Ur.y§ Der Server »«zeig« erschein! täglich, außer .Sonntags. - Beilagen: Airtzemr.'sainllienblStter; Krcisbiott svr der, Kreis Siehe«. vczsysprei,: monatl. Mt. 1.20, viertel- jahrliri) Dtk. ü.00; durch Ab hole- u. Zweigstellen monatl. Alt. 1.10: dccrch die Post Mt. 3.60 viertel- jährl. au-Sschl. Bestellg. ^ernjprech - Anschlüsse: iurdieSchristleitungllL Verlag,Weschättsstellebl Anschrlli für Drahtnachrichten: Ltiztiger Hieben. Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag. 23. April Postscheckkonto: 5ranffurta.N. U686 üjeiger \m vaakoertehr: Sewerbedank Gießen Swillingrn-nLdru-I u.Verlag: Brühl'sche Unlv.-Vuch- u.Zteindruckerrl «.Lange. SchrifiiUtung, Geschästrstelle ».Druckerei: Lchulfir.7. Annahme von Anzeige« f. die DageSnununer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVexbindtichkeit Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 25Vi.,für auswärtige 30 Pf., °ür Reklamen Mk. 1.— ; bei Ptatzvor-- fchrift 20 */, Aufjchlaa. Hauptschristleiter: Au^. Goerz. Verantwortlich für Politik iu Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtsfaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; fäintlich in Gießen. (WTV.) Arobes Hanptyuartier, 22 April. (Amtlich.) Westlicher Krieasschauplatz. An den Schlachtfronten örtliche Jnfantericunternch- mungen. Versuche des Feindes, über den La Vassöe-Kanal nordwestlich von Vethune vorzndringen, scheiterten in unserem Feuer. Nördlichen Albert nahmen wir 88 Ena- länder, darunter 2 Offiziere, gefangen und erbeuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinengewehre. Der Artilleric- fampf lebte mrr in wenigen Abschnitten auf. * An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen. * , * Südwestlich von Altkirch machten mir' bei einem Er- lundungsvorstotz Gefangene. * Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. Der Abendbericht Berlin, 22. April, abends. (WTB. Amtlich) Kon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Das verhältnismäßig außerordentlich günstige Ergebnis unseres U-Boot-Krieges im März belebt wieder die Erwartungen, mit denen wir in die Zukunft blicken. Die augenblickliche Kampfpause im 'Westen täuscht uns nicht darüber, daß zu Lande ganz bald die unvermeidliche Entscheidung fallen wird. Die Engländer bereiten selbst darauf vor, indem sie in Unger Weise dem infolge von Hiobsposten zu erwartenden niederschmetternden Eindruck vorzubeugen suchen. Auch wenn tz»ir, so erklären Lloyd George und seine Leute, unsere Front in Flandern, ja selbst Ealais und Dünkirchen, aufgeben müssen, so führen wir unseren Abschließungskrieg zur 'See weiter, der Deutschland zum Ermatten und Nachgeben zwingen muß. Wir dürfen also eine Weile uns dieser Zu- lunftsaussicht zuneigen und uns fragen, was dann wohl würde, wenn wir im Westen gesiegt haben und England immer noch nicht zum Frieden bereit wäre. Dann wird die U-Bootwaffe aufs neue geschliffen. Der im vorliegenden Blatte wiedergegebene amtliche Kommentar zu dem März- Ergebnis zeigt, wie sehr unsere Marine davon überzeugt ist. daß England unter der Zwangslage, in die es durch unser Vorgehen gesetzt wird, schließlich Friede machen muß. Wie lange dies noch dauern mag, darüber nwllen wir keine Prophezeiungen anstellen. Aber wie die nächste Zukunft aus- sehen wird, wenn im Westen das harte Werk Hindenburgs getan und auch Frankreich aus der Reihe unserer Feinde gedrängt worden ist, darüber dürfen wir nicht nur, sondern müssen wir uns ein wenig klarer werden als bisher. In der „Vossischen Zeitung", die in England unseren Hauptgegner erkennt, dessen rücksichtslose Bekämpfung fordert und darum mit Rußland glimpflich verfahren haben wollte, wird heute wieder festgestellt, zwischen Deutschland und England stehe die Sache „augenblicklich so, daß die eine oder die andere Macht aus der Reihe der Weltmächte ausscheiden muß". Das Blatt meint, es beständen zwei Möglichkeiten, den schließlichen Frieden herbeizuführen. Entweder müsse man den Vertrag von Brest revidieren, um an Rußland besseren Rückhalt zu haben und demzufolge auch den Franzosen Zukunftsbürgschaften zum Wiederaufbau ihrer Stellung gewähren, damit ein europäischer Block gegen England geschaffen werden könne — oder man müsse den Mut haben, eine weitere Möglichkeit gerade ins Auge zu fassen. Leider müsse zugegeben werden., baß die Seelenverfassung der Franzosen aller Voraussicht nach den ersten Weg ungangbar mache. „Dann bleibt als erste Voraussetzung für den Politiker die Tatsache beste (jen, daß Frankreich und Telle von Rußland nach wie vor die gegebenen Verbündeten Englands sein werden. Zunächst genügt dann im Osten durchaus nicht das, lvas geschehen ist. Dann können unmöglich die westlichen Randftaaten Rußlands bloß durch Verträge verknüpft •— womöglich mit selbständigen! Fürsten — lose neben Deutschland stehen bleiben.. Dann müssen boxt vielmehr unlösliche Verbindungen mit dem Reich geschafftuf werden. Drcrm ist es nötig, die baltischen Staaten als Kolonialstaaten dem Reiche anzugliedern, Litauen ebenfalls in koloniale Verwaltung zu nehmen, die Reichsgrenzen nach Polen vernünftig! vbzwcunden und das verbleibende Polen selbst und die Ukraine in Zollverbindung mit dem Reich zu bringen. Gleichzeitig ist cs dann aber auch nötig, daß sich Deutschland, Oesterreich ,md Ungarn bei aller Wahrung ihrer staatsrechtlichen und wirtschaftlichen Sonderheiten über ein Programm des engsten Zusammenschlusses vev- ständigen. Das gleiche gllt dann aber auch für den westlichen Frie» tensschuß. Es kommt dann darauf an. Frankreich mit allen Mitteln zu schwächen Hieb Belgien in dauernde Abhängigkeit von DeutschLand zu bringen, so das; der Mock der Mittelmächte von der Osts« zur Adria und von der släords-oe zum Schvarzen Meere reicht. Dieser Ällüeg nruß gewiß schließlich zusammenbrechen. Die U-Boote vernichten die englische Wirtschaft, die Amerikaner können ihre Pwrmwlll'le, hie Brasilianer ihren Kaffee, die Inder ihren Reis (der jetzt schon zu Schundpreisen nach (Lrropa angeboren wird) Mit mit 'die Lücruer absatzlos lassen, Amerika kann nicht ewig die schlnrne jochantsche KonVrrronz crlnageir und es nicht daraus auSommcn lasien, daß Japan iminrer sicherer in den Mittelmächen seinen Bundesgenossen sieht für seine zukünftige große Ausein- drdersetznng im Sslillen Ozean. Llber bis diese Dinge so weit süid, können Jahre vergelten. Der Kampf gegen England wird seine Entscheidung in erster Linie in 9l«gvpten finden, und auf den sich vorzubereiten wird dann Deutschlands Aufgabe sein. Dazu aber ist es notwendig, die Riistungslast brell zu verteilen, die Grenzen des Reiches austzuweiten, mrd innerhalb dieser Grenzen eine ganz neue Wirtschaft einzurickften. Ghue Wirtsck)oft, die sich selbst genügt. DeutM-and wird dann an seiner Wiestgreuze dauernd eine Streitmacht zu unterhalten haben, wälzend der größte Tell seiner waffenfähigen Mannschaft im Lande Friedensarbeit leistet. Dazu aber wäre es nötig, das innerpol itisck^e Leben Deutschlands aus eine breitere verfassungsmäßige Grundlage zu stellen." So viel ist sicher,-daß die S i ch e r h e i t unseres Reiches für die Zukunft an der Spitze aller Erwägungen stehen muß. Pazifistische Träume lassen sich wahrscheinlich schlecht damit vereinbaren. Der österreichisch-ungarische Tage-bericht. Wien, 22. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Der Geschützkampf an der Tiroler Südfront und in den Sieben Gemeinden hält an. Der Chef des Generalstabes. Der türkische Bericht. ikv«y!a»ri»opek, 20. AprL. (WTB.) lAmtlichrr Tagesbericht. Palästinafront: Unter dem Schutze starken Artlllerie- feuers machten mehrere englische Kavalleriebrigaden, denen auch Infanterie folgte, ernen Vorstoß auf das östliche Jordaunfer. Im Gegenstoß wurde der Feind Mvückgr warfen. Unsere Atttilleriej brachre ihm schwere Verluste bei. Kaukasussrvnt: Unsere Bewegungen schnellen planmäßig vorwärts. Auf bat Übrigen Fronten ist die Lage unverändert. Mb. Deutscher Reichstag. In der Sitzung vom 22. Apoll wurde die zweite Lesung des Etats der Reichseisenbahnen fortgesetzt. Rach Ausführungen der Abgeordneten Haegy (Elsässer), Graf v. Westarp (kons.) und Quarck (Soz.) erläutert Minister v. Breitenbach die LohnvechLlttrisse der Eisenbahnarbdter sell dem Jahre 1.91.3, wonach sich eine Steigermrg von durchschnitllich 4,60 im Jahre 1913 auf 8,60 Mk. im Jahre 1916 ergab. Rach Aimahme des Etats folgt der Hausl-alt des NeickB- Eisenbahnamtes. Es liegt hierzu ein schriftlicher Antrag vor aus un- verzüglick)e Einbringung der im vorigen Jahre beschlossener! Fach' kommission zur Prüfung der Frage einer Vcrelll hcitlichung des deutschen Eisenbahnwesens unter Einbeziehung der W-allerstraßen, und z-ur Liusurbeitung einer Dmkscknill darüber. ' ^Vizekanzler Tr. v. Payer erklärt u. a.: Der Bundesrat ist bereit, nicht nur die Denkschrift vvrzulegen, sondern däe verbündeten Regierungen stnd auch berell, die Denkschrift in der gewünschten Weise ccnsertigen zu lassen. Die Resolution wünscht die Einbez-iehimg mich des Wasserstraßen Wesens in diese Denkschrift: die verbündeten Regierungen halten das nicht für zweckmäßig. Die Bearbeitung des Eisenbalpr- Wesens allein erfordert die Siclistung eines ganz gewaltigen Materials: es kommen da eine Unmenge Fragen in Betracht, die alle in innigem Zusammenhänge stehen. Erst nach Bearbeitung dieses Vdaterials wird man zu den Wasserstraßen übergehen kilunen, um schließlich beide Materien zusammenznsassen. Sodann wlll die Resolution zunächst die Fachkommission gewählt wissen, und danni soll mit der Materialbeschaffung vorgegaugen werden. Tie verbündeten Regierungen meinen umgekehrt, daß zimächst durch die geeigneten Organe das Material zu besck-affeu ist, ivomit weniger Zeit verloren würde. Was den Zeitpunkt betrifft, so sind die verbündeten Regierungen berell, wenn sie können, das Material sofort Mi liefern, aber gegenwärtig sind sie dazu nichst in der Lage. Sämckll'chle btetciligten Bernxcktungen sind in starkem Maße durch andere Aus^al^n, von ixwen Umfang man 'ich keinen rechten Begriff macht, in Anspruch grnommvu. Ter Krieg urrd der dadurch bedingte Mangel an Menschen können einer sofortigen Avbeit der Kommission im! Wege stel)en, sonders wem: längere Tagungen beabsichtigt sind. Es ist erwünscht, bei dieser Kommission aiuch sachverständige Beamte und Vertreter des Großen Gemnälstabs zu betelligen. Dann ist die Frage auftu- werfen, ob diese Kräfte im gegenwärtigen Nirgendsick, ohne daß anderweitige Schädigu'cgeir entstehen, sich monatelang mit einer solchen Aufgabe befassen können. Endlich darf ich noch mitteilen, daß als Vorsitzender dieser 5kvmmission der Präsident des Reichs- eisenbahnamts in Aussicht genommeir ist. Abg. Ulrich (Soz.): Die Sackte sieht doch sehr nach Der- ichlcppung aus. Wir haben alle Ursache, auf möglichste DeschlEinigung zu drängen. Mit den .Erneuerungen der Wagen und Lokomotiven darf nickt länger gewartet werdmr. Die Fack^mMission muß baldigst in die Erscheinung troten. Bei dein großen Degrzit der preußisch-hessisckieu Eisenbahnen leidet Hessen ganz be- onders. Seine Eisenbahnschuld wächst erheblich. S-baatsminister v. B r e i t e n b a ch: In H-cssen denkt man über die preußisch-hessische Eisenbahngeineiiischast ganz anders als der Abgeordnete Ulrich. Ich bin kein GLgnvr c>er vorjährigen Ent- chließung, auch ick) bin für eure Fackukommissiicm, Halle sie aber jetzt für nnmöglich. Das Material nruß vorher gesichtet und geordnet Iverten, sonst ist die KL-mmission mir ein TrikitierNub ohne pvaktisckien Lßert. Unser Personal ist bis aufs äustrstc angeipannt, namentlich auch die Beamtsr in leitender Stellung. (As ist voll- 'tändig falsch, unsere Betriebsmittel nur noch als Bruchmittel zu bewerten. Tie Fachkommission soll einberufen werden, nicht aber ohne daß ein gutes Material geordnet vockttegt. Gs wäre wohl an- gebracht, von dein Antrag abzu sehen und bex Ei senbahnoeriovlltrmgj du Vertrauensvotton zu unterbreiben. (Beifall.) Rach einer Debatte, an der sich die Abgeordneten Schirme» (Zentr.), Schwa bach (natl.), v. Gamp (Deutsche Fraktion!)- B r and e s (Soz.) und Iir. S t a b m a n n (natl.) betelligen^ erfolgt die A'bslimmurvg über den Anttag in 3. Lesung. Der Haushaltsplan des Re ichs e i sen ba her-, amtes wird bewilligt, ebenso der Haushalt des Reichstages. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr: Anftagen, erste Lesung der Steuervorlagen. Dir U-Voot-Ligebnisse im März. Berlin, 22 . April. (Amtlich.) Im Monat März sind rnsocsamt 689 6V0 B r.-R.-T. des für wlser« Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernich- te t worden. Der unseren Feindim zur Verfügung steherDe Wrlh- hündelsschisfSraum ist somit allein durch kriegen^ Maßnahmen seit Kril-gSbeginn um rund 16 469 000 Vr.-R.-D verringert worden. Der Chef des Admiralstabes drr Marine. Berlin, 22. April. Wieder ein M a r k st t i it in unserer opferreichen, unvermeidlichen und von hohen sittlichen Zieler getragenen Ansdmmdersetzung mit England. Ein Rtonatsverlust voll 689 000 Brutto-Register-Tonnen bedeutet 3Vs v. L>., aus das Jahr um gerechnet 42 v. 5 ). des ges-amttn den Westmächten für ihre mitt- tärisck)en und bürgerlichen Zwecke K'.rr Versügirng stehenden Schiffsraums, der nach amtlicher deutsch-r Berechmmg MN 1. Januar d. Jtzh keine 20 Millionen Brutto-Register-Tonnen mehr betrug. Woher schöpfte Gcddes den Mnt, in seiner am 5. Märn gehaltenen Paria-i mjentsrede von einer abfälligen Richtung der Kurve der brittscheu Handelsschiffsverbusbe zu sprechen? In feinem Weißbuch täuscht er vor, daß der Wellhand«cksscknsfSrmm im Berlmcse des Kriegcsl bis Ende 1917 nur 11,8 Millionen Bcntto-Register-Tonnen Verluste 'erlitten habe, wahrend der deillsche dldmiralstab die Kriegs- nick Secverlusde mit unwiderleglich rund 5 Millionen Bruttt-Register- To-men mehr^ nachwdst. Doch das Verfahren, mll dessen Dille die brittsche Admivallläl das Wagnis unternimmt, der gesllteten Welt dahdm und über See diesen sinnsäMgen Betrirg vorznsetzcn, ist entbarvt.E Lloyd George und Gcddos veruntreuen die Verluste an im mlllläri.schen Dienst fahrenden Schiffen, die sogenannten Marine»- Verluste, Lftllskreuzer. Wachlfahrzruge, Lazarettschiffe, sehr wahv- sckKnnlich aber mich Truppenttanstvrter und Mrmllicmsdampser> lllso gerade diejenige Beute, die unseren N-Booten besonders mcs- gesetzt und ersaßt wird. Diesen Sachverhalt hat lmll „Times" vom 13. Dezember im Unter Hause Dr. Atae Namara aus eine Frage pcs Abgeordneten Tr. Pringle aufgedeckt. ?!ur diese Unterfchlagunig versetzt das britische Kabinett in die Lage, der stürmisch stlarhaft fordernden öffentlichen Meinung Englands dne scheinbar beftiedi- gende Statistik zu unterbreiten. Schlimm bestellt ist es um eill Land, dessen MLnisiVr zu solchen Mittckl'n greifen müssen. Dev Tag der Llbrechnuug wird kommen. Das englische Weifchuch zeugt nicht geg'cn, sondern für die Richttgbnt der amtlichen deutt'chcn Angaben. Zu duer mörderischen Waffe gegen die Defraudanten auf Miwsttersessdn wird es wertdeii, seit wir den Betrug mrdeckten^ Geddes und Lloyd George stemmen sich der ehernen Entscheidung imserer Waffe mit Lug und verzweifelter Gewalt entgegen. Sie werden Unglück haben. Der U-Boot-Krieg in den italienischen Gewässer». Rvm,. 22. dlprll. (WTB.) Meldrrng der Agenzia Stefans Ter Dampfer '„Tripoli", der deir Dienst zwischen Sardi^ nien und dem Festlande versieht, ist am 17. März 10 Uhr 20 Minuten nachts torpediert und versenkt worden. Der Madnemürister ordnete eine stteirge Uittersuchnug an, um die Uno, stäicke der Versenkung und die Vorgänge beim Rettungsdienst festzilstellen. Tie Untersuchung ergab, daß der Kommandant des! Schffes. der den dluftrag l-atte, den Dampfer „Tripoli" zu ge- leiten, für die Versenkung verantwortlich M machen sei. Ec wurde demzufolge vor das dRarrnekriegsgerick)tt gestelll. Außerdem wurde bei der großen Bedeutung des Verkehrs zroisckren Sardinien und dem Fesllande ein Ausschuß errarnnt. um ehre weitere Untersuchmg über dieses schirerzliche Ereignis' anzustellen. Ferner wurden auch Maßnahmen getroffen, um dne größere Sick?erheit in der Verbindung z>ois.chen Sardinien und dem Festlande zu ermöglichen. Die Lage an der Westfront. i. 1P 5T Irr,03. Aprll. lieber die Lage der Westftvllk mckvet die Köln. Volks-Ztg.": Die SMachtpause im Westen ist, lvie wir be- immt wissen, von der obersten Heercsldtung vorausgesehen, mpfe- ovdnret und von LbufanZ an in Reckxurirg gestellt worden. Oberster Gncndsatz unserer vberiden Heeresleitung ist, den Erfolg mtt mög- lickfist geringen Vchnschmvpsern zu ew-ielen. Hinter der jetzig«t Fvcmllircre besitzt der Fdud keine ausgebantcn Stellungen mekw, wie er sie voil-er hatte. Diese festungsartig arisgebartteu Stellungen muß.der Fduck jetzt durch den Mcksseueinsatz von Menschen ersetzen. Dadurch wird seine Front an anderen Stellen gesckfwächt. Rdcm kann sagen, daß bisher der Kampf gegen die feirrdlichm Reservep gefülwt loorden ist, die auch unserer Absicht eirtsprechend, vom Feinde auf alten Front!inieir herangezogen worden sind. Durch die Venrichttmg dieser Reserven kommen nur aber dem endgültiges Sjchag gegen die Feinde du großes Stück näher. Daß die F r a n ^ zvse n, die Zentrale des Widerstands, dabei am mengen Irtberuf und Wirten, ist im Interesse des Endkampfes nur zu begrüßen. Zu miesmaclierisck-er Stimmung ist wahrhaftig kein Grund vorhrnden. Wir kömren eine Kampfpause vertrnlien, der Fdnd aber nich, dem« er ist zu ßwtwäL/renden Gcgenmaßnahuien gezwungen. Berlin, 22. Apr il. Marsckiall H a i g s Notschreie nach Ersatzmanns ch asten .um die ungehmwu cnglisckfen Verckuste auszugldchen. werdeu immer dringender. Er richtet sie nicht mrr nach dem dgeneir Mutüniaicke ünd den englischn Kolonien, sondern ruft in erster Linie Englands Verbündc^, die Franzosen, Amerikaner, Belgier und Italiener heran. Sie sollen dazu bienen, die gefährlich klaffenden Lücken seiner Armee zu füllen. Berlin. 22 MwÄ Bei feem erfolgreichen Unternehmen, dar tocoen des 21. Avril feie Teiits-chen nördlich Albert durch« Krtztten. erlitt der Feind schon während der Vorbereitung buckh Artillerie und Minmwersler schwerste blutige Verluste. Tie beiderseits der Bahn nördlich des Weges Anthuille—-Mesnil eingedrun- aenen deutschen Srurnitruppen fmrden die englischen Gräben voller Reichen. In hartnäckigem Kamps wurde der Rest der Besatzung Überwältigt. Blutzer den gemeldeten <>8 O^efangenan und der großen 'Zahl an Minenwerfern wurden zahlreiche Maschinen gewel-rc erbeutet. Berlin. 22. April. In, der Nacht vom 20. -um 21. April versucl^e der Feind nach 'stärkster Artillerievorbereitung den La Bass 6 e - Kanal nordwestlich, Bet Hüne nrittels Pontons zu überschreite?!, um an dieser Stelle dix deutsche Liniq xurückzudrängen Urrter starkem Feuerschutz ließ er vier dichtbesetztc Pontons zu Wichser. In diese Hörern schlugen die deutschen Granaten und schossen die sämtlichen Pontons in Grund und Boden. Von den Iirsassen dürfte kein einziger entkommen sein. Berlin. 22. April. Vor der deutschm Offensiv« gegen die Kriegsverlängerer bildete die Oise die ungefähre Grenze der französischen und der englischen Armee. Im Verlaufe des ersten Monats der großen Kämpfe haben die Franzosen die.englisch: Front bis in die Gegend der Somme übernehmen müssen. Tie Ausdehnung des von England abgetretenen Frontabschnittes beträgt rund 100 Kilometer und umfaßt den ganzen südlichen Bogen des im Scki5achtverlau.se auf Amiens vorgetriebenen Keiles. Die Franzosen urußtcn aber nicht nur die Englcürder an dnn genannten Frontteil ablösen. sie mußten überdies starke Kräfte an Infanterie, Kavallerie und Artillerie zur Unterstützung der Briten an die Lhsfrwtt entsenden. Da di« französische Reserven stets an den Brennpunkten eingesetzt und vornehmlich zu den zahlreichen und vergeblich?! bl?rtigen Gegenstößen venvandt wurden, sind die französischen Berkirstt an Toten, Verwundeten und Vermißten während des ersten Monats der großen Kämpfe außerordentlich schwer. Zur Beschießung von Reim-. Berlin, 22. April. (WTB) Im Funkspruch ans Lyv-n vtom 20. April, 9 Uhr vormittags, wird die Beschießung der Stadt Reims als eine deutsche Barbarei lxHeichmtt. Es rnuß feftgestellr werden, daß die Beschießung von Reims lediglich als eine Vergeltung für die französische Be- schießrrug ihrer eigenen Stadt Laon beföhle?? wurde. Frankreichs Bemühe?i, vor der Wett die selbstverschuldete Beschießung von Reims als eine deutsche Barbarei hinzustelle??, ist zwar verständlich, aber vergeblich zu einer Zeit, wo die französische?! Batterien im Verein ?nit den britischen eine französische Stadt nach der anderen in Trümmer lege?! und dadurch ihre eigenen Landsleute feem Tod und Verderben anssetze?!. Es braucht bloß an Laon, Montdidier, Bapaume, St. Quentin und Rvyon sowie viele andere Städte erinnert werden, die mit ihren historischen Kunstbauten iit Ruinen verwandelt worden sind. Zudem haben gerade in Reims die Franzosen sich nicht gescheut, die Kathedrale zu mi lila rischen Zwecken zn benutzen, indem sie aus dem Turm eine Signalstatio?! einrichteten. Die Beschießung von Paris, Paris, 21. April. (WTB.) „Excelsior" beziffert die Zahl der Opfer der Beschießung von Paris durch das weittragende deutsche Geschütz auf insgesamt .854, nämlich aus 118 Tote und 236 Verwundete. Das Blatt bemerkt, diese rreunundzwanzigtägige Beschießung erinnere an die Beschießung von Pcrris im Jahre 1871, die 22 Tage dauerte und im ganzen 474 Opfer forderte, nämlich 105 Tate und 369 Verwundete. Paris, 22. April (WTB.) Havas. Das weittragende «Geschütz setzte die Beschießu ng von Paris am Sonntag Hort. Es sind keine Opfer zu verzeichnen. Verzicht auf die Maifeier in Frankreich. Genf, 23. April. Die französischen Sy n di ka lrften haben beschlossen, den 1. Mai rnit Rücksicht auf die Lage nicht zu feiern. Der allgemeine Arbeiterbund will dieselbe Entschließung fassen. Die Bevölkerung von Lille Berlin, 22. April. (WTB) Me Bevölkerung von Lille hatte sich vor allen anderen französischen Städten während der letzten drei Jahre besonders deutschfeindlich gezeigt. Jetzt scheint mit einem Male eine Sinnesänderung eingetreten zu sein. Seit dem Beginn der siegreichen deutschen Offensiven hat man irr Lille begonnen, vom Frieden zu reden. Ueberall hört man die Möglichkeit der Beendigung des Krieges erörtern und diesbezügliche .Wünsche äußern. Me Hoffnung auf einen Sieg über Deutschland ist ausgegeben worden. Besondere Verstimmung herrscht darüber, daß Frankreich sich für England verbluten muß und dadursch den! Ruin entgegen geht. * * * DaS neue Militärgefetz in England. Rotterdam, 23. April. (L.-A.) Der N. Rott. Cour, vttldet aus London: Der König erließ eine Proklamation, wonach die Bestimmungen des neuen Militärgesetzes über die /Aufhebung der Dienstbefreiung gewisser Berufsklasfen für Männer unter 23 Jahren sofort duvchgesührt werden. i. Ä ö ln, 23. April. Die ,Lvln. Ztg." meldet aus Bern: In seiner Rede zur 3. Lesung der Wehrvorlage gab Lloyd George offen zu, daß das Versprechen von Ho me Rule notwendig gewesen sei, um Amerikas volle Unterstützung in der Kriegsführung zu erhalten. Amerika billige die Wehrvorlage, aber nur unter der Bedingung, daß Irland Home Rule gegeben werde. Stcuererhühungen in England. Amsterdam, 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Wie «in hiesiges Blatt aus London vom 24. April erführt, wird Bonar Law heute das Budget einbringen. Man erwartet Steuererhöhungen für große Einkommen, Erbschaften, Eier-, Tabak- und Zucker-, vielleicht auch eine neue Steuer auf Luxuswaren, unter die auch teure Kleider gerechnet werden sollen. Es sind etwa hundert Millionen Pfund Steuereinkünfte erforderlich, die das Land mühelos aufbringen wird, da die Steuern im vergangenen Jahre de?! Voranschlag des Budgers unr 68 Millionen überstiegen und. 134 Millionen Pfund höher als im Vorfahre waren * Gefahr eines Aufstandes in Irland. Basel, 22. April. (L. A.) Der Bürgermeister von Du b l i n wird nach Washingtvn entsandt, um Wilsons Jnter- öenfcnm gegen die irische Dienstpflicht zu erbitten. Amsterdam, 22. April. Mg. Handelsblad" meldet aus London: Mau schätzt die Zahl der Pe rsonen in Irland, die sich durch den Bischof und politische Führer vorgeschlagene Gelöbnis zum Widerstand gegen die Diensb- vslicht unterzeichnet haben, schon jetzt auf etwa d r e i M i l l i o n c n. London, 21. April. (W.B.) „Daily Ehronicle" erfährt aus Cork: Tie Militärbehörden übernahmen die hauptsächlichste?! Eisenbahnen, Postämter und Teleplionbureans m Irland. Amerikanische Großsprecherei. Washington, 19. April. (WTB) Melduna des Reuterschen Bureaus. General Crowder empfahl die Mobilmachung aller Personen zwischen 18 und 50 Jahren in einem kürzlich verössentlicksten Bericht. Der Plan, der dem Kongreß unterbreitet wird, bezweckt vornehmlich die Mobilmachung des ganzen Volkes für Kriegszwecke und wird die Regierung instand setzen, sich rnit Arbeiterfragen zu beschäftigen und in weniger wichtigen Industrien Männer durch Frauen zu ersetzen. Wenn der Präsident den Vorschlag billigt, so tverden Fragebogen an die Leute innerhalb dieser Altersgrenzen geschickt, nach denen sie in Klassen eingeteilt werden. Die jüngeren werdest in die Klasse für besondere Dienste eingetragen, die älteren bereit- gestellt, um, wenn nötig, den wichtigen Industrien zugewiesen pi_ werden. Die Vorschläge Crowders beabsichtigen nicht die sofortige Auftusung solcher Leute durch die Regierung,^ sondern nur die Einteilung des Menschenbestandes, so daß, wenn in Zukunft Aufrufe nötig werden, Grundlagen für sie vorhanden sind. Amerikanische Maßnahmen zur Luftverteidigung. Bern, 22. Zlpril. Wie „Temps" aus London vernimmt, werden in Neuyork Maßnahmen zur Luftverteidigung getroffen, da man einen deutschen Versuch befürchtet, Flugzeuge mit Tauchbooten nach der amerikanischen Küste zu schaffen. Man hält es sogar für sehr wohl möglich, daß direkt von Tauchbooten aus Flüge nach Neuyork zur Beschießung der Docks erfolgen könnten. Die Lebensmittelversorgung in Italien. Bern. 22. April. (WTB.! Wie aus den italienischen Blättern ersichtlich, wird die Lebensmittelversorgung jedeWock-c knapper. Sie steht im Mittelpunkt der allgemebren Besorgnis. In einigen Provinzen wird fieberhaft gearbeitet, nm die Getteidepro- duÄion zu erhöhen. „Giornale d^Jtalia" Nagt über die mangelhafte Zufuhr an Mais. Italien sei an der Maiseinsuhr ebenso interessiert wie «an der Weizeneinfuhr, da beide Getreidearten zu Brot verbacken imfeeit. 9lls Ursache der ungenügenden Einfuhr bezeichnet das Blatt ganz offen den U-Boot-Krieg, der sich noch immer sehr unangenehm fühlbar mack?e. Rom, 21. April. (WTB.) Crespi, der lluterstaaissekrerär für BerpftegiulgSwesen, gab in Erroidernng auf die Anfragen über Verte brspolittk folgende Erklärung ab: Schon im Roveniber, d. h. zu der Zeit, ttls die Ernte beendigt war, war die Lage, was Getreide anbe trifft, schirm sehr schwierig. In mchreren Pro-' vinzen, die kein Getreide erzeugten, fehlte es daran schon im November. Heute ist unsere Ernte fast vollständig aufgezehrt, aber unsere Lage in dieser Hinsicht ist ztoeifellos besser. Ohne' das anßerordenlliche Glück der feindlichen Unterseeboote zu Ende Mürz lKtte num schon eine tröstliche Lage erreicht. Die feindlichen Unterseeboote vollführen ihre niederträchtige Ausgabe, aber wir Italiener tun l-eldemnüttg das Unsere. Indem Crespi das von der Jjjffl n. Ztg." am 9. April verbreitete Gerücht ins Lächerliche zog, erklätte er, eine wirllick-e Lebensmittelkrisis bestand nieder in Italien, noch in anderen Ländern der Ente?tte, und die Bevölkerung in ihrem gesunden Menschenverstände nehme die Verteuerung der Lebensmittel nicht tragisch. Crespi betonte die ernsten Maßnahmen 'hinsichtlich der Verpslerprng und kündigt an, daß sie wahrscheinlich wich uni Milch ausgedehnt würden. Er fügt hinzu, baß er .über die Getteidelage im Juni beunruhigt sei, er zweifle aber nicht, daß sich die Mliierinr noch einmal von den italienischen Bedürfnissen überzeugen würden, feie offen dargelegt und sehr bescheiden seien. Crespi erklärte rveiter: Die Ernten an Brotgetreide in Italien, Amerika, Frankreich und England versprächen das Beste Bei einer starken Einschränkung tverde das Oel ausreichen. Lln Zucker herrscht Mangel, dem man durch Einfuhr oder kurzfristige Verbranchsbeschränkungen zu begegnen trachten werde. Der Käse reiche nicht einmal für das Bedürfnis der Armee aus. Ein wenig Geduld sei vonnöten. Man müsse daran denken, daß wir im Kriegei stehen. Ter Krieg beschränkte unsre Einfuhr ernstlich, sie ist von 21 Millionen Tonnen im Jahre 1913 auf 11 702 000 Tonnen im Jahre 1917 gesunken Es ist unumgänglich nötig, daß sie wieder die Ziffer von 17 Millionen Tonnen erreicht, die sich folgendermaßen verteilen: ö 1 ^ Millionen Tonnen Lebensmittel und Dün- gerstoffe, 3 Millionen Tonnen andere Waren einschließlich Kriegsmaterial. Tie Arbeit der Kommissariate besteht darin, vom Auslände einen Zuschuß zu unserer Ernte und den Lebensmittelvor- raten zu erhalten. Der Feind möge sich keine Illusionen machen. Wir werden diesen Zuschuß erwirken und herbeischaffen, trotz aller seiner teuftischen Erfmdungen. Crespi kündigte an, daß am 25. April in der zweiton interalliierten Konferenz über die BerpftegungÄ frage verl)andelt werden wird und schloß: Wenn, die Kamnier ihm ihr Vertrauen erhalle, so werde er fottfahren, still und ernst sein«! Pflicht zu tun, wie Italiens Söhne in den Schützengräben. (Lebhafter Beifall.- Die holländische Regierung und die Friedensbewegung. Haag, 21. April. (WTB.) In Antwott auf den Kvmmissions- bericht in der Ersten Kammer über das Budget des Ministeriums des Auswärtigen führte die holländische Regier?mg über die Friedensbewegung aus: „Tie Regierrmg zaudert nicht vor der Friedensbervcgung, doch trägt sie auch der durch die Kammer zum Llusdruck gebrachtes Ansicht Rechmmg, daß, wenn die Regierung sich in dieser Sache äußert, dies ?rur in dem 'gegebenen Augenblick geschehen darf. Tie Idee des Staatenbundes wird von der Regierung weiter verfolgt. Tiefes Problem, insbesondere der Vorschlag über eine» Liga zur Erzwingimg des Friedens, wird jetzt in der Kommission berateil, dlie fferncrfoeit zur Bo-rbereittmg der dritten Friedenskonferenz ernannt ivurde." Uedca die westindischen Kolo nien besagt die Denkschrift, daß die in den Bereinigten Staaten! zur Sprache gekommenen Idoen über den Ankauf holländischer; Besitzungen in Westindien der Aufmerksamkeit der Regierung nicht entgangen seien. Es dürfe aber angenommen werden, daß dieses Stteben nicht über den Rahmen at'ademischer Bettachtungen hinausgehe. llnster jdem Kapitel „Russische Staatsschuld" wird lnitgeteilt, der holländische Minister des Auswärtigen habe den Gesa?rdten in Bettin.ersucht, die Aufmerksanikeit der deutschen Regiermrg darauf zu lenken, daß die Ukraine sich gegemiber den Inhabern von Schulddriejen über die Anleihe, dii zur Ausführung öffentlicher dlnlcihen dienten, zur Bezahlung verpftichtet habe. Es würde daher u?rbillig sein, den neuttalen Fonds in Iwbern die Auszahlung zu venoeigern, zumal die betreffenden Anleihen znm Teil durch deutsche Bankhäuser in Holland untergebracht worden seien. Der holländische Gesandte erhielt gleichzeittg den Auf- ttag, cmMsragen, ob nicht durch die deutsch: Regierung bei der Ukraine für die uittxrländischn Anleiheinhcwer eine befriedigende Lösung zu finden sei. — Der Abschnitt über die l-olländisch Nahrnngsinittelausfuhr nach Belgier! besagt, daß crngesichts des besvrgniserrege?rden Zustandes in Holland die Le- bensmittetausfuhr nacht «Belgien sehr stark eingeschränkt, menst nicht völlig eiirgestelll ioerben müsse. Verhandlungen mit Holland. Berlin, 22. April. (Privattel.) Zur 'Erneuerung des am 31. März odgelcmserren Wirtschaftsvertrages ftrchn zurzeit zwischen Deutschland und Holland Verhandlungen statt aus der Grundlage, daß deutscheffeits Kohlen ?md Holz, .holländischer- seits Nahrungsmittel, Butter und Käse, sowie Gemüse mrd Futtermittel geliefert werden sollen. Ferner finden zwischen der deutschen und lwlläntäsck>en Kommission Mrzeit ^Verhandlungen zur HcrbcD führung einer Verei?rbcrrung lvtteffend den Austausch von in Holland liegendem holländischen SchssSramn gegen Schifte, die in der Macht der Cnrarte sich befinden und zur Fahre mit Getterbe nach Holland bestinnnt sind. Das Ergebnis dieser Verhandlungen niird voraussickstlich in wenigen Tagen der holländischen Regierune übermittelt werden. * Ein Luftgefecht über holländischem Gebiet. Amsterdam, 21. April. (WTB.1 Wie das „Mgerrve-eN? Handelsblad" erfährt, fand gestern über Carzant ein Luftgefecht zwischen vier Flugzeugen unbekanrtter Naticmalitat statt. Nachdem von niederländischer Seite das Feuer aus sie eröffnet worden war, verschwanden sie in westlicher Richttrng. Bernmttich ist eine der Flugmaschinen ins Meer abgestürzt. Die estnifch-livländische Abordnung beim Rcichseanzlcr. Berlin, 22. April. (WTB.) Den Abendblättern zufolgt wurde die e st n i s ch- l i v l ä ud i s ch e Abordnung am 21. April im Großen Hauptquartier vom Reichskanzler empfangen. Graf Hertling dankte der Abordnung für das in den Beschlüsse?: des Landesrates zum Ausdruck gebracht^ Vertrauen zürn Kaiser und erklärte die Beveittvilligkeit des Kaisers, die vom Landesrat vertretenen Lä?rder n?tter mild- :arischen Schutz des Reiches zu nehmen und sie bei ihren« Versuch der Loslösung vpn Rußland zu unterstützen. Schließ- lich erklärte der Ibeichskanzil-er sich rcamens des Kaisers bereit, die losgelösten Gebiete als einen selbständigen Staat anzu- erkenne?: Der Wunsch des Landesrates nach der Bildung eines einheitlichen mvnarchisck>-konstittttionellen Staates in eine Personaluuio?! mit der Krone Preußens werde vom Kaiser wohlwollend geprüft und de?n Landes rat demnächst die allerhöchste «Entscheidung mitgeteilt werden. Der Rumänische Frieden-Vertrag. Berlin, 22. April. (Privattel.) Die Verzögerung in der Unterzeichnung des rumänischen Fr i ede ns ve r tra g es? hat den Grurid datt?r, daß wir einen Koalitionsktteg führen u?ü> daß die für den endgültigen Abschuß des Krieges .notwendigen Unterschriften aller Beteiligten so schnell nicht herbei-nschafstn si?td. V Ein Gcheimvertrag zwischen China und Japan. -London, 22. April. (WTB.) Reuter. „Daily Mail" meldet aus Tientsin vom 16. April: Rach Meldungen chin-esischer Zeitungen wurde ein wichtiger G e heim vertrag zwischen China und Japan abgeschlossen. Eine Brücke zwischen Europa und Asten. K o n st a n t i n o p e l, 22. April. (WTB/), Der £)£* manische Lloyd veröffentlicht die Erklärungen der Beamten des türkischen Arbeitsministeriums über das Projekt einer Verbindung zwischen Europa uns Asien durch einen Tunnel oder eine Brücke. Das Ministerium ziehe schon vom üstl-etischen Gesichtspunkte aus eine Brücke vor, die 42 Me^ ter„hoch und zwei Kilometer lang sein würde. Eine Konv- Mission unter- dem Vorsitze des ungarischen Ingenieurs Wondra studierte die Pläne. Nach einem Monate werde eine nngarisck)e Firma mit den Bohrungsarbeiten am Meeresgründe beginnen, sodann werde die Ausschreibung der Pläne beginnen. Eine Boltsbewegung in Rumänien. Bukarest, 21. April. (WTB.) In der Moldau hat sich unter der Bezeichnung „£i ; jn Barintiloe" (Bund der Eltern) einä Vereinigung gebildet, oie mit äußerstem Nachdruck die Bestrafung jener Männer fordert, die Rumänien in den Krieg gedrängt haben. Der neue Bund richtet cm die Bevölkerung einen Auftus, in dem in leidenschaftlichen Worte der Erbitterung breiter Scl>ichten des Volkes gegen die Politiker Ausdruck gegeben wird, die ' das Land ins U?rglück stürzten. Der Aufruf führt die folgenden Programmpunkte des neuen Bundes an: 1. Der Bund treibt keine Politik. Er ist aus dem Schmerze und der Trauer der Nation hervorgegangen. 2. Der Bund wird von der Regierung verlangen, daß sie sofort nach dem Friedensschluß die Politiker zur Verantwortung zieht, die das Vertrauen des Landes mißbrauchten und das allgemeine Unglück verschuldeten. 3. Das Vermögen der schuldigen Politiker soll beschlagnahmt und für die Unterstützung mittelloser Eltern benutzt werden, die ihre Söhne im Kriege verloren haben. Die Briefe des Kaiser» Karl. Bern, 21. April. Zu dem Briefe desKaiseri von Oesterreich melden die französischen Blätter ergänzend, die Kopie sei wenige Tage nach der Uebermittelune bei einer Besprechung in Folkestone von Ribot Lloyd George übergeben worden. Der erste Kaiserbrief veranlaßt« die Alliierten, die Bitte um ergänzende Aufklärungen zu stelle??, worauf Prinz Sixtus den zweiten erhielt, der Poincare und Ribot gleichfalls übermittelt wurde. Aus Grund des zweiten Briefes wurde, wie der „Temps" wissen will, beschlossen, den im Gange befindlichen Unterhandlungen nicht Folge zu geben. Aus dem Reiche. Der Erfolg der Kriegsanleihe. Berlin, 22. dlprll. MB.) Dem Staatssekretär to Reichsschatzamtes gingen gestern nachstehende Delsgramn« zu: Vom Reichskanzler Dr. Grafen v. Hertling: „Euer Erzellenz übermittle ich zu dem, ?nir soeben mitl.Malwr varläufigen ZeickDiungsergebnis der achten KttagsanLeihe mein* herzlichsten Gitüchwünsche. Das deutsche Volk hat sich durch diese all« ^ bislmngen Kriegsanleihen weit übertretende Hergabe von Geldmitteln .dem im Felde siegreich- kämpfenden Heere lvürdig an di, Seite gestellt. Beide zeigen der Welt, wie sehr sich unsere Feint« getäuscht haben, als sie glaubten, 'unser Friedensangebot als Zeicher lmserer Sckiwäche auslegen zu können." Vom,Generalfeldmarschall v. Hindenbnrg. „Euere EWellenz spreche ich für die Mitteilu??g über das hoch erfteuliche Ergebnis der achten Kriegsanleihe meinen Dank aus und zu dem außerorderrttichen Erfolg meine herzlichsten Gliutz 'wünsche. Dieser Sirg der Heimat bietet der Welt einen deutliche? Beweis von TeutschjlMrds Kraft u?rd Siegeszuversicht." Von dem ästerveichrscl-en Firmnzminister Frhr. v. Wimmer „In aufrichtiger Bttmmdernng des herrlichen Erfolges de? achten deutschen Kriegsanleihe bitte ich Eure Exzellenz meine wärui- sten .und herzlichsten Glücttvünsche entgegennehnnn zu wollen » Berlin, 22. April. (WTB.) Die Mitteilung einer Korrespondenz, daß zwischen der Regierung und der Reiche tagsmehrheit Berhaudlimgen über die Außerkraft- setzung der Friedensreso lu tion im letzten Smn- nrer schtveven, ist, wie die „dLordd. Wg. Ztg." uieldet, richtig. Lrleduiffe während des ersten Uriegsjahres in Japan. c ^ en Frauenbimd bet beirtf djen Kolonial- ■ jnfUidKift, Aotellung Greben, gestern abend in der Neuen Aula ver UmverUtät veranstaltete, bot den Besuchern interessante Schilderungen Und leblxifte Bilder aus Japan. Tre Vortragende, Jräu- Lern ^opbre Büttner (Potsdam) war vor dem .^vricge ' Hochschullehrer tu an emer japanischen Hochschule mit 1000 Studenten, uiw unter 45 mpanrschen und mehreren englischen und amerikanischen L^hheftu die einzige weibliche Lehrkraft. Ihr erstes Er- fckMueu rn der Hochschule hatte grobes Aufsehen nxetrt; sie raub «5er überall grobe Achtung, hohe Ehre und freundliches Entgegenkommen. 3hc Schulen in Japan sind nach deutschem Muster eiir- gerrchtet, das Schuljahr beginnt am 1. Septentber und dauert bis «um 1. >;ulr. Tie Studenten lernen gerne Deutsch, weil sie vielfach deutsche Hochschulen besuchen wollen: sie sind bescheiden, natur- rrebend und genießen grobe Freiheiten. Auf ihrer Fericureise im Sommer 1914 erfuhr Fräulein Büttner den Ausbruch des Krieges. Natürlich war ihre erste Sorge, wre sich Japan verhalten werde. Aus ihre Frage erhielt sie sofort allenthalben die bestimmte Antwort, Japan locrde ans der Seite Eugstrrds stehen und Tsingtau nehmen. Nach der Rückkehr in ihren Wohnort wurde es ihr frvigesbcllt, dort zu bleiben oder auf eigene Kosten hcimzuivisen. In dein Gedanken, den deutschen Kriegs- gefangenen später hilfteich sein zu können, verblieb sic in Japan. Sie nnrnte ihren Unterricht weiter erteilen, die Studenten waren nach wie vor freundlich und höflich gegen sie; yu ihrem Schutze wurde sie von entern Schutzmann in Zivil überall hin begleitet und Unter ständiger Aufsicht gehalten. Aus den Aufsätzen ihrer Schüler ersah sie, daß viel Sympathie für die Deutschen in der Studenten-, frfvaft vorhanden war. Ta die japmrisck>en Zeitungen mrr die englischen und französischen Lugenberichte über die crften ^briegstaten, brachten, so war Fräulein Bütt n e r über den wahren Gang des Krieges nicht mttcrrichtet. Als am 7. Nvveml^er Tsingtau gefallen war, war die ganze Stadt, in der Fräulein Büttner wohnte, reich geflaggt, mix in der Umgebung il/rer Wohnung hatte man mit parier Rücksicht auf sie das Flog'ien unterlassen. Fräulein Büttner war selbst im Jahre 1909 einmal in Tsingtau gewesen rmd konnte ttus daher gcstcnr abend ein Bild der Stadt entwerten, die mit ihren schönen, reinen Straßen und Hättscru, ihrcat Gärten mrd Industrieanlagen sich vorteilhaft abhob gegen die japanischenj Städte. — Tie ersten deutschen Kriegsgefangenen, die mm in Japan cintrascn, wurden im Museum und in den Tempeln untergebracht, bis sie später in ein Barackenlager verbracht wurden, wo das. Klima gesund imd die Behandlung gut war. Bei ihrem Eitr- tresseu in ihrer Stadt bildete die ganze Bevölkerung in den Straßen Spalier, verhielt sich aber ruhig und anständig. Auf ihr Ersuchen bekam Fräulein Büttner die Erlaubnis, die Gefangenen zu besuchen und ihnen Lel>eusmittel zu überb ring cm. Tie Gefangeueu wurden spazieren geführt und durften sich in der Stadt ihre Einkäufe besorgen. Später kamen ach die Offiziersfrauen, die bei IMusbrtch des Krieges von Tsingtau nach Peking geflohen waren; sie muouten in der Stadt und dursten ihre Mcümer einmal in der Woche an einem Vormittage einige Stunden sehen und sprechen. Znm Weihnachlsfeste sandte Fräulein Büttner den Gefangen eist einen Tannenbanm und reiche Gaben in das Gesangenenheim. Ta sie aber immer noch nicht über den Gang des Krieges genau unterrichtet war, so entstand in ihr die Sehnsucht nach der Heimat, und sp ttat sie nach einjährigem Aufenthalte in der Kriegszeit nach einer letztmaligen Begrüßung frer Helden von Tsingtau in ihrem jGefangeiteuheim die Heimreise über Amerika an. Nach dem sormvollenderen Vorträge machte Fräulein Büttner die Besucher durch viele gute Lichtbiloer mir dem Lande, dei§ Städten, den Wohnungen und den Bewohnern des fernen Landes, sowie deren Lebensweise und Beschäftigung bekannt. Aus Stadt und Tan». Gießen, den 23. April 1918. ** Am tliche Personalnachrichten. Ter Gvoßherzog hat am 30. April den .Tr. Cleimnrs Frank zum Assistenzarzt ait der Laudes-Heil- und Pleg-oaustiall bei Gießen ernannt. — Tos Ehrenzeichen firr Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde durch den GtA-ßherzog dem Droiu-sius Medicus und Philipp Aloys Schmitt, beide zu Gernsheim, verliehen. — T)er GvoÄerzog l>at am 20. April den Oberamtsriichter bei denr Amtsgericht Hirschhorn, Geheimen Justizvat Eduard Weidig aus sein Nachuchen unter Anerkennung seiner lxritgjäl)-rigen tvenen Tienshe mit Wirkung vom 1. 9Nai 1918 in den Ruhestand versetzt mid ihm die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstiordens Philipps des .Großmütigen verliehen. ** Au sz e ichnung. Musketier Karl Schm'idt wurde zum Gefreiten beordert und erlsiell das Eislerne Kreuz 2. Klasse. B e f ö r d e r u n g. PiAefeldn-eüel Zeiler wurde zuM Leutnant d. Res. befördert. ^Lebensmittelkarten. Tie am 20. ds. Mts. zur Ausgabe gelangten Lebensmittelkarten sind bis spätestens 25. April 19 18 einer Verkaufsstelle zur Eintragung ihrer Firma und Ab- trennurlg des Kontrollabschnittes vorznlegen. ** Von der Feuerwe hr. Heute tracht 12.51 wurde die Feuerwache durch den Melder 323, Leihgesteruer-Weg 13, alarmiert und rückte vorerst mit dein kleineir Wagen aus. 1.02 tras die uns dem Gelände der ehentaligen Mtienbranerei, jetzigcrir Gummifabrik Poppe, ein und fand dort das Tach des Kesselhauses in F-lmnmen vor. Ein Meister der Fabrik bitte bereits eure Schlauch- linie mit ben Feuerlöschgeräten der Fabrik vvogettmumen und den -ersten Angriff eingeleitet. Tie Feuerwache legte eirre zweite Schlauchinie dirÄt ins Kesselhaus und bekämpfte nun mit beiden Schlauch iuieu das.- Feuer, das in kurzer Zeit gelöscht wurde. Zur Sicl>erl)>eit war arcch die Motorspritze zur Brarrdstelle beordert worden, brauchte jedoch nich in TLkst-keit zu treten. 2.09 lies die Meldung chener aus" auf der Wache ein und 2.30 Myrten .der kleine Wagen und die Nüotorspritze zurück, ack^ern durch Fabrikan ge stellte die Bvandwaclie übernotmnen war. Größerer Schaden ist nicht entstanden ntrd der Fabrrkbetrieb erleidet keine Unterbrechung. ** Zum bargeldlosen Zahlungsverkehr. Eine wesentliche Förderung des im vaterländischen Interesse jetzt dringend notwendigen bargeldlosen ZaNungsverkehrs lvürde es bedeuten, wenn diejenigen Feruspncheilltechmer, die noch kci^ eigenes Pvstscheckkmtto haben, aber ein Kvrtto bei irgend einer Bank imtcrhallen, die für ihren Fe rnspwclxmschluß aufkommenden Gebühren jeweils d-urch Jlr-cmfpruchitahine ihres Bankguthabens begleichen würden. Hiesige Bankgeschäfte haben (»ereil willigst erklärt, bei Einwilligung der TeilTtehmer die angesorderben Gebühren, jedesmal von den Konten ihrer Kunden abzuschreiben mtd im Post- sck>eckn>ege, also bargeldlos, dem Telegvaplieilamt zuzuführen. Für die Teilnehmer wird diese Art der Gebühren der rvckmung eine Vereinsack)-U7rg bedetcten. Tie Quittnngstascl-en mit den Gebühcen- zetteln werden ihnen nach Abschreibung des Bettags von ihrem Barkgontv zugestcllt toerden. Sollten sich bei Nachprüfung der Gcbnhretlbetrage Unstimmigkeilen vorsindem lann ist das Tele^ graphenamt bei nochgewiesener Unrichtigkeit zur sofortigen Berichtigung ltereit. Jeintsprechteilnehmer, lvelche von der erioähnten Art der Gebuhrenverrechnung Gebrauch machen wollen, können, sich dicserhalb mtt dem hiesigen Kaiserlichen Telegrophenamt in Verbindung setzen, welches sodann das Erforderliche veranlassen wird. Landkreis Gießen. i. Ettings hau sem 21. April. Karl Löffler, bei emcr Minenloersevabtrilüng, erhielt zur Hess. TapferkcnsmcHaille das Eiserne Kreuz. ** Grvßen-Buseck, 23. «peil. A-n 14. April im* fea* tat Heinrich Konstanz und Frau ihre Goldene Hochzeit. ? Starkellbura und 9!üeinhessen. ** D a r m st a d t, 23. April. Wegmr des Mlebens des Herzogs Friedrich II. von Anhalt ist vom (Äroßhcrzog eine Hoftrauer bis znnr 29. April einschließlich an geordnet worden. Kriegsmarmelade. — Groß-Gerau, 23. April. Auf Einladung^ per Rvrchs- stelle für Gemüse mid Obst fand dieser Tage eine Besichtigung der größten deutsckM Marmel ade nsabrik statt, der hiesigen „Helvetta^" an der neben zahlreichen Pressevertveterit auch die Behörden und ürteressierterr Körperschaften in großer Zahl teilnahmen. Die Fabrü bedeckt gegenwärtig einen Ftächenraum von 62 500 Qu-adratmetern, beschäfttgt fast 600 dlngefteUte urtd arbeitet mit d^m ^ beachtenswerten l)>rundkapital von 5 Millionär Ncark. Die in der Fabrik hergestellte Marmelade ^wiod aussctLießlich aus bestem Obst mit einem Zusatz von 60 Prozent Zucker l-ergestellt. Als Sttecku ngs-> mittet bonlM'eit nur Tomaten, Mohrrüben, Tvestr und N unkel- rübeti in 10o/oigem Zusatz zur Anwnwung. Während die „.Helvetia" im Jahre 1917 enoas mehr als 3 ,Mi1lio:nn 3emnet Marmtelade zum Vlersand brachte, hat sie seit November 1917 allein schon G l / 2 Millionen Zentner vcocnlsgäbt. Die Herstellung der noch so vielfach angestriidettn Märmelode erfolgt in der dettkbav appetitlichsten Weise. Alles gleißt und gläirzt von vollendeter Sanberkert, nicht nur irr den eigentlichen Fabrirätionsräuinen mit ihren Riesen Kesse ln utta) B-ottiä-cm, sondern auch m den Füll-, Pack- irn-d VersandrÄrmen. Ein roalirer Elsintborrassv von Fässern birgt my&f ungelieure Vorräte der lr-Lwnr Waren, nicht minder groß sitrd aber auch die Berge von ZtuLer, die der Derarbeittmg harren^ AbteilmigÄciter Dr. Bvvenscheu von der ReichSstelle bot während des Rundganges .fesselnde Einblicke in das Wesen bet Lieferungsverträge zur Erfassung der Obsternten und erwähnte dallü, daß im konmienden. Herbst zwar wieder eine Absatzbeschränkung. aber keine völlige Beschlagualftne-der Obst- uttd Gemüseernte baabsichttgt s-ei. Erfteulichernxise sei es auch der Reichsnelle gelungen, die Obst- und Gemüsoeinfti'hr aus dem neutralen Auslande nach Deullchland während des Krieges zu steigern. - s" — Hksien-Nassa«. Großes Fifchsterbm im Untermain. --- Höchst a. M., 22. April. Durch das Ablassen äußerst giftiger Abwässer einer chemisck«n Fabrik sind von Höchst ab talwärts bis m den Rhein hinein Taipeude und Abertausende wm Fischen vergiftet rmrteett Tie Fisch eichen bedecken in dicht« Schicliten die Stronwberfläche. Tie Untersuchung stellte fest, daß die 'Augen der Tiere weit aus dem Klopf hevausgetteten Md die Leiber unförmig angeÄ?«wollen warett. Nach Ansicht der zuständigen Fi'ch?rge7rossenschaft ist der Fischbestand des Unternrains Mlf viele Jahre hinaus aufs schverstr geschädigt, da auch dis Sämlinge vernichtet sind. Vom Kgl. Wasserbarumtt in Frankfurt ist berefts eine Untersuchu-ng eingeleitet worden. Nach den» Ausfall der Unttrsuchv.ng wird die am meisten tarn dem Fischsterben nt Mitleidenscl^aft gezogene Flörsheimer Fischerzunft eine En-tschädigtmgsklage gegen die bettLffende chemische Fabrik aw- hängig machen. Kcrichtssaak. G. A. Frankfurt a. M., 23. April. Wiederholt liefen bei der Polizei Beschwerden ein, daß zur Nachwelt in der Wohnung der ledigen Masseuse Sophie Prokasky, Elbestraße 43, das Spiel „Tie Tante"', gespielt wett^. Als die Behörde dann etrnmrf nächst h, fand sie die Stube voll eifrig tempelnder Personen^ Es naren meistens recht fragNTÜrdige Exiuenzen, nicht weniger als fünf bekannte Einbrecher waren darmller. Tie Prokasky bekam für die Stunde 6 Mark Miete. Sie rouröe vom Schöffengericht wegen Tubdens von (Aücks spielen zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Bekanntmachung In den Wagen der städtischen Sttaßcnbahn wurden kn der Zett vom 1. Januar 1918 bis 31. März 1918 Nachfolgende Gegenstände gefunden: 3 Ta men schirme, 2 Herrenschirme. 2 Spazierstöck, 8 Paar Handschuhe, 3 einzelne Handschuhe, 1 Muff, 1 Paar Ohrenschützer, 1 Valentin, 1 Tasche, 1 Zwicker, ü Kalender. 2 Schllüssel, 1 Krimmerpelzkragen. 4 Geldbörsen, 1 Messer, 1 Aschenbecher, 1 Brustbeutü, 2 schwarze ^Tüchcr^ 1 Eßgcschirr und 2 Schürzen. Tre obigen Sachen können auf dem Bureau der Elektrizitätswerke fnnd Sttaßenbahn, Lahnstraße 28, .Zimmer Nr. 4, in Empfang genommen werden. Gießen, den 20. April 1918. 31023 jElettrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen: S to l te. Bilanz am 31. Dezember 1917. Aktiva. JC 4 -kafsenbestand 11741.87 Vorschuß gegen Bürgschaft 15 795.29 Vorschuß gegen Hypotheken 161590.— Vorschuß gegen Kausschillinge 16 728. kBorschuß gegen Wertpapiere 1100.— Vorschuß gegen zedierte Forde > rungen 385.44 iGuthaben bei Banken 26147.07 ^Laufende Rech- nungen 23000.— Wertpapiere 73500.— Ausstehende Zinsen 15031.66 Ausstehende Provisionen 1.65 Ausstehende Kosten 10.70 Mobilien 141.24 34417^.9^ Passiva. Ji $ Geschäfts- anteile 2250.— Reservefonds 8082.56 Spareinlagen 327 313.40 Laufende Rechnungen 4711.92 Reingewinn 1815.04 344172.92 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1916 45 Zugang in 1917. 2 Abgang in 1917. 3 Stand der Mitglieder Ende 1917 ... 44 Die Haftsumme beträgt 88000 Mark. Die Rechrnlng liegt von heute ab 8 Tage lang bei Rechner Schlapp zur Einsicht der Mitglieder offen. Mainzlar, am 23. April 1918. Spar- und Vorschußfnfle, e. ly. m. b. H. Bekanntmachnna. l Holzvrrstkigeruvg der Stadt Gietzrn. ^ I rt rt n f« « h o tt 9 hri f 1 Q 1 ft Vtrt 1 Vogel, Direltor. Brück, Kontrolleur. Schlapp, Rechner. ’ Äiuf Beschluß der Stadwerordveten-Bersantmttmgl vom 22. März 1918 und mtt Geicehmigtrug Großb. Mirtisteriums des Innertr vom 13. Aprtl 1918 sind die im Schlachthos zu erhebenden Fleischbeschauge bühren mit sofvrttger Wirkung wie folgt festgesetzt worden: für ein Stück Großvieh auf.1,40 Mk. für ein Sttick Einhufer aus.2,00 , für ein Schwein oder Kalb auf . > . . . 0,70 . iür ein Schaf oder eine Ziege auf.0,60 . Pur ein Sck>af- oder Ziegenlamm sowie ein Spanferkel auf.0,30 . Gießen, den 22. April 1916. 3104B 1 _Ter OberbürgtA-meisüer: Keller. Bekanntmachung. B e tr.: Aendernug der Ortssatznng für den städttschen Schlachthos in Gieße-n vom 29. März 1918. . Auf Beschluß der Stadtverordneten-Vcrsammlung vom 22. März 1918, nach Anhörirng des KreisauS- sihusies und mll Gcwhmigung Grvßh. Ministeriums des Innern vom 13. April 1918 zu Nr. M. d. I. II 1653, toird auf Grund der Bestimmungen in Art. 15 der Städteordming die Ortssatzung für den städtischen Schlachthos in Gießen vom 29. März 1910 hinsichtlich der Gebührensätze wie folgt geändert: 1. Schlachtgebühren. 8 1. Für ein Stück Großvieh.. . 12,00 Mk. Für ein Kalb (Rindvieh im Alter bis zu 6 Wo chm). 2,00 Für ein Stück Einhufer . ..8,00 Für ein Schwein.4,50 Für ein Ferkel (Schwein im Aller bis zu 13 Wock>en) * ........ * 0,50 Für ein Schaf . ... > . 1,50 Für eine Ziege . *.* h . 1,00 Für ein Lamm . ... 0,50 § 2 An Stelle von 2 Mar^ ein Zuschlag von 3 Mark. An Stelle von 1 Mark ein Zuschlag von 2 Mark. 2. Stallgebührem § 3. a) Für ein Stück Großvieh oder ein Pferd b) Für ein Schivein oder ein Stück Kleitwieh 4. Wieg e ge bü hrerr. a) Für ein Stück Großvieh. b) Für ein Stück Kleinvieh oder Schwein . 2. c) Für ein Schwein.0,20 „ d) Für ein Kalb, Schaf oder Ziege ... 0,10 „ 6) Für Fett, Häute und andere Teile eines geschlachteteit Tieres.0,10 „ Tie Bekanntmachung tritt sofort in K'rast. Gießen, deit 22. April 1918. 31018 Ter Oberbürgermeister: Keller. 0,30 Mk. 0.15 .. 0,30 Mk. 0.15 309V Bekanntmachung. Auf Beschluß der Stadtverordueten^Bersaminlung vom 22. März 1918 urtd mit Gcitchmigimg Großb. Ministeriums des Innern voni 13. April 1918 sind die im Schlachthof zu erhebenden T r i ch i n e u s ch a u g e -« bjühren mit sofortiger LLirkurrg ivie folgt festgesetzt worden: Für ein Schwein 7.5 Pfennig, für ein Spanferkel . 40 Pfennig. Gießen, den 22. April 1918. 31038 .Der OberbürörrmLisber: Keller. Donnerstng den 26 April 19 18 . vo r- mittags 9y t llhr beginnend, werden in den Waldungen der Socrdt Gießar im Bezirk des Forstrixirls Geisel-Gießen in den Abt. Nter PflaTrzgarten Nr. 101 d und Bnrscpcnschlipi Nr. 58 meistbietend verstcig«t: 25 Jichten-Derbstangen mit 3,67 Festtn., 30,4 Rm Kiefern-Scheit, 20 Rm. Fichten-Scheit, 49 Rm. Mrsern-Knüppel, 28,8 Rm. Fiästen-Knüppel, 690 Wellen K.eftrn Reisig, 250 Wellen Fid^qr-Reisig. Die ZnstmmenLinft^st aus der Licher Straße an der 6. Schneise. Hvlz?>ä7tdler sind vom Mitbreten ausgeschlossen. Jeder Steigerer darf nur seinen Eigen-Bedarf steigern. Geßen, den 19. Aprll 1918. 30308 Der Oberbürgertueister I. V.: Grünewald. Holzversteigerung» Freitag den 26. d. M. wird tm Gemeiudewald Araukcnbach nachstehendes Holz versteigert: 4v Stück Kiefern Stämme mit 19 Festm., meistens Schntttstämme, 68 „ Fichien-Stämme mit 14 Festm., 27 n Eichen-Stämme mit 10 Festm., 26 Rm. Eiwen, 2 Meter lang. 75 „ Kiefern und Fichten, 2 Meter lang. 37 Stück Fichten'Stangen, 2. Klasse. 51 „ 3. „ 74 „ ^ 4. ir Die Versteigerung beginnt um 10 llhr morgens tm Disttikt Buchenttrauch. Frantenbach den 21. Avril 1918. 31001) Der Bürgermeister. I. B.: Stöher VER MIETU N O EN 3-Zjmmor-WohaB. (Maus.» Lfiwsneaftsa 22, 2ceubnu, zu uerrn. Näh. im 2. Stock. 8011 Jeldgr. sucht eins. möbl. Zimmer. Angebote unter 01111 an den Gieß. Anz. Sädl. riwwer m. elektr. Licht z. vrnr. Wcst-Anl. 5r,,v. 01 li (CL.-y »u mieten gesucht, i itII schattig, mit Laube, älteren Bäumen, abgegrenzt, in der Utäbe der Stadt. 2ln- gebole mit Breis mttcr 01097 a n de» I tzießener 2lnzeiger. I'ulverNitHiKdoRcnt sucht sofort 2—3 Zimmer, möbliert od. nnmöblieri, zu mieten, nur in freier Lage uud ladelloseui Hause. Schr. Angeb. unter 8048 an den Gie üe ner Anzeiger. _ Geb. Dame nt. 18jäbr. Tochter sucht Zimmer mit 2 hielten, a. l.m. vollerBension. Angeb. inner 01112 a. d. Gieß. 2lnz. Eins. möbl. Zmimrr 1. 5. in Nähe Bahulios gef. ug. n. 01101 a. d. Gieß.Attz. Zwei iungeKauslente suchen gesuätl. 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Oeorg Karl Reit, Maschinenfabrik, GißSsiL Statt jeder besonderen Anzeige. Heute mittag J Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Carl Schmidt Oberst und Kommandeur des Großherzoglich Hessischen Gendarmerie-Korps, Ritter hoher Orden im 68. Lebensjahre. Darmstadt, den 21. April \ 918. Dies zeigen tiefbetrübt an im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Curt Schmidt, Dr. jur., zurzeit in Süd-West-Afrika Edgar Schmidt, Oberförster und Oberleutnant d. R., zurzeit im Felde Die Beefdigueg findet am Mittwoch den 24. April, nachmittags 3 Uhf, vom Iratserhause, Darmstadt, Grunerweg 18, nach dem Friedhof, Niederramstädter Straße, statt Die Einsegnung V 4 Stunde vorher im Trauerhause. 5117D Im Kampfe für das Vaterland fiel am 8. April 1918 unser liebeT Corpsbruder ' sind. agr. Friedrich Joseph sh BarasUdt, Visswaehtmelster 1 b «las» Faldartillorla-Beohuat. Wir betrauern weiterhin das Ableben dreier a. IL a. H.: II Am 21. Januar 1918 verstarb in Darmstadt unser lieber a-H. Obedandesgerächtsrat i. R. Otto Jung Es verschied weiterhin in Darmstadt am 8. April 1918 unser C. a. H. PI Freiherr Friedrich v. Nordeck zur Rabenau ßreaiharsoglieker Kammsrtarr sowie ln Warschau unser C. a. H Hauptmann Freiherr Eugen v. Nordeck zur Rabenau 3106 D Der C. C. der Starkenburgia. Am 25. März mußte unser Sohn, Bruder und Bräutigam Heinrich Pitz Unteroffizier in der Pionier-Kompagnie 286 A Inh. des Eis. Kreuzes II. Kl. und der Hess. Tapferkeitsmedaille im Alter von 29 Jahren sein Leben lassen. Dies zeigen tiefbetrübt an: Familie Schneidermeister Pitz Rosa Dehling als Braut nebst allen Angehörigen. Steinbach,' Eßlingen a. N., den 22. April 1918. 01108 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass gestern mittag */ 4 l Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Groasvater Herr Peter Schupp nach langem in Geduld ertragenem Leiden im fast vollendeten 72. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Schupp Ww. Familie Friedrich Schupp „ Karl Gladigow und 7 Enkel. (Hessen (Katbariuengasse 12), den 23. April 1916. Die Beerdigung Ludet Donnerstag nach mittag 3 7, Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes ans statt. 01115 Danksagung. Für bie vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust sagen wir allen herzlichsten Dank. Christine Staufenberg geb. Harnisch, »ebst allen Angehörigen. Watzenborn, den 22. April 1918. «m« Haus : Laue -u ve- er. Licher Straße 9. tn guter Lage zu verkaufen. Schäl Ein aut erhalt, sechssitziges Krenk | m. Polstersitzen preiSw.z.vrk. ©. H. Mütter, Schtllerstr. ßleftromotorca Dreh» u.Gletchstr'NN'/,-1,9f'8. kaust Heine. Nessel, Berlin, Kaiser-Attee 202. L73v»s Hach Oottes Ratschluß fiel im Kampfe fürs Vaterland am 10. April an der Spitze seiner Kompagnie unser geliebter, hoffnungsvoller Sohn und Bruder Hans Knieper. Leutnant und Kompagniefuhrerim Infanterie-Regiment „Graf Barfuß“, 4. westfäl. Nr. 17 Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. und der Hess. Tapferkeitsmedaille im Alter von 19 3 / 4 Jahren. Pfarrer Heinrich Knieper Kurt Knieper, Marine-lng.- Frau Sara geb. Rehorn Anw. in Wilhelmshaven Emmy Knieper Hermann Knieper Elisabeth Knieper Dorothea Knieper. Krofdorf, den 22. April 1918. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Mel-Verkass nur nener Möbel: 1 Schlafzimmer, nußbaum imir., OSO, 1 Sblaszim - in er, helleichen imlt.-Mk.820, l Schlafzimmer, dunkeleichen imtt., Wtk. 1250; sechs tomvl. Kuchen von Mk. 275 dis 'Utk.575, Zlleiderschränke Mk. 125, VertikoS, Divans Mk. 175, Waschkommoden, Drahtmatratzen, lLteiliae Matratzen Mk. 78» Spiegel, Bilder. 3113» MelhanS Z. FttuilüN! Gienen, Bahnhosstraße 29. Triebmeerrettich abzugeben 8088 Ktaiier-Allee 27. 40—50 Ztr. Dilkwurr zu verkaufen. 01065 Euler, LudwtgSvlatz 3. Brennholz kurz geschnitten, gibt jede Menge ab 01109 Phil. Jakobi. Hinter der Stadrkirche. !' VLkrSCNlLvKNZL Pension gesncht für Studentin 1. Mat. Angebote erb. Frankfurt a.M., Mauerweg 32,111. 3l09ss Ernstgemeint! Herr,26I. a.,wünschtanständ. Mädchen, auch junae Witwe m. Kind nicht ausgeschl., zw. Heirat kenn. z. lern. Etw. Vermögen erlvünschl. Ang^b. mit Bild uni. 01104 a. d. Gießen.Anzeig. Neparaturen on aüicitofrälcn unö auSgefllhrt. Postkarte genügt. Spengler Marti", ono» Sonnenstratze 14, IIf. Hundepeitsche verloren. Gegen gute Belohn, abzug. 01107 Wetzlarer Wee 17, m. iälli von Antianitäten. Möbeln, ganzen Einrichtungen, Alt- eisen, sowie allen von mir geführten Artikeln. 78 Louis Rothenberger. Heut© morgen 5 UhT verschied rach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter und Schwester Elisabeth Einhäuser geb. Werner. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Friedrich Elnhäaser. Giessen (Ebelstrasse 32), den 23. April 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag den 25. April, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 8093 Statt jeder besonderen Anzeige. > l/) > V! Gestern entschlief sanft nach kurzem Kranksein unsere liebe Mutter, Grossmutter, Urgrosamutter und Schwiegermutter Christiana Decker IgBj im Alter von 86 Jahren. 1 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: j L. Decker. 1 P Giessen, Frankfurt a. M., Baltimore, Lauterbaoh, den 23. April 1918. Die Beerdigung findet Mittwoch nachm. 7,4 Uhr vom Friedhof aus statt. Neuen U10 Süss holz i. Paketen z. 20 Pf.-Verkauf 250 Pakete . . Mk. 27.58 «00 .88.68 1000 ^ ... „ 143.- portofrei Nachnahme. Preisliste tlb. PIsHermönz- CachoB n. ßalmlakpastlilea U8w. frei. 27ölhv Ernst A Witt, Hamburg 23. ß. J. Schmiede-Zwangs-Jnnung für Stadt und Kreis Gießen. Infolge andauernden Steigen- der Materialien» preise kostet bis auf weiteres eiu neues schweres Hufeisen Mk. 3.— ein neue- leichtes Hnseisen y 2.50 ein altes Hufeisen . . . . „ 1.60 8112 V Der Vorstand Ht 94 Awetter Blatt 1 Gießener Anzeiger (Seneral-Mzelger für Oberhesien)_Dienstag, 2Z. April 1918 Ans Stadt und Sanft* Gießen, den 23. April 1918. ** Auszeichnung. Gefreiter Hugo Hellwig, Welcher v-or kurzem mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgl^eicknrct wurde, erhielt nurc auch die Hessische Tapferkeitsmedaille. ** Gie ßener Hv chschu l gesellscha ft. Am 17. l- M- fand m Offenvach a. M. unter dem Vorsitze des Herrn Fabrikbesitzers Julius Heyne eine Versammlung statt, in welcher die Herren Geheimer Kirchenrat Prof. Dr. Krüger, Justizrat Grünewald und Geheimer Hof- rat Prof. Dr. Behaghel aus Gießen über Zwecke und Ziele der Gesellschaft sprachen. Großh. Meisdirektor Dr. Spamer, Oberbürgermeister Dr. Düllo und Kommerzienrat G. Bo e h in brachten das große Interesse zum Ausdruck, welches in Offenbach für die- Bestrebungen der Gesellschaft besteht. Justizrat Grünewald äußerte sich insbesondere über die Frage, ob die Gesellschaft etwa sotcl>e Aufgaben überrrehme, welche dem Staate gegenüber der Hochschule zustehen. Er erklärt, daß Borstand und Beriv'altungsrat scharf auf die Grenzen achten würden, die in dieser Hinsicht gezogen werden müßten. Auf Anregung des Herrn 'Justizrats Freund wurde die Bildung eines Ortsausschuss^ in die Wege geleitet, welcher sich die Werbung flrr die Gießener Hochschulgesellschaft in den Kreisen der Offenbacher Industrie und des Handels angelegen sein lassen wird. Herr Oberbürgermeister Dr. Düllo betonte, daß in Offenbach in auf die Pflege der Geisteswissenschaften großes Interesse bestehe, nicht etwa, wie man meinen könne, nur für die exakten Wissenschaften. — Man teilt uns weiter mit, daß am 29. l. M. der erste Bortrag stattfinden rvird, in welchem die Gießener Hochschulgeselischaft in die Oeffentlichkeit tritt nick) zwar wird Herr Geheimer Hofrat Prof. Dr. Sieders über „Me Entwicklung des britischen Weltreichs" sprechen. Infolge des Weltkrieges hat sich für uns Deutsche das Bedürfnis geltend gemacht, das Auslcnrd gründlicher kennen zu lernen und man schickt sich an den deutsche;; Universitäten an, das Auslandsstudium besser als bisher zu pflegen. Die Gießener Hochschulgesell- schaft hat sich die Aufgabe gestellt, durch eine Reihe von Bortragen das Bedürfnis nach besserer Kenntnis des Auslands zu wecken. Kurz nach Pfingsten wird voraussichtlich Herr Prof. Dr. Rolvff über „D;e Entstehung der modernen Kolonisation" sprechen; ihm wird Herr Syndikus Dr. Zeidler mit einem Bortrag über „Der deutsche Kaufmann und die Vertretung seiner Interessen im Auslande" folgen. Auch in anderen hessischen Städten sollen Borträge stattfinden. Es darf schließlich noch mitgeteilt werden, daß die Anregung, in Gießen Einrichtungen für das Studium des Bergfachs zu schaffen, von sachkundiger Sette als durchführbar und voraussichtlich großen. Erfolg versprechend bezeichnet worden ist. ** Oberhessischer Kuustverein. Die angewel- deten Kunstwerke sür die Ausstellung der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler sind soweit eingetroffen, daß die Eröffnung am Sonntag bestimmt erfolgen kann. — Auch die städtische Kunstsammlung im Schloß am Landaraf-Pbilipv- Platz wird künftighin Sonntags von 11—1 Uhr unentgelt- lich für das Publikum geöffnet sein. Es wird aber noch einmal besonders darauf aufmerksam gemacht, daß es Kindern und Jugendlichen nur in Begleitung Erwachsener erlaubt ist, die Sammlung zu besuchen. Es besteht ferner die strenge Verordnung, daß Schirme und Stöcke am Eingang der Ausstellungsräume abgelegt werden müssen. Am Sonntag, bei starkem Zudrang, hatte sich gezeigt, daß einzelne Besucher mit brennenden Zigarren erschienen. Es sollte doch bekannt sein, daß man bei dergleichen Gelegenheiten das Rauchen unterläßt. ** Deutsche Vaterlandspartei. Im Fürstenhof wird am Samstag Herr Tr.-Jng. G. A. Vecker (Offenbach) über das Thema: „Warum müssen wir das Erzbecken von Bricy-Longwy behalten?" (mit Lichtbildern) sprechen. Siehe Anzeige. ** In den Schwarz-Weiß-Lichtspielen, Seltersweg, tritt von heute ab Wanda Treumann in ihrem Lustspiel- sck.lagcr „Wandas Trick" auf. Für bei; ernsten Teil ist das 3aktige GesellschaftSdrama „Börse und Politik" vorgesehen. Siehe Anzeige. ** Das Kreisblatt enthält Bevordnnngen über: Brcnrn- stoffversorgnng der .Haushaltungen usn»., Gewährung twm Kriegs- teuernngsbeihilfen, Anbau- und Emtteflächcnerliebung, Schmieröl. Landkreis Gießen. -w- Bersrod, 22. April. Gestern wurde Pfarrer Mar- tz N t h, der seither in Gernsheim in S-tarkenburg tätig war, durch den Dekan Rös'chen aus Frei-en^Sem irq tfeijn neues Amt einge- führt. — In der vorigen Woche feierten Bürgermeister Renschr- lmg imd seine Ehefrau die golvvne Hochzeit. — Mit der letzten! KriegsauleihezeichLung von 2650 Mark brachten die Schüler in lauter Kriegsfparkarten die Snnrme von 10993 Mark zusammen. Land stu rmmann Karl Münch erhielt die Hessische Tap- ferkeitSmedaille. ** Grünberg, 22. April. Auf die 8 . Kriegsanleihe wurden beim BankaeichLft Ph. Jöckel 1 250 000 Mk. gezeichnet. Das Ergebnis der 7. Anleihe betrug 1 050 000 Mk. Me Gesa in tzeichnungen bei allen Kriegsanleihen daselbst ergeben nunmehr 6 374 000 Mk. . ** Kesselbach, 22. April. Das Eiserne Kren- 2. Klasse erhielt der Landsturmmami Becker. Hessen-Nassau. --- Frankfurt a. M., 22. April. Bei einem Einbruch in die Schneiderei von Bernhard B echt hold sielerr den Meben sür annähernd 12 000 Mark Llinziugstoffe in die Hände. Von Schutzleuten verfolgt, warfen die Einbrecher auf 'üjin Flucht mehrere Pakete weg, entkamen aber selbst. = Frankfurt a. M., 22. April. Nach schwerem Leiden verstarb am Sonntag der hiesige Oberbahnhofsvorsteher Nechnungsrat Krüger. Der Verstorbene, der fast 50 Jahre im Eisenbahndienst stmrd, bekleidete das hiesige Vorsteherami seit 1898. Letzte AachrWen. neueste fccr Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 23. dlpril. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. - An den Schlachtfronten öli-b die Gefochtstätigkeit auf zeitweilig auflebende Artilleriekämpfe und örtliche Jnfan- terieunteruchumngkn beschränkt. Die englische Infanterie war namentlich zwischen Lens und Albert fchc tätig. Erkundungsableilungen, die an zahlreichen Punkten gegen unsere Linien vorsticßen, wurden überall znrückgeschlagen. Vergeblich versuchte der Feind mit star- keil Kräften das am 2!. April am Walde ron Aveluy ver- lorme Gelände wiederzunehmen und beiderseits der Straße Bouzincourt—Aveluy die Bahn nördlich von Albert zu ge wittnen In mehrfachem verlustreichen Ansturm büßte er Gefangene ein. * An den übrigen Fronten nichts von Bedetttung. * In den beiden letzten Tagen wurden 30 feindliche Flugzeuge abgesthossen. Leutnant Buckler errang ftmen 32., Leutnant Menl^rff seinen 25. Lnstsieg. Mazedonische Front. Zwischen Ochrida- unb Prespa-Sce sowie nordwestlich von Monastir Artillerie- und Minenkümpfe. Deutsche Abteilungen stießen westlich von NaLovo in französische Stellungen vor. Bulgarische Truppen wehrten südlich des Doiran- Sees englische Tcilangriffe ab. Einige Franzosen und Engländer wurden gefangen. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * * . Die Mchrheitsparteien des Reichstags. Berlin, 23. Llpril. Der Ausschuß der Mehrheits-, Parteien des Reichstages trat gestern zu einer Besprechung znsmmnen. Es ergab sich über alle verhandelten Fragen weitgehende Einmütigkeit. Anträge der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 23. April. 6 Dife sozialdemokratische Reichstags fraktion hat inr Hoiuptansschuß zum Militär e t a t verschiedene Anträge eingebracht, a. a. den, daß die Entschädigung der auf Selbswerpstegung angewiesenen Mannschaften r^m 2 Mark auf 2,50 Mark, in Berlin .auf 3 Mark für den Tag erhöht wird. Ferner ist darauf hinzuwirken, daß den deutschen Kriegsgefangenen die Zeit ihrer Gefangenschaft als T'ieirstzeit angerechnet wird. Alsdann mit aller Beschleunigunjg eine Erhöhung der Bezüge der militärischen Fri eb en spe n-i s i 0 n ä r e aus danr Mannschaftsstzande herbeizuführen und dahin zu wirken, daß den länger als drei Jahre- dienenden Manns, chaftM eine Zulage nach der Länge der MenstMt gewährt wird. Irland. Berlin, 23. April. In Irland floß bereits Blut. Eine Pvlizeistation am Bahnhof von Gvrtatlea wurde von den Sinnfeinern angegriffen, die den anweseichen Schutzleuten die Waffe abnehme;; wollten. Andere Schichleute kamen hinzu und ferverten auf die Siunfemer. Ern junger Mann wurde getötet und ein zweiter wurde verwundet. Der Militäreifer englischer Geistlichen. London, Al. April. (WTB. Nichtamtlich«.) Der Bischof von London erklärte m einer Ansprache, daß die Freistellung der Geistlichen nicht verhirchert werde, daß in der Londoner Diözese alle Geistlich en im dienstfähigen Alter einher ufen würden. IN einen; Gespräche teilte er noch mit, daß m jeder Gemeinde nur ein Gastlicher bleibest solle. Auf einer Versammlung von Bischöfen, die Morgen stattftiwen werde, werde beschlossen, daß dieser Grundsatz auch in anderen Diözesen angeweudet werde. Deutsche MeMMMtei GLerheffeK. Mglieber - verjaMMlung Samstag den 27. April 1918, 8% Uhr. im Saale des „Fürstenhof". Dortrag des HerrnOr.-Ing. G.A.Becker (Offenbach): „Warum müssen wir das Lrzbeüen von vriey-Longwybehsiten?"Mi,rich!biid-n,. 30S8V Der Vorsitzende. «3 Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Selterswey 81 1 Täglich Künstlerkonzert. . - - : VII. Film onserer Trenmann-Serie Wandas Trick! Hervorragender Lustspielschlager in 3 Akten mit Waeagia Tpeymamgi,, iiSrs® tit^d Gesellschaftsdrama in 3 Akten. In Vorbereitung: 3094 a 111 . PfaamtomasfSlm Kaffee Ernst Ludwig Inh.: Ang. Rath Heute -ME Konzert Eigene IIoadltoreL 3095 Nrlich aewliffcrte Stockfische empfiehlt 292 0. 6. Kleir.henr>, Telephon 66 . Bahnhofstr. 59 . von naokm. 4 Uhr ab Familien-Konzert Empfehle vorzügliche Torten nnd Waffeln. Donnerstag den 25. April, abends 8 1 /* Uhr, in der großen Universitäts-Aula 2897 d Vortrag mit Lichtbildern von §rau §regattenkc?pitän 3da Boethke: „Eigene Erlebnisse einer deutschen Frau während der Belagerung von Tsingtau". Preise der Plätze: 1.50 und 1.00 SW. im Vorverkauf bei Herrn C h a l l i e r und abends an der Kasse; für Mitglieder der Unterzeichneten Vereine bei Vorzeigung der Mitgliedskarte die Hälfte. Zu diesem Vortrage laden ein: Deutscher Ziottenverein, Deutsche Uolonialgeseiischaft. Frauenbund der deutschen Nolonialgesellschast. Deutscher Frauenverein vom Roten Rreuz für die Roionien, Ortsgruppe Sietzen. fipciM MkmkeMe Sitjjeii. Zwecks Förderung des bargeldlosen Verkehrs hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 16. s. M. beschlossen, die Zahltage an der 5kasse auszuheben. Alle Zahlungen, ffosern sie nicht bei Vorzeigung der Rechnung an den Kassenboten geschehen, können nur noch bei der Post auf unser Postscheckkonto Nr. 10833, Amt Frankfurt a. M., geleistet werden. Postscheckformulare sind bei den Kassenboten zu haben. Die Auszahlung des Krankengeldes, Wochengeldes usw. erfolgt wie seither SamSLegS von 8 bis 1 Uhr an der Kaffe. Gießen, den 18. April 1918. 3077O Der Vorstand: A. Bolz, 1. Vorsitzender. Versteigerung. Freitag den 2t. April, nachmittags 2 1 /, Uhr, beabsichtigt die Gemeinde ReinhardShain " einen abgängigen Eber öffentlich zu verkaufen. Die Bedingungen können vorher eingeschen werden. ReinhardShain, den 22. Zlpril 1918. Großh. Bürgermeisterei ReinhardShain. Graulich. si w » Bilanz am 31. Dezember 1917. Aktiva M An ausgeliehenen Kapitalien a) gegen Obligationen und Schuldscheine 754 625.80 b) geg. Güter- kausgelder 10 512.02 o) gegen Wertpapiere nach dem Kurs am 31. Dezbr. 1917 118 220.- An Kassenvorrat 21 854.91 „ Vorlagen 108.95 „ Ausständen 6 643.18 „ Mobilien 33,51 Mk. 5°/oAb- schrei- bung 1,65 Mk. 31,86 911 996.72 Passiva Per aufgenommene Kapitalien 885 882.92 „ Stammguthaben der Mitglieder 12 500.— „ Reservefonds 4 684.09 „ Zuweisung aus dem Reingewinn pro 1916 400 Mk. 5 084.09 „ Spezial reserve- fonds 536.01 Mk. „ Zuweisung aus dem Reingewinn pro 1916 363.08 Mk. 5 699.09 „ Reingewmn 2 830.62 ~911 996.72 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1916 25 Zugang.. . ..- Abgang . . Stand Ende 1917 . “25 Die Haftsumme beträgt pro Mitglied 1 000 Mk. Stand der Haftsumme Ende 1917 25 000 Die Rechnung liegt 8 Tage lang in dem Kassenlokal zur Einsicht der Beteiligten offen. Der Borstand der Spar- und Leihkaffe, E. G. m. b. H., Großen-Buseck. Schwalb, Direktor, Schmid, Rechner, Stephan, Kontrolleur. Generalversammlung Donnerstag den 2. Mai, nachmittag» 3 Uhr bei Gastwirt Karl Siegfried in Großen- Buseii. TageS-Ordnung: 1. Rechnungsvorlage 2. Beschlußsassung über Verwendung,deS Reingc- winns 3. Verschiedenes. Für den Anfsichtsrat: Konrad Hof II. »'