Nr.M Der Ätefceiwt Mzekaer erscheint täglich. mcher Sonntags. — Beüaaen: Slch«^r§o?»rrien-!Ltter; für den Ureis Ließe«. Scr'rtzspretr: rnonaÜ. M U .20, oiertel- lährttch Mk. 3.60-. durch Abhols- u. Ztveisfteüen monatl. Mk. 1.10: durch diePoft Mt. 3.8$ oi ectet* jähck. auüfchl. Beftrckq. sternsprech - Anschlüsse: iürdieSchr»stleitunAl12 Verlag, Geschäfts steüeLI Anschrstk für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießer». Erstes Blatt 168 . Jahrgang Dienstag, 3C. April \9\8 M postscheG»«tO: Kr o Land, Vermischte-u.Be- richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: S. Beck; sämtlich in Gießen. heftige NaWmpse Mtölich des Uemmel. (WAS.) Großes HaAptyLLrtler, 29. April. (Amtlich.) Westlicher NriegSschauplstz. Auf dem Schlachtfeld tu Flandern von mittags an mis- lebender Artilleriekampf. Die Beute seit der Erltünnung des Kemmels hat sich mrs über 710h Gefangene, darunter 181 Offiziere, 53 Geschütze und 233 Maschinengewehre erhöht. Zwischen dem La Bassäe-KanaL und der Scarpe, sowie irordMich von der Somme rege Erkundungstättgkrit der Engländer. Starke Teilangriffe der- Franzosen gegen Han- gard-WLld und -Dorf wurden blutig abgewiesen. Börseldkämpfi an vielen Stellen der übrigen Front. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein Vorstvh in die französischen Gräben Gefangene ein. * Bon den anderen AriegSfchauptSHen nichts Neues. Der Erste Grneralguarttermeister Ludendorff. Der AbcridberichL. Berlin, 29. April, adends. (WTV. Amtlich.) Nördlich vvm Kemmel haben sich heftige Nah kämpfe entunckelt. DrautzeR, «m Dperrr, steht eine große Entscheidung b&tBt, und wenn lernte tm preußischen ?kb gevrdnetenhaufe ein ccktec Kvmplf im Indern cmsgeftxhten iverden soll, so, sollte jeder MgÄordrvete daran deacken. Die Dinge stehen so, b daß das gleuhL Wahsvocht tn Preußen tatsächlich auf dein Marsche ist. DaS hat auch der naiwnEiber>ale Berttetertaa, der am Somrtng strtLnefirnden hat, mtt großer Mehrheit entschieden. Gkfentrf; tffc auch das gleiche WahEtecht fein ideales Wahlrecht — ein solches gibt es überhaupt nicht —, -inib viele, die dem Zug der Zeit gefolgt sind, dem Wnig und Regierung vorangingen, haben ein Opfer ihrer Ueber- zeugurog dcrrg^racht. Der Abgeordnete Stvesernann hat auf dem erwähnten Parteitag gleichfalls auf die großen andern Fragen, die in der Schüveüe hängen, hin ge wiesen. lEr meinte: Gerade wer mit uns für ein starkes und größeres Deitt.schland eiutritt, muß durch schnelle Lösung inn-erpslttischrr Reformen die Micke des Volkes ans die Fragen der auswärtigen Politik lenken" Das ist wahr und richtig. Heute gibt es in der Sogialdomokratie und um das „Berliner Tagebt." herum noch zahlreiche Menschen, denen viel mehr an dem Ausgang und Ergebnis der preußischen Wahlrechtsfrage gelegen ist, als an einer Neureichen Beendigung des Kampfes um Ipern und darüber hcnattS des Krieges überhaupt. Diese:: Fehler und diese Flachheit der Gesinntmg sollten die bisherigen (Gegner oes gleichen Wahlrechtes in Preußen nicht mitmachen. W scheint aber, als sei durch das Votum des nationallibc- ra^n Preusientages die Wstimmung für das gleiche Wählet nock) kem^wegS garantiert. Gin Vermittlnngsantrag ßt, von nnderfttebenden nationa(liberalen Kreisen ansgear- bertet worderi, dessen Inhalt wir an airderer Stelle "dieses Blattes wiedergeben. Er kommt dem gleichet: Wahtt-cht wre auch, die Presse der Linken Mgibt, sehr weit entaegm Abrrgen auch nur ein Stüchverk. Es bleibt der Ge^cklrchkeit der Negierung überlassen, eine Einigung der Gerster herber§nfuhren. Ob dies auf der Grundlage des Ver- nttttbur?gs l S cr r^age orsttebt werden, und daher ist erne kraftvEe Führung vonnöten, die die sich benierkbar maryende,: Slttmmmgen bei den Parteien richtig einschätze,: ^ verw^ttn muß. Ueberstürzte und üb.wstürze 7 lde Be- schlüsse Mten nicht gefaßt wer-den. Ist toirklich dio Auflösung des AbgsordnLtenhaicfes eiirmal nötig, »vanmi müßte '^,1^ fn der „Schnelle des Bürgenblicks", t>erbei- der Führer der Wrdersttebenden, hat am Schluffe des VerttetcrtaaeS die Uebr^ zeugur^ .gear,ßcrt, das Albgeorduetenhaus " würde wcchrmd des Krieges sicherlich nicht aufgelöst Wcibcu uiti) die anwesenden maßgebenden Mitglieder der Regierung haben chm darin zwar widersprochen, ober doch keine be- Enlschechung ausgesprochen. So bleibt noch die Möglichkeit, im Falle des uTibefriedigenden Ausganges der heutignl Tagung nnt einem „letzten Wort" auf Lohiiianii oid semen Anhang einzuwirken. -vymann Der Ssterrckchisch-ungarische Tagesbericht. Wien, R. April. (WTB.) Amtlich wird vrrlantdart: IN den vcnezimiischen Bergen stellenweise Artillerie- impf. Der Chef des GeneralstcdcS. Der Nampf um Ypern. Berlin, 23. April. (WTB.) Im Bpcrnbsgrn hat die deutsche Infanterie auch am 23. April ihre Linien an mehreren Stellen vorgeschoben: dabei wurden aufs neue zahlreiche Gefangene eingebracht und mehrere Geschiitze sowie erhebliche Muni- tionK- lend Mmrdvorräte erbeutet. Nach bisher ziemlich kaltem Wetter wurde es auch in Flmcdern erheblich wärmer. Tie Stim- nrung der TrchrPe nach den letzten großen Erfolgen ist ausgezeichnet. Es bestätigt sich iminer mehr, daß die F e i n d v e r l u ft c der letzten Tage vor allem bei den in die englische Front eingescho- bonleni Kranzosen außerordentlich schwer waren. Engt- UfdE>e ur&_ franyösisclL Gefar:gene ®ekat die große Bestürzung über die für unTnöglich gehaltene Einnahme ^s Kemmelbcrges durch die Deutschen offen zu erkennen. i. Köln ,30. April. Tie „Köln. Volksztg." meldtt ans Genf: Das ,^oiirnal" bestätigt, das Ipern mcht zu hatten sei: die L>age sei nicht verzweifelt, aber furchtbar ernst. Die eugUfchkn Verluste bei dem Vorstoß auf Ostende uub Zeebrügge. Lvndvn, 38. April. (WTB.) Raiuer>:LÄ>urrg. Die Mmi- valität teilt mit: Unsere Verluste bei ixx Unternahm:mg an her bctgisichen Küste a:n A3. April sind folgende: Offtzlere ge- fallen 16, an ihren BeNwu^u-ngen gestorben 3, vermißt 2, ver- roundet 29, Mannfichaftcsr gefallen 144. an ihren Verwunbuirgen gestorben 25, vermißt 14, veno-.nchct VS-6. Die eruste Stimmung in Paris. Ber?r, 29. April. WTB.) 2leußerungen einiger Pariser Blätter rufolge sch^Mt die Stimmung in Paris doch niciZt sehr rcihig zu sein. Oberst Rou s set verlangt im „Petit Parisün", daß die 3^egier:m.g gegen die Verbreiter von widersinniger: und beanruhigQlden die bü zur.Front gelangen und die Soldaten belorruhrgen, in energischer Werse vorgehe. Man solle die Schwätzer, AivgMrsen jund L^geitten .KiMmarrns mundtot wachen. ,La Pressir'" erklärt, dir ALiswanderung aus Paris, dir ge- wiffe Leatr vvr?chlLgen, würde nur enw ftrrchlbave Wirt schaff- krise ?rnd «ne Schwächung der LamdesHoert< i :> igimg herbei führen. „Humanüs" egienuugsnlan:cer durch die unheilvolle Fortsetzung des Kttegos auf sich geladen, haben, da sie doch alle Elemente eures gerechten, vernünftigen, für unser Land mW die Menichheit vorteilhaften Friedens in der Hand hatte::. Tas tun wir seit 8 Tagen im Kamnrerausschuß der auswärtiger: Augelege:^- herten." ist nicht ganz auSgrschlossen ,daß diese Ansicht Mich m der radikalen MehrheitSprrtei um lich greifen wird, denn Lonaeet le.rt drei es Geständnis im radikalen Blatte „Le payS" ab. Die Not in Frankreich. £ * r I i \ ??• ^ rX lMTBO Ein deirtscher Rückläufer erzählt. In Frankrcrch tft fett dein 1. März 1916 die tägliche Brotration auf 200 Gramm festgesetzt worden. Auf erden: tvurdc den Einwohnern mitgeteilt, sie müßten sich auf noch größere Einschränkungen gefaßt mach-en. Auf inm mit der' Trikolore geschmückten Pttckaten und in den Zeivmgen liest mau die dringcnd- stcm Aussorderungeu zur Sparsamkeit, iolv z. P. jedes Sttick Würfel- zucker, das ihr rveniger eßt, gibt aus dem Schiff Platz für eine Patrone. Llnf einem Bahnhofe ttaf der Deutsche mit Anrerikmiern zusamincn, die ihm Zigaretten und Schokolade gaben und ihn fragten, wie sie wohl in Deutschlarü bel-m:delt toerden lvürdQr, werm sie überliefen. Sie hätte:: dieses Leben in Frankreich satt u U Portugal. Lissabon, 29. SLpril. (MTB.) RmtterweLduuy. Sido-nio P a v S rst in allgmrttirer und direkter ALftinammy zum» Präsidenten der 9tep:üilik gewählt worden. Die Frage dorr SalonikL. Sofia 27. April. (WTB.) Tie bulgarksck-e TÄe^aphen- Agenttrr meldet: Ern Teck der neirttalen Presse brachte die Meldung. daß Bu l ga r i e n Sal on ik i ve rl au ge, und durch seine unnachgiebige Halttmg den Gang der Berhandlur^en in Bukarest verzögere. Diese Nack/richt ist falsch. Bulgarien hat die Frage von Sakomkl nicht ausgervvrftv:. tdü. indem es sich strikt mrf den Bod-e:: des stiechts n.nd der Berttäae hält, ber-itetc es dem Friedenswerke kemerle: Siudwrisse. Infolgedessen find auch sämtliche zu böswilligen Zwecken an diese Nachricht gekliüpsten Kommentare voll- ftcmMg uilbegrirndet. Zur Wiede ran bahnuna der Warenein, fuhr nach Rumänien emd^ete die MiLLrverwalttmg drei Abteilungen ie eine für Deutschland, Österreich und Ungarn mit der Aufgabe den Handel zu unterstützen durch Auskünfte m:d den Nachweis greifbarer Ware, Vermittlung von Verttetern und ähnliches Die vosie Freiheit des HMÜ>el2 bleibe unbehmdett. Das deutsch-schweizerjZche Mkommen. Bern, 29 /prck (WTB.) Auttlicl-e Müteittmg. Me Der- hchidLnigeu zwrsckMi der schionzenschen und der deutschen Re- gierung rn der Fra^e deS freien Geleits für dir schweize- lind zum Abschluß gttMgtt' *teut einem stnlxui eiirgettofseTUm Bericht nnwde gestern das Berltuer Abkommen unterzeichnet, nach dem alle mit Getreide und anderen Lebens- und FuttermittM für die SÄwvÄ beladenen Schiffe freies Geleite genießen, sofern sie nach Crtty oder einem neutralen Hafen fahren und die Sp^wczone we. err. Für Transporte körrnen neutrale wie Dich Deutschland f e endliche Schiffe verwendet werdem Um üisbesondere letztere leichL kenntlich zu machen, sind im wesentlichen folgende Bestimmung«« getroffen worden: 1. Jedes Schiff muß «ruf, beiden Seiten auf den DordwäsdeÄ die auf schwarzem Grunde aufgemalte weiße Aufschrift der Ccküoei» tragen. 2. Jttres Schiff muß auf beiden Bordrvänden dir schwci« schk Landes flagge als Neuttalitärsal^eick-en n:' . isQj groß aufgemalt werden. Das Abzeick>en ist rrachts zu be!^. . --tertz, 3. Jedes Schiff muß Tag und Nacht am Vormast die säpon^ Kerrsche Flagge si'ihren. Ferner ist jedem Schiff ein Geleits 1 chern müzügeben, in dem bestätigt wird, daß d^I- Schiff k.ine mrderen als dre in den Ladungspypieren angegebenen Waren a» Bord hat. Neben der schweizerischen Flagge führen die Schiffe bvt des Landes, dessen Gesetzgelrung sie unterstehen. Sie sehren alst, nicht unter Schwcizerslagge, sondern die letztere dient ledige ttch als Erkennungszeichen. Tie deutschen Seestreitkräfrc toerdQ« rvn dieser Berembcrrung sofort benachrichtigt rcnd die erfordert lichen Weisurrgen erl-alten. Ta aber erst, rvach Ablauf eir:rr Frist ?°? r-^ 1 „ cmt f ltc7t urit Sicherheit darauf gerechnet toerden k,r:m, wmtllche in Bcttacht kommenden Seel>efehlshaber im Besitze der Instruktionen sind, kam: die deutsche Regierung vor Ablauf dieser Frist keine Gewähr für die unbedingt sickiere Fahrt übernehmen. Immerhin darf angenommen roerdeu, daß vre web, strn U-Boote durch Funkspruch verständigt iverden können undj b^. der Gefahr für unsere Schiffe auch in den nächstes drei Monaten relativ gering ist." Das Wolff-Burrm: bemerkt dazu: Wir wir zu vorstehender Meldung ' hören. ist die Abrede als ein ^-eil des Wirtsä,aftsabkom mens gedacht, über deijen übrigen Inhalt zurzeit noch in Bern verhandelt wird. Sre._^ll daher für die Tauer des Wrrtschastsabkommms gelten- l c 1 w^bereits rvrher^rdaeschlossen worden, vewen. Hoffenttich ttagen die gewahrten Erleipterui'.gei zu einer wirksamen Förderung der Versorgung der Schweiz mtt Na!-r:r.:-:K-. nntteln und ^-uttermttteln bei. Dazu wird eS namentlich noti>mdig se:n, daß von der Entente die Trcnvspotte von Geile nach der ^comei 3 Mü)t ungebührlich verzögert und unsere Zugeslä:?.ckfse mchL dazu Mißbrcuulst werden, um Lagerbestände nach Gelte äu schaffen. wir Aus dem Reiche. Der nattonalliberale Vennittlu.'igs-Anrras. Der natl. Vermittlungsanttag zur Wahlrechtssragtz, de, rn eurem check unserer gestriben Auflage infolge fehler Hafter Uebernntttung urrgenau wiedi'rgegeben haben, lautet ,,^eder Wähler hat eine Gru:rdstimn:e. Eine Zusatz st r m m e erhält entrveder, sl) wer in Land- und Forstwirt Ichaft, Fischerei, Jndusttie, Gewerbe. Handel oder einen freien Beruf ständig oder als leiterrder Beamter, odei fonsttger Geschäftsleiter seit mindestens einem Jahr, von vollendeten 25. Lebensjahre an aerechnet, tätig ist, ode: b) wer mehr als 10 Jahre einschtieKich der Militärdienstzeit vom vollendeten 25. Lebensjahre an gerechnet, im Reichs- Staats-, Komnnmal-, Kirchen- oder Schickdienst Hauptamt lrch angestellt rst, oder gewesen ist und nicht straf-, ehren ”' er disziplinargerrchtlich aus den: Amte entfernt worde, ist, ödere) wer mehr als 10 Jahre, vom vollendeten 25 LebeMahre an gerechnet, als Mitglied einer deutsä . Körperschaft des öffentlichen Rechtes oder in einer Ver- mamtitg oder ehreiiamtüch tätig ist ober aetreser t[t m:d nicht straf-, ehren-oder disziwlinargerichLlich aus den Amte entferitt worden, oder c!) rver als Angestellter oder Arbeiter sert niehr als 10 Jahren, vom vollendeten 22 LebenZiahre an gerechnet, tätig ist. Der nattonalliherale Dertretertng Preußens. Berlin, 29. April. (WTB.) Der Wortlaut der vvm 5. Allgemeftren Verttetertag der n a ti y :r a tli bera l eu P a rteiPrenßeus angenommenen Entschließung ist fol.u-n- prerrstische Verttetertag der naiiouackiberchen Pattei^stellt sich aus den Boden des gleichen Wahlrechte für Preußen, das er als' eilte Staatsnvttveridigleit nationattiberall-n Mitglredcr des Abgerndneteichauses dem gleichen Waffl r:vht m Rahmen der Regisruimsvortage zustimmen. Er lehnt die Voranirui)rtm:g dafür ab, lvemr nationalliberale Mae- ordnete nach der Entscheidung des Preußerttages als der maßgebendeli Partreinistai» durch ihre Abstünniunf bci\ Ausschlag gegen das gleiche Wahlrecht herbeisühren ollten." Noch rin Strafantrag des Reichsran^-rs. . „Berlin, S3 Aprü. Wic die Nordd. VXg. -;m " imljtt, itente der Reich-Zkan-lcr genen die „Al l d c ut sch« II Bl »tte ? vcgm des ArilkelS „Zur Rcinigimg unseres öffcntlioxn tsclirnj* in N^ 17 vom 24. Aprck Strasantrag. * ¥ * . , Drllenbury, 28. Apinl. Der ReichötagSadft.vrkuch« d«S fttttffrsw mchamschen ReichstagstoaWrriseS (®Öteu«m- Herbm^Hacheichurg) Dr. Aurckhardt (LtzriA,^So^) abfkÄttgt fein Mandat cnrs s^surchheitsrückAchten nieder ZA legen. Als sein Nachfolger ist von der Christ- ^ch^Sozialen Partei der Direktor des Keplerbundes, Direktor Teud t in Godesberg, in Aussicht genommen. Berlin, 29. April. (WTÄ.) Eer „Reichsauzeiger" ver- Sffentlrcht die Ernennung des Präsidenten der Generaldirektiott der Eilenbahnen in Elsaß-Lothringen Wirklichen Geheimen Ober- rogvwungsrLts Frisch -um PräfidentenoesReichseisen- d-a h namtcs wrier Verlcihmrg des Chavallers als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Gießener hochschulgesellschaft. -m. Gießen, den 30. At-ril 1918. Tie Reihe der von der Gießener Hochschulgesellschuft angekün- bigten Vorträge wurde gestern abend in dem großen .swrsaale der Universität durch euren Vortrag des Herrn Geh. Hofrats Professor Dir. Sievers eröffnet, -der über „Die Entwicklung des britischen Weltreichs" fpvach. Namens des Borstandes der Gießecer Hochschu(g:s"lisch'. : t begrüßte zunächst Justiz rat Grünewald mit herzlichen Worten die Anwesenden. S-Hann ergriff .Herr Geh. Hofrat Professor Dr. Sie Vers das Wort, wies daraus hin, daß gerade heute cs von Wert und Bedeutung sein dürste, das Wachstum eures Volkes Sur Weltmachtsstellung zu verfolgen, und führte u. a. unge,'ähr folgendes aus: England soll das Beispiel sein, an dem ich vom Standpunkte der pÄitisch-historisck>eu Geographie aus die Entwicktrmg zur Welt- nvmht verfolge:: will. Das Jnselreich zerfällt bekcurnllich in drei Teile, England, Schottlarrd, Irland. Völkisch weist es ebenfalls Kelter, Germanen und Romanen auf. Ms die Jns-Än zuerst in der Geschichte auf- ^vateu , beherrscht cm dir Miner bereits die Kelten: drom folgte die Ginwarrderirng germanischer Völkerschaften, die das KeLmdmr zu- rüickdräugten. Im 11. Jahrhundert wurde als nächste Stufe das normüirnisch-^rngelsächsiscl>e Königtum in England erriclMt. Die Er- werbrmg Irlands, das bisher abseits gestanden, setzte 1171 ein. Im 12. Jahrhundert begann das Uebergreisen nach denr Festland, indem sich Englaird in Frankreich feftfcfcte, bis im 15. u:rd 16. Jahr- hundert die Wirren .'und Käiupfe der Roscnkriege den Besitz wieder -entgleiten ließen. (Calais ging 1558 als letzter Stützpunkt verloren«. Heinrich VII. und Heinrich VIII. schassten innere Ruhe wrd Ordnmrg, stärkten die englische Äkacht und ermöglichten es ihrer Nachfolgerin, der Königin Elisabeth, zum ?tnariff gegen die Weltmacht Spanien vorzugehen ui£> mit der Vernichtung der spanischen Armada (1568) den Grundstock zur englischen Wcltnmchtstälung zu Logen. Aber noch inurrer waren die einzeLnerr Gebietsteile innerlich getvemvt, und erst vmr der ThvonbesLigung des Schollen Jakob I. an kann man von dem „urtiteb k ugdom" sprechen. Seit 1607 begann nun England nach einem besmrnllen System seine Machtstellung lauszubanten und vor allem in anderen Erdteile Gebiete zu erwerben. Die Richtlinien waren hierbei in erster Lins" No^Äameri'.b und Indien. Das sparrische Weltreich, das damals bestand, mußte ebenso sicher weichen, ivie England in seinen Erwerbungen ftcher vorging. So brachte z. B. der Abschluß des Siebenjährige Krieges England den Ausgleich des Gegensatzes mit Frankreich, unO mit ihm bedeutende Erwerbungen, darunter vor allem Kanada. Auch das wichtige Gibraltar lvurde im 18. Jahrhundert besetzt. Zn der Zeit kurz vor Ausbruch der französischen Revolution ging aLlerdirrgs Nordancerika durch die L-osreißmrg der Kolonien vom Mutterl-ande verloren. Der Verlust sporrrtc zu neuen Erwerbungen in Indien, Südafrika und Australier: an. Nach den neprlaenischm Kriegen dehnte sich der UmsMvg des ^üotvuiabreiches immer mehr aus; u. a. kamen Malta, Mauritius, brill 5)onduras, brit. Guayana, Geyüvn und DLckliaga an Gigland. Ms 1886 auch das Deutsche Reich in die Roche der Kolonial machte eintvat, nah.neu die britischen Erwerbungen förmliches ScharÄlxugstempo e usw., hat England auf gewiesen und man kann ruhig sagen, daß neben dem alten Rom England wirklich d^r einzige Staat war, der sich zu einer wahren Weltmacht empor)chasfte. Deshalb wolterr wir auch von ihm lernen, zumal, wo wir wissen, was uns droht, weirn England einen nur einigermaßer: günstigen Frieden erhält: Einschnürung Erdrosselung. Die deutsche Jdealpolitik rnuß verschwinden, eine kräftige Realpolitik gehört an ihre Stelle. Aus rund Lanv. G i e h e n, den 30. Avril 1918. ** Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzog hat am 27. April dem Oberarzt an der Landcs-H?il°- urrd Pslege- mrstalt „Philippshospital" bei Goddelau, Tr. August Tmrnenberger den Charakter als Medizinalrat erteilt, und bat den Lehramtsassessor Heinrich Schuster aus Bensheim zum Oberlehrer ernannt. ** 100j ä hri ges-Gesch ä ftsju biläu m. Das Spengler-, Installation^- und BeleullstungsartiSelgeschäft von Carl August Faber am Marktplatz kann am 1. Mai auf ein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Vom Vater des jetzigen Inhabers gegerüichet, ging das Geschäft am 1. Mai 1868 an Herrn Carl August Faber über, der somit sein 50jähriges> Meifteriubiläum feiern kann und sich im Hirchlick auf seinen in dieses Jahr fallenden 75. Geburtstag einer erfreulickien geistigen und körperlicken Frische erfreut. Herr Faber ist seit 1893 Stadtverordneter, versieht dieses Ehrenamt also volle 25 Jahre. Er errichtete mr Stelle des alten Geschäftshauses vor Jahren einen stattlichen Neubau. Herr Faber gedenkt am Jnbilaumstage das Geschäft senrem ältesten Sohn Earl Faber zu übergeben. ** Aus dem Militärwochenblatt. Loerbroks, Oberstleutnant ff. D. mp Kommandeur des Landwehrbezirks Neuwied, der Mchied mit seiner Pension und der Erla«bn!s zsrm Trag«: der Utnwnn des Jnf.-Regts. Nr. 116 bewilligt. Befördert: Bizc- seldn>eüel Usrnger (Gießen) zum Lt. d. Res. des Kraftf.-Batls. ** Krie g sPatenschaft. In Nummer 97 dieses Blattes l>at die städtische amtliche Fürsorge stelle für Kriegshinterbliebene daraus aufmerksam gemischt, daß sie für die Snfkung wnr Kriegspotenschafte\i zuständig ist, nnd hat um ivcitere Zuwendungen gebeten. Eine nochmalige Anfktärmrq über den Zweck der Krie^.spatensck^ft ist wo'hl vielen erwünscht und sei hiermst gegeben. Wenn waise oder Halbwaise thiabai oder Mädchen, deren; Väter im aogeanvartigan Kriege gefallen oder an den Folgen von Diensweschädigungen gestorben sind, nach der Kon- ftrmatwn eirren Beruf wählen, so soll ihnen! im Falle der Bedürftigkeit ein Beitrag W 'oen 5tiosten ihrer Ausbildung gewährt werden. Dre HSye vvper BeWlfe richtet sich nach dem Grade der; Bedürftigkeit, beträgt aber in der Regel 500 Mark. Die obenge- naimte Stelle vergibt die Patenschaften auf Grund genauer Prüfung dar Verhältnisse und überwacht die Verwendung des zuerkannten Betrags. Ist nach Beeirdigung der Lehrzeit oder der Ausbildung das kleine Kiapital rricht aufgebraucht, so nürt» der Rest in Gestalt eines Sparkassenbuches dem Paten übergeben und dient somit als Anreiz f/u werterem Sparen. Stiftungen von Kriegspaten schäften formten in beliebiger Höhe gemacht roerden; eine Spende von 500 Mk. gilt als sog. Villpatcuschast, ihr Stifter kann in bezug truf ihre Verwendung Wünsche äußern, die von der Fürsorgestelle berücksichtigt werden. Ter Name des Patenschaftsstisters tvird nur auf seinen Wunsch dem Patmkind mitgeteill, das im übrigen durch «einen Vertreter der Fürsorgestelle überwacht und bedient wird. Schließlich sei besorrders daraus hingetoiesen, daß es im Interesse einer gerechten und gleichmäßigen Verteilung der Kriegs Patenschaften dringend gebotm ist, Patenschaften nur durch Verniittlung der Fürsorgestelle zu stiften und zu übernehmen, jedenfalls aber der Fürsorgestelle unveriveilt Mitteilung zu machen, falls es auf anderem Wege geschehen soll oder geschehen ist. Nur so kann un- iwtige Häusuirg Von Gaben an ein und dasselbe Kind vermieden nterden. Zu Auskünften sirw Professor Helm und der Leiter der Fürsorgestelle, Professor Ebel, jederzeit bereit. ** Das Backen von Weißbrot für Kranke ist für den Monat B^oi b. I. bea Bäckernreistern August Deibel, Neuen- >reg 50 ^inÄ Will^lm Flackc-nstem, Walltorstraße 31 übertragen morden. Siehe Bakanntnrachimg. ** Au sw echs l ung von Fenstergriffen. Tie Be- kanntmack^mg M. 8/1. 18. K. R. A, vom 26. März 1918, be- trefpmd Ernrifttnngsge^rnstände .Kwyfer, Messing, Nickel, Aluminium,^ Zimc usw. verlcmgt den Ausbau und die Ablieferung aller Stücke, die eutbehrlvll oder leicht ersetzbar sind. Dabei wurder« die Griffe von BaskülversMüssen an Fenstern zwlächst ausgerwm- men. Inzwischen ^ lyat sich jedoch, die llüottoeudigkeit stnausgestellt, auch diese Griffe jn dir lÄrtoi-gnung einzubezieheu. Sie sind deshalb den mit der DuEührung der Bekanntmachurrg beauftragten Behörden mit zu melden. Es empftehlt sich, den Ausbau rrnd die Ablieft-rung aller abnehrnbaven Fenstergriffe nicht aufzuschieben. ** Meldepsli chtfür Pl atin. Für Platin besteht reeben der allgemeinen Beschlagrmhme eine Verpstichtu'ng zur fortlarifen- den Bestandsmeldung auf Grurrd der Bekanntmachclna Nr. HL. 1/9. 16. K. R. A. von! 1. September 1916. Nach dieser Bekanntmachung ivaren bisher die Bestände an Platin der Klassen 51—56 fortlaufend alle 2 Däonate unter Jnnehaltung einer Einreichungsfrist bis zum 15. des betreffenden Monats arr die Metall-Gcobil- machungsstelle zu melderr. Durch die 1. Nachtragsbekarmtmachung Nr. LI. 971/3. 18. K. R. A. vorn 30. .April 1918 Mr Bekanntmachung Nr. Ick. 1/9. 16. K. R. A. sind die Meldebestinunungeu dahin abgeändert worden, daß künftig die Bestände an Platin rrur noch alle 6 Monate z-u nrelden sind und die nächste Bestandsmeldung demzufolge nach dem Stande vom 1. Septenrber 1916 mit einer Einreichungsfrist bis zum 15. September 1918 fällig ist. Im übrigen bleiben die Bestimmungen der Bekanntmackmng Nr. M. 1/9. 16. K. N. A. durch die NachtragsbeLanntmachung unberührt. Der Wortlaut der NachtragsbEmutmachung ist in der heutigen Nummer dieses Blattes ein zu sehen. ** Der Zirkus Altyoff hatte bei der gestrigen Abend- Vorstellung wieder ein vollbesetztes Haus. Direktor Althoff hrt in arrerkennensloerlier Weise!den in den hiesigen Lazaretten besindlicheu Vcnvunideten freien Eintritt gewährt, tvovon natürlich unsere Feldgrauen gern Gebrauch machen. Auch sonst ist der Besuch der Boriücklungert lebhaft. Näheres siehe Llnzeige. ** Schont das alte Sä-uhwerk! Diese ernste Mahnung muß angesichts der wachsenden Lederknappheit mit ganz besonderem Nachdruck gestellt werden. Das alte Schuhwerk ist ein Lostbarer Besitz, der entsprechend behandelt werden muß. Zur Erhaltung seiner Stichel kann jeder dadurch außerordentlich viel beitragen, daß er das Schuhwerk nicht so stark abructzt. Dann kann er auch den Anspruch erheben, die Besohlung billig, rasch und dauerhaft ausgeführt zu sehen. Je stäiker die Stiefel abgenutzt ftnd, desto mehr HilDm-aterial muß der Schuhmacher verwenden, festo Nvchr Zeit geht ihnr verloren, und eine desto höhere Rechnung muß er n-aturgevcäß ausstellen.. Ferner ist es für jedermamr nützlich, selbst zu überlegen, roelche Ersatz fob leirart fiir seinen Berus und für feine Person am zweckmäßigsten ist. Dafür geben die bereits in vielen Städten vevansialleten Ausstellungen der Srsatz- sohlcai-Geseilschaft, der vom RerckM>irtschaftsamt zur Sohlcn-- beschaffung und Sohlenerprobung bestzllleil Kriegsbchörde, wertvolle Anl-altspuukt-?. Selbstverständlich empfiehlt es sich, Ausbesserungen mit Ersatzsv-Hlen einem Schuhmacher anMvertrauen, der sich mit der besonderen Becarbeitungstzoeise der Ersatzsohlm bekänntgemacht hat. ** Lohntrocknnng von Gemüse. Nach § 3 der- Verordnung für die Verarbeitung von Gemüse und Obst vonr 23. Januar 1918 (Reichs-Gesetzbl. S. 46) ist der Erwerb von Genrüse z.rr Herstellung von TSrrgenlüse mrr mit Genehmigrurg der Kriegs- ^ gesellschast für Törrgemüse zulässig. Vielfach -crolgt die Herstellung des Dörrgemüses im Wege der sogenannten Lohntrocknung in der Weise, daß nicht der Erwmber ^er Frischware, sondern ein Dritter für diesen die Ware gege-.l Entgelt trocknet. In diesem Falle muß der Austr-agggeber als Erwarber im M^sitz der geitcrrenlien Gevehmi- frung sein, wann er sich nicht nach ß 9 Abs. 1 Ziffer 3 der Ver- ordnnng strafbar machen rvill. Tie genamlwl Bestimmungen versagen hedoch gegenüber demjenigen Lahntrockner, der für einen Dritten trocknet, der die Genehmigung der Kriegsgeselllchaft nicht besitzt, da der Lohittrockner nicht d'.r Erwerber der Frischware ist. An der Beseitigung dieser Gesetzeslücke besteht ein lebhaftes Interesse, da gwade die Herstellung von Törrgemüse im Lohore für einen rricht kontmgentierlen Austvaggeber die Haarptursache der Herstellung mmcgcklbaster Ware ist frrjt/xmf diese Weise das ordnungsmäßig hergestellte Tvrrgenllise in einen unrvrdient schlich len Rm bringt. Außerdem bildet das durch die lvilde Lohrrtvocknung hergestellte Törrgemüse eine Quelle des Schleichhandels. Schließlich bedeutet die tvilde Lohntvocknung eine lunerwünschbe Konkurrenz der kontin- geirtierten Betriebe, deren Erzengrrisse ffnrer AbsatzbeschränKur g stehen. Aus diesen Grürrden hat sich die Reichsstelle veranlaßt gesehen, «ans Grund oorc Z 1 der Verordnung Über die Verarbeitung von 5!emüse und Obst dom 23. Januar 1918 die Lolmtrocknung von Gemüse einer Genehm igungspflicht durch die Kriegsgei ellschaft für Törrgemüse zu unterwerfen mit der Maßgabe, daß die vec'botS-- nsllrige Lohntagckmmg "unter der gleichen Stra'e steht wie der im- genehmigte Elwerb von Frischgemüse zu Törcz-wecken. (Reichs- anzeiger Nr. 94 vom 22. AlTril 1918.)' Verbvt des privaten Seifensiebens. Noch immer ist in Ivetten Kreisen der Bevölkerung — insbesondere auf dem Lande — das private Seifensiaben in Hebung, wobei große Mengen Butter und Msailfette, wie solche in den Haushalllmgen sich ansammcln. verarbeitet und den Zwecken der Voskscimahrung entM'.um rverden. Die Herstellung von Saft aus pflanzlichen und tierisck?en Oden im > Fetten ist durch die Bekanntmachung über das Verbot der Verwendung von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten für technisck-c Zwecke vom 6. Januar 1916 (Neick)sgesetzbl. S. 3) in der Fassmrg der Bekamrtmachung vom 21. Juli 1916 (Reichsgesetzbl. S. 765) mit Strafe 'bedroht. Die Verbote beziehen sich nicht nur auf die geiverbliche 5xrslLllun.g, sondern aus jede L>ersiellutng Überhaupt. Ferner ist durch die Bckanntmachutrg über die Errichtung einer Herstellungs - und Bertriebsgesellschaff in der Seiienindustrie vom 9. Jmu 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 485) allen nicht der genamckeu Gesellschaft angehörenden Personen die Herstellung fctthalttger Waschinittel bei Strafe verboten. — Es scheinen diese Bestimmungen der Bevölkerung nicht genügend bekannt zu sein, weslMkb auf rhre Beachtrrng erneut tzmgewiesen wird. Die Ortsund Polizeibehörden sind angewiese.l worden, nachdrücksichst darauf hinzuwirken, daß die gesetzlichen Vorsckwisten auch tatsächlich befolgt werden. Lstudkreis Gießen. ** Inheiden, 29.April. Die Sammlung der „HeirwLt- dankspende" ergab in der Gemeinde Inheiden den Betvag von 95 Mark. ** Klein- L i nd en, 28. April. Dem Sergeairten Heinrich May, zurzeit bei einem (Äsenbahn-Rregimentz wurde bas Eiserne Kreuz Upeitec äklasse verliehen. 0 Watzenborn-Steinberg, 29. Apoll. Friedrich Brückel, Sohn von Balthasar Brückel VI. in Stcinberg, hat im Westen den Helderrtod erlitren. ff Watzenborn, 29. April. Tie gestern in nnsevcr Gr- mteinde erhovene HausVollekte für die heim keimenden gefangenes deutschen Krieger ergab den ansehnlichen Betrag truz 202,20 Uli Kreis Büvingen. # Usenborn, 29. April. Auf dem Felde der Ehre stmK der Leutnant d. R. und Kompagnieftihrer Richard Luccus, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klaffe, des Hessischen Kriegs- ehreuzeichens in Eisen, der Hessischen Tapferkeitsmevaille und deS Hamburger HansoaÄmkreuzes. — Büdingen. Fürs Vaterland starben der Gefreite Willy Koch, Inhaber des Eiseriren -tzreu-eS und der Hessischen TaprerÜeitÄnedaille, und der Schütze Albert Nestle. — Düdelsheim. Den Heldentod starb der Gefreite Wilhelm Preußer, Inhaber des Eiserueic Kreuzes ^rnd der Hessischen Tapferkeitsmedaille. — Burgbracht. 97ach 41mo>no^ tiger treuer Pflicküerfüllung starb den Heldentod der Füsilia, Fridnich Krieg. — Ortenberg. Fürs Varerland starb der Musketier Kurt Böhm. — Bergheim. Das Kriegsd/rrn»- Zeichen in Eisen erlftelt Otto Hensel, Inhaber des Eisernen Kfteuzes und der Hessischen Tapserkeitsmedaille, das Efferne Kreuz, irüher die Hessische Tapserkeitsmedackle, der Wehrmonn Philipp Th eis. — N i d da. Das Eiserne Kreuze früher die Hessische Tapserteitsmedaille. erhielt der Gefreite Wilhelm Ulrich. — Borsdorf. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gefreite Wckhelm Michel, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessische» Tapferleitsmedaille. — Leidhecken. Grenodtzw Karl Heutzen- r ö d t x wurde zum Gefreiten befördert. Starkenburg und Nßeinhessen. I. Darm stadt, 29. April. Das von der Hofmusik am Svrru- tag vorniittag zu gunsten der Kriegsfürsorge der Grvßherzvgtt^ veranstaltete Hessen-Konzert" war ein musibalisches Er> ^gnrs. Zuerst kam zum Vortrag eine Symphonie für großes Or- ck-esttn von Johanna Senfter, betitelt „1914". Sie zeugt von einer erstaunlichen Behcrrschamg der Technik, doch sind die Themen oft verichwommen, auch fehlt es an der notwendigen poctischett Vertteftiug, die wirklich der gewaltigen Stimrmmg des Jahres 1914 gerecht Ivürde. Doch fand das Stück bei vorzüglickier Wiedergabe eine ehrenvolle Au Mali mc, für die die anwesende Kffnstlerm» danken konnte. — Tie drei Stücke aus der Klaviersuite des Großherzogs „Traußeick' sind von F. Kausmamr für großes Orchester emgeriichtet. Die betiteln sich,^>c»mweh", „Sehnsucht" und „Hoff» mmg". Im Felde entstanden, sind sie voll loalwen Stimnnmgs- gehalres und hervorragender Klangschönl)eit. Des auf dem Felde der Ehre gebliebenen jungen Wormser Künstlers tlrudolf Stephani „Musik für Orchester" gemahrrt in ihren erhabenen feier- ll.ck)en Ernfte an Beethoven und Brahms. Welche Zukunftshoffnungen wurden hier zu Grabe getragen! Am Schlüsse sangeft 400 Sckncker Darmslädter Schulen hetzische Volkslieder und Lieder Tarmstädter Komponisren -Abt, Vogeler, C. A. Wangvld, A. Mendelsohn und Heinrich Müller). Tie frischen Knabenchöre fanden den gleichen lebhaften Beifall wie bei srül-eren Vorträgeich I Darmstadt, 29. April. Der erste hessische Lazarettzugll 1, der im Dezember 1914 in Dienst gestellt wurde, vollendete dieser Tage seine hundertste Fahrt. Außer einigen Fahrten nach Italien war er immer an der Westftont tätig. Er l)at durchschnittlich 270 Mann bei jeder Fahrt befördert und im ganzen 70000 Kilometer zurückgelegt. I D a r m stadt, 29. Apffl. Die Chorschule der Hofkirche beging gestern, am Sonntag „Cantate", ihr 200jähriges Bestehen durch einen Festgottesdienst. m Dessen-Nalicm. Bad-Homburg v.d. H., 29. April. Im Kreashmrs trat mn Lamstag der ^Kreistag für den. Obertaunuskreis zu seiner dies- i^h^gnn FrühftchrssitzuM Zusammen. Der Haushaltc-plan für 1918/1919 wurde im Hairpletat in Einnahmen und Ausgaben, auf 3 223 000 Mark (i. V. 2 359 400 Mark«, im Sondevetat arg 9 000000 M«ck (i. V. 2 000 000 Mark) sestgasctzt Die Kreis- stauerM-ckLäge mit 10Vs Vw-zant bmntan für 1918 beibehalten werden. Das umLagefühige S-teuersoll hat sich ^egen das Vorjahr um 224174 Mart erljöht. Für die Säuglttvgsfürforge und zur Becämpfung^der Tuberkulose wurden 6000 Mark Ausgaben eingesetzt, die Schvesternschaft zum Roben Kreuz in Hamburg erhvcll einen außerordentlichen Bettrog von 5000 Dlark. An Ausgaben für Klffsgswo^snlwtsangelq^nl-etten stellte der Kreistag ein für FamckienmttersbütznTEn 2394 000 Mark, ,für Kriegswvchenhilß: 10 000 Mark, für KriegsbOchDigteufürforge (und Fonds für die Uebergangswirtschaft) 15 000 Mark und für Hmterblieberienfürso'vgis 25 000 Mark. Der Sonderetat für kriegswirts'chaftlickM Maßnahmen sieht beim Kreis-Lebensmittelantt 2000 000 Mark und bei sonstigen kri^sswirtsck>afttichcn Ataßnahmen 7 000000 Mark in EinnalM-en und Ausgaben vor. An der Nassauischeu Siedlurrgs- ge-Wss'e.ffchaft beteiligt firlji der Kreis nttt 10 OM Mark. An dev Nassauijchen Möbelvertriebsgesettschaft zu Frankfurt a. M., beteiligt sick- der Kreis mit 50M Mark. T-er Kreistag beschloß sodamr die Errichtung ettces Kr eis wohl f a hr t sa m t es zur Milderung der sozialen Schaden und ungünstigen Wirkungen, die der Krieg bringt. X H a n a u, 30. April. Die Kriminalpolizei tft umfangreichen Diebstählen beim hiesigen Reserve-Bekleidungsamt auf die Spur gekommen. Bisher sind 10 Personen in Haft gerunnmen worden. Fc. Kirchhain, 29. April. Durch dio starkerr RogenfLLe sind die Flüsse sehr im Steigen ^begriffen und es ist Hochwasser zu befürchten. = Biedenkopf, 29. April. Auf der Battenberger Landstraße hielt ein Polizeibeamter neulich abends zwei in Mäntel eingemummte Gestalten an, die sich als Bonner Studenten arcs- gaben mtb einen Ausflug ins Siegerland machen wollten. Als die Männer ihren Ausweis vorzeigen sollten, entpuppten sie sich als englische Fliegeroffiziere, die während ihres Transportes von der Westfront in ein mitteldeutsches Gesarigerrenlager entwichen loaren und Hie holländisckie Grenze zu erreich«! suchten. Tie Offt' ziere wurden dem S^rfSfammanbo Marburg Mgeführt. = Vom Main, 29. April. Die Gemeinde Flörsheim hat sich schon wiederholt in jahrzehntelangen Prozessen und mrter Llufwendung gewaltiger Kosterc ihr altes Recht der Fischerei- ausübung von Hattersheim bis zur Kvstheimer Grenze erstritten. Jetzt scheint der Streit eure Neuauflage erleben zu sollen. Die Höchster Fischereigerrossenfchaft sowohl als auch das Groß-Gerauer Kreisamt ftelten nämlich Erlaubnisscheine zur Ausübung der Fisck>erei im Main aus und verletzen damit nach der Meinung der Flörshcimer die alten Gerechtsame dieser Gemeinde. Ta alle schrift- lick-en Einsprüche in Höchst und Groß-Gerau ol-ne Erfolg bleiben, beschloß der Flörsheim«: Gemeiuderat, wiederum die Gericht» Mrzurufen. Hundel. G i e ß e n,^ 30. April. Der Reochsbankverrebr bei der Reichst bankslelle in Gießen einschließlich der Nebensdelum in Marburg, Wetzlar lmd Friedberg gestaltete sich im Verivaltungsjahre 1917 folgeirdermaßen: G i ro v e r k e h r: Bestand am 1. Januar 1917 5 021085 Mark. Auf Givok)7tto sind vereinnahmt durch Bar- Zahlungen 117 269 078 Vöark, durch VerreckMrng mit den Kontoinhabern 124 885 441 Mark, durch Platzübertvagungen 169 613 983 Mark, dnvckj Ueberlragurrgen von anderen Bankanstalten 299 391 175 Mark, zusarnmen 711359 679 Aiark. Auf Girokonto sind verausgabt durch Barzahlungen 95 843 637 Mark, durch Berreckjiirung mit den Korilvinhadern 190 939 795 Mark, durch Platz-Übertragungen 169 813 983 Mark, durch llebertraMmgen rrach anderen Bankanstalten 251790293 Mark, zusarrrmen 708 387 709 Mark. Bestand am 31. Dezember 1917 13 794 218 Mark. Giroübertragungen: Zugang duvck) Uebertragungen zwischen Giroq kimden an verschiedenen Orten 251796 293 Mark, durch Zah-, llmgen von Belwrdim inri> Personen, welche kein Glrokvntv haben, 70 601911 Mark, Msmnmeir 322 392 204 Vdark. Abgang bßvU Uebertragungen aus GiwLurten 299 391175 Mark. Deuts che M alrikel und deutsches Dvkt^or- diplom. Die Universität Leipzig hat beschlossen, cm Stelle der bisherigen tateiilüschen MatriLl die deutsche Matrikel em^ Ausührew gleichzeitig haberr die theologisch? imb philosophisch^ Fakultät das lateinische Tokiordiplom durch das deutjche Doktor- 'oiploin erseht. Die juristische und medizinische Fakultät haben vorlaut das traditionelle lateinische Tottordiplom beibehalten. was plant die Rrlchsbei-ridnügssteite? Tie Reichsbekleidungsstelle schreibt wrs: Turch die gesteigerten Bedürfnisse der Rüstungsindustrie, der Eisenbahnen, des Bergba:res und der Landwirtschaft wurde die Reichsbetleibungsstelle vor die Ausgabe gestellt, nebeir der üblichen Versorgung der bürgerlichen Be.ölldnmg für das kommende .Halbjahr dreieinhalb Millionen Ärb.'fter mit Llrbeitskleidung auszu- statten. Seit fast vier Jahren zehre i mit von unseren Vorräten, der Verschleiß wird von Dag zu Ta; stärker, brauchbare Ersatzstoffe fallen noch nicht tu ausreichender Menge zu und knappste .Haushaltung kann wohl die Bestände sttc.ffnr) sie aber nicht ersetzen. Es gibt nocks viele in der Svodt und au, dem Lande, deren Schränke «gefüllt sind, die einen, ja mehrere Anzüge entbehren könnten. An die wendet sich die Reichsbelieidungsstelste mir ihrer neum Anordnung; sie plant lediglich eine Sammlung von getragener Männerkleidung im ganzen Reiche. Alle Gegenötw unseres Vaterlandes sollen daran ihren gleichen Anteil haben. Für jeden Kvmmunal- Verband wird durch die Landesz-rutralbehörde d e Zahl der zu be- schafseichen Anzüge fcsttrestellt. Tie Kommunalverbände sind von der Reichs bekleidungsstelle ermächtigt Worden, von den wirtschaftlich bessergestelltcn Derionen, von der.en au^ulnebmen i , daß sie Ober- Leidung in größerer Anzahl besitzen, die VI:zeige«iT'rrs Beiitzstandes 'cm Oberkleidung ernzürsordern, wenn diese den Ausruf zur frei- nülligen Abgabe rrnbeachtet lassen. Von dieser Bestandsanzeige deiner OberÜeidung wird jeoer von vornherein befreit, der min.de- s«ens einen Anzug freiwillig ablieftrt, Dem Abliefernden wird eine Bescheinigrmg mit der amtlichen Züsichcrung erteilt, daß bei einer rm weiteren Verlauf des Krieges etwa notwendigen Einforde- rimg getragener Oberkleidung die jetzt abgerrommenen Stücke in Anrechnung kommen. Tiefe Enitffangsbescheffrigwtg wi^d nur dann iricht ausgestellt, weim der Aiblie'erer eine Abgabeste cheinigung zur Erlangung eines Bezugsscheines ohne Betzaris Prüfung fordert. Weiter betont die Reichsbr^lcidungsstelle ausdrücklich, daß die ab- gelieserten Anzüge nach einem geordneten Schätzungsversahren angemessen bezahlt werden und daß sie selbst unbedingten Wert auf -me >ausreichende Entschädigung legt. Das lind die Grundzüge der xeuen Bercwdrnmg. Ihre sachliche Wiedergabe sollte genügen, um endlich alles 'Gerede von Zwangsenteignung, vom Eingriife in den Kleiderbestand des Privatmannes zu widerlegen Tie Hauptt ungriffe gegen die Reich--elleidmtgs stelle richteten' ixdy mm gegen bte Bezahlung der ab gelieferten Altkleidungsstücke durch die Mtbekleidungssrelleir der Kvmmuiralverbärrde. Hierbei setzte die Kritik in allen Donarten .ein. Aber zart waren diese nie und mrgendNN. Ter Schrei nach dem logenannten „angemessenen" Preise wurde immer lauter und wohlmeinende Propheten, verhießen der Reickrsbekleidu-ngsstelle. daß sie sicher und geioiß freiwillig genügend Anzüge Wem der Bevpllterung bekommen würde, wenn erst endlich der „angemesseire" Preis allgemein bezahlt würde. Was ist denn eigentlich „angemessener" Preis? Jedenfalls ein sehr dehnbarer Begriff. Ter Verkäufer wird in den allerseltenst.m ivällen die Br. ahlmrg angemessen falben. Irgendeine feste Grenze iistr du Abskftätzing nrnß aber grzogerr werden, sonst kann es dahin iomtnen, daß für die alten abgetragenen Sachm Preise gezahlt werden sollen, die den.Fried, nswlschaffnngspreis um ein Mehrfaches übersteigen uns es unmöglich machen, daß die Altsachen nach kostspieliger Wiederi-nftandsetzung der minderbemittelten Bevölke- rung zu einem halbwegs annol/mbateu Preis zugeführt werden können. Wer bei der Abgabe seiner Altsachen an die Mtbekleidungsstelle ein Geschäft macken null. wer glaubt, daß ihm heute für einen alten Anzug mehr bezahlt werden muß, als er selbst vvr Jahren dafür bezahlt hat. der wiich auch bei keinem noch so hohen „angemessenen" Preise zufriedengestellt sein. Ihm ist alles Kn wenig. (Äktmnn aber soll bei der Mtkleiderbewürtschaftung« niemand ernstr.ichen. Tem gleichen Plane einer freiwilligen Sammlung von Mtkleidern wollen aber andere gleich den Garaus' machen und eine Beschlagnahme aller Kleider- und Stoffbestände m den Geschäften fdyicit ilmen das einzig erwünschte Mittel. Einfach lväve die Sache, wenn ihre Durchführung nicht zu schwer wäre. Die Reich^bekleidungsstelle konnte suh aber zu einem solchen radikalen Vorgehen glicht entschließen, mcü dadurch Handel und Industrie auf das Schwerste schädigt und einer weiteren Kom- mimisierung des Wirischnftslebens ohne zwingende Nvtivcndigkcit Borschub geleistet worden iväre. Tie Reichsbelleidungsstelle hat aber nicht nur die Verpflichtung einseitig nur bestimmte Bevölkerungsschichten zu bev!orzugen, sie muß für die ganze Bevölkerung tu ihrer Gesamtheit sorgen. Aus diesem Grunde schon konnte sie eil rer so eins cht- ieiden.de il Maßnahme und allgemeinen Beschlagnahme nicht zustimmen. Es blieb daher der ReichsbelleidungHz stelle klftu anderer Weg offen, als durch freiwillige Beschaffung rion Atämreranzügen oder Stoffen die angeforderten Mengen ein- zudecken. Letzte 2iczchrichten. Der neneste Bericht -er Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 30. dlpril. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfelde in Flandern entwickelten sich in einzelnen Mschnitten h flig? Jnfanleriekänrpse. Nördlich von Doormezeele und Groote Vierstraat nahmen wir mehrere englische Gräben. Bei Loker in die feindlichen Linien einst.'drungene S Nirm-Abteilungen stießen mit starken französischen Gfgeüa stlisfen zusammen. Im Verlaufe dieser Kämpfe konnte sich der Feind in Loker sests-tzen. Seim Versuche, über den Ort hinaus rwrzudriugen, scheiterten. Die tagsüber starke ArtjlLenetütigk'tt dehnte süh auf das ganze Gebiet des K-ennnel aus und hielt bis zur Dunkelheit an. An der übr gen Front blieb die Geftchtstätigkeit auf Erkundungen und zeitweilig auflebendes ANilleriefeuer beschränkt. Mazedonische Front: Am Wardar und Doiran- See brach ein nach nnhrtägiger Artiltcrier-orbereitung erfolgter feindlicher Vorstoß vor im seren Linien zusammen. Der Erste Generalquartiermcister L u d e n d o r f f. * * * Die Ratio naUiberalen und das Wahlrecht. B e r l i n, 30. April. Tie Lage yu Begimr der z weit e n L e - slung der W a tz t r e ch t s v o r l a g e ist insofern ungeklärt, als man nicht zu übrrsehen vernurg, ob die Aussprache bereits heute ihr Emde findet. Tie it a t i o it alt i b e r a I e Fra kt i o n trat gestern, zu einer Sitzung zusammen, die bis in die späten Nachmit- tagssttmden dauerte. Tie Erörterungen brachten eine positive Klä- rimg noch nicht. Die Probeabstimmun.gcrgab3 7 Stimmen für uild 35 Stimmen gegen das gleiche Wahlrecht. Tie Fre itonscrv ati ven sollen mit 5 Stimmert für das ^gleiche Wahlrecht rechnen, die sich bei der dritten Lesung auf 15 Stimmen erhöhen könnte. In der Fraktion der Tentschkonser- valiven soll, wie die Blätter hören, in der letzten Zeit eine kleine Gruppe bereit fern, sich für das gleiche Wahlrecht auszusprechen. Man glaubt, wie die „Börsenzeituntst" schreibt, daß sich fünf oder sechs Abgeordnete finden vverden, die ihre Stimme ftir die Regierungsvorlage äogeben würden. Mau rechnet aber trotz alledem mit der Ablehmnig in der zweiten Lesung. Tie Ansichten gmen mir darin, so heißt es weiter, auseinander, ob irgendeine Möglichkeit besteht, bis zur dritten Lesung eine Verständigung zwischen der Sfeiienmg und den Mehrhcitsparteien herbeizusühreii, um das Ergebnis der zweiten Abstimmung zu berichtigen. Tie Linkspar- teierr, besonders die Sozialdemokratie, wollen von einem Verstärv- dignngsversnche nichts wissen. Neue U-Boot-Erfolgl'. Berlin, ?9. Llpril. iWiTB. Amttich..' Deutsche und öster- rexchisch--tmgarische U-Boote rersent'ten inr Sperrgebiet im Mittel- meer 5 Dampfer und 2 Segler von zusammen rund 23000 Brutvoregiwwtonn-en. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der französische bewassnete Dampfer „Liberia" (1942 Brnttv- registert'mmen, ein pvoher beivaffneter Dvailsporter mit zwei SchorMteinen sowie ein italienischer Segler mit 700 Tonnen Eisen für Genna. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. ör&SiiK, HB -.Ci W?SBSJ^!f'AiSjaaH3*!^".J2dZE2K«mK>‘'3 Ein ösrerreichisly-englischjer Kampf im Adrialischen Vlerr. London. 29. April. /MTB. Nichtamtlich.) Reuter. Admiralität teilt mit: Äm 22. 4. um 9 Uhr 30 abends, stießen im A d r i a t i s ch e nt LM e e r zwei lmferer Zerstörer auf s ü n f österreichische Zerstörer und venoickelten sie in ein Gefecht. Ter Feind floh nach dem befestigten Hafen Dura z z ü, wobei.er von den britischen Zerstörers die durch fünf weitere britische und einen frMrzösischen vecslürl't waren, verfolgt wurde. Tie Jagd dauerte bis nach Mitternacht, bartu ging die Fühlrrng! mit dem Feinde verloren. Unsere baimt Zerstörer, die diese sehr überlegenen feindlichen Scefirertfräfte aitgrinen, erlitten nur unerheblichen Sckmden. Unsere Gesamtverluste sind 7 Tote und 19 Verwundete. Ter dem Feind zugefügte Schaden ist mrbekannt. Unruhen in Petersburg? Berlin, 30. April. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Rotterdam.' Der „Echange Telegraph meld-tt aus Kopen-, Hagen: Während der letzten Tage sins keine TelegrainmS aus Petersb urg ^mgetilvssen. Rach Berichten auS Finnland sind in Petersburg 'Unruhen ausgebrockten im Zusammenhang mit einer Gegenrev>olution. Es stehe fest, daß die Transporte russischer Saütateu nach Finnland ani 23. April eingestellt wurden als Folge der Zustände in Petersburg. Ein Marsch gegm Rostow. Petersburg, 29. Asdril- (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Ncuterschen Bureaus. Der Aufmarsch der Deutschen und Ukrainer gegen Rostow am Ton wird fortgesetzt. ES wiird berichtet, daß bei A l e x a nd r o w s k i im Gouver.^mtent Jekaterilroslaw Kämpfe stattgefunden haben. Die Stadt soll geräumt sein. Die englische Stimmung. Berlin, 29. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Tally Mail"' vom 18. 2l!pril enthält folgende bemerkensrverte Aeußerung zu den Verlusten durch -den U-Bvottrieg: -Es wird vorgeschlagen. Tausende von Arbeitern für die Werften nnd die Schiss^rau- industtie z^rückzul-alten. Es ist klar, daß nur junge und kräftige Leute hierfür in Frage ftmtmen, denn alte Leute kimuen die durch die U-Bootsrätigkeit veru.rsachten bedenllichen schweren Verluste nirlft wicder gut machen. Man kann aber nicht zugleich ein großesi Schiffbcmprogramm durchführen und eine große neue Armee auf- stcllen. Hierzu kommt noch, daß die englischen Truppen in der ganzen Welt von Archangelsk oiis Hiong-Kong verstreut stehen und überall mit Nachschüben und Proviant versehen loerden müssm. So werde Englands nationale Kraft.auf das ärrßerste angespannte Sie gleicht einem Licht, das von beiden Seiten an gezündet wurde, doch> bei der drohenden Niederlage der gegenwärtigen Gewalthaber ist jedes Mlittel Recht. Doch wird die Stunde kommen, daß ein zweiter Lord Chatham, der 1778 im Unterhause die Unmöglichkeit, Amerika Au besiegen bewies, den jetzigen Beherrschern Englands sagen wird: Man kann D ent schlaui> nicht besiegen. Jtalim und die Entente. Stockholm!, 29. Uprll. (WTB. Nichbcrmtlich.) Zn der Nachricht, das der König von Italien bei seinem nächste:c Besuch in Paris ein Bündnis zwischen Italien, Frankreich ttnid England zu dem Abschluß zu^brin-gcnr beabsichtige, der ihm im p-ovember vorigen Jahres renoeigert wurde, und oaß nur unter y.. *r BedinguM Italien bereit sei, den Krieg fortzusetzen, be-, r _n‘r „Aftoubladet", daß sie ein grelles Licht aus den tiefem •inneren (Gegensatz im Lager der AlliLerten werfe, nämliick!» auf der^ Gegenfatz zwischen Jtalicm -und Frankreich. Das Blatt schreibt, man brauch bl'vs daran zu oenkan, Mß man vor nify: allzu tanger Zeit hinter Italiens Rücken in Frankreii-ch'zusammen mit England einen Plan für die 'Auftellung der Türkei vereinbarte, in dem Großbritcnrnien dem Bundesgenossen erst dann ?kntcil an der Beute versprach als er zufällig davon Wind bekam. Das Blatt bringt Damit die Berner Meldung mit den bekannten Enthüllungen Clemenceaus in bezug aus den Brief Kaiser Karls in Zusammen-, Hang und sagt, es- sei unzweifelhaft, daß der ftanzösische Minister des Aeußern, um ferne AnsprückZe auf Elsaß-Lotliriugni zu stützen als Eittgelt Italien das Trentino ai'llrot. MS aber Clemerrcaau au 3 Aerger über das Mißlingen seines Tausch Geschäftes sich dazu verleiten ließ, auS der Schule zu schwätzen, begriffen die Italiener, um was es sich handelte und ftcchten jetzt durch ein festes Bündnis den Winkelzügen der französischen Politik auf Kosten Italiens ein 'Ende zu mofat. _ l VERlVilETürJIGEN 1! Eine 3-FimmerrWobng. zu vermieten in der Nillie Gieüens. Zu erfr. i. d. Gc- f:1)äfts st. d. Gteh . An z. 01r T> 1 Gln möb!. Wohn und Srblaszimmcr zu vermieten 61366 B 1 e i c bitr . 31, l. Möbl. Zimmer z. v. rmieten. Zu erfr. in der Geschäftsstelle des Grest Anzeigers. 01270 FrennslL sa§!sä. 2i;yjaar z.vrm. 01283 Balmbosttr. 61, II . Bu5 mSb!. W-jlia* a. 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Stets einfach wardein Leben, Du dachtest nie an dich. Nur ftir die Deinen streben, Hieltst du für deine Pflicht. Nun ruhe sanft, du treues Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die schmerzljche Nachricht, daß mein inniffst geliebter, herzensguter Mann, der treusorcende Vater seiner 6 unmündigen Kinder, unser braver, strebsamer Sühn, Bruder, Schwager und Onkel Sanitäter Adam Dörr am 25. April infolge einer schweren, am 19. April erlittenen Verwundung in einem Kriegslazarett nach 45monatiger, treuer Pflichterfüllung im 42.Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland gestorben Ist In tiefem Schmerz: Fron Lotse Dürr Ww. geh. Kluxe nebst Kinder Adam Dürr and Frao als Eltern Kearad Dürr, z. Z. in Urlaub, and Familie Andreas Dürr, Lazarett-Inspektor, and Familie Georg Dürr, z. Z. im Felde, und Familie Eduard Weisel and Fraa gei). Dürr Bernhard Wolf nnd Frao geh. Klage Eduard Michaelis und Familie. 3307 Wieseck, Gießen, Bad-Nauheim, Frankfurt a. M., den 30. April 1918. Tieferschütterterhielten wir die schmerzliche Mitteilung, daß unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn, unser guter Bruder und Enkel Kanonier Wilhelm KloOS Fuß-Artilierie-Bataillon 55, II. Batterie Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille am 12. d. M. seiner am 9. April erhaltenen schweren Verwundung im Alter von 19 x / 2 Jahren in einem Feldlazarett erlegen ist In tiefem Schmerze: Familie Ludw. Kloos II. Wilhelm Krämer. Sonntag mittag 12 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser treubesorgter Tater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Balthasar Rau im 65. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharina Kan Karl Ran,‘Weissbindermstr. Heinr. Ran, Kaufmann, Emil Rau, Kaufmann, und z. Z. im Felde, und Familie Familie. Giessen (Walltorstr. 67), den 30. April 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag nachm. 2 1 /, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 01282 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben unvergesslichen Mathilde sagen wir allen auf diesem W ege unseren herzlichsten Dank. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. In deren Namen: Karl Schmidt, Schlossermeister. Giessen, den 30. April 1918. 01295 ©ertwmtrtm ftrctmbea and 2kftram*n hie schmerzlich« Mitteilung, dah am Sonruag den 28. 2UnO, nachmittags 4 l/ * Uhr meine lieb« Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tanre 01280 Minna Friedrich geb. Stiehl nach schwerem Leiden sanft entschlafen Ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jrrflu- Friedrich und Kruder. Gietzen tzWetzstetngaffe 13!. 29. SlprU 1918. Die Beerdigung stndet Mittwoch den 1. Mat nach- ^ mittags 2Va Uhr auf dem Neuen Friedhöfe statt. Eg fcjfiö Am 88. Hjr.il starb nach kurzem Kranken- lager meine liebe Schwester 13299 Käulein Luise Reuter. Die trauernde Schwester: Christine Reuter. Gietzen lKaiser-Allee 15), den 30. Avril 1918. Die Beerdigung stndet Mittwoch den 1. Mat nachm. 3 Uhr, vom Neuen Friedhof aus statt. Für die uns erwiesene Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege uTtsem herzlichsten Dank. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Luise Schmidt geb. Schäfer. Gießen (Asterweg 41), den 28. April 1918. 0126 I Danksagung. Arisch srwSsserte Stockfische empfiehlt 2» C. 6 . Kleinhenn, T elephon 66. Bahnhofstr.bS. Mogjnak wieder eingerroffen u. preiswert zu haben bei 3290 Adolf Flftck, Kol tTilal waren v.vellLLiv»««» Neuen Baue 17. Tet 568. I1!1!1!!M!!1!1Ä!1U!!!1!M1!!111W»111I! empfiehlt sich 9,46 6,56 155,68 216,92 2,17 5,33 13.63 18,08 22.63 57,40 55,02 300,02 „ 355,36 l 1 20-24 „ unter 20 Die Stammanschniire sind mit der Rinde gemessen, nicht entrindet und nicht an die Schneisen gerückt. Das Gebot geht auf den Festmeier und sist für jedes Los besonders anzugeben. Gegen atiSreichende Sicher- beit wird Zahlungsfrist bis 15. November 1918 gewährt. Holz, das nach dem 1. Hmni 1918 noch im Walde liegt, mutz Käufer alsbald entrinden lassen. Angeboie sind verschlossen und mit der Aufschrift „Snbmtssionsholzverkauf" bis spätestens 16. Mai 1918, vormittags 11 Nur, an den Oberbürgermeister der Stadt Gienen einzureichen, woselbst um die angegebene Zeit die Gröffnung der Angebote in Anwesenheit der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an den Forstwart Geisel zu Gietzen. Nähere Auskunft erteilt auch Gr. Oberförsterei Gietzen. Gietzen, den 29. April 1918. 3297B Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien. Beigeordneter. Bekanntmachung. Das Backen von Weitzbrot für Kranke ist für den Monat Mai dö. IS. den Bückerrneistern August Deibel. Neuenweg 50, und Wilhelm Kleckenstein, Walltorstratze 31, übertragen worden. 3298B Gietzen, den 29. April 1918. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Ausgabe vou Gaatkartoffel«. Mittwoch den 1. Mai l. IS. findet letztmalig Ausgabe von Saatkartoffeln im Städtischen Lager, Walltorstratze WaldhauS 1 35/ 8 5trofdorf m 52 Hegemeister Echternacht, Krofdorf, Hegemeister Pratz, JorfthauS Waldbaus, werden auf Verlangen da- Holz vorweisen und Auskunft geben. Die Gebote sind schriftlich abzugeben. Sie müsien in vcrschlosseneni Briefumschläge mit der Aufschrift „Buchen-Nutzholzverkaus" bis zum Montag den 6. Mai d. I., nachmittags C» Uhr der Oberförfterei Krosdor», Kreis Wetzlar, eingereicht werden. Die Gebote sind losweise und nach Taxklassen getrennt auf volle 10 Pfg. abae- rundet je Festmeter, bei Los 1—6, bet Los 7 und 8 je Zentimeter abzugeben. Sie müssen den ausdrücklichen Vermerk enthalten, datz Bieter den HolzverkausSbedingungen sich rttckhaltZloS unterwirft. BerkaufSbedingungen gegen Erstattung der Schretbgebübr von der Oberförfterei zu beziehen. Eröffnung der Gebote am 7. Mai, 1 Ubr mittags im Hotel Geodber-oa von Hellen, West-Anlage SS, zu Giehen, in Gegenwart etwa erschienener Sävjcr. 1328- Nr. PO Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen) Dienstag, 30. April W8 Aus uitö Cawfc. Gießen, den 30. April 1918. ** Amtliche Per so nalnach richten. Ernannt wurden: am 17. April 1916 Frwdvich Schall in Darmstadt z::m Kmigei- gehilsen bei dem Generalstaatsantvalt; Georg Heinrich Becker in Lcmbach ^irm Schreibgetzilferi bei dein Amtsgericht Lambach: Emil «Steiger in Mzey zmn Sckn?«bgehAsen bei dem Amtsgericht Alzey; Wilhelm Zell in Gießen znm Schreibgehilsen bei dem Amts- geeicht Gießen: Adam Hube in Ovpeuheini Mir Schreibgehilfen bei dein Amtsgericht Oppenheim, Philipp Hosscrberth in Mainz znm Kanzleigehclfen bei der Staatsanwaltschaft in Mainz: Wilhelm Heb in Butzbach znm Schreibgehilfen bei der Zellemtrafanstalt in Butzbach; Heinrich Meuer in Orteiiberg znm Schreibgehilsen bei dem Amtsgeiächt Orlenberg; Philipp .Haas in Nidda zum Schreibgehilfen bei dein Amtsgericht Nidda und Anwn Greb in Darinstadt znm Schreibgelstlsen bei dem Amtsgericht Darmstadt I. ** Ausze ichnun gen. T-cun ,Gefreiten Wakwitz, Mit- tzlstd der Freinälligen.SanitcrMolonnL, wurde des Hessische Sani- tätskvenz verliehen. — Der Telephonist Otto 'Schäfer wurde mit der Höfischen .Dapserkeitsmedarllr ausgezeichnet. — Dem Kreis- straßenmeister Friedrich Kimpel, der als Pionier im Felde steht, wurde die Hesfisick-e TapferleitÄiredaille verliehen. ** Di enstjnbil än m. Morgen, den 1. Mai, begeht der HansVertoalwr des Korps Hassia, M. Dörr, .sein Lojähriges Dienstjnbilänm. — Am 1. ??'ai d. I. begeht der Königl. Lokv- ntzotwffihrer Ludwig Klein »ein 25jälwiges Tienstjnbckänm. ** Le sehallen - Ve r c n. Bom 1. Mai an ist die Dücher- haitle wieder an vier Abende, i geöffnet. Siehe Anzeige. ** S chworz-W eiß-L i ch t s pi el e. Seltersweg 61. Von heute ab tritt „Carl Auen" als Detektiv Rat Atcheim in seiirem 7. Abenteuer ,,Die getupfte Kravatte, Der Fall Clifford" aus. Außerdem zeigen in dem humoristischen Film „Zickendrahts Mßsdwrck' Dtelita Petri, .Herbert Paulnrüller und Leo Penkert ihr Können. Sieche Anzeige. Landkreis Gießen. ** Großen-Buse ck, 29. April. Dem Landsturmmann Johannes Stephan, Sohn des Schneidermeisters Christoph Stephan, wurde das Eiseime Kreuz verliehen. Die Hessische TapferVertsmedaille erhielt er schon früher. ** Steinberg, 30. April. Dem Land sturm mann Karl Röhmig wurde die Hessische Tapferleitsmedaille verliehen. ** Wa tzcnborn - Ste in b erg, 29. ,2lpril. Ter Fahrer Theodor Hirz bei einem Feld^Artl.-Reg., wurde nttt dem Eisernen Somrz 2. Masse Mlsgezeichnet. |.i KrciS FrledSerg. # Petterweil. 29. April. Die Schulzeichnung zur 8. Anleihe betrug 2231 Mk., im ganzen wurden jetzt 9550 Mk. durch die Schiller gezeichnet. — Assen heim. Das Eiserne Kreuz 1. Kl., früher das Eiserne Kreuz und die Hessisck>e Tapserkeitsmedaille, erhielt der Sergeant Kimpel. — Reichelsheim. Fürs Vaterland starb der Kanonier Richard G ö tz. Sericht»|«»«,l. X. Hanau, 29. .April. Tie in einem Porzellmrgeschäst tätig gewesenen ^Käuferinnen Elsy Dietrich und Hechme Kaufs-, manu aus Hanan hatten nach und nach Porzellan und Glaswaren im Werte von etwa 6000 Mark entwendet. Die Strafkammer erkannte gegen die beiden Mädchen aus je 9 Ruonate Gefängnis. X. Fulda, 28. April. Der Arbeiter Hermann Wcitz aus Mühlheim a. M. (.Hessen) hatte Butter, Mehl und Eier in der Fuldaer Gegend aufgekauft und in Hcmau, sonne in Offenbarst iveit über den Höchstpreis tvieder abgesetzt. Das Geschäft war für ihn so einträglich, daß er zwei Sparkonten eröffnen konnte. Vom. Schöffengericht Nenhof ist der Schleichhändler zu 2 Rionaten Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden. vüchertisch. — „Die Lüge vom Weltkrieg'h von Ludwig Grieß-- bauer (Literar. Anstalt Rütten & Loemng, Frankfurt a. M. Preis 1 Mk.) — Das Büchlein umfaßt auf 16 Seiten die treffendste Widerlegung aller feindlichen Vorhaltungen und Schmähungen gegen ba£ Deutsche Reich. So erbittert und vielgestaltig uns immer wieder die feindliche Hauptlüge begegnet, Deutschland habe aus Eroberungssucht den Krieg entfesselt, der deutsche Militarismus sei der Störenfried gewesen — so einfach und klar läßt sich das alles durch allgemein bekmmte Tatsachen widerlegen, und diese Tatsachen lichtvoll und sprechend kurz zusammengestellt, dem einfachsten Verständnis diesen Spiegel der Wahrheit und vollen Gewissensrnhe Deutschlands vvrgehalten zu haben, ist Grießbauers Werk, der unter dem Titel „Siegreich gegen zehnfache Uebermacht" im gleichen Verlag bereits eine ähnliche Aufklärungsschrift hat erscheinen lassen. Auch im vorliegenden Falle wirkt der Verfasser wieder durch seine beweiskräftigen ^Anschauungsmittel, die Vergleiche der beiderseitigen Grenz,! äugen, der Heeresund Flottenstärken, der diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Vorbereitungen. Deuffchland hatte und konnte am Ausbruch des Weltkrieges kein Interesse Hab«:, es stand lediglich in der Notwehr. Den Grießbauerschen Schriften ist die wetteste Verbreitung zu wünschen. * — Das erste im Aufträge des General st abes des Feldheeres heraus gegebene, nach amtlichen eilen Q>u bearbeitete Kriegs werk „Der große KrieH in Einzeldarstellungen" .(Verlag von Gerhard Stalling, Olden bUrg i. iGr.) beginnt soeben mit den drei ersten Heften „Lüttich!- Namur", „Tie Schlackst bei Lodz (Der Durchbruch bei Breziny) „Tie Winterschlacht in Masuren" zu erscheinen. Weitere Hefte gelangen in kürzester Frist zur Ausgabe. Vorgesehen sind bisher 38 Hefte von 3—7 Bogen (etwa 50—120 Seiten) Umfang. Groß- Oktav. Jedes Heft behandelt eine große Schlacht und ist vollständig in sich abgeschlossen; es enthäit als Sonderbeilagen 1—2 Reliefkarten des ScAachtgeländes und eine größere Reihe von anschaulich gehaltenen Kartenskizzen über die Schlackit. Die Hefte ersck>einen in der Reihenfolge ihrer Fertigstellung und sind einzeln käuflich. Preis jedes Heftes 1.20 Mk., derjenigen über 6 Bogen (96 Seiten) Umfang 1.50 Mk. Ter Generalstab leitet die Hefte mit folgenden! Worten ein; „ m r _.„ Die Riesengroße des Weltkrieges spottet aller Rdaßstabe, bie den Kriegen der Vergangenheit entnommen sind. Kämpfe, dre gestern den Erdball m Spannung hielten, sind heute schon fast vergessen. Wohl hat tagtäglich das deutsck-e Volt seit dem 4. August 1914 durch die Berichte der Obersten Heeresleitung erfahr«:, was draußen an allen Front«: vvrgcgangcm ist. Bei dieser Art der Berichterstattung inußte deirnoch der ^Ülgeinemheit die^kennt- iris der großen Zusanrmenchänge verschlossen bleiben. Darum hat der Generalstab des Feldheeres sich entschlossen, eine Reche von Einzelschirr ften zur Beröffentlicktung zuzu lassen, in denen dem deutschen Volke von dem Verlaufe der wickstigsten Kainpfhanö- lungen im jetzigen gewaltigen Völkerring«t Kenntnis gegeben wiro. Was diese Darstellungen bringen, ist noch nicht Kriegsgeschichte. Jahre, wenn nicht JahrzÄMe^ Werder: vergehen, bis die iimercn Zusammenhänge der Ereignin e völlig enthüllt sind. Dies wird erst der.Fall sein, wenn außer den Archiven. des deutschen Und der Verbündeten Geicevalstähe auch die unserer Gegner sich geöffnet hoben. Schor: heute aber soll dos deutsche Volk durch Darstellungen aus der Feder von Männern, die an den einzelnen Kämpfen teilgenommen haben, und denen das amtliche Quellenmaterial zur Verfügung stand, vo. dem Verlaufe der wichtigsten Sckstachttn Kenntnis erhalten. Wohl ist es möglich, daß die spätere Forschung hier und dort das Bild ändern wird. Das ist aber kein Grund, für jetzt überhaupt auf eine Darstellung unter Benutzung amtlicher Quellen zn verzichten. Ties tvürde der ^illmng von Gerüchten und Legend«: Vorschub leisten, die >sich in den Gemütern des Volkes leicht festsetzen, fv daß es schwer, wenn nicht mi= möglich ist, später Klarheit zu schaffen. Die Schriftenfolge ist rricht für du Kriiegswsssenschcrft bestimmt, sondern ft'rr das deutsche Volk in seiner ganzen Breite als den Träger des Krieges, vor allem für die Mitkämpfer selbst, um ihr Verständnis ^u fördern für die gewaltigen Geschehnisse, zu deren.Gelingen ste selbst Blut Und Leben ft-«ä>ig eingesetzt hcrbar. GwßeS Haupt cp rartver. Der Genevalstab des Feldheeres. .... Soweit der Genevalstab. Niemand witt> verkmneu- daß es sich! um eine Tat von bleibender geschichtlicher Bedeutung hcmdett. Arm ersten Male wird hier dem deutschen Volke in Waffen intb im Brirgervock unter Verwendung amtlichen Quellenmaterials eine nmfassende, fesselnd vorgetrayena und durch besonders anschaulich gehaltene Kartenbeilagen bereicherte Schilderung der bisherigen großen WaffDrgänge geboten. Den Mitkämpfern wird hier 7wch einmal das Selbsterlebte vor Aug«: geführt, sie sollen die Vorgänge in ihren Znsmnmenhängen und in ihren schließlich«: Wirkungen kennen lernen. Den Daheim- geblrebenen sollen die Hefte ein emdrircksvolles BUd davon geben- was ihre Tapferen dort draußen leisteten. Zugleich ist das Werk ein TenkiUal zur Ehre der Heldenkrieger, die ihr Leben, in penen Schlachten für die große deutsche Sache dahingaben — aufgerichtet für ihre Lieben, für Kind und Krndeskind. Ausruf. Heimatdank an heimgekehrte deutsche Kriegsgefangene! Infolge der durch die Siege des deutschen Schwertes erkämpften Friedensschlüsse mit der ukrainischen Volksrepublik, mit GroßMußland und mit Rumänien werden zahlreiche deutsche Kriegs- und Zivilgefangene aus der Gefangenschaft zurückkehren und der langersehnten Freiheit wiedergeschenkt werden. Unsere siegreichen Waffen bürgen dafür, daß auch den deutschen Kriegs- und Zivllgefangenen in den anderen feindlichen Ländern die baldige Rückkehr in die Heimat erUrnpft werden wird. Es gilt alle diese Heimkehrenden im Augenblick der Heimkehr auf den Uebernabmestellen und demnächst in den ärztlichen Beobachtungsstellen in einer lvurdigecl Wetse zu empfangen und namentlich durch Ueberreichen von Liebesgaben einen Willkomm und einen bescheidenen Dank darzubringen für alles unsäglich Schwere, das sie in beißen Kämpfen und später in der Gefangenschaft für unser Vaterland gelitten haben. Hierfür stnd reiche Geldmittel erforderlich. Seine Majestät der Kaiser haben bereits für den gedachten Zweck aus eigenen Mitteln 250 000 Mark überwiesen; außerdem haben das Königlich Preußische Kriegsministerinm und die Verroaltnngsausschüsse der^Bolksspende und der Hindenburg- gabe bereits 209 000 Mark bewilligt. Der hiernach noch zu beschaffende Rest von den für die Beschaffung der Liebesgaben nötigen und im ganzen auf etwa 3*/a Millionen Mark zn veranschlagenden Geldmitteln soll durch eine WM" Sammlung aufgebracht werden. Denn die Ueberreichung von Liebesgaben an die heimkehrenden Gefangenen soll ein bescheidener Anödruck des Dankeö der Gesamtheit des deutschen Volkes, nicht nur einzelner Behörden und Stellen, sein. Ein solches unmittelbar von der Gesamtheit des deutschen Volkes ausgehendes Zeichen der Dankbarkeit wird besonders qeeiguet sein, die aus der Gefangenschaft Heimkehrenden wobltnend zu erfreuen, sie überstandenes Leid vergessen zn machen und ihnen die zum Wiederaufbau ihrer vielfach verlorenen oder erschütterten wirtschaftlichen Grundlagen nötige Zuversicht und Krack zu verleihen. Der auf das Großherzogtum Hessen entfallende und von ihm auszubringende Anteil beträgt etioa 62000 Mark. Es ergeht daher an alle die herzliche, aber auch dringende Bitte, sich an der Sammlung, die schon Ende dieses Monats abgeschlossen werden soll, zu beteiligen. Jeder gebe nach Kräften. Keiner wolle sich an der Sammlung auöfchließcn. Auch die kleinste Gabe wird dankbar anerkannt werden. Und vor allem gebe ein Jeder schnell und obne Verzug. Denn soll das beabsichtigte Liebeswerk seinen Zweck erfüllen, so muß es rasch in die Tat umgesetzt werden. Die Ergebnisse früherer Sammlungen zu Gunsten deutscher Kriegsgefangener geben unS die Zuversicht, daß auch der gegenwärtige Sammelaufruf nicht unerhört bletben und reichen Erfolg haben wird. Die Gaben nehmen die bekannten Sammelstellen des Roten Kreuzes entgegen. Darmstadt, den 4. Avril 1918. Ernst Ludwig. Konvan. Generalleutnant z. D., vorfitzeuder der hejfllchen LanL«vereins vom Roten Rreuz. !)>'. Kratz, StaatSrat, »rer des Mice - Zrauenvereins und Vorsitzender der rwteilung des Roten Rreuzes für Rriegrgefangenenfürsorge. Oiessener Konzert-Verein U Sonderkonzert zugunsten des „Roten Kreuzes Montag den 6. Mai 1918, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula Gertrud Geversbach ( s °p ran )< K ™' el i ch f Hof °p ern - Alfred Steohani Cn-oßherzogHcher Kammersänger _l__ aus Darmstadt Am Klavier: Professor Trautmann Fintrittskarten zu M. 4.-, 3.— 2.-, l.— »StudentenkaHen M. 1.- ((nur i ... ■ — liegen Ausweis im Vorverkauf) bei Ernst Challi er, Musikalienhandlung (Telephon 671), und abends an der Kasse. 3284c Den Abonnenten werden die innegehabten Plätze bis Dienstag den 30. April, abends, reserviert. Schwarz »Wei&'Isächttpiele, Seltersw. 81 .. Täglich Künstler-Konzerte. . Programm vom Dienstag;, 30. April, bis inkl. Freitag, 3. Mai. Ans der William-Kahn-Serie 1918: VII. Detektiv - Abenteuer des berühmten Rat Anheim in 4 Akten st Hauptdarsteller: CARL AUEN als Rat Anheim. liökQiirait’s Mission. Reizendes Lustspiel in 3 Akten mit dem beliebten Künstlertrio Kieiita , Herbert Leo ™ euheri. s «*a Ciiessen, Oswalds harten. * ,,r < l"" C £roße aee ’ AI ih <» f