llt. US Jahrgang Der Steir er Anstatt erschein: täglich, oujjcv Sonntags. - Beilagen: Gietzeksr ZiNAllicubläilrr; Ure.sdiatl für öen Kreis Siehr«. VezngLpreir: rnonatl. Wik. t.30, viertel- jährlich 5 60; durch Abhole- il Zweigstellen rnonatl. Wik. 1.10; durch diePostMk.Z.W viertel- fährt. ausschl. Bestallg. Fernsprech - Anschliffe: mr dieSchrütleilungllZ Verlag,Geschäü-stteÜeol AnschrstlfürDradlnach- rtchlen:LnzekzerHjetztz«. Montag. H. jtmi M 8 ÄMiLtMe oon Aazeige« die Taqe-nrmun« bis zum Nachmittag vorher ohnejeoeVcrbiichlichreit LeUevpkeifr: nir örtliche Anzehe» 25P1,für auswärtige 30 Pf^ ^ür Oie Namen Mt. 1.--; bei Püttzvov- jchrift 30°/. Aufschlag. Hauplschriitieuec: rlu^. Goeg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtsjaal: W. Meyer; Zwi!lmgk?«nddn!S u.Verlag: Brühl'sche Univ.-Vrrch- u. Steindrnckerei l!. Lange. Zchnftlettung, SefchSstrsteüe ».Druckerei- Schnlstr. ?. (liefen! pvpscheckkottts: Frankfurt a.M. U686 Vankverkehc: Gewerbebank Liegen Zm lUai 61(4000 Sonnen versenkt. . (WTB.) Grotzes Hauptquartier, 22. Mni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KronprinzNupprecht. Zwischen ArraS und Albert dauerten die hcstigrn Teil- vorstötze deS Feindes gestern bis zum Morgen an. Lie endeten mit vollem Mißerfolg für den Gegner. Beiderseits der Searpe bei Boiry-Becquerelle, Hebuterne. Hamel und dem Walde von Aveluy wurden starke englische Abteilungen teilweise in erbittertem Na-kampf: zurück^eschlagen. Auch an der übrigen Front trieb der Engländer mehrfach vergeblich Erkundungen vor. Bei Ab >ehr de§ Feindes und bei eigenen Vorstützen südlich d'r Somme machten wir Gefangene. * Feindliche Fliegerangriffe auf Brügge fügten der Bevölkerung Verluste zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südfi-eftlich von Noyon wiederholte der Feind mit starken Abteilungen feinen vergeblichen Angriff südlich von Vandelicourt. Zwischen Maas und Marne lebhafte Tätigkeit des Feindes. Mehrfach angesetzte VorsLvhe der Franzosen blieben erfolglos. Teilangriffe L:r Franzosen und Amerikaner nordivcsLüch von EhLteau-Thicrry wurden blutig abgewiesen. Der Erste Genrralauartierm-eister Ludendorff. mir Bezug auf den früher nicht vorhandenen Einfluß, der durch ^ die Arbeiter in den Beratungsversammlungen der Nation way- rend de? Krieges auSgeübt wird, sagen: Sie hätten manchmal im il^d-rspmch zu ihren Nergmrgen! stimmten müssen, aber dies sei eine Bedmg:mg der Kvalstwn. Die Regierung mrd ihre .Kollegen, die zu einer anderen Parker gehören, hätten dasselbe getan, weil alle persönlicheir mrdParte:- wünsche hintanqesetzt wurden. Tie Minister erklären, daß ihnen dies schver gernaeht worden sei durch die unablässige Hetze von !n ajtionslo sen Eigenbrödlerfn, die sich das Recht neh- mlen, für die Arbeiter zu sprechen, und durch Versuch, die Nation in einander bekämpfende Gruppen zu teilen. Daher hegen dre Minister den Wunsch, einen W a r n u n g s r u , auszustogen, well von dem Volke Englands Zukunst urtd die Freiheit der Welt in höchstem Matze abhmrgen. Auch nur has AnzeiclM von SllKväch 'würde ans unsere Alliierten die ungünstigste Wirkung hiuterlassen. Daher ist eine gewaltige Last aus unS und die Alliierten gelegt. Amerika, das glücklicherweise seine Stveitkräfte mobilisiert, wird zur recken Zeit das Gleichgewicht wieder Herstellen. Inzwischen wird es mehr als je notig sein, zersetzenden Einstüssen die Stirn zu bieten und unseren Entschluß mit erneuter Treue zu unserer Aufgabe und denjenigen, die zu Land nnd zu Wasser für uns leiden, zu festigen." Das neueste Bekenntnis Lloyd Georges zur Aufrecht- crhaltung der englischst W e l t h e r rs ch a f t, das er vor einer Versammlung von Mitgliedern der großen britischen Reichskonserenz ablegte (siehe eine der nach) stehenden Meldungen!) wird von der 'Attbeil-erpardei wohl auch gutgehttißen werden. Kaum je ist der Plan der englischen Herreninenschn, „die Welt zu bestimmen", so offen in die Welt hinausgerufen worden, als es hier von Lloyd George geschehen ist! (WTB.) Grobes Hauptquartier, 23. Juni. (Auttlich.- Westlichrr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KronprinzNupprccht. Beiderseits der Somme hielt die rege Tätigkeit veS Feindes an. Ein nächtlicher Angriff der Engländer bei Mor- Äncourt, zwischen Ancre und Somme, brach in unserem Feuer zusammen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Französische Teilangrifft südöstlich von Mery wurden' abgewiesen. Südwestlich von Reims machen wir bei kurzem Znfanteriegefecht mit Italienern 36 Gefangene. * V Leutnant Löwerchar'ot errang seinen 28. Lustsieg. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Die Adendberichte. Berlin, 22. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues. B e r l i n, 23. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues. Der Wortlaut der Rede Balftmrs, den uns das Wolff- Bureau nachträglich übermittelt, ist eine Auseinandersetzung nach zwei Fronten hin; daher die gewundene Vorsicht, die biegsamen Redensarten. Balsour fragt die friedenssreund- lichon -Abgeordneten, ob sie jemals gelesen hätten, daß Deutschland bereit sei, Belgien unversehrt, völlig wiederhcr- gestellt und mit Garantien für seine künftige Unabhängigkeit herauszugeben. Damit stellt er zugleich eine Falle für die Männer der deutschen Negierung auf, von denen er meint, sie könnten das endlich nachholen. Er oder seine Ministerkollegen hätten dann hinterher Gelegenheit, wieder über das deutsche Friedensbedürfnis, das sich aus Schwäche herleite, zu spotten. Im zweiten Teil der Rede macht Balsour dann wieder die bekannten Kraftgebärden; es solle bis zur Entscheidung gekämpft werden. Selbst der „V o r w ä r t s" schüttelt diese Rederei unwillig ab und gibt zu, daß mit England zurzeit über Frieden überhaupt noch nicht zu verhandeln ist. Das Blatt urteilt nämlich: „Auch dieser Rede kurzer Sinn ist der, daß Balsour kernen Finger brett von den Wegen abweichjt, die sich die englischen Staatsmänner für diesen Weltkrieg gestellt haben. Immer noch sehen sie nicht gosill-ert, was sie aus diesem Welkwirrsal zu fischen gedacht, mrd immer noch sehen sie weitere Möglichkeiten, ge/AM den Feind, den sie nicht iversen konitten, schwere Minert springen zu lassen. Kein Satz der Rede, die die Friedensfragü mit diplomatischer Wortakrvbatik anfaßt, kann täuschen. Nicht früher will diese Regierung Englands Friedensangebote für ernsthaft l-alren, als bis sie sich englischen Wünschen airbequemen. Die nrieber einmal ausgcspw>chne Ueberzeugnng, daß der Kampf bis zum Ende für den Frieden nötig sei, boxt olle Versuche, aus einzelnen Wendungen l'-azistMch Hoffnungen herausKulesen, roh zu Boden. Man weicht jeder Aussprache ans, die doch allem Über die Friedensaussichten Klarheit geben könnte. Ke.in Hauch von VerhandlungsWilligkeit in dieser Stunde ist in Balfonrs Rede. Das ist ihre Signatur. Es bleibt bei der Versailler Parole." Das bestätigt doch Wohl die Auffassung, daß wir Deutsch alle Angebote und Vcrchmrdlurrgsvorfuche einstweilen einsdellen müssen, »veil sie ja doch zavecklos sind. Und was ist von dein e n g l i s che n Är b e i t e r k o n g r e ß f r erwarten? Folgende Meldung enthält die Boantwortung ieser Frage: Lo der R Walsh, n d o n, 23. Ium.. (WTB.) Acht Arbeitern: itglie dev eg re rung: Barnes, Hodge, .Roberts, Brace, Clynes, Warole nnd Parker erlassen eine Kundgebung, in der sie Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. W i e n, 22. Juni. (WTB.) Amtlich wird vrrlauttzart: Die Kümpste am Piave haben gestern an Heftigkeit abgenommen. Wo die Italiener — wie in einzelnen Abschnitten des Montello untz^vestlich von San Sona — ihre Angs'ffe emrutvty'. ttv ^ n»^f früher, unter großen Verlusten zurückgestl)lagen. Der Feind verlor zwischen dem 15. und 20. d. Lurch unsere Flieger und durch Abwehr toju der Erde aus 42 Flugzeuge. Auherdern blitzte er vier Fesselballone ein. Die Zahl der Gefangenen ist auf v i e r z i g t a u - send gestiegen. Unter diesen befaßen sich auch einige t s ch e ch o - s l o w a k i sche L e g i o n ä r e, die sofort der durch die Kriegsgesttze mn-glsthenen standrechtlichen Behandln n g zugeführt wurden. Der Chef des Generalstabes. Wien, 23. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Die Kümpfe am Piave waren auch gestern weniger heftig. Nur am Südflügel unserer Armoefront nahm der Feind nachmittags seine Gegenangriffe wieder auf; sonst überall GeschützLaulpf. Die schweren wolkenbrnchartigen Regen, die in der letzten Wvch7 fast täglich über Denetien niedergingcn und weite Strecken der Ebene unter Wasser setzten, hatten stlr die Tnrppen die Lasten und Entbehrungen vervielfältigt. Der Piave ist zu einem reihenden Strom geworden, dessen Wassernmssnr wiederholt den Verkehr zwischen bewen Ufern auf viele Stunden unterbinden. Es ist nur unter den grötzten 'Schwrerigkei-eu möglich, den Kämpfern an der Front den nötigsten Bedarf an Munition und Verpflegung zu.zu- sühren. Umso größere Anerkennung ist den braven Truppen zu zollen, deren Kampfkraft auch in noch härterer Lage Ungebrochen bleibt. Der Chef des Gerreralsbabes. Line Rede val?onr§ über §rredensm§g!ichkeit. Amsterdam, 21. Imn. (WTB.) Wie das Reutersche Bureau aus London berichtet, hielt Balsour im ioeiteren Verlauf der gestrigen Sitzung des Unterhauses eine R^e, in der er auf die Aussührrm^en Snowdens zur Unterstützung des Morrellsck-en Antrages einging mib sagte: Snowden habe geftagt, was mit dem Ausdruck „Friedensoffensive" gemeint sei. Er meint danttt jeden Versuch, durch Reden oder aus eine mrdere Weise unter dem Vorwand des Wunsck)es nach einer ehrenvollen Beendigung des Krieges in den Kamps der Alliierten für die große Sadjc der Freiheit Zwietracht zu brmgent lw:d die einzelne:: Mitglieder der Cirtente zu entnnttigen. Die Rede Snowdens sei eines der klassischsten Beispiele dafür. Jedermann wünsche eine ehre::volle Beendigung des Krieges, :urd niemand wünsche de:: Krieg wegen irgendwelcher untergeordnete!:« Riotive. fortzusetzeu. Snotoden habe eine Uebersicht über die Frie- densvorschläge gegeben, die von Zeit zu Zeit vm: t^n Vttttelnwchten cn^gegcn:geu seien. Sei aber einer davon, so getvesen, daß ihn em vernünftig der:kcmder Historiker als eine am:ehmbare Grulürlaga für den Frieden hatte betrachten können? Gebe cS irgendwelche Anzeichen dafür, daß die Vorschläge, wie der Brief des Kaisers vbn Oesterreich oder irgendrvelche Mcderen Vorsästäspe, in der Absicht gemacht seien, den Friede:: zu erhalten, den selbst ein Man?: »oie Srwwden als eine?: aruwlMbaren Frieden betrack-iten würde? England l-abe rriemals irgendrvelche Vorschläge zuriickgcwiesen, die seiner Meinung nach auck- nur die geringste Aussicht cull einct-i Frieden, wie ihn alle wsmschten. gewährt hätten. Es sei gar kei?: Anzeichn: daftir vorhairderr, daß die deutsche Rrgierirng es mit einem solche?: Friede?^angebot jemals eri:st gementt hätte. Habe die dcntsck^ Regierung jemals offen u:ü> deutlich ii: einem ihrer Dokumente oder ei:rer il>rer Reden erklärt, daß Be l p i e n auf- gegeben, wiedcrhergestellt mH wieder in die Lage absoluter wirtschaftlicher und politischer Unabhängigkeit versetzt lverden würde? Er ke:me keine solche Erkläru?rg. Darm hätten es die deutschen Staatsmänner so dargestellt, als ob sie den errgiisckxn StaatsmÄrnern annehmbare Frio- vei^lndingrmgr:: angeboten hätten, urch als ob die englisä-en Staatsmcnrner daraus bestünden, den Krieg^ fortzusetzeu. Was immer die Absichten Snowdens sein nrögen, sein Verl-alte:: :m Haust sei danach angetan, die Alliierten und ihre Freunde zu entnn:t:ge?tz und die Mittel mallste und ihre Freunde zu ermutigen. (Bnfall.) Dies sei eine jämmerliche Leistwcg. Srwwden scheine zu glauben- daß die Alliierten iu diesen Punkten mit dem Präsidenten Wilson nicht überein stimmten. Soviel er wisse, bestehe keine ^ckstnmrgsoev- schiedenyett zroisll)eu den Alliierten u?ib Wilson über die Krie-^zrem. Snowdm habe auch nicht recht, wenn er annehme, daß die Geheimvetträge, die er erwähnte, dem Frieden hinderlich^ seien. ,,Es ist", stgw Dalfvur, „ein Irrtum, auzunehmc?:, daß der Vertrag mrt Italien dem Frieden im Woge" stehe. Die Alliierten smd po*. reit, in ihrer Gesanttheit aus alle vernimftigen Vorl-Älbgr M hören. Nimmt Snowden wirklich an, daß, wenn ein solcher Vorschlag gemacht würde, die Tatsache, daß die Regierung vor drei Jahren anders dar«, über dachte, sie jetzt daran hindern würde, ihn anz unehmen ? .Alle Borsllstäge, die an die Alliierten gelangen, werde:: so beurteill, wie sie es oerv lenen. Jene Verträgt wurden von Englarll) mit den anderen Mitgliedern der Mtiarn geschlossen. Unsere nationale Ehre ist durch sie berpsander. Ich karm mir wirklich 'kei?:ei: ulnglücklill-eren Augenblick für die Kritik Snowdens an unseoem itali-euischkn Alliierten denken, als diesen 9Rv«« ment, in den: die Wliierten heldc?:l)aft gegen den österreis-ischM Feind kämpfen. We?m sich l>erausstellen sollte, daß die vor einigen Jahren geschlosserten Verträge im gemeiusain-en Iittecesse dar All lianz einer Abänderung bedürfen, so zweifle ich nicht fomm, daß die Italiener stlbst einen Abär^rungSvvrschlag machen werden. — Hier erinnerte cm Abgeordneter Balsour baraty daß sich auf der Konferenz i?t Rom derttlich ergeben habe, daß die italienische Regiernmg geneigt sei, die in dem Vertrage fcstgelsgttl Politik abzuäudern. Balsour ertmderte, er bogmüge sich damit, im allgemeinen zu sagen, daß seiner Ansicht ?wch diese Verträge kein Hindernis für den Abschluß eines vernü?:stigen Friedens bildsll und daß sie keine Vwarllasfung yiz SchssvierigrSeiten Kölschen Eng^ laill) urid dem italieni sichen Burchesgenossen Ieieir. Er kömve sich keine größere Dm: u.pett dQrkerx, als svrureü und ostentativ erst? eine Revision (reocmsidevatüm) der Ichttumente ^nMgehen, d« die Beziehung«: der Alliierten ^eyrtt: oder drei Jahre hirckurrch geregelt Haien. Balsour tz:hr fort: ,Letzt, da Rußland weg-» gefallen ist», Haber: wir die Aufgabe, den huschen mll> österreichisch« ' Aüftremgungen im W e st e n z?: widerstehen, und alles, iras in, xmieier Macht liegt, zu tun, um Rutzlarch in seinem ruttwncllenj > Selbstbewusstsein wicber herzustellen. Tie Tatsache, daß Rußland ( im Kriege nicht mehr mitzählt, hat den übrigem Alliierten ein« schwere Bürde aufgeladen. Ich gllullre, daß wir diese Last aus ha! reu ststrden. Dies — sagte Balsour — sei der allerletzte Augenblicks in dem es wahrsllx'stllich wäre, daß die Alliierten den Aiittel- machte:: Vorschläge mall-en würden, oder, soweit er es beurteilen! flennte, die Mittelmallste den Lllliierten, es sei denn zu dem Z:oeck enrer Friedensoffensive. Soweit er sehen könne, beabsichtigten die Mittelmächte folgendes: den Alliierten zusammen unannehmbare Bedingamgen vorzuschlagen, aber einem bestimmten Mttglied der Alliierten Bedi::g?:ngen zu stellen, die für dieses Mitglied. Ircim es nur an seine eigenen Interessen dächte und nicht an bie Interessen des G.rnzen, außevovdchtlich güirstig waren. Die Mittelmäll)te beabsichtigten, auf diese Weise die Mitglieder der Allianz vo>iui.ua:d-er zu trennen. Einige von ih::en ivürdett n: isolierter Stellung völlig lstlss-os sein. Sie seien nur d::rch Einigkeit stark. Er tadle die Dritteln: ächte nicht, daß sie eine solche Falle legen. Wohl aber würde er die tadeln, die in diese Falle) hineingnwen. Am meisten tadle er seine pazifistischen Freunde vor: der Opposition. „Wir alle," — sagte Balsour —, „wünschen einc gerechte Befriedig?rug der nationalen Bestrelrma-e?: aus der ganzen Ddät. Wir alle haben den Wunsch, daß die Vereinbar:m.gen auf der Friedenskonferenz, sobald es zu einer solchen Konserei:z kommt» möglichst wenig von jenen ewigen Ursachen zur Reibung und Eifersucht ülwiglas'en, die die llei:ven Nationen noch mehr trennen, als die großen. Wir wünschen einen ehrenhaften Frieden. Llber je mehr frie Zeit vorschreitet, desto mehr sind wir davon überzeugt, daß dieser Friede nur durch einen Kampf bis zmn Ende errcitf)t werden kann, und dadurch, daß wir dara?rf achten .daß es nicht mehr st: der Macht einer Native: wie Deutschlerhause durch die reich«parlamcnstarisch Bcreststgung zu einem Ellen grladm roorden. Nachem Lloyd George die Vertreter der Dominions sowie die Vertreter Indiens begiüßtz hatte, erklärte er: „Unsere Gäste vertreten das SelbstbetvutztsaM eines großen Reichs in dem Lb:genblick, wo der schrecklich Feind unser Vabnlmw zu ver?richten such. ANe wissen, daß ihre VölLrj für die Sach du Freiheit urst) des Rechtes kämpfen, die iwrest ebenso heilig ist wie uns, aber sie wissen muh, daß sie berritnnlligcL «und schneller zum Kampfe famat, weil das Vaterland dadurch in Gefahr gekommen ist. daß es sich für diese Sach einsetzte. Diefq Geschchtc von dem Vatcwlande, das von einem grausamen Feinde bedrängt ist, und von feinen Kindern in allen Testen der Welkrastvoll unterstützt wurde, wird künftig zu dm größter: gehören^ von denen die Geschichte berichct. Das alte Laird dankt ihnen undi ist stolz auf sie. Die Konferenz vereinigt die Vertre-' ter von über 400 Millionen Menschen, um die besdu Methoden zu beraten, das Rech und die Gerechtigkeit auf der (ht* aufrechzuorhalleu. Das britische Reich hat iu diesen: Kriege fest« Feinde enttäusch und seine Freunde überrascht. Das Reich machte die Dieere ftei für uns und unsere Verbündeten. ?llle uuscrtz Verbündeten werde?: zugeben, daß tue Hauptlast dieser AusgabE C1:glm:d zufiel. Lloyd George behMrdelde sodann die Leistun- lgeir der englischer: Flotte im Kampfe mit den 1! - n ten und fuhr fort. Ei:gkuw brache seit KriegSbegirm eigstbistßlich der Truppen, die zarr Zeit der Krü>gOerllch^g unter den Wasser' f * MN kr onen Manu ans, bfe Domintons eine ^^wn^Judren hat einschlteßlich der kleiTien Truppe, die e 3 TrÄ'-r Wlf, nobepi ein Heer txoa einet Million Monn ausgestellt L»At«n ^vgrlff. noch 500 OlX) Manu mistzubringen. Sie bervachen 0 «: (Ärrrgoilg dem Ostteile des Reiches und tuetbat es weiterhin orrt. 'Eser Krieg Wetyrte uns über vieles, aber am schlage-chsten icÜt?^ ^' € ^a.lität der Mücht des brittsckxcn Reichen bewiesen. (Dkisail .i Otylie das Eingreifen des britischen Reiches iniitbe ü^euNcknand das Meer boherrsckien. Das Völteri-vcht ivürde zu Boden S«ceLen^ nvlÄen sein, und der militärische Despotismus in der "Elt wurde triumphiert haben. Der Haß gegen die Ungerechtigkeit mw die Liebe Mir Freiheit haben das britische Reich zu einer Gemeinschaft in Masse ngegen die Taten imi) Pläne des preußischm De,rv a<-mus geeint. Die stärksten Bande iind die Bande der gemeiw Anien Ziele und Ideale. Das Bewußtsein der durch die Einheit te? Reiches Bcfimtbcnrat Gefahr drängt uns zur Festsetzung dieser Ernbeit. Las ist der Grund, weslvegen die Reichs ko nserenz von 1907 zu dem heutigen Reichskabinett entwickelt wurde. (Beifall.) Deswegen haben wir Indien in unseren 9bu berufel». Unsere Aaste sind die ersten einer Reihe von Ratsmügliedern aus ollen Teilen des Reiches, die in den kommenden Zeiten der Geschichte der größten. Bereinigung der Nationen die Welt bestimmen und ihre Macht gattend machen werden. Japan und England. London, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Rentermeldung. In D o f i o traf eine Sondergesandtschaft mit bau Printer: Arthur von Eonnanght an der Spitze ein. um dem Kaiser den britischen Feldmarsch all st ab zu überreichen Besorgnis in Paris. Bern, 23. Juni. Nach dem „Petit Parisieu" sind die berühmten Fresken von Puvis de Chavennes aus dem Pariser Pantheon mich der Provinz in Sicherheit gebracht worden. >ie Ern chränkrrng der französischen Presse. Bern, 23. Juni. Hnmanitß meldet: Ter Borstand der wirt- fchntlichen Interessen der französischen T a g e s p r e s s e 'ich zu zerstreuen, die Gendarmen trieben aber die BersaurmrNen ausnnanlder. Nach einer Viertelstunde erschienen tausend Arbeiter, die inzwischen die Arbeit niedergelegt hatten vor der Kanzlei. Ein Fabriksbeamtet versuchte die Arbeiter zur bewegen, daß sie sich entfernten. Der Major erschien und ermahnte tue Arbeiter, (Gehorsam zu leisten, da sonst schwere Folgen ein- tocten würden. Da ertönte jedock) aus der Menge der Mrs: „Jetzt «nÄn wir erst recht nicht weg!" Die Arbeiter verblieben auf dem Platze, und die Gendarmerie versuchte, sie ohne Wa'rengewalt zu Es wurden aber auf die Gendarmen Eisenstücke ae- Moudert, auch der Major imirde am Kopfe und an der Hand verwi!ndet. Aus den Werkstätten erfolgten zwei Schüsse Augesichts der Vorgänge ordnete der Major den Gebrauch der Sckmßwajfe an, jedoch kommandierte er kerne Salve. Die Gen- Da-nnen schossen auf diejenigen, die sie angriffen und mit Eisen- slucTeu beworien hatten Vier Arteiter wurven getötet und neunzehn venonndet. Infolge der Schü'fe strömten die Arbeiter aus der^ benachbarten Osanzschen Wa'ffmsabrik zusammen und ver- wü iteten die Kanzlei räume. Der Gendarmerie gelang es, die aus- schreltzenden Arbeiter ,&n üertreiben." _ ,Der Ministerpräsident erklärte, es werde eine Unter* s u ch n n g eingeleitet werden, ob ein Waffengebrauch notwendig und begründet war. D.hck^rle sagte, er mache jetzt nicht die verhetzten Massen ver- ^^l»«7tlich, sondern die Orgmiifatoren und Aufwiegler, er wolle ^ -ii!™ ^ l tn n ” t dkn -?lrbeitern lv>htw'Nend imd schonmiosvoll verehren, ledoch könne die Forderung der Arbeiter nicht bewilligt Warden, daß man die Gendarmerie aus den Fabriken entferne Hub "F,, Eewcrkschasten einen entscheidenden Einfluß ausüben lasse. di« Arbetter dm Streik beendigen, so würden alle ihre geaasten Min?che erfüllt westden, jedenfalls werde die Grenze der Dolmsatze ganz auf dieselbe Höh? gesetzt werden, ttüe in den Privat- fiabribm. fOtear Michael Kvwttzi rief dazwischen: „Man hätte damit aivangen sollen!"> Handelsminister Sterenyi verteidigte sich gegen den Bor- wing Zvarnyis, daß die Lage der Arbeiter in den Staatswerkßälten schlechter sn als in ben Privatbetrieben. Der Öanöclömiuificr iu>husorderungev Är^itsemstellungen an der Ta/>esvrd-uuq. Die Arbeiter for- Hert.m jtatt 90 Heller 160 Heller. Oberst Danninger erschien ye^ram ui afj Fabrik und erttärte, ec sei für die Lohnfrage mep: zuständig und ermahne die Arbciter, nicht zu streiken! Die Arbeiter fefrp die Arbett fort. Am 19. Juni, 8 Uhr f-üh stellten pe dw Arbeit wieder ein. Um 9ty* Uhr, bei Beginn des Streiks, wollte man flüssiges Eisen d^rch arbeitswillige Hilfsarbeiter aii^ ffie /m lassen, damit die Kessel nicht unbrauchbar werdet Diese Arbeiter wurden jedoch von den Streikenden bedroht. Streitende mrcoen nun zur Vernehmung beordert. Sie kamen iedöch nicht allem, sondern zogen mit 400 Arbeitern vor das Gebäude des Lommanol>z. Major Z s e j o n k a forderte die Versammelte:! ans. 178. Sitzmtg, Sonnabend den 22. Juni, 1 Uhr. Präsides Fel-renbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min Aluf ^der Dagesordnuiig steht die Beratung des allgcnnüm'n peiu'.ons?vnds, dir mit einer al.gemeinen Aussprache über alle Fragen ber Krieg^bcschädigtenfürsorge verbunden wirb. Gleichfalls mttberaten werden die beiden Vorlagen auf Ergänzung des Kapltal- ab^mdungsgesetzes, sonne eine Alisdehulmg des bereitsbeschloffenen Käpitelabsindungsaesetzes für Offiziere. Gereial von Langermann empfiehlt die beiden Vorlagen zur Annahme. Die Offiziere genau so abzuffn-bcn me die Mairnschiften ist nicht möglich. Die Gefahr, sem^ Kipital zu verlieren, ist für den Offizier größer lür, >'-h Mann. Der Entwurf sieht daher von einer Abfindung der für Lebenszeit ab, und nimmt dafür einen Zeitraum von 10 Jahren. Die Pension bleibt davon oollstcntdrg unberiihrt. lieber bic Höhe und den Umstmg der Zulassung kann ich fcute noch fnne Vr*geb?n machen, aber sie wrod ausreicben, die kriegsbeichlangten Offiziere und ^Nannschaffen vor Not zu schützen. . Abg. Giesbcrts (Ztr.): Das .stapitalabffiümngsges-etz ist infolge der Erschwernisse des .Krieges nicht voll zur Entfaltung gelaulff, wir treten daher für feine Erweiterung ein. Bei bem Kavttalabfindamgsgesetz für Offi-zteve bezweiffe ich. bic Frist von 10 Jahren richtig gervälK ist. ALg. Bauer ('L>vz.-: Grinidsätzlich sind wir mit beu Borkigen ernveriürnden, wenn wir auch noch weitergehende Wünsche haben. Die letzt gezahlten Renten reichen ni-cht aus. Em. Regiermigs-Vettr^ u' weist die Behauptung zurück, als vb das Reich mu/t aiterm,. rd für die ^Kriegsbeschädigtem sorge E i Vertreter der Msdizinakabteilung des Krtegsministerrums gtbt Auskunft über die Bädecfürforgc. Trotz sorgfältiger Auswahl der Kurbedürfttgen lassen sich Verzögerungen bei der Unterbringung nicht vermeiden. Abg. M e y e r - Herstnt» (Natl.): Wir begrüßen die vorliegenden Enttvürfe mit E'eiiugtuun-g und hofferr, daß sie ebenso segensreich tv:rteit werden, wie das Kapitalabsindungsgesctz. _ Dbg. v. Winterfeld (tens.) sch ießt sich dem allgemeinen Tank für me Kriegsteilnehmer an und beantragt die Uebenveiffmg der Vorlagen an einen Ausschuß von 28 Mitekiodern. Abg,. S^i v k ovich (F. Bp.) lEmüßt d e vorliegenden Ge- sefteittwürfe. bringen eine ivünschmstverte VervoUkommnung des Segens des Kchütalabfindmigsstesetzes. ddttwendig ist eine Vereinfachung des Rentenverfahrens. In deii Beratungssstlstur für Kri<-gsbeschädigte darf kein kleinlicher Pr li zungec st hwrschn Mg. Behrens (D. F.) begrüßt ebenfalls die Vorlakvn Erfreulich, arbeffet die Bäderabteilung des Roten Kreuzes 3>r Reick)sausschiß für Kriegsbeschädigten fürs« rge sollte amtlich Befugnis erhalten. Generalmajor v. Langermann erklärt, daß mit all-.w Scho- mmg verfahren werdm solle. Jede Frau, de^en Mmm im F^lde fällt, darf nicht sch echter gestellt werden gls vorher. Tie Verzögerung l'ezt an der Post. Abg. Werner- Hersfeld (D. F.) bringt Wünsche der Alt- vensr-onäre vor. Ein. Reglerrmgsverttvter bestreitet, daß das Reichssck)aHMn; Opposition gegen die Ansbesserung der Altpensionäre mach. Abg. Ryssel (U. Soz.) bringt Eülzelbeschverden vor. Die Vorlagen gehen an einen besonderen Ausschuß Montag, 2 Uhr: Auswärtiges Amt. Schluß nach 7 Uhr. . ver reemeg. Das Mai-Ergebnr» des U-Boot-Kriege». Berlin, 22. Juni. (WTB. Amtlich.) Im Monat Mar sind insgesamt 614 00 0 Br.-R.-T. des für unsere Feinde nutzbaren .Handelsschiffsraumes vernichtet worden^ Der ihnen zur Verfügung stel-ende LSelthandelsschiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen se i t K r ie g s--- beginn um rund 17 7 30 000 Brt.-Ä.-T. verringert worden. Hiervon sind rund 10 828 000 Br.-- Reg.-T. allein Verluste der englischn Handelsflotte. Nach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Monat April außer den seinerzeit bekannt gegebenen Verlusten, feindlicher oder rni Dienste unserer Gegner fahrender Handelsschiffs noch weitere Sck)iffe von rund 56 000 Brt.-R.-T. duüh kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in die feindlichen Häfen eingebracht worden. Der Cl)ef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 23. Juni. (Amtlich.) Neue U-Boot-Erfolge im Sperrgebiet um England: 16500 Br.-R.-T. Zwei Dampfer lvurden an der Westküste Englands aus stark ge^ sichertem Geleitszuge herausgeschossen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ein Angriff deutscher Sceftugzeuge auf englische Seestreitträfte. London, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Reutrr. Admrralltaisberlcht. Ein englisches Geschwader wuwe während einer Erkundung im nördlichen Teil der Ducht von Helgoland am Morgen des 19. Juni von deut- ichen ^eeflugzeugen angegriffen. Es wurden keine Treffer vom Feinde erzielt, dagegen wurde ein feiiid- liches Seeflugzeug heruntergeholt und durch Geschützseuer zerstört. Zusatz: Hierzu erfahren wir, daß die Begegnung unserer Flugzeuge mit englischen Schiffen etwa 120 Seemeilen nordwe-tlich von .Helgoland stattfand, also weit außerhalb der Helgoländer Bucht. Im Angriff aus die britischen Streid- lräfte wurde von einem unserer Flugzeuge auf einem feindlichen Zerstörer wahrscheinlich ein Treffer erzielt, der sich durch eitie weiße Rauchsäule hinter dem cketzteren Schorn- ftetu keunttich machte. — Aus dänisches Zeitungsmeldun- geii geht l-ervor, daß an demselben Tage ein englisches cklugAeng in Dänemark norlanden mußte. Es ist anz,nnehk- uien, daß^ es durch Beschädigmigen in dem Luftgefeckst mit unseren Flugzeugen hierzu gezzvungen war. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgetehri. Luftangriffe in Belgien. Berlin, 23. Juni. (WTB. Amtlich.) In den letzten Tagen pandeu wiederlp.' I: Flu g ze u gan g riffe gegen Brügge, O st ende und Zeebrügge statt. Hierbei ivurde von feind lick-en Fliegern unter 9Ni!,achlung Per vötterrechtlichen Abmachungen auch das Hosvital von Ostende, augegirssen und getrosten. J,i Brügge wurden. 5 Eimvvhner gelötet nnd 11 verletzt. Ein militärischer Schcü-en ist nick:-, entstandetMehrere ^feindliche Flugzeuge wurden abgeschosseu. Leutuaut zur See Sackpenbevg, der Führer unserer dottigen Morineflieger, errang seinen 15. Lustsieg. Der Chef des Admiralstabes der Marine Aus dem Aelche. Berl i n , 22. Juni. Der „Reichsanz^ger" veröfferrtLcht em« Bewttmimg, wonach die Zeitungen vom 1. Jrcki ab zu neuen Ern l cy r ä n k u n g e n gezwurrgen werden, die bei Zeitungen von einer Flache biS 200 Quadratmeter im Jahre 1915 11 Prozent be- -< i. ml Xt/i kJ ii Ufa Tragt und J im ans 44,5 Prozent bei Zeitungen steigert, die ivt Jahre 1915 über 1600 Quadratmeter Fläche eingenommen tyrben Straßburg, 22_. Juni. (WTB.) Wie wir erfahren. hat sich am letzten Donnerstag die elsaß-lothringische Mittelpartci in Baden-Baden unter dem Vorsitz des Straßburger Rechtsanwalts Steiner und in Gegen-. !vart des Abgeordneten Streseniann in eine national- liberale Landespartei für Elsaß-Lothringen umgewandelt. Ans Btakt rrnd LtHttd. Giefjenee StndLthecrter Gewitter. Schauspiel von Alexander Zinn. Alexander Zinns Schauspiel „Gewitter", das gestern, durch Gäste vom Münck>ener Hostheater aulgeführt, über die Gießener Bühne ging, hat seine Urauffülirung am Königlichen Schauspielhause in DreA)en erlebt und ist seitdem rasch beliebt geworden. Es ist die Tragödie des alternden Künstlers. Prolessor Max Birk, ein berühmter- Bmuneister (Albert Steinrück, Kgl. Bayrisck-cr Hoffchauspieler) ist esst 54 Jahre alt. Aber was hat er in den 30 Jahren, seitdein er sich als Künstler gefühlt hat, alles erlebt! Voll von Temperament bis zum Rande, gehetzt von Ehrgeiz, Schöp erwillen und Lebensgier, maßlos bis zur Ras.'.ch i r Arbeit G i e ß e n, den 24. Juni 1918. JohanniSfest. ' (Zum 24. Jimi.) All den zahlreichen Bräuchen, mit denen das Entzünden der Johan nisten er am Vorabend des Johannistages und dos Johannis- fest selbst verknüpft sind, hat das Volk in allen Gegenden Deutschlands stets mit besonderer Zähigkeit sestgechrlten. In früherer Zeit mite die Sitte der Sonnewvendfeier auch in den Großstädten l>ei- misch. Manchmal haben auch Fürsten mit den Bürgern die Lodernden Feuer umtanzt. Die großstädtische Entlvicklung hat aber auch diese Bräuche allntählich verdrängt Nitd auss Land verwiese», wo sie mxf) immer in den mMnigsachsten Formen beobachtet werden. Vielfach ist es gebräuchlich, die Kliaben vorher mit einem gestutzten Baum umher?.iehen und in gesprochenen oder gesmrgeneil Versen für das Johamrisseuer sammeln zu lassen. Dabei wird alles mög- lkche Brennmaterial gesammelt, Holz und Stroh, Latten nnd Kübel, Besen und Teerttmn.en, Späne nnd Werg. Jii Jena und Umgebimg, wo die Lust an der Johannissei er auch in der städttschnr Bevölkerung nock) rüge ist, wachen die Kinder eisersückstig darüber, daß jedes nur in seinem Siadtvi.ertel sammelt, imd daher sind Prügeleien u-rd Genuß, ist er durck-s Leben gerast, nur an sich ,eloer, seine Künste seine tsZegierde denleud, ein „ungehe,irer Egoist" .großattig freigebig, wemi es die Gelegenheit gab, aber zu anderen Malen brutal über alle Widerstände hiwvegschreitend und, wßstn es ihm so geffel, aller sittlick>eu Bedenken sich entschlagend. Tie Frauen, bic feinen Weg gekreuzt haben, hat er, toenn er es vermochte, rücksichtslos seinem Willen gebeugt. Aber Mich, tvenn sie, die er nach seiner Att ^waltsam an sich riß, ihn hassen wollten, lwbm sie ihn doch lieben müssen. Da ist Maria, die einzige, die er wirklich geliebt hat; sie ist mit ihm verl-eiratet geioesen und l-at ihm einen Sohn geboren. Sie war im Charakter sein volles Gegenteil: voll lauterer Hingebung, sauber und b. herrscht in jeder Empsiiiduug, eine fromme, vornehme Natur, eine fromme Christin, für ihn eine Anklage in jedem Blick. Nrtt ihr ist eS gelungm, sich zur rechten Zeit üt: ihm zu trennen. Das fft nun sckwn lange her .Maria ist, wenn der Vorhang aufgeht, längst ge-loroen: die Hoffnung, einst werde er zu ihr heim kehren, hat sie bis zuletzt bewahrt. Ihr Sohn, jetzt erwachsen, tritt im Schauspiel aui (Gert Benosski), das Abbild seiner iRutler, ernst, milde, gerecht, den der Vater, herzlos omug, kalt abznweisen versucht, der sich ober, im geheunZi. d. - ec lwtemd und verstehend und stolz auf seine .fttmst, nicht zurüct,toßen läßt und ihn zum Schluffe zur Liebe für die nie verdiene Mutter zurückfühtt. Während Marias Person also im Hintergründe bleibt, treten zwei Frauen gestalten in helleres Licht, welche die dämonisck)e Anziehurrgskrafl Bilks auf J-rmienherzen darstellen: die derbere imb leidenschaftlichere Franziska (Else Wedel), die mit ihrem Haß gegen den Zerstörer ihres Lebens den größten Teil der Handlung des Schauspiels in Bewegung setzt, die ihn mit wütender Rachgier verfolgt und ihn doch 'im letzten Grutide niemals aufgehört hat zu lieben. Neben ihr die edlere und reinere Agnes (Mat, kündigt ihm, über so vl'l Herzlosigkeit e- i-.-rt, ‘urIxi; und Freundschaft: nnd auch ^bgnos, »eine letzte Geliebte, die seinem Herzen wirklich nahe steht und ihn im ltulen an Marm eciimect, will ihn vecta,jen. Zugteiu) aber gewinnt nicht er, sondern der Jüngere den Preis und die Amvartsck-aft eines großen Baus, woraus Birk selber sick>er ge- rcckmet hatte. Da bricht er zusammen. Ein Schlaqslnß setzt ieiucm Wirken für immer ein Ende. Nun l-eißt es: entsagen. Jetzt aber zeigt sich, wie stark die Bcmde sind, mit denen diese Krastnatur alle, die in seine Kreise kainen, an sich gefesselt hat. Die eben im Begriffe standen, ihm ben Rücken zu kehren, jetzt, in seinem Unglück bleiben sie bei ihm ünb vergessen alle Empffnduiigcn des Hasies und der Erbitterung. Franziska bereut die Taten ihrer )1tack>e Agnes »oird nebst seinem Sohne seine treue Pflegerin unv der glücklich Nebenbuhler wird wieder sein Freund. Aber die bedeutsamste Wandelung ist in dem Erschütterten selber gesck>eh.m - er wendet in Liebe und Reue sein Herz zu der ed.'lften der F-raueii zuruck, die er je gekannt hat, zu der längst entschlafenen Maria; er wird dort wohnen, wo sie geweilt hat. Das „Gewitter" hat ihn zerschlagen und gereinigt. Das Drama ist sicherlich ein Stück voll von echtem Theaterblut. Ome, ganze Fülle fesselnder Gestalten und Vorgänge werden vor- «geführt. Taboi folgen Schlag auf Schlag aufeinander, so daß der Zuschauer keinen Augenblick loskommt. Wenn das Ganze aber dennpck> keinen voll befriedigenden Enrdruck macht, so liegt das! erstens darmi, daß ihm trotz aller weise angebra!-.hten „Perzahnungen" die svünschenswerte Einhettlichteit fehlt: Ter Umschtvung ist auf zwei verschiedene Grimt>?notive, die rasende Eifersucht Franziskas und ihre Machenschäften und zugleich auf das Mißlingen der Preisbewerbung aufgebaut, lind auch die Tarstellmrg des seelischen Umschtvuiigs des Baumeisters ist nicht ohne Einwand. Demi daß ein el-emals kraffvoller Mciisch, den ein Schlagslnß jäh nieder- getvorfen hat, sich in seiner jammervollen Schwäche zu reinereil und edleren Gedanken wendet, das mag menschlich genug sein imd airck^ die es erleben, versöh-uen, ist aber, weil es atlzumenschlich ist, kein! wckhrhast künstlerisch's Msotiv. Auf hölrerer Stufe würde das Kunstwerk stehen, wenn es uns zeigeii könnte, wie der Mann, ohne Krankheit, rein aus seinem inneren Erleben hercms, das Verfehlt« seines bisherigen Lebens erkennt. Ter Dichiter hat sich hier also! ein Ziel gesteckt, für das, wie es sck-eint, seine Gestaltungskraft noch nicht völlig zure,chtc. Immerhin, es ist ein sehr ernsthaftes Streben^ das sich in diesem geistreichen Schauspiel ausspricht. Am höckissen steht es im ersten Akt. wo es den Baumeister ans der Hölle seinep Kraft und Menschenniißhaiidlung zeigt, wobei es der Dichter an leisen Spuren des Medergangs nicht hat sehlM lassen. Die AufNlhrilng des gestrigen Abends durch die Müncheiiev Gäste bot so Vollendetes, lvie wir Gicßelier cS nattlrgemaß nnü »I, ffw» tv.iv» fR? i.,».- .. ... » (. rtl_r. r. _ . f i fi... selten zu^ehen lbekoinnien. 'Es !var einHahwr'Genu'ßH"u beö'bachteiH cs imtcr Albert S t e i n r ü ck s rstfftäud- ivie die Worte des Dichters IM muvu Lu»mu» uisvoller Spielleitung Leben und Farbe erhiclle.i. Besonders nürd Steinrücks Spiel selber den Zuschauer noch lange im Gedäckü- nis blkibeii. Auch die übrigen Schcuispielec kamen ihren Ausgaben vorttesslich nach. Wir heben besonders l)ervor die beiden Damen und das kleine Kabinettstück eines jovialen „BcuUömen" (?llbett Florath), den Assisteittcn Berginann würden wir uns nicht so lauernd, sondern herzlicher, als einen Allen, genrütvvürn Mrn> sck-en gedacht haben. L-V»-. sWlfdjni dar Knaben von Jena und Wenigemena auf der Saale- vrücke nichts Selteircs. An anderen Orten stürv das «sammeln dadurch überflüssig, das; die Gemeinde nach altem Herkonrmcn das für die Feiler erforderliche Holz aii 3 ihnen: eigenen Walde liefert, was z. B. besonders häufig im Oberelsaß geschieht. In manchen Dörfern des westsälisck>cn Kreises Marburg werden in der Johannis- nacht auch Kerzen auf den Kirchhöfen angezündet. Trotz der Verschiedenheit der Bräuche gib: es auch manches Gemeinschaftliche, tz z-. B. lierrscht ülierall der Glaube v-w, daß man sich durch das Springen durchs Joharmisieuer von Kranshit und kranke:: Stosseil reinige. Besonders vor Fieber und Behexung soll mcn: hierdurch wähnend des laufendst Jahres geschlitzt sein. Häufig wirst man Mich Bckssuß, Rittersporn und andere Kräuter in das Feuer, da mit Linken auch die Gebrechen desjenigen, der sie hLnernwiri't, verbrennen sollen. Im böhmischen Niescngebrrge steckt man Fackelstummeln, sog. ^Statzeln" i\\\ die Felder, damit Getreide, Karwssttn und Flachs besser gadeilien. In anderen Ge^nden wiederum sollen die Fclier den bösen Hagel abwehren. Noch vor nickt allzu langer Zeit pflegte man aus diesen, Grunde in Hessen-Nassau ein mit Stroh umwickeltes Nad, das sogenannte Hagelrad, am Johiunisabend brennend ins Tal hruabzuwälzen. In Ostpreußen schützen sich die abergläubischen Leute, gegen die Hippen durch ein mef Türen oder Fensterladen mit Teer oder -kreide gemaltes Kreuz. Natt'irlich sind auch Tanzen und Trinken für eine regelrechte Johannisseier unerläßlich. Eine eigenartige Feier ivar früher in Passin bei Bützow in Mecklenburg üblich. Die dortigen Pferdejuirgen zogen am Johannistage in, Sonntagsstaat mit Blumen nno Bändern von Hans -u Haus und ttugen eine gereimte Bitte um Grbeni vlor. Dabei tragen sie an einer Stange einen großen Kessel, in den die Frauen Milch gossen, außerdem spendete man ihnen Eier, Wurst und andere heute, märchenhafte.Herrlichkeiten. Der Festwirt mußte Brot, Bier und Branntwein spenden, nick den Abschluß machte natürlich eine übermütige Tanzmusik. In Thüringen sammeln noch heute die Knaben vor Johannis Geld für die Musikanten dessFvhannistagcs ein, und auf ihrem Rundaang tragen sie an einer Stange einen kwnenförmigen Kranz mit allerlei buweM FlittersckMuck. Auch die Jolzannesfestfittil gehen auf germanische und heidnische Brwiche zurück, die ihnen aus dem Lande bewahrte Treue aber erklärt sich in der .Hauptfach.' daraus, daß nnut in Anknüpfung an die Reste alter Opfergebräinb^ die Gesundhät der Familie und den Erfolg der Arbeit sicherzustellen sucht. * ** Am tl iche P ers onal n a ch richt en. Der Großherzog empfing zum Vortrag: den Staatsministtr Dr. von Ewald, den General-Adjutanten General der Kavallerie von Lahn, den Kabineltssekretär Dr. v. ELff, außerdem den k. u. t Oberstleutnant Schulhofs, den Kirchenrat Benemann, den Oberlehrer Dr. Deggau und den Hofopernsänger Joses Mann. — Der Großherzog hat am 22. Juni 1918 den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Zwingenberg Anltsgerichtsrat Dr. Theodor Jäger zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Amtsgerichtsrat Hermann Scotti zum Obcramtsrichter bei dem Amtsgericht Hirschhorn und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ofsenbach Amtsgerichtsrat Dr. Georg Schmuttermaier zum Amtsrichter bei dent Amtsgericht Darmstadt I ernannt. ** Auszeichnnung. Dem Unteroffizier Ernst Fackiner wurde das Eiserne Kreuz 1 . Klasse verliehen. Er ist bereits Inhaber des Eis. Kr. 2. Kl., der Hess. Tapferkeitsmedaille und des Hanseatenkreuzes. ** Beförderung. Gefreiter Heinrich Becker von hier wurde zum Unteroffizier befördert. _ ** Arber tsj ubil äu m. Der bei der Firma Gg. Heinr. Schirmer, Zigarven-Fabriken, beschäftigte Arbeiter August Roden hausen sieht aus eine 40jährige Tätigkeit bei dieser Firma zurück. Die Firma bedachte den Inhaber mit einem reichen Geldgeschenk. **Hindenbur g-W ett kamp f. Am Samstag nachmittag fand auf der Hardt der diesjährige Wettkampf um den H i n d e n - burg-Schild zwischen den hiesigen Schulen statt, an dem Schüler der Oberrealschule, des Realgymnasiums und des Gymnasiums sich beteiligten. Der Schild, der schon einmal in dem Besitz jeder dieser Schulen gewesen war, fiel diesmal wieder an die Ober real schule, die ihn mit 1419 Punkten errang. Die durchschnittlick)e Gesamtleistung betrug 55V- Punkte. Die beste Leistung unter allen Schülern wies August Walter (Gymnasium) mit 90 Punkten auf. Die besten Leistungen für die einzelnen Stufen waren folgende: Oberstufe (über 16 Jahre, Durchschnitt 56V, Punkte): August Walter (Gymnasium) 90 Punkte, Wilhelm Fiscl>er (O.-R.) 76 Punkte. Mittelstufe (14—16 Jahre, Durchschnitt 53% Punkte): Fritz Sopv lR.-G.) 87 P., Theo Eck iGymn.) 82 P. Unterstufe (unter 14 Jahre, Durchschnitt 56 P.): Wilhelm Seipp (O.-R.) 88 P., Sigurd Lange (Gymn.)- 86 P. Sobald der Schild von einer Schule zum dritten Male erkämpft wird, geht er in den dauernden Besitz dieser Schule über. ** Schleichhändler. Nachdem es vor einigen Tagen der hiesigen Polizei gelungen war, an dem Bahnhof einen Schließkorb mit frisch geschlachleiem Rindfleisch anzuhalten, der von Lich kam und für ein hiesiges Hotel bestimmt war, konnten am Samstag früh um 4 Uhr Schleichhändler aus Cöln abgefaßt werden, in deren Belitz man drei Schließkörbe mit ebenfalls frisch geschlachtetem Rindfleisch vorfand. ** Freibank Bdvrgen, 25. Juni, 2 Uhr mittags, von Nr. 121 — 250. ** Br utei e r. Vielen Landwirten ist es noch unbekannt, daß zur Veräußerung von Bruteiern die Erlaubnis des Kommunalverbandes notwendig ist und daß die Abgabe und der Erwerb von Bruteiern nur aus Grund eines Bezugscheines erfolgen darf. Die Ausstellung des Bezugscheines erfolgt auf Eintrag des Käufers kostenlosdurch die Großh. Bürgermeisterei seines Wohnorts. ** Verein für Luftfahrt, Gießen. Der am 14. Jum in der neuen Aula verunstaltete vaterländische Abend hat ein sehr erfreuliches Ergebnis gehabt. Dank dein Entgegenkommen aller Beteiligten sind die Unkosten gering gewesen, so daß der Ludendorfs- Spercke als Reinertrag 1029 Mark zugeführt werden konnten. ** Lichtbildervortrag. Der erste der drei Vorträge rum Besten des Kunftwifferrfch ittichen Instituts findet Dienstug den 25. Jum, aoends 8 1 /, Uhr, statt. Näheres im Anzeigenteil. -** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Tie Lichtspieloper »Martha", dre leider nur noch heute zur Aufführung gelangt isielie Lynzerge), ist zweifellos ein Werk, das das Lkino in seiner künstlerischen Bewertung bedeutend hebt. Nicht nur, daß die Illusion durch das Spiel auf dem Film und den Gesang der verdeckt stehenden Sänger wesentlich gesteigert ist, nein, auch die Wirkuir- einer solch abgerun deren, einheitlichen Vorstellung ist eine ganz andere. Aus diesem Wege geht das Kino zweifellos einer gewisser: Vervollkommnung entgegen, die sehr zu begrüßen wäre, besonders, wenn tue volksbildender: ^lesichtspuntte in der Bearbeitung der Stoffe nicht aus dem Auge gelassen werden. Kreis Kriedöerg. -- Friebberg ,24. Juni. Die Kurgäste tum Bad-Nauheim liegen ir: ihrer Mehrzahl morgens der vvrgeschricbenen .Kur ob und Nachmittags Hamstern sie auf i>en umliegenden Ortschafterl. Die mit hohen un bM Preisen erkauften Lebensmittel verschicken sie dann an \JW Angehörige:: in der Heimat. Dieser Unsilg hat in den letzten Wochen erneu solchen gewüria«: Umsang angenommen, daß eine pobz.7:lttye Durchsuchung der in Bad-Nauheim aufgege- benen Poitpab'te angeordnet werde» mußte, nobei u Hcrirptergip ift in gezahltes „ . a . ftfjfoffjwt&Kumg imterffel. Die Folge dieser »Postsperre :n Bao-Nauherm ist mm. daß die Kurgäste ihre ge- va mj bette u -Waren n:cht mehr in Nau Herrn auf die Post geben, sondern sic dem Frredoerger Postamt zur Weiterbeförderung anver- trauei:. Hier Hai ruwlgebesien das Postpaketamt eine Arbeit zu bewaltcgeu, die iwjncr größeren. Unchmg amü-rnnt. Die Vlw- fcilü ' 11 Bevölkerung mirt> durch die rücksickftslose jbamsteve: der Kurgchüe immer schioieriger. ' 1 1 = Bad-Nauheim, 24. Juni. Im Einvernehmen mit dem Gvoßh. Hessisck-m Ministerien bat das Kreisamt zu Fricd- berg de:: ÄUsentl-alt für Ottsfmnde in Bad-Ncrul-cim auf längstens 4 Wocl>en beschränkt. Kurbedürftige Gäste, die in ärztlick-er Behandlung stel/en, -werden von dieser Einschcänku:^ vorerst nicht betroffen. Tie Bewrdinmrg tritt am 10. Jicki in Koaft. Y Butzbach, 24. Juni. Am Samstag besichtigte die Großherzogin von Hessen mit Gefolge die hiesigen Reservelazaretta Hessischer Hof, Turnhalle, Schuie Langgasse und Taumishotel. Um V 26 Uhr ttat die Gvoßherzogin die Weiterreise nach Niederweisel und von da nach Lich an. Wz'c ztwbien C&ol&fcfa.tmvcf' Äcm Patevlande o;M, enim&bk nidil festem zhrl hc& ArröLNren äer Kien« Zur l Die Geld- und Silberonfoufsjtefle in den Räumen der Sezirkssparkasse Eieszen ist morgen nachmittag von 3 bis » Uhr geöffnet! Reichskonferenz der deutschen Eaftstätten. -- Frankfurt a. M., 24. Juni. Im Bürgersaal des Frankfurter Rathauses fand an: 22. Juni eine überaus stark besuchte Reichskonserenz der deutschen Gaststätten, Badcverwaltungen, Sanatorien, Fremdenheime und sonstiger beteiligter Berussgruppen statt. Auf Einladung, der Kriegs,'chntzstelle des Hansa-Bundes in Frankfurt a. M. !vare» Geh. Ovecregierungsrat von Eynern vom KriegserNLhrvngsamt, die Vertreter des preußischen Handels- ministeriums und des Kriegsminisleriums, Vertreter zahlreicher süddeutscher und thüringischer bundcsstaatlickier Ministerien, mehre.e stellvertretende Än:eralkomma»dos, .Kriegsämter und Kriegswirtschaftsämter sowie el:va 50 Oberbürgermeister und Magiftratsvertreter großer deutsck-er Städte ersctsienen: ebenso waren der Deutsche Handelstag, eine große Reihe von Handcls- und H. zu reisen, erhalten aus Grund ihrer rechtmäßigen Lebensmittelkarten eine entsprechende Ver- pslegung in den Hotels und Gaststätte::. Wenn aber der t^stwirt von seiner Behörde für diese Karten die Lebensmittel will, dann bekommt er zur Antwort, daß nicht genügeiü) vorhanden sei. Da gibt es nur zwei Wege zur Lösung. Entweder hat die Regierung den Mut, zu sagen, daß die öffentlichen 0>astftätten nicht mehr aufrecht erhalte: werden können, dann muß sie bestimmen, daß jeder, der aus die Reise geht, sich die Lebcnsnnttel von seinem Wohnort mitnimmt, oder sie muß die Gaststätten ausreichend beliefern. Herr Oskar Sommer (Franksiltt a. M.) glaubt, daß die Annahme des bekannten Antrags Rösickc eine Verbesserung der Ernahrungsverhältnisse herbeifühjSk:: wird. Herr Tr. Busch, Direktor Frankfurter siatistisck)en Amtes, tritt für die Einfülwung einer R e i chs ga st h a u s m a r k e ein und bespricht die hiergegen erhobenen Bedenken. Entweder soll die Marke allgeinein für das Reich eingesührt tverden oder, was vielleickü noch besser sein dürfte, die einzelnen Komnumalverbände sollen -das Rocht zur Einführung erhalten. Sanitätsrat Tr. Pariser (Homburg) beleuchtet die Ver- lhältnisse in den beut schm Badeorten und Sanatorien. Die Mehrbelieferung der Kuwrte von 2 Prozent ist :cngenügend, sie müßte mindestens 10—12 Prozent betrage::. Tic Badeorte muss en als die Lazarette der Zivilbevölkerung betrachtet werden und nicht als die«Wucherer, sondern als die .HöchstbeTouchrrten. Wir sind auf den Sch'eichi-andel angewiesen und stehen daher vor der Mtenraiive: wirtschaftlicher Ruin oder bürgerliche E::t ehrung, wenn die Bestimmungen des Schleichhandelsgefetzes nicht geändert werden. Dir Diskussion eröffnete Geh. Oberregiernngsrat von Eynern vom Kriegsernähnnigscmtt, der einen Ueberblick über die allgemeine Lage gab, der keineswegs erfreulich ist. Der Schleichhandel sei gerade der Grund, warum zu iremsj Lebecis- mittel erfaßt werden können. Die Gaststätten könnten von trau Sch e ichhandels-Bestimmungen nickt ausgenvmmei: werden, wenn nicht das ganze Gesetz hinfällig werden fott. «Widerspruchs Es geht auch nicht an, den Gastlwusen: größere Zuwendungen zu machen, denn sie würden: der Acklgemev:hcit entzöge::. Man darf nicht vergessen, das; heute dic Besserbemiltelten in großem Mnß? die Hotels und 0>asthcrnser füllen, weil die Ration nick: aus- retyfi. Leute, die es sich teifben können, essen eben wochmtlich nvehrnrals auswärts. (Sdl-r richtig!) Es muß unbedingt dsi' Doppelversorgung durch die Gasthausmarke verhindert wer^ de::. Es ist aber zu lv'ürchten, daß die Abgabe der Gasthausmarke teilweise von der Höhe des Trinkgeldes abhängig ist. Den Gästen, denen seither das gute Leben als Hmrptzweck der Reise vor Augen geschvebt hat, mutz heute der Wirt ein non possumus eptgegeu- halten. Die Reisewut muß eingeschräntt werden zu Gunsten des Teiles der Bevölkerung, der wirklich krank und erholungsbedürftig, ist. Viele wissen noch nicht, wie schön es zu Hause ist. (Heiterkeit.) Der sroie fHandcl hat, das sage ich jedem ins Gesicht, in diesen: Kriege versagt, wie nur irgend etwas versagt haben kann. Als wir zu Beginn des Krieges noch im Ueberfluß schwannnen, war nichts riu bekommen.. Das gilt für das Getreide, für bic Kartoffeln und il'jc das Vieh. Wir ständen heute vor dem absoluten Nichts, wenn Ufte dci: freien Handel beibehalten hätten, und deswegen wird sich in Deutschland im vierten Kriegsjahr kein Staatsmann finden, der zum freien Handel zurürkkchrt. Wem: wir die Schichnmuerrr niederreißen, daun geht es uns, wie es jetzt de': Oestec'reichern geht. WA hoffe::, daß uns bald die Befreiimg kommt, bis dahin schützen Sie uns vor ungerechten Angriffe::. (Beifall.) Herr Tr. Wörner als Vertreter des Bayrischm Staats- ministeriums des Innern erklärt, daß sich Badern nie geioeigert habe, seine Berpstichttmgei: gegenüber dem Reich zu erfülle::. Die Vorwürfe gegen Bayern muss«: mit Entschiedenheit zurückgciviesen werden. Der :merlaubte Auskauf muß verhindert werden, damit die Kvmm::nalverbä::de ihren Verpflichtungen Nachkommen körmen. Herr H o y e r (Köln) .als Vorsitzender des Verbandes der Hotelbesitzer Deutschlands glaubt, daß der Vertreter des KriegsernähnrnssamteS sich nicht genügend in die Materie vertieft hot. Warum fwlm: lediglich die Berliner Hotelbesitzev größere Zuweisungen erhalten? Direktor Schumacher (Leipzig) (Bund deutscher Verkehrs vereine) fordert für die Lebensunttelbelieser'.mg Gltsichst'cllwlg der Ortseingesessenen mit den Ortsfremden, stärkere Juwcksimg van Nährmitteln und 20pv-ozentt'ge Fleisck)izulage für Gasthäuser. Tie Einführung von Gastl-ausmarke:: sei so lange wertlos, solange der Gastwirt nick:' die entsprechmde Fleischmenge dafür erhalte. Magistrotsrat Dr. Erich Simm (Berlin) warnt ebenfalls vor der Einführung einer Reüchsgasthausmarke, die nur eine neue Beunruhigung in das Gastwirtsgewerbe bringe. Verkehrsdirektor Weber (Kassel) besürivortet einen Sach- ver st ändigen -Aus schu ß beim K ieg:en:ähnk:gsgmt. Herr Baum vom Hansabund betont, daß es nicht damit getan ist, immer wieder auf die knappen Vorräte hlu^uweisev. Er vermißt einen Lichtpunkt, den die Vertreter des (Gaststättengerver- bes mit nach Hause nehmen können. T-er Ruin des Gastwirtgeiverbes würde eine schwere Erschütterung des deutschen WirtschaftslebenL herbeiführen. (Beifall.) Stadtvevordneter Gol l (Frankfurt a. M.) bittet durch ieit Verlauf der Versammlung sich nicht zum Pessimismus hinreißen zu lassen. Wir wollen keine Bevorzugung, aber wir wollen von dem Zucksthansparagraphen befreit werden, denn wir sind nicht für die Zustände verantwortlich zu mache::, die heute bestehen. Man .darf von dem Gastwirt nichts Unmögliches verlangen. Leider ist der Vertreter des Kriegsernührungsamtes aus den Hauptpunkt nicht eingegangen, der darin liegt, daß der <^ast- wirt für die abgelieferten auswärtigen Fleftchniarkei: fast nichts bekomntt. Dann soll man doch auch von der Regieruugsseite den Mut haben, das Essen in den Gasthäusern zu verbieten. Die Schleichversorgung der Privctthausl)alte ist erlaubt, warum stempelt man den Gastwitt, der Schleichhandelsware an Gäste abgibt, zum Verbrecher? Wir verlangen dringend, daß diese Bestimmung geändert wird. (Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende des Franksutter Gastwittevereins, Herr Schreiber, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Anregungen, die die Konferenz brachte, bei den maßgebenden Stellen auf fruchtbaren Boden fallen möchten. Zum Schlüsse fand ein Antrag Strauß auf Gründung eines Sachverständigen-Ausschusses einstimmige Annahme: Herr Hoyer (Köln) übernahm den vorläuftgen Vorsitz dieses Ausschusses. Mit Watten des Dankes schloß hieraus Herr Hohenemser die Tagung. vermischtes -- Bad-Brückenau, 22. Juni. Die Krvnpttnzefsrn des D^eutschen Reiches und von Preußen ist heute zu mehrwöchigem Kuraufenthalt im Kgl. bayttschxn Mineralbad Bad-Bruckeuau ein- getroffen und hat in den Kgl. Kurhäusern Wohirung ge::ommen. Chicago, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.; Reuter. Be: Hammond in Jndiania emgnctc sich infolge eines Zusammenstoßes ein schweres Eisenbahnunglück. Nach d-m ersten Nach richten wurden zahlreiche Personen getötet und verwundet. Vie. Waggons wurden -ettrü:nmett. Aus dem Ernchrungsausschuh des Reichstags. Berlin, 22. Juni (WTB. Nichtamtlich.) Ter Ernähr rungsaus schuß des Reichstags befaßte sich am Samstag zunächst mit der Getreibenotlage in Oesterreich und ihrer Ab- bilje. .Hierzu führte der UnterstaatH'ekretär Tr. Müller aus: Oesterreich-Ungarn hat zur Aushilfe rn seiner gegenwättige:: außer- ordentlichen Notlage 9iahr:mgsmittel aus beit Beständen für die Zivil Versorgung Vom Kriegsernährungsamt nicht erhalten. Dagegen hat die Oberste Heeresleitung im Einvernehmen mit dem Kttegsernährungsamt lediglich aus ihren Bestünden eine verhältnismäßig^ geringe Menge 0'Ttreide geliesett. Diese Menge muß der Obersten.Heeresleftung von Oesterreich zurückgeliesert werden, so daß also eine Jnanspruch.mhme der für die Zivübevolkemmg beslimmten Menge Brotgetreide oder sonstiger Lebensmittel aus der laufenden Ernte in keiner Weise in Frage kömmt. Diese Erstattung aus der österreichischen Ernte wird voraussichtlich bald erfolgen können, weil ja di» Ernte dott in einigen Tagen einsetzt. Tie Verkürzung unserer Brotration hat mir d?n ö'"terreichiscken. Ernährungsschvierigkeitew kniäfts zu um. Sodann wurde die Flcijck>oersorgung erörtert. Hierzu erklärte der Unterstaatssekretär Tr. Müller: Eine .Vermehrung der Fleischration im gegemvättb gei: Augenblicke ist leider nicht möglich, weil durch die oermehtte Abs.chlack!ltung des Rindviehs, aus dem bei dem Schveinemangtt allein die Fleisckpersorgung erfolgt, unsere ganze Milch, wittchast und Fettversorgung, die sich in einer äußerst gewannten Lage befindet, versagen müßte. Andererseits soll eiuc Verkürzung der Fleischration bis zur Versorguw: aus der neuen Ernte mft Brot vermieden werden. Darüber, ob irach dem Beginn her neuen Ernte imd der dann wieder gegebenen vollen Bro' ration imb reichlicheren Belieferung mit Kattoss.ckn, Gemüse uno anderen Lebensmitteln vorübergehend die Fleischration entweder gett'wzt oder aber fleischlose Bocken für einzelne Teile oder bic gesamte Bevölkerung eingeführt werden sollen, schweben zur Zeit Beralmigcn. Zunächst muß das.Ergebnis der letzten Zwischenvieb zählm:g vom 1. Juni abaewatttt werden. Biiwende Beschlüsse liegen asio zur Zeit nock^ nicht vor. Zfir Zeit geschieht all?« um die ^-chveiiwzucht zu fördern. Letzte Aachrichten. D e rresreste ßccreileitona. (WTB.) G rotzcs Hauptquartier. 24. Juni (Amtlick.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverärrdert. Au der Ancre und Avre blieb die Gefechrstätigkeit tag.' über gesteigert. Am Ai^nd lebte sie auch in anderen Abschnitten der Kampffront auf. Wahrend der Nackt rege Erkundungstätigkeit. Oestüch von Badonvillers drangen Sturmtrupps in amerikanisch-französische Gräben ein. fügten dem Feind: schwere Verlustt' zu und brachten 4tt Gesangene zurück. Lcutilant lwet errang seinen Zl. und 32.. Oberleutnant Gokring seinen 20. und 21. Luftsieg. Der Erste Genrralauartiermeister Ludendorff. * * * Telegrarmmvvchfel zwischen .Kaiser Wilhelm und - König Ferdinand. Berlin, 23. Juni. (WTB. Nichjttnulich Wüäßlich des Wechsels des bulgarischen Mini ste rprä si d: ii m s hat Müschen Kaiser Wilheln: und dem König Ferdinand exr. Telegrammweckiel stattgefunden. Zar Ferdinand bat dem Kaiser mitgeteilt, daß er Tr. Radoslawow, der einer der stärksten Träger des Bi'mdnisgedankens gewesen sei, nur schweren Herzeus -ans nrnerpolitischer: Gründen von seinem Posten scheide:: setze. Er brauche aber '.vöhl nicht zu versick)er::, daß burä> die Ernemnma Malinoivs zum Nachfolger Radosia:vow die Au ß e n v o l i tik Bulgariens keine AenderUng erfahre, daß diese sich auch ferneren in den Bahnen weittrb:uv^ 7 en werde, die Bßckgarien aus tnc jetzige Höhe gcsühtt mW mit der es mit Gottes HÜ je und kraft sesiies segensreichen Büuduisscs seine gerechten Ziel, zu erreichen ho sie. Die tmtt Biersteuer in Bayern München. 23. Jmsi. (WTB. Nichtamtliche Der neue bayerische Biersteuergesetzentwurf ist der . Mm wer der 9n*Teorbnetm zugcgangen. Er sieht, icke in der norddeutschen Drausteuergemesisichaft die Falwikatsveuer lvreckurtt awcden ist. einer: Gesamterttag aus den Einnalnneu der Biersteuern und Ucbergmrgsabgaben von 161038 292 Mark vor. Rach dem iW-ug der an die Reichskasse abzuführende:: Ausgleich^abgaben wird als Renwttrag für die ba:^risck»e Siaatskassi eine Höle von 110 420043 angenommen. Die bisherigen Reüwinnahmen im Durchschnitte der Jahre 1912 urck 1913 betrugen 35 726 506 Mark, so daß dlnsiig der sch ergebe:ü>e MLhoettrt Ä ei t x d u * n n: l. Berichte. L Rechnungsaülage. Marünrger Straße 14. Kutscher guter Pserdepsleger, auch Kriegsbesch., sofort gesucht. Angeb. mit Zeugnisabsckr. und Gehallsanspriichen bei freier Siation an Heilanstalt Waldboi - Elgershausen, Post Katzenfurt bei Gietzen. _ 475VD Zur Aushilfe für einige Wochen (Beschäftig, morgens 8 '/,-12, mittags 2-4 Uhr) junger Kaufmann osrr Verkäuferin aus der Manufakturwaren- Branche ««fort gesucht. Persönliche Vorstellung erwünscht. Kü*if Biaun Kats, Vahnhosstratze 14. _Ki rtorf iOberhe!_ Dienstmädchen 9^"^- 4778B Klrnik für Hautkra uke Mitim dki grsul für Sams Lao einige Stunden nef. Srofl, Wetzlarer Weg 41. Zum 15. Juli tüchtiges, in Kucae u. Hausarbeit erfahr. Mädchen m gute Stellung gesucht. 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