nt. in Ter Eichener Lnzei-er erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen: OietzenerZamiUenblatter; Krcisbiait für len Kreis Stehen. Vezuqsprels: monatl. u!k. 1.20 r vierteljährlich Mt. 3.60-. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Dtk. 1.10; durch die Post Mk. 3.60 oiertel- jähcl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - dlnschlüsse: iürdieSchristleitung112 Perlag.Geschä'tsstelleöl Anschrilt furDrahtnach- richten: Anzeiger Sietzen. W. Jahrgang Mittwoch, 2 $. Zu» M» Postscheckkonto: Krankftrtta.M. 11686 General-Anzeiger für Oderhchen yankverkehr: Sewerdebank Sietzen ZlyUlmgSl'Un--riiS 11. Verlag: Vrühl'fche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei K. Lange. Zchriftlertung, Seschästzstelle u. Druckerei: zchulstr. 7 . AnnLyme von Anzetg« s. die Tagesnununer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbindlichkeitz Zellenpretse: für örtliche Anzeigen 25 Pf., für aus wärt l ge 30 Pf., e ür Reklamen Mk. 1.— : bet Platzvor- schrift 20 °/ # Ausschlag. Hauptschriitleiter: Au^. Goetz. Verantwortlich sür Politik u. Feuilleton: Äug. (tzoetz; Stadt und Land, Verinischtes n.(Se- richtslaal: W. Meyer: Anzelgente. H. Beck; sämtlich nt Gießen. Zwischen Solffoits und Reims erneute feindliche Angriffe gescheitert. (WDB> Trotzes Haupta uartier, 23. Juli. (Amtliche Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nu pp recht. Englische Abteilungen stießen an vielen Stellen der Front gegen unsere Linien vor-, sie wurden avgrwiesen. Die Artillerietätigkeil lebte am Abend wieder auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Asn den Kampffronten trat zeitweilig Ruhe ein. — Südlich der Aisne hat der Feind infolge schwerer Verluste 'eine Angriffe gestern nicht erneuert. Auch der Arlillerie- kampf hat stier sehr an Stärke nachgelassen. Beiderseits des Ourcg und zwischen Ourcg und Marne unternahm der Feind fast in allen Abschnitten heftige Teilangriffe, sie wurden ab- gewiesen. Südlich des Ourcg brachte sie unser Gegenstotz zum Scheitern Feindliche Abteilungen, die beiderseits von Jaul- gonne in unsere Vorpostenstellungen an der Marne eindrangen. wurden irn Gegenangriff an den Fluh zurückgeworfen. Dertliche Kämpfe südwestlich und östlich von Reims. * Gestern wurden 52 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone abgeschossen. Leutnant Loewenhardt errang seinen 42. und 43.. Leutnant Villik seinen 26., Leutnant Böller seinen 25. und Leutnant Pipcard seinen 20. und 21. Lustsieg. Der Erste Gcneralguartiermeister Ludendorfs. • ] Der Abend bericht. Berlin, 23. Juli, abends. (WTV. Amtlich.) Oertliche Kampfe auf dem Westnftr der A v r e. Zwischen S o i s s o n s und R e i m s hat die Heeresgruppe Deutscher Kronprinz e r n e u t e e i n h e i t l i ch> e A n g r i s f e starker feindlicher Waffen zum Scheitern gebracht. Das Abflauen von Fachs Gegenoffensive gibt uns Gelegenheit, auch dem verborgeneren, aber nicht minder wichtigen Seekriegsschauplatz wieder einmal unser Augenmerk zuzuwenden. Heute wird amtlich das Juni-Ergebnis unseres U-Voot-Krieges veröffentlicht; es ist, da die „Vereinsamung" der Meere naturgemäß immer größer wird, mit den 521000 Tonnen ein deutscher Triumph, der alle gegnerischen Lifte und Künste zusammenbrechen läßt. Unser Erfolg zur See ist auch durchs die gestrige Meldung von der Versenkung des amerikanischen Truppentransport- dampfers „Leviathan" in das hellste Licht gestellt worden. Zwsar viernahm man es nicht ohne Wehmut, daß die frühere „Vaterland", das größte im Dienst befindliche Schiff der Welft ein Meisterwerk deutscher Hand, durch deutschen Angriff vernichtet worden ist, aber der Schlag unserer Waffe traf den Amerikaner, der in der letzten Zeit sich so laut gerühmt hatte/ daß dieses frühere deutsche Schiff seine erste Ueberfahrt nach einem französischen Hafen glücklich beendet habe! Anderthalb Jahre hatte die 1913 vom Stapel gelaufene „Vaterland" im Neuyorker Hafen stillgelegen, weil dw/Dentschen das Schiff vor der Beschlagnahine gebrauchs- unsahig gemacht hatten. Die Versenkung muß den übermütigen Feind wie ein schwerer Wetterschlag treffen, denn sie beleuchtet, abgesehen von dem Schaden, der den Amerikanern erwächst, die, wie sie erwarteten, im Laufe eines Jahres rund em Dutzend Divisionen damit über das große Wasser zu schaffen gedachten, sehr grell die Tatsache, daß trotz derSperr- maßnahmen am Ausgang der Nordsee, trotz neuer Verfol- gungsmctlwden und Ausbaues des Systems der Geleitzüge gegen die deutsche U-Boot-Waffe kein Heil- oder Verhinde- rmtg^mittel gewachsen ist. Es ist den Engländern und Ameri- Anschauungsunterricht erteilt worden, der viele U vü? en Jttamfyen Aberglauben auslöschen mag. Deutsche selber, die wir uns zum Teil der Gegner, durch ihre falsche -chiff werl-upftatisttk haben verblüffen und wohl gar ent- ^ .Ziel des Seekrieges wieder An der „Boss. Ztg." beleuchtet ein Tr j £ nteT ^ m ™ 1 ! aUu vom Hofe, sehr tref- ÄÄW 11 Eiiglauds, mit betten % eigne Bevölckrung znm Sieges- .Villen auspertschoil null. Der britische Admiralstab aibt Ltn^d^^titt^l7sverluste gemnr an, während die edlen Lords der Admiralität eine Vertuschung zurecht macken die mrt folgerrden Feststellungen bloßgesM^wird^ ^ , . . ^dmiralstab gibt monatlich die volle Sünnne der durck Stegen lchc. Handlimgen versenkten .Handelsschste die englische N-gtermig hingegen vereinigt in emer SrmmeWchrM T^E U-Boote, Minen, Flieger und Torpedobovte verursachten Versenkungen und die tuttürlichm Verluste durch 'Schiffbruch, Stvan^ düng, Zusammenstoß, LlbnuVung usw. Unter dieser Voraussetzung sollte man erwarten, daß die englischen Monats summen grüß ee sein würden, als die des Lldmiralstabes. Wenn dagegen die Ver- lustreclMimg von Sir E. Gedd-es am 1.1 anuar 1918 um die beträchtliche Summe von zwei Millionen BRT. hinter der des Admiralstabes z u r ü ck b l i e b, so war das eine Ueberraschirmg, die den Enterrte-Provh'ten des Sieges über die U-Boote und jenen! Zweiflern Oberwasser gab, die schon seit Monaten durch das Raunen in idem englischen und neutralen Blätterwaldc darauf vorbereitet waren, daß die 11-Boots-Kommandanten ihre Erfolge übettrieben, daß der Lldmivalstab nach oben abrundete, daß die unübertvindlichje Flotte des U-Boots Herr gttvvrden wäre, daß die englischen und amerikanischen Werften bereits mehr Schiffe bauten, als die U-Boote versenken könnten usw. Was war geschehen? Die englische Admiralität hatte die sehr beträchtlichen Verluste der Handelsflotte unterschlagen, trenn sie sich im K ta a ts d ien st ereignet hatten, gleichgültig, ob die Schiffe als Hilfskreuzer, Vott> postenschiff, Lazarettschiff aber als Ttvnspotter von Truppen, Munition. Material, Lebensrnitteln, Petroleum, Kohlen und anderen Gegenständen tätig gewesen waren. Die englischen Redat- ttonen waren unter der Hand bedeutet worden. Zur Rede gestellt, erklärte die Admiralität, aus militärischen Gründen diese Verluste nicht.bckkmrrttgeben zu können. In der Tat wird die Admiralttät. Rücksicht aus die Nerven Jocht Bulls genommen halben, deren, Robustheit sie offenbar nicht inehr traut. Es ist selbstverständlich!, daß die Verluste aus dem für den Bedarf der Bevölkerung Englands noch-! verfügbaren Frachtraum ergänzt werden müssen., da die Kriegsexpedittonen nicht oder nur wenig eingeschränkt werdet können." Der Ssterreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 23. Juli. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem italienischen Kriegsschauplatz Ar- ttlleriekämpft wechselnder Stärke. An der albanischen Front setzte der Feind feine An- grtffSvernuhe bciderseits des oberen Devoli fort. Sie wurde» alle abgeschlagm. Der Chef des HrrreralsLabcS. ^ . * Die Amerikaner im Feuer. 23. Juli. (WTB.) ?lußer Senegalesen haben die Fiortsetzrmg .ihrer Angriffe Aisne null Berlin^ Franzosen ber Marne zun: ersten Male Amerika ne r itt verchältuismäßig größerer Menge auf die Fvcmzosen verteilt 'als Kanonen futtei; eingesetzt. Die Schoarzen, toie die amerikanischen Hilfsttuppeu wurden in dichten Massen gegetr die deutsck^t Linien vorgettieben. Sie mußten öen Einsatz mit einigen zehntausend Toten, Negern Uüst Amerikanern, bezahlen. In tteffveise 16 Wellen Tiefe griffen sie an. Eine Welle nach) 'der anderen brach in dem duttschen Artiüerie- und Maschtncngewrhrseuer zusammen, dlttch an dem folgenden Tage ernenetten sie bis zu.siebten Ddal immer wieder ihre Angriffe. Jhoo K^rast erlahmte immer mGr. Am dritten Tag der Offensive begann die amerikanische Jnsanterie bereits beim ersten Ansturm zu stocken und sich hinzwoersrn, sobald nur das deutsche Attill-eriefEr einsetzte. Dauerte das Feuer länger, so ging sie eiligst zurück, so daß der Angriff stch stellenweise in eiliges Zurückflrrtcn verwandelte. Vielfach stand die deutsche iJvfanterie aus ihren Gräben auf und empfing die Amerikaner mit einem stehend freihändig abgegebeiten Schnellfeuer. Bei dein Angriff am 21. Juli gerieten anreriLmische Bataillone der 2. Division, die in der Sckrilncht von Bisigneur hwanrücktcn. in das 'Feuer deutscher Maschrrvenge'wehre, die von der Zuckerfabrik von Noyant mls die Schluckp bestrichen. Sie machten sosott kehtt und fluteten eiligst zurück. Bsooniders ernste Verluste erlitten die Ame- rikaTrer in den schtveren Kämpfen des 19. und 20. Nach Aussagen von Gefangenen sind emßeLne Regimenter aufgcrieben. Vor allem dw Ofsiziersverluste sind furchtbar. In dem Bestreben der Obersten Heeresleitung der Entente, Erfolge der Atneri- kaner herau^ustreichm oder zu erdichten, liegt eure durck>sichttae Tendenz. ^ Wenn das amerikanische Volk Kenntnis erhalt, wie seine -Lohne auf fremder Erde ffrr fvencke Menschen verbluten müssem wrw che künstlich angefachte und auf unwahvon Behauptungen gegrüßte Krrogsbegeisberung bald zrcnichle werden. Der Leutemangel in Frankreich. Rotterdam, 23. Juli. „Manchester Guardian" meldct aus Dublin vom Sonntag, daß nach Unterredungen zrveier in Irland angekommcner Franzosen mtt Vertretern von Dubliner Blättern L^^.Ereich starker Bedarf .an Arbeitskräften besteht. Mt Frauen in Frankreich hätten wrlnwnd der letzten wer ^>cchre unverhältnismäßig viel Arbeit verr'ichwn müssen und könnten diese Last nicht länger ttagen. Die Llrbeitettransportci ' Em rm Emvernehrn-eri mit der englischen Regierung geregelt rverden. Tie Reise nach Frankreich und bie Rückreise rcoch Irland wurden auf Kosten der französtschen Regierung gesch-l)en. Die Zählung der Jahre-klafle 1920 in Frankreich. ^ IuZ. (WTB) Der „Pwgrßs de Lyvitt' meldet: für che Zahlung der Jahresklasse 192 0 sreht keinen Zeitpunkt für che Einberufung vor Dieser wird von den milttartschen Ereigniffen obhängen. Die Vorlage übwvies^ ^Esousschuß der DeMperteirkamtmer zur Prüfung Der deutsch-franzöfische Gefangenenau-tausch. Konstanz, 23. Juli. (WTB.) Gestern en Schutz der Mirrnian-Bahn und zum Eintritt in das Verbands Heer iUrerredtt und airch Meldungen aus der russischen Zivil- vevölkerung zum Eintritt organisiert. Die Werbung ging erfolgreich an, jetzt ist aber wegen der Bedrückung ein scharfer llnv schwung eingetredeu. Tie Rätegewatt in Archangelsk verfügte che Räumung des Kriegshafens, che Anlage von BofesUguTr- gen. die Mvchlifferuug der Genie- und Artillerie-Truppen sowie dw allgemeine Mchnlisierung her jüngsten fünf Jahrgänge. Lmtt .Murmarrskr Westnik" haben che Truppen der Zmttalrefferuug Soro kr verlassen. Am 7. Jüki ist dott ein englischer Kreuzer ein- getroffen. Die gesprengten Bimcken werden wickerher'gesteD. Moskau, 28. Juli. (WTB.) Die hiesige Presse meldet: Ge- nerxrl Gurko wlrrde zmu Kommandierenden der verbündeten Truppen in Murman ernannt. Die Zeitung „Notvajck Shisn" ist geschlossen worden. Der Ehef der Gendarmerie in Iaroslaw, Generalwaior Motschalow, tourte wegen gegen- revolrttionäver Umttiebe verhasst. Unter dem Prottttorat der Entente soll eine Woloadaer Republik gegründet werden, che den Murman ünd Teile von Nockrußland bis zum Ural der Weißgarchsten am Murman ist unterdrück In D ckZpau wurde zum zwttrn Male das En'll?einen aller nichtbokscheim,tischen Zeitungen und Zeitsckwisten verboten. Der Stab Mnraiewö \m Bestände von 24 Mann wurde auf der Statton Rusajewka der Micrmanbahn verhaftet. Der Stab der freiwilligen Arrnee am Don gibt bekannt ,daß aNe ftevvilligen Formationen ihr unterstehen. Der Ehes des Stabes ist ^GeneroL Alexgrew, Kommandierender General Denikin. ^ ^ Jlck. (WTB.) Nach einer Meldung aus velsrngso-rs srnd che Engländer im Vc^rrücken von Archangelsk .gegen Murman begriffen. Letzwre Stach ist beretts ernstlich bedroht. Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates m Kem Mecken gefangen genommen und hingerichtet. Die Truppen der Mietten besetzten che Linie KarrdalakS—Kvn. 1&99UK Ä ». Aus bn öfttichk-si Tschecho-Ulo- 55t e auf beiden Bahnlinien vor. An der «chn ^ekaLerrnourg—-rlchttsabinsk sind die Sowjatttuppm am du: ^LaLmn MramersLaja zurückgegangen. An der Westuralftow WZen^oie bei Ar-oslanowv. Tie Bahnlinie ist vielfa ch u nterbrochen, In der Rich^tung Rowvrinsk stehen die ^^ivieNnuppen am der Linie Station Luwwskaja—Olichowskoi— weroftn Engländer haben in Archangelsk gewaltsam ihre Mission gelandet. Die frühere Zarin ist aus Jekaterinbnrg fortgeschafft worden. _ JSPJx* Uebersiedelung der Ententebotschafter ans Woloada "mutz Archangelsk muß gerechnet werden. Das Verbot de» italienischen Sozialiftentongrcsses , , Bern, 23. Juli. Angesichts des Verbotes des italieni- Me« soKralistenkongresses fordert der römische Aus- tchuß der sozialistischen Varleileitung sin heutigen „Avanti" alle tParttrmitglitter auf, die Beteiligung an Körp^ftchaften und Handlungen, die die Mitarbeit der Sozialisten benötigen, als Protest gegen die diktatorische Regierungsmaßirahme abzulchnen Wae „Maarti" ferner aus Rom meldet, hat der soziallstischc Depu- tverte Gvazaadie dem Manisterpräsiderrten am 19 Juli brieflich Mflg^eilr, daß er du Mitarbeit in der Kommission für Uelvrgangs- wtrt>chaft, in die er von Orlando berufen worden war, verlöeigert Wenn der Entschluß Graziadies auch nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Aufforderung des römischen Ausschusses der ^ sozia ln laschen Parteileitung steht, so kann doch festgestellt loerden, das; nunmehr drei sozialistische Deputierte die Beteiligung an der sogenannten Kommission Mit der Begründung abgelehnt haben, daß sie als Mitglieder der sozialistischen Oppositionspartei - ix l.. E ö!0Tt Regierung ernannten Kommissionen Mitwirken koruren. Eine Erklärung des belgischen Mirnsterpräfidentetr Le Havre, 23. Juli. ereinstim- mlung, daß KU Len für die Bedarsserrnittluag nötigen Erhebungen in erster Linie die H a n d w e r k s k a m m e r n als bemtfene Vertretimgen des 5)andtvenks herangez^gen werden sollen. Die Besprechungen über diese Frage werden fortgesetzt. Weimar, 24. Juli. (B. T.) Hier winde die g^ründung einer Klei de rversorgungsgenossen schuft deschü sien. Dieser wird die Bennrtschaftung des seitens der Reichsbell chmagsstelle in Weimar zu errichtenden Reichslleiderlagers übertragen werden. Ihre Aufgabe wird zunächst der Absatz der für die K riegsarbeiter- schast gesammelteir Männeranzüge sein. Später wird auch der Absatz neuer von der Reichsbekleidungsstelle zu beschaffender Anzüge hinzu kommen. Freiburg, 23 .Juli. (B. Tst Die sozialdemokratische Organisation des 9. sozialdemokratisches Reichs t a gswahlkreises Freiburg hat beschlossen, zu den unabhängigen Sozialdemokraten überzugehen. Der Khedive von Aegypten tn Berlin. Berlin. 23 . Juli. (WM.) Der Khedive v»n Aegypten ist heute früh 9 Uhr in Berlin etngetroffen. Der Seekrieg. Neue A-Boot-Erfolge. Berlin, 23. Juli. (WTB. Amtliche) Einer unserer U-Kreuzer, Kommandant Korvettenkapitän von Nostiz und Jänkendorff, hat 15 Dampfer und 12 Segler mit zusammen rund 61 000 Bruttoregistertonnen versenkt. Unter den versenkten Dampfern befand sich der bewaffnete englische Truppentransportdampfer „Dwinsk" von 6173 Bruttoregiftertonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Das Juni-Ergebnis des K-Boot-KriegeS. Berlin, 23. Juli. (WTB. Amtlich.) Im Monat Juni sind insgesamt 521 000 B r u t to reg i sterlo n- nen des für unsere FeiuLe nutzbringenden Handelsschiffsraumes versenkt worden. Der ihnen zur Verfügung stehende Welthandelsschiffs- raum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen seit Kriegsbeginn um rund 18 251 000 Brt. verringert worden. Hiervon sind rund 11 175 000 Brt. allein Verluste der englischen Handelsflotte. Nach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Monat Mai außer den seiner Zeit bekannt gegebenen Verlusten der feindlichen oder im Dienste unserer Gegner fahrenden Handelsschiffe noch weitere Schiffe von rund 48000 Brt. durch kriegerische Maßnahnren schwer beschädigt in feindliche Häfen eingebracl-t worden. Der Chef des Adntiralstabs der Marine. Aus dem Reiche. Dr. Helfferich Botschafter in Moskau. (WTB. Amtlich.) Ter frühere Stellvertreter .des Rerck>skanzlers, Staatsminister Tr. Helfferich ist zum diplomattschen Vertreter des Deutschen Reiches in M o s k a u ernannt worden. * m Aerlin, 23. Jnli. (WTB.) In der am 23. Juli unter dem Vorsrtz des Stellvertreters des Reichskanzlers, Wirll. Geheimen Rates v. Payer abgehalteneir Plenariitznng des Bundesrates wurde der Entwurf von Ausführungsbestimmungen zum U m - satzsteuergesctz angenommen Berlin, 23 Juli. (WTB.) Der Rohstoffbedarf des Handwerks rn der Uebergangszeit. Wegen Ermittlung des Die Grippe in der dramatischen Dichtung. Die eigentümliche Seuche, die als ,,Spanische Krankheit" gegenwär- trg m ganz Euwpa umheriMc kt, ist bekaruttlich imter vielerlei Na- men (Grtppe, Influenza, Tannenwetzel, sparrischer Pips, Le horion, Tondo, La Gvermde, La Coguette, Schmrrkirkel usw.) schon in imbtcen . a^hunderben des öfteren ausgetrewn. Etliche Komödien ge^en davcrn Kunde daß marr in der „grtten alten Zeit" mch diesem ^charüeu mrd gesahrlchm Gast, gsgeniiljcr den Humor nicht verlor. Als cm Jahr 1414 m Europa eine grippmarti^e Seuch? grassierte ^ ^ Deutschland Tannenwetzel (mundartlich TmrnenwatsckiLl, TanawasckMl-, geimnnt roitübe, machte man sich in einem in süd- dcullchen Städten pvn Handwarm dargestellten dramatischen -Wüe, emer ,,^tmMst-.Wm^i", über den ftechm Eindomaling weüLchlu lüg.Ter Name Tmramäschel wird von dem altdcutsckien Lchlüft) und Wetzet, Watsck-el, Wäschel l--Schlag oder Ltrpch hergelettet. Wce das fvanzosüche te horion (Schlag vor deri 5ivps- tennzechliet es treffend eine D-uche, die mit starker Emgenommenhüt des Kopses beginnt. Wie in den zur Zeit des „großen^ Lterbens" so pvpnlä'cen Dodentanzszene :\ der Gevatter )o erscheint in diesem Spiel die Seuche als Tana- waichÄ rn er.tes Liechen Gestalt vor den Schra,rken eines hohen ^rlckRshoies s hnc^r ihnc kommen in buntem Gefolge Ritter, fah.-eiwe Schüler, Kauynann, Bauer, Klosberchau und Jungfrau, die al^ vor dem Lanomarschrll und den vier Gerichtsbeisitzern Tkmte Klage über Ine ihnen durch Tanawäschü widechahrene Unbill n. Dem fahrenden Schüler hat ec alle Lust an seinen ffGlicheit cifyebth. tu-ut: un ,euren sroUlUpei? «Ederunoen gerrommen, dem Rctter sein holdes Weib, der Jung.^ trau rhren ,ur,orglchen Vater geraubt; der Kanßnann muß auf '^^Sewmnbrmgenden Handel verachten und arbeitslmfähig m,f der Bank liegen. Auch che Nonne Jammert, schilt und Maat: ihr Orden .mußte Metten, Prim, Bert und None ganz und gar vergessen — Bon huosten, nutzen und speiben Rtocht wir in der Kirchen nrt plcibcn / Das Lmr vom Tanawchchel her." ^X* ltv T aHi c!iL Beronttoorttms aufgejdrbert, bestreitet che Sch-. - Alle lÄckranktemso chhauptet er, hätten sich ihr Leiden selbst Urg/zogen ■ ut herben rl^ersen hält er ihnen vor, wie sie duvck> Trunk Qxrtu .itfm, st'-ttNk>Lerd-nser handelnde Personen sagt darüber: „Tie Pest soll mich treffen, wemt ^ch diese Krankhüt mit deni seltsamen Namen Grippe" kenne Alles, was ick, von ihr weiß, ist, taß sie Sck^ ftn, Husten und andere Beschwerden verursacht und den Aerzteii Ehiriirgei^ und ApotheHrrn nid zu verdienen gibt." Das für dieselbe Leuch geltende Wort „Influenza" oder „Jnflnencck' zuefft nur für mne grippenarttge Erkrankung der Pferde gebraucht' erch«i erstmals m^dem französisihen Schoank „Matthieu L^ö- , der den erfolgreichn Lyoner Komödiendick-tar Elmwille zum Schisser ftit und im Pariser Ambiaittl-eater am 25. Dezember 1837 urausgeftthrt wunde. Dieses Stück enthält ern .Lchrzlredchn, an dem „das allgemeine ^Leiden, das inan In- fluenza liennt, zum erstenmal besungen wird. Zum Schlüsse sei SSoZ? 50 Jahve später, in dem kritischn Winter 1889/90, m Lustspiel „Influenza" cotf der polnischen Bühne in Posen zur Tarjlelümg gelangte. Aus Stadt und Catid. Gießen, den 24. Juli 1918. Der neue Kleiderstoff. Wie wir schon mitteilten, wird es möglich sein, auÄ Zellulose Ersatzstoffe Kur Herstellung von Kleidung zu gewinnen, und der Reichskommissar Geh.-Rat Dr. Beutler erklärte, daß in den letzten Wochen auf dem Gebiete der Ersatzstoffe gemachten Koctschritte die ausgedehnteste Verwendung von Webwarerr uird Strickwaren aus reiner Zellulosefaser ermöglichen werden. Diese Zellulysefafer verdient die Aufmerff-amkeit aller, weil sie volfftändig in Tetitschland h«rgestellt werden kann und berufen sein dürfte, uns in bezug aus Baumlvolle, Wolle . und ähnliche Rohstoffe so gut wie vollständig unab- I hängig vom Auslaiide zu inachen. Die Zellulosefaser war schon vor dem Kriege als Abfallerzang-nis der Kunst- seideherstellirng in der Form von Garn im Handel. Sie wird jetzt als Faser -durch Fabriken he^estellt und liefert dann, von den Spinnereien weiter zu Garn versponnen, ernen i^achweislch vorzüglichen Liohstoff für alle Bekleb, dungszwecke. Die Faser eignet sich auch zum Mischen mit Baumlvolle, Wolle irnfe ähnlichen Rohstoffen sehr gut. Eiiie F-rmna in. Sachsen Hut schur vor dem Kriege das ZelluLff^ garn veredelt, also gefärbt und geZilvrrnt, und dann an Webereien für die sAerstellung von Herren- urrd Damow- llcid^erstoffen weitergeliefert. Daraus angeferttgte .Kleider- N»erden schion seit vier Jahren getragen, lvas scher mn Zech-eii dafür ist, daß solcher Stoff einen Vorzuglicheni Ersatz für Baumwolle und Wolle bildet. Die Waren aus Zellutoseaarn sind tatsächlch von solchen aus Baumwolh. und Wollgarn kaum zu unterscheiden. Jedenfalls wiirde der Laie den Unterschied liicht seststell-en können, sonOern der Meinung sein, einen Wollarttkel vor sich zu haben. Dieses Zellulosegarii überwiegt an Solidität das Pa- pieMcrrn ganz beträchtlich. Deshalb ist es heute für unsere Volkswirtschaft von so großer Bedenttmg, daß sich dies durch die Feder beinahe gar nicht schildern läßt. Wir scnd demnach so weit^, daß wir dem befürchteten Versagen der Versorgung mit Bekleidung, selbst wenn der Krieg noch lahrelmrg dauern oder wir nach dem Kriege wirtschaftlich noch langer abgeschlossen bleiben sollten, durch das er- wahitte Erzeugnis begegnen rönnen. Dieses Rohzeug gibt. bte Gewähr, daß wir heute der ganzen deutschen Bürgerschaft wirklich gediegene und wohlfeile neire Meldung zu schaffen vermögen, nnd daß dann das Verfahren der fortgesetzten Kleiderabgabe, welches ja doch zürn schlimnien Ende führen müßte, verlassen werden könnte. * ** Aus dem Militärwochenblatt. Befördert; ^u Obervetermären: die Beter, d. Res.: Tr. Keeper (I Darmstadt) mnm> 11. Garde-r)eldatt.-Regt., Dillmann (Gießen, früher Karlsruhe), -LiepHan, (Gießen), Tr. Hitz (Neumünstier, früher II TarnffMt), Buvchhard (Worms), Hohmann lFnedberg, früher rn Gießen); zum Leutnant, vort. o. Pat.: Henneps. Fähnrich m der Tram-Wt. Nr. 18; zu Lts. d. Res.: die Vizefcldw.: Bnn- gard (Worms) im Jnf.-Regt. Nr. 116, Marsteller, (Gießen), rm ^nf^-Regt. Nr. 117, Höhn, (Friedberg); zu Fähnr.: die Unter- ofnz.: Keßler rm Juf.-Mregt. Nr. 116, Lcheel im Jns.-Reqt. Nr. 11 ff Lrngner, Garnisonverwaltungs-Jnsp. a. Pr. in Tarmstadt, Kum Garnrsonverwalttmgs-'Jnsp. ernmrrtt. ^,?^eibank. Donnerstag den 25. Juli, 2—4 Uhr, Mit s Jcr. 1141—1240. „/\?r an, j, Iien l or ^" n 9 und Kunstdarstellung. Ueoer die. es Thema sprach geitern abend im großen Hörsaale de« Umversitat Herr Geh. Med.-Rat Pros. Tr. So mm eA Der Red- ner legte zunächst dar, wie die Kunst in den Familien vererblich mrd zerate an drei Beispielen (Bach, Deiker und Wille, bijd ferner Behauptung. Sodann ging er zur Erl oute rungl der Forschungsrmttel: Ahnerttafel, Ahnenreihe usw. über und wies mathematischer Weise die Ahnen reihe sich aufbauett latzt. Auch eine Tescendenztafel und die Elemente des '?li>"mver- lnstes erklärte der Redner. Die von ihm konstnuerte Ahnenuhr! zeigte, wie anch hier es möglich ist, die Ahnenreihe mit iast mathematischer Besttmmthftt festzulcgen. In zahlreichen Lichtbii ^ern zog zum Safluß die Entwicklung des Staminbaums u. der Wappentafcln mr mrs vorüber, wobei bcsorrders die drei Elemeiite, die in der föe- nealogre vorherrschend sind, Literatur, Malerei und Plastik, Er- läutermig fanden. Hochinteressant waren vor allem di,- Darlegungen des Redners über die einzelnen Stanimtafeln, wie z. B. bet Goethe, Bismarck, Mollke, Zeppelin, Mhn, Bülow u a m., wo llar zutage tvat; wie die geistigen Elemente sich aufl»auten o-be» welchen Einfluß die Vereinigung des Erbadels mit deni bür.-Erlichen Element ausübt. Nur an einem Beispiel sei eine Entwck- lung verfolgt; Goethe. Bettachtet man die Ahnentaiel des großest Dichters, so ergibt sich schon die Richttgkeü der Dchaissc, ch,- l^'h. Med.-Rat Prof. Tr. Sonimer zieht. In der männlichen Linie, also von Goethes Vater abwärts, ttefsen wir nur Handwerker an, wie Sämeider, Sännied usw., dagegen weist die Ahnenfolge der dNnIterH C. E. Textvr, das ausgesproch'n geisrige Elemeitt aicf, denn deren sämtliche Vorfahren stammtm ans einer alten Junstcnsamilie. Erst bei Goethes Vater beginnt bex geistige Einschlag in tx-r männlichen Lime, während die weibliche Linie der Mutter ihn seit Generationen answeist. Somit erscheint llar, daß die geistige Uel,er- legenheit Wplfgang v. Goethes von der nrütterliä)en Linie herstammt und daß diese Blüte in Wolfgang v. Goctlie kaum erreicht worden wäre, wenn der Rat CasMr Goetl-e, der Vater Wolsgongs, Handwerrersanrilin eücgegangen ' hätte. Mit Wolfgang v. Goellie haben alw dre drei Erbmassen des Gonthe- sä>en Geschlechts, Handwerk, Justiz und t,kunst, den Hölrepunkt ev reicht und überschritten, denn nun begrünt der Abstieg. ** D"endlose Weg lautet der Titel des neuen Romans, nnt dessen Abdruck wir in der heutigen Ruinmer des zointtieilbkrttes blüssel zu den Er. cramssen. die tn vollendet künstlerischer Darstellung nntt zwingender Logll cmanbfi folgen. Iwan Iline wandert so, ein Ahasver, auf endlosem Wege, bis die Katastrophe über s,',in' Familie und nnchlrcr über ilm selbst hereinbrrcht . . ., ** Stadttbeater Da ein fiir Svnnta g, Den 28. Juli vorgeseb-nes @>aftu/id der Te-vriiseer ivegerr Einberufling^ verschiedenen- .Mitglieder diese» Truppe aus fallen muh, hat die Direk trän für diesen Tag das dellmnte liebenswürdige Lustspiel „Kom- t cf f »* 0>n rf er 1" uan Schön thmr und >lvppel Ell eld anaeietzt. «xst Änffühnmg hat besou>nos Interesse txitnmfy, daß das Perso- i-al des ^Zad-Na»heilner Ktrr1l>eaters zur Zeit in Fräulein Emmh Abendroth vom OmdNl-ealei Elberfeld eine vorzügllllze Vertreterin, der Titel rolle besitzt. Tiefe Vorstellung findet bei ermäßigten Preisen statt Gießener W a l d b ü h n e. Für Samstag den 2 7. Juli ist als zweite diesjährige Vorstellung der Waldbühne eine Aufführung von Goethes Schüßwspiel „Laune des Verliebte n" und Blumentl>als „T e r s chl e ch t e R u f" vorgesehen, die unter dem Gesamttitel „R o lo ko" gegeben werden sollen Tie Heiden Eimrkter, die wiederum vo,n Personal des Großb. Km-' ldcaters Bad-Ncml)cim unter der künstlerischen Leitung des H rrn garl Bolck ausgeführt werden, dürften besorrdere Anzrehungs Jaft linsiiben, da sie wie geschaffen zur Aufführung im Freien :t>. Räh^res siehe Anzeige. ** Tie Kartoffel Versorgung im neuen Wirtsaialls- tichv Für die .üarwfstlversorgu:ng hat der Staatssekretär des KrieesernöhrrmgsaTNts die Vorschriften des vorigen Jahves nrit verftl/ietaen Aendermrgcn in Kraft gesetzt. Tie ReichSlartoffel- ÜeNe kann, heißt es jetzt, die Lieferung einem Ueberschlus^verba>ü> c^der eiirer Vernrittlungssielle Übertrager!. Tie Reich: karroffelstelle aber die von ihr beauftvagten Stellen bestimmen das Nähere. Tfe Bedarf sverdände sind verpi lichtet, die zu gewiesenen Kartoffel- inen gen am Verladeort abzunehinen. Tie Beamten der Polizei find befugt, in Räume emtuftvtat, in denen Kartoffel gelagert, seil gehalten oder verarbeitet, oder vernrnter werden, sowie in Raume, in denen Vieh gehalten oder gefüttert rvird. 'Tosselbe gilt für Personen, die von der Mnchskartoffelsteile, den Vermitt- luna^stelbm. den Kvmmunalverbänden oder der Polizeibehörde beauftrag sind. Ter .üÄmmunalverband kann vorschriftswidrig be- hirrdi'tte Kattoffelu ohne Enttchädiguug zugunsten des Kommunal- Verbandes für verfalle erlläven. ** Tie neue Seifenkarte. Die Seifenkartz' ist bo- lannklich tn neuer Form porge schrieben. Es sind aber ^noch inrnier ^eiiei^rten im llmlairs. die den Vorschriften nicht enttpvechen. Ter HanDelsmllrisiier b.rt deshalb die Ortsbechördeu mm neuem darauf Hinweisen lassen, bafe die neuen Karten nach Form urrb> Inhalt genau mit dem Mrrster übereinstimnvn müssen hieran näcd auch durch die Bestimmung nichts geändert, wonach bis ans -alleres die Wschnitte für Seifenpnlver nur zur Abgabe der Hälfte der perzcichaeten Itagen berechtigen. Tie 5>erstellimg der Gutscheine für die Händler liegt diesen ob. Tie Ortslxchördcn körmen aiier deren Herstellung übernchrnen. ** Pferdeabgabe bei der Demobilmachung, lieber den Verkam von überzähligen Pferden bei der Demobilmachung bat das stellvertretende Generalkommando Bestimmungen ausgearbeitet. zu. denen die Handelskammer Mainz sich gutachtlich käuf. rt hat. Insbesondere hat die Kvmmer empfohlen, das; die ^assungsbeschnnigungen in städtischen Bezirken von den Handelskammern beziehungsweise einer von diesen ein zusetzende n Fach- l-iertvetung ausgestellt werden und daß in erster Linie der Bedarf der bei der Mobilmachung durch die Pferbeabgabe Geschädigten ifbeA wird, ferner daß durch geeignete Kreditgewährung auch die nicht über Barmittel Verfügenden zur Errverlmng von Pferden i» lnr Lage gesetzt rverden. ** Neue T -Züge Berlin — Kassel — Trier. Re»e Schnellzüge können letzt infolge der verli-älluismästig günstigen Rettiebslagc der Eisenbahnen fast täglich eingelegt werden, selbst ,'ui wette Strecken. So wird schon am 25. Züli wieder eine bo- onders güte durchgehende Verbindung zwischen Berlin und Trier »-bei Magdeburg. KassÄ. Gießen und Koblenz eingerichtet. Ins- Wrnifoerv erhält Koblenz eine besonders gute Verbindung nrit dev Ütüettshauptstvdt Äon Trier geht jetzt ein Nacht-Schnellzug abends fi.Sn, btt in Koblenz 8.51 und in Gieren 11 23 eintrifft. Dieser D-^g wird vom 25. Zug von Berlin bis Trier eingelegt. Er geht von der F-.-w ftchstraste 7.00, von Kassel 2.42, von Gießen 5.36, von Kob- lenz 8 10 und ist in Trier 10.37. Der N-acht-Schnellzug von Berlin, üMilchstraße, 9.31 über Potsdam, Dcagdeburg und Kassel nach Straßburg, trifft in Gießen ^ 03 vormlltags ein. Zum Anschluß h von Gießen ein D-Zug 8 12 nach Trier, an .1.30. Dieser Zug wllt weg. Ter Ansftilrrst wiiB aber durch eine Triebwagcnfahrt ersetzt. ** Die Tage werden kürzer. Nachxnn wir eben der langen Sommertage froh geworden sind, müssen wir uns schon wieder mit der betrübenden Tatsache abfinden, daß die Tage — wenn auch glüch Treis, 23. Irüi. 'Ein bedanerlicher Unfall ereignete sich heilte mittag. Ein 13jähriger Junge machte sich mit einem Hammer an einem französische Zünder zu schiffen. Der Zünder kam dabei zur Enplosion, und der Junge erhielt^sehr schwere Verletzungen an der linken Hand und hem rechten Schienbein, so daß er in die Giestener Klinik verbracht lverden mußte. Ein Onkel des ^Jungen hatte den Zünder gelegentlich eines Urlaubs mll- g-bnocht Kreis Schatten. e Eichel-dort, 23. Juli. Berells seit längerer Zeit hat das in hiesiger Gemeinde gelegene große Sägewerk von Gebr. H,mmelSbach, Freiburc, i. Br., seinen Betrieb vollständig eingestellt, während das erst seit einigen Jahren unmittelbar am Bahnhof zu Nidda angelegte Werk der gleichen Firn« an Raum und Ausdehnung, sowll an Zahl der Arbeiter immer mehr zu^ nimmt Als Grun^ der Stillegung der hiesigen Holzschncideirv wird ein Maschinen defekt genannt, der während des Krieges nuv fel>r schwer sich beheben lasse. Auf jeden Fall wäre es im finanziellen und wirtsckwftlichen Interesse unserer Gemeinde sehr zu bedauern, wenn die hiesige ^Zweigniederlassung ganz aufgehoben! und nach Nidda verlegt werden sollte, zumal ein großer Teil der orbmmdvntben Bevölkerung von hier und der Umgegend in dem S-geioerk stets lohnende Beschäftigung fand. Kreis Friedberg. " Bad-Nauheim. 23. Juli. Dis vierte Sinfoniefvnz<'rt be> NUrkavolle finde: Donnerstag, den 25. Juli im Kvnzertiwnsl Vortragsordnung bringt als Havpkw'rk die F-Tur- v 'ftonw vir. 3 des großen deutschn Meisters Iol>annes 'Iftohms: "old'u^tks lvonzertouverture „Im Frühling", sowie die beliebte Tonvlästung „Moldau" von Smetana. Starkcnburg und Nheinhessen. M D Mainz, 23. Juli. Am Abend des 21. Juni ivurde vii der ^traije nach Hcch.sheim eine Fran tto \ dort von einem S üd.lten an gefallen. Als die Frau dem Soldaten nicht zu Willen war. v>i n ein Messer und versetzte der Frau niech-.-re Messerstich, die dlücklchernege leichter Natur waren. Tie Sache kam zur Anzeige, doä' mnte oer Soldat nich tnmittelt werden. Am ver- bns.men Sv! tag kam tm- Verletzte nach ihrer Genesung da? rrftrmajL ^ lnerher. Auf her Großen Bleich begegnete sie r oou ''. ! : dem sie so ort denjenigen wieder erkannle, der i amlls uper al'c t >m) v.'rl.tz! I>a tc. Sie mrfo'gte hc.t Sol jäten und heu ihn durch einen Schutzmann sestnehmen. Die ,felbgcndarii«rie wurde verständigt, die den Festgenonnnenen ins Militärarresthcms Lderftthrve De» Verhaftete soll ein schwere Junge sein, der noch andere Straftaten mif dem Kerbholz hat. M. T. Mainz, 23 Juli. Die Abgabe der beschlagnahmten Türklinken und Fenstergriife macht sich ein Schwindler zunutze. Angeblich im Aufträge der Nietallmobilmachungsstelle oer füllst er in hiesigen Häusern, die Türklinken imd Fenstergriffe cinzu sammeln. In eiiunn Falle ist ihm der Schwindel gelungen. Kreis Wetzlar. --Wetzlar, 23. Juli. Im hohen Alter von 78 Jahren erlag hier den Folgen einer Lungeiientzündung Generalleutnant z. D. Walter von B e c z w a r z o w s k Y. Der Verstorbene, der 1840 vn Düsseldorf geboren war, gehörte einer altpreußffchen Offiziers- familie an, deren Glieder sich an allen Kämpfen Prenßerr-Deutsch- lands ruhmvoll beteiligt haben. Er selbst nahm an den Feldzügen 1866 und 1870/71 teil. Von 1890—1893 stihrte er als Oberst das Infanterie-Regiment Nr. 40 in Köln. Dann übernahm er dah Kommmrdo der 37. Infanterie-Brigade in Oldenburg. In dieser Stellung war von Beczwarzowsky der unmittelbare Vorgesetzte H i n de n b u r g s, der damals Oberst des 91. Infanterie-Regiments in Oldenburg war. Generalfeldmarschall von Hin- denburg hat seinem einstigen Briadgekommandeur bis an den Tod ein treues Andenken benmhrt und ihm in den letzten Leb^nstagen herzlich Grüße und Wünsch' gffandt. Bei der gestrigen Besetzung auf dem hiesigerr Friedhöfe ennäHute der Gastlich ein Wott 5?rnden-' burgs, das so recht den Dank des Marschalls an den Vcwewigten ansdrückte. Gs l hervorragender Soldat ist mit dem teuren Entschlafenen von uns gegarrgen. Ich werde meinem einstigen, hochverehrten Vorgesetzten stets ein dmikbares treues Andenken bemal)ren. Er vuhe sanft in Gottes Frieden. Feldmarschall von Hindenburg." Wißmar, 23. Juli. Der .64jährige Landwirt Georg M'ühlig hat sich mit seiner Ehefrau, die seit längerer Zeit Spuren von Geistesgestörtheit zeigte auf seinem Kornboden er- b äugt. In einem zurückgelaffenen Briese zeigte der Vater seinem Kindern, 12 an der Zahl, an. daß er die Sorgen und Lasten, die ihm das Leben aufgebürdet habe, nicht mehr länger tragen könne. ra. Aus dem Kreise Wetzlar. 23. Juli. Der gewaltige Vorteil der .Lusammenleguug" hak sich in diesem Jahre wieder veäst deutlich gezeigt. J'i den zusammvugelegten Gem-arkungev 'Konnte bei günstigem Wetter die Henernte glatt durchgesührtl n^ichen. In den andern (Gemeinden dagegen, wo jeder Grundbeifttzer Rücksicht auf den Nachbar nehmen muß. hat sich die Heuerntcj wieder sehr in die Länge gezogen und fällt vielfach mit der Getreideernte zusamnten. Die Zusammenlegung wurde vor dem Kriege von den maßgebenden Stellen mit Nachdruck betrieben, schellerte aber nur zu oft am SBiocvftanbe der Gemeinden Im Kreise Wetzlar ist sie berrlls in großem Maßstabe d-,rrchgefül7rt, andere Kreise haben dagegen mich gar keinen Anfang gemacht. Hesskn-Nassau. = Bad Homburg v. d. H., 23. Juli. Eine vierköpfige DiebeÄxmde aus dem Stadtteil Kirdorf, die schon seit langem im Kreise llsingeu durch venvegene Viehdiebstähle von sich reden machte, wurde bei Wehrheim von der Usinger 0>cnd«rrmerie überrascht und verhaftet. Es lumdelt sich um zivei Famüienvcller und deren 15 bezw. 13 Jahve alte Söhna Tie Bcmde hatte, als sie überrascht ntzirde, gerade in Westerfeld eine Kuh und ein Kalb gestohlen und hatte das letztere bereits abgeschlallstel. K. P. Frankfurt a. M., 23. Juli. Auf behördliche Veranlassung wurde vor dem Hanptvortäl von „Grost-Frankfurt" durch Ausfuhren eine? starken, drei Meter hohen Zwischenwand zwischen den mächtigen Säulen im $>m*CTngmtg ein Unterstand gegen Fliegergefahr geschaffen, der in der Mche des Eschenheimer Turms befindlichen Personen Schutz gewahrt. mr. Frankfurt a .M., 33. Juli. In der heutigen Stadt- verardn wenversammlung kam es zu einer längeren Debatte über die Kleinnrohnungsnrst. Bekanntlich hatte der Magistrat 110000 Mark für die Hersteklling von Kleinwohnungen in augenblicklich leerstehenden städtischen Gebäuden beanttaat. Stadttat Tr. Landmann wies darauf hin. daß man in Frmrkmrt im Gegensatz zu den meisten derttschen Städten von einer Kleinwnhnungsno i nicht sprechen könne, nach der R.ühswohnungszählung seim im Mai in Frankfurt über 1200 Kleinwohnungen zu haben gewesen. Biel begehrter seien größer,- Wohnungen: GllchäftÄvkale seren im Uebrrfkuß twrhcrnden Ter Magistrut habe alle Bvrberellmraen getroffen, um einer Wohnungsnot vorzubeugen: es handele sich um Bettäge von ^nelweren Millionen Mark, deren Bewilligimg aber noch Zeit habe, da augenblicklich der Mattwial- und Arbeller- mangel jede größere Masmahme unmöglich mache. Bon seiten des Generalkommandos sei für den Korpsbezirk des 18. Armeekorvs eine Maßnahme in Vorbereitung, daß in solchen Städten, wo eine drückende Wohnungsnot bestehe, zur Zwmugsreguisition der größeren Wohnungen, die von ihren V'sitzern nicht voll ans- ^cnützt werden, geschritten werden könne. Dem Bau von Hallen im Osthafen stimmte die Versammllmg zu, außerdem wurde der Ankauf der Fremdeuvenfton Teichmühle bei Köppern im Taunus und die Erpachtnng der Cöarniersck^n Liegenschasteu in Friedriä^- dorf zur Entlasttmg der Ner r»e! i hü tan stal ten in Köppern genehmigr. -- H ö ch st a. M., 23. Juli. Zum erstemnal seit Bestehen der Städiwrduung^ 1891, tritt hier der Fall ein. daß auf Antrag eurer Anzalst Stadtverordneten eine dring eiche Stadtverordnetenversammlung ernberusen närd. Tie Versammlung tagt am Donnerstag mch wird sich ausschließlich mit der Wasserversorgung der Stadt beschäftigen. «= Frankfurt a. M, 23. Juli. Zu Tcfanrn für das Studienjahr 1918/19 wurden an der Universllat gewählt: von der rechtSwissensckalllichen Fakultät Prof. Pagenstecher, von der medizinischen Fakultät Pwf. Goeppert, von der philo saPhilllZem Fäkultät Geheimrnt Prof. Panzer, von der nälur- wissenschaftllchen Fakulrät (beheimnat Prof. Freund, von der wirtschofts- und sozialwissenschafttichen Fafflltät Prof. Schmidt. Lingesanvt. ^Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artlkcl übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Postschrckverkchr. Gießen, den 23 Juni 1918. Vor einigen Tagen stand in der „Franks. Ztg." eine Notiz über die Verbreitung des Postscheckkontos im Lß'zirk Frankfurt a. M. Tirhei schnitt Gießen recht gitt ab. es wurde sogar lobend erwähnt lund ihm eine „ausfallend hobt' Anzahl von Koillen" bescheinigt. Wer im Poftscheckverkehr als Rechnungszahler steht, kann das doch mu bedingungsweise unterschreiben. Immer wiedtn erhält er Rechnungen von Firmen, die dem Verkehr nicht an geschlossen sind. Mit diesem vorsintflutlichen Zustand müßte endlich aulgeräumt, dem auch hier waltenden Gesetz der Trägheit erbarmungslos der üftieg erklärt lverden. Der Hinweis daraus, daß man ja ein Bank- Üdnw habe, zieht nicht. Dan BarrkverVehr in allen Ehren, uber seit der Postscheck verkehr für die Kontoinhaber kostenlos geivorden ist — Ntts immer noch zu wenig beachtet wird —, i'l er dem Bankverkehr unbedingt vvrzuziehen Die Rechnungsäussteller werden es sehr bald merken, wie viel rascher ihre Forderungen beglichen werden, wimn sie ein Postscheckkonto haben. F-rcilillz, ein idealer Zustand würde erst erreickft tverden, wenn sich auch die Nechinmgsenrpsänger. Professoveu. W-nmte. Offtziere, ausnahmslos dem Postßchvweröehr ansMiesten würden Auch für sie sind die Vorteile hrndgreiflill)«. Was für eine Ersparnis an Zell. Slmft, Bedienung, bringt allein ber Wegfall des Postsllplters mit sich! Alles, aber- auch alles,.— also auch die RochmmaS^ahlung in der Stadl kann vor lttzmttoinhaber vom grillten Tisch auS leiten mid zahlt dafür nichts, alS den Zinseuverlnsl an der be- sllieidenen Summe, dieser dauernd auf seinem Konto als Guthaben zu halten Int Diese Summe kommt im gan*™ Jahr noch mriit dem Turtl.'clmittsbeilvaa für einen unserer unzädligen vereine, gleillz Ter oft gehörte Einwand, daß der ^Zeamtt chrrrs»s,ämittl,ch keine Euuuchm^m für fern älvnw zu cavarten Hape, ist ohne t^Ktvvcht Tie Hauptsache ist., daß er als i hl mber etteichtett rmrb ES ist sicherlich nurr Bequemlichll-ll, und zun, vh)lisch smvvhl wie gei'N^e. die so manchen unter uns noch abhält, sich dem Verkehr anzu- schließen. Möchten diese Zeilen dun, ltzanoel schaffen, und die Zeit nicht mehr fern fein, wo in i am 1000 äinroohoev nicht nieh wie jetzt die „außalleno h-,i, ' Ziffer om 12 Kontoinhabern kommt, sondern das Doppelt und Dreifache vermiichtes. Ein Raubanfall auf einen Güterzug. * Oberhausen. 23. Juli Honte nacht wurde ein aui der Fahrt von Duisburg nach Ober hausen befindlicher Güte r z u g von bewaffneten Rändern überfallen die mit vorgehaltencm Revolver das Bahnpersonsl zwangen, die Ausräubung ihrer Wagen zuzulassen. Eine vvn der Station Oberhansen abgegangene Hilssmasrlßne, die mit Bahnbeamten besetzt war. ge- tagte am Ort der Tal ein, als die Eäitber noch mit der Forv- schaffung der Säcke beschäftigt waren Es gelang den Bahnbeamten von den gestohlenen Säcken neun zurückzuholen. Die Bande konnte bisher nicht ermittelt werden. * * Frankfurt a O. durch eine Windhose ver'- wüstet. Am Sonrllag zog bei schwerem Gewitter eine Windhose über die Stabt. Sie richtete furchtbare B<'rheerimgen an. Unge- teuerer Schaden an Häusern, Garten- und Parkanlagen, Tele Phon- und Telegraphenleitungen wurde verursacht. Gänzlich zerstört wurde der alte städtische Konzert garten. Tie Baumalleen liegen niedergemäht. VKle Lacher sind abgedeckt. Die Fentterscheiben sind in Trümmer gegangen. Die Straßen sind derattig von eingestürzten Mmiern, Schutt und Steinen bedeckt, daß der Verkehr vollständig stockt. Feuerwehr und Militär haben alle Hände voll zu tun, um Ordnung zu schaffen. _ ^ , — Ein Vorfahr des Liegers von Noyon. Grat Mirabeou, der in den ersteir Tagen der ftanzösischen Revolution eine so große Rolle spiette, kam im Jahre 1773 zum ersten Male nach Berlin. Hier lernte er in der ftanzösrschen Kolonie einen sungen Ulwmacher, Namens Hutier kennen, welcher in dem Geschäfte einer Witwe Tumvulin besllKftigt war. Ter anstellige junge Manr gefiel Mirabeau derartig, daß er ihn zu seinem Sekretär mochte unk ihn mir nach Paris nahm. Dott starb Mrvaboau in den ersten Jahren der Revolution. Hutter aber kam nach lmrger als Nvanzrg Jahren nach Berlin zurück, doch unter ganz besonderen Berhält- nisjen. Noch der Schlacht von Jena wurde Pierre Augustin Graf von Hutter, der ehemalige Uhrmachergehllfe, der es bis zum Generalads utrrnten des Kaisers Navoleon gebracht hatte, Generab- gouverneur von Berlin, wo seine Eltern und Brüder noch lebten. Einer derselben ist der Vorfaljr unseres Generals von Hutier, ba Siegers von Noyon. geworden. Meteoro!ogi|che veobachtungen der Station Liebe«. ■s. = Juli;iir s. 2 | *3 di -3 » S iS. b B •3 1 sj ä'* V 1 •!» dt> 3 r Jt^i! 23. 2"! - 1 20.8 ! 10,6 58 ! _ _ 10 1 Tags m. bedeckt 23. 9» - 16,8 13,9 97 1 — - 10 | zeitweise Regen 24.1 7**ü — 18,1 12,7 82 1 - 5 | nachtsRegensch. Höchste Temperatur am 23. bi» 24. Juli 1913 = -f- C. 18,6* Niedrigste . 1918 = + C. 16,9* Riederschlag 17,5 mm. kehre Nachrichten. Kaiser Karl und König Ferdinand von Rumänien. Wien, 23. Juli. sWTB. Nichtamtlich Wiener Eorr.-Bur. Wie aus dem Haag gemeldet nrijb, veröffentlicht die in Neupork erscheinende „Evening Postt' den Text eines angeblich an König Ferdinand von Rumänien gerichteten Privatbriefes Kaiser Kprls, der in der zweiten HÄlle des Fe brnar abqesandt sein, und die Haltung Rummuens in der Friedens trage entscheideill» beeinflußt haben soll. Wie das Blatt meldet, sek der Brief dem Bcrtteter der Associated Preß in Jassy durch einen Verttauensmißbranch bekannt geworden. In diesem Briefe hchte Kaiser Karl Staig Ferdinand mir herzlichen Wotten auf die großen Gefahren aufmerksam gemallü, die aus der über Osten herein- brechenden sozialistischen Gelle für alle monarchischer» Staatswcsen hervorgehe. Kaiser Karl habe darin die Gefahren ge schildert, die bei der Ausbreitung des Bolsä>ewismus über die ruffische Grenze für Oesterreich -Ungarn entstünden und die in gleicher Weise das rumänisllje Königshmrs bedrohen würden Deshalb sei Kaiser Karl in seinem Briefe dcmll eingetreten, daß der rumänische König sich mit ihm und anderen Monarchen Europas zum Kampfe gegen di^Anarchie vereinige. sAuch hal>e der Kaiser versprochen, daß, falls König Ferdinand die AUllcrtcu verlasse. Oesterreich Ungarn mrd Deutschland ihn in der Wahrung seines Thrones unterstützen würden. Kaiser Karl habe in dem Briefe dargelegt, daß Rumänien von den Alliierten verlassen sei und habe auf dessen hilflose Lage gegenüber den mächtigerr zenttalert Kaiferreilljen hingewiesen. Seinen Brief habe der Kaiser mit folgenden Worten geschlossen? „Ties ist eine Zeit, in der die Könige zusammeristehen müssen.^ Die vorstehenden Mittellungen über den .angeblichen und wie hier gleilli festgestellt sei. m Wirkliäckell nicht existierenden Privat-- briet des Kaisers und Königs an König Fttdinand von ^stumänianl ist vielfach unrichtig. Ter Saä e galt iß fvlgen-der: Eurem im Einvernehmen mit den Verbündeten gestellten Antrag des Adinisters des Aeußern (Grasen Czsrnin enttvi^i^nd. hat Seine k. u. k. apostolische Maiestär im Februar d. I. tamb euren österreichisch d garischen Stabsoffizier dem Körrig von tliumänieu cuff mündlichem Wege eine Mitteilung zugehen tasten. Zu jener Zeit hatten die Mächte des Vierbundes bereits ihren Waffenstillstand mit Rumänien abgeschlossen, der Friedensvertrag mit ter lkkvainr stand lli jenem ^ieupu^llt i:i seiuen Goundzügerl fest urrd dre FriedenSverhandlmtgen nrit Rußland befanden sich in vollem Gange Ter entsandte Offizier errtledigte sich seines 'luftvages dadurch daß er die für König Ferdimrnd lxfftllnmte Wilteiluna Seiner f. u k. apvshvlllllim Aichesttt, eurem, das versönlicke Vertrauen des Königs von Rrvnänien genieß«r.den rumänischen Offizier tzur Wellerl ei tturg Mckarrirtgab. Diese in znnn llcnterreduugen g-o rrrallOcn mündlickien Mttrllun-en, arrs dnren die Jnfornratiorvat KM .VForresponderiten der Associated Preß in Jassy einen Brief des, Kaisers und Königs au König Ferdiumrd llnrscruien ftrben. hatten folgenden Inhalt: Falk der >taig vvn Rumänien slltH zwecks Erlangung eines Frizens au die Mächte des Vier» brnrdes irrenden rvürde. so hätte er keinerr Refus zu fürchten. £*c mm seinem Lande wen äugten Friedensbcdinituiigen würde» ehrenvoll sein Runränien forme, ohne eine Verpsiicknmg zrnn Eirttritt in den Kampf gegen seine bt-rz«ittgen Alliierten zu übernehmen, eine Vereinbarnrrg mit den Vierbrmdmächten zu dem Zweck treffen, gemeinsam! mit ihnen die Gefahreiner internationalen Revolution und A n a r ch i e zu bekämpfen. Aus eurer solchen den Mächtar des VierbnudeS nicht die Verpflichtung erwachsen, Rrunänim in seinem Kampf gegen Rußland Wafftnbilse zu leisten, da der Bierlnrnd sich mll der Sorchetrepriblik nicht mehr irn Kricitszu- stande beffickv- Was dü' Frage des terriiori^ll^'N Besitzstand-.^ Rumäniens aulxgange so bemorfte der errtsandte österreiänsch imgarischc Offizier, t-aß in diesem Stadimn bn-riilvr keine Zusage «geinaclt iverden kömre. daß diese Frage vielmehr, ebenfo nne alle späteren Details den Derhandllmgeu der Brwollmächtrgten vyr- bebaltcn seien. Da der dem österreichrßlp-ungarischen Ossrzrer er- leiltc Anftrag nach ätzeiter-ralv dreier Bdtteilnirgen ettedigi nmr. erklärte dieser lüerrnit seine Mission als beendet Wie bekam«, bat die eumärttsche R^ncrung ffrn-tz «>rvmls den Vii'ttMmvrmöchten ilwen Wurrsch nalli Eullemurg der ttxiedenBdevlpmtchom» beLaoot geben lchjeil. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, meinen innigstgeliebten, herzensguten Mann, unseren lieben, treusorgenden Vater, Bruder, Schwager und Onkel Gastwirt Hermann Otto im 49. Lebensjahre heute mittag 2 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Todes-Anzeige. b Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Otto geb. Wacker. Gießen (Klinikstraße 21), den 23. Juli 1918. Die Beisetzung findet Freitag den 26. Juli, nachm. 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten herzlich, von Beileidsbesuchen abzusehen. Western morgen entschlief sanft nach kurzer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit mein lieber, hoffnungsvoller Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel herrpeterveutsch im Alter von 52 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: P| Familie Deutsch. 11 tv 5533 D Staufenberg, Fronhausen, Nieder- walgern, Gladenbach, Erdhaufen, Gießen, den 22. Juli 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag den 25. Juli, nachm. 4 Uhr, statt. Heute morgen verschied sanft und unerwartet nach kurzem, nur 5 tägigem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder^ Schwager, Onkel und Pate Statt besonderer Anzeige. ü Herr Jakob Jung XI. ^ . Oestern nachmittag entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 44. Lebensjahre meine innigstgeliebte Frau unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Schneider Landwirt und Gemeinderatsmitglied im 67. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Margarete Jung geb. Schmandt Georg Jung Wilhelm Jung, z. Z. im Felde, und Familie nebst allen Verwandten. geb. Prelß. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Martin Schneider, König!. Zugführer Gießen, den 24. Juli 1918. S 8 ‘ Die Beerdigung findet Frei lag den 26. Juli, nachmittag, 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Holzheim, Langgöns, den 23. Juli 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag den 25. Juli, nachmittags 2 Uhr, statt. Zahnarzt Metz ist verreist ** bis 12 . Tluguft. ^ Nehme von heute ab meine 1 Praxis wieder auf. orsetien in ailea Weites von 7,50 bis 30,00 flk. Wir haben noch ganz besonders schöne Qualitäten undgute Formen. \ff7odehau> t i \übmort 'i > *' äieiien S- Sprechst. nur werktags 9-12 u. 3-5 Uhr. ELVIRA JOST Ww., Dentistin, i Gießener Haussrauen-Berein. Di e Ges chäftsstelle befindet sich jetzt Plockstratze 5 *^j| im Hause des Herrn Architekten Rinn. aduS! ^trii^ iCai>tnaä un-> Donnerstags, nach- Die Vorsitzende. Laie Heute Zlittvoch. 8 Uhr: Familien-Konzert COCCOQOOCOODOOOC 'jngen empfehlen 5383 Brüder Schmidt Selterswef 83 . xrrrrn o ^rnrrrv- rr i Ausgabe von Kaffee Ersatz. 2lusgabe Nr. 5. Nvin 25. 31. d. M. erfolgt in den Kleinhandels- Geschäften der Stadt Giehen die Ausgabe des Kaffee. Ersatzes gegen Vorlage des Bestellausweises zur Lebensmittelkarte und Ablieferung desBczugSabschuittes Nr. 5 . Emzelne abgetrennte Marken Nr. 5 sind ungültig und be- rechtlgen nicht zum Empfang non Kaffee-Ersatz. Es ennalleu auf den Bezugsabschnilt Nr. 5 125 Gramm Kaffee-Ersatz. 2 ver bis zu dem festgesetzten Zeitpunkt den Kaffee- Ersatz nicht abgeholt hat, har keinen Anspruch mehr darauf Dke Kleinhandelsgeschäfte haben die Bezugsabschnitte Nr. o bis spätestens 3 August 1918 an das Städtische Grt fl ^ rn * > t n ( A ♦ O l «IM QU 4 4 . . .• t fYA . l r ' ’ V * Vermietungen Wobasag, WUhetostz. IO p., 2EntrefolL^ z.vrm. ^-.frankfurter Sir. 29. i Zu einer täglichen Botenfahrt auf der -Dahn wird für nachmittags Schön gelegenes gemütl. Wobn und Schlafzimmer am liebsten an nur befferen Herrn zu vermieten. Näheres ^elterswcg 22. HI. 03672 echön möbl. Zimmer z. vm. 03b// Löberttraire 6 p. Li 2 k. urödl. Ztm'ver zu verm. 0!J679 Kreuzplatz 6. H. laäe« m.Vodmmg zu verm. frankfurter Str. 62. Mietypsm; M Bcamtenfamrlie sucht 3- bis 4-Zimr. Wobng. z. 1. Sept. od. 1 Okt. Schriftl. 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Ter Oberbürsermeistec (LeLenSmrtteümlt). (flenr. 1996). II. Gastspiel des Kurhaus- ftaleps ßad-Nauiieim Samstag, 27. Juli 1918, nachm. 3'/« Ubr: Schäferspiel von Goethe. Hierauf: Oer schlechte Ruf Rokoko-Scherz von Blumenthal. Spielleitung. Karl Volck. Preise der Plätze im Vor- verkauf ber Ernst Ehallier: 2,50, 1,75, 1,40, 0,60, 0,40 Mk., ??^ber Waldkasse ^ 3,00, 2,20, 1,80, 0,75, 0,50 5529c Df. Berutzett. geeigneter Mann auch striegsinoalide. zu baldigem Eintritt gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Hiesiges Bankhaus sucht eine IScamtin mit guter Handschrift, die bereits im Bankfach tätig war, sowie eine junge Da ine die das Bankfach erlernen will. Schriftliche Angebote uuter o523 an die Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers. K n e ch t gesucht.' 5535 Schäfer, Licher Strahe 9. iauch Schülers gesucht 03619 Schulttrahe 6. Buchhalterin Die Obergäffer Schäferei- Gesellschaft lucht z. 1.Oktober zuverlässigen Schäfer. Nähere Auskunft erteilt Wilh. 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