Ar. 1l2 168 . Jahrgang Donnerstag. 25. Zull 1913 <£n »«zeige, erscheint täglich. «u«et v-nntaaS. - Beilagen: •Ufcener ZarnNiMbkMer; Kcetsblett fgi Ica Kreis Gieren. Vezngspreir: nwtcttl. i’it 1.20, viertel- Mfcrftd) m 3.6^; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Dlt. 1.10: durch die Bost Mt. 3.60 viertel» jährt. ausjchl. Bestellq. Fentsprech - Anschlüsse: itlrdieEchi0tle.Niug112 Verlag,Neschä'tsstelleo1 AnschriitsürTratitnach- richtem »nzeiger Kietzen. Postscheckkonto: Zranksurt a.M. 11686 Eeneral-Mzeiger für Oberhesjen vanlverkchr: Sewrrdedank Gießen SwiMngttnnddruü ».Verlag: Srühl'sche Unlv.-Vuch- ».Stelndruderel «.Lange. Schrlstleitnng, Seschästrstelle ».Druckerei: Schulstr.7 cknua^mr von Anzeige« i. die Lagesnumrner bis Zum Nachmittag vorher PM ohnejedeBeibmdlichkeit ▼ Leilenpreije: für örtliche Anzeigen 25Pf.,fur auswärNge 30 Pi., ‘'iir Reklamen Mk. 1.— ; bet Platzvorschrift 20 •/, dlufschlag. Hauptschristleiter: Au^. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feutüewn: Aug. lÄoetz; Stadt uno Lllktd, Beruttschtes u.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzetgenteil: H. Beck; säintltch in Gießen. „Ruhiger Tag" Mischen Soiffoits und Reims. (WDV.) Grobes Hauptquartier. 24. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Lebhafte Artillerittätigkeit nördlich der Lys. bei Arras mw bei Albert. Auf dem Wcstuftr der Avre fürs; der Franzose bei örtlichem Angriff bei und südliche von Mailltz vorübergehend bis an die Avrc vor. Unser Gegenstoß stellte die Lage Mieder her und schlug am Abend aus Mailly und nördlük- davon vorbrechende Tri Angriffe des Gegners zurück. Zwischen Aisne und Marne s tzte der Feind gestern früh nach Heranfüh.ung neuer Divisionen seine Massenangriffe fort. Die Armee des Generalobersten von Boehn brachte den utthrfach wiederl^tten Ansturnl des Feindes völlig zum Scheitern. Franzosen und Amerikaner erlitten wiederum schverste Verluste. Zwisten Ntöyon und Harlennes stürmte der Feind fünfmal vergeblich an. Beiderftits von Viileuwntüirc gewann er uvrüdergchend etrvas Boden. Unser Gegenangriff warf ihn über seine Ausgangslinien hinaus zurück. Dcklc- nwntoire wurde dem in dichten Massen von unserer Artillerie bkfckxosscmm, zurückflu-enden Feinde wieder entrissen. Nördlich; des Ourcq zerschlug unser Verrichtung., euer feindlich^ Angriffe in ihrer Bereitstellung und bei ihrem ersten Ansturm. Panzenrmgm, die unsere Linien durchstiegen, wurden zusarmnengeschossen, Infanterie, die ihnen folgte, wurde im Gegr stost znrückgeworftn. Auch die zwischen Ourcg urrd Diarne künrpftnden Truppen wehrten starke feindliche Angriffe meist schsn vor ihren Linien ab. Von der Höhe nordöstlich) von Aocourt und aus dem Waide von Chalelet warfen wir den Feind im Gegenstost wieder zurück. Am dtachmittagc fanden nur noch Teilkümpft statt-, der Gegner wurde abgewiesen. Südwestlich von Reims dauerten sthwere Kämpft tagsüber an. Zwischen Manie und Ardre stich der Feind nwhr- fach) vergeblich) zu heftigen Teilangriffen vor. Nördlich der Ädve warf der Franzose neben weihen und schwarzen Truppen arvck) Italiener und Engländer in den Kampf. Der Angriff der in der Derieitfteltung wirkstnn getroffenen Italiener kam nur schwach zur Entwicklung und wurde schnell zu- ftm men ge schossen. Auch Franzosen und Engländer wurde n na f) vielfach erbittertem Kamps uud teilweise durch Gegen- WtzL zurüchgefchlaTen. Der Erste Genernlguartienneister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin. 24. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Auf dem Schlachtfelde zwischen Soissons und R e i m s rm ganzen r u h i g e r T a g. Teilkümpft südlich des Ourcg und südwestlich von AcimS. Im Westen ist, wie der amtliche Abendbericht mit- feilt, eine Kampfpause eingetreten, von der wir mit Genugtuung Kenntnis nehmen, denn es steht damit fest, daß Gene- ral Fach mit seiner Gegenoffensive nach furchtbaren Opfern, die nur auf einen Durchbruch berechnet sein konnten, ermattet stecken geblieben ist. Nach unverbürgten Meldungen hat er in Aussicht gestellt, die strategische Zurückdrängung des Feindes habe erst begonnen, sie werde fortan noch ergiebiger in die Erscheinung treten. Warten wir ruhig ab? Bisher hat Hindenburg nur den Brückenkopf südlich der Marne räumen lassen, aber selbst wenn er den angegriffenen Abschnitt zwischen Aisne und Marne auf eine verkürzte Linie zurücknehnlen sollte, so brauchten wir darüber keine ernsten Gesichter zu machen, denn im Zusammenhang der großen Ereignisse und strategischen Pläne würde das keine Niederlage, sondern eher das Ausholen zu neuem, wirksamem Schlage bedeuten. Hermann Stegemann hatte in der Dienstag-Nummer des Berner „Bundes" die Möglichkeit angedeut^t, es könnte Foch gelingen, die deutschen Feldheere zu veranlassen, ihre Front bis zur Beste zurückzulegen. Die Dinge sind inzwischen für uns günstiger verlaufen. Die militärischen Sachverständigen lassen der geschickten kindlichen Gegenwirkung in ihrem Urteil alle Gerechtigkeit widerfahren/ aber keiner verstcigl sich dazu, zu behaupten, daß die Lage für die Franzosen vor Paris nun gerettet sei. Im Berner ,,Bund" wird im einzelnen dargelegt: „Foch hat das Gegenmanöver mit jener Rücksichtslosigkeit in Gang gesetzt, die in solchen Lagen einzig Erfolg verspricht, aber furchtbare Opfer kostet, imb dazu die sorglich gesparten Reserven und die zahlreich herübergäLominenen, im Masstn- angrrft wohl verwendbaren A nr e r i k a n e r aufgeboten. Nun wird G "Esm, die Deutschen in ben: Sack zwischen Marne und Beste ab ^-.quetschen und ihren dabei tunlichst Verluste bei- Mvrrngeu, um zu einem runden operativen Ergebnis zu gelangen. M e D e n t scheu dagegen werden ihm entweder zuvorkommen, «wem sre stich chm entziehen und rasch auf die Beste zurück- gehert, :nn ryre Flanken zu sichern, oder den immerhin sehr gerauungen Briic^ukopf nur zum Teil abbauen und auf eine xjy\m$ von «rußen her sinnen, die vielleicht in der Champagne iyrr: rm icairme Comprögne ctefuitben werden komrte. Daß es chnert mcht gelang^ östlich Reims durchzubrechen, ist ^ ar"* Schlacht von Erttscheidung ^gesrnsen, Athte mEicht zu wenig mit der strate- grsaieN- Fatttative des Gegners gerechnet hat, ans die wir wieder- KÄt hn^esen haben. Auch heute lässt sich der letzte Aus-gmig oer Schlacht noch nicht bestimmen. Doch sei wiederholt, dag es >L. ^vg und Gegenzug zur Verwicklung «gediehene von dem ausgezeichneten Theoretiker Noch als Ba^ille-OpSrattvn" bezeickmetetr DMeerschlacht handelt. r^ wnten hat und in eörzelnen Schlacftakten ^hl auch noch in Herbstschlachten «'r^ fr Bu.uu^dreses westerschütternden Krieges schreitet. Jlac Ausdehnung der schlackst aus die britische Front, wo bis '^6stsa)e Terlangrtffe bei Mcteram in Flandern und bei Dvncl gmeiixt loecheir, liegt im Bereiche der strategischen Wahr- sckieinlichkeü, und zwar hängt sie von bev Aktionssährgkett der wieder zwischen sperrt und Amiens massierten Arrneen Hai^s ab Tie Entwicklung bleibt abzutoarten. Sie ist nach der Ansrorrkuu, des fraitzösisclien Flankenstoßcs an die Gegenmaßnahmen der Deutsä^n gebmtden." . General v. Lieb er t entwickelt bei seiner Krrtrk in der „Tägl. Rundschau" ebenfalls eine große Objektivität, indem er mit folgenden Sätzen in die letzten Utrternehmungen unserer Obersten Heeresleitung hineinleuchtet: „Seit dem 21: März loar die Initiative ganz ausschließlich auf die deutsche Heeresleitung übcrgegangen, jederrnanu war erstaunt, wie die Niasscn des Gegners sich überall mrd dauernd das Gesetz des Handelns vorschreiben ließen und nur oie deutschen Artgriffe abzmoehren bestrebt waren. Diese erfolgten, mnstcrl-aft vorbereitet, mit gläuzrndem Schwung und 'höchster Tatkraft, sie hatten demzufolge rnrmer von neuem besten Erfolg. Dreimal hatte das beiitfcl^e Programm sich bpwähct, dem Gegirer sclsten das Tlerckoerttrögen zu versagen, er verhielt sich dauernd passiv. Aber er hatte ian stillen, scharf be- oöaästet mtd dent deutscl-ett Lehcnreister seine Methode abgelauscht. Als die vierte Ossotrsive emferste, enoaclste er aus seiner Starrheit und griff aktiv in den Dampf ein. Zunäck/st loar er genau berrachrichtigt worden über Tag und Stirnde des deutsctien Angriffs mrd über 'die jür diesen gewählte Frontstrecke. Auf diese Kenntnis der deutsch:u Führcrabsiästeu baute General Foch seüreiv Plaw" Auch v. Liebcrt' stellt das Nichtgelingen des großen, opftrvolten Foch'scheu Llngrisses als das wichtigste Ergebnis hin: /Die Großzügigkeit dieses Planes zwingt auch dem Gegner eine gewisse Bewunderung ab, indessen tritt mit dem Mißlingen desselben auch sofort die hilflose Lage wieder hervor, in der.die große verbündete Armee mit dem Rücken gegen Paris sich befindet." strclbst lvcntr, so urteilt er weiter, die Oberste Heeresleitung es nicht mehr für angezeigt lyaitcn sollte, weitere große Offttlsivunternehmungen in Szene zu setzen, so bleibt ihr ein anderes Mittel zur Vernichtung des Gegners in dem Ausnutzen der mächtigen, überlegenen Artillerie. Da uns täglich die Vernichtung gepredigt wird, so haben wir wohl auch vollauf Recht, die Vernichtung drüben zur Ausführung zu bringen. In Verbindurrg damit darf nvem auch aus den Pariser Är- beiterkongveß verweisen, wo zuni ersten Male ein pazisisti- scher Antrag mit 908 gegen 253 Stimmen dnrchgegangeir ist. Wir verweisen auf die Meldung im Nachrichtenteil. Die Stimnrung in Frankreich ist trotz des Fachscheu Bemühens durchaus nicht glättend, urtd wir müsserr durch urrser Verhalteir in der .Heiurat dafür sorgen, daß dein Feinde nickst ünmer neue Hoffnungen auf unseren innerlicher Zusammenbruck) errvachserr tömum. Der östcrreichFch-ungarlsche Tagesbericht. Wien, 24. Juli. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der i t a l i e n i sch e n F ro n t keine nenitcnswcrwn Kampfhandlungen. Auf dem albanischen Kriegsschauplatz haben unsere braven Truppm die getvaltigen Ansft-engungen des Feindes, unsere Linie im Dewli-Abschuitt zu durchbrechen, durch zähen Widerstand ver itelt. Der Chef des Grrreralstabes. * * * Die Angriffe gegen die Armee v. Boehn. Amtlich. Als ErgänZarng zium heutigen Heeresbericht ist nachstehende Meldung der 7. Arnree zu vervssentlichen: «Bon der Artm^e des Generalobersten von Boehn ging im Gwßen Haugüguartier am Nachmittag des 23. Juli folgende Meldung über die e r f ol g r e i ch e Abwehr des f e i nd 1 i ch e ck Großangriffs am Vormittage ein: Nack) etwa eiustündiger Feuervorbereitung in höchster K'ampf- ieuerstärke gi'.tg der Fcürd auf der ganzen Westfront der Armee zu treuem einheitliche Angriff über. Von starker, ^um Teil neu gruppierter Artillerie -unterstützt, griffen Franzosen, Schwarze und Amerikaner, von zahlveichert Kcrmpfieirchnten begleitet, am Auf k'der ganzen Front wtcrden die mehrfach wiederhvktetr Stürme des Feindes teils vor, teils in den Stellungen, zwn Deck itn Gegenangriffen ab gewiesen. Der einheitliche Großangriff des Vormittags ist zu !ungnnsten des Feindes entschieden. Teil- «angriffe sind rnoch im Gange. Im Einzelnen. Dan gegen den Wschnitt — General von Matter — an- stürmenden weißen und schwarzen Massen gelang es beim erstcm Ansturm ünter Begleitung von bis zu vierzig Tanks zwischen Bu- zstrtey \mb Digny zunächst Boden ya. gewinnen. Bald hinter ihrer vordersten Linie fingen die Divisionen den Angriff auf und schlugen den Feind im Gegenangriff zurück. Vilremon-- 'torue Wurde dem in dichten Mtz?:gen von irrchrer Artillerie beschossenen, Mrückilutenden Feinde nckeder entrissen Bis zu vier Malcnr holte der Feind zu netten Angriffen vergeblich Mts. Das Korps ^hat mehr als seine alte Linie wiedergcmontren. Gin erneuter Feindangriff ist zumert Wieder' nördlich Trgny im E1arl,ge. Zahlreiche zerstörte Tanks läegen hinter der Front. Mit sichtbar grrt liegenden: Vernichtungsfeuer nahm 9lb- llchntcktt —• General von Etzel — gegen 6 Uhr vornnttags den gleickifalls von zahlreiche: TanL be^leitÄen Feindangriff an. Ge- 'MN 8 Uhr vormittags drairgen weife Jnsante>ne- und TankweLett -i>r. Mr Hanptdrt:ck richtete sich gegen die Linien beiderseits Le Plessrer—>Huleu. Der Feckrd wurde abgewiesen. Tanks, die über die große Chaussee hinter der Front' durchgebrochen waren, wurden znsammenges chossen. Auch in Absckmitt — General von Winckker — entwickelten stch sjchchme Kämpfe. Seine DivisiMven schlugen alle Angriffe ab. Höhe t41 mng Vorübevirehend verlöret: utrd wurde durch Gegenangriff wi^er genommen. Int Dorf Armentiöres an der Straße Soiffons—Chüteau-Thierry gelang es dem Feinde, Fuß zu fassen. Gegenangrifft sütd im Gange. Die Divisionen der 2lbschnitte -— General von Sch oeler äntd General von Kathen — schlugen den gleichfalls in großer StäwLe mßt Tanks cmgreifettden Feind ab. Nur im Nordteil de« Chatelod-Lvaldes, in den der Feritd eittdvatrg, sirvd Gegenkänvpfe «noch iw Gange. Sortst hat die ^Kmnr.fftätigkeit hier nachgelassen. , Jagd- und Schlachtflieger wiwden mck Erfolg in den Wnpsen omgesetzt. Die Truppenzugel-örigkest zahlreicher Gefan- jgener wird in her ALMÜMÄdung KMyeDot. Der große Tankangriff zwischen Al-ne und Marne. Berlin, 24. Juli. (WTB.) Die Tanks sollten es, machen. Ungeachtet des Zusammenbruchs der englischen Tcutkwasfe im März und April an der Somme, loo englische Panzerwagen zu Hunderten von den Deutschen zusammen^schossen und erbeutel wurden, setzten auch die Franzosen ck/re hattptsachliche Hosfirung für den ge^ vlartten Durchbruch zwische:: Aisne und Mart:e auf den Röassen- einsatz von Tanks. Tie Franzosen brachten einen ne^uen Typ, einen neuen, schnellausetwen und besonders rvendigen Tank heraus. Am Morget: des 18. Jul: brachen auf der ganzen, Front gwße Tankgeschwader unmittelbar gegen die deutschen Linien vor. Zwischen je zwei Tanks ging eine Gruppe von Lewen mck Flaggen als Tankführer. Sie erzielten zwar am ersten Angrifsslage einen Einbruch in die deutschen Linien, es blieb jedoch trotzdem bei diesem ersten Angriff eine große At:zahl von Tanks auf dem Schlachlfelde liegen. Tie Verluste häuften sich am folgenden Tage. Einen großen Teil von ihnen erledigten bereüs die T a n k a b w e h r g e s ch ü tz e. Eine weitere nicht unerhebliche Zahl setzte die Jnfartterie mir ihren eigenen Waffen außer Gefecht. Aber auch dort, ido den Tan^ der Einbruch in die deutschen Lütien gelang, verlor die deutsch^ Jnfmtterie nicht den 'copf, roedor die alten erfahrenen Tankkämpiar! ans der Cambrai-Sm.acht, noch der inzwischen eingefteltte Ersatz, der zum ersten Male diesen feuerspeiende:: Kantpflvagen gegenüber- stand. Tie Infanterie wich dm: anrollenden Mrnzernxtgen geschickt aus und ließ sie geget: die Infanterie stell ungen mr aitfen, lvo sie dann einer nach dem änderet: erledigt wurden. Auch die Schlachtflieger zeichnetet: sich im Kampfe mck den Tanks aus und warfen, auf 20 bis 30 Meter herabstoßend, wohlgezieckc Bonrben, die mehr als einen Tank atcher Gesechr setzten. Von Soissons bis lstnunter nach Chateau Thicrry liegen Dutzende verbrannter Tanks, zwischen ihnen in dunklen Massen schwarze und weiße Franzose:: und an einzelnen Stellen weiße und auch schwarze Amerikaner, wie sie das deutsche Maschinengervehrfener reihet:weise umlegte. Französischer Bericht vom 23. Juli, 11 Uhr abetrds. Auf beiden Seiten des Ourcg erzielten unsere Truppen im Laufe des Tages befriedigende Ergebnisse, obwohl der Feind, dev neue Reserve:: herangeführt hatte, zähen Widerstand entgegensetzte^ Im Norden des Flusses eroberten mü> überschritten toir Plessier- Hnlleu, erreichten die westlichen Zugänge von Oulchy-la-Ville imt» nahmen das Dorf Montgrn ein. (Die genanttten Punkte lieANll westlich der Straße Soissons—Chateau-Thierry. D. Red.) Im Süden des Omrcq überschritten die frat^ösisch-amerikanischen Truppen die Landstraße von Ehateau-Thierry und schoben ihre Linie inehr als cinet: Kilometer Wecker ösckich vor. Das Dorf Rocourtj gehört im£, ebenso der größere Tcck des Chatelet-Waldes. Arch dem rechten Ufer der Marne verwirklichten wir neue Fortschrnttrj im Norden vom Dcont St. Pörr und von Churtöve, das sud in unserer Hand beftndet. Wir ertoeiterlcn eben falls mtsercn Brückew- kvpf von Jaulgvtrne. An der Front zroisch'n der Manu :md Reims wurden heftige 51'ämpse geliefert hauptsächlich zwischen der Ardvg und VrigtrY. Tie verbündeten Truppen griffen die Stelllmgett des Feindes an und rückten mehr als einen jtzilometer nxüt vor, indem sie dem Feind schtvere Verluste zusügten. Tie brcktlchen Truppen machten 300 Gefangene und nahmen fünf $aru)i:en. Im Norden von Montdidier gestattete uns der örtliche Angriff heute früh Mackly—Naineval, Sauvillers und Aubvillers zu nehnren. 1500 Gefangene wurden eingebracht, darunter 30 Offiziere. * * * * Von den französischen Sozialisten. Bern, 24. Juli (WTB.) Der föderativ: Rat des sozia listischen Seine-Verbandes ist am Sonntag zu einem Kongreß zusammet:getreten und hat zunächst die Frage der „Hu- m-anits" erörtert: Er beschloß die Gewährung eines Zuschuffes von 10000 Franken, damit das Blatt nicht verschlvinden müsse. Ferner wurde die Frage der Kontrattierung von Albett Thomas besprochen und auf Ansuchen von Thomcts selber zur Beschlußfassung an den National rat der Parte:, der atn näck^den S-nnvag stattfrnde.n wird, veriviesen. Sodann wurde zur Abstunmung über die r ^liegenden Anträge, die auch dem National rat vorgelegt werden,' cpeschritten. Der Antrag der Kienthaler .der die Kriegs- kredite verweigert utrü einen sofortigen Friedensschluß Verlar:^. sowie den revolutionären Klassenkampf predigt, erhielt 885 Stimme:: und einet: Delegierten für den Parteitag. Ter Antrag der Minderheck, der gleichfalls die Knegskredite verweigert, falls die Kriegsziele tricht bekat:ntgegeben mtb die Pässe für die inter- natiotrale Sozialistenkonferenz verweigert werden, verlangt die Formnlienntg der Kriegs; icle ans der Grundlage der russi- scheu und Wcksonschen Grundsätze und nach deren Am:ahme durch die Mittelmääste die Auftahme sofortiger Friedensverhatchlun- gen. Der Antrag leh::t jede Intervention in Rttßlartd ab, sofern sie nicht vm: den Bolscheloiki verlmt/st wird. Er erhielt 6049 Stimmen und 10 Delegierte. Der Antrag der Mehrheit heißt die Beteiligung der Sozialisten air der Landesverteidigring gtü urch fordert die sofortige Znsanmrenkunft der Jnlerivationale zur Durck>- führung eines Friedens auf der Grt:ndlage der Wilsonsck-Qt pd-lmdlätze. Er erhielt 2091 Stimn^n und drei Delegierte. Die An- hä gec ie. Richttm: Vr en.s b.ach?n ^stren Zn'atzanttag eck: uub verlangten, daß eine Jncervenlion in Zdußlatw erfolge, da das bolsckFpTil'tische Regime zu verurtecken sei. Dieser Antrag erzielte 1077 Stimmet: und ztvei Delecherte. LLus Ge::f wird dem L. A. berichtet, daß der gestrige Erfolg der Friedensp^artei der französische« Sozialisten enrs! den: Pariser Parteitag eine starke Wirktlng in den Departetnents ausübi Das Bevorstehen d-er allgemeinen SozialistenkvnferenA verspricht« eine dem Pariser Parteitage entsprechende Mehrheit gegeit die Fortsetzung des Krieges. Die KriegSausgaben in Italien. Lugano, 25. Jüli. Laut Agencia Voll« betragen die italienische:: K r i e g s a n s g a b e n , d. h. bie von den Ministerien >des Krieges, der Märine und der Munition in der Zeck vom 1. August 1914 bis 31. RÜai 1918 40 200 Millwuei: gegenüber 3900 Million et: in der letzten gleich langen Perrt>de der Friedenszeit. Die Mehrausgabert bettage:: michin 36 280 Mill. Die Verwickelungen im Osten. K i e tu, 24. Juli. (WTB.) Grusinische Truitpen rücken an idev Mste des S ch tv a r » c n Mi e e r e 5 nach Norden vor. Gudoimt :mü Ga-gct sind geu-vtmnen. Moskau, 22. Juli. (MTB.) „Nass) Wftk" retfÄg« meldet ein Telegranrm' des Borsitzendet: des Jekaterinburger Gediets- rates, daß am 18. Juli eine u n b e k a n n t c Band e den Wohnort der ehemaligen Großfürsten Igor Kvnstanttnoaütsch Konstantit: Klonshapäcklvtpckjch, Jlvan Kvtffdsnlinomckjch und Serval fflberftef llur unfa Wc Großfürsten imgcac&trt ihres oaa>c svrtschleppten. Nachforschungen sind stmide einAeleitet Nach einer.Mitteilung derselben Zeitung von gutunterrich- Veter Seite närd dem Erschemen Kerenskis im Ausland VtiiKdei politische Bedeutung beigelgt. Dian verhält sich zu ihm, Pvamenllich in Frankreich, sehr ablehnend, ebenso iuie zn den «checcm ehemaligen Mitgliedern der Kevonskisclien Regierung. In Fvankrerch ist man geneigt, alle Schuld an der gegenwärtigen Lage in Rußland ihnen znMschieben. In England dagegen sieht man in denr Brcster Frieden auch eine Bedrohung des gesamten Europas uird befürnwrtet die WiDerherstellung Rußlands als eines einheitlichen und starken Staates. Die finnisch-russischen Frieden-Verhandlungen. Helsingfors, 24. Juli. Die Eröffnung der finnisch- russischen Friedens verhandlnn gen ist auf Wunsch der imssischen Delegierten bis zum 29. Juli verschoben worden. Tie finnischen Delegierten.reisten gestern von Helsingfors nach Berlin ab. Tie deutsche-finnische Kommission stellt die Demarka- ttcmÄlnie zwischen Finnland und Rußland an allen Punkten übereinstimmend mit der alten Grenze fest. Die Ernte in Rußland. Mo ska u, 22. Juli. (WTB.) Nazchoffiziellen Angaben Yt m 24 europäischen Gouvernements des jetzigen Groß- rußlands eine befriedigende, zum Teil eine gute Ernte zu erwarten. Nur das Gouvernement Olonetz ist von einer Mißernte bedroht. Dch amtlichen Angaben werden durch die Be richte von Reisenden bestätigt. Die Politik Japan-. ^ Tokio. 24. Juli. Meldung des Reuterschen Bureaus. An eurer So n de r s i tz u n g nahm der Staatsrat unter dem .^orsitz des Kaisers die Maßnahmen der Regierung hinsichtlich Sibiriens an. Die vorläufige Regierung in Wladi- lrvstvk überreichte an die Alliierten eine Note, in der sie um em gemeinsames militärisches Vorgehen ersucht. Die Haltung der Alliierten wird von der Lage in Ost-Sibirien abhängig sein. . Tientsin, 19. Jüli. (Reuter.) In einer gestern im Kriegs-- Minijterium abgehaltenen Sitzung entschied das Kabinett, daß fEylNL an der Intervention in Sibirien teilneh^ men wird. Das Kabinett Huffarek. Wien, 24. Juli. (Korr. Bureau.) Wie wir erfahren, wurde der Geheime Rat Minister a. D., Tr Max Frhr. Hussare- ü ° ^crrP- € * n n JW Ministerpräsidenten ernannt. Mi e n, 24 Juli. (WTB.) Tie Blätter schreiben über Ine Ausnahme des Kvbrnetts des Freiherrn v. H u s s a r e t bei den deutsch-nationalen Parteien-. Tie Dsurtschradckalen, die deutsck-eu. Agrarier, das deutsche Zentrum und ein Teil der deutsch-natio- nalen Partei treten -»für eur das Kabinett H u s s a r e £ nur öaiui zu mNeriLügen, nxnat bestimmte Garantten für die Beibehaltung des deutschen Kurses geboten würden. Dagegen emPfthliM die Mitglieder her deuts,cl>arationalen Vereinigung^ ein ^eil der deutsch-nationalen Partei und der deutschen Agrar- Z»rtei m der gvgenwarrigeu Kriegs-eit und mit Rücklicht aus das BÜAns mit dem Deutsch Reiche das Bndgetprov i j orium und die znieg^tredite bedingungslos zu votieren. Wien, 24 Juli. (WTB.) Tie Blätter berichten über die gestrigen Verhandlungen Hnssareks untren Partei- vettretem, die infolge der widerstrebenden Wünsche und "Forderungen der Parteien vorläufig aus Stttoierigkeiten stoßen. Nach den bisherigen Darlegungen HufsaoekZ gegenüber den Parteiführern ergebe sch svlgendes Programm für sein in Ai^siäst genommenes Kabinett: Unbedingtes Festhalten an dem Parlament. Tas gt^enwärttge Kabinett soll beibehalten und im Herbst von einem Kabmett mit starken: parlamentarischen Einschlag abgelost werden. Em sechsmonatiges )>udgetpro 0 'l>orrum. Später eine ^enimltungs- uns rtttuanz-reform, sowie Verfassungsref-ormen für Böhmen, Galizien und im Süden des Reiches. Tie Verhandlungen sollen heute füTtgcfeijit und morgen zum Abschluß gebracht nagten 29teil, 24. JlUi. (.Korr. Bureau.) Der Polenklub des Abgeordnetenhauses beschloß, das Präsidium des Klubs zu ermächtigen, dem Freihcrrn v. H-ussarek gegenüber zu erklären, der i^lenklub auf Grund der stattgehabten Besprechungen, bereu ja, für em sechsmonatiges BudgetpravisormM zu stimmen. Amerikanische Zensur. _ Washington, 23. Juli. (WTB.) Wilson veröffentlicht eine Proklamation, in der bekannt gegeben wird, daß am 31. Juli die Re g ie r u n g s au fsich t über die ^.Eleg r aphen- und Telep hon kabe l sowie die drahtlosen Systeme für die Dauer des Krieges in Wirksamkeit treten wird. Roosevelt. Neu York, 23. Juli. (WTB.) Meldung des Reuter- ><^7, Bureaus. Roosevelt hat die Annahme der Kandidatur für Die Stelle des Gouverneurs im Staats Neuyork >int der Begründung a b ge le hn t . daß alle seine Bemühungen den Problemen des Krieges und den internationalen Pwblemci, des Friedens, der dem Kriege entsprechen muß und «ußerdem den sozialen und wirtschaftlichen Problemen nach oem .Kriege gewidmet seien. * Amerika und die Türkei. .Washington, 23. Juli. (State.) Im Austraae der tür- .pchen Regierung benaäi-rlchtigte Schweden die Bereinigten, Zi c aten, daß die Türken wegen der Verhaftung des amerika- niscl-en Konsnlatsperfonals und der Zerstörung des amerikanischen Hospitals in Täbris Genugtuung gtSxa werden. Die Behörden in Täbris untersuchten die Auge- «genhett noch. Sin Zentralrat für Leben-mittel in London. Londvn^W Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu c-ums. Tre Vorschläge, die der Konferenz über die Le- Elbe schuf fung vorgelogt worden sind, betreffen. d^Errcchtrmg eines Zen tralrates, der in London seinen, t - dle Mliierten werden darin vertreten sein Der Z weck ist, möglich!t enges Zusammenwirken zu. erreichen, danrtt die Bundesgenossen ^icht schlechter versorgt werden und von den verfügbaren Vvi-räteik ihren vollen Nutzen haben können Errate kommen daher unter Kontrolle. Der Rat wird den ?? verschiedenen Bundesgeilossen, die Frage des Vorranges Ab^ 5 ,Nm»rzfvage iintersudjpt. Mle Lebensmittetvettoalter haben o ausgenvmnum. Näan hofft, daß der zentrale Lebennuttelrat. vor Hoovevs Abreise in Wirksamkeit treten tvirrd ^«^?^EeÜ)ett«ilter haben unbeschränkte Vollmacht, damit die Gitschlusse, die sie fassen, sofort durchgeführt werden können. Errichtung einer österreichischen Genossen srhast-fasse. -et m 4 ' (WTB.) Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht die Regierungsverordnung betreffend die E r r ich- lung einer österreichischen Ge no sse n sch a ft s- kasse zur Forderung des Geldausgleich^s und des .Kredit- Die cjserwssmschaftskass« steht unter staatlrchcr Aufsicht und Leitung und erhält vom Staate eine unkündbare Einlage von 35 Millionen Kronen. Der Seekrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 24. Juli. (WTB. Amtlicht) Auf dem nö rd- lichen Kriegsschauplätze vernichteten unsere Unterseeboote 13 000 Bruttoregistcrtonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Neuyork,' 23. Juli. (WTB.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Sonntag hat ein Unterseeboot bei Kap Cvd einen Schlepper und drei Kohlenkähne beschoss e n u n d v e r sc n k t. Ein Wasserflugzeug ist aufgestie- gen^ um das U-Boot zu vertreiben. Es wurde niemand verletzt. Deutsche Marinrjagdfliegererfolge in Flandern. . Berlin. 24 Juli. Amtlich. Unsere in Flandern initer dem rdeehl von Leutnant zur See Sochenberg sp-hcnden Ma- >^Ü^?bdfI,eger sMsscn in den letzten WoäMl 24 fatai» lche Flu.gz.euM ab imi> errangen damit seit dieses Flie- gerverb^mves, dem 30. April 1917. chrm hundertsten Lustsug Leutnant zur •«« ««Ewberg schoß .seinen 16. «ch 17.. pEna.nl Oilerkamp scmon 16. GLgncr ab. Hervorragend sind a^c bau Erfolg noch bettilrgt der Vizeflugmeister Heinrich und der Flugmaat Zenzes. m , Ter Chef des AdmjraLstiLbs der Marine. Nachdem letzter Zett un WmiralslabsberichL der Leutnant AEnckerg imb Leutnant d. Res. Osteckamp anläßlich 'VT* }? *r u W € F* lobend erwähnt wunden, Vvante der vorsbeheirde Stelle Bericht bm 100. Luftsieg einer Mca-rrnajagdtrilppe melden Ent, prccheiud den Jagdfliegern per Armee an der Luft front sind wiarine) agdflieger über Sce ,md in dem Gebiete der h.pmisp»m ELste .me^Evch eben gerade kein anderes geeignetes Angrisfsobjekt, nachdem ermge Tag evorher der Abschuß englischer Großflng- boote m englischen Gewässern von einer Marineslugzeugstaffel unter Führung des durch andere Heldentaten sckZmi bekannten Oereuttrantslb der Reserve Ehnstianseii gemeldet war. Die Leistunglm der Marinekampsslieger bei der Oeselunter- nehmung und :m Kampfe um die Dardanellen bleiben ebensv unvergeßlich, Nne die jetzigen großen Erfolge in Flandern An- erkennuiia finden. Aus dem Nsiche. Der Reichskanzler und die Durchführung des preußischen Wahlrechts. Berlin, 24. Juli. (WTB.) Zu der Mitteilung des Abgeordneten Scheidemann, der Reichskanzler habe in einer Sonderbesprechung mit chm und dem Abgeordneten Ebert über dre Durchsühruiig des preußischen Wahlrechts ausdrück, Uch l^rvorgehoben, daß der preußische Landtag noch in diesem ^ahre aufgelöst werden würde, bemerkt die „Nordd. Mg Ztg " redaktionell: Die Worte, die hier dem RoiäManzler in den Mund gelegt werben sind entweder mißverständlich oder bern-en «mf erner mißverstanixmen Aeußerung des Kanzlers. Wir glauben nicht, daß Graf Hettling gesagt htt, der preußische Landtag werde noch in dreiem Jchre aufgelöst werden. Der Ministerp.äiident hat vielmehr wiederholt kundgetan, daß die Auflösung des Abgeordnetenhauses erst erfolgen werde, wenn alle versassungs- magigen Msttcl zur Durcl)jührung der königlichen Botschaft und einer entsprcck-endeil Wahlrechtsreform erschöpft worden feien Da d-as Herrenhaus aber sich erst demnächst der Aufgabe zuwenden wird und die Hosffrung besteht, daß dieses Haus zu einem Ergebnis kommen wird, .dem Mich die preußische Staatsregierung zumstimmen in der Lage sein wird, kairn von der drotwcndigkeit oder Gewißheit der Auflösung des Landtags noch in diesem Jahre vorläuffg keine Rede sein. Staatssekretär v. Hintze an die Deutsch-iristk-e Gefellfchaft. Berlin, 24. Julü Anläßlich der Ernennung des Ad- mrrals v. Hintze zum Staatssekretär des Auswärtigen hat die Deutsch-irische Gesellschaft ein Glückwunstl>- telegramm cm den neuen Staatssekretär gerichtet, in dem es u. a. heißt: Das irische Volk, ebenso wie die Völker Aegyptens und Indiens, erblickt in dein endgültigen deutsck)en Siege die Gewähr für senre so lange ersehnte Befreiung vom grausamen unerträglick-en Joch Englands. — Auf dieses Telegramm hat der Staatssekretär erwidert: „Der Deutich-irischen Gesellschaft danke ich für die fteundlichen , nur telegraphisch ausgesprochenen Glückwünsche. Während sich unsere Gegner nur mit Worten über den Schutz der Natio- nalttäten ergehen, hat Deutschland durch die Tat bewiesen, daß fern Daseinskampf und seine Siege der Freiest der Welt dienen und den unterdrückten Völkern zum Heile gereichen Deutschland ist sich bewußt, wieviel für die künftige Sicherung und Erhaltung des Weltfriedens von dem Freiheits- kampf des tapferen Irlands und den iiaLiormlen Bestrebun- gen Indiens und Aegyptens abhängt." v. Hintze. Eine Novelle zur Reform der militärischen Bersorgungs- gefttze. ^ r li n, 25. Juli. Wie die „Tägl. Rundschau" er- slchrt, ist die Novelle zur Reform der militäri- ^^.^?^5^rgungsgesetze fertiggestellt und dürfte demnächst dem Reichstag und Bundesrat zugehen. Dem gleichen Blatt zufolge ist dem preußischen Abgeordnetenhause der Entwurf emes Gesetzes über den Unterstützungs- wo hns ttz zugegangerr. Der Khedive von Mgyptrn in Berlin. Berlin, 25. Juli. Gestern abend hat der StaatssekretLP des ^luswättigen Amtes Herr v. Hintze den Khediven von) Aegypten zu einem BegrüßmlgsMahl geladen. Neben dem Ge- Kbediven nahmen tdi: der türkische Finanzministev T^avid Bey, der Botschaftsrat Edem Bey in Vertretung des leicht erkrankt«: türttia-en Bvt,chafters, ferner Generalmajor Bwfe nebst ermgen höheren ^Offizieren, die BanD>irekboren H. Gutmann ,m8 AlexMider, UrrterftiaatssePretär im Auswärtigen Amt, Frhr. v d BussläfD-Haddenhairsen, die Direktoren im Auswärtigen Sunt Dr Kncge. Dr. Johmnes rmd Dr. Teutelmoser nebst auex Anzahl van anderen Beamten des Ausloärtigen Amtes. Staatssekretär v. Hintze "begrüßte seinen hohen Gast mit herzlick-en, Wort«: und betonte, daß/ es in Teutsä>land Nwhl mfannt lei, mit wclch-r Treue der Khedive vom ersten Augen- blia an zur Lache des Vierbundes gehalten l-aben. Deutschland vertrauern um-rschntterlicher Zuversicht auf sein Reckp, dem das. Deutsche Lchwcwt zum Siege werhelftn werde. In seiner Erwidirum, dautte der Khedive für den herzlichen Wilttomnven. Zwnchenf den Hernchern und Böttern von Deutschland und Aegypten hatten vvn ycher nur die besten Beziehungen bestanden. Tas stgYPtischp Volk b-ue fest auf der verbildeten Waffen Sieg, von dem es d» lFlßbr^Mte Befreiung vom Joch Englands erhofft. Tie Rede klang m cm Hoch auf den Deutschen Kaiser aus. Fliegerangriffe. or X A ^.s.u h e, 23. Juli. Gestern nachmittag griff eine größere Anzahl feindlicher Flugzeuge abermals L)fsenburg an. Durch me abgeworfenen Bomben wurden vier Persorien leicht verletzt. Ein Mann wird verniißt. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, davon ^w Monwg vormittag griffen feindliche Fliegev die Stadt Rottweil mit ^>mbon an. Sie verursachten nnr ge- rmgen Sach- und Häuserschaden. Personen wurden nicht verletzt. Haussuckmngen auf drm Landt'. Ter konservative Reichstagsabgeordnete Dr. R o e s i ck e hat im Reichstage folgende kleine Anfrage eingebracht: ,^Jst dem Herr^ Reichskanzler bekcnrnt, daß aus dem Lande heute in rücksichtslosester Mid schroffster Weise Haussuchungen und Durck/suck-angell von Wohnungen teils durch Organe der Behörden, teils durch Militärpersonen, teils durch besonders von den Behörden bemifttagt- KvMlnissionen erfolgen, deren Vorgehen im Widerspruch zu der gesetzlich feftgelegten Unverletzlichkeit der Wohrrnng und Sici^rnn^ der persönlichen Freiheit steht? Ist der Herr Reichskanzler bereis die weitere Vornahme derarttger Haussuchiingen und Tiirchsuck/un-' gen zu verhindern, bis eine gesetzliche Grnudlage geschaffen durch Ivel che Sicherheiten gewährleistet werden, die mindestens dev Beliimmnngen der S ttafprozdßordnung gleichkommen? «unst nnd wisscnschatt. ™ Dsrmstaöt, 24. Juli. Das Großhe-^ogliche Hoftheater tz Dvrmstlüit verSiftntkicht soeben sein Programm für die neue Spielzeit. Di« Oper wird am 6. September mit einer Neueinstudierung von „ssr^aws Httch-Mp' cwfffwt, mid bereits am 17 September folgt die erste Novität: „Beitrioe und Benedict" von Berlwz. Dann sollen u. a. folgende Wepke .zur Mffühvung ge- lMre.:erii und der Frenide", Btörnchn mtt „Paul Lange und Thora ParsbeN)", Stücklen mit &txa\yc nach Stvmayck>", Sternheiin mit „Bürger Schippt , Hauptmarm mtt „Rose Bernds und Strirrdberg mit „Kame- vadeii genau'!!. Münchner „Sezession". MS München wird uns geschrieben: Ta imter der rauhrm Herr- 'LlM der Knegszett die Münchner „S e z e s s i o n", die seit dem ist, noch keine neue Stätte gefuriden hat, hat der Künstlerbund auch in diesem Sommer die Gastfreundschaft des ^ l n Spruch nehmen müsseii. Nun sind demi die Bilder, Plastiken der Sezessionskünstler im reisten Flügel des Lau! . zu sel>en, das in seinem linken Teile mid im Mittelbau die „Künstlergenossenschaft" mrd die Gruppen behc-rbergt Ter Eitt- dar wir erhaltei^ist nicht der beste Wir vermissen das MSeudliche Feuer, das früher von der in der Sezession gepflegtest morgentlichen Kunst aiiszngehen pflegte. Bewälirte Künstler sehen wir mit guten und reisen Werken vertreten. Auch ein paar Jüngere zeigen sich mit begabteii Leistungen. Aber der Akademisinus, den die Sezessionisten von dereinst bekämpft Habens hat sich nun aiich ^ wre Reihen eingeschlick-cn. Was cliedem als usterhört gegoftnl pat, ist heute Alltag geivordcn. Formel und eine Formclhäufung rst nun das, ivas uns als Sezessionsausstrllnng geboten wird. Im einzelnen sei erwähnt, daß diesmal treue Anhänger serngeblieben sind. Wann vennißte man Stnck, Tier, Hengeler in diesen ^preisen? Aoer mich Corinth, Jäckel habeil diesmal nichts gi'sandt. Aus Wien l>at filst imeder Egon Schiele eingestellt. ?)ttt manckien sehr bun- teii, aber durchaus kunstgeiverblichen „Häuser"-Bilderii mi-d einem iounocrvoll erfaßten Herrenbildnis von letzter Diskretion der Farbe, wohl eiiiem der besten Bilder der Ausstellung überhaupt. Scharf charakterisierte Eber den Schauspieler Beneckeiidorf, mrd Bau in- ga rtu er, sonst als Negermaler hervorragend, hob sein Malerportrat mit sicherer Kontrastwirklmg aus hellem Hintergrmide. Daß Samberger, der Altmeister der Kiiuft des Herrenbildnisse-', rn nngebrockiener Klm st Reifes schafft, beweisen eine Reil)« seiner psyclwlogisch sickier erfassenden, ausdrucksstarken Arbeiten. Da^ -oilh Bethmann-Hollwegs, das fürs Reick-stagsgebäude bestimmt K sei besonders envälyit. H a-b e r m a n n s Kunst der körperlichen Plastik und die starkeil Reize seiner fasziniereniden kolorrstisck-en Er- fniduiigen zeigen sich in einigen Attest, Halbaffen und F-rauenbild- mssen. Ter gleiche, Stoff ist F e hrs Spezialgebiet. Aber: er, Zanks Schmer rmd Nachsahre Trübiiers, zeigt die Frau von der mondänen Seite. A. v. Kellers Arbeiten bleiben im Niedlichen steckeil Hier wirb Kunst nicht zu hohem Gleichnis. Leo Putz, ein Meister im Frnlrck)ltPorträt, suchte in einer sresfenhaften ZVomposition .Pa- mff'ohne rechtes Glück moiiumentale Wirkung. Aber: das Bild zerfallt, mag eS auch tnt einzelneii sehr gute Aialerei sein. Auch ^ S ger-Lreri z ist in seinem Streben nach Moriu-ineittalität nicht immer glücklich. Ein riesiges Kriegsbild scheint mrgeschlossen Die deutsche Zaserstofsindustrie. Gießen, 24. Juli. Gestern abend hatte man Gelegenheit, einen Vortrag über ein sehr aktuelles Thema zu hören: Herr Lcutn. Tr. Krümmer vom Kriegsamt in Frankfurt a. M. sprach über die Entwicffimg der deutschen'Fase rin du strie. Bekanntlich war die Abhängigkeit der deutschen Textilindustrie von ausländisckien Rohstoffen vor dem Kriege eine ganz erwrme. Mit Ausbruch des Krieges fiel natürlich die Einfuh r dieser Stoffe fort. Notgedrungen mußte man und willkürlich, ein anderes: Greise, die dem Tode entgegen sinnen,' zeigt starke Beeinflussmrg durch Hodler. Sehr gereift erscheütt Julius Hüther, der auSgesprock-cner Hodler-Sckn'ller ist. Seine neuen Werke: Figürliche Stimmmigssymboliken sind groß im Ausdruck und edel im harmonischen Auflmu. — Zwei Altmeister der Landschastsutalcrei sind mit Sonde raus stell ungen vertreten) Toni v. Stadler, der vor kurzem verstorbene Maler, und Bernhard Butt er sack, dessen 60. Geburtstag man ehren wollte Zahl- reiche Bilder beider (in ihrer .Kunst verwandten) Meister spreäwni von reichem Können. Beide sind Landschafter im Sinne Hans Thomas. Ihre Arbeiten zeigen den Karten, vorsiaisttgön Pinsel der Malerei Atmo 70 und 80. Jmpoessi-onistisch aufgefasste NaturbiloeL sehen mir von Pietz s ch, Bürg e r s, Philipp F r a n k, der be- ionders durch ein frisches, koloristisch starkes Hasenbild aussällt, von Bürkj Bauriedc, dem sehr dekorativen. scl>as senden Virtuosen im Gebrauch' voll Weiß mid Blau, von Bracke! u. a, Reis e r zeigt wieder seine Schneebilder und Bauerithäuser, die guter Wandschmuc. sind. Tie Wc'rkc von Wolff-Filseck mid W i n t e r n i tz sind wieder gut geglückte Versuche starker Sonnen- malcrei. * Aufbruch der^ireuen Spitzbergen-ForsckM ng. Vor kurzem wurde aus, Stockholm berichtet, daß eine neue wisseiu. schrftliche Erforschung Spitzbergens geplant sei, die lMiptsächlich den Phosphorlagern Spitzbergens gelten solltt'. Schneller, als zu ver- umteii war, such die Vorarbeiten dieser Forschingsirise bewältigt worden: noch m diesem Aüonat wird die neue Spiobergeii-For-, schungsreise begonnen werden. Ter Danrpftr „Sionnnaen", dev den Bergingenieur Brraer Jvhmrsson imd eine Akeihe writnx-ö Forscher, im ganzen zwischen 10 und 20. nach Spitzbecgeii brin.nmj soll, liegt schon bereit mid wird gegenwärtig beladen. Nur di-e Beschaffwig der nottgen Lebensmittel scheint gewisse doch nickt allzu erhebliche ^Mierigteiten $u »nfu&tt, mS obcheinnfchen ©Soffen Ersatz zu schaffen, und diese Versuche führten zur Entwicklung der Faserstosfindustt-ie, die innerhalb zweier Jahre einen großartigen Aufschwung genommen und Eriolae zu verzeichnen hat, die denen der Cliemie alnchstehen. Man nahm zunächst als Ersatz die heimischen Faserpflanzen, tvie Flachs, Hanf, Torf u. a. m., und machte mit ihnen recht gute Erfahrungen. Indes war man bald gezwungen, gangbarere Wvge ZU suchen, und man fand einen solchen, indem man das inDeutsch- land in reichem Maße vorhandene Holz der Textilindustrie nutzbar machte. Damit Iiatte man die Frage der Rohstoffbeschafsung> gelöst und man stand nun vor dem Problem, ein geeignetes Verfahren zur Verarbeitung des stiohstosses zu finden. Auch mesci Schnnerigkeit wurde glänzend gelöst. Zwar waren die ersten Produkte grob und nur zu Saudsäcken verrvendbar, aber das Verfahren wurde immer vollkommener, so daß man aus den neusten Produkten bereits Blusen und ähnliche Kleidungsstücke machen kann. Erst Sandsack-, dann Blusenstoff! Tiefe beiden Entwick- lungs paukte zeigen dbn überaus raschen Fortgang und die Vervollkommnung der neuen Industrie, die, wie der Redner mit Recht l)erve>rhob, zu den kühnsten Hoffnungen berechtigt. Allerdings sind che Preise für die Produkte noch ziemlich hoch, aber auch dieter Mangel wird verschwinden, wenn die neuen Faserstoffe in den Handel kommen Es gilt zunächst, die Erzeilgnisse der neuen Industrie bekanntzumachcn. Die Messen von BrcAlau und Leipzig sowie die Faserstofsausstellimgen von Berlin uiid Düsseldorf haben dies bereits getan, und die geplante Verkaufs)'ck>cnl in Frankfurt am Main wird dem gleichen Zweck dienen. Sind die Faserstoffe auf dem Markte heimisch geworden, so kann man sie als Exportartikel für den Osten vertvenden. Wichtig ist vor allem, daß Nur uns von den Rohstoffen des Auslmrdes frei macken, denn aus diese werden wir nach dem Kriege nicht reckmen können. Das Barnn wolleland Amerika ist derartig verhetzt gegen Deutschland, daß auf Rohstofflieferimg nicht zu zählen ist, zumal auch die Baumwolle-Preise sehr hoch sind. Indien hat neuerdings »einen Export nach dem Osten (Japan) geleitet, so daß nach dein -istiege sogar Englcnid mir mit Mühe seinen Bedarf an Rohstofferi , ul- die Textilindustrie decken kann. Sodann sind die Preise für die Rohstoffe derartig teuer, daß wir kaum aus nennenswerten Rohstosf-Jntporl hoffen dürfen. ^ . Ikrnmi fdjenfen nur am besten der deutschen Faserstoffindustrie unser Vertrauen, das sie auch voll und ganz verdient. Jedermann ist in der Lage an der Vervollkommnung dieser Industrie mitzu- arbeiten Er hat die Pflicht, Mangel der Produkte anzngcben,, denn dadurch trägt er zur Verbesserung der Verfahren bei. Ohne Zweifel ist der Faser ftoffindnsttie eine große Zukunft schieden. Drei Vorteile sind es, die besonders in die Augen springen: Wir machen uns unabhängig von den ausländisch)«! R ohstoffen, sparen Geld und setzen unsre aus dem Felde heftn- !ohrenden Textilarbeiter, die ja einen großen Prozentsatz der gesamten Arbeitersckmft ausmackien, in die Lage, sofort ihre alte Beschäftigung wieder aufnelmien zu können. Beachtenswert ist auch, daß die Stoffe bezugsscheinfrei sind und daß, wie Nur hören, auch mit einer baldig«: Herabsetzung der Preise zu rechnen ist, so daß die Fabrikate den weitesten Kreisern zugängig gemacht werden können. Dre Ausführuiigeil des Redners sowie die zur Ansicht aufgelegten Proben von Faserstoffen erregten in hohem Maße das Interesse der zahlreich ersckftenenLN Zuhörerschaft, die reichen Bei- s ckll spendete. __ Aus Stcidt und Cand. Gießen, den 25. Juli 1918. m Amtliche Personal na chricht en. Ter Großher^og hat am "20 Juli dem Oberlehrer am Lehrerseminar Prosefto-v Friedrich Maerz M Alzey anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand vom 1. Oktober 1918 ab die Krone zum Ritterkreuz l Klasse deS Verdienstordens Phliipps des Großmütigen verliehen. Irl den Ruhestand versetzt wurde am 13. Juli der Lehrer n der Volksschule zu Biblis, Kreis Bensheim. Heinrich Wagner auf san Nachquchen wegen geschwächter Gesundheit vom 1. Ok- ;o 'fr 1918 an ___ ** Das Großh Hess. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10, ausgegeben Karnistadt, den 24. Juli 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Oessentlick^ Anerkennnng. (■&. 97.) — 2. Bekannt- mackmng, die für das Rockistuingsjalm 1918 zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Relßiioiisgeineiiide Mainz zu erhebendem K'iilvissteuern betreffend. (S. 97.) — 3. Uebersicht der für das Jahr 1917 genehmigten Umla^r zur Bestreitmig der Bedürfnisse der israelitischen Relrgimisgenwinde Alz«) nlit Albig und Bermers-r l)enn. (S. 98.) — 4. Ueversicht der erforderlichen Kultussteuern z:rr Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgeniein- oen in beit Landgenieinden des Kreises Äcarnz für das Kaleiider-i fahr 1918. (S. 98.) — 5. Rmnensveräirdermrgen. (S. 99.) — 6. Erhebung in den Fveiherrnstaiid. (S. 99.) — 7. Verleihung des erbl.ick-en dldclsstandes. (S. 99.) — 8. Ordensverleihungen. (S. 99.) — 9. Ernrächtigung zur Annahme uiid zum Tragen fremder Orden. (S. 101.) — 10. Eharatteverteilimgen. (S. 101.) — 11. Zulassung zur Rechtsawoalrschiaft. (S. 102.) — 12. Tienstnach- richten. (S. 102.) — 13. Ruchesmndsversetzungen. (S. 104.) Starkcnburg und Nlicinhesscn. D.Z. Darmstadt, 24. Juli. Der Schutzverein für «entlassene Gefangene tagte gestern unter dem Vorsitz des Generalstaatsanwalts Geheimerat Dr. Preetorius im neuen Jiistrzgebäude in Darmstadt:i cs 'waren zahlreiche Vertreter von Behörden, insbesondere der Jvstiz, Geistlick)e Lehrer und ^andere Iugeichevzieher ans allen Landesteilen erschienen. Rach der Begrüchmg gab der Vorl'itzende einen Ueberblick über die ans- gedehnte Vereinstäligkeit aus den verschiedenen Gebieten und dev. hauptsächlichsten Vereinsziele, die besonders in der Vvrhinde-» rivig von Rückfällen rmd Hinüberleiten in eine geordnete LebenK- weise in Mlstäiidiger Gesellschaft liegen. Aus der bekannt^' gegebenen Statistik ist bedauerlicherweise eine anßerordeiit- liche Zunahme der jugendlichen Verbrecher sestziistellen. Um hier Abhilfe zu sckwfsen und recht baldige Besserung herbei zu führen, müssen Jugeiiderzielier, Geistlickie und alle in Frage kommenden Personen und Körperschaften, inslvsondere aber der Verein für Jugendschntz, noch mehr wie seither in der Sache tätig sein, und der Verein ninß noch mehr ausgebaut werden. Es muß mit allen Mitteln urid großer Energie vorgegangcn werden. An dev anschließenden lebhaften Aussprache beteiligten sich u. a. Pfarrer Blum-Gernsheim, Pfarrer Gerhard-Griesheim rmd Landgerichtspräsident Theobald, der auch lebhaft für eitle Erweiterung der E>e- biete der hervorragenden Tätigkeit des Jngendschntzvevems ein- trat. Nach Tankesworten des Präsidenten Tl)eobald an die opferfreudige Tätigkeit des Vorstandes, insbesondere des Vorsitzenden^ wurde die anregende Versammlung geschlossen. Hesscn Nassau. ** Frankfurt a. M., 24. Juli, f$rt der Zeit vom 23 September bis 5. Oktober 1918 soll in Frankfurt a. M. ein 1 tägiger Ausbilduugslchrgang in der Wohnungsfürsorge imd Wohnungsvflege sbatlfinden. Ausführliche Programme sind vom LÄohlsahrl-samt in Frankfurt a. M., Saalgasse 31, zu beziehen. Dorthin sind auch Anmeldungen zur Teilnahnte an dem Lehrgang zu richten. ][ Kirchhain , 24. Juli. Das Landvatsamt macht bekannt, daß Won [beit Frühkartoffeln jeder Züchter auf den Kopf seines Haushaltes rmr IV» Pfund las zum 15. Septeinber täglich gerechnet behalten darf. Die ganze übrige Ernt e wird beschlagnahmt. Gerichtrsaal. --- Höchst a .M^ 24 .Juli. Während andere Sterbliche MWsirnd Wurst, d. h. wenn's gut geht, jetzt in 15 Wochen zu verzehren haben, erhielt der bei der hiesigen Kreissleischstellc beschäftigte wohlhabende Metzgernreister Heinrich Krebs von hier zuinl 'Frühstück 'und Mittagessen täglich 1% Pfund Wurst und außerdem noch. 7 Mark. Das hinderte ihn aber nicht, in bex Wurstmacherei in ausgedehnter Weise Wurst zu stehlen und fortzu- sck>affeu. Im Juli vorigen Jahres ftmrbe festgestellt, daß Krebs abermals eircen ganz«: Sack voller Würste den: imhe dem -L>chlachid- l)ofe tvobneiidcn AltWidler Goldner übergeben hatte, der sie ihm in die Wohnung bringen sollte. Zur Ausführung seiner Diebstähle wählte den i^schäftSbetrieb begann. In der heurigen VdEmgerithk»«- hcrndlung bezeichnete der Ämtsanwalt das Gebaren des Krebs, der trotz seiner täglichen Sondersleisäitzulage noch stahl, al4 schnbd« Habgier und beantragte gegen den Anseklagten 6 Monat Gc- fängiiis. Der Verteidiger suchte seinen Klienten damit zu entschuldigen, daß die Metzger doch das viele Fleisch- und Wursd- essen gewohnt seien und daß Krebs wohl jedenfalls mit den IV, Pfund nicht gereickK habe, so daß er sich an den Vorräten! vergreifen mußte. Das Gericht verurteilte Krebs schließlich zu zn*ei Moniaten Gefängnis uno seüien Helfershelfer Goldner Zu äMci Wochen Gefängnis. Das Urteil fiel doSl-alb so mild ans, weil dem Angeklagten weitere Diebstähle nicht nach^ewicsen werden konnten. — Aon großem Interesse war auch die Mitteilung eines Zeugen, daß noch heute die in der Kreisfleischstclle beschäftigten Metzger täglich IV, Pfund Wurst zum Frühstück und Mittagessen erl-alten. Lingesanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttket übernimmt die Redaktion dem Pichlikum gegenüber keinerte- kersmwortuag.) Gießen, den 2b. Juki. Seit dem 22. d. M. ifh die Haltestelle der elektrischen Straßenbahn, Marburger Straße 25, aufgv- l-ol'en. Diese Maßnahme I>at den lebhaftesten und berechtigtste Widerspruch sowohl der beteiligten Bewol-ner der Marburger- und Bückingstvaße, als cru-ck- der in diesem Stadtteil verkehrenden zahl- reickxeu Geschäftsleute erregt. Z»visck-en Walltor und Wiesecker Weg ist hiermit auf der nahezu 1000 Schritt langen Strecke die einrige Haltestelle beseittgt, die von den zahlreickZen Interessenten bei allen Fahrten als Ern- und Alissbeigeslelle ständig benutzt wurde. Jeder Wägerisührer kann dies und damit die und Notwendigkeit dieser Haltestelle bestätigen. — Grund und Zweck ba Aushebung sind in der öffentlichen Bekanntmaching nicht rnitgeteilt worden. Werm aber Haltestellen aufgehoben werden sollen, dann, dürsten .doch) weniger wichtige, z. B. Sonnenstraße, Krcu-platz, Ecke Neustadt und Bahrihoffttaßc, AcMstvaße und andere, zu- nächst in Frage kommen. — Viele Ki-iaasbcs ck-Aügte, Hi Ge> schäftsgänige nach den Zigarrenfabriken und sonstigen Geschäften in der Marburger Straße unternehmen müssen, enchfinden di« Beseitigung dieser Haltestelle als störende und erschwerende Be- liaickteilignng. Much -Aerzte, Tepescheriboben, Eilbote!» usw. werden m der Beschleunigung ihrer Besuche und in der Erledigung i hrer Aufträge gehindert. Es darf ettvartet werden, daß unter Würdb' gnng der vorstehenden Ausführungen die maßgchwtdvn Stellen in eine Prüfung der Angelegenheft eintreten. Hans Horst. Briefkasten der Redaktion. (Nnouyme Anfragen bleiben unberücksichttgt.» L. v. herchenhain. Wir empfehlen Ihnen, sich unter Darkqxmg der Verhältnisse an die Kommandantur d«S Kriegsgefangenen^ lagers in Wetzlar zu weiiden. Meteörorogische' veobachtungen der Station Gletzei Juli ]SJ8 u 2-01 sll « 8 6 5 j, 2 3 is a c» r n l .3 •» S a> 11 eo 3 ! V ‘a 3 1*1 ?!i| \*i%l »4 «kOn 24. 24. 25. 2» 5 = >Schs te Dem 22.6 10,1 10,9 peratu, 9,8 1 13 9 12,7 am 48 72 92 24. U 1 25. « fult 7 10 9 1918 Tags wechselnd bewölkt, nachts wolk.,morg.ReH ---^-0. 16,0* Niedrigste „ ..... ISIS - + 0. 13.1' Niederschlag 1,7 mm._ . Vnkiil itt 6 i 8 ,irt( eott fiitUi«. llis«. Wir erfüllen hiermit die traurige Pfltchl, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kollegen, Vorstandsmitglied Hermann Otto geziemend in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 25. Juli 1918. Die Beerdigung findet Freitag den 26. Juli, nachmittags 4 Uhr statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Wir erfüllen hiermit die traurige Pfiicht, & unsere Miralieder von dem Ableben unseres lieben Mitgliedes Herrn herm. Otto geziemend tu Kenntnis zu setzen. ..... Der Vorstand der Vereins Amicitia. Die Beerdigung findet Areitag den 26. Juli, M nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Gestern nachmittag 3 Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter 5rau Christine Büttner geb. Pfeffer im Aller von 37 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: wich. v. Büttner, Maurermeister. Gießen, Schiffend. Weg 67,den25. Juli 1918. Die Beerdigung findet Samstag nachm 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus, statt. 5557 IiackingrRtraße 1 3 Zimmer Mans.»Wohng. gn ruhige Leute per sofort zu vermieten. 5351 Rinn, Ost-Anlage 1L Schön möbl. Zimmer zu verm. Wo? fa it die Geschäfts» stelle des Gieh. Anzeigers. Grmntl. Zimmer an Geschäftsdame od. Fräl,> lein z. verm. Schrifll Angeb. unter 03691 an den Gieß. Anz. Eitles ra.Ws^taang zu verm. 03508 Frankfurter Ttr. 62. von kinderlosem Ehepaar zum 1. Okt. gesucht. Angeb. unt er 9364! a n de n Gieß Anz. Ehepaar ohne Kinder sucht mSblierte S —3-Zimmer» Wodnung mit Küche oder Kochgelegenbeit. 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Die trauernden Hinterbliebenen: Carl Gerlach und Familie Ludwig Becker Ww. Lollar, den 23. Juli 1918. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 4 Uhr statt. 03689 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hin scheiden unserer innigstgeliebten, unvergeßlichen Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Ida Schmidt sowie für die zahlreichen Blumen- und Kranzspenden sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Grossü. Obersteiger Schmidt u. Familie. Weckesheim, den 23. Juli 1918. MSfl Todes-Anzeige. .. , Freunden, Verwandten und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung daß un««rp liebe Schwester, Schwägerin und Tante gl * unsere Elisabethe Schmidt nach läugerem Leiden gestern nachmittag V«3 Uhr im Alter von naheiu 57 Jahren sankt dem Herrn entschlafen Ut Die trauernden Angehörigen: Familie Ludwig Schmidt XX. Familie Jacob Schmidt Familie tteorg Schmidt Ernst Schmidt, z. Z. im Felde, o. Familie Familie Kaspar Stork. Kodheim a. d. Bieber, Braunschweig und im Felde, den 24. Juli 1918. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittag 2 1 /* tJhr, statt. Ml Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Familie Harnisch Familie Stftnfenberg. Watzenborn, Wasenberg, den 23. Juli 1918. OffiOS Nr \U Swetter Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesjen) Dsuuerstag, 25. Zuli (9(8 .. .w3--ne.-,- ,■->.■»»».«■..n« nrm7V j T . l . T . rii1 * mmr anww-h *_ .■ .,,,. .. Aus SL^dL und Land, Größen, den 25. Juli 1918. ** K ä se - Ver t ei l u n g. Von Freitag den 26. bis Dienstag Heu 30. Juli einschließlich gelangt in zwölf Geschäften Käse zur Verteilung. Liehe Anzeigenteil. ** Dieb st ah l. In bn Nacht zum 23. b. M. wurde aus- der Veterinär-Klinik unter erschwerenden Umständen ein ketten- loses Fahrrad, Marke „Durrlöp", mit schwarzem' Rahmen bau, gelben Felgen, schwarzen Zelluloidgrissen und der Pvlrzeinummer schwarz 0. 314 enttveudet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizc'i entgegen. ** Bon der Eisenbahn. In der Bekanntmachung der Kgl. Eisenb .»-Direktion Frankfurt a. M.,.' Nr. 170 des Gießener Anzeigers vom 23. Juli d. I., ist ein Fehler unterlaufen: Der zweite Satz muß lauten: Sein Gegenzug D 126 wird erstmalig am '25. Juli von Berlin Fr. Str. um 7.00 nach m. ab gelassen und wie folgt befördert werden: Gießen an am 26. Juli 5.16 v o r m., ab 5.36 vorm., Coblenz an 7.55 vor m. , ab 8.10 b o r m. , Trier an 10.37 vorm. ** Vorsicht bei Eisenbahnfahrten. Gestern mit dem Mittagszuge fuhren ans der Richtung Fulda der etwa neunjährige Knabe und das 2 Jahre ältere Schwesterchen, Kinder der Witwe Bernges. in dem letzten 4.-Klasse-Wagen des Zuges heimwärts. Das Abteil war vollgepfropft, so daß die Kinder unmittelbar an der Tür des Wageits stehen mußten. Der Knabe hat sich wohl an dem Türdrücker gehalten, dieser gab nach und in voller Fahrt, etwa bei Hehligenstaedts Fabrik, flog die Tür des Wagens auf. 'Der Knabe stürzte MM Zuge hinaus und fand dabei seinen Tod. Das Schwesterchen'wäre immittelbar hinterhergestürzt, wenn nicht ein Mitreisender das Kind zurückgerrssen hätte. Die bedauerns-- werte Mutter des Verunglückte ist die Lanffrau Bernges im Katholischen. Vereinshaus. ** Beglaubigung der Unterschriften und Abgabe einer Lebens- oder W'itwens chaftsbeschei-, nigung bei monatlichen Zahlungetn an Rentenempfänger aus der In validen - und Hinterbliebe n e n V e r s i ch e r u n g. Zum Zwecke (der gebotenen Entlaftllng der Gemeinde-Pvli'Z'eibehörden usw. ist von dem Reichsversicherungsamt tu Berlin durch Runderlaß vom 7. Juni 1918 versuchsweise an geordnet worden, daß bei allen Renten guittnngen über monatliche Zahlungen nur einmal alle Viertelj ahre eine Beglaubigung der Unterschriften, eine Lebens- oder Witwen- schoftsbesckeimgimg gefordert werden darf, und zwar für den letzten Monat eines jeden Vierteljahres. Das Verfahren tritt vom 1. Juli 1918 ab in Kraft. Das Gleiche gilt von der die Beglaubigung ersetzenden Stempelung der Quittungen über Zulagen zu den Invalidenrenten und Witwenrenten. Tie Renten-, empfängcr haben daher nicht Mehr nötig, ihre Quittungen jeden Monat dein zur Beglaubigung berechtigten Beamten zur Amtshandlung r.-.zuiegen, sondern es hat dies nur viermal im Jührg alfojrc ietzte-.i stonat eines jeden Kalendervierteljahres (1. März, l. Juni, 1. September und 1. Dezember), zu geschehen. Kreis Schotten. § Hercheu hain, 24. Juli. Auf dem Felde der Ehre fiel der Wehrmann Otto Ho f man n. Er war im Besitze des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapserkeitsmedaille. Bia d Salzschlirf, 24. Juli. In der Nähe des Bahn- kiosS geriet in einchn GüterMge ein Heu wagen in Brand. Der 'Ing wurde schleunigst nach hier zurückgeführt und abgeköscht, ehe die benachbarten Wagen von den Flammen ergriffen werden konnten. Kreis Wetzlar. = Wetzlar, 24. Juli. Ein ungenannter Bürger übereignere der Stadt eine Stiftung von 9000 Mark, aus deren Zinsen teils' -kranken evangelischen Kindern die Mittel zu einer Kur gewährt und teils bedürftige Leute über ✓O Jahve ohne Unterschied dep Konfession unterstützt werden sollen. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 24. Juli. Professor Dr. Wilhelm Weber von der hiesigen Universität hat einen Ruf auf die durch den Weggang des Professors Kornemcmn nach Breslau erledigte/ Professur für alte Geschichte an der Universität Tübingen erhalten. Pros. Weber, der 1882 in Heidelberg gelwren wurde, bekleidet seit 1916 die außerordentliche Professur für alte Geschichte an der Universität Frankfurt.. Seine Sonderfächer sind Hellenismus, römische Kaiserzeit und antike Religionsgeschichte. X Hanau, 24. Juli. Interessant ist ein Schreiben, das die Würzburger BczirksobWelle als Antwort auf das Ersuchen um Belieferung mit Heidelbeeren, an die Stadt Hanau gerichtet hat. In der Sitzung der städtischen Notstandskonrmission ist das Schreiben .zur Verlesung gebracht worden. ' Es lautet: „Ihre Belieferung mit Heidelbeeren ist ans dem Grunde nicht wie gewünscht möglich, weil Fvmikfnrter und Hanauer Perbrauchlgr unsere Erzeugungsgebiede int Spessart dauernd überschwemmen, .in den Wäldern bettächtlichen Schaden anrichten und die Er- fassungsmöglichikeit durch! Unsere Erfassungsstellen derart erschweren, daß wir nicht i mstand e sind, auch nur annähernd den Ntotbedarf der fränkischen KomMunalverbände zu decken. Wenn die Städte Hanau und Frankfurt diesem Hamsterwesen nicht zu steuern vernrögen und die Bevölkerung sich^ schwarz, zium Teil unter wesentlicher Ueberschreituug des Höchstpreises, versorgt, dann ist jede Belieferung inr Wiege der öffentlichen Versorgung unmöglich, zum Schaden derjenigen, die davon absehen, im Wege, uner-, laubter Selbsthilfe sich einzudecken." Ger'schtssasrl. Fveisprochpng Prof. Henkels. Jena, 24. Juli. In dem Disziplinär -rozeß gegen den Prof. Dr. Max Henkel, dem Leiter der Universitäts- srauenklinik in Jena, ist heute mittag das Urteil verkündet worden. Es lautet auf Aufhebung des Urteils der ersten Instanz. Der Beschuldigte wird frei ge sp rochen. Die baren Auslagen des Verfahrens fallen der grvßherzoglichen Staatskasse zur Last. verniifchteA. * Der „anständige" Mord. In einem Kreise, der der englische Regierung nahe stxhl, erzählte kürzlich, wie ein französische Zeitschrift berichtet, jemmrd die Gesuchte vom Grafen Leicester: In dem Augenblick, wo die Minister der Königin Elisabech wickllich überzeugt waren, daß sie ihrer eifersüchtigen und grausamen Herrscherin einen Gefallen .damit erwiesen, wenn sie ihr den Dod der Maria Stuart als unbedingt notwendig für ihre eigene Ruhe wie für die ihrer Untertanen hinstellten, suchte der Graf Leicester, der durchlaus nicht gewissenhafter oder weniger grausam, wohl aber feiner in seinen Mitteln und politisches war, die Königin auf, und beschwor sie, doch! ja nicht eine Tat zu wagen, deren Ruchlosigkeit auf sie zurückfall-äi konnte, weil sie für die Majestät aller gekrönt«! Häupter gefährlich war. „Aber, wie kann ich Mich dann ihrer entledigen?" ries die unversöhnliche Elisabeth ärgerlich aus. „Indem Sie ihren Tod anständig herbei- führen," erwiderte der Höfling. „Anständig?" sagte die Königin verwundert. „Indem Sie ihr einen ApotHeber und nicht eineirj Henker schicken," erllärte der Loch . . Elisabeth soll es eines Tages bitter bereut haben, daß sie diesen Rat nicht befolgt hat. Aber was mag sich die ftanzösische Zeitschrift dabei gedacht haben, als sie diese Geschichte zur Kennzeichnung der lieben Bundesgenossen gerade jetzt erzählte? * Pariser Amulette gegen deutsche Bomben. Tie Schrecken und Gefahren der deutschen Fliegerangriffe und der deutschen Fernbeschießung haben nicht nur eine Massenflucht der wohlhabenden Pariser aus der Seinestadt zur Folge gehabt, sonderu sie haben auch eine neue Industrie hervorgerufen, die ein vollgültiges Zeugnis für die A engste der Pariser abgibt, lleberall in Paris .jverden gegenwärtig Talismane feilgehalten, die eine schützende Zauberkraft gegen die Granaten der deutschen Ferngeschütze, die Bomben der Flieger entwickeln sollen, und sie werdenj besonders von Frauen eifrigst gekauft. Es sind die wunderlichsten Puppen und Attrappen, die man sich denken kann. Wie maN äus einer Abbildung verschiedener dieser Talismane in „J'aivu" ersieht, sind sie zuin Teil dem Kinderspiel zeug nachtzebildet und sehen aus wie Hampelmänner. Doch auch zu Tierbildern nimmt man seine Zuflucht, und die ,,AMi-Gotha-Katze"' erfreut sich besondswri Beliebtheit als Schutz gegen die bösen deutschen Llieger. Letzte Der» neneste Bericht der L^eeresleLtung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 25. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kro nprinz Rupprech t. Zwischen Bucqrloy und Hebuterne griff der Feind am Abend unter starkem Feuerschutz an, er wurde abgewiesen, ebenso scheiterten Vorstöße, die der Feind westlich von Albert und aus Mailly heraus führte. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Schlachtfront zwischen Soissons und Reims ließ die Kanrpftätigkeit gestern irach. Kleinere Jnfanteriegcfechte im DorgeLLnde unserer Stellungen. Südlich des Ourcq und südwestlich von Reims führte der Feind heftige Teilaugriffe^ die wir in Gegenstößen zurückschlugcn. Heeresgruppe Herzog ALbrecht. In den Vogesen brachte bayerische Landwehr von einem schneidig durchgeführten Unternehmen Gefangene zurück. Der Erste Geueralauartiermeister Ludendorff. ' * * * Don der Abwehrschlacht im Westen. Berlin, 24/Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Mulde von- , Ploisv wurde zu esnem ungeheuren Friedhof für die feindlichen Angriffs truppen. An jedem einzelnem Kampftage konnten die Deutschen hier wiederholt feindliche Kavallerie- und Jnfanteriebereitstellungen feststellen nnd mit dem zusammengesaßten Feuer ihrer Batterien vernichtend fassen. Auch am 23. Juli flutete der Gegner nach dem abgetvieseyen Angriff südlich Noyant in Unordnung bis in die Mulde von Ploisy zurück, wo er,sich zu sammeln hoffte. Hier schlug-jedoch in seine dichten An- grcffskolo^rnen unser wirksames Feuer und richtete tviedernm eins großes Blutbad an. Große Verluste erlitt der Gegner besonders auch bei seinen Tankformationen, auf die er die größten Hoffnungen gesetzt hatte. Von einem einzigen schmalen Frontabschnitt werden allein 43 zusammeirgeschossene feindliche Panzerwagen gemeldet. Französischler Heeresbericht vom 24. Juli, nachmittags. Die Rcacht war gekennzeichnet durchs starke ArtillerietätigLeit zwischen Marne und Asne unid im Courton- und Königswald Wesllich Reims machten die Deutschen gestern gegen 9 Uhr abends' einen Gegenangriff in der Gegend von Vrigny. Tie französffch«r Truppen brachen alle Angriffe und hiellen ihre Stellungen unversehrt. ,An den übrigen Fronten kein wichtiges Ereignis. Konstituierung einer Republik Turkestan. Moskau, 22. Juli. (WTB. Nichtanttlich.) Nach einer Meldung der „Jswestija" versammeln die Tschechen an der Bahn Jekalerinburg—Tschljetjabinsk starke Kräfte, vor denen die Räte- truppen zurückgehen. Ter Strang der West-Ural-Bahn ist an vielen Stellen zerstört. Tie Rätetruppen stehen bei der Station Araslonow. Im Abschnitt Poworino erreickften die RätetrnppeN in her Verfolgung des Feindes die Station Luiowskaja. Ter fünfte -Gebiets-Räte-Kongreß erklärte Turkestan als Republik rm Bunde niit Rußland 'mtb wählte in das Zentral- exelntivkomftee elf Mohammedaner. Tie Kommissariate für nationale ?lngelegenhllten, Justiz, Gesundheitswesen irnd Inneres sind in mohammedanischen fänden. Tie Republik umfaßt die Gebiete SemiretsckMsk, Syrdarja, Tergan, Samarkand, Transkaspi, Ohiwa und Buchara. Tie Orte Bucharas mit vorwiegend russischer Bevölkerung werden von Räten der Arbeiterdepuüerten ver-; waltet. Beim Enrir befindet sich ein Kommissar der Republik Türkei! an, dessen Ratschlägen der' Emir sein Gehör uick-t versagt Tie Bahn durch Buck)-ara gehört der Republik und wird durch deren ^Mppen bewacht- Tie von der mohammedanischen Bourgeoisie inj Kokand geleimte Bewegung für eine autonome Retmblik wurde unterdrückt. Man ergreift Maßnahmen gegen Tutviv und ander« Gegenmvolittwnäre. Die Tscheckpn sind wegen großer Sntfernunck ohne Emsluß. ««Micher Teil. Bekanntmachung. Detr/: D«^ Abgabe der Bteaevaflärimgeii für dos Steuerj ihr A. Staaksfteuer-Beranlagung. Artikel 2V des Ein kommen st energesetzes vom 12. August 1899 hat jeber Steuerpflichtige, der ein steuerbares AlchreSemkomnttm von 2600 Mark oder mehr Ersitzt, über den Jichresbetrag ^mes Einkommens und der etwa zum Abzug goeignet'!- Boston eine schriftlick-e Erklärung obzu geben. Vvu der Abgabe dieser l^rkomrnensstenererklänmg ist uad) Wxl. 21 des fiemunrten Gesetzes, msofern nicht im einzelnen Fall beslmdeve Aufforderung des Vorsitzenden der Beranlag'ungskom- misswn ergeht, derjenige Stei.-erpstichtige befreit, welcher im im* mittelbar vorausgegangenen Steuerjahc bereits zur Einkmnmen- steuec 1. Abtlntting lEinkommen von 2600 Mk. und mehr) veranlagt war, auch inzwischen seinen Wohnsitz nicht gcroechsett rmd Verne Linkormnensverbesserrmg erfahren hat, die seine Versetzung tn eine höhere .Masse bedingt. Nach Art. 2 Abs. .8, Art. 15 und 21 Abs. 1 des Einkomnien- sttmergesetzes sind die Vortzcin.de der nach Art. 2 der Einkommensteuer unterworfenen (heseÜKhafteu uLw. vernichtet, über deren Einkommen alljährlich voMtzindigen Aach'chluf; zu erteilen. Diejenigen Steuervfl! (Aigen, welche Einkommen aus Aktien Usw. der mit einem Teil ihres Eirikommerrs sch-n für sich der Ein- «konrmensteuer in. Hessen mrter liegenden (Gesellschaften beziehen, dürfen die Eiuvomwenbezüge aus diesen Aktien nNv. nicht nnt dem vollen Betrag, mit dem sie als Einkommen unter I Ord.-Nr. 9 der Steuererklärung vürfzufÜhc.-l sind, sondern nur teilweise urtter II Ord.-Nr. 1 der Erklärung in Abzug bring«l. Die abzugsfähigen Prozentsätze kbmren bei bem zuslLndigeu Finanzamt erfragt oder eingesehen werden. Nack) ArEel 19 des Berntbgenssteuergesetzes vom 12. ®i«rm 1899 hat jeher von der Kommission für die Einkommensteuer erster Abteilung yii veranlagende, ein jährliches Einkommen von 2600 Mk. und mehr besitzende Betriebsunternehmer ^Personen, die Larid- und Forstwirtschaft oder ein Gewerbe betreiben) der zum ersten Male mit Anlage- und Betriebskapital Kur Vermögenssteuer veranlagt wird, eine schriftliche Erklärung über das im Land- und forstwirtschaftlichen oder gewerblichen Unternehmen verwendete Anlage- und Betriebskapital und die es belastenden Schulden abxnaeben. Weiter ist nach Artikel 25 desselben Gesetzes jeder, dessen sonstiges Vermögen (Kapitalvermögen usw.- nach Abzug der daraus lastenden Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, bei seiner erstmaligen Vevanlagmrg zur Vermögenssteuer zur Abgabe einer schriftlichen Erklärung über dieses Vermögen verpflichtet. 6. Gemeindesteuer-Veranlagung. Nach Art. 15 des G«neindenmlagengesetzes vom 8. Juli 1911 find diejenigen Personen, deren Anlage- und Betriebskapital mindestens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erstmaligen Veranlagung zur (Nmerdegewerbesteuer eine Eri'Lärung über das Anlage- und Betriebskapital abzugeben. Ferner hat zufolge Art. 44 jeher Pflichtige, dessen Kapital- vermägen mindestens 3000 Mk. beträgt, bei seiner erstmaligen Veranlagung zur Gemeindekapitalsteuer eine Erklärung über sein Kapitalvermögen einzureichen. Hat sich das Kapitalvermögeu gegen den bereits zur Steuer veranlagten Betrag um mehr als 3000 Mk erhöht, so ist von dein Pflichtigen eine neue Erklärung über sein Kaprtal vermögen abzugeben. Diejenigen Steuervslicbtigen ,'ioelche Aktien oder GeschüftL- anteile ieder Art der mit ei:.cm Teil ihveS Anlage- und Betriebs- kapitals in hessischen G^r.^rnden zur Gewerbesteuer veranlaglvL Gesellschaften usw besitzen, dürfen diese Aktien oder Geschäftsanteile nicht mit den-, vollen Betrag, mit dem sie als Vermögen unter Zist. 4 der Angaben über daS Kapitalvermögen auszuführen sind, sondern nur teilweise wieder in Abzug bringen. Die abzugssähige-t Prr^entiätze können bei dem Kuständigen Finanzamt erfragt oder crngesehen werden. In denjenigen Fällen, in denen bereits nach beu für die -staatssteuer geltenden Grundsätzen die Pflicht zur Wgabe einer Erklärung über das Anlage- und Betriebskapital oder über das Kapitalvermögen besteht, ist eine besondere Erklärung für die Veranlagung desselben Vermögens zu deii Gemeindeumlagen nicht mehr^abzugeben. Einkommen zu den Gemeindeumlagen, nicht aber gleichzeitig zur Staatssteuer heranzuziehen ist, gelten die Vorschrii- P, n 'ür bie Abgabe von Erkläruargen zur Staatssteuer sinngemäß für Erklärungen über nur gemeindesteuerpflichtiges Einkommen. C. Gemeinsame Borschriften. Die nach Vorsteherrdem erforderlichen Staats- oder Gemeinde- steuererklärungen sind abzugeben: 1. für Minderjährige, Abweftnde sowie für Personen, die aus anderen Gründen, unter A^rmundschaft oder Pflegschaft gestellt sind, von deren gesetzlichen Vertretern: 2. für juristische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, Genossenschaften und sonstige juristische Personen, Gantmassen, Erbmassen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommtz von den gesetzlichen oder bestellten Vorständen oder Verwaltern: 3. in allen anderen Fällen von dem Steuerpflichtigen selbst und zwar hinsichtlich des gesamten eigenen wie des Einkommens und Vermögens seiner nicht selbständig besteuerten Angehörigen, soweit sie nach Artikel 5 des Einkommensteuergesetzes, Artikel 10 des Vermögenssteuergesetzes und Artikel 46 des Gemeindeumlagengesetzes bei der Besteuerung mit ihm als eine Person anzusehen sind. Zu diesen Erklärungen sind die vom Großh. Ministerium der Finanzen festgesetzten und von den Bürgermeistereien zu beziehenden Fornmlare zu verwenden: fte sind je nach der Wahl des Verpflichteten offen oder verschlossen 1. in den Landgemeinden der Finanzämter Butzbach, Gießen, Grülcberg und Hungen spätestens bis 1. September, 2. in den Städten Butzbach, Gießen und Grünberg spätestens bis zum 1. Oktober d. I., unmittelbar bei dem Finanzamt oder bei der — zur Weitergabe an das Finanzamt verpflichteten — Bürgermeisterei abtzuliestrn, bljnc daß der Pflichtige deshalb eine besondere Aufforderung abzuwarten hätte. „ Tie Einsendung der Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zlveckmäßig mrttelst Einschreibebriefs. Unter Bezugnahme auf die obigen Mitteilungen fordern wir dile zur Abgabe von Steuerer kl ärungen Der pflichte ten hiermit auf, ihre Erklärungen bei Meidung der gesetzlichen Nachteile und der verwirkten Strafen (Hinterziehu ngs-, strafen in Höhe des 4-bis 20 fachen Betrags der hinterzogen en Steuer, Ordnungsstrafen bis zu 100 Mark) bis zu den angegebenen Zeitpunkten an die Bürgermeistereien oder unmittelbar an uns gelangenzulassen. Den Steuerpsttchkigen, vre nrcyr zur Abgabe von Ä k eu«» erklärungcu verpflichtet sind, bleibt die Abgabe freiwilliger Sreuev- erklärungcr. unbenommen. Die Großh. Finanzämter sind im übrigen bereit, über etwaige Zweifel an den bekannten Amtstagen Mskunft zu erteilen. Gießen, Butzbach, Grünberg. Hungen, den 15. Juli 1918. Tie Ersitzenden der Veranlagungskommissionen für die Finanzämter 5359V Gießen. Butzbach, Grünberg. Hungen, Steinhäuser. Flath. Wenzel. May. Bekmtgitoirrng, tos Dkrtot öeSBorjcittgen ErntenS M HMzemse Md Men belrchnh. Aus Grund des § 12 ff. der Bekanntmachung über die Errichtung von PreisprüftmgSstellen und die BersorgungS- regelunn von, 25. September / 4. November 1915 wird hiermit bestimmt: tz 1. Bor dem 16. Oktober 1018 dürfen außer der Vor- wesduug in der eigenen Wirtschaft nicht geerntet werden: Hervstweiickohl und Dauerwetßkohl (Weißkraut), Herbst, rotkohl und Dauerrotkohl Motkraut», Herbstwirflngkohl u«d Dauermirsingkohl, Nunkelrüben (Dickwurz), Kohl« rüben, Möhren aller Art, mit Ausnahme der Karotten. Als Karotten gelten nicht die feldmäßig angebauten roten Pferdemöhren. § 2. Ausnahmen können auf Antrag von dem zuständigen Großherzoglichen KretSamt tn besonderen Fällen gestattet werden. 8 3 mwiderhandlungen gegen das Verbot des 8 1 werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geld» strafe bis zu 1500 Mark bestraft. Darmitadt, den 18. Juli 1018. GroßlrerzoglicheS Ministerium des Innern: v. Hombergk. Betr.: wie oben. Die Heffif he LeudeS-Gemüfestellc, VerwaltungSabt., an die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Landes, ,'owie nn die Großb. Gendarmerie. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung ersuchen wir Sie, auf deren Befolg zu achten und Zuwiderhandlungen it.rnachsich'lich zur Anzeige zu bringen. Mainz, den 23. Juli 1918. Bekanntmachung. Betr.: Die Bewirtschaftung der Möhren. Wir sehen uns veranlaßt, daraus hinzuweisen, daß durch mr-» scre Verordnung vom 5. Oktober v. Js. in der Fassung der Verordnung vom 9. November v. Fs. über' die Bewirtschaftung von Weißkohl, Notkohl, Wirsingkohl und Möhren. Möhren aller Art (rote Möhren oder Gelbrüben, gelbsleischige Möhren, weiße Möhren und 5?awtten) im ganzen Gebiet des Grvßherzogtpms Hessen Mir mit unserer Genehmigung abgesetzt werden bürfeot. Diese Verordnungerftreckt sich auch aufdiejenigenMüh- ren, welche durch Verziehen oder Lichten der Anssaatmöhren gewonnen werden. Von dieser Absatzbeschränkung bleibt unberührt der Matz durch den Erzeuger au den Verbraucher, wenn nicht mehr als 5 Kiv>- gram nt an den gleichen Verbraucher abgesetzt werden, sonne der Absatz durch den Kleinhändler lnnd der Verkehr ans öffentlichen Märkten. Tie KleiTchändler müssen im Besitz imfcrer braunen Answeiskarte sein. Ein übermäßiges Verziehen der Mölirenselder, bet Absatz olme Genehmigung oder >au nicht berechtigte Personen, sowie ein B«- kauf der Mohren über den Erzeuger-Höchstpreis ist öerfwten. Zuwider Handlungen gegen diese Borschriftetr werden nach § 8 bcr Dekanntmachung vom 5. Okchber v. I., soweit nicU nach anderm Strasbesttmmnngen eine härtere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft. Neben der Sttase kann auf Einziehung der Vorräte erkann! werden, auf die sich die fba$* bare Handlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Mainz, den 17. Juli 1918. Hessische LandeS-Gemüseftelle. Verwattungsabteilung. Der Vorsitzende: ferner, Regienmgsrat. Betr.: Me oben. DK HessiM Landes-Gemüfestelle an die Gwsth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiseS. Unter Hirrweis auf vorstehende Bekanntmachung empfehlen! wir Ihnen mit Bezugrrahme mrf § 10 der Bekanntmachung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern vom 29. September v. I., drese vorstehende VekanntmacLmng in Ihren Gemeinden ortsüblich veröfsentlichen, zu lassen. Das Pr-lizeipersonal wollen Sie an- wersen, die Ernhaltung der Vorschriften der Bekamttmachung z« kontrollieren und Zuwiderhandlungen zur dlnzeige zu bringen. Mainz, den 17. Juli 1918. 5408V Der Vorfttzeude: Werner. Regierungsrat. Der Borfitzende: Werner, Negierungsrat. 5534V Käse-Vevterbmg. Von Frc.taa de» Ä6. bic> Dienstag den 3«. Juli eim'chließlich gelangt in nachstehenden Geschäften 5iäse zur Aerteilung: 1. Schlierbach, Th., Frankfurter Straße 2. Schön hals. Ehr., Nord-Anlage 3. Schulbob I. M., Dtarktstraße 4. Schlvaav, E., Selteröweg Stuhl, Rob., Neustadt 6. Tenaelmann, E., Mäusburg 7. Drechsler, H., Steinstrahe K -ßoacl, Joh. II., Schützenstraße 0. -Kallenfels, Ang., Marktplatz 16. Wallenfels, Gg., „ „ 11. Waller, Guft., MnuSburg 12. .jiegelftein, S, Landgraf-Bhilivp-Platz. Der V erlauf des Käses erfolgt nur aegen Vorlage des Bestellausweises der Lebenönnttelkarte und Abgabe des Berugsabichttittes Nr. 3. Aus jeden Abschnitl entfällt ein halber Käse zum Preise von 40 Pfennig. Die Klein Handelsgeschäfte haben die etngeaangenen Bezugöabschnittc Nr. 3 bis ivätettens Donnerstag den 1. August l. I. dem Städtischen LebenSmittelamt, Zimmer Nr. 12, abzuliefern. Gießen, den 24. Juli 1918. 88808 Der Oberbürgermeister lLebensmittelamt). Bekanntmachung. Aus der Ttiktuus der Daniel Moog Witwe zu Gießen find am 2. Oktober die diesjährigen Zinsen an hiestge bedürftige, unbescholtene, im Witwenftand lebende Bürger und Wtriveu von Bürgern z,l erteilen. Anmeldungen hierzu köitnen bis zum 1V. Augnft 1918 auf dem Armenamt erfolgen. Gießen, den 10. Juli 1918. Ter Oberbürgermeister lArmenverwaltung). Keller. 88208 Bekanntmachung. At,S der Stiftung der Friedrich Textor Ebeleute sind au' : ! September 240. Mit. Jahreszinsen in Gaben nicht unter 40.— Mt. an verschämte Arme, ohne Ansehung der Neltglon, vergeben. Meldungen nimmt das Städtische Armenamt, Aster- weg 9, bis 1V. Ana »ist J9I8, entgegen. Gießen, den 15. Juli 1918. Der Oberbürgermeister lArmenverwaltung). K e l l: r. 56278 if/ädt. J$r 6 eifsnaeAu)eis giessen. West-Anlage 31, Telcph. 2054. Es können eingestellt werden: 2) bei hiesigen Arbeitgebern: „ Gärtner, 6 Former und 6 Brenner für Dampsziegelei, 6 Eiseudreher, 17 Schlosser, 3 Werkzeugschlosser, 1 Elek.'iker, 3 Schmiede, 1 Küfer, 5 Schreiner, 2 Bäcker, 1 Müller, 1 jüngerer Schneider, 1 Frisierer, 10 Bauarbeiter, 1 Stukkateur, 10 Maurer, 1 Hilfstechuiker, 30 Hilfsarbeiter für Eisenbahn, 2 Hetzer, 1 Krankenwärter, 16 Kodlenlader, 5 Straßenkehrer, 5 Streckenarbeiter, 3 kräftige Arbeiter, 3 Wiesenarbeiter, 2 Fuhrmänner, 2 HauSburschen, 1 Scbuh- niacher-, 1 Wagner-, 1 Bäcker-, 2 Schlosser-, 1 Schneider-, 1 Stukkateurlehrling. b) bet auswärtigen Arbeitgebern 1 Gärtner, 2 landw. Arbeiter, 18 Schlosser, 16 Dreher, 1 Modeüschloffer, 5 Schreiner, 4Bäcker, 3Müller, 1 Frisierer, 1 Schneider, 15 Zturmerleute, 70 Maurer, 3 Weißbtnder oder Stukkateure, 1 Hochbautechniker, 1 Buchdr»»cker oder Schweizcrdegen. 4 Plattenleger. 1 Heizer, 1 Kaufmann lEtsenfach», 1 jüngerer Kellner, 86 gesunde Arbeiter, 16 Arbeiter für Bahnbau, 15 Streckenarbeiter, 50 Bauhilfsarbeiter, für Pulver- und Geschoßfabrtk eine Anzahl Arbeiter, 1 Fuhrmann, 1 Hausverrvalter lMechaniker oder Installateur), 1 Bäckerlehrling. ES suchen Arbeit: 2 landw. Arbeiter. 2 Kriegöbeschädigte suchen Arbeit, die im Sitzen ansgellbt werden kanrr, 1 Heizer, 2 krtegS- beschädigte Buchhalter, 1 für Ansangsstellung. Weibliche Abteilung: Bei hiesigen Llrbeitgebern können eingestellt werden: 1 junges Mädchen, das schneidern kam», 1 fachkundige Verkäuferin in ein Schuhgeschäft, 16 Dienstmädchen, 8 Lauffrauen, 2 Waschfrauen, 10 Mädchen für Bahndtenst tZug- dienit), 2 Lehrmädchen, 1 in Schuhgeschäft, 2 schulpflichtige Kinder für Botengänge. Bei auswärtigen Arbeitgebern: 4 landw. Mädchen, 3 Dienstmädchen, für Pulver- und Äeschoßfabrik werden Frauen und Mädchen gesucht. Es suchen Arbeit: 1 Kontoristin, junge Mädchen, die zum Teil Maschinenschreiben erlernt haben. Für die Etappe werden gesucht: Eine Anzahl Helfer und .Helferinnen für verschiedene Dienstzweige. 55516 Kaffee E:rn3l Ludwig Inh.: Autg. XZnth Mente 5295 Bin vom Felde beurlaubt und hl» 8. Aujs;a»t ln meiner Praxi» tatiß. Sprechstunden: 8—12 und 3—7 Uhr. Hochstetter, Dentiss, Großen-Buseck. § Reich sware DerverehrtenKundsohftff;zurgefl. Kenntnisnahme, dass mir von der Re,lch8-Bek!e!dungs8toile in Berlin ein Teil reinwollener Damen-Mäniei, Kostüme Röcke und Blusen zum Verkauf zugeteilt worden ist. Marktplatz 6. j. Pfeifer. ikOi«*ert: FJgene Konditorei. Achtung! Morgen Freitag von 8 Uhr ab am BSotel Velaen- keller: Verkauf von Finmach- and balatKurken, 5550 Frau Frosch, Neustadt 19. Smmachsäfser Einmachsiänder Leiierwagsn Lchiebkarren in grötzterAuswahl empflehlt Wilh. Kohlcrm-'.n», Küferei, Neustadt 12. Brennholz Tr. Buchen-, Eichen- u Tannenholz, geschnitt» empfiehlt ab Lager u waggonweise 3' J. Happel Holz- und Kohlenhandlu Ätühlstraße 18. 8 l 3 hsK 3886 tt 6 k 1 zur sicheren Aufbewahrung von Geld und Wertpapieren empfiehlt 6609 Fr.Krogmann, .“i Düngerstreuer AB» * G Le „irmpi“ geeignet für alle Düngerarten, besonders für Kaikäückstoff in kleinsten Mengen, in allen Größen sofort lieferbar. Kg. Schieferstein Maschinenfabrik Licli in Oberhessen Fernsprecher 17 ,M> c mit u. ohne Verdeck eingetroffen. 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