ttr. (16 Tcr vtetzener rnze^se, erscheint tciqficb, aufeer Sonntags. - Beilagen: Siebcver5a»,r!i: durch dieVost Alk. 3.60 vlertel- lährl, auSjchl. Benetlg. Ferrrjprech - Anschlüße: birdie Schristleuuu^NL U* erfaq, (& eschä'p? stelleöl AuschrillsürDradtnuch-' richten: Arzeigkr Stehen. X68- Jahrgang Dienstag. 33. Juli M8 SwiMngzrünüdruS u.Verlag: vrühl'jche Umv.-Vuch- u. Ztemdruckerei R. Lange. Lchristleitung, SeschaftsjLelle ».Druckerei: Zchrüftr. ?. >.lln«ome vsn Änzetße« tue Tagesnummer vis Zilin Rcichmiltag vorder ohnejedeBerbmdlichkcn seUenpreife: für örtliche Anze:g:n 25Pi., für auswärtige 3'1 Pi., ^ür Rekln inen Aik. 1.— : bei Platzvor- schrift 20 °/ 0 Aufschlaa. pauvtschrinieiler: Am,. Goeiz Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. l^oeß; Stadl und Land.Verinischlesu.-Äe- richtsiaal: W. Ateyer; Anzergeirteü: H. Beck; sämtlich in Gießen. MTB.) UrotzrS Hauptquartier, 29. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nu pp recht. Trilangriffe, die der Engländer nördlich der Lys, nördlich der Scarpe und in breiterer Front auf dem Nordufcr der Somme führte, wurden aügewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In den Kampfabschnitten südlich der Aisne ruhiger Vormittag. Am Nachmittage wurden nördlich von Villcmon- wire Teilangriffe des Feindes, denen heftiger Artilleriekampf vorausging, im Gegenstoß abgewiesen. In der Nacht vom 26. zum 27. Juli haben wir etwa Wischen Ourcg und Ardre unser vorderes Kampfgelände plangemäß geräumt und die Verteidigung in die Gegend Fere-en-Tardenois—Ville-en-Tardcnois verlegt. Dem Gegner blieb unsere Bewegung verborgen. Am 27. lag noch das Feuer seiner Artillerie auf unseren alten Linien. Nachhuten verhinderten seine eilt am Nachmittag zögernd vorfühlen- den Truppen an kampfloser Besitznahme des von uns abgegebenen Geländes. Gestern versuchte die feindliche Infanterie sich unter starkem Feuerschutz an unsere neuen Linien heranzuarbeiten. Schwache, im Vorgelände belassene Abteilungen empfingen den Feind auf nahe Entfernung mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuer und fügten ihm empfindliche Verluste zu. Auch die seit dem Tage vorher eingerichteten Artillerie- und Schlachtflieger fanden in anmarschierenden Kolonnen und Panzerwagen des Feindes lohnende Ziele. Vor starken Angriffen des Gegners bei und südöstlich von Fere-en-Turdenois wich unsere Vorfeldbesatzung nach Erledigung ilwer Aufgabe befehlsgemäß auf ihre Linien zurück. Die mehrfach wiederholten Angriffe des Feindes führten zu heftigen Kümpfen, die mit Zurückwerfen des Gegners endeten. Hierbei haben sich imter Führung des' Generals Bayr- lin oft- und westpreuhische Regimenter, die schon auf den .Höhen nordwestlich von CWtoau-THierry und seit Beginn der Schlacht fast täglich mehrfachen Ansturm französischer und amerikanisttrer Divisionen zürn Scheitern brachten, auch gestern lvieder besonders hervorgetan. * Leutnant Löwenhardt errang seinen 45. Luftsieg. Der Erste Gencralauartiermejster L u d e n d o r s f. * Der Nbendbericht. B e r l i n. 29. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) An unseren neuen Linien westlich von F e r e - e n - T a r- denois sind schwere Angriffe des Feindes blutig gescheitert. . Nun ist doch noch zur Hälfte das eingetreten, was di Militärkritiksr des Berner .-Bundes" in den Bereich d< Niöglichkeit gestellt hatte: Hindenburg und Ludendorff habe die deutsche Front an der Marne verkürzt. Zwar ist sie nis bis an die Beste zurückverlegt worden, sondern nur bis zu Ourcabogen bei La Fere-en-Tardenoys. Dieses Städtchen i jetzt an Stelle von Chateau-Thierry die Spitze unserer Heere- Zunge zwischen Soissons und Reims geworden. Wir sind cn dieser Linie um durchschnittlich etwa 10 Kilometer zurüc gegangen. Das bedeutet nicht etwa, daß wir in den letzte Schlachten geschlagen worden wären. Es bleibt dabei, daß dl Feind der seinen opferreichen Anstürmen unsere Reihen nid hat durchbrechen formen; erst nachdem längere Kampfpause eingetreten wgren, hat Hindenburg die deutschen Stellungc nach strategischen Gesichtspunkten neu geordnet. Man da die so geschaffene Kriegslage nicht nach ihrem äußerliche Aussehen beurteilen Das Gebiet zwischen Soissons, Chateai ^heerry und der oberen Ardre bleibt der Schauplatz eine mißlungenen französischen Offensive, die mit verzweifelte Kraf tanstrengmig und mit dem Einfatz aller Reserver: nute: nommen worden war. Wir hapien uns durch den gallische Strer nicht über den Hänfen werfen lassen, sondern habe chm etwas Sprekranm gelassen, um vielleicht an andere ^^trchen Kriegsschauplatzes desto schneller zur schuldenden Erfolge zu gelangen. Hindenburgs KämÄ mn den Rusjen liefern die ermunterndst«r Borbilder. toi *,mi der Wende des neuen, fünften, Krieg- Lm™». rauschenden Triumph über eine neue «n wvimene Srhlacht jtehen, das soll nns an dem Sieg unsere äL“!““,nmchen. Wan sollte sich etwas Bessere die mißgestimmte Laune des Berline Ui^'nichtosf'ir^n-^A schreibt: „Nachdem unzählige ofjiziell Äiii ÄlÄ Figuren an der Wahrheit uorbeiprophk mehr vorzeitige Girlanden Ilf Matt wirst auf ciirmal die ganze Frag dcr> geforderten übertriebenen Fril bürd^ bersezte, um denen die Schuld aufzu «sss n r/ r ^ E-ingretfen Amerikas herbei geführt hätter von md)t bas gerade Gegenteil als de ^ unserer Rettung crusersehene Enge IClftet M d-s „Berl. Tagebl." di daun^r?^n^n'^^^?^ wird, wie der Krieg beendet werden könnc b?fV Tlibtun^f teU ' daß es nicht alle Tage Rezept müßttn nach doch dieienigen das Werk vollende« geMn'worLn ss. l£^ en es bis zu seiner gegenwärtigen Forv keinen w P} r ah^nn wollen gern abwarten und nu güttig- teil *?? m , r be [ tc ^ n . lassen, daß uns die angenblicklic ^cka?e wä'^^-^mcthode kernesfalls als eine, die günstige M ^ ^^unte, erjchnnt. Mit dem Geisve, der daö Svsten Vertlmg und Hrntze durchleuchtet, dhrstv es wohl nicht gehen." Also die Reichstagsmehrhcit, die doch auch nach dem Eiirgreisen Amerikas so viel Rezepte hatte, die sich freilich als Fehlgriffe erwiesen haben, hat jetzt keines mehr! Dann sollte man die Rechthaberei zunächst aufgeben und das Schauspiel unterbinden, das uns bisher beim Ausland herabgesetzt hat. In der ,^Wtn. Ztg." stehen über die Not- werrdigfeiten der politischen Lage ein paar gute, beherzigenswerte Winke: „Bleibt auch die öffentliche Meinung dabei, daß wir alle nichts anderes ivollen und tim dürfen, als die Aufgaben erfüllen, die uns die feindlichen Ansprüche und die Notwerrdigkeitm der deu-tschen Zukunft stellen, ohne Rücksicht auf Parteidoginen und Theorien, so kann es an der Geschlossenheit der Gesamtfrmrt nicht fehlen, sowohl den umstrittenen westlichen, wie den verioickelten östlichen Fragen gegenüber. dem imerschülterlich n Vertrauen.aus die HeereÄcilung muß sict) die Abwehr aller Wirkungen gesellen, welck>e die feindliche Wühlerei irgend erzielt. Aus der notwendigen Auseinandersetzung im Meinungskamps darf weniger als je eine Schwächung der innern Geschlossenheit werden. Politische Zucht 'muß den Redenden und Schreibeirden Zurückhaltung gebieten Kurz, es gilt, sich bermißt zu sein,^daß, je näher der Zusammenbruch der feindlichen militärischen Kraft huanrückt, um so entschlossener der Widerstand gegen die fte&erfwften Versuche, im letzten Augenblick mit politischen Mitteln etwas gog-en uns auszurichten, einsetzerr muß." Der öfterrelchisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 29. Juli. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front Geschützkampf und Geplänkel. In Albanien wurde der durch unsere Vorstöße ausgelöste Gegendruck des Feindes stärker. Unsere Stellungen im Semeni-Knie waren fünfmal das Ziel heftiger Angriffe, die dank der tapferen Haltung der von der Artillerie kräftig unterstützten Verteidiger durchweg blutig zusammenbrachen. Auch im Gebirge Ma l i S i l 0 ve s griff der Feind viermal vergebens an, wurde aber teils Durch Feuer, teils durch Gegenstoß zunickgetrieüen. Der Chef des Generalstabes. Französischer Bericht vom 28. Juli, nachmittags. Nördlich der Marne setzten die Franzosen ihr Vorgehen während der Nacht fort. Teile von ihnen erreichten das Siüdufer der Ourcg. Auf dem rechten Ufer näherten sie sich wieder der Straße Dormans—Reims. In der Champagne schlugen w«ir mehrere deutsche Angriffe auf die neuen Stellungen südlich des Mont sans Nom und nordöstlich von St. Hrlaire zurück und haben unsere Linien vollständig behauptet. Vom 28. Juli, abends. Nördlich der Marne setzten unsere Trichpen ihren Bor- miarsch in der Ourcg-Gegend fort. Trotz des Widerstandes des Feindes, der sich bemühte, den Uebergang über den Fluß 51 t verhindern, gelang es uns, vorgeschobene Truppen aus das Nordufer zu werfen. Wir drangerr in Fore-en-Tarden o is ein. Im Nordwesten des Ris-Waldes erreichten wir Campvoifty. Auf unserem rechten Flügel nahmen die Truppen AUthenah, Oli'zy uird Violaincs nrrd näherten sich der Straßenlinie Reims—Dor- mans merklich. In der C h a m pa g n e wurden zwei feindliche An- grnfsversuche in der Gegend südlich Berge, denen Geschützfeuer vor- angrng, abgewiesen. Amerikanischer Heeresbericht Wir setzten die Verfolgung nordwärts der Marne fort, ungeachtet der hartnäckigen feindlichen Nachhutgesechte. Wir über- lchrrtten die Ourcg und nahmen Seringes, Nesle, Sergv und Roncheres. Die Behandlung der „feindlichen Ausländer" in Amerika. Paris, 28. Juli. (WTB.) Nach einer Meldung des JzJcatm" aus Neupork Ijat der Verwalter des feindlichen Eigentums Palmer, die Versteigerung von vierzig Fabriken, die feindlichen Ausländern gehören, im Gesamtwerte von über 100 Millionen Dollars angeordnet. Die britische ReichskriegSkonserenz. 29. Juli. (WTB.) Reutermeldung. Nach einer amtlicher: Mitteilung hat die Rer chskr i e g s kon fc r en z in oen letzten Satzungen u. a. mne Entschließung angenommen, die Petroleumerzeugung innerhalb des britischen Reick^s zu fordern; ferner e:ne Entschließung betreffend einen Llkt der Gesetzgebung, der, für einen, bestimmten Zeitraum nach dem Kriege die Naturalisierung von Untertanen aus dm jetzt feindlichen wandern ein schränkt, ebenso die Erwerbung von politischen Rechten urrd von Land- und Bercw^rkM-nzesnonen durch der- l^rttge Personeii. Weiter wrrrde beschlossen, in dieser Woche, vor ttbrme der über|ecifd>eu Vertreter eine sondere Konferenz über die , 5 -rage der Nationalität und Naturalisierung abzuhalten. Tie Kouseren.; nahm der: Bericht des Sonderausschusses über die Kontrolle von Rohstoffen nach dem .^tzriege an und forderte die Regienmg mif, sich mit den Regierungen der Dominions und Indiens m Verbindung zu setzen, um dementsprechende Maßregeln zu ergreifen. Endlich beschloß die Konferenz, daß jetzt schritte getan werden sollten, um den Bedarf der Verbündeten an Rohstoffen ßck-erzustcllen. Die streikenden Munitionsarbeiter in England. , 3C ^ m ft er d am, 29. Juli. (WTB.) Nach einer Meldung des Neuterichen Bureaus haben Versammlungen in einigen Mumtwnsbezirken beschlossen, Dienstag in den Aus- !. Zu treten, während andere sich dafür entschieden, die Arbeit nicht mederzulegen. In Cvv entrß, wo die Aus- »tandsbewegung begonnen hat, l^t mari beschlossen,, die Ent- jchewung aus morgen zu verschieben. In Birmingham ernpfahlen alle Bezirksausschüsse der Streikenden, Montag die Arbeit wieder aufzunehmen und die Entscheidung überden Ausstand dem nationalen Arbeiterausschuß zu überlassen. London, 28. Juli. (WTB. Amtlich.) Reutermeldung. Um 8 Uhr 30 abends wurde mitgeteilt: Die dem Munitions- Ministerium heute aus allen Teilen des Landes zugegange- rren Nachrickften besagen, daß sich die Lage wesentlich gebessert hat, und daß die Mehrheit der Ausständigen wahrscheinlich morgen die Arbeit wieder aufnehmen wird. Der Direktor der englischen LebenSmittelproduktiov über die beunruhrgende Lage Englands. Bern, 29. Julü (WTB.) Zu dem bereits von Reuter gemeldeten Rücktritt britischen Generaldirektors der Lebens- mittelproduklion Lord Lee veröffentlicht die „Daily News" eine Zuschrift desselben, iu der er gegen die plötzliche Aufgabe des eiiglischen AckerbauProgr-crmms und die Entblößung der Landwirtschaft von Arbeiter): protestiert. Diese Maßnahmen, schreibt Lee, rechtfertigen sich meines Erachtens nicht aus den parlamentarischen und ArbeitersäMierigkeiten, die zugestandenermaßen bestehen. Die Folgen können so ernster und unwiderruflicher Natur sein, daß ich außerstande bin, dafür einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Ich bin nicht von der Beseitigung der TMichbootgefahr und von der Sicherheit rrnserer Nah rungsmittel zu fuhr in den nächsten Jahren, gleichgültig, ob der iMea andauert oder nicht, genügend überzeugt, um dem plötzlichen Umstoßen unserer Ackere baupolitik für 1919 zuzustimmen. Wir hören wenig von den Tauchboolen, aber die Versenkungen gehen mit einer bemerkdrswerten Regelmäßigkeit weiter. Man sagt uns, daß die Neubauten die Versenkungen ausgleichen; aber diese Berech- m:ng schließt die amerikanischen Neubauten ein. Dieser Faktor scheidet angesichts des Transportes der amerikanischen Truppen aus, noch mehr angesichts der Zufuhren für diese. Bei ehrlicher Berechnung ist es eine Tatsache, daß die Lage der Schifffahrt noch immer beunruhigend fft, und daß wir ebenso sehr wie je aus die Heimproduktion angewiesen sind. Unter diesen Umständen ist die Entblößung der Landwirtschaft von Arbeitern und der dadurch verursachte Wechsel in der Ackerbaupolitik ein Hasard spiel mit einer Hungersnot, das kein verantwortlicher Minister dulden und das -Parlament zurückweiseN sollte. „Daily News" schreibt dazu in einem Leitartikcf: Der Rücktritt wirft Fragen von größter Wichtigkeit aus. Tie Erfolge in der Nahrungsmittel Verteilung verminderten die Gefahren des vorigen Winters, aber beseitigten sie nicht. Eine schwedische Stimme über die belgische Streitsrage. Stockholm, 29. Juli. (WTB.) Zu den letzten Etzklärmigen des deutschen Reichskanzlers und Balfours sckweibt „Aston bl adel": „Ter Ausdruck „Pfand" oder „Unter- p f a n d", den Graf 'Hertling gebrauchte, scheint die Enl'erite in! eine fviiklich^ oder simulierte Raserei versetzt zu haben. Wie aber soll man ihre eigenen Eroberungen nennen oder cl^arakteriiieren'?! England verleiht sich« gegen alle Abkommen Aegypten eür: es riß auch sämtlickfie deutsche Kolonien sowie einige türkische Gebiete in Mesopotamien und Palästirra an sich; aber englisck-ersefts wird' natürlich rnemals davon LespvockLn, daß mcai wieder zurückgebenj will, was man einmal in seine Klauen bekam. Tie deutscher Kolonien, Aegypten, Palästina und Viesopotamien sollen englisch bleiben. Tas ist moralisch bereckLigt; wenn aber >die Deutsä-er: inchts als^ reuevolle Sünder alles zurückgeben, was sie unter blutigerr Opfern eroberten, so zeugt das für Welteroberungs Pläne. Wann; komurt Englands Erklärung, daß es alles zurückgebcr: wird, was! es fv ährend des Krieges nahm? Deutschiland gab jetzt in der belgischen Frage klaren .Besck^eid und bewies, daß es den! Krieg nicht einen einzigen Tag verlängern will, wenn es einen ehrlichen Frieden bekommen kann. Die Mensck)sen in den Entente- lWidern scheinen vom Kriege verbleudet zu sein, sonst würden sie einseh.m, daß ihre eignen Führer Kriegsverlängerer sind. Die Entente, die immer n:it der Demokratie prahlt, müßte auch als erste anerkennen, was die Teittsck'ien im flämischeec Lande getanj haben, denn das stimnrt mit Wilsons sch-värmerischen Idealen! überein. Außerdem ist es ja eine pmktische Vorbereitung für derr Wrnd der Nationen, den die Entente schassen will. und . in dem nieniand Unterdrücker oder Uitterdrückter sein soll. Es scheint also, daß Deutschlands flämische Politik einen dauerhaften Ver« stäirdigungssrieden nicht nur nicht hindert, sondern im Gegenteil fördert. Daß dieser nichjt kommt, bericht darailf, daß alles (i^ereds vom Bimde der Völker hviptsächilich AgitaKons Phrasen in der Jagd nach neuen Brrndesbrüdern und Versuche sind, die Krierrs- stimnning in den eigenen Ländern.auszupeitschsn. Erst wenn die Ertente einnral offen Ziigibt, daß Englarrd kein .größeres Recht: hat. die türkichien Gebsiete :md die deutschen Kolonien zu behalten als Teutschiltmd in Bezug auf Belgier: und Nordfrank- reich. und lvenu sie von ihren Evoberirngspläuen gegen dcaltsch^es Gebiet wie Teutschsland gegen englisches, französisches und belgisches absteht ^rnd alle Pläne an1 wirtschaftlichen Krieg nach dem Kriege a::sgibt, erst dann dürften.die Voraussetzungen für einer: Berständigungsfrieden 'gegeben sein. * Unsere Gefangenen in Rnßland. Durch Schilderimgcn eines deutschen Kriegsgesarrgee:en in Orenburg veranlaßt, wandte sich Reichstagsadgeordneter Tr. Werner rmterm 27. Jnni an den Kr-iegsministcr :md erhielt cnn 23. ds. Mts. u. a. folgende Mitteilung: Orenburg ist mit Getreide und Brot gilt versorgt. Die vorkommenden hohen Preise erklären sich vor allem aus der gech.ustnenj .Kaufkraft des Rubels. Eue deutsche Fürsorgekornmission beiiichet sich seit einigen Wochen in Omiburg; sie sorgt für hinreichender Verpflegung und schleunigen, sicheren MttanSport unserer Gefangenen. Auch ist sie mit reichlichen Geldmitteln versehen, so daß sie nötigenfalls die Gefangener: durch Darleherr rmterstützen famt. Von dieser Kommission, die aus einem Osfiziu. ei mm Arzt, einer' Schwester und einen: mit den örtlichen Verhälansse-r vertranten' Zivilmitglied zusammengesetzt ist, sind die Maßnahmen zum M- transport getroffen, ni:d es sind auch schon Geangene in an' er:- licher Anzahl abtranspvrtiert worden. Die ungünstiger: Berkebrs- verhältnisse jedoch, die völlig ungeordneten Zustände, der Mangel an roNenden: Wagcnmaterial nnd die Machtlosigkeit der rns'ischen Regierung haben große Verzöger uriger: des Rücktranspuus zur ^olge; die Ge angener: können nur truppiveise abbeförde-t werden' Es steht aber zu bossen, daß der allgemeine Ah^ trairSport, bis auf NachzA gier ckü!?! den entfern ke- tcn Sägern, bis zum foerbft ds. Js. durchgeführt sein wird. Jedenfalls wird alles nurmöglichege- tan, u m dieses Ziel zu erreichen. * Japan und die Intervention in Sibirien. P a r i s, 28. Juli. (WTB.) Der „Petit Parisien" meldet: Der japanische Botschafter Matsi.lt brachte der französischen Regierung amtlich zur Kenntnis, daß die japanische Regierung das Programm Wilsons bezüglich Sibiriens angenommen hat. Portugal. Zürich, 29. Juli. (Priv.-Tel.) Wie aus London gemeldet wird, hat die englische Negierung nach dem Beschluß Portugals, in größerem Maße am Kriege teilzunehmen, die L i s s a b 0 n e r Gesandtschaft zur Botschaft erhoben. (B. a. m. M.) Der türkische Bericht. Konstantinopel, 28. Juli. (WTB.) Tagesbericht. Palast i n :?ctzusetzen. (Lebhafter Beifall.) Nelxm imierer Friedensbereitjchwch liegt für uns das einzige Mlltel, den Krug abzukürzen, in der Nachdrücklichkeit der Kriegführung. (Lebhafter Beifall.) Die Regierung wird mit Begeisterung ihre ganz« Kraft Ersetzen, um in ihrem Wirkungskreis die Aufgaben der Kriegftchrung zu fördern. (Lebhafter Beifall.) xxc Monarchie darf auf die Leistungen unserer in zahllosen Helde nkampfen erprobten Wehrmacht, darf ans ihre Bündnisse voll vertrauen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden einen guten, ehvOtvollenl Frieden erreichen. (Beifall.) So wie im Kriege, werden wir auch nn Fri^en nicht allein svehen. Das Bündnis nrit dem Deutschen Reiche, von der Einsicht erlauchter Herrscher und Staatsmänner gexhaff-m, echg wahre Herzenssache für beide Teile und im Weltkriege bewährt, wird ein« Vertiefung im Sinne einer dauernden FriedenSgemeinschast erfahven. (Lebh. Beifall.) Aber auch die innigen Beziehungen zu den übrigen ruhmvollen Waffen gef ährten wollen wir in schönere Zeiten hin übernehmen Und liebevoll weiter Pflegen. (Beifall.) Darin liegt nicht Bedrohung für andere Staaten. Der kriegerische Jnhialt unserer Bündnijse wird Men nur von dem Gegner aufgezwungen und hört auf, sobald sie die Hand zum Frieden bieten. Unsere Bünd- nrsje sind ih em Wesen nackii goeigrE und bestimmt, sich in eine Friedensvrganisativn aller Kulturvölker der versolmten Welt einzufügen. Ter Ministerpräsident besprach sodann Probleme der inneren Arbeit, zu denen die Mitwirkung des ReichSrats erforderlich sei. betonte die Bedeutung des Ernährungsproblems, des Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete, der Förderung der industriellen Produktion soivie der ^Landwirtschaft und bemerkte die Landunrte bedürften der liebevollsten Förderung drirch den Staat damit ihre stets bewährte Tüchtigkeit nneber den Weg zur frül-eren Proiverttät und aussteigeirden Entwickelung in der Richtung einer möglichsten Autarkie finde. (Beifall.) Der Ministerpräsident pimg. über ihre sämtlichen Einnahmen Aufzeichvukngen zu führeir. Die Sie:rer selbst wird, so wett die allgemenre Umsatzsteuer in Betvackr kommt, zum erseu Male im Januar 1919 ans Grund dieser Mszeichrungen deklariert und gezahlt werden müssen. Von erhöhter praktischer Bedeutung schon für die nächte Zeit sind die Bestimmungen des Gesetzes nnd der Aussülirnngsbesttm- mnugm für diejenigen Geschäftsleicke, Mich Luxusgegen- st ä n d e im Sinne des tz 8 des Gesetzes vcrtreibeit. Es handelt sich hier um alle diejenigen Geschäfte, die Juwelier- nnd Edelmetallwaren, einschließlich versillierter und vergoldeter Waren^ Taschenuhren, Kunsnverke, Antignitaten, einschließlich alter Drucke und sonstiger Sammelgegenstarrde, Erzeugnisse des Buck-drucks auf besonderem Papier mit beschränkter Auslage, photographisch Handapparate, Flügel, Klaviere, Harmonien und mechanisch Muftk- instrumente, Billards, Waffen, Automobile, Wagen. Segel- und Ruderboote, Teppich und Pelzwerk veräußern. Ficr diese Betriebes erwächst zunächst nach dem 1. August die Verpslick-tung, sich unter genauer Angabe der ^Gegenstände beim Umsatzsteueramt anzumelden. Wetter sind sie zu eingehender Brchführung über ihr Lager und ihre einzelnen, mit 10 Pf.vzent steuerpflichtigen Verkäufe verpflichtet, und im Monat September haben sie über die Umsätze des August bei dem Umsatzsteueramt eine Steuererklärung einzuveichn. Tie einzelnen Vorsck-riften über alle diese Pflichten und insbesondere die genauere Umgrenzimg der steuerpstichttgen Gegenstände enthalten die Ausftthrungsbcstimmungen. Noch schneller werden diejenigen Lupusgeschäch mit dem Gesetze Bekanntschaft nrack)eu, die solche Gegenstände veräußern, welche durch die Bundesratsverordnung vom 2. Mai 1918 (Reichs-söesetzbl. S. 379) für r ü ck l a g e p f l i ch t i g erklärt worden sind. Es sind das die Juweliern>aren und die Edelinetallwaren, jedoch mit Ausnahme der vergoldeten und versilberten Gegenstände, die Kunstwerke, die Antiquitäten, einschließlich alter Drucke und sonstiger Scnnmelgegenstände. Mtt dem Inkrafttreten des Gesetzes ist für dies« (Zleschäste an die Stelle der Rücklagepflicht eine mtt dem 5. Mai beginnende Stenerpftickst getreten und zwar nach den Beschlüssen des Reichstages auch insoweit nur in Höhe von 10 Prozent, als die Berpslichtung zur Rücklage nach der Berordmmg 20 Prozent betrug. Tiefe Geschäfte haben bereits im August für die Zeit vom 5. Mai bis zum 31. Juli die erst« Steuererklärung einzureichen. — Dringend erwünscht würde es sein, wenn die Berufs- und Fachverbände der beteiligten Geschäftskreise sich der Aufgabe unterziehen würden, durch Verössentlichimgen in ihrer Fachmesse und Belehrungen aller Art den Gewerberr eiben den das Einleben in die zum Teil recht schwierigen Vorschriften des bedeutsamen Gesetzes zu erleichtern, eie würden damit nicht bloß dem Staate als Steuergtäubiger, sondern vor allem auch ihren Bernfsgenossen einen großen Dienst erweisen. « Berlin, 29. Juli. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" meldet die Ernennung des bisherigen Ministerialdirektors im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Winkl. Geh. Obenreflieruntzsr«ts B r u e m m e r zum Unterstaatssekretär, des Wirkt. .Geh. Oberregierungsrates und Vortragenden Rates im Reichswirtfchaftsanrt Dr. W ü r m e - l in g zum Direktor im Reichswirtschaftsamt, sowie des Geh. Oberregierungsrates und Vortragenden Rates im Reichsjustizamt Dr. von Simson zuin Geh. Oberregierungsrat und Vortragenden Rat im Reichswirtschaftsamt. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung über Herbstgemüse und Herbstobsternte 1918, sowie ein Gesetz betreffend Milderimgen im Militärstrafgesetzbuch. S t r a ß b u r g , 29. Juli. (WTB.) Die Gesellschaft zur Förderung der w i s se n sch a f t l ich e n A n st a l t f ü r A u s- landspolitik hielt gestern nachmittag ihre konstituierende Versammlung ab und wählte Bürgermeister Dr. Schwander zum Vorsitzenden. Ein erstt'r Lehrgang über die Grundlagen der künftigen AuslandSpolitik soll Anfang November stattfinden. Auch sind an der Universität für den Winter Vorlesungen über diese Frage vorgesehen, namentlich von Prof. Wolfram über die Frage des linken Rheinusers. Aus dem Reiche. Die Ausführungsbr'stimmungen zur Abänderung des Reiä stempklgesetzes und deS Wechselstempelgesetzcs. Be rlin, 29. Juli. (W^pB.) Der Bund esrat hat in sei: heuttgen Sitzung den Ausführungsbestimmungen dem Gesetz zur Abandenrng des Reichs sie m pelgese'tzes wre deu Aenderungen der Grundsätze zur Auslegung des Reic! stempelgesetzes, ferner den Ausführungsbestimmungen zu dem ( wtze.zur 'Abänderung des W e chse l st e m pe l g e se tzes und l Besttmmungcm über den Ersatz des Steuenvertes der außer G ttrnsr gehetzten oder noch ungebrauchten Wechselstempelzeichen % stätigung verliehen. Tie Veröffentlichung der neuen Bestimmung wird m eener besonderen Nummer des Zentralblattes für t Teuttch: Nerch, deren Aufgabe unmittelbar bevorsteht, erfolgen. Der ZchlUKgs- und bandelrverkehr mit Sem Anstand. Wiederholt ist in der Presse auf die Bestinnmmgen der Devisenordnung vom 8. Februar 1917 hingewiesen worden, welche sehr wichtige Vorschriften nicht mir über den Zahlungs-- t'er keh r mit dem Ausland und b-.m Verkeh r mit aus - ländischen Zahlungsmitteln, sondern darüber hinaus fast für den gesamten Handelsverkehr mit dem Aus- l a n d enthält ^und ZuwiderhaTrdlungen mit zum Teil ziemlich empfindl'khen Strafen bedroht. Diese Bestimmungen gelten auck für den Verkehr mit den bisher uns feindlick-en Ländern, Finnland, Rußland, Rumänieir und der Ukraine. Bmt zuständiger Seite nürö nun mitgeteill, daß die Bestttw mungen der Verordnung immer noch nicht genügend beachtet norden, nnd daß sich sorvöhl Firmen wie Privatpersonen nach nne Dar vielfach Unannehmlichkeiten und Strafen aussetzeit. Aus diesem Grunde erscheint es am Platze, den Inhalt der Verordnung nochmals kitrz anzitgeben: Vor all-ent kamt nicht nachdrücklich genug betont werden, daß nicht nur die Erfüllung, sondent bereits die Eingehung von Verbindlichkeiten gegenüber einer im Auslairde ansässigen Person oder Firma zum Zivecke des Errverbs, alio in erster Linie der Katts von Waren oder Wertpapieren, von Kostbarkeiten, llunstund Lupusgegettständen jeder Art, von Grundstücken nndSchnsen an die E i n w i l l i g u n g der öteichsba uf ge'mndcu i:t gleich- oülho, ob die Zahlung in Reichs- oder ausländischer Währung, ob sic sofort oder später erfolgen soll. Besoichers zu beachten ist, daß die Einwilligung der fltaichsbauk unbedingt und atrsnahmslvSj vorher, also noch vor Abschluß des 5kausgeschäftes, erteilt sein muß. Beosudcrs oft wird gefehlt bei sogenannten „Vorkaufen" von Waren, die bereits jetzt gekauft, aber mangels Befördemngs-- gelegenheit oder infolge Einfuhrverbots erst später entgcführt und vielleicht auch erst später bezahlt werden sollen. Es ersänint angezeigt, besonders festsusdellen, daß gerade atch in diesem Fall« die Einwllliguttg nöttg ist. Tie Anträge auf Erteilung von Einkaussgenehmiguugen sind aus besonderen Formtckaren an die Auslandsstelle des Reichsbank- Dtrektortums, Berlin SW 19, Kurstt. 45/46, ztt richett. Ohrw diese Genehmigung dürfen gegenüber einer und derselben im Ausland anfälligen Person oder Firma mtr Verbindlichkeiten ein* gegangen werden im Gesamtbeträge von höchstens 1000 Mk. ÜH nerhalb eines Kalendertages, jedoch ttrnvrlxüb eines Kalender-- monats nicht über den Gesamtbetrag von 3000 Mk. lstnaus. Ist auf Gnmd der erhaltenen E i n k a u f s gcnehmigung der Kaufabschluß erfolgt, und sollen ixum die Waren ein ge führh werdet:, so ist hierzu, soweit überhaupt eine Einfuhrbewilligmta vorgeschrieben ist, die Gettehmigutrg der für Eittftilwgenehmigttttgetij in Betracht kommenden Dienststellen erforderlich Zur Bezahlung des Kaufpreises lcurn schließlich die Abgabe der be- nöttgten Devisen bei der Reichsbank oder einer Devisenstelle zu beiten die Mehrzahl der größeren Banken in Berlin, Frankfurt a. M. und Hamburg gehöreit, beantragt werden. Sollen aber bereits in eigenem Besitz liefindliche Zahlmtgsmittel, ForderungeiH oder zvredrte in ausländischer Währung zur Bezahlung venvcmdt werden, so ist auch hierzu die Einwilligung der Reichsbank txA forderlich, da sonst nach § 1 der Devilenocdmtng über Zahlungsmittel, Forderungen und Kredite, die auf ausländische Währung lauten, ttur zugunsten einer Tevisenstelle verfügt werden darf. Aber auch mit Markzahl ttngsmitteln dürfen Verbindlichkeiten vott mehr als 1000 Mk. innerhalb eittes Kalendertages oder mehr als 3000 Mk. imrerhalb eines Kalendermottats nicht ohne werteres erfüllt werden, da in § 3 Abs. 1 bestimmt wird, daß auf Reichswährtmg lautende Zahltcngsmittel ebenfalls nur mit Einwilligung der Reichsbank nach dem Ausland versendet oder überbracht werden dürfen. Betont sei, daß eine dieser Bewilligungen die andere keineswegs entbehrlich macht: eö versl-cht sich stines- Wegs von selbst, daß, wenn ein Kauf genehmigt worden ist, mm! mtch der Preis ohne weiteres in beliebiger Form gezahlt werden dürfe, es muß vielmehr auch hierfür wieder besondere Einwilligung beantragt werden. Wer auf ausländische Währung lautende Forderungen oder Zahlungsmittel ein ziehen will, muß sich hierzu der Devisen^ stellen bedienen, falls ihn die '.Reichsbank nicht von dieser Verpflichtung auf entsprechenden Antrag Ihn befreit hat. Die Ein- zie'hung von auf Neiä-swährung luutertöen Forderungen Dagegen unterliegt feiltet Beicbränkung, sofent sie uickft ellva in ansländischen Zahlungsmttteln geschieht. Auch die Verfügung über den Erlös atts dem — an sich gestatteten — Verkauf von Effekten soivie Zins- und Dividenden scheinen unterliegt der Einwilligung der Retckisbank. Unter „Zahlungsmitteln" sind laut ausdrücklicher Vorschrift der VetVtdutmg zu verstechen GeldsorLen, Papiergeld, Darlehenskassen^ sck-etne, Baukiwten, Anweisungen. Schecks und Wechsel. Im übrigen sei hier ersteut darauf hingewiesen, daß die Handelskammer zu Berlin die einschlägigen Bestimmungen in einer be-.vnderen Schrift „Tie Vorschriften über den Zahlungsverkehr m it dem Auslands zusammeniwstellt hat, die Interesseitten bei der genannten Kammer bejidnn können' Auch kann weniger erfahrenen Personen nur angeraten »ocrden. vor allen Geldgeschäften oder vor Absckstnß von Käufen mit dem Ausland eine Bank, am besten die Reichsbank, um Auskunft anMgel-eit. Aus StsSt Gießen, den 30. Juli 1918. ** Amtliche P erf on aln a ch r i cht e n. Der Großherzog hat dem Postagenten Daniel, Kraft in Trebur das Allgemeiue: Ehrenzeichen mit der^ Inschrift „Für langjährige treue Dienste" ant Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver- llehen. Uebertragen wurde am 24. Juli dem Lehrer Karl Döhn zu Maulbach, Kreis Alsfeld, mit Wirkung vom 1. August 1918 ab eine Lehrerstelle an der Volks) chtile zu Lollar, .Kreis Gießen. ** A uszeichnun g. Otto Schmidt, in Firma Abermann fr Kltng, erhielt das Allgemeine Kriegsehrenzeicheu. ** Tie Auszahlung der Fa m i l i e n u n U r flüt- jungen an die Aitgehöeigen der zum Hi-evesdienst Eingezogen«, fttr 1.-15. August 1918 bM. fttr Juli 1918 fttrdct in den nüchsden ^ctgen statt. Näheres siehe Anzeigenteil. ** Käse-Verteilung. Von Mittwoch, den 31. Juli bis Dtontag dQi 5. August l. I. eütschließlich gelangt in 9 Gesästiften Käse zur Verteiltmg. Näheres im Anzeigeitteil. ** Mcld epflicht für ge werbliche Verbraucher von Kohle, Koks und Briketts im August Nach Bs- kanntmachung des Reichskomtnissars für die Kohlenverteilung vom 10. Juli (MichsanMiger Nr. 164) müssen die gewerblickwn Vcv- hvmtcher die üblichen Meldungen in der Zeit vom l bis 5. August erneut erstatten. Die lster^u ersorderlick>en Meldekarten sind bei den Ortsköhlen-, Kriegswirtschasts- oder Kriegsamts stellen zuist bisherigen Preise von 9,25 Mark für ein Melde karten hest nebst Worttaut der Bekannttuackurng und von 0,05 Mark für eine Eiuzelkarte erhältlich. Aeuderungen in der Meldepflicht sind gegenüber dem Vormonat nicht eingetreten. Wegm der Meldung der Mtshilfslieserungen durch die Lieferer wird auf'die Bekannt- mackMng vont^ 21. Juni 1918 (Reichsanzeiger Nr. 145) Bezug geuMMnen. Dies betrifft die Meldungen von Verbraucher« über 10 Tonmcn = 200 Ztr. monattich. ** Ter Bezirksverband Gießen der Orts- gewerbevereine hielt am letzten Samstag im Itzew rl>eh.rus eine Tagung ab. Nach einer Begrüßung durch deu Vorsitzeirdew Gewerberat Petri berichtete Prof. K r a u s m ü l l e r über die PatenschastS Versicherung, die tmch den Ausfübrnngen! des anwesenden Vertreters der Hamburcr-Mannheimer Versiclx- rungsgesellscktaft in den Vereinen Gießen und Lich außerordentlich günstige Aufnahme gcftmden hat. während in den übrigen Vereinen das Resultat iwch nicht zu übersehen ist. lieber die Handwerker-Beratungsstelle und die R o h st o ff vertei- lungsftelle, die sich beide günstig entivickelt baden, berichtet Bureaubeamter Kirchner. Die S chu l e n in den einzelnen Vereinen siitd nach wie vor in Tätigkeit, nur Allendorf a. d. Lda. bat mit Rücksicht auf die landwirtschastticiten Arbeiten eine Pattse eintreten lassen. Bezüglich der Holzversorgung fmtd eine rege Aussprache stall, bei der die im vorigen Jahre gemachten En'ah- rtrngett ausgetauscht wurden. Nach Besprechung des Winterpro- gramms für die einzelnen Vereine wurde die Sitzung geschlossen. ** Stadttheater. Die Aufführung des hübschm neuen Schwankes „Extemporale" durch das Mainzer StaöttlMter hat seinerzeit so gut gefallen, daß von verschiedenen Süteu ein« Wiederholung der Ausführtmg angeregt würde. Es ist der Bühuew- leillmg gelungen, eine solche zu vereinbaren, und diese findet am Sonntag den-tt Atigust statt. Borl^estellungen bittet mau m beit Brieffalten des ^tadtth-eaters niederzulegen. ** Schwarz-Weiß-Licht spiele, SelterSweg 81. AuS der Wtlliam-Kvhn-^erie 1918 gelangt von heute ab „Ter tot« Gast", „Ter Fall Rüderir!", neuntes Detektiv- und GeftilschaftS- drama des Rat Anheim in 4 spanueitdeu Akten, zur Aufführung. Außerdem stch.nt die Lustspiele „Tic Folgen einer Slatt^attic!" und „Ende gut, alles grch" aus dem Spielphrn, Siehe .Arl-eig^ ** Laubheu. Es wird dmtauf vufinerksalnl getnUcht, daß jrmq« Weidenschößlrnge bei der Laubheuscmvnckung nicht abgeerntet Mttfrot Dürfen. Da die Weiden Kur Herstellung von Geschoß- körben dienen, muß jede Schädigung chrer Kulturen, auch der wildwachsenden, vermieden -jverden. Andernfalls ist die Deckung des Heeresbedcrrss gefährdet. — Das Kriegsamt teilt mit, daß durch Fremdkörper (Eisenteile, Steine und dergl.) schwere Störungen hei der Verntahlung des Laubheus eingetreten sind, und daß sogar mehrere Fabriken durch Entzündung des MMgnts und hierdurch hervorgerufene Brände vernickM wurden. Es lvird deshalb wiederholt, gebeten, die Orissammelleiter über die große Feuersgefahr aufzullären, welche dadurch entsteht, daß Fremdkörpr der aenaimten Art sich unter dem gesamtmielteir Laubheu befinden. Es ist mit allen Mitteln darauf hinz-uwirken, daß das Sammelgut pon ihnen sreigehalten wird. Kreis Schotten. O Gedern, 29. Juli. Hier hat sich eine Ortsgruppe des ,Verbands .der Wirtschaftliche»: Vereinigungen Kriegsbeschädigter für das Deutsche Reich mit dem Ditz in Essen gebildet. Zum Vorsitzenden der Ortsgruppe »mcrde der Fürstliche Forstbeamte Bernhard Bauer gewählt. Geplant ist ein Ausbau der Organisation in den sämtlichen Gemeinden des Bezirks Gedern. Kreis Wetzlar. ra. Braunfels, 29. Juli. Mit Genehmigung des Kreis- ausschusses und Zustimmung des Regierungspräsidenten werden im neuen Rechrmngsjahr in den Gemeinden der Landbürgermeiswrei Braunfels nachstehende Gemeiudenmlagen erbeben' ..'»um und Oberbiel 175 Prozent, Burgsolms, Tiefenbach imd Niederbiel 200 Prozent, Steindorf 230 Prozent und Ooernrors 250 Prozent. ra. Erda, 29. Juli. Hauptlehrer Küster wurde mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. ra. R a u n h e i m, 29. Juli. Sergeant Wilhelm Schmehl starb nach 46monatiger treuer Pflichterfüllung den Ehrentod. Hessen-Nnssnn. r- Ober-Ros ba ch v. d. H., 29. Juli. Hier brachte ein 14j übriger Schiller mit einer Vogelslinte eine Handgranate zur Explosion. Durch die umherlliegenden Spreugstücke erlitt der Junge io schwere Verletzungen, daß er dem Friedberger Krankenhause zugeführt werden mußte, wo -er fast hoffnungslos darniederliegt. = Wiesbaden, 29. Juli. Ein Soldat, der in einer Villa bei einen, Einbruch überrascht wurde, setzte sich der Polizei zur Wehr, so daß diese von der Waffe Gebrauch und den Einbrecher durch einen Schuß unschädlich machen mußte. Ter Versetzte kam vorerst ins Krankenhaus. ^ ----- Vom Westerwald, 29. Juli. Ueber den irordwestlichen Teil des Westerwaldes brauste am Samstag ein schweres Unwetter, das besonders im Kreise Oberwesterwald großen Schaden angerichtet hat. In der Kroppacher Gegend und bei Altenkirchen vernichtete der Hagel einen Teil der Ernte. Am schlimmsten litt das Dörfchen Borod unter der zerstörenden Gewalt einer Windhose, die zahlreiche Dächer abdecktc und viele Bäume entwurzelte. In einein Hanse fiel eine Wand auf ein kleines Kind, das »vite durch ein Wunder mit dem Leben davon kam. Tie Verwüstungen? der Windhose sind bis Mudersbach deirtlich erkennbar. (ßcricb^jaal. R. M. K Dar m st adt. 29. Juli. Eine vielfach vorbestrafte ^ogisschtvindler in ist die erst 21 Jahre alte Dorothea Schäfer aus Hanau. Sie hat vot einiger Zeit sich wieder in Offenba'ch einlogiert und ist am nächsten Tage unter Mitnahme einer Partie Wäsche, Kleider und sonstiger Gegenstände verschwunden. Sie wurde deshalb von der Strafkammer wieder zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. — Die Elise Die hl aus Langen hat gemeinsam mit ihrer Tochter in ihrer Nachbarschaft verschiedene Bretter und allderes Holz entwendet; sie wird daher wegen Diebstahls zu 4 Monaten, die Tochter zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. — In skandalöser Werse haben sich fortgesetzt eine Anzahl längerer Personen beiderlei Geschlechts durch Verletzung des Scham- uud Sitllichkeitsgesühls gegen das Gesetz vergangen, so daß ^ ährend der Verhandlung, die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Eine Anzahl diesiger Kellnerinnen und Kontoristinnen haben sich von ihren Verehrern in unbekleideter, nicht näher zu bezeichnender Weise photo-gravhieren lassen. Wegen Verbreitung dieser Bilder wird der Hofmusiker Paul Fichtemüller zu 2 Monaten, der Photograph Wilh. Peter B r ü ck m a n n, jetzt in Dresden, zu 3 Monaten Gefängnis verurtellt. Ein dritter Angeklagter wurde frei gesprochen. Sport. Das Feldbergfeft. Auch das 63. Feldbergfest am Sonntag war von dem schon zur Tradition gewordenen Regcnwetter begleitet. Trotzdem hatten sich ungezählte Tausende von Turnern und Turn freunden, auf der Kuppe emgefunden. Die beiden Feldgottesdienste mußten wiegen des Regens ausfallen. Der Vorsitzende des Feldberglms- schusses Phll. Röbig, Rödell-eim. eröffnete gegen 11 Uhr, als (ich das Wetter zu klären begann, das Fest durch eine Ansprache. Zu dem Vierkampf, bestehend aus Schnellaufen, Weitspringen, Kugelstoßen und einer Pfiichtfreiübung, traten die Turner im 10 Ober- und 20 Uatterriegen an. In der Unterstufe errang den 1. Sieg mit 68 Punkten Michael Schaffner Turngesellschaft Walldorf i. H., den 2.Sieg mit 67 Punkten Hans Hüter Turnverein Köln, den 3. Sieg mit 66 Punkten Fritz Sünder Turnverein Wiesbaden. In der Oberstufe erhielt den 1. Sieg mit 76 Punkten Friedrich Gerstnng Turn gesell, chaft Koblenz, den 2. Sieg mit 68 Punkten W. Lindstadt Turnverein Nürnberg, den 3. Sieg mit 67 Punkten E. Schmidt Turnverein Idar, den 4.Sieg mit 65 Punkten Lorenz Fink Männer-Turn-Verein Wiesbaden. Wegen des schlechten Wetters mußten die Mcmnschaftskämpfe abgebrochen werden. Den Völsungenpreis errang der Turnverein.Mannheim vom 1846 mit l63*/4 Punkten gegen die Turngesellschaft Koblenz mfit 155 3 A Punkten. Der gleiche Verein blieb auch im Jahnschild mit 68 3 A Sekunden gegen den Turnverein Köln mit 69V2 Sekunden Sieger. r)schsch«lnc>ch«'?<Ätsn. dz. Darmstadt, 29. Juli. Fabrikbesitzer Eduard Staffel in Witzenhausen hat an der Technischen Hochschccke Darmstadt eine Stiftung im namhaften Betrage vom 10 000 Mk. mit der Bestimmung errichtet, das; die Zinsen des Kapitals zur Unterstützung bedürftiger, aber fleißiger und würdiger reichsderrtscher Studierender! der Technischen Hochschule aus dem Gebiete des Papieringenieur-, Wesens Verwendung finden sollen. Letzte Aachrichte,,. Dev ncneste Aericht dev L)ee^e§le§tttng. (WTB.) Großes Hauptquartier, 30. Juli. (Amtlich.) W e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Rege nächtliche Erkundungstäti kftt. Teilangnsfe der Engländer in Gestand Merris (nördlich der Lys) und beider- feits von Vyette (südlich von Arras) wurden abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Kunrpffmnt griff der Feind unsere neuen Linien nördlich des Oureg und unsere Stellungen auf den Wäldchen südwestlich von Reims mit starken Kräften an. Franzosen. Engländer und Amerikaner wurden unter schwersten Verlusten für den Feind auf seiner ganzen Angriffsfront zurückgeworftn. Der Schwerpunkt des feindlichen Angriffes war gegen die Front Hartennes—Före-en-Tardrnois gerichtet. Hier stürmten dichte AngriffÄrellen des Gegners am Vor- und Nachmittage immer wieder von n."uem an. Vor und an unseren Linien, teilweise in unseren Gegenstößen, brach der Ansturm zusammen. Am Nachmittag dehnte der Feind seine Angriffe über Före-en-Tardenois nach Osten bis zum Walde von Menniere aus. Sie hatten eben'olsenig Erfolg, wie Teilangriffe, die er am Morgen am Walde von Menmerh. in den Abendstunden in breiter Front westlich von Ville- en-Tardenois führte. Südwestlich von Reims wiederholte der Feind zwischen Chamürecy und Vrigny an einzelmn Stellen bis zu fünf Malen seine Angriffe und setzte sie bis zum späten Abend in heftigen Teilangriffen fort. Er wurde überall blutig abgewiesen. In der Champagne vertrieben wir südlich vom Fichtel- berge den Feind aus Gräben, die er seit seinem Vorstoß am 27. Juli noch besetzt hielt und nahmen einen feindlichen Stützpunkt nordöstlich von Perthes. * Leutnant Löwenhardt errang seinen 46. Lustsieg. Der Erste Generalanartiermeister Ludendorff. * * Neue N-Voot-Erfolge. Berlin, 29. Juli. (WTB. Amtlich.) Jml Sperrgebiet u m England wurden 15 000 B.-R.-T. versenkt. Der Chef des Admiral stabes der Marine Die Rückverlegung der Marne-Front. Berlin, ^9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die in der Nacht vom 26. zum 27. Jul» nach sorgfältiger Vorbereitung durchgeführte. Aus baltischer Zagenzeit. .Auch im Baltenlande gab es eine Zeit, wo Bär und Ur noch die undurchdringlichen Forsten dem fellbekleideten menschlichen Nack>- bar strittig machten, wo noch Taara, der estnisch redende Himmcls- vrtter, oder Perkohn, der dem Letten heilige oberste Gott, sich herabließ, den Menschen ganz persönlich je nach Verdienst zu züchtigen oder zu belohnen. In dieser geheimnisvollen Vorzeit bildet auch bei den Esten und Letten die Sage den Niederschlag des unbewußten künstlerischen Sinnens der Volksseele. Viele Sagen bringen, wie sich das in einem wasserreichen .Lüsten lau de von selbst versteht, das Entstehen oder Versump'en von Seen in Zusammenhang mit rettenden oder zerstörenden Eingriffen der mächtigen Gottlxnt. Der Karujärw (Bärensee) und die Pädasquelle aus Oeb'l z. B. find dadurch entstanden, das; Taara die Bären und Ure ertränkt, die einen: armen Bauern seine einzige Kuh geraubt haben. Zur selben Zeit und „als noch Eder Kaufherren mit ihren Schiften noch Klriegsheere mit scharfen Schwertern aus fernem Lande gekommen waren, um das Kreuz des Christen- gotteS unter den Esten aufzurichten", herrschte der König Karkus; zu dieser Zeit entstand auch der große P ei pus s ee. Damals entfloh Rannanuura, die nach Jngermannland verwunschene schöne Tochter des Königs, aus der Gewalt d-er Hexe Peipa: um'ihr er Ver- akguug zu entgehen, warf sie ern großes Linnen von sich, das sich alsbald in einen schäumenden See verwandelte, in dessen gurgelnden Finten Peipa Jjeufmb versank. In einem ander.'n "Falte strafte Allvater seine entarteten Kinder, indem er den Lee. an dem sie wllmnn, in einer gewaltigen Gewitterwolke, die sich faulen artig n Sn? ; iicoBftrccße, an eine liioeie Stelle versetzte, wo er den .'llimen W i r t s 1 ä r w (Pfützenle?) bekam. Deutlich llingt in dieser rtu-Cert anderen Sagcr» die Ennnerunc» an eine Wasserhose nach, lnne^deutscln Sage erklärt aus ganz ähnliche Weise di? Entstehung £, f* ?"eburgec Sees bei Güttingen. Auch eine die Fischer betörende ruichae Lorelei — „Uhdemite am Wesserbach" — besingt die lettvch' L-age. pets in den Sagen primitiver Völker, birgt die Tiefe so ..:ain^en bckkcaft und ihr Wasser unterschied sich von der Zett ab (.mehr vom gewöhnlichen Wasser." «ine Ruhe finden, aber auch gute Geister b« .waldbAvchenen,Hügrt, — „Pilskalns" iHeiden- bereit Gipfel einst die primitiven, hölzernes 1 Erinnerung an den jetzt in G-e- lreui.m^E Enttourfe wiedevauflebenden, schon zur Römerz-eit toSL,? cal * n j!< l nt>et$)ueci aus dem fernen Süden über in ^ ^L'ksläriv auf einstmals schiffbaren Fiißen nach U kl l: >n Kaufmann Wooru Andres wach, der, ... .bedrängt, im Peipus den letzten, Schlummer schläp. Eure duhterrsch sehr reizvolle.Sage von einem ftmgen Estenführer und einer schwedischen Königstochter führt dre Entstehung des Johannistages auf die Hochzeit dieser beiden zurück Die Zeit der Erschließung des Landes durch die deutschen Kreuz- und Handelsfahrer bedeutet in gewissem Umfange das Ende des naiven Naturdaseins der Letten rrnd Esten Neue, stärkere, vielfach blutige Eindrücke aus .der Zeit der ..eisernen Männer" geben den Aagen von nun an bas Gepräge In der Nähe einer uralten Eich- beim Torfe Lehtepae, auf deren. Wurzeln noch 1869 den Gorthnten geheime Opfer dargebracht sem sollen, ruht der Estenheld „Sohn eines Gottes", von seinem ^ödestampf gegen die „Saksad" (Teutschm) aus Das Mindenken an den mächtigen Livenhäliptling Kau Po, der als einer der ersten das Kreuz nahm, hält die Magdalenenkirckie in Sissegal wach d:e zum Gedächtnis der Tochter des deutschen freundlichen Fürsten gebaut nmrbe. Da der Bari nicht vorwärts schreiten »rollte, mußte em Mädchen lebendig in die Kirche emgemauert werden Dasselbe merkwürdige Motiv — die Einmauerung keuscher Jungfrauen oder -stummer in die Kirche»:mauern — kehrt in einer großen Reihe v>on Ortssagen wieder. Auchj die Marienburg in Liv- tand birgt, nach sagenhafter lettischer Uebertiefenrnq, in einer ihrer. Wände em eingemauertes Mädchen. Die Kirche zu Peude mif auf Oe»'el, wo der deutsche Dichter Walter Flex im vorigen' verbst :ns Grab gesenkt wurde, ist gleichfalls eine sagenumtoobene^ 'Ltatte. Au rauhe Kriegszeiten, deren die Baltenlaude so viele gesehen haben, ernrnern zahllose Sagen von vergrabenen Kriegskassckn, Ki ra-en sch ätzen und Reich tümorn verschiedener Gebieter in den »etzt als trotzige Ruinen dastehenden einstigen Burgen, betracht von dosen Hunden oder sonstwie rmter dem Schutze gcheimer pachte stehend. Der M 0 s k 0 »v i t e v »wird stets als roher Plünderer, Mörder und schamloser Schänder dargeftellt. Auch die P e st, ine stete Begleiterin der Kriege von einst, nimmt eine breite Stelle m allen Ueberlieferungen ein. Bald erscheint sie als graues oder M-warzes Männchen, bald als weißes Böglein, dessen Anbllck den Tod brachte. Berhaltmsmäßig weniger zaUreich, aber interessant sind «n einzelne nock> gegenwärtig blühende deutsche Adelsg »chl echter des Landes an knüpf enden Sage»:. Ta ziehen Tiesenhausen, Tödwen, Rosen, wild im Lieben 11 OTVen, me die Zeit es mit sich brachte, an uns vorbei; aus ei» bvchvoetiichen Sage über Schloß Dondangen in Kurland ( d»e Mottve einer Sage über Schloß Rcnlheneck in Oesterreich c klmgeiid) erfahren »oir. daß das Ertöschen des freiherrlichen C schlechtes der M a x d e l l in Kurland auf einen Fluck des bei sei» Hochzeit belauschten Elfenkönigs zurückgeht. Die „grüne Jungst bildete noch lange nachher den gespenstisch untgel-enden Schloßgl l>er alten deutsckxm Feste. Ten Pahlen imd Belxr sagen stimmte gebeimnisvoNe Boten den Tod voraus; insbesondere t eiikre Geschlecht ist von einem reichen Kranz estnischer Sagen u woben, aus denen eine tiefe Liebe der Bauen: voil Palens (ix P-'scheu Stammgut in Estland) zu chven stets gütigen Herren spric Im allgemeinen lassen aber die die deutsichm Herren schilde den lettich-estnischm Sagen das Gefühl der Unterlegenheit gegi über den ,.c:,errang Män»»-ern" durchblicken. Besoiiders bezeichr.^ tritt dies in der Lage über Riga,s Grstndpng hervor, do» vom Feinds zurrächst Unbemerkte Verlegung unseres Kampfgeländes in der Gegend bei Före-en-Tarde- nois und Ville-en-Tardenois erfolgte erst nach gründlicher Zerstörung aller dem Fciride nutzbringenden.Anlagen. Die Meldung, daß vst- und »restpreußisck-e Regimenter, die bereit- seit Wochen auf den Höhen iwrdioestlich von Chateau-Thierry eingesetzt »raren und am 20. Juli hervorragenden Anteil bei der siegreichen Ab»rehr starker feindlicher Teilangriffe bei und südöstlich Före-en-Tardenois hatten, zeigt am deutlichsten die Lügen- haftigkeit der französisck)en Meldungen über die angeblich imgo heuren deutschen Verluste. Diese französischen Ersinbungen verfolgen lediglich den Ztveck, die eigene Oeffenllichkeit über dir infolge des rücksichtslosen Masseneinsatzes selbst erlittenen außere- gewöhnlich hohen Opfer hin»wegzutäusck)en und die eigene, über das Ausbleiben eines entscheidenden Erfolges beunruhigte Volks- sttmmung zu beschwichtigen. Poincars an der Front. Paris, 29. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Präsident Poin- c a x 6 ist gestern nachmittag zur Front abgereist. Ein italienischer Kriegshetzer. Berlin, 30. Jnli. Laut „Bert. Lokalauzeiger" aus.Lugmw^i wurde einer der uNverschimtesten Kriegshetzer Italiens, Gründer und Präsident der Antideutschen Liga, Professor B 0 s s i, nach längerer Untcrsuchimg vom Oberste»» Rat des italienischen Unter, richtsministeriums wegen schwerer Verfehlungen aus ztvei Jahre vom Amt und Gehall zurückgesetzt. Die Differenzen zwischen Griechenland und Italien. R 01 t e r d q m , 29. Juli. (Privattel.) Der ,.Nieuwe Rotter- damsck)e Courant" meldet aus Athen: In einem Jitterview mit einem Vertreter der Zeitung „Pattis" erllärte der Minister des Aeußern Pelitis, daß die Differenzen zwischen Griechenland und Italien auf der Gncudlage des Natio- nalitätenpriirzips geschlichtet werden würden. Grieck>enland werde Italien als Mittelmeer-Großmacht in jeder Hinsicht anerkeimrn. Getreideüberfluh und .Kohlenmangel in Argentinien. Berlin, 30. Juli. Der „Berl. Lokalanzeiger" »neidet auI hem Haag: Tie „Times" berichtet aus Buenos Aires, Nach, dem 'wieder zwei Millionen Donnen Getreide durch die arglentinisck^i Komniission nach Europa verschifft worden siiid, fehll es auf 'dem Maikt an weiteren Käufern. 2 V 2 Millionen Tonnen bliebsni übrig und da es gl eichzett ig überall in Argenttnien an BrenU-, Nialerial fehlte, hat man jetzt einen großen Teil des Malzübev^ schusses als Kohlen verbranrtt, mit einem Verlust von 100 Millionen! Dollars am Nationalvermögen. Hakki Pascha f. Berlin, 30. Juli. (WTB. Niichtamtlich.) Der türkische Bot-, schifter'H a k k i P a s cha ist gestern abend nach achttägigem \dytvam Leiden gestorben. Kühlmann Reichstagskandidat? Berlin, 30. Juli. Tie „Vossische Zeitung" und „Berliner Morgenposll' behaupten, es verlaute, der ehernalige StaatssekretL - v. Kühl mann habe sich der Wahlkreisleitung des erftenBer- liner Reichstagswahlkreises für die aus Mitte Oktober angesetzte Ersatzwahl für den verstorbenen Reichs tags Präsidenten Kämpf zur Verfügung gestellt. Ta Dr. v. Kühlnrann bisher, soweit bekannt, keine Beziehungen zur Fortschrittlichen Volks-, Partei unterhielt, so .gibt die Presse die Nachricht »nit allein Vorbehllt wie er. Todes-Anzeige. Gestern mittag gegen 4 Nhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegeruiutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Elisabethe Hinkler acb. Häuser im 71. Lebensjahre, »vas »vir Freunden und Verwandten hierdurch schmerzlich bewegt mitteilen. . Die trauernden Hinterbliebenen: Familie L. Hinkler B. Hinkler Familie K. Hinkler Familie K. Buü Familie G. L. Schmaudt Familie I. Blank Familie G. Buir. Watzenborn, Cöln, Stuttgart, den 30. Juli 1918. Die Beerdigung findet Mittwoch den 31. Juli, nachmittags 3 Uhr. statt. Inhaltsangabe diese ftüchtige Skizze besMießei: »nöge. Darnach beitrilligteri die Liven den Bremische»» Kausleuten an der Düna so viel Boden, als sie mit einer Ochsen haitt zu umgreifen vermöchteir. Groß war aber das Staunen der Liven, als die Deutschen die Haut in feine Riemen zerschnitten und so einen großen Bezirk um- spauitten, denselben, wo jetzt des Baltenlandes Hauptstadt steht. * — Bilde r, die Kassel zurückhaben möchte. AuS Kassel schreibt ein Mttarbeiter einem Hanauer Blatte: Im.Herrenhause hat jüngst .Kultusminister Dr. Schmidt auf eine Anfrage geantwortet, daß die Regierung Schritte unternommen habe, um die Gemälde zurückzuerlmigen, die während der fraiizösischen Fremdherrschaft in Kassel vor mehr als hmidert Jahren geraubt und dann aus Frankreich in die Eremitage nach Petersburg gekommen und. Ueber die Künst»oerke, um die es sich handelt, gingen durch d:e Presse bereits einige Mitteilungen, die jedoch nur zum Teü zutreffend surd. Namentlich wurde die Zahl der geraubten Bilder übertrieben hoch angegeben. Die Kasseler Galerie hat zweimal erheblick>e Einbußeir zu verzeichnen gehabt. 1807 wurden auS ihren Beständen für das Musöe Napoleon m Paris etrva 300 Bilder aus-gewählt", diese sind jedoch mit einigen wenige»: Ausnahmen, für die zum Teil Ersatz geleistet wurde, nach dem zweiten Pariser Frieden im Jahre 1815 zurückgeliefert worden und bilden heute den »oertvollsten Bestandteil der Kasseler Sammlung. Erliebliä>e und dauernde Verluste hatte dagegen die kurfürstliche Galerie 1806 erlitten. Im Oktober jenes Jahres, einige Wochen vor dem Einrticken der Franzosen, ließ der Kurfürst die 48 besten Bilder der Sammlung in sechs Kisteir verpacken, um sie baldigst außer Landes zu schassen. Bedauerlrcherwefie aber blieben sie — angeblich, weil die Hofhaltung sich mtt den ■‘V <<■?■. mmm .gas K-ewnlon KSraiidl (Bellevue). Dicuctt Baue 22. (Uut möblierte Zimmer mit Verpflegung. Bad. Telephon 1083. Mittag-u. Abeudtisch * 71 Am 29. Juli verschied in Samaden, wo er zuversichtlich Heilung von seinem langjährigen Leiden suchte, infolge von Grippe nach kurzem schweren Kampfe im Alter von 18 Jahren mein innigstgeliebtes, jüngstes Kind, unser treuer Bruder, lieber, guter Onkel, Schwager und Neffe Willy Kirch. All die aufopfernde Sorge und Liebe seiner Pflegerin von frühester Jugend an, die auch in seinen letzten Stunden bei ihm war, konnte den Lauf des Schicksals nicht abwenden. In tiefstem Schmerz: Marie Kirch . zugleich im Namen der übrigen Leidtragenden. Gießen (Alicestraße 4), den 30. Juli 1918. Tag der Beisetzung wird nach Ueberführung bekanntgegeben. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. m* Möbl. Zimmer sofort frei 03819 Babnbosstr. 62,11 Ein gr. anm-KI. Zimmer zvm. 03838 Goetbcstr. 5V v Ein MschiHtMnrtt an Schaffnerin per sofort zu verniieten. Zu ersr. in der Geschäslsst. d. Gteh.Anz. 05831 Laden 03811 Frau tttis zu ft. Str. 62. 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