. Ein Torpedo. tra> das Schiff, ohne zu explodieren. Tie übrigen liefen vorbei^ ^as 5rriegsminrstermm (Marinesektion) hat die nötigen Sck/ritte eingeleitct, um gegen die ungeheuerlichen Vötkerrechrsverlevungew Einspruch) zu erheben. >- Kopenhagen, 9. Aug. Nach telegraphischer Meldung- des dcmychm Konjulats in Alexandrien, wurde das dänische Motorschiff „Eoluinbia^ (5570 T.) am 1. b. M. bei Port Said versenkt. >r.er Kapitän und 38 Mann w-urdcy in Port Said gelandet Der dritte Maschinist ist wal-rsckeinlich ums Leben gekommen. Kopenhagen, 9. Aug. Die norwegische Gesandtschaft in London benchäct: Der nortvegrsche Dampfer „Alix" ist am 2 Amgust aut eine Mmc geitoßcn und an der Küste Irlands aus -Grund gesetzt worden. Au- Finnland. . Helsingfors . 7. Aug. (WTB.) Die Regierung hat, be ^unend imt dem 12. August, ein AufgebotderJahrqänge i C 1 . 8 9 0 verfügt, durch das die Lücken der bisheriges Aufgebote ergänzt werden sollen. Der Plan für das neue Enttejahr bestimmt die Beschlag nähme der gesamten Getreideernte und fetzt folgende Rattonen fest: 10 Kilo im fyäonat für Selbstversorger, 150 Gramm £*71 Tag nrr Karteninhaber, außerdem eine Schwerarbeiterzulago Pb zu 1(X) Gramm. ,^'^'schaffung vonBa!umharz wird als St aats mono- pol erllart. Die Lebens mittel-Einkaufs-Genossenschaft er halt das ausicktteßliche Recht Kum Aufkauf und Verkauf cm Aus lander und «mheimische Fabriken. D e l si n g fo r s , 8. Aug. (WTB.) Tie dritte Lesung der Ver Ittssungsvorlage begann gestern um 1 Uhr bei gefülltem Haus und v>?llbeHetzten Tribünen. Am Reqierungsftsch hatten zablreickie Se- lnawren Platz genommen. Der deutsch^ Gesandte und andere Mit gtteder des diplomatischen Korps waren erschienen. Tie Debatte dauerte bis 10 Uhr. Bei der Abftimnrnng stimmten für die Dring- SS 75 dlbgaordnote, dagegen 32. Die erforderliche Fünfsechstel- Aaenrlint war «also nicht er-zielt worden. Die Regierungsvorlage ist syr diese Landtagssefsion erledigt und kann erst nach der Neu wirhl wieder Mr Nmattmg kommen. Es ftagt sich nun. ob auf Gnnck des § 38 der noch geltenden Berfasflmg von 1772 dennoch Ärr >wnigswahl geschritten werden soll. Die MehrheitsMrteier- pnd rm alten Larttagshguse ztu einer Nachtsitzung zusammengetre ten, um Uber die Einretichnng einer Masstmpetttwn zu beraten, die dce AnwÄidung des genannten Paragraphen erfordert. Aus der ttk^aine. Kiew, 7. ?lrg (WT3).) Die Leitungen melden, daß die rumänische Regierung der ukrainischen Regierung eine ^ote überreichen ließ, in der sie ihre Zustrmniung zur Errichtung, diplomatischer Vertretungen in Bukarest undKiew aussprrcht. Zwecks Lösung einiger wirtschaftlicher Fragen werde die rumänische Regierung außerdem demnächst eine besondere Abordnung nach Kiew senden. Tier Zeitung „Golos Kiewa" zufolge ist zum Vertreter der llkrarne bnm österreichischen Kommando in Odessa General von Rauch, früherer Kommandeur des Gardekor^ und Großgrundbesitzer. ernannt worden. besuchte gestern den neu ernannten Ober- lbefehlshaber der deutschen Truppen in der Ukraine, Generaloberst von Krrchbach. m und die Zarenfamilie. (Reuter.) „Times" berichten cm- König AlfonS , London, 8. Aug. DI_ _ _ Santander, daß König Alfons seine Bemühungen für die Angehörigen des früheren Zaren sortsetzc. Ans dringenden Telegrammen, die er erhielt, ging hervor, daß Großfürst Georg, der m Petersburg gefangen ist, sich in hoffnungslosem Zustand befindet. % «halten Wierde, die durch ihren Einfall in Belgien bereits non Vertrag wie einen Fetzen Papier bci/andelte. Ich ioürde es iÄcnsogern ioie Sir William Tllden vermeiden, mft Pevsö'.ilich- keiten Abkommen abzusästießen, die schon früher Verträge gebrochen haben. Aber, wenn Deutschland Bedingungen amrimntt, die mis befriedige:: können, so ergibt sich daraus, daß der Vertragsbruch m H UN ver...- Mftglici fÜ&nacn psl> chtu chm konnte und daß die Vertragsbrecher eine erhallen haben. Wenn mcherte.n Deutschland gen bannt, :n inz em .>-b- derartrgcni Tucrtmt I dt hingeNEsen , ; Magenen Völkerbundes nnrd, so hätten die i Mittel M: der Hand, es zu zivingabe. auch weim ste nur einmal einen der bezeichnoten Gegen- stände veräußern. In diesem Falle, und sofern es sich auch nicht 'um eine Versteigerung handelt, hat die Entrichtung der ?lligabe durch Verwendung von Steml^elmarke«: -auf den: bei jeder einzelnen Lieferung M erteilenden Cnrpftrngsbckarnttlis zu erfolgen. Die Stcmpelinarken sind bis zum Betrage von 10 Mar? bei den Postämter:: und sonst bekanntgegebenen Poststellen zu bcffes>eil. ** Gießener Waldbühne. Ter feuchte, küble Sommer bat die Pläne der Frcilichtbühnc wiederholt zu Wasser werdenl lassen. Nun ist es der Leittmg gelungen, an regnerischen Spiele tagen die Vorstellungen im Stadttlrcater abhalten zu können. In Anbettacht der schwierigen Verhälttrisse darf man dies liegrüßen,. wenn wich anderersefts zu bedauern ist, tvenn Stucke, die in derj fteien Natt:r besonders wirksam gewesen wären, mm doch Wieden das Rampenlickst erblicke:: und in Brettern und Leinwand Ersatz für echten Wald und Himmel suchen müssen. — Die gestrige Auf- führimg, die im Stadttheater stattsarch, brachte unter dem Sammelnamen „Rokoko" Goethes anmntiges Schäferspiel „Tic Laune des Verliebten" und den bekannten sstokoko-Sck)erz von Oskar Blumentbal „Ter sckslechte Ruf". Unter der gewandten Spielleitung, vbn Karl Vol ck wurde flott gespielt. In Goethes „Sanne des Verliebten" gefiel besonders Helene Kall mar als Egle durch ihr sicheres, annrnttges Spiel mft) die natürliche Sprechnvise der Verse. Auch Rudolf Jelikoff gab den Endon mit allen Vorzüge^ wieder. Heririette ,C o l b e r g in der Rolle der Llmine spielte recht ülrerzeugcmd und frisch, wußte aber nicht immer den richtigen Ton zn ftnden, wie z. B. in der Nage nbcir die Eifersucht des Geliebte:«. — Prächtig durchgeführt, voll Laime und Humor, war Blumentbals Sck>erz „Ter schlechte Ruf". Sotvvhl Adolf T e l e ck y wiie Karl Bolck gaben Proben feinster Charakterisicrimgskunst. K. E. Schaum war als unerfahrener Liebl-aber, dem der Oheim, um ihn bei den Dame:: beliebt zu machen, den Ruf eines Doni Inan a:«dichtct, voll überzeugender Nattirlichkeft. Köstlich «vairn» auch die drei Damen, Auguste Abend ro t y als schöne Gräfin, RMnot, Augn.ste Marcks als VLarquise b’Öttonumi, die ibrcnf Mam: (W. Ko ch) eifersüchtig machen will und Luise Delosea als „bittere" Gevaldü«. ** Di« Wetteraussichten. Angesichts des durchweg Mb len vnb teudytx it Sommerwetters dieses Jahres, das ans die Gemüfterude sehr güristtg, uns sie Getreideernte aber verzögernd wirkt dürfte sich für viele die Frage ^erheben, wie die Aussichten des nächstjährigen Sommers za l>e- MTtnlen sind, wirrer unsever erfahrensten und l^währiesku Wetter- kündigen, dvndreas Boß in Berlin, dessen Anteile und Wetter- vlorl^rgageu \ den Kreisen der deutschen Landwirte und Obst- tzs«tf4N aus i«,' rimiqes lZiNtieffen seit Jahren geprüft lvorden srnd, sn-'frt in der n.mesten Ninnmer der „Deutschen Obscbauzcitung" er ulrer das Jtchr 1919 leider einstweilen nichts Gutes lKrr den deutschen Gc.rtenbau vermuten könne, weil das Jalw 1919 SP? r rt ^ lJ f inh -- lM 511 hocken werden dürfte. „Im Frühjalw 1919 ' lt & 2 er , Jahres verlauf schon etwas sicherer vorh-?rsagcni ^ür 1919 eine Wiederholung der Trockenheit vvn 1904 unu 1911! Die Folgen mag sich jeder selbst ausveclmm. M-eierr Fecuden aber wird es dann noch schlechter^gehen. Tie jdeuTche^LandW,rrscl>ast und der deutsche Gartenbau mögen sich in diesem 'Somm er und Herbst 1918 doppelt mlstrengen, daß von der Grntt Mjtv umkommt, nichts durch Frost leidet, nichts durch schleckcke Aufbewahrung oder verfehlte Organisation verdirbt!" FM die weitere Sommerzeit dieses Falles, also für den August Uno Leptoncher. saut Boß trockneres Und sonnigeres Wetter als im Fnnr wrd Juli weraus. „Die fühlen und feuckften Jmritage mufften iauch ichon Pomm-':. weil der Mai ztu warm und zu trocken gewesen. Migutt und September werden warm und mehr trocken afe feucht sein. Mlerdiugs ist es Regel, daß Um den 1. ?Hugust und gaUz befände^ um den 14. Und 19. August stärkere Regenmengen zu flaflant pflegen. Wenn nun der September meist trocken sein wird, kAo daß Tage vorherrsck-en, dann werden a^r um den A ^ ' Ee um so kälter, so daß tonnt mit stärkeren gercchne: werden muß: weil ja vonr September an östlich' Winde rrorlpcrrsclZeud sein werden." ^ ** L i ü>tsp i bau s , Bahnhofstraße 84. Bon morgen Samstag ab las einschließlich Dienstag gelangten 2 hochinteressante Filmwerke zur Auffübreng. He:my Porten zeigt sich in ihrem neuesten Schauspiel „Das ^schlecht derer von Ringwall" und Biggo Larsen in „Nackprätsel". Nähere- im Anzeigenteil. Kreis Friedbera. ** Dad-Nauheim, 8. Aug. .Sonntag, den 11. August finden zwei Konzerte auf der Terrasse des Kurhauses vcnr der aus dem Felde beurlaubtelli .Kapelle des 5. G r o ß h. Hess. Inf.- Regiments Nr. 16 8 unter Leitung ihres ?Nnsikmeisters Ernst Krauße statt. Hessen-Nassau. mr. Frankfurt a. M., 8. Aug. Nunmehr wurden die ersten WeK'lichen Feuerwehrleute angestellt. Sie werten zwmr nicht im Bvandsalle zur Löscharbeit, sondern im Innendienste beschäftigt. — fört der letzten Sitzung dos Lebensmittelamtes wurde mitgeteilt, daßr durch die Erhöftmg des Preises für Brotgetreide eine Ber- teuerimg des Brotes von 50 >auf 62 Pfennig notwendig wird. Zur Kontrolle der Gruveerträge für Obst und Gemüse soll ein Kreis-. 'cevisor an gestellt werden. Trotz der geringen Ernte soll eine Erlaubnis zur Kelterung von ,Apfelwein im inöglichst weitgehenden Umfang erwirkt werden. — Gelnhausen, 8. Aug. Im nahen Dörfchen Kassel entdeckte^ die Gendarmerie in der Nacht pn Niittwoch, daß aus einer Geheim schlachtern erhebliche Mimgen Fleisch fortgeschafft wurden. GS entspann sich Zwischen den Schleichhändlern und einem Gendarm ein Kämpft fti dessen Verlauf der Gendarm von seiner Schußwaffe gebrauch machen -nutzte und einen Schleichbäridler erschoß. Tie übrigen Schleichhändler ergrifteu hierauf die Flucht GeriU>es?«al. K. P. Frankfurt a. M., 8. i?luy. Ein Paar Sckmbe an den Mfa-nrnreny^undenEM Riemen, .über den Arm gehängt, so v elfte si-b der -0jährige Metzger Lorenz Ran den Leuten als ckiuster v!^> md nagte, ab sie nichts zu revarieren hätten. Er habe aus Zufall An Sti'ck Lever bekommen. Der Mann sah so ehriam aus, das; vier Leute nicht widerstehen konnten und rhm schuhe mitgaben. Sie 'ahen sie niemals wieder. Die Strafkammer verurteilte den Schwindler wegen Betrugs im Rückfälle zu 18 Dtonaten Zuchthaus and fünf Jahren Ehrverlust. Sport. Am kommenden Sonntag, den 11. Augussi findet auf dem Sportplätze des Vereins für Rasenspiele von 1900 an der Haardt ein Fußball-Wettspiel statt. Es treffen sich die beiden 1. Mann- 1 (haften des Fußball-Klubs „Henschelwerke" Kassel und des Vereins für Rasen'viele von 1900 Gießen. Da beiüe Vereine über faic sehr gute Mannschaft verfügen inti> der Kasseler Verein der Meister im Kasseler Bezirk ist, wild ein sehr interessantes Spiel zu erwarten sein. Das Spiel beginnt um V*4 Uhr. Hochschnlnachrichten. — Frankfurt a. M., 8. Aug. Die Zahl der an der Universität Frankfurt studierenden Hessen hat sich nach einer soeben erschienenen Uebersicht gegen frühere Semester erheblich vermehrt. Es studierten rm Sommerhalbjahr 1918 insgesamt hier 418 Hessen gegen 334 im Wintersemester 1917/18. also eine Zunahme um rund 25 Prozent. An der Gesamtzahl der Studierenden mit 2312 rm abgelaufenen Semester berechnet, waren demnach die Hessen mit 18 Prozent beteiligt. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich für das Sommerhalbjahr 1918 die Hessen wie folgt: Rechtswissenschaftliche 105 (1917/18: 74), medizinische 117 (103), philosophische 73 (59), naturwissenschaftliche 62 (48), Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche 61 l50). Kiew, 7. Aug. (WTB.) Die Ukrainische Telegraphen-Agen- (tur meldet, daß der Ministerrat den Gesetzesvorschlag über die Be- Aündung einer staatlichen Universität in Kamenetz- .P o dr> l s k, bestellend aus vier Fakultäten, bestätigt hat. Im Herbst 1918 sollen bereits die historisch-philo logische und die physikalische mathematische Fakultät eröffnet werden. Unterrichtssprache ist die Ukrainische. — Zeitungsnachrichten zufolge hat der Ministerrat «außerdem beschlossen, die ukrainische Volksuniversität isn Kiew in eine staatliche ukrainische Untversrtät mit vier Fakultäten umzugestalten. LkiiechlLche Aacdricbterni Israelitische Keligionsgemeindc. Gottesdienst in der Swmgoge .(Süd-Anlage). Samstag 10. Aug. Borabd.: 8.15; morg.: 8.30; abds.; 9.05 u. 9.45. — Israelitische UftlgionsgLsellschsst. Sabbat- heier am 10. Wug. Freitag abd.: 7.50; Samstag vorn:.; 8.30; nachm.: 4.30; Sabbatausg.; 9.45. Wlxbengottesd.: morg. 7.00, abds. 8.00. Vermochte». — Rüdes heim, 8. Aug. 74 Weinversteigerungen, die im Frühjahr 1918 im Rheingau abgehalten wiceden, erbrachten die Summe von 17 713 770 Marl. .Hiervon entfallen auf die 38 Wein- versteigerimgen der „Bereinigung Rheingauer Weingutsbesitzeft^ 988000 Mark. Die drei Versteigerungen der Kgl. Domäne ergaben 2 613 320 Mark. Im Vergleich zu vorstel>enden Zahlen sei erwähnt, daß die 55 Weinversteigenmgen im Frühjahr 4.917 die Summe von 9 820 716 Mark erbrachten. K. P. Birken selb, 8. Aug. Die Sondierungen der olden- burgischen Regierung mit Landtagsabgeordneten bmsichtlich ihrer und der Bevölkerung Stinimung gegenüber eitler etwaigen Abtretung unseres seit 100 Jahren zum fernen Oldenburg gehörigen Naheländchens haben in unserer Bevölkerung starke Beunruhigung hervo-rgerufen, denn sie will die freiheitlichen Vorzüge des Großherzogtums nicht durch den Anschluß an Preußen einbüßen. Der reale Grund der regierungsseitigen Ab- tretungs- bzw. Austmischpläne ist die schwierige Finanzlage der Enllave. * Wien, 7. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dreitägiger Derhandlimg hat das Sckiwurgericht Urteil gegen Kurt Franke und Ewo David gefällt, die des Raubmordes an der Julie Earl, der Gesellsckiafterin der Baronin Viwante, vom 23. Februar d. I im Hotel Bristol angeklagt Mrren. Franke ivurde mit allen Stimrnen, David mit elf Stimmen gegen eine Stimme für sckxlldig befunden. Elfterer wurde zu 15 Jahren schtveren Kerkers, letzterer zum Tode durch den Strang verurteilt. Letzte Nachrichten. Dcr» nenestr Hcticbt der ßccre&leihina. (WTB.) Großes Hauptquartier, 9. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht. Zwischen L)ser und Auere lebhafte nächtliche Artillerw- tätigkeit. Südwestlich von Ypern und südlich der Lys folgten stärkstem Feuer feindliche Teilangrifft, die abguviesen wurden. Zwischen Ancre und Avre griff der Feind gestern mit starken Kräften an. Durch dichten Nebel begünslißt, drang er mit seinen Pmizerwagm in unsere Infanterie- und Artillerielinien ein. Nördlich der Somme warfen wir den Feind im Gegcnst-oß aus unseren Stellungen zurück. Zlvischen Somme und Avre brachten unser.' Gegerang.-ifft' den sein Glichen An sturm ostli^^ der Linie MorconN—Harboinneres—Eal-Fres- n4)i)—Eontoire zum Stehen Wir haben Einbuße an Gefangenen und Genüßen erlitte:' Durch Gefansrne, die mir machten, wurden Engländer mit kanadischen und mijtrali- schen HilfSkorps. sowie Franzosen f'ftgestellt. * lieber dem Schlachtfelde schössen mir 36 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Löwenhardt errang seinen 49.. 50. und 51., Leutnant Udet seinen 45., 46. und 47., Leutnant Freiherr von Rülfthofen seinen 33., 34. und 35., Leutnant Kroll seinen 31. und 32., Oberleutnant Mllik seinen 29., Leutnant Kvenneckc seinen 23.. 24. und 25. und Leutnant Aufsiorch seinen 20. Luftiieg. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In einzelnen Abschnitten an der Beste lebte die Artillerietätigfeit auf. Erfolgreiche Teilvorstiße beiderseits von Braisne und in der Champagne nordwestlich von Souain. Der Erste Generalguartiermcister Ludendorff. Ein Freihafen in Petersburg? Kopenhagen, 8. Aug. Russische Blätter berichten, baß man in Petersburg beabsichtige, einen Freihafen einzu- richt^n, um bas wirtschaftliche Leben der Stadt wieder zu heben. Eine englische Stimme zum Gedächtnistag des Kriegseintritts Englands. Bern, 8. A,ug. «WTB. Nichtamtlich.- Zum Gebächtnistage des Kriegseintrittes Englands schreibt Gardiner in der „Daily News": Der Grundsatz „Si vis pacem, para bellum" werde nie- mand mehr täuschen. Jetzt wisse man satrsam, daß der Krieg komme, wenn dafür gerüstet werde. Einige nahmen noch ihre Zuflucht zu der Idee, der Krieg könne dürft) den Krieg ausgetrieben Aversen. Sie glaubten, die Alliierten vermöchten eine so überwältigende militärisft)e lleberrnacht M erlangen, daß der Feind üie wieder imstande sein werde, sich aufzurichten. 4Lber das sei eilt eitler Wahn, nimmermehr könne man der Welt durch einen Zwang Den Fragen geben. Der Gedanke, daß die Alliierten, nach der Erkämpfung des Sieges denWeltfrieden durch eine unwiderstehliche Macht zu sichern vermöchten, bedeutet nicht nur die Annahme des preußisft^en Glaubensbekenntnisses, sondern die Nichtachtung aller Lehren der Welt ge sch ichte. Ein sicherer Friede sei mmiöglich ohne ein neues Weltsystem, das in der Erkenntnis, daß das gemeinsame Weltmteresse den Frieden erfordere und die Zivilisation unter den modernen Verhältnissen nicht neben dem Kriegs bestehen könne, die Wurzel des zftcieges, nämlich das Wettrüsten, beseitige imd die Maschirierie für eine gerechte Verwaltung der Weltgeschäfte schaffe. Mentkreren in Servia. Bern, 8. Aug. MDB. Nichtamtlich.) Tie griechischm Blätter geben naftftehuide Einzelheiten zu den Meutereien in Servia: Soldaten in iß UntervffHrere des 12^ I nsanterie-Reg ftnents vvu der dritten Division desertierten aus Servia und wurdm sftftieß- lich bei Pristovati in der Provinz Agrinion von dem sie verfolgenden Jägerregiment eingeholt und gefangen gemnnmen. Die Meuterer, ungefähr 300 Äann, verloren l« dem Zusammenstoß sieben Tote und 20 Vettvmidete. Der vmn Kriegsgericht in Servia zum Tode verurtellte Oberst Jannetakis war der Kommandair des 12. Infanterie -Regiments. Die Beisetzung Hakki Paschas. Kvnftantinopel, 7. Aug. (WTB. Nichtamttich.) Meldung fcer Agenoe Mllli. Nachmittags erfolgte unter großem Pomp die Beisetzung der Leichp des Botschafters Hakki Pascha. Nachdem in der Moschee Jman Pascl>a in Baschiktasch die Totengebete verrichtet ware.r, setzte sift) der Leichenzug in Betvegung. In den Straßen bildete eine große Menschenmenge Spalier Eine Truppenabteilung eröfsnete den Zug, dann folgten. Derwische. Den Sarg bedeckte eine rottveiße Schleift, die in Berlin auf den^Sarg gelegt worden war und die die Inschrift ttug: „Letzte Grüße meiner Hoheit Hakki Pascha, Botsftmfter in Berlin." Hinter dem Sarge schritten der erste Kftmmerherr als Vertreter des Sllltans, der erste Sekretär und Flügcladjntcmt des Sultans, ferner der FlüMi' adjutant des Tbronfolgers. der töroßwesier. dep^Scheich ül Islam, die ehemaligen Grvßlwesiere Temsik Paffte und Said Halim Pascha, sämtlich? Minister, die Botschafter Deutschlands^ Oes.errc-'ch-Ungarns und Persiens, die Gesandten Bulgariens. Lpau.cns, Schwedens, Dänemarks mit ihrem.Personal, eine von Kaiser Wilhelm entsandte Zlbordnung, Senatoren, Deputierte, vauäisische Delegierte, militärische und zivile Würdentriger, die Direktoren versftftsdener Zlnstalten und zahlreiche sonstige Trailergästr. Naft.de.n der Zug beim B?viderl)ckenheim, in dessen Gemarkung der Palmengarten seine Heimstätte finden sollte, 20000 Gulden auf- brachte. Recht zurückhaltend war die Frankfurter Finanzwelt. Nach Ausbringung der 75 000 Gulden konnte der Ankauf bewerkstelligt werden. Mit der Sckiaffung der Anlagen wurde Heinrich Siesmayer betraut, der in ttiapp zwei Jahren ein Meister- w«nk der VOärttlerlunst fftyif. Nach Ferttgstellung der ersten Vermäße; ung, die einige Jahre später erfolgte, und die große Weihersläche mit Hängebrücke, Schweizerhaus und Grotttutbau in sich schließt, fand dft Anlage allgemeine Anerkennung auch durch die Regierung, dft Siesmayer durch Verleihung des Titels „Königlicher Garttubaudirektoft' ehrte. Im April 1870 fand im Palmengarten bereits die erste Pflanzen- und Blumenausstellung statt, der am 30. Juni desselben Jahres die Sommerausstellung der Gartenbau-Gesellschaft folgte. Am 6. Oktober 1870 erfolgte die Umwandlung der Palmengarten-Gesellschaft in eine A.-G. Die Eröffnung sämtlicher Gesellschaftsräume ging am 16. März 1871 vor sich. Bei der l 0jährigen Sti,tungsfeier der Gesellscliast am 10. August 1878 brannte das Palmengartenhaus nieder, der Neubau konnte bereits im November 1879 der Oeffenllichkeit übergeben werden. — In den nunmehr 50 Jahren seines Bestehens hat sich der Palmeicgarten zu einem der bedeutendsten J'.tttrtute seiner Art in Europa entwickelt. Kein Besucher Frankfurt: versäumt es, dft wimdervollen Anlagen mit ihren Palmenhamen, .BlumenHäusern und Freibeetanlagen aufzufuftx'N. Eine Schilderung dieftr weltbekannten Stätten erübrigt sich. - Rastlos arbeitet seit Jahren der verdienstvolle Letter des Palmengartei:s. Landesökonomierat Aug. Siebe rt, an dem Ausbau des einzigartigen Instituts.'In einer .1914 fertiggeftell- ten, aber infolge des Krieges nift)t zur Msgabe gelangten Tenk- sftwist zum 5 6 j ä b r i g c n Jnbilä u nt hört man von neuen weitausschauenden Plänen des Direktors: Umbau der Blütengalerie, Unrbau des Gesell,chaftslmufes, Ails'^au deS Pensionsfonds, Er- riftüung von GewäaMäusern zu wijsensft-aftlichen und kolomalen Zwecken Ta kam der Krieg, dft großen Pläne mußten zurückgestellt werden Aus dem Palmengarten, als denk Garten der Schönheit, ward ein Garten fürs praktische Leben. Seit vier Jahren wird Dag um Tag in ilmt knegswirtsft'aftliche Tättgkm in wahrhaft mustergültiger und vorbildlicher Weise geübt, die von den höchsten Behörden und ersten Fachleuten glän.^nde Anerkennung findet. In welch gründlick>er und man darf wohl sagen Wissenschalllicher Weise dort KrregSgemüsebau getrieben wird, davon legten dft Ausstellungen der letzten Jahre im Palmengarten beredtes Zeugnis ab. Auf die Finanzen der Gesellsck-aft hat der Krieg ungünstig eingewirkt, so'daß mit Hilfe der Stadt und eines Finanzkonsortiums vor knr^m die Zukunft des Gartens sichergestellt werden mußte. Seit einem halben Jahrhundert war der Palmengarten ein gesell) chastlickier Mittelpunft, ein auserlesener Erholungsort und eine Stätte der 'Wissenschaft. Er stand im Dienste der Schönheit. Welche Ausgaben das Institut im kommenden Halbjahr- Hundert erfüllen soll und muß. das lleidete Prof. Tr. H. Klebe r g e r - Gießen vor zwei Jahren in folgende Worte: ,,Der zukünftige Palmengarten wird im Dienste der Schönheit, Wohlfahrt und des prakfischen Lebens stehen." rh. * — Dreitausend Pfund für den Patenbecher Karls XII. Unlängst hatte Köing Georg von England dem britischen Roten Kreuz einen „Patenbecher Karls XII." geschcmkt, damit er verkauft kvürde. Wft nun aus Gothenburg berichtet nnrd. haben sich die Sch-weden die Gelegenheit nicht eittgeyen laffen. diese Religuie ihres größten Herrschers für ihr Land wieder zu erwerben: eine Anzahl reicher Leute der Stadt Gothenburg l?at sich zusammengetcm und das Gefäß erworben. Der Pvns, den sie dafür haben anlegen müssen, bettägt dreitausend Pfund, also, nach Friedenskurs umgerechnet, etwas über 60 000 Mk. Allerdings hal-en dft Schweden-bei dem Kaufverttage vorsichtshalber sich das 'Recht Vorbehalten? vom Kaufe zurückMtreten, falls es sich nicht um den echten Palenbecher Karls XII. handeln sollte, den der König in der Schlacht von Pulmwa einbüßte, der dmm im Be^ sitze Peters des Großen, darauf eine Zettlang in den .Händen eng. lifck?er Privatleute war und schließlich dem englisckffm Königs!>ause llderlviesen wurde. Erkeunen die Fachleute jeiwxf? den Beä>er als ecbt an, so wird er mutmaßlich einer der großen geschcctMchen Sammlungen Schwedens.einverleibt werden. Statt Karten. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber, heraengguter Mann, der treuaorgende Vater seiner Kinder, unser guter Lohn. Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Hilfsfeuermann August Schmidt am 4 August durch einen Unglücksfall in Feindesland im blühenden Alter von 31 Jahren sein junges Leben fürs Vaterland lassen mußte. In tiefem Schmerz: Christiaae Schmidt geh. Weitzel und Kinder nebst allen Angehörigen. Gießen (Buddestraße 9). Altenschlirf, den 9. August 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 11. August, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 5943 Schlitz Hilde Eißfeller Heinrich Oßwald z. I. im Felde Verlobte August 1918. Bad-Nauheim 5927 Ihre heute vollzogene Verlobung zeigen an Agathe von Derenberg Louis Bester Heute mittag 1 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Onkel und Schwager Karl Lach mann Schutzmann i. R. im Alter von 49 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Lachmaim geh. Beil. Gießen, Löberstraße 4II., den 8. August 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 10. August, nachm. 2y, Uhr, vom Neuen Friedhof aus statt. Baden-Baden Lollar (Wiesbaden) 04681 r BekamttMKchung Zwecks Vornahme von Revisionsarbeiten ist die Stromlieferung im Uebcrlandgebiet links der Lahn, mit Ausnahme der Gemeinden Klein-Linden, Allendorf (Lahn» und der Gietzener Braunsteinbergwerke, am Sonntag den 11. d. M. von vormittags 9—12 Uhr unterbrochen. Elektrizitätswerke u. Straßenbahn der Stadt Gießen. _ Sto 1 te. 5938 c nachmittag 5 1 /* Uhr wurde uns unser innigstgeliebtes, gutes Töchterchen, unser liebes, unvergessliches Schwesterchen, Enkelchen und Nichtchen Gustef Wagner im fast vollendeten 12. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden durch den Tod entrissen. Um stille Teilnahme bitten: Schreinermeister Anton Wagner und Frau Irmgard und Erwin Wagner. Giessen (Dammstrasse 46), den 9. August 1918. Das Gute vom Besten ist die Saxonia-Oniimasotilne Diese erstklassige^ Maschine liefern ab Lager Schäfer & rischer, Nidda Bahnhofstr. 38 5937 Fernsprecher 55. Die Beerdigung findet Sonntag den 11. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. 04089 ZM- l MW»««», c. ®. m. a. H, zu Daubringen. Bilanz am 31. Dezember 1917. Aktiva JfC & Kassenbestand 327u0.01 Wertpapiere 143199.80 Immobilien 30451.— Unsichere Ausstände 5000.— Laufende Rechnung 11097.08 Darlehen aus Schuldscheine 76260.88 Hypotheken 253990.55 Kausschilling 338.— Zinsenrestr 7897.34 .Stückzinsen 339.69 "AnSstehende Gerichtskosten 202.18 Passiva Jh $ Reservefonds 32500.— Hilfs-Reserve- VERSCHIEDENES IL 23/17 19 fonds Geschafts- guthaben Kapitaleinlagen Hypothekenschuld Vorausbezahlte Zinsen Reingewinn x 2100.— 15866.95 483054.63 25200.— 625.— 2129,95 Summa 561476.53 Summa 561476.53 Mitgliederstand am 31. Dezember 1916 204 Zugang m 1917. 2 Abgang in 1917.11 Mitgliederstcmd Ende 1917 .... 195 Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Bereinsmitglieder bei dem Rechner offen. Daubringen, den 6. August 1918. Albach, Brau» IL, Hartman», Direktor. Rechner. Kontrolleur. Einladung. Die Mitglieder des genannten Vereins werden hiermit auf Soruttag de« 18. A«g., nachmittags 4 Uhr, zu der Gtiircflidw ZellM-BkchsmiW bei Ludwig Weimer frermdlichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Rechnungsvorlage pro 1917, 2. Verwendung des Reingewinns, 3. Entlastung des Vorstandes, 4. Ergänzrmgswahl des Vorstandes, 5. Uebertragung des GcschaftsguthabenS, 6. Gebaltsregulierung des Vorstandes, 7. Verschiedenes. 6984 Aür den AuffichlSrat: Grolz, Vorsitzender. Freitag den 22. Angrrtt IS 18, nachmittags 3 Ubr, werden in unserem Amtszimmer die den Peter Schevv Ehel. in Burkhardsfelden zugeschriebenen. nachstehend verzeichneten Grundstücke versteigert: 1. Mur 8 Nr.29'/,o--280qm Wohnhaus mit Hofraum, hinter demSteeg, zwischen der Chaussee und dem Mittelweg, Buchnerslr. 2, 2. vylur 8 Nr. So 1 /« — 256 qm Bauplatz daselbst, 3. Flur 8 Nr. 33»/,» ^ 230 qm Bauplatz daselbst, 4. Flur 8 Nr. 36»/,o -- 231 qm Wohnhaus mit Hofraum daselbst, Glaubrechtstr. 9. Sofern anderweitige rechtliche Hindernisse nicht ent- gegenstehen, kann der Zuschlag erteilt werden, wenn auch dle Hübe der Schätzung nicht erreicht wird. 52071) Gießen, den 10. Juli 1918. Großherzogl. OrrLgericht. _ I. V.: Leo. Wirtschaft in Gießen ^ Schrift!. Angeb. unter 04069 an den Gießener Anzeiger. Landaufenthalt für 2 Knaben im Aller von 11 und 14 Fahren von Mitte August bis Mitte September gesucht. Angebote m. Preis unter 8935V a. d. Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. Zwei Freunde, cv., 20 und 22 I., wünschen mit anständ. Mädchen von 18—22 Fahren m Briefwechsel zu treten zwecks späterer Jg. Witwe mit einem Kinde nicht ausgeschlossen. Schrittst Angebote m. Blld unter 5928 mi die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbeten. is- sl Mül von Antlautlären. Möbeln, ganzen Einrichtungen, Alteisen, sowie allen von rnir geführten Artikeln. 4955 Louis Rothenberger. Grummetgras - Versteigerung der Stadt Gießen. Montag den 19. August und TienStag den 20. Augnst 1918 soll das Grumluctgras von den städtischen Wiesen meistbietend versteigert werden, und zwar: Montag den 19. August a) vormittags 9 Uhr Zusammenkunft am Schlachtbof, von den Wiesen im Neustädlerfeld, d) vormittags IO 1 /* Ubr in der Rettauratio» von Melchior Schäfer Ww.. Kaiser-Allee 4. von den Wresen im Heegstrauch. c) nachmittags 2 Uhr im Philosovbentvald, von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, von den Hospilalwiesen in der Gemarkung Wieseck. DienStag den 20. August a) vormittags 9 Ubr an Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stolzenmorgen, am UterS- brunnen und Altentisch. b) nachmittags 4 Ubr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grotzen-Buseck. Steigliebhaber. welche die Wresen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wresenwärter Bellof, Wolfstraße 15, wenden. Bemerkt wird, daß die Ausfuhr von Heu und Grummet aus dem Kreis Gießen nur mit Genehmigung Großh. KreisamtS Gießen zulässig ist. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vorstehendes tn ihrer Gemeinde bekanntmachen zu lassen. Gießen, den 8. August 1918. 5929B Ter Oberbürgermeister. I. B.: Kreuzten, Beigeordneter. I VERMIETUNGEN Pension Brand! (Bellevue). Neuen Bäue 22. Gut möblierte Zimmer mit Verpflegung. Bad. Telephon 1085. Mittag-u. Abendtisch.^' 3-2imwer-^oeg. im Nebenh. z. vrm. Ott-Anlage 7 v. Ginf. möbl. Zimmer z. vm. 04088 Löwengasse 11. Wefcnasag mit Laden zu verrn. 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Gesang „Der Waffenschmied“ DAS HIMMELSSCHIFF???“ und r> Bill 5923a