Nr. «9 M. Jahrgang 5rettag, 2 \. Mai M8 Der G,ctzener Nnzeißrr erscheint täglich, autzer Sonntag. - Beilagen: Sft i ?. 1.20, viertel- jährlich Mk. T0-. durch Abhole- u. Zwe'.gstellen nwnatl. Mk. 1.10: durch die Post 'Ulf. 3.60 viertel- jährl. auöschl. Bestellg. fcenlfprech - Anschlüsse: h'irdieSchri'tIeil;mg1I2 Verlag,Geschäit^steNebl Anschrist sürDraytllach- rrchlen: Anzeiger Giehcn. ener Anjeiger General-Anzeiger für Gberhchen postfchecklont»: 5rankssria.Lr.u-8b ^ «r v Zwtttt-rgrnrn-tzruck u. Verlag: Vrühl'sche Unw.-vrrch- u.Lteindruckeret N. Lange. §chrlf 1 leiiung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchuljtr. 7 . Gießen! ÜAM»®mc fron Lrrzelre, st i)le '^age^nc'winer biD zuin RochmNiag vorher ohne jede ^c l bu>d.l 2 ,ketr Seilenpreise: jür örtliche Anzeigen 25 lN.,für auswärttgl 80 Pi., ‘ür Reklamen Mk. 1.— ; bei Piatzvor- schrisl 20% Ausscklaa. Hauvtschristleiker: Au>^. Goetz. verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Vankverkehr: Aug. Goetz: Liadi b «C»tt»«» Tie rvsitivislrsche Ausgestaltung der Friedensrcso- kution — die FriedeTisvcsolutwn soll doch für alle Kriegführenden Geltung haben — umschließt alles, was Teutsäiiand uni> stirre Verbündeten für ihre Zukunft bruuchni. Tic denkwürdige Eittschioßrmg des Reül)stuges enthält Erkenntnisse. Wahr- heitssä^e, welche durch keinen Gang der Ereignisse in die " Ml* v crsrcht loerden, für überholt ztt gelten. Sie hat auf der ar^dern Seite aber auch den Ldrhmen so weit gesteckt, das; die jewellige politische Gesamtsituation voll ausgemctzt wrrdeir kmcn. Nur einen Grenzipsahl kenrrt sie: eirr dauernder, gerechter Friede d^r Versöhmrng und Verstä'.rdigung der Volker soll geschlossert Werder-, und nutzt ein Frnede, der zwangsläufig neue absehbare 'bnege un Gefolge hat. Dieses Ziel aber wird mrr erreicht, wenn; ganz allgemein en der Küste und dem JM'dan drückten unsere Ausllärungs- abteilungeir uill) Patroulllen an verschiedenen Stellen seiirdliche Postierungen -uinick lund drangen tellweise in die seindlicl-en Stellungen ein. über die Drahthindernisse himoeg und machten wichtige Feststellungen. Aus dem Ost-Joi'danufer unterbanden wir erfolgreich feindliäie Au.sllärungstätigkeit. Wählend das Artilleriefeuer nur stellewveise scch steigerte, blieb die Fliegcttätigkcit tagsüber l'ehr rege. Fei.rdliä-e große Truppen!ager im Raume Jordan — westlich Jericho — Wadi Llusche wurden von unseren Flieger:; mit gutem (Erfolge angegriffen. Bei Dschrdui. Arrcze und Mezrae lOslliser deS Toten Meeres) nnirden die Rebellen erneut rertriebe:; und die ätebelicillager bei Kasr el Asrak wirkungsvoll mit Bombe;; belegt. Aus den übrigen Fronten ereigrrete sich nichts von besonderer Bcdnltung. Eine deutsch-itarllLnische Vereinbarung über Kriegsgefangene ttud Zrvilperso reu. Berlin. 23. Mai. Am 15. Düai ds. Js. ist in Bern aus Grund von Verharcdlungen zwisä^en Vertretern der deutsche n) imb der italienischen Reg i erung eine Vereinbarung über Kriegsgefangene und Zivilpersonen unter- zllchuet w-rdei;. Nach den 'l t imm> nge : die.llr Ver inbarung sollen insbesondere die beu.ccseitigen sch!'.ervas Sanüätspcrsonal m die peiinat e.U- lass-en N»erden. Darüber hincnis wird ater auch ein erheblicher Tell der in italienische:; Händen liefind-liche;; gesuicdin deutscher Kricgs- gesangenei; befreit werden. Es solle.; name.ulich die über 45 Jahre alten Ä^rrcgsgr'iiangeTrc!; und diejenigen Kriegsgefangenen, die im Alter Pvisäien 40 uw> 45 Jahre:; stehen und Vater von drei oder mehr Kindern sind, sowie eine Anzahl deutscher Kriegsge'angeneg/ die sich über 18 Ntöidate in Gescurgenschaft beenden, ftopi um Kopf Misgebruscht tverden. Außerdem sind für die Behandlung der beider'seitigen Kriegsgesoorgenen Richtlinie;; festgelegt wollen, die im allg'nneinen den im Tezcinber v. Js. mll F-rankr^ich vereinbarten und in ern«n AbLmrrnerr vom 15. März 1918 nicdergelegten Be- strmnnmtun; entsprechen. Tie Besllnmrungen des deuisch-italieni- scheu^ Adövnn:ens toünneu auch dcineniqer; in italienischr besind!iä>e:: Kriegsgesa7cgenLr' zugute, die von den serbische;; Truppen an Italien übergeixm morde;; sind. W;s den Besürmmrngen, Id«: Atrm der beiberselliaen brter;;irrten oder verschickter» Zivilpersonen vereirllxrrt sind, ist hervor^chwen, daß die in de;; italienischen Kvldmert beiHrdiicben deirllche'l Zivilperson^; auf ihren Wtntfch noch Italic;; übergejnhrt werden. Beso'ii^erer Tank gebührt der Schweizer Regierung, icnter der,m verständnisvoller Leitung die Verharchlungen vor sich gegangen sind. In gbicl-er Weise ist der Ve^-dienske des Papstes zu'geben e:;. der in Fortsehrnng seiner unernmtzlia^NdBestvcbirnge^: uu; sie Lindenmg des L? ei> der Ge- fairgenen und in hock;herz;grr Initiative sei:; InttMcssc cn; dem Zu- stantef^nn;e;; der deutsch imlienischc;; V. rl>andlun'en bekundet u;ü> damit von neue;;; ein Wcnk edler Aäcnschlichkeit gelördert hat. * Der Prinz von Wales in Rom. Berlin. 23. Mai. (Privattcl.) Di« „B. Z. am Mittag" meldet aus Zürich: Die „Züricher Morger^eilung" meldet au^ Mailand: Hiesige .^stroise messen dem bevorstrlanden Besuch deS Prinzen von Wales in Rom grüßte politische Bedeuttmg bei, da gleichzeitig Gerüchte über das Zustand?kon;nun; der längst projektierten Verlobung der Köirigswchter Jolanda mit dem Prinzen umlausen. Friede«Sgedanken in England. Bern, 22. Mai. (W. B.) Der Lmchoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" meldet, txrß sich in den letzten zwt-i dis drei Wochen cll; sogenanntes radikales Komitee gebildet habe, das aus einer klerrrcn Anzahl von Parlamc;ttariern des linksliberalen Fluges und a;ü>cren Männer;; ;rnd Frauen frei- liberaler Tei^>m;z besteht. .Unter ^de;; zugehörigen Parlam«b- tariern sind El.v.ncelor King, Komnmnder Wcdgeivood imd Lee Smith die bcka:rnb7sten. Der Z.veck der neuer; Vereinigung ist, eine angeblich liberale imd s-mnit opposi.imrelle Politik gegen den Krieg und die Kriegsprobletuc y\i fördern. Sie ist nicht ansgesprochei; pa^rfife-sch orientiert, zeichnet sich al^er, wie der Korresp^cherrt bernerkt, d;;rch eine ve;m;mftgemäße Lml- tung gei-serrü^r der Idee eines Verhandlungsfriedens a;;s. Eine ihrer erl'ten politischen Handlungen war die einstiinmige Mnahlme einer Entschließung, in der die Ldegierung ersucht wird, die niflV sche Sowjetregieranrg, die aus den; Chaos er;re feste Administration gesclxrffen l^al-e, uw'erz.ülglich forrnell anznerkennen. Der KvrrestvelDeitt nin;mt an. daß die unsh.npaMsche Anspielung auf Rußla;U> in dar letzten Unbecharlsrede Lord CerllS mit der dein Foreigi; Office übermittelten EntsckLießrmg des radikalen Kon;i- tces mcht in Verbindung stehe. Der Lttstangrrff auf Loudsn. London, 22. Mai. (WTD.) Das Reutcrsche Dureau meldet amtlich: Nach den bisherige;; Feststellungen über de;; Luftangriff vom Sonntag bettägt die ZahlderOpfer in allen Bezirken 44 Tote u:cd 179 Vertvundele. Deutsche Mtrgzcu^e ttder Paris. Paris, 23. Mai. (Havas.) Amtlich. Um 1 Uhr 24 Minute?; wurde zum ztveiten Male alarmiert. Mehrere Geschwader von Flugzeugen nahinen nacheinander die Richtung auf Paris. Unsere Wachtposten eröffneten sehr heftiges Artillcr-ieft^rrftner twssen sie. Unsere Flugzeuge stiegen auf. Eine Anzahl Bomben lvurden aus das Häuseru;eer von Paris abgeniorsen. Der Alarm endete um 3 Uhr 30 Min. Paris, 23. Mai. (Havas.) Amtlich. Gestern abend überflogen feindliche Flugzeuge unsere Linien und wendeten such gegen Paris. Sie wurtx-u durch unsere Wachtposten gemeldet und durch l-cftigeö ?lrtilleriesperrseuer em)> fangen. Kein einziges Flugzeug überflog Paris. Ein Flugzeug warf einige Bomben auf einen Punkt in der Umgegend von Paris ab. Es wurden iveder Sachschaden noch, Menschcu- opfe; geneidet. Bethune in Flammen. Bern, 23. Mvi. (W. B.) Nach Depeschen von der eninr 1917 21 Jahre rr l t igeworden sirll), sich für den Heeresdienst einschrerbenS lassen müssen. Amerila und die holländische Schiffahrt. Neu York, 23. Mai. (Reilter.) Der lborrespvndent der Vso-^ ciated Preß berichtet u. a. aus Washington: Die Lbegierung hat der hollärchisä-cn Regierung mit:?eteilt, daß dem Ersnll-en, drei holländische?; Schiffen, die sich jetzt in amerika ni^ s ch e n H ä f e n befinden, dieA.usfahrtzuerlauben,urn daS von Präsideitt Wilson Hollaiü» veriprochene Getreide zn befördern, nicht statt ge geben ?verdcn kö«;e urid'daß. um eine weitere Verzögerung in der Getteidebeförderung yii ty.tl/ii en, nb/llerlÄwische Schisse hierfür nach Amerika ausgesandt lverd,-:; sollen. Der Bericht, daß Holla;ch die Lh;ssahrt livllMidiick-er Schisse aus seinen Häsen verboten hat, wird in amtliche;; Kreisen ni ü vereiden, aber man vermutet, daß 'Dnuschland für dicse Haltung verantwortlich ist Die vorstehe;rde Nachricht findet eine Ergänzung in einer Mitteilung des „N. Rotterd. Eour." vrnn 18. Mai, wonach der holländische Kolonial minister dem Generalgouverneur ron istollär^chs-ch- Ojttn^ien drahtete, daß die Zusicherung, daß hollandisckie Schiffe in Nordamerika Bunkerkohlen erllalte:: türmten unb bedllignrrgsloA ausklariert werden, von der Regierung üer Vercmiglen Sl ateq nicht zu erlangen s«i. Hieraus geht klar hervor, daß die Vereinigtes Staate;; darauf ausgehcn, holländisü-en Scl-ijfsraum aus niedev- ländischen Häfen herauS-ulocken, un; ihn dann ebenso wie des bereits beschlagnahmten loegzunehmen. * Die Politik. Japan-. Rotterdam, 23. Mai. (WTB.) Dem ,,Nie?nv« gfo tfc cfr g nt * sche (5minmt y/ zufolge berichtet ein E? chanae-Tclegramm cr.i$ We.slnngton vom 20. Mai: Der Gesandte der Äeremigtcn Otaatett in Peking berichtet, daß es ihm nicht möglich roar, den Text des chinesisch-japanischen Abkommens zu bekommen, doch teilt er mit, daß dasselbe nur im Falle einer Intervention in Sibirien ober falls energische militärische Maßnahme?; iu der Mandschurei notroendig seien, in Kraft treten werde. Er weist daran! hin, daß Japan nicht beabsichtige, in Sibirien cinzngreisen, cbet sich zum Handeln vorbereite, um bereit zu seü^ »veni; die Alllletteü ihre Zustimmung geben. Die ukrainisch-russtfchen FriedenSverhandlusge». Kiew, 22. Mai. (WTB.) Tie ukrainisch -russischen; Friedensverhandlumgen beginnen erst in einigen Taaent. Tie Delegation ist eingetrosfcn Vorsitzender ist der rur ä^n'sch« Sozialist Rakowski, bevollmächtigtes Mitglied Marmllski, eiul Phllologe, der in Paris sttwiert hat und a?^ Wolhynien suimmt. Sekretäre sind Sollzew, el-emals SludeM des Kiewer PKytechni- kums, Granowski, Staatsbankkommissar in Kiciv iväIrrend der Bolsche;visten--He?^schast. Mitglieder sind: Vom Kommissariat für misivärticw Angelegenheile;; Professor Nemirvw-k; imd zugleich Rechtsbeiswnd der Delegation, sein l'sehilfe Puschttn, vom H.eres- kommissariat Udinzow, vom Marine kommissarint El^lodowski, vonj der Eisenbahn Schabunctz und Ingenieur Weiß, für die Bloskau —, Kiew— D^wonienscher Balm Girkond, twr; der Haup tc rtilleriec-erwo U tung Pr;schkarew, vom Roten Kreuz Fsubkow, vom Firrai .-kemmis- sattat Professor Sagorski und Tisckwsft. für das Zdommisjariat für Lander unv Industrie Borman, vom Schatzamt Bereßki, für Per- pslegung Jmber, von der Kftedi'kanzle; Kvschin, vom Semftvo- städtebwcd Tatriiww. Die iidttgen sind techillsches Personal. Jntz ganzen si?;d es 47 Personem Eine Abordnung der provisorischen Tonkosaken- regierung ist drZpch die deulsck>en Vcttreter empfangen ivvrden!^ Generalsekretär Kietiekowski reist mit besonderen Vollmach- &3i; ?mäi Odessa zur Regelung all ca: mit der Anwesniheit der öster- reftl)isä;-ungarisä-cn Tr?wlenenllfeldmiarsck>alls v o n M a cken s cn verinigL Ter bisherige Militär^wuvercienr, General der Jiran^erie T ü l'f f Von T^chepe und Weidcnbach, der seit ;ne>. als ftdrf Merttckjahren an der Stütze der Militän-er-waltturg sdrrch, ist ;mch Erfüllung seiner Wrsgabe i;>ni Kaiser intter knUbvcstlster ^ ttnng fenrer -geleisteten Dienste nnd unter Verteihirng einer ho en Ordensm; s zeickpn;;;g von seinem Ainte c;tt.I-oben worden und haf haute AvrVareft verlassen. " . * Eine Tagung der mitteleuropAifchen Wirtschaft-. Vereinigung. Wien, 24. Mai. Unter ül>craus Aahlveicher Brteil^ gimg von ItfrtwrraocTibfii Bert;-ewrn der Volkswirtschaft, anS dem Deutschen Reiche, aus Ungarn und aus Oesterreich na buk gestern die für zwei Tage in Aussicht genounncne Beratung der Mitteleuropäischen M ; r t s ch a f t s v e r - einig un g (Deutschland, Oesterreich und Ungarn:) iinen Anfang. Den Gegenstand der Verhandlungen hübet d;e Frag« der Steigerung der landwirtschaftlill>ett Produktion in den Staaten Mitteleurowrs. Einen besonderen Glanz erhielt die Veranstaltung dürft) die Amvesenlreit des Herrog^ Ernst Günther zu Schleswig-Holsteiu. Die Versammlung Ic üiloji die Absendung von Huldigungstelegrammen an die beiden verbündeten Mächte. ; Drr Vizepräsident de- Neichstags Dr. Paafche in Sofia. Sofia, 22. Mai. (WTB) Meldung der bulgarischen Delvgrsipyinvagentur. Der Vizepräsident des Reichstags Dr. P aas che wurde gestern^ von dem Ministerpräsidenten Rad o s law ow empfangen, mit dein er eine lange Unterredung hatte. Heute alZend gibt die Gesellschaft für Förderung der wirtschaftlichen und kulüirellen Beziehungen zwischen Bulgarien und Deutschlano ein Festessen zu Ehren des Gastes. Morgen wird Dr. Paafche im Saale des Natio- :valtheaters einen Vortrag aber die wirtscli-aftlichen Be- ziehuirgeil zitvischen den Verbündeten halten. Der Seekrieg. Neue A-Boot-Erfolge. Berlin, 23. Mai. (Amtlich) Von unseren U-Booten im Sperrgebiet um England wiederum 15000 BR.T. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet. Die Erfolge wurden vvrwiegerrd an der Ostküste Englands bei starker feindlicher GegenwirLmg erzielt. Zwei Dampfer wurden Zaus (Äeleitszug herausgefchossSN. Der Chef des Admiralstades der Marine. Aus dem Reiche. Zum Fliegerangriff auf Köln. Aus AnLaß des Fliegerangriffs auf Köln ist dem Oberbürgermeister folgendes Telegramm des Kaisers zugegangen: „Seirre ÄLajestät 'der Klarser und Körrig haben mit tiefem Bedauern veririmnren, dach 'die Stadt Köln von feirrdlichrn Fliegern heimgesucht und teure Menschenleben ein Opfer ihrer Geschosse geworden sind. Seine Majestät nehmen an dieser Heimsuchung der von den: kriegerischen Einmll betroffenen Familien herzlichen Anteil und lassen Euer Hochrvohlgedoren ersucherr, den Hinterdliktbenen der tödlich Verunglückten Allerhöchstihre wärmste Teilnahnre an dem Opfer, welclnes ihnen der Krieg auferlegte, auszusprechen und den Verwundeten Seiner Majestät auftichtige Wünsche für eine baldige Genesung zu übermitteln. Im Merhvchsten Aufträge: Der Geheime Kabinetts rat v. Berg." L Köln, 24. Mai. Kardinal von Hartmann hat nach der ,LÜöln. BcLksztg." an die Pfarrer solge^es Schreiben gerichtet: Die Fliegerangriffe, welche gegenwärtig unsere Stadt an- bcr.ienib 1>ed rohen, vettetzen mich in die traurige Notwendigkeit bis auf weiteres anzuordnen, alle Prozessionen sowohl innerhalb trk außerhalb des Gotteshauses zu unterlassen. Damit aber wenigstens b:c große Prov ision am Fronleichnamstng vom hoben Dom aus ungefährdet gehalten werden kann, habe ich den heiligest Vater gedtten. bei unseren Feinden sich zu vanvenden, daß sie wÄhvlvrd der Feier Fliegerangriffe auf Köln unterlassen. E; bleibt dahingestellt, abzuwarten, ob sie den Bitten de? Statthalters Christi Gehör schenken. Erfolgt während des Gottesdienstes Fle-eralarm, so hat der betreffende Geistliche tunlichst von der d'e Gläubigen >'.l bernbigen und sie auizusordern, die nircb- zu verlasse? ::nd 'ich auf die »einliegenden Häuser zu verteilen Der Geistlich:- tnuh ieder:'ells zuletzt die Kirche verlassen. Karlsruhe, 22. Mai. Heute nacht wurden Ludst) i g s h a fe n und Pirmasens von stündlichen Fliegern mit Bomben beworfen, die zum größten Teil nur in freies Gelänin fielen und keinen bedeutenden Sachschaden an richteten. Personen wurden nicht verletzt. Ein feindliches Flugzeug mußte m unserem Abwehrfeuer niedergehen. Seine Insassen — brei Engländer — sind gefangen. Am Pfingstmontag wurde die offene Stadt Landau von feindlichen Fliegern mit mehreren Bomben beworfen, die zwei Frauen und ein Kind töteten und einigen Häuser- fchaden anrichteten. Berlin, 23. Mai. (WDB. Der .Hauptausschuß des deutschen Städtetayes fft drrrch seinen Vorsitzenden Obeichürgermeister Werm nth auf Smnstag den 22. Juni nach Berlin ernberufen worden. Auf der Tagesordnurig stehen in der Hauptsachie Nahrungsmittelftagcn, Fragen der Brennstoffversorgung, Angelegenheiten der' Wohnungs- lürsorge und Finanzlagen. Berlin, 23. Mai. MTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Bundes ratsaus schuß lür auswärtige Angelegenheiten trat gestern nachmittag im Hause des Reichskanzlers unter dem Vorsitz des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. v. D a n d l zu einer Sitzung zusammen. Der Reichskanzler machte Mitteilungen über die gelegentlich des Besuck-es Kaiser Karls im Großen Hauptguartier gepflogenen Besprechungen. Staatssekretär ^.Kü-hlmann gab einen lieberblick über die gesamte lwti- nkäie Lage und erörterte insbesondere Aufgaben, die im Osten bereits gelöst sind und noch der Lösung harren. Daran schloß Nch eme Aussprache, in deren Verlauf der Rcichsleitung Dank und Anerkennung für das bisher Vollbrachte ausgesprochen wuroc. 23. Mai. Me das „Tageblatt" erfährt, besteht dw Krankheit des Reichstags Präsidenten Dr. Kä mp f in schwerer Arterienverkalkung, zu der in den Der römische Grenzwaü. Aus Hanau wird uns geschrieben: In der Haupt- der-.ammlvmg! des Hanauer Geschichtsvereins hat Professor Dr. Wvl'' aus Frankfurt c. M., der bekannte Limessorscher, einen Vonrag geyatten über das Ergebnis der in der letzten Zeit in der Umgebung Hanaus vorgenommenen Forschungen über die Vor- iund Frühgeschichte im Zusammenhänge mit den bereits früher ge- rr.adccn Festsrellimgen, die ein fesselndes Bild der Hcimatgeschichte vermittelten. Während nock) x»cr Zeit der Bildung der Reichs-Limcskom- rmsnon ziemlich allgemein die Ansicht galt, daß der römische Grenz- wall, depen Namen man als gleichbedeutend mit Limes ansah, mit seinen Kastellen und Türmen eine einheitliche, gleichzeitig eut- ftandcue Anlage gewesen sei, wissen wir jetzt, daß der unter To- nrittan -nach dessen Cbattenttieg angelegte Limes, den. Taeitus ^amtte, ein bäum frei er Grenzstreifen mit Hvlztürmen war, an dem tn genügen Zwischenräumen Wachm a»mschäften in Erhschanzen krgen, die durch einen Ltolonnenweg verbunden waren. Tie Kä steile, aus weläAm diese Mannschaften auf Querwegen an die Grenze geschickt wurden, lagen in der Wetterauischen Ebene, und zwar größtenteils in der Linie Kastei, Wiesbaden, Hofheim. Heddernheim, Okarben, Friedberg. Butzbach, an der Hauptstraße, die Mainz mit dem icördlichen Ende des »vetteraui scheu Limes verband. Eine andere Kästellreihe: Höchst, Frankfurt-Kesselsladt, hotte zur Basis den Mmnsrrom, der, wie er von Hanau an auiwärts. den Limes ersetzend, die Grenze bildete, von seinem Knie au abwärts meben der ihn begleitenden Straße die natürliche L^bindnng Mer Grenze mrl Mainz, besonders für den Warentranspon, bot. An einen rein defensiven Grenzabschlnß, wie ifyn später die Ha- drianiühe Pollisadenwand und zuletzt der Grenzwall bildete, dachte nmn unmittelbar nach der Annexion der Wctterau noch nicht. An stelle der unregelmäßigen Erdschmzen traten aber noch unter Tom man regelmäßige Erdkastellcl-a, von 90 Meter Länge urrd 80 Meter Breite, die zwar auch noch nur Vorpostenstationen für die großen Kastelle der Ebene bildeten, aber l>creits dauernde De.atzungen hatten, sei es, daß diese von den Men mck> Kohorten» jener abgezweigl ioder durch irreguläre Truppentörper, sogen mimen, gebildet ttmrbeit. Dafür spricht oer Umstand, daß bei mehrer n von ihnen sich gleichzeitig gebaute kleine .Bäder gefun-» jüngsten Tagen Lungertentzündung hinzugelreten ist. Bis heute mittag war das Befinden des Kranken unverändert. Der Zustand ist rro ch immer bedrohlich. _ Lin konservativer Antrag ;um Lebensmittelhandel. Berlin, 23. Mai. Ein konservativer Antrag R ö s i ck e im Reick-stag lautet: Die Aus sprach? im Ausschuß hat ergeben, daß eine größere Anzahl von Parteien fid]i her Ueberzeuqung nicht mehr verschließt, daß das gegermrärtige System der Volks Versorgung. für dessen Eürrührung im Anfänge des Krieges gute Gründe c-olitischor und psychologischer Nattlr bestanden haben, nunnlebr nicht weiter fortgesetzt werden kann und darf. Es ist an der Zeit, gewisse Abänderungen daran vvrzunehmen. Will inan den richtigen Weg zur Abänderung sindeii, so m'lß man das in erster Linie aus den wirklicheri Vorgängen Mid Verhältnissen eTttnehinen. Tie Regierung suckä gegennmrlig durch Beschlagnahme eine möglichst große Quantität Brotgetreide für die verbrmuhende Bevölkerung sicherKußellen. Diese Maßnahme hat die Llbsickä. den Bedarf der verbrai ckeudcvi Bevölkerung zu gewälTrleisten. Daneben ^hat sich ein anstlmlicher Schleichhandel ^enttv-iLlt. Ten großen Schleichhandel suckit man durch strenge Strafen zu verhindern, dem kleiueil Schleichhandel aber wird me ln oder weniger Duldung g.'währt. Dadurch ent nuckelt sick eitt Markt illegittmer Ware, und sehr habe, im Verborgenen geforderte und gezahlte Marktpreise sind die Folge. i)tus dieseii Vorgängen ist der Schluß zu ziehen, daß es gut getan ist, diesen §)an>del legitim zu machen, dann wird man erleben, daß diese hohen Preise sinken werden. Es gilt eine feste .Greiize zu setzen tfviklxn dm Nahrungsmitteln, die be'chlnguahnit werdeii Schuss Sick-orsteklung. imd denjenigen Nahrungsmitteln, die dein freien Mnrtt überwiesen lverden. .Hieraus folgt der nachstehende Antrag: I. 1. Das Reich soll nur 'r' Millionen Tvmren Getreide besckst ig- lrahmen und durch Brotkarten rrur diejenigen Teile der Bevölkerung damit versorgen, die mit dieseiw Quantinn täglich init x-Gramm Brot bei Streckimg des Brotes in der bisher üblickien Form versorgt werden können, mtb zwar zu einem dem bisheritzen! Preis ercts.vreck)enden Preis. .Vettargt nnrd zunächst die Be- völkermkg mit dem niedrigsten Einkommen. Das übrige Brvt- !tetreide ist völlig ftei-zngeben. II. Eine zweite Erfahrung, aus der wtt g,tte Lehren ziehen müffen. sind die Vorgänge auf dem Gebiete der Karto ffcl versor- gu n g. Im Fahre 1916 ivurdeu Liefernngsverttäge auf ein be stimm tos Quantum abgeschlossen zu einem Preis, der die Landwirte durch eigeire Vorteile zur peinlichsten Einhaltung der Lieferung bestimmte. Zu diesem Dersahrm gilt es. Uirückzukehren. Es wird wiederirm nur eine begrenzte Qrurntität urngelegt, und zwar zu einem Preis, der den Selbstkosten -uisreichend entspricht. Die Derb rau che rkommunen erhalten die Aufgabe, den minderbennttel- ten Bevölkerungskreisen da-wrch zn helfen, daß sie diesen die Kartoffeln znm hm?abge,'etzten Preis ausliefern und die Differenz daraufzahlen. Alle übrigen Mengen iverden dem freien Markt und dne fteicn Preisbildung überlasten. Hieraus folgt der nachstel-ende Antrag: 2. Für die Kartoffeln ist das LieferungsPrinzip des Frühjahrs 1916 «nzuwenden. Ter Grundsatz muß sein, daß Hie Kartoffeln^ die durch die Lieferungsverträge für das Reich sichergestellt werden, so doch im Preis stehen, daß der Landwitt, der vielleicht pekuniär' Fnteresten hat, vor allem das stteich !>e- Ittlett. dreien Ausglcüy des Preises zur lülligeren Abgabe an die unbenüttelte Bevölkerung bat das Reick? in geeigneter Weise her- oeizuiühren. Das durch Lieferungsvettröye sestzulegende Quantum ist so hoch zu berechnen, daß pro Tag und .Wpf der versor- igungsberechtigten Bevölkerung «n Piund K'arwffetn gesichett ist. Im übrigen bleibt die Kcrttoffel von jeglicher Bewrttschaftmrg frei. III. Es ist unbedingt nötig, den Milchpreis auf die Höhe der Selbstkosten zu bringen. Ohnedem muß trotz der Opferfreudigkcit der Landwirte die Erzeugung hinter dem Tadarf zuttükbleiben. Es ist dann allerdings nötig, daß die Wmmunen, um den minderbemittelten Kreisen die Milch erreichbar zu machen, einen Teil des Preises für diese Volksklassen tragen heraus folgt der nachstehende Antrag: 3. Ti? Milchpreise sich gemäß den heuttgen Produktionskosten, die bei freiem Markt berechtigten Marktpreisen entsprechen würden. zu bemessen. Tie Kommunen haben Einrichtturgen zu treffen, daß die micherbcmittelte Bevölkercmg die Milch zn ernräßigtent Preisen empfängt. IV. * Tie Vieh-, Fleisch-, Fett- und Zuckervcrsor- g u n g kann zurzett noch nid# geändert werden. Hieraus folgt der Antrag: 4. Tic Bewittschaftung des Viehs imd Fettes bleibt zurzeit bestehen. V. Obst. Gemüse und Eier bleiben von jeder Bewirtschaftung frei. vei öen Toten der Schlacht von Neu?chäteau-Sertrir. ,22. August 1914.') Plan schreibt uns aus dem Felde: St. N e u f ch 2. t e a u , Mcac 1918. An' jene ersten Schlachttage im Süden Belgiens, die u. a. auch mit darüber entschieden, welche der beiden Patteien — Deutschland oder Belgien-Frankreich — für die kommende Zeit das Kampsseid zu stellen hatte. . an diese heute weit zurückliegenden, aber, wie man sieht, außerordeittlich becxwtuugsvollen Tage mit ilrrcrt vielen und heftigen Gefechtm, wurde die Gegenivatt ueuer- dings wieder lebhaft erinnert durch die am vergangenen Samstag erfolgte feierliche Einweihung der Ehrenfriedhöfe den haben, bei onfbcteri aber nach bat in ihrer Nähe Mlsge- grabcnen HMkaustplatten mit Stenipelu der ftir den Cl-attat- frien zusamma:gezagenen Legionen mit .Sicherheit angenom:uen. werden dürfen. Die Gräben dieser nach Form und FlLck>enmum ausfallend gleichartigen »Erdkasttllckxnt sind nackfgcwieseu bei den meisten Stationen des Tauinislimes vonr Zugnmudelkastell nach Nord- osrcn, wo sie von den Trümmern 'der jüngeren Limes kastelte bedeckt sind: Skfturint vvn ihnai v>er den zu ilmen gehörigen Bädern haben \vdt ani nordwetterauisckjcn Limes bis Obcrftorstadt gefunden. Von loa an fehlen sie an den Statünien des Grenzwalles östlich von Hanau ebenst) vollständig wie die Ziegelstempel der erwäl 7 !tt>ea Legionen, während die für das erste Fal/rhundert charakteristisckjien tGcsäßsck/erben, die in ben Gräben icr 5Tb- last-ellchen in Menge geiu^ioar werdet:, an dem erwähnten Abschnitte des vstwettcrauischen Psahlgrabens nur ganz vereinzelt vertteten sind. Dagegen hat sich das typische Erdkasttllchen 8 Klm. hinter dem Pf-ahlgvaben beim Suckien nach der vermulettm älteren Straßen- lgrenze da, tvo deren Linie vom Tale der Nidder gekreuzt wird, in der Mitte zwischen Oberslorstadt und dem Hanauer Mainknie in Heldenbergen gefunden. Tie Eutfernungat des Heldenbergeuer Kastcllchms vor: Oberilorstadt (11 Klm.) und vom Salisberg vor dem Mainknie (11 Klm.) stimmen untereinander und mit den nor- rnalen dlbftänderr je zweier Limes kastelte so na he überein, nfte es bei der gleichzeitigen Rücksichtnahme auf die natura loci möglich ist. Die Auffindung des Erdkastells von 5xldenbergen dürste als eine durchschlagende Probe aut die Richtigkeit der auf anderer Grundlage schon mehr als ein Jahrzehnt früher cnifgestellten Hypothese angesehen 'werdm, daß der Limes in seiner ursprünglichen bKstalt von Oberfforstal/ nach dem Mainkrrie von Hanau gezogen sei. Dazu sind im Laufe der beiden letzten Jahrzehnte zahlreiche Ftinde von römischrm Gräbern und Gtttshösen zwcschal den genannten Otten gekcmrmen, in denen westlich vvn de> angenommenen Linie Münzen amb Gefäßscher^en für eine Besiedetttirg in vvr- badrianischer Zeit sprechen, während in dem 6 bis 8 Klm. breiten Streiten ztoischen jaier Litrie und dem jüngerar Oftertzn'all solche Reste fast vollkommen fehlen. Auch von der gesuchten Grenzstraße selbst sind Stücke und Spuren in den Wäldern zwischen Oberilor- zi» Assenois (KapeNcn-Friedhof), Tournay. Orgeo, B c r l r i x (HeidefricM>of1 und Iehonville (Kiefern- bzw. Rundfriedhvs - die zufanurien etwa 2000 tote Helden im nun ge- neihten Schoße tragen. .... . . . Ehe über diese Einweihangsseierlichkeideu bauchtet wird, kurz einiges über die Ebrenftied-höfe in der Provinz Luxemburg, bzw. in Wallonien im allgemeinen, über die Anlage der sechs vorgenannten. Friedhöfe im besonderen und über die Gefechte, in darrn die in jenen sechs Friedhöfen jetzt zum ewigen: ^ Schlummer gebetteten Streiter, vornehmlich, Söhne der Hess i- ; scheu Gauen, dahinsanken. Am 2 2. August 1914 ,var es, als nach Durchauerung des ruhig geblicbeneu Großherzogtums Luxemburg von der luxem- burgisck>-belgisck)en Grenze her Teile der 4. deutschen Armee — 1 8. Ar mce ko rps (General v o n S chen F) und 18. Reservekorps (General von Ste u ben^ — anrückten, um sich an der Maas mit anderen, weiter nördlich (über Lüttich-Namur) vorge>- stoßenen deulsck-en Streilkräften zu vereinigen; aus der anderes Seite war eiligst l>eraugezogeuen Teilen des f r a n z ö s i s che^ 17. Armeekorps die Aufgabe zugewiesen, diesen Vormarsch zu verhindern. Bewegung und Gegenbewegung sührlen zu zahlreichen Kämpfen, die sich am schwersten wohl um Bert rix, Ochamps ) und Iehonville herum gestalteten. Beweis dafür tvar die Tatsackze. daß bis zum Abend des Kampftages, dessen Ergebnis dem deuttck)en Vordringen nicht Halt zu gebieten vermochte, et.va 2000 toic Erretter — darunter ungefähr 70 Osftziere — die Kampf- stätlen deckten; dem Ki:äfteeinsatz entsprechend 1460 Franzosen und 470 Deuttche, die in der Hauptsack-e den Jvf.- bzw. Füsilie» Negiw.entern 80, 81. 87, 88. 91 und 116, Feld-Art.-Reg. 27 und : 63, Filß-Art.-Reg. 3 und Ulanen 6 und U3 (sämtlich im Verband der 21. und 25. Division) angehötten. Tie weiteren Kampfhandlungen, ohne Pause fortgesetzt, ließen nun begreiflicherweise damals keiner der beiden Knmpfpirteien! Zeit, die Gefallenen so zu bestatten, wie es Kameradschaft und Pietät geboren: diese Ehrenpflicht mußte vielmehr ruhigerell Tagen überlassest werden. Uird diese ruhigeren Tage kamen: nachdem sich der Schlachtenlärm in immer iveitere Fernen verzogen hatte und das Laird vvn der okkupierenden Rlacht itt Verwaltung gawmmen war, kvmtten die Okku- pattonsarmee und die Verwaltung für Wallonien unter Zuziehung der Gemeinoeu daran gehen, unwr umfangreichen Um bettungsarbeiten die Leichen der roten Helden in E h rensried- Hosen zusammeiczufosseu lind Gräbern und Friedlwfsanlagen: nirnmehr auch das entspreck?endc äußere Gewand zu geben. Eine 2lrbeit. die lich schon in ihrem rein äußeren Umsang an der Tatsack^e erkennen läßt, daß allein in der Provinz Luxemburg 2 400 Grälvr mit etwa 18 500 Toten in die UmbettungS- arbeiten einzubeziehen waren bzw. cttchubeziehcn sind, bis die insgesamt geplanten etwa 6 0 Ehrensriedhöfe, von denen zur Stunde etwa die Hälfte vollmdet imd estngeiveibt sein dürfte, all die lvren Helden in ihrem Schaße halten »verdat; herew hoher innerer und tiefster Wert aber erst voll in die Erscheinung tritt bei Betrachtung der in Rede stehenden Gräber- u»id Fried- hofsanlagen selber. Denn wie sck-on die Umbettung der Toten mit aller Pietät vollzogen »vird, so sind es auch eine nngemeinS Liebe zur Sack>' und hochstehende Kunst, die sich pann in weiterer Folge der letzten irdischen Ruhestätten der Helden — für Freund und Feind ohne irgoidwclche Unterschiede — annehmen. So kamen und komme»! denn — zumeist an Hand der hervorragend sclwnen und eigmartigen Pläne des Leiters der Hixl'.bauabteilung beim Berwalttingsches für Wallonien (Namur), Leutimu. Pafsen- dorf. in stiller Heide oder im Sckwßc des rausche:weu Waldes, batt an der Sttaße lKxer an einsamer Dorshalde so schlicht-schöne Grablegen zustairde, »vie wir ihrer am vergangenen Se.mstag eine Anzahl zu Gesichte bekamen: Stätten, von denen nach Lag« der Dinge natürlich alles Laute oder Gekünstelte verbannt ist. um so inniger aber — in allwätts aufs glücklichste der Umgttnmg ein-» gefügtem Bilde — schlichte Haupt-Monumente, einfache Einzel- grabfteine und die als Grabschmuck verwandte Flora der nahen Flur das ohne giwße Pose erfolgte, still-erhabene Hinüberschreiteu der Toten ins andere Land unterstreickwnGEin ttöstlicbes Bewußtsein sonnt für jave, die einen lieben Angehörigen dahingebent mußten, ihn an solcher Stätte geborgen zu wissen. Und im Zeichen dieses Versöhnlichen standen denn auch die Einweihungsfeierlichkeiten der eingangs genannten seck>s Ehrenftiedhöfe. deren Zeuge wir am Samstag sein dtirften; im Kreise einer großen Gemeinde, in der sich u. a. befanden der sslcmverneur der Provinz Gras v Geßler: als Bettrtter des Vermalttmgschefs für Wallonien Freiherr v. D u s ch; der Präsident der Zivilvertvaltung der Provinz Luxemburg, Geh. Oberregiernngs^ rat Kaufmann; Vettrettmgen der an den Kämpfen beteiligten deutschen Regimenter; und — von belgischer Seite die Bürger»- meister der (^aneinden. in deren Gemarkungen die Gräberfeldes ?!egen. Al'se:ts »vnrd.' die F ie»' einge eitet mit rinem Choral, worauf mit hochgesttmmten Ansprack-e.l die kirchliche Einsegnung der Stätten durch die Militärgeistlichen erfolgte. Sodann übergab der Militärgouver»reur .Generalmajor Gras v. Geßler, die ge- »veihten Stätten zu Händen der Bürgermeister in die Obhut der Gemctnden, indem er beit toten deutscheil Helden den Dank de-l Kaisers, der Armee und der 5>'imat, den gefallenen Gegnern aber die Versicherung höchster Achtung :ruch von feiten des Feindes iür " bis in den Tod entbot. Der beteiligten Zivilvettvaltnng Wallcmiens u> al en. die an der Be.eilst llmrg 1-er herr.ichen t :. hiitöfioirtt. p-ach er den Dant der Heeresverwaltungl aus und legte schließlich mit dem Hmweis, daß Freund und fyeind im Tode vereint nunmehr an getveihter, vom Blute dos Opserlodes geheiligter Stätte ruhten, b?n Gemeindevorstehern die pittatvolle Betreuung der Friedhöfe ans Herz. Die Bürgermeister gelobten mit seierlick-em Handschlag für sich, ihre Geineinden und auch ihre Amtsnachfolger, allzeit um die Heilighattung der Stätten in Traien besorgt sei»: zu wollen, »wrauf ein Choral und Kranz- - nieder!egnngen die Feiern beendtten sttrdt nnd Erbstadt gesunden, und z»var in Verbindung mit Bau- wt-rken, die nach ihrer Beschasfcnhttt u»rd sslröße als beftstigtg Straßenftattonat imgefefjen »verden müssen. Die alte Straße führt oort »wch» harte da: bezeichnondar ''Namen „Hanauer Straße".^ Nach Süden folgen dann — abgesehen von dem Kastell und dem ^großen Evdlager bei .Heldenbergen — ähnliche Fm:de bei Win- decken, Mittelbnck-a: und am Kinzigheimerhof Si' liega: alle in einer nordsüdlichen Linie, de re.' Verlängerung ül-ec da: Salisberg auf das Mainknie bei Hmurn hinweist. Tort muß die Grenzlinie mit der Sttaße Fttedberg—.Hanau zusammen getroffen sein. Diese erreichte den Väain an der Mündung des Mainkanals, einer alten Kinzigmündung, vcw der im Jahre. 1886 der Endpunkt der römisch'»: Brücke festgesteilt u»L> sicba: Jahre später Reste einer Militärstatton nttt den für die domittcrnrffck-e Zeit charakteritt'schai Ziegel- stnnpeln der 22. Legion, zalcheick-e.: MünMn und sonstigen diirch ihre gute Erhaltung sich auszeichnaiden. Metättsachen ausgebaggett chvurden. Selten ist tvohl eme ehemalige römische Medcttassima bei ilirer ersten Enldecknng mtt einem so reichen und charakterii'ttschen Fundmaterial l>ervorgetteten, wie damals diese erste Fundstätte auf dem engeren Gebiete der Stadt Harum. Viele Taffackun: wiesen mit zunehmender Bestimmtheit darauf hin. daß ans bem Salisberg dw Endstation des nvrdmainischett Stückes des älteren Li»nes $m »urtien sei. Seine füblict>e Fortsetzung hat von Kleiir-Steinham bis Wötth der Fluß selbst mtt der ihn begleitenden Sttaße gebildet, wie der jüngere Pfahlgrabai auf der Sttccke Großkrotzenburg-Miltenberg gleich'alls durch das ent- spreck>ende Sttomstück ersetzt nnirde. Auf dem Abschnitte Groß- krotzenburg-Seligenstadt-Wörth mußten, wie auf dem Tauu:»^ die ältere und die jüngere Linie zusammenfallen. D»»rt haben siS dam auch tatsächlich unter nnd »wben den jüngeren LimcskastellS Reste ältera- Anlagen gefunden. beso»:ders reichlich bei dem am eingehendsten untersuchten Kastell Stockstad!, gegenüber Asctrasfen- burg. »vo neben dem jüngeren Limeskastffl sogar x-ei Erdkastcllc mit Scherben aus trajanisä-a- und wahrsch^irllich auch domitinni- sckwr Zeit geftmdat sind. Ein solckZes Erdkastell, sei es der typisä^n kleineren Art oder mit Nüch'icht aus die Bedeutung des Platz«.-- ein größeres, müssen wir also, »nenn die Annahme bezüglich deS Verlaufes einer älteren Grenzlinie richtig ist. m»ch auf dem SaliS- bevg bei Hanau zu finden erwarten. (Schluß folgt.) Aus Stabt und Land. Gießen, den 24. Mai 1918. ** Amtliche Perf ona lnachrichten. Der Groß- h —>3 enrpsing 5mm Vortrag: den Geh. Legationsrat Dr. - art, den Vorstand des Kabinetts Wirfl. lZ>eheünerat v. Romheld; außeroein den Major Banr de Betaz und den H-cruptpastor Lampe der Deutschen St. Petri-Gemeinde in Kopenhagen. ** HausbranoVersorgung. In den letzteil Tagen hielten Vertreter deutscher Städte eine Bcsprechimg der neuen Hausbrandverfiissung des Reichskohlenkommissars ab. Hierbei wurde beschlossen, ivegen erhöhter Hausbrandlieferungen in den Sommermonaten Schritte zu tun, da die deutschen Städte eine Wiederholung der vorjährigen Schwierigkeiten für äußerst bedenklich halteil würden. Weiter wurden dem Reichskommissar eine -Reihe von Wünschen wegen Beschlagnahme, wegen Mitteilung der Bahnsperrcn, wegen Versorgung der Gaswerke, sowie wegen Versorgung der militärischen Anstalten überreicht, auch wurde der Wunsch die Brsinnstoffsorten ne sofort geflucht. Brotfabrik Günther^, lasen zlvei 16jährige Birrschen ihrem Freunde, dem 26jährigen Schlosser Paul Hartwig aus dem Inseratenteil einer Zeitung vor. „Das wäre etwas für Dich, Paul," sagten sie, „da kann man so schön Brot und Mehl mtterschlagen!" Hartwig bewarb sich um den Posten, wurde airgenommen und erhielt schon am nächsten Tage den Auftrag, zwei Fuhren Mehl von je 21 Sack am West Hafen abzu holen. Tie erste Fuhre lieferte er ab, von der zweiten Fahrt aber kehtte er nicht wieder. Diese Fuhre werde verkauft, hatten die beiden Sechzehnjährigen, zwei für ihr Mber schon leidlich gar gekochte Leute, gesagt, sie hätten schon» jeurcrnd dafür. Ter „Jemand" war der 44jährige, aus Friedberg gebürtige Makler Karl Dielst. Die'ca ehrliche Makler wurde rasch .um 6000 Mk. handelseins, obwolst ihm gesagt wurde, das Mehl sei bviß, d. h. durch strafbare Handlung erworben. Er verkaufte das sofort an den Wirt Karl Schab in der Ottastraße, der hinwiederum den Marler Karl. Schmidt, Höbensttaße 8, als dritten) Käufer lstnter sich ttufstellte. Jetzt erst wurde da? Mehl am Hasen abgeholt und.die ganze Ge'ellschast fuhr nach Höchst, wo Scknnidtz als die repräsentabelste Erscheinung mit den Farbwerken über den Ankauf dieses „Auslandsmehls" verhandelte. Tie Farbwerke waren nicht knauserig trmd erstanden das Meist um den Betrag von 15 096 Mark, während der eigentliche Wert 840 Mk war. Je 2000 Mk. bekamen die beiden Sechnchnjährigert und de- Fndrm run, 3610 Mk. verdiente Tiehl, 1360 Mk. Schad und 4096 Mk. Scl Nach- d«em man den Raub geteilt hatte. schLug sich die Ge' seitwärts in die Milche, Pferde und Wagen an einer St::: '■ )öchst stehen lassend. Am wideren Mvrae.: klingelte die Firn: . nt her die Polizeidirektionen der umliegenden Städte ab und siagte nach ihrem 0!eschirr. In Höchst stand es. Dort wußte mau zu. dieser Frist auch schon, daß das Malst ian den Farbwerken abceladen worden war. Tie Farbwerke haben es wieder be-ausgeben müssen. An der Strafkammer taten Dielst, Schad und Schmidt, als hätten sie genlwubt, es sei holländisches Meist, das von Duisburg per Schiff hierher gekommen wäre. Tas Gericht aber war der Mei- Tvrno, daß sie ?ettnäbriaen wegen .Helsterei und verbotener Ausfuhr zehn Monate Gefängnis. Ter andere Sechtzelmiahrige be- sindet sich i'.r der Erziehungsanstalt. es sich um den einzigen Ernährer handelt. Entsprechend begründeter Anttag ist durch Vermittlung der Bürgermeistern mr den Herrn Ziml vor sitz enden der Ersatzrtom Mission für den Kreis Gießen zu richten. M ü l l e r s ch e 24. 9Dtai 18° B. abcanftalt Wasserwärme bft Lahn am vermischtes. Berlin, 23. Mai. (Priv.-Del.) Wie der „Lokalanzeigett" mellet, zerstörte eine Großfeuer große Teile des Fleckens Kolbiel im Gouvernement Warschau. 70 Wohnhäuser und viele Schuppen verbrannten. 3 Kinder fanden in den Flammen dor Tod. 1600 Obdachlose wurden auf einem nahegelegenen Gut vor»- läufig untergebracht. * * Ein Wodan-Ovfer in der Gegenwart? Von einer eigentümlichen ElntdeÄung, wahrscheinlich der eines Wodan- Opfers, das sich bis in die Gegenwart erhalten hat, mackst Jwiedv Witte in der bei Karl Sck:iünemann in Br euren ersck-einenden Zeitschrift „Niedersachsen" Mitteilung. Bei seinen Streifzügen durch die Heide kam Wckte auf einen Bauernhof, der weit ab vom Verkehr liegt jund in Bauart und Umgebung rockst ursprünglich geblieben ist. In der Nähe des Wohnhauses, nahe der großen Diele, entdeckte er über dem niedrigsten Aste einer alten Eiche ein seltsames Ettvas, «das zu beiden Seiten herunterhing. Augenscheinlich waren es vertrocknete, von Wind und Wetter ausgelaugte, verfaulte! Fleisichmassen. Beim genaueren Hinsehen konnte er feshstellen, daß die wenig appetitliche Masse aus verschiedenen Schichten bestand. Die älteste lag unten, die neueste, noch frische, zu oberst. Auf die an den Bauern gerichtete Frage: „Wiat is dat?" lautete die Antwort, „Tat is de Wvvd." Beim weiteren Naichforscheu erfuhr Witte, daß^ hier seit langen Zeiten die Nachgeburt der Kühe über den Stamm gesichilnngen wurde; man wußte nichts Näl-eres anzugeben und sagte, diese Sitte bestände seit undenklichen Zeiten. Witte ist wohl auf d-er reickst.en Spur, wenn er mrnimmt, es handle ! sich hier um den Rest, eines aus den ältesten heidnischen Zeiten stammenden Wodan-Opfers. Ursprünglich tvaven die Tiere selbst für das Opfer bestimmt, vielleicht Neugeborene oder Erstgeboreim, Und in späterer Zeit ließ man es mit diesem -Ersähe als Symbol bttvenden: eine prakttsch-schlaue Unigelping des eigentlichen Opfers, die in ähnlickMr Form bei allen primitiven Völkern auf bestimmter Entwicklungsstufe wi'ederkehrt. * Feldpaket verkehr für Angestellte der Kriegs- gesellschaften. Am Privatpaket verkehr über die Militär-Paket- Aiemter dürfen jetzt dik reichsdeutschen Angestellten der Kriegsgesellschaften in den besetzten Gebieten teilnehmen, soweit die Gesell schoflen zum Geschäftsbereich des Kriegsamtes gefrören. ES sind dies die für Metall, Leder, Wolle, Baumwolle, Wollhandel, Flachsbau, Riemen, Hadern, Hanf, Flachsabrechnung, Leinengarw Papierho'z, Seide, Oele und Fette, Textilbesck-afftmg. die Z. E. G. für Belgien und das deutsche Industrie-Mireau. Die Sendungen gehen durch die Hände der Vorsteher der (Gesellschaften. * Verschwundene Glocken. Wie der „Kurjer^Plotzki" berichtet, sind in den Kirchen iit Rokita, .Bondkowice und Sobolvice die Glocken abchuiden gekommen. Bis zu ihrer Wiedererlangung werden der Pfarrer und die Mitglieder des Mrchenrats, angesehen^ Dorfbewohner, in Haft genommen. Letzte yachrtchten. Dev neueste Bericht der Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 24. Moi. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Im Kcmmelgebiet, beiderseits der Lys und der Searpe, südlich von der Somme, sowie Awischen Moreuil und Montdidier lebte die Artillerietätigkeit am Abend auf und war auch während der Nacht teb- h.rft. Die Jnfanterietätigveit blieb auf Crkundungskümpse beschränkt. Eigene Unternehmungen südwestlich von Bucguov mW an der Oise brachten Gefangene ein. Der Erste Generalguartiermeister Luden darf f. Arbeiterunruhen in Bristol Basel, 23. Mai. lieber große Arbeiteiintiui ,t\\, die in Bristol statt sau den, wird gemeldet: Zur Wiederherstellung dm öfsent» lichpn Ordnung mußte Militär aufgeöoten werden. Dabei kam es zu listigen Sttaßerrkämpfen, denen 14 Arbeiter, darunter d« Vorsitzende des Transportarbeiterverbandes, zum Opfer fielen. Größere Unruhen fanden accch in Sioansea unb Cardiff statt. Lillers geräumt. Genf, 23. Atai. Die unweit B e t h u n e gelegene Stadt Lillers wurde gleichiwlls geräumt, rveil sie dem deutschen Bombardement ausgefetzt ist. Anfangs Mai suchten die ans Be- thune geflüchteten Familien in Lillers Zuflucht, wo jetzt zahlreiche überaus wertvolle Anttquitäten fort geschafft tverdcN. Heimkehr der Zarin-Mutter nach Dänemark. Wien, 23. Mai. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Kopenhagen: Nach einer Information des Eksttabladet begibt sich die russisckic Kaiserin-Wftlve bi allernächster Zeit über Oesterreich- Ungarn Dänemark zurück. Die fnrnifchr Verfassung. Stockholm, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der ftnursche Senat hat wtfh einer Meldung aus Helsingfiors an „Tagens Nheter" dem Verfassung saus schütz des Landtages nntgetellt, daß er ihm einen Vorschlag zu einer neuen Rec-kernngsforur auf monarchischer Grundlage unterbreiten werde. Nachdem der Aus» sichuß hiervon 'Kenntns genoimmen hatte, beschloß er mit 9 ,gegen 8 Stimmen die Behandlung der vor der Revolution eingebrachden» Verfassungsvorlagen auf revoltionärer Grundlage wieder-, aufzunehmen. Für diesen Beschluß stimmten die Mtfmnen und die SciIvedcn, dagegen die Jungfnrnen und die dlgrarier. Amtlicher Teil. Nttttft und wigeirfchaft. 1 Tarmstadt, 22. Mai. In der .Kunsthalle am Rheintor ist eine G e d ä >cht n i s - An s ste l l u n g für den 1916 in München im hohen Alter von 93 Jahren verstorbenen Kunstmaler Paul Weber eröffnet worden. Weber ist ein geborener Darmstädter. Die voriährige Gedä'hitnis-Äkusstellung im Münchener Glaspalast hinterließ einen starken Eindruck. In der Kunsthalle am Rlwintor sind 150 Oelgemäkde, Zeichnungen und Aquarelle ausgestellt, zum größten Teile aus dem Nachlaß, zum Teil auch aus dem Besitze des Grvßherziogs. der Stadt Darmstadt und des Landes* museums stammend.. Landschaften bilben die Hauptsache, daneben Figürliches und Tierstücke. Airchlrche rrachrr^tssr- Israelitische veligionsaemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag 25. Mai. Vorabd.: 8.30: morg.: 8.30; abds.: 9.35 u. 10.15. — Israelitische Nelrg?on5gef:llschLft. Sabbatseier am 25. Mai. Freitag abd.: 8.10; Samstag vorm.: 8.30; nachm.: 4.30; Sabbatausg.: 10.15. Wochen göltest).: iNorg. 7.00, abds. 8.00. Briefkasten der Neöaktion. G. N. Die Versetzung in die Etappe oder dergl. kann u. a. erfolgen, wenn die Anaehömgen des betteffenden Kriegsteilnehmers durch die Folgen dos Kr.isges bereits schwer heim gesucht wurden und Betr.: Gewinnung von Laubheu. An die Herren Leiter der Ortssammelstellen. Montag den 27. Mai 1918, nachm. 37» Uhr, findet im Hotel Schütz zu Gießen eine Besprechung über die Gewinnung von Laub- hteu statt. Wegen der besonderen Wichtigkeit dieser Sache ist vollzähliges Erscheinen dringend erwünscht. Gießen, den 23. Mai 1918. Für den Kreissammelausschuß Gießen. Dr. Alles. Aufsorderuilg: Die folgenden Einlagebück>er der Bezirkssparkasse Gießen: lautend auf die Namen: 2) Nr. 41 315 Auguste Müller b) Nr. 34 471 Elisabeth Groh c) Nr. 62 930 Dlofa Geißler. Richard Frau sind abhanden gekommen. Die etwaigen Inhaber der genanmen Bücher werden auf-> gefordert, ihre Ansprüche an diese binnen drei Monates vom Ersck>einen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu' machen, cnrdernfalls die Kiastloserklärung erfolgen wird. Gießen, den 23. Mai 1918. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen: Za cheis. 3MD Die Beisetzung unseres im Dienste fürs Vaterland gestorbenen lieben Verbindungsbruders sind. jur. August Zimmermann Kriegsfreiw. und Gefreiter in einem !nf.-Regt. findet am Samstag den 25. Mai, nachmittags 4 Uhr, auf dem Friedhof zu Lollar statt. 3935D Dis Verbindung Ädelphia. mein Selckakt iff mittags von l-'/ 2 3 Uhr gefdiloffen. "TZZ Wilhelm Moll Seifersweg 36. 3880a füitz i; .CK Gestickte Batiste, einfachbreit, Meter Mk. 8.50 Gestickte weiße Mulle einfachbreit . . . Meter M. 11.25 W46- doppaltbreit Meter M. 16.50 u.17.- Schleierstoffe (Voiles), 120 cm breit, reich gestickt, in weiß, blau u. schwarz, das Meter Mk. 19.—, 22.—, 26.—. Große Auswahl. ' jj Achtung k.8 Am 28« erscheint Der tanzende Tor Bereiten Sie sich vor. Uchtspieltiaüs: Bahshsfstrasse 34. Vorzüglich ventilierter, kühler AafeMtk&U. vonUSovfuhr Künstlerkonzerte I| Ab Samstag den 25. Mai Die FörsterSoni Gesellschaftsdrama in 4 Akten von Karl Schönfeld. Ausserdem: Komtesse Staflmagci Pikantes Lustspiel in 2 Akten. Hauptrollö: ^ Sp I O l Ö L K N 6 1° als Prinieosin Sialimagd.. F emer: 3924 a Die neuesten Kriegsbericht© v, sämtlichen Kampffronten. ei Beginn täglich 4, Sonntag 3 Uhr. Maria Hill Robert Appelshäuser Verlobte Gießen ■ Eltville (Rheingau) Pfingsten 1918 r «■«■■RisieiacDanan Buchen-Brenniioiz-Verkaüf du. 15 bi- 20 000 Zentner Ia Buchen-Brennholz, brennsertig, 20 bis 25 cm lang geschnitten und gehackt — aus Wunsch können auch andere Längen geschnitten werden — in gesamter ober waggonweiser Teillieferung. bei wöchentlicher Lieferung von 800 bis 1000 Zentner, preiswert zu verkaufen. 3877 D Schotten, 21. Mai 1918. tito Adam. > Statt Karten. 01859 FRIEDEL EiAHNEFELD KARL GAIL Obergflrtner Verlobte Leipzig — Nienburg a. d. Weser (Bbmarckstr. 9). Pfingsten 1918. 01878 Holz-Submission. In den Waldungen der Gemeinde Grünberg sollen nachverzeichnete Nutzhölzer aus verschiedenen Distrikten, nämlich: 102 Rm. Fichten-Rutzknüppel, 3 Meter lang, aus dem Submissionswege verkauft werden. Die Gebote gehen auf Raummeter und sind verschlossen bis spätestens 31. Mai d. I., vormittags 11 Uhr, aus hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwart etwa erschienener Bieter die Eröffnung der Gebote stattfindct. Nähere Auskunjt erteilt Forstwart Ritter. Spätere Einwendungen gegen dasselbe werden nicht berücksichtigt. Grünberg, den 23. Mai 1918. Grosth. Bürgermeisterei Grünberg. R a n s t. 3930 Kursaal Bad - Nauheim j Samstag; den ^ 5 . Mai — Mr-kiele-Spiele islall-FalasI Ruth Brantsky Rust-Raul Solo-Sängerin vom König!, vom Stadftheater Köln. Opernhau» Hannover. Olga Kueck Giza Terna Stadttheater Stettin. Ehomal. Mitglied des Wolzogen-UeberbrottL Koenig & Sohn Akrobatische Darbietungen in größter Vollendung. Cellar Illusionist vom Wintergarten Berlin. Anfang 8 Uhr Ende gegen 10 Uhr. Nach Schluss der Vorstellung Züge in der Richtung Frankfurt a. M. Giessen D. 10" D. 10" riiMiITr;ii;!iiMiirii!;miTnü?TiT^iTiTih~iTiTi:ii:iiiiiiiii!iiiiiinitii!i!: Täglich frische« Spargel, Salat rrud Gemüse. 61871 Neue« Bäue Nr. 19, Laden. mp w Ftaslon Brandl (Bellevue) Vteuen Bäue 22 Gut möblierte Zimmer mit Verpflegung. Bad. Telephon Mitlaa- u. Aben dl isch. 37Hi Zwei schön möbl. Zimmer iSchlaf- u. Wohnzimmer, mit sev. Eingang, in gutem Hause, mit od. ohne Pension per sofort zu vermieten. 01896 Selterswes 52,1. Ein Zimmer sofort zu vermieten. am liebsten an eine Eisenbahnschassnerin. Näh. in der Geschäftsstelle des Giegener Anzeigers. 01883 4 -ZInimer- Wohnnng mit Küche und Bad, in der Nähe der Universität, zum 1. Oktober gesucht. Ausführliche Offerten mit Preisangabe, Grundriß derWohnung mit genauer Angabe der Zimmergröste usw. unter 2-Z-WiNtt-Vosinung ür 1. Juni oder früher g> sucht. Zu erfragen 38-.L Aliceftraste 26. Nur Älleinmieter. Ksntorist (in) (auch Kriegsbeschädigter), tüchtig in Kurzschrift, Schreibmaschine und Registratur, gesucht. Anfänger- Angebote zwecklos. Schriftliche Angebote mit GchaltS- ansprüchen erbeten. 893S Betmibaugesellschast, Mtthiirstt §tr. 11. ? li- we schkSiikk ElsMlEim ^finidinänniSfn* Mg-KsWts (auch auswärtige) finden dauernde und lohnende Akkordarbeit. »^9 Eisenwerk Hasger, ftflargarethenhiilte. Möbliertes Zimmer _ atl. mit Pension von Herr gesucht. Schrift!. Angebot Kontorbote gesucht. Schriftlich! geböte mit näh. An über bisherige Tät Lohnansprüche usw unter 3895 an den Anzeiger zu richten. Neisekörbe Soldatenkistchkil empfiehlt Lndw. Eaklersaaaa 37d8 Bleichstr. 12. Fuhrmann gesucht. 3884 Zraiser-Allee 13. beste Qualität ««"88 Gröhe 53x28x10 cm, liefert Heinrich Schultheis Steinkurtb b.Bad-Nauhciin. per 1. Juni gesucht. ?. Marburg, den 21. Mai Der Inspektor der Medizinischen Kl I. P.: Pfeifer. Mädchen m für Koch- und Waschküche alsbald gesucht. 38036 ^ Heil- uud Pstegeanftalt L Giesten. r Tüchtige- Dienstmädchen | gesucht 3926 O § Lichtheilstätte * für LupuSkrauke Klinikstratze. ä 2sHfRiiHi(f?cnOi!.S0üffraa « tagsüber gesucht. 3934 MäuSburg 11. ^ Ein Simmentaler 15Monate aller Zuchtochse steht zu verkaufen bei 01886 A Frledr. Keil, Cteiubeim bei Hungen. ^ Eine frischmelkende Ziege ^ zu verkaufen 01863 g Lahnstreßc 5. l Hases? ztt verkaufen ( 01897 Kavlansgasse 8. 3 E Haseii mit ZnngtilL ' 0187 » Sonnenstr. 13, H. a Silber-Knnmchrn lNammler) zu verk. Näheres Oim Goetbcstr. 25, v. ' Habe einen schänen WolfS- > bund Müden), 1 Jahr alt. ca. * 60 cm hoch, sehr scharf, z. verk. , Georg Friede. Schneider, ? Hnugen. 01456 s °"^1 SchönerZropssalat bill. ' abza.SLkifrs2lier?;srWss;4Sp. Liijöüt ZeEiiskößss-zc-r l , alle Sorten, billigst abzug. Scheibenbaus Schiefistand Bieuenwvhnungen 3etagig, normal, wenig gebraucht, billigst zu verkaufen. Förster Uoai in Wlflmar. 01875 Gebrauchter, gut durchrepa- i rierter 3914 | GllbklheWkllijtt billig abzugeben. Carl Buff, Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen, Wetzlar. Tel. 200. V^ioline alteS Instrument, preiswert z. verkaufen. Näh. ut der Geschäftsstelle des Giest. Anzeigers. 8077 «vk» zu verkaufen Sonnenfiraste 6, I. Ein sehr gut erhaltenes chrrad und ein Klndcr- egewagen mit Gnmmt- ifen au verkaufen in 01877 Lollar, Hauptstr. 173. 48-58 Ztr. Dilkrnnrz ifctt gestrcht. 3936 Klavier fein 1 . ßamm-KlaviepsGliuien Weserstr. 16 v. Gut erhaltene, gebrauchte MniünchlniZhlkN zum Mahlen aller mahlfähigen Produkte empfehlen 89,5 Brüder Schmidt. Teile meiner werten Kundschaft, Freunden u. Gönnen mit, dafi 01861 mein Genciiltft Mittwochs, SamsiagS und Sonntags wieder offen ist. Hermann Kubl, Friseur. Kirchenvlatz 11. Für 7 Monate alten Buben mirdU«drvs1!e?N,a, gesucht. OhiT in Qittcm Hause. Schr. Angeb. u. 01880 a. d. Geschäfts- stelle d. Gievener Anzeigers. Pflege ges. für 4jäbr. Mädchen auf d. Land, Nähe v. Gienen. Angeb. mit Preis unt. 01863 an den Gtestener Anzeiger Lehrerin erteilt Sprachunterricht in Englisch und Französisch. Schrift!. Angeb. unt. 01890 an den Gissten. Anzeigeerdet. Unterricht Offert, mit Preis per Stunde für eine u. zwei Person, zus. Schriftl. Angeb. unt. 01892 an den Gissten. Anzeig, erbet. zu kaufen gesucht. T e p p i d) erbeten, doch Galvanoskop Wicseck. crhsUetfcr ZsZheri! Neustadt 1B. uLnF a hrrad lNr.3773m.Gummibereifung) abhanden gekommen. DaS« selbe ist mir infolge metneS hoben Alters unentbehrlich und auch unersetzlich. Dem ehrlichen Finder und Wieder- bringer Belohn. Lsas, L iaSvn. Franks. Str. 123. Wer übernimmt reget« mastige Entleerung einer Senkgrube? Angebote unter 3912B an den Giestener Anzeiger. Prima gewässerter Stockfisch lligst bei 3932 August Wallenfels, Feinkost- und Weinhandlung. imiimiimuiiiiiuummiimiiimuusim Handelsschule von 8. Harnes, Glasten Bahubslstr. 69. T®1. 1997. Goschl. durchgcf. Balbjata- a. Ja&raltatä d. gepr. Handelslehrer Prlvat^ünterrlcht in BTOfftferung, 8t57?Oijrx?Ma nasehiueasckroibBB SehSaschreibes Frcmä-Sprscheo nsw. Raclffliföp- üsdilisüfiüm. Anmeldungen tAgiich. Prospekte frei. 18802