Nr. 125 -Ter 6ieb«rrer AAzeiser erscheint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: Hir^ener Familien!) tättrr; Kie'.silßtt für den Kreis Gießen. Bezugspreis: Vnonatl. UJJf. 1.20, vierteljährlich Mk. 3.60; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Akk. 1.10; durch die Post Mk. 3.60 viertel- jührl. auSschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: iürdiebchristleitung112 Verlag,Geschäslsstelleöl AnschriÜfürDrabtnnch- richten: Anzeiger Gießen. Elfter Blatt 168. Jahrgang LreiLag, 31. Mai 1918 Postscheckkonto: Lranffurt a.M. 11686 General-Anzeiger für Gderhchen vankverkehr: GewerbedankSiehen SBüllngrrunddrLck u. Verlag: Bkühl'sche llniv.-Buch- u. LteSndruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u.DruSerei.- Schulstr. ?. Anuu^.ue von Anzeige» die Laqesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbiudlichkeit ^ Seilenprelse: für örtliche Anzeigen 25Pi.,für auswärtige 30 Pf., Är Reklamen Mk. 1.— ; bei Platzvorschrift 20"/. Ausschlag. Hauptschristleiter: Auy. Go eh. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Auq. Goeh; Stadt und Land,Ver>nischlesu.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. Solffoiis genommen; Mm pari bedroht. Vormarsch zur Name. (WTD.) GroheS Hauptquartier, 39. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An den Kampffronten zwischen Yser und Oise nahm die EeftchtSläligkcit vielfach zu. Oertliche Infanterie ge fechte. Der Angriff der Kampfarmeen des Deutschen Kronprinzen schreitet siegreich vorwäriS. Nordlrckr der Alsrre wurde in hartem Kamps bei Crecy an-Mont, Jnvigny und Cuffins Gelände gewonnen. Bran- dentmrgische Truppen, hlben Soissons genommen. Südlich der Beste brach die in Bildung begriffene neue Armee der Franzosen in dem unaufhaltsamen Angriff unserer Divisionen zusammen. Wir warfen den Feind nach hartnäckigem Widerstand bis über die Linie Villemontoire—Fere-en-Tar- denoiS—CoulogneS—Brouillet—VranScourt zurück. Die Forts der Sdordweftfront von Reims sind gefallen. Der Nordteil La Neuvillette und B-eihnry wurde genommen. Die Gefmrgenenzahl ist auf über 35 000 gestiegen. Die Beute an Artillerie- und Kriegsmaterial ist aervaltig. Geschütze aller Art bis zum Eisenbahngeschütz schwersten Kalibers wurden erobert. Das stürmische Vordringen unserer Angriffs- truppen venvchrte dem Feinde, die im eroberten Gebiete aufgestapelten reichen Kriegsvorräte zurückzuffihren. Große Bestände ftelen in Soissons, Braisne und Fismes in unsere Hand. Ausgedehnte Munitionslager, Eisenbahnzüge, Lazarett-Anlagen mit zahlreichen Sanitätsansrüstungen kamen in unseren Besitz. Flughäfen mit startbereiten Maschinen und Flugzeugmaterial wurde erbeutet. Bei den Heeresgruppen Gallwitz und Herzog Albrecht lebte die GefcchtstätiKeit nur zciw-eiiig auf. Unsere Flieger schossen in den letzten drei Tagen 38 feindlicli-e Flugzeuge ab. Oberleutnant Berthold errang seinen 29. Luftsieg. Leutnant Roc h brachte in einem Fluge von Dixmuiden dis südlich von Ypern fünf feindliche Fesselballone bvennerrd zum Absturz. Der Erste Generatguartiermeister Ludendorff. * Der Trvendbericht. Berlin, 30. Mai. al^nds. (MTV. Amtlich.) Südlich von Fere-err-Lardcinis nähern wir uns kämpfend der M a r n e. Der gestrige Tagesbericht der Obersten Heeresleitung hat alle auf Grund der letzten Nachrichten gehegten Erwartungen übertroffen. Soissons wurde von Brcindenburgi- schen Truppen geuonmren und auch auf dem äußersten, östlichen Flügel der Kampffront sind durch die Eroberung der Vorwerke von Reims anßerordörtliche Fortschritte ge- macht worden. Mer ein Blick auf die Karte, die wir hier veröffentlichen, zeigt, daß unsere Offensive daniit vorläufig noch keineswegs znm Stillstand gclmigt ist. Cs ist vielmehr ein weiterer Durchbruch durch die in der Bildung begriffene neue Front der Franzosen erfolgt. Also nicht etwa kampflos wnroe die im Heeresbericht genannte Linie Villemontoire — Fbitt - en - Tardenois — Coulognes —Brouillet—Br ans court erreichä! Und doch/welch sclMellen räumlichen Fortschritt hat dieser dritte Schlachttag ergeben! Der -neueste Llbendbericht nennt das nächste Ziel -unserer obersten Führer: die Marne! Me wird den Franzosen diese Paroüe Hindenburgs sich aufs Gemüt legen! Die Marneschlacht im Jahre 1914 wer ihnen zu einer Quelle vou Zuversicht, Trost uud Stolz geworden, wenn trübe Tage durchzurnachen waren. Was wollen die Deutschen nun an der Marne? Es hat gewiß etwas für sich, wenn Erich v. Salzmmrn, der militärische Mitarbeiter der „Voss. Ztg.", in diesem Blatte meint, allmählich nahe das Ende des Grabenkrieges, der Bewegungskrieg beginne. Etwas ähnliches deutet wach der frühere Oberst Gädke im „Vorioärts" an, der aus die ungeheure Augrifsssront verweist, die von Arras über Albert, Ainiens und die Oise hinüber bis in die Gegend von Reims reiche und ettva 180 Kilometer breit sei. Gädke erklärt demgemäß, von allen Schlachten der Welt habe nur die von Mukden im März, 1905 eine ähnliche Ausdehnung erreicht, doch seien diesmal aller Wahrscheinlichkeit nach sehr viel stärtere Kräfte am Werk. Ein doppelt denkwürdiges Gepräge erhalt die gegenwärtige Schlacht dadurch, daß es sich um ein historisches Gelände handelt, über welches v. Salzmann folgende Betrachtung anstellt: ist klassischer Boden, auf dem hier gefochten wird. Unsere Divisionen nähern sich wieder den Katalaunischen Gefilde n. ans denen oft gemta über das Schicksal Europas und def Menschl>ei.t gewürfelt wurde. Unsere Divisionen steigen bald ins Lal o>cr Dcarne herab, an der ebensooft die Entscheidung über Frankreichs Schicksal siel. Wie lange noch, und auch der berühmte Septembergeist der^ Marne von 1914 wird in Paris aufs neue beschworen werden müssen. Als unsere Truppen an der Weichsel standen, als sie die Donau vor sich hattm, imd als der Togliamento vor ihnen lag, da sprach inan vom Geist der Marne. Alle Heere, die m_ geschichtlichen Zeiten den Vormarsch auf die seindlulx, Haupffladt Paris an traten, fochten in bm Gefilden, in benen unx fei den letzten Tagen siegreich nmren. Tie Schlachten, die wir aus der Geschuhte kennen, gesck-ahen allerdings alle im Bewegungskrieg. Trotzdem kann man lzeute sagen: die Si'annung aus der gesamten Westfront ist eine so ungebeure geworden, die Möglichkeiten sind zurzeit so außerordentliche, daß der Grabenkrieg tiefa twr seinem endgültigen Ende an gekommen sein muß. Hindenburgs kmd Ludendvrsfs Genius gelingt e$, den Fluß in die Massen zu. dringeil, den rvir all.: erhomen, der allein die gewaltige lieber-' fcm ertDri . t deutschen triegcrischen GeistttS pffMbaren Hälfte der Westfront ist hatte praktisch bereits in Bewegung, das heißt der Teil von der Nordsee bis zur Suippe. Der Teil von der Suippe bis zur Schtveizer Grenze ruht noch, obwohl auch dort die kriegerischen Teilhandlungen das Maß des Gewöhnlichen weit übersäireiten." 1914 waren es die Reiter der 3. Armee, die die Vesle, cm der Reims liegt, überschritten hatten und am 3. September mit Husarenpatrouillen der Brigade Suckow zuerst in das verlassene Reims einritten. S o i s s o n s wurde, wie in der Voss. Ztg. ausgeführt wird, berühmt durch die Dreitage- schlacht bei Soisfons vom 12. bis 14. Januar 1915 unter General v. Bülow. Unsere Linien gingen damals auf den Erhöhungen nördlich des Aisneusers im Angesicht der Stadt ent- l(mg. Die Stadt liegt tief und blieb daher mit unsenon: Willen in französischem Besitz. Wenn der Wind herüber- stand, konnte man in den deutschen Gräben die lüstige französische Musik der in Soissons liegenden Truppen deutlich l/ö,rcn. Beide Städte, Reims uno Soissons, sind wichtige Eisenbahn- und Straßenknotenpunkte, deren Verlust die Franzosen äußerst schmerzlich berühren wird. Der neueste uns bekannte Havas-Kominentar vom 29. Mai gibt sich noch gewissen Tröstungen hin: „Die Dcntsck-en haben heute allerdings einige Fortschritte erzielt, konnten jedocb andererseits keine Bresche in unsere Linien schlagen. Die ganze Front hält fest. Ein Trost liegt darin, daß der Vormarsch, seitdem unsere Reserven eingetroffen sind, sich beträchtlich verlangsamt hat. Nach Maßgabe des Eintreffens der Reserven wird das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Bald wird die deutsche Welle adgeevbt sein." Die Prophezeiung ist nicht cingetroffen; die französische Front har nicht gehalten. Wir sind gespannt, wie das amtliche Frankreich die Lage heute beurtellen wird! Der österreichisch-ungarischr Tagesbericht. Wien. 39. Mai. (WTV.) Amtlich wird verlautbart: Die Kämpfe im Tonale-Gebiet dauern an. Auf dem Adamello-Gebiet fLeigexte fick) das feindliche Ar- tillcrirfcuer. Mhrere fnndlickxe Angriffe auf unsere Stellungen südlüh des Prosena-GletfcherS wurden abtzeMagcn. Ein feindlül)>er ErkuudungSversuch über den Piave nördlich Dona mißlang. Der Chef des GeneralstabeS. Der dritte Schiachttag. Berlin, 30. Mai. Unaufhörlich, einander fast überstürzend, gingen auch am dritten Schlachttage Truppcnmeldunger: von neuen Erfolgen ein. iv niere stürmten fer die Stadt, verhinderten die erstörung der Brücken durch den Feind mtf> erbeuteten; zahlreiche unversebrte Vorräte. Weiter oberhalb wurde der Aisne- übergang erkämpft mid das Plateau südlich Soissons cireicht. wei Ciiry mußte ein geschlagenes französisches Bataillon die Waffen streckcn. N a m v t e u i l mid Dranges wurden nach hartem Kampfe genonimen. Lonpeige, Mareuil, Trag- v e g n h wurden durchschritten. Bei I o n ch e m y wurde die Vesle überwunden rmd T h i e r r y besetzt. lIm Lause des Tages wurde mehrfach heftiger Widerstand an stark verdrahteten altvn rückrvärtigcii Stellungen gebrochen uni) der Feind bis über die Linie V i l l e m o n t o i r e—F errc-en- Tardenois zurückgeworsen uud damit ein großer Teil der Straße Chatea u—T hierr y—S oissons besetzt. Ein starker ftanzöstschcr Gegenangriff, von Danks und Schlacht- Vitrnx jlMtkrMtzt, Ü tete te wtex hohen FemdlpQchistcn, Losott nckchstoßende Infanterie entriß dem Feind wetteves Gelände. Auf dem öulichetn Teile des .Kampffeldes fielen die Fortsder Nord- West front von Neinrs in unsere Hand. Feindliche Kraftwagen- und Infanteriekolonnen wurden von Iden deutschen Flistgern angegriffen und von der LÜrtillerie zu^ sammengesckiossen. Tie Beute an Gefangenen, an Artillerie und Kriegsmaterial wuchs ständig. Das rasche Vordringen der deut- lchen Sturnitruppen ließ dem Feinde keine Zeit, die ungeheurem Vorräte und Werte aus dem bedrohten Gelände zurück;uffihren« Südlich la Ville-au-Bois fielen allein 33 Feldgeschütze^ vvn denen acht durch Volltreffer beschädigt tvaren, in unsere Hand. ^i.ördlich Breuil-sur-Vesle wmden zwei unversehrte Eisen-, bahngeschütze mit Lokomotiven erbeutet. Im Aisnetal blicbens zahlreiä>e schwere und leichte Geschütze stehen. Bei Pinvn eroberten die Deutschen eine voll verwendungsfähige ftanzosisch^ 14,5-Ztm.-Batterie samt Virmition uud zugehörigen Kraftwagen^ Westlich Reims ffelen mehrere Eisenbalmzüge mit Lokomotiven und Geschützen in deutsche Hand. Die Einwohner der unzerstörten Dörfer sind in wilde« Flucht ins Innere. Tie wenigen Zurückgebliebenen sind in faslungsloser Wut auf die Engländer, denen die Schuld an der Niederlage zugeschrieben wird. Auffällig ist die geringä Zahl der deutschen Verwundeten. Die zwischen den Erigländern eingesetzten Franzosen leisten stellenweise zähen Widerstand. So hielten sich die Franzosen noch auf der Butte de Prouilly, obwohl die Engländer bereits rechts und links gelv-ick-en und die Deutsck)en schon bei Jvncher über die Besbe gesetzt waren. Die blutigen Verluste des Feindes sind an den Stellen besonders schwer, wo tapferster Widerstand nnd RHerven das deutsche Vordringen auchalten sollten. Bon dem ganzen Sckilachlfelde mehren sich die Meldungen über die Größe der Beute. Bei Jvncher ffele^ den Dentschon große Depots an Berpslegungs- und Futtermittels vor allem an Hafer und Gerste in die Hände. Das 11. französische Korps fast geschloffen gefangen genommen. Berlin, 30. Mai. (WTB.) Fast allen an der Aisnefwnk eingesetzten feindlichen Divisionen war Ruhe versprochen worden^ auch denen, die Hals über Kvps im Verlauf der Schlacht in den» Kampf geworfen wurden. Eine dieser Divisionen blieb zwei Tage ohne jede Verpflegung. Das aktiveil. französischeKorps ist fast geschlossen in Gefangenschaft geraten. Tie diesem KorpS. unterstellte amerikanische 1. Division wurde ohne Artillerie-Untevi stützung emgebrackit und war anscheinend ungenügend mit Jnstm- rerie-Munition versehen. Tie 3 9. Division kann schon jetzL nach zwei Tagen durch Verluste, hauptsächlich aber infolge rinaj lwhen Einbuße an Gefangenen als aufgerieben gelben. An vielcni Stellen leisteten die Franzosen luftigen Widerstand. Bei bet Barbarossa-Höhle wehrte sich ein französischer Ma- j o r, indem er unaufhörlich selbst Handgranaten auf unsere Sturmtruppen tvars. 9tur mit Atiche gelang es, den tapferen Offizier zu ülrertvältigieu. Tie überall vorl-andenen großen Höhlen undj Klüfte dienten zum Verbergen der Grabcnbesatzungen mü> Bereitschaften. Unser wohlgezieltes Arllllerieseuer gestattete es ihncrtz nicht, ihre UnterschliU.)fe zu verlassen. Als das deutsche Feuer nach- ließ, standen die Angreifer bereits mit Maschinengewehren vor den Eingängen. In einer dieser Höhlen wurden allein 350 Gefangene gemacht. Bei Vaudessin siel ein Regiments st ab v0 deutsche Hand. Gefangennahme de- Kommandeurs der 59. englischen Division. Der^ DivisiiTnSkommandeur der 50. englischen Division Sir Re e's ist in der 9tacht zum Dienstag gefcmgen g-nwmnren nxrvbcn. Tie Verbände seiner Division waren au Sein andergech'sen und überall fluteten die englischen Truppen zurück. NachnäKen vvn und cur Nachschubtruppen blieben aus. Da entschloß sich Sir E. Rees, mit seinen beioen Brigadekommandeuren persönlich zu Fuß in den französischen Nackcharabschaitt zu gelten, um sich dort zu orientieren^ was eigentlich gesä)ehen sei, wie die Känrpe bei den Franzosen ständen imd was Iveiter beabsichtigt sei, bzw welche Stellungen weiter rückwärts gehalten werden sollten. Tie hö'.re iFührung hatte ihn jcdock) vlme jede Nach'ickst gelassen. ES gelang ihm nicht, irgend^ einen höheren ftanzösisck>en Osffzier miszusinden. Uni>errichtcter Tinge mußte er den Rücllivg anttetni An dcw Aisne wurde er vvv den beiden ihn begleitenden Brigadekommandeuren getrennt. Etz selbst ftel, allem zurückgehend, einer stärkeren deutschen Patrouille in die Hand. Französischer Bericht vom 29. Mai. abends. Die Schlacht nahm besondere Heftigkeit an. Auf unserem lrnkert Flügel in der Gegend von Soissons haben unsere Truppen nach erbittertem Widerstande imd Straßenkämpfcn, die oic Ai» strengungen des Frindes während mehrerer Stunden anfhielten, die Stadt geräumt, von wclck^r sie noch die Westausgänge b» setzt halten. Im Osten von Soissons spielte sich die Schlacht mrs den Hochflächen ab, ivelck^ vvn Bellen, Sept-Ätonts, Ambrief unü Elwcriie be.rrenzt w-rden, während wir unter dem Druck dcÄ Feindes in der Gegend vvn Lrupeigne im 9Lorden von Frrs^Td- TardenviS Boden verloren. Weiter östlich gelang es ffanz«ö- sisch-englischen Trupl>en, ihre Stellungen an dcr Linie Brouillet^ Savigny nnd Tillvv zu behanpberc. Auf dem rechten Flügel wurde« die Truppen, die Reims decken, hinter den Aisne-Kanal nottw wesllich der Stadt tzurückgcuonuncu. * Der Kaiser an den Kronvrinze«. Berlin, 30. Mai. (WTB. Amtlich) Se. Maj. der Kai sei! sandte an den Kronprinzen fvlgen der Dir untcstellten HeewSgruppe in diesen Tagen unter Deiner Führung errungen lyaben, verleihe ich Dir den Stern der Großkomture des Hausordens von Hohen^oller« mit Schuxrtern und sprech' Dir zu dieser lZvhen und wohllnrdienie« ApSÄcickprung Meine herzlichsten Wünsche aus. gez. Wilhelm. I. k." * Die Wiener Presse zur Offensive. Wien, 30. Mai. Die Blätter würdigen die gewaltige Größe des dentsck)en Offensipei-folg^ im Westen. DaS „Fremdenblatt" sagt: Die Folgen des siegrcichm Vorstoßes sind nocb nichS abzusehen. Es ist eine sehr ,ck)were 9tiederlago, Pix die Alliiea«^ relittnt Pariser Presse-Aeußerungen. Bern, 30. Mm. Tie Pariser PresseIoird durch die Offensive voll und ganz m Anspruch genommen. Sie bespricht die weiteren Fortschritte in sachlicher Weise. Tie Lage wird als ernst betrachtet. Bor allem ist eine gewisse Verminderung erkenntlich darüber, daß die französischen Reserven den Vorstoß noch picht verlangsamt haben. — „T e m ps" erklärt, die Lage habe sich in den letzten Stunden leider nicht gebessert Die Flügel bei Reims undSoissons hätten wiederum nachgeten müssen. „Journal des Debats" hält die Lage von Reims für sehr gefährdet und meint, U»enn es den Deutschen gelinge, im Südwesten der Stadt vorzustoßen, daim Würde der deutsche Erfolg, eine ganz neue Bedeutung bekommen. Tie deutsche Operation sei ausgezeichnet geleitet, wenn auch Gegenstößen ausgesetzt. Einige Zeitungen wie „L i b e r t 6" verraten einen gewissen gereizten Ton gegenüber den militärischen Stellen. Die Gewaltpolitik Ctemenceaus. Bern, 30. Mai. Tie Verhaftungen in den Pariser Gewerkschaften und Arbeiterführerkreiscn nehme?, Pariser Zeitungen zufolge einen immer größeren Umfang an. Jouliaux, der Führer der Conseteration Generale du Travail beschwert sich in der „Bataille" über die Gewaltpolitik Clemenccaus. Auch Renaudel greift in der „Humanits" Clemenceau an. Er sagt, die gestern gemeldeten Gerüchte über eine Umänderung des Kabinetts seien nicht von den Feinden, sondern von den Freunden Clemenceaus ausgestreut worden. Englische Einberufungen. Berlin, 30. Mai. In England ist, wie die „Kölnische Leitung" meldet, die Einberufung der Männer von' i 8 und 49 Iahren verfügt worden. Die Epidemie in Spanien. Bern, 30.Mai. Lyoner Blatter berichten aus Madrid, daß die Epidemie weitere Fortschritte mache und in Madrid über 120000 Personell erkrankt seien. Die Epidemie greife auch auf die Tiere über. ^lsusder Provinz wird gleichfalls ein Umsickigreifen der Seuche gemeldet. Die Ernte in Bulgarien. Sofia, 30. Mai. (WTB.) Rach Blätternreldungen hat die Ernte in den südlichen Gebieten begonnen. Die letzten Negensätle haben den aussichtsreichen Stand der Saaten im ganAen Lande nojch bedeutend gebessert. Reise des bayrischen KSnigSpaareS nach Wien. .München, 30. Mai. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der König und die Königin sind heute abend zur Erwiderung des Besuches des Kaisers uird. der Kaiserin von Oesterreich nach Wien abgereist. Der tii-kifche Bericht. Konstantinopel, 30. Mai. (WTB.) Tagesbericht. Palästinafront: Im allgemeinen imr geringe GefeckNs- tätigkcit. Auf dem Ostjordan-Ufer bekämpfte unsere SPr-j Nllerie feindliche Bewegungen im Brückenkopf nördlich des Totell Meeres. Voritoßente Kavatleriepatrouillen und Kcastwigen wurden vertrieben. M e s opotamicn: Unsere Oslgruppe nimmt Besitz von dem Gebieie südöstlich und südlich von Kerkuk. Von den übrigen Fronten nichts Neues. Der Seekrieg. Neue H-Boot-Erfolge. Berlin, 30. Mai. (Amtlich,.) Duvch unsere U-Boote raurden aus dem nördlichen Kriegsschauplatz veueedinys 9500 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes tmfcuZt Der Chef des Admiralstabes der Marine. London, 30. Mai. (WTB.) Die Admiralität meldet: Der Transportdampser „Lasowe Castle" (9737 Tonnen) ist im Mittelmcec am 26. Mai durch ein feindliches Unterseeboot torpediert worden und gesunken. Neun Angestellte der Gesellschaft werden vermißt. Man nimmt an, daß iic ertrunken sind einschließlich des Kapitäns und Kwerer Funkentelegraphiften. Weiter werden 13 Militärs im OffMersrang und 79 anderer Grade vermißt. Aus dem Reiche. Der Reichskanzler an Dernburg. . ^5 T o*. n ' Mai. (WTB.) Staatssekretär Dernburg, der als Leiter der nach dem Friedensschluss mit der Ukraine m den Hantelsrerkehr von Staat zu Staat geschaffenen Außen- handels stelle diese schwierigen und weckte l vollen Fragen bearbeitete, ist vom Reichskanzler auf seinen Antrag von dem Irenamtttch übernommenen Posten mtbundcn worden Ter Reichskanzler richtete bei dieser Gelegenheit folgendes Schreiben an Dernburg: Der Staatssekretär des Reichswirtschaftsamts berichtete mir. 'u. wie ^ren,waller Weise Euer Exzellenz sich durch die bereit- imlltgc Ucbernahme der Leitung der dem Reichswirtsckiaftsamt au- Die Somineransstelluna der Berliner „freien Sezession". Aus Berlin wird uns geschrieben: Tie „Freie Se- «ssron . der dre ebenso schönen wie praktischen Räume des kmstailktronshaus^ von Paul Eassirer und Helbing am Kur- fürltendamnl zur Benügung swhen, hat unter großer Anteilnahme des Publikinys ryre Sommerausstellung eröffnet. Tie diesmalige schau ist sehr umfangreich, und ihr Bestes ist die Mannigfaltig Mt, die bald m diese und lene Epoche, bald in die eine oder andere „Richtung urrtertauchen läßt, zur Erinnerung au kürzlich Vcr- storbene, zu Vergleiä-en und allgemeinen Betrachtungen Anlaß gibt. Rechnet man die Werke jener Künstler ab, die längst bei Kritik und Publikum deii Meistergvad errungen liaben, so ergibt UW ein gutes und erfreulich anständiges Turchschnittsnireau; neue Höhepunkte, jugendliche, die Aufmerksamkeit bannende Ofienbarun- gen der Zeit loird man allerdings vergeblich suchen. Ter Erinne- Mrg /an erneu zu früh Dahingegangenen, schmerzlich Vermißten U «u ergercer ^.aal gewidmet: der Erinnerung an Wilhelm Trub ner, der am 21. Dezember des vergangeneii Jahres in Karlsruhe starb. Es war selbstverständlich Pflicht der Freien Trübner zu ehren, der so viel zu ihrem Ruhm, zu ihrcnr Erfolgen beitrug, der eine Zeittang auch ihr Präsident ge- Nt. Außerdem rst Trübner, wie Julius Elias in einem ichönen Nachruf mit Recht hervorhob, im Grunde der „Vater aller putschen Sezessionen" getmsen, dem' die erste Anregung ging von ihm aus, m München mit Unterstützung Georg tzirths. Andere nahmen den Erfolg vorweg, Trübner drang langsamer, aber dann um ,o starker durch. Die (^Dächtnisausstellung macht den Wert dieses echt teutscten Malers, der künstlerisch mit Eourbet und Manet verwandt war, besonders deutlich. Und inan trauert dar vwiwiw.19 uiumu,. uuu man rrauerr oar- übn, daß der beste ^mprestronisinus eine seiner kräftigsten Stützen .ver-lo.en hat. Da sieht man das wundervoll getönte Selbstbildnis, dm Jüngeren, tarn denen ziu sprecl)en ward, ist so groß, daß wer rnn einzelne hermisge'grisfen werden können. Im Vordergrund steht Theo v Brock Husen mit vier prachtvollen Landühaflen das mit Meisterschaft den bei allem Ernst humorvollen, von der gegliederten Außenhandelsstelle betätigten, um unter neuen Verhältnissen, für welche jede geschichtliche Erfahrung fehlte, Mittel und Wege zu ßrrden, den Handelsverkehr zwischen Deutschland und den aus dem Russischen Reich neu erwachsenden Staaten wieder zu beleben. Wenn nunmehr die Verhältnisse sich soweit geklärt haben, daß die Außenhantelsstelle ein der Persönlichkeit Euer Exzellenz entsprechendes Arbeitsfeld nicht mehr bietet, so kann ich doch Ihrem Antrag um Entbindung von dem ehrenamtlich übernommenen Posten nickst ohne meinen aufrichtigen Dank stattgcben für die selbstlose Hingabe, mit der Sie Ihre bewährte Kraft zur Ver- fügnng gestellt und für die Umsickst, die sie gegenüber der wechselnden Entwicklung der Verhältnisse bewiesen haben. Euer Exzellenz tatfcäftige Mitarbeit bei der Einleitung und dem Ausbau der Ausfuhr nach dem Osten ist für die Reick-sverwaltnng von ganz besonderem Wert gewesen. Lez. Graf Hertling. Hindenburg und Ludendorff an den Ostmarkenorrein. Bromberg, 29. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Auf die von der TeutsckstiitaMliig an den Generalfeldinarsck>all von Hiuden- b u r g und ten General Ludendorff abgesandten Begrüßungs- telcgramme sind die nach'lehenden Anttvorten eingegairgcn: Ten Gruß aus der Ostmark ertvidcre ich herzlichst. Ich er- ackste es für eine meiner wichtigsten Aufgaben, dafür zu sorge?:, daß die deutsche Oftgrenze in Zu'kanft vor einer ähnlichen Be- dwhung wie in diesem Kriege geschützt bleibt. Feldmarschckl von Hindenburg. Tei: ostmäi-fischen Deutschen danke ich für ihr Vertrauen. Ihre Forderung nach dem Schutz der Ostmark werde ich stets nach Kräften unterstützen. Ludendorff. v. Linsingen Oberbe''ehlsh'cher in den Marken. Berlin, 30. Mai. (WTB.) Der K a i f e r ernannte den (Genera tob ersten v. Linfizigen, bisher Obrnrbefehlshaber der Heeresgruppe Linsingen, mit dem 1. Juni für die fernere Kriegsdaner zum Oberbefehlshaber in den Mark e n. Berlin, 30. Mai (WTB) ZU der vom Mg. Loh- mann a s Unbegrirndet Kurcköckg »viesenen Nachrickst über ein angebliches W a h l k v m p r o m i ß, erklärt die „Krenz- zeitung" für die konservative Fraktion ebenfalls die Uic- richtigkeit dieser Nachricht. Berlin, 30. Mai. (Priv.-Tel.) Das „Berliner Tageblatt meldet aus Memel: In Meniel trafen mit dein Dampfer „B Y r u t e" 75 nach Mtßiand verschleppte Memeler Bürger ein und wurden von den Behörden festlich einpfairgen. Bon den ans dem Kreise Kro?tingen verschleppten- 500 Personen sind bisher 132 znriickgekehrt. Eine ReichSftelle ftir deutsche Rückwanderung. Berlin, 30. Mai. rWTB.) Nach dem Abschluß der Friedensverträge mit der Ukradre, Großrußland. Frimland und Runiänien hat ein erheblicher Zustrom von Reick>sdeutschen und Deutschrussen eingesetzt, die, unter Aufgabe ihres bisherigen Wohnortes im Ausland, eine dauernde Nirderlastung in Deutschland oder in den unter deittfchem Sckmtz stehenden Staatsgebieten: ersttebe?:. Rach dem Eintritt des Friedenszustandes mit den anderen fci?:d- llchen Staaten ist eine tveitere Rückwanderung deutscher und d/ " t s ch st ä m m i g e r A s l ä n d e r zu erwKrteir. Die^e ü d ::W de auflau : n erer Volk^ ra t, W-Hrk a t und Räh kc*f. tv rtvolle Warde'.uuzsbbv.. ar nir Voi t- schaftlichen Sckstrd?n und Mif.'erjolgeu der orgmnschm Regelung, rbem'owu- etwa später wieder eintretende AuSwankuwungsbestrebur- gen. Für diese Ausgabe ist eine Reick-szentcalltellc unter dem Reichsamt des Innern mit dem Namen: ..Reichsstelle für deutsche Rückwanderung und AuSwaicherung (MüchSwanderunsSstelle)" geschaffen ivorden. Ihr wird ein sachkundiger Beirat beigegebeu Werder:. Zun: Vorsitzenden ist der Geheime Ober-Regierungsrat und vottragende Jat im ReickiSamt des Innern Dr. Jung ernannt worden. Die Geschäftsräume der neuen Behörde befinden sich in der Werner-SiemenSstrxrße 27/28 in Charlotteuburg. Aus Stadt und €art&. tcfecit, den 31. Mai 1918. Juni. Der Juni ist in unseren Gegenden wohl der schSnste Mvnat des JvhreS; die Entwicklung des Naturlebens ist vollkommen, ohne doch schon, wie das im Juli der Fall ist, zur Reife gelangt zu sein. Der in: Wachstum noch begriffenen Jungfräulichkeit des Mai steht der Juni gegenüber, welchen schon die ^ alten Römer der Göttin Inno weihten. Im Kalender Karls des Großen heißt er Brachmonat, weil bei der Dreifelderwirtschaft damals das brachliegende Feld bearbeitet lmrrde. Auch der Sommermonat rvird er genannt, weil er im Garten die Pracht der Roseit- blüte bringt. Der Landmann wünscht sich den Juni trocken und sonnig, denn: „Juni trocken, mehr als naß, füllt mit gutem Wein das Faß." Oder: „Was im September soll geraten, das muß schon der Juni braten." Dagegen: „Wenn kalt und Niet- der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr." Vom Siebenschläfertag (27. Juni) sagt eine alte Wetterregel: „Regnet es am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen tircht weichen mag" Dagegen soll Regen am Johannistag (24. Juni) eine gute Getreideernte bringen. 90er Jahren das Infanterie-Regiment 116 in Gießen, sodann die 44. Infanterie-Brigade in Cassel und von 1897 bis 1900 die 21. Division in Frankfurt a. M. ** Die Auszahlung der FamilienUnterstützungen an die Angehörigen dar zum Heeresdienst Eingezogenen für 1.—15. Juni 1918, bzw. für Mai 1918 findet in den nächsten Tagen statt. ** Unfälle beim Kraftwagenverkehr. ES mehren sich die Fälle, in dene:: Kinder, oft mit tödlichem Ausgange, dadurch verletzt lverixn, daß sie sich an Kraftwagen oder deren Anhänger zum Mitsahren anhängen. Zur Verringerung dieser bedauerlickzen Unfälle ersck>eint es dringend erwünscht, daß die Eltern und Lehrer den Kinden: das Anhängen an Kraftwagen auf das strengste untersagen. ** Viehzählung am 1. Juni 1918. Nach Bundes- ratsb-eschluß findet am 1. Juni 1918 wieder eine vierteljährliche Viehzählung statt. Sie erstteckt sich ans die glichen Viehgattnngen, wie sie bei der Zählung am 1. März d. I. festgestellt worden sind, nämlich auf Pferde, Nindvieb, Schafe, Schlveine, Federvieh und Kaninchen. 9taheres siehe Beta nitttnachung. ** Käs e. In einer Anzahl Kteinhcrndelsgeschäften gelangt vom 5. Juni d. I. ab Käse zur Verteilung. Siehe Anzeigenteil. ' ** Vom Kriegsmuseum. Die Räume im neuen Kriegs-- museum im Südslügel dos neuen Schlosses am Landgraf-Philipp- Platz sind nunmehr fettiggestellr und bieten ed:en prächttgen Eindruck. Die Museumslei tun g ist zurzeit damit beschäftigt, die vielen gesammelten Gegcnstäirde in eigens dafür gebaute Glasschränke und Vitrinen, die von Freunde:: deS Museums gestiftet wurden, unterzubringen. Unterstützt wird die MusnlmÄeitung durch die fachkundige Hand des Architekten H. Meyer, der die Ein- rickitung enlwocfei: hat. und den: wir auch die mühevolle Zusammeiv« hriugung der hochinte:'«', sauten Orde::^an:mlung verdanken, welche hier ebenfalls unlergebracht wird. Das Kricgsmuseuv: birgt uw- tähliges Material und dürfte einen sehr schmren Ueberblick geben von allem, was dieser Weltenkrieq geschaffen hat. Das Museum wird sicher in weitesten Kreisen lebhaftes Interesse finden. Leider erlveisei: sich \dyvn jetzt die Räume als viel zu klein, um hier alles unterzubringen, was reger Sammeleifer zusammengebracht liat. Daß in dem Museum auch unserer Helden b-esimders gedacht werden soll, intern auf- einer Ehrentafel möglichst die Bilder aller gIallcnen Gießener und Ang hängen des Iiegimcnls untergebracht werden, haben wir in einer frül-crcn Anzeige bereits bekcmntgcmacht. Es^ geht aber hierdurch nockrmalS die Bitte an alle Familieir brnsercr Gieße::er Helte::, Photograpliien und dergleichen der ÄlduseilmSleitting, Herrn Prof. Dr. Kramer, recht bald übev- senten zu wollen. ** Das Großh. Hess. Regierungsblatt, Beilage Nr .9, ccusgegeben den 30. Mai 1918, hat folgenden! Inhalt: 1. Bekanntmachung, den Schutz von Berufstrachten und Berufsabz nchen für Krankeirpslegeschivestern betreffeird. (S. 89.) — 2. Bekanntmachung, das Ergebnis der Verivat- ! tun'g des Fonds zur Gnvährung von Beihilfen bei Neber- l schlvemmwrgett für 1915 betreffend. (S. 89.) — 3. Ilebersickst über die von Großherzoglichen: Ministeriunr des Jn:vern für das Rechiruugöjahr 1918 genehmigte Umlage zur Bestreitung der Kommunalbedürstnfse der israelittsche:: Religionsgemeinte Worms. lS. 90.) — 4. Namensveränderungen. (S. 91.) — 5. Adetsstandöerhebung S. 91. — 6. Oröens- verleihnngen. (S. 91.) — 7. Eharaktererteilungen. (S. 92.) — 8. Zulassung zur Rechtsanwaltschnft. (S. 93.) — 9. Dierrstnachrichten. (S. 93.) — 10 Dienstenttassnngeu. (S. 95.) — 11 Rachesbands-versetzungen. (S. 95.) — 12. ©terftefäHe. (S. 96.) ** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Samstag und Montag, mittags 2 Uhr, haben unbemittelte Kinder bis zu 14 Jahren und Kinder, deren Väter im Felde stel>en, freien Zutritt. Näheres siche Anzeige. ** Invalidenrente statt Krankenrente. Der Kriegsbeschlädigbe B. in Wieseck hat durch einen Unglücks-' fall ein Bein verloren und ist infolgedessen vom Militat: entlassen worden, außerdem leidet er an Rheumatismus. Er stellte deshalb Antrag auf Invalidenrente. Die Laudesversicherungsanstalt war der Ansicht, daß es sich bei B. um vor üb ergehende Jiwaliditüt handele und bei billigte die Krankenrente, die erst mit dem Beginn der 27. Woche gezahlt wird. B. legte durch Vermittlung der Verwuirdeteil- Beratttugsstelle gegen den Bescheid der Landesversicherungsanstalt Beruftmg ein, mit der Begründung, daß er außerstande sei, in absehbarer Zeit das für ihn maßgebende Monatsdrittel zn verdienen. Das Oberversicherungsamt schloß sich nach-Einholung eines Oberg utachtens dieser Auffassung an und verurteilte die LandesversickMungsanstalt zur Zahlung der Invalidenrente. B. erhält nun die Reut« für die ersten 6 Moirate nachbezahlt. ** Beförderung. Vizewachtmeister £> e i m e r wurde zum Leutnant d. Res. der Feldartillerie befördert. **Der GeneralderJnfanteriez. D. Rudolf KreiS Lautcrbuch. rr. Be r n s h a u s c n , 30. Mai. Der Kanonier Gefreiter Johs. v. P e r t h e s , ist gestern im 75. Lebensjahr in Berlin, wo er im Ruhestande lebte, gestorben. Er befehligte in den D o h m e i c r erhielt das Eiserne Kr.uz erster Klasse. rr. Schlitz, 30. Mai. Kantor Bohl feiert am 28. Juni m geistiger und körperlicher RüUigüit sein 50jähriges Timstsubiläum. Auch sind nn Sommer 25 Jahre verflossen, seitdem er das Amt eines TiriZenten des hiesigen Kirchengesangvereins übernommerr hat. — Gelten: verließen 36 Ofseichacher Ferienki:ü>er das Schl'Irland, in dem sie über vier Woct)en uneutgcktliche, freundliche Aufnahme gesunden hatten. Sie batten sich gut erholt und zeigten durchweg ein recht gesundes Anssehm. Größe seines SckxcffenS mild geadelten Menschen mit einfackLrei: Mitteln zum Ausdncck bringt. Echtester Trübner ist der , Waldweg" mit seiner schattigen Tiefe und ten.fein verteilten Lichten: Das „Kürassierpferd" ist mit Meisterhand gemalt, ein vollkommenes Werk des Mannes, dem jahrelange Pferdestudien zu solcher Leistung verholfen haben. Das Beste auf diesem Weg ist in dem berühmten Reiterbildnis des Groß Herzogs von Hessen geglückt. Unter den' .->0 Nummern der Sammlung ftlüiet man noch mehrere Bildnftse Alice Trübner, auf einer Bank sitzend, ein Bildnis Karl Trübners, ein Sttsleben. eine Atelierszene. Man wandert durch den Reickftum. und mar: wird sich bewußt daß diese Werke wirklich ausirahmslos „Werke" sind, das; sie bleiben werde:: Tann geht man jat einen: andern Großen, zu L i e b e r m a n n ^m. e — ein Haus mit einer Parkauffahrt davor entzückt durch die Reinheit in Farbe und Licht, durch die Ruhe der Lrnven, aufs irmigste mit der Natur verwoben. Mit über- I />ff5 Ci- i . l ^ ' in .- n - ' . . f @mtl Orlik bringt Erinnerungen an Breft-Litvwsk, die ü: jedeL Einzelheit den Arttsten zeigen, der spielend alles betvältigt. waS er will. Cmar Klein sckMelgt wieder in Farben, und er darf sich a K n 'mV ,i ^ irc der Komposition geht ihm manchmal dit selbstherrttchc Phantasie mit der Gewisscmhafttgkeit durch. Genamll seren noch e::: Bildnis von Oskar Kokoschka. Bildnisse pon Olaf Gu^b ra n son, ein :e:blüfsend?s „Mrussel" des übermlS legener Selbstvcrltäudl:chkeit ist ein nmeS Herrenbildnis gestaltet kernerle: Kluft zwischen „Modell" u:rd „Technik", nein — ein Sl u All C rli Tv.a v* f /vT« 4- Sv.-».. . . A . .. Of ^ , Mensch, der lebt, der jeden Augenblick ruhig zu uns sprechen wird. W:eter :>t das innerlich Bedeutende der Perfmüichkeit restlos dar- gestellt. Hervoi'rageich sind auch das Selbstporträt und das Bildnis von Richard Strcucß. Hans T b o n:a ist mit drei Werken vertreten am reichsten erscheini ein „Musikaittenbüdnis", das in solcher Eigenart keinein unteren gelänge. Zu ten schönsten Bildern der Ausstellung gehört das Werk eines Toten: Albert W e i s g e r b e r 3 Sebasttan". Emil Rudolf Weiß stellt mehrere Bildnisse und e:n OtEeejtück auS — Arbeiten vteler Talent und (teist, denen nur :n gewissem ennm* die .Wi^erttratiou endgültiger Orientierung mangelt. Art den einer im Felde erworbenen zbrcmkheit erlegenen Waldemar Rösler gemahnen 5 Bilder, darunter eine tminder- Vvlle „Abendsonne^, die schmerzlich erkennen läßt, daß Rödler ans reichsten Entwickttmgsmöglich^ten herans^-risim, wurde. Tie Als einer der Be,ten, Interessantesten eriveist sich wiederum Mar Pechste:n, der ^xrrbcm. Stimmung und Einfälle sprüht San -'Slllleben :n Grün" ist eine glänzende Leistuiig, und das Herbst Gotelm ist reich cm Fortschritten, gesättigt von kraftvoll tehin- strömendem Künsttettnm. Beachtung verlangen eine , Südiickie Lurchschast" ruch tm ,L-tonttrurctrEill>" Azchtex. Bongerter und ein „Liebespaar" von Hein^ rrch Richter. — Von der Plastik soll demnächst gesprochen iverten Das kommende Reger-Fe st in Jena. Aus Jeu unw u:rs geichneben: Aus Veranlassung von Frau Mar Reger welche tekarrntlich sckwn im vorige:: Sommer eine allerdings in ttmer gehaltene Tonfeier veranstaltete, fintet vom 2l. bis 23 Jur ineses Jahres ein größeres Reger-Fe st in Jena, wo der vor storbenc Kvmpvn:st zuletzt wirkte und ivohnte, statt. Die Leittm tes mltw:rtendei: Berliner Philharmoniscks-en Orchesters nmrde Fri Busch übertragenstem zukünftige:: Dirige::tei: der Sttlttgarte L»ofoper mch der Konzerte des Hoforchesters zn Stuttgart So ttsttsch bete: l: gen ftch ferner Frau Kammersänger ft: Fischer Zlotnikv Fischer Gesang' Fra Kwast-H o d a pp, Josef P c m h a u e r (Kla vier > Pro Straube (Orgel), Kammervirtuose W i e b c l (Klariirette^ Pro ^ummersCelloh P. v. P a ft z t h o r h - E r d m a n n (Äiol^ und c^s Gewandhaus-Quartett aus Leipzig In den zw Orchesterkonzerten gela::gen zur Wietergabe der Sinfonische Prc %S'Ki£Tl h Mf M°»-rtHanati-nen. die JmS n,r «olo-Cello nnj> de>^ .hynmris an dic Lir-bc für Bariio imistk u.« t,nc Marinettl-n^Smintc, -sl-rrichqixrrtett op. 12, Tri K. Emnqumiett op. k!4. Bpä>°V-na!ipnm, Licd^r ur S-LÄ Vermistalwngcn vorm, n ?f)t nur intime freier ii 5 ^ Stadtkirche mit Orgetiwrtc Sturkr-nburl, und stkhtinhcssrn. ch. A u s R he i n ho s s e n , 30 Mai. Tie Sliargelernte tvar in diefem Frühjahr äußerst günstig. Die gerade für den Spargel vorteilhafte Witterung brachte Erlräsw herein, wie sie sonst um diese Zeit seltm waren. Irr der Eiemorkung Herdesheun werden täglich blS zu 200 Zentner Spargel versandt, während die Ernte sich Tag für Tag auf etwa 300—350 Zentner stellt. Man kann die Einnahmen aus der Spargelernte für ganz Rheinhessen auf viele Mil- liou»nt beieckZnen Einzelne Gemeinden haben allein Einnahmen von 400 000—500 0O0 Mk. Dcss-n Nassau. a ™ ' Mai. (Zoologischer Gar- ‘J 1 *’ «Ir* 1 Island an Grosttieven, wurde durch die Geburt eines onesenkarrgnruhs vermehrt. Das junge Lama, das Wiscntkälbchen und die i'nngen Mouslvn-Bastarde entwickeln sich vorzüglich Die Xx'gehaminlnng wurde nur zahle ei cl>c l)eimisck>e Arten erweitert. verrn Bahrchossauffelier B u s ch - Weihkirchen wnrbc ein Pracks trger Hühnerhabicht geschenkt, und von Herrn Bnustdruckereibcsitzer Anselm Feh, hur, zwei hochrassige Perückentauben. Tie Schau nutz bar er Wildpflanzen, Wildgemüse, -Salat, Tee und Arznerkräuter nt nicht mehr, wie im Borjah.-e, in Holzkasten, son- ???. lCm Nuwdbeet vor dem Vogel hause ausgeplonzt. Tiefe Ausstellung wechselt mit der Jahreszeit. X Hanau, 30. Mai. Im l>cnack>barten Dettingen brach ein yröPeres Schadenfeuer aus, dein drei Scheunen zum Op'er fielen. Als EntstelmirgsUrsache wird elektrischer Kurzschluß bezeichnet. r — Ximburg, 30. 93iai. Bischof Augustinus von Lim- vnra rnchtet unter dem Hinweis, daß Ge-nevil Luden dorff ihn vrieilich um warme Einpsel^nng der Spende für die Kriegs- bes ch ädig teil gebeten habe, Mi seine Diö'-esw^en die dringende Ani- wMerung. rn den nücknsten Tagen für die Sammlung Herzen und r- ö *5 Vlt imb trendig zu ömtnt. Er selbst habe dem General ans ,elne Bitte p->siwmdend geamtw>rtet, daß er- nichts wüßte, ivas er lieber täte, als dieser Ausfiordornng zu entspreck-en. "" Vom Taunus, 30. Mai. In die'en Tamm kann der F-eld.-erg ans eine 90räln-ige Besiedelung zurückolichm. tCT Hechtaunus schon seit dem 18. Jah'-hnudert gern von Wan verern misgesncht nnwde, so sorgte man doch anffallendertveiie erst recht spät >ür geeignete Unterkunft gegen die Wittenmqsundilm-,* tinr dem r.rfblvrg. 1828 tieft der frankfurter Physikalisch' Verein aus dem Kulm ein rvl^s Vl«kl)aus erricki^en. 1851 bauten Frnnk- furter Künstler ein Bierzelt, vmi dem noch hurte im Histvnschm Museum zu ?uunksilrt ein ausgezeichietes 0Kmälde vorhanden ist. Tein Zelte folgte 1853 ein zweitns. 1860 baute Bürgiernreister ungeheuer ans Obnnxnfenlxntg mit Unterstntzimg de> Geugr^nlichm Dsrems m Frankfurt das alte Fe l d b e r g'ba u s. Hier wurde 1882 eine Po,mgmtur und steter eine der ersten Fern'vr'btellcm m weite'.em Um-krerse eingericks^ct. Ter nun von Jahr zu'Jahr wachsende Waridritierkehr auf dem Feldberge forderte dann den Bau von zwei weiteren Gasthäusern, die vvn dm beidm Neistm- berger Bürgern >Ltimn und llnge^ier' 1895 und 1896 crrichet wnrvm. Am 12. öftoBer 1902 gesellte sich der Frldbergtuuni ^w'mEikbs zu den drei GaW urfern In wenigen Jalnn wird aus der Kuppe der rwn einem Turnsrn.-nde gestiftete H ul kn bau Tur b.c Feldbergfche erstrl-en. — Ter Heine Feldlxig hat vor 5 Jahren mich ferne erste Ansiedlnng erhalten: die meteorologischen statinen und die GTbM^viixrrte der Universität Frank ir: ü). -o5iti H uns r ü ck, 31. Mai. In Siniinern gibt e? einen alten ^,-rm, den Vi:m:n Sck>i..>?rt>. nitics t :lr m hat, mi Marine Verein. Heute, 31. Mar abends 10 Uhr trifft Kamerad 4124 Kapitnnletttnant Schuiehl hier tin. Zusamniknkunst zur Begrüßung 9-/, Uhr bei Hopfeld. Dunkler Anzug, roeiijt' Mütze. Vollzähliges Erscheinen erbittet Der Vorstand. bekannte Räuberhauptmann Schrnderhannes, der vor über 100 Jahren in Mainz hingerickstel ivurde, aus diesem Turm einmal entsprungen ist. 9hm hat man zivei franzäsistlZe jvricgsgefangene, die aus dem Gefangenenlager bei Lmidau entsprungen ivaren, und sich hierhin verzogen hatten, wo sie il^en Lebensunterhalt durch Einbrüche jit gennnncn versncksten, im Walde bei Biebern fcsd gel-alten und in dem bctr. Turm verwahrt. Ueber Naüü brach der eine mit eipem Eimerhenkel die Wand des Turmes durch und entwischte. Hessens Weinlmn und Weinernte 1917. Tie Grvßh. Hessische Zentralstelle für Landcsstatistrk veröl fcntlrchit ein? Fülle fesselnden Zahlenmaterials über den Weinbau und die Weinernte 19l7 im Großherzogtnm Hessen. Im Ertrag standen 12 948 da Land und zwar 11 844 da fiffc Weißwein- und 1104 ha für Notweinreben. Tie Provinz Oberhessen ist an der gesamten Anbaufläche mit einem ha beteiligt. Diese Fläcks« erbrachte erneu Mosterttug von 444 1.50 dl gegen 280 915 hl in 1916 und 514 422 hl in 1915. Ter Mostertrag belief sich pro ha 1915 ans 39,5 hl, 1916 aus 21,6 und 1917 auf 34,1 hl. Ter Gesamtwert des erzeugten Mostes stellte sich 1915 auf 23 955 711 Mk. (trotz des hvl^n Mwsbertrages!), 1916 auf 41 426 491 Mk. und stieg 1917 auf die Phantast! ich? Höh? von 140 386 510 Mk. Ter Tiirchsch.nittsw'ert betrug für die Gesamt-Mosteimte während der Jahre 1905—1914 aufs Jahr 11 289 473 Mf. Durch chnittlich betrug der Mostuvrt von einem Hektar 1915: 46,6 Mk. itrotz der Netvrdermte!), 1916: 147,5 Mk. tmd 1917: 316,1 Mk. Es belief sich demnach der Geldrohertrag von 1 ha Nebfläche für 1915 ans 1839, 1916 auf 3180 und 1917 auf 10 842 Mt. gegen im Dirrchsckmittsertrag von 854 für die Jahre 1905—1914. Ten h-ö-ckfjen lErntoertrag hatten Mzep und Umgebung mit 120974 hl— 36 697 301 9J*f. Wert: dmm folgen Worms mrd Umgebung mit 79 278 hl ---25 487 282 Mk. Den höchsten Moft- erti'ag aus 1 ha l>atte das Rbünhessischl' Nahe^ebiet mit 46 dl. Ten luchs en Durch'ckmittstrert von 1 ha Rebfläckse er-zielte ebei,falls das NlseinHeinfcki' N-gi^egebiet mit 14 818Mk. Tas sind Ziffern die für den wirtschrMichm Wohlstand der hessischen Weinbau gebiete eine beredte Sprach? reden. lich.gewählt, der den Fürsten zu dem großen Unternehmen kx glück- wiinschte, von dem er eine reich- Ent) «klung erhofft. Nach beU Bildung verscksiebener Ausschüsse erstattete der Leiter der Akademie, Gel-eimrat Schreiber, Bericht über die Vorarbeiten, den Ausbau und die zukünftige Entwicklung. Unter den Stiftungen rag- lene des Vaurats Kellner lBarmen) von X U Million Mark hervor. Geheimrat Kahl schloß mit warmem Tank für das tiefgehende allgemeine Interesse an der gemeinscksastlichen Arbeit. Ter Abend endete mit Konzert und Gesangsvorträgen, Zapfenstreich imH Feuerwerk im Schloßgarten. sverl Nit verst cit^- 77 cilc 1 ,rtcl)ten. Die Fürst Lcvpold-Nkgdemie in Dcrmold. . Detmold, 30. Mai. (MTB.) In feierlicher Weise vollzog sich nachmittag im Thwnsaal des altertümlichen er- rnnerungsvollen Nesidcnzschlosses die konsdituierende Sitzung des Ehrenansschusses der F ü r st- L e o po l d - A ka d e m i e, zu der zahlreiche Teilnehmer aus ganz Deutschland erschienen waren, die von dem Oberhofmarichall v. Loos und dem Ehcf des Geheimen Zivilkabinelts v. Eppstein begrüßt wurden. Fürst Leopold, begleitet von sernan Brüdern, den Prinzen Ber^il-ard ilnd Julius Ernst, bot in seiner Eröffnungsrede ein herzlickyes Willkommens und dankte für die tiefe Anteilnahme an der Akademie, die den tüchtigen denischeu Söhnen die Bahn ebnen solle zum Wohle der 0K,amtl)eit. Ans dieser Erkenntnis, fuhr der Fürst fort, reiste der Plan zu die,cm neuartigen tvisscnschaftlickm Unternehmen, in dem, Wunsck>c, dem Vaterlande zu dienen. Gott dienen, heißt dem Nächsten dienen. Zu einem solckn'tl Ticnst haben nur uns zusammen- gcfimden bei diesem Werk, von dem Gott rStröme des Segens ausgchen lassen möge in das Leben der Völker und Staaten _ Zum Borsipcnden w . ■ i-nrat Professor ii a 0 l ^Ber- vernr i schier- Moskau, 30. Mai. (WTB.) Ein ungeheuerer Brand m der Nähe des Bahnhofs der Eisenbahn Kasan—Äioskau am 26. Mai erzeugte eine statke Explosion von Artilleriemuni^ t^io n in vie^n Dutzend Wagen. 350 Wagen mit brennbarem, Sprengmatecial und Vorräten verbrannten, Dutzende von Aicn- sckien lind vermutlich umgekvmmen. * Die dritte Generalversammlung des Verbandes deutscher Hausfrauenvercine wird in diesem Jahre in den Tagen vom 25. bis 27. Juni in T r e s de n in dem von der Stadt zur Versügung gestellten Bibliotheksaal des 9ctuen Rathauses statt finden. Es werden sprechen: Herr Professor Bruck, Leiter des Seminars für Vcrsich?cungswisscniänrft in Hamburg, über ,.Vcrsiä^inngsrechtlick-e Probleme", ein Thema, das an die neueste in Llngriff genommene Arbeit des Verbandes, die Kranken- und Fürsorgevecsick-erung der Ha?:siranen, anknüpft. Frau Hedwig Heyl-Bcrlirk, über ..praktische Tagrssragen für die Hausfrauen- vereine" und Baronin v. Honi-Münä-en über „Gemeinsame Arbeit der hauswirtscl-afll-chen Schulen und Hausfrauen vereine der An- g.'stelltenfrage gegenüber". Ein ösfrntlichrr Alrndrortrag von Herrn Pwjessor Voigt, Leiter des Botanischen Instituts für angewandte Botanik in Lwmburg. wirv „Unsere wichtigsten kolonialen v'ioh tosfe Nahrungs- und Genußmittel, b-e^pin st fasern und Kautschuk" an Hand von Lickü- und Wandelbildern zur Darstellung bringen. — Ter übrige Teil der Tagesordnung ist den reichhaltigen Fragen und Arbeiten des Verbandes und der ihm angeschlossenen Hausfrauen- vereine gewidmet. * Die häßliche Germania-Po st marke eMich durch eine, dem gegenwärtigen hohen Stand der deutschen Gebraucl)s- graplnk entsprcck>eißdc neue Frümarke zu ersetzen, ist ein sckwn oft geäußerter, aber leider bisher noch nicht erfüllter Wunsch nwhl des ganzen deutscheir Volkes. Woran es liegt, mag liier nicht untersuchit Iverdeu. Jedensalls dürste cs allgemein svenbäg begrüßt werden, daß eine Ml/ilfe in greifbare Nähe gerückt erscheint, indem das Kgl. Lau de sgewerbe museum in Stuttgart soeben ein großes Preisausschreiben zur Erlangung gediegener Künsttermt- würfe erlaßen hat. Durch die Stuttgarter Baut Stahl & Federer A.-G., die bereits in einigen Wettbeiverben ihre Kunstliebe betätigt hat, in den Stand gesetzr, schreibt die 2)!useumsdirektion (G. E. Pazaurck) Preise im Geiomtbetr-rge von nicht weniger als 8000 Nkk. aus und fordert alle berufenen deutschen Künstler deine Dilettanten) auf, dieser Frage iiwc AustnerKamkcit zuzuwenden. Die Frist bis Ende August ist reich bemessen; das fachmännische Preisgericht bürgt für die gerechteste, von jeder Einseiticsteit freie Beurteilung aller Arbeiten, von denen die besten dem 9i?ichsPostamt zur VerfügimA ges'c.lt werden sollen. Die näheren Unterlagen kann jeder Künstler, besonb^rs jeder Graphilvr, aus Wunsch sofort von dern genannten! Museum ko..eulos ' ' " Äs'rötmg! ■ &■■■««« i^üiios Vermietungen Ptnslon Braaä! (Btiltva«) dienen Baue 22 Gut möblierte Zimmer mit Serpflennnn. Bad. 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In unvergänglichem Andenken steht seine Gestalt unter den großen Führern, die der Menschheit im Kampfe um die Eroberung der Luft vorangeschritten sind. 4107 D Der Verein für Luftfahrt in Gießen. Mittwoch abend verschied nach kurzem Krankenlager meine geliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Schäfer geh. Kimme! im Alter von 65 Jahren. Für die tief trauernden Hinterbliebenen: Joh. Georg Schäfer Giessen (Bleichstrasse 11), den 31. Mai 1918. Die Beerdigung findet Sonntag den 2. Juni, nachmittags 4 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 4 m m m ' ffl Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb unser treuer Kamerad Gefreiter Willi Lotz Reserve-Infanterie-Regiment224, l.Batl., 1. Komp, ausgezeichnet mit der Hess. Tapferkeitsmedaille. Ehre seinem Andenken Seine Kameraden. Lang-Göns, den 31. Mai 1918. 02084 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass Mittwoch nachmittag 1 / 2 12 Uhr unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager, Onkel und Pate Herr Philipp Freund!!., Landwirt naoh längerem Krankenlager im Alter von 78 Jahren sanft entschlafen ist. 1 Die trauernden Hinterbliebenen*. Familie Jsastus Neuling II. Kaspar Kahl Theodor Kritmer Friedrich Freund Ludw. Freund LI Alton-Buseck, den 31. Mai 1918. ui« Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr statt. Nach Gottes Ratschluß wurde am 30. Mai mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater und Großvater Herr ZoHann Georg Bfogel II. Schneidermeister durch einen sanften Tod von seinem schweren, in Geduld ertragenen Leiden im Alter von 57 Jahren erlöst. Er folgte seinem am 23. März d. I. gefallenen Sohne Karl. Anna Elise Singe! geb. Dingel Lehrer Georg Singel und Familie. Gambach und Södel, 31. Mai 1918. Beerdigung: Sonntag, 2. Juni, mittags 2 Uhr. 02106 Allen, die uns bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen so viel Liebe und Teilnahme erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Reinhard Krause und Kinder. Jedem Liebhaber einer guten Pfeife wird Gebrüder Müller's N.-K.-Tabak-Ersatz bestens empfohlen. Derselbe ist eine hervorragende Mischung auö tabak- ähnlichen Rauchkräntern her- gesteül (Geschmackund Geruch sehr angenehm)und kann ohne Beimischung v. echtem Tabak geraucht werden. 4085 V 10 Pakete zu 100 erM. 12.00 40 „ „ 100 „ „ 43.00 100 „ „ 100 „ * 95.00 500 „ „ 100 „ „ 450.00 1000 „ * 100 * * 850.00 General-Vertrieb oad Versand iarik C. H. Scherer, Büdingen lOberhessen). Telephon 45. Die verehr!. Einwohnerschaft wird höfi. ersucht, Fleisch- und Wurstwaren längstens bis Samstag mittag um! Uhr abzuholen. Die wärmere Witterung, der Mangel an Eis usw. macht es für die Metzger jetzt zum öfteren unmöglich, Fleisch- und Wurstwaren längere Zeit auszubewahren, so daß letztere leicht dem Verderben ausgesetzt sind. Es liegt daher im eigensten Interesse der verehr- lichen Einwohnerschaft, wenn sie der hiermit ausgesprochenen Bitte um möglichst frühzeitige Abholung nachkommt. «iwo Der Vorstand derMscher-Imung Gießen Grosse i« Bad Homburg v. d. Höhe. Im Auftrag deS Bevollmächtigten versteigere ich am 3., 4. und S. Juni, vorm. 10 Uhr anfangend, gegen sofortige Barzahlung das gesarnleJnveritar des verkauften Grand-Hotel, Luisenstraße 89, an Ort und Stelle: 53 Alt!ii««r-Mrilands. An den eindrucksvollen Vortrag schloß sich eine erngel-ende Aussprache, cm_ der sich Prof, v S ch i a n - Gießen, Geh. Krrchenrctt v S ch l o s, e r - Frankfurt, Pfarrer Weck. Prof D Budde u. a. m. beteiligten. ** Jungwehr. Samstag, 1. Juni S 1 U Uhr: Antreten an der Uinversttätsbibliothek. kirchliche Nachrichtem Israelitische Rellgionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag 1. Juni. Vorabd.: 8.30: mora.: 8.30 Predigt: abds.: 9.45 u. 10.25. — Israelitische Reli^ionsgesellschasl. Sabbatfeier am 1. Juni. Freitag abd.: 8.15; Srmstag vorm.: 8.30; nachm.: 4.30: Sabbatausg.; 10.25. Wochengottesdienst: morg. 7.00, abds. 8.00. Sricf(a(kn dev Redaktion« t. K. in O. Ter Preis für abgelieferte Guinmibeveifung ist vom Kriegsantt (Kriegs-Rohstoff-Abteilung) in Berlin festgesetzt. Wir empfehlen Ihnen, sich dorthin zn wenden. Kein Deutscher darf seinen Dank den heldenhaften Brüdern weigern, die mit ihrem Leib Deine Heimat und Dein Haus beschirmten. Schaff ihnen neues Leben, neues Wirken! Zeig Dich ihrer wert! Schließ Dich der Lndendorff Spende an! vermochte». kv. Würzburg, 30. Mai. Der Postselretär W e y d e wurde nachts in seiner Wohnung erstochen. Sein Schwager, Magi- stvatsoffiziant Werner, ist der Tat verdächtig verhaftet worden. ** Jugendwettkämvfe 1918. Die diesjährigen Au s - scheidungskämpfe für Jungnlannschaften des Kr eises Gießen finden Sonntag, 9. Juni, vormittags 8 l / 2 Uhr, auf der Hardt statt. Nach den eingegangenen Verfüg imgen tritt an Stelle des .Hindernislaufes der Schnellauf über 100 Meter, so daß für die Ausl cheidungskämpfe als Uebnngen in Betracht kommen: 1. Schnellauf über 100 Meter, 2. Handgranaten-W-eitwurf aus dem Lauf mit .Hinwerfen, 3. Weitsprung ohne Sprungbrett.. 4. Ent- fernungsschätzen urrd 5. Schtrell-Seh- imd -meldeübung. Die Endkämpfe der Provinz Oberhessen finden ebenfalls auf der Hardt Sonntag, 23. Juni vormittags 8 V 2 Uhr, statt. Zu den obigen Pflichtübungen treten hierbei noch Wahlübnngen. Die Wettkämpfe nm den Hindenburg-Schild ftnden Samstag, 22. I u n i 4 Uhr, auf der Hardt statt. ** Besitz Wechsel. Der im Jahre 1913 von der Gräflichen Brauerei infolge Zwangs Verkaufs erworbene Wind hol bei Gießen ist zum Preise von 82 000 Mk. cm die Firma Schnnk und EVe, Fabrik künstlicher Kohlen in Für l d a . verkauft worden. Hessen-Nassau. v ch. Von der Mosel, 30. Mai. Eine Besichtigung der fei Senheim entstandenen Hoch- und Bergwasserschäden wurde durch den neuen Regierungspräsidenten v. Gröning und Beamte der Kgl. Regierung in Zell und Cochem vorgenommen. Dafei handelte es sich außerdem um Besichtigungen und Besprechungen der Pläne für die rechtsseitige Moselbahn, deren Durchführung mit einigen Moselbrücken in der genannten Gegend nötig ist. Die Unternehmungen haben große Schwierigkeiten an den fetr. Stellen, weil die schwierige Kreuzung dicht oberhalb der bekannten oorspringenden „Senheimer Lap" in Frage kommt. Wenn der Bahndamm freilich nicht unmittelbar am Ufer her, sondern landeinwärts durch die Berge geführt wird, dann kämen diese Schwierigkeiten nicht in Betracht, auch wäre das Projekt so wirftä-aftlicher. und das reizende Beilstein und das herrliche Senhüm blieben in ganzer Naturschön- heit erhalten. Kreis Wetzlar. ra. Aus b e nt Kreise Wetzlar, 30. Mai. Sämtliche Schulen unseres Kreises sind verpflichtet, mirrdestens dreimal in der Woche mit den Kindern Frischlaub zu sammeln und zu Heu zu verarbeiten. *TerVerbandfürJugendwohlfahrtinDarm- stadt hat in der letzten Zeit verschiedene Merkblätter („An Brautleute", „Ein offenes Wort an die Jugend", „Jfe deutschen Väter und Mütter", Für Volkskraft und Gesundheit" usw.) herausgegeben,. die auf Wunsch gerne kostenlos zugesandt werden. Anfragen sind zu richten au die Geschäftsstelle des Verbands für Jugeudwohlfahrt, Darmstadt, Waldsttaße 6 . Zimmer 2 . * 2H£ unter der Schirmherrschaft des Großherzogs von Sachsen stehendeRenten- und Pension s a n st a l t f ü r d e u 1 s ch e bildende K ü n st l e r (Maler Bildhauer, Architekten, Kunstgewerbler, Kupferstecher, Radierer, Zeichner usw.) mit dem Sitz in Weimar hat ihren Geschäftsbericht für 1917 erscheinen lassen, der den gemeinnützigen Zweck der im Mai ds. Js. auf ihr 2 5 j ä h r i g e s B e st e h e n zurückblickenden Anstalt aufs neue deutlich kundtut. Letzte '^2^rrc^)vicdten. Dev neueste Nevkebt dev KeeveLleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier. 31. Mai. (Amtlich.) W e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Arlilleriekänrpft wechselnder Stärke. Kleinere Jnfante- riegefechte. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Dem von der Ailette-Front südlich der Oise weichenden Feinde stießen wir über die Oise und Ailette scharf nach und gewannen die Linien Vrerigin^-St. Paul—Trosly— Loire. Nördlich der Aisne warfen wir im steten Kumpf den Feind über Bieucy—Chavigny zilrück. Südlich von Soiffons führte der Franzose Kavallerie und Infanterie zu heftigen Gegenangriffen vor. Er wurde von unserem Feuer vernichtend gefaßt und geschlagen. Wir haften die Straße Soissons —Hartenes überschritten. Die in der Richtung auf Fereen- Tardenois von Südwesten über die Marne mw von Südosten her herangeführten französischen Divisionen vernwchten trotz verzweifelter Gegenangriffe nirgends unseren vonvärts- drmgenden Korps erfolgreichen Widerstand zu leisten. Rückwärtige Stellungen des Feindes bei Arcy u.w Grand Rozoy wurden durchstoßen. Südlich von Fere-en-Tarderwis haften wir die Marire erreicht. Die Höfen bei Chainvoisy, St. Gemme, Romigny sind in unserem Besitz. Auf dem Südufer der Aisne, westlich von Reims, wurden Germigny. Gueux und Thillois genonrmen. Gesängenenzahl und Beute sind ständig im Wachsen. Mehr als 45 009 Gefangene, weit über 400 Geschütze, tauende von Maschinengewehren. Der Erste Genernlgnarticrmeister Ludendorff. Der Kaiser und Hindenburg auf dem eroberten Winterberg. Berlin, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Kriegsbericht- erstatter Kart Nosner schreibt im „Bert. Lok.-Anz": Schlachtfeld un der Aisne, 28. Mai. Genau 24 Stunden, nachdem unsere Stürmer die letzten Engländer auf dem Winterberge niedergekämpst hatten, ist der Ka i s e r feute in fern längst unter dem Feuer des Krieges vom Erdboden verschwundenen C r a 0 n n e erschienen, um von Ha xnts die so lange !mch so lieiß unrkämptte Höhe, die nun schon toieder tief in dem nettgewonnenen Lande liegt, zu ersteigen und von ilirem 'beherrschenden Gipfel «einen Blick über das Schlackst feld zu gewinnen. Eraonne ist jetzt eine ausgelöschte Stadt. So ist diese einstmals von Waldlarch und Wiesens! ächen bestandene Höhe ein kahles Grauen, ein steiler Berg aus aufgewühltem Kreidekalk, auf dem Drichhftr -,an Trichter liegt und in dessen tiefen Stollen Löcher gegraben sind, und der furchtbar mit Drahtstellungen und Maschinengewehren betrehrt war, bis unser Feuer und unser Sturm diese Waffen des Berges zerbrachen und seine Bertechiger besiegln. Alles Entsetzen des Kampes vedet noch aus den Bildern dieser zerbrochenen Unterstände und dies>er zerschlagenen Stellungen. Unsere Leute sind eben dabei, die toten Engländer zu begraben unds das überreiche verlassene Material zu sichten. Der Kaiser über- ßrh von der Höhe des Berges die wette Linie der Kämpfe und sah nach Reims, das unter den Rauchsck-waden gewaltiger Brände lag. Er war soeben noch in die Betrachttmg des überwältigenden Panoranras versunken, als auch der General eld mar schall auf der Höfe erschien. Der Kaiser hatte ihn: gestern von. seiner Absicht gesprochen, den Winterferg zu besteigen, und Hindenburg hatte daraus den Wunsch, dort mit dem obersten Kriegsherrn zusmnmenzutreffen. Der Kaiser sprach es aus, daß er das Glück, von dieser neu- gewonnenen Höhe über neugewonnenes Land zu blicke::, doppelt stark empfinde, da er es nun mit dem GeneralkeÜ>marsck)all teilen könne, mit ihm, dessen Arbeit einen so geivaltigen Anteil an der glücklichen Führung dieser Schlacht hat. Gememsam mit Hindenburg besichtigte der Kaiser dann in einem langen, langen Marsche Mischen! Gräben, Trichtern. Drähten und Einschlaglöchern die bezwungenen Abwehrstellungen des Damemv^ges. Ms er denGeneralfeldmarsckxül einmal fragte, ob ihm dieses Klettern nicht zu beschwerlich wäre, meinte Hindenburg lächelnd abwehrend: >.Es ist mir ja so gesund. Euer Majestät, daß ich ein wenig in Bew.'gung komme." Zwischen den unzähligen votuvartSmaiffchierenden Männern und vordrüngen-- beit Kolonnen durchschritten beide dann den Weg nach unten zurück durch Cvaonne. In dem Trichterlande von Craonne trafen sie wieder ui:erwartet, aitf den Kronprinzen, der eben von seinem Bruder Eitel Fritz und dessen Division kam und vor zu den Kampfe trtrppen wollte. Die Begrüßung des Kaisers mit dem Kronprinzen, die sich nach diesem neuen Siege zum ersten Male sahen, war voll glücklicher Herzlichkeit und fand ihren jubelnden Widerhall in den lauten Hrrrrarusen der Truppe, die immer wieder in diesen Tagen schwersten Kampfes die 3(ähe der höchsten Führer als ein Zeugnis deutscher Svldateneinhat aus dankbarem Herzen bejubelt. Der Eindruck des deutschen Sieges in Paris. Berlin, 31. Mai. In Paris rüstet sich, der ,^Zvffischen Zeitung" zufolge, ein großer Teil her Bevölkerung zur Flucht, nachdem die wohlhabenden Schichteit. luie man sich ausdrückt, Vvn ihrem Ostercutsfluge noch nickt zurückgekehrt sind. Tem „Berliner Tageblatt" zufolge soll sich Clemenceau in tief erregter Stimmung befinden. Lluch Tränen liesm ihm aus den Augen, wie es in einer Mittelluttg feißt.