Nr. 14 ? Ln Otehener Nnzel««, erscheint täglich, autzer Sonntags. - Beilagen: Liehener^amiNenblatter; NreisUatt skr den Kreis Stehen. Vezugrpreir: monatl.'I>ir. 1.20, vierteljährlich Vtt. 3.60; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Dik. 1.10; durch die Post Mk. 3.6O oie rtel- iährl. ausschl. Bestellq. tzenisprech - Anschlüsse: sÜrdieSchrütleilungllL Verlag, GeschästSsteUeöl Anschrill für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. 168 . Jahrgang vanlverkehr: Gewerbedank Stehen Verrfcheckr-nto: «.«. 41686 3wMingrn.ni»-nick u. Verlag: Srühl'schr llniv.-Such- «. Stcinöruderel N. Langt. Sdjriffleitung, Geschäflssteüe u.vrucker-i: Sdjulftr. 7. 26. Zmi »918 Kn. u N .wt os« La reize» h oie LaqernuTnn^r bis zum Nachminaa vorher oynejedePetbliidlichkeit SeNen?reift: für örtliche Anzeigen 25Pi.,sür autzwä rllge 30 Pf., ^ür Reklamen Dik. 1.— ; bei Planvorschrift 2o 0 /, Aulschlaa. Hauotjchristleiter: Au^,. Goeg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadl und Land, Vermischtes n.Ae- richtSiaal: W. Dieyer; Anzeigenteil: H. Beek; sämtlich in Gießen. Der Streit« UühlmMnr Auffassungen. Eine Rede hertlingz. (WTB.lt Trotzes tzauptquortier, 25. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Dos tagsüber mäßige Artilkriefeurr wurde am Abend in einzelnen Abschnitten lebhafter. Die Erkundungstätigkrit blieb rege. Südlich der Scarpe rrnd auf dem westlichen Avre- ustr machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nach starker Femrwirkung griff der Feiird mit meh- rtrttt Kompagnien auf dem Nordufer der Aisne an, im Ge- geirstotz tourde der Angriff abgnvresen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Die Zahl der gestern früh von brandenburgischer und Türingischer Landwehr östlich non Badonvillers eingebrach!- ten gefangetten Amerikaner- und Franzosen hat sich auf mehr als 60 erhöht. * Leutnant Billik errang seinen 20. Lustsieg. Der Erste Generalguartrrrmeister Lndeudorsf. * 0 Der Nbendbericht. Berlin. 25. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Bvn den Kampffronten nichts Nems. Col del Rosst), Asolone, Solarolo und Monte Pertica wurde den größten Teil des Tages erbittert gerungen. Die Italiener wurden überall, an mehreren Stellen durch Gegenstöße, zurückgeworfen. Die vorlregnlden Meldungen schildern das über alles Lob erhabene Verchrlten der an den Kämpfen beteiligten Infanterie und Artillerie und erwähnen besonders die Infanterie-Regimenter 9 (Galizisches), 53 (Kroaten), 114 (Ober- und dttederösterreicher), 129 (Schlesier) und das 4. Bosnisch-Herzegowinische. Im Montellogebiet und südlich davon fiel der Feind mit Patrouillen gegen den Piave vor. Im Raume von San Dona hatten die den Nftrwechsel unserer Divisionen sichernden Deckmrgsttuppen in den letzten Tagen starke Angriffe abzuwehren. Unsere Bewegungen vermochten auch hier planmäßig und ohne Verlust an Kriegsgerät durchgeführt zu werden. Seit dem 15. Juni büßte der Italiener über 50090 Mann an Gefangnen, darunter etwa 1100 Offiziere, ein. Die Gesamtverlustc des Feindes sind bei strenger Schätzung auf 150 000 Mann zu berechnen. Der Chef des Keneralftabes. Der vorgestrigen Rede des Staatssekretärs v. Kühlmann ist ein ungewöhnliches Nachspiel gefolgt. Der Reichskanzler selbst, Graf Hertling, hat, indem er gestern die Aussprache eröffnte, den zweiten Teil der Ausführungen Kühlmanns in liebenswürdiger, aber nicht mißzuverstehender Weise ab- geschüttelt. Er erklärte, in diesem zweiten Teil habe der Staatssekretär lediglich die Aufgabe gehabt, die Verantwortung für die Fortsetzung des Krieges den feindlichen Macheten zuzuschieben. Graf Hertling sprach, indem er einiges Lob auf die Berichterstattung Kühlmanns in den interessanten Fragen des Ostens legte, im übrigen widerholt das Wort „zwecklos" aus, und man hat den Eindruck, daß Hertling auf das lebhafteste wünschte, sein Staatssekretär hätte viele Sätze seiner Rede unausgesprochen gelassen. Es war doch wohl eine Zurückweisung, wenn der Kanzler gegenüber Kühl- nttntit sagte: „Die Schuldfvage können wir getrost der Geschichte überlassen." Die positiven Feststellungen des Herrn v. .Hertling waren erfreulich und wirkten nützlich. J$Jit einer Erlahmung unseres Willens, einer Erschütterung unserer Zuversicht kann selbstverständlich nicht die Rede sein." Er schloß mit dein Hinweis auf „unser einheitlich und unerschütterlich zusammen stehendes V)lk, dessen Treue von Gott belohnt würde". Dann kam der Mann noch einmal zum Wort, der tags zuvor so reichlich Gelegenheit zu Mißverständnissen gegeben hatte. Es lag eine schlechte Entschuldigung in der Art, wie er sich auf seine Aufgabe als Diplomat berief, der „akademisch und theoretisch" Möglichkeiten habe erörtern müssen. Es war wirklich nicht erhebend, wie er mit umständlichen Verlesungen des von ihm und seinem Pilitischen Gegner Gesprochenen die leere Spreu von einer Butte in die andere leerte. Was zurückbleibt, ist ein übler Eindruck, den bei der nachfolgenden Aussprache der Abgeordnete Naumann durch eine schwungvolle Rede in den Tendenzen der Reichstagsmehrheit auszug'ätten suchte, den jedoch der Abgeordnete Streseniann mißbilligend und als warnendes Beispiel in die Höhe hob. Die Kritik des nationalliberalen 'Führers war sehr treffend uub scharf. Warum, f° fragte er, diese Entlastung s offensive Kühlmanns für England? Was hätte ein Lloyd George oder ein Clemenceau an gleicher Stelle aus unfern Erfolgen gemacht! In der ***, wenn wir daran denken, f - mitten einem die akademischen Mld/ theoretischen Betrachtungen des Staatssekretärs und die Auseinandersetzungen, oie sie im Reichstage entfesseln umßten, wie ein Häufchen Unglück vor. Glaubt jemand, das feindliche Ans'lano sei jetzt sriedenswilliger geworden? Werm jetzt vielfach, auch in der „Franks. Ztg.", angedeutet wird, die Stellung oes Herrn v. Kühlmann sei erschüttert, so ist das für unsere deutsche Sache wahrlich nichts Erfreuliches. Besser wäre es schon, wenn wir einen Staatssekretär hätten, der auf der Einheitlichieit des ganzen Volles in anderer Weise rußt als der ' ' 'Here Mitarbeiter und Bev- kvaute des Fürsten LichnowSky!! Der öfterreichrsch-uttqarfiche Tagesbericht. Wien, 25. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Gestern war die Geüirgsfront zwischen A s i a g o und dem Piave wieder der Schauplatz heftiger Kümpfe. Der Feind bot alles auf, um die mit 15. Juni verlorenen Hößcn- falUmm zurückzueroberu. Auf dem Monte de Pal Bella, Mt». Deutscher Reichstag. Sitzung vom 25. Ami. Auf der Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen. Wg. Schmidt fragt wrcd Maßnahmen wegen der sKohlenbelieferung Süddercks chlands. Ern Regiernngskommissar erklärt, daß alles geschehen wird, um den Interessen SüddentschlandS entgegenzukommen. Abg. Prinz Schönaich-Carolath lnatl.) fragt nach Ber- ^eltungsmaßregeln für die Greueltsten der Engländer fcm deutschen Soldaten, die am Kemmelberg gefangen wurden. Oberst v. Fransecky: SoNte sich die Nachricht bestätigen, so wird nach den Schuldigen gefahndet werden. Abg. Prinz Schönaich-Carolath (natl.) fragt nach dem Schicksal der auf Malta befindlichen deutschen Gefangenen. Ministerialdirektor Dr. Kriege: Die Gefartgenen in Malta stehen in der Ernährung besser da als die Engländer. Die Re- fäerung behält die Fvage dauernd im Auge und wird, wenn es nötig ist, einschreiten. Dfrvauf setzte das Haus die zweite Lesung des Etats des Auswärtigen und des Reichskanzlers und der Reichskanzlei fort. Reichskanzler Gras von Hertling: Meine Herren! Ich habe ursprünglich nicht die Absicht gehabt, unter den gegenwärtigen Verhältnissen mich an diesen Verhandlungen zu beteiligen. Tie Gründe, die mich zu dieser Zurückhaltung bestimmen, liegen ans der Hand. Es sind die ErsahrunIen, die ich tnnd meine Herren Amtsvorgänger über die Erfolge unserer Reden gemacht haben. Sprachen wir von unserer sriedsettigen Gesinnung, ftoü unserer Friedensbereitschast, so wurde das von der ernenn Seite als ein Anzeichen unserer Schwäche und unseres unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs ausgefaßt, auf der anderen Seite als eine listige Falle. Sprachen wir dagegen von unserem unerschütterlichen Willen, den uns aufgezwnngenen Eroberungskrieg abzuwehren, so hieß es: Das ist die Stimme des preußischen Militarismus, dem auch die leitenden Staatsmänner sich wohl oder übel fügen müssen. Ich bin am 24. April dieses Jahres einen, Schritt weiter gegangen. Ich habe damals ausdrücklich Stellung, genommen zu der Botschaft Wilsons. Ich habe seine bekannten vier Punkte besprochen und grundsätzlich meine Zustimnrnng zu diesen vier Punkten erklärt. Ich habe gesagt, daß die vier Punkte mög licherweise die Grundlage für einen allgemeinen! Weltfrieden bilden kötrnen. Irgendwelche Aeußerung des Präsidenten Wilson ist darauf nicht erfolgt. Lilles das hat keinen Zweck. (Sehr richtig.) Nach den Mitteüimgen, di emir aus den feindlichen Staaten, namentlich aus Amerika, Kugekonrmen sind, hat sich deutlich erkeuneu lassen, was unter dem Friedensbund, unter dem Bund der Völker, dein Völkerbund für Freiheit und Gerechlig- keit, ziu verstehen ist. Deutlich ließen ja unsere Gegner crfetmeai, daß sie der Kern dieses zu bildenden Völkerbundes sein würden und daß es damit gar keine Schwierigkeiteu loaben würde, das ihm unüequenre aufstrebende Deutschlaitd zu isolieren, und ihm durch wirtschaftliche Abschnürung den Lebensodem auszu- löschen .(Sehr wahr.) Ich habe es daher für durchaus angemessen gehalten, daß der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Mitteilungen über die Einzelheiten utlserer .politischen Lage im Osten, von Finnland bis zum Schwarz-m Meer liier machen möchte, der dazu berufen war, aus Grund seiner Sackstennlnis, auf Grund der Erfahrungen, die durch seine mehrni>onatige, aufopfernde und erfolgreiche Teilnahme an den Verhandlungen gemacht worden «oareti Ich bin der Meinung, daß der Herr Staa.ssekrcaäc sich dieser Ausgabe durchcms sacktgeiccäß entledigt hat. Dci itvgen habcm einige seinep Aeußenmgen, wie ich zu meinem Bedxrucwn vmrstatiercn muß, in weiten Kreisen eine mehr oder weniger unfreundliche Aufnahme erfahren. (Sehr richtig! Sel>r loahr!) Der Herr Staatssekretär sprach über die Schlckdftage. Diese Schuld frage können stl i r getrost der Geschichte ü b e r I a f f e it. Schon jetzt liegen Zertguifte vor, daß T e u t s ch l a n d n i ch t s ch u l d i g an dem Kriege mar, daß c- nicht die Fackel des Wekttwmrdes euttttndtet l>at. (Sehr wahr!) Ich halte mich jedoch verpflichtet, mit Mißverständnissen a u f z u r ä u m t ti, die, wie mir scheint, der Airffassung des ziveitmt Teiles der Atlsst'chrungen des Herrn Staatssekretärs zugrunde liegen. Die Tendenz dieser Ausführungeit des ^rrn Staatssekretärs iv>ar lediglich, die KeWartung für die Fortsetzung und die unabsehbare Verlängerung des entsetz* lichen Krieges den feindlichen Mächten zuzuschieben, ganz iu dem Sinne, wie ich es am 24. Februar getan habe. Von einer Erlahmung unseres Willens, von einer ErschüNerrng unserer Siegeszuversicht kann demnach selbstverstmrdlich nicht die Rede snn. (Lebhafter Bnfall links.) Nach wie vor stehen die Kaiserliche Regierung, die Fürsten und Völker eng imb vertrauensvoll zusammen. Sie verttauen inneren unvergleichlichen Truppen (Lebha ter Beifall), sie vertrauen auf unser einheitlich und unersckMrettich zu- sammenstehendes Volk und aus seine großartige Haltung, wie wir sie seit Jahren bewundett haben. (Lebhafter Beifall.) Wer dürfet Wen, daß der Allmächtige, der uns bisher geholfen und uns von Sieg zu Sieg gefühtt hat, diese Treue des deuticher, Vol^S be^ lohneii wird. Ueber die Einzelheiten wird der^5)err Staatssekretav selbst das Wott ergreifen und die Mißverständnisse aufzuüäreni suchen. (Beifall.) Staatssekretär v. Ktthlmann: 'Ich werde Ihre Zeit, meine Herren, nur wenige Minuten in Anspruch zu nehmen brauchen. Aus der Presse und dem Sreno- avaimm habe ich echcheu, daß der Herr Abgeordnete Gras von Westarp zum Schluffe der gestrigen Verhandlungen, denen bei#*- wohnen ich leider durch dringende Amtsgeschäfte verhindett war- verschiedene Kommentare zu meinen Ausführungen gemacht hat, denen ich zum Teil beitrete, denen ich »um Teil sehr nachdrücklich entgegenzutreten gezwungen bin. Ich möchte Ihre Geduld tu» ,ei;nen Augenblick in Anspruch nehmen, um zu verlesen, was ich (hier /datsäckstich gesagt habe: „Wenn einmal der Moment gekommen sein sollte, wann er kommt- darüber möchte ich mir aber bricht einmal eine Prophezeiung erlauben, daß die Nationen, die Iiarte kämpfen, in einen Gedankenaustausch eintreten, so wird vor «allein auch als Vorbedingung nötig sein, daß man ein gewisses Maß von Vertrauen in die gegenseftige Anständigkeit und Ritter- liä-keft fasse. Solange jede Erötterung von den andern als Frio- densoffensive, als ftüsche Unterstellung, um Machen deaVerbündet«tz Zwietracht zu säen,.amgefaßtwird, solange wird jederÄnnapernngs- versuch von den Gegnern, eine Annäherung in den verschiedemÄ Ländern sofott aus das heftigste denunziert werden. 'Solange ist nicht abzusehen, wie irgendein Gedankenaustausch eingeleitet roer- den kann, der zum Frieden fühtt. Ohne einen solchen GedanLad- .austcmsch wird bei der ungeheuren Größe dieses KoalitiouskriegeÄ und bei der Zahl der in ihn begriffenen auch überi'eeircheu Maaten durch die rein militärische Entscheidung allein ohne diplomatische Verhandlungen ein absolutes Ende kaum erwartet werden können." (Zuruf rechts.) Ich habe Herrn von Westarp anheimgestellt, das Stenogramm einzusehen. Wenn die Herren Wett darauf legen, kötmen sie das Stenogramm selbst einsehen. Es ist nichts korrigiert, was dem Sinne im geringsten widerspricht. (Zuruf rechts.) Ich weiß nicht, vb Graf Westarp das Stenogramm hier zur Hand j)a1, es ist ihm zur Einsicht überlassen. Unsere Stellung aus den Schlachtfeldern, die ungeheuren Reserven an militärischen Hüssmittelm die uns Mr Verfügung stehen, zeigen, daß der Gedanke an einen Sieg der Entente Traum und Illusion ist. Sie w.rd, nne Mr. Asguith von uns erwartete, seinerzeit den Weg finden, um mit einem Friedensangebot an uns heranzutreten, welches der Lage enffpriäst und loelches den deutschen Lebensnotwendigkeiten genügt. Ich mlöchtte mir erlauben, hierzu die Ausführungen des -Grafen Westarp, wüe sie aus dem Stenogramm hier vorliegen, gleichfalls ztur Vrrbesung zu bringen: „Aber auch der Weg, der zum Frieden führt, scheint m!a von ihm nicht riEg gekennzeicheiet zu sein. Ter Appell an den guten Willen Englands nützt garnrchts/' (Sehr richtig! rechts.) Ein solcher Llppell hat mir total serngelegem Dk/^ser Appell richtet sich an niemand. Und aus dem Konzepte der Rede geht klar hervor, was die Absicht war. Es war die Absicht, zu isajgeu, Verhandlungen von Parlament zu Parlament, von Rs:dnertribüne zu Rednettribüue werden uns, und darüber, mein« Herren, glaube ich ziemlich allgemeine Uebereinstimmuug yn hüben, auf dem Wege zur Lösung kaum mehr wesentlich fördern können. Also bleibt nichts übrig, als der Weg der vertraulichen und der diplomatischen Fühlungnahme. Dieser Weg ist gleichfalls h>)ffnungslos verbaut, wenn von seiten der ©egner, wie ich dies gegeißelt habe, von vornherein) ein sol.ch,es Vorgehen als mala fides bezeickM-et wird. Meine Llbsicht war dabei, zu zeigen, wie die Gegner jeden Weg, der zur Ver st ändignng führen kann, vollkommen verrammeln. Ich fahre in der Verlesung chtt: „Tie Vettretmrg des gegenseitigen guten Glaubens nick^ abzusprechea, ist bei England an die falfck)ie Adresse gerickfttt." Ich darf mich auf das eben Gesagte beziel/en, daran muß ich unbedingt festhalten. Wenn aber keiqer unserer Gegner irgendeine Eröffnung anderer für eine geeignete Grundlage' hält, um weiter diskutiett zu werden, soll da jemals eine Diskussion zustande kommen? Im übrigen ist eS klar, fährt Graf Westarp fvtt, der Herr Staatssekretär wird es mir nicht übel nehmen, wemi ich es sage, daß zu eimnn FrieHnsschluß Verhandlungen gehören. Graf Westarp ist also mü tnailn Ausführungen in txie ein Punkte vollständig einversdanden. (Heiterkeili bei den Soz.) Dcrs ich natürlich, verl-andelt, muß werden, Waffen allein bringen nicht den Frieden, sondern nach dein Taten der Waffen muß verhandelt werden." Ich stimme jedem Worte absolut bei, aber die Voraussetzung, daß es zu Verl-andlungen kommt, ist drch die, daß muh Misere sZMndc vcr- lnmüeln wollen. Wir haben es doch wirklich gelerttt, daß aus gutem Willen unsere Feinde in Verhandlimgen nicht erntteton wollen, daß sie dazu gezwungen werden müssen." (Sehr richtig! rocl^ts.) Auch hier stimme ich ya. Aber, meiw' Herum, im' ist denn der Aptiell an den guten Willen? Haben wir nutz' in den lewen Monaten Erfolge errungen so groß, wie sie die ^schöne kaum l>erzevä)inet? Erioarten nicht Misere Feinde, loie Sie aas ilwer Presse jede Minute lesen köimen, neue griffe Schöge?! 'Das sind Momente, die bei ihnen die lleberzeugung oder Naä'OmklichSft auS- lösen können: Wäre es nicht besser und verst indiger, den> Weg der Verkaudluntge > zu l>esch>eiten? Gra' Westarp fahrt ; ort: Des hall ist und bleu>. oie Bormissetzung zu solchen Verhandlung«^ die uns zum Erfolg fflbren und einen Friede:i bttmte ' können, der für Deutschland etträgllch ist, der Sieg mrseier Waffen (Sehr richtig! rechts.) Kühlmann: Dem stimme ich vollkommen bei. sLachrn und Zurufe rechts.) Keiner wird das int geringsten leugnen können. Der Sieg ist auf unserer Seite wir hoffen auch für die ZuLmrft aus Sieg, solange nicht die Gegner eh-n zp den Von mir Dericmstcn Zugeständnissen bereit sind, welche der Lage entsprechen und den deutschen Lebensnotwsndigkeften Genüge tun. Grus Westarp fahrt fort: „Ich stehe durchaus auf dem Standpunkt, wi-c ihn der Herr Kollege Gröber ausgesprochen.hat: Wie uns unser gutes Schtoert im Osten den Frieden gebracht hat, so wird unser Schgrert auch den Frieden im Westen bringen müssen. Im Osten ist' der Verlauf der gewesen, daiß die Gegner, als sie ein- sayen, daß weiterer Widerstand nutzlos war, die Nassen aus dem Wege des Funkspruchs und die Ukraine auf dem Wege der Deputation nach Brest-Lftvwsk ihre Bereitwillig keil erklärt haben, in die Diskussion einzutreten. „Ich kann, deshalb nicht begreifen, drß der Herr Staatssekretär seiner Erklärung eine Fassung gegeben hat die es vielleicht Aiveifelhvft eifcheinen lassen könnte, ob er auch dieser Meinung gewesen ist, die ich eben ausgesprochen habe." Ich lege den größte?! Wert daraus, zu betonen, daß ich absolut dieser Meinung gewesen bin. Er fährt fort, — und das möchte ich den Herren zu bedenken geben, die eben behaupteten, ich hätte das Stenogramm in sinnentltellender^Weisc redigiert: „Ich kann es mir nicht denken, dach h-- Herr Staatssekretär das flkgenteil hat sagen wollen." Wenn 1 nach nnmirtelbarer Anhörung der Rede, ohne die schriftliche r^r- --mg vor sich zu haben, sich das nicht denken kann, so geht ur w.ich daraus ganz klar hervor, daß er es auch nicht gedacht hat. G- Da'starv fährt fort: „Ich kann es nrir nicht denken, daß der Herr Staatssekretär hat zun- Ans druck bringen wollen, nur Verhandlungen, nicht militäris Ent scheidungen allein würden uns zum 'Siege sichren." Geg viesen Punkt der Rede muß ich auf das a l l e r e n t s ch i e d e n st c v rote st ie reu. Graf Westarp sagt, er könne sich nicht denken, daß ich dies hätte zum Ausdruck bringen wollen. Er konnte es sich tatsächlich auch nicht denken. Ter Schluß meiner Rede tvar absolut klar. In dem Einschieben des „nur" liegt eine direkte Umkehrung dessen, was ich gesagt habe. Tic diplomatischen Verhandlungen wurden von mir ganz klar als das Sekundäre, Nachfolgende gekennzeichnet. Hätte ich das gesagt,- was Graf Westarp behauptet, daß ich es zuin Ausdruck hätte bringen wollen, dann, meine .Herren, wäre ihr Angriff vollauf berechtigt gewesen. Ter Verlauf wird immer der sein, wie er von mir Rer kurz gekennzeichnet foiitfbe: M ilitärische Erfolge sind die Voraussetzung und die Grundlage der diplomatischen Verhandlungen. Bei meiner Aufgabe gestern als Diplomat, der von hier von hoher Warte, wie ich gesagt habe, zusammenfassenjd die Ereignisse überblickt, nrußte auch akademisch und theoretisch die ^Mglichkeit erörtert inerden, wie der 'nilitarische Erfolg seinerzeit auf dem Wege der Verhandlung ausgenutzt und gesichert werdest könnte. Dies, meine Herren, ist alles, was ich zu diesem Paragraphen zu sagen habe, der durch die Einfügung >ws „nur", wenn sie berechtigt gewesen wäre, in der Tat den Sinn dessen, was ich gesagt habe, genau in das Gegenteil verkehren würde. G"is Westarp fährt fort: „Ich kann es mir nicht denken, daß das der Sinn seiner Ausführungen gewesen sein soll. Es würde das ja aus unsere: Truppen draußen im Felde eine Wirkung ausüben, die ich nicht näher ausmalen will, und es würde sich auch in starken Gegensatz fetzen zu Kundgebungen anderer .Herren, die wir in letzter Zeit oft genug gehört haben, zu Kundgebungen, die mit vollem Recht darauf hingewiesen haben, daß nur der Sieg unserer deutschen Waffen es sein wird, der uns zum Ziele führen kann." Nachdem Graf Westarp nun sagt, „er kann sich nicht denken", und nacktem ich ihm auf das bestimmteste versichern kann, daß es mir nicht eingefallen ist, zu sagen, was hier durch das „nur" suppouie'rt ist, muß ich auch die Folgerung aufs allerentschiedenste zurückweisen. Kein Wort von dem, was ich gesagt, kann den Siegeswillen unserer! Truppen auch nur um ein Atom beeinträchti^n. Wir vertrauen auf die Siege der Vergangenheft, und wir hoften auf die Siege der Zukunft. An diese Sie^e wird dre diplomatische Arbeit sich anschLießen müssen. (Lebhafter Beifall links und im Zentrum. Zischen rechts.) Die Aussprache. Abg. Naumann (Fvrtschr.): Tie Lage für Deutschland ist so günstig, wie nie in diesem Kriege. Unsere Truppen sind ausgewachsen in dem Gerste deutscher Erziehung zur Pflicht. Unser Soldat braucht nur das eine Gefühl: Er muß. Und dieses hat er. Wenn Herr v. Kühlmann sagt, mft militärische Siegen wird dieser Krieg nicht beendet, fo heißt es auch, daß wir uns nicht das verkleinern lassen, daß neben den Waffen der große Sieg der Geister geht- In die Reden der feindlichen Staatsmänner wird überall allerlei hinein gedeutet, bei uns wie bä den Gegnern. In Frankreich nennt man diejenigen, die vom Frieden sprechen, Defaitisten. In England sagt man, die Friedensoffensive ist eine deutsche Er- nndung, um die Bevölkerung irreMfühven. Wer aber tom sagen, ^ß unsere Forderungen unmöglich sind, zumal, wenn man sieht, daß in der Hauptstadt unseres größten Feftrdes schon die Eisenbahn- züge bereftstxhen, um die Bevölkerung fortzubringen, wenn die Glocke ertönt, d. h., wenn die Deutschen kommen. Wir haben immer noch Leute, die über den Krieg hinausdenken, daß Verhandlungen nicht unmöglich sind. Das zeigen vor allem die be- gtnnender^Verhandlnngen über die Gesang nvenfürsorge. Tie Frag«) nach der Schuld des Krieges können wir heute nicht lösen. Es heißt ^ute, der Krieg wird fortgesetzt werden, bis einer der beiden (Gegner — Deutschland oder 'England — tot ist. Was machen wrr aber dann, wenn beide halbtot sind? Man muß sich immer tragen, ob das, was man dabei gewinnen ^kcmn, mehr ist als rabulrstisch Rußland ist so Mammengebrochen, Oesterreich-Ungarn hch sehr gelitten, ebQrfo steht es mft Frankreich und Italien. Mft nnlrtarischen Mitteln ist nichts getan. Daneben soll der Geist der Gedanken und des Gewissens der Bevölkerung sprechen, ivenn die Soldaten wissen, daß dieses vorhanden ist, dann kann man auch aus sie rechnen. (Beifall.) Abg. Stresemann lnatl.): Die Rede des Staatssekretärs hat aut meine politischen Freunde geradezu niederschmet- \S ^ d niedcrdrückend gewirkt. ^Stürmische Ruse: /r Westarp geblieben Bei uns herrscht eben die Mftitäv- Xkrr Sehr wahr bei den Soz. Gelächter.. Wie oft soll unser Sieg schon unmittelbar betvrgestandon haben? Der Sieg ftn Osten verbürgt nicht den Sieg im Westen. Rußland war durch und durch zermürbt. Ich vermisse bei uns die Erklärung, daß, wie auch bei lden anderen, die Unversehrtheit ihrer Staatsgebilde gewährleistet niird. Mas wft gestern über Belgien hörten, war ein Rückschritt. Abg. Werner-Gießen (deutsche Fraktion): Herr von Kühlwann sieht die Friedensvesolution noch immer als ein Dogma an. Mrs versteht er unter den Grenzen, die uns bestimmt sind? Die 'Führer des Volkes sind dcyu berufen, alle großen Taten des Heeres «ansznnutzen und dürfen nicht die Stimmung herabmindern. Die austro-polnische Lösung wird der erste Nagel zum Sarge des deutsch- österreiänsch-en Bündnisses sein. Die Weiterberatung wird auf Mittwoch, 2 Uhr, vertagt. Außerdem kleine Etats und Gesetzentwürfe. Schluß & l k Uhr. * Aus dem Hauptausschutz des Reichstags. Berlin, 25. Juni. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstags setzte heute die Beratung des rumänischen Friedensvertrages fort. Vor Eintritt in die Tagesordnung regte der Vorsitzende Abg. Ebert an, die Erörterungen kurz zu halten, damit morgen die Verhandlung über den Friedensvertrag abgeschlossen werden kann. Dann soll in dieser Woche noch in erster Lesung das Gesellschafts- steuer- uud das Besitzsteuergesetz erledigt werden. In der übernächsten Woche soll die zweite Lesung möglichst der gesamten Steuergesetze folgen. Der Vorschlag des Vorsitzenden, auf eine weitere allgemeine Aussprache über den Friedensvertrag zu verzichten, die einzelnen Artikel gleich vorzunehmen und sich dabei lediglich auf Anfragen zu beschränken, fand die Zustimmung des Ausschusses. Darauf wurde Kapitel 1 (Wiederherstellung von Frn w und Freundschaft) ohne Erörterung angenommen. Bei dem 2. Kapitel (Demobilisierung der rumänischen Streitkräfte) beantwortete bei Artikel 4 Staatssekretär v. Kühlmann die Anfragen der Abgeordneten Erzberger (Z.) und Müller-Meiningen (Fvrtschr.) über die Lage der Deutschen in Bessarabien. Die Rämpse im westen. Berlin, 25. Juni. Branden burgische Landwehr stürmte am 24. Juni im Morgengrauen nach kurzer kräftiger Artillerie- und Minenwerfervorbereitung, von Flammenwerfern und Angehörigen eines Sturmbataillons wirksam unterstützt, die feindlichen Stellungen beiderseits der Straße Bremenil-Badonviller. Glei^eitig drangen Thüringer in das stark besetzte und zäh von Amerikanern und Franzosen verteidigte brennende Dorf Neuviller ein. Nach kurzem Kampfe wurde der Gegner überwältigt. Mehrere stark belegte Unterstände in den Stellungen wurden gesprengt, andere von tom Flammenwerfern ausgeräuchert. Der Gegner ließ 11 Offiziere und über 60 Gefangene sowie 4 Füsilier-Mitrailleurs in unserer Hand und erlitt hohe blutige Verluste, wie die große Zahl von Toten in den genommenen Stellungen beweist. Nach gründlicher Zerstörung der feindlichen Gräben kehrten die Truppen befehlsgemäß in die Ausgangsstellungen zurück. Englische FLiegeraugriffe. Haag, 25. Juni. Aus der Lwlländischen Provinz Zeeuwsch Vlaanderen itthält Het Vaderland folgende Meldung: Wie festgestellt, wurde am Sonnabend um 12 Uhr ein Geschwader von sieben englischen Flugmaschi- nen gesichtet, das aus nördlicher Richtung kommend auf Belgien Kurs setzte. Zwei Bomben wurden bei Heille auf m, t e d e r l ä n d i sche s Gebiet geworfen, wobei ein Knabe leicht verletzt wurde. Kurze Zeit darauf, nachdem die Flieger über belgisches Gebiet gekommen waren, trat ein deutsches Abwehrgeschütz in Tätigkeit. Line Rede Lloyd Georges. Hjga g, 35. Juni. Reuter. Bei der dritten Lesung der (&*t- folidation Fund Bill sprach Lloyd George über die militä- rische Lage. Da fortgesetzt amerikanische Truppen ankämen, so sei es sehr wahrscheinlich, daß die Entente den Deutschen an der Westfront summarisch überlegen sein lverde. Es sei erstaunlich, wie schnell die amerikanischen Streickräfte herankämen. Er könne üine genauen Zahlen nennen, aber er könne sagen, es kämen so viel Amerikaner, daß die Verbündeten dadurch ermutigt, die Feinde aber noch schwer enttäuscht werden würden. Die Deutschen 'seien bei ihren letzten Reserven angelangt, die sie in den nächsten Monaten Würden einsetzon müssen. Sie könnten leine neuen ^Reserven bilden, es sei denn, durch drastische ALaßnahmen, z. B. dadurch, daß sie aus kriegswichtigen Betrieben dienstpflichtige Männer herauszögen, und es scheine, daß sie dazu bereits ihre Zuflucht nähinen, was ein neuer Beweis für ihre schwere,! Verluste während der letzten Monate sei. Die nächsten Monate würden Ursachen zu Besorgnissen geben, aber er dürfe versichern, ohne irgendwie bluffen zu nwllen, daß die Heerführer oertvauensvvll in die Zukunft sähen. Wir stehen am Vorabend großer Ereignisse. Es wird vielleickst in ben nächsten Stunden, sicher aber in den nächsten Tagen eine große Schlacht beginnen, die das gesamte Ergebnis des Krieges entscheidend beeinflussen kann, aber die Verbündeten waren niemals besser vordere stet, den Stoß aufzufangen, als jetzt. Tter letzte Angriff der Deutschen auf die französischen Truppen ist mißglückt. Djer Feind hat sein Ziel nicht erreicht. Er hoffte, bis Compiögne vvrrücken zu können, aber er kam nur bis Dillevs-Cotteirts. Wir haben zu sehr auf die deutschen Erfolge geachtet und zu tvenig naif unsere i-igenen. .Lloyd George führte dann aus, daß die britischen und ftan- zösrschen Truppen lvährend der letzten Monate iviederholt gesiegt hätten, und manche Siege des Feindes in Wirklichkeit Niederlagen seien. Er äußerte sich hierauf über Rußland. Rußlend beftnde sich in einem völlig chaotischen Zustande. Jede einzelne ^tabt habe eine unsere Mgieruug, ja beinahe jedes porf- Man könne doch nicht mft irgendeiner beliebigen Kvrporativiy m Rußland Beziehungen anknüpfen. Trotzdem sei es die Pflicht der Verbündeten, Rußland beizustehen, Iwrm es dies wünsche Er habe aus guter Quelle erfahren, daß der Haß: der Russen gegen die DelMchen m der letzten Zeit immer mehr zu genommen lAe, und dre Rüsten (eien immer nrehr geneigt, eure Bewegung zu unterstützen. bce den Zweck habe, die Derschen aus RnUand zu ver- vertrerben. Allerdings sei der Weg iroch Rußland schwierig. Nur Japan verfüge noch über eine direkte Derbürdung. Lloyd George sprach damr über die Ereigniss e an der italienischen Front. Es .sei nicht nur eine milftärische Niederlage, welch? Oesterreich erlitten habe, sondern eine Niederlage, die wichtige Folge auch auf pvlitischeni Gebiete haben könne. Line Rundgebung des Rates von Flandern. Brüssel, 23. Juni. (WTB.) Das zenttalflämische Pressebureau verbreitet in den flämischen Blättern folgende Mitteilung- Der Rat von Flandern hat in seiner Vollversammlung vom 20 Jum 1918 einstimmig eine Kundgebung beschossen «und dem Herrn Geiieralgvuvernenr übermittelt, aus der folgen de Stellen hervorzuheben sind: 'In Notwehr hat das deutsche Heer den Bodeii unseres Landes als Feind betreten, im Lmfte des Krieges aber haben die Flamen trotz Hätrten, die diese p den Bewohnern des besetzten Gebietes auferlegt, erkannt daß nicht das Deutsche Reich ihr wahrer Feind ist, sondern die belgische Regi eruna. Trotz der schwierigen Berhalkmsst, m denen die besetzende Macht sich befindet, hat cne deutsthe Verwaltung den Flamen die Berwirklicknuig eines großen Teiles ihrer Wünsche auf dem Gebiet der Sprache, 'Schule und Verumltung gebracl. Tie belgische Regierung dagegen hat für alle Wünsche des flSmischen Volkes stetZ nur ern hochmüttgrS „Nein" «habt. In vollem Bewußtsein der Verantwortung von unseren! Volk glauben wir daher, daß Flanderns Befreiung von jeder verwelickMiden Macht auch Teutschlands Befreiung von seind- licher Bedrohung im Welten bedeutet. Stammesgemeinschaft, Geschichte und Selbsterhaltung weisen Teutschland und Flandern das gleiche Ziel zu: „Ein freies, selbständiges Flandern" Die Gegenrevolution in Rutzland. Moskau, 23. Juni. (WTB.) Die hiesige Presse mel- < bet: Die Flucht des Großfürsten Michael aus Perm erfolgte am 15. Juni nachts. Eine Abteilung angeblicher Roter Gardisten entführte den Großfürsten in einem Kraftwagen unter Vorzeigung eines gefälschten Sowjet-Befehls, wonach er nach Moskau überführt werden sollte. Im Omsk soll Großfürst Michael an der Spitze der Gegen revolutionäre ein M a u i fe st an das russische Volk erlassen haben, worin er bei seiner Abdankung beharrt und dem einzuberusenden Senmskij Sobor die Entscheidung über die Regierungsgewalt überläßt. Moskau, 25. Juni. (WTB.) Nach einer Meldung der Presse sollen die tschecho-slow akischeu T rup- ^ pen inIekaterinburg eingedrungen sein. In der Stadt sollen schwere Kämpfe entbrannt sein. Ein Aufruf der rufsifchen Sowjetregierung. Stockholm, 24. Juni. (WTB.) In einem Aufruf des Rates der Volksbeaufttagten in Moskau lieißt es: Es ist unmöglich, die Macht der Sowjets oor der Hungersnot kapitulieren -u lassen. Aus £>en Gebieten von Zaritzin, Ton und Kuban werden gemalttge Vorräte an Lebensnütteln in den nächsten Tagen nach der Gegend von Moskau und weiter nördlich geliefert werden. Inzwischen wird der Aufstand in Sibirien erstickt sein. Die Lebensmittel, die sich unterwegs befinden, werden ihre Bestincmung erreichen. Ilm diesen Pla NM verwirklickMi uiw ftlr ftn wer den chaotischen und umstürzle- rischen Beitrebungen des veakttonären Bürgertums ein Ende zu machen, greift das Volk M folgenden Maßnahmen: Teilweise Mobilmachung im Wolga gebiet, ftn Ural und in Sibirien gegen die Aufstände in den benachbarten Gebieten. Alle örtlichen Sowjets üben eine strenge Kontrolle über die Bürger aus, uni jede Verschwörung unbarmherzig zu unterdrücken, ©je- malige Offiziere, die ehrlich an der Wiederherstellung der Sowjet- Armee gearbeitet haben, genießen vollständige Strasloi'igkeft und den Schutz der Sowjetbehörden. Tie Verschwörervfftzrere, die Mft- schuldigeu von Skoropadsky, Krasnoff und des sibirischen Obersten Iwanioss sind, werden ohne Gnade hin gerichtet. Zar Nikolaus ermordet? Lugano, 26. Juni. (B. T.) Der Stockholmer Vertreter des „Corriere d'Jtalia" meldet das noch unbestätigte Gerücht von der Ermordung des Zaren Nikolaus. Danach hatte die Sowjetregierung den Behörden von Jekaterinburg besohlen, den Exzaren wegzubefördern. Die Behörden hätten den Befehl mißverstanden un- angeblich den Zaren getötet. Der §eelrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 25. Juni. (Amtlich.) Neue U-Bvot-Erfolge im Sperrgebiet um England: 18 500 Br.-R.-T. Bon d^n Versenßten Schiffen wurden z-wei bewaffnete Dampfer an der Oftküste Englarrds aus stark gesichertem ^Ge^itszugr herausgeschosftn. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Aus dem Reiche. Der Kaiser an Oberhofprediger Dryander. Berlin, 25. Juni. (WTB.) Ter Kaiser ließ dem' Ober- hofprediger D. Dryander nachstehendes allerhöchstes Handschreiben zugehen: Vkein üeber v. Dryander? In dankbarer Anerkennung der hervorragenden Verdienste, welche Sie sich als langjähriger geistlicher Vizepräsident des Evangelischen ,Oberkrrchenrates um die Leitting unserer teuren evangelischen Kirche erworben haben, fti warmem Gedenken Ihrer mir und meinem Hause als mein Ober- hofprcdiger und Schloßpfarrer bisher geleistereir treuen Dienste gereicht es mir zur besonderen Freude, Ihnen am heutigen Tagt? ■ meines dreißigjährigen Regierungsjubiläunls den Hohen Orden vom Schwarzen Adler nebst dem en sautoir zu tragenden! Großkreuze des Roten Äblerordens mit Eichenlaub zu verleihen. Ich lasse Ihnen die Ordensabzeichen hierneben zugehen und gebe zugleich dem innigen Wunsche Llusdruck. daß Gottes Gnade Jhneq Kraft und Segen zu weiterem erfolgreichen Mrken durch Wott ! und Schrift schenken möge, zur Erbauung und Freude der iTroßQl Schar Ihrer treuen Verehrer, denen ich mich mft den Meüren vor ganzem Herzen zugeselle. Ihr ivohlgeneigter König. Ans Hessen. Die TeuerungsbeihiLfe für die Beamte». I Tarmstadt, 25. Juni. ^Der.Finanzausschuß der Z!veiten K-ammer beriet l^eute die Regierungsvorkage betteffend die neuen Teuer ungs bei hrl fen. Wie verläüvet. war teilweft'c Stimmung dafür, die Sätze gegenüber dem Regie- iungsvorschlag zu erhöhen, währerrd auf der andern Sefte die Ansicht dahin ging, es bei tven vorgeschlagenen Sätzen zu blassen. Auf jeden Fall fand die Regierungsvorlage eine gute Aufnahme. Einzelheiten lassen sich vor der Besprechung der Vorlage mit der Regierung, die morgen mti) übermorgen ftcrttfinbct, nutzt sage«, da keine Beschlüsse gefaßt wurden. Am Freitag ftndet gemeinsame Sitzung der Finanzausschüsse beider .Kammern statt. Tie Vollversammlung des Landtags wird Dienstag den 9. Jük zusammen berufen werden. Aus uud Cant. Gießen, den 26. Juni 1918. ** Auszeichnung. Tem Wehrunmn Friedrich Ernst wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. ** Freibank. 27. Juni 1918 von Nr. 251—390. ** Sammlung der Obstkerne. Ti-e Zeft des Obstes ist wieder da. Es gilt jetzt die Obstkerne zu sammelt!, um imfea knappen Fettvorräte zu vermehren. Sachgemäß MsammewWbvachtr Obstkerne ergeben ein gutes Speiseöl. ** Neugestaltung der Reisebrotmarken. Technische Schwierigkefteu. insbesondere die Beschaffung der Numerier- j werke, machen es erforderlich, die 10-<^vamm-Abschnitte der auf insgesamt 50 Gramm brütenden ReichB-Reifebvo-tniarken tvegsallsi zu taffen. Dadurch wird eine Umgestaltung der Rdrrken bedmvpuo lur ttch angesehen werden nrüsfe, wie das bostemmL v-enei.mm,clpslacMgö, vrieirtaliserreiche sich in einer subtil empfundenen Archrceftur uussprach, die aufs wundervoll,te dem Charakter der ^ladt als Wafserstadt" [ich anschmiegle. k)Iuf bem Wasser säMt alles zu Schweben. Hier in Venedig, der reichen Handelsstadt, traten uateu «emdn die verschiedensten Elemettte zusammen, von Nordetc die Gottnl. von Osten der orientalische Stil. Aber n?tc im Grunde der Charakter Venedigs zum Orient neigt, so vermied nun oer Venetianer jede italienische Uebertt-sertMsi gänzlich und vttdete einen Sttl heraus, der in seiner reppick>artigen Ge'wlrkchett >emev- gleichen sucht. Weich, fließend sind die Formen, ber gmctlrchsti-r Raum- und Flächendispos iteon. Der Hohepnntt der veneteanischen Kunst ini Mittelalter zeitigte dre herrlichsten Blüten. Mit dem Eindringen dB ttatrrnpcheil Einflusses, der Renaissance-Fortnen, mit der Verwendung klassizistischer, monumentaler, schwerer Vdoteve (Palladro, begann dann eine Art Niedergang: Niedergang in der Hmncht, oatz eben durch das Eindringen jener dein venetianischen ^emden >snnst- elemente eine Vermischung und Verwischung des typoeh-venettani- schen Charakters eintrat. 'Auch seit dieser Epoche zeugte zwar die Kunst dort Unvergängliches, aber jenes keine, einheitliche, pruntcnd- prachtvolle und doch nicht schreiende Gepräge ging der marchen haften Lido-Stadt ein für allemal verloren. ** Stadttheater. Nochmals sei auch an diejer < 2 tetle daraus hingewiesen, daß am morgigen Donnerstag Framein Hannelore Ziegler vom Hoftheater Mannheim ihren letzten Lanz- abend mit teilweise neuem Programm in Gießen gibt. 'Au erd cm gelangt der äußerst lustige Einakter ,,Tte Hasenpfote" von Hanns Bremert zur Dlfführtmg. _ , , ** M eldepflicht für gewerbliche Berbrau ch e r von Kohle, Koks und Briketts im Monat Juli Nach Bekanntmachung des Reich sw mmissars für die . Kohlen- verteilung vom 10. Juni Reichsanzeiger Nr. 135) müpen Die Mverblichen Verbraucher die üblichen Meldungen m der Zeit vom 1. bis 5. Juli erneut erstatten. Eine wichtige Neuregelung ist hinsichtlich der Anshilfsliefernngen getroffen, d. h pstche Bezüge. die in der Meldekarte des Vormonats nicht angemeldel waren. Diese sind in Zukunft durch rote Unterstreichung hervorznheveii. Auch die Abgabe von Aushftfslicsernngen ist meldepflichtig (>r ja der Bekanntmachung). Tie Meldekarten sind wie bisher bei den bekannten Stellen zum Preise von 0,25 für ein Meldekartenheft nebst Wortlaut der Bekatuftmachung und von 0,05 Mark snr emc EftMlkarte erhälilich. ** Zur Beachtung f ü r Ta b a k p s l a n zeoel der allgemeinen Knappheit cni Tabak ist es wahrscheinlich, dap m diesem Jahre in größerem Umfange wie bisher Tabakpflanzungen aut kleineren Flächen, lediglich für den eigenen Bedarf der Pflanzer, vorgen emmen werden. Es besteht nun vielfach die tt.v tassnng, daß derartige geringfügige Anpflanzungen,nicht aiimetsc und auch nicht steuerp'richteg seien:. Diese Ansicht ist unzutreffend. Jede Tabakpflanzung, wenn sie in der Absicht ettvlft, die Dabat- btöttrr znni Ra iw n zu . er: end-n. > ! anm?ldechlichttg und unterliegt der Besteuerniig nach den Vorschriften des Tadatstcncrgrretzcs vom 15. Juli 1000. Tic Anmeldung hat am vorgeschrieoenem Formular bei der zuständigen Anttsstelle- bis zum Ablauf ^d^ 15. Juli zu erwlgen. Anpflanzungen, die nach, dem 15- ,mi stattftnden, müssen binnen 3 Tagen crugemeldet werden. ^^Anmeldeformulare sind von den Bürgerin eistereftm zu beziehen. Auskunft erteilt auch das Aufsichtspersonal. Kreis Schotten. t. Schotten. 25 Juni. Das hiesige Kreisamt hat eine Verordnung erlassen, wonach jedi^ unbefugte Versendung von Lebensmitteln strenge verboten * ist. Ortsfremde Kurgäste und Sommerfrischler, die diesem Verbot zu widerbandeln, haben außer ihver Bestrafung und der Beschlagnahme der Lebensmittel die llnterf'Ctgintg des werteren Llufenthaltes zu erwarten. Diese Bekanntmachung muß in alben Wrrtsstnben des Kreises ansgehängt lverden. Tie Verfügung wird von allen Einheimischen mit großer Genugtuung begrüßt. Starkenburg und Rheinhessen. I Darm ft a d t. 25. Juni. Heute nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr beging ein Landsturmmann dadurch Se lbst m ord, daß, er such vom H o ch z eit s t u r nt hevabstürzte, an dessen Fuß er .zerschmettert liegen blieb _ • = Hechts h e im Rbsn. , 25. Juni. Lechs Togo dauert nun bereits der „Spuk" von Hechtsheim und überschüttet die „verhexten" Häuser mit allerlei unnützen und zeitw-'ilig auch nützlichen Sachen, wie Käse, Zucker uiid Garn. Trotz aller Wachsamkeit gelang es der Polizei noch nicht, die Urheber dieses groben Unfugs zu ertappen. M. A. Mainz, 25. Juni. Ein schlimmes Ende halte die Fahrt eines Wiesbadener Brautpaares nach Mainz genommen. Als am Sonntag das Paar genügend gezecht hatte und die Rückreise nach Wiesbaden am Abend unternehmen wollte, geriet es vor dem Hauptbahnhoi in Streit. Ein Schutzmann ermahnte zur Ruhe, der Bräutigam beschimpfte aber den Beamten, so daß dieser ihn auf die Wache mituehmen mußte. Unternaegs warf sich dev Mann auf den Boden und leistete dein Schutzmann Widerstand. Nun griff die Braut ein, beleidigte den Schutzmann und versuchte ihren Bräutigam mit Gewalt zu befreien. Es wurden nun beide mit auf die Polizeiwache getiommen und da sie auch dort feind Ruhe gvben, blieben sie die Nacht über in polizeilicher Obhut. Am Montag morgen wurden sie, nachdem ihre Personalien sestgestellt waren, entlasten. Das Nachspiel folgt vor Gericht. Kreis Wetzlar. --- Wetzlar, 25. Juni. Bei einem nächtlichen Einbruch in das Manusakturwaretrgeschätt von Stern erbeuteten Tiebe für» 7000 Mark Anzüge: in der gleichen Nacht tvurden aus dem Ge Zigarren und ' ' 0 Schlllvigteft jilx das siegreiche Durchhauen tun wert«. Berba^s- divektor Berg erstattete den Jahresbericht für 1917. Im Berichtsjahr sind fünf Genossenschaften ansgeschreden und 24 YMM- getreten, so daß die Zahl der Verbandsgenossenschafteil von 599 aus 618 gesttegen ist. Sie ist bis heute ans 643 angewachen. Dev Gesamtumsatz der Zentralkasse betrug 1 Milliarde 301 Millionen Mark (gegen 659 Niillionen). Für dw Krregs- anleihen wurden 1917 von der Zcntralkasse und den Genossen- schaste-l 49 MMiollw gezeichnet, 1918 zur achten Krrcgsa.nkmhe 40 Millionen, wodurch die bisherige Rekordzifser tet sechsten Anleihe um lmhezu 70 Pvoz. übertrosfen wurde. (Insgesamt zu allen acht Anleihen 139,35 Millionen Mark.) Der Gesamtnmiatz der Z e n t r a l g e n o s s e n s ch a f t der l a n d w i r l_f nii a \ 11. K o n ium vereine hat eine Steigerung von rund 105 Prozent erfahren. (46V 2 MM. gegen 22,7 Mill.) Zn beklagen tst die anßerordentlick>e Tüngemfttelknappheit, wodurch die Ernteertragnisse ständig zmÄckgchen.'Tie Kreditgenossenschaften^ haben rniolge der Geldftüssigkelt eine innere Festigung erfahren. Tie Bezugsund Absatz, ge nossen schäften haben sich in bclnemgender Weise weiter entwickelt. Tie B e r a t u n g s - und R e v 11 i o n s- täti gleit des Verbandes war eine sehr ausgedehnte. Es wurden 1? BezirlSversamurlun,zen abgelmltcn, Beiwattnngsrev ij tonen wurden 281, Rechnungsrevisionen 355 vorgenommen. Die M i l ch- wirtschaf tl i che Versuchsstation nahm 57 000 Fcttbe- slimmnngen lgegeu 44 000 im Vorjahre! vor. Ter Umsatz der Landcs-Milch- und Fettstelle betrug 5.3 Mill. Mark. Die Auslage des Vcrbandsorgans „Hessenland" stieg von 5400 an'^62(X). Das Versicherungswesen wurde- gr'ördwt. Ter Engere A u s , ch u st dielt vier,' der Gesa rnta n s s ch u !: drei Sitzungen ab. Der ÜHdanke der genossenschaftlichen Selbsthilfe ist in ttänmgem Wachsen begriffen. Gemeinsamer Einkauf der Bedarfsartikel und gemeinsamer Absatz sind die Eckn'eiler für die Leistungsfähig lest des Bauernstandes. (Lebbaiter Beimll.i Leln-er H a l l e r - Offental er »atterte* den Re v i fron s der mp. Reckmnug und Bilanz irerden einstimmig genebmigt, dem Ver- bands prüf identen und dem Geschäsisstül)reirden Direktor Entlastung erteilt. Nach einer Begrmndnng des Verbandsoirektors Berg uno ctr.ee Befürwor ung d-rch Lehrer O f c n l o ch - Fini'hm, nahm die Genossenschaft einstimmig folgende Guts chl ieß n n g über die Mitst'irkung der i a n d w i r t i ch- a f t l i ch e n Genosse n s cha s - t c n b ei d e r E r f a s s n n g da' r l a n dwi r t s ch a f t l i che ni C'r jeitnin'c au: ... Das landwirtschaftliche GenossenschastsweteN ln teer für nmere schüft von ireulomb für mehrere tausend Mark Zigaretten entwendet. Tie Zigarrendiebe wurden noch im ^aute des Tages auf dem Herborner Bahrrhof verhaftet. Es handelt sich um zwei sckstverc Entbrecher aus Bochum. ra. Wetzlar, 25. Juni. Für die Ludendorff-Spende sind im Kreise Wetzlar bisher 227 000 Mark ein gegangen. ra. Erda 'Kreis Wetzlar), 25. Juni. Ter Kreisausschuß hat dem Lehrer Küster für seine Leistungen auf dem (gebiete des Forlbildungsintterrichts eine besondere Anerkennung in Gestalt eines Geldgeschenks aus Kreismitteln zutell werden lassm. - Ins- gesamt 60 Ferienkinher der Stadt Essen haben in unserem Torf Aufnahme gefunden. ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 25. Juni. Tie Raps- ernte wird durch die schweren Regengüsse sehr beeinträchtigt. Ter Ertrag ist mittelmäßig, da die lange Trockenheit die Körner nicht recht zur Entwicklung kommen ließ. Hessen-Nassau. - Frau kfnrt i. M , 25. Juni. Am Sonntag .vurde im Hauptbahnhof ein Mann verhaftet, der, nachdem die Fahrkartenschalter geschlossen waren, einen schwunghaften .Handel mit Fahrkarten trieb, wvtz-nrck' es Reisenden, die keine Karten mehrterhalten Konnten, ermöglicht war, nach den Zug M erreichen. Für jede Karte liest nch der finoigr Mann mtßer bem wirklichen Preise noch ein Aufgeld von 3 Mark bezahlen. Landlvirtschaft die hauptsächlichste Stü'se, um dre durch die ttrwgv- vcri ättnisse verursachten Schäden zu hüten und dre nachhalttge Ercuigungsfälstglei' tt:s allen Gebieten des landwirtfchanltchcp Betriebes zu festigen. , Die geuossenschaftliche Kreti:vrgantsatton muß zetttg ^ooriorge treffeil, um in ausreichender Weise den am Schluß des Krieges an sie heran tretende li 'Anforderung cu auf Bereitstelllmg des dringend nötigen Beiriebskredits in vollem Umfange entsprechen zu können. ' Die genossenschaftliche Warenvermittlung ist Voranstetznng um die Landwittichaft wieder auf die Hölze ihrer früheren Letttung's- fälstgkeit tu bringen. Ihr wefterer Ausbau ist nachdrücklnmt zu fördern. Fiir die Erfassung der laadwirrschaftlichen Erzeugnme bllden die landmirtsckmftlichen Genossenschaften eine besondiws geeignete Unterlage. Auf den ^verschiedensteil Gebieten der Kriegs wirtsck-ast haben sie mit großem Erfolg seither mitgewtrtt ^ewer wird nicht von allen Kommnnalverbänden von ihrer Mitarbeit en.spachender Gebrauch gemacht. Es muß erwartet werden, daß die .Selbsthilfeeinrichtimgen der Erzeuger bei Durchführung der Erfassung aller landwirtschaftlichen Erzeugnisse^ nicht untätig beiseite stehen. Ganz besonders gilt dies auch ftir die Uebergangswirt scki-aft, in der die Vtftarbeii der Genossenschatten für dte Wieder hers-ellung der Leistungsfähigkeit der landnnrrschaftlichen Betrieb nicht zu eittbehren ist. ^ Hierauf lstelt Tr. P i e t s ch - Hatte a. d. S. eineu Vortrag über die Notwendigkeit des genössenschaftltchcn Zusammenschlusses nach dem Kriege ^ r , Fffir die durch Tod ausgeschiedenen Mitglieder des Verbandv- ausschusscs Oekonomierat S t o l l - Georgenhausen und Klocß- Vilbel wurden gewählt: (Outspächter H e i l - Habitzheim tmd Landlagsabgeordneter Fenchel. Gin Anttag, die Liagesgelder der VoritandsMitglieder von 10 auf 15 Mark zu erhöhen, fand einstimmige Ainmhme. Bankdirektor Mayer empfahl dringend den Genoftenschaften die Anschaffung eines Postsck)eck-Kontos, lvorauf der Borsitzeiide GH. Oekimomterat Walter gegen 12V.. Uhr die Versammlung schloß. ^ Hieran schloß sich am 'Nachmittag 2 1 ft, Uhr die 28. vröenll. Generalversammlung der Zentralgenossenschast der Hess. Landw. Konsumvereine, sie im Namen stes^lufsi-chitsrat von Bürgermeister Lösch-Waldülversheim eröffnet und geleitet wurde. Ten GesMftsbericht erstattet Direktor Berg. Aus dieiem geht hervor, daß sich das Arbeitsgebiet seit dem vorigen Jahre, nicht weseittlich geändert fcit. Die Mitgliederzahl 5ar sich weiter em wickelt und die Tättgkeit hat sich vermehrt, aus allen Gebieten wurde erfolgreich? 'Arbeit geleistet. Sowohl beim Tüngerbezug bei der Futtermittelverteilung, beim Getreideankauf, bei der Stroh und Henanfbringung, bei der Besch,asfuug von Oelsaaten. bei dem Biehankauf. bei der .Hindenbnrg-Spende, konnte die Organisation verdienstlich mittvirksn.. Tie Oberhessifiche Kornhansgesellfchaft verkaufte ihre Lager Häuser an die Zentral gen assensch>a ft und trat ihr als Bezirks geiwisenschast bei. Auel der OVschäftsbettieb der ..früfcren ober hessischen Hauptgenossensckmst >u Friedberg tvurde überirommeu Tas Ergebnis der Jahr^rechnmig ist befriedigend. Es schloß sich eine lebhafte Aussprache an, Tas creringe Entgegen lommen der rheinhessifchvn Kommunaloerbande wird kritisiert Tem Varstand inrd Ausfichlsrat wird dann Entlastung ert'ilr Tann wirtz das neu vorg-eleate Statut, aas den Erweiterungen entspricht, einstimmig angenommen. Ter aus geschiedene Bürgermeiller Keim - Wonsheun ivird ivie der-, Mobs Gettenau in den Vorstand neugewählt. Auch die uussch'itzcndeii Auifick tsrarsmi lg lieber lverdcn wiedergewählt Nach weiteren Mitteilungen über den Zusammensch-luß der füd- deurschn G'nossenschaften znm gemeinsamen Bezug von Futtermitteln wirb die anregend v-erlaufene Versammlung gies'chjlossen 6^chschnittL,chrsel)tett. ** A1 l g e m e i n st n o e n t i s ch e Ehre il gerichtsbar ieit in Marburg. Auf Anregung der Schwarzbergverbindung Franlonia haben fisch f ä m tliche Kvrporattonen und Berhande der Marburgec Sttiventenschaft sonne dte Freie Studentensckiaft einem Ar arb nr g c r Stndentischen Ehr c it r a t zusam mengcschlvssen. Zweck des Ehrenrates ist, die Ehrenhändel von nichtschlagenden Skudenlea untereinander und zwischeii schlagenden und nichtschlagcnden durch gemischte allgenceine Ehrengerichte ans zugleichen. ' Da für die Erledigung derartiger Ehrenhändel bisher jede sttldentischc Instanz fehlte, so ist durch das Vorgehen der Marburgec Stndentenfckiaft ein »vichttger Sck;ritt auf dem Wege zur Ausgleichung der Etegenfätze in der deutschen Studentenschaft gegeben. Letztc Nachrichten. Der neneste Bericht der peererleitnng. 4. Verbaut,'tag der hessischen landwirtschattiichetl (tzenvssensck-afte-n eröffnet Vc-riitzenoer Geh. O^cklonomierat Walter-Leugfktd begrüßte lne sehr zahlreiche Veffatinntung, insbesonoeve die Vertreter dcu 'öeguwung and der lriegstvirlschaftlichen Lartdetstellen. Der Bor- gedachv- der Kämpfer an der Front imd der Känipser in >)er Hem»at und legte un Na miete der hessischen Laiedwirtechaft das GMbms cSt, daß die hessische Laudwittschaft ihre vollk X. G e l n h a u seit, 2a. Jmu. Fürst Dr. Franz Ich ei Jseiiburg und Büdingen in Hirstein hat der Universitä, ^Freivurg eine Stiftung owi 100 000 Kvoneu zur Förderimg des Studiums der mittleren ttnd neuerenc Geschichte überwiesmi. Die Stiftung wird sein«- 9oame.tt rvagen. vevmiichte». ®crternmfd)lnn in Frankreich. & r» pe 11 5n in orkstücke, für io,4 !>e giMtb« ltaft oi'mackst wird, daß sie aus den deutschen Ichuvoeteeteu otv* «ms dem dbusland nach dem 1. Juli 1918 erngegn'i um 5nt>. dte Einlösututefrist bis zum I Juli 1919 verlängert, ckce Eintötemg solcher Stücke erfolgt jedoch mrr bei der Reich-llmuptkasse in 'Berlin SW. 19, Obenvallsttaße 3. Auf den Maus st'r Eiullstnugsfrist ist ortsitbtech aufmeektem zu machen, damit Int »aber von Ztvei markstucken im Jnlande vor ^cl-aden betvahrt werben. Ihnen etwa ,ugeltende Anttäge auf Einlösung von Zweimarkite'lckcnt, die aus den Sckmtzgebieten ewer aus dem Auslatlde nach derweisen. Gießen, den 24. Juite 1918. Grvßberzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Langer mau». f St »tt Karten! Ihre heute vollzöge«« VermShlttog geben bekannt Oscar Stuhl und Frau Paula geb. Lohnes Wetelar, Gießen, den 26 . Juni t-lö. 4807 Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Bekanntmachung. DerBoranschlagder Gemeinde Allendorf a./Lda. für Rechnungsjahr 1918 liegt vom Freitag, 28. Juni bis einschl. Donnerstag, 4. Juli 1918, aus unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen bei unS schristlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. ES ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch bie AuSmÄker herangezogen werden. Allendorf a. d. Lumda, den 25. Juni 1918. Großh. Bürgermeisterei. Nein. 4811 MMrhemm Gießen (§. V.). Ordentl. Mitgliederverfammlnng DonucrStaa, 8 7. Juni 1218 , 8'/? Uhr im GewerbchsnS <1 Treppe hoch, links). Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Rechnungsablage. 3. Boranschlag. 4. Borstandswahl. 5. Verschiedenes. 4771 D Or KrakSmükler, Vorsitzender. 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