Nr. M Ter Liehener An^eitzer erscheint läßlich, außer Sonntagk. - Beilagen: Hlebener^üm!!ienb>lktter; rLrriZbiatt für len Kreis Sieben. Be preis: monatl. Bit. l .20, öteriet- iährl'ch Att. 3.60; durch Abhole- u. Zweigstellen monalt. Rik 1.10; durch die Dost Mk. 3.60 viertel-- jährl. auSschl. Bestellg. Fernfprech - Einschlüsse: s 6 r d i e S chr i l t l e i k u n q 112 Pertag,Gkschäitsfel!e51 AnschrllkfürDradlnach- rrchlen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt {68. Jahrgang LreiLag. \ 2 . 3uli postscherttsnto: 5rankfnrta.M. U686 Sanwerkehr: Gewerbedank Siehen ZMillingsrunddruck u. Verlag: Srühi'sche Uiiw.-drrch- u. Steindruckerei R. Lange. SchrMeltung, Seschäftrsteüe ».Druckerei: Schuistr. 7. iiuac^nt von Anzeige» i. o»e TageHnummer dis zum Nachmittag vorder ohne jedeDerbsudüchke»! SeUenpreift: für örtliche Anzeigen 25Pf.,für auswärnae 80 Vi., 'ür Reklamen Mk. 1.—-: bei Pwtzoor- schrist 20°/, Ausschlag. Hauvtschristleiter: An^. G og. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Auq. lLoetz; Stadt und Land, Verinischtes.u.Ge-' richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. SB* ösung d (WTV.) Grobes Hauptquartier, 11. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprrcht. Tagsüber mäßige Gefechtstatigkeit, die am Abend vielfach anflebte. Näckftlich'e Erkunvungskämpse. Ein stärkerer Borstos; des Feindes nordöstlich von Bethune wurde ab- gewiestn. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Lebhafte Geftchtstätigkeit zwischen Aisne und Marne. Erneute Teilangriffe, die der Feind aus dem Wald von Vil- ters Eotterets heraus führte, drückten unsere Posten im Saviei-es-Grund zurück. * Don einem Geschwader von 6 amerikanischen Flugzeugen, die Loblenz angreistn wollten, fielen 5 Flugzeuge m unsere Harch. Die Besatzungen wurden gefangen. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin, 11. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kaniffionten nichts Neues. Die Kühlmann-Krisis war keine Kanzler-Krisis. Vieleicht wird jetzt sogar die Haltung der Sozialdemokratie dies iestätigeu. Kühlmann ist gegangen, aber Hertling und Payer »leiben. Der Reichskanzler hat gestern im Hauptausschuß -es Reichstags so ziemlich das bestätigt, was wir an dieser stelle über die „Krisis" gesagt halten. Aus seiner Rede geht rber nicht nur hervor, daß die letzten polifischen Geschehnisse das von ihm öffentlich dargelegte Programm nicht korrigieren, sondern auch, daß Graf Hertling über den ihm erwachsenden Schwierigkeiten und Versuchen mancher Kreise, ihm das Lineal aus der Hand zu nehmen und zu beroeisen, daß die Kanzlerpvlitik von heute nicht mehr die von gestern sei, keineswegs amlsmüde geworden ist. Er steht in dieser Beziehung genau so fest auf den Füßen, wie sein Kollege v. Payer, der dem Herrn Scheidemann ja auch entgegnet hat, es liege für die Regierunc; kein Anlaß Vor, bei jeder Gelegenheit, die ihnen von allzueisrigen Partev- pvlitikern geboten würde, die Flinte ins Korn zu werfen. Manches in der gestrigen Rede des Grasen Hertling war vertraulich und steht demgemäß nicht im amtlichen Bericht; allein wir glauben nicht, daß der HauptcrussckMß große Geheimnisse hütet. Das Wesentliche an der Sache hat die Oesjentlichkert erfahren. Es muß wohl der allgemeine Eindruck vorherrschen, daß zu erregtem Ausbäumen wegen der Entlassung Kühlmanns ernstlich kein Grund vorliegt. Der Reichskanzler erklärte: Ich mache die Politik; der nack^geordnete Staatssekretär hat nur die Politik zu führen, die uh für richtig l-atte. An der Richtung des Kurses soll nichts geändert werden; auch der neue Staatssekretär ist an die allen Richtlinien gebunden. Staatssekretär Kühl- mann hat aus persönlichen (Gründen seinen Abschied genommen — Graf Hertling streute, wie das „Berliner Tageblatt" schreibt, dem Entlassenen „mit einer eleganten Geste viel Blumen auf das Grab". recht, einen Toten soll man nicht mehr schellen, und der Reichskanzler enthielt sich eines bestimmten zngreisenden Urteils, indem er lediglich die Tatsacl>en und Folgen ans Kühlmanns Rede anführte. Er habe sich von ihm trennen müssen, da das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen ihm und anderen Faktoren nicht bestände?: habe, ein Vertrauensverhältnis, das für eine reibungslose Führung der Geschäfte nicht entbehrt rverden könne. Im übrigen stehe die Oberste Heeresleitung in Bezug aus die Anbahnung des Friedens aus demselben Standpunkte wie er, der Reichskanzler. Graf Hertling hält auch jetzt noch die Auffassungen fest, die in der Antwort auf die 9iote des Papstes niedergelegt worden sind; er bewirte aber nachdrücklich wieder, daß den Feinden kein Freibrief für die Ver-äugerung des Krieges ausgestellt werden sollte. Die Gegner aber machten es uns mit ihren Beschimpfungen und ihrem Vernichtnngswillen unmöglich, uns mir ihnen diplomatisch einzulassen. Sie müßten sich innerlich wandeln — cckso derselbe Gedanke, dem auch Herr v. Payer Ausdruck verlieh — und unser Volk müsse bis dahin umoandelbar durftch.il ten. Der Reickskauzler stellte Mehche i t des Voltes wolle auch mit ernstem Wrlleu durckchalten, im Vertrauen auf unser Heer und unsere Kraft. Das war ein deutliches Kapitel gegen die Schürer von unnützen Debatten und die müßigen Flau- wacher m Presse und Parlament. Gras Hert- ^.ftattgte noch einmal etwas gariz Selbst- vec'.cr^d rches:^ sobald ernsthafte, autorisierte Anregungen für die Anbahnung eines Friedens sich be- merwar machten, seien er und die Oberste Heeresleitung sich einig, daß man diesen Anregungen mit dem besten Willen nachgehen werde. Die Parole wird also fortan lauten müssen: zweckloser Friedenserörterungen, Vermeidung alles dessen, was uns innerlich und nach außen hin schwächen w> n ü!L'? lC)< \^ aro IS l . ft wahrlich nicht „alldeutsch". Dir ,^^>eltsvartrirn scheinen denn auch Vernunft aimehmen »md der Regierung weiterhin Vertrauen zollen zu wollen. Der österreichisch.„„gartsche Tag«,bericht. Wien. 11. Juli (WTB.) Amtlich wird verlautbart: öcm 'wallenischen Kriegsschauplatz keine NVinenHorrten vrrign, sr. den Keicf: In Albanien haben sich unsere Truppen in einer lnenen Wider stundSlinie eingerichtet. Eine im Devoli-Tnle vorfühlende französische Konrpaßme wur^e abgcwiesen. Der Aef des General stades. Nörgler und hauptansschutz des Keichstags. Berlin, 11. Juli. (WTB.) Um V»12 Uhr stellte im Ha u Pt- «aus schuß des Reichstages der Vorsitzende Ebert den Entwurf betreffend den 15-Milliarden 'Kredit znr Beratung. Einleitend erklärte Vizekanzler von Payer, der Reichskanzler werde seine Ausführungen zum Teil Der traulich geben. Run seien bei früheren Anlässen trotz beschldsstmeü Vertraulichkeit Meldungen hinausgegangen, die verwirrend gewirkt Hütten. Deswegen wünsche er, daß dem vorgebeugt, und alles was der Kanzler als vertraulich erkläre, auch als vertraulich, 'behandelt werde, also nicht in die Presse komme. Nach -einer kurzen Geschäftsordnungs-Erörterun stimmte der HcruptanÄchuß einem Vorschlag Errbcrgers zu, ent sprechend dem früher geübten Verfahren die Berichte über die Reden der Abgeordneten durch den Schriftführer prüfen zu lassen Der Reichskanzler leitete seine Rede über die politische Lage mit den Worten ein: Ich werte Ihnen alles offen darlegen wenn die durch den Antrag Erzberger gezogenen Grenzlinien der Berichterstattung eingehalten tnrdcn. Die Rede des Reichskanzlers hatte folgenden Wortlaut: Meine Herren! Ueber die Vorkommnisse der letzten Tage sind Sie ja bereits durch die Mittelungen des Herrn Vizekanzlers unterrichtet. Sie haben mir ttotzoem gesagt, daß möglicherweise die Herren den Wunsch hegten, drß ich selbst hier vor Ihnen erscheine und meine Stellung zu desen Vorkommnissen offen dar lege. Meine Herren! Ter Wechsel im Staatssekreiaria bedeutet keinen Wechsel des politischen Kurses. Die Politik des Deutschen Reiches fthrt allein verantwortlich der Reichskanzler. Der Staatssekretär des Auswärtigen hat die aus lvärtige Politik im Austrage, im Einvernehmen und unter der Verantwortlichkeit des Rnck-skanzers zu führen. Das ist von Anfang an Grundsatz des Teut'chen Reiches gewesen. Dieser Grundsatz steht auch heute fest. Mine Herren! An meinem polfti sck?en Standpunkt, wie ich ich in neiner Rede vom 29. November vor dem Plenum des RrchStags fq't nckegt habe, an diesem meinein Standpunkt, sowohl bezüglich de- inneren nrie auch bezüglich der äußeren Politik halt» ich meinerseits vollkommen fest. Daran wird sich, solang ich an dieser Stelle stehe, nichts ändern. Meine Herren! Bezügich der inneren Politik habe ich die damals gegebenen Zusagen, scveit als es in meinem Willen lag vollkommen eingelöst, und ick werde dafür eintreten, daß auch die weitere Ausführung der vn mir gemachten Zusagen erfolgt und etwaige Hindernissemit Energie überwunden werden. Daraus können die Heren sich verlassen. Was die aus wärtige Politik bettisst, so habe ich meinen Standpunkt gleichfalls damals am 29. Noember deutlich markiett. Ich habe den Herren gesagt: Ich stehe af dem Standpunkt der kaiserlichen Antwort aus die F r i e d e n s n t e d e s P a p st e s vom 1. August vorigen Jahres. Die friedensb^ite Gesinnung, die diese Antwort beseelt hat, beseelt auch mich, lber ich habe hinzugefügt, meine Herren, daß die friedensbereite Besinnung nicht den Feinden einen Freibrief geben darf zur unbsehbaren Fortsetzung des Krüges Meine Herren! Was haben w nun aber erlebt- Während an unserer Bereitschaft, zu einem chrencwllen Frieden die Hand zu reichen, seit Jahren gar wich: geveifelt weiden kann, haben wir bis in die letzten Tage hinein die nfreizendcn Reden der feindlichen Staatsmänner gehört. Meine »erren! Herr Wilson will den Krieg bis zur Vernichtug, und was Herr Balfour gesagt bat, muß jedem Deutspn wirklich die Zornes röte in das Gesülzt treiben. Wir haben ich ein Gefühl jfrr die Ehre unseres Vaterlandes, wir köirnen imsnicht öffeittlich und unausgesetzt auf diese Weise bffÄmpfen laen. Und zwar steht hinter dieser Beschinipsung der Vernichtu gsWille. Solange dieser Ver nichtungsnnlle besteht, meine erren, müssen wir mit unserem -reuen Vvlst ausharren. Ich bi auch überzeugt, ich toeiß es, daß in den weitesten Kreisen .nnses Volkes fast überall der ernste Wille besteht': Solange der 'rrnichtungswille der Feinde be steht, müssen wir duräjhaldenmd werden wir durckchalten im Vertrauen aus unsere Truppe: im Verttern es kommt darauf an, dasi berufene Vertreter der stdlichen Mächte und ausdrücklich autorisiert vom ihrer Rr^nung, zu versteh,m geben, daß Besprechungen möglich seien. Bmchimgen zunächst nattrrlich in kleinem Kreise. Aber, meine Hern, die Staatsmärrner, die bisher gesprochen haben, haben von dertiaen Möglichkeiten nichts ge>, sagt. Wenn solche MögNchkeitc sich zeiven. iwnm eine ernste Friedensneigung auf der andereGnte hervorticktt, meine Herren, dann werden wir sofort darauf egthen, d. h. wir werden sie nickst- zurückstoßen. Mr werden zunyt in kleinem Kreise sprechen. Meine Herren, ich kann Ihnen ch sagen, daß dieser Standpunkt nicht etwa nur mem Stanvvunkl, sondern daß dieserStand- punkt cnrch btm der D bereu Heeresleitung aus ! auch d' drücklich geteilt wird. D» auch die Oberste Heeresleitung führt den Kfieg nicht um des ieges willen, sondern auch die Oberste Heeresleitung hat mir sagt: Sobald ein ernster Friedenswille sich auf der anderen Se bemerkbar macht, müssen wir der Sache nachgehen. Nun wirds die Herren interessieren, wie sich von bicfein Standpunkt auüewisse Probleme darstellen, die die Gegenwart uns aufdrängt haben über diese Fragen' am 1. und 2. Juli im Großen Hamgartrer unter dem Vorsitz Seiner Majestät des K a i s e r Angehende Besprechungen stattgefunden Ich kann natürlich mganz allgemein die Richtlinien hier angeben, die damals festgest rourden. Also zunächst bezüglich des Ostens: Meine Herrervir stehen auf dem Boden des ^-riedenS von Brest-Litowsurrd wollen diesen Frieden in lala Weise auägMhrt sehen. -S ist ha, äättlc ba txaiifcix ' Reichsleitting und darin tvird sie unterstützt von der Obersten Heeresleitung. Aber, meine Herren, die Schwierigkeiten de^ Ausführung des Friedens von Brest-Lito»vsk liegen nicht au? u n s e r e r S e i t e, sondern diese Schwierigkeiten lieaen darin, daß, wie Sie wissen, die Verhältnisse in Rußland noch so außerordentlich unsicher sind. Wir sind geneigt, meine Herren, an> die Loyalität der rassischen Regierung uns gegenüber zu glauben, wir sind insbesondere geneigt, an die Loyalität des Vertreters deck russischen Regierung hier in Berlin zu glauben. Aber meine Herren, wir werden nicht so unbedingt an-' nehmen können und dürfen, daß die gegenwärtige russische Regierung auch die Macht hat, die uns gegabenen loyalen Zusagen überall durchzufführen. Wir wollen durchaus der jetzigen ruslü- schen Regierung keine Schwierigkeiten inachen. Wir stelle.» uns auf den loyalen Boden des Friedens von Brest-Litotvsk inth tun, was wir können, um diesen Frieden auszuführen. Aber wie die Zu stände . sind, meine Herren, gibt es unaufhörlich Verwinlungen, unaufhörlich Reibungen an den Grenzgebieten, unauchörlich Uebergrifse dieser oder jener kleinen Heeresgruppe. Llber ich wiederhol'e ueffcr Prinzip: Wir stehen auf dem Boden des Friedens von Brest-Litowsk lind wir wollen den Frieden loyal aus führen, wir wollen mit der gegenwärtigen russischen Regierimg loyal verhandeln. Sie alle, meine Herren, stehen noch unter dem Eindruck des furchtbaren! Verbrechens in Moskau, des Attentates, das an nnsevent Gesandten dort verübt worden ist — eine völkerrechtswidrig^ Tat, wie sie ärger nicht zum Himmel schreien kaum. Alle Spuret deuten darauf hm, daß die stuchwürdige Tat auf Anregung der Entente geschehen ist, um luns mit der jetzigen russischen Regierung nauerdings in Krieg zu verwickeln —, ein Zustand, den wir miss eifrigste vermeiden wollen. Wir wollen keinen neuen! K r i e g m i t R u ß l a n d. De jetzige russische Regierung will txrrt Frieden und braucht den Frieden, und in dieser friedensgeneigten' Absicht unterstützen wir sie. Auf der anderen Seite, meine .Herren, ist ja cmch wahr, daß sehr verschsedorrarttge politische Sttömungen durch das russische Reich hindurchgel-en, Bestrebungen der verschiedensten Art: monarchistische Bestrebungen, Dei'ttebungeu der Ka- dettenPartei, Bestrebungen der sogenannten rechte Sozialrevolutro- Näre nsw. Mieine Herren, ich sage: Wir stehen so, dckß wir loyal mir der jetzigen russischen Regierung verhandeln, daß wir nichts unternehmen, was die rilssische Regierung in ihrer Stellung schädigen könnte, daß wir aber unsere Ohren und unsere Augen offen halten, um uns nickst durch eine plötzliche Umwandlung der dortigen Verhältnisse ins Unrecht fetzen zu lassen oder überraschen zu lassen. Ich kann nur an das Wort erinnern, das einmal Gortschakosf gesprochen hat: Wir sind stumm, ab-er wir nnd nicht taub, wir lassen uns mit gar keinen politischen Gegrn- e * rt ' aber wir horchet: aufmerksam, wolstn die Richtung in vmßland geht. Das ist der Standpunkt, den ich einnehme, das ist der Standpunkt, über den auch bei den Besprechungen am 2 Iulr im 0>roßen Hmiptguartier die vollste Klarheit und das vr-lllle Ein- verstandms zwischen allen Beteiligten errieft worden ist. Ich kann singen, daß der 5>err Staatssekretär v. K ü h l m a n n , bet selbst bei diesen Bepirechungen nicht anwesend war,—das Auswärtige Amt war aber durch den Ihnen wohlbekannten Herrn v. R 0 s e n b e r g, der i-a der Gefährte und die sachverständige Stütze des Herrn von Kuhlmam: m Brest-Litowsk und in Bukarest geneseu ist — mit oiefem Standpunkt vollkommen einverstande:: geioesen ist und daß dre Oberste Heeresleittmg d'esem Standpunkt' ebenso vollkommen beigetreten ist. Ueber Einzel heilen können ja im Einzelfalle da oder dort Memimgsverschsedenheiten auftteten, aber die Grundlinie ist die, die ich eben bezeichnet habe. der Im Ansckstnß daran ging der Reichskanzler auf die Beurteilung! politischen Lage im Westen ein und mackste darüber verttauliche MitteÜnngen. sodann sprach er von den Grün>n. dir zum Rücktritt ^des Staatssekretärs von Kiihlmann geführt haben. Er wies darauf hin daß es keine sachlichen, sondern persönliche Gründe n>aren, die Herr v. Kühlrnann veranlaßt haben, um Enthebung von seinem Amte zu bitten. Ter Reichskanzler sprach in Nmrmen Worten von den Eigenschfftcn des Staatssekretärs dessen Pol:tisck)e Erfahrung, tressendes Urteil und unermüt'sick-e Ausdauer und depen Geschicllichkeit imd Genxindtheit im Verhanoeln er voll anerkannte. Er habe sich von ilstn trennen müssen, da das notwendige Vertrauensverhältnis zioisch'en rhm «und anderen Faktoren nicht bestanden habe ein Vei'trauensverhältnis, das für eine reibungslose Führmrg der Ge- embehrt werden könne. Der Reichskanzler fuhr dann chäfte nickt fort: Ter Name des in Aussicht genommenen NachfivtgerS de- Herrn v. Mlstmann ist Ihren be^kannt. Herr v. Hintze ist em sehr gmauer Kenner der russischen Bei-hältnisse. Er ist vor dem Krieg aus der Bistschaff in Petersburg beschäftigt gewesen. Er l-at in dieser seiner Eigensck^aft große Reisen durch Raißland bemacht. Er »st mft den BerhÄttiissen und Personen in Rußland ehr eingehend vertta»ck, was für die jetzige Lage von großcr Wich- tipknt »st. Aber, meine Herren, es versteht sich von selbst, daß ich meine Konttaftgnierung zur Ernennung des Herrn v. Hintze mit txmni gebe, wenn 'Herr v. Hintze meine Politik macht unt» nicht seine eigene. Tasür habe ich aber bereits m den Zusagen des Herrn v. Hintze — die Ernennung ist n 0 ch Nlcht erfvlch — meinerseits die feste Büir,sch:ft. Ich mache die Politik. Ter Verantwortliche Reick^kanzler mackst die Polittk Ter, Ltaatssekretär des AuÄlstirtigen Amtes hat lediglich meine Politik zu Mren. Datwn ist der in.-ükssicht genommene, aber noch n»ck 7 k ernannte Staatssekretär vollkomnnm durchdrungen, ^.«ceim# Herren, ich glaiibe also, ein Grund zur Beunruhignug ist nickst vorhanden. Ter Kurs, mft dem sfth die große Mehret dss Reichstages »m November des vergangenen Jahres einverstanden er- llart hat. wird weitergeführt. In der Aussprache. erhielt zunächst daS Wort der Mg. Gröber (Zentt.). der sich im wesentlichen auf den Standpunkt deS Reichskanzlers feilte iuft» sich von den Ausführungen des Reickskauzlers für befriedig« erllärte Für die Sozialdemottatie sprach der Abg. Scheide- mann, der erllärte. er könne nach den Ausfühnmgen des Reichskanzlers und nach der Behauptung des Renchskanzlers, daß achlich nicksts geändert habe, nicht verswhen, »varum dann Staatssekretär v. Kühlmann Hünen Abschied erlxilren habe Als letzter Redner erhielt der Abg. Fi s chb e ck (Vpt.f 'das Wv^. Tann wurden die Verhandlungen auf Freitag vormittatt vertagt. ««0 «SMrjMM An- Finnland. ^ . Stockholm, 11. Juli. (WTB.) Wie „Sveuska Dag- siadet aus H e l s i n g s o r s erfährt, erklärte Senator Setla m WiiboyL, daß es ßstr die fiunffche R^i«ru.ug ncchezu m* 'Möglich sei, die äußere Stütze zu bekommen, die Finnland brauche. Könne die Frage der Regierungsftrm nicht in nächster Zukunst entschieden werden, so halte die Regierung ihre weitere Arbeit für nutzlos. Am Montag abend besprach die Regierung mit den Landtagsgruppen in einer geheimen Konferenz die Regierungsform. Dabei teilte der Regierungschef Paasikivi mit, daß die Regierung beschlossen habe, die Annahme der m o n a r ch i s ch e n S t a a t s f o r m zu einer Kabinettsfrage zu machen. Die Republikaner betonen, dies sei illoyal, und verlangen eine Volksabstimmung, vor der sich jedermann beugen werde. Finnische Auszeichnungen für Hindenburg und Lndendorff Berlin, 11. Juli. Dem Generalftldmarschall v. Hindenburg Und dem Ersten Generalguarttermeister v Ludendorff ist durch den Reichsverweser Finnlands Svinhufvud das Großkreuz des finnischen Freiheitskreuzes verliehen tvorden. * Ans der russischen Republik. Moskau, 9. Juli. Tie Presse meldet: In den nächsten Tagen wird die Ankunst des englischen Botschafters Bucha n an in Wo log da erwartet. Am 5. Juli hat hier eine Bersammlimg aller Kriegs kommis- sare und Leiter der Militärabteilungen der Sowjets stattgefunden. Ter oberste Kriegssvwjet wird nach M u r o n übersiedeln. Die Reise nach Simbirsk und Kaluga, ebenso nach Archangelsk und dem Gouvernement Pskow ist aus wirtschaftlichen Gründen verboten. Trotz k i soll in dem allrussischen Kongreß der Sowjets erwart haben, er habe Nachrichten, daß an der Front die Einigkeit der Sowiettruppen durch englische und französische Propaganda ge- tttteit habe. Emzelr« Teile der Truppen seien zum Feinde über" gegangen. Der Kriegs zu st aird wurde über dir Murmmtküste und die Bahn bis Swanka verhängt. Das Gerücht von der Ermordung des Zaren. Kopenhagen, 11. Juli. Berlingske Tidende meldet aus Stockholm: Ein schwedischer Geschäftsmann, der dieser Dage aus Perm zurückgekehrt ist, teilt mit, daß der Zar noch am Leben sei und daß das Gerücht von seiner Ermordung wahrscheinlich dadurch entstanden sei, daß eine Bombe gegen das Haus des Zaren geworfen wurde. (Er selkbst sei unverletzt geblieben, jedoch soll sein Sohn getötet worden sein. Die Mörder des Grasen Mirbach. M o s k a u , 9. Juli. Nach xiner amtlichen Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur sind die Mörder des Grafen Mirbach die Mitglieder der linken sozialrevo- lutionären Partei A n d r e j e w u:rd Blumkin. Amerikanische Vorschüsse an Italien. Haag, 12. Juli. (L.-A.) Das amerikanische Finanzamt bewilligte der italienischen Regierung einen weiteren Kredit von 10 Millionen Dollars. Damit^st die Summe aller amerikanischen Vorschüsse an Italien auf 660 Millionen Dollars gestiegen. Ungarn und das Wirtschaftsbüudnis mit Deutschland. Budapest, 11. Juli. (WTBst Im Abgeordneten-, hause beantwortete gestern der Ministerpräsident Wekerle eine am 26. Juni eingebrachte Interpellation des Abgeordneten Hugo Lehne von der Karolyipartri in der Angelegenheit des Vertrages mit DeutscUand über die landwirtschaftlichen Zolle. Auf die Frage des Interpellanten, ob die Regierung ein Wirtschaftsbündnis mit Deutschland derart wünsche, dass darin die landtvirtschaftlichen Zölle .nicht aufrechttrhalten werden- sollen, erklärte der Ministerpräsident, daß darüber bis jetzt nur Vorbesprechungen stattgefmrden haben. Es besteht jedoch die Absicht, daß. wenn wir mit Deutschland ein Zollbürünris schließen, für die landwirtschaftlichen Zölle gegenseitige Zollfreiheit bestehen soll. Aus die Frage des Interpellanten nach den Industrie z ö l l e n, ob der Ministerpräsident Anhänger deK vollkommen freien Verkehrs sei, erklärte der Ministerpräsident, daß für die Jndustriezölle niemals vollkommene Verkchrsfreiheit geplant war, vielmehr soll für jene Industriezweige, für welche unsere Produktionsverhältnisse Schutz erheischen, dieser Schutz auch zukünftig aufrechterhalten rverden. Auf die Frage, welche Stellung die Regierung zu den bekannten Aeußerungen des Vizekanzlers v. P a y c r einnehme, verwies der MinisterpräsideM aus seine in dieser Air- gelegenhert bereits abgegebene Erklärung, daß diese Journalisten gegenüber gemachten privaten Aeußerungen des ^Vizekanzlers nicket als offizielle Kundgebung betrachtet werdet: können. Uebrigens harchelte es sich in dieser Erklärung nicht um eine aktuelle Politik, sondern um ein Endziel, das angestrebt werden soll. ,.Wir können," sagte Wekerle, „nicht auf diesem Standpunkt stehen. Der Absckstuß der Verträge ist ausschließlich zwischen Deutschland, Ungarn und Oesterreich geplant. Ueber Modalitäten, nne andere Staaten einbezogen werden könnten, fanden bisher keine Verhandlungen statt. Im übrige:: verweise ich auf meine seinerzeit gemacksten Darlegungen, daß die landwirtschaftlichen Zölle bei den heutigen Getreidepreisen und insbesondere an- gesichts der außerordentlichen Beschränkungen des Getreideveckehrs und des Transportes sozusagen keinerlei Bedeutung haben. Wenn auch mchere Staaten in das Bündnis ernbezogen werden sollten, müßte dafür gesorgt werden, daß für unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse das Absatzgebiet unter allen Umständen gewahrt bleibt." Schließlich erklärte der Ministerpräsident, daß er die von dem Interpellanten gewünschte Entsendung einer parlamentarischen Kommission, die über den Verlauf der Verhmwlungen mit Deutschland berichten soll, nicht für zweckmäßig halte. Er versichere neuerlich^ daß, wenn die Frage zur Entscheidung gelang« ,-und endgültig Stellung genommen werden solle, die Mei:rungs- äußerungen der Fachkreise eingeholt würden. Die Antwort des 1 Ministerpräsidenten wurde zur Kenntnis genommen. Der Seefneg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 11. Juli. Von unseren U-Booten sind im Kanal neuerdings 4 bewaffnete Dampfer mit zusammen 20 000 Br. - R. - T. versenkt worden. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Aus dem Kelche. Fliegermlgriff auf Offenburg. Karlsruhe, 11. Juli. Amtlich wird gemeldet: Ein cheute erfolgter Angriff mehrere feindlicher Flieger auf Offenburg, bei dem eine beschränkte Anzahl Bomben abgeworfen worden ist, hat einigen Sach- und Gebäude- scherden verursacht. Personen sind nicht verletzt. Die fleischlosen Wochen. Nach neueren Meldungen beginnen die fleischlose:: Wochen am 19. August. In jÄem Mv:mt soll in einer Woche die Fleischlieferung cmssallen. Das ,Lechz. Tagbl." teilt mit. daß die Festsetzung für das ganze Reich gleichmäßig erfolgt. Als fleischlos sind vorgesehen die Wochen 19.—25. August, 9.—15. September, 29. , September bis 6. OLober und 20.-^27. Oktober. Tie Floisch- ^ration soll von 250 auf 200 Gramm für alle Städte von *100000 Einwohnern ab festgesetzt werden für die 50 Gramm Fleisch wird ein entsprechendes Quantum Mehl gewährt. Die Preise für Frühkartoffeln. Berlin, 11. Juli. (WTB.) Auf mehrfache Anfragen teilt das Kriegsernährungsamt mit, daß eine Erhöhung der Preise für Frühkartoffeln über die in der Verordnung vom 9. März 1918 vorgesehene Höchstgrenze von 10 Mark hinaus nicht beabsichtigt ist, zumal in wenigen Tagen mit einer reichlicheren Anfuhr vvllausgereister Frühkartoffeln gerechnet werden kann. * Hamburg, 11. Juli. (WTB.) Der Senat ließ der Bürgerschaft die Antworten auf ihre Beschlüsse über die weiteren Friedensschlüsse, die Neugestaltung des d e u t - s ch e it Auslandsdienstes und die Wiedereinsetzung des freienHandelsin seine Rechte zugehen. Von dem ersten Beschluß, in dessen Sinne er getreu seinem bis^rigen Standpunkt weiter wirken werde, gab der Senat dem Reichskanzler Kenntnis. Zu dem zweiten Beschluß erklärt der Senat, daß auch er überzeugt sei, daß eine wirksame Vertretung der deutschen Interessen im Auslande wünschenswert sei, und daß er in diesem Sinne wirken werde. Auf das Ersuchen der Bürgerschaft, im Bündesrat mit allem Nachdruck dafür ein- zutreten, daß mit Friedensschluß der freie Handel als das erprobte, allein wirksame Mittel für die Wiederherstellung der deutschen Auslands- utiö Jnlandswirtschast wieder in seine Rechte eingesetzt wird, erwiderte der Senat, daß dieses Ersuchen _ durchaus dem von ihm eingenommenen Standpunkt entspreche, und daß auch er dafür eintreten werde, daß der freie Handel mit dem Friedensschluß wieder in seine Rechte eingesetzt rverde. Ans Stabt nnb €an&. Gießen, den 12. Juli 1918. ** Auszeichnung. Ter Leutnant Eduard Senßfelder, Adjutant bei einem Artillerie-Parkkommaudo erhielt dos Eisente Kreuz 1. .Klasse. Das (Äserne Krerrz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille wurden ihm bereits früher verliehen. ** Beförderung. Walter Mank wurde zum Gefreiten befördert und erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. L. U. Landes-Universität Gießen. Tem Oberarzt au der hiesigen Universitäts-Fraumklinik Tr. Paul WM Siegel, seither Privatdozent an der Universität Freiburg i. B., wurde die venia legend' für das Fach der Geburtshilfe und Frauenheilkunde an unserer Universität erteilt. ** Freibank: Samstag, 13. Juli 1918, 2—4 Uhr. von Nr. 721—930. ** Bronzcglocken und Orgelpfeifen. Vom Kriegsministerium — Krieg samt — in Berlin ist cnne noch- malige Durchprüsnng der Bronzeg-^cken und Orgelpfeifen auf ihre Zugehörigkeit zu mi einzelnen Gruppen ungeordnet worden, da es notwendig ist, daß noch w-eiteres! Glockenmetalt und Orgelzinn Zur Ablieferung gelangt. Näl)-e- res hierüber suchen die Betmigten in der hierüber heute erscheinenden crinttichei: Bekanntmachung. ** Gießener Waldb ich n e. Es ist chic alte Tatsache, daß das Freilichttheater stets mit Schuften gkeiten in den Wittc- rungsverhältnissen zu kämpfen Hatte. Tie erste Vorstellung wurde sicher ein- bis zweimal verregne: imd so der Beginn der Spielzeit mitunter bis in den Hvchsomme: hinaus verzögert. Dasselbe Bild rollte sich auch dieses Jahr auf. Tie feuchte, kalte Wiitterung verhinderte immer wieder die längt geplante Eröffnungsvorstellung. Zweimal festgesetzt kamen Regerschauer, die den Waldboden tüchtig answeichten, und vorbei wares mit der Spielmöglichkeit. Abett alter guten Tinge sind drei! Oeftent war die Vorstellung zum drittenmal angesetzt u-ni> jetzt Ijattp öcr Htrnmel endlich ein Einsehen. Fast wolkenlos wölbte sich der Himmel und die Sonne schuf zwischen der: Bäumen die schönsten Lichtefsekte. In Szene ging Björustjerne Björnsons altes irrrd >och ervig mnges, geistvolles Lustspiel „Wenn der junge Wein btht", das auch hier nicht unbekannt ist. Tie Tiarsteller, Mitgjeder des Kurtheaters Bad- Nauheim, spielten flott und paßtensich der Umgebung sicher an. Karl V olck, der auch die Spielleitwg irrne hatte, die bei der Freilichtbühne noch größere Schwierigkeien bietet und mitunter große Ansprüche an die Erfirchungsfirnst dö Spielleiters stellt, löste seine Ausgaben prächtig. Sein Aroik war dll stillem, feinem Humor, ohne trottelhaft zu werden, imd seine Sielleitung bewahrte sich auss: beste. Würdig stand ihm Adolf T e l ck h als Probst Hall zur Seite, bestimmt und doch zurückhaltend. Fiu Arvik wurde durch Auguste M a r ck s. fein verkörpert. Sie wrste stets den rechten Ton zu treffen. Tie drei Töchter Arviks g-en Mice Poetsch, Hermine W o s s i d l o mrd Helerre K a l l na r voll Anmut und Frische wieder. Auch Morgat Werner al Mvilde :md Oskar F e i g e l als Torming paßten sich gut an. % kleineren Rollen waren entsprechend besetzt. — Man hat seit tu Wiederau stauchen der Freilichtbühnen stets darüber gestritter welche Stücke geeignet seien und welche nicht. Die einen wollte nur das klassische Schauspiel, oder die historische Revue, nicht öt das nwderne Drama oder! Lustspiel, die anderen hielte-n die ltoderne geeigireter u. a. m. Wir wollen nicht darüber rechten Grundbedinmmg, ob klassisch oder modern, ist ja cnrch immer die ünheit des Ortes und wie der Spielleiter es fertig bekommt, dasf>crnze nach dem unverändert lichen Szenerrrahmen zu gestalten. Ran kann sehr gut, das sah nran gestern, auch Björnson aus d Freilichtbühne bringen, und bei geschickter Spielleitturg Erfolg zielen. Nur auf eirien Zlveig der darstellenden Kunst sei rwch v niesen, auf Vvlksftück, Singspiel :md Schäferspiel. Hier könen die Freilickstbühnen doch sicherlich in der Natur Schöneres nd künstlerisch Bedeutetrdere^ Hervorbringen, als die Bühne mi Leinivand und Latten. Wie! reizend müßte ein Singspiel von Ä zart oder Wjolff-Ferrar: hier wirke::, wie annmtig in der grün, stimmungvollen Umgebung! ein altes Schäferspiel. Die akustrscl Wirkung muß nur gut sein, und die hat sich bei der hiesigen Fr ichtüühne entschieden vervollkommnet. W>enn tvir an 1914, die ee Zeit der Waldbühnp zurück- denken, so läßt sich der Fortschritt hon rein äußerlich feststellcn. Tie kleinen Bäume sind gewachsen ne Laub- und Nadelwaud ist dichter geworden, der Raum gesch sener. Wenn, was zu Höffes ist, es nun endlich wärmer tvird in das gute Witter anhätt, so wird ja wohl auch die Freilichtbül, wie wir hören, n:ehr durch ihre Tarbietungen erfteuen können. ** Gastspiel im Stadt^eaLer. Am Mittwpch den 17. Juli, aberlds 8 Uhr, versn l'tet das Wandertheater des steklv. Generalkommandos 'des ^ A.-K. im Stadttheater ein Gastspiel zarm Besten der mm kehr enden Kriegsgefangenen, toebcl-Ts durch st graue Bühnm lün stler airsge- führt wird. Das Prvgvcnnm bittet u der ersten Hälfte ein«: sehr reichhalügen bunten Teil mit verglichen und deklamatorischen Vorträgen ernsten und heiteren F.: tts, im zwintcn: Teil kommt ein Theaterstück zur Aufführung: „X ue um Treue", ein Spiel laus der Gegenwart. Ter Vorvmia findet an der Kasse des SLaöt- Ehvaters statt. Um das Liebes^ für die vielen Tausende, die' das traurige Los der Gefangetstch lange ertragen mußten, ans- zubauen, bedarf es der Opferi.nl feit unseres Volkes. Es darf wohl in Anbetracht dieses guten Iveckes eine starke Beteiligung an dieser Veranstaltung erwarttt wden. ** Wohltätigkeitskvrert. Im Dtadttheater ftndet am Freitag den 19. Juli ein 'ltätigtcitsvonzert zu:n Besten der Hinterbliebene:: der Gefalle:re des Jnf.-Regts. „Kaiser Wilhelm" (2. Großh. Hess.) Nr. Illixrtt. Die Garnisonkapelle, die auf 50 Mitglieder Streick^rchestw rstärkt ist, loird unter Leittmg von B. Herrmmm spielen. Als Solist tritt F. Kaufmann (Violine) auf. Bei dem guten Z k der Veranstaltung rann der Besuch nur empfohlen loeckcn. Nö fiel^e Anzeige. ** Lichtspielhaus, B< nho fstr. 34. Von Samstag bis einschließlich DstmStag tritt my Porten in ihrem Lustspiel Probe ,gestellp' auf. Arno! ftkrf in „Der unwiderstkUiche Theodor". Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. ** Saasen 11. Juli. Am 10. Juli fand hier oie Synode des evangelischen Dekanats Grünberg statt. NM erner Andacht und nach den Wahlprüfungen erstattete Herr Tekan Röschen-Freren-« seen den Jahresbericht für 1917. — Ter gleichfalls von Dekan Röschen erstattete Bericht über den Erziehungsverein gab ein Bild von den Schiöierigkeiten, aber auch von dem Segen der Unters bringung und Beaufsichtigung von 150 Zöglingen. Herr Schulrat Tr. Eck-Worms (ftüher in Alsfeld) sprach der Versammlung aus dem .Herzen, als er, zugleich im Namen des Kreisamts Worms. Herrn Dekan Röschen für seine nun 25jährige Mühewaltung im Erziehungsverein dankte. Pfarrer Siebert-M'erlau erstattete den Bericht über die Dekanatskranketrpflege; der Wunsch der Synode ging dahin, möglichst bald einen Ersatz für die aus de:ßArbeit des Dekanats geschiedene Schwester zu erhallen. Bei den folgenden Wahlen wurde:: wiedergewäht: Zum Dekan Dekan Röschen, zum Vertreter Pfarrer Georgi-Ermerrrod, zu Mitgliedern des Tekanctts- ausschuss-es Bürgermeister Rcnrft-Grünberg. Bürgermeister Sckmridt- Oueckborn, Pfarrer Scriba-Wetterfeld, Matthäus Lein-Bkeiden- rod, neugewählt Pfarrer Schick-Oueckborn. lieber „das Wohirungs- und Siedltmgswesen "mit besonderer Berücksichtigung der Frage der Kriegerheimstätten, sprach dann Herr Pfarrer Margnth-Winnrod. Kreis Schotten. t. Nidda, 11. Juli. Gestern wurde hier Schweinemarkt abge'halten, der nrit Ferelnk gut befahren war. 2lber es hatten sich auch sehr viele Kauflustige eingefunden. Trotzdem war der Handel! anfangs gedrückt, weck die Züchter die bisherigen unerhört hohen Preise verlangten, die Käufer aber auf einen Abschlag hassten. Viele von ihnen unterließen den Ankauf. Gegen Ende des Marktes! wurde der Handel lebhafter: die Preise gingen nur wenig zurück. Ein Paar 5 Wochen alte Fe^k'ck kostete durchsckmittlich 200 Mk., 6 bis 7 Wochen alt 250 Mk., ältere Ferkel 400 Mk. Starknwurg und Rheinhessen. K. P. Mainz, 11. Juli. Eine aussehetterregende Verhaftung wurde in hiesiger Stadt vorgenommen. Bei der städtischen Hafen- und Lagcrhausverwaltung wurde die Unterschlagung größeres Summen fcstaestellt. Im Zusammenhang damit ist nun der Hafeneinnehmer Hugo Kirchheim verhaftet worden. Um seine Betrügereien zu verdecken, verbrannte der ungetreue Beamte eine:: Teil der Geschäftsbücher. Aus diesem Grimde war es bis jetzt noch nicht möglich, die Höhe der unterschlagenen Summen genau fest- znstelleu Zur Sichertmg hat die Stadt das gesamte Vermögeur Kirchheims mit Beschlag belegt, darunter m:ch eirren in Kriegsanleihe angelegten Barbetrag von 14 000 Mark. HessnMassau. X. Hanau, 11. Jüli. Bei einer Fahrt auf der Kinzig kippte der mit 'zwei junger: Burschen besetzte Nachen um. Einer der sJusassen .der 15 Jahre alte Sohn des Diamantschleifers Stern, ertrank, der andere Insasse konnte sich rette::. Sport. Zweite Regatta des Snddentschen Ruderverbands. Ter hiesige R.-Kt. „Hassia" hat zu der Sonntag 21. Juli ut Fechenheim a.M. stat sück-enden 2. diesjährigen Regatta des S.R.-Vl. zu dem Anfänger-, Ehrenpreis- und Gesellschrfts-Vierer genreldet. IN: Anfänger trifft „Hafsia" mit Mannl-einver Wassersporwerein! „Vorivärts" Ofsenbacher R.-Kl. „Germania", Franks. R.-Kl. „Alemannia" und „Undine", sowie Fochercheimer R.-G. 1910 zusamman.^ Offenbach und Fechenheim bilden im Gesellschafts-Vierer die Konkurrenten, während in: Eh. rnpreis-Vierer neben Fechenheim die Hauptkonkitrrencü: der „Hasjia", die Frankfurter „Amicina", an: Start erscheinen wird. Ten Achter bestreiten außer der „Amicitia" noch Offenbach :md Fechenheim. Wchrend der Ennunterungseü:ey Meldlmgen von Mannl-cim, Offenbach, Frcaiksirrter „Alemmrma" und Fechenheim auftvcist, iverden im Main-Vierer 2 Boote der Fechenheimer R.--G. 1910 starten. Ta nur 4 Boote gleichzeitig starten können, finden im Arfänger-sVierer vormittags 10 Uhr Vor- remren statt. * Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. B. Das Schicker-Wettruder:: um den Herausforderungspreis findet Sonntag den 14. Juli, nachm. 4 Uhr, am Boothaus aus der Woog statt. — Gau Vorturner st und e. Sonntag nachmittag, 2 Uhr, findet in der Turnhalle des Turnvereins Gieße.: 1846 eine Gauvorturnerstunde des Gaues Hessen statt. Der erste Teil des Uebungsplans umfaßt die militärische Ausbildung unserer Turner nach den Richtlinien des Kriegsministeriums. Für den zweiten Teil kommt Geräteturnen am Reck, Barren und Pferd, sowie volkstümliches Turnen zur Durchführung. ,* Fußball. Am letzten Sonntag trafen sich zum Rückverbandsspiel die beiden ersten Mannschaften des W. B. C. und V. f. R. 0). auf dem Sportplatz an der Hardt. Gießen, verstärkt durch den Mittelläufer Wenzel, kam vor HaUizeit nicht recht zusammen und konnte Wetzlar bis zur Pause Zweimal einsenden, während Gießen ein Tor durch Vieler aufholte. Nach Halbzeit war das Zusammenspicl von 1900 recht gut und konnten durch den Mittelstürmer Vieler drei Tore und eins durch den Rechtsaußen verwandelt werden. ObwM Wetzlar aufopfernd und fair spielte, konnte Gießen der wohlverdiente Sieg von 5:3 nicht genommen werden. F Marburg, 11. Juli. Nachdem kürzlich in einer öffentlichen Versammlung Marburger Frauen die dringende Mahnung znm Ausdruck gebracht, wurde, nach Möglichkeit Beschäftigung als Munitionsarbeitcrin:n Kassel anzunehmen, fordert jetzt der Rektor der Universität die Studenttrmen, deren Zahl über 400 bettägt^ in einem Anschlag am schwarzen Brett auf. sich währetü) der Ferien zur Mrmitionsarbeit zu melden. Israelitische Religionsgemernde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Awlage). Samstag 13. Juli. Vorabd.: 8.30: morg.: 8.30: abds.: 9.50 u. 10.30 — Israelitische Religionrgefellschaft. Sabbat- fever am 13. Jtcki. Fveitag abd.: 8.20: Samstag vorm.: 8.30; nachm.: 4.30: Sabbatausg.: 10.30. Wochengottesd.: morg. 7.00. obds.: 8.00. Mitttvoch aüd.: 10.20. Donnerstag abd.: 8.45. Müller fche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 12. Juli 17° R. Mb. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 11. Juli. Präsident Fehrenbachi eröffnet die Sitzung um 2 Uhr Ä Die zweite Lesung der Steuerwirlagkn ivird mit der Umsatzsteuer fortgesetzt. 2lbg. Meerfeld j'Soz.): Tie Umsatzsteuer ist bte su schneidendste aller neuen Steuern. Jede Ware, die sechsmal un gesetzt wird, wird um 3 Prozent erhöht. Daraus ist die trt geheuere Verteuerung aller Waren zu ersehen. Die Prodtrktic vürd verteuert, der Handel erschwert und das ganze Wirtschaft leben belastet. Ta das Gesetz der Anfang einer allgemeinen Prvdu tionsbesteuermcg ist, find tvir gezwungen, dieses O^esetz abzulehne Abg. Waldstein ^F. Vpt.): Entweder sollte man jei Erwerbstätigkeit, also auch die der Angestellten u:ü> Beamte::, dnr die Steuer erfa)fen, oder aber man sollte sich auf den ivitklich Wareimmsatz befihränkeir Ta mir gewerblickie Leistttngen erfa werden, so bleiben die freien Berufe unberücksvckstigt. Abg. Bernstein Al. Soz.): Dieses Gesetz ist wieder eil Besteuerung des Verbrauches, es ist für uns daher unannehmba Tic Freilassung der ftetm Beruft müßte ausdrücklich festgel« fiieüden. Ich beantrage daher einen besonderen Paragraphen 1: Ter gewerblichen Tätigkeit wird nicht zugerechivet, die An^übiv der fteien Berufe der Aerzte, Erzieher. Gelehrten, Kiinstler, Pr vatl-ckhrer, Rechlsanivalte, Notare iiub Schriftsteller LUV : s -> f ° r cF. Bpt.): Kn Dell mein Fveunde bedauert die Llbänderung des Paragraphen 1 d-inch h Abschuß. 9Q>g. Dr Ju cf : Die freien Berufe brauchen nicht «londers lt zu werden. Jhire Fcheilassimg geht aus dem Vesetz. -um iinudeiten aus der Anssck>ußl>eca.tmrg hervi-r. » ^>er Antrag W a l d st e i n mied abgelelMt. Paragraph Iwrrd in der Ausschnizsassung angenommen. Bei Bavagrnpl) - nnrd ein )ozialdenwfratiich?r Eintrag mef Freilassung ^wla^e von Kolfl-e Koks und Braun kachle abgelehnt. Bet B^ragraph 3 beantragt Mg. Keil (Do-.), ven der Be-- stttiermlg frciHiuassen: Bundesstaaten, (Gemeinden, Gemeindever- bmLe svwre g-ennschtioirtschaftlul-e Unternehmungen. Der Antrag wrw nach kurzer- Aussprack)e abgelehirt. tZnragrapl, (> besagt, die Steuer beträgt 5 pro Mille. Die ^steuerbetragc iuerben auf die volle Miark nach unten abgerundet. «- ^2^'Esmokraten beantragen, hinzuzufügen, die Steuer betragt 1 pro Mule für Getreide, Äeireidefabrikate, Milch. Butter, Kardosftm, Genrul-e, Flersd) und Fett. — Ueber diesen Antrag nnrd' nmneirtlich abgestimntt. Dafür stimmen von 285 Abgeord- irretm 114, dagegen 171. Der Antrag ist abgelehnt. Nach einem .ibvmpromigantrag soll ein Paragraph 6a besagen: Beiteht ein Unternehmen ans mehreren versclncdenartigen Betrieben, von denen der eine rn chm hergestellte Gegenstände an rr^ fa iss diese Lieferung, wemi sie 100 000 Mark Mrlich u^rsteigi, umsatzstenerpflichtig. Dabei gilt als Entgelt SP?! l ** € L.T c £ rö, & ^ CL * ermalte Photographien sind keine Ongrnalwerke. Sie fallen unter die erhöhte Steuer. Abg. Bernstein (U. Soz.) begründet den Airtrag seiner Partei und verlangt eine Erhöhung der Steuersätze für Luxus-- gegenstände und Pelzkragen. Abg. Zimmer mann (natl.) bittet, mechanisch^ Musik- instrumente freizulassen. Sie seien die Musik des kleinen Mannes und wichtig für die Erweckung musikalischen Gehörs bei den Kiichern. Die Musik ist das schönste Geschenk der Musen. Sie mutz gehegt und gepflegt werden. Tie Anträge der Unabhängigen Sozialdemokraten werden abgelehnt, ebenso der Antrag des Zentrums. „ An § 17 Ko-rloguna von Geschäftspapieren) beantragt Abg. Wald ste in (svrtsck>r. Vpt.) den zweiten Msatz zu streichen, der auch den Ang^ stellten Auskunftspflicht anfcrlegl. Unterftaatssekretär Schiffer: Das Vertrauens Verhältnis zum Mes sioll nicht gatrofdeu roerden Diese Auskunft wird nur in vereinzelten Fällen und danu se.hr vorsichtig eingeholt werden. Wir müssen im Interesse des el-rlick-en Steuerzahlers die Unehrtichelb heranziehen. Mg. Dr. Pfleger (Zentr.): Wir sind für Streichung dieses Absatzes. Ullterstaatssekretär Schiffer: Wird der Msatz gestochen, daun müssen alle solckie Fälle durch die Staatsanwaltschaft erledigt werden. Das würde dem Ehef noch unangenehnter sein als die Aus- kunftspslicht der Angestellten. Der Absatz wird gestticherr. Bei § 30 beantragt Abg. Nacken (kons.) zu sagen: Von Unternehmen, die vorwiegend Lebensmittel vertreiben, dürfen vorn 1. April 1019 ab Steuern vom Umsatz dieser Waren in Einzelstaaten und Gemeinden nicht mdjr erhoben werden. Bei der Be- Aeichnarng „notwendige Lebensmittel" möge man nicht engherzig verfahren. Albg. Keil (Soz.) tritt für Fassung des letzten Absatzes nach den Beschlüssen, des Lllusschusses ein. Diese besagen: Steuern vom Warenumsatz, welche beim Jnkrafttveteir dieses Gesebes in Bundesstaaten oder Gemeinden bestehen, di'lrfen vom 1. April 1919 ab nicht werter erhoben werden. Nack) Jnkrasttreten dieses 6ftsetz.es dürfen Stenern vom Warerwusatz von Bundesstaaten oder Gemeinden nicht mehr eingeathrt werden. Damit hört ein Teil der stenerlick)en Verschiedenheit in den Bun.desskaa.ftn auf. Mg. Koch (F. Vpt.) spricht sich gegen die Bestimrmmg ans, daß das Reich den Bundesstaaten 10 Prozertt aus diesen Steuern zu überiveisen hat als Erhebmrgsvergütnng und 5 weitere Prozent an diejenigen Bundesstaaten xur Uel^ewei'urug an die Gemeinden, die für die Lebensmittelversorgung Einrichttmgen getroffen Habens Abg. Schiele (Kurs.): Wir sind ftir Streichung des letzten Msatzes und sind bereit, dem.Anträge Nacken beizutveten. 2lbg. Tr. I u n ck (natl.): Wir stimmen dem Anträge Nacken Ku. Tie Einzelstaaten mögen es mit sich ausmachen, wie sie sich Kirr Umsatzsteuer stellen wollen. ?kbg W a r m u t h (D. F.): Mit dem Ausschußbeschluß dürfte auch die einzelstaatliche WarenhauSsteuer in Wegfall kommen. Das kann nicht Aufgabe der RnctMagSgesetzgebnng sein. UnLerstaetssekret«r Schiffer: Die Annahme, daß durch dein Bericht an den .ReickKLag über die Verwendung der an die Bundesstaaten abgegebenen Beträge dem Reichstag ein Kontrollrecht gegeben seut soll, trifft nicht zu. Ter Antrag Nacken wird angenommen. § 35 besagt, daß das Gesetz mit dem 31. Dezember 1923 außer Kraft tritt. Abg B e r n st e i n (Soz.) beantragt als Termin hierfür das Ende des ersten Jahres nach Friedensschluß mit den Großmächten anzu setzen. Der Arvtrag wird abgelehnt. Es bleibt beim Ansschußl'eschLuß. In einer Resolution wird eine Besteuerung des Luxusmobiliarbesitzes angeregt. Das Brauntiveinmonopol wird von der heutigen Tagesordnung abgesetzt. Das Gesetz gegen die Steuerflucht wird olpre Aussprache angenommen. Es folgt die erste Lesung eines Gesetzes über die Errichtung seines Reichssinanzhofes und über die Reichsaufsicht für die Zölle und Steuern. Dft erste Lesung des von dem Haup-tansschuß vargeschlagene^ kOftsetzes und des Nachttagsetats geht oh ic Aussprache von statten. Auch in dbr zweiten Lesung wird 1ms Wart nicht verlangt. DaS Gesetz und der Nachttagsetat werden angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Fehrenbach schlägt vor, dech noch in die Derattmydes Branntweinmonopols eilezutreten, und zwar, um die Redner zum Paragraph 1 zu hören und dadurch die morgige Tagesordnung zu .entlasten. (Zustimmung.) Abg. S chw a r z e-LippftM (Ztr.): Die Vorlage ist in der Kommission, da sie sehr spät eingebracht worden ist, durchgepeitscht worden. Die Interessenten sind noch gar nicht gehört worden Es ist nicht gleichgültig, ob der .Konsument 5 oder 10, oder 25 bis 40 Pfennig für ein Gläschen zu zahlen hat. Die Ent schädigungsfrage ist noch nicht erörtert. Die Stellungnahme meiner Freunde bleibt Vorbehalten. _ Mg. Brey (Svz.): Wir sind dem Gedanken der StaakSmm^- pole nicht abgeneigt, hätten aber gewünscht, daß mit der .Kohle und Elektrizität begonnen würde. Diese Fassung bedeutet ein« ungeheure Belastung des Verbrauck>s, des geiverblichen Lebens und der Krankenpflege. Mg. Dr. Bär Winkel (natl.): Die)'er M^mopolMn ist etn kühnes Wagnis. Gewonnen hat der Moiropolgedanke durch die Erfahrungen mit den Kriegsgesellsck)aften nicht. ES wäre vielleicht besser getvesen, die Verbraucl-sal^abe zu erhöhen. Wir können unS erst entsck-eiden, wenn feststeht, walckies das kleinere Uebel ist.^ Abg. Schees (F. Vpt.): Durch unsere Zustimmung binden wir uns nicht für die Zukunft. Wir iverden auch kSsrftig eine Politik der freien Entfaltung der Kräfte bettciben. Abg. Mumm (DF.): Die Not der Zeit hat hier einmal eine gute Wirkung ausgeübt. Bei diesem ersten Monopol wird es nicht bleiben. Die Interessen der Angestellten und Arbeiter müssen besonders gewahrt werden. Mg. Wurm (U. Sctz.): Dieses Monopol ist nichts als ein Schutzgesetz für die konservattven Interessen. Die Kartoffeln müssen sparsamer verwertet werden. Durch hohe Steuern wird die Trunksucht nicht beseittgt. Wir lehnen dieses Monopol ab. Abg. Di e z - Konstanz (Zentr.): Daß dieses EMonopvl die er- Nttrteten Smnmen bringen wird, glaube ich nicht. Ein grvHer Konsnmrückgang wird eintteten. Wir komm«: aber um dieses Monopol nicht herum. Daraus wird die W:iterberatung aus Freitag 1 Uhr vettagt, außerdem Anfragen, kleinere Vorlagen und Petitionen, 3. Lesung der Steuerporlagen bis auf das Branntweinnwnopok. Schlug H *9 Uhr. ^ | ^ . . . 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Man beachte: ,Juwel« st Or gi alfabrttai ans Neia'i, die Spule im Heft gibt beim iähcn b n Faden ad wie eine Nä!f- naichint. .Juwel« hat so viel Vorzüge, do^, 41c Nachahm>-ugen fast wcrilvo ^scheinen! Genernl-vertried J, ksopfl, München 7 V Landwehr,trotze 3Q, 4823 ss Leitung: 5 t 40 c Hefr.it Hermann Staingsattcr. Sonntag den 11. J«li adcndö 7V> IIbr; Gastspiel ?w lii§!i$^§n bs Mte SWitelrs: htkiyPlSlt. Eine lustige Schnlgeschichte in 3 Akten von Sturm u. Färber. Todes-Anzeige* m Gestern mittag um 3 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Isaak Jacob ! im Alter von 84 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Sigmund Jacob. Biskirchen, Gießen, den J 2. Juli 1918. Stadttheater Freitag den 19. Juli 1918, abends 7 1 / 2 Uhr Wohltätigkeitskonzert zum Besten für die Hinterbliebenen der Gefallenen des Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm" (2. Großh. Hess.) Nr. 116 ausgeführt von der Garnisonkapelle (verstärkt auf 50 Mitglieder Streich, orchefter) Dirigent: Herr Br. Herrmann, Solist: Herr Ferd. Kaufmann (Violine) z. I. Schloß Lich 6SB7 Die Beerdigung findet Sonntag den 14. Juli 1918, 3 Uhr nachmittags, in Biskirchen statt. m ms m Programm: Werke von Beethoven, Bruch, Grieg, Kreisler Mendelssohn, Sarasate, Wieniawski Karten zu 4, 3, 2, 1 Mk. nur im Vorverkauf bei Thalli er, Neuemveg Buffe Major und Batls.-Kommandeur des I. Ers.-Batls. I.-R. Nr. 116 Keller Oberbürgermeister Behm Generalmajor 52161) Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Mootz geb. Weüer am 10. Juli nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Christoph Mootz Mnrie Mootz Lina Moolz Willi Mootz Meieno Mootz Enkel. Gießen (Wetzlarer Weg 80), den 11. Juli 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 14. Juli, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 5220 i)ininiiiiiiiiiiiiiiiMMiiuimi*mummiiii!ini(ij?iijijriniiuiiiiii**mi'i*i*i?i*fi l iriii , i**i*riM*iii > iM' > i l |i ] |*M > M(*ii t i** Lichtspielhaus ■ Bahnhofstrasse 34. t Alle YereüBstlgnoKeo anfgehoben. — Abonnements keine Gültigkeit m in ihrem auserlesen sten Lustspiel der Saison in vier Akten 5S Gestern morgen verstarb plötzlich und unerwartet infolge Unglücksfalles meine innigstgeliebte Tochter Lina Kinzebach im Alter von 32 Jahren, In tiefem Schmerz die tieftrauernde Mutter: Ernestine Kinzebach. Gießen, Kirchstraße 2, den 12. Juli 1918. 5223 Die Beerdigung findet Sonntag, 14. Juli, nachmittags V* 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. % :=t= der hier bestbekannte Komiker, in seinem hervorragenden Lustspielschlager in 4 Akten m r 5218a Wegen des zu erwartenden großen Andrangs in den Abendvorstellungen bitten wir höfl. das tili Publikum nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen besuchen zn wollen. Telephonische Vorbestellungen können nur für die Nachmittagsvorstellungen auf Logen berücksichtigt werden. Die Direktion. .V .4 iTm n i*i1 ‘fl li j in n j Mining im in ni «u in MiiriMiiiiimiiihifi i My] i 1 } v! Myj mi »*>? imninil mm im imJmmmiMmimi titiMiiiiiiiMimini Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigstgeliebten, herzensguten Mann, den treusorgenden Vater seines Söhnchens, unseren lieben, braven Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Aliendörfer gestern abend um 11 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 30 Jahren zu sich zu nehmen. In tiefem Schmerz: Frau Kath. Aliendörfer geb. Feisel and Kind. Familie Georg AiiendÖrfer und Angehörige. Klein-Linden, Lützellinden den 12. Juli 1918. Die Beerdigung findet Samstag nachmittags 3 Uhr von Klein-Linden, Schulstr. 17 aus statt. 03334 Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten machen wir hiermit die traurige Mitteilung, daß unser tnntgst- geliebtes Löchterchen Berta tm Alter von 14 Jahren nach kurzem, schwerem Krankenlager Donnerstag morgen um 5 Uhr fantt entschlafen Ist. Louis Rosenbaum und Familie. Großen-Linde«, den 12. Juli ISIS. Die Beerdigung findet Sonntag den 14. Juli, um 2 Uhr, statt. »sa« Einkoch- 08813 g tlläner Apparate Z Gummi | Carl Ncluinck SsltcrswsgSS, Bakahelstr.M. I»s gtäilein das die silberne Handtasche gefunden hm und solche bet Köhler. Ltebtgsir. 46, abgab. roirö srdl. gebeten, nochmals daselbst vorzusprechen, u83 ' , iHiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiini Ludendorff-Spende. VII. GabenverzctchntS. Bank für Handel uud Industrie: K. Schmidt 20 M., Karl Relchardt 5 Vi.. I. D. C. 10 M, Franz Dexheimer 0 M., August Siebert 10 Dl., Stenogr.-Ges. GabelSb. und Damenabt. 20 M., Frau Pfarrer Koch 10 Mv Pfarrer Preuschen 28.50 Dt., N. N. 20 M., Ungenanut 3 M., W. Fritzel 10 M., Wohltäilgkeitskonzert tm Fürstenhof 242.95 m. BezirkSSvarkasfe: I. Kehr 10 M., E. v. I. 20 M., G. L. 5 AL, M. Böcher '' M., Emilie Schmitt 5 M., Fr. Lenz 5 M^. Lo»tts Wolfs 5 M., D. Stein 5 M. Geschäftsstelle de? Giehener Anzeigers: N. N. 3 M., W. M. 5 M., K. G. Sch. 20 M., Klasse der Stadtmädchenschule 5 M., Frl. Hestler 6 Ai., G. R. 3 M., Habeney 5 M., Reallehrer Avvelb M., GießenerLehrerinnenoeretn 30 Dt., Dr. S. A. 3 Äi. Mitteldeutsche Creditbank, Ailtale Gießen: L. K. 10 M., Prof. BehrenS 20 M., Frl. Amalie Hoffman« 20 Dl.. Schaaf W M., 9t. N. 5 M., Frau Dr. Töpfer 20 M., E. F. 2 Vk. M. H. 1 Ai., Kt.. 2. Gabe 10 M.. N. N. 10 M., Karl Maurer tSchwarz-Weiß-Tbearer 10) M., L. St. 6 M., Carl Becker l. 200 M., E. 9L 3 PL, F. S. 20 M., I. Hammermann 15 M, C. Horn 20 M., Gewerkschaft Gtestener Braunstein- Bergwerke 12635 M., Hauvlmann Moeller M M. Hessischer Bank-Verein, Filiale Gießen: Frl. M. P. 4 M, Frau Hofrat Grünewaid 20 M. etadtvenvaltuna:Staatüetsenbahn-Berein10«;.8SM^ N. N. 10 M.. durch die zweite Unterprima der Oberreai- schule 90 M. Baruch Strauß Nachs., Bankgeschäft: Frau Kommerzienrat Heyltgenüaedt 1000 3)L A. Wendel 100 M. B. M. 10 M., 10 M. Böller 20 M., Frau Auguste Schmidt 5218B Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute eingetragen die Firma Molz & Forbach, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in WormS, Zweigniederlassung Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist Detailvertrieb von Handschuhen und anderen Waren. Das Stammkapital beträgt 20000 Mark. Zur Geschäftsführerin ist Fräulein Jda Danziger, Berlin-Schöneberg, bestellt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 10. Dezember 1910 festgestellt. Gießen, den 4. Juli 1918. Großh. Amtsgericht. **«B Bekanntmachung Inder außerordentlichen Generalversammlung des Spar, und Vorschuß-Vereins*! E. G. m. u. H. zu Beuern vom 21. Mai 1918, wurde die An- nähme der beschränkten Haftpflicht beschlossen. Die Gläubiger, welche der Umwandlung wiedersprechen, werden aufgesordert, sich bei der Genossenschaft zu melden. 6161 Beuern, den 8. Juli 1918. ml) LsrsKllb-Bkttln I 8. 8. m.«. H. Lindenstruth, Direktor. K. Walther, Rechner. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezüge von Kleidungsstücken auS der Ebel Stiftung find bis spätesten- 31. Juli ISIS bei dem Stadt. Armenamt. Asterweg 9, etnzuretchen. Gießen, den 10. Hult 1918. 5217B Der Oberbürgermeiner sArmen - Verwaltung): Keller. Nnhholjverkauf der Stadt (Ziehen. Aus den städtischen Forstwarteien I und II sollen nachverzeichnete Nutzhölzer getrennt nach Losen durch schriftliches Angebot verkauft werden: Aus Abteilung Kleines Wäldchen 89 zwischen der 1L und 13. Schneise: EichenstLmme. Los 1 1 St. 2. LI. - 1,63 Fstm., Los 2 7 St. 3. Kl. --- 5,54 Fstm., Los 3 22 St. 4. Kl. = 15,31 Fstm., Los 4 23 St. 4. Kl. -- 14,38 Fstm.; Los 5 8 St. 5. Kl. --- 4^7 Fstm. Kiefernstämme. LoS 6 1 St. 3. Kl. = 0,96 Fstm. Aus Abteil. Knhstall 23 zwischen der 2. und 3. Schneise an der Grtvtberger Chaussee. Kiefernstämme. Los 7 1 St. 3. Kl. -- 0,40 Fstm. und 8 St. 4. ft - 4,47 Fstm., Los 8 74 St. 4. Kl. - 23,31 Fstm., Los 9 62 St. 5. Kl. -- 21,08 Fstm. Das Holz, das mit der Rinde gemessen ift. wird verkauft, wie es im Walde liegt, und ist vorher anzusehen. Etwaige spätere Einwendungen wegen der Dermesi ung und Güte des Holzes werden nicht berücksichtigt, -caheno Auskunft durch Förster Karl Brück zu Rödgen m Forstwart Arft zu Hochwart, die das Holz vorzetgeu. Das Gebot gehl auf den Fcftmeter und ist für jedes Los besonders anzugeben. . . . 0 ' Gegen ausreichende Sicherheit wrrd ZahUmgsfriN bis zum 15. November 1918 gewährt. Angebote sind verschlossen und mit der Aufschrift „Submissionsholzverkauf" bis sp ä testenS 15 Juli 1918, vormittags 11 Uhr^ an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen einzureichen, woselbst um die angegebene Zeit die Eröffnung der Angebote in Abwesenheit der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 29. Juni 1918. 4910B Der Oberbürgermeister. I. B.: Krenzien. Beigeordneter, fö] föffäiralf51 |51|älfäirplhfäirPirDiräl fäHä1fgtfo| Kruse’sches Musikinstitut. Durch Abrufung des vorgesehenen Solisten W. Kruse muß das z. Z. angesagte Schülerkonzert auf der Liebigshdhe aussallen und aus spätere Zeit verlegt werden. 0MU (S][ö][ö][g][ö][ä1[g]räl°[ä1[ä1[ä1iöl[ä1|öl [äir51[äl Nr. M Swetter Blatt Gleßener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdechefsen) greffag, (2 )uli 1918 hessischer Landtag. Zweite Kammer. «, ....^ b5. Sitzung vom 11. Juli. baä °< r e .l I eEnel um 9 1 /* Uhr die Sitzung, oj m ^('Uahlich. Die Tribünen sind schwach besetzt. die drei Minister anwesend. N n tfÄ’L Ä des Innern von Hombergk zu V?^Jlß xaq Abg. Köhler, für den kommenden Winter ^treffend, und der Anfrage des Abg. Ulrich u. Gen. über Koh- lenlre erunb und Gasverbrauchs strafen folgendes bekannt: 1917/18 mit feiner äußerst empfindlichen ^?dl«rknapphert über,landen hatten, war das nächste Bestreben »er äcegrerung darauf gerichtet, zu erreichen, daß der Reichskohlcn- vrÄnlifmni Hr lt ^ Frühjahrs die Kohlen Versorgung blanmamg derart fördere, daß einer Beunruhig wie Ne im Winter 1917/18 Platz ge- iunlichit vorgebeugt werde. Der Antrag des Abgeoro- C ■ r- gleiche Ziel verfolgte, wurde seinerzeit dem 'ommls,ar,befürwortend vermittelt. Während es nun rm allgemeinen an Koks nicht fehlt, auch die Belieferung der O^iverte sich zurzeit besser gestaltet als im Jahre 1917, ist die ■^w^ gUn ? 1 J ll i Hausbrwid kohle nach den übereinstimmenden Be- allen Teilen des Grvßherzogtums ungenügend. 9™ c Bevorratung für den kommenden Winter VE urrgenos itattfrnden können. Die Regierung ist darum von "2ie hat dem Reichskohlentommissar Kennt- den zahlreich hier eingegangenen Beschtverden gegeben 1 ? begründet erschienen, nachdrücklich deren Abstellung Unter dem 5. Juli ist nunmehr durch die hessisch' l^andtschaft m Berlin eine Aeußerung des Reichskommissars Kohlenversorgung eingegangen. Er führt aus, W Versorgung des Hausbrandes für das Wirtschafts- lahr 1918/19 von der Absicht habe leiten lassen, im Lauf des ^h^r Ausnutzung der verkehrsarmen Zeit soweit wie ,r Ä f woglich ctitc Bevorratung durchzuführen. Er habe daher, obwohl der- Sommerbedarf an Hausbrandkohlen wesentlich ge- Wutter, für die fünf Sommermonate Mai bis einschließlich September 1918 die gleiche Monatsinenge zur Ver- gestellt wie in strengsten Wintermonaten. Einzelne Ge- erfahrungsgemäß im Winter nur mit allerer otzter ^chmerigkeit beliefert werden könnten, würden aus .soften rhrer Winterbelieferung im Sommer im Wege besonderer Bevorratung beliefert. Diese Gebiete erhielten höhere Sommcr- velieferungen zugewie>en. In Hessen gehörten zu diesen Gebie- Ofsenbach und Gießen, so daß wenigstens dort die Rcoglichkeit gegeben sein müßte, eine teiltveise Bevorratung zu ttzielen. Um bei dem Eintritt besserer Wagengestellnng den Eisenbahn- und Wasserweg zur Versorgung des Hausbrandes möglichst auszunutzen, hat der Reichskohlenkommissar anfangs Juni me Bezugsscheine für. den ganzen Rest der Sommerliefermenge an die Versorgungsbezirke herausgegeben. Da er mit allem Nach- druck die Belieferung der angewiesenen Bezugsscheine erstrebt, darf erwartet werden, daß die Versorgung der Bevölkerung mit Kohlen Nch nächstens erheblich bessert. Die Lage der Kohlenversorgung blerbt andauerr^ — t -^ — w - , - jr - r ' • • | Anfvideru n gen «■».». vuyu, i*u, «vtc». w»uu. uuu iul uiu unentbehrlichen kriegswichtigsten Industrien. Reuerdings hat der Reichstvblenkommissar, um die Versorgung der Landbezirke zu verbessern, für eme Reihe von Kommunalverbänden, nämlich Groß- Gerau, Bensheim, Friedberg-Land, Oppenheim, Alzey und Mainz-Land die Sommerlieserungen erhöht. Wohlwollende Prüfung des Gesuchs des KomirrunalVerbands Bingen um Erhöhung der Sommerlieferung ist zugesagt. Der Reichskohlenkominissar glaubt, diirch sein Vorgehen der Anregung des Herrn Abeordiieten Köhler nach Möglichkeit Rechnung getragen zu haben. Insoweit eine reichlichere Zuteilung von Hausbrandmengen vom Abgeordneten Köhler verlangt werde, s«k er in dieser Richtung bis an die Grenze der Möglichkeit gegangen. Wenn er über die bisherigen Erhöhungen der Sommerlieferungen hinaus weitere Zuweisungen nicht in Aussicht stellen könne, so liege der Grund hierfür ausschließlich darin, daß die Zechen schon mit den bisherigen Lieferungen bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit belastet seien uiid eine Steigerung leider nicht erzielt werden könne. Bei wirtschaftlicher Verwendung der zugeteilten Mengen, bei äußerster Sparsamkeit aller Verbraucher, so führt der Reichskohlenkommissar aus müsse es sicherlich durchaus möglich sein, eine Bevorratung ini Laufe des Sommers zu erreichen. Sie werde nicht unerheblich sein und billigen und den Verhältnissen Rechnung tragenden Anforderungen entsprechen. > Was nun die Erregung betrifft, von der die städtische Bevölkerung infolge der Einziehung eines Aufgeldes ftür den Mehrverbrauch an Gas ergriffen worden ist, so beruht diese Erhebung auf einer Anordnung des Reichsllchlenkonrmissars. Die Regierung hat die Oberbürgermeister über die Ausführung dieser Maßregel angehört. Hierbei hat sich herausgestellt, daß die. Stadt Mainz durch Sperrung der Gasleitung hie vom Reichskohlenkommissar geforderte Einschränkung der Gasabgabe bis März laufenden Jahres erreicht hat und daß die Erhebung pon Aufgeld deshalb dort noch nrcht praktisch geworden ist. In Offenbach wäre ein Aufgeld in ^von 250 000 Mark für den dort stattgchabten Mehrverbrauch von 500 000 Kubikmeter für dre Monate April. Mai und Juni die,es Jahres zu erheben. Ohne die Ursachen des Mehrverbrauchs im einzelnen Falle zu prüfen, hat die Stadt es abgftehnt, die Beiträge, durch ihre Beamten einzufordern. Es wird deshalb zunächst ab- zmoarten sein, mit welchen Vorschlägen her Reichskoblenkommissar an die Ltadtverwaltung herantritt. In Darmstavt wird so vorgegangen, daß bet Anforderung des Aufgeldes eine vierzehntägige Frist gewahrt wrm, um her Erhebung des Aufgeldes widersprechen ul rönnen. Wo die Einwendungen nach Auffassung der zuständigen Kommission begründet sind, wird von der Erhebung des Aufgeldes abge,eben Bet solck*>m schonenden Vorgehen darf envartet werden, ^ftch d,e in DarnchtxM ^emgetretene Erregung wieder lege. In ^ *55 Aufgeld mit dem Gasgeld in Rechnung gestellt mid cmgezogen, ohne datz eme besondere Erregung in der Bevölkerung hervorgetK^n ist. Ties hat dadurch erreicht iverden ^mreil, > atz die Ortsvorsch,uften weitgehende Milderungen vor sehend ^o hat man von vornherein eine Einschränkung der Antvmateiigas- r^L?emen Einschränkung ausgenommen, aber M kleine Gasabn^hmer nicht mehr mit Aufgeld belegt Eine Belastung der Arbctterbevölklerung und der Klein gas abnehmer v)mmt nach dem Bericht des Oberbürgermeisters der Stadt Worms Grunde nicht in Frage. Anfgeld in erheb!ich,er Höhe wurve dg.ivtiachillch von den Kaffeehausbefitzern mrd von den Motographen angefoÄ«rt imd bezahlt. Auch fand in Privattvoh- f l ! bvööh^r Verbrauch statt. Handwerker und entsprechende abe^lni' Fabrikbetriebe nur vereinzelt, Wo rm 4 9 ?^ gen ' '^ ier Oberbürgermeister der Stadt Durchführung der Anordnung die einzige Mög- ^ Kstverks voLbeugen^Er er «oMÄefiment,. Die un Siürir n« crfwfe "' roeil i)iL ' Lirferung feit tebodji möglichst verschont bleiben ^.rvertervevolkerung «°v> SÄ 1 !Ä? Elchen Fällen Auf. rücksichtslos uiid i&rme^hil m - lMben. Ob der Arttarlf der beiden Güter unter den geschilderten Verhaltnrisen für die in Betracht kommenden Gemeindetl vorteilhaft gewesen wäre und ihn.eit geeignetenfalls hätte empfohlen werden können, kann dahingestellt bleiben, nachdem der Kauf vollzogen ist. , Mg. Dorsch (Bbd.) beantragt Befprechung imd bittet die Re- fugend, dafür zu forgeii, daß der G(rund und Boden S5 £ men J gc K?ide übergehe. Man müsse aber mich gegen die erheben^^^ ^ ^nen Kauftente durch die Warenhäuser Einspruch einc energische Unterstützung ^ g ft??^^u ^eser Frage iN Aussicht. Abg. u/sta d t (fortfchr.) stellt fest, daß die Fortschrittler im Landtag für die Warenhaus- und Filialsteuer gestimmt hätten. Abg. Stephan (natl) behauptet, daß es sich bei dem Verkauf der erwähnten Gitter nicht um..Bauernlegeru gehandelt habe. Der Name des Käufers biete daftlr genügend Gewähr Mg. Ad e l u n g(Soz.) stellt fest, daß von d^ser Sefte mehrfach kleine Güter aufgekauft lrmrden. Mg. Werner (BW.) meint, daß seines Wissens diese Sei'e sich in nicht gerade «rfteulicher Weise bei dem Anlauf vair Gütern m Rhein- Hessen, z. B. MonAum, betätigt habe. Minister des Innern v on Vom bergt zu Vach macht darauf aufmerksam, daß die .Kreis- amter darauf hingewiesen seien, den Ankauf von Gemdbesitz durch lne Gemeinden zu fördern. Von den genannten Verläustvr Wbe das KDe-lsamt aber keine Kenntnis gehabt. — Schluß der Sitzung 1 fthr'. Nächste Sitzung Freitag, 9 Uhr. Heute nachmittag findet eine Sitzung des Kriegsausschusses statt. - *- jP' hon der Antwort des Ministers Er tx-lt nrrt. d-rtz d« m Ses,«i befindliche Nrankohleu- grude „Amalie , die einer auswärttgen Firma gehört Wiicber ben ^f e - ÜCT ^ angt unb d^hcrlb beim Kriegswucheramt verklagt wor Eine Vorstellung der hessischen Rechtsanwalts- und Notariats bureaubeamten tmrd ohne Aussprache abgelehnt i r^.^^lun? der mittleren Justizbeamten über die Gehalts^ Verhältnisse der Aktuanatsasftstenten wird von dem Mg ftuck- m e p e r (Ztr.) befürtvortet und nach einer Estklärimg des Staats- auf Antrag des Wg. Tr. Osann an den Ausschuß zuruckverwiescn. -ver Antrag K ö h l e r, die Immunität der Abgeordneten betr wird ohne Aussprache angenommen. b - n r i ch und Raab batr. Weinal'gabe von den Tomanenbestanden für.Krankr- wird strr erledigt erllärt Bei dem Anträge der Wgg. Leun wird Dr. Fulda Sveck ,°^s?be betr.. bittet Abg. Leun (Bbd.,. die Lohnarbeiter, auch so- 1% imt> '«sofern sie nicht mehr s f r ?? e r bans geschlachtet Aden, von der Speckabqabe aus vcr vausschlacheung zu besreren. Der Antraq wird, nachdem der äber Wc Strafen für Nichtabgabc von Speck gesprochen hat, migenommen. Die Versorgmlfl mit Schuhen. Abg. Eißnert (Soz.) spricht sodann über seinen Antrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Schuhen und verlauft die Aufhebung der Freizügigkeit der Bezugsscheine, damit nicht Orts- remde ohne wetteves überall Schuhe kaufen können Weiternder- langt der Redner die Einrichtung von Schuhverteilnngsstellen so- wre die Ueberwetsung von Ober- und Unterleder oder zweckdienlicher ^Evffe durch die ^ckiaftwerteiüm gs stellen. Scksti esst ich sei es nottg, bei der Mgabe von neuen Schuhen die Mliefeonng der alten zu verlangen. * '' , Dorsch (Bbd.) meint, daß aus dem Lande noch schkechter ohne Schuhe oder mit schlechten anszukommen sei als in der Stadt (Wild) fuhrt aus, daß man auf dem Lande mit Holz schuhen mchts anfangen könne. In vielen Orten des Kreises Oppenheim werde wöchentlich nur ein Paar Schuhe auf Me ©fe’ samtbevölkerung verteilt. — Ter Antrag nürd angenommeri Sodann wird der Antrag des Mg. F e n ch e{ (Bbd ) ftiung Uiid Auszahlung der Preise für Brotgetreide, (berste und Hafer ohne Aussprache angenommen. ^ ^A^rage des Mg. Lang (Natl.), Me Verinchtiing der Saatkrähen betr., wird für erleMgt erklärt, desgl. eine Vorstellung teS Landesverbandes der Hausbesitmwereine ivegeti Wanderung des Gesetzes über Me Brmiüversickierungsanstalt für Ge^!d? die eme unterschiedliche Heranziehung der Gebäude zu den Brand- ^rsicherungsumlagen nach Bmmrtllassen bezweckt, nachdent die, Regierumg darauf hingewlesen hat, daß Personalmangel leider die A ornah me der Vorarbeiten Kcr Aenderung des Gesetzes verhindert hat. >Asuf die dringliche Anfrage des Abg. Dorsch, betr. die Ausiorftunqen m Jeldgemarkungen durch Standesherrliche RLM-eren, gibt Letzte Nachrichten. Der neuest- Bericht -ev Heeresleitung. (WTB.) Grohes Hauptouartier, 12. Juli (Amtlich.) Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht. Die ArtillerieLätigkeit lebte am Abend auf und steigerte sich wahrend der Nächst zu kräftigen Fcuerüberfüllen auf Kamp.ftellungen und Hintergetände. Südwcst ich von Ypern und Ballleul^ sowie nördlich von Albert wurden stärkere Borstofte, mehrfach Erkundungsabteilungen des Feindes, ab- gewrefeu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne blieb die Tätigkeit der Franzosen rege. In Vorfeldkämpfen im Walde von Villers- Eotterets machten wir Gefangene. Oestlich von Reims schlugen wir Erkundungsvorstöhe des Feindes zurück. * Leutnant dteckel errang seinen 20. Lustsieg. Don dem gestern un Anflug auf Coblenz gemeldeten umenkamschen Geschwader fiel auch das 6. Flugzeug durch Abschuß m unsere Hand. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * . * Berlin, 12. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Der Haupt- auSschutz des Reichstages hat derr Nachtragsetat betreffend Kriegskredit von 15 Milliarden Affnk angenommen gegen die Stimmen der Unabhängigen Sozialdenwkrate«t und bei Stimmenenthaltnng der Polen. * . * Die Beseitigung der Krisis. ., .?/rliN, 12. Juli. Schneller fts allgemein erwartet wicrde, schreibt Me Germ ^crr von Paper, daran dächte ans der Regierung zu scheiden Scharfe Tone Hölug nur der Redner der Sozialdemokrattc au der die Erklärung des Kanzlers mckK befriedigend faird. Ter „Ävrwärts" kommt dann am d« Stellung der sozialdonwkratisch'n Fraktion: ^neg^rcbitat sn sprechen und sagt: Die Fraktion hatte vor dert letzten Ereignisseri mit allen gegen achi Stimmen ^Eonng der Knegskredite beschlossen, wird sich aber nwlst mit der Augelegenheit nochmals befassen Wie die Vvssische Zeitung" hört fand gestern bei Besprechung statt, bei 5er eine Retiie von ^.SEftgliedern Sfel^eicheit hatte, sich mit dem Gesa n b 1 1 n von Hrntze auÄzuspreckMi.