mm Der OietzE Ttn&m erschau UigttS», mcher UomrtayS. - Bellagen: «chenerHamMsnvWtter; Lr eisblatt flr -eil Ureis Eirtzea. verr^spreisr monacl. wtt. 1 . 20 , mtrtai- jfifrriiri) ML. 3.6fr; bwrct) Avhole- u. 3 iwu)fteto morttll. Mk. U.-^ drnT'h die Post Mk. ÜMvärttel- jahrl. auvfchb Vellellg. ^ernlpreeb - Staifablieuc: hlr die Schrbtl cituna 112 öertflfl, ® eichffttsfteÖ e51 Anschrill für ^rcrtttii ^ch- richten: Anzeiger Gietzev. W. Jahrgang 8 rü!ag, 28 . ZimI 1013 $9tföttfm9Z a.BL nass General-Anzeiger fit Gberhesjen 3E?HI5ngOT»!»{>bnKl n. Verlag: VMllche «ats.-vach- v. Lteiadruckrrel R. Qrage. Schristtettang. Geschäfts,teile u. Druckerei: Schulstr. 1 . vsnkverkehr: Gewerbedank Gießen Anr^me »s ¥. die Lachnummer bis zmnNachnllN»^ vorher ohnejedeBerbindlichkett Zekien-reise: für örtliche "-l„zeigen 25Pf.,fürauswärt»sE 30 Pf., Är Reklamen Mk. 1.— ; bei Plntzsor- schrist 20% Aufschlag. Hauytfchriüleiter: Au«. G o e ft,. Vercvcnvortiich fürPolitck u.^ullleron: Aug. l^-oetz; Stadt und Land , r i 11 t rt vl Berichts fast: N. Me^er: Anzeigenterl $. Beck; sämtlich in Gießen. Erneute italienische Angriffe abgeschlagen. (DTD.) Trotzes Hauptquartier, 27. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und Deutscher Kronprinz. Die Lage ist unveräitderl. Rege Tätigkeit deS Feindes nördlich der Scarpe und Somnre, westlich von Soissons und südwestlich von ReimS. Auf der Kathedrale von Reims wurden errreut Beobachter deS Feindes erkannt. Während der Nacht nahm die Artillerietätigkeit auch an der übrigen Front zwischen Yser und Marne in Verbindung mit Erkundungs- gesechten der Infanterie wieder zu. Heeresgruppe von Gollwitz. Auf dem östlichen Maasuftr führten wir erfolgreiche Erkundungen durch. Nördlich von St. Mihiel nnrrde ein stärkerer Vvrstoh des Feindes abgewiesen. * Aus feindlichen Bombenstaffeln, dir in den beiden letzten Tage:: zum Angriff gegen Karlsruhe. Offenburg und das lothringische Industriegebiet vorstiehm. wurden 5 Flugzeuge ebgeschosfen. Unsere Bombrngefchrsader griffen gestern Paris und aus dem Wege dorthin Bahnknotenpunkte und Flugplätze des Feindes an. Leutnant Rumh errang seinen 25. Lustsieg. Der Erste Generalguartierureister Ludendorff. * Der Aberrdbericht. Berlin. 27. Juni, abends. (WTB. Amtlich) Von der; Kampffronten niärts Neues. Dos Echo, das aus der englischen Presse herausschallt, ffbsgt für den 0txwrt§|C?retfirr v .Kühlmann weder tröstlich 7wen hat. Der Vsterreichisch-urrgarische Tagesbericht. Wien, 27. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlauttzart: Dn B-ezeecca im Eisch-Tal und auf der Zugna scheiterten italienische Erkun-ungsvorfti'he. Der heiß umstrittene Col del Rosso, am 15. Juni von der Edelweiß-Division im Sturme genomnren und seither in den schwersten Kämpfen siegreich tzchauptet, wurde gestern vormittag nach sck)wernn Trommelfeuer abermals durch stzrrke Kräfte angegriffen. Es war für den Feind ein vergebliches Beginnen, seine Kampffähigkeit mit der unserer Salzburger, Kärntner, Ober- und Nieder-Oesterreicher zu messen, an deren Tapferkeit alle Angriffe zerschellten. Die jungen Regimenter 107 und 114, mm der Artillerie in allen Geßechtspaufen mustergültig unterstützt, haben sich eines Geistes mit ihren altbewährten Stammtrrrppen. den 5^ern, 7ern, 14ern und 49ern, gezeigt. Der Feind erlitt schwere Einbuße ent Toten und Verwundeten und ließ zalstreiche Gefangene in unserer Hand. Bei Ponte di Piave versuchte der Italiener in Booten unser Uftr zu gewinnen. Er wurde zusammengcschossen. Der Chef des Generalstabes. * Von der italienische« Front. Bern, 27. Juni. (WTB.) Barzini mldet dem „Eorriere della Sera" von der i1alienisck>en Front, daß die kleinen italienischen Vorstöße im Gebirge an den letzten Tagen hauptsächlich unternommen wurden, um sestzustcllen, ob die Schlagkraft und Moral des österreichischen Heeres durch den Piaverückzug erschüttert seien. Dies müsse nunmehr verneint und deshalb über kurz oder lang mit einem neuen österreichischen Vorstoß gerechnet lverden. Bern, 27. Juni. (WTB.) Bei einer Kundgebung der Beamten des italienischen Sthatzministeriums anläßlich des österreichischen Rückzuges erklärte der Schatzminister N i t t t, er verstehe zwar die hoqehenden Wogen der Begeisterung tn Italien, empfehle aber, sich mit Gleichmut und unerschütterlicher Zuversicht auf weitere harteKrastprobenge- faßt zu machen, da es falsch wäre, sich über die Dauer des Krieges Täuschungen hinzng"ben. Der Krieg werde sich noch lange hinziehen und noch lange seine stahlharte Faust fühlen lassen. Der Feind werde den gescheiterten Versuch er- ncuevn. Die Jahresversammlung der englischen Arbeiterpartei. London, 27. Juni. (WTB.) Die Jahresversammlung ^bex Arbeiterpartei wurde gesbcrn in der Hauptl-auc vcm We,d- mlusier eröffnet. Mit Rücksicht auf die Wiazcigtert der zur Verhandlung gehenden Fragen, wie die Llnstie^ung des Burgfriedens und die Llngliederung pon Berufs- rrnd anderen Ve>:ernö- gungen cm für die russische Demokratie, die für das von uns allen st teure Ideal kämpft. Ich komme direkt von Moskau und halte ei für meine Pflicht, als Staatsmann und Sozialist dem englischen Volke und den Völkern der ganzen Welt mitzutcilen, daß das russi- sche Volk und die russische Demokratie gegen die Tyrannei kämpfen. Das russische Volk kann nicht gebrock^n tmd kann nicht Unterdrückt werden. Ich glmrbe, ja ich bin dessen sicher, daß das russische Volk sich Ihnen bald für die große Sach: der Jneiheit anschließen wird." Als Kerenski seine Rede beendet hatte, stagte ein Delegierter, als wessen Delegierter KerenSki sprech, und fügte hinzu: „Wenn Kerenski hat kommen können, weshalb durftei Troelstra nicht kommend Ter Vorsitzende erklärte, daß eine solche Frage gegenüber einem Mcmne wie Kererrski nicht nur eine Beleidigung, sondern sogar eine große Beleidigung sei. Es entstand ein großer Tumult. Eidlich wurde fast einstimmig beschlossen, daß der Delegierte, der die Störung verursacht hatte, Weggehen müsse. England und Perfien. Konstantin-opel, 25. Juni. (Meldmrg d. Wvsrer K. $?. Tel.-Korr.-Bur.) Die Agentur Milli erhielt Persien die Nachricht, daß zur Vergeltung der durch die Engländer ersvlgten Verhaftung Suleinurn Dttrzas und seiner Eppdttwn nach Barchadi der Befehlshaber der Armee der islamischen Vereinigung m Reicht, Mirza Kuetschuek Khan, denenglischenKvns ul, den Direk- tor der englischen Bank und einen englischen Offizier, der mit der Organisation der armenischen Banden .betraut) war, die sich in der genannten Stadt befinden in Gefangen-i scha s t setzte. Daraufhin brachte die englische Regieru ngj bei der persischen Regierung einen scharfen Protest ein, der mit der Besetzntrg des persischen Gebiets und mit dev Abs«idung von Streitkräften gegen Rescht drohte, falls die oben- genannterl Personen^ nickü freigclassen würden^ Die persische Re^ gierung aTrpvortete, indem sie die e7lglistttm Unttrvbe Persien Denvahrung emlegte. Mirza Kicetschrek Khans Autorität exftxecft sich über die ganze Provinz Gila und einen großen Teil der Provinz Kaswin. Nahrungöm:ttelnoL in Rußland. Genf, 28. Juni. (L. A.) Havas meldet aus Moskau: Der erste Vers'.lch, nach den Plänen Lenins bewaisnete Arbeiter zu ver- wenden, um Nahrungsmittel aus den Dörfern aufzutreiben, ist ,.,-y • Qr , . _c -r . .ivivm-a mtSSwrrfl» jämmerlich gescheitert. Die Bauern weigerten sich, Nahrrmgsmittel ch^ Abgeordneten stlgtm mehrere h.r vor ragende herzu geben, töteten 27 Arbeiter, verwundeten acht und nahmen! den Rest gefangen. Arbeiterführer der Einladung der Ärveiterpartei. Unter ihnen, befinden sich Branting, der Führer der sckZwedrschon Sozialdemokratie, Albert Thomas, der srüh.-re foanzösist^e Munitions- nvinister, ferner der belgische Minister Vandervelde. der Sekretär des internationalen sozialistischen Bur rrrs Camille H u Y s - mans, der Führer der franzSfischen Mehrh.itssozialisten Langen et und der Führer der französischen Minderheitsstzialcsien Renaudel. Ten Vorsitz führte Purdy von der Werlarbeiter- vereinigrrng. Ihm znr Seite siehcn als Sekretäre Arthur Herrderfon, ferner Sp>ney Webb, Ramsey Macdonald cmd andere bekannte Arbeiterführer. In der ErössnungÄmspräche sagte der Vorsitzende Purdy: Ties ist die erste ldvilstrenz, die unrer der im Februar angenommenen neuen Part-nr»effassimg stattfindet. Diese P arte wer sassung ist viel kritisiert worden: aber der beste Weg. um die Bewegmrg zu kontrollieren, war nicht die Bildung einer neuen Partei, sondern die loyale Zusmnmewtrbeit aller Richtungen innerhalb der Partei. Niemals hatte der Kmrgreß eine so große ?lusgabe vor sich. Wenn er seine Pflicht nicht erfüllt oder infolge internationaler Zersplitterungen es versäumt, die Bewegung so zu leiten, daß sie den höchsten und lvichtigsten Interessen der urttersten Volksllassen vollauf Genüge tut, so versäumt er eine nie zuvor gebotene Gelegenheit. Eine nationale Partei, wie sie jetzt angestrebt wird, kann nicht aus rein industrieller Garredlage aus gebaut werden. Die d-offmmg der Arbeiter ist eine von einer starken^ politischen Partei gestützte industtielle Organisation. Die Arbeiter müssen eine hervorragende Rolle bei dem sozialen Wiederaufbau spieleu. Aber alle Hoffnung auf die Schaffung besserer sozialer und beruflicher Lebensbedingungen nach dem Kriege hat den Sieg z n r Voraussetzung. (Mgemeiner BMnzen Erde für die Vernichtung des Militarismus und des WeltherrschastH- strebens ist, die die Politik der Mittelmächte seit Generationen beherrscl^n. Die Rußland urrd Rumänien auferlcgten Friedensbedingungen warfen ein Helles Licht auf die Friedensbedingungen!, die uns unsere Feinde im Falle ihres Sieges stellen würden. Wir können und wollen solche Bedingungen nicht annehmen. Die Gewerkschafter! und die Arbeiterbewegung wollen nur den endgültigen Frieden. Ihre Kriegsziele zeigen, wofür sie unbeugsam kämpfen. Die von der Arbeiterschast festgesetzt^! Grundsätze lassen kein Zugeständtris zu. Sie stellen die Grundsätze dar, durch die nach der Ueberzeugnng der Arbeiter der aufrichtige Weltfrieden gesichert worden kann. Zur Frage des Burgfriedens sagte Arthur Henderson) Zum ersten Male ist der Burgfrieden am 28. August auf vier Mo- inate geschlossen worden und dann wiederholt mck> bis Ende 1916 Erneuert worden. Ter Vorschlag, den Burgfrieden für beendet zu erklären, ersirhr keinerlei Wider-stand von der Regierrmg. Diese er- fucküe lediglich um eine klare Aeußerung über diesen Punkt., Es sei keinesfalls der Wunsch der Arbeiter, die Negieruna auszuschalten, wenn sie diese nicht durch ein richtiges Ardeiterrabinett ersetzen) könnten. Während der folgenden Diskussion griff der Präsident des Derg-arbeiterverbandes S m i l l i e die Regierung heftig an, well sie den Gästen der Arbeiterpartei die Erlaubnis verweigert habe, Rotterdam, 28. Juni (L. A.) Times melden aus Petersburg, daß bekanrttgegeben wurde, daß in den nächsten drei Tagest Brot oder Kartoffeln nicht verabreicht würden. Tie Bevölkernng muß von Törrgemüse lebetr. Männer und Frauest sinken erschöpft auf der Straße nieder. Hinrichtung wegen gegenrevorutionärer Umtriebe. Stockholm, 27. Juni. (Priv.-Tel.) Aus Helsingfors wird, wie die „Frankfurter Zeitung" meldet, mitgeteilt: Der frühere Befehlshaber der russischen Ostseeslotte S ch i st u j u ist durch ein Revolutionsgericht wegen gegenrevolutionärer Umtriebe in der D^arine zum Tode verurteilt und hingerir^ tet worden. Exzar Molam ermordet? Wie die „Frankfurter Zeitung" meldet, sollte der groß- herzogliche Hof in Darmstad^ aus Moskau ein Telegranrm erhalten haben, das von dem Volkskommissar für die au^- wärttgen Angelegenheiten Tschitscherin unterzeichnet sei, wonach der Exzar Nikolaus zwischen Jekaterinburg und Perm ermordet wurde. Wir haben uns heute vormittag beim Großh. Hofmarschallamt telephonisch erkundigt und erfahren, daß diese Meldung falsch und erfunden ist. Ueber das Sel-icksal des Exzaren besteht demnach noch keine Gewißheit; die vorliegenden Nach' richten sind lediglich Gerüchte. Die Gegenrevolntion der Tschecho-Slowaken. Stockholm, 27. Juni. (WTB.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegrapheu-Ageutur nehmen die Tschecho-Slowaken in der Richtung Ufa-Kiaß eine Neugruppierun^ ihrer Stveitkräfte vor. Die Sowjettruppen treffen Anstalten zur! Verteidigung von Pettosawodsk. Eine tschexl)-o-slotoakische Abteilung bemächtigte sich des Bahnhofes von N o wo S e r g i e w s ki. Nach dem letzten Bericht des Oberbefehlshabers der Roten Garde« an der Front Ural-Sibirien, Berzin, haben diese den Güterbahnhpk Sysna an der Wolga und Rozbianka genommen. * Ein Straferlaß des Königs von Rnmänien. Bukarest, 26. Juni. (WTB.) Das rumänische Amtsblatt veröffentlicht einen von König Ferdinand Unterzeichnete st Amnestie-Erlaß. Es werden alle deutschen Staatsangehöriger!, die wegen Vergehens zu gunsten ihres Vaterlandes oder wegen Verstoßes gegen die Ausnahmegesetze für diq feindlichen Staatsangehörigen gerichtlich verfolgt werden, begnadigt. Allen deutsck-er! Staatsangehörigen, die ivegen der obige-st Vergehen bereits veruttellt sind, wird die Strafe erlassen, ebensq allen denjenigen Deutschen, die sich während der Internierung eins Verurteilung zu-ogen. Die parlamentarische Lage in Oesterreich. - ie n, 27. Juni. Nach den Blättern bat der Ackerbau mckrister Ijeinf mft den Vertretern der Tschechen, Südslauen, Sozialdemokraten und Ukrainern gesprochen un£> roird nun bcm Kaiser Berich! örflÄttert. pie Parlamentarier, die gestern Gelegen feit hatten, die Anschauung der maßgebenden Faktoren kennen zu lernen Zade^der Meinung Ausdruck, daß im Vordergrund das Bestreben stehe, den Reichsrat zu einer kurzen Sommertaguna elnzuberufen. Herr v. Hintze in Berlin. Kristiania, 27. Mai. (WTB.) Der deutsche Gesandte, Admiral v. Hintze, ist gestern morgen nach Berlin abgereift. Der 5ee?mg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 27. Juni. Das unter dem Kommando des Kapitänleutnants I e ß stehende U-Boot hat in der Irischen See und deren Zufahrtsstraßen drei besonders wertvolle Dampfer von je 5000 bis 6000 Br.-R.-T. Größe versenkt. Zwei dieser Dampfer wurden aus starken, nach England einlaufenden Geleitszügen herausgeschossen. Im ganzen nach neu eingegangenen Meldungen unserer U-Boote: 20 000 Br.-R.-T. • Ter Chef des Admiralstabs der Marine. * Stvckholm. 27. Juni, Laut Stockh. Didn. wurde der schwedische Dampfer „Avance" (2000 BRT.) auf der Reise von Gothenburg nach Hult Versenktt Haag, 26. Juni. Wie das Korr. Bureau erfährt, erhielt der Dampfer „Frisia", der gestern von Nmuiden nach Nordamerika abgefahren „md Heerte mittag auf höheren Befehl nach Dmuiden zurückberufen worden war, heute nachmittag drahtlos ivüder die Erlaubrfts, die Reise fortzusetzen. Nach einem weiteren Bericht erhielt das Schiff die Erlaubnis, nach Bergen zu fahren und dort nähere Weisurrgen abtzuwarten. Aus dem Reiche. Fliegerangriff auf Karlsruhe. Karlsruhe, 27. Juni. Amrliche Meldung. Am 26. Juni pachmittags^gri ff eine größere Anzahl f e i n d l i che r Flieger die offene Stadt Karlsruhe an. Sie ivarfen dabei mehrere Bomben, von denen die meisten in den Wald oder- auf freies Feld fielen. Im übrigen wurde nur leichter Materialschaden verursacht. Menschen wurden nicht verletzt. Ein feindliches Flugzeug wurde zum Absturz gebracht. Luftangriff auf Ludwigshafen. Karlsruhe, 27. Juni. Heute nacht wurde Ludwigs- Hafen von feindlichen Fliegern ani^egriffen. Einige Bomben wurde,: geworfen, die jedoch keinen bedeutenden Sachschaden anrichteten. Leider ist ein Mann getötet worden. Der Reichskanzler im Großen Hauptquartier. Berlin, 27. J:mi. Der Reichskanzler Graf H ertling tritt seine Reise nach dem Großen Hauptquartier nächsten Sonntag an und wird dort, wie schon vorher vereinbart war, einige Zeit verweilen. * Berlin, 27. Juni. (WTB.) In der Sitzung des Bundes- rals Nmrden angenommen: der Entwurf eines Gesetzes über eine Verlängerung der Legislaturperiode des Reichstags, der Ent- tmrrs eines Gesetzes betr. den Landtag für Elsaß-Lothringen, der Gntwrrrf einer Bekamftmachamg betr. die wirtschaftlichen Maß- ,nchmen für die Uebergangswirtschaft auf dem Teptilgebiete, der^ Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Paragraphen 1 Absatz 1 des Gesetzes betr. die Bürgschaften des Reiches zur Förderung Äoku Kleinwohnimgen für Reichs- und Mftitärbedienstete vom 10. Juni 1914, der Entwurf eines Gesetzes bett. die Feststellung eines Nachttags zum Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1918. Hamburg, 27. Juni. iWTB.) Ter Kaiser hat an den Bürgermeister Predöhl zum heutigen Erinnerungstage seiner vor 25 Jahren erfolgten Wahl ft: den Senat folgendes Telegramm gesandt: ^An dem Tage, an dem Sie auf eine 25jährige Tätigkeit als Mitglied des Hamburger Senats zurückblickeir, eine Zeit, reich an Arbeit und Erfolgen, gedenke ich Ihrer mft den wärmsten Glück- und Segenswünschen. Sie haben an Ihrem Teile mitgewirkt an der vorbildlichen Entwicklung, die in den letzten Jahrzehnten bis zum Ausbruch des .Krieges die alte Hansasladt Hamburg zu neuer Blüte geführt hat. Durch zähe Arbeit und gesunden Unternehmungsgeist hatte sich Hamburg eine Bedeutung in der Welt erkämpft, auf welche das ganze deutsche Vaterland stolz war. Möge es Ihnen vergönnt fein, auch in der kommenden Friedens- zeft ihre Kräfte dem Wiederaufbau von Handel und Schiffahrt zu widmen und es erleben, wie die durch de,: Krieg geschlagenen Wunden heilen und überall fick, neues kräftiges Leben reA." Auch der Reichskanzler sandte ein Glückwunschtelegralnm. Ans Hes?rn« Tarmstadt, 27. Juni. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer beriet gestern und heute mit der Regierung. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Morgen beraten beide Finanzausschüsse gemeinsam. Daraus werden am Dienstag die Fraktionen Stellung zur Regierungsvorlage nehmen. Erst dann ivird der Finanzausschuß über die Kri-egsteuerungsbeihilftn Beschluß, fassen. Am Dienstag wird auch der Wahtprufungs- und Petitionsausschuß die Mandate der 7 neugewählter: Llbgoordweter: prüfen. Aus dem Emghrnngsausfchutz des Reichstags. Berlin, 26. Juni. lPrivattel.> Der Ernährungs-Ausschuß des Reichstags nahm folgende Entschließung gegen den Schleichhandel an: „Für die Erfassung der öffentlich bewirtschafteten Ncchrrmgsmfttel ist eine Bundesratsverorduung zu erlassen, der folgende Richtlinien zugrund? siegen müssen': 1. OefseMich bewirtschaftete Nahrungsmittel dürfen von: Erzeuger nur an Reichs-, Staats-, Proviu^al- oder Gemeindebehörden geliefert werden, an andere Empfänger nur, soweit sie zur Annahme vom Kriegsernährmrgsamt ermächtigt sftch; 2. die Absender öffentlich bewirtschafteter Nahrungswittel sind verpflichtet, alle Sendungen wahrheitsgetreu zu deklarieren: 3. jeder verbotswidrige Transport solcher Sendungen verfällt dem Kriegs- -ernährungsamt: 4. die Landesbehörden übernehmen die Verpflichtung zur strengsten Dittchfübrung diese,' Vorschriften." Zur Preisfrage wurde beschlossen, die Regelmrg der Preise fiür Nahrungsmittel unter Berücksichtigung der Kaufkraft der breiten Masse,: des Voltes ersftkgen zu lassen, den Preisnirder- schied für s aus dem Anslmrd eingeführten Kunstdünger auf die Reichskasse zu übernehmen und hinsichtlich der Preisregelung der lmrdwirtschastlichen Erzeucpnsse so Vorzug elfen, daß 1. in der Preis- Westaltung mehr Beständigkeit und Gleichmäßigkeit herrscht; daß 2. bei der Preisregetung nicht Nrrr auf einen Ausgleich zwischen den landwirtschaftlichen Erzerrgnissen imter sich gesehen, sondern lrouch ans einen Ausgleich zwischen diese-' und den Kosten der landwirtschaftlichen Erzeug'.mgsmit^l die gebührend^ und uns^ftrgt notwendige Rücksicht genom:nen wirb, und daß 3. bei der Weiterverarbeitung bcr landwirtschaftlichen. Erzenup isse zu Nährmitteln, Kon- -erven. Trockenerzeugnissen usw. nicht Preise zugebilligt werden, die für den Verbraucher das Enderzsugnis in einem Maße Verteilern, das ?yc ber Preisregelimg für das landwirtschaftliche Ur- tzrz^rgms und zu den wirklichen. Verarbeftungskoslen in 'keinem richtigen Verhältnis steht. — Zum Zweck der Förderung der Fett- VersorMng soll ein vermehrter Anbau von Raps erfolgen. schließlich fand zur Frage der Getreideablieferung! wlgende Entschließung einmütige Zustimmung: „Im Wege einer Bundesrcftsverordmrng ist zu bestimme,:, daß das abzuliefernde Getreide :rur in gereinigMn Zustand abzuliesern ist und daß den Erzeugern hierbei das Hinterkorn als Llbgang aus dem Getreide z:ir Venoendung in der eigenen Wirtschaft zu entnehmen gestattet :ft, und zwar bei einer Gesaufternte bis 10 Zentner 20 Prozent, bis 100 Zentner 10 Prozent, bis 1000 Zentner 5 Prozent und üi einer Menge von mehr als 1000 Zentnern 3 Prozent der Gesamternte." Versorgung der Landwirtschaft mit Geschirrledrr. Vorbemerkung: Das freigegebene Geschirrleder darf aus-' schließlich zur Ausbesserung von landwirtschafckichen und gewerblichen Geschirren, nicht zu Neuanfertigungen verwendet ,oerden In jedem Falle wird die Bescheinigung der Orts- oder Polizeibehörde über die Notwendigkeit der Beschaffung verlangt. 1. Mit der Ausbesserung der Geschirre ist eft: fachmännisch geleiteter Sattlereibetrieb, in dem das Sattlerhandwerk bereits vor .Kriegsausbruch ausgeübt worden ist, zu beauftragen. Die außerordentliche Knappheit l/es Leders läßt es nicht zu, daß Geschirr- auSbesserrmgeu von ungelernten Gutsangestellte,:, krieg s gefangenen Sattlern oder Schuhmachern, die auf dem Gute beschäftigt sind, vorgenommen »oerden. Nur in entern fachmännisch geleiteten Sattlereibetrieb ist die restlose Ausnützung des jetzt so kostbaren Ledern:aterials gewährleistet. Der Landwirt hat den: von ihm beauftragten Sattler die vorerwähnte behördliche Bescheinigung 1 über die Dringlichkeit des Lederbedarfs ausAu händigen. Zun: direkten Bezug von Geschirrleder sind nur diejenigen Landwirte berechtigt, die auf ihren: Gut ständig einen eigenen Sattlereibetrieb unterhalten. 2. Der Sattler wentvt sich unter Vorlage der ihm übergebenen Bescheinigung an diejenige Laderhandlung, von der er früher Ge- chirrleder bezogen hat. Dieser Lederhändler erhält auf Grund der von ihm der Kontrollstelle für freigegebenes Leder gemeldeten Bezugsmenge aus dem Jahre 1913 bzw. aus der Zeit vom 1. Juli 1915 bis 30. Juni 1916 nach Maßgabe der für die jeweilige Verteilung zur Verfügung stehenden Margen Geschirrleder zugeteilt. Den Versand des Leders an die Händler nimmt die Kontrollstelle für sreig.gbenos Leder nicht selbst vor, sondern bedient sich hierzu der Vermittlung jder Sattlerleder-Gesellschaft m. b. H., Berlin 0. 2, Burgstraße 30 (ab 1.3.18 Leipziger Straße 92). 3. Solche Sattlereien, die von ihren seitherigen Lieferanten Ausbesserungsmaterial nicht erhalten können, haben dies unter Namhaftmachung der Lieferantenfirma unter gleichzeitiger Beifügung der (behördlichen Bescheinigung der Kontrollstelle für freig«gebenes Leder, Berlin W 66, Leipziger Straße 123a, miU zu teilen. Diese wird entweder eine in der Nähe gelegene Leder- Handlung mit der Belieferung beauftragen, oder eine Sonderzu- weisung veranlassen, die sich jedoch nur im engsten Rahmen bewegen kann. 4. Vom. Heeresdienst zur Ausübung ihres Berufes beurlaubte Sattler habe,: hiervon möglichst schon vor Beginn ihres Urlaubes der Kontrollstelle für freigegebenes Leder unter Beifügung einer Bescheinigung ihres Kompacnrie- usw. Führers Kenntnis zu geben: sie erhalten alsdann im Rahmen der zur Verfügung stehenden Leiermengen eine Sonderzu Weisung von Geschirrleder. S chl u ß be m e r k u n g: Da vorläufig seitens der Heeresverwaltung nur beschränkte Ledermengen zur Verfügung gestellt werden können, muß Mich seitens ber Landwirtschaft Ersatzmaterial mitverarbeitet j oerden. Als besor:ders geeignet haben sich G-e schirrtet l'e ans Zellstoff erwiesen. Die Sattlerleder-Gesellschaft m. h. H, Berlin 02, Burgstraße 30 (d> 1. 3. 18 Leipziger Straße 92) ist auf dlirfvage bereit, diesbezüglich ihre Erfahrungen mitzuteilen, Muster zur Verfügung zu stellen sowie Lieferungen 'fn Ersatzmaterial ausTuführen. Ans «nd Etvnv Gießen, den 28. Juni 1918. Legitimationszwang beim Schuhkauf. Tie Reichsschuhstelle schreibt: Wie vorcmszuseheu, hat die Bekanntenachung der Reichsstelle für Schnhversorgung, durch die für den Kauf von bedarfsschernpflichtigen: Sckprhwerk im Kleinhandel der Legitimationszwmrg iftngeführt worden ist, in einem Teil der Presse heftige Angriffe gegen diese ^,bureaukratische Bergewalti- grmg des Publikums" hervvrgerufen. Nottvendig wurde diese Regelung für eine so begehrte Ware, wie es heute Lederschuhwerk ist. Gemeinden und Schuhwarenhändler haben lebhafte Klagen geführt, daß sie machtlos Zusehen müssen, wie ein großer Teil der Schuhwaren von miberechtigten Personen erworben wurde, um dann zu Wucherpreiseu in: ^Schleichhandel ^veiter veräußert zu iverden. .Hverg-egen cinzuschreiten, ist die Reichisstelle im Interesse der Mlgemeinheit verpflichtet. Gewiß sind die Mrßstände in den einzelnen Städten -md Gegenden verschieden stark ausgetreten. Eine lokale Regelung verbot sich ober icbon aus dem Grunde, weil dann d-er Schl-eichharchel nur den x «' seiner Betätigung gewechselt hätte. Auch iväve bei einer joItI:«eit Regelung die Einführung des Logitimationszwangs mit Recht als eine Beeiwrächlftgimg der Freizügigkeit der Schuh- bedarsSscheine empfunden wordr-n. Koinmunalverbände, in denen sich der bekämpfte Mißstand noch nicht bemerkbar gemacht hat, haben daher in der Zulassung von Ausweispapierm, die sie zup Legitimation fordern,vollen, freiesten Spielraum nub können jede sachlich begründete "Erleichterung in der Form des .Ausweises gewähren. Eine wesentlirbp Besserung der Verhältnisse darf auch davon erwartet werben, daß uamentlfth die ländlichen 9lusfertigungs- stellen bei der Ausfertigu.,ig mm Bdjl' chbedarft )ckchneu mit größerer Strenge verfahren, als es leider bisher vielfach der Fall ist. Bon einer Reihe von Sch,:hwarenHändlern wurde mitgeteilt, daß die Mehrzahl von Sch. chbedarss sckMNM, die in Händen Unberechtigter betroffen worden sind, von ländlichm Ausfertigungsstellen tzerrührt. Wo mit Strenge darauf gesehen 'wird, daß nur die Person einen Schühb-edarfsschein erhält, die tatsächlich nichts mehr als ein gebrauchsfähiges Paar Stiefel ^oder Schuhe besitzt, wird die (Gefahr, caß die Schuhbedarssschine an andere Personen käuflich ü^v- lassen werden, eine bedeutend geringwe sein, als in Bezirken, wo entgegen den Anordnungen der Reichsstelle mft der Aichgabe von S'chuhbedarfsscheinen iroch recht fteigeoig verfahren nftrd. * ** A nrtliche Personal Nachrichten. Der Gwßherzog hat am 26. Juni den Oberlehrer an der Schillerschule zu Friedberg Rektor Professor Dr. Reinhard Strecker zum Direktor und den Oberlehrer an derselben Schule Dr. Wilhelm Riedel zum Oberlehrer cm der höheren Mädchenschule (Schftlerschille) zu Friedberg mit Wirkung vom 1. Jul: 1918 ernannt. Ernannt wurden am 26. Juni die Lehrer an der Schillerschule zu Friedberg Heinrich Meutzer und Georg Friedrich Reinheimer zu Reallehrern an der höheren Mädchenschule (Schillerschule) zu Friedberg imter Ve- lassung in der Kategorie der Vvlkssckprllehrer, die Lehrerinnen an der Schillerschule in Friedberg Hedwig Arendt, Irmgard Birnbaum, Antonie Nwnnann, Emftie Schott zu Lehrerftmen an der höhere,: MÄxhenschnle (Schillerschule) zu Friedberg unter Be- lassung in der Kategorie der Bolksschullehrerinnen, sämtlich mft Wirkung vmn 1. Jifti 1918 ab. Der Grvßherzvg hch am 26. Juni den ordentliche,: Honorarprofesser an der Technischen Hochschicke Dr. Friedrich Gvaese zu Darmstadt auf sein Nachsuche::, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Treue und Eifer geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1918 in den Ruhestand versetzt und ihm den Charakter als Geheimer Hofrat Zerteilt. De-c Großherzog hat am 26. Juni den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alzey Amtsgerichtsvat Dr. Peter Paul Liebing zum Amtsrickster bei dem Amtsgericht Mainz ernannt imd hat dem Oberbrieftrager Heinrich Wallenfels in Allendorf a. d. Lnmda das Llll gemeine Ehreip.eickM mit der Inschrift „Für langjährige tteue Dienste" verliehen. r Auszeichnung. Der Kriegsfretwillige, Gefteitn Rudolf Zirbus, im Infanterie-Regiment Nr. 186, wurde mft dem! Eisernen Kreuz 1. .)Aaffe ausgezeichnet. ** Die Auszahlung der Familienunter- st ü tz u n g e n an die Angehörigen der zuin Heeresdienst Ein- ! berufenen für 1.—15. Jul: 1918, bzw. für Juui 1918 findet A in den nächsten Tagen statt. Siehe Bekanntmachung. ** B e i der ft ä d t. K l e i n v e r k a u f s ft e l l e für Obst u n d G e m ü s e, Brandplatz 3 (Turmhaus), kommt f täglich, soweit vorhanden, Obst und Gemüse zum Verkauf. ** Freibank. Samstag den 29. Jun: von 2—4 Uhr von Nr. 391—420. ** D i e b ft a h l. In letzter Zeit wurden in hiesiger Stadt sieben 6—7 Wochen alte Hühner und 24 Flaschen Wein, Marke 1915, „Hallgartner-Ziegel", Faß Nr. 38, enttvendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalabteilung entgegen. ** Ein Wohnungsschwindler treibt sich zurzeit hier herum. Derselbe kam gestern abend an Hand einer Zeitungsanzeige zu einer hiesigen Frau, die ein Zimmer zu vermreten hatte, gab sich als hier beschäftigter Zivildienstpflichtiger aus, mietete das Zimmer und zahlte einen Leck der Miete im voraus an. Heute morgen war der Gauner verschwunden, uMer Mitnahme eines großen Teils der Zimmereinrichttmg. Ta der Dieb die in der Zeitung angekündigten Adressen von Bernnetern benutzt, sei zur größte,: Vorftcht gemahnt. Vor allem kann nur immer wieder davor ge,van:t werden, an Unbckmmte ohne Ausweispaviere und Ramenbekanntgabe Zimmer zu vermieten. Saäidierckichc Mft- teilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. ** E i n Eisenbahnunglück ereigvete sich diese Nacht im Bahnhof 'Gießen, irftem eine Rangiermasckstne mit einem Gifter- zug zusammenstieß. Hierbei wurde der Hilfsschaffner Schröder zu Tode gedrückt. Wer die Schuld an dem Zusammenstoß trägt, wird durch die Untersuchrmg feltgesteltt werden. Es liegt die Ber- mlutung nahe, daß die Rangiermaschine das Haltezeichen irber- fahren hat. ** Universität. Bei der Jahresfeier- der L a n d e s u n i v e r s i t ä t am kommenden Montag sind, wie uns mitgeteilt wird, außer den geladenen Gästerr auch andere Freunde her Universität willkommen; einer besonderen Einladungskarte bedarf es nicht. Die Feier in der neuen Aula beginnt 11V* Uhr- pünktlich. ** B edenkliiche Kreditinstitut e. Die Handwerkerberatungsstelle des Ortsgetverbevlereins Gießen schreibt uns: Vor kurzem erschien in einem Teck der Presse folgendes Inserat; Kredit b. 2000 M k. an j edermann b. ratenw. Rückza hl. u. Solv. d. Furt her Darlehenskasse, Fürth i. Bap. Beding, kostenlos. Ta wir vermuten, daß es sich im vorliegenden Falle um ein Schwindelunternehmen handelte, beschafften wir uns diese Bedingungen. Aus dmselben ist zu ersehen, daß von den Tarlchnssuchienden für Jlusttinfteinholung eüie Gebühr von 3 Mk. eingezahlt werden muß: außerdem, falls etwaige Bürger: verlangt werden, für jeden derselben 2 Mk. Wird das Gefach abgelehirt, so sind diese Beträge verloren. Ist die vorerwähnte Darlehnskasse zur Gewährrmg des Darlehens bereit, (dies geschieht Nur, rvenn ganz besondere Sicherheiten geboten sinffr, so sind iveiter folgende Bedingungen zu erfüllen: Vor allem muß die Mitgliedschaft bei der Darlehnskasse durch Zahlung einer Aufnahmegebühr von 8 Mk. u,ft> Zeichnung eines Geschäftsanteils von 100 Mk. erivorben werden. Bei Hingabe eines Tarlehe,:s müssen 15% des Darlehens zu diesem Anteil entrechtet und der Rest in monatlichen Raten von 5 Mk. bezahlt werden. Bei höheren Tarlehirs- summen ist für je 600 Mt. die Erwerbung eines ivefteren Ge- sMstsanteiles irötig. Tie Haftsunnne beträgt für jeden GesckKstsan- teil 200 Mk. Ter Zinsfuß für ein gegebenes Darlehe,: beträgt 6 o/o. Außerdem kommt von der Darlehnssumme eine Wsichluß- proVision von 3 % in Abzug. Bereits im lrnftpm Jahre wurden in ber Presse Darlehensangebote imter den gleickpu Bedinguubgen, jedoch unter anderem 9dan:en gemocht. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwrndelffrme,: in Lübeck hat sich damals mft diesem KLedftinstftut in der „Geineftrnützigen Rachtsauskunfft^ beschäftigt. Sie schrieb: „Der Reichelsdorfer Kreditver^ ein e. G. m. b. H. ist in wecken Kreisen wohlbekannt. Wiederholt wurde Veranlassung genommen, den Geschäftsbetrieb der Genossenschaft näher zu beleuchte,: und vor meiner Verbindung zu warnen. Die Genossenschaft arbeitet in verschiedenen Teckc:: Deutschlands mft Agenten, die .sich zahlen lassen, um dann in den meisten Fällen zu einer Aölehrmng des Darlehens zu kommen. Anscheinend ist der Genossenschaft mit der Zeit doch der Boden zu heiß geworden, sie hielt es dälier für cmgebrarft', in: neuen Gewände ihre „segensreich" Tätigkeit fortzusetzen. Wie dem deutschen Reichsanzeiger zu ^entnehmen ist, hat der Reichelsdorfer Kreditverein den Sitz uxrch Nürnberg verlegt und führt dort die Firma „F r ä n k i s ch e Darlehe uskass e, N ü ruber g, e. G. m. b. H." Ob die Genossenschaft mft der Finna ihre ^Geschäftspraxis geändert hat, bleibt zu bezweifeln. Sthr wahrscheinlich wird sie als Fränkisch Darlehnskasse, Nürnberg, das gleiche Ziel Verfölge::, rvie als Reichelsdorfer Kreditverein7 Die Ausnutzung der ,virtschfflich: Notlage einzelner Personen für ihre persönlichen Interessen." Es ist. nickft ausgeschlvsse,:, daß die Fürther Darlehenskasse mit den beiden vorher genannte,: Instituten identisch ist; es wird deslMlb den Darlehenssuchenden besondere Vorsicht enft>fohlen. Für die Ueberlassrmg vom Material über derartige Firmen.seitens geschädigter Personen wäre die l Handwerkerberatungsstelle des O rtsgewerbevereins' lSprschstunden Mittwoch und Sonntag von IV 2 —2 1 / 2 im Geloerbehaus) dankbar. ** Frist für Abschluß von Gemüsekieferun gs- Verträgen. Mit Rücksicht darauf, daß das Herbstgenrüse an einen: noch näher zu bestimmenden Zeitpunkte, ,vie l^kannt, der Zwangsbewirtschaftung unterwerfe::,oerden wird, erscheint es w>tig. einen Termin zu bestimmen, an dem die Abschließung von Liefe- rungsverttägw: über Frühgemüse und Herbstgem'üsc ihnen Abschluß finde,: soll. Als dieser Zeitpunkt ist vom Vorsitzenden der Reichsstelle für Gemüse und Obst der 30. Juni 1918 bestftumt worden. Nach Maus dieses Tages dürfen Lieferungsverträge über Früch gemüse und Herbstgemüse nicht mehr abgesch'lvsser: ,oerden. Ein« Ausnahme besteht lediglick) für solche Verträge, die für die Geschäftsabteilung der Reichsstelle für Gernüse und Obst getätigt werden. Ebenso dürfen Lieferungsverträge über gelbe Köhlrübe:: auch über den 30. J::n: 1918 hinaus bis auf weiteres abgeschlossen werden. ** Kriegsversehrte im Prvviantamtdienst. Kriegsbeschädigte iverden im Interesse ihrer Versorgung künftig! im beschränkten Umfang auch zur Ausbildung für den PrvviantamL- dienst zugelassen. Jede stellverttetende Jntendauttrr kann einart Kriegsbeschädigten dafür annehmen. In erster Linie gilt dies für kriegsbeschäjdigte Unteroffiziere :md Militäranwärter, die sich schon um die Zulassung l^worben haben >und für geeignet befirrchen ,vur- den. Belverber, die zun: Offiz:ersteffvertreter bestellt ivorden slrrd, dürfe,: nur dam: angenommen werden, ivenn sie zuvor fteiwillig mrd schriftlich auf die Stellung als Offfzierstel(Vertreter verzichten. Tie Zeit, die die Anwärter während des Krieges als Proviantamts-' Jnspektorenstellvertteter -oder als Hilfsarbeiter bei einer Magazin- verwalttmg mft g'utem Erfolge,z.'vgebracht haben, kann bis zu einem halben Jahr auf die Ausbftdungszeft aiugereckmet iverden. ** Der winterliche Sommer. Statt sommerlicher Wärme brachte der Beginn des Sommers empffudlicku' Mkühlung. Ter 23. Juni mit 9,60 Celsius d-irrchschnittlicher Wärme war nach den Feststellunge,: der meteorologischen Institute der kälteste, d«: mar: seit dem Jahre 1848 beobachtet hat. Nach den Aussagen der Wetterrvarte ist zunächst mir mft einer sehr allmählichen Erwärmung zu rechuen. Lbuch die Stürme, die namentlich den Fernsprechleitungen nach dem Westen gefährlich wurden, sollen noch a,:halten. Den Landwirten sind die Regensälle sehr willkommen, die in ganz Deutschland gleichmäßig auftreten. Die frisch gemähten Wesen imd Kleefelder können für den zweiten Schnitt gut einsetzen. Für die kräftige Ausbildung der Roggen- mtb Weizenkörner kam der Regen sehr gelegen; daß sich die Regeiffchaner allmählich in milder Form, nicht in verheerenden (Gewittern ein stellten, ist besonders zu begrüßen. ** Getreide- und Kartoffelrovisionen. Zur Zeit findet m verschiedenen Kreisen die militärische NachfaZcut von Futter- und Brotgetreide, Kartoffeln u. dergl. statt, die zur auj reclpw. Haltung der Ernährung von Heer und Heimat erfordernd ist. SSieIfaus beschäftigt. ^L-em letzter Wohnort war Nied. Mehrere Zeugen haben den Angeklagten am Tage der Tat bettelnd in Höchst sich herum trei ben sehen. Mittags gegen 1 Uhr !var die Zeugenveritehmung beendet. — Das Urteil gegen Renno lautet wegen Raubmords auf Todesstrafe und lebenslänglichen Ehrverlust. * = Frankfurt a. M., 28. Juni. Vor kurzem brach der 26jährige ^Werkzeugmacher Willy Kunze aus der Saalgasse rn der gegenüberliegende Wohnung eines Bäckermeisters em und stahl 1200 Mk. bares Geld und Schmucksachen, ließ aber dafür seinen Regen schirm am Tatort stehen rmd verriet sich dadurch. Während er den Schirm nicht als sein Eigentum aneriennew wollte, freuten sich seine Schwiegermutter rmd seine Frau außerordentlich, als ihnen Willys Schirm „als gefunden" von einem Kriminalbeamten vorgezeigt wurde. Kunze erhielt, obwohl noch unbestraft, 18 Monate Zuchthaus. Utanft mtb rvZ??cn?cha§L. — Die Feier von Grvß'he rzog Karl Alex an de r s 1 0 0. Geburtstag. Aus W e i m a r rvird uns geschrieben: Getreu dem Ans pruch des Eulels von Karl August: „Tie Kunst ist etwas Heiliges", im Einklang mt der Tiefe imd Vornehmheit dieser seltenen Fürstennatur trug die hiesige Feier ein künstlerisches. stilles Gepräge. Das Gvoßh. Museum hat eine Gedacht nismisstellung, uns der Thüringer rlusstcllungsvereni bildender Künstler eine Msstellung von Werken verstorbner Künstler Weimars aus dem Besitz Weimarisäier Kuustsreunde und Künstler im DvnndorsMuseum eröffne:. Im H o s t h eater fand vor geladenen Gästen, zn denen die Vorstände der Goethe-Gesellschaft, der ^ha?e- sucheii ist. ; .- vo nhöchstens . die Bedingung die Bevösleri'.n: an dieser Stz'll . rteiluiig einer Erlaubnis .kann auf die Dauer -e-gi Monat gegebe'i und muß in der Regel an Mizeisicher Ueb-erwachuiig geknüvst werden, llm vor N nannelv.nl ichkeiten zu bewahren, sn deshalb iiuf die Vorschriften, welche in den Kr eis blättern Nr. 60 und 69 »-ngedruckt sind, besonders aufmerküm: gemacht. ** B r f ä v st i u 11 g d-es intr echtmäßigen Lebe n s- m i t te l h a n de I s du r ch die .Hee r-e sv e rw-a l t u n g. Zur Befänipfimg . i - unrechtmäßigen Lebensmittelhandels hat das -KriegSmimsteriimi über die Angabe des Inhalts von Lebens- imd Futtermitlelsendungen für die militärischen Bersandflellen besondere Anordnungen getroffen. Sie enisvrechm der Verordnung des Kriegserivahruugsamtes vom 16. Avril. Bei Erzeugrnnen^die von der Rrichsgetreidcstelle bewirtschaftet »verden, muß jeder Sendung eine Frackrtbriefa bschrift der Güterabfertigung übergeben iver- den. Die Abschrift muß als solche biezbichrü seid. Glmchzeitig ist ein postsreier 'Umschlag mit der Adresse der Rnchtsgotrerdestolle übergeben. Dir Versender müssen den Inhalt der Sendungen als Roggen, Weizen usw., als .Gemenge aus Hafer und Wicken Gerste und Hafer usw.. als Mehl. Schrot, Grieß .usw. gen-au bezeichnen. Allgemeine Bezeichnungen sind nicht zulässig. Bei Gemenge aus Rogen, Weizen, Hafer und Gerste miteinander oder mit crnderen Getreidearteu, auch Hülsenfrüchleu, bei Enter, Einhorn, Spelz ist außerdem die Bezeichnung „Getreide" notwendig: bei Erbsen. Fuilererbseu, Bohnen. Ackerbohnnr Linsen und Wicken „ Hülsen fruchte": den Erzeugnissen aus diesen Früchten ..Erzeugnis aus Getreide" oder „Erzeugnis aus Hülsenfrüchten". Bi es gilt für Schrot. Grieß, Grausten, Grütze. Flocken, Kleie. Malz und Grünfern. Auch die Bezeichnung „Saatgut" ist erforderlich, alles bet Wagenladungen und Stückgut. Landkreis Gießen. ** Londorf, 26. Juni. Anton Konrad Brügge r wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet-. Die Hessische Tapserkeitsmedaille besitzt er bereits. ** Wieseä . 27. Juni. Johann es Weller VIII. und besten Ehefrau Katharina geb. Svmmerlad feiern heute ihre goldene Hochzeit. up. Vonr Lande, 26. Juni. Ein ...Kohlwrißlingskri braucht in diesem Jahr nicht geführt zu werden. Tie Kälte hat die ersten Exenlptare verrrickOet. Ueberhaupt hat das schädliche Ungeziefer rstreb, die Kälte einen Dämpfer bekommen. Das ist wenigstens ein Nutzen der Sommerkälte. Den Bienen aber bringt sie Schaden. Hatte man zwar nicht 'wieder auf ein so gutes Bienenjahr gehofft wie voriges Jahr, so erwartete man doch viele chwärme. Die sind aber durch die Kälte ausgeblieben. Auf ein gutes Bienenjahr ftckgt regelmäßig ein schlechtes. Kreis Fricdberg. Q. Bad - stt a u h ei m, 27. Juni. In der gestrigen S t a d . verordneten v ersammlung wurde folgendes verhandelt: Der Ehrenfriedlol iür Krieget soll erweitert werden imd erhält nach Beendigung des Krieges ein T-enkmal. — Zur Bewältigung des ftädtisck-c.r' Milch- und Lebensmitteltvcmsportes muß ein drit es Pferd beübasst werden. - Der Stcuerau s schlag für 1916 wird entsprechend o.-n^ Sätzen iX'S vorigen Jahves festgesetzt. -- Für die Ludcudorii-Speudc zeichnete die Stadt 500 Mark. -- Am 28 d. R. kalt der „Verband D e u tsch er K i n d erbst r t e" im hiesigen Kurhaus eine Ausschuß-Sitznug ab, an der Vertreter aus allen Teilen Deutschlands teilnchmen werden. Hessen-Nassau. *' Fr a ntfurt a. M., 26. Juni. Hier hielt der evangelisch' Pfarrstwein im Großherzogtum Hessen seine Hauptversammlung ab. Dieselbe war angesichts der schwierigen Verkehrs- Verhältnisse gut besucht. Der 81jährige Vorsitzende Geb. Kirchen- rat S ch r i m p f erstattete den Jahresbericht. Der Verein hat auch in d'n i'etzbm. Jahren erfolgreich gearbeitet und zugenommen. Da der Vorsitzende sein Amt uieoerlegte, ward ihm wärmster Dank und Anerkennung des Vereins in Wort, Geschenk und Ernennung Arm Ehrentzstrsitzenden zuteil. Der Rechner des Vereins, Dekan Röschen-Frcicuseen, und der Schriftleiter des Kirchenblatts, Pfarrer Fri'sck-Rurpertsburg .legten Rectnung-sadlage und Berichte ab. Da sie int 25, Jabreu mit Erfolg ihre Aemtcr verwalteten, feierte sie der Verein in Danlesivorten und mit einem Ehrengeschenk. Bei nachfolgenden Wahl wird der seitherige Stellvertreter des Vorsitzenden. Dekan Jaudt-Plantg, zum Vr-rsitzenden und Pfarrer Inspektor Weimar-Nieder-Rmnstadt zum Stellvertreter gewählt. Pfarrer Berck-Mombach hielt eineir Vortrag über „Notweirdigkeit von Gehaltserhöhung Und Teuerrmgszrrlagen gleich den Staatsbeamten". Die Versammlmig trat seinem Antrag bst, billigte sehr ausdrücklich die einleitenden Schritte, n .Ich' Geh. Kstrchrnrac Schn mp' in dieser Seche seither getan und wünscht, daß sie, weiter ausgesührt, guten Erfolg haben. X Hanau, 86. Juni. In der großen Getrstde- und Mehl- schiebereiangelegenheit ist die Voruntersuchung nunmehr abgeschlossen. Der seil Aufdeckung der Machenschaften in Ilntcr- such'.ingshaft befindliche Kreisbeamte Walther, der als der .Haupt- beschuldigte -angesehen lvird, soll gegen Stellung einer 3id>erl>eit von 100000 Mk. aus der Untersuchungshaft eiitlassen werden. speare-Gesellschast, der Deutschen SebitterMung und der anderen voui verstorbenen Großherzog gesörrerten Anstalten gehörtest, am Vormittag des 24. Juni eine Gedächtnisfeier statt, die durch Orr elf piel ringele riet wurde und mit Orgel, stiel ihren feierlichen: Abschluß fand. Den Kern der Feier bildete die Fe,trede des genfer Universitä'sprosessors Dr. Wilhelm Rein, die, akademstch ruhig gehalten, ohne LobeäüberschwMg, di? Bemümnigeu. des Grostherzogs schilderte, eine neue Blütezeit deutschen Geisteslebens in Weimar erstehen zu lassen und bedeutende Dichter und ^Künstler an sia, ievanzuzieh.nl Sein Hauvtiverk, die Wiederherstellung der Wartburg, ivurd-e gebührrnd gewürdigt: desglstchen seine Verdienste um g des Volksbildu'ngsweseus, uni Vertiefung religiöser Ge- ,nruung und um Stäriuug unseres Nalionalbewußtseins. Am Abend desselben Tages fanst im Hoftheater stne Galavorstellung statt, in der nach dem Huldigungsumrsch von Liszt, der dem Großherzog seinem Regierungsantritt geividmet ist und Mit der .Weimarischen .Hymne schlreßtz die^ OstersvaziergangsMne und die auschließende Szeire in Fausts Stildierzimmer in trefflicher, lebendiger Einrichtung durch Spielleiter Jürgens und guter Darstellung (I ll igen als Faust uw> Max Brock als Mesthisto- stheles) imd^ zum Schluß der erste Mt des „Lohengrin" mit den besten Kräften des Hof! he ater s zur Aufführung kamem Das Großherzogspaar und die verwitwete Prinzessin Reuß, die Tochter Karl Aleraridevs, wohnien beiden Beranstaltnngen bei und htelteri am Abend in der großen Pause Cercle ab. , = Kassel, 26. Juni. An Stelle des verstorbenen Kuiist- malers Hans Olde wurde der hessische Maler Prof. Dr. Karl Bantzer in Dresden zürn Direktor der hiesigen Kgl. Mademi? der bildenden Künste ernannt. Bantzer steht im 61. Lebensiahre. ist in Ziegenhain 1857 geboren und Ehrendoktor der Universität Marburg. Als schaffender Künstler, insbesondre als der Maler der Schwalm genießt er verdienten Ruf. Weithin berühmt chno Bantzers Gemälde „Schwälmer Bauerntanz", „Abendmahlsfeier in Hessen" (Nationalgalerie in Berlin) und die „Wallfahrt zum Grabe der hl. Elisa-mth in der Franftslanerkapellc zu Marburg". — Dem Schstststeller Dr. jur. R i ch a r di S ch a u k a l, Mini sterialrat im Ministerium für öffentlich? Arbeitet in Wien, ist der Adelsstand veclicl)?ii worden. S?b rur kuiäCiiüor^ - §psiil!s für Kriegsbeschädigte! fluch für OlCfl haben l'L geblutet! g^fammdttrt SPräfte dem Sm&toret att ötriflWima «er Vrodmkt;^» zuzuführen unter voller Wahrung der SdlbsväudigvLit der mcister in ihrer Betriebsführung. Gerade \ypt Erhaltung der ent)* 'ländigkeil habe sich die Handw-.-rfskammer bei den umfcmgrachwc Berl>audlungen über die boabsichllgt 6>usammnllegirug «r H^uiv- werksbetriebe zum Grundsatz gemacht mtb trach dieser RcchtiMg m Urteil abgegeben, worüber sich Berichterstatter des wertereti ve> Redner geht sodann zur Frage der RohstoffbeschaftiMg über. Auch die Bereitstellung von Arbeitskräften nach der Demobil machnng sei bereits in Angriff gerwmmen mid im mit der Khckegsamlsstelle 18. Armeekorps die notigen Unterlagen beschafft worden. ^ (W . . . . „ Wr die Bereitstellung der Mittel zur Wiederaufrichtung der Betriebe bietet das Gesetz betr. Gewährung von Staatsdarlehen an vom Krieg betroffene Personen vom 13. Riai 1917 eme gewlsfe Handhabe. Tie hier vorgesehene Fürsorge reiche 1 ?voch bei gewaltigen Umfang der .Kriegsschäden nicht aus, weshalb auch die übrigen Bestrebimgen, weitere Mittel flüssig zu machen, Unter stützung verdienen. ^ r . ^ ^ , Nach einem Ausblick auf mehr zukünftige Aufgaben geht Redner aus die weitere praktische Bearbeitung wtrtfchaftlicher -Hiageii näher ein. ,. , ™ - Es folgt sodann ein Bericht über die normalen VerwaltmrgS- ausgabeil der Kanrmer. . .... Ter Redner schließt seine Aicssührimgen damrt, dast die glück liche Durchfichnmg der großen Ausgaben von der Wiederkehr normaler Zeiten^und vor allem von den Bedmgurrgen abhänge, unter denen der Friede geschlossen werde. StaaLskommissar Regierungsrat v. Koepke überbrackfte dn Grüße des Ministeriums. Er betont die Notwendigkeit der C raaur •(trticm des Handwerks in der Kriegs- und UÄergaiigs Wirtschaft. Syndikus S chüt tl er erstattete die Jahresrechnmig für 1917, die mit 39 475 Mk. Einnahme und 39 460 Mi. Ausgabe abschl^Ä. Sie Wird hiach dem Revisionsbericht des stellvertretenden Vorsitzenden Sames gcnehnngt und der Rechner entlastet. Drc Vorsitzende legt deti Hcntähaltungsplan für 1918 (Einnuhmen und Aars^ gäben 52 000 Mk.) vor. Auch er wird genehinigt. Die Anträge des Vorstarides, das Ministerium zu ersucveu, die Kreiskassetibeiträge znr .Handwerkskarnmer aui IVr. Pfennig pro Kops der Bevölkerung (nach der Bevölkerungsziffer von 1910. zu erhöhen (bisher V-'U Psg.) und den Staatszuschuß aufdre Hälfte der Kreiskassenbeiträge festzusetzen, fr-mer die Tagegelder um 50 Prozent und die llebernachtungsgebühren mü 5 Mk. zu erhöhen, endlich die Emsckyrekbegebühren für Lehrtinge von 2 auf 3 Mk. zu erhöhelr, ,verden uacf> lurzer Debatte, an der sich Machwirth-Alzey, Schmrick-Worms und Sames-Darmstadt beteiligen, einstimmig genehmigt. Gesellenpri'i sungscruss chüsse ,micd8,n für die Bäcker Innung Wefchnitztal (Sitz Rimbach, die Metzgerinnung für den vorderen Odenwald (Sitz Lengseld und die Sattlerinuung des KreiieHDarm- stadt genehmigt und eine Reihe von Ortsgetverbevercinsvorfitzsnden bestätigt. Am Schlüsse der Sitzung berichtete Direktor P a t ch u Ukb.ergangswirts chast und Roh ft o i s v ? r , o r und über die Hessisch? Handwerker-Zentralgeno-ssenscha!! at dingunMtelle der Handwerkskammer für .Heersaufträge. L 0i? ung Der- ' Tie Pariser Kiud.r in Barcelona. Die Unruhe in Paris und das abweisend? Verhallen der französischen Provinz haben dazu geführt, daß maii sich trernts mi- dem Gedarrkeu bs- fcküftigt, eine Anzahl Pariser Kinder im Austaud in Sicher'- heit zu bringerl. Wie das Journal des Dabats mitteilt, ist in Barcelona eine Organifatiotl im Gauge, deren Ziel es ist, Pariser Kinder bei Familien in Bercelona unterzubringen Vortäuftg ivill man einen Verssrch nnt der Entsendung von 50 lleirven Parisern und Pariserinnen machnt, denen »venn möglich bald weitere Reise- trnpps folgen sollen. Demnach reicht die Auszugsbeiv^ung der Pariser bereits über die Eftenzen Frankreichs, imd demgegenüber klingen die Versicherungen der Presse, daß mcut in Paris nichts fürchte, etwas m.-rkwürdig. Letzte Nachrichten. Der nenestc ticricbt der t^eeNe^lerL^NH. (WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Juni (Amtlich.) W e st t i ch e r Kriegsschauplatz. Rege Tätigkeit Der Engländer und Franzosen dewer seits der Somme. Auch in anderen Abschnitten, zwischeu Bser und Marne, nahm d'is Artitterieseuer aut Abend zu. Heute früh steigrttr sich das Feuer des Feindes beiderseits der Lys, zwischen Bailleul und Bechune und südlttl, der Aisne zu größerer Stärke. Unsere Artillerie nahTn den Kampf kräftig auf- Ja einzelnen Abschnitten l'^ben sich Jn- santcriegefechte entwickelt. Starker Fliegereinsatz führte zu heiligen Lufikämpfen. Unsere Flieger schosfta gestern 25 ftinöri e Flugzeuge und einen Fesselballon, unsere Flugabwehrgeschütze 5 feindliche Flugzeuge ab. Hauptmaun Berthold errang seinen 37., Leutimnt Lor- nrenchardt seinen 29.. Leutnant Rumep seinen 26. und 27. Lnftiieg. Der Erste Generalgnarttermeistrr L u d e n d o r f f. 27 *. 5itzn?!g der yanSwerkrkammer. I. Da^mstadt, den 27 .Juni. Heute voruultag 10^/2 Uhr fand im Rachrussaal die Tagung der Hcrndnerkskamnrer unter Vorsitz des Geh. Gewerberats Falk Mainz statt. Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen, erneuerte das Gelöbnis des Haudtverkersimrdes zu Kaiser und Reich und g^aciftc der aus dem Feld? dev Ehre gebliebenen Handwerkstncister um- -aesellett. , Shrck-ikus Scküttlcr erfiattete fodunn den Tätigkeitsbericht: Die durch Beendigung der feindlichen Handlungen im Osten herbeigefiih'rte Veränderung der Kriegslage habe die Aufmerksamkeit der mit der Handtoerkssörderung betrauten Stellen mehr und mehr auf die Fragen gelenkt, die für die lledergangstvirtschaft und die Friedenszeit gelöst .vcrden müssen. Es sei dies insbesondere aus deit zahlreick-en Anssp acben über Mittelstandsewlitik im Reichstag und in derr verschiedenen Landtagen ersichtlich, ,vob>ci stets die dringet tde Notwendig int der Wiedercrufrichtltng des Mittelstands und besonders des Haridwerks betont wurde. Die hierbei besprochenen Progranrm? gliedern sich int wesetitlicheu in 5 Punkte, die die Bereitstellung von Arbeitsgelegenheit, von Rohstosfen, von Arbeitskräften bei Der Denwbilniachimg, von Mitteln zur Wiedererrichtung der Betriebe und die Zuführung und Heranbildung hai'.diverllichen Nachwuchses behcindeln. Die Kammer strebe danach, der Hauptstelle die behördliche Anerkennmtg zu verschviffen, damit auch für Friedenszeiten dem Handwerk eine attgemesscme Berücksichtigung an öffentlichen Reichs- lieferungen gesichtert nx'rde. Tie seither bestehenden Verbiridungen tnit militärischen Stellen, wodurch insbesondere des Schneider-, Sattler-- und thmackerhandwerk mit Arbeiten versehen tverden, üben weiterhin ihre günstige Wirkung auf das Handwerk aus. Die Beziehungen zu pflegen imd weiter ausznbauen, ist das st^estreben der .Handtverkskammer, da das im Krieg? mit Erfolg eingefübrte Systein, geschäftliche Behrrndltmg aller Attfträge dttrch die Körpern timten mid Einzelmeister, die Vorteile eines Großbetriebs in fick) schließt. Insbesondere lvird hierdurch beziveckt, zurzeit der KriegÄvirtschaft und später der Friedenswirtschaft, die Eine nordrussische Republik? !7. Juni. Die ..Deutsch«? Zeitung" metbet rrach Berlin, Schveizer Berichten, es stehe die Gründung einer neuen selbständigen tl v r d r u s si s che n Republik bevor, die den Namen „E i s m c? r R ? p u b l i k" tragen und mit der Kvla- Hrlbinsel vereint werden solle. En g l a n d scheine dabei die Hand int Spiele zu haben. Die englische Regierung hat bereits im iw raus erklärt, daß sie nichts gegen den formellen Anschluß der neuen, russischen Republik an d?u russischen Staatetibund cinztirvenden habe, aber als Bedingung der Anerkennung derselben uerlmtgte, haß die neue Republik eilt WirtsäMslsbündnis mit England schliepeu solle und daß England für die Verteidigtmg zu Lande und -nr See sorgen werde. Französische Stimmen zu KÄplmanns Rede. Genf, 27. Juni. Tie „Hv m m elibre" stellt die Redr Kühlmanns der Rede des Kaisers gegcblüber und meint, der Kaiser könne wohl Fanfarentönc atlschlagen, der Diplomat aber sehe sich veranlaßt, mit der Wirklichkeit zu rechnen. Kilbi mann batt? nickst das Recht, sich Illusionen hinzugebett, angesichts der Dürge, die er tveiß Tie „Humanitä" geht noch weiter, indem sic die Rede KühlntaimS als defaitistisch lnustellt. Knhlnranns Rede in italienischer Beleucktuug. Lugano, 26. Juni. Die Rode K ü hl m an n s ii'det in per leitenden italietnscheu Presse eine fast ausnahmslos schroffe tmd höhnisch ablveisende Berirteilung. „G i o r n a 1 e d'J t a l i a", das Organ Sonninos, schreibt: Die deutsche Bestie, zu allem fähig, hat cs diesmal für nützlicher gehalten, in sanftevüi Tönen zu reden. Das ganze lcfttst aber wiederum aus eine neue Friedensoffensive hinaus, geizen die die Entente gewappnet 'sein muß. — „Tribuna" sagt, die Erklävimg MUmanns. daß der Friede nicht allem durch die Mackst der Waffen erre^t t werden forme, sei arißergewöhnlich tut Munde eines.Deutsche tntd dazu angetan, d'ta Verlraueu der Mittelmächte aus die .straft bei Wessen ut wr* mivibecn. Auf der.anderen Seite sei sie .^eignet, di> Zuversicht der Ententevül ker zu hoben. m ' . ' A 'Jcif £ Ach, wir können dich ja nie versessen, Denn nur wir wissen, was wir an dir be- . , sessen. Auf Wiedersehn! schriebst du in jedem Brief _ t nach Haus, wun ist es drr nicht mehr beschieden, Du ruhst nach heißen Kämpfen aus. Du mußtest fort von all den Deinen, Dein Weib und Kinder waren dir das q, , .. . größte Glück. Bie können nur noch um dich weinen, Weil du ja kehrst nie mehr zurück. Zu schnell war es um Dich geschehn, Doch ruhe sanft auf Wiedersehn. und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein lieber gute seiner 4 Kinder, «n.« äSS? E& Gefreiter Georg Jung Rescrve-Feld-Artillcrie-Reginient 50, II. Batterie, I. Abteilung Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse und der Hess. Tapferkeitsraedaille nach fast 4jähriger treuer Pflichterfüllung im Alter von 39 Jahren im 4 einen Granatschuß auf dem Felde der Ehre gefallen ist, wahrend sein altert« B^Sder Ernst Jung Wehrmann im Undwehr-Infanterie-Regiment 87. 10. Kompagnie am 17. März 1915 an einer schweren Verwundung gestorben ist In tiefem Schmerz: Fran Luise Jang geh- Han nebst Kindern JnlSane Jang Witwe, als Mutter Familie Ernst Jang Witwe W'llheäm Jang nnd Orant FnmnieVttö^tces“ ^ Gefangenschaft ' " nd ^«nUIe Familie Otto Jnng, z. Z. im Felde Elisabet he ES an. 4^0 Villingen (Oberhessen), den 28. Juni 1918. Unter Bezugnahme auf unser kürzlich an dieser Stelle erschienenes Inserat betr. Einmachgläser „Rex wsreit“ > erklären wir hierdurch, daß die von uns an- 8 gebotenen Gläser nicht „Original-Nex-Gläser" S waren, sondern von einer anderen Fabrik stammen, die sich der Bezeichnung „Nex" zu Unrecht bedient hat. Die Benutzung des Wortes Rex beruhte lediglich auf Unkenntnis dieser Sachlage. Konstrwverein Gießen und Umgegend. 4862 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern abend 9 Uhr mein lieber, guter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Schwager, Onkel und Großvater Anton Mer 28., ietzgermeister im Alter von nahezu 68 Jahren sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Frau Ww. Christine Müller geb. Wagner Heinrich Müller und Familie Johannes Heß und Familie Wilhelm Brücke! und Familie und9EnkelunddieübrigenAnverwandten. Lang-Göns, Leihgestern, den 28. Juni 1918. Die Beerdigung findet Samstag, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause aus statt. orv 2 s Seilkoch Der Vorstand. haben wrr einen grossen Posten hereinbekommen. .Mr geben diesen wegen Mangels an Jlaschen offen an unsere Mitglieder PerLiter 80 Pf-,.ob. ^ie Abgabe erfolgt nur in der Verkaufsstelle Schanzcnntrasse 16 . - Verein Giessen und Umgegend. i Der Bor st and. SiiSiilS Wir empfehlen ab Vager Nidda: Grasmähmaschinen, heuDender, Getreiörmaher, Drillmaschinen, PsiZge, Eggen, Janchepumpen, sowie alle landwirtschaftl. Maschinen und Geräte. R-varaturen werden sachgemäß und preiswert in eigener bteparaturwerksläire schnellstens ausgeführt. Iul?sfep Fischer“, BahnhofstraSe 38 Fernsprecher Xr. 55. 4852D Krankheitshalber bleibt meine Praxis auf einige Zeit geschlQssen . Dentistin Elvira Jost Ww. Holzversiergerrmg. . D^cnsiag den 2. Ju-i i. I . vorm. 8 Uhr anfangeud, werden in den Waldungen der Gemeinde Allerrdor? a. d. Lumda aus verschiedenen Distrikten der Forstwartei I versteigert: 57 Rin. Buchen-, 2,5 Rm. Eichen-, 5 Rm. Kiefern- Scheitholz,- 69 Rm. Buchen-, 9.5 Rm. Eichen, 3 Rm. Kirschen, 6,5 Rm. Linden-, 362 Rm. Kiefern- und 33 Rm. Fichten-Knüppel; 65 Rm. Buchen, 239 Rm Kiefern-, 51 Rm. Fichten-Reisholz; 3 Rm. Bnchen- l^Rm. Eichen-, 13,5 Rm. Kiefern-, 23,5 Rm. Fichlen- Stöckc; 10 Eichen-Stämme mit 3,71 Fstm., I Lärchen- Ltamm mit 0,13 Fst,»., 258 Fichtcn-Derbstangen 110 Fichtcn-Reisstange», 4 Rm. Kiefern-Nutzknüppel Zusammenkunft in der Eisenschade. Das Holz ui den Distrikten Wallenfels, Weitung, Winnereck, Eisenschade, Hahnckamm, Pcstilenzstrauch, Anndeheeq und Z'mmerplay wird bei der B-rst-igeruno nicht vorgezeigt und chommt im Dodenberg zum Ausgcbot. Allendorf a. d. Lumda, den 27. Juni 1918. GvoFH. Bürgermeisterei Rllenöorf a.d. Lumda. Nein. 4867 Apparate Gläser Gummiringe allerbilligst bei Carl Schunck Bahnhofstrasse 54 3-Zimmcr-Wolinung tm Hinrerh. zu vermieten. 4814 H. ^ass. Kaiser-Allee 20. 1 L . r '«c - 18 Schlosser, 10 Dreher. 3 Schreiner, 1, Bäcker, 1 Jrislerer. 3 Zimmerleute, 10 Maurer, 3 Weih, s °} ev Stukkateure, 2 Hochbautechniker, 1 Buchdrucker oder Schweizerdegen, 2 Heizer, 1 Kaufmann lEisenfach), Fretter, 10 Arbeiter für Bahnbau, 15 Strecken- ^botter, für Pulver- und Geschonfabrtk eine Anzahl odcrJnstallnleuri, Es suchen Arbeit: 2 Kriegsbeschädigte suchen Arbeit, die im Sitzen auS- srwerden kann, 1 Hilfstechniker. 2 kriegsbeschädigte Buchhalter, 1 für Anfangsstellung, 1 Schreiberlehrling. 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