Nr. *02 „Lne- rican Ambruanee Service fior Francs' bezeichnet ist:<'Äe- fangene geben zu, daß es allgemein üblich sei, daß Flieger für die. Ueberfahrt in den arnerikamscheu Ambuürn^)ien.st ein treten inid auf Hospitalschifsen herübcrlo:runen. Nach der La:d-mrg in Frankreich treten sie daun sofort in das Autv- llvobilkorps über u:d hon tiefem zur Niegertruvpe. Ein gefarrgener Mieger trat direkt vom Lkmbulanzdreust in das Flregerkorps. Ein a:rderer trug ein Attest bei sich, toorin die verschiedenen Uebertritte amtluh bestätigt waren. Berlin, 1. Mai. (WTB) Für die bedrohte Wafsenehre der britischen Bundesgei rossen verbluten unausgesetzt dre besten f rr a nzös ischen Truppen in Flandern. Mit de:n Auftreten starker ftarrKösischer Kräfte auch auf diesem Kampfplatz sind die französischen Truppen nunmehr auf der ganzen Westfront von Poperinghe bis zur Schweiz verteilt. England überläßt ihnen die Berteidigimg der wichtigsten Stellungen und die Durchführung der verlustreichsten der blisher «rgebnisbosen Gegenangriffe. Bor dem Beginn der deutschen Offensive verlief du: Nvrdgrenze der französischen Stellungeil an der Oise. Besuch Kaiser Karls im deutschen Großen Hauptquartier. Wien, 30. April. Wie der Korrespondent der „Bcrl. Morgenpost" erfährt, wird Kaiser Karl in der nächsten Zeit, vielleicht in tüm vierzehn Tagen, in Begleitung des Ministers Baron Burian ins deutsche Große Hauptquartier reisen, um den Kaiser zu besuchen. Dieser Besuch hat Kiveisefl-os lveittragerrde politische Be- deutung und man geht in der Amrah-me kaum fehl, daß der den bevorstehende:: Bespreclrungen grundsätzliche Fragen zur Erledigung gelangen werden. auch dm noch m Frankreich bcstndlichen lAsaß-LotHrmgern tfa Möglichkeit der Heim lehr geboten wird. Außerdem erch-alten die Vereinbarungen u. in Bern die | me&meTi Wochen zwischen Vertretern der deutschm und ; französischen Regierung über Gefangenen fragen geführ Derhmidlmigen »u einem bcfriedigendm Abschluß gelangt ^ getrosfeneii Vereinbarungen sncd nunmehr dm beiden Regierimg zaft^Genehmigung twrgclegt worden. — Das wichtigste Ergebi vnw dce Entlassung eener große,: Anzahl dnitschcr und frc z,üßscher Kriegsgefangener sein. Bei einer Mint-estdauer der Q Yimrwntfrfvift tinw 1ß .. t-\rc- • --- i Vr. i-rrT ^ 1 vv.i-cl wuuw:|U»UUt:i Ut:L V; 1 iwn 18 Monaten sollen kriegsgefangene Offizie , c1)wecr rnternicrle Untcwffsiiere und Mannschaften : mittelbar rn d:e Heimat entlasseck werdeii, wrd ^-var ist für Rechmsolge der Tag der Gefangemiahme entscheidend. Austau m:d Jntermerintg svllm sich gnlndsätzlich Kopf um Kopf vollzieh- für dre an Zahl verhältnismäßig geriitgm Klassen der m, gf 5 4d;ähr:gen Kriegsgesange.im un.d der mehr als 40 Jahre all Familienväter mit mindestens drei Widern kormte aus Grünt der Menschlichkeit von de:n Austausch Kopf um K^>pf abgestl werden. An deutschen Kriegsgefangenen, die sich 18 Monate' wanz.oiischer Gejangeiiscl-ast befinden, kommm zurzeit etwa 20 Offiziere und 120009 Mann in Betracht. Selbstverständlich s L? «ibtvarrZwrt >olch großer Zahl von Krisasgefangmen vi m AnsMlch nehmm, »umal bei ihrer LoÄößma cnrs d Wirtsa-aftSlebm beider Völker ans ihrm rechtzeitigen Ersatz 8 daäst genommen werüm muß. Kriegsgefangene, die am 15. Ap *918 rn der Schweiz, krankheitshalber interiiiert warm, werde softrn sie vor dem 1. November 1916 in Feindeshand gerat sind, unverzüglich in die Heimat enllassm. Die früherm Verei barungm über die Grulassmig und Jnte-r-nierung kranker u verwundeter Kriegsgefmigener :oerdeii durch das neue Abkomm nicht berührt. Das zweite wesmtlrche Ergebnis der Berner Verhandlung sind Besttmmuiigeii über die Eiitlajsnng dcrjmigm Zivilperson« die zurzeit rn einem der beidm Läiider interniert süid oder jcnrc während des Krieges interniert waren. Solche Person«: kann Mls ihren Wünsch ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht das Lar ff; ,Qbm [ te znrückg ehallm^weiven, verlassen und an chom früher Wohnsitz verketzren. '^as Ergebnis »»- um so erfteulichrr, als Der Kampf in Finnland. Stockholm, 2. Mai. (L.A.) Die Zeitung „Mlehmrda" erhielt ein Telegramm von der finnischm Front, daß die finnig scheu Truppen die Eismbahnlinie Villmansstrand—- Srmola — Torrijoki besetzten. 200 Kanonen wurden ge- nommm und sonstige große Beute gemacht. Berlin, 1. Mai. Auf dem Schlachtselde in Flandern unternahm der FürD starke Angrifsie gegen imsere Stellungen bei Langemarck, nördlich des Torfes Kommet, Mid vor allem »eä)smal hi-nterernarider geoen ^unsere Linum we»'Äich T r a n o e t c r- dre sedesmal unter ungel>curcn blutigen Opfer:: restlos zusammen? brachen. ^nso:rderheit mußten frisch in den Kampf geiovrfenck üftätte bn Tranveter im Kampfe um Englands Prestige aufs schwer»t»e bluten. T« rücksichtslos dicrchgesührten Angriffe, die beweisen, wie wichtig für den Gegner die dort verlorenen Stellungen smd, tragen durch die Ergebpislosigkeit der kostspielige -> AnMrme lediglich dazu bei, d:e von der deutschen Führung bcabsichllgre Zen- trümmenmg der feindlichen Heeres macht zu bcschleuingeu — Nachdem bereits in der d^acht zum 30. April imd am Ntorgen dc'> 30 drei starke Angriffe gegen Dranoetcr, zum Teil im Gegenstoß, ab^ gewiesen waren, brach um 107 » llhr vormittags ein neuer »'tarker seuidlia-er Angriff siegen unsere Linieu wesckich Dranoeter vor, der :n srontalcm und flankierendem Vernichtimgsfener schon vor den! deirtsä>eil Insanleriesccklungen zerschellte. Ilm 47» Uhr »rchmittag- scdte schlagartig aufs nr:»e starkes Arlilleriefeuer z>vischon Brv4 wefSich Dranoeter ein. Dem starken Feuer folgte icm ° u?r 15 SHyraiten nachmittags ein tiefgealiederdr fcindlickxr Au- igriss, der el»en,alls unter schwere,: Ferndverlns.rn abgenblaacutz tvurde. ^rvtz der wiederholten Mißen'olge gab der Franzose ein« verziveiselten Angriffsverfucl-e rächt auf und ttat an der gleiches Stelle gegen 10 Uhr abends nochmals mit starken Kräften »im Sturme an. Wiederum brach dieser nach schweir-n Dlutopserrr des Feindes vor den deutschen Linien zarsammen. Der 3 0 . April brachte damit den frisch eingesetzten Divisiouent des Generals H-och eine schwere Niederlage * * * Ein Einschreiten de; Lelömarschalis v. Lichborn in Mew. Berlin, 1. Mai. ^Amtlich. Ju letzter Zeit ma Dow «ne LÄarfeLlgitatiou bovsÄb«^ dis sich chlte sich in! auschemsA cxaäi Qzgen bet den t schen Einfluß in der Ukraine rich- idx. Unsere Bemühungen, Ordnung zu fri}iffen, erfuhrmr fcw: der Regierung eine völlige ungerrügende Unten,ütz:u:g,. die außerdem keinerlei Maßregeln trar, uin die Frühjahrsaussaat und die dadurch bedingte Erfüllung ihrer vertragliclZcn Verpflichtung zu sichertr Fctdmarsck^rll v. Eichhorn sah sich deshalb nach Einver- rrehmen mit dem Kaiserlichen Botscl-after Freiherrn v. Mumm genötigt, einer: Erlaß über die Ausführung der Frühjahrsbestellungen zu veröffentlichen, der von der ukrainischen Presse entstellt Niedergegeben rvu.rde, rvas Mfrsgung im Lande mrd in der Rada einen Protest hervorries. .Es ergaben sich sogar Mn-eichen, daß Mitglieder der Negierung selbst sich an der Agitation ge geil uns beteiligten. Unter diesen Verhältnissen gewarnt die wisskürlielx Verhaftung des Direktors .der Russischen Bank für auswärtiger: Handel, Tvbry, eine besaubere Bedeuturrg. Dieser wurde ohne nähere Erklärrmg im Namen des Bundes zur Befreiung der Ukraine in seinem Quartier überfalle:: und weggeschleppl. Zu Hilfe gerufene Soldater: der Rogierungsmiliz weigerte:: sich ihn zu schützen. Sem Aufenthalt ist zurzeit noch), unbekannt. Tobry war als ukrainischer Finar^sach>erstärü>:gcr rrrit den deutschen Mitgliedern der Mirtschoftsldumnssion in enge Fühlung getreten und hatte sich', große Verdienste um saclZgemäße Zusammenarbeit mit der deutschen und der österreichischen Delegation erwarben. Außerdem liefen Rachrichen ein, daß weitere Verhaftungen folgen sollten. Zugleich mehrten sich die Anzeichen: für den Verdacht, daß die Berhaftturg von Mitgliedern der Negierung selber ausgegangen war. Dieser EnttvicDung der Dinge konnte das deutsch Oberkommando nich^ ruhig zusehe:. Der Gervaltakt bedertete den Wiederbeginn der Anarchie, und die Regier:mg hatte sich als zu schwach erwiese::, die Rechtssicherheit in Äew zu fckültzen. Feld-' marschall v. E i ch ho r:: verfügte daher in: Einverständnis mit dem Kaiserlichen Botschafter Freiherrn v. Mumm zur Sicherung der Stadt Kiew besondere Maßnahmen, die im wefenllichen auf die Einsetzung von Militärgerichten, die strenge Bestrafimg allgemeiner Verbrechen und Airdohnng schwerer Strafen gegen jede Stör,mg der Ordnrmg abzielten. Inzwischen war die lmterfuchtmg des Falles Dobry Kreits einem deutschen Militärgericht übertragen. sSie führ-te u. a. zur Verhaftung des Kriegsmini st ers Shukowski, des Ab- telluugschess im Ministerium des Innern Desewski, der Frau des Mmiüers des Jrrrwn: Ttat schenk«, de"- .stvnnnandanten der Stadtmiliz B o g a z k y und dos Mtailungschefs im Räinislerinm des A-eußern, Ljubinski. Die gerichtliäfe Untersuchung wird fortgesetzt Das Dienftpflichtgefetz für Irland aufgeschoben. Haag, 1. Mai. Reuter meldet aus London: Ein königliches Dekret verschiebt die Ausführung des Dienstpflichtgesetzes für Irland. „Dailti News" meldet dazu: Die Negierung hofft, in der nächsten Woche im Unterhause das Homerulegesetz oorzulegen, und will zunächst die Wirkung der Homerules abwarten. * * » Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien. Unsere Streftkräfte sind in mehreren Kolonnen, deren Neri- mrfftelli'wg lange, sorgfältige Vorbercllung erforderte, nördlich von Bagdad, erttlang der Hauptstraße, die nach Mosul über Khifri und Kirksk führt, vorgerückt. Am 27. April rourde Wifvi genommen und 40 GefMigene gemuckst. Tie Türken, rvelche unseren Angriff rächt erwarteter:, zöge:: s:ch eiligst auf Kirksk zurück, aber unsere Reiteoe: lx>Üe eiiuc der feindlichen Kolonnen ein, griff sie unverzüglich an, lötete über hundert Leute und nahm 538 gefangen, abgesehen von vielem erbeuteter: Kriegsgerät. Am 28. April erzwang unsere Reiterei den Uebergang über den Agsu an einem Punkt südlich Dus Churmati, mW mti gleichen Sage erreichte der Hanptteil imserer Streitkrafte das User dieses Flusses. In der Frühe des 29. April erreichte unsere Reiterei die sernd- lichen Verbindungen nach Tank. Darauf rückte unsere Infanterie tzegvn Tus Churinati vor und war bald im Besitze der Sucht, wo 300 Mann gefangen genommen und fünf Geschütze -erbeutet wtnrden. Ein anderes Geschütz und ein Transportzug, der sich bemühte, auf einem Nebenwege zu entkommen, siel ebenfalls in unsere Hände. Tie Verfolgung des Feindes auf der Hauptstraße nach Norden dauert an. Der Seekrieg. Neue U-Boot-Erfolge Berlin, 1. Mai. (Amtlich.) Im westlichen Mittel- meer versenkte neuerdings ein U-Boot, Kommandant Kapitänleutnant Klasing, bei schwerem Wetter fünf Dampfer von zusanrmen etwa 26 000 Br.-R.-T. Alle Dampfer waren gesichert, vier von ihnen tiefbeladen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Aus dem Reiche. Berlin, 1. Mai. (WTB.) Der Landtagsabgeordnete v. Kardorff ist heute aus der sreikonservativen Fraktion des Abgeordnetenhauses ausgetreten. Berlin, 1. Mai. (WTB.) Die durch die Presse verbreitete Nachricht, daß die Reichsbeklechungsstelle die Sammlung von einer Million getragener Anzüge für die Arbeiter in den kriegswichtigen Betrieben auf unbestimmte Zeit verschoben habe, entspricht nicht den Tatsachen. Die Kdm- munalverbände sind verpflichtet, die ihnen auferlegte Menge von getragenen Anzügen unverzüglich zu beschaffen. v. Frankfurt a. M., I.Mai. In der geschlossenen Mb ttl«derveri so gerat ber^ Arbeiterschaft irm der Chimäre einer Völkewerbrüderun willen bei einer:: Verzicht aus Ersatz der Kriegs schaden durch di mutwilligen Kriegsverlängerer die Existenzbedingungen m:ter graben. T« Valuta müßte ungünstig boeinDußt und so das deutsck Volk der Berel-ndung entgegengesührt werden. Tie Gegner sin nicht in der gleic^n Lage wie wir. England-Amerika hat seine Vns-enhandel aurrecht erl-älden, feine Absatzgebiete sogar noch n weiter:: können, während der deutsche Außenhandel Mrt ist. Ter Verzüht aus Ersatz der Kriegsschädr dem Feind einen Freibrief für die frivole Bei längerung des Krieges aus und würde den deutschen Arbeitern z lahrzehntelangem Leiden um einer schwächlichen Nachgiebigkeit w: l«: verurteile::. Nur der Starke wird sich Achtung verschaffen kör neu. Tie Vaterlands Partei null Sicherung der Grenzen, Ersatz fr Kriegs schäden in Rohstoffen oder Grrrnd und Boden oder Sied lungsland zur Sicherrmg der deutschen d^ahrrurgsmittelversorgnng. Diit einem kurzen Eingehen auf die Wichtigkeit der belgischen Frage be- sonders in wirtsckwftlicher Hinsicht schloß der Redner seine beifällig aufgenommenen Ausführungen. Mb. Deutscher Reichstag. 155. Sitzung. Mittrvvch den 1. Mai 1916, nachmittags 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Aushebung des § 153 der Gewerbeordnung. Tie Vorlage kommt einem allen Wunsche der Mehrhüt des Reichstages nach. Abg. Becker-Arnsberg (Ztr.): Ter Paragraph war zu einer AusnalMebestimmu::g gegen die Arbeiter geworden. Daher verlangten Arbeiter uird Angestellte seit Jahren seine Aushebung. Tan::t soll nicht straiwürdigen Handlungen Stvasfteiheit gewährt werden. Mg. Ebert (Soz.): Wir schließen uns dem an. Es hat lange gedauert, bis die Regierung sich von dem Ausnalimecharakter dieser Bestimmung überzeugt hat. Selbst ganz harrnlose Vorgänge, wie das Wort: Pfui! im Lvhnkampf sind m:t Gefängnisstrafen bis zu sechs Wochen besttast worden. Mg. Tove (Vp.): Auch roir sind fttt die sofottige Annahme der Vorlage. Die Arbeitswilligen sind durch die Bestimmungen des Strafgesetzbuches genügend gegen etivaige Belästigrmgen und Beleidigungen geschützt. Das reckü ertigt niäü die Aufrechter Haltung dieser Ausnahmebestimmung. Im Wirtsä^astskampf müssen die Waffen wenigstens annähernd gleich sein, daher müssen alle Aus- nahmcrcchte fallen. Auch :oir wollen uns von allen weitergchenden Forderungen feruhaltön und für die schnelle Verabschiedurm der Vorlage sorgen. Wir derikert dabei an die in der Tat dem Willcü des Gesetzgebers glatt widersprechende Anivendung des Erpressungsparagraphen aiif den Lohnkamps. Mg. Tr. Junck (nntl. : Die überwiegende Mehrheit intern Fraktion wird für die Vorlage stimmen. Sie ist eine Politische' und soziale stb?twendigke:t Die Ahndung sttafbarer Handlungen auch im Lohnkampf ist Sache des allgemeinen StrafgesetzbtlcheS. Aby. Schiele (kons.): Wir l>aben Bedenken und machen das allgemeine Umlerne:: nicht mit. Die Fixigkeit, mit der manche Parteien und Personen umlernen, ist geradezu erstaunlich. Die Industrie lehnt die Aufhebung des 8 153 ab. Das muß doch seine Gründe haben. Wohin soll. denn die Reise eigentlich noch gehen? Früher riesen auch die Christlichen nach Schutz gegen den sozialdemokratischen Terror. Gewaltige Beder:ken bestehen, Im die Streikgewerkschaften mit der Sozialdemokratie in enger Fühlung stehen. Wir lehnen die AZeranttvo-rtung für!die ganze Entwicklung ab. Mg. Behrens (D. Fr.): Umlernen ist keine Schande. Wir haben den Gewerkschaften viel zr: verdanken. Eine Verwilderung des Wirtschaftskawpfes ist nicht zu befürchten. Die Abgg. Jäckel (U. Soz.), N o w i ck i (Polel sprechen für die Vorlage. Abg. L e g i e n (S^.) weist die Angriffe gegen die Gewerkschaften zurück. Tie Vorlage wird darauf in erster und zlveiter Lesung angenommen. Das Arbeitskamn:ergesetz. Staatssekretär des Reichswirtscl-aftsamtes v. Stein leitet die erste Lesung ein. Mit der Vorlage wird ein alter Wunsch des Neick)stags erfüllt. Wir habe:: militärisch einer Welt von Neidern standgehalten. Auch -im Wirtschaft-skanrpf sind wir unüüerlvind^ lich. Aber auch in diesem Kampf ist der Weg zum Sieg dornen- vdll. Zu diesem Kampf müssen wir die Kräfte sammeln. Das ist gewiß eine schrvere Arbeit. Denn viel wirtschaftlick^s Leben ist zerstört. Hier gilt es, Vorsorge zu treffen. Tazu gehört auch die Regelung des Arbeitsverhältnisses. Däbei soll das Arbeitskammergesetz mithelfen. Die Arbeitskammern sollen den: wirtschaftlichen Frieden dienen. Der Arbeitsnachweis soll in engstem Zusammenhang mit Arbeitgebern urü) Arbeitnehmern ausgebaut werden. Hierbei werben auch die Aribeitskammern Mitarbeiten. Wir halten an ihreiT'sachlichen Glicchenrng fest. Abg. Schiffex-Borken (Ztr.): Wir begrüßen die Vorlage urib freuen uns, daß die Negierung sich in wichtigen Fragen auf den Standpunkt des Reichstages gestellt hat. Die Frage, ob fachliche öder territoriale' Grundlage, muß im Ausschuß eingehend geprüft werde::. .^lbg. Legren Die Vorlage ist noch von dem alten Geist des Mißtrauens und der Bevornrundum: beseelt. Tie Regierung hat .die ArbeiterwünsickZe nicht berücksichtigt. Mg. W e4 n ha u s en 1 F. V.): Wir begrüßen es, daß endlich ein lebhafter Wunsch der Arbeiterschaft erfüllt ivvrden ist. Hn der Frage, ob territoriale oder berufliche Gliedcrmrg, müssen wir rm Ausschuß zu einer Berstcmdigung zu gelangen suchen. Auch die Angestellter: sollten in die Ärbeitskammern einbezogen werden, ebenso die Techniker und die Landarbeiter. Eigentlich kommen die Arbeitskammern um 20 Jahre zu spät. Mg. Jckler (nl.): Wir bedauern die Ausnahmebeha:ü)lung der S-taatsarbeiter, die für das fehlende Stteikracht wenigstens erhöhte sozialpolitische Rechte genießen müßten. Ter Enttours ist eine brauchbare Grundlage, muß aber in vielen .Punkten umgc- staltet werden. Mg. Wildgrnbe (kons.): Wir sind Anhänger der beruflichen Glicdnnmg und stimmen dem Einschluß der»Staatsarbeiter in die Arbeitskanmrern grundsätzlich zu. Tie Landarbeiterfrage muß durch Landesgesctz geregelt werden. Mg. Behrens (D. Fr.): Uns jetzt nach den Erfahrungen des Krieges nicht melw zu bieten, als die Vorlage brirrgt, heißt alle Lehren der letzten Jahre in der: Wind schlag«:. Das Gesetz darf nicht ohr:e die Einb^iehung der Landarbeiter verabschiedet werden. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatnng auf Donnerstag 1 Uhr. Außerdem Etat des Reichswietschastsamts. Schluß 6^4 Uhr. * Der hauptausschntz des Reichstaqs und die Steuergesetze. Berlin, 1. Mai. (WDB) Der Hauptaussch"u ß des Reichstages begann heute die Beratung der ihm Mgewiese- ner: S teue rvvr l a gen. Auf den Vorschlag des Abgeordneten Ebert (Soz.), zunächst zu eeärtent, wie ein besser Ausgleich zwischen den voraeschlagenen Berbrauchs- und Verkehrs steuern einerseits u:w den Besitz steitern andererseits herbei geführt lverden könne, erwiderte der Bor- sitzende, die allgemeine Aussprache in den Vorsitzungen habe gezeigt, daß die Mehrheit des Reichstages bereit ist, den Besitz schärfer zu erfassen. Aber zu Art und Umfang der Steuern n>ollten die Fraktionen vorher Stellung nehmen. Gegenüber dem Wunsche des Abg. Erzberger (Ztr.), eine statistische Uebersicht über die Ergebnisse des Wehrbeitrags und der Kriegssdeueru nach Stufen uuo Bundesstaaten vor- z-ulegeu, stellte Staatssekretär Graf Rödern eine solche Statistik für den Wel-rbeitraa in Aussicht, erklärte sie aber tzur Zeit für unmöglich für die Kriegssdeuern. Zu der Antrags des Abg. Junck (natl.) betreffend Maßnahmen gegen die Schiebungen mit Goldwareu und Luxusartikeln Zwecks Steuerhinterziehung, äußerte Staatssekretär Graf Rödern, der Wunsch, durch Buudesratsvevordnungen die Luxussteuern zu sichern, könne vom Buirdesrat mx erfüllt werden, wenn er seitens des Reichstages deutlich ausgespwck)en werde. Der- Hauptausschus; beschloß darauf, daß eine alsbald zu erlassende Buirdesralsver-vrd:mng Maßnahmen zur Siä-e- rung der Luxussteuer,: aivordne:: solle. Hierauf wurde in die Beratung des Entwurfs brtr. Aenderung der mit den Post- u:ü) Telegraphengebühren zu erheüenderi außerordentlichen Reichsabqabe cingetreten. preutzisches Rdgeoröneteirhaus. 139. Sitzung, Mittwoch, 1 . Mai, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Tr. Friedberg, Tr. Drews. Fünf neu eingetretcne Mitglieder des Hauses leisten in de» üblichen Formen der: verfassungsmäßige:: Eid. (Zweiter Tag.) Die allgemeine Aussprache wird bei den §§ 1 und 3 fortgesetzt. . Abg. Dr. Lohmann (natl.): Ich spreche nur für die Hälfte me:ncr Fraktton. (Heiterkeit.) Wir wollen nur die Gründe noch einmal darlegen, die uns zwingen, gegen die Vorlage der Regierung zu stimmen (Lebh. Beifall-rechts, ironische Zurufe links) Wir haben msbesorchere d:e Befürchtung, daß. wenn die Vorlage Ge- setz wird, d:e sozialdemokratisch.- Partei hier sehr stark werden wird (Zustimmung rechts.) Das Reichstagswaljlrecht wird in Preußen radikaler rmrken als im Reichstage. Die preußische Bevölkerung llt ungrmsttger zusammengesetzt als diejenige im ganzen Reic^ Dazu kommt der Einfluß der Polen, die in Preußen als absoluta Oppoft:wnspart« auftveten. Es kann kommen, daß die Sr^ialdemv-- kraten zusammen mit der: Polen, den Welfen und Fortschrittlern, h:er :m Abgevrdnetenharls die Mehrheit haben werden. Damit wird e:ue Politik, wie sie in Preuße,: bisher gemacht wurde, nicht mehr möglich se:n. Ich tue der Fortschrittlichen Volkspartei nicht Unrecht wenn :ch sage daß sie in Zukunft noch mehr von der Sozial de mo^ kratte in Abhängigkeit geraten ivird. Die Auffassung, daß du, Radikalpicrung nachdem Kriege nicht mehr so gefältrlich sein iverde w:e vorher, kann ich nicht teilen. Wem: die Sozialdeinokratie dia nationalen Notlvendigkeiten und die monarchischen Grundlagen, anerkennt, :st sre für uns eine politische Partei, mit der wir oer- handeln könne::, aber s,e ,:nrd -vermutlich eine wirtsck>aftliche Politik treioeri, bic kür den Staat unmöglich ist. Das Gemeindewahlrecht wird zuerst radikalisiert iverden, lvie ein lehrreicher Vorgang in Baden beloellt. Dam: kommt die Ostmürkenpolitik» die bisher schon schiver za: füh-ven >var. Die Polen haben ihre Kassen gefüllt und» luvu sehr aggressiv. Es herrscht bei ihnen gooße Nachfrage nach Grund und Boden. Was will die Regierung gegenüber den: An- üurm der Polen tun? Starke Befürchtungen kommen auch ai^ den Kreisen der karl-olrschen und der evangelischen Kirä^e. Wir haben! nun erneu Anttag auf Eiusührrmg des Zweislimmenrechts ein* gebracht, zu dem die Regierung iwch nicht ihr „Unannehmbar^ ae- Ipvochen hat. (Widerspruch links.) Es ist kein Anttag gegen die Frc:züg:gke:t. Alle, die die Regierungsvorlage siir schädlich und unannehmbar halten, sollten sich aus einer Verteidigungslinie zusannnensinder: und auch das Herrenhaus ntöglichst einbeziehen -^er Ministerpräsident hat meinen Antrag noch nicht völlig abg?^ l^hnt. Ich hoffe, daß in Erwägung der furchtbaren Erregung, die e:n Ävahlkampf im Volke Hervorrufen würde, die Negierung zu Verhandlungen bereit sein wird. Wir verlangen nach dem Kriege e:ne allgemenre Arbeitspflicht gegenüber dem Staate. Wir l>e- ftirch'eu, d:ß die Annahme des gleick-er: Wahlrechts eine schwere Erschütterung des ganzen üffcittlidjeu Lebens herbei führen (Zusttmmnng auf der Rechten und bei einem Tell der National-« liberalen.) Minister des Inner:: Tr. Drews: Wir müssen darauf halten, daß der Zvcrmps ver politischen Meim:ngen in loyalen Formen geurhrt wird und daß auch die Ueberzeugnng der anderen ge- achtet w:rd. ^,er Vorredner hat die Antwort des Vizepräsidenten -lt. lyneboerg aus die Frage des Mgeordnetcn von Hepdebrand, ob der Körng bei Erlaß seiner Botschaft von allen näheren Ittvttanden unteriichret gerocs«: sei. etwas unklar gesunden. Ter Vizepräsident hat ganz kurz und präzise geantwortet: Ja! (Zu- sttinmung links.) Auch über die Stellmig der Regierung zur Bot- sawtt ist gestern vom VizepräsibeTtten eine kurze imi> bündige Erklärung abgegeben worden. Als wir zum Minister ernenn, toccöcn sollten, haben wir als die wichtigste Aufgabe der innere» Polttlk die Wahlrechtsftage bettachtet. Die Allerhöchste Botschaft mußte ausgesührt werden. Wir Minister waren der Ueberzeugung, daß nur eine Vorlage des gleiche:: Wahlrechts überhaupt in Bettecht käme, und deß wir Minister die Psiicht hätten, es mit aller (H^rgie durchzusetzen. Was die Ostmarkei^olittk setrisft, so ftchk d:e Regierung auf dem Standpunkt, alle positiven Maßnahmen zur Unterstützung des Deutschtums enfrecht zu erhalten, aber auf alle Msnehmegesetzc gegen die Polen zu verzichten. Das hat man in der Kommission sowohl von fteisinrnger wie von Zentrumsseite als einen guten Boden für die Zukunft anerkannt. Die Not- nre-S-igkeit der Erhaltting eines starker: Deutschtums in der Ostmark hat sich gerade während des Krieges vertieft. Es ist schon ßes-agt worden, daß Gemeindewehlrecht :md Staatswaylrecht zwei verschiederre Tinge sind, das wird auch ein Parlament des gleichen Wahlrechts anerkenne:: müssen. (Zunus des Abg. Hoffman:: (llnabh. Soz.): Darüber reden wir .später!) Das wird auch in großen Stadtstaaten anerkannt. Ter BorrÄrner hat eine Ueberwuckrerung mit ltzer Sozialderuokratie befürchtet. Wenn diese seine Auffassung richtig ist, würden gerade seine Bedenken hinfällig rverden. Tic Sozialdemokratie ist ein Reservoir aller Unzufriederier: im Lande. Bei einer Mlehnung des gleichen Wahlrechts wird man der großen Masse sage:: können: In Deutschland gilt einer, was der andere gilt/ in Preußen aber nicht. Damit geben Sie der Sozialdemokratie die beste Waffe in die £wmb. Wir fdrnicn keine Vogelsttauß- politik treiben. Ich tue nreine verfluchte Pflicht und Sck>uldigkeit, wenn ich mit meiner Person und Ueberzeugung für das allgemeine gleiche Wahlrecht einttete. (Stürmischer Beifall links. -Zischen rechts.) Abg. Dr. Pachnicke (F. Vp/: Der Ministerpräsident hat ■ den Wunsch nach Verständ:gung cmsgesprochen und uns neue sogenannte Sicherungen des Wahlvecküs ^ugemutet. Herr v. Heydo- brand hat alle ftüheren Argumente wiederholt. Herr Dr. Lohmann läßt in seiner Rede jede Rücksickp aus den Mittelstand vermissen. Wir !-aben doch das gleiche Wahlreckp in ganz Süddeutschland, auch zum Teil in Mitteldeutschland, l>aben es in Monarchie» und Republiken, ohne daß diese in Tn'immer giiwen. Hat denn bxe Demokratie etwa England gehindert, eine kluge Politik zu führen? Hat sich der Reick-stag in Deutschland nicht glänzend bewährt? Deutschland hat einen enormen wirtsckiaftlichen und politische» Ausichwung durch sein allgemeines Wahlrecht genommen. Alle Gründe der Konservativen sind Scheingrüiche. Durch nichts wird die Krone mit dem Volle enger verburchen, als daß das Volk bei der Krone Verständnis und Verttauen findet. (Zustimmung links) Tie Krone darf in süesem Kampf um das Wahlrecht Vo ine Niederlage erleiden. Deutschlands Geist muß Mich in Preußen herrschen. Mg. Tr. v. Heydebrand (fons.): Meine Freunde habe» dem Minister nicht den Vorwurf der Angst und Schtoüche gemacht. - Abg. Lüdicke (fk.): Wir sind völlig einig darin, daß diese Wahlrechtsvorlage in jetziger Zeit nicht kommen durfte. Wir sind überzeugt, daß bas gleiche Wahlrecht nicht zum Segen Preußens ausschlaaen wird. Die große Mehrheit meiner Freunde wird nicht dafür ieintreten. Wir bedauerr: den Konflikt, aber wir sind zum Wahlkamps bereit. Wir zlveiseln aber :roch immer, daß die Regierung gewillt ist, einen Wahlkampf zu entfesseln, wie ihn Preußen :roch nicht erlebt hat. Bayern ka:m das gleiche Wahlrecht erttage::, da dort das Zentrum die feste Mehrheft hat. Abg. Hirsch lSoz.): Die Aussichten für das gleiche Wahlrecht sind schlecht. Das ist kein Wunder bei der Zusammensetzung dieses Hauses. Das vorgeschlagene Zweistimmenrccht hat durchaus Plutokratische:: Cl)arakter :md benachteiligt auch unsere Krieger^ Das alte Wreußen wird stürzen und ein neues an seine SteÄ tteten. Sorgen Sie dafür, daß Sie unter den Trümmtern nicÄ begraben rverden. Mg. S t r ö b e l (U. Soz.): Tie Rechte führt jetzt einen Kampf bis aufs Messer. Das arbeitende Volk nimmt den Kampf aus und rvird ihn auch gegerr die Regierm:g führen, wenn dieselbe nach, giebig sein sollte. Ter Entnmrs bedeutet nur eine Vorspiegelung», des gleichen Wahlrechts. Donnerstag, 11 Uhr, Wefterberatung. Schluß 4*/* Uhr. Erlebnisse einer deutschen Frau während der Belagerung von Tsingtau. —h. Gießen, 1.Mai 1918. Man schreibt uns: Vor einigen Tagen hielt in der großen Universitäts-Aula Frau Fregattenkapitän ILa Boetbke einen LLchckbilder-Vorttag über ihre Erlebnisse während bn Belagerung von Tsingtau. Wegen des kurz vor Beginn einsetzenden starken Gewitterregens rvar der .Vortrag nicht io besucht, wie er es nach jeder Richtting verdient Hütte. Die Vorirageude, deren Gatte Artillerie-Offizier vom Platt ibar. sprach in kvarmer, zu Herzen gehend? r Weise. Ueber die militärischen Ereignisse selbst brachte sie n «nicht viel, das toar ihr nicht gechattet, aber lvas sie schilderte, war äußerst interessant; von den Barbeveitungen. bei denen man zunächst rmr mit Russen und Franzosen gerechnet hatte, bis zu ihrer Rückkehr nach Europa. Au eine Beteiligung der Japmrer hatte man zunächst Nicht gedacht, als jedoch das Ultimatum bekannt wurde, luchte man sich. auä> auf die,e ernsthafteste Gchahc vorzuber-eiten,, so «Ntt es ging. Der schöne Wald, der mit vieler Mühe ausgeforsktt war, mußte fallen, ebenso ein nuehrhundertjähriger Bannt, der ttinen Tempel beschattete, da er eine zu gute Richtmarke von weither abgegeben hätte, ßin großer Teil der Franen und Kinderl gingen weg, nur eine kleinere Anzahl blieb. Äe Bortragende war' Zuerst Apotl-eken-Sckiiweslier, dann in den Lazaretten tätig; ihre Kinder waren mit anderen in einem sicheren Keller-Kindethorh inttergebrach,! und besuchten sie nur'hie und da, wie auch ihrGrtttj ganz von seinem Dienst im .Anspruch. Fenommeu rvar. Einmal, lvahrend sie krank zu Hause lag, entging sie mit knapper Not dem Tode. Jln Gatte chatte seinen Burschien geschickt, um sie in den Keller zu drill gen, da das Haus mehr und mehr in die Schußlinie !mrf. Während sie sich fertig machte, schlug ein Gchchoß gerade vor dem Keller ein; gleich darauf ein anderes in das Dachgesclioß. Etwa drei Monate dauerte die Belagerung, .dann war die Artillerien Munition zu Ende. Tie Ges-cklitze trugen übrigens nicht tveit gemüg, um den japanischen Schiffen schien -zn können, und da auch die Be- fesligmigen zum Teil zerstört waren, blieb nichts übrig, als die weiße Tabue ziu hissen, nuchaem die Kanonenboote, die bei der Ver- teidigung sich beteiligt hatten, gesprengt worden waren und der Tlieger van Tsingtau entkommen war. Im allgemeinen betrugen sich die Japanar grtt, doch), nur im allgemeinen. Frau Boethke selbst ivurde einmal, als sie zu einer Haüssuchmg ans d.r Deuts ck>e ^ Pension, wohin sie übergesiedelt war, .ihre Schlüssel abli.ierH musste, von zioei Soldaten mit ^ufgepflanzteu Seiteng en-ehr er.1 eskortiert; ging sie den kleinen Japanern zu rasch, so wurde sie am. Arm zurückgerissen. Auch? nachdem ihr Gatte in das japanische Gefangenenlager gebracht worden rvar, blieb sie noch eine Weile itt Tsingtau: später aber siedelte sie nach Schanghai über, bis sie des Klimas wegen auch von dort fvrtgehen mcd nach Europa zurückkehren mußte. Da iwch andere Frauen und Kinder sie begleiteten, wurde Frau Boethke zur Transportftlhoerin bestellt. Sie fuhr über Honolulu nach.'öttnericka, >as damals noch neutral war. In Honolulu verbrachte sie einen schönen Tag, die Klänge der Kapelle eines dort internierten deutschen Kanonenbootes begleiteten sie bei der Weiterfahrt. In San Franziska war die Stinnnnng nicht übel, sehr feindlich dagegen in Neu York, wo noch. Oblegen heit war, inneren Dampfer ..Vaterland" zu besich igeir. Auf der Weiterfahrl mußten sie natürlich nach .Kiri'.vall. Dort wurde alles gründlich durchgesuckst. Neun Koffer roaren schon geöffnet gewesen, im zehnten waren eine ganze Anzahl Briefe v>on Znrückgebliebeneui nach Deutschland, die sie abznliefern versprockien hatte. Auch ein Dienstbries des Generalkonsuls in Schaugl>ai war darunter. Da, rpie sie schweren Herzens dabei loar, auch diesen Koffer zu öffnech hieß eö, es sei genug. Wie sie aufattnete! Am Schlüsse ihres Bvrttages brachte die Vortragende noch eine Reihe rocke guter Lichtbilder, die meisten aus Tsingtau, welche zeigten, »nie sehr sich, die Stadt unter der deutschen Verwaltung entwickelt hatte. Reicher, wohlverdienter Beifall zeigte, wie die wann-, herzigen, von wahrer BaterlandSliebe getragenen Worte gepackt hatten Prof Heuser, der namens der veranstaltenden vier Vereine die Vortra.rend. zu Anfang begrüßt hatte, verlieh dem Tank der Versammelten Ausdruck. Aus Stadt unv Crtwft. Gietzen, den 2. Mai 1918. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Grvß- herzog empfing zum Vortxag: den Staatsminister Dr. von Ewald, den Minister des Innern Dr. von Hombergk zu Vach, den Finanzminister Dr. Becker, den Generaladjutanten General der Kavallerie von Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geheimerat von Römheld; außerdem den Generalmajor Freise, den Major Bischofs und den Professor Dr. Eger. — Der Großherzog hat am 27. Llpril l. Js. dem Pfarrer Georg Bernbeck zu Wieseck die evangelische Pfarr- ftelle zu Dortelweil und dem Pfarrverwalter Karl Job zu Burkhards die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. — Uebertragen wurde am 27. April den Schulamtsaspiran- tinnen Sophie Becker aus Roßdorf und Ella Sommer aus Mannheim mit Wirkung vom 1. Mai 1918 ab Lchrerinnen- stellen an den höheren Bürgerschule zu Buchschlag. ^Auszeichnung. Landsturmmann Ferdinand Klotz wurde mit der Hessischen Tcrpserteitsmedaille ausgezeichnet. ** Jubiläum. Am 1 Mai waren 25 Jahre verflossen, daß Herr Georg Bichl er die damalige Textorsche Brauerei übernahm. Daß )H»err Bichler später die Aktienbrauerei dazu gekauft und das Gescljäft zu hoher Blüte gebrackst hat, dürste noch in aller Erinnerung sein. ** Von der Universität. Bon allgemeinem Interesse dürfte sein, daß Herr Professor Dr. Hamann aus Marburg in diesem Semester die Vorlesungen über Kunstgeschichte- und Archäologie hält, und zwar: Rom und Ravenna, spütannke und frühchristliche Kunst, Graphisch).: Kunst, Einführung in die Betrachtung von Radierungen, Kupferstichs usw., Hebungen über Rembrandts Radierungen. Nähe- wns dem Airschlag am schwarzen Brett im Kollegien- ' )u ersehen. üra erverein. Der Bürgerverein Gießen hat schalle am Neittveger Dor wieder eine Reihe von "gemein interessierenden Inhalts aufstellen las- hi genannt: Kampffunger, Die Gartenstadtbe- Kalbschmidt, Aus der Miettaferne ins eigene Heim: Howard, Gartenstädte in Sicht; Neue Aufgaben in der Baurordnunas- und Ansiedlungsfrage: Genossenschaften und Ge::-o-ssenschaftsstädte; Schultze-Naumbura, K'ullurar- betten Band I—V; Brix und Genzmer, Städtebaulich? Vortrüge. Die Bande sind mit den früher schon aufgestellten. Kn einer Sonderbücherei des Bürgerveoeins vereinigt und sind für jedermann &ur Benutzung oder Entleihung erhältlich. ** Schuhwerk mit C h rom le d e r s o h l e n. Wer-, Mue dcF^ -er zwei Paar getragene Schuhe abgibt, einen ^»chuhbedarfsfchein ausgefertigt haben will, muß die schrift- ncp 7 Bersicher::ng abgeben, da.ß er nicht mehr als ein £ a 2y gebrauchsfähige Schuhe oder Stiesel besitzt, deren Mindestens im Gelenk oder in der BorderfWclre ganz aus Leder besteht. Dabei sind nun Zweifel aufae- tauckst vb auch) Hausschuhe oder Turnschsthe mit Chrom- leoersoNe daM gerechnet lverdeli sollen. Wie die Neichs- ste.le für Schuhoersorgung erläuternd bekanitt gibt, ist derartiges Schiihlverk nicht mitzuzählen. In Betracht kommt nur Schuhwerk, das sich zum Straßeugebrauch eig- uet. Dagegen sind auch Haus- und Turnschuhe mit Chrom- ledcrsoh,^ int teMr b e d ar fsschei np f li chti g Die Borschrrft, daß ,eder iirnerhatb eines Zeitraumes von 12 Monaten nur auf einen ^ckMhbedarfsschein Anspruch hat , (sofern er nicht mindestens Awler Paur getragene Schuhe oder Stiefel abgibt), soll sich aber nicht auf Bedarssscheinc erstrecken, die ausdrücklich auf Haus- und Turnschuhe mit Chromledersohle ausgestellt siird. Es karm also jemand iw nerhalb eines J-ahres außer einem auf ein Paar, ausgestellten Bedarfsschein für Schuhkverk mit Ledersvhle auch noch einen Bedarfsschein erhalten, der auf ein Paar Haus- oder Turiischuhe mit Chromledersohle lautet. ** Höchstpreise für Zichvrienwurzeln. Ter Anbau von Zichoriemvurzeln ist «während der KriegSzeit sehr erheblich zurückgegangen. Tie Zufuhr aus dem Auslande hat ganz aufc-.el-ört. Andererseits muß im Interesse der Versorgung der Bevölkerung mit Kiaffoe-Ersatz bes^ondereS Covicht darauf gelegt werden, daß ein Wester er Rückgang im Zichorienanbau nach Möglichkeit ver- mndert wird. Durch, eine Verordnung des Staatssekretärs des K eg er ähriirg a n s ist dcs.alb der l.e e.i a mehlchfpr is für gie- oarrte Zichoriemonrzeln aus der Ernte des Jahres 1918 au 60 Mk. für 190 Kilogramm festgesetzt worden. Im übrigen haben die bisher geltenden Bestimmungen über den Verkehr mit Zickiorienwurzeln Leine Aenderung erfaliren. In dieser Hinsicht gilt namentlich folgendes: Das Venüttern von Zichorienwnrzeln, grün oder gedarrt, m verboten; auch dürfen sie nicht gewerbsmäßig zu anderen Zwecken als zur Herstellung von Kaffee-Ersatzmitteln verwmidt werden. Wer gedarrte Zichorienwurzeln in Ceioahrsam hat, hat die Menge dem Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel G. m. b. H. in Berlin anzuzeigen und auf Abruf zu verladen. Bis zur Wnahme sind die Wurzeln au'znbl-wahren und pfleglich zu behandeln. Auf Autvag des zur Ueberlassuug Verpflichteten hat der .Kriegsausschiß bimieu vier Wochm nach Eingang ves Antrages zu erkläreii, welche besttmmt zu bezeichnenden Mengen er übernehmen will. Fist die Menge, deren Abnahme der KriegsMlsschuß ablehnt, erlischt hiermit die Absatzbeschränümg. Das gleiche gilt, soioeit der Kriegsausschß binnen der Frist von vier Wochen keine Erklärung abgibt. Lllle Mengen, die l/iernach dem Absatz durch den Kriegsaussckmß Vorbehalten sind, müssen von ihm abgenommen werden. ** Feld PostPäckchen wieder gestattet. T>as Reichs- Postamt gibt bekannt: Neben den Privalpaketen weiden auch nichtamtliche^ Feldpostlniefe über 60 Gramm (Päckckien) an die Truppenangehörigen der Wesstov-nt und des Großen Hauptgliartiers sowie an Heeresangehörige im Generalgouvernement Belgien und in Luxemburg von jetzt ab wieder angenomm«en. Im Eiiwerstänonis mit der Heeresverioaltuug wird indes dringend davor geivarnt, mit diesen Päckchen und Paketen leich verderblich Nahrungs- nrittel ins Feld zu schicken. — Paketen an Kriegsgefangene in Italien brauchen die bisher vorgeschriebenen Zollinhaltserklärungen nickst mech beigesügt zu werden. ** Keine Reisen an Himmelfahrt und Pfingsten. Ter Perfouenverckehr der Eisenbahn pflegt bekanntlich am Himmelfahrts- und Pfmgstseft sonst seiner: größten Umfang wohl im ganzen Jahr zn errevchn. Wegen der hohen Anforderungen! des kriegswvch.igm Verkehrs ist es aber in diesem Jalw dringend «geboten, diesen Verkehr nach Möglichst einzuschäntm. Der Minister der öflentlickien Arbsttierr hat sich deshalb an die Zentral- belstirdea drs Reichs gewandt. Die Beainben, Unter beamten und die Personen inr prstmtrechflichn DsenstverhÄttris werden von neuem darauf hingewiesen, drß es vaterländisch Psliclst eines seden ist, die Eisenbahner besonders während der Festtag».' nur in den allerdringlickxttm Fällen zn bennyen. Es dürfen nur selch Ausflüge untenwmm-en roerden, die ohne Bahnfahrten ausg-eführt tverden könnm. Diese Mahrruna gilt vor allem denen, die Wand er- vereinigungim und ahnlichn Vereinen an-gehooen. Eine derartige Mahnung wird ebenso an alle Privatpersonen ergehen. Landkreis Gießen. ** B e l 1 e rs hai n, 1. Mast Der Schütze Wilhelm M a g e l bei einer Mtskfch.-Gero.-'Komlp., ein Sohn des Bürgermeisters Mägel, stand in den letzten schweren Kämpfen im Westen den Heldentod. ** Münster, 30. April. Gefreiter Otto H e ß erhielt das KriegsehrenHeickien in Eisen. Kreis Büdingen. # Büding em, 1. Mai. Ten Charakter als Regiorungsrat erhielt der Kreisauttmann Dr. Wilhelm Wehn er. Das Eiserne ^urmstt aus dieser niedrigen Höhe bleiben. Der Ueberschuß aus denk Itechnungsjahr beläuft sich auf 12 000 Mk. — Frankfurt a. M., 30. April. Die ersten Cronbergev Treibhaus-Ecdbeeren sind in den hiesigen Delikatessengeschästertz ausgestellt, sehr lecker und npvetttl'ch an^lschuen, aber auch sehr b'ttter im Preise. Das Psmü) kostet vorläuftg noch 2 0 Mark, lind trotz des „Ueoerpveises" fanden die Beeren schon ihre Liel>- Haber. Im Jahre 1917 konnte man die ersten Erdbeeren noch für 6 Mark das Pfund kaufen. X Hanau, 2. Mai. Nachen: die Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda und Hünseld über die Entnahme elektrischer Kraft ans dem durch Nutzbarmachung der Mainwasserkräfte zu erbauenden Mcrinkraftiverie mit dem preußi chen Staate Verträge abgeschlossen haben und die Inangriffnahme dieses großzügigen WerLs alsbald nach Friedensschluß zu er- warten steht, ist die Bildung eines Zweckverbandes der genannten Ktterie für die Ausführung der Arbetten innerhalb ihres Um- l*aTLGö und für die Verwaltungsarbeiten in die Wege geleitete js Kirchhain, 30. April. Zwischn den Stationen Nechmdt und Treysa stieß durch Hinauslehnen aus der Eisen bah: ein Soldat namens Kupinsky aus Stettin mit dem Kopf so unglücklich gegen * t1K ,r£?i Lier ' der Dod alsbald einttat. jc M a r bu r g, 30. April. Wie im vorigen Jahre, soll mich in diesem Lvmmer die in'einem herrlichen Waldtale in den Lahn» bergen hinter der Landesheflanstalt errichtete zukünftige Lungen- m-llstatte wieder als Erholungsort für etwa 70—80 bedürftige j nn&cr der lnescgen Bolkcckchnlen erngerickstet werden. Tie Leitung übernimmt der vaterländische .Franenverein. c- Me er Holz, 1. Mai. Prinzessin Ortend zu Schleswig- Hol [tem-z. onderburg-Glücksburg, Gemahlin des Prinzen Albert Zm Schleswig-Holstein, eine geborene Gräfin zu Bsenburg und -oudingen in Meerholz, ist im 40. Lebensjahre einer Lungenentzündung erlegen. Gericl-tssaat. ^^ nkfurt a. M., 2. Mai. Das Schöffengericht ver- urteilte ben Kauf wann Alexander Metger. der sich „Metger von Osternfelde" nmnt, wegen unberechttgter Führung eines Ädclsprä- droat^. zu oO Mark Geldstrafe. Metger ist in Emden geboren, l>at aber später die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben, und behauptet mm, er habe mit Zustimmung der Schweizer Behörden zur ^ ckbri cheidung von anderen Metgers den Namen Metger von OsternieÜ>e, nach dem Heimatort seiner Vorfahren, angenommen, jP^L^cf) der Dichter Hoffmann zur Unterscheidung von anderen VoNmanns nach seinem Geburtsort Hoffmann von Fallersleben genannt habe. Einen „Adel" habe er sich damit nicht beilegen wollen^ Das Gericht war aber der Meinung, daß etz die Allgemeinheit als ^ldelsprädikat aufsasse, und danach müsse entschieden werden. er-. I r r ‘ Frankfurt a. M., 1. Mai. Me 26jährige Ehefrau Bartel mann hat ihre drei Kinder vollkommen verna ch- 1a,sigt. Die armen Kleinen mußten nackend in einem eisigkalteü ungeheizten Zimmer zubringen, außerdem bekamen sie nicht zn men und konnten tagelang nicht in Betten schlafen, da die Rabenmutter sich mit Männern herum trieb und die Schlafzimmer abgeichuoiien hatte. Das Schöffengericht erkannte unter dem Be- Auern, daß das Gesetz keine härtere Strafe zulasse, auf sechs rochen Hast. Außerdem erhält die Bartelmann wegen qc)ixxb&' mäßiger Unzucht vier Wochen Hast. selbe Ehrenzeiä-en der Kawonier Joseph Rvtya. — Berg- Heim. Tie H-essische TapferkeitsmedaÜle, früher das Eiserne Kreuz, erhielt der Gefreite Georg Franz. — Ortenberg. Auf dem Felde der Ehre starb Heinrich Steffan: Pas Eiserne Kreuz, früher die «Hessische TapserkeitsUve^daille, erhiell der Untewssizier Otto Hebbel. — N iede r - Mo ckstad t. Nach 23monattger treuer Pflichterfüllung starb fürs Vaterland der Musketter Hermann Brett hau er. — Echzell. Das Eiserne Kreuz erhielt der Grenadier. Heinrich Bin d ing. — Bvrsdorf. Tie Hessische Tapserkeitsmodaille erhiell der Kanonier Karl Stein. — Gettenau. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische TapserkeitS- medaille, erhielt der Fahrer Otto Bau mann. Kreis Schotten • 0 Gedern, 30. April. Aus russischer Kriegsgefangenschaft kehrten gestern Unrück Ludwig Buß, Besitzer des Gasthruses zur Trmibe, und Heinrch Schrempf, Maurer. Mit dem kürzlich lster eingetvoffcnen Karl Noll konnttn bisher 3 Krieger nach beinahe Zjäh-riger Gefangensck>aft in die Heinmt zurückkehren. KretS Friedberg. ** Bad-Nauheim, I.Mai. Wegen Betrug und Unterschlagung von etwa 20 000 Mk. rourde der F i n a n z a s v i r a n t (nicht Bnregugelnlfe, wie irrtümlich gemeldet) M>. aus Gamlwa verhaftet. # Griedel, 1. Mai. Fürs Vaterland starb der Gefteite Erwin Fenchel. — Ober-Erlenbach Tei: Heldentod starb nach 3Vsjäbriger treuer Pflicksterfüllung der Vizewvckstmerster und Offiziers-Aspir-cmt Paul Brenne mann, Juhiaber des Eisernen Kreuzes und der Hesft;>chen Tapfe rkeitsmedackle. Starkenburg und WfjriüfKffen. 1 Tarmstadt, 30. April. Vom 1. Mri an ist die durch gehende Arbeitszeit bei den Darmstadter Gerichten nüeder aufgehoben. I .Darmstadt, 30. April. Die Landwirtschaft« kämm er hat an einer Vorstandsck^ftssitznng den Landtagsab geordneten Bähr von den ihm bisher übertragenen Tienstäuf- gaben enthoben. Bähr l-atte hauptsächlich die Leittnrg der Versteigerung der dien!tunbrmickchar geuwrdenen Mälitärpferde für das Gvoßherzogttkm Hessen rrnter siclx Der Militärfiskus hat um jeden Zwischenhandel mrd jeden Preistvucher mit an6 rangierten^ Milrtärpserden anSzusÄießen, die Abgabe au Landwirte und Genarbetteibende für den eigenen Bedarf den LaudwirtscknftSkam- mern übertrag-en. Diese gute Absicht der Militlirbehördc wurde jedoch trotzdem nmgaiigen, indem es doch Zwisck-en Händlern gelang sich ein zu schieben uttd die für billiges Geld von der Militärbehörde erstandenen Pferde uwsi einigen Tagen nnt 100 und meln Pwzent Nutzen weiter zu veräußern. Mes wurde erst vor kurzem in einer Sträfkammerverhandlung in Dannstadt gegen den Oberveterinär der Res. Tr. Peter Schäfer festgestellt. Auch dem nun seit Monaten rosgen umsangreichier Gehn m sch,lacht imgen in Unter- snck)tungshaft besindlickpen Darurstädter Landnürt Mittendorf werden große Schiebungen bei Pferdeo-erkäufen vorgeioorfeik. --- Kelsterbach, 1. Mai. Tie dreijährige Tochter des Arbeiters Jol-annes Rein wurde Tieuslag nachmittag aut der Dvrsstraße von einem Kraftwagen überfahren nnd g-ttötet. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 1. Mai. Da der Schleichhandel mit Kartoffeln im Kreise Wetzlar erneut großen Umfang angenommen hat, erläßt der Landrat abermals eine ernste Mahnimg an die Landwirte diesem Treiben Einhalt zu ttm, weil dadurch die Aufbringung der abzulresernden Kartoffelmewten gefährdet tfil. Vessen-Nnssnu. — Eronberg, 30. April. Der Haushaltsplan der Stadtgemeinde Cronberg für das Nechmingsjahr 1918 sckilveßt in Einnahmen und Ausgaben mit 296 400 Mk. in ordentlicher und mit 1 237 300 in außerordentlicher Rechnung ab. Die Gnneindesteuer- zuschläge zur staatlichen Einkommensteuer und die Realsteuern betragen wie bischer nur 100°/a und werdgn voivauAsichlü.ch auch in Briefkasten der AeSaktio»^ ^ h. 5ch. L. Nach den uitter B-erücksichttgtmg der Kriegsvechält- mfle erlassenen Vorschriiten können Unterbrechungen in der Lehrzeit, die ans militärische Maßnahmen, Einziehung des Meisters zum Heere oder Hilfsdienst, zeitweilige Schließung des Betriebs usw. auf die Lehre angerechuet werden, wenn der Lehrling sich während dieser Zett mit Arbeiten seines Berufs betättgte. Liegen andere Ursachen vor, daun ist die versäumte Zeit nachzubolen, wenn nicht unter Berücksichttgung der jeweiligen Berbältnisf« die Genehmigung der Handwertstckmmer besonders eingehott wird. vermssehtes. * Elt. Als Verdeittschung für Elekttizität hat man bekanitt-» lich das Wort Elt vocgesckstagen. Ein na hm Hafter Fachmann erklärt jetzt in der Zeitschckst des SprackMereins dieses Lehnwort als das allerbe,te. Insbesondere wird das Eigenschaftswort elttsch für elektrisch bald Wurzel fassen: man fährt mit der „Ellisck>en". Dazu kamen folgende, ebenso kurze wie d-eittsche Ausdrücke: Elektrizität = Elt, elekttifth = elttsch, elektrisieren = elten, Elektriker- Elektnotackxttker. Eltser, Elekttviugenicnr = Eltingner. elettri» siz ercu -- eltigen: Mit Elt, altkraft oder elttsch bttrel.ben, raS Elektron *= das Elt< oder Eltthn. Wie Dampfroß für Lokomotive körrne das Wort Blitzkraft für Elektrizität dichterisch an^ gewandt werden. Letzte AüchrrchLeK. T>cv neueste 2Zerrcht öcr Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Mai (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz. An den Schlachtfronten ist die Lage unverändert. Der Artilleriekamps war im Mschnitt des Kemmelbcrges ge- fteig'rt. Auch zwischen Somme und Lucetzach, bei Montdidier, Lassigny und Noyon letzte er vielfach auf. Im übrigen blieb die Gcfechtstätigkeit auf Erkundungen beschränkt. Heeresgruppe Herzog Altzrecht. An der lothringischen Front war die französische Artillerie in den Nachmittagsstunden rege. Kleinere Vorstöße des Feindes wurden abgewiesen. Osten. Ukraine: Vor Setastopol brachen wir feindliclren Widerstand. Die Stadt wurde am 1. Mai kampflos von ur?S besetzt. Der Erste Generalauartiermcister L u d c n d o r f f. Graf Keyserlingk als Kommissar ftir die besetzten Ostgebiet« zurückgetreten. Berlin, 2. ?)Lai. Der frühere Ministerialdirektor im poeußi» scheu Landlvirtschaftsmintttcrium Graf K e y s e r l i n g k, der bis jetzt als Komininar des ReiMkauzlers für die besetzten Ostgebiete befouders des Baltiknms und Litanens, tättg war, ist von dieser Stelle zurückgetteten. Ueber die Gründe seines Mckttitts ver^ lautet nach verschiedenen Blättern, daß die unklare Llbgrcnzunv des Arbeitsgebietes den Graser: Keyserlingk zu dieser EntsMießnna« veranlaßt habe. Zu Frkih.'itSstrcifrn «rurtkilte Driitsche in Amerika. ^ J, 01 ' 30- , April. (ißriDatMegmmm.) Ar Deutsck-en, der frühere Generalkonsul Bo pp und Schack wnrdett jeder zu einer Höchststrafe von 2 Jahren Zuchthaus und. 10000 Dollars Geldstrafe verurteilt wegen Verl^. tzung der Neutralität der Vereinigten Staaten durck, Gebeimbündelei zwecks Ansttstung einer Verschwör'ng in Indien. Der ftühere deuffche Militärattachee von Vrin'ken wurde zu 2 Jahren, der Agent des döorddeutschim Llot,^ Eapelle zu,15 Monaten Gefängnis und die anderen Angeklagterr m germvercn Strafen verurteilt. ö,*4vy W Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die Trauernachricht- daß mein lieber Mann, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Car! Wallenfels in Feindesland infolge Granatschusses am 23. April d. J. den Helden- tod gestorben ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Wallenfels geb. Opitz. Tang-Göns, Greifenstein, Gießen, Wolf, Niederscheld und Wilhelms- dort, den 2. Mai 1918. 5547 Danksagung. Hinsch^dr^nn^r"« 50 erwiesene Teilnahme bei dem KS .^u"er sprechen wir hiermit allen, WortT^nJhi^enrnüller für die trostreichen Worte am Grabe und der Krankenschwester für die Pflege während der Krankhat, unseren innigsten Dank aus. ^ wanrena aer Namens der tief trauernden Hinterbliebenen: Kten-Lhrfen, 30. April 1918. Ludwig Wcinandt. ■Ai Todes-Anzeige. In tiefem Schmerze teilen wir allen Verwandten. Freunden und ScULr, «SÄ tZI, oÄ? """"" Käthi Strauch 27 a 0 T.l!^ gem ' ™ hweT ? m ’ mit ® ednU «tragenem Leiden nn Alter von SÄ’Äfir d “ kis - ».«. Die tieftranernden Hinterbliebenen. I. d. Namen: Dorothea Strauch Wwe. ^dilleretraeee 201 Offenbach, Montabaur, Wallmerod, Höobet, xner und Cochem, den 30. April 1918. Die Beerdigung findet Freitag den 3. Mai, nachm. 4*/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Das feierliche Seelenamt findet Samstag morgen um 7 Uhr statt. Kaffee Ernst Ludwip’l Inh.: Aogr. Ilath 30951 GNF Hente Konzerl Hochfeine 8276 1915er und 1917er Elr«nc Konditorei. f v E R M! 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