m 99 D«r (HsftfRti: Lnzeiaer eycheint täglich, außer Honntatz5. - Beilagen: Sktzeaer 5 ar.iUit«d!Ltter; Kteistioti ffic den Kreis Sietzrn. Sezngryrejr: monatl. üJtl 1.20, viertel- jährlich Dtt. ^.60: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.10: durch die Post Mk. L.60 viertel- jährl. ausschl. Destellg. Fernsprech - Anschlüsie: sürdieSchristleilungllL K b erlag,Geschästöstelleöl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Erstes Vlatt M. Jahrgang Montag, 29. April$18 postschrSkonto: zrmrffurt a. VX.\{m Vanksertehr: Gewerdedank Siegen Swiiüngsnuri»»me u. Verlag: SrW'sche Urriv.-Vuch. v. Steindruckerei 8. Lange. Schriftleitvng. SeschSstzfteüe ».Druckerei: Schuiftr. 7. Antttthme von Anzeigen *. die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVc:bu>dlichke:r Zeilcnjsreisr-. für örtliche Anzeigen 25Pf.,für auswärtige 30 Pf., Vr Reklamen Mk. 1.—; bei Platzvorschrift 20 °/ 0 Ausschlag. Hauptschrisrleiter: Au^. G o e 'z. steraiitwortlich für Politik u. Feuilleton: Aua. Goetz; Stadt und Land,Bermischtesu.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 27. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Wytschaetr stiegen wir dis an den Südrand ton Vvorrrrrzeele vor. Französische und englische Divisionen versuchten vergeblich, uns den Keimncl Mieder zu entreißen. Ihre anl Vormitüig in der Front von Dikkelmfih bis Loker, in den Abendsttmden aus der Gegend von Loker bis westlich von Dranoeter angefetzten Angriffe brachen in unserem Feuer verlustreich zusammen. Wo der Feind unsere Linien erreichte, unterlag er im Nahkampf. Nordwestlich von Mervitte, auf dem Süduser der Lys und bei Givenchy scheiterten feindliche Vorstöße. Zwischen Scarpe und Somme Crkundungsgefechte. Südlich vmr der Somme verbluteten sich Franzosen in mehrfachem Ansttn-m bei rmd südlich von Villers-Bretonneur. Nach dem Scheitern starker Frühangriffe anr und nördlich vom Walde von Hangar- faßte der Feind am Nachmittag seine Kräfte — vornehmlich Marokkaner — zu erneuten Vorstößen gegen den Hangard-Wal- und nördlich vom Luce-Bach ztlsammerr. Die nrehrfach wiederholten, durch stärkstes Artilleriefeuer eingeleiteten Versuche, unsere Linien zu durchstoßen. schlugen schl. Aus eigenem Entschluß schritten Infanterie-Abteilungen beiderseits des Luce-Baches zum Angriff, säuberten rvehrere Maschinengewehrnester und nahmen hierbei Franzosen gefangen. Au der übrigen Front nichts von Bedeutung. Osten. Finnland: Versuche des Feindes, unsere Linie bei Lantt «sch Oste» zu durchbrechen, scheiterten. Der Erste General auartierureister Lude ndorff. (WM.) Großes Hauptauartter. W. April. (Anttttch.) Westlicher Kriegsschauplatz. Arrf dem flandrischen Kampfseld wich der Feind in rück« wartWe Linien rms. Südlich von Laugemarck ging er über den Steerchach öfttich wn Ypern in seine Stellungen vom 'Herbst 11)14, bei ZUlebcke über diese hinaus zurück. In scharfem Nmtzdräugen zwangen wir den Feind vielfach zum Kampf. Hierbei nahmen wir Belgier und mehrere hundert Engländer gefangen. Wir erreichten die Linien: Südwestlich von Langnnarck—Westtrfer desSteerrbaches—Berlormlwek— Hooge—Zillebrke—Boormezeele. Die in vergangenen Jahren schwer umkämpfte Doppelhiihe 60 ist in unserem Besitz. Starke Arttllerietöttgkeit im Abschnitt des Kemmels. Nach Abwehr der französischen am Abend des 26. April ge- gm den Westhang des Waldes geführten Gegenangriffe stieß unsere Infanterie aus eigenem Entschluß dem zurückgeschla- genen Feind nach und ersttrrmte den Ort Loker. Auf dem Nordufer der Lhs ftüeiterten feindliche Vorstöße. Hierbei nahmen wir ebenso wie bei einer erfolgreichen Unternehmung nordwestlich von Festubert Engländer gefangen. Bei Givenchy wurden starke englische Angriffe ab- gcwie^en. Airs dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme blieb die GefechtStäti^eit auf Erkundungen und zeitweilig auflebenden Arttlleriekamps beschränkt. Am Hangard-Wald brach ein feindlicher Teilangriff zusammen. Osten. Finnland. General Graf von der Goltz hat Tava- stchus nach Kampf genommen. Bei dem Einzuge in die Stadt wurden unsere Truppen von der Bevölkerung begeistert begrübt. Der Erste Generalauartiermeister Lndendorff. Die AVendberichie. Berlin. 27. April, abends. (WTB. Amtlich.) Der Engländer hat uns weitere Teile fland rischen Bode n § überlassen. Wir stehen in der Linie südwestlich Lunge- marck—Verlorenhoek—Hoogr—Zillebeke. Berlin. 28.April, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Schlachtsronten nichts Nerres. Um Wern gehl langsam, aber stetig voran. Man hat den Eindruck, oaß unsere Oberste Hoeresleitung immer noch mit qai% bestimmten GckviÄgungsn den Mick auf das Wamye der Westfront gerichtet hat und die Stellungen der Fettrde einem Prozeß der Beunruhigung und M:s- Ächrurm MrbeÄverfen will. Ruhig und sicher schiebt eine urchchtbare Hand die GngMrder auch auf dem Keinen östlichen Kreis um Wern unaufhaltsam zurück. Unsere Truppen stehen auf der fibtie Westufer des Steenbaches (südwestlich von Lmrgemarck) — Verlorenhoek — Hooge—Zillebcke— VoormeZoele, und es ist sicher nur eine Frage weniger Lage, daß Wsm von den Enaläerd-ern aufgegebon wird. Wer diese Tage und Tagesberichte erlebt und aff die Auslegungen, die sich über die Lage verbreiten, der wird spLLer mit cuvem um so größeren Interesse die kriegsgeschichtlichen Festsbellrmgen lesen, die über und Ludendorffs Absicksten wie über die Auffassungen Fachs und Haigs Licht verbreiten. Wer könnte als Laie mit Bestimmtheit behaupten, daß unsere Heerführer auf eine „Ber- nichttrngstaktik" gegen das englische Heer hinauswollen, daß sie die englischen^ Kräfte in der Erhitzung der Lage einschmelAen und vernichten wollten? Das Wort ,Mr- nichten" wäre dabei noch verschiedenartiger Deutung unterworfen. Man kann mit hartem Zuschläge treffen und vernichten, und mai! kann langsam und sicher die Grundlagen des Gegners, seinen Mut, seine DiHiplin, seine Aussichten, unierwühlen urrd ihn so am härtesten treffe::. Aber man kann statt der „Dernichtungstaktik" auch eine Taktik des Mattsetzens vermute::, die dem Schachspiele ähnlich wäre. Stegemann nimmt im Berner „Munde" an, daß die Offensive im Weste:: den Feldzug bis mm Herbste bestimmen würde, und das ist toiohl auch zutreffend. Gr schreibt u. a.: „Man, muß immer wieder darauf Hinweisen, daß es sich um ein« Offensive handelt, die sich nicht nach Tagen und Wochen, so:^- dern nur nach Monaten beniessen läßt u:rd vermutlich den Feldzug im Welten bis zum Herbste bestimmen wird. Tie Lage der Sultierten ist nicht gebessert, sondern durch den Verlust des Kem- melberges weiterhin verschlechtert wvrde::. Fällt Ypern, so bricht die Verteidigung des Yserkanals z::sammen. Damit schwände die Hvfsmmg, die flandrisck/e Unterseeboots-Basis der Deutschen noch einmal ans der FlanL mrWgreifen: fällt den Deutschen in der Gestalt von Nieuport ein neuer Stützpn:ckt zu, so bleibt Fvch nichts übrig, als die Front allmählich über Poperinghe und Fmmes in der Richtung ans Dünkirchen zurückzunehmen. Daß der Feldzug in:' Westen in wenigen Wochen erledigt werden könnte, haben wohl nur wenige erhofft. Manche Vorstellungen von einem Durchbruch der feindlichen Front, damit verbundener Verwirrung mrd völliger Auflösung alles Bisherigen, sind als irrig erwiesen worden. Aber uns gefällt die ruhige Meisterschaft des Obersten Führers noch besser, der nicht alles auf eine Karte, auf Zufälligkeiten, setzt, sondern alles Zug um Zug nach seinen Absichten lenkt. So weiden wir zum besten Ziele kommen. Wie«, 37.April. (WTB.) Amtlich wird verkmübart: Im Südwesten schränkte fchlcchtrs Wetter die Kmnpf- tätÄkeit ein. Der Chef des Admiralfdabs. Wien, 28. April. (WTB.) Amtlich wird rErlmttbart: An der italienischen Front keim größeren Kampfhandlungen. Der Chef des Geueralsürdes. » Der türkische Bericht. Konstantinopel, 27. April. Heeresbericht. Palästinafront: Stellenweise Patrouillengefechte. Ein^ feindliches Flugzeug wurde bei Nabkus abgeschvssen. Der Beobachter ist tot, ötr Führer wurde verwundet gefangen genommen. Kaukasusfront: Unsere Kämpfe um Kars führten zum Falle der Festung. 860 Geschütze verschiedenen Kalibers sind erbeutet worden. Auf den übrigen Fronten nichts Besonderes. Kon st a nt in o pel, 27. April. (WDB) Tagesbericht. Palästinafr v nt: An der Straße Jerusalem — Nablus brachen unsere erkundenden Stvßtruppen tief in die feindlichen Stellungen ein. Ihr Stoß führte sie bis in den Ort Ehabu Felch. Gegen Abend nahmen :vir unsere Truppen zurück. Der Feind erlitt schwere Verluste. Mkein bei Chabu Felch ließ er 50 Tote. In der Gegend von Maar: wurden erneute Artgriffe der Rebellen abgewresen. Kaukasus front: In Karst erbeuteten wir außer den 860 brauchbaren Geschützen viel Munition, Kriegsmaterial und andere Vorräte. Mesopotamien: In den letzten Tagen fühlte:: englische Kräfte gegen unsere Stellürrgen am Schatt el Adeln und bei DjiaUa vor. Sonst nichts Neues. Bk Lage im Vesten. Berlin, 28. April. Nach Wveisert des feßrdlichen Gegenangriffes führte am Abend des 26. April unser Gegenstoß uns über die frühere Lüne hinaus, so daß in schnellem Zufassen aus eigenen: Entschluß der Truppe der Ort Loker und das zäh verteidigte Hvspitz östlich des Ortes genommen und der Gegner von: 5?öhenrücken südtvestlich Lvkerhof geworfen tmrrde. Im Laus des Vormittags lag vor: Bvvrme- Aeet-e bis Bailbeul vorübergehenrd stärkeres feindliches Feuer auf unsere:: Linien. Unter dem Druck unserer gestrigen Erfolge und nach Verlust des die Ebene weithin beherrschenden Kemmels Leg arm der Gegner im Yperbogen, von unseren Truppen scharf verfolgt und zum Teil zum Kampfe ge- Avnrngen, seit dem 27. Llprll, 6 lOyc vormittags, zu weichen. Die Ueberwindnng der Stcenbachlinie südlich Lange- marck führte zu Nahkämpfen und zu für den Feind verlustreichen Gegenangriffen. Im Laufe des Aberids des 27. April Wurden das an der Straße 2ÄvtsäM^te—Ypern nördlich des Kanals liegende Schloß solvie der Ort Boo rmezaele! gestürmt. An beiden Stellen hatte der Feirü) starken Widerstand geleistet. Er erlitt demerrtspvecherrd schövere Verluste und ließ mehrere .Hundert Giefang-m:e iri unserer Hand. Berlin, 28. Llprit. Die ersten Früchte der Erobeq rnng des Kemmelbergcs beginnen zu reifen. Die Engländer tvaven gezwungen, einen :veiteren Teil des mit unend^ lichem Blute ertcruften SchLachtseldes des vorjährigen Herbstes Vreizngeben. Von südlich Langemarck bis zum Kanal Ypern-Cvmen stellten die ständig voffühlenden deutschen Patwicillen in ben frühen Morgenstmche:: des 27. fest, daß der Gegner begann, seine S'tÄlnng zu räumen. Sofort drängte die deutsche Ilchrnterie scharf -nach nnd zwang dadurch den .Feind zu einem heftigen, für ihn sehr verlustreiche-n Gefecht. Sr. Julien, Areezenberg, Zillebeke wurden genommen, alles Orte, deren Eroberung vor noll) nicht ganz einem halben Jahre in gastz Eicglmrd und der ihm rerbündtten: Welt als große.Siege gefeiert wurden. Die Südweststrecke des Zillebekcr Sves nnrrde erreicht. Die Deutschen stehen dott nur etwa 1300 Meter von der Stödtmauer von Ipern .nUfernt. Südlich des Kanals wurden leimige MaschMngeweh-ncester ausgenommen. Im Vorgeläude des KeinMelnmssivs erneuerte der Feind seine Angriffe nicht. Nordlich^ Tranoeter stieß ein bayerisches Regiment nach Abwehr eines feäMichen Angriffes dem weichenden Gegner aus eigenem Antrieb nach und nahm in schneidigem Nacht- Mgriff das Dorf Loker und das ^äh v-erteidigte Hospiz östlich des Ottes. Das beuachöatte thüringische Bataillon schloß sich selbständig diesem Angriff an und roarf den Feind von den Hohen südlich Loker hinunter. Die beiderseitigen Artillerterr waren sehr tätig. Auch der südliche Teil der belgischen Front wrrrde von bat Deutschen uirter starkes Wirku:rgsfeuer genommen. Berlin, 27. April. (WTB.) Am Kanal Von Hollebe ke stieß am 26. April ein auf Erkundung befindlicher Offizier mit einem Stoßtrupp östlich von Cofthoek über den Iser- Kanal nach Norden vor und rollte in kühnem Angriff nördlich des Kanals einen Teil der Stellung aus, nahm 120 Engländer gefangen mrd erbeutete zeh:: Masch inengQvehre. Die Vernichtung des englischen Heeres. Berlin, 28. April. Das „Berner Tagbla tr" schreibt 27. Äprll zur KriegÄage: Ms zum ersten Male von deutscher Seite der Satz nufgesteLt Nkrrde, bei der diesTnaligen Offensive hcmdeb tä> sich um die Vernichtung des eNNlffchen Heeres, mögen vter- fach Zdbeifet darüber llrut geworden 'ein, daß sich ein solches Zick erchichen lasse. IRnn ist jeden gar leicht geneigt, diese Offemstoe mit jenen zu vergl-eichcal., die n: Mut und Schllmnn erstickten und das Mut des Angreifers in tvell höherem' Maße verschlangen, als das des Vetteidigers. Tie vorjährige Offensive-der Franzose:: an s>er Aisne gehört dazu, denn sie riß entsetzliche Lücken in ^ttvekles Heer. Da die Franzosen keffierlei Verlustlisten veröffmtlichten, :oac nur der Mbruch der Offerrsive ein Maßstab für ihre Abgänge^ Die Engländer aber, die genau ihre VerLrste cm. Totei^. Verwundeten und Ver:nisten rapportieren, geben vei'läßlrchen Ausschluß über dir Folgen der gegen sie gerichteten Offensive. Es wird ersichtlich, ob die erstrebte Vernichtung des englischen Heeres erreicht wird oder liberhanpt erreicht werden kann. Dte Deichchen hatten bis zum 10. April ungefähr 120 000 Gefangene gemckdet: bis zum 2!. April haben die englischen Listen aber allein 3819 vermißte Offiziere verzeichnet. Vermißte Soldaten waren bis zum gleichen Tage allerdings ^ nur 44 702 gemeldet. Aber die Zeitprmse für die Rappottie- rung über den Vertust der Soldaten nimmt viel längere Zeit in Anspruch als die der Offiziers Verluste. Fn der: englischen Liften föwet man, daß auf diese 44 702 Soldaterc 1176 Offiziere kommen, ßüfa auf 38 Mann rät Offizier. Diese Verhältnisse dürften bei den alleren Kategorien: tot bzw. venvundet. annähernd das gleiche sein,- den 3819 Osffziercn, die vermißt werden, dürften also, roenn alle Meldungen über die vermißten Soldaten vorliegen, fast 145000 vermißte Soldaten entsprechen. Die Deutschen babm mmiger gr> n^ldet, aber die Differenz mag sich so auffliiren, daß auch Tote aus engllscher Seite verncißt werden (d. h. nicht von den Deutschen ge- tzangen sind') und daß die Proportion 38 sich t>erschiLx n kann. An gefallenen Offizieren haberi die englischen Listen 4008 nacd- gewiefen. Das würde ungefähr 152000 gefallenen Soldaten entsprechen. Da der Pr^-entsatz 1:38 cncch hi'r für richtig erwiesen :st, ist eveiituell die Zahl 152000 sogar noch etwas zu erhöhen. Die verwundeten Offiziere ergeben eine Liste von 8116 Namear. Tie verwundeten Soldaten sind daher annähernd mit 307 000 Manu einznschätzen. Tie vorliegenden Teilziffern (31066 Verwundetes rechtfertigen diese Kalkulation. Mm: kommt dal-er, ohne Optimist zu sein, auf englische Abgänge von 145 000 Bermißtea, 152 060 Toten und 307 000 Verwundete, zusammen 6 04 00 0 Mann Das ist ein Brälust für die englische Arn:ee derbci62Divisio- nen die Hälfte ihres Bestandes ausmacht. Die Schlacke ist sehr blutig für den Verteidiger, :veit es eine Offensivs,hll:cbt ganz andern Süls ist als die früheren. Die Zalst der finerndeul deutsck^r Geschütze ist so groß, daß sie überraschend alles ttndecken u:rd keine Rettung zullrffen, während die Deutschen bei der mehr- tägigen Beschießung nicht mehr zu überraschen waren mrd viele Verluste ersparen konnten. Diese deuffche Offo:ffive ttaed do den Charakter der Bernichtungsoffercsive in jeder Hfifficht. Die Zahlen der englischen Verluste zeigen es derrtllch. Die geopferten Marokkaner. Berlin, 27. April. (WTB. MchtemtliM) Die als ®tte* truppe bekamtte Division marvcaine, die an Stelle der an den beiden Vortagen stark erschütterten ,Engländer nördlüb vom Hangardwalde eingesetzt weck«: mußte, hatte -nrßewrderrtiich rmd blutige Opfer bttugen müssen. Ern Durkv- und ein Zimven- regimertt der 1. Fremdend ivision kamen dicht geschlossen neden-i räiander angreifend in dichtem Mbel dis an die denrsäxr: Lmiciu heran.^ Sic wurden auf kürzeste Errrfi-rmop'. von den deutschen Masckiqnengewckw-n nrräergemLhd Nur schwache Reste des lapchr stckvmden Feindes erreichten südlich von BillerS- Breton- nenx die vorderste Lime, wurden jedoch alslxild durch emrgisck-eu Gegenstoß restlos Mirückgetrieben. Weiter nördlich und auch rcxiicx südlich war der Feind g^aunge:^ i m Feuevkehrtzn mache,:, wodurch er schwere Verluste erlitt. Von allen angreffendM martern, die der französischen Elitediviswar ^angslwrten, bltelvn zahlreui)e Gefimgane in unfrn? Hmch. Haufen vvn Toten l« e gen vor den deutschen Stellungen, unter ihnen wn> mehrere Eingeboren« von den.Phckippuien, die zufällig bei Krtegsousbrrich sftk- in Frankreich befanden itrtb ungefragt Ln die Armee «ngererht wurden Deutsche Flugzeuge über Calais. Bern, 28. Avril. Wie „Petit Parisien" mitteilt. hat em deutsches Flugzeug ge sch wader in der Ncvcht zum 1. April trotz heftigster Luftabwehr Calais überflogen und eine Anzahl Bomben auf ein bestimmtes Viertel abgeworfen. Es soll nur beträchtlicher Sachschaden angerichtet worden sein. Der Angriff dauerte V. Stunden. Die „Times" über die Ziampflage. Rotterdam, 27. Apttl. (W.B.) Nach dein „Nieuwe Notwr- damich« Courant" schreibt die „Times" in eilnmr Leitartikel : Der Verlust des Kemmelberg es rnuß einen ernsten 9diükschlag ans die verengte Stellung im Bogen von Bdern l-aben. Unsere Linie m beiden Seiten des Co-ntenes—Ppern-Kanals und fei St. Eloi hält ztnxrr^ gut Stand, aber man muß doch zugeberft das; Avern selbst und die ringsum liegenden Stellungen durch den unz'weiselhaften Erfolg des Feindes seltner bedroht werden. ,Es drohen ernste Gefahren, und die Lage erfordert äußerste Ruhe und die fiärfyfcert Nerven. T«ie gefährlichste Linie ist aber immer noch die ^ Sonrme-Linie. Es ist möglich, ,daß wir im Norden Öfelattbe pveisgcben, aber Rückzug im Norden dürfte kein Vertust sein, der nichtlvteder gutzumafen wäre. Ein gelungener Angriff dein, die der; Blick über die Höhenzüge sndivestlich von dberu freigibt und die unt diese Zeit des ersten Tagslichtes ttn .Hall dos gewaltigen Feuerüberfalles unserer Geschütze geradezu erzitterte. Dieser donnernde Chor der Geschütze, das Ausölitzen der Einschläge in dem noch dunstigen Höhenl-rnde, die dicken Rauch-- linien, derotr Qualm sich gleich düngen Balken über den Horizont legte, vereinigte sich zu dem getvaltigen Eitchruck einer modernen Schlecht. Jeder Abschnitt des Kampfes. -das Vorgehen der Fetter- walze. der Sturm der Infanterie, das Abflauen des Feuers ließen sich genau verfolgen. Nach und nach brachten die Drähte die ersten Meldungen, die erneu guten Erfolg meldetest. Der Kaiser, der sich in Begleitung des Oberbefehlshabers einer Armee befand, zeichnete selbst alle Ergebnisse in die Karten ein. Er blieb in der Beobachtung des gewaltigen kriegerischen Bildes versunken bis in die Nach- nnttagsstunden auf der Feld stelle urfe verließ sie erst, als die Meldungen bewiesen, daß der Tag einen ^ganzen Erfolg für die heut* scheu Waffen bedeutete, 2lus dem Rücklvege zu seinem Quartier bcftickstigle er noch zwei Divisionen, die sich im Lause der letzten Kämpfe besonders aussei chneten, und überall sprach er dabei ton der herrlichen Leffftmg der Truppe, deren Sturmarbeit er soeben beobachtet barte. Ein neuer Umschwung in Petersburg? Kopenhagen, 28. April. „Politiken" meldet aus Stockholm: Aus Finnland wird berichtet, daß die Generale Alexejew lmd Korn ilow sich in Petersburg aufhalten und sich, wie behauptet wird, zu Herren der Stadt gemacht haben. Die Richtigkeit dieser Meldung ist nicht nachzuprüsen, da Rußland telegraphisch abgeschnitten ist. Stockholm, 28. April. In Finnland kursiere, 1 augenblicklich Gerüchte über neue Unruhen in Rußland. Nach einer Mitteilung aus 2lbo an „Aftoirbladet" soll der frühere Thronfolge^ Alexcj N i kolaj e w i csch -um Kaiser in Rußland und Gwßfürst Michael Mexandroioitsch der Bruder des früheren Zaren, zum Regenten «isgerufeu sein. ^ (F. Z.) Finnland. Stock Holm, 28. April. (WTB.) Das finnische Haupt- quarti-er meldet: Willm a nnstr a nd ist von unseren Truppen genommen. Bor Wiborg neue Erfolge: Der rechte Flü§el des Feindes wurde durch eine umgehende Nankenbewegung von der Festung Wiborg ab geschnitten. Kopenhagen, 27. April. (Priv.-Del.) „Berlinaske Tidende" meldet: AuS Helsingfors wird gedrahtet, daß die Stimmung für die Einführung der Monarchie in Finnland sich immer weiter verbreite. Die allgemeine Wehrpflicht in Finnland soll möglichst bald eingesührl -werden. * . * Perflen erklärt seine Unabhängigkeit. Konstantinopel, 26. April. Das persische Ministerium des Acußern teilte der hiesigen persischen Botschaft mit, daß alle Verträge und Beschlüsse, die mit der politischen nnd wirtschaftlichen U u a b h ä n g i g k e i t und der Unverletzlichkeit des persischen Gebietes in Widerspruch stehen, auf- yehoben und für nichtig erklärt wurden. Die italienische Kammer. Rom. 27 .April. (WTB.) Meldung der Avenma Stefans. Die Kammer stimmte der Vorlage betreffend die Verleihung des Wahlrechts air alle Kämpfer, auch cm diejenigen Pie noch reicht das 21 Lebensjahr erreicht haben, zu und beschloß, stch auf einen Antrag -Orlandos bis zum 6. Wmi zu vertagen. Der beekrieg. Reue U-Voot-Erfolge. Berlin, 27. April. rt>6. Mg. M 1 unecht: Ter Reichskanzlcr empfing, entspreckrend einer mwir lange gehegten M'icht, heute eine Anzahl Vertreter der A r hert er gewerk schäften aller Richtungen im Bei- setn des Staatssekretärs des Reifewrrtsfeftsamtes. um ihnen Gelegetthett zu einer AiEvrafe über die die deutsche ArLeitersfeft beriibeenden Fragen zu geben. Es lmrren vertreten die christlichen Gewerkschaften, sowie die polnische Berufsvereiingung, die lvirt- schaftlrche natiLmale Arbeiterbewegung, der Berbaird der katholisckien Arbeitervereine, die freien Gewerkschaften urcd die deutschen Gewerk, chaftsve reine. Berlin, 28. Aprck. (WTB.) Die „Norddeutsche Mgemcine Zetttmg" erfährt von eiatem Telluehtner der gestrigen Besprechtmg des Rerfekanzlers mit Bettreterir der Arbeitergewerkschaften: Der Kanzler äußerte sich bei dieser Gelegenheit zu den christlich-nationalen Arbeiterführern auch über die Wahlrechtsfvage. Er betonte, daß er mit dem Preußischen Wahlrecht stehe und falle. Vor einigen Tagen noch habe sich der Kaiser ihm gegew- ifer dahin geäußert, daß er nach loie vor unbedingt au, dem Boden der Wahlrechtsvorlage stehe. Anderslantende Gerüchte seien dnrfetts unzutreffend. Tie ^Arbeiterführer versicherten dem Kanzler, daß in der gesamten deutschen Arbeiterbewegung keinerlei Neigung oder gar Absicht bestehe, in eine Streikbewegung cin?>u- tteten. Gerückftc, ibic anderö lauteten, hätten in der Arbeiterbewegung keine Begründung. Sehr erwünscht sei allerdings, daß von den militärischen und den ZivckbeHörden der Arbeiterbewe- gung ein größeres Verständnis eittgegemgebracht werde. rick Matthäus I. — Bleichenba ch. Aur btirt Verlnnd- Wo&e starb '.nwlge ich.nerer Verwrmdung nach ZVsjäbriger truer MchterMlung der Umerosft-ster Wckbttm tzöhn In Habers Epernen Kreuzes und der Hessischen Tapserkeitsmedackle. — V c n- hausen. Für- Vaterland starb der Gefreite Wckhelm Euler. ^ Kreis Schotten, v ? 28. Lpril. Das Kriegsebrenzeichüt. früher di^Oeffckfe ^«Mterkeusmedaüle, erknelt der Wehrmann Ludwic Stsrkettbilrg und Rhcinhesfe». % 3t0ri! - ®? ä S'o'JJwt« wranftaltet a\i lltztM Ztirlus rnbte,er Lplelzcitantangs Mai fen Ger hart- Dauptmann - Z y k l u s, umfassend: M i ch ue l 1. Mai senw Ersmuffübruna m Darm^di ^ - ■■ -„itanttr, e Erimuffuhrung tu Darmsmdt erlebt. Und i). Versunken« Glocke (15. Ddü). Biberpelz Zirrs Slcrdt rrnD LLHSTS. Gießen, den 29. Llpril 1918. ** Amtliche P er so n a ln acb richten. Der Großherzog empfing am Samstag zum Bortrag den Staatsminifter Tr. von Ervcckd, den Minister des 'Innern Tr. von Lwmlwrgk zu Vach, den Generaladjutanten General der ^bavallerie von D-ahn, den Ordens- kcn^ler Generalmajor h la suite Freiherr Rüder von Diersburg, den Kabinettssekretär Dr. von Eiff. — Der Grvßhe^og hat am 87. Aprck den Ministerialregistrator bei dent Ministerin nt der Justiz Karl Linker in Tcremstadt zum Gerichtskostenrevisor er- ncrmu. — In den Ruhestand versetzt wurde am 27. April 1918 der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Osthosen Johannes See Haus aus sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner lang* jährigen treuen Dienste mtt Wirkung vom 1. Mai 1918. ** Zum Absatz von kvhlensaurem Kalk (Schlvnm- koeide). Es wird darauf hingetv-jesen, daß kohl«lsortrer Kalk (Schlemmkreide). der so hergiericktet ist, daß er zu Futterzweckeu verwandt iverden kann, mir durch die Reichstuttermittekstelle Geschäftsabteilung, G. m. b. &. (BezugsVereinigung der deutschen Larchwirte), Berlin W 35, Potsdamer Straße 30, abgesetzt werden darf. Vorräte an derartigem kohlensauren Ktckk find der genannten Stelle unverzüglich anzum.elden. ** Lichtspielhaus, Bahrchofstraße 34. Das Dop- pelpvogramrn: ,^In Sachen der Domb-wm>ws7cck^ „Der Fall Clemeneeau", wird von morgen ab aufFeführt. Außerdem steht das Schauspiel „Der Schatten am Fenster" ober „Die Spur im Schnee" mit Mogervs' Enger und 5)anna Brinkinann in den Hauptrollen auf dein Spre^lplan. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. ** Londorf, 29. April. Dem MEtier Plstlipp Fabel wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. [1 Watzenborn-Steinberg, 29. Aprck. Für die achte Kriegsanleihe wurden in unserer Gemeinde 171 264 Mk. gezeichnet. Kreis VWinsen. # Büdingen . 28. April. Tos Eiserne Kueuz erhielt der Gefieite Wilhelm Acker. — Calbach Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Musketier Karl Koch, Kanonier Fritz Koch die Hess. Tapftrkeitsmedaille. — Nieder-- Mockstadt. Das Eiserne KveuA erhielt Heinrich K 0 ch das Hess. Ehrenr>eick>en für Kriegsverdienste am Kriegsbande der Landsturm--- mann Heinrich Krölk. — Blofeld. Das Eiserne .Kreuz erhielt der Landsturmmann Herntann No hl. — Büches Die Hess. Tapserkeilsmtackle erhielt dar Lcmdsturntmann Richard H ix. -- Wolf. Der Fahrer Korrrad Malfeld und dessen Bruder Heinrich Malfeld erhielten das Eisente Kvenz. Kefen roo. Das Eiserne Kreuz- 1. Klasse erhielt der Gefreite Friedrich Sinner.— D ü d e l S h e i m. Da» Eiserne Kreuz erhielt der ^rcusktt^r Fried- der am Pchpa tanzt (7. 22. MM Hessen-Nassau. ' -- Wiesbaden 26. April. General der Infanterie und Generaladnttant des Kaisers Teto v. Schenck ist heute früh hterielbü erner Lungenentzündung erlegen. Der Verstorbene wac uis zum Kriege kommandierender tz^eneral des 18. Armeekorps und.führte dieses bis Anfang vorigen Jahres. Aus Gesundbeit-<- rucklichten nahm er seinen Abschiü, und ließ sich hier nieder. Verein zur Beschäftigung Arbeitsloser in Hessen und Hessen- Nassau. -- Frankfurt a. M., 29. April. Unter dem Vorsitz des Drovtnzialdirekdors Geheinrerctts W. Best - Adam- lstell am Sams- tag im „Römer" der Verein für das Großherzi^tum Hessen und die Provinz Hessen-Nassau.zur Beschäfttgung Arbeitsloser seine dt-esiährrge HauptversanTmlung : ab. Der Tagung wshntvr u. a. au:ch Proviuzialdirettvr Tr. II s i n -g e r - Gießen und Laudesfeupt-» mann K r e ck e l - Wiesbaden bei. Ter bisherige Bereiuslecker Pvv- vrnztaldirektor a. D Dr. Breidcrt-Wiesbaden tourde zum Ehrenviorsitzenden ernamtt. Dem Jahresberick^t zufolge hat die vom Verein unterhaltene Arbeittrkolonie Neu-Ulrichstein (O b e r h e s s e n) mtter der Leitung der Oekonomirwates .Ritte trotz der schnnerigen Verhältnisse, die der Krieg gerade diesem! Zweige sozialer Betätigung brachte, aus^mbentlich «ute Ergrb- Mfte gezeitigt. Die Kolonie konnte infolgedessen sich an allen Kriegsanleihen mit insgesamt 300 000 Mark beteiligen. Eine engere Genre.nschpst gntg d.r Verein mit der Herbnxre lür lugendlick»; Mianderer in Frankfurt ein. Die Kolonie beifestigte im letztvr >>ahre 5r9 Mcmn aus fast allen Bundesstaaterr jn zusammen 8024 Verpflegtrngstayen mtd 6896 Arbeitstagen. Die Betriebs« kolren belief«! sich auf 838 58 Mark. Bemerkenslvert ist. das litt:« der Klostenauftvand pw Kvpf unt» Tag von 1.89 Mark im Jahn 1916 aus 1.54 Mark im letzten Jahr verminderte. Tic Bvraw schlüge lder Hauptkasst mit 57 000 Mark, der Kolonie-Wirt" schastskasse tnit 91269 Mark uivd der Zbolcmiekasse mit 56 547 Mari Einnahmen und Aitsgaben fanden die Billigt mg der Tagung. Ar. Stelle des zurückgetreie:ren langjährigen Vorsitzenden Vw» vttrziakdirektors a. D. Gehrmnierat Dr. B r e i d e r t - WeS- baden lonrde Pvovitrzialdir -ftvr Geheimemt B e st - Mainz zun» Vors'tzenden des Vereins geloählt. Gießener Strafkammer. Gießen, 26. April 1918. Wegen unerlaubter Ausfuhr von 18 Zentner in Stangenrod gelauster Aepfcl war der Faoriftoärter Ludwig Sp. zu .Herdecke bei Hagen vom Schöffengericht Grülck-erg zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. .Seine hiergegen eingelegte Berufung lvurde kostensällig zurstckgewiesen. Drei aus dem Kreise Alsfeld stammende Burschen wurden wegen Etttziehung vmr der Wehrpflicht zu je 300 Mk Geldstrafe oder je 30 Tage Gefängnis verurteilt. Der 17 Jahre alte Metzgerlehrling Gnml F. in Friedberg, % Z. in Untersuchungshaft, und der 17 Jahre alte Arbeiter Wckhelm Sch. von Schwalheim haben teils gemeinschaftlich, teils F. allein zu Friedberg int Februar l. I. zu 3 verschiedene Malen aus dem SchLachlthau.se des MetzgermeisterS E. dasell'st ea. 22 Mund Speck, Nliifestiens 9 Pftnw Fketschlvurst und 35 Pfund Hackfleisch, letzteres im Wert von 60 Aik., alles der Metzgerinmntg in Fried- berg gehörig, enttvendet. 10 Pfund Speck verkaufte F. an den Arbeiter Wilhelm B. zu Friedberg für 60 Mk.. den dieser später in Frankfurt a. M. das Pfund zu 10 Mk. wieder absetzte. D. und seftte Mutter haben sich deshalb wegen .Heftkerei zu verantworten: B., seinen Rucksack zum llnterbrin'wn der gestohlenen Sachen gegeben hatte, war auch der Beihilfe zum Diebstahl angellagt. F. und Sch. haben ben übrigen Speck und die Fleischwurst in Frankfurt verkauft. Diese und auch B. hatten sich dieserhalb auch noch! wegen unerlaubter Ausftthr von Fleisch usw. aus dem Großl-erzog- tum noch Frankfurt m, Vercmtlvorten. F. erhielt eine Gesamt- gefäugnisstrafe von 7 Monaten. Sick), eine solche von 2 Atonalen ititb B. eine solfe von 2 Monaten ultd 2 Wochen. Die Mrttter B. wurde freigcsprofen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen 4 Jugend-* liche von Schotten rvegcn Sittlichkeirsverbrechens verhandelt. Es wird ihnan zur Last gelegt, mit Mädchen unter 14 Jahren unzüchtige Hiandlungen doryenoinmen zu t-aben. Drei der Ange- llagteir erhielten Gesängntsstrafen von 6 Wochen, 3 Wochen mtb 3 Wochen, einer toatrbe frei gesprochen Tie jetzt 17jährige Frieda M. von Jünbausen und die 20 Jahre alte Amta Sch. von da sind vom Schössengericht Büdingen zu 3 bzw. 4 Monaten GesäuMis verurteilt worden, weck sie im Sommer 1917 mit Kriegsgefangenen geschlechllich verkehrt haben. Ihre «gegen dieses Urteil eingelegte, auf Herabsetzung der Strafen ge- richtete Berufungen imräben kostensällig zurückgewiesen, es bleibt somit beim erstinstanzlichen Urteck. I Da r mstadt, 28. Aprck. Die Strafkammer vewrtnl« den Landwirt Valentin Holler I. von Froschhaufen wegen wissentlicher Hinterziehung von Kriegssteuern zu 5000 Mark Geldstrafe. Er hatte ftchmc zum Wehrberteag 1913 falsch deklariert. Jnsi^samt hat er außer der Strafe 17 000 Mark Steuern mvfe ^uza!)len. — Der Mufmvnir Max Blehke von Seligenstadt ist wogen Verletzung der Kriegssteuergq'etze bereits früher von der Strafkammer zu 10 000 Mark Glldstease und l Monat GefänyinÄ vewwteilt worden. ?lüßerdem ertegte ihm das Finanzamt Strafbescheide in der Höhe von 14 000 Mark (das 12- bis 15sache der hinterzogeneü Steuern) Mrs- Er erreichte mit fernem Einspruch, daß das Gericht die Strafbescheide auf das 6- bezw. 12fache herab- setzte, so daß Blehke nrtt „nute" 8—9000 Mark Geldstrafe davon- kommt. — Jinnterhm erscheint die Steuerhinterziehung als ein rockst schlechtes Geschäft. Unrvsrfitäts-Nachrichten. Berlin, 27. Llprck. (WTB.) Em Erlaß des Kultusministers vmn 25. 9lpril besttmmtt daß bis auf weiteres sämtliche Jmmatrikulativnsgesucke von Ausländern ihm zur Entscheidung vorzulegen sind. Ausländer deutscher Muttersprache können bis zum Eintreffen der Entscheidumg einstweilen als Hörer Mgelassen werden. vermischtes. Ein fchtvercs Unglück auf dem Neckar. Eßlingen. 28. Aprck. Nach Beendigung eines Fußballspieles stürzte heute nachmittag aus dem Neckar oberhalb Eßlmgen eine mit mehr als 60 Personen besetzte Fähre um. Sämtliche Insassen stürzten ins Wasser. Die metsten wurdcti gerettet. Die Zahl der Vermißterl steht noch nicht fest. Sic wird auf 15 bis 20 geschätzt. Drei Tote sind W jetzt geborgen. Eßlingen, 29. Aprck. (WTB.) (Eg. MeldO Da- Unglück hat sich bei der Hanrmerschmiede in der Nähe von Obere ß l i tt - gen abgcspiÄt. Zolstreiche Personen bermtzten die aus eine Tragkraft von 60 Personett berechnete Fahre und stürmten, als dies-? miw sckstug, sämtlich ins Wasser. Viele konmen ftch retten, ,i ve konnten aite dein Wasser gczogelt iverden. Jedoch wurden bi^ b?>ue früh bereits 14 Leichen geländet. Man nimmt an daß insge,a»tU 20 — 30 Personen bei dem Utffoll nms Leben kamen Am 9. April 1918 starb auf dem Felde der Ehre mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines lieben Kindes, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Offizier-Stellvertreter Heinrich Schmelz Komp.-Feldw. der 9. Komp. Res.-Inf.-Regt. Nr. 254, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl.* der Hessischen T apferkeitsmedaille u. d. Süd- West-Afrika- Denkmünze. In tiefem Schmerz: 3238 Frau Marie Schmelz und Kind Offz.-Stellv. Zögner, z. Z. im Familie Heinrich Schmelz Felde und Familie Familie Wilhelm Volk Frau Elisabeth Kühl nebst allen Verwandten. Wieseck, Gießen, Nieder-Moos, Metzlos, Grebenhain, Katenberg, Echzell, Gedern, Bischofsheim, den 26. April 1918. WMWS «LWMiW m «MMHW Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die Kranzspenden, sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr am Grabe sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Römer V. Heuchelheim, den 26. April 1918. 3256 Wir suchen zmn baldigen Eintritt eine perfekte ferner für unsere Telephon; Zentrale eine weibliche Kraft die ebenfalls die Schreibmaschine und Gabelsberger Stenographie beherrscht. Es können sich auch .Kriegsbeschädigte melden, die glauben, sich für den erwähnten Poüen zu eignen. 3276 H. Schaffstaedt G- M. b. H. 61 i e fe e n. Tüchtige Köchin, sowie besseres Hausmädchen mit nur besten Zeugnissen sofort nach Darmüadt, Anna- stratze 24 I.. gesucht. 01213 Gesucht tüchtiges Mädchen für die Küche. Hausmädchen vorhanden. 3130 Drau Gebeimrat Voit, Klinikitratze 41. Jungfer gesucht zum 1. Mai. Dieselbe mutz gut schneidern können und etwas Zimmerarbeit übernehmen. Zeugnis-Abschriften mit Bild und Gehaltsansprüchen an 3213 Freifrau €J. Mchenk, Scklotz Pbilivpsrude,. Hauau am Main. ütjrl., tut bat- kinderlieb ist, ver 1. Juni gesticht. Frau Maurer, Schwarz-Weitz-Licht spiele 3093 Seltersweg 81. Ein braves Dienstmädchen sucht zum baldigen Eintritt Frau Luise (Sutliardt. Seltersweg 38,111. Vorzustellen vorm, non 8-12, abends van 7-9 Uhr. 3211 Täglich Künatlerkons^rfc©. Morgen Dienstag wieder ein Doppelprogramm: ClcEDeoceas Erlebnisse des berühmten Kriminalisten Rat Anheim Kriminal- und Detektivschlager in 5 Akten Außerdem: Der Schatten am Fenster oder: Die Spur im Schnee Gesellschafts-Schauspiel in 4 Akten O In den Hauptrollen: Mogens Enger . Hanna Brinkmann 3269 a * %*■ Sauberes juklges Mädchen, am liebsten vom Lande, gesucht. 01234 Jullmann, Grabenstratze 7. ®n e f&tace !£ SiciiftmöDAen per 1. Mai ob. später gesucht 01257 Srbanzenstr. 6, v. tagsüber gesucht 3268 SiioAnlaae IS, L Ein träft lg er Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, datz am Sonntag nachmittag 4'/, Uhr unser liebes Töchterchen trnd Schwesterchen Anna aack langem, schwerem Leiden im Alter von 7 Monaten verschieden ist. Wir bitten um stille Teilnahme. Heinrich Koob, Htlisheizer, und Familie. Ktein-Linden, den 29. Avril 1918. Die Beerdigung findet Dienstag den 30. April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbebause Frankfurter Stratze 17 aus statt. 3 Zimmer Eine 3-Ztmmcr ÄSsvng. zu vermieten in der Pähe Gierens. Zu erfr. i. d. Ge- schästSst. d. Gietz. Anz. 01251 Iriölfd. Zimmer El Für die Beweise freundlicher Teilnahme bei dem uns so schmerz- || lich betroffenen Verluste sagt herz- 1 lichen Dank M248 im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Katharine Schupp Wwe. MSvl.Äimmer z. vermieten s1237_ 91 ens n Baue 2 ,I. Ä^obl. Zimmer z. vermieten, evtl. geg. etwas Nachhilfe in En ul. u. Französ. abzugeben 01243_gcücrcOucg *3, i. MS bl. Zimmer, seu Eingang' zum 1. 5. z. norm. 01239 _Löberkr . 61, Gartenh. Schä'a nsÄti. XlKiwer m. eig. Eing. u. ein lesrsT Lntr. z.vm. 0125h Plodttr. 12. EL Verschiedene j Bai. G-732fuj®8r-a si^ase" in. Zubeh. für i.Fuli, ev. früher, z.vm. Nah. Wall torstr. 73III. kleine Wobnuna z. nenn. 01217 Kroldorfer Str. 10 . 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Die Gebote sind nach Losen, Klaffen und Sortimenten getrennt zu halten, da keine Zusammen- rechnung st alt findet. BerkausSbedingungen werden am Eröffnungs- lerrmn bekanntgegeben. Angebote sind verschlossen mit passender Aufschrift zu versehen und bis zum 1. Mai 1918, mittags 3 Uhr, aus Unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet. Annerod, den 25. April 1918. Großh. Bürgermeisterei Annerod. H o - n. SL 1 V rraum gleicher Erde, kühl, für die Dauer des Krieges z. mieten gesucht igleich ob. für 1. Juni). Bonner & Krumm töteten. Vertreter f. iechn Artikel, welcher v. ied. Masch.-Detrteb sortlauferrd gekauft wird. b. boh. Provision gesucht. Nur einges. Herren woll. sich melden. Sis. »ater JLß. ü. Tlö beshrd. Ra?.si2 BSuota, OM». »70,ss Ein tüchtiger Packer und ein kräftiger Lsnsbiirsche sofort in gute, dauernde Stellung gesucht. 3272a Emil Roth _ Marburger Stratze 20. 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Doch nun Ist es ganz anders gekommen. Zu früh hat der Tod ihn hinweggenommen. Es aolltp nicht sein, daß wir uns wiederseh’n, Ruhe sanft auf ein solcnes in lichten Höh’n. H. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser innigsfgeliebter Sohn und Bruder Gefreiter Wilhelm Braun im Infanterie-Regiment Nr. 254, 1. Kompagnie Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille am 12 . April infolge eines Kopfschusses nach ßomonatiger Pflichterfüllung im Alter von 2 Z Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Braun II. nebst allen Angehörigen. Daubringen, den 24 . April Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! 5*5* In den Angrissskämpsen gegen unseren schlimmsten Feind besiegelten mit ihrem Blute ihre Tapferkeit und Treue zu Kaiser und Reich Wirillj gtitidi Inhaber deS E. Ä. 2. Klasse nnd de» Bremer HanfeatenkreuzeS. eingereicht zum E. K. 1. Klaffe gfllincnjuafer llnteroff. Trapp | Inhaber de» BremerHanscatenkreuzc» zahnerij. llutcrojf. Braikaim Inhaber de» E. St 2. Klaffe zahlMMker Morgemth. ^ Sie zogen freudig und zuversichtlich in den Kampf. In treuester Pflichterfüllung fielen sic und starben den schönsten Soldaten- || tob mit dem Bewußtsein: der Feind ist geschlagen. u Mit aufrichtiger, aber stolzer Trauer nehmen wir von unseren Kameraden und Freunden Abschied. Ein treues Gedenken bleibt ihnen für alle Zeit sicher. vie Zahnenfunker des Znf.-Negts. „Bremen" fl. Hans.) Nr. 75. m Iw Kampfe für das Vaterland fiel unser lieber Corps- bruder Referendar Hugo Böckler Leutnant und Ordonnanzoffizier in einem Infanterie-Regiment. , ”* B Der C. C. der Starkenburgia. Wio hast du wohl in letzter Stunde Gesehnt dich nach dem Elternheim; Nun ruhe sanft, du lieber, guter, 0 braver Sohn, geliebter Bruder, Sollst nie von uns vergessen sein. Plötzlich und unerwartet erhielten wir am 9. April die traurige Nachricht, dass unser einziger, inmgstgeliebter, guter, hoffnungsvoller Sohn, Bruder und Schwager Füsilier Otto Schäfer im Füsilier-B^t. 73 I. M. G. K., Inhaber des Eisernen Krenzes II. Klasse nach 22 monatiger, treuer Pflichterfüllung im noch nicht vollendeten 22. Lebensjahre am 8 . April seiner schweren Verwundung im Feldlaaareit erlegen ist. In tiefem Schmerz: Familie Philipp Schäfer IX. Daniel Oberndorfer, z. Z. im Felde und Frau geb. Schäfer Wilhelmine Valentin. Am 21. April starb infolge Verwundung im Kriegslazarett; mein lieber, unvergesslicher Mann, unser guter Vater und Sohn Landstrm. Car! Keil Landwehr-Infaiiterie-Regiment Nr. 80. In tiefer Trauer : Frau Th. Keil geh. Schmidt und Kinder Elisabeth« Keil, als Mutter nnd Anverwandte. oi£S8 Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser einziger, inniß-stgeliebter und hoffnungsvoller Sohn, mein lieber Bruder, Neffe und Pate Grenadier Otto Kröck Inhaber des Eisernen Kreuzes u. d. Hess. Tapferkeitsmedaille im blühenden Alter von 21 Jahren auf dem Schlachtfelde sein hoffnungsvolles Leben lassen mußte. f In tiefem Schmer«: Familie Karl Kröck II. Helnr. KjröcJt Familie Wilhelm Hofmann Heinrich Hörr nnd alle Angehörigen. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass am 15. April 1918 unser lieber, unvergesslicher Sohn, Bruder und Bräutigam / Schütze Wilhelm Lehleitaer Res.-Inf.-Regt. 11, 3. Batl., 3. M.-G.-Komp. im noch nicht vollendeten 21. Lebensjahr den Heldentod erlitten hat. In tiefem Schmerz: Heinrich LeMeitner u. Frau geb. Weies Sophie Lehleitner Margaretha Bruck als Braut OhMsen, Lioh, am 29. April 1918. FTTr'^SS Wen, Amids kackn Zirkns Althoff Täglich abends 8 Uhr: Vorstellung. 3260 Strümpfe für Dame» n. Kinder in allen Längen und Preislagen. NW» Hochfeine 3376 1915 er und 1917 er Heuchelhnlm, den 29. April 1918. 3273 Nun ruhe sanft, du treues Herz^ Du haßt den Frieden, wir den Sch merz. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei dem schmerz liehen Verluste unseres einzigen, lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Karl sagen wü allen unseren herzlichsten Dank. 01223 Die tleftraueraden Hinterbliebenen: Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserm schweren Verluste sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Edgar Schmidt Landgräfl. Oberförster. offen und in Flaschen billigst bet August Wallenfels Ftiakeit- ns* Weisfcaafhji*. Marktolatz 17 . TelephonW. Lchiebkarren Leiterwagen Pflanzenkübel Waschbiitten empfiehlt W 64 JlHjerti SMiifrfitit Bleichsrrahe 10. . Blitzableiter DaS Abnehruen der Zkupfer« leitung uhd Neuanlaae der Leitung ans bestem Ersah' material übernimmt Martin Dörr Schlossermstr., Nord-Anl. 18 OinLcn, den sk. April 1N.8. Prau Karl Trechaler Witwe üarleehen Treehsler. Darmstadt, April 1918. S2S7D Papier- Reihgarn in Schwarz u. Weiss auf Holzrollen ist etngetroffea. SlfÄa QT fcdrbaus^atornWL Nr. 99 Swetter vmtt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vverhesfen) An» Stavt nnv Lnnd. Gießen, den 29. April 1918, ** Auszeichnungen. Sergeant Heinrich Wagend ach, bei einer Banabtellnng aus denr Balkan, wurde, nachvem er schon früher das Eiserne Kreuz erhielt, mit der Hessischen Verdienstmedaille aus-gczeichniet. — Musketier Heineck erhielt die Hessische Tapferkellsmodallle, früher das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** Prov inzi a l t a g der Provinz Oderhessen. Am Samstag den 11. Mai d. I., vormittags 10y 2 Uhr, findet im Regrernngsgebände ziu Gießen eine ordentliche Sitzung des Pvovnrz-ialtags der Provinz Oberhcssen statt mit' folgender Tagesvrd mmb: Ersatzwahl für ein aus geschiedenes Mitglied des Provinzralausschnsses; Ersatzwahl für ein aus- geschiedenes Mitglied der Finairzromniission; Ersatzwahl für ein ans geschieden s Mitglied der Wasserwerkskommis- siom; Rechnung der Provinzialkasse und Verlvaltungsbenicht für 1916; Voranschlag der Provinzialkasse für 1918; Rech- nrmg und Verwaltungsbericht des Pvovinziat-Wafferwercks Kcheiden für 1916; Voranschlag des Provinz-ial-Wasserlv'erks Inheiden für 1918; Rechnung und Berlvaltungsbericht der elektrischen Ueberlandanlage für 1916; Voranschlag der elektrischen Ueberlandanlage für 1918. ** Nutzbarmachungder Dekorativ ns st off e. Auf die Bekanntmachung in heutiger Nummer sei besonders verwiesen. ** K'on zertverein. Zugunsten des Roten Kreuzes veranstaltet der Konzertverein mn 6. Mai 1918, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität ein Sonderkonzert, für welches die in Gießen so beliebten und 'rühMliichsstl bekannten Künstler, Kgl. Hvfopernsängerin Frm l .! : Gertrud Getzersbach ans Wiesbaden und Herr Kanrm.rian.crer Mfved Stephani vom Hof- thsater Darnrstadt gewonnen sind. Herr Professor Trantmann hat die Klavierbegleitung gütigst übernommen. Den Mitgliedern des Konzertvererns werden die innegehabten Zlbonnementsplätze bis Dienstag, den 30. April zurückgelegt, worauf hiermit nochmals hingewiesen wird. (Sieche die Anzeigen.) ** Die aus gefallene n Schnellzüge und der Sommer fahrplan. Im Personenverkehr der Eisenbahnen fallen bekanntlich zurzeit eine Reihe von Zügen, 'insbesondere l>Züge. aus. Da die Griinde des Abfalls vorübergehende sind, so nüißten diese Züge für alle Fälle in den Sonrmerfahrplan nrit ausgenommen werden, da sich nicht vorckussthen ließ: ob die Zuge vom 15. Mai an wieder verkehren können,. Wie wir hören, ist eine Entscheidung über diese Frage noch nicht getroffen. Es ist aber bereits für verschiedene Züge bestimmt, die in dem Sonrmerfahrplan Aufnahme gefunden haben, aber voraussichtlich auch vom 15. Mai an bis auf weiteres noch nicht verkehren. ** D-aS Großh. Hess. Regierungsblatt Nr. 9. ausgegeben Darmstadt, den 26. dlpril 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung über Kriegszuschläge zu den Gebühren der Rechtsanwälte. (S. 97.) — 2. Verordnung über Kriegszuschläge zu den Gebühren der Gerichtsvollzieher. (S. 99.) — 3. Gesetz, die Abänderung des Gemeindeumlagengcsetzes betreffend. (S. 100,' — 4. Bekanntmachung, die Dienftcrmveiftmgen für die staatlichen Kassestellen betreffend. (S. 101.) — 5. Bekanntmachung, die Erhebung von Deckgeld für Bedecken der Stuten betreffend. (S. 102.) — 6. Bekanntmachung, die Berechnung der Schreibgebühren betreffend. (S. 104.) ** Das Kreisblatt enthält Verordnungen über: Verteilung von Pferdegeschirren, Aufstellung der Gemeindevoranschtäge, Ausbruch der Pferderäude, Zurückstellung vom Heeresdienst, Äb- «rte von Fleisch ohne Fleischmarken, Feldbereinigung Leihgestern, Oberhessischer Viehhandäsverband. ösN. vcUm <&m£med Die GM- und Sfl&eranfmifsfteüe iit den Räumen der 8ezirk§?parkaffe Giehen ist morgen nachmittag von 2 bis 4 Uhr geöffnet! Landkreis Gießen. **Großen-Buseck,28. April. Der Telegraphist Christoph Becker, bei einer Armee-Fernsprechabteilung, wurde mit der Hessischen Verdienstmedaille anl .Kriegsbande ausgezeichnet. LJ Lang - G ans, 29. April. Dem Kriegsbeschädigten Wich. Bops wurde das Eiserne Kreuz 2. Masse verliehen. — Johannes Müller 35. und ferne Gemahlin feierten gestern die Silberne Hochzeit. Kreis Schotten. Q Ober-Seemen, 26. April. Unteroffizier Heinrich Keller, Inhaber-des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde zum Bize-Wachtnreister und Offt- »iers-Aspirmrten befördert. Starkenburg und Rheinhessen. sc. Vom Odenwald, 29. April. Die Heid elbeerfträucher an den Abhängen des westlichen Odenwalds stehen in überreicher Müte itnb versprechen eine gute Ernte, v Hessen-Nassau. fc O berlahn ftei n, 29. April. Auf die Müte der Kern- obskbäume wirkt der anhaltende Regen sehr ungünstig ein, da das Aus den Höhen des Hinterlandes sind die Obstbäume noch sehr rüct, dort blühen Kirschen und Pfirsiche erst jetzt und leiden eben- ls sehr unter der naßkalten Witterung. Montag. 29. April (9(8 ___ Warum müssen wir öas Erzbecken von vriey- Longwy behalten? Gießen, den 28, April 1918, Am Samstag, 27. April, fand im Saale des Fürstenhofs eine Mllglieder-Dersammlung der deutschen Baterlarchspartei Ober- hessens. ^ statt. Ter Vorsitzende Geheimer Hofvat Professor Tr. Sievers begrüßte die Anwesenden und warf einen kurzen Rückblick auf die seit der letzten Tagung wichtigsten Ereigniffe. Dem von Gießen geschiedenen ersten Vorsitzenden, Professor Opitz, widmete er warme Worte des Dankes und der Anerkennung. Trotz angestrengtester Berufstätigkeit hat er woch Zeit gefunden, in mutiger, mannhafter Weise für die Sache der Vaterlandspartei einzutreten und sie alleir Anfeindungen zum Trotz wesentlich zu fördern. Durch den Frieden nrit Rußland sind dre Ziele der Vaterlandspartei zu einein guten Teil verwirklicht tMrden, und man darf im allgemeinen zufrieden fern, wenn auch festgestellt zu werden verdient, daß die Errungenschaften nicht so sahr auf das Konto einer geschickten Diplomatie, als vielmehr auf b«en Eigensinn der.Russen zu setzen sind. Auch darf betont werden, daß der Einfluß der Vaterlandspartei bei diesem Friedensschluß sucht gering zu bewerten ist. Nun handelt es sich darum, das Errungene nrit deutschem Geiste zu erfüllen und weiterhin auf- rlärvnde Arbeit zu leisten. Tie Hauptsache steht uns noch bevor: der Frvchensschtuß mit den Weltmächten. Hier liegt eine große Gefahr für uns in dem Gedanken, leinen schnellen Frieden zu schließen. Ein rascher Friede ist ivünschenswcrt. wichtiger für uns nnd unsere Zukunft aber ist ein grrter Frieden. Tie Ausgaben im Westen sind sehr groß, es dreht sich um unsere Zukunftsmoglich- keiden. um unfern Bestand. Eine solche Frage ist unsere Stelluivg zu der Frage des Erzbeckens von Brielj-Longwv, worüber der Vortrag: mm len w-rr omronuulv luitir ver anyarrenoc rnegen ievr ungunmg < Laub zuviel wächst und die Blüte dadurch schädigt. Das Steinobst ist im Rheintal noch ziemlich gut mit seiner Blüte durchgekömmen und hat, soweit der Frost nicht geschadet, gesunde Früchte angesetzt. Gistzener StadSthecrter. „Drei alte Schachteln". Operette von Hermann 5) all er, Musik von Walter Kollo. Trotzdem ja die „eigentliche" Theaterzeit nun vorbei ist und das schöne Wetter nach den Regentagen zu einem Gang in die frischgrüne Natur einlud, hatte sich doch eine solche Nachfrage nach den „3 alten Schachteln" geltend gemacht, daß das Haus wieder einmal ausverkauft war. Und das Publikum kam auf seine Kosten, was der stürmische Beifall bewies. Das Stück spielt in Potsdam pi Anfang des vorigen Jahrhunderts. Tie „Handlung" ist etwa folgende: Hans Klaus Ker- Ung hat sich tu die.reizende Charlotte .Krüger verliebt und hat sie im Park von Sanssouci geküßt. Lotte erwartet ihn nun zu Hause, in der Hoffmcng, daß der junge Manu um ihre Hand werben werde. Und er kommt, aber nur um Wschied zu nehmen, denn er hat sich zum Militär cm werben lassen, da es ihn im stürmischen Jugenddrang verlmcgt, ins Leben hinauszuziehen und die Gefahr zu suchen — Nach 10 Jahren kommt er als Haupte mann zurück und findet Charlotte als alterndes Mädchen wieder Er lädt aber sie und die Scknvester zum RegimentsbaU ein. Lotte sagt Mar ab, aber schließlich geht sie mit der Schwester und ihrer Köchin (die 3 alten Schachteln) doch zum Ball, wo sie dem mann zurück und findet Charlotte als alterndes Mädchen wieder. ^ :r „ bau er sagt zwar ab, aber schließlich geht sie mit der Schwester und llten Schachteln) doch Hanptmann als „Dörte" einen Streich spielt, indem sie sich als ihre jüiigerc Cousine ausgibt. Der Hauptmann fängt, wie das gcrirze Offizierskorps, „Feuer", aber dann erümert er sich der Stunden im Parke von Sanssouci und (peiß nun, daß er nur m ,zu if das Erzbecken von Brieh-Longwy behalten?" Einleitend mies der Vortragende auf die Wichtigkeit zweier Dinge hnr, aus Eisen nnd Bvot. Durch die Tapferkeit unseres' Heeres s-ei es uns gelungen, Brot zu erhalten, und der heimtückische Plan Englands, un§ durch den Hunger auf die Knie zu zwingen, tveide dank unserer U^Bioot-Leute auf den Urheber selbst zurückfallen. Was das Eisen anbetreffe, so sei es uns rrur infolge des Sieges in Lothringen, der uns in den Besitz ausgedehnter Erzlager brachte und durch die Besetzung von Nord- ffankreich und Belgien möglich geworden, den Anforderungen des Krieges Genüge zu leisten urrsern mächtigen Gegnern gegenüber, die von Natur aus in dieser Beziehung viel günstiger gestellt sind als wir. An der Hand von Lichtbildern gewährte der Vortragende mm einen kurzen Einblick in die Eisenindustrie, erlmUerte die einzelnen Verfahren der Herstellung und betonte, !vie infolge der Erfordernisse für die Zukunft unsere Eisenindustrie sich gestalten nrüßte. Insbesondere führte er aus: Die große volkswirtschaftliche Bedeutung des Eisens erhellt aus der Tatsache, daß wir bei der Herstellung des Roheisens zugleich Nebenprodukte erhalten, die voir der größten Wichtigkeit für uns sind. Durch das Thomas- verfahren ist es gelungeir, die an das Eisenerz gebundene Phosphor- säure frei p bekommen und sie in Gestalt des Thomasmehls der Landwirtschaft zuzuführen. Kohlenwasserstoffe und Teer sind in Krieg und Frieden für unsere Industrie unentbehrlich. Aenßerst interessant und lehrreich war eine Gegenüberstellung des Eisenverbrauchs im Kriege 1870/71 mit der des ietzigen Krieges, und es klingt fast unglaublich, daß an einem Großkampftag in Flandern mehr Kcnronenkugeln versck-ossen wurden, als im ganzen Kriege 1870/71. Ueber unsere Erzlager selbst teilte der Vortragende die bekannte Tatsache mit, das; wir nicht bloß Marrgel an 'Erz in Deutschland haben, sondern auch das Erz selbst vpn geringem Werte ist. In Amerika verarbeitet man Erze von mindestens 50 Prozent Eisengehalt, während der Gehalt unserer Erze an Eisen ^chstens 27 vom Hundert bctimgt, was für uns außerdem eirre Mehrbelastung cur Kohle und Fracht bedeutet. Wir waren also seither auf das Ausland aitgewieserc utid bezogen unsere Erze aus Schweden, Frankreich, Spanien, Algerien, Tmiis, Rußland, Griechenland, Britisch-Jndien, Brasilien und Neu-Fundland. Wenn auch nach dem Kriege sich der 'RohstvffauStmrsch wieder ein renkt, so fft doch anzu nehmen, daß Frankreich Schwierigkeiten macht, Schweden höhere Preise heranszuschlagen sucht und Spanien versagt, da das Erzlager von Mlbav erschöpft ist. Unsere Vorräte sind nicht nrehr von langer Dauer. Nach den Berechnungen von Dr. Behschllag und Dr. Busch werken die Erzlager in Deutschv-Qothringen in 45 Jahren, die im Siegerlande in 32—66 Jahren und die im Pemer Bezirk in 135 Jahren zu Ende sein, wem: der Verbrauch doppelt so groß angenommen wird als in den seitherigen Friedensjahren. Daß Gnglmrd so ganz vorbehaltlos für die Desannexion Lothringens eintriit, hat seinen letzten Grund in der Tatsache, uns dadurch dort die Erzschätze zu. nehmen und uns vom Weltmiarkbe abschnciom zu können. Das Erzgebiet von Briep-Longwi) ist nngesächr >55 090 Hektar groß, also etloas kleiner als der Kteis Gießen. Dec Erzgehalt beträgt 37°/o, fft also wesentlich 'höher als 'der m Deuffch-Lothringen. Infolge des Kalkgehalts statt 1-er Kieselsäure wird eine bedeutende Ersparnis von Brerrnmaterial bedingt. Im Jahre 1917 wurde unsere gesamte Artillerieinunition aus den^ Erzen von >Bviep-Longwv hergestellt. Für Frankreich, bedeutet dieses Ertzlager indessen keine Lebens- Notwendigkeit, was zur Beruhigung ängstlicher Seelen, die immer erst das Wohl des Auslandes im Auge haben, gesagt sein soll. Tie Bewoh'.rer sind _nur zum kleinsten Teil Franzosen. Das ganze Gebiet ist altes deutsches Land, >das 900 Jahre zum Deutschen Reiche gehört hat, und 1766 an Fwarckreich kam. Wir haben demnach ein viel größeres Recht an dieses Land als Frankreich. Es ist für unsere Zuftmft, unsere Lebenshaltung, unsere Wehrmacht, nicht zuletzt aber auch für unseren Arbefterstand eine Notwendigkeit, zu des Reiches Bestand an der schwächsten Stelle einen Eckstein einzufügen. Der Vorsitzende dankte dem Vortragende für seinen inhalt- reichen Bortrag und schlug vor, >mr den Reichskaiitzler eine Resolution zu richten, in der die Bitte ausgesprochen wird, das Ei^- becken von Briey-Lcmgwy dein: Friedensschlluß M erwerben. Er Charlotte liebt. — Nach allerhand netten Verwicklungen „kriegeü ficfj" die beiden Liebenden mich endlich. — Dieser Grurrdgedanke der Operette ist mit großem Geschick und durch allerlei Neben- ffguren mll liebenswürdigen Schnörkeln versehen, bühnenwirksam gestaltet; die Musik von Walter Kollo bildet einen fernen Hicttergründ. Tie nötigen „Schlagett^ fehlen mich nicht und werden mit ihren behältlichen Melonen sicherlich „Schule machen". So ist z. B. das Auftrittslied sehr stimmungsvoll und melodisch. Desgleichen das Terzett: Was nützt den Mädchen die Liebe, und das Walzer-Ensemble: Walzer hat mir's angetan. Ueber die Darstellung kann rrur Gutes gesagt werden. Die Rollen waren durchweg gut besetzt und das Zusammenspiel unter der Leitung des Herrn Gol l llappteausgezeichnet. Die Rolle ver Charlotte lag Frl. Margot W e rn e r auch gesanglich gut. Herr Falken als ihr Partner ivar ebenfalls vorzüglich u. besonders stimmlich sehr gut disponiert. Herr Goll als Sergeant Cornelius Hasenpfeffer urrd Frl. Hermine Wo ssidlo als Wchin Auguste waren in ihren derbkomischen Rollen ganz in ihrem Element. Die musikalische Leitung des Herrn M argul h trug zum Gesamtersolg wesentlich bei. Die sehr rretten und originellen Tänze waren durch Frau Lina Oldini einstudiert. hs. * — Die Uraufführung eines Schwanks von Ludwig Fulda. Aus Berlin wird uns geschrieben: Im Theater am Bülowplatz gelangte ein Schwank „Die Richtige" von Ludwig Fulda zur Uraufführung, dessen Untertitel „Traumschwank" den Rahmen der Technik bereits deutlich bat, den, Wortlaut dem Vorstand -zu überlassen, womit die Ver- samnrlmlg einverstanden war. Dermifcftte** Zweibrücken, 29. April. Ueber die, standvechlliche (Hckchießung des Raubmörders Otto Gebhardt ist noch M berichten, daß dieser, ehe ihm die Augen zugebunden wurden, erklärte, daß das Urteil vollkommen gerecht sei und er sich schuldig bekenne. Wo sich das Geld befinde, könne er nicht sagen, das wffse nur sein Vater. Die Leiche wies mehrere Herzschüsse auf, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten ist. Die Hinrichtung Gebhardts ist die erste Hrnrichtuug durch Erschießen in Bayern nach den standrechtlichen Bestimmungen, die cntti 5. November 1911 auf Grund des bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand erlassen worden sind. * * Der Besuch der Warschauer Universität. Im laufenden akademischen Jahre beträgt die Zahl der an der W^- sck>auer Universität eingeschriebenen Sttldenten im ganzen 2220. Davon sind 54,2 v. H. Christen und 45,8 v. H. Juden. Bemerkens- lvert ist die Verteilung der beiden religiösen Bekenntnisse auf die verschicdenen Fakultäten. In der medizinischen Fattlltät ist die Zahl der jüdischen Studenten überwiegend; sie beträgt 610 von 941 Studenten. während unter den 767 Juristen nur 285 und unter den 412 Studenten der phllosophischar Fakultät sich nur 122 Juden beftnden. Als ihre Muttersprache gab«: 2017 Studenten die vvl- Nisiche, 109 den jüdischen Jargon, 8? die hebräische. 3 Ine deutsche, zwei die russische und einer die französische Sprache an. Die m^izinische Fakultät befindet sich übrigens nach einer Mitteilung der Wochenschrift „Polen" insofern in einer mißlichen Lage, als sie aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage ist, eine eigene Klinik für medizinische Sttidren zu unterhalten mrd die Studenten daher ihre praktischen Studien bisher in Warschauer Kvcrnkenhäusern betreiben niüssen, nttt ebenen die Universität darüber eine vertragliche Ordnung getroffen hat. Jetzt ist dieser Vertrag abgelaufen, und beide Telle haben Vertreter in einen Ausschuß gesandt, dessen Aufgabe der Abschluß eines neuen Vertrages zwischen der llniverfität und den Krankenhäusern der Stadt bildet. Letzte Nachrichten. Der neneste Nericht der ^eeresleitnng. (WTB.) Großes Hauptquartier, 29. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfeld in Flandern von mittags an auf- lebender Artilleriekampf. Die Beute seit der Erstürmung des Kemmel hat sich auf über 7106 Gefangene, davmtter 181 Offiziere. 53 Geschütze und 233 Maschinengewehre erhöht. Zwischen dem La Bassse-Kanal und der Scarpe, sowie nordöstlich von der Somme rege Erkundungstätigkeit der Engländer. Starke Teilangriffe der Franzosen gegen Han- gard-Watd und -Dorf wurden blutig abgewiesen. Vorfeldkämpfe an vielen Stellen der übrigen Front. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein Vorstoß in die französischen Gräben Gefangene ein. * Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Pressestimmen zur Wahlrechtsfrage in Preußen. Berlin, 29. ^lpvil. Drei Kundgebungen für das gleiche Wahlrecht in Preußen sind, wie die „B o l k s z e i t u it s" schreibt, gestern und vorgestern erfolgt. Tie nnchtigste ist die Erklärung des Reichskanzlers zu den Arbeiterführern, daß er mit der Wahlresvrm stjeben und fallen werde. Diese Erklärung wir- zweifellos ihre Wirkung haben. Die Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses dürfte mmmehr geschlossen für das gleiche Wahlrecht erntreben. Wirkungsvoller wäre es gewesen, wenn Graß Hertlrng die Auflösung unzweideutig cngekündigt hätte. Das ist auch bei der zweiten .Kundgebung für das gleiche Wahlrecht auf dem nationalliberalen Preußentage nicht geschehen. Der Preußens tag hat sich mit einer Treiviertel-Mehrhert für das gleiche Wahlrecht ausgespwchen, aber er konnte sich nicht zil dem Beschlüsse anfraffen, daß im Falle der Auflösung nur Anhänger des gleichen Wahlrechtes aufgestÄlt werden sollen. Tie „Bvssisich« Zeitung" sagt: Der Vizepräsident des S'taatsministerinms vvn Frrsdberg hat sich über die.Frage der etwaigen Auflösung nrit der gebotenen Vorsicht geäußert. .Alu!? seinen Ausführungen, wie ans den Bemerkungen, die der Staatssekretär des Reichsjustizanttes' von Kranfe und Unterstaatssekvetär Schiffer inachte, ging jedoch deutsich hervor, daß die Krone und das Staatsministerium im Notfälle auch pvr biefem; Mittel nicht zuiückfchtreckm werde. In diesem Fälle wird sich! die national-, liberale Partei der Koalition der WiahtreäMrnhänger anschließen, die bereits 'als ^gesichfwt gelten kann. iDreser Koalition, der auch die Sazialdemivkraten, die Fortschrittler nnd das Zentrum zuzurechirerr wären, würde in jedem Wäylroeise rrur einen Kandidaten aufstellen, wodurch! sich der Wlahlkaurpf 'in sehr vielen Fallen erübrigen würde' D>ie „Kreuzzeitunlft^ meint, dre Mstimmrrng auf dem Preußentage ,habe ein Abstimmungsergebnis gehabt, wie es berells vorher angenommen tvurde. Ein nativn alliberaler Berm ittlun qsantrag, der ftrr die tzwertc Lesung eingebrachlt tvordeir ist, larttet dahin.' daß jeder Wähler eine Grnndstrmme hat. Eine ZrsfatzstiMMe erhcslt entweder, wer in der Land-, Forstwirtschaft, in der Fischerei in der Jirdustrie, im Genrerbe, ini Handel oder in den freien Berufen selbständig oder leitender Beamter oder sonst Geschäfts- leitet und seit mindestens einmn Jahre p'om 25. Lebensjahre an gerechnet, tätig ist, oder wer Mehr als 10 Jahre im Reichs-, Kirchen- 'oder Schuldienst vom volle,cheten 25. Lebensjahre au, mehr als 10 Jahre als Mitglied einer Körperschaft des öffentlichen Rechts 'oder drw Reichsverwaltung berilflich oder ehrenamtlich tätig ist oder gewesen ist, oder wer als Llingestellter oder Arbeiter seit mehr als zehn Jlahr^c v'om vollenjdedeir 25. Lebensjahre an gerechnet in dnn selben Betriebe tätig ist. genug anzeigt. Der Held dieses mit Geschick gemachten, darüber hinaus aber nicht anftwuchsvollen Sttrckes ist der frühere Kauf- mann und jetzige Kiuistliebhaber Schlebusch, der an der krankhaften Einblldwlg leidet, ein künstlerisches Genie und znr Vollbringung der unsterblichsten Werke geboren zu sein. Um den Beweis hierfür zu erbriligen, betättgt sich der vielsellige Schls- busch gleichzeitig als Maler, Dichter und Konrponist, mrd da er auf allen drei Gebieten alles andere als Erfolge zu ve^eichuenj hat, so schreibt er dies ohne weitere Ueberlegung dem lähmenden Einfluß fenter hausbackenen Gattin zu. In drei Traumakren erlebt mm Schlebusch das Dasein mit den drei von ihm als Musen gewünschten Gattinnen, deren erste ihn in rasenden, Tempo zur Arbeit treibt, während die zweite vorgibt, seine künstlerische' Seele zu „verstehen", die dritte al,er dirrch ihr sprühendes Tem- ment seinen Werken zur Geftaltturg verhelfen soll. Man kann cne aire uxivipu- txeiuieftui, vag ein guter Mrpaer am besten bei seinem Geschäft rrnd bei seiner gutbürgerlichen Gattin bleibt. Am geschicktesten hat Fulda sich in der Gestaltung der Traumtechnil gezeigt, auch sonst gibt es verschiedentlicb Gelegenhell zum Lachen zu größerer Begeiwermig ist allerdings kein Aillaß vorhanden' Tie von Bertbold Held infzernerte Ausftihruim mit'Else Heim^r Hans Waßmann und Otto Gebühr in den Hauptrollen suchte durch Humor und ein sehr flottes Tempo möglichst kvnüsche Wirkungen zu erzielen. A. B. Bilanz der Gewerbebank zu Gießen. e.G.m.b.H. am 3L. Dezember 1917. Aktiva Kassenbestand. Fremde Geldsorten und Kupons . . . . . Guthaben bei der Reichsbank, Postscheck-Konto und Giro-Konto bei der Dresdner Bank . Schatzanweisungen. Diskont-Wechsel. Wertpapiere: ») Anleihen des Reichs und der JC $ Bundesstaaten. 233 381 — b) sonst, börsengängige Wertpapiere 119 791 — o) sonstige Wertpapiere .... 23 850 — Forderungen aus BeleihungjbörsengängigerWert- papiere. Konto-Korrent-Konto A. Konto-Korrent-Konto B. Konto pro Diverse.* . . AuSgeliehene Vorschüsse. dto. (zwecks Stellung von Kautionen ausgenommen). Noch zu empfangende Zinsen: JC $ a) aus ausgcliehene Vorschüsse . . 31 369 57 b) „ Kautions-Borschüffe ... 3845 84 0) „ Lombard-Vorschüsse ... 1 806 64 1) „ eigene Wertpapiere ... 6 242 25 Mobilien. Stahlkammer. Eigenes Bankgebüube. Portokaffe-Bestand. Vorgelegte GerichtSkosten. Rückwechsel. JC s) 12 464 |65 1 287 09 673 396 I 34 1 155 000 (03 377 022 — 24 950 70 2 485 157 90 108 161 22 144 023 96 1 254 655 61 58 502 15 43 284 30 1 — 1 — 65 000 — 343 43 206 18 3 450 50 6 567 217 06 JC 1 058 586 48 51 818 49 Jf 300 000 150 000 22 000 14 000 100 000 Passiva GeschüftSguthaben: a) verbleibender Mitglieder . 5) ausscheidender Mitglieder Reservefonds: a) Hauptreserve . . . b) Reservefonds II . . c) Haus-Reserve . . . 6) Effekten-Reserve . . v) Beamten-PensionSsonds Spareinlagen: JC $ a) mit vierteljährlicher Kündigung . 1 033 616 35 b) mit ganz- und halbjährlicher Kündigung ..... . 1 309 288 — Konto-Korrent-Konto A. Konto-Korrent-Konto B. Konto pro Diverse. Zu Kautionszwecken hinterlegte Spareinlagebücher . Vorerhobener Wechseldiskont. Dividende. Dispositionsfonds für Kriegsfürsorgezwecke Gewinn-Vortrag. JC $ 1 110 404 97 586 000 J — 2 342 904 j 35 681 950 1 603 201 118 198 58 502 3 472 57 556 3500 1525 6 567 217 62 82 91 15 01 66 57 06 * , o- 3 ** Mr^keder-M der Gcnoffenschast betrug am Fahresschluß 1371. Im Jahre 1917 traten 60 neue Mitglieder ein. K^ndrgung und Ausschluß schieden 81 Mitglieder aus. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich in der gleichen Zeit um JC 2 752.64, die Haftsummen um JC 72 000.—. Letztere betrugen am Jahresschluß insgesamt M 3100000.—. Gießen, den 26. April 1918. Gewerbebank zu Gießen, e. G. m. b. H. Walther. 3235D Arnold. Bekanntmachung. Dervom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Lumda für 1918 liegt vom 1. Mai 1918 ab eine Woche lang auf dem Bürger- mristerei-Bureau dahier zur Einsicht der Beteiligten und Vorbringen von mündlichen oder schriftlichen Einwendungen offen. ES werden Umlagen erhoben, zu denen dir Ausmärker beizutragen haben. Lnmda, den 28. April 1918. GroM. Wrgermeisterei Lumda. Sch ultheiß. FRITZ NOWACK empfiehlt Kunstseidene S146 < Damen-Trikotblusen in Schwarz und vielen modernen Farben M. 29.—, M. 33.50, M. 38.—. ALLE QRÖSSEN VORRÄTIG. Offeriere freibleibend •b SUüaB ßeiseahaiai: 1917 ev Laubenheimer die >/i Fl. M. 4.50, 4.80 u. 5.0a 1917 er Bodenheimer die Vi Fl. M. 4m 4.80 u. 5.00. 1915 er Bodenheimer die V, Fl. M. 5.5a 5.60 u. 600. 1915 er Laubenheimer die -/, Fl. M. 5.50, 5.60 u. 600. 1915er «Seisenheimer die >/, ÖL SR. 6m 5.60 u. 600. Die Preise verstehen sich für die V, Flasche ohne Glas und Verpackung. 8847 Johann Schenk, Wciafran ui WainhaadltaB, «et»vnheLn»(Rhetngaui. fylmatbant n heiWckhrtc tatffc KiMssigkik. Gedenket der heimkehrenden deutschen Kriegsgefangenen durch schnelle und reichliche Spenden an die Sammelstellen des Roten Kreuzes. zWv herein für KrsilkeslHege in Gietzes. Einladung zur Hauptversammlung auf Mittwoch den 22. Mai 1918, abends 8V, ev. 9 V(bt im Gaftbof Stööler, West Arrlpqe. Tagesordnung: GeschattSberichv NcchnungSablage, BorstandSwahl. G letzen, den 27. April 1913. (3265D) Der BorAaad An Großverbraucher Kreis- und Gemeindeverwaltungen,Schulen,Fürsorge- stellen, Fabriken oder deren Beauftragte liefere ich Holzrchuhe (HoIIändifdie Klomben) aus Hart- und Weichholz, für Wärmer, Fra««. Schüler, Kinder. Beb» Butzbach Fernruf 278. Nutzbarmachung der DekorattonSstoffe. Vereine und Gesellschaften werden hierdurch anf- gefordert. die in ihrem Besitz befindlichen Dekoration?, ttoffe, die für BekleidungSzwecke verwandt werden könne», umer Angabe von Länge und Breite, Farbe und Abgabe* vreis der ftädt. BekletdungSfielle, Oft-Anlage 11, Zimmer vcx. 8, zum Kauf anzubteten. Gietzen, den 27. April 1916 32S1L Der Oberbürgermeister (LebenSmittckmrt). Bekanntmachung. Auözablnng der Familteuunterttützuugen cm die Angehörigen der zum Heeresdienst Eingezogenen füt L btS 15. Mai 1918 bzw. für April 1918 findet statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mft: A—Ü Dienstag den 30. April 1918 J—ß Mittwoch den 1. Mat 1918 8—Z Donnerstag den 2. Mat 1916 J>) Weitere Unterstützung (Mietszufchusi An diejenigen, deren Namen beginnen mir A—B Freitag den 6 Mai 1918 J — K SamStag den 4. Mat 1918 S — Z Montag den 6. Mai 1916 c) An Vermieter, die MietbelrSge abbolen: Dienstag den 7. Mat 1916 Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr im Stadt» hauS, Zimmer Nr. 7, statt. Die Uutersttttznnyen dürfen am: am de» nannten Tage» adgebott werde». Gietzen. den 27. April 1916 _ Der Dfcz&fogcnttcififcr: Keller.