Nr. 121 Der S letze«« erscheint tägttch, außer SonntaqS. — Beilagen: Oietzener Famkl iendlLtter; Areirblatt skr tzea Ureir Gieße«. vezil-rpreir: monatl. Wik. 1.20, vierte!« jährlich Wik. 8.60' dlrrch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Wik. 1.10; durch die Post Wik. 3.ö*)oiettel- jährl. auöschl. Bestellst. . Fernsprech - ?lnsllüüsie: für die Schristlei tunq 112 Verlast, ^eschätl^stelleöl AnschriilfürDralltnach- richten: Anzeiger ließen. Erstes Blatt M. Jahrgang Montag. 27. Mai M8 psstschetNsnts: Hraurfurt «.M. 11686 Zwillmgzrunddruä u. Verlag: Vrühl'jche Unix Bankvettehr: Sewerdedank Gieren u. LLeindruckerei R. Lange. ZchrLstMuttg, GeschästrfteUe ».Druckerei: Zchulstr. Z. ...ii UijUit von Aszei-e, die LageÄnunnne: 6t- zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbindtichkett LelleNjZreise: für örtliche Anzeigen 26PH,für auswärtige 30 Pf., ‘iir Reklamen Dtk. 1.— ; bei Platzoor- schrift 20'/. Ausscklaa. Hal,ptschristleiter: Au^. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goeh; Stadt >ind Land.VerinischteLu.Ae- richtssaol: W. Wter^r; Arlzeigenteil: H. Aeck; sämtlich in Gießen. (WTV> Grobes HauptgAartier. 25. Mai. (Amtlich.) westlicher Kriegsschauplatz Die Kmnpstätigkcit der Artillerim blieb tagsüber bei Sturm und Regen in mäßigen Grenzen. In Verbindung mit nüchtlicken Dcil.angriffen des F-eindes nord'.vestüÄ vom lammet und nördlich und westlich von Albert nphm sie vorstöer- gchmd große Stärke an. Die feindlichen Angriffe brachen überall verlustreich zusammen. Bei Hamel rvarftn wir dm Feind im Gegenstoß zurück. Im übrigen wurden seine Sturmtrupps! schon vor unseren Linien zusammen geschossen. * Die Besatzung eines Deobachterfl-ngzeustes. Lmtnant Eisenmenger und Vizeftldwehrl Gnnd, fyxt am 23. Mai aus ekler Kette vvn 6 englischen Kampfnnsitzern 4 Flugzeuge av- ge-chojieu. Der Erste Generalgnartiermeister Ludcndorsf. (WTB.) Großes Hauptquartier, 26. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich vom Nieuvvrt-Kmml und beiderseits von Dir- mukdcrt luchu.en wir hei ftdnrrtm Unternehmungen mehr- als 70 Belgier affinsten. — DaS ttgsützer mäßig? Artillerieseuer vvnK: am Abmd in ettrSlrAM Abschnitten der Kampffronten lebhafter. Rach Eintritt der Dunkelheit trat im Kemmcl- tzebiet, südlich von der Somme, zwischen Morcuil und Mont- didier K-ittveilig erhebliche Feuersteigerung ein. — Bei Buc- tp^y scheiterten mehrfirche englische V-orstöße. Auch in den übrigen Abschnitten dauerte rege Erkuvdungsiätigknt des Feindes int. Hierbei wurden westlich von Montdidier Amerr- k-rrwr, im Ailette-Grunde Franzosen und aus dem Südufer der Aitzle, nordöstlich von La 9teuvit!e, Engländer gefangen. Der Erste Generalquartienueister Ludendorf k. Die ASendVerichte. Berlin, 25. Mai. abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegsschauplätzen nichts Mues. B e r l i n, 26. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Nach Mlson spricht Lloyd George. Sein Ton ist viel rmmiger zuversichtlich, als derjenige des amerikanischen Präsidenten. Ueberall muß er Bedenken beschwichtigen, Besorgnisse aus dem Wege räumen. Wo ist das stürmische Draufgängertum des Mannes geblieben, der einst das Wort vom „Knock out" gesprochen hat? Es ist interessant, wie Lloyd George den zunächst bevorstehenden schweren Ereignissen an der Front in Frankreich und Belgien ins Auge blickt. Da schnobt er die ZurZersillft für das Ergebnis aus Andere ab. Gibt es einen großen Mißerfolg für England, dann hat er seine Logik, seine Gründe, bereit, und Andere haben das in sie gesetzte Vertrauen nicht gerecl)1 fertigt. So umrahmte Lloyd George den neuen Oberkommandanten General Fach mit Vorschußlorbeeren. Dieser Mann ist ein großer Stratege, er wird's machen. Allein er hat noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen: auf die amerikanische Hilfe kann zunächst nicht gerechnet werden. Wie man sieht, räumt Lloyd George auch die Besorgnisse einiger deutscher Schwarzseher hinweg. Anverrka hat bisher mrr ein Fünftel der Unterstützung gewährt, die Deutschland infolge des russischen Zusammenbruchs zu seinen Gunsten buchen konnte. Also knallt die Peitsche Lloyd Georges über der a m e r i k a n i s ch e n Dampfwalze: es handelt sich, so sagt er, im Grunde nur um einen Wettstreit oder Wettlauf zwischen Hindenburg und Wilson. Ob der Amerikaner von diesem ihn rühmenden Vergleich so erbaut sein wird? Er wird wohl inehr den anfeuernden Peitschenknall als sonst etwas Schönes heraushären! Lloyd George sprach ferner ausführlicher als früher vom U-Boot Krieg. Jetzt auf einmal hören wir von ihm, daß meser Seekrieg für England eine „G e f a h r" gewesen sei, wNan sei er allerdings nur noch eine „Drohung". Also waren ^-loyd Georges frühere Charakterisierungen und Bewertungen des U-Boot-Krieges falsch. So ganz bedenkenlos klingen ja auch die neuesten Beruhigungen des englischen 2 Nicht. Er spricht mit einigem Schauer von der „Luitroiwr" für die alliierten Heere, und wenn er so das Buo des chr diese Luftröhre bedrohlichen Messers bei seinen Landsleuten heraufbeschwört, so kann man es ihm nicht eigentllch übel nehmen, wenn er die Aufgeregten ein bißchen tröstet und beschwichtigt. Man soll nacl) seiner Meinung das Unvermeidliche nicht nur mit Würde, sondern auch mit einein gewusen satalistiscl)en Optimismus, gehoben durch einige.Ablenkungen, stbleugnungen und — Fälschungen, tragen. Der ÄrK^ lxrrf den Kramten auch manchmal mit frommen Be- trug beruhigen, so kalkuliert der englische Minister. Wir aber wissen, daß es durchaus unwahr ist, die Zahl der Versenkungen werde übertroffen durch die Vernichtung von U-Booten, und was dergleichen Vortäuschungen mehr sind. Heule scheint wirklich einmal ein deutscher U-Boot-Kreuzer von den Engländern versenkt worden zu sein (siehe unter Seekrieg!), und flugs posaunt es die englische Meldung in alle Welt, während sie sonst von Vernichtungen der U-Boote in übergroßer Vorsicht schweigt. Zum Uebepstul; Lloyd George Mtürlich auch wieder die alten Verdächtigungen gegen Deutschland ein- streuen, nur den in England e"U-.astenden Geist der Ernüchterung niederzuhalten. Wir wollten uns nur den Korb möglichst füllen, und unsere Di.- ,-m ;iea seien nur die Handlanger der militärischen Führer. -Offenbar hat Lloyd George von den neuen Angriffen Erzbergers gehört, und da sucht er natürlich dessen Chancen im deutschen Volke durch solche Kunstgriffe etwas zu verbessern. Früher schrie er. wir hätten Angst, fühlten uns schwach, jetzt sagt er, wir wollten uns den Korb füllen. Wir können Beides verlachen. - ■ f-ir.C Jga* -eKT-nu»-". — Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 25. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlantbart: Die Kämpft im ZrMnr-Rnmn slauvcn gestern wesentlich nb. Auf der Hcchfs^-e von Asingo und an dem unteren Piave scheiterte.! f.übliche Erlstndungsvorstt)ß?. In Riva, wurdet! durch feindliches Artilleriefeuer einige Häuser beschädigt. Uctber dreißig feindlAÜ? Flugzeug haben Fell re mit Bontben belegt. Ein Zivilist wurde getötet, acht wurden verwundet. 3onft wurde nur steringer Suchschaden erzielt. Feld- Pilot Offizier-Stellvertretcr von Ki ß, einer unserer erfvlg- revttiften Piloten, wurde im Lustkantpf abgeschossen und wt seborgen. Der Chef des Generalstsbes. Wien, 26.Mai. (WTV.) Amtlich wird verlmttbart: Außer einigen dunckr Artillertefeuer mrlerMtzten Ev- kundungsversmL^en der Italiener am To na le-Abschnitt keiu-e besonderen Ereignisse. Der Chef des Generalstubes. » . Der türkische Bericht. Konftanlinvpel, 25. Mai. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht. Palästinafron t: Ein nach mehrstLrdiger Fenervorberei- tung nachts östlich der Straße Nabln s—I ernsalem gegen; Unsere Stellungen vorb'c'.'chendes feindliches Bataillon wirrde ab- •geitriefcjit Und erlitt schwere blutige ^Verlirsüe. Dasselbe Geschick ereilte feindlich abgcscssene Eskadrons, die im Jordantal nach Norden vorzndringen versuchten. Im Jordanbecken verhielt sich die feindlich Artillerie tätiger als sonst. .Ji! der Gegend von Jericho und nordöstlich lebhafte Tcftigkcit in den feindlichn Lagern. Am 21. Mai warfen englisch Flrrgzauge zwanzig Bomben auf Medina, die keinen Schalxm vernr', allsten. ^Jn den Dardanellen kam es zu Luftkmnpfen zwischen einigen unserer Kani Pf slugzeuge und fernd-lichn Flugzeugen. Im Verlause des Kampfes schtz Oberb-ntirant C r o n e i f e ein feindliches Kannstslügze'ig ab. das bremsend abstürztc. Die Reste sind in unserer Hand. Dies ist das sieberrte Flugzeug, das Oberleutnant: Croncise ltzer abschß. Auf den ülirigen Fronten ist die Lage unverarldert. Eine Mntnerrfche Abordrurn^ beim Kaifer Karl, Wien, 26 .Mai. (WTBl Der Kaiser empfing gestern in Gegenwart des Ministerpräsiden.ten Tr. v. S e i d l e r niehrere Deputationen ans den südlichen Alpen ländern. Die Führer der T-epiltativnen wiesen darairf hin, daß in den meisten dieser von Sloveneu und Te»ttsll)inr bewohnten Gebiete bis vor kurzen: ein sneundschaftliches Verlstiltuis zwrschn den beiden Volks- stcnnmen bestand, das ledoll) insbesondere durch die bekaautic vorjährige südslawische Mardeklaratron gefährdet wurde, welch u. a. auch auf die Störung des irationalen Jmiedeus hin-arbeite. In der DeMtatiou war auch die slomuiisch Ste- jero-Partei vertr.llen, deren Programm seit jeher strenges Festhalten des unzerreißbaren Zusammenhanges der .Grönländer mit dem mällsti«)en, unzerstörbaren Oesterreich sowie die genrcin- same wirffchrstluhe Arbeit der Teutschn und Sloocricn war. Auch d-er Sprell>er diesen Deputation erbat, ebenso wie namentlich der Führer bn Deutschen von _ Untersteiermark und Krain, ein entschiedenes Machtwort des Kaisers gegen.die südslawisch Propaganda. Endlich iwir auch eure Vertretung der Deutschen T r i e st s und des Küstmlandes erschienen, die auf die natürlich, wichtige Rdlle des Deutsch uns für die Beziehungen des Ne ich Hafens . und der ganzen PceeveLküste mit dem Hinrerlaude hinwies. In Enoiderung auf die Ansprach der kärntnenschn Deputation sagtc der Kaiser ernsch.teste w^ihlwollendste Erwägung der vorgcbrachten Wiprsch zu .Das Bedürsnis, die noch offene Nationalfrage des Staatsu^sens eft:er Lösung zarzuführen, sei in unseren Tagen noch dringender geworder: im Interesse des AufschvLMgs des Vaterlandes. Nach der ihm auferlegtep glänzend bestandenen Prüfting müßten die immer nneder^ch'ende;; Anlässe zu MlcrauiÄülZn: kräftcr^mzehnnchm lldeilnrügen beseitigt loerden. Darum gelte es, die Bcdiiupmgcu für das Zusammenleben der einzelnen Völker in: Staate zu kläre,: und zu verbessern. Die Aufgabe t-cr Iiogierlmg Üverde cs sein, ft: ümigem Zusaurnw,:- toirken mit berufenen Vertretmu d^u: :'.^>ölvcruug die nchrigen östundlagm: dafür zr: eruütreln Welch Aeudcrun'.wn auch imn'.er in den Einrill)tm:gäi: des Staatswchens Platz greisen ivürden, dir Festigkeit seines Gefüges dürfte keine Lorkeruna erfahren. Ebensowenig diLcstLN die hrstorijchn Rechte und Ucbcrlirseruugcn der Länder beeinträchigt und die Besonderheit.her Verhältnis«; in jed.em einzeliLN Lande außer ach gelasse,: werden. „Ties," sagte der Kaiser, „ist mein fester Wille, und die Richschmr, die sich meine Regierung sur ihre Arl»cittm vor Augen hält. Bei allem Bestreben, einer gesunden imb völkerrechtlichen Entwicklung die Wege zu ebnen, wird sie doch immer auf der Seite derie:pgM stel-en, die das hülige Erbe einer glorreichen Vergangenl)e:t hoch halten und kommenden Geschellstern unversehrt bewai-rer: wollen. Sie wird daher auch nicht verabsärmten, den Agitationen ,die die Kraft und Geschlossenheit des Staatswe'ens zu gefährde?: drohen, mit allen ihr gefeiLich zustehcndei: Aiitteln Ortyxyesnzutvirkca:." Der Kaiser fuhr fort: ,.M-m:chs in de?: Dedmglmgen für die nationale mid kulturelle Enttoicklung der einzelne?: Völker ist bei uns der Verbesserung 'bedüNtzg. Meine Negierung ist eifrig bestrebt, die richtigen Wege zu einer allseits befriedigenden Lösung dieser Grwndfragei: zu firide?:. Eine solche Lösung kann im ö st e r- reichischen Rahmen erfolgen, sie darf die historisch:: Eigentümlichkeiten der Länder, die Festigkeit ih-es Z u \ am n: c 'llstu ff es, die Freiheit unserer großen wittschastlichen Wege, die geistigen und materiellen Grundlagen für die Geschlosse?:heit der Kräfte und deS Gedeihens des Staatswesens aitch nillst im mmdesten beeinttächti- Hegen Sie darrim keine Vesorg?:is, daß eine gegen die nuver- brüchlich Festhaltung dieser obersten Richtlinien geführte Llgitation sich unbehiiürert ausbreite?:, geschoeige denn sich in der künftigen Gestaltung der Dinge zur tatsächichn Gelümg bringen könnle, und seien Sie überAeibgt, daß der so herzlich ausgesprochene Gedanke in nrir einen immerdar starken und nie versagmden Hort fft:dc?t wird." Schließlich gab der Kaiser gegenüber der Deputation des dent- schon Frcmenb?rndes ,,Steier?nark" der zuversichlichn Hosftcung Ausdruck, daß wir in ?richt a^zuferner Zeit einen endgültigen^ gerechten, scgenbringe?chen :rnd dauerttden Frieden erlangen wer- oen. Dies sei das willTtigste Ziel seines Lebe?:s im Rahmen deH großen Valerlmü-cs. Es sei dem deutschen Volle in Oesterreich eine große u?:d wichige Aufgabe zugcdacht, würdig jener alle Er- wattungen übertresfc?iüen unvergleichlichen Leistungen, die es in den Zeiten des Krieges erbracht hat und auf die es mit Recht statt fern darf. „Ich zähle auch künftighin auf die trei:e und bewährt« Mitarbeft der Deutschen. Schon darin mögen Sie volle Beruhi- tzung siriden, daß die Rechte des deutschen Volkes und die Bedingilw« gen für die Wahruirg und Eittwicklung seines Volkstums, seine er- pwbte Gelturrg im Staate niemals eine Bceintrqchtigwrg werden." Wien, 26. Mai. Der Kaiser und bk Kaiserin fwofe die Erzherzogin Marie Josefa find nach Budapest abgerrift. Im Gefolge des Kaisers beftiiden sich Miursterpräsident ScidLeo und der Cl-ef des Genernlshabes v. Arz. Keichstagspräsident Dr. Kampf f. Berlin , 25. Mai. (WTB.) S. Exzellenz der Präsidenk des Reichstags, Dr. Kaempf, ist heute nachmittag 5 Uhr sanft entschlafen. Doktor honoris causa Johannes Kaempf ist 1842 in Neuruppin geboren. Frühzeitig war er im Banffach tätig und gehörte Zeit seines Lebens dem Ba?:kiersta?ck> an. Seine erste Be- deut?mg gervann er in der Gcsll)äftsf?:hrung des Hall eschen Bankvereins Kulisch, Kaempf L Eo. Später wurde er Vorsitzender der Ba?:k für $}anbei imb Industrie. Seine erfolgreiche Tätigkeit bewirkte, daß Kaempf bald von der Kaufmannsll>a't in Berlin b: das Aeltesten-Kpllegium gewählt wurde, dessen Präsident er dann bis zu seinem Hirrsll^eiden war. In dieser Eigenschaft wirrde er daim auch zun: Präsidenten des De?:ffllnm HaiMelstages gewählt. Als später die Gründung des Hansnlnlndes erfolgte, trat Kaempf in diesen Direktm'ium ein. Seine Tätigkeit miurhalb dieses kaußnän- nisll-cn Gebietes ist von starkem Einstuß und umfangreill)er Be- dl.nrtimg gewesen. Die ErMvicklu?^ des Berliner Kaufmannstandes iutb Bankiergervcrbos ist zu einem guten Test vor: Kaempf mitbestimmt worden. Kaempf ?var auch als Kommunalpolitiker tätig und bekleidete 1896 bis 1899 die Stelle eines Stadtrat,'s von Berlin. 1901 nmrde er Stadtverordneter. J?n Jahre 1903 wurde Knenwf an der Stelle des sv^ialdam-okratischeu Abgeordneter: Tr. Arons als Vertreter der Fortschrittlicher: Volks Partei in den Reichstag gewählt. Ms Mnch-stagsabgeordneter ist Kaempf iricht sonderlich hertwrgetreten. Später bellftdetc er vorübergehend das Äntt cb^ Vizepräsidenten. Ms dann das Jahr 1912 die große Zu?kahme der Sozialdenwtraten erbrachte ?l?w sich die bekannten Käni rpe mrti den Präsidentenstuhl ent?viaeltrn, .siel imtec den bekanrrten Um» stäichen endlich die Wahl /,us Kaenips. Ms ReichstagspräsiderrL war er stets nrit Ruh: ?rnd Besonnenheit tätig und bat sich als geschickter Letter der Verharchlunger: enoieseu. Seiu Verlust wird auf aller: Seilen deS Hauses lebhaft empft:?:der: werden. Der Nachfolger KämpfS. Berlin, 27. Mai. Wie der „Lokalanzeiger" hott, kommt, da die Wahl eines Nachfolgers für Kämpf imznreiftlhaft einen Kandidaten aus den ReU-en der M ehrheitsparteien auf den Präsidenten stuhl bringen rvird, nicht so sehr der derzeitige Vorsttzends der Zeittrnmsfraklion im Reichstage, Gröirr, ft: Betracht, alS vielntehr desjlrn Fraktionskollege Fehre?:bach. Die Gttdrd^ dafür liegen led:gl:ch in dem Gesurwheitszustaude Grööers. Eine ErNLrung der russischen Regierung Liber Finnland. Moskau, 25. Mai. (P. T.-?l.) Die Sowjetregierun^l hat fvlge?ü>en Funkspruch nach Berlin ergehen lasten: Heute, am 15. Mai, hat Graf Mirbach uns mitgeteilt, daß nach bei der deutschcrl Regierung eingegangenen Nachttchten am 11. Mai Battetten der Jestung Ino auf finnische Truvxn ge- senert hätten, und daß im Widerspruch mit dem Brester FttedenS- vettrag ein russischer Kreuzer bei der Festung liege. Möglich ist, daß Sprengungen in der Festung für Gcschützsalven genomme« worden such. Ter Kvmma?chant der Festung hat unter dem Dr?:ck eines Ultimatums der Weißen Y^a?ede, aus llebergabe der keinen anderen Ausweg gewußt als den Befehl, den Sll.ießbttnrcf zu sprengen. Der Kreuzer ,ft>Dleg" lag?:ur zu dem Zwecke vor der Festung, ihre Besatzung im Falle der llebergabe aufzuuehmen^ Die Muffen in Amerika. Rotterdam. 27. Mai. (B. T.) Daily Zdrqvatf) mrfbet cmi, Dashutgtvn: 200000 Russen in den Vereinigten Staaten haben ine Erlaubnis zur Rückkehr nach Rußland nachgesucht. Leistuuqeu Amerikas. Baris, 24. Mai. (WTB.) In einer Untern^ung mit dem Vertreter der Agenee HavaZ erklärt franjafifcf>c Oberkommisii4r Tür Nordamerika Tarbieu, der Trupvenstand des nordame- r i ka nische nHeere S werde am 1. Juni iwc i %Jti [ 1 1 r> n cn Mann übersteigen, eine weitere Ausl-ebung von einer Million Mann werde sochrt folgen. Die Ueberführung dieses gruppen sei gesichert. (?) Darauf sprach Tarduu von den geldlichen Leistungen. Die Anleihen der Bereinigten Staaten beliefen sich aus 62 Milliarden, die alle ,14 Tage aufgelegten Sckmldversckrreibungen mit kurzer Umlaufszeit tnochten 2 Milliarden aus, die Darlehen! an die Alliierten bi; zum 30. Mai übersliegens 30 Milliarden Freiwillige und gesetzlich durchgeführte Berbrauchs- einfchrmrkungen hätten einen Ueberschuß von 3 120000 Tmmen zur Ausfuhr ergeben Der Uebergang der Alliierten in Europa zur freuen Ernte sei gesichert, die Herstellung von Kriegsgerät sei kräftig entwickelt, die Betätigung der fronzösischm und englischen -Offiziere irn Heere habe Kugengnunen, sie beteiligten sich an der Ausbildung der Führer uns der Formierung der Tnrpven Die Verschiffungen von Amerika nach Frankreich in zwölf Monaten betragen mehr als vier Millionen Totrnen Getreide, Stahl, ,Petoo!eum usw Die Bedürfnisse an Kriegsgerät seien bis zum Jahresende und teilweise darüber hinaus gedeckt Dardieu schloß mit dem A'trsdrnck seiner Bewunderning für den moralischen Schwung dieses Volkes von hundert Millionen. Rotterdam, 25. Mai. (MTB.) „Nieuwe Rotterdamfche Gouranll' schreibt über die amerikanische Heeresver-< mehrung: Bevor die drei Millionen Mann amerikanischer Truppen in Frankreich sein werden, werden n o ch e i n i g e J a h r e vergehen. Man hat gesehen, wie lange England dazu gebraucht hat, um imgesähr eine ebenso große Zahl ,über den Kanal zu bringen. Und wenn die Truppen dan nauch endlich dort stehm, dann mu ßman erst mit ihnen siegen; Koirn daß das Ansrüsten und Befördern der Trippen noch nicht dasselbe ist wie der Sieg, das hat man an dem Beispiel Englands gesehm, ganz zu schweigen von der Tatsache, daß die Schmierigkeiten im Verhältnis zu dem Mstcrnd, den die atneviSa irischen Truppen auf dem Meer zurückzu- legen haben, wachsen. Die Amerikaner gelben als Menschen der , Reklame, und man ist infvtged'.'ssen nicht geireigt, ohne weite- res zu glauben, was Amerika angekündigt. Es ist aber sicher ebenso gefährlich, jetzt die mititärischenAstrspannungen Arnerikas zu unter- schätzen, wie es sich als gefährlich ernmesen hat, England zu unterschätzen. Jedoch Amerika begitntt jetzt erst, und es wird noch lange dauern, bis es seine Kräfte entwickelt hat. Neue Steuern in Amerika. Washington, 25. Mai. (WTB.) Reuter. Die neuen L- t a a t s e i n r ü n f t e werden um eine Einkommensteuer, sowie Steuern auf übermäßige Gewinne, ungerrüge:rde Beschäftiarrng, LLuxtrswaren und möglickieriveise A'ckomoöile, Edilsteine und photographische Apparate vermehrt werden. Ein englischer Ausschuß auf der Reife nach Wafchington. London, 25. Mai. (WTB.) Reuter. Ein englischer Ausschuß unter der Führung des Prinzen Arthur von Con- naught ist auf der Reise nach Washington in Atlantic City an- gekommcn. Äne neue Rede Lloyd Georges. Haag, 25. Mai. Reuter meldet ausführlich eine Rede Lloyd Georges, die dieser aus Anlaß seiner Ernennung zum Ehren- mrryer von Edinburgh dort gehalten hat. Unter crnderm sagte Lloyd George, daß zwei widerwärtige Umstände, an denen die Regierung nid# schuld sei, eingetreten seien, nämlich der Ausfall Rußlands, der durch Amerika lni ch t wettge - macht worden sei, da trotz aller Anspannulig Lünerikas die ame- riLnniche .Krie^macht gegenwärtig wir etwa den fünften Teil der Vermehrung aus mache, die die deutsche Truppenmach't durch das Freiwerden der Heere im Osten erzielen konnte. Tie andere Tatsache, die entgegenwirkte, ist nach Lloyd George der unbe- ichränkte U-Bow t - Krieg gewescnr den man nicht einmal rdh Deutschland hätte erwarten sollen. Anfänglich sei der U-Boot-Krieg nicht nur eine Bedrohlmg, sondern eine schwere Gefahr gewesen, aber die britische Handelsflotte sei die Luftröhre Ar die alliierten Heere geblieben, ohne die diese Heere nicht atmiei l Bürten. Lloyd George schilderte die Mittel, mit denen mau den U-Boot-Krieg bekämpfte, nämlich die Organisierung der britischen Handelsflotte, die ^ttschrLnLmg der Zufuhren, oie Vermehrung der Nahrungsmittelproduktion im eigenen Lunde, die, wie Lloyd George behauptet, seit 1916 vier Millionen Acres beträgt. Tie Herstellung von Schissen sei seit 1916 verdoppelt worden, und Lloyd George glaubt hoffen zu dürfen, daß im Jahre 1918 diese Zahl vervierfacht werde. Besonders rühmte Lloyd George die Tätigkeit der Matrosen der Kanssahrtei.flotte, die fortdauernd den 11* Vvoten auf den Fersen säßen imb ihnen das Leben sauer machten. Lloyd George verlas dann einen Bericht der Aomiralität, in dem eS heißt, daß die Zusammenstöße mit den feindlichen U-Booten einen befriedigenden Verlaus genommen hätten. Lloyd George sagte bcdentutcgsvoll, das sei lediglich bio offizielle Sprocks. Der Marine- süab bosie, daß in diesem Jahre die alliierten Flotten mehr feindliche U-Boote in den Grund bohren würden, als Deutschland bauen könne. Im April habe man mehr feindliche U-Boote als je zuvor unschädlich gem acht und eine Nelordzisfer erreicht. Zum ersten Mal im 1916 habe auch die Fertigstellung von 5)and.'lssch:ffeu in der ganzen Welt die Verluste übertrvfsen und es sei ein Netto übersckiuß z-rgunsten der Alliierten und der Neutralen eingetreten. Das (W-Bvpt ^sei also jetzt nur noch eine Bedrohung und nicht mehr riare Gefährt Immerhin solle es iVch sckpver ins Gewicht, um Schoden M stiften, ober ein Mittel, um den Krieg verlieren zu macker, sei^ es nicht mehr. Deutschland lxrbe nun erkannt, daß der U-Boot-Krieg mißglückt sei, und deshalb sei Deutschland zur Offensive als letztem RettuugÄnittel gezwungen worden. Ein großer Angriff si e b e bevor, aber diejenigen Pepouen. die Kenntnis von allem hätten, seien voller Vertrauen über den Verlauf. Lloyd G'Drge kenn frun auf die Einheit der Befehlsfüh- rung zu sprechen und wunderte sich, daß mat: so viele Monate (rnd so lebhafte Kämpfe notig hatte, bis man zu dieser Einheit der Besehlssühril.ng gekommen sei. General Fock: sei einer der gläit- zendsten Strategen dieser Zeit. Jetzt, wo das dritte Stadium des größten Kampfes nahe, der jemals gekämpft worden sei. könne man sich darüber Irenen, daß ein so tüchtiger Mann wie Fach cm der SplV der iStveftkrüfte für die Freiheit stärrde. ES handle sich um einen Kam pf z w: s cheu H i n d e n b u r g u n d d e in Präsidenten Wilson, und die Derctschen spannten jede Dtuskcl an, iim bat Amerikanern zu vorzukommen. Nun. wo man sich dem EntscheidirngSkamps näbeve, dürfe man der Neuerung nickst mit Nadel > sichen kommen. Lloyd ©eorge fuhr fort: Wenn ich geglaubt hätte, daß wir mit irgendeinem sicheren oder ehrenvollen Mittel d-.escnr Kampf hatten vermeiden und zu einem rascheren, E-Äe Hütten brirrgen körmen, so würde ich mich jetzt nicht nur voö Angst krümmen, sondern ich stände auch mit Schuld beladen da. DpnN mit bestem Gewissen sagen, daß die Regierung kein möglfthes Mittel vernacblüjsigt hat, um in ehrenvoller Weife aus Schrecken und Greueln dieses Krieges herausznkommen. Ruß- lanp ist - eine der Lehren dieses Krieges. Der Russe wurde aus der Komerenz von B r e st - L i t o ws k gebrochen und seiner schönsten Provinzen beraubt. Wir wollen keinen Fehler machen. Wir haben e3 mit dem mitleidlosen preußischen Despotismus zu tim, der nur auf Plündern rmd Ranben ausgebt, dem Verträge heute ebenso wenrg bindertd sind, wie am Tage der Vergewaltigung Belgiens, ^te Deutsck^en lyab-at nicht die 9lbsicht, den Krieg zu beendigen, bevor [te ihren Korb möglichst gefüllt haben. Ich verweise aus das Schicksal R u s; l a n d s. Jeder, der den. Wahn hat, daß die '(.rwhei.t und S,chNheit der Welt erbalten 'werden könne, ohne daß man me Bi acht des^ preußischen Militarisinits bricht, muß daran denken, wie die russische Demokratie zugrunde gfttg. Ein späteres Reirtertelegramm meldet noch folgende Stellen aus Lloyd Georges Rede: „Es gibt z'.vei Tvvcn von Menschert. ou in jedem .Kriege die E x t v c nt i ft en darsrellcn. Ter Friedensextremist fft Lein rvahrer F-rerwch des Friedens, fan4 oent cm Hmdernis für den Frieden und eine Ermutigung für den illernd. Die Krie-gsextremisten dagegen betrachten jeden Gedanken «n den Friede:n als Verrat gegenüber dem Staate. Ter Weg der WeiSbeit wrd der Sicherheit, den die Rogienorg gehen muß. liegt zwischen diesen freiben Extremen. Im vergangenen Jahre gab eS in England Und in den verbündeten Ländern eine sehr große Anzahl von Menschen, die der Ueberzeirgung ivaren, es sei mög- luh, einen ehrenvollen Frieden ohne Sieg zu erzielen. Ich glaube, daß die Zahl dieser Menschen sich ram verringert hat, und die Tatsache, die alle redlich denkenden Menschen auf andere Gedanken gebracht hat, ist das Sdstcksal Rußlands. Es gibt Lewe, die den Reden der StaatSntmincr der Zentralmächte zuviel Aufmerksamkeit widmen. Aeußerlich genommen, scheinen es wohl gerechte Reden zu sein, und zahlreiche Personen in England und anderen Ländern sagen: Warum wird aus diese Anregimgcn nicht gc-antwortet? Nun, wir halben darailf geantwortet, und in dem Augenblicke, in dem wir antworteten, fäm die &egenanttt>oit der deutschen Geschütze. Warum? Niclzt, weil die deutschen und österreichischen S t a a t s m ä n n. e r uns in nrutwilliger Weise irre Ährten, ich will sie dessen nicht beschuldigen, sondern lediglich, well sie von den militärischen Führern beem- Nit §. M. hilsrttiegsschiff „Gieren" in Finnland. (Schluß.) In Hjangv geschah dasselbe wie auf Eckörö. — Mit dem Anlaufen der ersten Schiffe verließen die Roten die Stadt. Sofort begann die AusschifsUng der Truppen und energische Verfolgung der Noten. Tie Operationen vertiefen planmäßig; die Roten leisteten Widerstand, doch unseren Trttppen waren sie nicht gervachsen. Immerhin machten das schwierige Gelcutde und der Bandenkrieg genug Schwierigkeiten. Wir gingen bald an Land, ch betrat hiermit ftnnischen Boden, den ick» nun rvoiterhin liebgewonnen habe. Ich ttaf unsere finni- schcin Begleiter wieder, wurde in Familien eingeAhrt. Ich wurde mit dem Besten bewirtet, was im Hause war, was sic nur bieten chrnteu. Htler waren die Roten in größerer Zahl gewesen, hatten alles „requirierttft vor allen Dingen mangelte es an Brot, Butter und Zucker. Tie weiße Garde, die bis jetzt ohne Waffen geduldig dcjn Roten hatten zusehen nrüssen, wurde sofort organisiert, es kam Ordnung und Sitte m die schöne Stadt. Am Sonntag kon- Kerticrte die Kapelle eines Linienschiffes auf dem Marktplatze, die tzanze Stadt war auf den Beinen, lleberall dankerftlllte Blicke, überall nur Freude. Doch unser Schiss verließ bald Hmtgö, wir fuhren nach N e - v a l. War uns die Sauberkeit und das lielste Wesen der finnische Städte und Or-r in Aaland und Finnland ausgefallen, so hatten wir hier gleich den Eirrdruck des Russischen. Schon der Menschenschlag war anders, Kleidung, Benehmen usw. Bei näherer Betrachtung zwar, uill> in der Stadt selbst fühlt man durch, daß Reval deutsch lvar, im Grunde deutsch ist, die Russifizierung oberflächlich. Ich sah mir die Stadt an. vor allem gefiel mir die alte estländische Ritterschaftskirche. — Alle alten Wappen und Fahnen aus der Tcutschordenszeit schmücken diese wundervolle Kirche. Das Leben spielt sich aber schon garrz ab wie im Frieden. Die.Straßen, Kaffees sind belebt, ÄnwoKrer und Deutsche: dazwischen russische Offiziere und Mannschaften, zwar ohire Waffen, aber sie können ruhig chres Weges gehen. Spuren deS Kampfes sah man in der C^egend der Stadt, wo die Roten Gardisten ihren Sitz hatten. Auch hier war der Deutsche der Befreier und der Retter. Die Krönung Aeses Bewußtseins kam aber in H el fing» to r s. Hier kamen wir am 14. April an. Schon die Einfahrt in den Hafen mit den gewaltigen Festungswerken ist großartig. An diesem und am Porhergehenden Tage hatten rwch Straßenkämpfe stattge- rnrnden. Wir machten am Kai fest und sahen da die Einschläge nuferer Schiffsgefchütze in den umliegenden Häusern. Gerade am Hafen war ein Hauptwest der Roten; hier hatten sie sich verzweifelt gewehrt. Leider veirloren wir im Sttaßenkampf ungefähr 60 Dcanir,^ banmter auch einen Offizier. Im Arbeiterviertel tobte der 5kampf noch längere Zeit, hin urid wieder hörte man immer noch Schüsse, die hinterrücks aus den Häirfern fielen. Als die Stadt zum Betreten freigegeben war, gingen wir an Land. Hier, wo die Roten ihr Hauptquartier hatten, sah es ganz übel aus. Wie hatten sie gehaust, ein richtiges Schreckensregiment! Hmrs- Acbnngen nach Alkohol, Essen waren an der Tagesordnung. Te- nDlierte ^Wohwun§en, zerschossene Ladenscheiben, sinnlose Zerstörung. Aber die Stadt selbst bot einen ganz herrlid-en Anblick. Diese breiten Straßen, diese Anlagen, diese Sairberkeit! Wir nxrrcn erstaunt über die Schönheit der Anlagen und der Bauten. Dabei herrlid/ster ^Sownensd)ein? Waren wir hierdurd) schon angenehm berühr^ so kanrtte das .Verhalten der Bevölkerung keine .Grenzen tu ihrer Begeisterung für die Deutschen. Mit Blumen wurde man überhäuft, alle: Männer, Fraiunt, Kfttder riefelt uns zu „Hell Deutsche? deutsche Offiziere!" Eine alte Dante kam auf meinen Kommandanten und mich zu tmd erzählte uns, daß sie 1854 schon die Besetzung durch Rußlartd ntitgemacht. jetzt endlich kämen die Deutschen, die Befteier, jetzt könne sie ruhig flerben. Mit Tränen in den Augen schüttelte sie uns die Hand. Mit Liebesgaben wurden unsere Matrosen überschüttet, man sah nur fesllid) gekleidete Men- scheti, frohe Gesichter, begeisterte Freude. Inzwischen waren auch unsere ftnnischert Freunde hier mit der Armee cntgekommen. Ms sre das Schiff „Gießen" sahen, kamen sie sofort zu uns an Bord. Am gleichert Tage besuchten uns dann npch Offiziere von einem Gardc-Fuß-Art.-Rcg., die wir nach Hoitgö gebracht hatten. Sie erzählten uns von dem Vormarsch bis Helfingfors. Vor allen Dingen ivaren sie aber gekommen, um mit suns die schönen Stuirden zu erneuern, die wir mit ihnen an Bord S. M. S. „Gießen" verlebt, eine Verbrüderung der Armee und Marine ohnegleichen. Sie.rvaren des Tankes und Lobes voll über die Seefahrt im allgemeinen, und besonders bei uns auf oer „Gießen". Wir gingen alle mit an Land wrd feierten im ersten Hotel, darauf in der Wohnung des einen Finnen das Bündrn^ im lleinen zwischen Deutschland und Finnlcmd. Welch begeisterte Rede hielt unser finnische Freund! Er deutete nur auf all dre Tatsachen, die wir in den Straßen erlebt. >Am folgenden Tage besirchten tms die Finnen in der Offi- ziersmes^e zu einer lleinen Feier. Ein Hwrr brochäe seine Gattirl ünd 2 Damen mit. Eine der letzteren erzählte uv.s, was ffe erlebt, wie die Weißen gelitten unter den Roten, wie sie verhaßt gewesen n>aren usw. Sie selbst hatte in ihrem Zimmer in den messingnes Gardinenstangen ein Lager von Patronen mtgesammelt, außerdem krusH 4 Gewehre versteckt. Als die Weißen Waffen bratrchten, als dvaußrm unsere sck>weren Geschütze van Land und von See sch-sscn, llAg sie nsit ihrer Mutter aus die Sttaße, beide tru.gen untex dem Mcnttel je 2 Gewehre und Munition zu den Orten, wo sie wnßlen, »daß .Werißie chjarrn. Wir nt Deutschland wissen gar nidjt, wie der Mob, tvie der Pöbel sijch benimmt und welche Zustände herrschen, wenn diese zum Regivient kommen. Am Mittwoch früh erlebtett wir ein ttaurigeS, aber großartiges Schauspiel. Auf dem alten Friedhof, inmitten der Anlagen, wurden unsere gefallenen Helden neben denen der Weißet: silarde beerdigt.. Das Grab, ein großes Massengrab, kotmte nicht geschlossen werden vor lauter Blumen mtd Kränzen. Es blieb offen bis zum nächsten Tag. Wie dieses Opfer aufgesaßt wird von den Finnen, vvrt unseren Freunden, von trenen, guten Menschen, das fömtt Ihr ersehen aus dem Nschruf, der den Helden gewidmet ist in einer finnisdien Zeitung: „Bei der Beerdigung der deutschen Helden. Heute empfängt in seinen Sckwß das finnisd)e Vaterland die deulftlsen Mätnrer, welck-e im Kampf für die Befreiung unserer Hauptstadt ihr Leben hingegeben haben. Das ferne unbekarmte Land in seinem grauen VorfrüMng, das sie wahrsdseinlich zum erstenmal sahen, sollte also das Land werden, wo sie zum letzten Male das Tageslicht erblicktet! und Ibefleu Erde, noch verfroren, ietzt über ihre kalt geloordenenj Herzen fällt. Mit tiefer Dankbarkeit und wohll'ewußt feiner Berpffichtirng, nimmt das sinnisck)e Volk das teufte Opfer entgegen, n>elcl)es diese Söhne des tapferen, glorreichen und sittlich großen Volkes lund das gesamte deutsche Volk uns dargebracht haben. num werden, wenn es dreien in den .Kram Pasft. Man ließ sie tfes Friedeusrollen abnnckcln, bis der Wllrd günstig genug war, um die Atmosphäre in der Ridstung der Alliierten zu vergiften. Tcr Ver- ttaa von Brest-Litowsk ist das beste Beispiel für die Funktionen gewesen, die die mllitärischc Kaste in den Mittelmächten rmre hat." Mexiko und Cuba. Amsterdam. 25. Mai. (WTB.) Rerwermeldmkg. Wie cruS der mex frnllchcn HauptfLdt genr..li)et wird, bestätigt das dortig« austvärtige i>lnrt die Nud)rick)t, daß Mexiko die öiplomati^ sche n Beziehungen zu Kuba abgebrochen l)abe. Ter mexikanisd>e Gesd>äftsttäger in Havamm und der kubanische Ge- schäftsttägcr in Mexiko sind zurtirLvrufen worden. Rotterdam, 27. Mai (Prirwttelcgr. L. A.) Aus London wird gemeldet: lieber dent G r nn d des AbbrivtlicZ der diplomattschen Beziehutrgen Mexikos zu Kuba ist nichts bekarrnt geworden. Ta aber Kuba zu den alliierten Mächten zählt, ist es klar daß das Verhältnis Mexikos zu den Alliierterr gettübt ist. Eine Klage der französischen Urlauber. Amsterdam, 25. Mai (WTB. Nichtamtlich.) .,Petit Pa- risien" berichtet, daß Urlauber voir der Front sich allgemein darüber ^ beschwewen, daß sie die A r m e e j o it e nur nachtsj verlassen können, denn die aüsahrenden Nrlauberzüge würden von den deutschen Flugzeugen in außerordetlt'icher Weise mit Bomben und Maschinengewehren beschossen. Tie Urlaulwr, die in den Schützengräben dem Tode entronnenj seien, könnten so auf dem Urlaube den größten Gefahren begegnen. v Italienische Truppen in Frankreich. Bern, 24. Mai. (WTB.) Wie „Petit Parisien" berichtet fcrab die für die französische Front bestimmten italienischen» Truppen alle in Frankreich eingettosfen. Sie besinden sich augenblidlid) no-ck- in einer Stadt Mittelsrankreick)s^vereinigt, N>o sie von dem Vertreter Italiens im Versailler Kriegsrat, General Robllant, besichtigt wurden. Die italiemschen Trippen werden vn den nächsten Tagen aus die fraitzösische Front verteilt. Vergebliche englische Flngangriffe auf Zeebrügge. London, 25. Mai. ^WTB.) Aom 20. bis zum 22. Mai Abrten Telle nnseror Lnststreitkräfte Mnnbenm:tevirehmun- gen gegen Zeebrügge. die Mule, be.i .Stützpunkt der Wasserflugzeuge und die in Wache liegenden feindlichen Schisse, ferne« gegen Thourvut und den fcindlidien Flugplatz von St. Denis -Wett rem aus. Es werden z!oei Volltreffer auf seind- lidMt Torpcd>>bootszind uubesd>äoigt zurückgekehrt. Hierzu erfährt das Wolfshtwean von zuständiger Seite, daß in d^r latit amllicker englllchw NLeldu.ng anoerzebeuen Zeit twm 20. bis 22. Mai zwar mehr ach Nie?,eranswsi,c an i Zeebrugge und seine Umgebting vom Gegtver ausge ührt worden sind, irgendn^lche Erfolge bliebet: dem Gegner jedoch versagt. Bei dem Flieger* angrirf zwei Tage vorher, am 18. Mai, auf die Werst von Zeo* brügge erhielt eines unseoer Torveiwlwoie durch eine Flicger- boinbe leichte Schädigmtgen. Es ist keines rmserer Torpedobootq gesunken. Tio^ EirglÄrder ^ verlova: bei ihren vergeblichen Bemühungen, tmseret: il-aichcischen Stütztunllen dtrrch Fliegerangriff« Schaden zuzt^ügen, allein vom 18. bis zum 22. Mai fünf Fln^ zeuge. Ein weiteres manche zur 9LotlanduM gezwungen und döe Besatzung gefang«tgenvmmen. Ein Bortrag PaafcheS in Sofia. Sofia, 24. Mai. (WTB.) Im vollbesetzten Natwnaith«rtW hielt der Vizepräsident des deutschen Reichstags Paasche einen Vortrag vor den Ministern, Übertretern des Hofes. Offizieren und Politikern, in dem er die wirtschaftlichen Lehren deF Weltkrieges behandelte. In fesselnder Weise beridstete der Jicdner von den technischen Errutrgenschaften Deutschlands inmitten der Kriegsnot, die den Eirdsieg für die Staaten des Vicrbundes gewährleisteten. ^ Ein enger wirtsd>aftlicher Zusammenschluß aller GlicHer des Vierbundos sei notwendig, um in Zukunft nicht einem Hungerkriege ausgesetzt zu sein. Der Vierbutid müsse ficf> vom Auslände unabhängig niad>en. Der Reimer wies turch, wie wertvcül Bul g a riens wirtschaftliche Mtthllse für sich und die Verbündeten gewesen sei und wie segensreich diese Tat seine Zukunft beeinflussen werde, daesdie Einfuhr Deutschlandsaus Jta- lienablösen werde. Wirtsd-astlick-cr Zusainmcnschluß und Ford- Der Grabhügel, der heute unter den Bäumen unseres ältesten Friedhofes im Herzrm der Hauptstadt zugeschüttct tvird, gehört zu iunseren teuersten Gräbern. Es n»ird bis auf künftige Zeiten das Unterpfarch des brüderlick-en Bündnisses ztvischen dem deusid??^ tnnd dent finnischen Volke gegen die Tyrannei und Barbarei bil- ldeit. An diesem Grabe sd)wören wir den Eid, der von künftigen! Generationen ernertcrt werden wird: nie soll der Fuß des Unterdrückers die Erde betteten, wo neben den gefallenen finnischem Helden als Unterpfand der Freil)eit die Asche der für die Menschheit und Kultur gefallenen deutschen Krieger ruht. Der Se^en des Suomi-Volkes über diese Ruhestätte!" _ klerneZ Entgelt luden hie Herre:: der Artillerie am MittNVch nachmittag uns in ihr Quartier ein, einem Schloß, ungefähr 1 Stunde von Helsingfors. Dies war vorher von den Rotcn> besetzt. Die Spuren waren traurig. Sinnlos waren Möbel, Bilder, Teppichs, Kristall-sMonbeudster zerschlagen, Möbel aufgebrochctj und bestohlen, wrmdervolles japcunschrs Porzellan in Stücke geworfen. Alles lag wirr durd)cinander. So fmtden unsere Kamcvaänk die Räume vor. Zuerst mußten sie Ordnutrg schaffen, um überhaupt hier leben zu können. Zufällig war au diesem Nachmittag eing Tochter des Besitzers von Heliingfors auch herausgeLmmet:, um nach ihrem Besitztum zu sehen. Mit welch wehmütigem Blick betrachtete sie du Zcrltörung, wie dankbar war sie Ar die Erlösuitg chres Wohnsitzes. Für utts sdstug bald die Mschiedsstunde. Zu Ehren der „Gießen", rm unserem Wschied, war ein größeres Fest arrangiert. Evwa 20 finnpche Touren und Herren mit den obcuettvähilten Herren der Artillerie waren zusammetrgekomnren, um fidj von uns, von der „Gießen" zu veralüchieden. D e r N a m e „G i e f> e n" klingt hoch in Finnland, der Name „Gießen" verkörpert in ihnen eine Ernmernng für das Leben. Sie haben uns alle gebeten, im Friedetr wieder zu fommett, im Frieden ihr schönes Land zu sehen. Ich habe es versprochen, und ich werde it* meinem ganzen VekatttrtcnkreiS darauf aufmerffam madion, wie sd)ön Finnland ist wie wir hier Letrto haben, deren Herzen für uns schlagen; wo wir hinfahren müssetr, um in Verbindung zu bleiben. Warum uad) dem Süden, warum nach Ortete reisen, wo wir doch, wie in der Schweiz, noch als Fremde angesehen »verdeu? Hier werden wir mit offenen Armen empfange::! Bis früh feierten wir Llbfchied, dann gingen wir in See — mit dem sl>ewußtfein. hier Freunde zt,rückzulassen, die uns unvergeßlich sftrd, die uns aber cud) nicht vergessen werden. Es sind nicht einzelne, es ist das Volk, das uns zujtchelt. Denn die Rote^ waren nur niederster Mob, zum «größtet: Teil überhaupt keine Finnen. Die ganze Bewaffnung um amerikanisch, englisch, japanisch und russisä). Enten Leos fixiere sollen sie ausgebildet und nsit Geld unterstützt haben, besmchers Engländer, deren Nasional- stvlz sv weit gesunken: ist, dag sie sich hergell-a:, mit Straßnp- rauben: und Bartditen Seite an Seite zu kämpfen! O. du stolzeSj Albion. wie bist di: in deiner Hilflosigkeit gesunken! Wie Ihr seht, bin ich begeistert von Finnland, aber ich glaube. :ch Inn es nut Reclft, denn ich persönlich habe hin glänzende Stunden verlebt, eine Auftvahme gesunde::, tvic sie ihresglerchen sudst. Lecher ries uns unsn Kaiser, der von den Finnen nur mit Staunen urch Bewntrderung gemn:nt wird, zL einer neuen ?Asgabe, über die id* nickst schreiben kann und bi* ain£ vielleicht noch längere Zeit von tcr Heimat ferichatt. f$riü trnier E&t&niitg tEfter Selbst ändigk^tk ein*# starkeir gennig- teu freien Bulgariens nxir ber Schlußnunsch l»5 Rödners, bcm stürmischer Beifall gesollt wurde. Nach Schluß des Vortrages wurde Dr. P-aasche vom König in längerer Andien- empfangen, der den Wunsch anssprach, ihn am Samstag nochmals Ml sehen. Auf Eiu- latnmg Lxs Oberbefehlshabers S che kow , der eine längere Untcr- -vednng mit ihm hatte, bergab sich Pasche. l-eutt früh in Begleitung seiner Qkittrn an den Sitz des Haupt-imrtiers. Ter deuisck>e Ge- s-mwteGras Oberndorfs und Gräfin OberndoM gaben abends Zeit kerne Nachrichten vorliegen, muß mit dem Verlust ans die vorn englisck>er Seile gcmeldÄe Weise gereckxnet werden. Ein cuglischcr Hilfskreuzer versenkt. London, 25. Mai. (WTB.) Meldung des Renterschcn Bureaus. Amtliche Meldung. Der armierte Hilfskreuzer „Moldavia", 9500 Tonnen, ist am 23. Mai früh torpediert worden und dann gesunken. Es gab keine Mcn- schenverluste unter der Mannschaft, doch werden 56 ameri Me Tafel M 24 Gcdochm zu Ehren Dr. Paasck-cs, Unter den i konische Soldaten vecnnstt. Es ist zu fürchten, daß sie in einer Gasten u»ar Ministerpräsident Dr. Radoslawvw mit Gemahlin, der ^ Abteilung durch eine Explosion gelötet wurden. Präsident der Kabinetts des Markow. Sobranje Watscl)ew und der Chef des politischen Königs Dobrvwitsch sowie der Gencraladjutant Frage. London, 25. Mai. Madrid vom 24. Mai, 79 spanische worden seien. 52 (WTB) daß seit „Mvrnitl-g Post" erfährt aus Begum der U-Boot-Krieg.es Schiffe mit 160000 Tonnen torpediert <^^lamJcr seien dabei ums Leben gekommen. Arrs Graf Burian über dre polnische Wien, 25. Mai. (WTB.) TaS Koiaespondenzbureau meldet: Tie „Polnischen Nachrichten" melden: Auf Einladung des Grafen Burian fand eine Konferenz des Ministers des Acußern mit dem Präsidenten des P o l e n k l u b s statt. Wie von führender polnischer Seite mitgcteilt ivird, erklärte Graf Burian, das; nWhrcnd der letzten Besprechung im deutschen Großen Haupt-' guartier die polnisck^c Frage in keiner Weise entsckpeden imirde und daher als offen stehend zu bctr achter sei. Burian versicherte dem Präsidium, das; er wärmste Sympathien dafür hege, die polnische Frage einer günstigen Lösung entgegenzuführen. Ter Minister des Aeußeru teilte sclstießlich mit, daß er sich schon in den allernächstest Tagen nach Berlin begeben iverde, wo die polnische Frage zur Erörterung gelangen werde. Er ersuchte das Präsidium, dahin zu wirken, dast das polnische Volk imb dessen parlamentarische Vertretung die Ergebnisse der Verhandlungen, die vielleicht in nicht allzu langer Zeit vorliegen würden, geduldig abioarte. Der Seekrieg. Neue A-Voot-Erfolge. Berlin, 25. Mai. (WTB. Amtlich.) U-Boot-Erfolge auf dem Nordsee-Kriegsschauplatz. Nach den emgegangcnen Meldungen unserer U-Boote 46 500B r.-R.-T. Ein tief beladener Frachtdampfer von mindestens 6000 Brutto-Reg.-Tonnen wurde aus starker Sicherung, ein anderer großer, Iwladener Dampfer aus gesichertem Geleitzug herausgeschossen. . Der Chef des Lldmiralstabs der Marine. Berlin, 26. Mai. Neue U-Voot-Erfolge im Sperr- 6ebiet um Jtalien: 5 Dampfer mit zusammen etwa ^7 000 Br.-R.-T. Hiervon versenkte das von Kapttänleut- nant Heinrich XXXVII., Prinz Neuß, be fehligte M oo t drei wertvolle große Dampfer von zusammen rund 19 000 Br.-R.-T., unter ahnen den französischen Truppentransporter St. Anna (9350 T.). Bon der österrcichircheu Flotte. Wien, 24. Mai. (WTB.) In einer schriftlichen Beantwortung der Anfrage des Reichsratsabgeordneten Denk betreffend die T o r p e d i e r u \\ g S. M. Schisses „W i e n" erklärte der Landesverteidigungsminister, daß es feindlichen Motorbooten gelungen sei, sich den mit Sperranlagen gesicherten Einfahrten des neuen Triester Handelshafens mlbemcrkt zu nähern. Daß außer dem Kriegsschiff „Wien" noch ein zweites Schiff einen Torpedotrefser erhalten hätte, entspreche nicht den Tatsacl-en. Die Organe, die an dem Verluste der „Wien" die Schuld trügen, würden zur Verantwortung gezogen werden. Der Vorwurf, unsere Schiffe lägen untätig in den Häfen, könne sich nicht auf die weitaus überwiegende Mehrzahl unserer Einheiten beziehen, da diese bis aufs äußerste angestrengt und tätig seien. rrrad Lamv. Gießen, den 27. Mai 1918. Ludsndorss-Spende. Merkfpruch: Von des Großen Friedrich SchlvrrlstteichttN an Lns zu unseren Stegen im W-eltkrieg 1914—1918 hat jeder dem „deutschen Militarismus" steaprcrte Pfennig. ftdcr Bluts- und Schweißtropfen dazu Leisel ragen, aus des alten Deutschen Reiches Slreufandbüchsz dieses mächtig Magende Herz Mitteleuropas zu schaffen, das jetzt dem ganzen Erdball Widerstand leistet. Kein Wunder drum, daß sich unsere Feinde über der: „P otsdamer 61 -e i st" entrüsten. Aber tr agikomisch: daß es sognmnnte Deursck-e gibt, die diese Entrüstung immer noch mitspielen. Pari! Oskar Höcker Hauytmann d. L. Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- pchertem Geleitszug auf dem Wege Gibraltar-England durch Torpedo versenkter Dampfer, der auf etwa 4500 Br.-R.-T. geschätzt wurde, inzwischen als der englische Truppentrausportdampfer Nirpura (7640 Br.-R.-T.) mit einer englischen Kavallerieabteilung an Bord ermittelt wurde. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ein deutsches U-Boot verloren gegangen. London, 25. Mai. (WTB.) Tie Admiralität teilt inst: Eines unserer atlantischen Geleitunterseeboote berichtet nach der Rüch, kehr in seinen Stützpunkt: Am 11. Mai sichtete es auf der Höhe des Cap St. BAncertt, während es auf einen Geleitzug wartete, ein deutsches Unterseeboot vom sogenannten Kreuzertyp und vernichtete es. Ta zurzeit schwerer Seegang war, gab es keine Ueberlebenden. Kurz darauf wurde ein anderes feindliches Unterseeboot gesichtet, das aber durch eckiges Tauchen dem Schicksal seines Gefährten entging. Angesichts der ^Tatsache, daß es dev erste Un^rscekreuzer war, der zerstört worden ist, wurde beschlossen, dtmc der üblichen Regel, die Zerstörung einzelner feindlicher Unterseeboote nicht »u melden, ab^csehen. Das Wolfssche Bureau bemerkt dazu: Da über eines unserer 1 ^ xrn Unterseeboote seit längerer Jüngerer Tn^lühner gesucht. Eg ly, 01047 Landg raf-Ph iluw-Piatzö. Ä. 17. Mai d. I. wurde der Großh. Regierungsbauführer des Hochbaufachs Wilhelm 'Gravert aus Höxter i. W. zum Großh. Regierungsbaumcister ernannt. — Der EEoßl)erzog hat am 25. Mai 1918 den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, Amtsgerichtsrat Georg Hö rle, auf sein Nach- sucheu unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Juni 1918 Ln den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Arbeitsjubiläu m. Kupferschmied Friedrich Speyer aus Klein-Linden beging am Samstag, 25.-Mai, sein 25jähriges Dienstjubilänm bei der Betriebswerkstätte Gießen. Aus diesem Anlasse wurde der Jubilar von der Ersenbahu-Direktion und seinen Arbeitskollegen reichlich beschenkt. Vom Eisenbahner-Verband wurde ihm zu seiner 25- jährigen Mitgliedschaft ein Diplöm überreicht. ^ Nähgarnverteilung. Das den Gewerbetreibenden (Schneidern, Schn«dermniM und dergl.) und den Anstalten für das 1 Vierteljahr 1918 zustehende Nähgarn ist der amtlichen Bcr- kcncksslLlle A. Holterhoff Söhne, Gießen, Seltessiveg 20, zum Verkaufe überwiesen worden. Näl-eres siehe Anzeige ist cil. WOHBflOB HMBKn ■OWBSXnaBB - * »' . «re kbwb —■—M ** Festsetzung von Erzeuger-, Großhandelsund Kleinhandels-Höchstpreisen für das Großherzogtum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden. Auf die Bekanntmachungen heutiger Nummer wird besonders verwiesen. ** Ter Aus s ichts turm aufder H o ch w a r t ist rüpeca? turbedürstig und wird deshalb bis auf weiteres geschlossen. ** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34. Das bedeutende Filmwerk „Der tanzende Tor", die Tragödie eines Pirrots, mir W a l d e m a r P s i l a n d e r in der Hauptrolle, erlebt morgen Dienstag seine Uraufführung. Außerdem steht das Lustspiel „Papachen macht 'n Seiteusprung" auf dem Spielplan. (Siche Anzeige.) Kreis Büdingen. X N i dd a, 26. Mai. In dein vor zehn Jahren ausgebrochenen Konkurse über das Vermögen des Vorschuß- und KveditvereinS Ober-Mockstadt, e. G. m.u.H, zu Ober-Mockstadt soll jetzt die 8. Abschlagsverteckung erfolgen. Kreis Schotten. # Schotten, 27. Mai. Die Hessische Tapserkeitsniedaillo erhielt Wilhelm Albert. — Ulrich stein. Zu Ehren feldschützen wurden ernannt: Ferdinand P f a n n sti e l, Wilhelm R ü h l, Kaspar Jost V., Karl Lenz Karl Schmidt I. und Heinrüch Müller. Hesfrn-Nassau. — Bad-Homburg v. d. H. 27. Mai. In einem Nachbarorte war die Aushändigung von Einmachzucker von der Er ültung d^r EievablieserungsEicht abhängig gemacht worden. Wenn bis- [yvc die Hühirerhalter fast gar keine Eier abgeliefert hatten, so änderte sich das Bild mit einem Schlage, als die Bürgermeisterei kurz erklärte: Ohire Eier nicht ein Grcnnm Zucker! In einem Tage hatten sämtliche Hühner kalter sämtliche noch im Zkückstande befindlichen Eier prompt >abgeliesert. 9?; * gab's auch Zucker! — Uiingcn, 27. Mai. Tie Stationsgebäude der Bahrihöfe Wehr he im, Köppern und Saal bürg wurden in einer der letzten Nächte von einer Diebesbande heimgesucht. An allen Orten sielen beu Einbrechern Gälobeträge in die Hände, aus der Station Saalourg wurden zudem Zigarren und Lebensmittel gestohlen. Sodann zerstörten die Diebe in Wehrheim und Köppern zahlreiche Einrichtungsgegenstände mib vernichteten die Akten. I Tarmstadt, 25. Mai. (Strafkammer.) irei 17jährige Bürschchen aus Buttelborn müssen Einstiegdiebstähle und Plünderung von Hastnstäcken mit 6, 5 und 5 Monaten Gefängnis düsen. — Ein 16jährlicher Bäckerlehrling aus Ofsenbach verübte fünf Einbrüche in Lederfabriken und erbeutete Wären für einige Tausend Mark. Er erhält zwei Jahre Gefängnis. Ein 17jähri.ger Monteur, der Arveimal dabei war, erhält 10 Mvnate ^Gefängnis und ein 16jähriger Pvrtefouckle, der einmal miüvirkte, 4 Monate Gefängnis. Der 30j m Friedrichs ! r. 10 ,1!. Q20CX3COGCCOOCiDCCODC3COQO IMIillf Kock- HIIÜ Jfliflciwrtritftiii soivie ein Lehrmädchen so, fort gesucht. 01900 Anntx SlflTert, Altcestr. 20,11. axmXOCOQ3G;XXJ32DCCaGGQ Ein tüchtiger Pfürtner* ober Kriegsbeschädigter für unser Werk gesucht. Stahl- und Eisenwerk Aßlar G. m. b. H. Aßlar 9H0 a u den Gieß. A 1 rcrb ete n. Ein Nichtiger Arbeiter oder Arbeiterin für FriedhosS- gärtnerei gesucht. Frledr. Moll, Mäusburg 15. 01985 gesucht. 8 rfiir| 4 f ttiliotrsitsts- Buch- 1111b Stfiiiörntferci Schulstraße 7. Geübte Falzerin für sofort gesucht. 1024» K dbb 5 I Koth, Marburger Straße 20. Orventt. Mädchkn gesucht 4019 Ploctstraße 16, ll. Suche an Stelle des er- krankten fetzigen zum 1. Juni oder später 4005 tttchtiaeö. solideö AüriüüiLlUljk!! glX Ltützk. Vorzustellen zwischen 12 und 3 Uhr und nach 7 Uhr. Frau Nr. Fentzsch, Frankfurter Straße 34. Ord. sauberes Mädchen oder Frau vormittags oder stundenweise gesucht. 01975 Hanler, Lraiser-Zttlee 19,11. 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Staufenberg, Steinberg, Wernigerode am Harz und im Felde, den 25. Mai 1918. , 01971 Allen, die uns bei dem schweren Verluste durch I den Tod meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, so viel Liebe und Teilnahme erwiesen, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. m 1 Frau K. Becker und Kinder. Oießen, Leihgestemer Weg 7. _ 01981 Si wm MH Wi ScscilWast von freunden una förderen! der Untücrfität ßiegen : ; i:nnn»t i m;B«3 s (GiCßCHCr ftOdjOSiligefCÜfdjaft) Ctnlaüung zur Oortragsra|je Wer Auslandskunde' z. Dortrag: SmnüMgc der modernen Kolonifation (Frofeffor Dr. Roloff, ßiegen) Dienstag den 28. Mai 1918, abends sy 8 Uhr im großen hörfaal des Dorlefungsgcbäuclcs der Universität siegen, tm Mat;?i8. Oer uorftatld ßrünenjald, jajttzrat er. Sctzagtzct, sch. »ofrat. gaste find willkommen! 3975 Geflügel und Vsgelzuchtverein Gießen u. Umgegend 1897 K.Z. Diejenigen Mitglieder, die bei der Verteilung der vom Verein erworbenen 380 Pfd. Anttergebäck berücksichtigt zu M ^ werden wünschen, werden ge- 4 beten, i:ren BedarfmitAngabe AM ihres derzeitig-n Hühnerbs- D f üa l. durch Postkarte beim I Borsitzenden bis -um 31. d. M. ' anzuzetgen und die aus sie entfallende Menge am 0. Juni, nachmittags von 3—6 Uhr, daselbst abholen zu lassen. 4000 Der Vorstand. waamauwt-.’SWJi Sahnllnla SSMninrn Lsdra.:: Goscr.Utzto horr- tlotie Lage lamltten ausfledihnler Gebirgs- waldungea. :: S^bltdar all r Art Inhalationen. Grwller werke. Pneumatische Apparate u. Kammern Trinkkuren. Auskunft aad Prospekt« durch die Badeverwa!tung. 3530 hv == 4 Radium laltl^e Solquellen. —- Bewahrtes Heilbad bei: Katarrheu der Atmuugsorgane, Herzleiden Blutarmut, Frauenkrankheit, Rh, umatismus, Gicht, Skrof.los« Rachitis, RßcknUnd n Ton Influenza. Lungen- und Rippeufellentz. UMS Holzverfteigernng iu der fürstlichen Oberförsterei Lich. DienStaa des 28 . Mai werden versteigert nach Zusammenkunft vormittags 1V ttstr auf der KretSstrahe Lich— Steiubach, nabe dem Albacher Hof: . I AuS den Distrikten Graudorn, Mühlberg ufw. 7 Nm. Buchen-Scheiter, 4 Nm. Jlchren-Lknüppel, 65 Buchen- II. aus den Distrikten KonzebÜhl, Höler ufw. 11 Rm. Buchen»Scheiter, 15 Rm. sonstiges Scheitholz (teilweise rund), 22 Nm. Fichten-Kntivvel.ORm. sonstiges.Knüppelholz, 4 Rm. Buchen-Stockholz, 14 Rm. Jichten-Stock» Holz, 4 starke, ungerissene Stöcke, 60 Buchen-Wellen, 50 Eichen-Wellen und 9 Rm. Retsholz verschiedener Art. ES wird nur ein Teil des HolzeS vorgezeigt. 40138 Nutzholz-Versteigerung. Die Kal. Qbersörsterei Struvbach versteigert am Montag de» 3. Juni 1918, nachmittags von 2 l l,llbt ab in der Schlierbach scheu Wirtschaft zu Bieber bei Gießen aus den Schutzbezirken Königsberg und Bieber: Eichen:8 Stämme (A)!. und 2. Kl. -6Jsim.,22Stcimme IB) U 2. 3. und 4. Kl. ** 17 ftflm., 36 Rm. Nutzscheit und Knüvvel i. R. Rüstern und Eschen: 8 Stämme 4. und 5. 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Seht ihn, den Narren, die Schelle klingt — Seht ihn, wie er sein Liebchen schwingt! Dünkt sich ein König, tut sich hervor - — Tanze, tanze-Du armer Tor! Liebchen brach Dir Treue und Schwur- Sage, Bajazzo, was weinest Du nur? Blicke aus Leid und Tränen empor - - Tanze, tanze-Du armer Tor! Ist Dein Herz auch zum Sterben wund, Lächle, lächle mit weinendem Mund! Du - den das Schicksal zum Narren erkor— Tanze, tanze-Du armer Tor! Mitten in all dem bunten Tand Greift des Todes eisige Hand, Lockt Dich in bleicher Schatten Chor- Tanze, tanze-Du armer Tor! (7 hbsbb fraaa je®» EKaö 8>SD KffiKS E3D BE03 IK2» SSSZS2 BHH» BR£30 ® CSR» Reisekörbe Soldaterikrstchk!! empfiehlt Lnt?w. KoMirauuin 3768 Bleichstr. 12. Tilllfolaas©Bi niid SpitzenfeiMse^i reioh gestickt in Weiss nnd Elfenbeinfarbig 31. 24.-, 31. 25.—, M. 27.—, M. 30.- in grosser Auswahl. 3746a S”ritz Nowack. Nähgarnverteilnng. Das den Gewerbetreibenden iSchnetdern, Schneiderinnen und dergl.) und den Anstalten für das 4. Bierrel- jabr 1918 zustehende Nähgarn ist der amtlichen Verkaufsstelle A. Hölterhofs Söhne, Gtehen, Selteröweg 20, zum Verkanfe überwiesen worden. Gewerbetreibende, die lich auf Grund der Bekannt- machung vom 18. Februar 1918 zum Bezüge von Nähgarn rechtzeitig gemeldet haben, erhalten das ihnen zugeieilte Nähgarn gegen Vorzeigung der LebenSmitielauSweiskarte. Den Anstalten und Betrieben werden besondere Ausweise zugestellt, gegen deren Rückgabe die darauf vor- zeichnete Garnmenge abgegeben wird. Das Garn ist biS zum 8. Juni 1918 bei obengenannter Firma gegen Barzahlung abzuholen. Ueber das bis zu diesem Zeitpunkt nicht abgcholie Nähgarn wird anderweitig verfügt. , _ , _ . , Die Bezugsberechtigten hoben keinen Anspruch aus Lieferung des Garns in einer bestimmten ttarbe oder Nummer. DieVerkauiSstelle ist tedoai verpflichtet. Wünschen der BezugSberechiigten soweit möglich zu entsprechen. Im allgemeinen wird die Anstehende Menge zur Hälfte in Weif; und zur Hälfte in Schwarz gegeben werden können. Der Verkaufspreis Ft auf 30 Pfennig für die Rolle Näh- garn zu 200 m festgesetzt. Verfehlungen gegen vbenstehende Vorschriften unterliegen den in der Bekanntmachung der ReichsbekleidungS- stelle vom 19. Januar 1918 über Nähgarnvcrteilung ent» haltenen Skralbestimmungen. Giehen, den 25. Dlai 1918. 40098 Der OberbLrÄertneifter (Lebefrsmittelmnt). Gesuch» ztvei bis drei vornehm Möblierte Zimmer mit zwei Betten, mit oder ohne Beköstigung. Schriftliche Angebote m. Preisangabe unter 01802 an den Giest. Anz. Junges Ehepaar tÄkadem.) sucht aut mödl. Zimmer, möglichst in best. Iamilte. Schrift!. Angeb. unter 01973 an den Giegener Anzeiger. Student sucht besser möbl. Zimmer in ruhiger Lage. Nähe der Anatomie bevorzugt. Angebote mit Preisangabe unter 4011 an den Giest. Anz. M Grasmoplioa mit Mm zu verkaufen 01967 Frankfurter Str. 148, v. 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Der Gefreite, früher Marbur aer Jäger, Theo N anher in er von hier erhielt oas Eiserne KrenF. — Richard Arnold, Sohn des Spenglernreisters Arnold, erhielt die Hessische Tapserkeitsinedaille. — Dem Operativnsw«ärter der Chirurg. Klinik, Peter Schmidt, wurde die Rote-Kveuz-Medaille 3. Klasse verliehen. ** Zur Gründung eines Gießener Jugendamtes. Die evschvockenoen Zeicl)en der Jugendvernxrhr- l«fung, wie sie aus den Zeitungen urrd besonders aus den Gerichtsverhändürngen bekannt werden, machen es Kur vaterländischen Pflicht, alles zu tun, um diesem Uebel z/u steuern,(toelches sich nicht nur irr den Großstädten, sonderir auch in kleirren Gemeimvesen und auf den: Lande gezeigt bat. Der Hebet muß bei der schulentlassenen Jugend ange- setz t wer den, soweit diese der väterlichen Fürsorge, aus wgetMwelchem Grunde entbehrt. Die Schaffung einer Für- sorgeeinrichtn^ng für die heute so großen Gefahren ausge- setzte Jugend ist ein dringendes Gebot, zu dessen Erfüllung alle Wohlmeinenden zusammentreten müssen. In Berlin, München und anderen Städt'en wirken bereits die freiwilligen Erziehungsbeiräte fiir schulentlassene Waisen segensreich. Auch hier ist beabsichtigt, im Anschluß an amtliche Stellen und bereits bestehende Fürsorgeeinrichtungen, die in beschrärrktenr Rahmen den gleichen Zlveck verfolgen, einen freiwilligen Erziehungs b eirat für schul- ne W a i se n (I u g e n d a m t) zu gründen, wobei ans die Unterstützung aller Kreise in Stadt und Land ge- ^chiret wird, um den in uirserer Jugend schlummernden Kräften zur vollen Entfaltung zu verlassen zu ihrem und des Barerlandes Nutzen. Bes anderer Wert soll auf Rat und BeihKfe zur beruflichen Ausbildung gelegt werden. ** Kampf dem Ko h lwe i ßl ing! Es sei ibcxaitf aufmerksam gemacht, daß gerade jetzt die Flugzeit des Kohlweißlings eingesetzt hat. Zu Millionen legen diese weiß- gelben Schmetterlinge ihre Eier. Wer seinen Garten und Feldgewachse lieb hat, der sollte sich daran machen, diese Schädlinge fangen. Besonders wäre das Sache der Jugend, allein man muß sie hierzu auch anregen. Daruin sollten Pränrien ausgesetzt werden, und zivar schnellstens! Der Nahrungsmittelversorgung wird dadiirch ein guter Dienst getan. Fangnetze sind überall käuflich. Sss &q£sekm$mß&e&f Die ®o(i»= und Silberaukaufrstele in de« Räumen der oezirkssparkaffe Gietzen ist morgen nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet! Landkreis Gießen. ** Holz hei m, 27. Mai. Dem Musketier .Karl Sames wurden das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. JJ Lang-Göns, 26. 9Rai. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Kaufmann Karl Spies. Kreis Büdingen. 4 - Aus dem Niddertal, 24. Mai. Das heiße, hie und da von fruchtbarem Gewitterregen unterbrochene. Wetter der beiden letzten Wochn hat wahre Wunder geioirkt. Bor allem kam der Regeln den Wiesen zugute, auf denen das Heu nun noch recht wachsen und wohl in 14 Tagen die Heuernte beginnen' kann. Ter Stand der Winter- und L-ommerfrucht ist so gut wie noch in keinem der Kriegsjahre und bietet die besten Aussichten Tie Rapss-elder zeigen großartigen Schotmbebang, so daß wohl k>er Oelrnangel etwas behoben werden farat, um! so mehr als auch die Bücher, wieder eine gute Buchenmast zu versprechen scheinen. Im Garten und auf da.r Bannren läßt der Stand ettoas zu wünschen übrig, da die Ungezies>erplage hier besonders stark ist. Wo irgend möglich sollte deshalb ber Kampf gegen diese Schädlinge mit geeigneten Mitteln ausgenommen ioerden Die ersten Erbsen können m 14 Tagen gepflückt werden. Die Kirschen gaben eine schlechte Mrttelernte, dasselbe scheint bei Birgen der Fäll zu sein, etwas besser hängen bis jetzt die Pfirsische, Aprikosen, Mirabellen nnd Zwei scheu. Auch die Aapfel dürften eine mäßige Mittelernte geben. Kreis Schotten. m c Schotten, 27 Mai Die Hauptversammlung des Vogelsberger Hö,henkln bs (B. H. E.) findet in diesem JalM am 6. Juli im Gatt dos „HiudiNiburg" in Gießen statt. Die fett Krie^sbegrnn geübte schöne Gevfiogenheit, die Versammlung an Stelle des althergebrachte'-.t Hohervdstöpffestes in dem Klubhaus aus dem Hoherodskops abzuhalten, koimte in diesem Jahre der schwierigen Verkebrsverhältmsse wegen nicht aufrechterhasten tonten. Da der seitherige^ Schriftleiter des „Frischauf", Prof. Wielßbart, Laubach, wvn seinem Anite zurückgetreten ist so muß von oer Versammlung ein neuer Schriftleiter gewählt werden, dessen Stelle zur Zert von Prof. Dr. .A. Roeschen, Laubach, ver tretungsweise versehen wird. 8 Burkhards, 26. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt der Obergefrette Jvhamres Bissel. 4 Gedern, 24. Mai Dem Hofpvediger und Pfarrer Wid- mann wurde die Preußische Rote-Kre-iz^Medaille 3. Klasse ver- 24 ' Es .Kriegsauszeichnungen erhielten: Bpefeldwebel Ivhmrms Ober he im uüd Sanitätssoldat Herm. her 26 ' V X ™ K^ldruto^ fürs «aterimtb starb Hermann Weber, Inhaber btä ©fernen lenzes Vo’tw' 26 ' 9 £ - &rntn " _Q . r Kreis Frledberg. ü-r 25 5?* 1 ?ü,f Aesigen Bahnhof wurde Rwvrerer Peter Rüdiger aus Mcinsteinhrnm «m den Pnlfern zweier Mterwagar totgedrückt. ^ r o. Starkrnburg und Rheinhesftn. I Darmstadt, 26. Ätai. In den Rönnikm I” " a statt, Mc die ÄarmsMLcr L^aur GollftLed Proper tu BcLbtndung mit dar Rheinischen Textilrndustrie in Bonn aus Anregurrg der Großherzog- l-tchQiAOstvaljtelle für das Gewerbe veraustraltet. Die Entstehurrg oer iMerstoff-(Papierstofi-)Gewebe wird trt allen ihren Stufen vor- getuhrt, ebenso die verschiedennl Verwendungsmöglichkeiten. Ein !^^Escher Webstuhl ist im Betriebe zu sehen. Für größere Gesell- lityaNen., Vereine. Sclpllen, die sich vorher arrmelden. wird für sachkundige Fuhrwig gesorgt. ( ^ a. Rh., 26 .Mai. Tie Kirschen rafen und färben na?. W lind auch beveits reise Kirschen auf den Markt gekommeii. , Mengeertvag steht gege5i das Vorjahr ganz bedeutend zurück nno ebenso ist es auch mit der sonstigen Obsternte. Sehr gut steht dagegen das Gelreü^e. Aus Rhein Hessen, 26. Mai. Tie Eiitioicklung der ^^den geht sehr schnell vor sich. Recht stark war das Ans trat« i des .nevMltzilers, der kaum schinll genug ents-ernt werden konnte. Sehr trtrrT wuchert atuch das Unkraut in den Weinbergen, dessen Entfernung ziemliche Schwierigkeiten bei dem herrschenden Mangel an Arbeitskräften verursacht. Mit dem Spritzen der Reben gegen ore Pevono>pova wird inan wohl bald begürnen müssen. Kreis Wetzlar. e... ra. Wetzlar, 26. Mai. Mit dem Eins-ammietn von Laubheu für rne Heeresverwaltung wnrde im gairz-" Kreise Wetzlar begonnen. Unter Führung der Lehrer zielft die Schuljugend frühmorgens in den Wald, und manckjer Wage- ist bereits in der K^rsitadt abgeliefert wordeii. Für den Zentner Frischlaub werden 4 .Mark bezahlt Das Laub lvird in oer hiesigen städtischen! ^roctenanibalt gedörrt und geht als Pferde sntter an die Front. U Niederkleen, 26. Mai. Ter 17jährige Meltromvnteur 1 n 9 0011 Gießen, welcher hier am elektrischen Licht aMntete geriet wider die Hauptleitung auf dem Dache, und nutzte herunter, wobei er sich so schwer verletzte, daß er in der Mimk rn Gießen seinen Berletzungeu erlag. Hessen-Nassau. — Bad-Nauheim, 27. Mai. Ter hier verstorbene Kaus- NEn Roe s s r n g hat der Stadt mttingen 10 000 Mark vermacht, uSTdürftigen herzkvandm Einwohnern zugute kom- s. 'ul- NUß.in gen, 26. Mai. Auf dem hiesigen Bahiihof kam der Bahnarbeiter ^osef Heep aus Guckheim (Westerwald) unter cne Räder eines Güterzuges, wobei ihm beide Beine abgefahren wurden. Bald darauf ,tarb er. , a dRai. Gelegentlich einer Geschäftsreise mtrch Württemberg erwarb ein hiesiger Fabrikant 482 Pfund Sckmiken, das Pfund zu 8 Mark, und etwa £00 Eier für seinen Z^Uatgebrauch. Sorgsam verpackte er das kostbare Gut in zwei Kitten und gab diese unter „Schlemmkreide" auf dem Bahnhof ^p>tzingen cherni- Wäre die Erde ohne Atmosphäre, oder wäre die Erdatmosphäre, wissenschaftlich ausgedrückt, opllsch leer, so müßte der Himmel uns sch.ixlvz erscheinen. Südwcftdeiltfchkauö in öer Uedergang§Virtsc!saft. fr y 4 ~ änkiurt a. M., 25. Mai. Unter außerordenttich starker Beteiligung aus allen Teilen SüdwestdeutiAands nahm heute eine von dcrBeremigung südwesldeutsckftw.Hwidesskammcrn ein- verusene Ver,ammlMig zu einer Anzahl iriegSwitschaftlircher Fra-en m ihren Beziehung zu Südwestdeittschlarch St^nng Anwesenden bewerte man zahlreiche Vertreter der Staats- und ^Ä^orbehowen, Reichlstagsabgeordnete, Landtagsabgeordiiete der süddeutschen Biiudesstaaten, die Wgeordneten von etlva 5V Städten und Delegierte von annähernd 50 Wirtschrftsverbänden des Gebiets. Tie Reicher eg rernng hatte keineu Vertreter entsandt Geb Kommerzieiirat En g el ha rd t-Manul-eim leitete die Kunoae- bung mit enieni piwgrammatische.i Ueberbluk über die Grilnde ein, die zu den, Zusammenschluß der Hanbeistammern zur Wahrung ihrer Interessen gegenüber den Berliner Zenttalisierunas- bestrebungen gesührt haben. Tie Reil>e der Vorträge eröfftwie ^ndrkus ±r. Blaustein - Mannheim mit entern Referat ütier .,/L- u d deutschland a l s W i r t s cha f 1 s und Kultur- geb'et" JSrofeFfor Tr. %£u m # l e t -Wifflte l M /roch über ,,ZeutralNation der Kriegs- und Uebenwngswrrts.chaft in Berlin . Von den 165 Kriegsgesellschaften befänden sichln Berlin "d'.m ganz Lutwestdeutsck-land - eine. Im Rcick^nnrtschafts- r.-^uhsschrtzamt und anderen Organisationen seien alle Reichsgebiete vertreten, mir Südivestdeutschland mit 11 Millionen EEw^ern nM. (Hört hört!) Im einzelnen schilderte der Rednm r^® r ^ lc S rtFeniHq ^s Gesckmftsverckeltts mir den Beniner Zentralstellen, bei? ungeheueren Wun von Vewrdiiun^n die alles Leben ec"Een. di- schlechten Berbi,rangen mit «X mch Lz Beamten- und Bnreaukratenunwesen. An der Besprechung dieser Vortrage beteiligterk sich', Kommerzienrat Spielmever- Mannheim, Oberbürgermeisttr Voigt- Frankfurt und Dr ^^tßMSsrmmegsss SÄ&ng an- lftimmi8 ^'Eminng hi-r»u Ol lückenlose Zentralisierikng der Kriegswirtschaft in Berlin hat dem sucuvestdeiltsckien Wirtschaftsgebiet schwere Nach Tie Kriegsgesellschaften haben den für Südwest Deutschland außerordentlich bedeutungsvollen, leistungsfähigen und. kapitalkräftigen .Handel aufgesogen, während .nichtig Zweige seiner Industrie teils sttll liegen, teils ertraglos gemrben E T,e fortwährend notwendigen Reisen nach Berlin bei gleich, zeitiger Verteuerung und Verschlechterung des Eisenbahn-, Post- nnd Teletrhonverkehrs .legen sedem einzelnen Betrieb große Opfer auf. Uni o,e gemeinsame Gefahr für den Wiederaufbau und dre spatere Entwicklung des südivestdeutschen Wirtschaftsgebietes abzuwenden, richtet die BerelMgirng an die gesetzgebenden Fak- tmen me dringende Ausforderung, mit der bisherigen zentralistischen Knegswirtschcrst zu brechen, d,e Uebergangs-oirtschast ans der Grundlage der znsammengeHöngen Wirtsck-aftsgebiete aufzubauen bci '^.tzn zentralen Organisationen Südwestdeutschland d,e ihm gebührende Vertretung zu gewälft-en lieber „Freie Wirtschaft oder f t" verbreitete sich Schlang-Fveiburg i. 95. deine SütL führungen richtebm sich in erster Linie gegen die be- vannten Rat hon au scheu Gedanbengänge und das Beamten turn im deutschen Wirtschaftsleben. Ni,r >eie WirtschaftS^vnw dem deutschen Handel zusn geM-ichvft j Letzte Nachrichten. netteste Äeric^t ^cr 6eevesIeitttNtz. Grohes Hauptquartier, 27. Mai (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Meieren wurden bei erfolgreicher ltn* ternehmung Engländer gefangen. — Die ArtilLerietätigkeit levte an der: Kampffronten erst in den Nachmittagsstundcn auf. Die feindliche Artillerie war vor allem im Kemmel- Mvret, auf dem Nordufier der Lys, zwischen Arras und Albert mrd auf dem W-estufer der Avre tätig. Die Ersundungstätia- fett blreb reae. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * . Zum Tode des Reichstagspräsidenten. Berlin, 27 Mai. Ter Reichskanzler hat, wic die „Norddeutsche Allgenreinc Zettung" mitteilt, an das Reichs- tagspräsidinm folgendes Telegramm gerichtet: „Dom Reichstage sprach? ich zugleich im Njaimen der Reichsleitung, mein aus-, richtiges Beileid anläßlich des Heimganges ftiires tDrrä?itt'cken hin eine .alle Parteien befricidigende Lösung So schnftrt ^bev daran, daß der frühere Reichsschavsekretär Vorstandsmitglied ein« der kleinsten Fraktionen ist, der die großer, Fvaktivnerl den Vortritt nicht lassen wollen. Das hundertjährige Bestehen der bayerischen Verfassung. München, 26 Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Grdcnktaa des hn n de r t i a hr, gen Bestehens der bayerischen wmve übeM m den bayerischen Lan>?n dirrch FestaTteund Gottesdienste begangen. Besonders er heben o gestaltete Ah d»e llrckchch ft'erer im der Michaelsl>)stv-ch durch die gememfaimv Teilnahme des Hofes, der VvWvertoetnng und Angehöriqee ller Volksschichten am Gottesdieiritz den Erzbißlws Tr. Farlll-aber hielt Be, der Fever rm großen Thrmrsaal lag auf dem Postamente voL f 1 .?? das haindschriftttche Original der Versasftmgs urkunde. Unter Fansavermangen erfolgte der Einzug Wnig Ludwigs in den Thronsoal. Umgeben von d-m Prinzen nnd Gefolge iralmr er die Ansprache,, der beiden Präsidenten cntge^ien. die dankbar die Go. waprung. der Verfassung pn das bayerisch Voll durch den llrgrof* pater Komg Ludwigs rvürdigten. Mll von herzlich?,- Freude mrd die Erschienenen Lttragena, Rede a-mvvrtcw ***r "fl l|J|.