Nr. m Erster Blatt D« Otetzep.tr »azei-er erscheint täglich, außer Honntags. - Beilagen: Sieheaer Zemi! leadlütter; Ureirdlatt f«r den Kreis Stehen. BtZUH?p-eiz : monatl. Mk.1.20, viertel- jLbrlich Mt. 3St)-. durch Aohole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.10- durch die Post Mk. 3.60 oiertel- jährl. auSschL. Beste llq. Hernsprech - Anschlüße: sür die Schritt! ccturig 113 Verlag,Keschästssteüe51 Anschrntfür Drahtnachrichten: Avzeiger Stetzen. M. Jahrgang Mittwoch, Mai 1918 Postscheckkonto: Zrauksurt a.M. N68ü SwUlingsnrndörvck u. Verlag: VrW'sche Unis Vankverkehr: GeWerbedank Gießen u. Sfeisöntßerd R. Lange, rchriffteiüllig, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulst?. 7. dnasrzme von An-ePer: i. die Tagemummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbindlichkeir Zettenpreise: für örtliche Anzeigen 25Pf.,fürauswärt:ge 30 Pf., °ür Reklarnen Mk. 1.— ; bei Platzvor- schrist 20% Aufschlag. Hauptjchnstleiter: Au^. Go eh. Verantwortlich für Politik u. Feinlleton: Aug. Goetz; Stadt und Land,VLc>nischtcsu.Ge- richtsjaal: W. Meyer: Anzeigeutell: ö. Beck: sänrtlich in Gießern. Die zwei (WTD.) VrotzeS Hauptauartier, 3st. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Airf dem Schlachtfeld* in Flandern entwickelten sich in einzelnen Abschnitten heftige Infamer iekünwfe. Nördlich Km Boarmezeele und Groote Vierstraat nahmen mir mehrere errglifche GräZeu. Bei Laser in die feindlichen Linien ein- Sednmgerre Stirrrn-A-Irilungen stießen mit starken französischen Gegeuanfp iffnr zusammen. Fm Verlmrse dieser Kämpfe konnte sich der Feind in Loker ftstsetzen. Leine Versuche, Wer den Ort hinmrs vorzndringen, scheiterten. Die tagsüber starke ArtiLlerietätigkeit Lchrrte sich ans das ganze Gebiet des Kemme! aus und hielt bis zur Dunkelheit an. An der üdrrgm Front blieh die Gefechts tätigleit auf Er- knttdungen und zeitnreilig auflebrndes Artilleriefruer br- schräntt. MazedonischeFront: Zwische i Wardar und Doi- ran-See brach ein nach mchntägiger Artillerieoorberritrmg erfolgter feindlicher Vorstoß vor unseren Linien zusainiuen. Der Erste Generalauarrienneister Ludendorff. * Der Nbendbericht. Berlin.39. April, abends. (WTB. Amtl^) Von den Krirgsscham.Läben nichts N^ues. Die überaus heftigen Auseinandersetzungen, die gestern das p.vnßische 2(bgevrdt:etenhaus erfchütrerren, finden bis ;i die fernsten Winkel beS ganzer Reiches ein gespanntes lins otcg um) vn-eoermge iceroerü rann, ernsterl-alo Preuizens stehen wohl rrur noch Vereinzelte, die mit Herrn v. Heyde- brandt die Am:ahn:e des gleichen Wahlrechts als eine verlorene Schlacht betrachten würden. Durch die Zusage des Wnvgs, die wäederholten Versprechungcrt der Regierung, die gestern ganz besonders entschieden ausgetreten ist, stehen wir bei dem vorliegenden Gesetz vor einer Staatsnvtwerü):gkeit für Preußen nicht nur, sondern auch für das Reich. Es steht nicht mehr im Willen und Belieben der preußischer: Regierung, die Entscheidung auszusetzen, mrd es ist von den preußischren Konservativen eine Verblendung, werrn sie dem rollenden Wäger: der Entwicklung durch Hem-nrschuhe begegnen wollen, die höchstens eine Entgleisung herbeisühren rönnen. Der Vizepräschen: des Staats- lninistercums Dr. Friedberg ist ja in dieses Amt nur berufen üovrden, um das heißumstrittene Reformwerk endlich zustande zu bringen; der Reichskanzler lÄraf Hertliug hat beim Antritt seiner Kanzlerschaft ebenfalls genau gewußt, welche besondere Aufgabe ihm als preußischer Ministerpräsident obliege. Daß er als Nicht- Preuße die Spitze der preußischen Regierung bilden durfte, legt den innigen Zusammenhang klar, der die preußische Re- chrm mit den Interessen des Reiches verbindet. Gegenüber dieser Einleitung einer unabweislichen geschichtlichen Ent- oicklung gibt es kein Zurück mehr. So war denn der Ansrag des Zentrumsabgeordneten Grafen Spee, die Vorlage us nack) Beendigung des Krieges zurückzu stellen, heute nicht mehr annehmbar. Die kurze Pause, die Herr v. Heydebrand oünschte, um zu den: Antrag Spee Stellung nehmen zu önnen, zeigt, daß auch die Konservativen wissen, daß zu nel Dinge geschehen sind, „die sich nie vergeben und versessen", und als in der Verhandlung fortgefahren wurde, timmte der grüßte Teil des Anhangs Heydebrandts gebenden Antrag des Grafen Spee. Di. Bedeutung der gestrigen Sitzung war, daß die Ver- ...i. er der 9vegicru.ng, Dr. Fried der g sotvohl \me Graf Hert- . tn fl W™*' miL einer unzweideutigen Festigkeit auf der Egfuhrung des gleichen Wahlrechtes bestanden, dessen Srrkung, Inders in den Ostucarken, sie durch Einfügung chonverer Kautelen zu mildern bereit siird. Der kvuser- >atwe Entwurf eines Muralsystems konnnt für die Reaie- 111 ^^'-..bb?^!oenrg aber auch der neue ,oer für die sdaat->erhalteirden Kreise mit E Zi^'Dunme operiert, hoffen wir denn, daß der *3? ^^rMnd, der gestern der Regierungs- orlage nöch bcgegnrte, ein Rückzugsgefecht ist, es letzt ore Engländer und Franzosen ö dluh des ftemmelberges noch liefern, vwbrend criffen^sind^Lx^ schon inr Abbauen be- ALLL ^ wird es bei der End- -cheil 012 uoch erforder- om ÄS T bie -Staatsrwtwendigkeil" der Re- Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. St ^rd mlautburt: ^ Oiv Fenlde. aLgeioiefen. Die Erfolge im Vesten. Berlin, 30. April. (WTB.) Jnnc>hcüb fünf Wochen eroberten die Deutschen während der großen W?st- ossensive über 4100 Quadratkilometer. Die ElTLeicte konnte in der neunfachen Zeit, d. h. in 44 Wochen, ioahrend ihrer Rcesenoffensive 101b und 1917 an 1«er Somme, bei Arras und m Flandern im gairMN 561 Quadratlürnneter buchen. Die Deutschen ekelten also in einer viel kürzeren Zeit das 7 Vzfache des Grscnntg'eländegewinns der Entente. Nach denl englischen Bericht vom 1.9. Avril soll die 7. deutsche Division Vvllsiändig ansg^ieben worden sein. Das Benml)en der Entente, durch das Vortäuschen großer dOctscher Verluste die gedrückte Stimmung der eigenen Läwxr zu heben, ist selbstverständlich. Es sei jedock, zur Beleuchtung der Zuverlässigkeit solcher englischen übertciedenen Verlnstberichte sestigestellt, daß die angeblich am 19. April nufgerMene 7. beictf vt mehr ansreichen, nmß Foch hier rück- sichtÄos seine besten französischen Tnwpen dem deutschen Ansturnr entgegenwerscn. So veröbuet hier im britischen Interesse immer mehr die Reserve Foä-s. Aut 29. April vormittags gewannen die Deutschen aa c.^eyrrre/r Stellen der Schlacht front werter Gelände. Ter Feind leistere hechge^r. Widerstand und hatte die letzten Tage baM benutzt, haupt^Lchlich Artillerie von anderer: Fronten heran- -.rrziehen. Die an: 29. Tlpril gemachten Gefangene:: sagen aus, daß lie Befehl hatten, die vorderen Linien unter allen Umständen zu l-alten und keinen Fußürert der wichtigen Stellung den: Feinde preisrngcben. Die dinriger: Verluste des Feindes waren,' reiner ver^eeiselten Gügeuwehr entsprccl)e:ü>, sehr scl-wer. Die Fcxmzoscm mußte:: schon :«üh kurzer Zeit eine frische für eine vom dantscl-err Feuer erledigte Division einschieben. Hierbei erlitten sie abermals schwerste Verluste. Die feindliche Insanlerie wurde von den deutschen Schlnä-tskiegern mir McffckMenMwehren und Bombenwürfen rrärkj'an: a ltgegriffen. IBic bei allen Kämpfen der Vorjahre, ha: England auch dics- n'itt .wreder seiiw Hil ssvölker an deit Brerarpunkten oev l;wven Westichlacht eingrictzt. So wurden von den b:s!)er als ElttetrtwPen sorgsam stellten iün' kanadischen Tivisionai,' vier, von Len fünj arutrarchZen Divil.:-'^'. ebennüls vier und außerdem !*> neusectLntüschr Avisivn i.i. de' ssro ct eingesetzt. — iDrese Elite truppen inußlen die de-iunerte:: englischen Divisiorcmü ablösen. Sie wurde:: meist in der Oleaenä) von Amiens, zum Teil auch in Flandern rücksichtslos in die Schlacht getcwrsen, wo sie sich mm in vergeblichen (he^iurngriffen verbluten inüssen. Berlin >30. April. Mit der Eroberung des Kvnnnettnasiios har sich die de::tsche B-esntc in der Westschlacht bis zum 1. Mai aus über 127 OOO g'ezählteiunverwundete Ge- s a n g c u c und m ehr als 1600 Geschütze gesteigert. Besonders eru-ähnenÄvert ist, daß die am Kemmel eingebcachte.l Gegangener: zum ganz üLeuoiegcnder: Teil den E l i t e 5 i v: s i o n e n der franzdsischen Armee angehören. Llnch die nach vielen -Lxrusen^m Mchende MaschüuTngSoehrbeiite ist wieder um einige Owtbert i>enndpt. Englischer Heeresbericht vvm 29. April abends. Nach eirrer äBesck-iisßnng von großer Heftig-; keit wurden .die ftmrzosischen und britischen Stellungen in der Gegerrd von Meteren bis zimr See von Zille b eke heule früh vvn starken feindliche:: Kräften l-estig angegriffen. Weitere Angriffe sich gegen die belgischen Stellurigen nördlich von Bpern. Tic Schlacht rjav voi: großer Heftigkeit »und entwickelte sich rchch an der gesamte:: alliierten Fvoi:t. Die'25 49. und ^21. britisch? Division sckchugcm alle feiMrchen Versuche,' :n ihre ^-lcUungen einzndrmgen, vollLmcncen gb und hielten ihre Lmic ttAxtz der lnnrnterbwa^unr AufeinwVerfölge entschlosse:wr Ä::- grcffe Kwi großer Stärke ohne Enrbnße. Die febrdlichen Verluste waren sehr schwer^-Weich- wurden d:'e französischen Stellungen w:> der: Höhen bei Sch^cpenbevg und Manttrvuge heftig angegrisfeit. 2er Feind wurde abgÄvielen. An einigen Punkte::, wo es der ^.Eichen Infanterie gelang, auf kurze Eittfenm^ nr die fran- roji>chen St-elllrngen einzudring«:, wurden sie -si>fiort durch Gegenangriffe vvn größere:: Stück Boden vertrieben, als der 'v-on! dem sic K':ktveil:g Be?ch ergriffen hatte. Muh crn der belgisch«^ Fwnt wurden alle Angriffe :mch hartem Kmnpf, bei dein dem 6-emd ernste Verluste Mgefügt »mrrden. nbgvwiescn. Tic Schlackst t«ruerl a:: verschrienen .Punkte:: län-gS der Alliierten Schlackst- sronlen noch arn. Vvn .der übrigen brilaschen Fwnt ist rnchts zu melden, anher der gewöhnlichen beiderseitigen ?krtillerieLätigkeit. vvm 30. Llpril mvrgenS. Eft: von den ffanzösischnr Truppe:: gestern uechmrttsF m:d abends ausgeft'ihrter erfalgrerchcr GegenangAff v-er- nneb Fewd von dein Rest ^des von ihm ioalwend des MorgcmS , dcÄe von Lv ke r . gewonnenem B-den-s und brachte eine Miz-ahl Gesarrgeir^ ein. Das erntä Dorf befindet sch in den Händen unserer Verbündeten Rach cftunn schweren Rrickschlag, 9 C}öent abe:w erlitt, verlief die Nwlst an deb nordl»hen Lchüulstfwitt verbättnismäßig.ruhig. Wir rückte:: unsere ^:n:e waprnoo der ^tncht Mich Vvn B ill er - B re to n n enn übrigen britische Fmant ist ausxer bettvrseitiger ckrtnlerretatigkert m gewrsker: Abschnitte!: nichts zu berichten tage Kemmelstellung nicht zu halten vermock)te, französrschen Volke vorenthalten. Das ist um so erstaunlicher, als der englische Heeresbericht den Verlust des Kem- mels offen zugibt. Der französische Heeresbericht kann allerdings seine Verheimlichung der tatsächlichen Lage an der Westfront ohne Besorgnis riskieren, da Clsmenceau die Veröffentlichung der Heeresberichte des englischen Bundesgenossen in Frmrkreich verboten Wachsender LebenS-.ittelniangel in,England. Bern, 29. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der englische Äbcns- mttkelloutrolleur Rhondda t'imdiglc an, daß mit hart Maus der cjeTttrnboi: Zucker- und Fleischkarten am 14. Juli km ganzeri Königreich persönlickrc Ratiouicrungsbüche-r eingeführt rverden mit Abschnitten für Zucker, F-lcischwaren und Fette, nämlich Butter, Mc.rgarirn und Schmalz, ivelch letzte lnsl>er nur in einzelnen Dczrrken, einschließlich -London bchövl'.-lich ziigateilr worden sind, lonne angeblich mit mehreren Seite:: für die Zuteilung bisher frei käuflicher Waren. Die „Times" nin:m!t an, daß hier besondere %e in Betracht komme, der schon vielfach in der Provinz z-.ig-tcilt wird. Tie ZN'a.igszuteilung von Brot ist nicht beabsichtigt. Rhondda erklärte türzlich, daß er sich nur im Falle der dringendsten G.stahr daz-u entschließen werde. Die Lage der Bootversorgung in England ergibt sich aus Sir Charles Bathurstts Rede vor de: Cnationaleu Landl:ga an: 17. Avril in Wsestminstcr,'in der er di: Nol wendig keil eines möglichst starken Kartv si elanbau es betonte, da das.Brot in den nächsten naun oder zwölf Monaten sehr wahrschernlick: größtenteils aus Kartoffeln bestehn: werde, man :nöglichn7weise das Getreidebrot ganz werde aufgebm ,^nd durch .Kartoffeln loerde ersetzen müssen. Bathurst bemerkte weiter: Jenseits :wn: K.rnal kämpfen wir mit de'm Rücken gegm: die Wffwi um unser Tasecn. Es ist möglich, daß die Kanalhckfen in Feinds frutb falle?:. Da frage ich mich, ob unser Larck'roirtsckmftspian so aufgestellt ist, daß :oir der ernstesten Lebensmitteln»)' gegenüber) treten können, die wir uns.überhaupt vorstellen können. Der englische Schiffsraummangel. London, 30. April. (Runter.) „Times" erfahren aus Buenos Aires, daß in einer amtlichen Mitteilung des .Harrdolsde?>arten:ents ans Washington '.nrnrißverständlich angedeutet sei, dgß Argentinien die in seine?: Häfen aufgelegte?: Schiffe^ in Gebrauch werde nebmen niüs- sen, da es sonst wahrscheinlich unmöglich fern tvei'de, Schiffs- ra::m für die Reise riach de?n la Plata zur Verfügrmg zu bekommen. Der frauzSstsche Bericht verschweigt den Fall des Kemmel»! Bern, .-iO. Aprll. Im höchsten Grade auffallend und bcmerkenÄvert ist, daß der amtliche französische Hee re s b er ich t bis zum 30. April noch nicht ein einziges Wort über den am 25. Avril er folg- B e r l u st d e s S ü g e l m a s s i v s findet. Da eL fran- zvsiichc Dwiswnen waren, die diese wichtige Söhl'njstltunq sur England gegen den deutschen Angriff verteidigen soll- z' l P r £l c des völligen Verschweigens der englischf- franzosischcn NuDerlage doppelt auffällig. Der französische Heere.'beruht n.bergehk die Niederlage am Kemmel mit Still- ffhwelgen ui cd spricht lediglich über die französischen Gegen- ongrffse sildltch der Somme, die bis ans unbedeutende, rein ort.cche Erfolge bei ungeheuren schweren Verlusten völlig eraeMr.olos 'oerlaufen Das Eütgeständnis. daß auch die ge- !. Ul'Mtc Zähigkeit des Generals Fvch die so ungeheuer wich- Die Politik Fapanö. London, 30. April. (Reuter.) „Tinres" erfahren aus Tokio: Misuuo wurde an Stelle Gotos zum Minister des Innen: ernannt. Goto wurde Motonos Nachfolger im Mini fterin?n des Aeußeren. Godo erklärt,'das. er an der Politik seines Vorgängers feschalte?: werde. Man. faßt diese Erklärung so auf, daß Jupar: zur Intervention bereit sei, aber daß es ein Ma?rdat von de?: Alliierten imb im übngen freie Hand fordert. Der Kampf in Finnland. Berlin, 30. April. (WTB.) Das si?rnrsck?ie Hauptquartier meldet: Wiborg ist erobert. Kopenhagen, 30. April. Nach einer ?Neldung des ftnnffchen Ha?rptqnartiers ist mm ganz Wiborg erobert. Der Fei?rd hält sich noch im weestlichen Teil von Sorivolo Aranihara. 6000 Revolutionäre versuchten sich einen Weg ?rach Frederiksham?n zu bahnen. Der Versuch wurde aber mit schwere?: Verlusten abgeschlagen. Durch diese?: Sieg hat das finnische Heer die letzte starke Wehr des Feiirdes gebrochen. * * * Hungerrevolten iu ZarSkoje Sselo. 1. Mai. (L.-A.) L>:er eingetroffene russffche Zeitungen berichten, in Z a r s ko j e S se lo fanden Hnngerrevolten statt. Am 4. April sammelte sich dort eine gewaltige Volksmenge und forderte eine Llendermig der Lebensmittelverwaltung. Am 5. April wurde in Zarskoje Sselo der Belagerungszustand erklärt. * * * Wirtschaftsabkommen mit der Nkraine. Wien, 30. April. (Prw.-Tel.) Aus den: Kriegspressequartter wird scmelfcet: An der Durchsichtimg des zloischm Oc.'wrreick)-. Iff^ari: und Deutschland eftwrseits und der ukraftiisehe?: Volksrepublik aT&ererfert* geschviseiwi: Mrtsck>aitsüRweinSvn:u:e^ haben dm:k ihrer eifrigen und gcichickte?: wicrschastlichkn Tätigkeit unsere :n der- U k ra : n e fte hen de u T r u p p e n h?mwrra^ 7 enden Antecl. Ter Opln-atimrsrnnrn, der ihnei: znftett umfaßt die frrü-eren Gonver?:en:ents Podolien, Cherson und J'ekaterinosläw ei?: Gebiet von 176 697 Qnadratkilomietern. Diesen lnächtigen Jianin haben unsere Divisimben ftr nicht ganz sechs Wochen unter großen Becoegnngsschwiei'igt'erlen, teittveise m:ch unter mtt lwMennsftschen Banden, durchschritten. Me großen Städte Odessa, NiL)la?en», Ehersin: und Iekawrftwftaw sind lvsetzt nur der B^crk Bachnrut l)arrt noch der Säubermig. Bald nach dem Gi?rmarich :n die Ukraffw loar M ervenwn, daß das Luü» be- trachtliche Ueberschnsse an Brvtfrü chten an diq Dtonarchie al^ugebei: vermag. Gleichartig zeigt sich icdoch auch, Vorräte große Sck>cGierigkeiten ivrotot wrrd An den Dcümen m:d Heevstraße?: ivurde nicht viel mehr gesnichen, als Trupps: zu ihrer Ernähruin? bedurfter: Der Srenljttnn des Boda^ har sich völlig zn der: Banen: auf dem ofsenen Lande wn-trvck^n. Hier sind die Speicher voll, doch dauert mc ^ l ' cn ' Mcxchen, bis :mstre Tr.wpan von HMrpttxrbM', drmge-n lwgrucker: konnten. Mfstnglick, Acigte sich der B,nrer wyr nnßMainsch und jedem Papöwgeld a1^e:veigt. Auch der heimCch Ha?wel war anfangs zcrrückhaltQ^, doch innrdc der cestr Wll.w- stauch bald nl^m?u?chen. We?n: sich ft: den letzten Wok^.r die Din v tag sich besseren, ist dces cor br»vLvdeulS mff^rcr bat , Wwieriger: DarhLtnisstm vvü-auf gewachsenen miliitärischÄr Ti>mst- «LÜleii der Truppen. Mit dem Erfassen der Vorräte ist jedoch erst die T-*aJbe 2Lrbett getan, sie müssen :u>ch viele Hjuudette von SlÜw Metern befördert werden. Dazu war zunächst die Wiederherstellung .der Straßen und Bahnen notto^idig. Die organisatorische Arbeit, diie Festimmg und Fül>rung des ganzen Betriebes, der heute schon 2000 Nlometrr umfaßt, fiel ausschließlich unseren Offizieren ,ond Truppen zu. Der Schiffsverkehr von Cherson und Odessa über das Schwarze Meer und die Donau ist ein geleitet. Durck den Wassertransport wird die Einfuhr beträchtlich gesteigert werden können. »Man kann überzeugt sein, daß die Arm« dflrch ihre Tätigkeit in der Ukraine der Nährungslage in der Monarchie manchen Zuschuß sichern lottd, und andererseits die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu zu der Ukraine möglichst den Boden ebnet. Kiew, 29. April. ilchch einer Meldung der Kiewer Zeitung ,Lietv-5laja W-psl" hat der nkrorniscki? Betkchrsmruischr für die BestkLeruag der für Sie Mittelmächte bestimmten 60 Millionen; Pud Getreide 6ie Erhebung der tcrrifnväßigen ^lbgaben an- gevrdnrt Die Kabinettsneubildung in Ungarn. Budapest, 30. April. (WTB.) Nach einer Blätter- meldung beabsichtigt Dr. Wekerle mit Vorschlägen zur Kabinettsbildung erst dann vor dem König zu erscheinen werrn er in der Wahl re form mit dem Grafen Tisza ernSir Kompromiß abgeschlossen hat. Beratungen hierüber werden jetzt gepslogeir Der Seekrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 30. ?lpril. (Amtl.) Im Sperrgebiet um England wurde der Handelsverkehr unserer Feinde durch Versendung von 2 8 0 0 0 BRT. schwer geschädigt. Den Haupt- mrteil an diesem Erfolg hat Oberleutnaitt zur. See Stein- dorff. Das von ihm befehligte Boot hat im 2lermelkanal allein sechs Dainpfer mit zusammen 23 000 BRT. versenkt. Alle Dampfer, darunter zwei Schiffe von je 5000 BRT., tkccen tief beladen und stark gesichert. Drei Dampfer 'rmrrden aus Geleitszügen herausgeschvossen. Es kann mit Siche cheit angev^ommen werden, daß mit den Ladungen der Versenkten Schiffe wiederum wertt»olles Kriegsmate rial in großen Mengen für den Feind vernichtet würde. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Stockholm, 30. April. Laut Stockb. Dagbladet ist der schwedische Lloyddampfer „Sofe" (35M-BRT.) voc Flamboroug Heul torpediert worden. Aus dem Reiche. /Die Benennung dreier Nheinbrücken durch de» Kaiser. Berlin, 30. AprU. (Amtlich) Seine Majestät der Kaiser richtete an Seine Kaiserliche H-oheit den &' ron- ,Prinzen folgendes Telegramm: ,Ms ist mir eilte große Fvevde. Dir mitzuteilon, daß ich heute befohlen habe, daß die Rhein-Eisenbahn brücke bei Engers, tvolche in großer Zeit erbaut, der Landesverteidigung wichtige Dienste leisten soll, d-m Namen Krvnprinz-Wilhelm- Vrücke führen soll. Die Verwaltung der preußischen Staats- «Mtbohuen, welche mir den Vorschlag gemacht hat, will dntxrrch dankbar Deinen 9kamen als Heeifführer verewigen." Die gleiche Ehrung ließ Seine Majestät der Kaiser dem ^neralseldmarschall v. Hin den bürg zuteil wer- den, rüdem er die neue Rheinbrücke bei Rüdesheim «mH ihnt benannte und dem Ersten Gsneralauartiermeister Krneral der Infanterie L u d e n d o r f s, dessen Namen die Nheindrücke bei Remagen tragen soll. * . Berlin, 30. April. (WTB. Amtlich.) Landrat v. Groote m Rhembach wurde zmn Oberpräsidenten der Rhein- Wrovrnz ernmrnt. preAtzischer rldgeordnr.enhLM5. 138. Sitzung. Dienstag den 30. April 1918, 11 Uhr. Am Müustertische: Ministerpräsident Gras H e r t l i n g . Dr Friedberg Drews, Hergt, v. Eisenhardt- RVthe. Tie Tribünen >'ind übersilLt. das Haus ist stark besetzt. Präsident Graf S chwerin-L öw i tz eröffnet die Sitzung um Wi Uhr. Zweite Lefrmg der Wahlrechtsvorlagcn. Lrf der Tagesordnung stehen die drei Wahlrechtsvorlagen ^ lSraf Spee (Ztr.) (zur Geschaslsordnimg): Ich lxw,trage. Gesetzentwürfe von der Tagesordimng abzusetzeu und die Betrug der Angelegenheit bis nach Frieveilsschluß zu vertagen. (Gvos^e Bewegung im ganzen Hause — Stürmischer Versal! rechts, lShatter Widerspruch links.) Ich stelle den Antrag durchaus aus acme Faust (lebh. Erregung). Ter Reichskanzler von Vtthmann- Vollweg hat seinerzeit im Wgeordnetenhause erklärt, daß dir Walst- ryoem erst nach dem Kriege erfolgen Nnne. (.Hört, hört! rechts.) «ich tu der Osterbotschaft wurde darauf hingeivieien, daß wxh Millionen draußen im Felde stehen, imd daß die Restirm im vaterländischen Interesse hinausgeschoben werden müsse. Wenn das Haus M M ammen steht, dann sollten alle Parteien zunächst das Feuer ^meinsam löschen. Wir aber strnteu hier über neue Einrichtungen des HauseS (.Zuruf links: Sie gießen Oe', ins Feuer! Wir müssen *ut& vermeiden, um die kraftvolle Einigkeit der geschlossenen Front Vach aul^n wrd rnnen aufrecht zu erhallen Ter jetzige Allgen-« buch wo wir den ungeheuren Existenzkampf führe" inüsscn, ist der beukbar ungeeignetste für diese Vorlagen. An der Front begreift «an !.ie verdammte Friedensresolution des Reichstags nicht (Große Unruhe lintz.) Präsident Graf Schwerin-Löwitz: Ein Antrag wie der T^^^nde gt kert langer Zeit nicht gestellt worden, ist aber in ^uheren Fallen vom Präsidenten zugelassen worden. Der Antrcig- also auch hier dis Recht der Begründung. ao ®* ,?e lZtr.) sortfahrend: Selbst wenn das gleiche Wahlrer'!: hier angenommen würde, so würk das ein Porrhussieg »m. Ich war draußen in der herrlick-en Atmosphäre kraftvoller «ampes'.tlmnnmg und bitte Sie, unserm Helden zu zeigen, das; Ww q\n einig sind. (Lebhafter Beifall rechts. Zischen links.) (Der «Ersitzende der Zentrumssraktion Dr. Porsch redet erregt auf den Abgeordneten Graien Spee ein.) Vizepräsident des Slgatsminlstcriums Dr. F r i e d b e r g: Der Bptioylag des Vorredners ist wohl für das ganze Hans, sogar für Parteifreunde, überraschend gekommen. Er hat aber auch «e Regierung überrascht. Der Vorschlag mag vvtriotisch sein, «er rch glaube nicht, daß seine Annahme einen prtriotischn Erfolg »mben würde. (Sehr richtig! links.) Jetzt eine stnerlich angekündigte «^lage w eute ganz unbestimmte und unabsehbare Zeit zurück'>n- «üen, würde den inneren Frieden unseres Volkes aufs tiefste «efähwen. stürmische Zustimmung tinfe. Große Unruhe rechts.) ^5 ^kg'e iung kann dafür die Verantwortung nicht übernehmen «niD kourd? die Annahme des Antrags mit den äußersten ver- «MigSmatzigen Ko-nseguenzen beantworten (Lebhafter Beifall linß uw im Zentrum, großer Lärm rechts.) Abg. Dr. Porsch fZtr.,: Die Annahme, daß der ?lntrag eurr Ueberraschung and) für das Zentruin sein würtü, trifft leider mcht zu. Graf Lpee hat den Antrag vielmehr in der Fraktions- ntzmrq angekündigt, ist aber einmütig und dringend gebeten wor- d^n. den Antrag zurückzustellen. Er hat ihn heute auf eigene Faust r P Mein? Freunde werden den Antrag daher ablehnen. (Beifall lmks.) nicht unterdrücken, daß der Präjtvünt dre Grenzen der geschäjts- ordnungsmaßigcn Begründung des Antrags soweit gezogen hat, daß der Antragsteller von der verdammten Fricdensentschließung des Reichstags hat jprechcn können. (Zuruf links: Unerhört!) Was den Antrag selbst betrifft, so hat der Antragsteller das Satirspiel vor das Drama gestellt. (Sehr gut! linksDer Antrag ist ein Hohn auf die Krone (Stürmischer. Wideffplnu rechts, lebhafte Zustimmung links), ein Hohn aus das Staaksministerium und ein Hohn auf das Land. (Stürmische Zustimmung links.) Wir werden über den Antrag namentliche Äbstinimung beantragen Präsident Graf Schwerin - Löwi tz: Ich bitte, meine Handhabung der Geschäfte keiner Krittk zu unterziehen. Ter Antragsteller hat sich durchaus im Rahmen der Begründung des Antrages gehalten. Abg. Lldvlf Hvffmann (U.-Soz.): Ten Grasen Spee sollte nur» für ferne Leisttmg iin Herrenl-aus beisetzen. (Unruhe rechts.) oder mcrn sollte ihn einem Pshchbater zur Untersuchrmg. übergeben. (Großer Lärm und Pfuirufe rechts, Ordnungsruf des Präsidenten). Während seiner Siede machte er den Eindruck, als ob er ohne Nachtruhe direkt ans dern Offizierskäsnro gekommen wäre. (Lärm rech Pfuirufe, Ordnungsruf des Präsidenten). Wie lange will sich die RIgiermrg noch auf der Nase herumtanzen lassen? Wird dcr^ Antrag aitgeniornmen, so würde ich Die Kämpfer km der Frvnl aussordern, bis zur Einführung des gleichen Wahlrechts den Kampf einzustellen. (Großer Lärm und Pfuirufe rechts, Zuruse: Hinaus! Fns Zuchthaus! Landesverräter! Präsident Graf Schwerin-Läwitz: Wegen dieser dir Gefühle des Hauses und des ganzen Landes tief verletzenden A-uße- rungcn rufe ich Sie zum dritten Male zirr Ordnung. (Beifall.) Ztti bitte, die Vorl-a:rdlangen nicht in diesem Tone zn führen Ich habe überhört, daß Gras Spee von einer verdammten Rrichs- tagsrejvlution gespwchi-n hat. Ich nruß diesen Ausdruck als verletzend für einen Teil der Reich.^agsabgeordneten rüg^.'N. Auch ich bin von dein Antrag des Graten Spee überrascht uwrden. Mg. Hirsch-Berlin (Svz.): Wenn irgeird etwas dam B- Ve daß bei Annah.nc oeä Antrags noch huute, spätestens aber mi rgen das MgvordneienhaLs aufgelöst wird. (Beifall links. > Mg. Tr. Loh mann (natl.): Wir werden geschbstsen gegen den Antrag des Gra'en Spee stimmen. (Bestall .) Graf Spee mußte sich bei ruhiger Ueberlegung saeeu, daß die Regiermig geradezu vcr- plichtet war, die Annahme seines Antrags mit ier Mslösung des Mgeordnetenhauses zu beantworten. (Sehr richtig! links und im Zentrum.) Wir bedauern anßln-ordentkich, daß durch b\e Rede des Abgeordneten sHosftnann die Würde und der Ernst dieser Stunde kies chevabgedrückt woweu sind. Graf Ssve ist von der Verantwortung für diese bedauerlichen Vorgänge nicht frei. (Beifall links und im Zentrum. — Wioerspruch rechts. > Mg. Dr. von .H e y d e b r a n d (kcnrs.)Der Antrag Graf S"pe Hut unS überrascht. Vieles von dem, was er gesagt Hut, deckt 'ich mit unserer Auffassung. Indessen sind die GegeNiurräude nicht außer allst zu lasi>' . und dal-er beantragen wir, die Sitzung auf eine Sttlnde zu vertagen. Mg. Brütt (freikons.): Wir schließeir uns dein an. 9l!bg. Dr. ^ P-a ch n i cke (F. Bp): Die VeranlloorLuug des vstoasen Spee ist so schswuch daß er sie kairm ivlro ttagen können. (Lall)en rechts.) Mg. Dr. Porsch (Ztr.): Da eine große Partei den Wunsch nach Vertagung ausgesproll>en hat, glaubcar wir, nicht w^sp(ell-en. zu sollen. Der Antrag mrs Vertagung für eine Stunde wird mit beit Stimmen der Konservativen, Freikonservativen und des größteni Teils des Zentrums angenommen und die Sitzung darauf u'.n^ 12i/t Uhr unterbrochen. Wiederaufnahme der Sitzung. Präsident Gras Schwerin eröffnet die Sitzung um l Uhr 20 Minurten. Tie GAllzsiftsordlrungsaussprache über den Antrag des Grafen S-pee wird fortgesetzt. Mg. Lüdicke (ff.): Die bisherigen Verhmrdlungen haben bewiesen, eine tvie grriße Schuld die käniglillZe Sdcmtsregieru'.ijg mit der Eiopringunu dieser ^wla>ren auf säch j^eladen !>ll (S'ür- misllLr Beifall recstä., große llnruhe links und tm Zr.). Währe cd die Augen ganz Deutsch'.ands nach Flandern gerichtet sind, spielen 'ich lster svlll»e Vorgänge ab. Tie Verantwortumt hierfür trägt wiederum die loniglüh.' Staatsregierung. (Zustirnnrung rellsts, Widersprull- links). Vi;eprüside:tt des Königliill>m Stantsuvinisterium s Tr. Friedberg: Ich mich Verwahrung dagegen entlegen, wenn der Äbg. Lüdicke den Mut gefunden fvtt, von einer Srft.lld der königlichen Staatsregierung zu sprell^n. (Z:mste rellsts. Große Unruhe). W hantelt fa!) lster um fine vvni ganzen Volk gentünschte Reform. «Wideffpruell relltts, Beifall links.) Mg. von Hehdebrand (kons.): Ich kann dem Mg. Lüdicke rlcht llnrellst geben. In dieser schtvercn Zell sollten innere Zlvie- PäUigseiten ^vermieden >werden. Wir würdigen den Patriotismus >es Gvafen Spee, aber die Mehrheit meiner Fveunde muß feinen Antrag ablelmen. Brzepräsibeill Dr. Friedberg: Der Abg. Hevdebrand hat ich im wcsentlichm die Vtrlvürse de^s Abg. Lüdicke zu eigen gemacht, während er dalli di: Sll» llo daran trägt, daß jahrelang die Wahl- refvrni in diesem Ha.lle verhindert wvödcnr ist. (Stürmische Ent- rüsttmgSrufe rechts, lebhafte Zustimnrung links). Abg. Adolf Haffmann (U.-Svz.): Es ist richtig, draußen weht ein anderer Wind als hier, er wird sich zum Sturm entfachen und Sie für alle Zeiten wegsegen. Abg. Graf Spee (Ztr.,: Wenn auch mein. Antrag abgelehnt werden sollte, so war es doch meine Pflicht, ihn eiwznbringen^ Vielleicht voinmt die Regienrng und das 5derrenhaus noch darauf zurück. Abg. Dr. Pachnicke ^Vp.): Angesichts i^er veränderten Sachlage ziehe ich meinen Alntrag auf nmnentliche Abstimmung zurück. Mg. von He yde b r a nd (kvns.): Dann nehmen wir selbst den Antrag auf iranientlichc Abststnnrung aus. sBeifatl vellsts.) Es folgt die namentliche A b sti m m u n g , nachdem Präsident Graf Schwerin wollt einige geschäftt-srdunngsmäßigc Bedenken geäußert, die. Dr. Porsch (Ztr.) unter Himveis auf einen frülieren Fall in den 70er Iiahren zu entkräften suchte. Hierauf wurt»e ->er Antrag Graf Spee in namentlicher Abstimmung mit 333 Stftnmen oegen 00 Stimmen abgelehnt. Darauf wird in die sachliche Wstbrndlun-g eingetreten. Dic Absitordnktc'hgu-ftmrlgste. Es finbet Mnälls'i eine allgemeine Aussprache statt. Nach §1 ist ftidcr Preuße wähl berechtig.ß <>er 2o Jahre alt und seit wenigstens drei Jcklwea s natsan geh orig ist. §2 stellt ben Ausschluß von der Wählbevochtch tng fest. Nach §3 der Kominissionsfassmrg hat jeder Wäh'ei eine Gnr ?;■ in me. Ferner fi-ll o Zusc tzs'iil:'/M möglich auf Grmvd d^es Ledensalb rs unh der Zahl d»er erivachsenerr Kinder, des Dcrm im ns, der selbständig n Erwerbstätig seit, der Schulbildung und des öffeLtlick-ea Dienstes. stin Antrag Dr. Lahmenn (nl.i will ein Zwei stimmen recht einsübren. Danach Tllen. felbstürdige Personen in allen Berufen und Beain'e, ->ie Jahre im Dienst sind, soloie Arbeiter, die inech- rllch'. Jahr? cruf ei.:er Stelle sin>, eine Zusatzstilnui-e erhalten. Tie Regieru-g(ver.age hat bckauntlich das gleill>e Wi-chlrecht mit einer Stimme vorg-'sehen. Reichskanzler Graf He r t! in g nimmt sogleich das Wort. Ministerpräsident Graf v. Hertling: Meine .Herren, auch nach den Vorgängen der heutigen Sitzung mit ihren lebhaften Erreguirgen gebe ich die Hoffnung nicht aus, daß eine Verständigung über dic Wablvorla.Te möglich ist Mir haluni gesehen, imc stark innerl>alb dieses Hauses aus allen Seiten, das Gefühl der Verantwortlichkeit ist, und diese Verantwortlichkeit muß dazu führen, unbedingt jetzt zu Aner Verständigung zu gelangen. tBeisald Der Artikel 3 der Fassung Ihrer Konim'.ssion ist für dir Staatsregierung nicht annehmbar, wie sie wiederholt erllärt bat. Dell gleich? gilt von dem gcnwß gutgemeinten Anttage des Abg. Lohmann, der aber auch auf ein plntokratisches Wahlrecht hinans- läust, das in heutiger Zeit gcm^ unmöglich ist. Wir können «nach diesem Kriege nicht die politischen Rechtl- nach dem Einkommen uil 6 nach dem Veruwgen bemessen. so:cheür eS muß heißen: Abg. Dr. Pachnicke (F. Vp.): Ich kann das Befremden Gleiches Recht für alle. In allen Üändern ,epeil wir das Streben nach dem allgemeinen gteillLN Wahlrecht, ja in vielen ip rnaa 'bedrulend über das in der Vorlage enthaltene Wahlrecht schon hinausgegangen. Preirßen kann sich deshalb nickst länger von dem gleich.'n Walstreckn ausfllstießen. (Sehr richtig! links.) Es ist mÖA» hrf), gewisse Sill)erungen an zu bringen, um die oefürcchelen allzu ' wntgel-enden rao.kalen Iwlgen abzuwehren. Wie ich höre, sind noch Anträge vorbereiret, die diese Sicherungen verstärkeir sollen. (Hört, ) hört!) Es ist aber wünschenswert, daß wir jetzt bald zu einer (£nk- illieidung kommen, um diese Frage aus der öftenttichen Erörterung endlich auszuscheiden. Es ist dringend wollmmdig, in unserm Bol^ die Einmütigkeit, die es in diesem Kriege beioiesen hat, zu er- i-alten. Deshalb müssen auch in der Wahlrellstssvage allzu weitgehend^ Gegensätze zurücktreren. Jetzt suw wir noch in der Lag«, die Zusagen, n>elck-e geg-rben werrden sind, in Rr:l)e einzrllosen. Tun wir das aber nicht, so ist es möglich, daß die Verwirtuchnng des clllgeinenien gleichen Wahlrecksts in Preuße:: sich unter großen inneren Erschütterungen vollziehen wird. (Hört, hört!) Das gleiche Wahlrecht lVimnt! Es kommt, loenn nicht hntte, so doch in absehbarer Zeit.- (Sehr wahr!) Ich bitte Sie, Ihre Hand zu irinet Verwirklichung zu bitten. (Leohafter D-eisall links uns im Ze-ttr^m.) Mg. Dr. v. Heydebrand (kons.): Auch wir teilen den Wunsch nach emer Ver^Lägmrg. ^boer wenn nicht eurnval der t-jcdc inrtwnallibeoale Antrag ausrepch, um die Zustimrmoig der R-igierung zu ftnidm, so bliebe (zeit a.nderer SBicg, ars ernfach diq ^Regierungsvorlage anzauredm-en. (Sehr richtig! rechts.) Der hauptwig des Äätnisderpräfrc,ente7n, im ganzeii Lcur>? werde das allgemeine gleül)? Mu-lre.'gewünsllst, kann ich nicht beipflchrru, > dem Grunde nichc, rveil eft: großer Ten ^er Wähler wvch im Fcl e steht. Wir siuo durchaus davon überzeugt, daß d,is gegenwärtige Wchlrecht veformvechrftig ist. TesprLo bin ich er> >-ttintt, daß lirir der Vizepräsident Tr. Friedberg vonoirft, vch l.nrtte bisher die Reform verhindert. Er Ixet l-ierbei die nötige staa!bmänn.s.lre R.che vermissen lagen. Das vvrgeschla-7-?ne Wabl» roch: ocgthncogt mir die rntterem S.n.ide, sogar der Mitttlnnnd nnro beiseiie geschoben. Tie Berhälttnsse in den MnzMmck«: liegen ganz anders als im Reiche, ^das die Wehrpslickst hat und lie indirekten Steuern se>ioie die soziale Gffetzgebcmg, alles Trug- au demm jedermann OeteUigt ist. In Preußen werben die Hauplln. nur von wenigen getragen, und di« .Bnndesslianten haben hohe tul» tnrelle Ausgaben und gmsst eigene Staatsbetriebe. Edve Gleickx machcrei ist ftet nicht angenoacht. .Es ist auch nicht richtig, bcg der Krieg die Einftchcirng des gleichen Wlahilrecbis fiorden. Auf alle Fülle müßten wir wissen, wie die Kriegsteilnehmer selbst sich '>azu Kcücn. Ich sehe Beine lvettere rveserttliche Veränderung inrck» m.-ses W'chlreckst, als daß wir hier minderer, s 120 Sozial- domo traten haben Ob es dann möglich sein wird, dis lllliorische Politik Preußens fortzuschen, zun: Beispiel m der Ojcmark, erscheint mir Flvaisethaft. Tie Loiifessöcniellen irnd kill- lnrelleu Güter, die christliche Grundlage unseres Staates müssen wir für unsere Kruder aufrecht ttijciten. Uc r er die Osttnarken hat sich der Mi,ristertmäsidemt «rusge. schnckegen. Wem: die Osttnarkenpolttik nickst auf d-ersrlbein Grund' luge beruht wie bisher, könnet: wir sie lieber ganz aufgebcm. De» deutsch nationale ElZarakvr Lxs Osteirs ist eine NrottvendigKit. 'chlch nstr sehen ein, daß auf Grund der beremberten Verhältnisse ellv.rs Neues gesck^isfen wnda: muß. Das Wahlrecht muß sich ad-r d?r Gliederimg der c ärgerlichen Gesellschaft mrpasseti. Uns ist es gleicö ob dieser oder jener Minister fällt, oder ob das Haus a-:sqr- löjc nlllD. (Lebhafter Beifall.) J>n solcher Periode der Gesckstchte Preußens gibt es für uns icich.s anderes, als unsere Uedrrseuguug. (Beifall rechts.) Vizeprcffidcntt des Stacttsminist'erinms Dr. Friedberg: Die slbecheriing hat stets mklärt, daß sie im'eüttrgt cm der Forderung des gleichen Wahlrechts fest hält. Dr Mm 1 sterpräside? tt hat bereits darauf hingelviejen, daß durch gewisse nerfassungsanüßige Mittel manche an sich unerwünschte Folgen des gleichen Wahlrechts beseitigt werte:: können. (Lachen rechts.) Ich bedauce außerordentlich daß die k.mse.-vattve Partei alle V-rffiche, die Fvage so zu lösen, grarnd-" satzlich abgelelptt hat. Wer:n die Regier.mg in solch schrvfser Weise wie von: Llbgerrdnetm Lül-icke angegriffen wird, ist meine Erre- lgarng wohl berechtigt geiveson. (Zuruf vecksts: Sie sprachen nickst als Minister, sondern als ?lbg«ordn«ter' Sckmll> davon. c»ß die Walstreckstsfrage jetzt zur Entscheidung Eimrat, trägt nicht die Re- ffiorwig, sondern die Partei«»:, die ftÄlyr eirie lldewirn verhindert haben. Der Träger der Krone ist ganz selbstoerständkich in den Be rattmgen, die der OsterlwtsckZaft vgch der JülBotschaft vorarigängen, übln- alle diese Dinge in ausführlichster Weise '.mterrichtetj wvrderi. (Hört, hört! links.) Bei den Beratungen im Ausschuß habe ich mich deshalb ganz selbstverstch'plich auf dies, Botschaften berufen kömien. Tie vom Mg. v. 5xydebrmlli gv-> kcklßerten Bedeiik-m sind nicht neu; richtig ist, daß unter dem gleick>en Wahlrckckst das ^lbgeordnetenhans eine andere Zusammen,- setzuiig erfahren )mrd: das wird aber mich bcrm Pluvalwahlrecht der Fall feilt. In bet Ostmarken Politik wird die R»^ierung Mittel und Wege finden, um es bei dem bisherigen Kurs zu belassest Der nuöoritative Chaoakter des Staates, die ^Monarch: s'.che irnd christliche Gruardlage »vettien durch das gleiche Wüttrecht m-chi ge>- fälirdck i^siderspruch rechts), das beweisen uns die Verhältnisse in Süddentschland. Was vor dem 11. Juli 1917 möglich »var, ist es nach diesem Tage nicht mehr Man mag an der königllchen Botschaft deuteln, wie man will, es ist in ihr ein RegrerimgsProgramm aufgestellt, das die Ntimster auszuführen fjaben. Tiefe EirttvicS- llmg ist nicht mehr auszulmltei:. Herr,: v. Heydebraiid kann ich als uiipartciischen Mwäger nicht a,',erkemie.n. Tas beste Mittel zur Bc'rulstgrmg würde eine baldige Verabschiedung der Vorlage stttr. (Beifall links :rnd im Zentrum.) -Auf ^lntrag des Abg. Dr. Porsch (Ztr.) wird die Besprechung voii 8 1 inid 8 3 verbunden. Abg. Dr. Porsch (Ztr.): Wir werden unfern Standpankr .in der dritten Lesung eingehend begründen. In der zweiten L,-simg wird ein kleiner Teil meiner Freiinde gegen das gleiche Wahlrecht, die große Mehrheit aber dafür stimmen. Ans Antrag des Mg. Dr. Lohmann' (mttl.) vertagt das Haus die Wetterberatung auf Mittwoch 11 Uhr. — Schluß 4 Uhr. Aus Kier 1918 weiterverlünger:. — In den 9bnInstand wurde versetzt am 17. April 1918 der v>efangeilenaufsel)er am Landeszuchthaus Ntarienschlon A> ses Bardo Bodcnröder auf sein 'Nachsuchen unter Aner- ^ kemruna seiner treuen Dienste mit Wirkung v»om 6. Mai , 1918 bis zur WiederhersbeUung seiner Gesundheit. ** Auf eine fünfundzwanzig jä hr i ge Tä tifl / feit in dem Unternehmen, das heule als Mitteldeutsck)e t Credilbairk (Filiale Gießen) sich eines steigenden Ansel)ens j erfreut, blickt l-eute Herr Direktor AlbertHeichelheim zurück Er trat vor 25 Jahren als Prokurist in die Bank- sirma Heichelheim ein, um beim Uebergang dieser Firma in die Mitteldeutsche Credilbanck ani 1. April 1906 die Leitung oer neuen Niederlassung zu übernehmen. Die hiesige Aneig.- slelle ist unter seiner Führung durch Eröffnung einer griffe § reit Anzahl Depositen lassen und Agenturen in den angrenzenden Bezirken zur. jetzigen Ausdehnung gebracht tvvrde" ** Nähgarnverteilung. Das den Familien mit 3 oder mehr Personen auf Grund der ausgegebenen Näh-« garnkarten für das 1 Vierteljahr 1018 zustel)cnde Näh-4, garn ist den anttlichen Verkaussstellcn übenviesen worden. | (Siek Bekanntmachung. ** Wäsche-Verteilung Die Reichsbekleidungs. stelle teilt demnäck)si Wäsche für Frauen und Binder ztr. W Näheres siehe Anzeigenteil. ** Seifen - Verbrauchsregelung. Auf Grui:d dcr Bckauutm,:r!v: ncj des Reichskanzlers vom 9. April 1913 Der eine c-nmaj'ge Sonderzuteilung von L-^-Seife sind für du' d^tadt Gießen Bestimmungen erlassen worden, oic tnt l.eutugen Anzeigenteil einzusehen sind. ** Grasversteigerung. Die Stadt Gießen läßt Dien v ! a n b ? n 7. 9. a i unb M ittwoch den 8. M a i b- I -Nutzungen öffentlich meistbietend versteigern. (Siehe Betanntmachnng.) ** Holz öe rsteigerung. Montag den 6. Mai d. I. werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Abteilungen Hain gesbo den Nr. 14 und Müblberg Nr. 47 .Holzmengen versteigert. Siehe Bekanntmachung. ** D i e S t ü ck e d e r s i e b e n t e n K ri e g s a n l e i h e der bei der BezlNsjparkasse gezeichneten Beträge bis 1000 Mark können dort in Empfang genommen werden. (Siehe Bekanntmachung.) ** D i e b st n h t. Am 30. d. Mts. wurden aus einem Keller eine.- Kaufes m der Goelhestraße vier Flaschen Waldmeister ^rn alt. drei Gläser eingemachtes Fleisch, vier Fla,chen Wein, ein Stück Speck (etwa 6 Pfund), ein Stück geräuchertes Fleisch (4—5 Pfund), 4—5 Gervelalwürste, und aus einem Schlafzimmer eines Hauses der gleicheu Straße Elue ^ame;- 1 ila-Uhr mit l eingliederiger silberner Kette ge- ftohlen. Ais L mer lommt offenbar ein Bettler in Frage, der um die fragl. Zeit die dortigen Bervohuer heimgesucht hat. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Ktimiual'polnei entgegen. Oesterreichische und ungarische Kriegs- a raphik lin frankfurter Kunftgewcr be-M useu in In Kn cm ™ ~ - - - - [an nt.gegeben. - /Uir, Freiheit und Vaterland, ^«rm^an. 1. Mai. ictrb Pwres.or Tr. W. Goetz ans Leipffg mi pnri.enb? über „Tgutsch-rnd und seine Zukunft", sprechen. Siel?e Äugige. häufe und Gehäuse teile von Kontrolle RegNtriee und Schr«ibkafsen. Am 1. Mai 1918 ist etne B ' ' “ G eine BWä nit-.nachung Nr. M. 1400/4. 18. K. R. A. in gekrme '. durch welche 5fchLuse und Gehäuseteile von Kckntvoll-, A glitrier- und Schreibkassen ans Kupfer oder KUPferlegiernngeii (Bronze, Messing, Rotguß, Tombak) be- sMamiahmt werden. Alle Besitzer von Kassen mit (Miäufeu *!* bis zum 15. Juni Meldung an die Metall-Mobil - Berlin SW48, Wilhelm- straße 20, ,’.ii erstatten Meldekarten iverdeu den meisten Kassen best.gern zugestellt: sie sind bei der Metail-Mobil- machuiia- stelle auzl'svrdern, iverrn sie bis zum 31 Mai nicht eingegang^i sind. Die Be-nnpnng der Kassen ivird durch die Beschlagnahme nicht berührt, dagegen ist der Verkauf, die Bermwtuag oder- Verleihung irut mit Zustimmung der Metall-Mottlmachung^stelle zulässig. Erjatz für die später zur Enteignung kommenden Gehäuse wird durch Vermiti- luna der M tatl-Mobilknachnngsstelle rechtzeitig beschafft tverden. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in der Heu- ttgen Nummer dieses Blattes einzüsehen. hessischer Handelriammertag. Aiainz, 1. Mai 1917. Die Hessischen Handelskammern hielten am 26. d. M. unter dem Boriitz des Herrn Geh. Kommerzienrats Dr. Bamberger, Mainz, eine B^reterbesprechung ab, der von der Groß- üerzoglichen Regierung Herr Fuianzminister Dr. Becker, Miilijterialrat Dr. Wagner und Ministerialrat Tr. Hell - lül 9 beiwohnten. Ich Bezug auf die Arbeit s k a m me rit nai>m man emsttmmig eine ablehnende Stellung ein. Lbeii- q 1 K a v^’ man sich einstimmig gegen die Auchebung des v i o 3 d e r G e w e r b e «o r d n u n g aus. Zu der bevorstehenden Revision des K r ie g s w u cher r echt s schloß man sich den Anträgen des Präsidiums des deutschen Handels tags aii, die aus eine Klärung der Rechtslage und eine größere Rücksichtnahme auf die Verhältnisse des Wirtschaftslebens hrnzielen. In der U e be r g a n g s w i r t s cha f l vertreten die Handelskammern die Vorschläge der Vereimqnng süd- westdeutscher Handelskammern. Gleichzeitig befaßte man sich mit dem Entwurf einer Bekanntniachung betrefseud die UebergangÄuirtschaft im Tex tilge we r lie und nahm nach, eingehenden Erörterungen folgende Erklärung einstimmig ,,.Tic- §)es-stch,7n .Handelskammern haben mit großer Be- sargi is von o?m Entwurf einer Bekanntmachung, betreffend Regelung her u e b r rgangs wir tscha f t für das T ex- tilgebiet, Kenntnis gen'omineii, durch welch- für das ganze Gebiet dieses großen und vielgestaltigen Gewerbes neue zentrale Zwangsorgainsatimieu mit iinbrstmimter Tauer eingerich N werden sollen. Sie erblicken ia einer solchen Regelung, di? für vEre Grw ubsziv-ekge virbildlich, sein soll, eine große PHfahr sur das ge fairste Wirtschaftsleben nnd erheben die Forderung, daß die freie W'rl.chast, auf deren (Äundlage allein der Volks- Wohl jtand wieder cr!-arken und gedeihen kann, nur insoweit urrd solange emgesckitränft lverde, als es für beu ücbergang von der Kriegs- zur, Friedenswirtschife unbedingt nötig ist. Zn oies'em Zweck bedarf cs aber nich neuer Qrganisatiauen, sondern es isrud dafür die bestchendeir KAegrorganisatimien ausreichend und berufen." Hierauf fand eine grundsätzliche Aussprache über die neuen Steuergesetzentwürfe statt. Zur Steuer aus Bier kamen Wünsche einzelner Brauereien zur Sprache Die Wein steu er fand tn ihrem Aufbau Zustimmung. Gegen die einheitliche Schaumwein st euer von 3 Mark hatte inan keine Bedenken unter der Voraussetzung, daß bei Herabgehen der jetzt abnormalen Preise eine Verringerung Aussicht zu nehmen ist. Große Bedenken erweckte die Erhöhung der Umsatzsteuer von 1 auf 50/00. Der Erhöhung der P 0 st g e b ü h r e n nnd B örs e n ste u e r n stimmte man im allgemeinen zu, ebenso der Ge n 0 s s e n s ch a f t s - fte^uer und dem Gesetzentwurf über die Steuerflucht. Letz^c 2Ictcbr'ict)tett» SK’r iiaicf(c Beriebt öcr Keere'lcrtrrng. (WTB.) Großes Hauptyuartier, 1. Mai. (Amtlich.) W e st l i ch c r Kriegsschauplatz. In Flandern lebte der Feuerkamps in den Abschnitten von Loker und Trarweter zu größerer Heftigkeit auf. Frisch in den Kampf geworfene französische Kräfte verfrühten ver^ gevlich gcgen Dranoeter vorzudringen. Ihr mehrfacher An sturm brach in Unserem Feuer zusammen. Auf dem Schlachtfelde beiderseits der Somme führten wir erfolgreiche Erkundu?rgcn durch. Vorstöße in die feind l;chen Linien südwestlich von Nopol und iwer den Oise- unn A sne-Kanal bei Varesnes braclrtcn mehr als 50 Gefangene ein. * An der übrigen Front nichts von Bedeutung. Osten. - Finnland! In verzweifelten Kämpfen versuchte der Feind unsere Linien nordöstlich Tavastlhus und bei Lahti zu durchbrechen. Unter fchwersteu Verlusten wurde er zurück gesckckagen. Finnländische Truppen haben die Festung Wido rg genommen. Ukrainer in der Krim haben Theodosia kampftlo- besetzt. Der Erste Gencralguartiermeister Ludendorff. Die Lag? im Westen. ^ V e rl in, 30. April. Am 29. April 11 lU^r vormittags ver- snchie -ein feindliches Gesehwaoer am Kemmelberg die deutsche L u f t s pe r r e zu bn r chb r echcn. Nur drei Flugzeugen gelang es, hinter sie deutsch? Linie zu kommen, wv gi>> liegendes Flackfener^und ein? derannahend? deutsche Jagdstaffel sie zersprengte. Sie tauch'en in dem Schutz der tief hängenden Wölken «unter und machten lehrt. Der Kampstag des 29. April ist dadurch besonders bemerkenswert, daß einige schwere sAndliche, Batterien, um die Mittagszeit an mehreren Stellen deutsche Lazarette beschossen. In Maestm wurde durch.feindliche Granaten ein durch das rote. Kreuz weithin erkennbarem Lazarett geschäoi^. Auch bei Wulsckaete lstelt der Fein) .den Verbandplatz eines Feldlazaretts dauern) imtec Feuer. Ta u?eder ^Truppen, Kolonnen, n^d\ Batterie,iAlungtm sich in der Nähe des Verbandsplatzes oesand'.m K Zweifellos erwiesen, daß der Feind absichtlich gegen unsere L'anrrütsemriichtungen vvrgmg, -obwohl dies Gebahren im offenen Gegensatz '.u den Grundsätzen de5 BSlkerrecki.s und der Mensw- lichkett steht. Tie deutschen Aerzte und pas Pstegepers-onal erfüllter;, trotz des schgveren Feuers in unerschütterlicher Rübe und treuer Pslrchlerfüllung ihre Aufgaben der Barm her-igleit. Die rote Fahne der russischen Republik in Berlin. Berlin, 1. Mai. Tie kaiserlichen russischen Ad l er sind von dem Gebäiche der rirssischen Botschaft in Berlin gfflern her unter ge holt und die rote Fahne der russischen Republik aus dem Dache aufgezogen worden. Freitag nürd die Bots-ckast von den Russen wieder bezogen,werden. Die Erhöhung der direkten Steuer in Sachsen. Dresden, 30. April. Die fachst sch? Regierung hat dem Landtag entern Nachtragsetat Kugeheu lassen mit Vorsck)läaen über eine Erhöhung der säch isä--m Steuern. Tanack> sollen die ck-rund- steuer um 100c'0, die Ergär^nngssteuec (Vermögenssteuer) um 200° 0, die Einkommensteuer bei Einkommen von 16 000 Mark ah wachsend bis 100°,0 .erhöht werden, welcher Steuersatz bei den En;kommen von 200 000 Mark erreich- ivird. Tie Aktiengesell- ichaften usw. sollen das Eineinhalb fach' des Steu'rbetrages der physischen Personen bezahlen. t Ganz plötzlich und unerwartet erhielten wir die ueslraurige Nachricht, daß mein lieber, einziger. liossnungSooller Sohn, unser uuver- geglicher, treuer Bruder (U1325 Schütze Heinrich Brsmer Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5 Inhaber des Eisernen Üreuzes II. Masse am 22. Avril durch einen Liolltresfer nach' dreimertel,adriger treuer Psstich'crsstrlung rm blubenoen Alter von W'/r Jaliren fein junge-. Leben hat lagen müssen. In tiefem Schmerz: §rau Katharine Bremer Ww. KafJj. Brömer, öchwester Ulorg. Brömer, Schwester nebst allen Angehörigen Treis a. d. L., den 30. April 1918. Wiedcrseh'n war seine und unsere Hoffnung. 8ri-asali!eihr- - DkrMcrungs-Antrag!! werden noch bis zum 15. Mai er. eutgegen- 3129 genommen. Gkükklslüllk»! A. Arghlilli, Gieftll, Nord-Anlage 31. Telephon 20U. Holzpasiteffeln Hclilang! mit starken Kunstleder- und ©toffblartcnt in Größe 16—31 liefert i»'den Posten zu Fabrikpreisen omo Sau'err Ware! Pa^j| Sappöit Saubere ^are! }1«agdeüi?rg, Krügerbrücke 1a. Vertreter geRnclit, Decken Sic obren Bedarf rechtzeitig: -*£8 Pension Eran;ü, üögen 3äuo 22 2 !lli'.riseFÄp.t»?;s-a.Ldslli?t!8e!» Sietzener tza,rstmeii-Verei!i. i CZEEeED Die Schuhflicklehrstube! ist für einige Wochen SCNchIo»!Hen. TSR Die Abgabe von Leisten und Material erfolgt wahrend er .kn,ü' .out«, und Donnerstag, nachm von 3-7. Uhr. »N der Dverreattchule. ?ckminer Nr. 12. ^ 8-^ttem3r-sVodg., pari-, Laltou, eingerichl. Bad, Helßwasser. Linoleumböden > usw., t. l. 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Kompagnie, Pionier-Bataillon Nr. 8 Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse nach mehr als 3jähriger, ununterbrochener Pflichterfüllung im fast vollendeten 25. Lebensjahr den Heldentod fürs Vaterland erlitten. In tiefem Schmerz: Lehrer Aug. Eberhard und Frau 35 « 7 d Walter Eberhard, z. Z. im Felde und alle Angehörigen. Kinzenbach, Dutenhofen und im Felde, den 30. April 1918. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. Verwandte», Freunden und Bekannten die .ichrnerzliche Mitteilung, das; eS Gott den; All mächtigen gefallen har. am Montag den 29. Avril nachmittags 6 Uhr. unser liebes Töchterchen und Schwesterchen Marie nach kurzem schweren Leiden cur fast vollendeten 3. Lebensjahr, zu sich iu die Ewigkeit zu rufen, x Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie lücorg Spengler Familie ♦?. W. Jung Familie Job. Spengler I. B ' Ä Klein-Lindeii, Lützellinden, den L Mai l&lfi. W Die Beerdigung findet Donnerstag den 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerbause, Huner- gasse 8, aus statt. 01329 ToseS-Auzeige. Gott hat eö gefallen, unser mnigstgelieötes Kind, Schwesterchen, Enkelchenund Nichtchen Katharinchen nach langem, schwerem Leiden im Mter von 5 Jahren zu sich zu nehmen. G Jn tiefem Schmerz: Familie Krau- Familie F. Pfeift. Londorf, Schmalkalden, 3V. Äpril 1918. DieBeerdigung findetMittwoch, 1. Mai, nachmittags 4 Uhr statt. 0 1305 ■ Es gibt ein Leid, das fremden Trost nicht duldet, Una einen Schmerz, den sanft die Zeit nur heilt. Todes-Anzeige. PlötzHohund unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass mein innigstgoliobter, herzensguter Mann, der liebevolle Vater seiner 2 Kinder, unser unvergesslicher Schwiegersohn, Bruder, Sdhwager und Onkel Krankenträger Rudolf Holmeiin Änh. Infanterie-Regiment 83, 3. Kompagnie am 14. April in den letzten heissen Kämpfen sein hoffnungsvolles Leben im Alter von nicht ganz 27 J ähren lassen musste. In tiefem Schmerz: Fra« I. Holmelin und Kinder Familie Joh. Martin GesebwiBler HolmeHn Fsmiiie Karl Martin nebst allen Verwandten. Giessen. Bremen, den 30. April 1918. 01312 W m Toraladd. National ! habe keinen Zweifel, daß die sich immer starker entwickelnde Sparckixtft und Opferwilligkest des deutschen Volkes sich auch weiter gläu«end bewähren wird. Wühreud der ganzen Dauer des Krieges und bis in die allerjüugfte Zeit habe ich stets meiner Ueberz«»gung dahin Andruck gegeben:, daß Deutschland finanziell uiü) wirtschaftlich den Krieg jedenfalls länger Mdshcclten werde als ftder seiner Feinde. Düsses arbeitsamste, gedankenreichste und .1 s ^,1 t-s nX( ot i -.i TV» f 5Rf(irf»+/>oFiifi( organisattonÄfähigfte aller Völker, dieses von tiefstem Pflichtgefühl Volk,dessen ^beseelte und von höchstem Staatsbelvußtsein getragene Spar- und Firran-kvast mit jedem Jaln des Krieges nur höher »nächst, wird die Lasten des Krieges, und seien fie noch so schwer, leichter träger und schneller wettmachen km men als irgendeiner seiner Gegner. Zn dem gewalttgerr Erfolg der cdcl^tocu Kriegsanleihe hat neben dem Pflichtgefühl und der Opferwilligkeit unseres Vdlkes auch diesmal wieder die immer feiner ausgestaltete Werbearbeit «außerordentlich bevgetragen. In allen Schichten und Kreisen sind Lmnderttausendc freiwilliger Deller erslarideit, die die Werbe-, arbeit von,H«us zu Hftus. vver Dsrftm zu Persou trugen. Wieder haben alle BermiMwvgSstxlleir sich hvrgebend in den Dienst der Sache gestellt, hat die gesamte deutscl?? Presse, Schriftlei tungcüj und Verleger, haben Bühnen und Lächsspieltheater, die Verwal-> tn'.Lgsbelwrdcn in Stadt und Land und imj regsten Verein mit ihnen die Bertrauensmän: ^ d« ^ Werbearbeit unermüdlich und opferwillig cftfilhrt und tzunchzEdet. — Ihnen allen, die bei -dieser Werbearbeit ntttgelMfen, nwchte ich auch heute wieder warmen Dan? sagen. Aber nicht nur in dem Zeichnungäergebuis überragt diese Anleihe alle früheren, sondern auch in her Gruße nnd Schnelligkeit der Vin-ahbWsesr, und das spricht cuu deutlichsten fttr die Stärke der deutschen lvtrtsch,aftliä>en Kraft und für die gesunde und girrte Berfassung des Geldmarktes. Am 27. d. M., dein ersten PslichtzahlirngÄtage, bis zu den 30 Poozsnt von den Zeichnungen, einyr^ahll werden sollten, warerr nicht weniger als 12 710 Million neu, d. i. 86.07 Pvo-ent des gesäurten Zeichaurrgsergebuis ses — ftüfltnt 80,27 Pvosent bei der siebenten .und 76,40 Prozent bei der sechster Anleihe — tatsüäiilich bereits emgezahlt.. Für das Wachsen der deictsllsen Spcrrkrxfft ist es bezeichnen^, daß auf die Hilfe der DarlehnMrsseu für Krmgsanleihezroecke immer weniger zurück-, ttogrtficn wird. Für die achte Anleihe imcrdcm bis zürn 23. Aw.il rrnr 56 Millionen Mark Darleherr entmnnman, d. h. nock- nicht Vr Pwzent der bis dahin «ngezahlten 12 210 Millionen. Für alle acht KriegÄrnlecheii laufen bei den DarlehnsKassen nur noch 762 Millionen Mark, d. h. nur 0,9 Prozent aller Einzahlung l. auf die Anleihe n. Aus 3kabt «nd €cm&. Gietzen. den 1 . Mai 1916 . Mai! Der Mai ist »r«ver da! Wdrm auch noch zum lieber^ g«rng vom unfreundlichen, nassen April ein frischer Wind, ler frösteln macht, über die Felder streicht, ttx'int auch noch hie und da düstere, schwere Wolken das Blaue des Himmels verlagert imd dicke Tropfen an die Scheiben klatschen, so ändert das doch nichts daran, das: der Mai wieder kcmrmt, daß mit ihm die warme Sonne wieder voll ihre belebeirden Strahlen spielen läßt nnd daß die :r*u-vw. |iu;i uu. .yruiiufju. Ter Winter ist überstanden, der Borftühling hat f>te Menschen ahnen lassen, was mit dem Wiedererwachrn der Matur kommen »mrd, und .mm fichtüttet der Mai, der Lenz- und Wonnemonat, sein reiches Füllhorn über die Natur aus. llnzählige Vollsgevräuche find mit dent Maimonat verbunden. Durch alle Sprachen nnd Länder des europäischen Kontinents, in Vers und Lied ivird der Mai-gefeiert. Für Gießen als Musen fürdt denke man nur an dre Mmkneipen der Studenten, den Salanmnder beim Fackelschein unr Mitternacht mit dem gemeinsamen Gesänge des Liedes „Der Mai ist gekommen". Adan erinnere sich auch der Dichter, die die 'Lchonhertan dieses LerrMonats besangen: Heilte, Anastasius Grün, Lchessel, Richter, Dickens usw. Selbst Darrte fand schon in seiner „Göttllch'en Komödie" die herrlichen Worte: Wie hold der Mai in lauen Lüsten naht, Als Herold der erwachten Morgen helle, Mft Blumerrdüfterl sä-rwängench jeden Pfad. Im .Kindermund lebt der Mdnat in allerlei Reimen, und der Bauersmann hat seine Bauernregeln. So sagt man u. a.: Cs ist dem. Mai so gut, er schneit dem Schgjser ans den Hut: Wenn im Mar t>ic Bienen schwärmen, toun der.Bauer vor Freuden lärmen; Kühler Mai gibt guten Wern urH vieles Heu; Aus nassen Mcri Kommt Irvckner Juni herbei; Marregeir aus die Saaten, dann regnet's Dukaten; usw Cs gibt wohl kaum einen Monat im Jahr, mit dem sich T«ytung, Vollsaberglarrbe. Vvlkssitten rrnd -Gebräuche so xikr- gehend beschäftigten »oie mit dem Mai. So uxn es nnd wird es bleiben-tvoß bn lastenden Zeit, trotz Krisen, dem Wechsel A-vischen -vo) nnd Leben »rnd dem dlustaucheir neuer Ger»erationen. Cs gibt aber nur einen ?Nai im Jahr,, und »oie l-evllich er sein kann, davon wird sich jeder überzarigen, der mit hellen Augen nnd mit Freude am Schönen, ohne grämliche Verbitterung in die Natur schaut. Tie alte Redensart „Den .Mri muß man nehmen wie er Kommt, und >uen,l er zu,Meihn-nchjberl käme" hat stets Geltung, denn nochmals — es gibt mir einen Mai im Jahre. —m. ** Aus^eichnurrg. Untevosfizün: Karl Euler von hier erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Im Besitze der Hessischen Tapferkeitsmedaille ist er bereits. ** Dieb stähle. In letzter Zeit sind in hiesiger Stadt folgende Diebstähle vorgekommen: Am 29. d. M'. wurden aus einem Keller iu der Landgrasenstraße 6 bis 8 Dosen kondensierte Milch, ein Topf eingekochte Butter und eine Flasche Grva, in der Nacht zum 29. April 1918 an dein hiesigen Bahnhof ein Fahrrad Marke „Atlright" mit der Fabmknummer 292 250 nnd der Polizeinumnrer blaues 0 605, und tu der verflossenen Nacht ein Geldbetrag von 285,40 Mark enttvendec Sachdienliche Mitteilungen rnmmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Achtet aus deu Raps g lauzkäfer! Bei seinem Mosieuauftreten bildet das kleine Käserchen in seinen grünlichem Metallglanz> eine große ^Gefahr für unseren Raps. Der .Mer zernagt die ^noch geschlojjenen, wie auch die schon geöffinters Mikterl, u>nd das Weibchen! legt seine Eier emzetn an die Kiwspen nnd schiebt sie unt der Spitze des 5sinterleibes bis an den Fc u äst knoten hinein. Die aus dem Ei nach etioa einer Woche ausgehenden Larven zerstören dann die ganze Mitte oder Scl)ote: nackidem sie sich im Aumverpnppt l-aben, er'äMNt darm im Juli die zweite Generatton. die yaSa dann den 'Sommer über aus vielst Pflanzenarten schädlich bemerkbar macht. Ein wirkßnnLs Einschreiten gegen den Schädling ist schtver. Der Latrdtmrt sielst den lierrlichen, gellen, duftenden Blüttisfl-or seines Rrwsfeldes da Hinschi oinden und Kann nur tvenig dagegen tun. Spritzmittel find nicht gut amocndbar (Sn Abfangen der Käfer ist auch nicht gut angängig. Man hat schon den Versuch geniackst imd auch dcrniit Erfolg gehabt, daß Knaben ant Vormittage und ge^err Mxmd die blühenden Pflanzenreichen von der Seite her in cm imtergohkllenes nafte Netz abschüttekten unds sv ttne große Menge der Kcher einfingen. Wenn du- Schaden zu groß ist, ist es am ratsamsten, die^ Stengel zu verfüttern und den Acker mit Tickivurz oder Herbstgencüse von neuem zu bestellen. Mmtlicher Teis» > Xi>^nrv«jBKacne ,*ÄäBL"vc:-' - \wj.wzi Nr. M. 1400/4. ia K. R. K, betreffend Veschlagnahme und SestandZ- erhebung von Gehäusen und Gehäuse- teilen von Aontrol!-, Negiftrie?- und Lchreiblaßen. Vom Mai W8. N chstehende Bekonntmacluing wird auf Ersuchen des Königlich Preußisck-en Krrvgsminifteriums hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht tnit dein BMiierKen, daß, soweit nicht nach den allgemeinen! 'Strafgesetzen höhere Strasan verwirkt sind, jede 'Zuwiderhandlung gegen die Beschlag nähme Vorschriften nach §6*) der Bekanntmachung über die Sick-nsttllimrg vv:i Kriegsbedarf in der Fassung vom 26. April 1917 (ReichisÄesetzbl. S. 376) und vom 17. Januar 1918 (Reichs-GesetzA. S. 37) jede Zuwidcchan.dltmg gegen die Näelde- pflicht nach §ö**) der Bekanntmachung über Austtmftspflich. vom .12. Juli 1917 (Reichs-Gesttzbl. S. 601) bestraft wird. Auch kann der Betrieb des Handelsgewerbes gemäß der Bekanntmachung zur Fernhaltung uuzenen Lagerbücher einzurichten oder zu führen mtterläHt, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten rrnd mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder niit einer dieser Straftn bestraft, auch köilnen Vorräte, die verschwiegen worden sind, im Urteile als dem Staate verfallen erllärt werden, ohne Unterschied, ob sie dem Ajuskunftst- pflicktigen gehören oder nicht. Wer fahrlässig die Amsklmft. zu der er aus Grund dieser Be- kaunttuachung verpslitchtet ist, nicket in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, oder wer fahrlässig die vorgeschriebercen Lagerbücher einzurichten oder- zu führen unterläßt, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark l'estraft. *) Demgemäß erstreckt sich die Beschlogrmhnw auch auf Gegen^ stände in kirMichein, ittfttschem, Kointnunalem, Reichs- oder Staatsbesitz. Landkreis Gießen. *_* Röthges, 30. V p il. Musketter Willi W inn, Inhaber des Eisernen Kreuzes, erhielt die 5scssische Tapi'crllitsmedoille. ** ,Wiescck, 30. Apr.l. Laudsturmmann Kreisstraßenwirt Kreiling erhielt die Hessische Tapftrkeitsmedaille. ' Kreis Schotten. 8 Hartmannshain, 30. Tlpril. Musketier Ludwig Luft starb dm Heldentod. § H e r ch e n h a i n, 30. April. Ersatzresecvist Heinr. Adolph siel im Westen. ** La u ba ch, 30. April. Leutnant und Komp.-Führer Ernst Bohn wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klafft ausgezeichnet. Starkerrlmra liuD Nheiniressen. r Darmstadt, 30. Apttl. Das gestrige 5. Konzert der H o s m u s i k unter der Leitung vorr Fäft v. Weingartner brackste zum Vorttag: Die 4. Siiffonie in G-Dur von Gustav Mahler (Gesangspartte Frau Schelper), das Klavierkonzert in D-Moll von Bra hms (anc Klavier Frau Frieda Kwast-H odapp aus Wien) und „Der Veirusberg" von Richard Wagner, eine nachkompouieNe Szene zu Tcnmhäuser. Weingartner, der nach mehrrnonottger Abwesenheit zum ersten Male w'ieder am Drri- gentenpult erschien, wurde mit begeisterter Herzlichkeft begrüßt und durch zahlreiche Hervorrufe gefeiert. Hessen-Nassaü. X. Kassel, 30. April. Dem Kommimallarrdtage des Regierungsbezirks Kassel ist eilte Vorlage des Landesairsschusses ülftr die Errichttmg einer gemeinschastlickjen Lebensversicherungsanftalt des BezirksverbandeS für den Negierungsb^irk ^ Kassel und des Bezirks Verbandes für dcn Recrierungsbezirk Wiesbaden mrter dem Namen , & essen-N assaui s che Lebe ns Versicherungsanstalt" zuoegs argen. Das Geschästsgebiet soll sich auf die Provinz .Hesftn-Massau und das Fürsterttum Waldeck ersttecken, die Tüttgkeit am 1. Oktober 1918 beginnen. In der Begrurtdung der Vorlage wird auch darauf k)(.ngewkesfen, daß nach den eingeleiteten Verhandlungen der 5) in zu tritt der drei Provinzen des Gro ß herz oÄtums Hessen als weitere Strftungskörperschaft nicht ausgeschlossen erscheint. I Darm stad t, 1. Mai. Die Strafkammer verwarf die Berufung einer 15jährigen Fabrikarbeiterin in Offenbach, dke vom dorttgen Schöffengericht tvegen Diebstahls zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden war. — Eine andere Jttgendlrche cmtz Groß-Steinheim, wegen Diebstahls rechtskräftig verurteilt, Heck vor dem Sck-öffengericht ausgesagt, daß sie einen Teil der Beute ihrer Schwester gegeben habe. Jetzt widerruft sie diese Aussage, imd die Schwester, eine 22jährige Fron Rhein, die in erster Fnstorrz wegen L)ehlerei verurteilt war, mußte nunmehr trotz starker Ver- dachtgründe freigesprochen werden. — Der HÄnngt begr«Äytc 18jährige Gärtner Nikolaus Blickhahn von Urberach stahl vor seiner Musterung einen Geldbetrag von 169 Mk.; er konnte ihm bis aus 20 Mk. wieder abgenommen werden. Urteil: 9 Monate Gefängnis. — Der 64jahrige Hans Matth. Bergmann autz Hausen wtcrde wegen Schleichhandels mit Lebensmitteln vom Schössertgericht zu 3 Wochen' Gefängnis verurteilt. (& behauptet, er habe die bei ihm gefundenen Lebenswittel Vorräte ftkt den eigenen Bedarf gekauft und erzielte Freisprechung. — Wege» W ä s ch e di e b st a h l s aus eiucm verschlvsseuen Garten erhält die Ehefrmt Anna Bau mann aus Kelsterbach 4 Monate Gefängnis. Neeinischtes^ * Leipzig, 30. April. Als neuer Zweig wird der Leipzig« Muslermeffe eine Baumesse angegliedert werden, und zwar erstmalig 25.—31. August 1918. Die Baumeffe wird sich erstrecken auf Herstellung, Vertrieb und Verarbeitung jedweden Bau- und Wvhnbedarfs, auf die Bauausfiähruug urcd Baugestaltung. * von Richthofen Nachkomme des „Akten Dessauers". Unsere beiden FliegerhÄden, die FretDnrenj Maufted und Lothar v. Mchthofen sind, wie das Unhalttschü Herzogshaus, dcachkommcn des Fürsten Leopold von Anhald-Dessau, des „Alten Deffauers". Ter beideit Guoßrmttter nänckich war ein« geborene v. Bevenhorst, und diese die Enkelin des . War Dessauers", aus Lassen natürlickpr Berbindumt mit Jjol-anwr'SüpGe Soeldnet'. Das hat sich der Ersnider des eisernen. Ladestoc^ und des Gleickstritts bei der preußischen Armee wdhl nicht geträuntt. als er vor 200 Jahren den Franzlosen Diouai und Aire abnahin, daß ernst Nachiommen von ihin dort in der Picardie imd in Flandern den Fre.uizown und Engläu.dern ru der Lust zu Leibe gehen werden Metall-Mobilwachimgssbelle, Berlin SW 48, Wilhelmsrr. 20 m* lässig. § 5. Meldepflicht. Tie von dieser Bekanrrtmach ing betroffenst Gegenstände 1) ttuterltegen einer Meldepflicht. Die sind durch den Besitzer zu nrel- M^stng l-at an die Metall-?Nobilniachuiigs''tLlle, B«- lru E 48, Wtlhelmstr. 20, bis spätestens zum 15. Juni 1918 5 il erfolgen. Meldekarten werden den .Kassenbesitzern zugestE Ialls eine sollte nicht bis zum 31. Mai eina-bt. sind Vordruck für die Meldung bei der Ncetall-Nüobilmach^ugsftellc unter Anaccke der ^druckimmmer Bst. 2022 b posffvei auzufordeun. Die Anforderung soll aus Postkarten erfolgen und ist init deutlicher Unterscknut und genauer LDresse zu versehen. Für jedes Ge, Hause r st et ne besondere Meldekarte aus zu füklen. Ttese darf zu anderen Mitteilungen als zu der Beantwortung der gestellttn Fragen nvckijt verwendet werden. 8 6 . Enteignung und Ersatzbeschuffung. Wegen der Enteignung der beschlagnahmten Gehäuft auö Spar, metall ^erfolgen besondere Bestimmungen. Sie wird erst nach Sick«> stellung des Ersatzes, . fiir den die Ntttall--Mobiünaü»m-aS^lle ^orge trttgcn wird, erjvlgen. Rückfragen über die Mftserrm» und Eriatzbe,ck)jaMp^ erübrigen sich daher vor BekamttgLbe dZ Zeitpunkts für die Ablieferung. 8 7. Anfragen und Anträge. Alle Anfragen und Anträge, die die vorsfth«tde Bekaurttm^, Ä o\' 20, -,n rafecn, mit Nrr )öneirfvuuw „SBetr mt Sto gifirierfnifcn" M verseh.ii und iÄrfen andere gel-egmheiten nicht behandeln. 8 8 . Inkrafttreten der BekanntmachulLg. Tie Bekanntmochi-.mg tritt mit denr 1. Mcki 1918 i» Kraft. Frankfurt (Main), den 1. Mai 1918. Der Komwandierendc General: Riedel, General der Infanterie. > Mainz, den 1. Mai 1918. Der Gouverneur der Festung Mainz. Bausch, Generalleutnant. B e t r.: Wie oben. ZU den Oberbürgermeister zu Gießen. Großh. Polizeiamt Gießen und dre Großli. Bürgermeistereien der Landannrln-- _ . den des Kreises. Jnd^n wir auf vorstehende Bekaunttnack'tuug des stellvorttv ttndQt Generalkounnan.d^'s des XVIII. Llrmeelorps von heute wnweisen, becuntragcm wir .Sie, von dem 3ailnli ixwftld« dcn • l 103ttü or al ÄVimtnid M geben und die Bck.natt 2 u.ckAm« nt Ihrem Amts-KM.mer Zur etwaigen Einsicht offen zu leykn. Gießen, ben 1. Mai fi918. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dt. Usilnger» Polbsbund für Freiheit und Vaterland -'- Ortsgruppe Stehen - 3294 D Oeffenflfdie Perfammlung Samstag den 4. Mai, abends 8 l U Uhr, im Saale des Betels »Fürfienftobi 6 s wird fprechen: Barr ProL Dr. Walter Sostz aus Leipzig Ober: Deuffdiland und feine Zukunft Spätefte Anmeldung kür die Disbufficnsredner: Freitag abend bei ßerrn Profellor Bouffef. zu zahlreichem Beiudi ladei ein Der Porlfand der Ortsgruppe, Nieren- End Harn kranke verlangen ira eigensten Interesse Werbe- und Brunnerischriften frei durch die Verwaltung des Kgl. Bayr. Mineralbades Brückenau. Kgl. Bayer. Mineralbad. Verpflegung I Eisenbahnlinie Flieden-Jossa-Gemünden. gesichert. 15. Mai bis Mitte Sept. | Lokalbahn ab Jossa. 831038 Spezialbad für Harnleidende, seit Jahrhunderten medizinisch bekanntes Stahl- und Moorbad. WPPn^7PP flllpllp ffegen Nieren und Harnkrankheiten, Stoffwechselkrankheit., Ei- nölilJlZiül lUuliu weihverlust, Steinleiden. Harnsäure, Gicht usw. Stahlqneüa erprobt gegen Blutarmut, Frauen- und Nervenkrankheiten. Sianberyer Quelle geg. 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Di Kri-gsanleihestücke nehmen wir aus Antrag in Aufbewahrung und Verwaltung; auch stehen fetter- und l' cb cs sichere Schrankfächer unter Sclbst- versrlilus; der Mieter zur Verfügung. Gießen, im pi i: 1918. 3327 O Bezirtssparkasse Gießen. '■Kcrsisfiflimtit Zur Rustbolz-Dc-steiaernu-: in der Königlichen Ober» fintcrci Krofdorf. Ti '»Jcborc Und bei Lv) 7 und 8 nnf .!♦» Itaummetcr abzugeben, nlfo nicht aus je Zentimeter, wie es in der gestr en 'In.;elge tniolge eines Druckfehler? beißt. HeLzversteigernng. Sa - Stag den 4. Mai vorm, um 9 1 /, Uhr anfaugcuv, kommt im Södeler Gemeindewald nachstehendes Holz zur Versteigerung: Eichen« Stämme 1. Kl. 1,3ö Fstm. 21 Fichten-Stämme 8,56 Fstm. 2. „ 7,05) „ 6 Kiefern-Stämme 3.19 „ 3 . „21,15 „ 458 Stück sichten-Derbstangen 4 . „37,12 „ 379 Stück Fichten-Neisstangen b. „34,18 „ Buchen-StÜmme 6. „ 23,31 „ 1. Klaffe 1,40 Fstm. 2. „ 3,54 „ 3. „ 10,36 „ Zusammenkunft am Eingang des Waldes aus der Straße Södel-Oppershofen. Södel, den 29. April 1918. Großh. Bürgermeisterei. I. V.: Hensel. 3830 Holwustösikuinsi ber Stadt Gicsjkii. Montag de« l». Mai 191'-;, vormittags ÖV. Uhr beginnen-» werden in den Waldungen der 'tobt Wicijcn in den Abteilungen Haingesboden Nr. 41 und Mühlberg Nr. 47 im Bezirk des ForstwartS Brück-Rödgen meist- bietend versteigert: 2K dim. , ganze Jahr. 3320B Gieften. den 30. Avril 1918. Der Oberbürgermeister. I. B.: Krenzien, Beigeordneter. Seifen Berbrauchsregelmig. Auf Gvuitd der Bekanntmachung des Neichskanzlers vom 9 April 1918 über eine einmalige Sonderzuteilung von K-^.-Seife wird für die Stadt Gießen folgendes bestimmt: ^ 1. Im Monat Mai d. I. dürfen ausnahmsweise außer der anf Grund der Seifenkarte rustündiqen Menge r^ernseise von 50 Gramm für den Monat weitere 50 Gramm K-J-Seife abgegeben werden. 2. Ter Verkchifer ist verpflichtet, die Abgabe cmf dem Stamm der Seifenkarte inrtcr dlngabe des Datums mit Trnte oder Farbstcmpel zn vermerken. Zn>.üderhandlungen gegen die Bestimmungen der Ziffer 2 werden mit Gefängnis bis zu 3 Monaten od<^r mit Geldftrase bis zu 1500 Mk. bestraft. Gießen, den 30. April 1916. 3325B Ter Ocherbür-.znmleisler (Lelvmsmitlelamt). Nähgarnverteilung. Das den Familien mit 3 oder mehr Personen auf Grrmb der ansgegebenen Nähgarukarten für das 1. Bier-- tetjafrr 1918 zustebeirde Nähgarn ist den amtlichen Ver- kcnifsstellen überwiesnr worden. Das Nähgarn ist gegen Abgabe der' Nähgarnkarte tn derjemgen Verkaufsstelle abznholen, in der die Bestellung erfolgt ist. Die Abholung des Nähgarns muß brs zum N. HToi l. 3- geschehen; über nicht rechtzeitig! abgeholtes Nähgant wird anderweit verfügt. Tie Verkaufsstellen haben die in Empfang genommenen Nähgarnkarten bis zum 15. Mai l. I. im Stadt. Lebensmittel amt, Zimmer Nr. 8, in verschlossenem Briefumschlag unter schriftlick>er Angabe der Zahl der abgelieserten Karten und der nicht abgeholtcn Garnrollen abzugcben. Die Bezugsberechtigten haben keinen Anspruch auf Lteferung des Garns in einer bestimmten Farbe oder Nnmmelr. Tie Verkaufsstellen sind jedoch verpflichtet, Mnnschon der Bezugsberechtigten, soweit möglich, zu ertt,prechen. Ter Kleinverkaufspreis ist anf 0,33 Mk. ftir die Rolle Nähgarn zu 200 Meter fest-gesetzt. Das den Gewerbetreibenden (Schneidern, Schneide- rrnnen und dgl.) und den Anstalten für das 1. Vierteljahr 1918 zugeteilte Nähgarn ist noch nicht eingetroffen; cs wird buljer später verteilt werden. Verfehlungen gegen obensbehende Vorschriften mtter- ltegen den rn der Bekanntmachung der Reichsbekleidungs- stelle vom 19. Januar 1918 iiber Nähqarnvertcilnngs enthaltenen Strafbeslimmungen; außerdem Haben Ber-, kaussstellen, die gegen vorstehende Bestimmungen verstoßen, den Ausschluß von weiteren Zuteilungen zu gewärtigen. Gießen, den 30. April 1916 3316B Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Wäsche-Ver eiluug. fLie Reichsbekleidungsstelle teilt demnächst Wäsche für Frauen und Kinder und zwar Frauenheiuden zum Preise von etwa 8,75 Mk., Frauenbeinklcidcw zum Preise von etwa 8,25 Mk. zu. Wäschegeschäfte, die sich an dem BeMg zu beteiligen beabsichtigen, haben Bestellungen bis spätestens 5. Mai !. 3. unter Angabe der Zahl der gewünschten 5xmden und Beinkleider dem Stadt. Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 8, schriftlich oder mündlich zu machen. Gießen, den 30. April 1918. 3318B Eer Oberbürgermeister (Lebensmittelarnt). Bekanntmachung über eine Anbau - und Ernteflächeuerhebung im Jahre 1918. Auf Grund der Verordrrung des Reichskanzlers vom 21. März. 1918 über eine Anbau- und Ernteslächen- erhebung im Jahre 1918 und der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern vom 8. April 1918 gleichen Betreffs (Kreisblatt Nr. 40 vom 17. April 1918) wird für die Gemarkirngen Gießen und Schisfenberg, folgendes bekarmtgegebcn: I. In der Zeit vom 6. Mai bis 1. Juni 1918 werden sestgestcllt: Tie Anbau- und Ernteflächen beim feldmäßigen Anbau von: 1. Weizen: a) Winterfrucht, b) Sommerfrucht. 2. Spelz, Dinkel. Fesen, Emer und Einkorn (Winter- nnd Sommerfrucht). 3. Roggen: a) Winterfrucht, b) Sommerfrucht. 4. Gerste: a) Winterfrucht, bi Swnmersimcht. 5. Gcmeyge aus den Getreideart.'u 1—4. 6. Hafer. 7. Gemenge aus Getreide aller Art mit Hafer. 8. Körnermais. 9. Sortstigen Getreidearien (Buchweizen, Hirse). 10. Hülsenirüchten. I. Zur Köntergewinnung: 3 ) Erbsen uird Peluschken, b) Speisebohnen (Stangeit- und Buschbohnen), c) Linsen und Wicken, 6) Ackerbohnen (Sau- imb Pferdebohnen), e) Lupinen, f) Gemenge aus Hülsenfrüchten aller Art, e) Gemenge aus Hülsenfrüchten aller Art mit Getreide; II. zur Grünfuttergewinnung (Hülsenfrüchte aller Art, rein oder im Gcmcitge untereinander oder mit Getreide); auch Lupinen zum Unterpflügen. 11. Oelsrüchten; 3 ) Raps und Rübsen, b) alle übrigen Oelsrüchte (Mohn, Leindotter, Senf, Sonnenblumen und andere). 12. Gespinstpflanzen (Flachs, Lein, Hanf, Nessel und- andere). 13. Kartosscln: 3) Frühkartoffeln, b) Spätkartoffeln. 14. Rüben- und Wurzclfrüchten: o) Zuckerrüben. b) Rrtnkel- (Fittter-) Rüben, o) Kohlrüben (Steckrüben, Bodenkohlrabi, Wruken, Tolschen), Totschen), d) Mohrrüben, Möhren. Karottert. . 15. Gemüsen: 3) Weißkohl, b) alle sonstigen Kvhlartcn, c) Zwiebeln. d) alle sonstigen Gemüse arten (Spargel, Topttranv- bnrs, Schwarzwurzeln, Mairüben. Z^ote Rüben. Sellerie, Gurken mtd arrdere). 16. Futterpflanzen zur Grünfutter- und Heugewinirung: 3) Klee aller Art, Luzerrte, auch mit Beimischung von Gräsern, b) alle sonstigen Futterpflanzen (Seradclla als Hauptfrucht, Esparsette, Mais und andere) auch in Mischung. 17. Sonstigen Gewächsen aller Art (Hartdelsgewächse) sÄrassämereien, Hopfen, Tabak, Zichorien, Korbweiden imb andere), foitric bte Bewässcrungs- uub andere Wiesen, die gesamten bestellten und nicht bestellten Ackerflächen und die Weidestddjen. II. Tie Erhebung erfolgt unter Zuziehunb von Sachverständigen und Vertrauensleuten durch Befragung der Grundeigentümer und Bewirtschafter. Jeder, der Land in den Gemarkungen Gießen imd Schisfenberg v e r * pachtet oder sonst zur entgeltlichen oder unentgelt-^ lichen Nutznießung ausgegeben hat, ist verpflichtet, ohne jede weitere Aufforderung bis spätestens am 6. Nlai auf dem Stadt. Lebensmittelamt, Zimmer 7 — insoweit noch nicht geschehen — schriftlich oder mündlich anzugeben: 3 ) Tie Namen seiner Pächter (Nutznießer usw.). b) Tie Grüße der einem jeden derselben vcrpaästeten. oder sonst ausgegebenen Fläche. Diejenigen, die eine zusammenhängende Fläche in Tkeineren Stücken an verschiedene Personen zur garten- mäßigen Nutzung für ihren eigenen Haushalt abgegeben haben (Schrebergärten, Lanbenlolortien oder ähnliches), braitchen die Namen der einzelnen Pächter, ddutznicßcr usw. nicht anzuaeben. Es genügt in diesem Falle die Angabe der Größe des so ausgegebenen Landes und der Zahl der Pächter, Nutznießer usw. III. Jeder Inhaber eines landwirtschaftlichen Be-> triebes oder Benürtschafter einer landwirtschaftlich be-> stutzten Fläche hat in der Zeit vom 6. Mai bis 1. Junr auf Behagen des Stadt. LebenSmittelamt^s oder einer von ihm beaufttagten Person mürtdlich alle Angaben über die Nutzung seines Landes, insbesondere über den Anbau von Fetdfrüchtcn zu machen, deren das Stadt. Lebensmittelamt zur Ausfüllung der Zählliste bedarf. Er ist verpflichtet, hierzu einer Borladimg des Stadt. Lebensmittelamtes zum persönlichen Erscheinen, lzu folgen. Betriebsinl-aber, die (^ruridstücke außerhalb der Gemarkungen Gießen und Schisfenberg bewirtschaften, haben die Angaben — und zwar für jede einzelne Gemeinde, in der solche Grundstücke liegen, besonders — bei dem (Stabt. Lebensmittelamt schriftlich oder zit Protokoll zu erklären. IV. Das Stadt: Lcöensmittelamt und seine Beauftragten sind befugt, zur. Ermittlung richtiger Angaben über die Anbau- und Ernteflächen die 6-rundstücke der zur Angabe Verpflichteten zu betreten, Messungen vor- zunehmen, sowie die Geschäftsbücher der Bewirtschafter' eitrzuseheu, auck) hinsichtlich der Größe der landwirtschaft- lickMt Güter oder einzelner Grundstücke Auskunft von Behörden einzuholtm. V. Wer vorsätzlich die Angaben, zu denen er verpflichtet ist, nicht oder wissentlich unrichtig oder nnvoll- ständig macht, oder wer das Betreten der Grundstücke oder die Einsicht rir die Geschäftsbücher verweigert, wird mit Gesängtris bis zu sechs Monaten und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mart oder mit einer dieser Strafen bestraft. Wer fahrlässig die genarmten Angaben nicht oder unrichtig oder unvollständig macht, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. G i e ß e n. den 30. A^nl 1918. 3321B Der -Oberbürgermeister;: Keller, liognak wieder eingetroffen u. preis«, wert zu haben bei 82no Adolf riacli. K oi on i al war o a h. £.< Hikat • s h u Reuen Baue 17. Tel. 508. Siissholz ! i. Paketen z. 20 Pf. -Verkauf 250 Pakete . . mic. 37.58 000 32.5« 1000 145.- portofrei. Nachnahme. Preisliste üb. Piaflarmüaa- Cacäoa n. Ealuiiakps3tfil«a usw. frei. 270lhv Kr n Kt L Witt, Hamburg 23. G. J. Vogelfutter Hühnerfutter Kückenfutter Hundekuchen empffehlt preiswert Achfrlf Plaek Eoloa'alv&rean Dellhatessaa 92euen Baue 17. Telef. 508. Araatenr- PbotogrEphen kaufen preiswert Photogr. Artikel in der U04 a, Mei-Drog. z. Kreuzplalz Spczir.l-Photo Haas Kienzpl. 9. eingetroffen 264ö Strümpfe für Damea u. Kinder in allen Längen und Preislagen. ZMa QJTocfehaus Qalomon. w wT~ZiMimtn + Blitzableiter Daö Adnehmen der Kupfer» leirung und Neuanlaae der Leitung auö bestem Ersatz- material übernimmt Martiu Dörr Schloffermstr., Nord-Anl. 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