Nr. 179 Erstes Woü Ter Gtetzener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Sietzener.'sami!ienb!ä1!eri Are Stlcll für den Kreis Eietzen. Bezugspreis: monatl. Mk. I.20, vierte! - jährlich Mk. i 6 1 '; durch Abbole- u. Zweigstellen monatl bs>iummer v«s zum Nach,ninaq vorher ohne jede Vc rdmdl ichkelt Zeilen^reise: für örtliche Anzeigen 25 Jt.. für auswärtige 3 ) Zi., Iüi Reklame n Mk.1.-nebst 2«J°/ 0 Zeu- ernngszuschlag. Haupt« 1 ct)ci t euer: Aua. Goetz. Vera ilwortti ch für Politik u. .Feuilleton: i. V. vr Zeuz: 3taDt und Land, Veruiis htesu.Ge- rrchksiaal: Or. Meyer; Auzelgenteü: v. Beck; ja in lt ich in Gießen M Mtt-M- («mtlich^d^ Hauptquartier, 1. August. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krouprinz Nupprecht. w ?? ^ailleul am frühen Morgen vor- Feuerkampf. Die tagsüber mäßige j« ^ dlbend an vielen Stellen der Front in JerbluÄung mit Erkundrmgsgkfechtcn auf. H.e ^ r e s g r u p p e Deutscher Kronprinz. ». Dkfttich von Före-en-Tardenois fetzte der Franzose am wiederholt zu heftigen Tei lang rissen an. Wir ~ n d^kNid rm Gegenstoß in feine Ausgangs-Linien 8SB; 4*5 * n **5« Kampffront Attillrrieftuer weck>- selnser Starke. Kleinere V-orfeldgeftchte. Nordöstlich von Perthes versuchte der Feind nach starker Feuervvrbereltuttg den ihm am 30. 7. entti seren Stützpunkt wieder zu nehmen. Er wurde unter Verlusten ab- geivrefen. Erfolgreicher eigener Vorstoß srwlich des Fichtel- verges und rn den Argonweu. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Jnfantenegeftchte an der Mosel und am Parroy-Walde. Wir uimpten hrerbei Gefangene. * . ^ Der Gegner verlor gestern an der Front, im Luftkamp und durch «bFhkch von der Erde aus 25 Flugzeuge. Weiterhin wurde ein im Augriffsfluge gegen Saarbrücken bcfiud- lmi.es englisches Geschwader von 6 Großkampfflugzeug an von Wftwn rt- und Heimat-Jagdkrästen, bevor es seine Amben abwerfen konnte, vernichtet. Aus einem zweiten. folgenden Geschwader schossen wir ein weiteres eng Ajches Gvoßkampfflugzeug ab. Der Erste Generalauartirrmeister Ludendorff. » Der Abendbericht. Berlin, 1. Aug., abends. (WTB. Amtlich.) Nordwestlich Fe re - en - Ta rdeno i§ heftige Kampfe. Au der übrigen Front nichts Weftntlickjes. . Jahre schweren Kampfes sind dahin gegangen, vvrg denkwürdiger Taten voll", mit diesen Worten begann Mi der Schwelle des fünften Kricgsjahres der Aufruf des Dnsers an das deutsche Volk, der mit schlichtem Stolze fest stellt, daß wir „nicht unwert der gewaltigen Aufgabe gefun :deu wurden, vor die uns die Vorsehung gestellt hat". Vier Jahre schweren Kampfes. Ein Fürst, dessen Le- bensziel und strebendes Bemühen darauf gestellt war, den Weltfrieden zu erhalten, weist noch einmal darauf hin, wie all seinen Worten der Versöhnlichkeit, mit denen er das Ende des Weltbrandes heraufzubeschwören trachtete, neuer Haß und, Hohn entgegenschlug, als sei Oel in die Flammen ge- slonen Ein Voll, dessen Sinn nur daraus gerichtet war- Trt friedlichem wirtschaftlichen Wettbewerb die Welt mit Kulturgütern und Kulturwerten zu durchdringen, muß nach ernem vierjährigen Kampfe um seinen friedlichen Platz an der Sonne vernehnien, daß sein Lebcnsrecht aberkannt, daß ferne Existenz vernichtet und nur noch sein Name von Schmutz und Galle ferner Feinde besudelt, als Popanz des Schreckens m der Völkergeschichte fortlebcn soll. Was gelteil dem entgegen die wenigen Stimmen der Vernunft, die aus feindlick)em Lager zu uns herübertönen und die nicht einmal bei den Landsleuten ein Ecl)o finden es sti denn das der Lächerlichkeit? Was gilt der Brief eines Lord Lausdowue, der ndeumals, bei der Jah-reswiederkehv des Kriegsbeginnes die Gelegenheit ergreift, für eineii wirtschaftlichen Frieden zu werben, wenn die führenden Staatsmänner des Verbandes sich nicht genug tun können in blutrünstiger Rede, die Vernichtung predigt, oder in Glcißuer- worten, die wie schleichendes Gift auf urteilslose Gemüter unseres Volkes wirken und Deutschlands Kraft und Einigkeit von innen heraus zerfressen sollen? Noch,wollen die Feinde den Frieden nicht! Alle blutigen ^hren, die ihnen unsere großen Heerführer erteilt haben,, ^?nntcm noch nicht gallischen Haß in besonnene Vernunft, britische Gier in bescheidene Verträglichkeit umwandeln. Wir mü,sen weiter kämpsen cm der Front und in der Heimat, das ist die harte Erkenntnis,^u der uns eine nüchterne Verpachtung der Lage nach vier Kriegs fahren zwingt. Kein Wunder, wenn Rückblick und Ausschau von solchem ^^EUN^S nicht die gleiche Stimmung auskomliicn lassen, die uns heute vor vier Jahren beseelte. Die aufrauschende Woge zf r ->^^??bbg*nsterung, die Deutschlands Namen als den eines Volkes in die Welt hineintragen wollte, das sich mit rf 1 !! Schwert die ftiedliehe Arbeit der Sense zu erkämpfen wutz, ist allmählich verlaufen. Jubelnde Begeisterung hat Ix? u 11 fernem Willen, stolze Zuversicht zu finsterer Ent- sa>wssenheit verwandelt. Ueberlriedene Hoffnungen sind ver- ftogeir. Aber wir wissen Und holten daran fest: Wir werden n 0 ? 67 */ ^ euu lu * r mü B en um nüht zugrunde zu gehen. ' wenn auch Leute, die sich geistreich dünken, sich mit Hinblick auf die Schwierigkeiten unserer Robstoffversor- gung, die deutsches Genie bereits in den meisten Fällen Münzend gelöst hat, den billigen Scherz gestaittni, im ersten Krlagsiahre habe es geheißen „Deutschland, Deuischland alles , nun aber heiße es „Deutschland -Deutschland ohne alles , so )oll man sie darauf Hinweisen, uni wieviel Wer die Lerswngen unserer Kriegsindustrie, unserer.Heer- Tapferen einzuschätzen sind, die einem wohlauÄgeru,taten Femde gegeirüber nock) in diesem Sommer Taten vollbracht lchm, die enzig in der Weltgeschichte da stehen. Und wenn gerye Um di Weiide der Kriegsjahre in unserem siegreichen Kampfe cn scheinbarer Rückschlag ein getreten ist, der oei einsichsvollen Beurteiler wiederum als eine Meisterleisticg deutften Feldherrngenies erscheinen muß, das edles deusches Mr nur dann ecnsetzt, wenn sich dieses Opfer, das shvn so.eickstich vergossen wurde, verlohnt, so darf uns dis veder m dem zuversichtlichen Glauben au unsere Führer np au iftnr Vertrauen aus uusere eigene Kraft irre nmchen. heilste Pflicht gebietet, daß dieses kostbare Mut nicht mnutz fließt^', so verspricht es unser Kaiser, und wer auflie Ereignisse an der Marne hinblickt, inuß erkenn-en, wie seife die Maßnahmen unserer Heeresleitung waren, die htver ?u verteidigendes Gelände au.f- g.ab und die Feindevor neuen Linien vergebliche Masscu- opfer bringen ließ. Daß damit für unsere Feinde kein entscheidender „Sieg errurgeu ist, haben diese selbst nach- dern ersie7i Siegesjich einoeseheu. Voll Bangen sehen sie-der Antwort Hindenburg entMgen, die wir in Ruhe und Zuversicht erwarten wolle, olne uns müßigen Betrachtungen über das Wo, Wannund Wie hinzugeben. Daß uns noch ftveie Kämpfe bevorstehen, soll jeder wissen, ebenso, daß rs in Jnlande weitere Entbehrungen und Prüfungen nichtrsprrt bleiben werden. Nur das Wissen um die Gefahr kanucns ihr gewachsen zeigen. Nur die Erkenntnis der Not st-lt ihren Uebcrwindcr. Wir haben geleistet, was Menschekrö'fte zu übersteigen schien, wir verehren die göttliche Hnd, die gnädig bisher über Deutschland waltete, und wir hcen mit unserem Kaiser „die feste Gewißheit, daß Deuchland aus diesem Völkersturm, der so manchen mächtigen stamm zu Boden warf, stark urrd kraftvoll hervorgehen w.d". Der österrss)ifch-uvgarische Tagesberlcht. Wien, 1. Ag. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Jtaliensckier Kriegsschauplatz. Geschützlarnpf rnd Erkundungstäligkeit waren gesp'rn an der ganzen SüdMsrout (dn rege. Vorgestern hat ei starkes i-alirni-ches Bombengeschwader unsere venctianihen Flugfelder angegriffen. Unsere Fueger warfen sülz dn Feinde entgegen und verhinderten chn, rrgendwelcherl Sowen anzurichtcn. A l d a u i e n. ^ Die von unserril llbanischen Kräften vor Wochenftist aufgenommeuen Angrie zwangen nach vergeblichen Gegenangriffen den Italien-, r-orinvest-icki und nordöstlich von Berat seine ersten Linie und beträchtliches Gelärrde dahinter auf 30 Kilometer Frorbrcite prriszugebcn. Unsere braven gruppen, deren Kampcistungen nur so liölzer zu bewerten und. als ihnen Hitze urch klimatische M-rhältnisse große Muhsale auferlegen, fo^en dem weichenden Gegner. Der Chef des Generalstabs. Die Beute der Miirlmächte nach vier Zähren. cm- Berlin, 1. Aug. (WB. ) Die Zahl der in den Lagern der Mittelmächte benirdbä^m Gangenen beträgt am Ende des vierten Jahres über 3 800000 Man. Davon siird allein in Deutübland ruiid 2 300000 imtergebrach Das letzte Ziftiegsjahr veruieb e die Zahl der rend sich die Zahl der Fahrzeuge iam 10 640 mit einer Erhöhng imt 65 000 versiebenfachte An Panzerwagen sielen, ungerechet die vernich etm, 335 in deutsche Vande, darum allem im letzte: Jahr 300. Dazu kommen seit dem 1. Aug-ust 1917 rund eine 2Mon Olervehre, über 6 Mcklionert wTsJk UT ^ ) ^00 Mlionen Schuß Jnsinüeriemunitüm, rund 3000 Lokomotiven mt 28 000 Eisenbalmw-.igen, Zahlen- mofe™ gar nicht festzustellen srd die durch die deutschen Offensiven im Westen und Osten seit eine Reihe von Jalxren dem Feind zn- gefügten ungeheuren Verluste m eingebautem Material aller Art, an Gijen, Beton, Draht, Baravn, Feldlagern, Lazaretten, Pionicr- Aueu.stnngsmagazinen, Fetdgerät und Breimstmsen. Aus vck diesin ergibt sich. wien»'it die deutsckZe veeresleiturrg ihr Zrel, die Srwäch'.mg der Kamchkraft des Ver- vandes. erreicht hat Zugleich ist das Vollsvermögen des Verbandes um viele Milliardeirwere verringert worden. * Ein Ausruf des Köngs von Württemberg. „StaatSanzeig^ erscheint folgender Aufruf des Köi^s an seine Truppen - An meine Truppen ord Kameraden! ^bre gewaltigen an serrlichen Erfolgen reichen Rin- b^ter uns^ Aus aller Kriegsschauplätzen, in Rußland, auf dem Balkan, m Italien und besonders auf dem heißumstrit- teiien Boden Frankrnärs und Flcnderns habt Ihr, meine treuen Wurttembcrger rm Wettnser nit den Söhnen aller deutsckxm und Eich durch nicht zu übertresiende Lapserreit und zäheste Ansdauei als ivürdig-e Nack>koinmen der Bannerträger des Reiches eiwiesni Euch. Schwabens Heldensölmen. ' me Heimat mit berechtickem Stolz bliekt, gebührt mein unauslöschliäier Tank sur alle Eire Taten. Mit Euch und den hei malli ck)en Kreisen gedenke ich >abei tiefdetrübten Herzens der lewer allzumelen Kameraden, de aus dem Wege zum Sieg geblutet, gelitten und ihre Treue mit dem Tode besiegelt haben werden rortieben in unserem Gedäcistnis, und ihre Hinter- buebeiien werde ich urid mein Bckk so ivenig vergesserr lvie die, Me retzt erlöst ans bitterer Gefangenschast. gebeugt, aber ungc- brocl>en den nun doppelt teuer gaoordemm Mutterboden wieder betreten dursini. Mit wärmstler Averkeimung e rinn er eich mich auch am l)euttgen Tage der trefflickM Leisttlugeu aller, die in der veunat berufen sind, das schwer der Front scharf und ihre Reihen vollständig zu erhalten, nicht Mletzt auch der Männer, Frauen und Kinder, die in fast überlianem Tun aus dem weiten Öebiete der Volks- imb Kriegswirts ä>asi chre ganze Kraft ein setzen sür Deutschlands Wehr urrd Ehr. ?toch sind wir wicht am Ende, noch sind die neik>- und haßerfüllten Fzsinde iricht bereit zu ckntechandlmigen, noch verkünden sie laut als ihr Ziel die Vei'-- nichtung Deutschlands. Es gilt also weiterzusühretz den uns aus- gezwungenen Kamps um die Errungensck-asten deutscher Kraft und Gesittung, um das Vaterland und den eigenen Herd, um Sein und ilsichtsein. Tie in »ner Kriegsjahren urtter meisterhafter Führung gegen größte Uebermacht errungenen glänzenden Erfolge der deutschen Heere berechtigen uns, die Schwelle des sünsten mit vollster Zuversich zu überschreiten. Geschlossen und einig wie bisher wird und muß es uns gelingen, unsere gerechte Sache durchzusühren zum Sieg und durch den Sieg zu einem ehrenvollen, Deutschands Zusimsi verbürgenden Frieden. Gott schütze Euch alle und unser teueres großes Vaterland. Tic deutsche Taktik im Westen. Rotterdam, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) General Maurice schreibt, wie der „Nieuwe Notterdamsche Courant" meldet, im „Dacky Chronicle" u. a.: Der Feind zieht sich in guter Oord- nung und unter dem Schutz starker Nachhuten zurück, die reichlich mit Maschinengewehren versehen sind. In dem hügeligen, bewaldeten Gelände, wo der Kampf sich jetzt abspielt, ist die auchaltende Wirkung der Maschsiiengeivehre besonders groß. Es ist deshalb nicht ivahrscheinlich, daß wir imstande sein werden, einen ansehnlichen Teil der dcutschn Stellungen in einer Sackstellung abzuschneiden. Bern, 2. Aug. Zur Vorgeschichte der Offensive Fochs be- richet der an die Front gesandte Mitarbeiter des „Corriere dclla Sera" interessante Einzelheiten^ die beweisen, daß die deutsche Heeresleitung durch ihren Vorstoß südlich der Marne dem Fochschen Kriegsplan wirksam begegnet ist. Barzini sagt u .a.: Die Anfang Juli vom obersten Krregsrat in Aussich genommene Offensioe zwischn Soissons und Chateau Thierry wurde von Foch und Petain am 1. Juli beschossen und an geordnet. Sofort begannen Truppen, Tanks und Geschütze für die geplante grr^e Akrum zuzuströmen, aber durch den bedrohlichen Angriff der Deurscfm am 15. Juli mußte das französische Oberkommando zur Sicherung große Verschiebungen vornehmen und jene Trnp'.^enMassen die bereits für die Offensive zusammengezogen waren, wieder mit unbekanntem Ziele abscheben. Die neue Sachage konnte eine Aenderung des französischen Planes rwtig machen. Trotzdem be-' hielt man den Gedanken der Gegenoffensive in die demsche Flanke bei und gab aus der ganzen Schlachtsront den Befehl, um jeden Preis bis zur völligen Erschöpfung anzugreifen. Gleichzeilig wurden neuerdings große Massen von Trupven und Geschützen zur geplmtten Offensive zwischen Ars^ie und Marne zusammengezogen. Am 17. Juli abent^ zählte der Wald von Villers-Cotterets mehr Menschn als eine große Stadt. Am kommenden Morgen wurde dann ohne artilleristische Vorbereitung, aber mit Hunderten von Tanks auf der ganzen Linie gleichzeisig angegriffen. Dis letzten Vorbereitungen ünrnten infolge strömenden Gewitterregens nachts über sicher erfolgen. Französischer Bericht vom 31. Juli nachmittags. Die Deutschen griffen nach einer starken Artilleriev-vrbereittmg die treuen ftanzösisckien Stellungen östlich voi^ Oulchp—le Chateau an. Tie Franzosen wiesen den deutschen Sturm ab und hielten die Linien unversehrt. Ain rechnen User des Ourcq enttmckelten sich heftige Kämpfe nordöstlich von Fere-en-Tardenois. Das Dorf Seringes ging von einer Hand in die andere und wurde schließlich durch einen amerikanischen Gegen-, angriff genommen. Zahlreiche deutsche Haichstreick^e bei Mesnil, St. Georges, östlich Rwnldidier, im Priesterwalde, am rechten Maasufer und in den Vogesen erzielten kein Ergebnis. Anderer-, seits vollsiihrten die Franzosen einen Einfall in die deull'chcnl Linien nordösllich Perthes und Lenurlus und brachten Gefangene ein. An der übrigen Front war die Nacht imhig. DttnkirÄcn bombardiert und beschossen. Bern, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Matin" meldet aus Tünkirck)en: In der zum 26. Juli überflöget! deutsche Flugzeuge Düukirck)en und belegten die Stadl mit 60 Lufttorpedos schwersten Kalibers, die einen bedeutenden Schaden verursacl>ten. Am 26. Juli hat die Beschießung duvck) ein Ferngeschütz begonnen. Ein Urteil über die amcrikauischen Truppen. Bern, 1. Au-g. (WTB. Nichtamtlich) In einem aus cincnt atlantischen Hafen datierten Bericht an die .Jtalia" heißt es u. a., daß die ankommenden amerikanischen Trupven zwar tadellos aus^ gerüstet seien mid, ihre Organisation Erstaunliches triste, man müsse aber offen sagen., daß, wenn dix Deutickien diesen neuoktz Gegner auch ernsllich in Aechnuug setzen müßten, die Amerikaner docl, mir inrprovisierte Loldaten seien, die militärisch erst ge- schilt und mü Onnieren versehen werden müssen. Trotz des Mizeveifelhaft guten Willens .der Amerikaner sei ihrer Msittvirkung' daduvcki eine Grenze gesteckt. Da» Lebensmittelproblem des Verbände». London, 1. Aug. (WTB.) Reuter-Meldung. Die Lebensmittel kon troHeure von England, Fvanknsich Italien mrd den Vereinigten Staaten haben einen A u s s ch u ß ernannt, um die vesichr-denen Programme der Lebensmittelversorgung zu studieren. diese Programme hinsichtlich der verschedenen Waren und im Hinblick auf den Vei'sügbavcn ^äHifssraum in Einklang zu bringen inrd auch die Ausfühi-ung der Prc>namme zu über'.vrrchcm. Ter Ans schiß setzt sich ans je zwei Vertretern der Länder mit Sir John Beale als Vorsitzendem und F. L. Turner als Sekretär zusammen. Tie Nmnar der Mrttx'ttn werden fpäter bekannt g^, geben werden. * . » EmglandS Kriegslasten. London, 1. Aug. (Reitter.) UMerl-ans. Bonar Law brachte eine .Krcditvorlage von 700 Millionen Pfund ein imd safte/ glücklicherweise sei dieser große Betrag nich auf eine Steigerung der Ausgaben, sondern auf turrlamentaisische Zn^ckmäßigkeit^gründq zurückzusilhren. Tie Zrmahme in den Heeri^ausgaben sei darauf iurilckzn führen, daß die eres stärke großer sei ivic zur Zeit der Ausstellung des Bud,,cts. Er schloß, im Laufe des letzten Finanzjahres habe der England von den Verbündetet! gcschnldcLe Betrag P sind) bettagen, brr vvn den Dominions geschul- drte 194 Whonm. Jetzt feien bie Skrbirnbcrot 1402 und die Millionen schuldig. Rußland schulde 568, Frank- rerch 4«)2 )r,Uu)nen, Italien 313 mit» tnc Bcuteren verbündeten, Staaten 119 Mülwnen P,und Sterling. vin neuer Brief Lord Lansdowne«. --- London, 31. Juli. (MTB.) Lord Lansdowne ver- osfentncht einen neuen Brief, worin er nach einer Uebersicht über dw Darstellungen der Kriegsziele der Alliierten durch ^loyd George, Wilson, Smuts und andere Staatsmänner ^Eart, rn der letzten dieser Darstellungen/ die am 4. Juli l Ir *! ßtwbcn wurde, sei nicht eine Umschreibung der ^NMNsdedrng'ungen, sorrdern eine sehr edle Schilderung der Dinge zu erblicken, für die die alliierten Völker der Well rampften. Lord Lansdowne fordert dann eine klare Dar- Iteilung Nicht aller Einzelbeftimmungcn in dem endgültigen Friedensvertrag, aber der Bestimmungen, aus Grund deren me Entente zu diplomatischen Unterhandlungen bereit sei. Keine Frieden-Verhaudlnngen. Juli, (WTB.) Reuter-Meldung. Im Unter* S ‘f nI u h r 0b * ont <^inde in der letzten Zeit E Anregung ,oder Vorschläge, in Friedensverhand- Ä » W«- Balsour airtmortcte: „Je c i ix, kerne feindliche Regierung ist an uns herangetreten.^ 3um Tode o. Eichhorns. ZE (WTB. Nichtamtlich.) Der Oberbefehls- Leopolö von Bayern hat anläßlich des Gttreralseldmariä>alls von Eichhorn, wie die Baltisch- »»-«»-« " - rfrÄEÄSÄS? ^^5lse^mai7ichall von Eichhorn, und sein Achutunt ?• ? re £f er ' ium Opfer «fallen sind, fühle ich das dei-r- Bedinsnis, der genannten .Hceres, 7 nuvpe mein aufnchttge^ zu de m großen Verlust, der sie durch den so hockwew.ihrt'Ni und überall gcschätz.en rJLJTÄ Prinz von Bayern, lhcneral- fetdwar schall und Oberlx-s.-ylshaber Ost." von Eichhorn sank» drr Obrrbt-fMshabrr 2 ft ^ Maenbe x,ratewt!): „®n>. ffirrtloi» spreche ich zu dom so VIMiclM, Hnpckxn^en Ihres Grmohls meine unfrichtiastr imh> wärmste Teilnahme aus. Mit dem ganzen Oscheere ei'süllt mich tiefster Absckren üebr dir nichSoe Tat der Ew Erzellen; Gemab' ! rum Oper gefallen ist. Mit allen Ruh,rses taten der Ostfront wird der Name des in Krieg und Frieden an verantwortungsreichster' ! Stellung erprobtenu nd stets bewährten Führers für alle Isttt-n verbunden bleiben. Gott der Herr schütze und stärke Ew. Ei'gelten; m diesem lrepeu Leid. Leopold. Pr in; von Bapern, Genrralseldm arschall und Oberbefehlshaber Ost." haben, das feige Mvrdgefellen an meinem GenrrchlNarsclxrll ?- Gewissenlvsigkeit wert Feinde, Die zugleich die Fände von Nttche und Ordnung i? d' Ukraine lind, scheut mcht »vr den verderblichsten Mittels /ruck, ihre dunklen plane zu rvrloirklichen. Ich hoffe, daß es /engen wird, die ^.ater^und ihre Hintermänner zur verdientenWrasung zu brrngew ^.em ^Allmächtigen aber möge es gesaen die Opfer xd Nichlosen Auschlaxes am Leben zu erhalten. K i e kv. 31 .Juli. (WTB.X Der deutsche Bothcker Freiherr m empnng eine Abordnung des ,e/tralaus- schusseS der sozialsöderalistischen % r t e i, die ibrcm Absdf^ urid ihrer Entrüstung über dasgeen den Feld- !"^rschall v. E.ichhorr verübte Attentat aussrack Den gleichen m t 1110 dlbodirung der Ehleboronn ds Vereins der Grundbesitzer, dem Borshafter gegenüber dludnk. Auch Ra - kowski' der Vor'atzend eder ruffischen Friede sdiegatjon. sprach l ™ ' m ien ^ ck)ewiki sein Bttleid wcs. Zhlfiche Mitglieder Ä ^ arteren, auch der lnkssteheiiden, gäbe aß Zeichen ihrer ^ n ^TN na ^ ^ l ^ rc klirrten bi der deutschen llsair-Delegation ab Detman weist drxch ^ine Botscha' v das ukrainislhe Volk aus txtn großen Verlust hin, den die llkaik erlitten hat, da der ^Ermordete, rmi Vertraklenauf das ukrairstk Volk, mit allen straften für die ^dce dos Nrainischen Stats erngetreteii sei. ^.ie lron ttefer Ueberäeugung getragene Arei d?s Verstorbnen ^-^-5 Ulrame koerde tiefe Sruren in de Jerzen und in der Ge>anchte der Ukranie hirrterlüsrn. Ein 5 nt fei es, daß ein Fremder die ruchlose Tat vollbncht habe ^ CX rr a Xxü ^ C r X J cie y an'Mich des tblebens. des Feld- marschrlls v. Eichhorii in der P^vatkap-'ll des Hetmanyabris wohnten mrrzer dem Hetman, siucr Fan'ili feinem Stabe urid allen ukraiiiiscl^m Ministern Lnnz .id^nra von Bayern, der - p-ckrai^er Frhr. v. stumm mit seinem Stabe, der österreichisch-ungarische und der bulgarische Vertreter, eine M- ordmlng des deutschen Oberlvmte Kommandierende General fonne der Or'wmmmidant bei. Ter Priester bat den Hel man, dem Rutschen Äiser und dem dent- ^ Entrüjtung und >en Shwrz der ukrainisck>en Geijtlichkeit über das fluchwürdige pttcmtrr us den Feldmarschail zu ubernntbeln. Der Helm an rchtete in seinem Namen und anren der ukrainischen Regrrung rrd des nkraüuschen Volkes ein in den wärmsten dblsdakckcn gi»altenes Beileidstelegramm an den Deritscl-en Kaiser, auf ai der Kaiser herzlich dankend antwortete. Ein -lufrus des Hetmanns der Ukraine. Kiew. 2. Aug. Der Hetman der Ukraine h^rt aus Anlaß oes Todr^ des Geiieralfeldniarschalls v. Eichhorn nachftel-endc Bot- ichaft an das ukraiküscl-e Volk gerichtet: Durch diese Botschrst teile ich dem ukrainiscl^i Volke mit: jnj 1 ^0. Juli 1918, 10 Uhr abends, verschied der Ober- bcsehlshaber der dcutfchm Hveresgruppe in der Ukraine, 0>erlc-ral- iÄdmorichill v. Erchihc'rn, ernnoipet durch die verbreck-eriscl-c Hand der erbitterten ,vwnde.der Ukoaine und ihrer Verbündeten Dem der den entschtafcnen Feldmarsöiall nicht kannte, ist es schwer, m ^meixN' N^lch (rnofjcr und bitteoer Verlust das für die Ukraine Pr. General^'ldmarsa-all v. Eiöchorn war ein aufrichtiger uird Überzeugter 'c'Uchmrger und Frermd des uffwiinschekl Voltes Sein ÜÄ 1M v eines selbständigen ukrainisäien States Erkennend die wierlchopslickien schöpserißchen Kräfte in unserem Votte, freute er sich der usthnvollen Zukunst, die rlie Ukraine zu mrarteH hat^ und unterstützte mit allen Kräften die Idee eines urvarnpttien Staates selbst denen gegenüber, die Mi sie nicht so r«» glauben wollten. Frieden werde dir, bn großer und herr- lrch^r Krieger! Wie dem Richin als Feldherr nid* sterben wird m den verzerr des deutsdZrn Bolves, so wird auch deine über- ^eugungsvolie Arbeit zum Wohle der Ukraine eine tiefe Spirr Hmtei1ai.cn in uriseren Herzen pnd nie verlösch ,m in den Blätterni ukramiich^ (Schichte. Ter einzige Trost im schweren Leid, da« über uns hcrnngebrod>nl ist, isd der, daß diese sdpnachwolle Missetat nicht von einem Loh re der Ukraine, sondern von ei nein Fremden der Ukrame und ihren Bundesgenossen seiMich Gesinnten, vollbracht worden ist. ^ ^ Dawlo Skoropadski, Helman der Ukraine " .?ug. Unmittelbar nach d«m Mordanschlag ans Feldmarsd-cill v. Eichhovn hatte der He t man der Ukraine an den Kaiser nachstehendes Telegramm gesaiidt: Es sthlen mir die Worte, um Ew. Maicstät der Gefühl meiner tiefsten Empörung ansMdrücken inr Hinblist aus das feige Attentat auf den General feldmarschall v. Eichhorn von den Feinden Deutschlands und der Ukraine verübt worden ist Das dem Deut- schoi Reiche dankbare ukrainische Volk, bas den Feldmarschall v Eichhorn als den edelsten Beschützer seines entstth..niden Staats- weiens verehrt, bittet den Allmächtigen um die schnelle Wiederherstellung seiner Gesundheit. Ew. Kaiserlichen unb Koniglidien Maiestät wollen mir allergnädigst gestatten, gleichzeitig im Namen der urrainiichm Regierung und des ukrainischen Volkes unserm tiefen Schmerz über dies fluchwürdige Verbwhcar Ausdruck zu geben. Der Kaiser hat darauf geantwortet: Ew. Erzellen; danke ich aufrichtig für die Teilnahme, die Sv mir seitens der ukrainiscl-en Regierung und des ukrainischen Volkes anläßlich des sluchn-ürdigen Verbrechens ausgesprochen Die Lage in Rußind. M oskau, 80 Juli. (WTB. De ir m ldn. In v b ch t Kusinia ist der FernD im Vorm a r h >?on d^'n Stalione ^ Lu 11 in a und G r o b e w o auf de Stion V i l i u b a Irr vumliüitt Iekaterinburg- Tschclabiusk wurdet An. gciUsoersuct-e des Feindes auf bie litte tanke der Po i ion vor ttosobraddski aligewehrt. Im Alsckwt Schadrinsk zoger lich die Ratetrup.en käm^eiid lwn bc-. Fßlinie Sinara—Barar- ia ‘. ^i c plufstmv Iset zurück DerFeind greift südöstlick auf die Ltatton Smarslaja und östlich >.tr die Siedlung Xra- Nwnsloje (50 Werst Neulich Dolmawv'nn. Im Abschnitt vor Baku verloren die Narr truppen da.^ DorMaraw Bednota). - r^r dnc Kamps gegen die imperialisti^chkEniente-Jnvasion wirt die Bildung hon Franktireural.ttc'b:ni'?nvo g.'schlagen, die in Ruarn des Feindes auillären und Z.'r'u rrg-'n vornehmen sollen Vn die Alttrilungen solllm grundsätzlich mir Freiwillige aitt- gekommen werden. — Die Einnahme ron schistopol durch du Tschechen nnrd dementiert. — Der felehl der vorläufiger lunnrjen Regierung über die Aullösimg aer Llrb.üter-, Bauern- und >tt>lakrnrate ist von solgknrden Ministn unterzeichnet: Mi^ mstorprchidnet und Minffter d-s Aeus,emN o l o g o d s k i. Mi- mster dos Innern Krutowski. FmmzHnster Michallon Justtznnnistcr Patuschinski, Goj'dfäjtsfgrer des LNinistterat- Gins. Annahme der ungarischen Dahrechtsvorlage. B u d a p e st, 31. Julü (WTB. )?ütamtlich.) Meldun des ft. Ungarischen Kvrrestwndenzbun^s. Das Magnaten Haus hat die Wahlrcchtsvorlage unvnindert angeiwmmeii Die AuSftandSgefahr in »er Schweiz. i. Köln, 2. Aug. Die „MtN. Zw" meldet aus Zürich: I Bern haben in den letzten Tagen zwihen dem Bundesrat uu Verttttern des Schepei^er O'^uerffrfiaftaim der sozialistisd^ Partei und dein eivgeno-ssisthlTN Persnal Besp.vclmng.en stat gefunden. Die Besprerl^nkgen haben ' den widstigsten Frage nod, nicht zur Verständigung gcsühtt md die Gcfahr eines al gemeinen Landesausstondos blnbt bechm. Doch scheint hen fraglich, ob daran das eidgenössische personal, Eisenbahn, Po und Telegraph, teilnimmt. Khediv und läiser. Berlin, 1. Aug. (WTB. Mtlich.) S. M. der Kaise empfing gestern Se. Hoheit den Ktdiven Abbas Hilmi II. ii Großen Hauptquartier. Au§ dem reiche. Eine Rede des bayrischen Ministerpräsidenten. München, 31. Juli. (WTB Nichtamtlich.) Kammer dc Abgeordneten. Heute ncichmittag ergiff golegenttidi der Beratun des Antrages Franckenstein, l^trestad Firrsorge für die in ihre wirtsd)aftlid)en Eristenz gefährdete Kriegsteilnehmer der Mi nisterpräsident v. T a n dl das Wottund gab eine längere, wiede, holt von lebhafter Zustimmimg mttcbrodfene Bettachtung der Pc litisdien Lage, wobei er nad) einemlleberblick über die bisherige §kricgsereignisse u. a. sagte: Einzig)asbehend bleibt in ber Krieg-: gcschichte, was gerade im letzten Sommer an Ansdaner imd Heldenmut von den deutschen Regimentern im Abivehrkamps gegen eine vielfache Ucberle gen heit der Engländer urrd Franzosen geleistetz wurde, bis es enblick) möglich geworden war, durch die Heranziehung der im Osten und Silben sreigeworixmen Armeekorps einem Ausgleich der Kräfte herbei zuführen. Hat auch der letzte Vorstoß nicht alle Hoffnungen erfüllt, so l>at der Verlauf doch gezeigt, daß unsere Heere mid) die unter Aufgebot aller Kräfte entfaltete OKgen- wirkung auszugleidMi vermögen. Voll Vertrauen können wir darauf hoffen, daß die Kraft imd die Stärke der deuffchen Waffen! die Feinde zu der Erkenntnis zu führen vermag, daß nichts, keine Macht der Welt, uns niederzwingen kcmn, und daß eridlich auch die Feinde zu der durch die Siege der deutsdvn Truppen ausge- zwungencn Einsidft kommen werden, daß sie ihren Vernichtungs- nullen ausgeben und sid) deshalb mit uns auf fenem Boden ded Verständigung ftnden müssen, den betteten zu nwllen wir schon lange und schon wiederholt uns bereit erklärt haben. Ter unbeugsame Wille zum Turchhalten beseelt das ganze deutsche Volk an der Front und in der Heimat, und der Himmel hat seine Arbeit gesegnet. Er bringt eine reiche Ernte zur Reife. Unsere Friedensangebote wurden von unseren Gegnern mit Hohn und Spott zm-ückgervicsen und als Zeichen der Schwädie ausgelcgt. Frankreich will uns deutsäfen Boden entreißen urid das Hauptziel der Engländer ist und bleibt die end-« gültige Erledigung eines von ihm als äußerst gefährlich und im- bequem ompftm denen pv litt schm und Handelskvnkurrenten. Tas Kriegsziel Ei'gnnds ist, planmäßig ganz Europa zu umllammern^ Mle Ltützpunlte, die England im Lause des Kci. ges bcfetzt hat, sind keineswegs Nebenkriegssdiauplätze im politischen Sinne, sondern! ein Hauptkriegsziel des raublusttgen England. Ich bin geiviß kein Annexionist. Ich bin der letzte, der einem Gewaltsricden in irgend weldicr Form das Wott reden würde, aber Englands Verlangen zu erfüllen, daß wir von vornherein vorbehaltlos alles preisgebeni sollen, ohne irgend welchen Schutz gegen die weltpvlittsäien und Europa knechtenden englischen Eroberungsgelüfte zu haben, das loäre ein politischer S e l b st m o r d. Ministerpräsident v. Dan dl fuhr fort: Es kann nicht deutlich ger'l.i-g auf diese englischien Kriegsziele hingewiesen worden. Es kann nick* laut und nicht oft genug betont werden, daß England nicht um Elfaß-Lochrrngens willen, sondern für eigene Interessen^ um die pvlittsche und Wirtschaft.ick)e Knechttlng Europas kämpft. Tessen sollte sich aud> Frankreich nrit einem Seitenblick auf Calais endlich einmal bewußt werden. Tas mögen sich »euch alle jene vor Augen Hilten, die in Ve:zag-thoit oder Mißaiut ine Vede tung dieses geivalttgen Weltringens verkennen, imd dcMtber den Eindrücken des Augenblicks und den vorübergehenden Schtvan- kungeu, wce sie de^ Krieg nun einmal jnit sich bringt, vergessen, daß der Ausgang des Krieges maßgel>end ist für die ganze Zukunft des deutschen Volkes und für leine gesamten wirtschoftliften Verhältnisse. Ter Ministerpräsident kmn sodann auf den vom Präsidenten Wilson so nadDrüMch verttctenen Gedanke^i d^es Völkerbundes zu spreche, den England sich als Bund zur Nieder- haltting Deutschlands auslege, darauf ferrdmet, dem deutschen Volke seine polittsche und wirtsckmtliche Zuständigkeit ^i rauben. Weirn Wilson mft seinem Völkerbund das Ziel verfolgt, daß durch ihu unter den Mäckften .eine Welt-Gleick>gewid*slage aus Gruich der Prinzipien des Rechtes, der Verlust nno Billigkeit geschaffen wird, dann werden wir uns ja mit ihm verständigen können. Wir wollen nichts anderes als die Herstellung und Sickerung des Gleichgewicksts der Mächte, Freihc t für die wirt- schrstlickie Entwicklung eines jeden Landes, Freiheit für deir Handel und Fre i Hut für den Verkehr aus dem freien Meer. Ein Völkerbund aus dieser Grundlage iväre die schönste Krönung des Friedenswerkes. Mag Wilson seine Bundesgenossen zu dieser Auffassung beleh.en, dann wird ihm die Verständigung mit »rnsj nichit schwer fallen. Solange aber unsere Feinde im Westen unS deutschen Boden entreißen, unsere wittsck-aftliche Selbständigkeit vernichten, unsere Freiheit zerstören und das Teutsche Reich vernichten wollen, solange können wir nick* von dem Kampfplatz ziirücktreten und nichit Nachlassen in dem Kampfe, der dem Ziele gilt, dem Feinde die Erkenntnis beizubringen, daß er sicl, zu einer Verständigung mit uris h-rbeilassen muß. Mr tirtm in das fünfte Kriegsjahr ein, voll Vertrauen auf irrcfere gerechte Sackte, voll Verttauen zu unserem Volk, zu unserem tapferen Heer und seinen herrlichen Fülpern, die uns einen glücklichen stud segcnbriugcnden Frieden erkänipsen werden. Gründung einer Arheiterhank. Köln, 2. Aug. Dem L.-A. wird berichtet, daß in den Verbänden der christlicl>-sozialen Arbeiter und der Konsumvereinsbewegung die Gründung einer Arbeiterbank ernstlicb erwogen wird. Fliegerangriff auf Stuttgart. Karlsruhe, 31. Juli. lPrip.-Tel.) Vergangene Nacht wurde Stuttgart von seindlicl^n Fliegern zweimal angegriffen, jedoch nur Gebäudeschaden verursacht. Personen sind nicht verletzt worden. Ter Feind überflog während der Dunkelheft an verschiedenen Stellen die Rheinebene und den Schwarz'vald, und niars auch einige Bomben im Gelnrge ab. Von perschiebenen Seiten wirrden Maschinengen^ehrschü'se beolwckftet. Im attgememen wsT-rden solche Flüge in großer .Höhe ausgeführt. Tie Flieger besitzen dabei Masdnnengewelfrsckx'rsse, um sich gegenseittg Zeichen zu geben. Tie Geschosse der Maschinengervehre, die in solcher Höhe abgesenert worben, haben ftcr die Bevölkerurng keine Gefahr. Tas verhälttnsmäßig leichte Gesck-oß wird nämlick) durch drei Lnst- !widerstand in seiner Gesästvindigkeft nach und nach so gehemmt, baß cs beim Auffallen ans die Erde nicht mehr imstande ist, selbst im Freien beftndlichc Personen erheMch zu verletzcm. Personen, ^ie sich in Gebäuden beffrrden, sind vor Verletzungen durch soldie Maschinengewehrschüsse sicher, ba die Geschosse nictst einmal Dachziegel zu durchschlagen vermögen. * Kiinft ttttö H>cf5cnfdhoft* ^, ."7 Die Besiedlung von Kurland. 11ns wird geschrieben: Ein Werk von imgeheurer Größe ist durch die Ver- ordmmg des Gen oral feldmarsckalls von Hindenburg begonnen worden. Der dritte Teil dos Großgrundbesitzes von Kurland ist durch Nebcrttagung auf eine gemeimiützige Landesfesellschaft der Besiedelung mit Bauern erschlossen worden. In Kurland sitzt die Aevölkerwig bisher sehr dünn. Großgrundbesitz, Wälber, Brach- släck-en bilden die Regel. Bei der letzten Zählung gab es in äkur- land nur etwa 0,27 Millionen Einwohner. Es kommen also auf den Quadratttlometer nur 10 Menschen, während in Deutschland nn ^z-ahre 1914 123 Menschen auf dem Ouadratkilometer woh'iten, Dabe: nt der kurländische Boden so sruckitoar, daß er ohne Schioie- ^gkeilen die fünffache, ja vielleidft die zehnfache Zahl der heutigen Bewohner ernähren kann. Tie kurländischen Rittergutsbesitzer müßen letzt nach der HindenburgsdM Verordnung ein Drittel ihres Besitztums rur Siedelung hergeben. Das sind mehr als 300 000 da, also eine Fläche, die für eine umfangreiche Besiedelung Raum bietet. Von der besonderen Bedeutung ist mm. daß die Gutsbesitzer dicse Flächen zum Friedenspreise iwu 1914 abtreten.: Dadurch ist von vornherein eine erfolgreiche Besiedelung gesickiert, die nur aus einem niedrigen Vodenpreis ausgebaut werden kann. Während des .ikrieges sind durch den Ansck>luß Kurlands cm das dcuffche Wirtsck>aftsgebiet infolge der höheren deuffchen Getreidepreise auch die landwirtschaftlichen Bobenvreise schon bedcurtend geittegen. Das große Verdienst der Verordnung ist aber nun, daß d.esc Erhöhung der B-.^npreise, die größere Erttagsähigkeit der kurlSndnchen Lanowirtschast nicht den Gutsbesitzern ziigute kommt -Sie bilden melmehr die Grundlage dafür, daß die künftigen Bauernnediungen ihren Besitzern einen sicheren Erttag bringen. Bei der Besiedlung ist in erster Linie cm die deutschen Rückwanderer au« Mißland gedacht ivorden, die in Rußland ihren ganzen Besitz, die Fruckft der Arbeit von Oiencrattonen, verloren l-aben. Dress früheren .^nitsdren Kolonisten in RußlMid, die für den Anjb«m der ruffischn, Landwirtschaft so viel g-fteistet haben, sollen jetzt dem kurländischen Boden ihre .Arbeitskraft tvidmen, nachdem sie vom russischen Boden pitrieben smd. Die Ansiedlung wird ihnen sehr leicht gemacht wetten. Große Kaufsummen für Land, für die Beschaffung von Häns'-n und vvn Inventar brauä-en sie nicht auszubringen, da ihnen pmlich hohe Hypotheken ge- währt werden. Sie werden in Fom von Renlenlasten ans die Okrundstücke eingettagen. Das densche .Kulturwerk in Kurland bierct durch seine vernünfttge Orgttisatton die besten Aussichten auf Gelingen. Dies um so mehr, rls die Bestrebungen von der kurländischen Bevölkerung, von der OKusöesitzern sowohl als auch von der anderen Bevölkerung tatkriftig unterstützt iverden. Sck)on fetzt ist vor allem auch den lettt scher Bauern durch Steigerung ihrer landwirffchaftlickwn Erttägnisse, dwch die Perl^esserung des Ver- kehrs, durch Drücken, Bahncii, Lege ein bedeutender Gewinn zugeslossen. ljaRepin f. Ueber 3d>iDeben kommt die erschütternde Nachricht, daß einer der grüßtm modernen Künstler Rußlands, Ilfa (Elias) Repin, in Finnlav Hungers gestorben sei. Repin 1844 geboren, hit also ein Alter von 74 Jahren erreicht. Er enfftammte einem alten Kdsakengesdstech«te, war ded Sohn eines unbemittelten Of'sizicrs zu Tschuguew im Gouverne- ment Eharkow und wuchs in d-rüöendcr Armut aus. Tie Dorfschule t Dttskirche ereilten ihm den ersten Unterricht, und als er in die militärische Topographenschule ausgenommen worden war, hatte er das Pech daß sie nach kurzem ausgelöst wurde. Ein ländlicher Malermesber namens Bnnakow, der Heili- genlnlder fabrizierte, gab ihm du ersten Kunstunterrichff und ein paar Jahre später war Röpin schon so weit, daß er sick^ durchs .Aalen von Heiligenbildern einen LLbensunterhalt verdienen könnte. Wieder ein paar Jahre nack>l>er aber öffnete sich ihm die Tür ms Freie: er kam nach Päersburg, begann an der Akademie zu studieren, uird nun konnte sich seine Begabimg kraftvoll entfalten. Als er 27 Jahre alt war errang er bei einem akademischen Wettberrerbe über das Ntotiv „Erweckung von Jaitt Töck;itei'lein" einen vollen Erfolg, der ihn eine Medaille und ein Reise- strpendrum einbradite. Repin ging nach Paris und Rom, aber auch rn Italien ^blieb er so ganz und gar ckiusse, daß er dort ern altrussisches Sagyunotiv Mt einem Bilde vcrmandche; ja, er erwirkte sich die Erlaubnis, iNock vor Mlaus seiner Reise.zeit zurückkehren zu dürfcm. Das Jahr 1873 bedeutet den enffchndendertz Wendepunkt in Repins Küwsfferlaufvah'l. Tarnals erschienen seine „Barkenzieher an der Wolga", ein Gemälde, pwttn er die Unendlichkeit der Mühsal des armen russifch-n Vvlbs, seine Geduld. seine stumpfe Er geben hnt in das Sckitffal mit ebenso ein- sackten wie großen und überzeugenden Mitteln h 'ckst wirku?!ifSvoll zur Darstellung brachite. „Eine Epopöe der ruf?ffchen^Bolksgeiiües" hat Muther treffend diese längst klassisch geioordeue Sckopüng genannt. Aus der so bettetenen Bahei schrftt Repin jtmt ttaftvoll weiter. Fern lag seiner Begabung alles Gefällige. S^ff-neick-elnde, alles Miantasttickv, dafür war ihin aber auch das Gemachte, das Unnmhrc, durchaus fremd. Er wollte imd suckste die istalfrheft, und zwar mit unbegrenzter Rücksichtslosigkeit. Seine Kunst halte den starken sozialen Zug, den die russische Intrllige'i; von allen Künsten verlangt. Ein tiefes Mitgefühl mft dem arkMtenden Volke, nftt den Armen und Elenden erfüllt ferneJÖÜber, die zumeist den Zug eines.ftrüben Pessimismus ttoqen. Sein Schaffen gestaltete sich sehr mannigsalttg. Mbcn zahlreichen Darstellungen mrs dem Volks- und besonders dem Bauernleben hat er eine Reil>e von Gemälden! aus der russisd'ien (beschichte geschaffen. Aeußecst dfaratteristtsch imd lebenstrotzcmd ist die „Spottonttvort der Kosaicn an den Sultan". Als 1885 sein l^rühmtes Bild „Iwan der Grausame an der Leiche seines von ih?n im Jähzorn erschlagenen Solines" aiff der Kimstausstelftmg erschieii, da erregte es durch die erbarmungslose Oftausamkeit der Darstellung Schmrder imd Osfnmackftsan- fälle. Ausgezeichnetes hat er im Bildnisse geleistet, !vo seine Kraft psychologischer Eharakteristik sich enffalten kmntc. Am bekanntesten sind seine Tolstoi-Bildnisse geworden: er hat den Dichter wiederholt, so einmal am Pfluge und einmal cm seinem Schreibe tifche gemalt. Repin ist für Rußland etwa das geworden, wa« Eourbet für Frankreich)! gewesen ist: sein Realismus und sein« moderne 9Aalweise (die hent freilich schon ettvas dick und schwer erscheinen will"> l-aben geradezu bahnbreckzend gewirkt. — Berlin, 1. Aug. (WTB.) Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Bad Kreuznach gemeldet: Ter Bildhauer Hugo Cauer ist im Aller von 53 Jahren an einem Herzschlag gestorben. Berlin, 1. Aug. (WTB.) Der „NeichSanzeiger" veröffentlicht das Bierstcirergesetz, das Gesetz über den Bierzoll und das Gesetz über die Biersteuerausgleichungsbeträge, ferner ein Verzeichnis der approbierten Apotheker und eine Bekanntmachung über die Herstellung und den Absatz von Dörrobst. Berlin, 1. Aug. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bmidi'srats wurden angenommen: 1. der Entwurf einer Bekanntmachung über die Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben; 2. der Entwurf einer Vckanntm Eichung betreffend die Fristen des Wechsel und Sei-eckrechts für Elsaß-Lothringen; 3. die Aus- führungSbettrmmungen zu § 250 des Gesetzes über das Branntweinmonopol; 4. der Entwurf von Scl)aumweinsteuer- ausführungsbestirnmungen und der Schaumweinnachstcuer- ordnung: 5. der Entwurf einer Verordnung über künstliche Düngemittel; 6. der Entwurf einer Bekanntmachung über SammclhcrzungS- und Warmwafse^versorgungsanlagen in Mielräumen; i. der Entwurf einer Bekanntmachung betreff. dn Außerkurssetzung von 25-Pfg.-Slücken aus Nickel; 8. der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Prägung von 2o-Pfennig-Stücken aus Eisen. München,1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der jädy suche -staatc-miiiiiter Dr. Deck ist gestern abend von Drcs- ben m München eingetroffen. Er wurde auf dem Hauptbahnbase von deni sächsischen Gesandten von Stieglitz, dem sächsischen Militürattachee Oberstleutnant von Keil und im Aufträge des öatzrisckien Kultusministers von dem Bezirks- amlmann Patzenberger empfangen. Ter Minister wird heute mittag vom König empfangen und zur Frühstückstasel zugezogen werden. rrrrs Hessen. ** T a r m st a d t, 1. Aug. Der Finanzausschuß der Zweiten Ständckammcr nürd am 6. August zu einer kurzen Tagung zu- samnienteetm, um verschedcue iwch rückständige Angelegenl)eiten, darunter eine Reihe von Vorstellungen, die Gehaltssragen betreffs zu erledige: auch stehen verschiedene Anregungen und Wünsch des Wiegand aui der Tagc^ordirnng. An, nächsten Tage wird der Aus»serß gemeinsam mit verfchiedaren Regierungsmitgliedern eine igiurgSreise in das Strombaugebiet des Rheins zwilchen Worms und Mainz unternehmen. - K. Darmstadt. 1. Aug. Der zweiten Kammer ist eine Rsgiermrgsvorlage Angegangen betr. den Euvmrrf eines Gesetzes über d:e W.hi-i zmn 37. Landtag. Danach wird mit Zustimmung des &n l»er.zogs, in Art. 1 des Entwurfs d.'Qntragl, das die schon 1914 notwendig ge:wordenen ordentlichen Erneue- rungswahlen, mmmehr nncder, und z>var auf die zwmte Hälfte des Jahres 1919 verschoben werden. In hen weiteren, Artikeln wird ausgefich,'t, daß für die Kriegs teilirehmcr, Hilss- di^iftmlich igen nsw. de Beüimmvnyen wie seühec gültig sind. In der Begründung wird ansgeführt, daß die Kriegslage die HnmiuEäftepmig der ordentlichen Erneuermrgsrvahien uotwmdig macht. Xtti §t«dt nnd (anl, Gießen, den 2. August 1918. Selbftgebautcr Tabak. Men denienigrn, die den Versuch machen wollen, sich ihren Rauchtabak auf eignem Boden ziu ziehen, werden einige Hinweise auf die günstige Bodenbeschaffenheit und eine kurze Anleitung -ur BepAanznng des Tabakieldes, wie sie Jakob Wolf in seinenn m der Sammlung „Aus Natur und Geiitesivelt" ersck-ienenlm Bändchen ^,Der Tabak"^ gibt, willkommen, sein. Wolf betont, isifi die Beschaffenheit des Ackerbodens von erheb- li.iknn Einfluß auf die Artung des gcpflcmziten Tabaks ist. Wenig durchlässige Oberschichten v-m toniger Erde oder sumpfige Böden, we1ck>e »ein leichtes Versickern der Feuchtigkeit Verbindern, oder, gar selbst zu naß sind, eignen sich deshalb nicht zum Anbau von Tabak, lvelcher yam Ra uchg eiruß beftüitrut ist; derartige Boden geben der Pflanze zu starken Gehalt an Chlor ab, und dieses bceftrträchftgt gleickierweise die Qualität und die Glimmsähigkeit des Talxrks. Für den Anbau von Tabak konmren deshalb, entsprechend dessen voruehmlicher Verwendung als Rauchmaterial, nur leidste, ans Sano und Lehm gemischte Ackerböden in Betracht. Tie Bepflanzung des Tabakfeldes wird so vor- genonmven, daß die Pflanzen in Abständen von etwa 40 Zentimeter gesetzt werden, und daß Abstände Kwischen je zwei Reihen auf 50 bis 60 Zentimeter vergrößert werden. Danieirtsprechend werden Lif dem Felde mittels eines „Margueur" genannten kräftigen hölzernen Tabakrechens die Pflanzstellen angezeigt' Nachdeni die Obers acht des Saat- bzw. Frei landbeetes ditrch Begießer locker gemacht wuvve, werden die Pfläirzchen aus demselben herausge- »ogen; hierbei ist sehr vorsichtig zu verfahren, damit die Wurzel- fasern, welche kurze Zeit vorher aufgclockert und begossen wurden, ' - • — •- - V . . •. ,*XZ ilHBiai »MWW WWWMWWWW nicht zerrissen werden. Die markierten Pflantzstcllcn des Feldes wevdm dann mit den Pflänzchen besetzt, indem! man mit eiiver Hand eins leichte Vertiefung macht, in diese mit der anderen Hand die Wurzel und einen Teil des Stengels einbringt imd daran die nasse Ackererde leicht andcückt. Ilm die Bildung einer festen Kruste bei der nassen Erde zu veichindern, wird diese mit ftinev trockener Erde bedeckt, tvabei aber vermieden^ werden muß, daß Erd-krumen auf den Blättchen oder deren Strngelansatz^ liegen bleiben. Das Setzen der Pslän^ck>en soll möglichst bei feuchter Witterung und an trockenen Tagen erst gegen Abend erfolgen; es erfordert große Sorgfalt und einige Hebung. Während der ersten beiden Wochen nach dem Auspstanzen ist genau zu be- olxrchten, ob die Pflanzen im Wochstunr voranschreüen, und Müssen solche, welck-e durch Schädlinge angegriffen wurden oder ans einem anderen Grunde sich nicht entwickeln, entfernt und dlirch Ineue Pflanzen «ersetzt werden, das Feld wird also sozusagen geflickt. * ** Zwei hessische Meifter zu Ehrendoktoren promoviert. Die philosophische F-akul ät der Lcmdesunioersi- tät Gießen hat unter dem 29. Juli 1918 den Schri tst.ckler Alfred Bock in Meßen mrd den Kunstmaler Otto llbbelohde in Goßfelden ehrenhalber zu Doktoren der Philosophie promoviert. Zwei Künstlern unserer hessischen Heimat ist damit die verdieilte Ehrung und Würdigmrg ihres künstlerischen Sck-ap'ens zuteil ge- nvcden. In Alfred Bock a!/rt die Universität den ernsten, zicl- beivnßten Erzähler, der, selber ein Oderhes-e, die beste Kraft l-efti- sckren Baüerntnms, die stillen Werde hessischen Kbündstadtleixars mit schärfster Beobachtung und verständnisvollem Humor bar gestellt hat und dadurch zum künstlerischen E.ttdi'cker des Bolkstnnrs fcirncr Heimat gewcnW.m ist: in Otto Ubb?lo!-de. den Meister der Griffclkunst, den künstlerischeu Entdecker basischer L^ndchait, dessen liebevollem Blick sich ifjrc innersten Reize erschließen, der in seinen Stadtbildern der deutschen Vergangen'-eit neue Lel-en eingehancht rach der mit feinem Empfinden die Gestalten lei deutschen Märchens nachgeschaffen hat. ;— Dir Werke, die wir den beiden Meistern aus dem Gebiete der Heimatkunst verdanke i, w r en als solche unvergeßlich bleib^m. Es sei nur an Bocks innig' Schriften erinnert, wie Hessische Heimainonttme und Novellen, Kind« des Volkes, Kantor Schildköters Haus Ter üuppel!>o', Hess.mlust, Die Pariser, Obenväldec, .Haicke Scholle, oder an Ubbelohdes prächtige, plastische h'ssische Landfcha den und Städte^ildrr, an die kraftvolle Eigenart seiner Radierungen und Zeichnungen, die wir immer nieder bervunderu konnten. ** Auszeieu' un g. Seine Maiestüt der Kaiser Hit dem Grosh. Prcwrn-züü^n-fter Geheimevat Dr. U sing er das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß-sch'.rarzar Bmrde verlirl^i. ** Amtliche Person alnachrichten Der Gros.herzog hat am 19. Juni bnn Bürgermeistzr, Ortsgerichtsvorstebcr und Standesbeamten Johann Georg Volk zu He?stahl das Silberne Kreuz des Verdienstvrl>ens Phüipps de^ Großmütigen verliehen. Ter Großherzog hat am 31. Juli den Gerichsschreiber-Afpiranten i Christoph Feick zu Darmstadt zum Ministerialregiftrator in der Registratur des Mirnfteriums des Innern mnrannt. Ferner hat der Großherzog am 31. Jrcki d. I. den Hnip.staueramtsaffistrnten bei den: H3np7steneramt Mainz Jakob Müller junt VezirkAassier der Bezirkslasfe Niedcr-Olm, den Haup steueramtsassistenten bei dem Haupfftencramt Offenbach Georg Stork zum Bezirkskassier der Bezirksbrsse Ul riebst ein, den Haupt stn lera mtsass fftenten bei dem Haupffteueramt Main- August Wen-cl, zurzeit in Groß-Gerau, zum Steuereinnehmer des Steikeranits G:ch;-Gerau, die Finanzaspiranten August Brenner aus Glvß-Umstadt, Karl Lange aus Borken (zurzeit im Felde), Christoph Hepl mcs Crmmstadt (zurzeit im Feldes, August Stein aus Sümpertenrod, Heinrich Wittmann aus Gericsheim (zurzeit im Heeresdienste). Wilhelm Habicht aus Tarmstadt, Heinrich Görlich aus Büttel vorn (zurzeft im Felde) Philipp Ddarguardt Elmshausen imd Georg Bausch aus Groß-Umstadt zu Hmlptsteveranrtsassiftenten ernannt. Diebstahl. In letzter Zeit sind in hiesiger Stadt auS einem Garten in den Eichgärten l A / 2 Zeütner Zwiebeln, und von einer Bleiche an den Bahnhöfen 6—8 weiße Hjerrenhemde:^ 3 weiße Frauen hem den mit Achselschftrß, 1 weißer Tifchläufer, 1 weiße Sftchreibluse, 3 weiße Ibrtertaillen, 6 weiße Taschen* tück^er, 6 weiße Handtücher, 1 weiße Tisch>eckie, 1 weises Tuch, 1 n«eißer Stickerei kragen, 4 weißleinene Jäckchen. 3 Draoem- den, 1 blaugestreiste Tamenhose, 3 weiße Vorlxmden, 4 .i?ra>gen und 1 Stickereiurrterrock gestohlen worden. Sachdienlich Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei erttgegen. — Trotz wiederlwlter Warnung, Wäsch über Nacht zum Trocknen nicht liegen zu lassen, findet immer noch nich genügend Beachtung, was der vorliegende Fall beweist, weshalb nochmals ivachrücklichst darcnis hingewiesen wird. ** Srädni scher Obstverkauf. Es weiden bis auf weiteres die Obstmarken A3 und 4 beliefert. Die Nummern der gültigen Obftmarken werden reweiks am Stadthaus, Güßeuer zeiger, Kauftnaim Driesch, Seltcrsw?g u.rd an der Verkaufsstelle Brandplatz bekanntgeaebe^u Gegenwärtig gelten die 9iummern 1 bis 20. Siehe Anzeigenteil. ** Leben smittelkarten-Ausgabe. Die Ausgabe der Brot-, Fleisch mrd Kartoffrlmarkcn erfolgt am Samstag den 3. d. M. Näheres im Anzeigenteil. . ** Preußisch- Süddeutsche -Klassen- Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß unter Vorlegung des Vorllassenloses bis zium 7. Augnsk, abersds 6 Uhr, ^geschchrR. Auch müssen bis -u diesem! Ternrin die Freilose.gegen Rückgabe der Gewinnlose in Einpfang gerrvmtnen werden. ** K r i e g s b e s.ch ä d i g t e. Am Sonrrtag den 4. August, nachmittags, findet im „PostHeller" die Monatsvcrsammlung statt. Näheres siehe Anzeige. ** AenderungbeiderPoftam 1. August. Eine Aerrde- rrttrg trüt bei der Post am 1. August insofern ein, als Druckschriften nach dem Arisland nur noch von Firmen geschickt werden dürfenh die zur Arrslreserimg bei bestimmten Postämtern zugelaffen sind. Trucker körrnen für die von ihnen hergestcllten Druckscküftften zib- gelassen werden. Verleger für die von ihnen verlegten Bück-er, Buch Händler für die Werke, die sie ihrem Lager entnehmen oder im Bnchl-andel beziel)en, eingetragene Firmerc für ihre geschäftliches Drucksachen. Die Zulassung geschieht durch den Militärbefehlshaber. Er bestimmt muh das Postamt, ivo die Sendungen anfzuliefern sind. Privatpersonen kömren Druckschriften rrach dem Ausland und den besetzten Gebieten nicht mit der Post versä-icken, noch auch deni Versendungsbercchtigten zum Versand übergeben. Tie Post gibt die Sendimgen dem Absender zrrrück. Tie Militärbefehlshaber könnenl Ausnahmen bewilligerr. L>on der Briefpost gmlz ausgeschlossen sind Ansichtskarten mit bildlichen Darstellungen sowie aufgezogene Photographien imb photographisch belichtete Dildkcuften. ** Lichtspielhaus. Das le'zte Gastftnel der Lichtspiel- Oper „Martha" sind et bestiTmnt heute statt. Liel)c Anzeige. ** I m Kriegsgcfangeuenverkchr mit der Ukraine sind fortan gewöhnliäZe offene Briefe und Postkarten! zngclassen. Landkreis Gießen. ** Lang-Göns, 1. Aug. Sanitäcksrat Jvsckph Reiff Vvit hier wurde als erskr zum Ehrenbürger unswer Gemeinde ernannt. Der Ehrenbrief wurde ihm iü einer kunstvollen Mapve üoerrriü^t. )( Mainzlar, 1. Aug. Heute sind es 25 Jahre, daß der hiesige Schlosser Daniel P a n z e r bei der Firma Vogt 6c Haeffner in Frankfurt a. Dt. beschäftigt ist. Die Firma ehrte den Jrlbilar durch ein Anerkennungsschreiben inrd ein Geldgcschmk. ** Nieder-Bessingen, 1. Aug. In körperlicher und aeistiger Frische feiert am 5. August der 80jährige Georg Pein sein 50jähriges Tienstjubiläum alS Gemeinde- und Kirck-enrcchner. Vermiete». Ter Eisenbahnunsall bei Gurkow. Berlin, 1. August, lieber die Ursache des Eisenbahnunfalls zwischen Gurkow und Zantoch sind mehrfach nicht garrz z-utveffende Darstellungen verbreitet worden. Der Unfall ereignete sich aus folgende Weise: Der v-Zug 22 Bresc-Litowsk— V^rliir entgleiste anr 30. Juli um! 9 Uln 14 vormittags während dar Fahrt auf der freien Strecke zwischen den oben genannden> Stalronen, als er an dem ihm! begegnenden Güterzug 6641 vvrüberftchr. Wenige Augenblicke vor der Begegnung >var die linke Kolbenstange der Güderzuglokomotive im Krenzkops gebrochen. Durch den Dampfdruck in dein Zylinder nach von getrieben, dnrch'chlug der Kolben mit der Kolbenstange lxm ZhlinderdeckÄ. Dadurch wurde die Kolben stände mit dem Kolben von der Lokomotive losgelöst urld bei der Weiterbewegnug der Güter.zslglokv- -motive Ooisck-en dieser und der NLl-etiegenden Schiene des Nochbar- gleises derart eingeklemmt, dakß Krtrt sehr starker Druck ans das Naächcrrgleis ausgeübt wurde. Diesem Drircke konnte das Gleis nicht stani'rhalten. Es wurde so beschädigt, daß die Lokomotive des V-Znges, der an dieser Stelle eftttraf, als die Borüberfahrt des Güterzuges noch nicht benrdat war, zur Entgleisimg gebracht und gegen darr letzten Wagen des Güterzuges geschleudert wurde. Die V-Zuglvagen bohrten sich ineinander, fingen später Feuer mrd verbrannten zum Teil. Nach den lnsherigcn Meldungen wurden bei dem Unfall 42 Per-sonen getötet, 21 schwer und 4 leicht verletzt. Auhaltspimkle für ein Versehen oder Verschulden von Eiseubahnbedienfteteu oder für mangelhaftes Material infolge des Kriegszustandes haben sich nicht er-geben. Der beklagerrswer« Unfall muß aus die gesästlderten, incht vorherzusehcnden außergewöhnlichen Umstände zurückgeführt werden. Meteorologische veodachtungrn drr Staifon Sirtzt» August 1N8 ||l| 4« SZ p ü «, o w CO 5| “1 |1 *i «2 l f 1 SS *5 'O 1 i pt Ll-sa hii 1 i4 Wetter l.| 2»|j - 22,4 8,8 44 1 TaqS heiter, 1.1 9" - 15,1 94 73 — — 0 locken ivarm 1 "1 " 12,8 9,6 87 0 nachts klar I I! I Höchste Temperatur am I. bis 2. August 1918 = -f- rLsa«Vsg" von lag. F. Oukca, Brrnia, ß!r. 13. 5115bS Portier möal. verheiratet, da freie Wohnung ans dem Werk, für sofort gesucht. 5703V HerkuleS-«erk, G. m. b.H. toornl. Wilh. Momma), werden eingestellt. Gießeser ßnmsiifa&nf & Eo. Riemousattler Herb©r per sofort gesucht. Nob. Noede!,.Lc)cr- Il-i!i Irciörteracafß&rif Cöln-Bickendorf. M) Wetzlar. Wllrter 8 ^ alsbald gesucht bLio Heil- und Pflegeanstalt _ Gießen. _ AeichästSbüvschchen gesucht _Tr lterSweg 30. 6 irtniiMn s). ^raa sofort für dauernd gesucht c Gärtnerei TöngeS. Marbnrner Strafe t»«. 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Mit ihm ist ein Mann von unermüdlicher Arbeitskraft dahingegangen, der uns stets ein wohlwollender und gerechter Berater in unserem Handwerk gewesen ist. Ein dauerndes, ehrendes Andenken ist ihm in unser aller Herzen gesichert. Todes-Anzeige. «Iw d v?; Ve J ,r / lTldton vn6 Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, daß lieber V ater, Schwiegervater und Großvater Philipp Heinrich Köhler schweren Leiden am 2. August morgens 5 Uhr im Alter von nahezu '° Jahien sanft dem Herrn entschlafen ist. Giessen, den 31. Juli 1918. Die Bäcker-Zwangsinnung Giessen, w. Loeber, Obermeister. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Schmidt Langsdorf, den 2 . August 1918. nebst allen Angehörigen. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr statt. M ,3'fi rvI , .. ., fm i w Für bic vielen Beweise Herzlicher Teil- D nähme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichsten Dank. Geschwister Kraft. Gießen, den 31. Juli 1918. 5758 Plötzlich und unerwartet erhielten wir vom Truppenteil die erschütternde Nachricht, dass nun auch noch als drittes Opfer in diesem Kriege mein lieber, braver Ehemann, der treusorgende Vater seines einzigen Söhnchens unser unvergesslicher, fleissiger, geschickter Sohn’ Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Ersatzrsssryist Karl ScMsl Spenglermeister und Installateur Reserve-Infanterie-Regiment 57, 1 1 . Kompagnie infolge schwerer Gasvergiftung auf dem Wege zur Ruhestellung, am 24. Juli nach nahezu 4 jähriger treuer Pflichterfüllung im Feldlazarett gestorben ist, was wir Freunden und Bekannten hiermit anzeigen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahmebei dem Heimgange unserer treuen Entschlafenen sagen wir unseren herzlichen Dank. Familie Dambmann. ff Grohen-Duseck, 2. August 1918. 5731 , Die tiefbetrübten Familien: Schnabel, Schwenk, Jung und Menges. Lioh, den 1. August 1918. ....Die Universität will eme Liste aller Wirtschaften und Pensionen drucken lasten, in denen die Studierenden chre Mahlzeiten emnehmen können. Alle Wirre und Pensionshalter. dre iljve Aufnahme in diese Liste wünschen. !!7^Ä^Kk!^^^^^brLgndcsunivcrsitär.Bismarck. "raste 2-'. ihren Namen und den Preis der Mittags- und Aberrdmahtzetlen für den Emzelsall und im Abonnernenr schriftlich mitterlen. Tie Liste soll jedes Semester er- neuert und ledem Studierenden geneben werden. Der Rektor der Laudesuuiversttät. "'isevtus. 5747 c empfiehlt in größter Auswahl wie: 5740 a Verban >1 was te, prima Qu.iL.v. Prof. Dr.v.Bruns, Verbun hnnM, VertaRdniQiE'KrKatz, 32(liibinde;?, 91u 1 ibinden-Kr?a 1 k, o Cambric.-Sünden , Llasi-che finden, 4. ö, 8, lO, 12 cm breit, ESrandul.xlen, Fieber- «hermonietei-, preiswert. Taschenap« ticken usw. uamenbinrfen u.&Urtel fcjSF“ Damenbedienung ""SSO Medizinal-Drogerie zum Kreuzplatz. i crstcigerung. Dienstag den 6. August, nachmittags 2 Uhr beginnend, werden in der Wohnung des verstorbenen Landwirts Gg. Mülich in Wismar, Schanzen- straße 105, meistbietend gegen Barzahlung versteigert: 2 Fahrkühe (davon eine kalbend im Oktober), 1 tragendes Rind (kalb, im August), 1 Mutterrind (D/z jährig), 1 Muttertalb, 2 Läufer- schwerne, 7 Hühner und 1 Hahn, mehrere Stallhasen, mehrere Wagen Heu und Stroh, 1 Wagen, Pflug, Egge, Fischgeräte m. einigen Retzen u. mehrere wirtfchajtl.u. sonst. Geräte. Städtischer Obstverkauf. Dr. -r?.r ■ «a » - ■* / -» . mmm. Heute früh entschlief sanft nach schwerem Leiden mein geliebter, herzensguter Mann, der beste Vater seines Kindes, unser braver Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Nutz- und Brennholzversteigerung. in/^n£ ndtt ! 0 den 6. August d. IS., von vormittags U'/, Ubr ab werden in der Turnhalle zu Schotten aus l® Heinrich Saas im 32. Lebensjahre. Im Namen aller Hinterbliebenen: Anna Saas geb. Bonarius Lieselore Saas. Giessen (Löbers Hof 9), Siegen, den 1. August 1918. Die Beerdigung findet statt: Sonntag den 4. Aug. 1918, nachmittags 4 Uhr. Mm. 3. Kl. Buche: 1 Stck. -- 1 Fstm. 4. Kl.: 2 Stck. - 2 Mm. 3 Kl. Lärche: 7 Stck. ~ 3 Afim 5. SH ; 1 Stck. - 0,8 Fstm. 3. Kl.,- « . . » 1 Stck. --- 3 Mm. 2. Kl. N«hk«üvvcl: Elche: 4Nm. 1. Kl.,- Fichte: 24 Nm. 1. Kl,- « m Rm. L Kl. Weist ranne: 9 Rm. BreuufchetterRm.: 105 Buche 1. Kl., 13 Buche 2. Kl.: Knüppel Nm.: 321 Buche. 2 Hainbuche, 58 Eiche, 1 Elsbeere, 8 Kirschbaum. 3 Aspe, 5 Birke, 24 Kiefer. 57 Fichte, 3 Weihtanne. ^ » Knüppelreiser Nm.: 10 Fichte. Gew. Reiser Nm.: 256 Buche, 48 Eiche. Gew. Stöcke M 3 ? m - : 2s Buche, 42 Fichte. Nähere Auskunft erteilt der Grohh. Förster Schott zu Schotten und die Unterzeichnete Stelle. Das Holz fiöt ‘“'ItlÄ’ailfffi' d°dn'.°..°n Schotten." Grostberzogliche Qberförtterei Schotten. _ Seidel. _ 5749 D Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau und Mutter sagt herzlichsten Dank im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jean Veith. Gießen, den 1. August 1918. Damenfrisieren Shampoonieren — Kopfwäschen — mit neuestem Warmlüfte trom-Trockenapparafc Frau Bernh. Dosch Neuen Bäue 12, Ecke Weidengasse Damen-Frisiersalon separat j Ankauf von WhThaar. Es werden bis anf weiteres die Obstmarken A 3 und 4 beliefert. Gienen, den 1. August 1918. 5744B Ter Oberbürgermeister (LebenSmittelamt). Lebensmittelkarten-Ausgabe. Die Ausgabe der Brot- Fleisch» und Kartoffelmarken erfolgt am CarnStag den 3. d. M. t ür die Bezugsberechtigten, deren Zunamen beginnen en Buchstaben A—X, vormittags von 8—12 Ubr. und für diejenigen mit l >—h nachmittags von 2—6 Ubr. Gtehen, den 1. August 1918. 5745B Der Oberbürgermeister (Lebensnnriekrmt). Bekanntmachung. Betreffend: Den Verkehr mit Wild. An die Inhaber der im Krciie Gieken gelegenen Fagden. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des Groh- herzoglichen Ministeriums des Innern über den Berkehr mit Wild vom 27. Juli 1918 iDarmuadrer Zeitung vom 29. Juli 1918« bringe rch den Inhabern der tm Kreise Giehen gelegenen Jagden zur Kenntnis, dah ich bereit bin, die mir auf Grund der Bekanntmachung zuftehende Menge Wildes jeweils auf rechtzeitige Benachrichtigung vom Jagdorte auf meine Kosten abzuholen und binnen zwei Wochen nach der Abholung zu bezahlen. Besondere Schreiben wegen näherer Bereiubarung der Lieferung und Abrechnung werden Ihnen noch zugeben: die Regelung, die sich im vorigen Jahre bewährt hat, soll auch dieses Jahr beibehalten werden. Giehen, den 1. August 1918. Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). 57468 5735! SFermlon ISrundl (Bellevue). Neuen Bäue 22. (§nt möblierte Zimmer mit Berpslegung. Bad. Telephon 1085. Mil lag-n. Abendtisch? " Zimmer Kriegsbeschädigte! L'tne a-Ziraraar-Wöhaj. an ruh. Leute pr. b Sevt. zu vermieten Kirchenvlast 3. 0090 * Am Sonntag den 4. 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Schnlschwank in 3 Akten von Sturm u. Färber. l-eitung: 5711a HotrLt kiermana Stsingoettar. Sonntag den 4. August, abends 7 1 /* Ubr: Nr. 179 Zweites Blatt _ Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) §reitag. 2. August (9(8 Die politischen Entscheidungen im Weltkrieg. Von Eberhard Büchner. xic politische Lage zu Beginn des Weltkrieges steht heute 2o.r vor aller klugen. Ter Koirslikt zwischen Öefterrcid;* Ungarn und Serbien rührte l efef au Rußlands Balkaninterejsen, uitb bamtt bot er^der vor ternem Verbrechen ztirückschreckendeu Kriegs- Hetze/cnes ^uchomlmoto und Janusächewitsch den willkommenen Anlaß, all ihre Künste sprelen *u lassen. >lrieg mit Rußland aber tzeß selbslverschändlich auch Krieg mit Frankreich. Aus die Anträge putschtands nach cheiirer Haltung im Falle eines deutsch- russtschien Krieges anttvortete Frankreich höchst eindeutig, „es werde tun. was seine Interessen chm geböten". Auch Englands Stellungnahme ivar für den Kundigen keine Ueberrasdmng, obschonl ire, wemt man so will, der intreren Oiotivrndigleit entbehrte. Tenn England stand dein eigentlichen Konflikt völlig fern, und übertrieben ivarnie Gefühle möchte inan ihm weder für Frankreich noch für Rußland zuttauen. Doch, es galt den Moment zu nutzen; kein besserer konnte kommen für die längst geplante und von! Eduard VII. sorglich vorbereitete Aln'eclMing mit dem gefürchteten Konkurrenten Deutschland. So stieß England zu gemeinsamenr Tun, aber mit höchst selbstischen Msidstcn nnd Jnteressm zu den Bundesgenossen. Bis dahin kann man sagen, daß alles „so kain. lvic es kommen mußte". Tie Entschüdung Japans dagegen löste Ber- blüsfung aus. Auch heute, läßt sich das letzte Wort darüber noch nicht sprechen. Em Ersolg der englischen,Regie, soviel wissen wir. Aber das Einzelne bleibt iroch zu klären: die Form der Beziehen gm zwischen England nnd Japan, der Grad der Abhängigkeit Japans, der Umfang der englischen Veriprechlungm. die das dem, Kriege gegen Deutschland zunächst durchaus abholde javanische Volk ködern mußten. Ter Entente gegenüber der Dreibund. Klar und durchsichtig lag iK>m ersten Tage an das Verhältnis zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland. Oesterreichs Kiieg lvar Deutschlands Krieg, Oesterreichs Interessen waren auch die d eutse!>en. Anders stand es um Italien. Es bat in Deutschlaird und noch mehr in Oesterreick>-Unganl stets Politiker gegeben, die an der Aufrichtigkeit uiid Zuverlässigkeit Italiens ernsthaft ge- haben, und sie hatten in der Tat ein ziemlich erhebliches Tatsachenmaterial für ihre Ansicht ins Treffen zu führen. An den Beitritt Italiens zum mglisch-frauzösischen Mittelmcerabkommen sei erinnert, an Mgeciras, an hie ohne Fühlungnahme mit den Bundcsgeiwssen vollzogene Kriegserklärung an die Türkei im Jahre 1911. Trotzdem wollte uni konnte die öffenklicl-e Meinung in Deutschland bei Kriegsausbruch an ein Versagen Italiens nicht denken. Mit Begeisterung sprach man &cm den Bundesbrüdern jenseits der Berge und von der Selbstverständlichkeit ihrer tatkräftigen Hilfeleistung. Bis man, eines anderen belehrt sourde. Zunächst erfolgte — am 2. August — die Neutralitätserklärung, aber sie mutete in ihrer Begründung, so gewaltsam air nnd war im einzelnen so verklausuliert, daß man sie schon als Vorboten der offenen Parteinahme für die Entente betrachten muß. Zehn Monate währte der Zustand dieser quälenden Halbheit. Sie waren ausgefüllt durch endlose Verhandlungen. Die Zugeständnisse, die Oesterreich-Ungarn madjen wollte, roarcu dem sacro egoismo der Italiener jfu gering, nnd der Kriegswahnsinn trieb das betörte Volk mit unnnderstehlicher Geloalt in die Arme seiner Rassegenossen. Am 23. Mai 1915 war das Ziel erreicht. Diese sehr bedeutungsvolle Aenderung der politischen Konstellation erfolgte durch- einen unzweifelhaften Vertragsbruch. War bei der Neutralitätserklärung/ geltend gemacht worden, daß nach dem Dreibundverrrag der Bertragssall durch die Ereignisse nicht gegeben sei. so wurde nun, und zwar schon am 4. Mai, der Veittrag terminlos gekündigt, d. h. also glatt gebrodien. In der Türkei hatten die Mittelmächte inzwischen einen wertvollen Ersatz für den verlorenen Wasfengefährten erhalten. Dieses Bündnis ist kein künstliches, sondern ein höchst natürliches Gebilde. Tenn Rußland, der Feind Deutschlands und Oesterreichs, ist auch der Erbfeind der Türkei. „Konstantinopel" ist sein Losungswort seit Peter dem Großen, und die Stunde schien nicht ungünstig, dieser Sehnsucht endlich die Erfüllung zu schassen. So würde die Niederlage der Mittelmächte unbedingt auch das Schicksal der Türkei besiegelt haben, und es tvar ein Akt nüchterner, gesunder Realpolitik, wenn ftrf> die türkischen Staatsmänner entschlossen, Seite an Seite mit ihnen in den Kamps einzutreten. Es ist der während des Krieges wiederholt sehr scharf an-' gegriffenen Diplomatie der Mittelmächte entschieden als großer Erfolg zu buchen, daß der Türkei nach Jahresfrist ein zweiter Balkanstaat folgte: Bulgarien. Tenn zwischen der Türkei und Bulgarien bestanden Gegensätze, die zunächst schwer ausgleichbar scheinen wollten und auch dauernde Streitpunkte geblieben wären, wenn nicht die Türkei unter kluger Einschätzung der Gesamtlage bereit gewesen wäre, dem Nachbar ganz erhebliche territoriale Opfer zu bringen. Im Septeinber 1915 kam es zu einer Grenzregulierung, die jedem Mißtrauen von bulgarischer Seite für die Zukunft die Wurzel abgraben mußte. Im Oktober schloß sich dann Bulgarien den Mittelmächten an nnd bestellte den Bund alsbald in glorreichen Kämpfen auf serbischem Boden. Eine Fülle neuer Perspektiven eröffnet? sich Air uns mit dieser Wendung. Der Weg zum Orient lag frei vor uns. Bulgarien gewannen wir, Rumänien aber ging uns verloren. Ein 30 Jahre altes Schutz- und Trutzbündnis verband uns mit Mnig Earols Land, und wir möchten glauben, daß es trotz 'aller Anstrengungen der Entente niemals zu einem Bruch der Verträge hätte kommen können, wenn nicht der Tod König Carol das Zepter aus den Händen genommen hätte. Das war schon im Herbst des ersten Kriegsjahres. Seitdem tobte ein heißer Kampf um die Seele Rmnäniens. Mehr als einmal glaubte die Entente sich bereits am Ziel ihrer Wünsch', aber immer gab es neue Widerstände, mochten es nun rumänisch Handelsinteressen sein, die den offenen Bruch mit den Mittelmächten als unvorteilhaft erscheinen ließen, oder letzte Regungen des Friedenswillens. Luzk mußte fallen und Czernowitz, um die endgültige Entscheidung zu bringen, die Entscheid img, von der sich die Entente eine Kriegswende versprach und die ihr doch nur die Ouelle schwer- ster Enttäuschung und Verdrusses - werden sollte. Blieb Griechenland. Es verzichtete aus das Schicksal Rumäniens und wählte die Neutralität. Dafür trafen es die Bann- strahlen der Enteitterach. Mit Heldenmut hat Land und Volk einer schier unabreißbaren Kette unerhörter Gewaltsamkeiten getrotzt: bis bin zur letzten, die ihm den König nahm. Wenn sich die Entente durch dieses Verhalten strategisch und sonstige^ Vorteile, die nicht gering anzuschlagen sein mögen, verschaffte, so stellte sie sich damit doch selbst vor aller Welt an den Pranger und es bleibt zmn mindesten recht fraglich, ob sie diese Heldentat auf der Seite des Soll oder auf der des Habens zu buchn hat. Vom Eintritt Rumäniens in den .Krieg an bis zum Frühjahr 1917 schwieg die Polittk, sprach uur das Schwert. Tann aber traten kurz bintercmanbei- zwei Ereignisse ein, die der Weltlage, eine jede in ihrer Art. ein völlig neues Gesicht gab: die russisch Rcvolutton und die amerikanische stiegserklärung. Heute sehen wir diese Geschehnisse schon unter .icm Abstand, der uns einen leidlich klaren Ueberblick verbürgt. Als sie sich ereigneten, war es ungleich schwerer, zu ihnen Stellung zu nehmen. So erklärt sich bas Shrriofum, daß die Rcvolutton in den Ententeländern, denen sie später so schweren Schmerz bereiten sollte, zunächst mit lautem Jubel begrüßt wurde. Ms eine Kriegsver- schärftrng wurde sie angesehen, während sie doch, freilich erst nach mannigfachen ^lbwondlungsprozessen, schließlich zur Kriegsbeend-i- gung im Osten führte. Der Friede von Brest-Litowsk und der durch ihn bedingte Friede von Bukarest lagen gewiß nicht aus der Linie der Wünsche jener Männer, die am 15. März die Geschicke Ri"'- lands in ihre Hände nahmen: aber dieselbe Welle, die sie fcu.,'t hochgehoben har: , trug aus ihrem Kamnl den Friedensgedaukeu> und ihm gehörte hie Zukunft. Dagegen wissen wir alle, daß das Eingreifen Amerikas kriegs- verlangernd wirken mußte. Tenn der Entente erschlossen sich mü ihm Hilfsquellen, die ihren Mut immer wieder aufsrischen, ihre Widerstandskraft immer von Treuem aufteizen konnten. Wir haben es ja seitdem schon oft gehört: bei jeder Niederlage heißt der Trost: Amerika, uird schon die Tatsache, daß der Feind der Volksstimmung gegenüber )'oItf> einen Trost ins Treffen führen kann, bedeutet für ihn eine moralische Stärkung, die gewiß nicht unterschätzt werden darf. Jmmcrlstn ist cs fraglich, ob es den Ententemächten bei dieser Lage so red)t wohl geworden ist. Sie werden mehr nnd nichr zu dem Bewußtsein gekommen sein, daß dieses Amerika, das den letzten Hoffnungsanker für sie. die schon so ungeheure Opfer auf den. Schlachtfeldern des Weltkrieges brachten, darstellt — daß dieses! Amerika die Situation dod> leidst mißbrauchen und sich ein Uebcr- gcwicht sichern könnte, das zu höchst peinlichen Folgen führen! müßte. Es würde sich da so etwa wiederholen, was sich im Laufe, der vier Kriegsjahre zivischen Englaird und seinen Verbündeten abgespielt Ijat. Die Aussagen französischer Gefangener nnd auch der Landesbewolmer in den besetzten französischen Gebieten haben uns oft reinig über die Empfindungen aufgeklärt, die Frankreich dct englischen Tyramiei cntgegenbringt. Findet nun auch England» seinen Zwingherrn? Oder geht die Reife gar nod) weiter? Wartet Japan nur aus den rechten Moment, um seinerseits wieder Amerika die Zähne zu zeigen? Tas sind Probleme und Sorgen, die unseren Gegnern vielleicht nod) manches Kopfzerbrechen bereiten! werden.__ Aus Stadt und Gießen, den 2. August 1918. ** Auszeichnung Dem Sanitäts-Unteroffizier Ludwig H a u b a ch wurde das Samtätskrenz verliehen. Das Eiserne Kreuz ist bereits in seinem Besitz. ** Die Königliche Gesellsch aft der Wissenschaften hat in i hi er Sitzung vom 20. Juli Herrn Prof. Dr. I. W. Speugcl zum korrespondierenden Mitglieds in ihrer matt'-ematisdpphysikalischcn Klasse gewählt. ** Teuerungszulagen f ü r Eisenbahner. Vom Reichsschatzsekrctar Graf Rödern wurde in der letzten Rcichstags- sitzung am 13. Juli eine wirksame Teuerungsmaßnahme für den Herbst in Aussicht gestellt. Ter Allgemeine Eisenbahner-Verband unter Leittmg des Reichstags ab geordneten Jckler hat daraufhin. Schritte unternommen, um and) ftir die Staatsarbeiterschast eine entsprechende Teuerungszulage zu erlangen. Tie diesbezüglichen Arbeiten sind, wie wir erfahren, von Ersolg gewesen, und hat der Eisenbahn minister unter dein 30. Juli verfügt, daß eine in der zweiten Halste des Migust zu zahlende außerordentliche Teuerungszulage in Höhe des sech'stachen Betrages der monatlichen Teuerungszulagen, im Höchstfall Mk. 500, zu zahlen sei. ** Richtpreise für Arznei u n d G e w ü r z p f l a n - zl.e n. .Auch in diesem Jckhre mad>e i sich bereits »nieder bei Gewürzen _ und Arzneipflanzen Preistreibereien gellen, weldfe in den Gestehzmgs- nnd HandlungsUnkosten keine genügende Rechtfertigung finden. Insbesondere soll dies bei Pfefferminze und Kümmel zutteffen. Um diesen Mißständen zu begegnen, ist in Au.ssidst gcuomnren. für die hauptsächlichsten garten- oder felümäßig angebauten Arznei- und Getrmrzpftanzen, nämlid) Pfefferininze, Fenchel, Baldrian und Eibisch, sowie Kümmel, Esttagon, Majoran «und Thymian Richtpreise fest zusetzen. Die. Ec-zeuger- und Aus- käuferrichtpreise »verden durch die Preisprüsungsstellen der Haupterzeugergebiete sestgestelll. RichtaNssdfläge für den Drogengroßhandel werden sodann, soweit Arzneft'!lanzen in Bettacht kommen, durchs die Rid)tt>reiskommission beim Kaiserlichen Gesundheitsamt sestgestelll werden. Die Borberettnngen zur Feststellung dieser Richtpreise sind bereits getroffen, wes hall Erzeuger und Händler ■auf das demnächstige Erscheinen dieser Preise aufmerksam gemadjt 'und vor Preistteibereien gewarnt werden. Kreis Schotten. Up. Aus dem Vogelsberg, 31. Juli. Die Raps- und Wintersamenerrtte ist, wie jetzt i»er Ausdrusch zeigt, nicht so ausgefallen, wie man nad) dem Stand im Frühjahr anzunehmen berechtigt »oar. Tie lange Trockenheit ließ eine volle Entlvicklnng der Körner nicht zu, so daß diese klein »vie beim Sommerraps geblieben sind. Dadurd) wird das Maß gettnger. Tann richtete der Rapskäfer, durch die Trockenheit begünstigt, starken Schaden an. Ter dünne Stand der Stengel sd)affte Platz für die Kamille. Wie üppig diese im Raps gedieh, zeigt der Betrag für Kamillen, den viele Landwirte bei der Rapserntc erzielteri. Kreis Friedöerg. H. Vilbel, 1. August. Dem Bud>druckereibesitzer und Schriftführer^ des hiesigen Kriegervereins I. Wagner wurde das Preußische Verdienstkreuz für Kriegshilft verliehen. Starkcnbttrg und Rheinhessen. ch. Bingen, 1. Aug. In einem hiesigen Gasthaus wurde von zwei Schutzleuten ein Gauner in der feldgrauen Uniform eines Vizefeldwebels fest genommen. Er hatte sd>on einmal unter einem andern Namen hier eine Weinbeftellung aufgegeben, den Wein sofort übernommen und die Begleidfuug dos Betrages von 500 Mk. seinem Regiment überlassen. Dieses Regiment besteht nicht. Eine andere hiesige Firma wurde von dem Gauner um 2000 Mk. betrogen. Hessen-Nassau. ch. Vom Hunsrück, 1. 9lug. In Liebshausen ist in der Sd-eune des Jakob Metzer II. Feuer cmsgebrod>en. Das ganze Anwesen, bestehend aus Wohnhaus, Stallung und Sd)eune, fiel dem Brande zum Opfer. Der Schaden ist bedeutend. — In Siin- mern wurde einem Jungen von einem andern Jungen ein Finger abgehackt. Idstein, 1. Aug. Der Bürgermeister a. D. Hahn aus Dermbach hat irrt letzten Wirtschaftsjahr aus seiner Ernte im Wege des Schleichhandels, soweit ermittelt wurde, 4 Zentners Roggen und 96 Pfuird Hafer vertäust, uird 40 Zentner Getteide und Mehl, die beschlagnahmt »varen, beifeite zu fchaffen versucht. Ferner hat er Weizen an die Hühner veftüttert und große Mengeft Raps nicht angemeldet. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Mann zu 1600 Mk. Geldsttafe. Liochschulnachfiehten. * Universität Dorpat. Die baltischen Blätter ver- ösfentlrden Auen warnihn-zigen Auftnf, in dem gebeten wird, dev Universität Dorpat Lehrmitiel jeglicher Art, Apparate, Gegenstände wissenschiaftliclier Sammlungen, Bücher, Zeitsdwiften, (Mb* spenden und endlich Hculseinttchttmgsgegenstände für die Uni- versitalslliniken --nwenden und ül dem balttschpn Städten Unterausschüsse znr Werbe- und Samlnellättgkeit bilden zu wollen. Wir geben diese Anregung im Interesse der guten Sache lvekter in der Hoffnung, daß auch aus Teutschlaud recht zahlreiche Spenden ein- gehen werden. In der Tat sind die akademischen Institute urtd Lamntlungen durch die „Evakuierung" settens der Russen stark mitgenommen. Insbesondere Hot die Bibliothek, vorl-er mll 420000 Bänden eine der reichsten Bibliotheken Rufstaiids, enorin gelitten. — Da die Vorlesungen am 16. Septeinber beginnen sollen, ist inöglickKle Beschleunigung geboten. Sendungen fiitö äin adressieren: „An die Universitätsverwaltung beim A. O. K in Dorpat z. H. des Herrn Proftssors Dr. F. v. Krüger." Die Sendungen gehen ftackxtfrei, wenn auf dem Frachtbttef vermerkt wird: „Prioatgut der Militärverwalttmg." Geldsendungen werden zweckmäßig ans das Koitto: „Hilfsfonds der Universftät Dorpat" für die Tvrpatcr Bank bei der Diskontogesellschaft Berlin ein- gezahlt. Airchliehe Nachrichten« Israelitische lleligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag den 3. Aug. Vorabd.: 8.30: morg.: 8.30 Predigt: abds.: 9.20 n. 10.00. — Israelitische Ueligionsgcsellschaft. Sabbatseier am 3. Aug. Freitag abd.: 8.00; Samstag vorm.: 8.30: nad)m.: 4.30; Sabbatausg.: 10.00. Wochengottesd.: morg. 7 00. abds.: 8.00. , Letzte Nachrichten. Dcr neueste Bericht -er L-eeresleitnng. (WTV.) Großes Hauptquartier, 2. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KrouprinzRupprecht. Die Artillerietätigkeit lebte am Abend vielfach auf. Rege ErkunduugStätigkeit während der Nacht. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Soissons und Före-en-Tardenois setzte der Feind gestern seine vergeblichen Angriffe fort. Nach ihrer Abwehr und nach Auftmlmen des gestrigen Schlachtfeldes hi den wir während der Nacht in der großen NachhulschlMt unsere Bewegungen plangemäß fortgesetzt. Stacker Artille- riekanrpf ging den feindlichen Angriffen voraus, die sich am Vormittage gegen unsere Front beiderseits von Hillemontoire richteten und sickj am Nachmittage südlich Hartenncs aus dehnten. Sie wurdm vor unseren Linien teilweise im Nahkampfe alTgttviescn. Ochne jeden Geländegewinn hat der Feind hier wiederum einen vollen Älißerfolg erlitten. Unter Einsatz starker Kräfte griffen englische und französische Divisionen am frühen Morgen auf der Linie nördlich von Grand Pozon —Ferc en-Tardonois an. Beiderseits von Beugneur konnten ihre Panzerwagen über mlsere vorderen Linien hinaus die Höhen nördlich des Ortes gewinnen. Hier schoß unsere Ar tillerie sic zusammen. Nad; erbittertem Kampfe wurden auch die Infanterie-Angriffe des Feiiwes an den Nordhängen der Höhen zum Scheitern gebracht. Auch am Nachnlittage erneuerte feindliche Angriffe wurden hier blutig abgewiesen. Zwischen Eramaille uild Före-en-Tardenois brachen die ebenfalls sehr starken Jirfanterie- und Panzerwagen-Angriffe des Feindes vor unseren Linien zusammen. Starkes feindliches Feuer zwischen Förc^en-Tardenois und dem Menniere- Daldc folgten Jnfanterieangriffe nur nördlich von Eierges. Sie wurden abgewiescn. An der übrigen Front herrschte Ruhe. t u der Champagne erfolgreiche Vorfeldkämpfe südlich ichlelberge und östlich des Suippes. Mrdwestlich von Perthes drängten wir im örtlichen Vorstoß den Feind aus seinen vorderen Linien zurück und wiesen nördlich von Le MeSnil Teilangriffe des Feindes ab. Heeresgruppen GallwitzundHerzog Alb recht. Erfolgreiche Jnfanteriegefechle westlich der- Nlosel und an der Selle. * Wir schossen gestcrit 14 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone ab. Hauptmann Berthold errang seinen 40. Luftsicg. Unsere Dombenflieger waren während der Oiacht sehr tätig und vernichteten u. a. ein großes französisches Munitionslager nördlich von Talon. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorfs * * * Berlin, 2 Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Me »vir hören, hat der Ehef de§ Admiralstabes Admiral von Holtzendorsf sich aus Gesundheitsrücksichten genöttgt gesehen, Se. Maj. den Kaiser um seinen Abschied zu bitten. Als OLachsolger ist der Chef der Hodffeestreitkräfte 'Admiral Scheer auserwählt. Die Lage im Westen. Geni, 1. Aug. In der Victoire sd-reibl Gustav Herve unter der Ueberschrift: Vorsichtige Verfolgung, daß alle Welt über die gemächlid>e Ruhe und Langsamkeit erstaunt sei, mit der sicb die deutschen Truppen zurückziehen konnten und fragte woran es liege, daß Fvch nicht in der Lage gewesen sei. den Feind beim Rückzug zu bänmrgeir. Man muß, schreibt er, auch gegen seine Feinde gerecht sein; die deutsche Nachhut sd)lug sich nicht nur mit Tapferkeit, sondern sie manövrierte auch glänzend. Es sei befremdlich daß der ftanzösische Heeresberidit, der ein Vorrücken auf einer Frontbreite von 30 Kilometer ankündigtc, nur 400 Gefangene vermerkte. Noch auffallender sei die Tatsache, daß keine Kanone erobert wurde. Wenn der Feind seine ganze sd-werc Artillerie fort- räumen konnte, so sei dies ein schöites militärisches Meisterstück. Herve wirst schließlich die Frage auf, ob man nicht vor einer Falle stehe, ob der deuffche General stab die ftanzösischen Truppen nicht an Positionen hevaulocken wolle, wo schwere Arttllette unt starke Truppenmassen den Feind envarteten. Fünf Dampfer versenkt. Berlin, 1. Aug. (WTB. Äuttlid^.) Im Kanal unü an de» Westküste Frankrcichis wurden fünf Dampfer aus tcilwerse stark gesicherten Geleitzügen herausgefchossen, zusammen li> 000 BRT. Der Eh es des Lldmiralstabes der Marine. Die Verluste der feindlichen Flotte. Im Verlause dieser vier Kttegssahrc haben die semdlicheti. Flotten verloren: 25 Linienschiffe, 26 Panzerkreuzer. 45 geschützte Kreuzer. 187 Zerstöver und Torpedoboote, 87 U-Boote, 23 Kanonenboote und Monitvre uird 75 Hilfskreuzer. Das sind iveir mehr Schiffseinheiten, als unsere Hochseeflotte bei Kriegsausbruch besessen hat. Sie bestand am 1. August 1914 aus: 33 Linienschiffen. 12 Panzerkreuzern, 33 geschützten Kreuzern, 10 Kilnonenbooten, Io6 Torpedobooten und 28 Id-Booten. Gegenüber den großen Ver- lüsten der Gegenseite braucht nur daraus hrngeiviescu zu werden, daß Delttschland seit Kriegsbeginn nur ein Linieiffchiff verloren hat. die in der Skagerakschladst gesunkene „Pommern". Des loeitereir ist die große Zahl verlorener fein dl sicher Hilfskreuzer. Zerstörer iund U>-Boote bemerkenswert. Bon ihnen ivurden allein im vierteil .Kriegsjahr von den Flotten der Mittelmächte oder durch andere Urfaäien versenkt: 63 Zerstörer, 25 U-Boote und 24 Hilft- ckreuzer. Dser Unterseebootkrieg macht sich also besonders in djesen Einheiten der uns gegenüberstehenden Flotten benrerkbar. Deutsches Abkommen mit der Donregierung. Haag, 1. Aug. Tie „Times" meldet aus Stodhilm, baß binnen kurzem zwisicheu der deutscheir Regierrmg und der Regierung» des Donbeckens, dessen Vertreter General KraSzew sei, ein W- kommen über die Anerkennung der Illiabhänchgkeit des DongebieteL zustande komnten werde, da? Versprechen seiner absoluten Neutralität abgeben und im übrigen in wirtsdnftlicher Beziehung mit der Meistbegünsttgungsklaüfel mft Teuffdstaild eingehe. Tie Tägliched Rundschau" bemerkt hierzu: An zuständi^ef Stelle ist von einem solch.'n Abkommen nichts bekannt. Amerikanische Giftgase. Berlin, 1. Aug. 0tach SdMeizer Berichren der Deutschem Zeitung wird in den d-"milchen Fabriken ganz Amerikas Esiis in kolossalen Mengen hergestelll,' und die FaidZleute bemühen sich, noch wirksameres Gas als das der 'Deutschen zusammenzustellen. Der Erntestand. Berlin, 2. Aug. Der „Berliner Lokalanzeiger" hat seinen Berichterstattern in den verschiedenen Teilen Deutsd)lands den Auftrag gegeben, ihm durch Erkundigungen nicht bei behördlichen Stellen, sondern bei landwirlsd>astlichen Sadiverstäudigen nnd Fachorganisationen einen Einblick in die Ernteaussichten ihrer Bezirke zu verschaffen. Danad) ist der allgemeine Stand ein überwiegend günstiger, so daß wir, ivcnn die Witterung uns sdcheßlich nicht m>ch gar zu schlimm mitspielt. eine gute Mitteleritte zu gewättigen haben. Roggen steht vielfach sehr gut. Gerste und Hafer erholt, Weizen meist befriedigend. Frühkartoffeln mäßig, Spätkartoffeln gut.