Nr. m Ter Ebener erschein! täglich, außer Sonntage. - Beilagen: StetzenerHamiliendlütlerr Kreisblatt für -en Kreis Sietzen. vezngspreir: monatl. 53! 11 .20, viertei- iährllch Mt. 3.6». t>urcf) Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.10. durch die Post Tlt. 3.60 viertel- jährl, ausschl. Bestellg. Fernsprech - dlnschlüsse: ArdieSchriitlelungllZ verlag,Geschästsstelleb1 Anschritt fürDraytnach- richten: Anzeiger Siegen. Erster Blatt (68. Jahrgang » Postscheckkonto: 5ranksurt a.M. U686 Zwittiugsrunddnlck u. Verlag: Vriihl'sche Univ er für Oberhe n. Steindruckerei R. Lange. Zchriftleitnng, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, . Beck; sämtlich in Gießen. Vankverlehr: Gewerbebank Gießen Deutsche Vorstöße pteplif und östlich von Reims. (WTB.) Grobes Hauptquartier. 15. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Südwestlich von Ypern griff der Feind gestern früh nach starker Feucrvorbereitung an mrd drang in geringer Breite in unser Kampfgelände ein. Beiderseits der Lys tagsüber Artillerietätigkeit. Sie lebte am Abend auch an der übrigen Kwnt auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne blieb die Gefechtstätigkeit lebhaft: Oertliche Jnfanteriegefechte südlich von St. Pierre- Kligle und int Savieres-Grunde. Leutnant Löwenhardt errang seinen 35. Luftsieg. Der Erste Generalauartiermeister L u d e n d o r s f. * Der Abendbericht. Berlin. 15. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Südwestlich und östlich von Reims drangen wir in Deile der französischen Stellungen ein. Stehen wir am Beginn der neuen, vierten deutschen Offensive dieses Jahres? Französische Blätter warten, wie sie schreiben, schon seil einigen Tagen darauf, und ein Pariser Mitarbeiter des „Seoolo" meldet: „Seit einigen Tagen wird in Frankreich ruhig und entschlossen die neue deutsche Offensive erwartet. Der neueste deutsche Abendbericht, vom 15. Juli, meldet bedeutungsvoll: „Südwestlich und östliche von Reims drangen wir in Teile der französischen Stellungen ein." Die französische Meldung vom selben Tage, nachmittags 3 Uhr, lautet etwas ausführlicher. Sie spricht von einer im Gange befindlichen Schlacht von Chateau-Thierry bis Main de Massiges, einer Front von ungefähr 80 Kilometern. Man kann natürlich noch nicht sagen, daß dies den Beginn der deutschen Offensive bedeute, deren Hauptstoß möglicherweise an einer anderen Stelle einsetzt. Es ist von einigem Interesse, an der Hand des bekannten Militärkritikers des Berner Bundes" die augenblickliche Lage durchzugehen. Siegemann schreibt in der Sonntag-Nummer des Blattes, der linke Heeresftügel der Entente sei und bleibe der eigentlich strategische, und aus ihm werde die Lage des rechten Flügels bestimmt. Kämpfe an der dünnbesetzlen Vogesenfront könnten möglicherweise erst im Jahre 1919 einsetzen, falls dann entsprechend starke amerikanische Streitkräfte erscheinen würden, um politische Erfolge vorzutäuschen und Ziele auszustellen, die in greifbarer Nähe zu finden wären". Also wohl die „Befreiung" Elsaß-Lothringens: ,Zerrte," so fährt der Berner „Bund" fort, „bleibt die Entscheidung cm die Schlachtanfolge gebunden, die zwischen Verdun uüd Mern ausgekämpft wird und zunächst! den Abschnitt Ypern- Reims erfaßt hat; in diesem Abschnitt verfügen die Engländer noch über eine stark beengte Verteidigungsstellung zwischen Amiens und Poperinghe, die Franzosen über die auf Paris gestützte Zentralstettung Beauvais-Senlis-dNeaux und den starken Stützpunkt der Miontagne de Reims, der durch die Stellung auf dsr Chankpagnehügeln gedeckt wird. Die englisch-irairzösischen Hauptkräfte stehen in diesen Linien gebunden, in die sie seit dem 21. März von den Deutschen zurück- gedrückt morden sind. Die vierte große Angriffsschlacht hat keinen andern Zweck, als die Zertrümmerung dieses Hauptkräfte fortzusetzen, und die deutsche Heeresleitung wird dabei geographische Ziele wohl nur aus operativen Gründen ins lAuge fassen, wenigstens läge das unseres Erachtens iw der strategischen Enttvicklung begründet. Atiders die französische Heeresleitung; sie muß gewisse geographische Punkte um j den Pre's verteidigen, da sonst schwere Folgen über sie kommen können. Sie wirb an Poperinghe, Hazebrouk, Doullens, Arras, Amiens, Villers-Cotterets und Reims sesthallen müssen, solange sie irgend famt, und darf die Schlacht nicht mehr iit eine große Rekonzeutration münden lassen. Gerades das ist ein gewisses Schwächctnoment, denn eine solche Verteidigung erfordert große Opfer. Eigentlich kann Foch diesem Dilemma nur entgehen, wenn er entschlossen die Handlung an sich reißt und statt zu Teilangriffen zur allgemeinen Offensive übergeht. Natürlich können Außenstehende nicht darüber urteilen, ob der Augenblick hierzu schon gekommen ist; auch dieser Augenblick wird durch den von den Deutschen geübten strategischen Zwang bestimmt. Aber es liegt nahe, anzunehmen, daß er auch verpaßt werden kann. Darüber wird der Feldzug des Jahres 1918 vielleicht endgültig entscheiden." Der öfterreichisch-nngarische Tagesbericht. Wien, 15 Juli. (WTB.) Amtlich wird verlautbarl: An dcn Gcbn gsfrontcn ist beiderseits die Artillerretätitz- keit lebhaft. Der Chef des Generalstabes. Französischer Bericht vom 15. Juli, 2 Uhr nachmittags. Nach einer kurzen Artillerie-- vvrbereckung griffen die Deutschen heule Morgen von Chateau-Thierry bis Main de Massiges an. Unsere ^suppeir halten den Anstoß des Feindes auf einer Front von zrrka 80 Kilometer tapfer aus. Tie Schlacht iriimnt ihren Fortgang. * Amerika «nd Frankreich. Washington, 14. Juli. (WTB.) Meldung des Muttchen Bureaus. Zum französischen National- f e st sandte Präsident Wilson dem französischen Volke eine Botschaft, daß die Vereinigten Staaten stolz seien, mit Frankreich in den Waffen und im Ziel kameradschaftlich vereint zu sein. hertlings Rede im Spiele! der feindlichen preffe. Paris , 14. Juli. (WTB.) Meldung der Ageuee Havas. Die Matter stellen allgemein fest, daß die Rede des Reichskanzlers Grasen H -e r t l i n g Lein sensationelles Ereignis darstelle, landern lediglich beweise, daß die Politik des Deutschen Reiches imverändert bleibe und daß eine vollüimmene Uebereinstimmung herrsch zwischen der Regierung, der Obersten H'^eresl-eckung und dem Reichstage. gegen den, wie „Petit Journal" sagt, Gras Härtling unztveifelhaft eine Partie gewonnen habe. „H o m m e l i b r e" fragt, ob Graf Herlling seine letzte Rede !nicht sür sich selbst gehalten habe, denn es sei offensichtlich, daß Hertlckgs Tage gezählt seien. Die Rede spiegele unbestreitbar das Bedürfnis nach Frieden wieder. Dir Blätter besprechen besonders die Stelle, an der der Kanzler erklärte, er sei bereit, sein Ohr ernsthaften Friedensvorschlägen zu leihen mb sie im Kernen Kreise auzchöven, sie versiä-ern aber sämtlichldie Gnteute swerde nicht in die Fälle gehen, in der sie alle ihre BmNeile verlieren würde und die vor allem dazu bestimmt sei, hie Alliierten zu trennen. „Der Keine Kreis," sagt „R adical", „ist eine veraltete Me- thode, nach>em alle Völker sich erhoben haben zur Verteidigung des Rechtes. Das Abenteuer Czernin—Värrbon—Karl l)a! zum Ueber- fluß erwiesm, daß die Allirerden den Vorteil haben, über die Einzelheiten des Friedens ohne Rückhalte öffentlich sprechen zu können urib daß sie davon Gebrauch machen." „H u m a n i 16" und „Lanterne" firrtb nicht minder deutlich. Die -ecstere Zvitung schreibt: „Wenn die Mliierten in Verhandlungen in einem beschränkten Kreise und in geheimer Form eintretenj würden, wozu Graf Hertling sie mit Zrlstirumung Ludondorffs auf- Fordert, so würden sie sich sehr schnell^ unter dem Druck eines zwecken Brest-Lckowsker Vertrages befinden. Ein gerechter und dauerhafter Friede ist ganz ewas anderes." , Lauternd fva-gt. ob Clemenceau das Recht habe, zu agen, die Deutschen seien nicht so stark. Wie man glaube. Unter diesen Umstanden sei es offenbar, daß der Kanzler naiverweise eine große Furcht verrate und nicht vor den Völkern verhandeln wolle. Das ,Fournal" faßt die Angelegenheit als ein von den Alldeutschen abgegebenes offenes Gingest ändis ihrer Ohnmacht lauf. Diese erwarteten imn von der Hckckerlist der Ver- hatrdlungen einen Amen deutschen Frvchen. Sie stellten jetzt die Lösung durch die Gewalt beiseite und stimmten einer beiderseitigen Besftvechung zu. Das Blatt fügt hinzu: „Eben weck sie das unbedingte Vertrauen bat, eines Tages den Frieden diktieren zu können, lehnt die G.ctewe es hartnäckig ab, ihn zu erörtern. Der deutsche Generalstab ist trotz seiner Siege der Zukunft metrig sicher." Der „M a t i n" stellt gleichfalls fest, daß der Kanzler viel vom Standhalten und Durchhalte?!, aber nicht mel/r von: Siegen sprach. Amsterdam, 1ö. Juli. Reuter meldet aus London: Tie englischen Blätter Dergleichen die Reden Hertlings und Lloyd Georges und fagat etwa: Tie allgemeine Richtung der Politik Hertlings ist llar. Er würde gern die Freiheck des Handelns im Oslen erlangen, um jrine Macht int Westen auszunutzen. Er vergißt dabei, daß President Wilson und d-ie britischen Arbeiter diesen Plan schon langst durchschaut und rundweg erklärt haben, daß dies garz unzulässig sei. Sie lehrten es ganz und gar ab, Belgien ober die besetzten Gebiete von Frankreich aE Pfänder anzusehen. Lloyd George und Wilson haben der Welt ganz llar mitgeteilt, was wir wollen. Tie letzten Reden in Berlin zeigen nur, )voran Deutschland sich gern Kammern oder was es als Reserve festhalten möchte, je nachdem die Friedensvethandlnngen in seine Politik passen oder nicht. Tie Blätter schließen damit, zu erklären, daß der Krieg nicht eher arff- hören werde, als bis der deutsche Kanzler sage, daß Terckschland bereit sei, für BelgienSchadenvergütung und Sühne zu leisten. Graf Burian über die Kriegsziele und das Bündnis mit Deutschland. Wien, 15. Juli. (WTB.) Tie den beiden'Ministerpräsidenten vom Minister des Aeußeren zugegangene Mitteckung über seine Auffassung der auswärtigen Lage besagt u. a.: In den geguerisckicn Kriegszielen erckvmot wnr drei Gruppen von Bestrebwtgen, mit denen versucht wird, das Fortsetzen des blutigen Ringens zu recht- fertigen: 1. Freiheit aller Völker, die einen Weltbund bilden und tchve Streitigkecken drnftig schiedgericlstlich austrugen; 2. jede gegenseitige Beherrschrng muß ausgeschlossen sein; 3. Gebietsveränderungen auf Kostet, der Mittelmächte. Außerdem, insbesondere bezüglich Oesterreich-Urgarns, innere Zerstückelrntgen zum Zwecke der Bckdung neuer Stratstvesen. — Sachlich sljehen zwischen den krtegführenden Parteien eigentlich nur die Ziele territorialer Natur. Für Gerechtigkeit, Freiheit, Ehre, Völkerfrieden und Gleichberechtigung als Gebote einer zeitgemäßen politischen Auffassung wollen wir uns selbst entsetzen. Auch besteht in diesen allgemeinen Grundsätzen kaum ein Unterschied. Auch den neuetr vier Punllen Wilsons werden wir wann zusammen könnett. Wir sind immer bereit, mit allen Feinder in Friedensverhandlturgen einzutreten. Sühne für getanes Unreot können wir ihnen gegetiüber mit viel mehr Recht verlangen: deatt wir sind die Angegriffenen. lieber das Bündnis mit Deutschland sagte Burian: Tie ins GemeinbeMtßffein gedrungenen Grrfaljnotgen aus langer Büudniszeck veranlassen uts zu einem Ausbau des Bündnisses streng im Geiste des allen Vertrages inc Einllang mit den Wünschen der überwiegenden Missen der Völker in befriedigender Lösung aller aus dem Kriege ctstandetten Fragen. Ter neue Bündnisvertrag soll die vielfachen wirtschaftlichen, militärischen und sonnigen Beziehungen den geärderten Verhältuiffen ampaffen sowiS die mit der Wiedergeburt Poens zusammenhängenden Fragen unter Rücksichtnalnne auf die Wünsche der Bevölkerung lösen; und über den Verhandlungen schwebt als oberster Grundsatz die Sou- veränckcck die volle Parität urd Unabhängigkeit der vertragschließenden Mächte. Das Bündnis soll auch klptftighrn gegen niemand eine Bedrohung oder Unftemcklichkeit bedeuten. Aeußerungen des türkischen Botschafters In Berlin. W ie n, 15. Juli, (WTB. Die „Neue Freie Presse^' veröffentlicht in einem Berliner Dlegrcrmm Aerchertmgen des dortigen türllschen Boffchafters Hakki Pascha, die dieser zch dem vr Berlin weilenden Chefredakteur des „Hial" Nehmed Ali Tewsil Bey gemacht hat. Hakki Pascha sagte u. a.; Ich bin fest über- Mtgt, .daß wir mit Bulgarien M einer vollständigen Ueber- einknnst über alle auf der Tagesordtrung stehenden Fragen kommen werden. Was das politische Verhältnis zwischen den Mittelmächten betrifft, so kann ich 'nur sagen, daß diese Beziehungen dm höchsten Gipfel der Herzlichkeck erreicht haben, da ja diese drei Mäckw geeinigt sind durch einen festen Vertrag, der die Probe seiner Kraft gäiefert hat. Ich bin überzeugt ,daß dieses Bündnis nach dem Kriege sich nicht auflöst und von langer Dauer sein wird. Für die wirtschaftlichen Beziehungen ist zu wünschen, daß sie sich immer inniger gestalten. Ich bin überzeugt, daß Deutschland und Oesterreich-Ungarn weil davon entfernt sind, das türkische Reich als einen Gegenstand der Ausbeutung zu betrachten, daß sie vielmehr dazu beitragen werden, die Türkei wirtschaftlich in die Höhe zu bringen. Ueber die Schlachten in Frankreich sagte Ham Pascha: Einer der beiden Feinde, nämlich Frankreich, kann eine vollständige und endgültige Niederlage erleiden, aber man muß zugestehen, daß, wenn Frattkreich auch außer Gefecht gesetzt wäre, Großbritannien wahrscheiickich noch den Krieg fvrlsetzen würde. Um nun den furchtbarsten und verbissensten unserer Feinde zu besiegen, wird es notwendig sein, ihn in seinem asiatischen; Reich zu treffen, wlo die englische Herrschaft aus dem Prestige Englands beruht. Wenn die jetzigen großen Schlachten von einem vollen Erfolg gekrönt wären, so glaube ich, daß dies unserer Koalition ermöglichen würde, alle Maßnahmen zu treffen, um England im Orient zu besiegen. Es wird kein allgemeiner Friede sein, solange England nicht wird Frieden machen wollen. Wenn aber diese Macht sich entschließt, den Kamps zu beendigen, so glaube ich nicht, daß die Vereinigten Staaten von Amerika darauf bestehen werden, den Kamps fortzusetzeit. Ich halte somck den Abschluß des allgemeinen Friedens sür gesichert, wenn der Krieg im Orient eine Niederlage Großbritanniens herbeiführep würde. Die Ernteaussichten England». Bern, 15. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Während die letzten amllichen Berichte die Ernteaussichten Großbritanniens als im ganzen befriedigend bezeichnen, lassen vereinzelte nichtamlliche Bemerkungen in der englischen Presse erkennen, daß der Stand des Getreides infolge Regenmangels trug mistig ist. Bemerkenswert ist eine Zuschrift Lord Rutlands in der vom 9. Juli, in der er empfiehlt, die Geistlichkeit zu veranlassen^ öffenlliche Gebete um Regen zu verlesen. Rutland schreckt: Was eine wckllich gute Ernte zu weichen versprach scheint jetzt eine sehr mäßige zu werden. Zwei Monate lang ist kein nennenswert« Regen gefallen. Das aus leichtem Boden stehende Getreue geht von Tag zu Tag zurück; an einzelnen Plätzen verdorrt dos Getreide, auf sehr schwerem Boden steht es besser. Die Wurzelsruchte sind am Verschmachten. Wenn nicht bald ein starker Regen von 48 Stundeit oder mehr kommt, droht anscheinend eine gefährlich schlechte Ernte. Die einzige Ernte, die außer der KartoffclerTtte gut zu werden verspricht, ist die Heuernte, uitd meines Wissens vermag Heu in der Volksernährung nicht dett Platz von Korn und Gemüse auszufüllen. Offenbar sind daher Gebete um Regen jetzt eine dringlichere Notwendigkeck für das Land, als alle Buß- mrd Fürbittegottesdienste. Kundgebungen englischer Arbeiter. London, 14. Juni. (WTB.) MÄdung des Reuterschcn Bureaus. Zu Ehren Frankreichs ist Sonntag nachmittag von dem englischen Arbeckerverbande im Hyde Park eine Kund ge bun g veranstaltet worden. Es wurdet: Entschließungen angenommen in denen der Entschluß ausgesprochen wurde, mit Frankreich Schulter an Schulter zu kämpfen, bis Elsaß-Lothringen wiederhergeftellt und der preußische Militarismus volkstärrdig vernichtet sei. Die Redner wiesen den Gedanken zurück, mit den feindlichen Sozialisten Besprechungen auf der Grundlage ihrer Antworten auf die Kriegszieldenkschrift der Arbeiterkonferenr der Mliiertmt anzuknüpsen. Die sozialisttsche Kundgebung am Trafalgar Square zu Ehren der Mliierten, an der die Sozm- listenführer Tillctt, Thorne und Hyndman und Vertreter des ame- rikauischen Sozialistenverbandes teilnahmen, nahm eine beifällig begrüßte EntscUießung an, worin erllärt wird, daß die A r b e i t e t Londons sich eine m jeden Frieden Widersetzei« werden, bisdieHohenzollernund dieHabsburger militärisch vernichtet seien. Trotzdem sie eckien Frieden ohne .inlverialiftische Erweckerungen und Kriegsentschädigungen wünschten, so versicherten sie doch, daß kein Friede ohne volle Entschädigung für die von den Deuffchen angerich- teten Verwüstungen tntb den Wiederaufbau der Gebiete der nied«- geworfenen Nationen ausreick-end sei. In diesem Sinne wurden Botschaften an Clemenceau und Wilson abgesandt. Der Sozialist Thorne erllärte, es sei llug gewesen, daß Trölstra der Paß verweigert worden sei, denn es sei sicher, daß TrSIstru in eitlem hettnlichen Einverstätümis mit dem deutschen Auswärts« Amte steh«. Das Dvllrment, das im Juni 1917 in die Hände d— Der Großherzog hat am 13. Juli den Ober- lehrer an der höheren Bürgerschule zu Nidda Wilhelm Klink zum Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheim mit Wirkung ^.August 1918 ab, und den Buchhalter bei der Hauplstaats- «Ne Wilt-elnr Wämser zu Tarmstadt zurü Ministerialregistrator b« dem Ministerium der Finanzen mit Wirkung vom 16. Juli ^ I. an ernannt. — Ter Großherzog hat am 13. Juli d. I. dem Mrnilterialregistrator bei dem Ministerium der Finanzen Rech- »mnasrat Eduard Eggert zu Darmstadt auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit mit Wirkung vonr 16. Juli u. I. an, den Kreisgeometer Karl Henkel in Grünberg aus sein Nachsucherr wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 15. Juli l. I. an in den Htuhestand versetzt und den Landeswob- nungsinspektor Gustav Gretzschel zu Tarmstadt aus sein Nach- sucheit mit Wirkung vom 1. August 1918 an unter %ncrtauumg lernet treuen Dienste aus dem Staatsdienste entlassen. — Mit I Allerhöchster Erniächttgung Sr. Känigl. Hoheit des Großherzogs wurden zugeteilr: Finanzamtmami Finanzrat Kriegk dem Finanzamt Darmsladt I, Finanzamtmann Finanzrat Platz dem rzananzamt Mainz III, die Finanzamtmänner Fourier dem Fr- ucmzamt Offenbach I, T i ck o r e dem Finanzamt Gießen, Nicola i dem Finanzamt Mainz I, B ä u m e r dem Finanzamt Groß- Gerau, Bühner dem Finanzamt Mainz I, Blechner dem Finanzamt Worms I, Schmidt dem Finanzamt Friedberg; die Fmanzamtsassistenten Köhler I. dem Finanzamt Tarmstadt I, Köhler II. dem Finanzamt Tarmstadt I, Irlenborn dem Finanzamt Friedberg, Metz dem Finanzamt Mainz I, Leonhard dem Finanzamt Mainz I, Lehr dem Finanzamt Gießen., S e i p dem Finanzamt Offenbach I, Klinglet dem Finanzamt Mainz I, Schalk dem Finanzamt Worms I, Dex he i m e r dem Finanzamt Offenbach I. ** Gastspiel im Stadttheater. Es sei hiermit nach- mate ausdrücklich auf das am Mittwoch den 17. Juli, abends 8 Uhr, im .Ltadttheater stattfindende Gastspiel des Wandertheaters des stellvertretenden XVIII. A. K. zum Westen der cheimkeh- renden Kriegsgefangenen aufmerksam gemacht. In dem bunten Teil des Programms werden Lieder, ernste und humoristische Vorträge zur Wiedergabe gelangen. Das Spiel ,,Treue um Treue" bretet ein hübsches, flott geschriebenes Bild aus der heutigen Zeit. Tie feldgrauen Darsteller t-aben bereits in anderen Städten mit großem Erfolge die Aufführungen zur Darstellung gemacht. Es dürste darum auch hier dem Publikum ein besonders genußreicher Abend bevor stehen. Es wird empfohlen, sich rechtzeitig Eintrittstarten an der Kasse des Stadltheaters zu besorgen. .^Richtpreise für eingelegte Frühgurken. Die Reiche stelle für Gemüse und Obst teilt im Einverständnis mit dem Krregsernahrungsamt die Preise nrit, welch? von den Einlegereien für eingelegte Frühgurken genonunen werden dürfen. Die Preise und nach den Ursprungsorten abgestuft. Wie im allgemeinen bei Einige und Obst der (strzgiger, so darf aus) bei Frichgurlen die Mmegevel die für Grost- oder Kleinhandel festgesetzten Preise nehmen, wenn sie dessen ^lusgaben beim Absatz an Kleinhändler oder Verorauck>?r übernimmt. Die Kleinhandelspreise selbst betragen für für die Einlegereien in den Erzeugungsgebieten Lübbenau "-o Mk., Kalbe, Naumburg 0,23, Liegnitz, Großengottern 0,20 ^ Een mrderen Erzeugungsgebieten außer Süddeutschland 0,23 de" ErMlgurmsgebieten außerlzalb derselben: Lübbenau U,oü M?., Kalbe, Naumburg 0,25, Liegnitz, Großengottern 0,23, Es allen anderen ^Erzeugungsgebieten außer Südbeut schland 0,25 s ral -c? dle süddeutschen Einlegereien sind die folgenden, nach der Große der Gurken /unterschiedenen Richtpreise festgesetzt worden: E die Einlegereien innerhalb und außerhalb der ErzeugeroebietL ffLfttS ^oße von nicht weniger als 4 Zentimeter 0,08 und 0M Mk. von nicht weniger als 6 Zentimeter 0,12 Mk., von nicht N^nger ccks 8 Zentimeter 0,13 und 0,15 Mk., twn nicht weniger 0,16 Mk. lund für größere Mare 0,20 ™ 0,23 Mk. Überschreitungen der Preise sind nur in Ausuahme- mtcv Zustimmung der Reichs stelle für Gemüse und Obst Wtas jrg. fteltt Kri egsschaden fest? Zur Feststellung oder ErstaMing von Kriegsschäden bestehen ftmf verschiedene Behörden rn Berlin, lieber diese und deren Zuständigkeit gibt jetzt ern neues amtliches Verzeichnis Auskunft. Tie Geschäftsstelle für Luslandsforderungcn bearbeitet Forderungen gegen Schuldner im Ausland zur Zeit des Kriegsausbruchs. Ti? ReichS-Entschädigungs- kommission stellt die Entschädigungen für Beschlagnahmen fest, dre rm Namen des Reichs in den besetzten feindlichen Gebieten. Reichskommissar zur Erörterung von Gewalt- tattgtetten gegen deutsche Zivilpersoiien in Feindesland stellt die Schaden von deutschen bürgerlichen Personen in Feindesland fest, p nimmt auch Anmeldungen von Ansprüchen von Ausländsdeutschen und von Forderungen der Deutschen im ReickBgebiet an, die an Unternehmungen in Feindesland beteiligt sind Als Landeszentralbehörde stellt das Ministerium des Innern die Schä- fom innerhalb des Reichsgebiets fest. Das Reichsschiedsgericht für Kriegswirtschaft setzt den Uebernahmeprcis für Gegenstände fest, awr^n ^^^bedarf rm Reichsgebiet enteignet oder beschlagnahmt Landkreis Gießen. entod gestorben und nach erfolgter Um- bettung ^ letzte Richeftätte auf einein Kriegerftiedhof gefunden hat o ^-^Elskrcchen 15. Juni. Mit dem Eisernen Kreiiz 2. Klasie mitte der Wehrmann August Schmaus ausgezeichnet. Seine Brüder Heinrich und Christian Schmaus sind bereits bem Eisernen Kreuz 2. Klasse und der Hessischen Tapfcr- kerlSMedaillc ausgezeichnet. ^^^adenborn, 15. Juli. Kanonier Harnisch erhielt die Hessische Tapserkertsmedackle, früher das Eiserne Kreuz 2. Kt. Kreis Büdingen. r m, 15. Juli. Fürs Vaterland starben aus hiesiger Gemeinde der (Kanadier Heinrich Schönhals, Inhaber o? -^islschen Ta Pferkei tsmedaille, der Vizeseldwebel Heinrich \ Erswren Kreuzes, der Hessischen Tapferkeitsmedaille uno des Hessischen Eisernen Kriegsveft>ienstkreuzes. und J?F [ Ztegmatut. — Büdingen. Auf Ur- S5^A a fürstliche Rentamtsassistent Gefreiter Heinrich F ü g. Dre Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Hermann - 7 ^/user. — Nrdda. Tre Hessische TapserkeitsmedaiNe, früher oas Eiserne Kreuz, erhielt der Unteroffizier Fritz P f a n n m ü l l e r. ^^^^chmitten. Musketier Rudolf Uhl erhielt das Eiserne Kreuz. Kreis Friedberg. cr>. jL$ T i e . bb .!L T £' Juli. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Heinrich Tamm. — Södel. Das Eiserne Kreuz erhielt der Fahrer Fritz L r st mann. — Ockstadt Das Eiserne Sltm und die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gcfreitei Johann Grimmel. — Nieder-Rosbach Fürs Vaterland starb der Lehrer Adolf Schmalz haß Leutnant d. N. imd Kom- paginenchrer, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen, tapferkeitsmedaille. 4 Starkenburg und Rheinhessen. M Ü --EIL Vor einiger Zeit hatte eine Frau aus Nackenheim chrem zfm, der Johannisbeeren im Felde «ttwendet ZEe, lrrtt einer Axt schwere Verletzungen am .Kopse beigebracht. 1 * iuug'tcn Kinde in fcen Rhein. Das Kmd ertrank, wahveiid die Mutter von Soldaten °2ÖS C B™?* Mutter wurden hierhe r %ni süädti sche Kvarkkenhaus gebracht. nachdem die w^Erhergestellt ist, wurde sie auf Amntmung der Staats- aMEtschaft ins^Unttcsuchungsgesängins überfühtt. - Ein Bäcker wurde auf oer Straße um einem unbekannteu jungen Manne befragt, ob er mcht einen Anzug kaufen wEe. Er folgte dem Unbekannten in ein Wertslokal, wv ihm! rin Ptcktt gezsvgr WUrVe, worin; der ^ Anzug war. Ohne sich von dem Inhalte zu übe^eugchi, zahtte djtt Bcrckergehilfe als KauHweis 60 9Jtatt, und als er rund) 'bem Weggang des Unbekannten das Paket össntte, mußte er die Eiitoeckuug machen, daß es statt einen Anzug Laub und Sterne enthielt. . W. Z. Wiesbaden, 15. Juli. Ein tragischer Vorfall ereignete sich , gestern nn Wald bei Medenbach. Der Schneider .luguit Diefenbach hier, Blücherstraße 29 wohnhaft, war ausgczogen, um Hftnüeeven zu suchen. Bei dieser Gelegauhcft ver-, suchte er auch, emen Hasen za: ergattern, wurde aber, so wird uns berichtet, von einem Forstbeantten gestellt. Er ergriff die Flucht, wmde angeschossen und schver verletzt in das hiesige stadtnche Koaivkenhaus gebracht: bei seiner Einlieferung stellte daß Diefenbach bereits tot war. .Der Verstorbene war 52 ^ahre alt. — Eine andere uns zugehende Tarsvellung schft- derte den Vorfall folgendernraßen: Es war im sog. „Birienstück" zwischen Medenbach und Wildsachsen, morgens in der Frühe, als Diesenbach dabei von einem ^Forstbeamten ertappt wurde, als er zweimal nach einem Hasen schooß. Offenbar machte er Widerstände oder aber suchte sich durch die Flucht der Ermittlung seiner Personalien zu entz-nchen. Sein bedauernswertes Schicksal hat ihn wdenfalls auf der Flucht ereilt, denn alle drei Schüsse haben ihn von hinten getrofsen.^ Eine Kugel ging ihm durch den Hals, eine durch die Lunge und eine in den linken Arm. Tiefeiibach ließ sich zunächst m smein Fuhftverk nach Bierstadt fahren, wo er den Arzt kou- sultierte, der sedvch weiter arichts tun konnte, als ihm für eine Herzstarkung zu sorgen. Auf dem Weiderttansport nach Wiesbaden ist der Mann dann seinen Verwundungen erlegen. Kreis Wetzlar. ^ra Königsberg, 16. Juli. Forstmeister Obertreis, Sttupbach, tvuwe schon vor längerer Zeit mit dem Berdienstkreuz- für Kriegshilfe ausgezeichnet. Nunmehr erhielten die gleiche Aus- Mchnnng die beiden Hegeineistec Klinge, Forsthaus Bieber und Manß, Forschaus Haina. ra. Rodheim a. d. Bieber, 15. Juli. Ter Auffichtswt der Bezittssparkasse Rodhnm kaufte das K. Stork'sche Anwe>a („Gayk-aus zum goldenen Becher") zunr Preise von 62000 Matt an. Dre bishettg«i Wittschaftsräume werden für Geschäftsräume der Kasse eingerichtet. l a ' B a ldgirmcs (Kreis BiedenLpf), 15. Juli. Fmit Luise , Wittvc, welche als Samenhändlerin in hiesiger Gegend wohl bekannt ist, vollendete in seltener Frische ihr 90. Lebensjahr. Hkssm^Nassau. ra. Biedenkopf, 16. Juli. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl wurden ausgezeichnet: Vizefeldwebel Jakob B e ck e r - Narnl-eim Obersager Bamberger-Dautphe, Sergeant Karl Lange- Bromskirchen und Leutnant d. Res. Karl Schneider -Battenfeld G. A. Frankfurt a. M.. 15. Juli. Die Reiselust, oie wohl eme kurze Zell lang durch die einschränkenden Maßnahmen herabgesetzt war, scheint jetzt Sonntags ihren Höhepunkt irieber er- reia>t zu haben In langen Doppelreihen konnte man am Sonntag morgen die Ickhrkartenschalter belagett sehen und öfter den Stoßseufzer hören: ,^Nach Darmstadt oder Mainz ist keire zweiter und dritter Klasse-Fahrkarte mehr zu bekommen!" Viele fuhren aus gmrz..begrefflichen Gründen aufs Land, viele aber auch aus purer 3 uns ein st, die, wie von unseren maßgebenden Stellen ftrkmer wi^.er betont wird, nicht im vaterländischen Jnteresß ist Jedenfalls kann man letzt die Tatsache feststellen, daß die teuren v-Zug reisen nachgelassen haben, daß die Personetizüge durch die Äbwande rung aber stets überfüllt sind Ta - Westerwald, 15. Juli. Das betcheiüette. aber fthr nutzbringende Flachspflänzchen ist im vergmrgeium Jahre auf riesigen Feldftächen fast überall im Westmoald kultiviert worden. Zur planmäßigen Ausführung schlossen ,'ich die Flachs- bauerir etnem größeren Kvttsoerband an, der die >esten Leistungen ferner Mitglieder mit Geldprämien belohitte und anspornte Er- mMigt durch die Anetlemiung und eigenen ^i qc> hat sich in diesem ^ahre die Zahl der Jlachsanlmuer auf dem Westerwalde noch vermehrt, und die Flachsbeete haben sich gan^ bettächtlich aus- gedechnt. Die Landschaft hat durch die Flachs«elder, deren blaue «liitenmeere anmutig zwischen Dorffiedeümgen und Waldrücken liegen, ern neues Gepräge erhalten. 0 xc V H' U S f ate # 16. Juli. Bei b'V Nassauischen Spar- m))e haben die Lpareinlogen im abgeianfami Halbjahr eine Zn- nahme von 34 Millionen Mark zu verzeichnen, obgleich 9 Millionen t'.'catt Einlagen zur Zeickprung auf die achte Kriegsanleihe verwendet worden sind. Voraus sichtlich wich also das Jahr 1918 in Bezug aus dre Zunahme der Spareinlagen das bisher günstigste Jll.hr 1.1 li itotf) erheblich übertreffen. Srosjherzogl. Handelskammer Gießen für die Weife Gießen, Alsfeld und Qnterbach. Auszug aus dem Sitzungsbettcht vom 2. Jüli 1918. Anwesend sind die Herren: Geheimer Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender, Kommerzienrat ttrünewald als 2. stellv Borsitzerlder, Lrehm, Kommerzienrat Hooch Kommerzienrat Kling- por, ocoll, Nowack, Kommerzienrat Rrmspeck, Rinn, Wallach, Wenner und der Syndikus. L r .\ c ^kung von Reichskleiderlagern unter ir e *i-} QU W-Webwaren-KleinHandels, f* £J e ./ aut Bekanntmachung des Reichskommissars für bürgerliche Klewung vom 18. April d. I. von den Komm'unalver-^ banden aufzuvnngeude 1 Million getragener Männeranzüge in zweckmäßiger Weise der Arbeiterschaft m den kriegswichtigen Be- S?bb«n zuzuftlhren beabsichtigt die ReichsbekleiduugssteNe an etwa 54 Maden des Reiches „3i«chsklci5er>LMr" ?tt erttichten. Tie Retchsbeklerdungsstelle toi» mm diese Michskletitcrlagcr nicht be- hordüch verwalten, sondern dem Wel>wa«n-Klemhaindel Gcleacn- Veteiligung geben. Dies soll in erfber Linie in der Weise Gesamtheit der Webiraren-Kleinhändler eines, Reichslleiderlager-Bezirks sich zu einer Textilversorgungs-Gesell- chaft zusammen,clstießt, »velcher alsdann lrer Bettteb des Reichs- klAderlagers von der Reichsbekleidungsstelle ubettragen wird. Ge- no se kann jeder ur dem Bezirke der dem Reichskleiderlager ange- chlossenen 5pandelskammer ansässige Kauffnonu iverden, sofern er un Handelsregister eingettagen ist und vor dem 1. August 1914 Handel in Web-, Wirk- und Stticklvaren betrieben hat. Durch Ent- chnetzung der Neichsbekleidungsstelle ist des Handelskammerbezirk Gießen dem in Tarmstadt zu errichtenden Rcichskleiderlager zu- außerdem die Händeßkammerbezirke Tarm- tadt, Ossenbach und Friedberg airgehörer. Die L>andelskammer hat aus erncr Vettrctettrersammlung der .Handelskamriuern in Mannheim gruirdsätzlich ihre Zustimmung zu der geplanten Maßnahme erklärt und wird für den Zusamnenschluß des Webwarew- rleinyandels m ihrem Bezirke zu dem gedachten Zwecke Sorge tragen. ** ^ ^Übergangswirtschaft fürdas Textilgeb i*e t. . Der Syndikus berichtet ausführlich über die von der Reichs- :e^erung auf diesem Gebiete geplanten Maßnahmen. In mehr-- >^bn gemeinsamen Beratungen, mr -enen auch Vertreter aus hab-n «4 hic äffischen Handelskammern auf den Boden der Regierungsvor läge gestellt ui voller Erkenntnis des llmsbandes, daß eine beson- dere Regeluirg der Uebergangswirtschfft für das Textilgebiet im Interesse der Lernen und mittleren sovie der stillgelegten Betttebe gelegen ist. §^?braufban der deut/chen Handelsflotte. . -/Cf 1 Annahme des Enttvurfes eixes Gesetzes über die Wieder- herstellung der deutschen Handelsftztte hatte der Rckck>staa dew Wunsch ailsgesprocheii, es nlöchten Maßnahmen geschaffen iverden kjE? 1 |f l Wiederherstellung der Handelsflotte auch das süddenffchc Gewerbe berücksichtigt perde. Die hessischeir Handels- mmmern smd ur einen Meimmg»austausch über diese für das p"oßHerzogtum Husten bedeutsame Frage eingetteten und werden demnächst mit zweckentsprechenden korschlägen an die Großherzoq- lrche Regierung herantreten. 4. Kriegssteuer und Einkommen, m Sc^mber 1917 latte die Handelskammer bei der GwßherzoglrclMn Staatsregieruns ur Anregung gebracht, etiiö Sonderregeluttg dahin zu ttefftn, daß die außerordentliche ^riegs- abgabe bei Berechnung des steuerbaren (ÄnkommeTis ganz teilweise in Abzug gebracht tverden kann. Das Grvßyerzoglichü Finanzministerium hat sich jedoch dieser Anregung gegenüber ablehnend verlfalten. Erörterungen in der Tagespresse über die Ah- zugssähigkeii der Kriegssteuer vom Einkommen haben der Kammer erneut Veranlassung gegeben, sich mit dieser Frage zu beschäftige» und die Einbringung eines Anttages im Reichstage anzuregen dahingehend, daß in den dem Iteichstag zurzett vottiegenden Steuergesetzentwürfen ausgenommen wird: eine Bestimmung, welche feststellt, ob die direkten Reichssteuern den Charakter von Personal- oder 3tealsteuern ttagen. b"> eine Vorschttft, welche die Abzugsfähig^ett der Kriegssteutt vom Einkommen anerkennt, c) eine Bestimmung, welche die Frage der Absä-reibungen bei Maschinen und Gebäuden einheitlich regell. 5. Ausgleichstellen für Verpackungsmaterialien. Um Bahnsendungen von Leergütern nach Möglichkeit einM- schränken oder wenigstens auf ein erttägliä-es Mindestmaß zurückzuführen, hatte die Heeresvern>altaug schon vor längerer Zett die Schaffung von Llusgleichstetten für Verpackungsmaterialien angeregt. dcachdem die Handelskammer nack) Anhörung der betettigten Kreise die Bedürfnisftage seinerzeit verneint, gelangte sie nach erneuter Beratung wiederum zu dem gleichen Ergebnis. 6. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes hervorzuheben: a) Die Handelskammer hat einer Erklärung des Hessischen; Handelskommettages zugestimmt, in welcher sich dieser gegen eine Einkommenbesteuerimg durch das Reich ausgesprochen hat. In Ueberernstimmung mit den übttgen hessischen Handelskammern hat sich die Handelskammer für den Fottbestand der Aus- gleichstelle der Bundesstaaten während der Uebergangswittschaft ausgesprochen. Bei der Betvirtschaftung bzw. Verteilung vmi Fleisch) Milch, Speisefett, Futter- und Düngern ftleln im Groß Herzogtum Helsen l>at der Handel nicht die ihm zukommende Berücffichttgung geffcnden. Tie liessischen Handelskammern haben daher gemeint same entsprechende Vorstellung bei der Großherzoglichen Regierung erhoben. i dt Von verschiedenen städtischen inrd staatlichen Behörden ist der Versuch gemacht worden, dem Handel mit Lcbensmittebi und sonstigen Gegenständen des täglichen Bedarfs schwere Fesseln durch L .ordnungen aufzuerlegen, in denen eine genaue Auszeichnungsund Buchsührungspflicl-t, Pittsangabe usw. vorgefchtteben wird. Gegenüber diesen Bestrebungen haben die hessisck-en Handelskammern enffchieden Einspruch erhoben und gefordett, daß vor Erlaß lolcher Verordnungen den Behörden die Anhörung der zuständige» Haiü.elslämmcr möglichst zur, Pflicht gemacht wird. e) Gemeinsam mit der Großherzoglichen Handelskammer Friedberg und der Groß herzoglichen lZseioerbeinspettion Gießen hat die Handelskammer das Großherzoglicl)e Ministerium des Innern gebeten, bei dem Reichskommissar für die Kohlenvetteilung dahin, vorstellig zu werden, daß die Rohbraunkohle von oberhessischen, Gruben nur zur Hälfte der übrigen .Kohlen zwec^ Hebung des Verbrauchs der Rohbraunkohle angereclmet wird. ^ f) Tie Schaffung neuer, einheitlicher und zettgemäßer Seever- sicherungsbedingungen ist ein dringendes Erfordernis für den Güter-, See- und Flußperkehr. Tie Handelskammer hatte Gelegenheit, in dieser Richtung tätig zu sein und sich zu dem Entwurf« solcher Versicherungsbedinguugen gutachtlich zu äußern. g) Im Interesse des Leinen und mittleren Bankgewerbes hat die Handelskammer den Deutschen Industrie- und Handelstag gebeten, gegen die übermäßige Börsenbesdeuerung «entschiedensterl Einspruch zu erheben. h) Tie Handelskammer hat in der Zwischenzett an einer Reche von Tagungen tettgenommen: so nmr sie vertreten auf der Vollversammlung des Teuffchen Handelstages in Berlttr, auf der von der ReichsbeLeidungsslelle nach Mannheim einberusenen Handelskammer-Konferenz, auf der Tagung der Vereinigung südwestdeut- scher Handelskammern imd dem Rheinschiffahttsverband in Konstanz, auf verschiedenen Vertreterbesprechungen der hessischen Hän-> delskammern in Frankfurt a. M. mrd auf der 10. Vollversammluns des Lahn kanalVereins in Ems. Auf diesen Tagungen wurden vorwiegend Fragen erottert, tvelch: mit der >1riegs- und Uebergangs- wirtschaft im engsten Zusammenhänge stehen. i) Einem Wunsck)e des Dteßamtes für die Mustermesse ttl Leipzig enffprechend, hat sich die Handelskammer bereit erLätt, Meßiuteressenleu die nötigen Auskünfte und Aufllärunaen über die Leipziger Mustermesse zu geben. Zu diesem Zwecke hält fte dcck geeignete AusLarurigsniaterial zur Versügunp der Jrttereffenten, welck)es auf dem Sekretariate der Handelskammer kostenlos verabreicht wird. Sport — Fußball. Am Sonntag trafen sich in Marburg di beiden 1. Mannschaften des Vtarburger F.-B. von 191 und des Gießener V .f. R. von I9 60 zum Rückverbands spiel. Das Spiel setzte gleich auf beiden Seiten flott ein und komtt Marburg zrveimal einsenden. Gießen holte jetzt flott auf un buchte durch halbrechts H. das erste Tor, dem nach knap 10 ?Ninuten durch den Mittelsttirmer B. das zlveite folgte. Hall zeit 2:2. Nun galt es, die beiden Punkte zu retten, und gelan es nach schönem Zusmnmenspiel dem Halblinken das Resultat ar 3:2 für Gießen zu erhöhen, woran sich bis zum Schlußpfil nichts mehr änderte. B. pochschulnachrichteir. Kowno, 10. Juli. (WTB.) Wie die „Battisch-Litauische Mitteilungeii" erfahreir, wird mit der Eröffnung der Uni v e r s i t ä t Dorpat in diesem Jahre noch iricht zu rechnen seü jedoch besteht die Absicht, mit Hilfe deutscher Dozenten lchon ii September einen Vvrläuftgen Vorlesnngsbetrieb für die Studii renden eiuzurichten. Man wird wahrscheinlich einsttvetteir nur eir philosophische, thsologisck)jei und medizinische Fakultät erttchtÖ e Einrichtung einer juttstischen Fakultät bietet noch Schwieric keiten. vermischte». * Elberfeld. Der „Generalanzeiger" meldet eine mutt< Tat des 16jährigen Gymnasiasten Gerlach, der, zu Erntearbeitt kommandiert, im .Hunsrückdorf Schwarzen am Mittwoch aber 107g Uhr in der Höhe von etwa 800 Metern ein Flugzeug sichteb aus dem zwei Stichflammen herausschlugen. Alsbald landete d Apparat, ein ftanzöfifcher Doppeldecker, der mit drei Maschine! geivehren und Bombenabwurfvorrichtungen ausgerüstet war. D beiden Insassen ein amenkanisck)er Oberleutnant uitd ein Leutnav wurden von Gerlach angehalten und, nachdem später zw Personen hinzu gekommen waren, nachts gegen 1 Uhr an die B Hörde in Kirchberg abgeliefert. Nach Aussage der Gefangem waren sie mit dom Mnettkanischen Geschwader von sechs Flu zeugen, deren Ziel Koblenz tvar, aufgestiegen und alsbald dur Gewittettvolken von den übrigen getrennt worden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gieß« Juli 1918 l r-- So ^ Pi « a L i 3? 2 34 w 2 s> 3 *W II a l Zs sä t* CR 1 1 8S •c XJ & Ä *52 illl »00^ x4 tvetler 15. 2" 25,0 11,6 49 3 Vorm, wolkig 16. 9“ —• 20,2 12,7 73 — - 0 nachm, heiter 16. 7" 17,2 12,7 87 3 nachts klar,Tau. Niedrigste Niederschlag 0,0 mm. 1918 + lS.7' + 18,C* OTTO SIMON ELFRIEDE SIMON geb. Koch Kriegsgetraut Leipzig (Lorkstraße 17), Gera-Debschwitz (Heinrich- Heiner-Straße 18), den 16. Juli 1918. Statt Karten Die Geburt einer TOCHTER beehren sich anzuzeigen Hans von Eisenhart-Rothe Hauptmann im Infanterie-Regt. 118 z. Z. Bat-Fiihrer in einem Landw.’Regt. u. Frau Margarete geb.Tielecke Gießen, den 14. Juli 1918 Irene. Die glückliche Geburt eines gesunden MädcheNS zeigen hocherfreut an I.Schetter, Dentist, und Fraugeb.Sann Dießen (Bahnhofstraße 48). den 15. Juli 1918. Kaffee Ernst Lu, H lCafe Ebel». Räß-KMeraLUL zu verkauf. Tailsche evtl, auf Möbel oderRad. Näheres d.d. GeschäfiSst. d. Gieß. 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Mtwoch den 17. Juli IfW^ uovm. 10 Uhr, sollen auf Hiesigem Güterschuppen folgende Sutnu^elgüter gegen sofortige Barzahlung verkmrst werden: 6)ardtnenhalter, gußeiserne Kessel und Näder, leere Msten und Körbe, 4 Bündel Papierkordel, 1 Blechdose Kitt, eine Jauchevuntpe, eis. Ringeusw. Gießen, d. 9. Juli 1918. *» 5 id Großh. Güterabferligung. Handwerker, mittelgroß, Ende der20er, wünscht die Bekanntschaft eines soliden anständigen Mädchens kleiner od. mittl. Größe, im Alter von 18—25 Jahren, junge Witioe nicht ausgeschlossen, zivecks späterer Heirat. Angebote mit Bild unter 03450 an den Gieß. Anz. erbeten. Ein Fachmann empnehlt sich im 5Llavierstim«e» und Nepariercu. Bestellungen unter 03448 an den Gießener Anzeiger erbeten. können jetzt wieder repariert werben. <,««, G g, Koch, Mühlstraße L Tdephonieilnehnier der seinen Anschluß aufzugeben wünscht, und dadurch einem andern den durch den herrschenden Mangel an Apparaten nicht ausführbaren Anschluß ermöglicht, vkrä gebsten. seine Adresse freundlichst mitzuteilen an U. Walket, BiSmarckstr. 14. 0S4JO Die gegen Herrn Bierverleger Earlö ausgesprochene Beleidigung nehnle ich hiermit zurück. 03469 _I3eim rrh Adol p h. Verloren ^onut.nachm.eine BrilleiuLed.-Et.u.ein.Schere BiSluarck-,Stevhan-,Berqstr. b. kl. Wer a. d.Nabrungsberg. Ab z^crB LS!s»*ro fc«tr.44,og er von ihr betroffenen Provinzen zurückzu führen sind. Diese Hungersnöte sind jetzt chronisch geworden in einem Land, das man ernst zu den blühendsten zählte. V etwa sind die Methoden, mft denen England in Jüdien regiert und aus den Indern ein Volk von „Holzhauern rmd Wassertrgern" machte. , Diese unerträglichen Zustände bewirkten, daß man bei Kriegs Ä Deutschland starke Sympathien hegte. In Deutschland selbst erwartete man damals — eben infolge der all- S m Unkenntnis Indiens — den sofortigen Ausbruch eines rdes. Der Kenner wußte, daß ein solcher unmöglich war, denn ernimfl kam der Ausbruch des Krieges zu überraschend, sodann wir dre Hilflosigkeit, m die Indien von.England gebracht worden mar Mreßlrch -fehlte nicht zuletzt die Moralische Unter stMmgvvn deutiMkr Sette, die für eine Erhebung die unumgäng lrchste Voraussetzung gewesen wäre. , . der schärrsien englischen Maßnahmen zur Unterdrückung freihertlscher Regungen nimmt die nationalistisch Bewegung in .; 7 «>ren ständig zu. ^re: Parteien: Die 6 semäßigten, die Ertremrsren und die Homeruleliga suchen, teils auf gesetzlichem, tells auf ge waltsamem Wege, nnt allen Mitteln ihrem Vaterlande die Frei PP* ^.bringen. Indien ist erwacht mrd es betrachtet Teutsch- lE als sernen natürlichen Bundesgenossen in dein Kampfe um Me Freiheit, ^ede Schwächung Englands durch die Erfolge deutsche-. WaftOi bedeutet Mich ernen Sieg Indiens. Ter R^n^: schloß seine glänzenden Ansführungen, für die , lohnte, mit dem Wunsche für erneu Sieg der d^ctschen Waffen, der ja auch Indien bie längstersehnte Frei he ü ormgen wird. o ^uschluß an seinen Vortrag führte .Herr Pallai feine SÄ? Lichtbilder in ftin Vaterland bre Ansichten indischer Städte und Landschafteii, sowie Bilder **£ V)rtrag^^^ Zudien s bildeten eine interessante Illustration Aus Studt rinv Cand. Gießen, den 16. Juli 1918. Lupinen als Nahrungsmittel. die Lupinen, die der Bauer als Gründüngung Mlanzt' ern jeder hat wohl jchon eirrmal im Sommer zur Blüte- ruJ 1 mit den wohlriechenden Blumen gesehem - biefc fügsame Pflanze, die mit leicknem ^Ä^^r^orlreb mmmt, Nicht zur menschlichen Ernährung aus? tSfjj l & rc Amchte einen Bitterstoff enthalten, wegen 5 ur mewchlichen Nahrung noch als Viehfutter ge- ^° T Ä u° fahren hat der Apotheker Simpson in i*m « n ^fahren ersonnen, durch das die Lupine von werden kann, so daß ein wohlschmeckendes, Ni^^E^r^ung geeignetes Mehl daraus getvonnen werden kaiin. "Vergessenheit geraten, da anderes Brot ltand, jetzt aber hat inan sich seiner 'chemikers P^of^r^^T^.^ ?'ekannten Nabrnngsmittel-- Aofbaus, der eindnngttch ans die Lupine als bc^is^ie Volksimhrungs- und Futtermittel hingewiesen. Mai stab? Volksnahrungsmittel in großem im nwln ÄÄ' Ungst ist, wie Lr. Ludwig Staby a?rt rfc&incnb™ putschen Verlagsanstalt in Stutt- ^llc'satze über di^"inw!?^sä^'^ber Land und Meer" in einem eine Attie^esellscbn ^^ ^.^^rungsmittel mitteilt, in Chemnitz SiSS®«SS.- Ä'Ä Ra». ,» ÄsasÄgsa-tatf einigermaßen guter Kultur und günstiger MtterUng kann man auf eine Ernte von 40 Zentiiern Körner und 80 Zentnern Stroh vom Hektar rechnen: bei den heutigen Preisen würde diese Fläche also an Lupinen 800 Mark, an Stroh 200 dRark. im ganzen also 1000 Mark einbringen, ein Ertrag, der durch kerne andere Pflanze auf leichtem Boden erzielt werden kann, und der um so mehr gilt, als der Anbau, der Lupinen wenig Arbeit erfordert uird keine Düngung mit Stallmist oder anderen stickstoffhaltigen Stoffen nötig ist. Im Gegenteil, obwohl Körner und Stroh geerntet werden, bereichern die Wurzeln der Lupine den Acker noch in reichem Maße mit Stickstoff, so daß unter Zufügung von Kunstdünger mit Vorteil die Nachfrucht, meistens Roggen, angebaut werden kann. Vor wenigen Jahrzehnten wurden in Deutschland ungefähr 400 000 Hektar mit Lupinen bestellt. Diese Anbaufläche ist während des Krieges ans die Hälfte vermindert worden, allein die Reichsgetoeidestelle! hat sich jetzt dieser Frage wegeir ihrer Wichtigkeit angenommen, sie hat den freien Verkauf der Lupinen verboten, die Ernten müssen) an sie angeliefert werden, und sie gibt das Saatgut an die Landleute ab, meistens unter der Bedftrgung, daß eine ganz bestimmte Fläche mit Lupinen angebaut werden muß, von deren Ernte ein festgesetzter Teil wieder abgeliefert wird. Hierdurch und durch diel hohen Preise wird die Landwirtschaft veranlaßt, wieder größere Gebiete mit Lupinen anznbauen. So könnerr bedeutende Mengen einer Frucht gewonnen werden, die ein wertvolles Kraftfuttermittel ergibt und infolge des reichen Gehaltes an Eiweiß und Fett zur Brotbereitung und besonders zur Brvtstreckung an Stelle dev Kartoffeln geeignet ist. ** Auszeichnung. Musketier Karl Wolf, Sohn des sGlasermeisters Bernhard Wolf, evhiell int Westen das Eiserne Kreuz 2 . Klasse. ** Nährmittel-Ausgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellten Waren für Juli 1918 können von Mittwoch den 17. d. M. ab gegen Vorlage des Bestellausiveises zur Nährmittelkarte und Abgabe der Nährmittelmarte für Juli (7) in Empfang genommen werden. Siehe Anzeigenteil. ** Vorverkauf von Oelpflanzen. Es tarcchen bei BDgftttr der Oelfruchternte Zweifel auf, ob die Frucht auf denr Halme vorverkauft werden darf. Nun ist zwar in diesen: Jahre nicht, wie 1915, ein Verbot des Vorverkaufs solcher Früchte aus dem Halme erlassen; es würde jedoch ein großer Irrtum sein, im Vertrauen darauf anzunehmen, daß diese Vorverkäufe rechtlich gültig oder gestattet sind. Alle derartigen Kaufverträge sind, woraus wir zur Vermeidung von Schwierigkeiten besonders Hinweisen möch- fce::, lnichitg; solche Verträge sind .auf eine rechtlich! unmögliche Lerstung gerichtet, weil ihre Erfüllung der gesetzlich vorqeschrübenn: Äblreferungspflicht widersprochen würde. Dementtprechend treffen die Strafbestimmungen auch die Lieferung von Vorräten, die an andere als den Kriegsausschuß geliefert iverden (Verordnung vom 23. Juli 1917). -p* Festsetzung des Kaufpreises getragener Klerdungs- und Wäschestücke sowie Unifomen. Die Reichsbekleidungsstelle hat, um zahlreichjen Beschwerden abzuhelfen, das Schätzungsverfahren bei von getragenen Klei- dungs- und Wäschestücken sowie llniformen im Interesse der Ab- lleferer geändert Während bisher keine Möglichkeit bestand, den abgelieserten Gegenstand nach erfolgter Schätzung zurückzuer- langen, kann jetzt der Schätzungswert nur dann als für beide Telle bmdender Kaufpreis angesehen werden, wenn sich der Ablieferer m:t rhm einverstanden «Märt. Ter .Kommunalverband muß auf Verlangen das angebotene Stück zurückgeben. Voraussetzung :st jedoch, daß eine etwa erteilte Empfangs- oder Abgabebescheinigung zurückgegeben wird. ** E r s a tz v e r b a n d st o f f e. Die zunehmende Knappheit an Baumtoollfaser hat es nötig gemacht, den Verkauf von Verband- stoffen m:s baumwollener Wed-, Wirk- und Strickmare auf die Apotheknr und solche Kleinhandlungen, die an Krankenkassen liefen^ zu beschrmrken und dem Rezeptzwang zu unterwerfen. Dadurch imrd zwar eine weitgehende Ersparnis im Verbrauche erzielt, inoeflen muß der Verbrauch noch erl-eblich stärker eingeschränkt und durch dre Anwendung von Ersatzverbandstoffen ersetzt werden, da [S- to^rce behördliche Maßnahmen erforderlich werden. T:e Kleinhändler mit Verbandstoffen sollten es sich angelegen r « 5 :- bte sowie die Verbraucher auf die Ersatzvu- vanojtofte hinzuweisen, zumal diese ohne Beschränkungen im freien .Handel zu beziehen sind. Auch in den Krankenanstalten finden die ^rjatzverbandstofte vielfach noch nicht die genügende BeacÄung Mf Kr^p^nbrbinden, die als Ersatz für Mullbinden dienen, ^ Tür Verbände an bettlägerigen Kranken ohne weiteres verwenoen und bewähren sich in Krankenanstalten und Lazaretten cL Ubiern es sich um ambulante Verbände handelt, genügt es, den Inepp-Paprerverband einmal mit einem Teil einer Papier garngewebebiiche zu umwickeln und diese durch eine Sicherheitsnadel zu befesttgen. Dadurch erhält der Verband einen Schutz nach außen rmd bekommt eine ausreichende Festigkeit. Tic Papiergarn- s«°ebeblnden sind teurer^ Da sie aber fast /.urchwea nur als Umhullungsbrnden Verweirdung finden, genügt für sie 0011 ^ Meter, wodrirch der Preisunterschied gegenüber 4 Meter langen Mull- oder Eambricbinderi nicht mehr so erbeb — Zellstofswatte eignet sich besonders als Ersatz für Verbandwatte und kann fast in allei: Fällen an deren Stelle ver- weiidet tverdeu Als Ersatz für imprägnierte Gazen und imprägnierte Watten kommen solche ans .Krevpstoff- und Zellstoft- watte :n den verschiedenen Imprägnierungen wie Jodosvrni cpdXerosorm usw m den Handel. Diese Stoffe werden in der gleichen Weise wie die imprägnierten Gazen und Watten angewandt. Da die vorhandene Baumwollfaser für eine Reibe der Heeresverwaltung drin bat b ^se dw für Verbandstoffe dev Reichs beNeidunEstelle bisher treigegebene Menge an Bcnimwolle bereits um nn ^Viertel gekürzt und wird sie roeitev stark hevabsetzen. Es liegt deshalb :m eigeneii unteres,e aller beteiligten Kreise, aus K allgemeine Verwendung der Ersatzixwbandstoffe hinznwirken u lt Streckung der Vorräte Mi baumwollenen Verband- tossen beizutragen. Die WemgroWwiblMa Gebr. Schivan Gesc^st rcrÄ ?linwesin. ganz dnrch .>bauf m den Besitz von Hoflieferant Ernst N i e m a n n über. **.?sHlspielhaus, Bahnhvfstr 34 Von moraen ab Freitag tritt Lisa Weise in ibrem nenestcn^au ' wL^ fm Ahmten Roman von Dorrrt , ans. Ferner gelangt der Fllm Feodora Weiße Nächte" zur Vorsülmrng. Siehe Anzeige- 0ÖCL Schwär z-Weiß-Licht spiele Scltersv»^ 81 gin» ÄL? einschließlich Freitag wird das Wild-WesEckMiswel ..D-c Todesreiter" ge^bm^ Mherbem steht ix^Krimsimk! '' Xer Erbe von Rieülnn^- auf txm eÄtfkm. Landkreis Gießen «?' SK 'JÄSrsÄ's-s Ernten bejordert und init dem Eisenlei: Kreuz 2 Klasse aus- ^ichnet. Die Hessische Tapserkeftsmedmlle echL n ^r deck, 15. Juli. Ter Sergeant Peter Svobr zum Vizeseldwebel befördert mrd der Gefrnte (^eora^ft- „ 7 -?, ' SÄ“ «” ■” von^ZÄ'Äs«^ Ä wnrde zum Ncfrriten beföröcrt. Älaffe Ed W « ÖÄ eme %etbftfx'imc mit 2000 Zentnern Rapsstrvb dtze «Ci 3SÄ5,te , *«~ ® m m, Starkenburg und Rheinhessen. A..ftLn?ooiLm UmÄC'ÄÄj* «uf dem ScrnKfa« W stM $ gedehnte): Waldungen zum freiivilligen Verians. Das Schloß ist unbewohnt. Die Erbauung, die mit der Eirtziehuiig großer, seither der Allgemeinheit zugänglickM Waldstrecken, dei: einzigen in der Nahe von Mainz, verbunden war, hat seinerzeit in der Mainzer V^ölkerung^großcn Unwillen h.roorgerusen. Es wird nun vorgeschlagen, Schloß und Wald für ein Soldatcnheim nutzbar zu machen. Hessen-Nassau. Limburg, 16. Juli. Ans dem hiesigen Bahnhof wurde J*? 1 * der Polizei eine Jagd auf Hamster veranstaltet, die reichen Erfolg brachte. Von morgens früh bis abends spät unterzog man m sämtlichen ein- und auslanfenden Zügen alle Gepäckstücke aller Reisenden einer Durchsicht. Es kamen große Mengen Eier, Wurst, Fleisch ans Geheimschlachtungen, 150 Pfund Mehl, Militär-Aus- rustnngsgegenftände nsw. zum Vorschein. Die Beschlagnahmungen haben :n allen Kreisen insofern eine erregte Stimmung hervor- gerufen, als davon gerade arme Leute, sog. kleine Hamstelr, betroffen wurden. r ^Limburg, 15. Juli. Der Papst hat den Domdekan Prä- taten Tr. Dilp:sch aus Anlaß seines goldenen Priesteriubiläums zum Apostolllchen Protonotar ernannt, eine Äüszeichnung, die sert Bestehen des Bistums Limburg bisher nur drei Priestern der Trozeje zuteil geworden ist. vermischtes. K P. Kaiserslautern, 15. Juli. Ter Sergeant Valentin Weigel aus Mannheim feuerte in einer Wirtschaft, kurz uach- dem die Feicrabend-Polizei die Wrrtsckiaft verlassen hatte, auf die Witwe Sauer und die Stieftochter der Wirtin Schweuder uacheinmider aus seinem Revolver inehrere Schüsse ab und ttaf fte :n den Mund und in die linke Brustseite. Die Verletzungen waren sehr schwer, denn Frau Witwe Sauer ist bald nach der Einlieferung in das Kran'keiihaus gestorben. Er brachte sich selbst mehrere Schüsse in die Schläfe bei und stürzte tot zusammen. ü:e Tat geschah aus verschmähter Liebe. Die Wirtin Schwender wurde lebensgefährlich verletzt. Sergeant Weigel ist verheiratet und Vater von drei Kindern. . * Würzburg, 15. Juli. Bon dem 25 Meter hohen Ludwigsturm bei Bad Kissingen ist die als Kurgast dort weilende Privattere HirsÄorn aus Berlin, herabgestürzt. Ter Tod trat sofort e:n. * * Reichspost und Lebensmittelpakete. Das Reichspostamt hat den Postanstalten eine schoneiide Behandlung der Pakete mit lebenden Tieren, Obst, Eiern, Zigarren usw. zur dringenden Pflicht gemacht. Die Vorsteher der Postanstalten sind angewiesen, darüber zu wachen, daß die Pakete nicht geworfen werden. Sie sollen von Hand zu Hand gegeben und stets so verladen und gelagert werden, daß sie nicht zur Erde fallen können und keinem Druck ausgesetzt sind. Letzte Nachrichten. Der Kaiser an die Kolonisten der Westukraine. K 7 SA MTB. Nichtamtlich.) Ter Kongreß der Kvlmnsten der Westukraine richtete an den Kaiser folgende Drahtung: Der Kongreß der aus der Verbannung zurückgekehrbm Kolonisten der Westtckraine Jegt Euer kaiserlichen N^jestat in tteptn Ehrfurcht seinen unauslöschlichen Tank zu Füßen für die Befreiung aus schwerer Not und gibt allermtter- tlNngst der Hoffnung Ausdruck, daß es Euer Majestät und allerhöchst dew weisen Reichsregierung unter Gottes Beistand' qe- lingen möge, dcn: deutschen Kolonisten der Ukraine auch ferner zu gavahren. Gez. Präsident Pastor R. Derrnger. Vize- pra)ident Pastor E. Toriens. I. Rosenbaum Darauf erging fvlgeudes Antworttelegramm: . Hauptguartier, 11. Juli. Dem.Kongreß der Kolonisten der Wejtukraine lDrasident Paflvr R. Devinger). Seme Majestät off 1 l ^.baben die Tankeskundgebimg ans der Verbannung glücklich.zurückgekehrten deutichen .Kolomsten der Westtckraine mll Freuden eMgegen^mmen und werden Jhuen auch fernerhin bewahr *4 Otto Zufluchtsschützengräben im Umkreis von Paris. - ^ r l i n, 16. Juli. Nach einer Meldung aus Bern meldet ^ Vesser ^vunull", daß der Seine-Präfekt angeordnet ^tt, daß Z ujluchts) chutzengräben in der Peripherie vm: Paris geschiNMl werden solleu_ :'Nan wird im Laufe der nächsten Woche mit den Arbeiten beginnen. Die deutW^ltglischie Krirssgefmigenen-Kvnferenz m . ^o?E>on^15 Juli. Unterhaus. Bonar Law teilte !A ^ zwischen den Delegierten im Haag über den Austausch ^lwiaemm eme Ern:gung erzielt wurde, die aber noch ^ Radierungen bedürfe. Sobald du britischen Delegierten zuructtehren, werde die Frage des Aus- britischen rmd indischen Gefangenen in Angriff genommen werden. föeötn bei der Feier des französischen Nationalfestrs. * ^ € L n c5' 16 - ^A Nach einer Meldung des L.-A. aus Genf verzichten Pvincarß be: der Feier des franzöfischTu n q? ^ L e ^ C 'r lTt !c . Stadthanssaal auf jede An- ch o n sprach über die im Gemeinderat bestehende ,z-riedenÄreiguug. Er erllarte, Frankreich werde nicht kapitu- E der Ehre der Verbündeten zu vereiirbarerü- Anipruche befriedigenden Früpensvorschlag ^Gesandte erwiderte nameiis des E^Eischen Korps, alle Verbündeten seien für Fortsetzung des g' ^ Chiasso zufolge wurde das frairzöftsche Rattonaljest m ganz Italien mit E n t h u sia s m n sg?^ ^ ^r tt B^on^E doch gingen dre Wogen der Begeisterung in Däuser waren in den ftmizösischen Farb.m beflaggt, «den Platz^m wurden Taufende von Flugblättern ver- YU rn denen dre ftanzösssch-iralienischc- Fremrdschaft ^™ cht " ^Uiph der Zivilisation gegen die Barbarei gepriesen wurde. Aus einem Brief des Exzaren. ^ Zuli-. (L.-A.) Die Petersburger Slododa' veröffentlicht emen Brief des Zaren Di einen Frernid rr Petersburg, indem es heißt: Als wir aus Jekateri^bur^ abrersten, ver.uchtt eine Gruppe Banditen, ur^ zu L seittgerr Dem Zareimtsch wurde dadurch ein gi'oßer ScAeck^ cm gesagt, von dem er sich noch .nicht völlig erholt ^tt foK 22125™«.^ Bttt hüten muß. Es ist uur der Pers^llichfl'il einZ itEwissars iU ocrbanten, Dag mir mit bam Leben bSmÄS Aus Sibirien. u • HA (Reuter.) Tailp Mall meldet aW Cha r. L 1 "; J n<> . Neuerung des ff^enevals Horvat aus flirdett-n kübrenden MünE be8 Mci& Brmdes für Handel, Jiidusttie und Ackerbau bestehe Horvats Re. giermig darf mcht.Vettveckffett ^werden mit der merung des autonomen Sibiriens die die auseinauderschließt :md deren Letter fern Elsenbahmvagen aufgescliilageu hat Eine andere Sozialisten- r-S'-run«^ in Nikolsk mb v^l(iaix-li n» d«: Tschechv-^lmvccken Hottxtt hu sich im Kriege als Organisator der TrutUx-utnmspotte auf Eisenbahn «men Muren **