Nr. »8 Der Lirtzener Lnztt-er ^ «scheint täglich anher Sonntags. - Beilagen: HichcRer§amili«nb!Stter; Ureirdlall für Len Ureis Siegen. veMKSpreis: msnall. Mk. 1 .26, viertel- j^rlich Mk. 3.60; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.10: durch diePost Mk. 3.60 viertel- jshrl. auSschl. Beftellg. ^ernsprech - Anschllisse: stir die Schrntlci lang 112 Ber 1 ag,Keschausstelle 51 ArsschriÄ für Drabtnach- richten: Anzeiger Sietzrn. Erstes Blatt (68. Jahrgang Vienslag. (H.AprllM Postscheckkonto: 5raM«et a.M. U*86 itercMiijeifer für Oberheßen ZMittmgrnmd-ruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei R. Lange. Lmi6i;mL von Anzeige« 1 die Lagesiiurnnirr bi-, zum Nachmittag vorder ohnejedeVerbindlichkei» Zeilenprekle: für örtliche Änzeiden 25Pf.,für auswärtige 30 Pf., f ür Reklamen Mk. 1 .— ; bei Platzvorschrift 20% Aufschlaa. Hauptschrrstleiter: Nui,. G o e lz. Verarrtwortlich für Politik u. Feuilleton: Sankoerlehr: Aug. Goetz; Stadt uno Gewerbedonk Sichen Land.Bermischtesu.Ge- rrchtssaal' W. Meyer; Schrlftleriung. Srschästzst-!le u. Druckerei- Schulstr. l. M?lch°in ixt (WTB.) GrvtzeS Haupravartier, 18. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfelde an der Lys kam es vielfach zu erbitterten NEämpfen. Westlich vvn Nieuwkerte, sowie Mischen Bailleul und Merris wurden englische Maschinen- tzewchnrester gesäubert, deren Besatzung gefangen. Gegenangriffe, die der Feind auf Bailleul und nordwestlich txm Bethune führten, brachen verlustreich zusammen. An der Schlachtfrsnt zu beiden Seiten der Somme blieb der Artilleriekampf bei regnerischem Wetter in mäßigen Grenzen. Osten. Nach heftigem Kamps mit bewaffneten Banden sind nufere in Finnünrd gelandeten Truppen, tatkräftig unterstützt durch Teile unserer Seestreitträste, in Hrlsingsdrs ein- gerückt. Der Erste Generalauartienneister Ludendorff. * Der Abendbericht Berlin. 15. April, abends. (WTB. Amtlich.) Oertliche Kämpfe auf dem Schlachtfeld an der Ly§. Wulverghem und die feindlichen Linien nordöstlich vom Orte wurden erstürmt. Noch zwei Tage chaun fällt die Entscheidung in der großen Finanzschlacht, in der wir zum achten Male Sieger bleiben wollen. Sie ist nicht so gefahrvoll und unendlich mühevoll wie das Ringen da draußen im Westen. Wer den verfügbaren Teil seines Geldes nimmt und ihn in Kriegsanleihe anlegt, der stürmt wirklich keine feindlichen Höhen mrd verrichtet keine Heldentat. Wenn wir dennoch vvn einer „Schlacht" sprachen, so es eine solck^, in der Vernunft, gesunder Selbsterhaltungstrieb, Ordnungsliebe, gegen törichte Gleichgültigkeit, Leichtfertigkeit und Zerfahrenheit kämpfen. Im allgemeinen sind diese zuletzt genannten Untugenden ja keine todeswürdigen Verbrechen, nur spielt hier etwas Gebieterisches mit, das den Säumigen alle mildern- den Umstände versagen müßte. Man kann aus Leichtfertigkeit und Vergeßlichkeit einmal eine Rechnung nicht zur bestimmten Frist begleichen oder eine Zusage nicht halten — aber man darf nicht aufschieben und vergessen, wo unsere ganze Zukunft, Tod und Leben, davon aöhängen. Eg-oismrrs, Habgier und Geiz sind trübe und schmutzige Eigenschaften, aber sie gehören schließlich zum Menschlichen und können zur Rot erctfefeuibig t werden. Der EMkistrsche, Habgierige, Geizige steht aber vor den Banken, beit Stellen, wo Kriegsanleihe zu zeichnen ist, nicht wie vor einer Armenbüchse oder vor einem Klingelbeutel. Wer egoistisch ist, der muß gerade Kriegsanleihe zsichrieu'. Was er dabei fürs Vaterland tut, ist kein Opfer, sondern er gehorcht, lvenn er bei seiner Zeichnung von Anleihe auch darairf, aus das Volksganze, blickt, nur einem einfachen Gefühl, das an freudige Mithilfe, freundliche Bereitschaft, liebenswürdige Anteil nahine anklingt. Wenn sich alle diejenigen, die in solchen Gesinnungen stehen, sich zu denjenigen gesellen, die aus Vaterlarrdsliebe dieselben und viel schwerere Pflichten auf sich nehmen, so gibt es für den deutschen Sieg kein Hemmnis. Man sollte es mit diesen Ueberlegungen aber ja recht genau nehmen! Man soll mit den Pfennigen fuchsen, denn es geht zugleich für eine größere und höhere Sache als für das zinsreiche Zurücklegen von SMrgeldern. Bei pflichtschuldigen Werken der Barmherzigkeit öffnet sich oft die Hand zur Ausgabe runder Summen; diesmal geht der Ruf 'eindringlicher an die Herren heran. So gut wie ^000 Mark zur Anleihe bringt, kann man auch einige Mark mehr aufbrmgen. Man soll rechnen und sich Rechenschaft ablegen! Je mehr Kriegsanleihen der gewaltige Krieg erfordert, desto, größer werden die Sicherungen und Vor- teue, dre das Reich den Zeichnern in Aussicht stellt und bisher noch vergeßlich und säumig gewesen ijt, der lew du täglichen Bekanntmachungen und vertiefe sich aM enmial in den großen Bericht über die gestrige, Greßener Kundgebung zur achten Anleihe! --Ui i III i in im ——, Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 15. April. (WTB.) Amtlich wird verlantbart: An der Südwestfrout stellenweise erhöhte Kampftätig- Der Chef des Generalstabes. * * * Der türkische Bericht. vom 15. April. Palästina front: Vvrstoßende Erbmdwngsablelluugnl der Engländer imuden an mehreren Stelle der Front rn-rückseworfen. !Clf Maschittengewehve wurden hier in den letzten Tagen erbeutet. Mrs einem erbeuteten englischen Operationsbefehl geht hervor, das; bei dem letzten AngriffMMN und Kilkilikie erreicht werden! sollten. Kaukasusfrout: Fortschreitender Angriff vor Batum. Von dm übrigen Fronten nichts Neues. Ungeheure Halbjahresbeute. diese nicht nur imi Doll, sondern auch besonders an der Fr«a immer weiter um sich. Engbülnds .einzige Hoffnung sind die französischen Reserven, deren Eiiffatz das englische Heer vor welterrn Niederlagen schützen müsse. Englischer Bericht vom 15. April morgens. Berlin, 15. April. (WTB.) Vom 15. Oktober 1917 bis zum 15. April 1918 haben die Mittelmächte über 517 000 Gefangene gemacht, 7246 Geschütze, gegen 20 000 Maschinengewehre und mehr als 300 Tanks erbeutet. Außerdem sielen über 100 Pcaizerkra stivagen, 630 Autos, 7Ö00 Fahrzeuge und urrübersehbares Eiseubahnmaterial tu ihre Mitoe. Unter diesen befitiden sicki über 800 Lokomotiven nud 8000 Waggons. Die Bestände des Mutntiousdepots sind noch nicht annähernd feftgestellt. Wein an Artilleriemuui- tbon wurden bisher über 3 Millionen Schuß festgestellt. In derselben eZit wurden über 1100 Flugzeuge und mehr als 100 Fesselballone ab geschossen. Die Beute an sonstigem Kriegsmaterial, Piouiergerät, Handfeuerwaffen, Gasmasken, Bekleiduugs- und Verpflegungsdepots konnten zahlenmäßig noch, nicht armähernd feftgestellt werden. AmicrrS und Umgebung geräumt. Berlin, 15. Aprll. (WTB.) Amiens und Umgebung wurden auf Befehl der englischen Heeresleitung von der französischen Zivilbevölkerung geräumt. Den Bewohnern wurde keine Zeit gelassen, ihr Vieh fvrtzutreiben. Die zahlreichen, jetzt herrenlosen Herden werden durch die englischen Truppenkommandos eingefangen. Die Engländer behalten das Vieh für sich, schlachten es ab und verwenden es nach Belieben. Die Empörung der französischen Bevölkerung gegen den britischen Bundesgenossen ist naturgemäß sehr groß. Die französischen Soldaten schieben die Schuld an der großen Niederlage, die auch sie betroffen hat, sowie über- Haupt die Kriegsverlängerung lediglich auf England. Das ungerechtfertigte und brutale Auftreten der britischen Armee steht im größten Gegensatz zu ihrer Unfähigkeit, die Front zu halten, und zu ihrer fortgesetzten Preisgabe französischen Bodens. Die Beschießung vsn Pari». Paris, 15. April (WTB.) Havas. Amtlich. Das weittragende Geschütz setzte die Beschießung der Gegend von Paris während des 14. April fort. Eine Frau lvurde getötet. Fvch zum Oberbefehlshaber ernannt. Paris, 14. Llpril. (WTB.) Amtlich. Die französische und britische Negierung kamen überein, dem General F o ch den Titel eines Oberbefehlshabers der alliierten Armeen in Frankreich zu.übertragen. Die Stimmung in Frankreich. .. Bern, 15. April. (WTB.) Die französischen Blätter und über, den Anfang der Offensive bei A r m e n t i 6 r e s und La Besitze ziemlich bestürzt und zeigen sich bemüht, die Opera- tron als eine Diversion hinzustellen. Einige Blätter, vor allem die sozialistische, betonen allerdings, daß die Deutscheii bereits am ersten Tag einen großen Erfolg errungen haben. „Le Heure" erklärt, das Kohl engebiet von Bethune, das gerade im Stlidwesten des Operationsgebietes liege, sei schwer bedroht. „Ve- rite" hält es sogar für wahrscheinlich, daß Bethune mit seürest Minen nicht mehr gerettet werden kann. „Echo de Paris" deutet an, daß die Engländer alle verschiebbareii Truppen heramverfen^ um dieses Gebiet, das für die ganze Industrie Frankreichs von so autzervrdentlichem Werte sei, ftir die Enteiite zu erhalten. Genf, 16. April. Msi uniimwmidener Anerkennimg gedenkt Maror C i v r i e u x im „M a t i n" der jüngsten unerhörten d e u t- schen l a ri chlei stungen in Nordfrankveich. Weiter sagt er, es hieße den eiligst aufgebotenen, minder gut vorbereiteten Foch- schen Hilfstr^ippeii allzuviel zumuten, »venu mmi von ihncar eine entscheidende Wendung erivarte. Schon strammes Ausharren wäre unter diesen Umständen höchst verdienstvoll. * Papiermangel in Frankreich. Bern, 15. Llpril. „Progreß de Lyon" meldet aus Paris: In der Kammersitzung vom 11. April tvurde eine Regjerimgsvorlage angenommen, wonach der Verbrauch von Papier und Drucsinaterial in Frcnikreich seNwrhin eingeschränkt werden^ nmß. Der Antrag sieht vor, daß die Zeitungkvi künftig wöchentlich nur noch vkermal vierseitig und dreimal zweiseitig erscheinen dürfen. Ein Zusatzantrag, neue Zeitungen zu verbieten, wurde abgelehnt. * E»tglandS gedrückte Stimmung. Berlin, 15. Aprü (WTB.) Englands öffentliche Meinung ist über die Erfolge der d ent scheu Offensive sehr bestürzt. Mit den so schnellen Fortschritten hatte man nicht gerechnet. Nach lallgenieiirem Evachten Lounte die gewaltige Niederlage vermieden werderr, werm die englische Führung nicht «üizlich i^erfagt hätte. Die Engländer zeihen sich selbst der maßLosen Überschätzung der Deutschen. Zurzeit glaubt der größte Teil dos Volkes an kemew SÄg der .WMen und hall ba* Weiterkämpstn schon wegerc der Mnehinenden Lebensrn.it fellnappheit für zwecklos. Zur Uebersee- ergänzung des verlo-renon g^voalttgeii Kriegsmaterials nruß die Lebeusnütteleinfuhr eingeschrcüiZt norden. Jede Schiffsversenürng genümtt daher jetzt einL erhöhte Bedeuturrg. Die englische Regierung ensialtet in der Presse durch DolDredner eine starke Propaganda gegen das Wachsen der Kriegsmüdigkeit. Dennoch greift — vMuai ebel und Eis liegen die braven arbeitsfrohen und todes- mnttgen slgdmensneher aus ihrem langen Weg nur langsam vor- warts ronimcn. ^ ^ ar ^ r Und immer neuen Schwierigkeiten mich dAies Mal, wld der Ruf und der Rphm der deutsch^ Mincnsuckwr ist abermals gestiegar. * So konnte der Führer der Unternehmung, .Kvntevadniircll A^r, Fit Arnen otmtfräftm und derMnter Befehl des Kapi -^uer stehenden Transportflotte am 2. Ostertage dic f C Unterstützung der sich nach Wiederherstellung C Unb bCtt Seaitun9en ^ Fp-dens sehnen. Vorher hatten die auf großeii Schiffen des Norddeutschen Llovd^. und der Hamburg--Lndamerika-Linie eingeschisften Feldgrauen ge ^ ^ Feuer, bei Kollisionen und vor 'bres Schiffes auf eine Min« za <. inzichscheii eingetvetene herrliche rubige Wetter machte dw ^-cesiahrt «zu eurem erholenden Gewiß, dessen Reize erholst der Breiten der Baltischen Jnsetv J und spater llemere Eisfelder zeigten, vlm dre Einsamkeit der See siel auf, denn trotz zivritügiger Fahrt war uri ^ ^r e lL nic ^ eaie Rauchfahne, ein Schiff oder auch nur ein öricyer zu sehen. schwierig für die seemännische Oberleittmg wie für die R^er der großen Transporttcknffe Ivar die letzte Nacht vor dem Ziel. Es galt ausgedehnte Mnenfelder zu twssteren, stnd immer w.E die Minerrsucher seit dem Eintritt in Än Finnischen ^ beim Schaffen emer sicheren Fahrstraße auf Minen gestoben. Zn dieser Minengesahr kamen mit der näcMchen Au. Näherung Mi Hangö sehr, erhebliche navigatvrische Schroicrigkeiteu solche durch da-. Nichkdrennen der fsinrer an der finnischen Küste noch erhöht wirrden. L J o Mil Klarschiff Um Gefecht fuhrvn im Mvrgengrmn'n de^ 3. Avril uitter dem VovaiitrUt von Minensuchern die der Tprn^- Pottflotte vorausmarschierenden Linienfchifte an die Jpsel Ruffarw ^ A^lNig z.lm Hafen vvn Hangü Mt. war als stark bewchgr bekannt. Gleichzeitig waren von Flugzeugmutter- schiffenSeeft reger zu Wasier gelassen, die aufstiegeu und die Insel »vune derr Hasen urvd die Stadt Hangö erlieut erkwidetan Trotzdem von der- Besatzung Widerstand erwartet wurde, mußte schon nn Hinblick aus den mit Rußland abgescküosseneu Frieden Uirachst. eine sreiwrll'.ge Uebergabe der Festung r^nuchr rvatxn brachte den 'Parlamentär mit einigen 50 Mann ^Mh Nilssaro und bald zeigten aufsteigende weiße einzelne §l miC b?K stch d^r auf der Insel noch befindliche R^ derDc- sa^nig, fmderstmidslvs m dre Besetzung der Fusel durch nufere Bko». Are deutsche Kriegs flagge stieg am Leuchtturm und ber Sigiwlstation der ÄNsel hvck> und der Mntermarsch ans die Reede vvn Hawgo konnte angetreten iverdeu Da Uvißhen Russarö und der Stadt ein dichtes TEiSftK» lag, wurden Sperrbrecher vvvausgeschickt, um die Hasengewässer twr Einlaufen der Transpvrtfahrzeuge auf Miitenfrciheit m jotto suchen. jI/’.c gescy-ickt gekuhrtcu großen Tamoser sithreir, das Eis tzerbiDhnch, T>nt nnh her, und bald war es möglich, den ersten! Stoßtrupp auf Torpedobooten und starken Schleppern imch Land Ku schicken. Tiefen voraus fuhr der große und starke finnische Eisbrecher „Samuo", der. am Heck die rote finnische Fuhne mit dem güldenen Löwen, schon bei den Aalandsinseln außerordentlich wertvolle Dienste geleistet hatte. ' ^ie Rote Garde batte, wie.später durch Befragen des Leuchtturmwärters von Russarü festgestellt wurde, in der Nacht vom 2. und 3. April um 2 Uhr morgens den ersten Verdacht über die tatsächliche Annäherung einer deutschen Expedition^geschöpft. Man hatte von Hango aus verdächtige Fah^euge nach See zu erkennen geglaubt und Russarö telephonisch um- nähere Feststellung ersucht. Als dann beim Hellwerden das anmarschierende Geschwader von Hangö aus entdeckt wurde, entschloß man sich zur eckigen Flucht. Getreu ihrem merkwürdigen und fürchterlichen Prinzip, alles zu zerstören, wurde im Hafen vernichtet, was sich in der Eile noch vernichten ließ. In fünf gewaltigen Explosionen wurde ein Vor- ratsdampser und vier im Hafen liegende russische U-Boote von der Roten Garde zerstört, die darauf in dem bereitgesttllteu Eisens -bahnzng die Stadt Hangö in der Richtrmg aus HclsmgsorS verließ. Tie gewaltige schwarze Rauchwolke des brennenden Vorratsdamp- fers rvar das Zeichen, unter dem dann die großen Transportdampfer, vom Flaggschiff des Admirals Meurer geführt, ihre Ankerplätze vor Hangö aufsuchten, um mit der Landung des Gros Unserer überall Ordrumg schaffenden Feldgrauen zu beginnen. Der LanvrrrigSlamps in Helfingfors. Berlin, 15. April. (WTB.) Das Eindringen des d eu t schen Geschwaders nach Helsin gfors war durch dachten Nebel, geführtirtfite Navigatstmsvcrl-äÜnisse und Packeis sehr rrschvert. Die Navigatton mußte dirvch die Besetzmrg wickLiger Punkte über dvS Eis ermöglicht werden. Außerhalb von Helfinafors begegnete im! idem rirssischen Ltriegsschiff „Pfotr Waltki" wck> großen russischen Tvanspottdcunpfern und Eisbrechern mit Tausenden von Angehörigen der russischen Marckre ;rnd deren Familien an Bord, lanscherwend mfi dem Mrge nach Kronstadt. Das Kriegsschiff grüßte urit der Flagge das deutsche Geschwader, .-es hatte die weiß-nobe Flagge aö Zeichen neutraler HalLsng gesetzt. Tie Flagge wehte auch über der wegen ihrer Ausdehnung -stark berätzucken Siee--- festung mck> aus den im Hafen Mrüchgebliebenen russische Kriegsschiffen. Bor dem Leuchtturm wn Grahara gab ein großer öliger Fleck im Eye, sowie SchifKttümmcr Dorpedobootkessel Lffw. dvi Platz mr, wv drei englische U-Boote bei der NöchriL vorn unserer Annäherung gesprengt worden tvaren. Sofort nach der Ankunft des deutschen Geschwaders wurde ein Lvndnngskorps noch am späten Abend des^ 12. April aus- geschifst- Es erlitt die ersten Verluste schon während der Landung dclvch ein Automobil der Roten Garde, das unter der Flagge des Roten'Kreuzes mtt einem Maschinengewehr schloß. Tie Hauptnester der stbolcn Garde lagen fast sämtlich irr den: in der Nahe des 'Hafens gelegenen Staatstzebäuda. -Vom frühen Morgen bis -um Mittag des 13. April l-atte das HandmrgsÄ-rps der Nbarirre und eine in der Nähe des .Hafens Lmgetroffene Kompanie deutscher Jäger schwere Straßen- kämpfe beim Obord- und Südhafen. Die Roten bestriichprr mit .Mafchineirgetoehrsn auch die Annäherung rni den L-andmrgsplatz sowie die Verbindung zwischen deur am Südhafen gelegenen Vdarkt- plav und der Hatbrnsel Skatudden. Unsere Vialrosen batten auf Der letzteren einen besonders schweren Standpurrkt, da die Roten, das gegenüberliegende Senats haus besetzt hatten. Ein Rotes Nest Mit etwa 200 Männern und' Frauen und Jugendlichen ergab sich bald nach dem Eingreifen'der Geschütze, der Minensuchboote und ver Begleitschiffe. Trotzdem die sich ergebender Roten mit erhobenen Händen da- ftohifocn, wurde von anderen Roten aus sie und die deutsche Legleit'nwnffl'nften geschossen. Gegen 2 Uhr nachmittags tvar Her schwerste Kampf überstanden. Die Roten ergaben sich allmählich Die Hcp'ptführec waren insbesondere im Palaste des Gouverneurs, im Senotshaus und ckn kaiserlichen Palast verborgen. Die zahlreich hevamströmenden Aiihcrnger der .Weißen Garde wurden bttvaffnet, sie sind wertvoll für die wettere 'Säuberimg der Stadt von ' noch vielfach verborgenen Roten, ymtt Einsammeln der Waffen, Wachdienst usw. Die bis dahin -vie aus ge stör bene schöne Stadt war bald schwarz von festlich bewegten Menschen, die die Matrosen und Jäger immer wieder mit Hochrufen begrüßten, mit Blumen beschenkten, aus offener' Straße bewirteten Und den Offizieren die Hände zum Dank drückten. Seit zwei Monaten unterdrückte bürger-, biche Zeitungen gaben noch im- Laufe des Nachmtttags Extrablätter Heraus mit begeisterten Dankesaustassungen mi Deutsichjland. Die ^!SfjtoTÖi^^a^ und Privatgebäude sind beflaggt, darunter auch viele mfit den deutschen Fahnen. Des Kaisers Antrvort an den gemeinsamen baltischen Lande-rat. Kvwn v. 15. April. Der Korrespondenz B. toird aus Riga H tt n eldet: Hos^ug, 14. April 1918. An den Vorsitzenden des gv- finoirfiamen Landesrates, LandesMarschockl Pilar, Riga. — „Der Mir in so herrlicher B^ise dargebrachlen Dmrk des Landes vateS von Livland, .EMcmd, Riga und Oesel für die ^ Befreiung der alten jOrdenslande von ihrer Bedrängnis hat Mich tief gerührt. Ich danke Gott von Herzen, daß er Mich und Meine Armee das Wext* deug für diese Befreiung werden ließ und Mir die Möglichkeit gegeben hat, die Zukniff." der alten, durch deutsche Arberr geschaffenen! Lcmde aus eine sichere Olrundlage zu stellen. Die Bitte des Landes- rrcrkeS um Anschluß an das Deutsche Reich unter Meinem Szepter ^mrt> mit Wohlwollen begrüßt werden. Ich nehme sxe «als ein Zeichen des Vertrauens zrr Meiner Person und Meinem Hause mrd zu Deutschlands- Zukunft und spreche dem Landesrat Meinen kaiserlichen Dank dafür aus. Wilhelm I. R. Zu Czernin» Rücktritt. Wien, 15. April. (W.B.) -Meldung des Wiener K. K. Delv- ^rirphml- Üo nm p.ATÜievzburvaus. Die Blätter erfichren von untere «Lchteter Secke: Graf iEzernin hat in die Urschrift des Briefes Kaiser Karls an den Prinzen Sixtus voir Parma lZnsicht genommen. Die Urschrift steht vollständig im Einklang mit Her über ten Brief des Kaisers veröffentlichten Kundmachung) Amseres Ministeriums des Aeußeren vom 12. April. IN diesem «Schv i ftstint' ist weder ein Auftrag an den Prinzen Sixtus enthalten, den Brief Kaiser Karls irgendjemandem mckzu teilen, noch steht ein Wort über Belgien darin. D?r auf Elsasz-Lotl/rrngen bezügliche /Satz deckt sich vvllstÄcdig mit der vom MnfisteriuM des Aeußern veröffmttlichten Fassung. Die Kriegsmndigkeit der Australier. Berlin, 15. April. Die Stintmuitg der Australier Lst durchaus kriegsmüde. Ausnahmslos herrscht die Aussicht, daß der Krieg niemals mit einem Sieg Englands enden Wune. Die Australier sind ans die Engländer deshalb ^besonder- erbost, weil sich diese das ganze während vieler Monate unter ungeheuren Opfern eroberte Sommegelande Kn wenigen Tage nabnehmen ließen. Der Zorn hierüber ist bei ihnen deshalb so groß, weil in erster Linie es die Australier waren, die, wie gewöhnlich, so auch in der Dommeschlacht 1916 am schwersten bluten mußten. Ein irreführendes englisches Weißbuch. Berlin .15. April. iWTB. Amtlich.) Aus der englischen slZteffe witd der Worckaut eines englischen Weißbuches be- lannt, das sich mit bei Schiffsraum frage beschäftigt und fcobei Zahlen über die KciogSverlustx Md uatürlichrn Abgänge der enghidjen und der WettlMidelsslotte gibt und gegen diese Bcrlusb- paQlai fcnf 'ugange an SchiffsraMi aufrechnet. Die Verlustziffern, die hier -vum ersten Male amtlich in Bruttoregistertmrnen ange- j mHen werden, find nfiedernrn nicht einwandfrei. Der zwischen den ! hier oorlck-.' .Len ^bngalxur und den deutschen Berstnküngsziffern ' bestehende Unterschied eckvärt sich daraus, daß die cfitzlische Statistik von einer ganz '.ruderen Voraussetzung ansgeht als die deutsche. , Die deutsche Statistik gibt eine Zufammenireltung aller Verluste der feindlichen und der neutralen Handelsflotten, die durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte entstanden sind. Die eng- lische Statistik schließt denienigcm Teil des England zur Verfügung stfihenden Schiffsrau ins aus, der für militari s ch e Z w e ck e iu Fahrt gesetzt ist, melleicht unter Auslassung einiger geringfügiger Poslion. Dieser Teil des Schiffsraumes ist aber, wie bekannt, sehr evheblich. Außerdem muß die Einschätzung der Verluste, die gerade dieser Teck erleidet, berücksichfigt werden, daß er fast ausschließlich im Sperrgebiet fährt und infolgedessen den Angriffen deutscher Seestteitkräfte im höchsten Maße ausgesetzt ist. Die eng- lisckien Verlustziffern beziehen sich also iu der Hauptsackie nur auf die der bürgerlichen Versorgung dienenden Schiffsräume. Hierin liegt der Versuch einer erneuten Irreführung. Inwieweit die eug- lisckM Verlustangaben für diesen Teil der englischen und der Welthandelsflotte stimmen, kann deutscherseits nicht nachgeprüft werden, da unsere Seestteitkräfte nicht feststellen können, welche der versenkten Schiffe zu den von der englischen Statistik erfaßten oder zu den nick)t berücksichtigten Gruppen gehören. Spanische Lieferungen in Frankreich. Berlin, 15. April. (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tageblattt^ meldet aus dem Haag: Zwiscl-en Amerika und Spanien ist ein Vertrag für spanische L i e f e r u n g e n in Frankreich abgeschlossen wordeir. Das spanische Eisenbahnmaterial wird von Amerika mit Lokomotiven und Güterwagen ergänzt, um den Transport zu erleichtern. Drei fleischlose Tage in Italien. Bern, 15. April, Nach Meldung des „Corriere della Sera" tritt laut Regierungserlasses zu den beiden fleischlosen Tagen in der Woche ein dritter hinzu. Dentschfeindliche Kundgebungen in Prag. Berlin, 16. April. Dem Lokalanzeiger wird aus Prag gemeldet, daß es dort am Sonntag zu großen deutschfeindlichen Demonstrationen gekommen ist. Teile der Demonstranten zogen unter Hochrufen auf Masarhk, ClemencSau und Wilson vor das deutsche Haus, wo sie mit drohend erhobenen Fänsüen und Stöcken HeH- lieder s an-gen. . Der Seekrstg. , Nene U-Voot-Erfolge. Berlin, 15. April. (Amtlich.) Im Sperrgebiet des mittleren Mittelmeers versenkten deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote sechs Dampfer, die in gesicherten Geleitszügen fuhren, und zwei Segler, zusammen mindestens 25 000 Br.-R.-T. Der Chef des Wmiralstabs der Marine. m dem Reiche. Die Aiffgatzen des ReickMags. ' Berlin, 16. April. An den Re ichs tag, der sich nach längerer Pause wieder heute versammelt, treten, wie die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, wichtige Aufgaben auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft und der Sozialpolitik heran. Den Auftakt zu einer lvcitausgreifenden Beratung auf dem Gebiet der Bevölkerungspolitik bildet die Vorlage eines bezüglichen Gesetzentwurfes. Im Mittelpunkt der Erörterung über die Finanzpolitik werden die neuen Steuervorlagen stehen, die früher oder später kommen müssen. Schließlich wird der 'Reichstag sich mit der kleinen Reichstagsreform befassen, die einige großstädtische Wahlkreise zu einem Wahlkreisg^biet vereinigt und für dieses unter Vermehrung der Abgeordnetenzahl die Verhältniswahl einsühren will. Mit diesem Gesetzentwurf erscheint auf der Tagesordnung das große, heißumstrittene Thema der inneren parlamentarischen Reformen, in dessen Behandlung nächst dem der Kriegs- urch Friedensziele Besorrnenheit und Ruhe, am meisten not tut. Wie das B. T. meldet, sind die F ü h r e r d e r R e i ch s- tagsparteien für Dienstag abend zum Staatssekretär des Aeußern Exzellenz v. Kühlmann zu einer Besprechung eingeladen. Aus Hessen. Die Grrtchttmg billiger Wohnungen. Ter Vorsitzende des Ernst-Ludwig-Vereins (hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen) hat i. Ä. an Grvßh. Ministerium des Innern eine Eingabe gerichtet, der wir folgendes entnehmen: Die Verhältnisse auf dem WvhnMgsmarkt haben inzwischen eine Gestaltung angenmnmen, die es in dringlichster Weise not- ! wendig macht, sobald als möglich mtt der Errichtung von Woh- Nungsbauten zu beginnen. Demgemäß erlauben tvir uns,, im Anschluß an unsere früheren Eingaben auf folgendes hckrzuweisen: 1. Wegen der Beschaffimg von Baumaterialien sind! in unserem wirtschastlich-chexhnischen Ausschuß berecks eine Reihe von Vorschlägen gemacht worden, die Hvl)em Ministerium bekannt sein dürften. Neben der Herstellung der erforderlichen Bansteine ist die Beschaffung von Holz eine der wichtigsten Aufgaben. Ter unserem Vorstand als Mitglied crngehürige Herr Kammerpräsident Und Oberbürgermeister Köhler^Morms hat bereits diesbezügliche Anträge in der Zweiten Kammer gestellt, die u. W. daselbst auch Arm ah me gefunden haben. Wir gestatten rms die Anfrage, ob und inwieweft auf Bereitstellung staatlick»en Holzes ftrr die Zwecke der ErrichtMd von Kleirrwohnungen gerechnet werden darf. Es werden im er,ten Bmrjahr, sofern dem Bedarf einigermaßen genügt werderr sock, in .Hessen 5—6000 Wohnungen z-u schaffen sein. Und da im Durchschnitt für die Kleinwohmmg, bestehend etwa aus 3 Zimmern Md Küche, eine Holzmengc von 12—14 Kbm. erforderlich ist, so Niürde eine Holzmenge von 70—80 000 Kbm. hierzu erforderlich sein, welche wenigstens zum größten Teil aus staatlichen Forsten oder durch Vermittlimg des Staats von anderer Seite zu besck-affen sein würde. ■ Ausschlaggebend für eine rationelle Bauweise bleibt aller-, dings dex Preis ftir die Rohmaterialien. Wir gestatten Ms, darau hinzuweisen, daß die preußischen .Herren Minister der öffentlichenj Arbeiten rmd fitr Landnüttschaft in einem Erlaße die Lieferungj von Bauholz Dl gemeinnützige Banvereine zu mäßigen Preisen zugesagt haben. Nack) unserer ÄlussassMg wäre es im Interesse der Verbcklignng des Baues notwendig, bei der Preisbemessung die Verhältnisse vor dem Kriege zu grMde zu legen, wobei wir selbstverständlich in ersM Linie an die BelieferMg gemeiMütziger Banvereine denken. 2. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Berettstellniig her erfvrderlickM Geldmittel, in welcher Rickfiung sich die von der Ersten Kammer der Stände tgld von unserem Vorstandsmitglied Bürgenrnister Wliegand in Heppenheim in der Zweiten Ständekammer gestellten nno emfümmig Di-genivmtmenen Anträge beweg-en. NackHem in Preußen ein Bürgschaftsgesetz bereits Annahme gefunden hat und in anderen Bundesstaaten ähnliche Gesetze zur Berattmg stxhcn, gestatten wir Ms ganz ergebenst zu bitten, auch jemn Anträgen gütigst entsprechen zu wollen. 3. In Preußen sind, tvü bekannt, außer der Bürgschifts^ überrvahnre in Höhe von 150 Millionen Mark noch 20 Millionen Mark bereitgesteckt worden, um dannt eine Beteckignng des Staates M gemeinnützigen Bauvereinen zu ermögff.hen. Wir würden es für se'hr wünscheMvert halten, wenn dieser Vorgang auch in Hessen Nachachtimg ftuden würde. Tie Bereitsteckung von 1 Million Mark zu diesem Zwecke würrde eine außerordentliche Förderung für die Bauveveine bedeutm. 4. Es muß ferner damit gerechnet nrerden, daß trotz aller Dif Verbilligung des Bauens gerichteten Maßnahmen die Baukosten gegenüber den Preisen vor dem Kriege noch immer wesentlich höl>er ein werden, so daß die minderbeinittelte Bevölkerung nicht in - >cu Hage sein wird, die daraus'sich ergebenden Mieten aufzubringen. Hier' kaM u. E. nur geholfen werden, wenn aus öffentlichen Mitteln Darlehen gegen geringe Tilgung gewährt werden und Beteiligung des Staates an den gemeinnützigen Vereinen durch Ltammanteile stattftndet. Der Lhes des Selöjauft' tsrocfcns über Verluste und verWUNdungen während der gegenwärtigenGffenstoe. Berlin, 14. April. Ein Vertreter des WTB. an der Front hatte heute Gelegenheck, dem Chef des Feldsamtätswesens, Exzellenz von Schjerning, der gerade die vorderen Lazarette der im Kampf stehenden Armeen besuchte, folgende Fragen vor- zulegen: 1. Haben Euer Exzeckenz die Nachrichten in der Auslmlds- presse ülier mfiere angeblich schiveren Verluste während der letztett Kämpfe gelesen? Antwott: Ich habe selbstverstirndlich auch von diesen Alarm- Nachrichten Nottz gerwmmen. Sie ftnden sich ja geflissentlich übcr> all verbreitet, zweisellos um unsere Heimat zu beimrrchigen. 2. Haben Euer Exzellenz schon nähere Angaben über dv Ver w sendeten z a hl en? Antwott: Soweit es die Verhälttfisse irgend zulassen, wird mh täglich von allen Aumreeärzlen über die Zahl und Art der zu- gehenden Verwundeten berichtet. Wemr ich auch nicht in der Lage bin, Ihnen absolute Zahlen geben zu köMen, so halte ich mich doch für befugt. Ihnen.gegenüber herv,orzuheben, daß trotz der außcr- vrdentlick-en Ausdehnung des ^tzampfgeoieles die Verluste keineswegs die früheren der iveniger Di.sgedehnten Kampfhandlungai. übettreffen. Auch sind die Llerzte überrascht, wie außergewöhnlich gering die Zahl der schiverer Verwundeten ist. 3. Können Euer Exzillenz über das Verhälttris der leickfier Verwmrdeten zu den sch.verer Verwundeten mir nähere Auskunft geben? Es wäre doch für di/ Heimat besonders wichttg, gerade aus dem Munde Euer Exzellenz Näheres zn erfahren. Antwort: Fch habe jetzt alle größeren Lazarette bei ben känipfenden A-rmeetn besucht und kann versichern, daß ich freudig überrascht war, unter dei^ Verwundeten in der Tat so außergewöhnlich viel Leickü^ Verwnirdete zu finden. Mehr als 50a/o aller Vtwwnndeten lvarenj marschfähig. Hiermit in UeberviwstiMinung befindet sich die Tat- ache, daß aus dar Lazaretten und Krankenstellen hinter der Front in täglich Zunehmender Zahl im Beginn der Kämpfe Bettvundets ihren Truppentecken schon inieder zugeftrhrt werden können. Die üneistzen anderen VerwMdeten sind tcmcsportfähig urid kneten Musificht ans baldige und völlige Wiederherstellung. Nur wemge Prozent sind wirklich Schwerverivu-ndete. 4. Wie erklären Euer Exzellenz dieses anffend günstige Verhältnis? Anllvvtt: Wir haben eben außerordentlich wenig schwere Ar- tillerieverletznngen. Es überwisgen die Münden durch Maschinengewehr und' Jnsanteriegewehr. Jnsivlgedefien ist mich der in früheren Kämpfen als Wündkraukheit häufiger bcoback^dete „Gasbrand" Drf verschwindende Einzelfälle beschränkt geblieben. Gin gehäuftes Mcstreten dieser KvMkheit hätte uns jedoch ärztlich ebenfälts vorbereitet gefirndOr, da es inzwischen der Heeresverwaltting rm 'Verein mck deutscher GeLehrten gelungen ist, enr wirksames Serum zu finden, von dein wir gleichen Erfolg wie von dem Serum gegen den WundstarrkrDwpf erhoffen. 5. Wie verhält es sich sonst mit dem Gesundheitszustand au der Front? Änttvott: Auch hierüber kann ich Ihnen eine durchaus beruhigende MitteckMg machen. Tank der planmäßig ans die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten gelichteten Einrichtungen steht unsere Schlachtfrvnt im Westen da unberühtt voü Seuchen: deö Gesundheitszustand ist ausgezeichiret. Ars§ Stc^vt rrnd Land. Gießen, den 16. April 1918. ** Am tlich e Personal Nachrichten. In den Ruhestand versetzt wurde der Unterassistent in der .Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Heinrich Ludwig zu Nidda vom 1. Mai b\ I. ab. ** Auszeichnung. Ersatz-Reservist Karl Schwalb wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet ** Schwesternspende. Wie uns mitgeteckt wird, war das Ergebnis der Sammlung für die „Schwestern- spende" in Gieherc 6999,55Märk utrd in den Lairdgenwinden 6665,95 Mark, so daß die Gesarnternnahme 13 655HO Döark betrug. Der Deutsche Fraueiwerein vom Roten ^tzreuz für die Kolonien, Älbteilung Gießen, und der Atice-Frauenver- ein, Abteilung Gießen, danken Gebern urrd.Geberinnen hcrz- lichst für die Spenden. ** Oberhessischer Kunst verein. Die Ausstellung über Kleinwohnungen erfreut sich eines guten Besuches, kann jedoch itux bis Ende dieser Woche ausgestellt bleiben. Es sei darauf hingewiesen, daß die Msstellung jeden Vor- mittcw, Mittwoch auch nachmittags von 3—5 Uhr, geöffnet ist. ** In den Schwarz--W e iß - Li ch tspielen, Sel- tersweg 81, tritt von heute ab Mvgeirs Enger in seitreni neuesten Film „Der Giftbechett' aus. Außerdem ivird das Lustspiel „Fcmillie Streusand" gegeben. Siehe Anzeige. ** Lichtspielhaus, Bahnhofftrahe 34. Das große Aufklarungswerk „Die Geißel der Menschheit' gelangt von heule ab zur Auffichrunq. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. L. Hattenrod, 15. 9lpril. UTttcroffizier Heckrr. Graulich wurde zLnn Bizefeldwebel befördert. Kreis Büdinaen. G Büdingen, 15. April. Zum Bizefeldwebel befördert wurde der Sergsant Schlegel. — Ni ede r - M ock st a d t. Das Hessische Kriegsehrenzsichen, früh.w die Hess. Tapflnkeits- medaicke, erhielt der Gel recke Adolf Bauer. — Lindheim. Nach ttlrzer Kvankheck starb in Feindes! cord der Telegraphist Heinrich Spittler, --i Tauernheim. Das Eiserne .Kr!-'rz erhielt der Musketier Katt Wagner — Langenberghei m Tie Hesfischie Tapferkecksmeda ille, früher das Eiserne Kreuz, erhielt der Gardist Karl Weingärtner, das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapserckecksmevifi 1 Ie, erhielt der Kanonier .Heinrich ?ldolf Breidenhach. — Nidda. Tie Höbeve Bürgerschule besuchen jetzt 152 Schüler, 42 sind neu eingetreten, davoir sind 21 aus Nidda und 21 von au-swätts. — Unter- Schmitten. Das Hessische Kriegsehrenzeickieir erhielt der Lehrer sttudolf L e h m e r. * 4- Lrßbarg, 15. April. Im Wilsten fiel am 23. März Adolf- Mann, Jühaber des Eisernen lenzes und der Hes- sischeir Dapferkecksmedackle. 4- Ortenberg, 15. April. Als neues Opfer uirferer Gemeinde fiel der Gardist .Hemrich Gockf cha, lJnliaber des Eisern rir Kreuzes. — Das Eiserne Kckeuz erhielt Karl Langendorf. Ter Vater und feinte 2 Söhne sind iram Jnl-aber dieser Llus- zeijchnung. 4- Usenborn, 15. Llpril. Den Heldentod fürs Vaterland starb Leutnant Rrchlard Lucius. Dcnnck ist bereits der dttttt Sohn des verstorbenen Pfarrers Lucius auf denr Felde der^Ehre gefallen. Kreis S-ckiotleu. 4t Schotten, 15. April. Den Heldentod starb hei einem Sturmangriff der Gardist Georg.Henrich. — Se l 1 n r o d. Nach schwerer Vcrivundung starb fürs Vaterland der Pionier WUlulm Müller, Inhaber des Äsernen Ztzveuzes und der' HessrichM Xüi>!tTfeLt£md}üLrk. — Wohufeld. Das ©fcnte Kren-i erhielt t.'i Jvaljrcr Sl^ivab- Fritz. — Br-eungeshaiu. Die hessische T a l'i". r feitöinefiliCIt erhielt der tf»a monier Heinrich Jockel. Meis FriEera. # Friedberg, 15. April. Das Ehrenzeichen ft'fr 5kriegs- fürsarge erhielten die Damen Mirna Lampas und Berta Kann, die an d^r Volksküche eltinmamfLicb tätig sind. Juni Serc>eanLenj befördert wurde der DLusketiec Heinrich Haustein. — Nieder- Wöllstadt. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erlstelt der Leutnant d. di. und KmiMagniesichrer Kärl Staudt. — Nödgon. Auf dem Feld? der Ehre starb der Sttid m-d. WikhAm Fleisch- liauer, Leutnant und Konrpagniesührer, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1.. und 2. Masse und der Höfischen Tapferkeit9medcrikle. — Butzbach, 15. April. In der Gemei,nderatssitzung wurde der Voranschlag der Stadt Butzbach für 1918 ivrrch^eraten und genehmigt. Derselbe schließt mit einer Einnahme und Ausgabe im Betrage von 307 248 Mark ab. Der vom FinanMusschuß genehmigte Ziähreslxwichl nmrde von >>errn Getnei'.'-oevat M'etzgar verlesen. Der Antrag Metzger, den Ausbau der Rämerstraße als Notstandsarbeit nach dem Kriege vorMsehen, wurde genehmigt: Ebenso der Antrag, beit Zutrieb von Schlafen Mc Herde bis zum a.^’XJsvm a a oB m m' > 20. Älpril 1918 von hiesigen Bewohnern zu gestatten. Aeber die Watsserfrage entspamt sich eine längere ÄluSsprache. Die Wasserkalamität wurde anerlarmt. Die Wasserhähne sollen deshalb grländlich nachgesehen und etwa vorhandene Rohrbruche behoben werden. Um mehr Wasser zu beschaffen, sollen Verhandlungen eingeleitet werden. Starkeubirrg und Nhejnhessm. I. Darmstadt, 15. April. Zur Förderung des Gemüsebaues wurde, wie ülierall, so auch in Darmstadt und Umgegend, Van- gelände und sonstiger geeigneter, brachliegender Boden umge-t bvochen und von den Besitzern teils selbst in Bebauung genommen, teils als Kriegsgäirten verpachtet. Äie Landwirtschaftskammer hat darauf die Besitzer dieser.GruUdstüche z.u Beiträgen für die L-and- wirtschaftskammer heran gezogen. In einer )Keihe von Fällen haben, die Besitzer dagegen Einspruch bei dem Provinzialausschuß erhoben, imDihwar mit Erfolg., Denn in fast jeder Sitzung des Provinzialans- schusses kommen eru oder mehrere Fälle zur EntselMdung, die regelmäßig zimnigimsten der Landwirtschafts komme r, der auch die Kosten aufgebürdet werben, auszufallen pflegt. I. Darmstadt, 15. Llpril. Im HvftlMrter fand gestern vormittag eine Kriegsanleihe statt, die sehr gut besudit \mr. Nach der dut■') das Hoforchester unter Leitung '(»es Kapellmeisters Kleiber spielten Leonorenouvertüre Nr. 3 von Beeihdven und dem Bortrag mehrerer Schubertlieder durch Kammersänger Jos. Mann sprach Korvettenkapitän Selchvw vom Äümiralstab der Äcarinr in fesselnder Weise über „Weltkrieg und Flotts". Den Beschluß der eindrucksvollen Feier bildete der ungarische Marsch von Liszt. ** Nieder-Modau, 15. April. Dem in hiesiger Gemeinde angestellten Sclmlverwalter stud. jur. Karl Robert G o r - don aus Gießen wurde das Ehrenzeichen für Zbriegsfürsorge ver- liehen. Kreis Wetzla; ** Salzböden, den 16. April. Don Heldentod für sein V^iteAand starb der Grenadier Heinrich Wagner. — Schütze Karl Lau cht wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. b ^ Hessen-Nafsarr. mr. Frankfurt a. M., 15. April. Die städtische Sparkasse hat für die Stadt und ichoe Sparer 1272 Millionen auf die achte Kriegsanleihe gezeichnet. 'Damit erhöhten sich die gesamten An- ... , „ „ , . . d:e gesamten vaterländische Kundgebung für die achte leih-ezeichnungen auf alle Kriegsanleihen auf 78 Millionen Mark. Tieferschüttei!; orhieiteü wir die schmerzliche Nachrieht, daß unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Georg Schmidt in< Snfantenc-Reg nicnt 7i Inh aber des Eis. Kreuzes II. KI. ». der Hess. Tapferkeitsmedaille nach 38roonatigör treuer Pflichterfüllung im Alter von 24 Jahren am 27. März 1918 gefallen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Willi. Wilke. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass heute mittag 2 Uhr, plötzlich und unerwartet, unser lieber, braver, einziger Sohn, Bruder, Schwager, Enkel und Pate im noch nicht vollendeten 17. Lebensjahr durch einen sanften Tod verschieden ist. y„z Gießen (Seltersweg 79), den Iß. April 1918. 0011 j4-m .‘/Ir Wieseck, Reiskirchen, den 15. April 1918. Wer dich gekannt, wird fä* unsernSchmerz ermessen, i;.f» • • Was du uns warst,\\ir Werdens i nie vergessen, ■rui In tiefem Schmerz: Karl Schäfer V.und Frau geb. Wagner Anna Schäfer Familie Karl Kreiling Johann Georg Wagner (Grossvater) Familie Johannes Seipp Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Tieferschüttert erhielten wir am Freitag die schmerzliche Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Söhnchens, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Fußartillerist Adolf Schwarz Inhaber d. Eisernen Kreuzes IL Kl. u. der hess. Taplerkeitsmedaille nach 4ömonatiger treuer Pflichterfüllung im Alter von nahezu 30 Jahren für sein Vaterland gefallen ist Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Margarethe Schwarz und Kinder Familie Karl Schwarz Familie Scherer Familie Bender. Hungen, den 16. April 1918. 2834 Möbl. Wobn- n. Schlafzimmer zu vermieten für 6wei Personen. 0909 Fr. Otto, Liebigstr. 63. Cai znßfeh W cha- n. 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Die Beerdigung findet Mittwoch den 17. April 1918, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Giessener Strasse Nr. 97 aus statt. r'W W p g a Es setzet tief in unser Herz Allzu- früh gingst du dahin, Der Krieg unendlich gr g^J nerz All’ unsere Hoffnung ist nun hin. Wir können kaum im Leid uns ^ e ’ 211 trübe brach dein Herz, fassen, Ach, wie sollen wir ertragen Daß du uns mußt schon so früh diesen großen, harten Öchmerz- verlassen. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein treuer, unvergeßlicher G-atte, unser lieber, einziger Sohn, unser hoffnungsvoller Schwiegersohn, unser lieber Schwager, Pate und Onkel Ersatzreservist Heinrich Kaufmann im Inf.-Rgt. 436, Inhaber der hess. Tapferkeitsmedaille ain ^3. März 1918 im Alter von 33 Jahren sein blühendößJLeben dem Vaterlaudo opfern mußte, für das er 3 Jahre treu gekämpft hat. In tiefem Schmerz: ♦ Katharine Kaufmann geb. Möller und Schnellen Karl Johannes Kaufmann HI. und Frau (Eitern) Johannes Möller VIII. u. Frau (Schwiegereltern) Wilhelm Müller IV. und Frau und alle Angehörigen. Weitershain, 15. April 1918. 0921 Ltudennn (Medizinerin, sucht hübsch möbl.tkirnmer am liebsten m. voller Pension' in dlähe der Kliniken. Angeb' unter 2893 an den Gieß. Anz' Nachruf! Am 28. M&rz 1. J. starb den Heldentod ■ Musketier Willy Erhardt Inhaber des Eisernen Kreuzes im blühenden Alter von 20 Jahren. Es ist dieses das vierte Opfer, welches ans unserer Mitte gerissen wurde. Wir werden auch ihn stets als einen treuen Freund und lieben Kameraden nie vergessen und ihm ein bleibendes Andenken sichern. Seine Kameraden: Otto KI ins K. Pfeiffer Friedr. Fuchs O. Becker O. Schäfer K. Dauhert {Just. Stolzenhauer lieh. Schäfer Lucbv. Osswalä Ad. Walther Heb. Hetterich. Wieseck, den 16. April 1918. Junger Kaufmann, Krtegsinv., sucht sof. Stellung als Nerkäuser, Lagerist oder Reisender. Angeb. unter 0916 an den Gieß. Anz. erbeten. KaiisLisMisißc LthrßkSe für 14jährigen Jungen ae- sucht. Angeb. unter 0914 an den Gieß. Anz. erbeten. Zess. KaMVAt! sofort oder später gesucht. Svruu Prof. Mittermaier, 2876 Liebigstr. 36. 2889 Ein Pferd» schwerer Belgier Fuchswallach, 3jähr., zu verkaufen oder auf ein älteres Vferd zu verrauschen. 2877 , Wild. Warzeudorn, Södel. > Tel.Nr. 1. 8lmt^»öIferShetut. 1 SiüiBieitt ! u 3inF3S8ipFEo!!e ! z. verkaufen ft ad Weppler, } Strebeudorf (Kr. AlSf.). 0910 ! Siüh-'cr zu verknofon, früheres in der GeichäftS- stelle deS Gieß. Anz. W78 sucht für Buchhaltung und Schalter i)ttf ttt (auch Unegsbeschadigte) Tüchtiges t S VELLENäNGE jOTEI ElH"'tücht'ig'er Vorarbeiter findet bei Herstellung von Zementröhren dauernde Beschäftigung. Größer & Söhngen Zementwarensabrik Veilmünster oder Damen. — Keine Anfänger. — Ein Lehrling kann eingestellt werden. Angebote mit Lebenslauf und Gehaltsansprüchen unter 2892D an die Geschäftsstelle des Gietzcner Anzeigers. lKriegsbeschüdigte bevorzugt) für meinen Frankfurter Betrieb gesucht. 2894 Hermann Stahl, Metallwarenfabrik, Offeubnch a. M.. 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Krofiorfer Straft» 16. 093 i f T F ' >4. 17L A v .*'. -i /-■/{ »*cP i Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller, guter zweiter Sohn, Bruder und Schwager Unteroffizier Otto Müller Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse nach 31 monatiger treuer Pflichterfüllung im 22. Lebensjahre den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. in tiefstem Schmerze: Louis ‘Müller, Schreinermeister Luise Deeg geb. Müller Karl Deeg. jf!' M ß Oießcn (Schiffenberger Weg 16), den 15. April 1918. 2867 Bei einem Sturmangriff am 28. März fand in treuer Pflichterfüllung den Heldentod fürs Vaterland, im Alter von 27 Jahren, mein heißgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Söhnchens, mein lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Enkel, Onkel und Pate Vizefeldwebel Gustav Bommersheim InhabWdes Eis. Kreuzes II. Kl. und der Hess.Tapferkeitsmedaille, im Infanterie-Regiment 468, 7. Kompagnie ln tiefem Schmerz: Lina Bommersheim geb. Dietz nebst Kind Margarete Bommersheim Ww. Hermann Bommersheim, z. Z. im Felde,u. Familie Unteroffizier WilhelmBommerheim, z.Z. imFelde Familie Dietz nebst allen Angehörigen 09?9 Obbornhofen und ira Felde, den 15. April 1918. AMA m y m W»cb langer bangor Ungewißheit erkalten wir nun die traurige Naehrietrt, daß mein innigstgeliebter Gatte, unser herzensguter, tapferer Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Statt besonderer Anzeige. sr Ungewißheit erhalten wir nun die trauri* unser herzensguter, tapferer Vater, Brudei Kaufmann Wilhelm Hanstein Lcctnant d. L. II uod Kompagnieführer der 10. Kompagnie, !n?.-Regt. Nr. 205, Inhaber des Eisernen Kreuzes I. u. !!. KL, sowie der hess. Land web rverdieust- auszeichnung und Tapferkeitsmedaiüe in den schweren Kilmpfen an der Somme am 10 Oktober 1916 im Alter von 49 Jahren den Hekientod fürsaterland gestorben ist. Er folgte seinem zweiten Sohne Otto, welcher ihm im Heldentod bereits 1915 vorangegangen ist. In tiefer Trauer: Frau Marie Hanstein geb. Stroh, nebst Kindern. Eickei i. Westfalen CfCaiserstraße 63), den 15. April 1918. 2868 m *•!&?.iS ! KT . A: ; ' Wie »uveraichülch klang doch So ruhe sanft in fremder Erde, , . - immer, , Uu starbst als Held fürs Vaterland. Wenn du uns schriebst: Auf Wer dich gekannt in deinem VYiedersehen! Leben Du glaubteet selbst es nie und Vergißt dich nie, du Kamerad.’ _ , . nimmer, Daß wir uns niemals wieder«eh’n. , Am 38. dflrz 1918 starb unser lieber Schulkamerad, der Pionier Wilhelm Veite bei einer Sturm-Abteünng infolge seiner schweren Verwundung den Heldentod fürs Vaterland nach treuer IV,jähriger Pflichterfüllung im Alter von noch nicht vollendeten 20 Jahren. Seine Kameraden. Lang-OSns, den 15. April 1918. (Witz Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 24. März 1918 nach ununterbrochener treuer Pflichterfüllung vom ersten Tage des Krieges an unser unvergesslicher, hoffnungsvoller Sohn, unser herzensguter Bruder und Neffe Vizefeldwebel Friedrich Ranft in der I. Maschinengewehr-Komp. Inf.-liegt. Nr. 77 Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse, der Hessischen Tapfer- H keitamedaille und des Hessischen Kriegsehrenzeichens in Eisen im Alter von 23 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Familie Karl Ranft Elisabeth© Kumpf Ww. geb. Ranft und alle Angehörigen. Beuern, Giessen, Hofgeismar, Altenbuseck, Neuyork, den 15. April 1918. Wiederseh’n war seine und unsere Hoffnung! 2882 ßV M m . WW M: EÄ Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass am 25. März mein innigstgeliebter Mann und Vater unseres Kindes, unser hoffnungsvoller Sohn, mein lieber teurer Bruder, unser Schwager, Schwiegersohn und Onkel Wilhelm Grieb Fcld-Artillerie-Regiment Nr. 263, 4. Batterie Inhaber des Eisernen Kreuzes nach 44 monatiger treuer Pflichterfüllung, bei einem Vormarsch durch einen Granatsplitter schwer verwundet, den Heldentod fürs Vaterland fand. In tiefem Schmerz: Marie örieb und SSlmeheii $T©irarich*00—800 neue od. gebr. j ; Backsteine zu kaufen nc j ; öolc selbst ab. 91nnc'*. Lv;-J mit Preisangabe an Stelle ,! Kroldorfe r Str. 16. 098 8 ^ ^ j Suche Hafenbau od. gronc Kiste, sowie kleinen Füli- ofcn zu kaufen. Angebote unter 0917 an den Gietzener Anzeiger. mm . 9)eldbvrse verloren (Markl- vlavl mit NM. Juli.; d. Find, erhält 2 M. Bel. Abzug, in d Gesc h äftSst. d. Gieg.Anz. 0925 Tamc sucht in der Nähe der Alieestr. gute» Mittags- u. Abendtifch. Angeb. unter 0913 a. d. Gieh. Änz. ^kßr. Pkrlenbeiltä verloren Stephan stratzc. Abzugeben gegen Belohnung 0912 Stepp anstrake lüll. I Auf dem Felde der Ehre erlitt am 30 . März unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Grenadier Hermann Henrich den Heldentod in seinem 20 . Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Peter Henrich, Lehrer Kath, Henrich geb. Reutzel Rudolf Henrich, z Z. in Bukarest Hermine Jäger geb. Henrich Ottilie Henrich geb. Widdersheini Heinrich Jäger, z. Z. in Bukarest. Borsdorf, den 15 . April 1918 . ssso Nr. 88 Zweiter MM Steiner Anzeiger (Generalanzeiger sSr GSerhesien) Vlenrtag, J6. AM (9(8 Ge-entliche rlundgeLung zur 8. llriegscmleihe. —m. Gießen, 16. April 1918. Tie temt ObrMftgerm eister 'auf gestern abend in den großen .**? Furstenhof berufene öf.'mtliche .Knndgelm^g zur v.MtegSMireft^e hatte leider nicht die außerordentliche Beiteiligttng MftUMvftseir, die m Anbetracht der Wichtigkeit und Bedetftimg des» ^pecke>Z E Pllrtze gewesmt wäre. Taftft war aber der gespendete tta >-0 erfwnlicher. Ws erster Redner des Abends sprach Geh. toorml Professor Dr. König und führte u. a. aus: m will ich sprechen zum Herzen. Nicht Ihren xxws^md rufe uh an, zondern Ihr Gefühl, nicht an Ihre Köpfe, sondern^ an I7)re Herz»en appe'liere ich. Tenn was mu tun in incfcc Seit der .^icgsmrleihe W-erbung ist ja ein Teil, tcud nur em r^nza^r Teil dos Riesenkanw.o?, deir unser Vaterland kämpft, inDmr Zvampse ist ,es die Begeisterung, die sich mit der Kraft peoszngen nruß, wenn der Sieg errungen ^werden soll. Lesen Sie die IxpMz über die letzten Kämpfe an der Oise, an der Lhs! Wie wovon unsere Tvwppen imstande., so Geivaltiges zu leisten, wenn dre ^M«ung sie nicht hinwvgtrüjge über alle Hindern sise! Und E.^.wrr all sder Hermatfroirt steheil, ztvar in einem ganz iMgeflhrbchen Kampfe, aber bvch wuch im Kampfe, uns sollen in SLunde auch die Herren schwellen in der gleichen $8o gelfdernng, die imtfere lÄmpftndcn Truppen draußen erfüllt, mrd wer ^oAe«^ uns mrsevnr Aufgabe^ hiwpchen, erfüllt von der Freude de r Datlocrßt and den Leistungen unseres Volkes in dieser schwkUN. g«r»ltigsM Ze< Yin-l 7 eriss«l von dein stoben Bewußtsein, , wLtzarüerten gt dürfen an der großen Entwickkung im serös Bater- ' m Deutscher M sein in dieser grüßten Sllnrde deutscher Gefchichte. Aber <3fa werden Vrtir einen (Umwand erheben mit ccwm alten Ssjcnche, der da sagt: In GÄdsack-en — und im Geld- \™hp} bandÄt <51 sich ia schließlich bei eurer Kriegsanleihe —, in GeDsachen hört die GomEchSüt mch. Wenn es sich um Geldes chäMlrrrÜLät. daarrr soll man, werden Sie sagen, nicht mit dem GchüÄ entscheide», nicht «rrs eurer Walsirng^des Herzens lieraus hmrdÄn, sondern mit kühl, abwägendenr Verstände. Abrn aber das M-ftbchtlichc hmans idd uns die Angelegenheit doch nicht zu ernem Geschäfte werden. Nicht der eigene 'Nutzen soll beu Aus |ö)kT4 gebejt, wr-wr wir Krieg-sanKnhe zeichnen, so sehr es auch der «Ltaat versteht, uns mit unserem eigenen Vorteil für seine Sache ?u gewinnen. Aber die letzte tveroonde .Kraft dabei — da^ werden px tetr gewiß ergeben — soll ^wch tatsächlich nickft der G^anke an den eigenen Nutzen fein, sondern der- Gedanke an den Nutzen, den mx dem Vaterlande kauet Leisten. Und ivenn wir so denken, dami es sch ließlich dach das Gefühl unserer staats bürgerlicher Var- anttuortlichkeil rmd die Lftche Hu unserem Vaterlande, die uns die lyttec führen, werrn wrr die grünen oder weißen Blätter untere Mchnen. Und rmn frage ich mich, ivcwon soll ich z'u Ihnen rrm Ihre HnAn tzn packerc? Wir stehen im Kamps, und <ü^s Kämpfen ist cm Vergleichen, ein Messer der .Kräfte, dtatio nale Kräfte, natwnccke Eigencrrdm stehen in schwerern Ringen g-ege-rreuuMder, und die Verschiedenheft der nationalen Eigen ?^rl ch za wohl im Letzten Grunde die Ursache des ganzen tragischen Gescliehens. Wre anders geartet sind wir und unsere Gegner' SEm wrr lernen vvn ihnen? Vielleicht manches. Und ich frage mach, ob wrr vielleicht gut täten, die Methoden der WnÄina, wie ne bet solchen Awäsien ftr Englmr-d urrd Amerika üblich sink auch iHUUÄä omKrorkmden. Da twißten svir die große Lärnrtrvmmel Achrm, imchtcn SrtrvßenLuftüge veranstaltet mft Fahnen mrd- Musft trup riesigen PLaLrten und läuten Ansprachen an den ^toa’onvtdai. Aber diese Art -ist wahrlich nicht unsere Art. Oder 'r^i«wrr welleuhr von unseren Ge-gnerit nachahinen, daß sie ^wensclwüen arq^fcüt, sich tu km blödesten '^säsimpsungen ^geheu, Greue.MärchM erzähle mrd ein Gewebe schmutzigster wmnem? Wir Deutschen — das dürscn wir, glwcbe ich, nitt Stolz trjr. »uns sagen —wir haben es nicht nötig, w«der inft der großen ^aruirvommL herumOft.au sen, noch «nrf niodtnae Leiden- ,(haften Mi spekultevm. wenn wir unsere Volksgenossen werben !vollen für den Dipnst Unseres Vaterlandes. Damft will ich nicht dem Vergessen das Wort reden. Ich möchte sagen, wir Deutschen ^r'S. jemals vergessen, was uns unsere Gegner an Schmach irnd Beschanp,img«n rn dieser wilde« Zeit angetan haben. Doch es imrd ja wohl auch darüber einmal das Gras ivachsen, mrb es m-ä) ider Herstellung von Straßen, von -drücken, von Eismbahnanlagen, dauernd in -deir besetzten Gebieten geleistet ivird, u.nd man gctennt, daß die Summen, die der Krieg verschlingt,, doch auch Zinsen tragen in Werken des Friedens, dre den Krieg überdau-ern. lind dieser Enidruck wird verstärkt, tvcnn wir dann atls den besetzten ^bieten, ans den Gegenden, in den-en. die dumpfen Kanonen schlage von der Front noch andauernd hcrüber- rönen, zurückkehren in unsere friedliche, .von allem Kriegslärm ver- >ch«vnt .gebliebene und doch mjft ihrer Mvnzen Tätigkeit auf den Üllteg eingestellte und gerichtete Heimat. Wie großartig kommt uns diese Kriogsarbeft, die in lunserenr BatMande bis in seinenj klemstien Winkel hinein geleistet wird, zum Bewußtsein, besonders letzt im Frühjahr, ivenn wir durch unser Land fachen oder wandern und überall sehen, wie die Lanllbevölkerung, alte Männer, Frauen und Kinder als Ersatz der fehlenden Diamreskräfte, Rindergespanne als Ersatz der ft hl enden Pferde an der Arbeit sind, um tal Land zu bestellen in die-scn. schönen, tvockaurn FBihlingstagen, ützd werni wir einen Blick hineintverfen in die Fabriken, in denen mit fiebernder Hast gearbeitet wird an.allem, was imr brauchen zu unserem E Kampfe und zu unserem llnterlchte, oder wenn wir hineinblicken in die Mnfter, die den gairzen gewaltigen Organis- mus zu leften haben. Mer halt! Mt diesem letzten Gedanken kommen nur am Ende mif eine ganz gefährliche Straße. Demt schon höre ich von allen Seiten die Schreier hevangelausen kvuuneu: ,,W'as Aernter! Organisation { Verordnungen! Der Teufel soll [re holen allesamt l" Uub nun geht es los, das Schimpfen auf k'e vielen Ver^ndnicnge-n. Gewiß, es ist Ales mögliche nicht so, tvie es sein sollte, es könnte utauchjes besser sein. Tie Zeit ist krank! Jede Zeit krankt nänllich immer an irgend etwas, und das Gifte ist uux, daß sie an dieser Krankheit nicht stirbt, und voir sterben ja auch nicht daran. Solange der Mensch noch schmkpst, so lange lrbt ec ja, nn.d da wollen wir gelegentlich gründlich mit-, sch.mpsen. Tas tut guftnnd ist eine Befteftl.ng.. Aber wenn uns die Herren Nörgler und Schreier hier in mrsere Kriegsanleihe hin- einreden ivollen, dann lvvllen -vir ihirk'n doch znrufen mit tmserem großen Arbeit, die in unserem Baterlande geleistet wird, mit- zuarbeiteu, mitzuwirken uns mitzustetiern, wenn der Staat uns sagt, daß er uns und unsere Kräfte und unsere Vtittel braucht, lieber solche kleinliche Empfindungen tvollen nur uns doch hin- tvegtragen lassen. Ta setzen wir uns in ein Flugzmg und steigen mit unseren Fliegern enuxrc von dieser staubigen Erde hinauf in die reinen Hohen des Luft-neeres. Je höher wir steigen, um so llei- nec werden die Menschen und ihre Winke, die Städte schrumpfen zusammen, aber weiter und immer weiter dehnt sich unter unseren Blicken das Lan.d, das Vaterland mit seinen Feldern und Wäldern, mit jeinen Bergen und strömen, und \z höher wir steigen, um so deutlicher sehen wir, wie die Wohmmgen cher Mmschen eingebettet liegen zwischen seinen Höhen.und Tiefen, wie es sie umfaßt und trägt. Wenn wir von solchjer Warte blicken, dann verschmelzen wohl alle Empfindungen, die ich Ihnen zu wecken versucht habe, alle Bewunderung und Begeisterung und Tanlbmlnt in denn einen großen Gefulch der Wicht, die wir gegen unser Vaterland 3 >i erfülle.: haben^ und in dem einen Entschluß, ihm zu geben, was wir sind und was wir haben. Im Anschluß au die mit großem Bc.fall ausgepommenen Ausführungen sprach Justizrat Grüne- w a l d über das Technische der Kriegsanleihe und betonte besonders: Zweifel, die bei den ftüheren Anleihen noch eine Erörterung verdienten, sind beseitigt: Es wird wenig mehr liber die Siche c- bicnt der Anleihe, nichts mehr über die törichte Furcht vor einer S o n d e r st e u e r, nichts wehr über die vermeintliche k r i e g s v e r l ä n g e r u b e Wirkung zu sagen sein, ebenso wird man nicht mehr gegen die Ansicht xu kämpfen haben, als ob derjenige, der Kriegsanleihe zeichnat, ein Opfvr bringt. Größeres Interesse als früher scheint sich mir den N e i d' s s ch a tz a u iv e i tun gen zuzwvendeu. Tie ä^prozeutigen Schatzanweisnngeif werden nach einem Tftgungsplane verlost, der sich in W:< Jahren abwickelt. Tie Auslositng der mit der 6. .Kriegsanleihe neu geschaffenen Schatzanweifungen hat unterm 2 4. Januar 1918 begonnen. 4 Gruppen derselben sind ausgelost und werden am 1. Juli zurückgezahlt mft 110 des Nermwertes. Wer somft im Frühjahr 1917 Reichs sch atzanweisim gen gezeichnet hat und wer Glück hatte, hat außer der 5 prozentigen Verzinsung 12 Prozent gewonnen. Es werden jährlich zwennal Mslosnngerc vorgenommen und zwar die nächste im Juli ls. I. Sie betrifft die 6. und 7. Kriegsanleihe in Gruppen imd zwar zweifach für die 7., weil beide AnleiheiF einander völlig gleich sein sollen. Es bietet sich also in der Tat dem Zeickmer von Reichskricgsanleihen eine gute Gewinnchance, da die erste Kündigungsmöglichkeft 1927 ein- -tritt und der Inhaber der gekündigten Papiere das Wahlrecht besitzt, entweder den Neirnwert oder 4prr>zerriige SchatzanimisnnMw zu enrpfangen, die dann mit 115 M. ausgelost :verden, und da ferner, was nach weiteren 10 Jahren nicht ausgelost ist, wiederum entweder zum Nennwert oder in 3^/2prozentigen zu 120 verlosbaren Schatzanweifungen zurückgezahll wird. So stellt die Tent- sche Reichsschatzanweisung ein ideales Anlage Pa Pier dar, bei dem niemals Verlust emtreten kann, mtd das von Sparkassen, Fonds,. Stiftungen, Genossenschaften schon aus Gründen der Bilanzierung gerne genoncmen werden wird. Eine Sorge tritt mit dein nahen .Mogsende stärker hervor: Wird^der ^ Kaufmann und Industrielle, der Landwirt und der Gewerbetreibende seinen Geldbedarf nach dem Kriege mft Kriegsanleihen leicht befriedigen können oder mft anderen Worbten: wird er die Kriegsanleihe veräußern können, vhne Verlust zu erleiden? Bei der Beantwortung dieser Frage will ich zunächst absehen von der Lombardierungsmöglichkeit: Tie Reichsdarlehens-' kassen sollen noch 4—5 Jahre nach dem Kriege kstehen, nud sie gewähren Darlehen bis zu 80 Prozent des NennwertL. Ich will auch zunächst absehen von dem großzügigen Plane der Reichsbank, ein Jnterveittionssyndikat zu errichten, und vielmehr mich beschäftigen mit der Frage der Kursbeständigkeiv der Anleiheit. Ter Ktrrs des Papieres wftd bestimmt durch sernert inneren Wert, seine Erträgnisse und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Der innere Wert der ReichsanKihen ist der t>enk- bar beste, da sie ciTie Ge samt Hypothek ans dos Vermögen des Teutsck>en Reiches und seiner Angehörigen darstellt, die niemals notleidend^ rverden kann. Wenn man Jndnftriepapiere ihr gegenüberstellt, so ist ?/d_ beachten, daß die deutsck>e Industrie erst dann nutzbrir^gend arbeiten und Tividenden zahlen kann, wen« das Reich in Frieden und mit Erfolg arbeitet, die VerpfLichtungen- die die Verpfändung zn gmrsten der Reichsanleihen ihm auferlegt, tinnktlich erfüllt. Tas Erträgnis der Rcichsanleihe, eine Ww- zinsung zu mehr als 5 Prozent ist ein hohes und wird ein relativ hohes bleiben. Ich tolle nicht die Mim mg derer, die ein Ansteigen des Zinsfußes nach dem Kriegs im allgemeinen erwartmr. In dieser Hinsicht ist zunächst zu beachten, daß alles Geld ft» Lande geblieben ist und daß bei weitem nicht alles Geld in! Rcichsanleihen angelegt wird. — Sparkassen und Banken schwiuv- 'men im Geld. Tie Nachfrage nach Geld wird nicht in hohem Maße Und nicht überraschend eintreten. Tie Ausgaben ftft Rohstoste werden nur langsam anftiachseit, da der Ankauf der Rohstoffe fär die deutsche Industrie infolge der Valuta- und Tonnageverhältnisj^ zunächst nur in beschränktem Maße möglich sein wird. Es kommt hinzu, daß viele Stoffe nicht niehr vom Auslande bezogen werden, sondern int Inland produziert rverden. Tie Kursöeständigkeit der Reichsanleihen wird dadurch beeinftußt, daß das inländische wegen der hohen Verzinsung und der absoluten Sicherheit ferner aber auch deshalb in Reichsanleihen angeürgt , weit sich andere Anlagemöglichceiten kaum mxh vteten. Mer auch .das Ausland, insbesondere das im Besitze hoher Kriegsgewinne Oesindliche neutrale Ausland. zeigt bereits jetzt erhebliche Neigung, die deutschen Kriegs, anlcihen zu erwerben und dies wird rcach dem Kriege in steigende« Maße der Fall sein. — Ter Kredit des Deutschen Reiches, dci Respekt vor seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeft ist durch den .Krieg erheblich gewachsen! Zu diesen Monienten komnten noch die Bestrebungen der st a a t l i ch e u Geld Wirtschaft, die Zinsrate zu drücken, so namentlich die geplante Ko ntingentie-i rung der Emissionen. Neues, Anlage suchendes slapitak wird dadurch entstehen, da viele Besitzer von Reichsanleihen in der glücklichen Lage früh, ihre Zinsen nicht zu verbrauchen, so daß in 10 bis 15 Jahren eine Verdoppelung des Kapitals stattsindet, das ebenfalls angelegt werden wlll. Ich schließe aus biefen Ms-, ment, daß an ein Fallen des Kurses der Kriegsanleihen bzw. ar eine Steigerung des allgerneinen Zinsftrßes nach dem Krieg« nicht zu denken ist, daß vielmehr der .Kurs der Kriegsanleihen^ insbesondere der, )vie schon erloähnt, große Gewinnchancen bie^ jtenden Schatzanweisungen, steigen wftd. Kauflente und Industrielle, Gewerbefteihende und Landwirte werden daher nicht gi:t tun, ihr Kapital brach liegen zu lassen oder es zu niedrigem Zinsfüße bei den Banken zu Verivahren, sondern sie werden llug tun, cß in Kriegsanleihe anzulegen. Wir wissen, daß die Kriegs-, anlcihen privilegiert sind bei der Zabllmg verschiedener Steuern, und daß sic beim Ankauf gewisser Materialien zurr Pari-Kurse angenomnrcu werden. Wäre es mrders, waren die Er^ Wartungen, die ich hege, bezüglich der Kursbe ständig keil der Ktiegs- anleihen, nicht zictrefftnd, so ist darauf zu verweisen, daß seitens, der Reichsbank im Einvernehmen mit den Großbanken großzügige Vorkehrungen getroffen werden, welche besftmnft und geeignet sind, den Kurs zu halten. Ein Jnterventions-, s y n d i k a t wird die etwa in den Markt kommenden Papiere auf- nehmen, so daß schwimmerftes Material nicht den Kurs zu drücken vermag. mittet und sonstige DsrrZie; trn&wh schMich- Ma sch inen urrSGemissotv Wsrlzeug; Kabrikeittrschiungsn w KenzuHehöngenMaschinsn iLnSGereier iü-ei Derkäufen und Versteigerungsn aus Beständen der Heeres- und Marine- verNaKung kann die Zahlung vorzugsweise durch Hingabe von Kriegsanleihe gsleißst werden. Käufer, welche die Bezahlung in Kriegsanleihe mrbielen, werden bei sonst gleichen Geboten in er-sier Linie berücksichtigt. Oie Vorschrift zur Bevorzugung der Kriegsanleihe gegenüber der Annahme baren Geldes erstreckt sich auf alles, was zur Abgabe an dis Bevölkerung frei wird, also insbesondere tzftröe, Fahrzeuge und Geschirre; F eldbahn ge rät, MotorlotsMotiven und Kraftfahrzeuge nebst Zubehör; Futtsr- Eften, Stahl und andere Metalle; Hol? und sonstiges Ban- material; Wsbsioffs und Rohstoffs aller Art. - Dir Knegs>rnleihe wird zum vollen Iünnbstrags angerechnst und bis zur Höhe des Kauf- oder Zufchlagspreisss in Zahlung genommen. - Als Kriegsanleihe in diesem Sinns gelten sämtliche S°/oigen Schuldver« schrsibungsn des Reichs ohne Llnterfchieö sowie die seit der 6. Anleihe ausgegebenen 4Vr°/«igKn auslösbaren Sck-ahsnweisuugerr. Wichtig fftr tcn SBteVnufbau unserer Mrtschttfa und somit h«aßgebend auch. für die Sicherheit unserer Kriegsanleihen und für die K- sbeständigkeit derselben ist der Friede, vor allem der W i r t s ct. a s t s f r i ede. Lfarkilblich Hai bereits der russisch? Arit'ben und l-aben auch die Vereinbarungen mit'Rumänien imd mit Deö Ukraine Garantien geschaffen, daß nach dem Kriege der Handels- verke!/:- mit diesen Ländern auf's^ Neue eröffnet nnrd. Und im - Avie.de die Frieteirsvertrage gesprengt werden. Die Wiedereröffnung des intern .nationalen Handels ist die Broc- und Lebensfrage für unsere Bevölkerung und wenn sie erzielt wird, so sind damit die englisches Kricgsziele, - um derculivillen der Krieg begonnen und irm derentwillen er bis zum Aeußersten durchgeführt wird, wirksam vereitelt. Wie dem deutschen Handel mrd dem deutschen Erwerbsfleiß der Auslandsmarkt wieder eröffnet werden muß, so muß er auch, im Jirneru volle Bervegungsfreiheit haben. Die Zwangsregelung muß falle::, die Kriegsgesellschast-ert müssen beseitigt werden. Hst das Deutsche Volk Freiheit im Innern und Freiheit nach außen, so wird das dentsckfa Wirtschaftsleben rasch wieder empor blühen. Aus dem Erz Unserer Bergwerke werden wir das Eisen gewinnen, aus denn Hol-i unserer Wälder die Schiffe bauen, aus der Luft gewinnen roir den Dünger für den Boden, aber auch — Und dieser eine politische Reflex möge gestattet sein — das Volk muß ivillig bleiben, die vermehrten Lasten für den Staat zu tragen. Der Staat muß ein Volks- ftaat stchl, den das Volk als seine eigenste Angelegenkuit, als die Verkörperung seiner selbst empfindet. Mit Recht mich von jedem, dem Großen und dem Kleinen, dem Gebildeten und dem Minder- gebilbeten verlangt, daß er an der Kriegsanleihe sich beteilige — möge man entgehen? sein, daß gleichmäßig auch die Rechte der Staatsbürger verteilt werden müssen. Für den Handel und die Industrie sprach! Kommerzienrat Schirmer, wies auf die Bedeutung eines glänzenden Erfolges der Kriegsanleihe nach Innen und Außen hin und hob hervor, daß E Industrie und Handel auch diesmal als Sturmtrupps bei der achten riegsanleihe iu erster Linie ständen. Als Vertreter der Landwirtschaft wandte sich Se. Magnifizenz Geh. Hofrat Professor Dr. Gisevius mit folgenden Worten an die Versammlung: M^nn ich als Vertreter der Landwirtschaft hier über Kriegsanleihe spreche, so sehe ich das deutsche Volk in dem Kriege als einen guten Säemanu vor mir. Der Acker war gut vorbereitet, das gesäte Saatgut echt und gut. Trotz mancher Wetterunbilden xeifrtc die Früchte heran, von dem Landlvirt tr*it Fleiß und schweren. IM«hM gut gepflegt. So -kommt denn nun die Ernte und ein Feld . -nach dem andern gerät unter die Sense des Schnitters. Das alles ! vollzieht sich nach den imwandelbaren Gesetzen der Natur. Auch in !urnfete*n Volksleben und selbst im Kriegshandwerk wirken ganz bestimmte Gesetzmäßigkeiten, auch hier folgt der guten Vorbereitung nick t*?r guten Saat die Ernte mit unfehlbarer Sicherheit. Nach -lolchrr: Gesetzmäßigkeiten sehen wir den Weltkrieg sich vor uns abspielen. Trotz manchen Sturmes und selber manchen Hagelschauers reift uns die Frucht unserer gut vorbereiteten Siege heran. . Unter unsers Hiudenburgs sicherer genialer Führung schneiden wir Deutsche als Schnitter ein Feld nach dem andern und erzwingen « von unseren Gegnern einen Friedensschluß nach dem anderen. So I-'gTpH ums unsere Aufgabe anfänglich erschien: heute habe-,: wir das Vollgefühl unserer Kraft und wir vertrauert heute fest darauf, !das, unsere Kraft mm nicht niehr erlahmen wird, denn die Ernte i'.t gekommen. In diesem Bilde erkennen wir heute deutlich unser deuts'Hes Vaterland. Wer will heute noch leugnen, dkkß wir alles i^gut vorbereitet haben, und daß wir mit unserem Tun uns dem Mrerchm Ende nähern? Wer will heute noch zagend zur Seite fachen? Wer will heute noch an der sicheren Gesetzmäßigkeit zwei- Mn, mtt der jetzt Deutschlands Sieg zum Frieden heranreift? Im «chtzen Vertrauen auf unsere Kraft holen wir noch einmal zu einem neuen Seusenschwunge aus. Manchem unserer Schnitter nahm der AcD auf dem Schlachtfelde das Gerät aus der Hand: andere traten m ihre Stelle, und unsere, Arbeit darf nicht ruhen, bis alles getan tt"-. yjn dem starken Sicherheitsgefühl bereiten wir jetzt unsere totalere (amte durch unsere achte .Kriegsanleihe vor. Finanziell habe:: wir siebenmal in dem deutschen Volke schon Anleihe-Groß- tattem in diesem Kriege getan. Die achte Anleihe soll uns noch /besser gelangen! Längst ist auch der bedächtige Landwirt über die iBckenken hinaus, welche anfänglich wegen der Anlage von Geld iu Kriegsanleihen bei uns aufstiegen. Wir wissen es heute, daß die Knegsanleihepapiere einfach Bargeld sind. Wir wisse:: auch, daß Der Kurs der deutschen Mark heute im Auslande in kräftigem Auf- «rrsge:st. Unsere Aktien steigen wieder: wer will seine Ersparnisse nicht in ,tragenden Papieren anlegen? Den Landwirt drücken heute van» -andere Sorgen als die Sorge um unsere Kriegsanleihe und um unsere Betatagung an derselben. Schon beraten wir über die nach dem Frieden -zu treffenden Maßnahmen, über die Bodenfrage, die DÄtgnfrage, die Frage der Maschinenbeschaffung und andere mehr Ich: Lons, daß wir im Kriege viel gelernt haben, und daß wir zur Lv^'Ug aller kommenden Probleme-gut gerüstet sind. Es geh. ja ein 'frischer Zug durch Uns alle, und auch die Landwirtschaft fühlt in Kch Vite Kraft zum 'Weiterstreben. Heute kann höchstens ein' Bedenken noch erwähn: werden, daß man alle als Kriegsgewinner tansehen möchte, welche viel Kriegsanleihe zeichnen. Das wäre mit . Bez.wg auf unsere Landwirte durchaus unberechtigt. Die Lcmd- wirtsclrast lwt ihre Viehbestände zur Ernährung größtenteils ler- ,geben mrNfa:. Das Geld, welches in den: früheren Viehkapital stvckte, liegt letzt brach Das ist kein .Kriegsgewinn, sondern Be- trrsbskapital, welches wir in Kriegsanleihe anlegen, um nach dem , Fricdensschlnß die Neubesckwfsung von Nutzvieh und Arbeitsvieh wreder vornehmen zu können. Auch dieses eine Bedenken wäre damit hinfällig. Meine Berufsgenossen wissen, daß ich ihnen nur dann bestimmten Rat gebe, weim ich diese'.: Rat mit meinem Gewissen lgut vereinbaren kann. Ich rate nun heute, jeden übrigen Groschen M Kriegsanleihe anzulegen. Das volle Jnteresje unserer Landwirtschaft .geht dahirr, die achte Kriegsanleihe zu eurer glänzenden zu machen. Wir wollen einen guten Ausgang des Krieges erreichen Und wir wolle,: ihn schnell erreichen, damit wir bald neu aufbauen f$nn " t. Ich rate daztt, und ich weiß, daß mir meine Berufs- yonoss-n darin folge,: werden, wie gesagt, jebeu übrigen Groschen in Kr'egsvnleihe arrzulegen! c» .. ^mnv,: der Gießen er KanfmaTmschaft legte .Kaufmann R o h r dar, daß 7:>war bei dem ungünstigen Stand des Handels große Geich,rungen nicht zu erwarten seien, daß aber durch eine Kapitali- stennig der Warenlager bedeutende Gelder frei gemacht und zur Zeichnung verwendet werden könnten. Für das Handwerk fand Obermeister Ernst Ludwig Sack warme Worte und hob hervor, daß auch das Handwerk seine Pflicht Lue uns bei der Zeichnung auf die achte Kriegsanleihe nicht fehlen werde. ReÄlehver Haggen müller schilderte die wirtschaftliche Lage des Beamte::- und Lehrerltandes, erwähnte dessen Verdienste wahrend der^ Kriegszeit, gedachte seines Wirkens bei den Zeichen: gen der früheren Kriegsanleihen. und versieherte, daß der Be- dnttea- mid Lch.reristi.anD auch bei der achten Kriegsanleihe mit Xteue und Aufopferung wirken wird. Zum Schlüsse führte Geh. .Kirchenrat Professor v. Eck ungefähr ans: .. allen Ständen und Schichten der Gießen er Bevölkerung ftnd Malmworte zu kräftiger Beförderung der 8. .Kriegsanleihe laut geworden. Das ist, denke ich, die Einigkeit rmserer Stadl in emcr Sack-e, die all,-, schlechthin alle, angehr. Und die Einigkeit umerer guter: Stadt Gießen ist nur ein 'Ausschnitt, man kann auch sagen, ein sichtbares Sinnbild der Einheit des Vaterlandes der deutschen Stämme, des Datschen Reichs.in dieser Zeit, in brnem Kriege. Es :,t eine alte Malpnrng deutscher Geschichte, vor vtt tavfon Olwen gepredigt, daß rnrr Eirrigkeit stark macht. Von der Gefahr, der nngehueren, __ , Grre^itet nur gesamte Kraft. lGoe, (;?ersagt. Es war jedes zur Stelle mit dem Aufgebot 'der ganzest.^straft das ihm gerade eigen war, mit dem stolzen Willen: das Leben für das Ganze. Ich habe bald nach Anfang des Krieges in Darmstadt das Wort gei sprechen: Fürsten- und Sozialdemokratcit-Blut drängt jetzt in miem Blutacker zusammen. Ich kann das heute gerade in unserer Stadt in stolzer Trauer wiederholen: gerade in unserer Stadt; ich greife nur «einzelne von Ibeneit heraus, von denen schmerzliche und dazu stolze Kunde die letzten Wochen uns brachten: deu Fürstensohn, der einzige seiner fürstlickien Eltern; der Nesse Unserer geliebten Großhcrzogin, der Erbprinz von Lich, ein Brosessorssohn, der Sohn eines Lehrers unserer Schulen, ein Beamtensohn, Söhne von Arbeitern, Söhne von Landleutei: — sie ^ alle gaben gemeinsam /ihr Blut und ihr Leben in den heißen, aber siegreichen Kämpfen im Weste::. Gemeinsam alle Stände, alle Schichten. Jeder Stand, ob Fürstei:- oder Arbeiterstand, ob Kaufmanns- oder Beamtenstand, jeder iveiß: wir leben im Ganzen, und vom Ganzen, soll's sein: wir sterbe:: mich für dasselbe Ganze. Das nennen wir einen gesunden Körper, wo dasselbe Blut durch« «alle Glieder strömt, von: Ganzen für das Ganze! — Und wir daheim? Es ist so oft zusammen- und einander ent- gegengestellt worden, daß man sich fast schämt, es zu wiederholen: Blutopfer und Gut- «oder Geldopfer. Es ist manches nidfa so, wie es sein soll. Manches Auge braucht eine Brille, mancher Finger trägt eine Wunde, aber im großen Ganzen ist der Körper innen und «außen unverletzt, groß und stark. Deshalb könne:: und ivvllen wir unsere Pflicht bis znm äußersten tun, wollen Kriegsanleihe zeichnen, damit der Feind sieht, noch immer sind sie einig. Tie Tat IM Geltung. Man führe sie aus und bringe ein paar hundert, wer's kann, ein paar tausend Mark zur nächsten Bank und zeichne. Wir waren einig und bleiben es auch in der 8. Kriegsanleihe. Ter Kraft und des Sieges sind wir gewiß: ^ , Zusammen hattet euren Wert Und euch ist keiner gleich. Oberbürgermeister Keller ,chlos; lüevcnif die Versammlung, nachdem er nvck>mals eindringlichst auf die Bedeutung der Anleihe längewiesen und die Bürgerschaft aufgefordert hatte, mit zu ei nen:^ vollen Erf olge beizutragen. _ Ans Stadt rrird LanS. Gießen, den 16. April 1918. ** 8. Kriegsanleihe. Die Stadt Gießen hat auf die 8. .^ßriegsanleihe eine Million Mark gezeichnet. ** Jugendlicher Unsug. Die Mrektion des Botanischen Gartens teilt uns mit, daß jugendlicher Unftrg sich leider auch lim Botanischen Garten in erhöhten: Maße bemerkbar macht. Das Zerschlagen der Porzetlanetiketten, Entwendung von Pflanzen usw. zwingt daza:, .Kindern nud Jugend lich er: o«hne Begleitung ihrer Angehörige!: den Besuch des Gartens zu verbieten. Der Botanische Gartet: ist keine öffentliche Anlage, sondern ett: Institut für Studierende, seine mit Mühe und Kosten verbundene Instandhaltung sollte schon bei der Jug«end die selbstverständliche Achtung erwecken. ** Heimat dank an rückkehrende deutsche Kriegsgefangene. Nachdem unsere siegreichen Waffen im Oste:: deir Frieden erkämpft haben, steht die Rückkehr unserer bisher in Rußland rrnd Rumänien kriegsgefangetwn Landsleute unmittelbar bevor. Und nicht nur ihnen, sondern den^anch hoffentlich bald aus den anderen feindlichen Ländern heimkehrende:: Kriegsgefangenen will die Heimat ein bescheidenes Zeichen der Dankbarkeit und einer: wohltuenden Willkommengrnß darbrrngen. Darum ergeht in diesen Tagen an die Opferfreudigkeit des deutschen Volles erneut der Aufruf, noch einmal wie in den Jahren 1915 und 1916 unserer Kriegsgefang-ene:: zu gedenken. Zwar wird selbstverständlich die nötige Verpflegung auf den llebernahme- und ärztlichen Beobachtungsstellen in erster Linie durch das Deutsche Reich in ausreichender Weife durch geführt werden. Darüber hinaus jedoch soll den Gefangenen durch Ueber- ruchuug von Liebesgaben in Gestalt von Genußmitteln wie Keks, Kakao, Fruchtsäfte, Tabak und Zigarrm: usw. etwas von den langentbehrten AnnehmlichVeite:: des Lebens verschafft werden. Nicht nnr Genußmittel der erwähnten Art find in Aussicht genommen, auch für Lesestoff und Unter- halttrngsspiele wird gesorgt werde::, um den heimkehrenden Gefangenen den Aufenthalt iu den ärztlichen Beobachtungsstellen zu erleichtern, der längere Zeit in Anspruch nehmen und ihre Geduld auf eine harte Probe stellen wird. Auch werden von den: Roten .Kreuz für die zurückkehrenden Verschleppten Zivilkleider und Wäsche gespendet werden. Zu dem alle,: sind reiche Geldmittel erforderlich, wenn das geplante Werk der Liebe n::d der Dankbarkeit gelingen soll. In Kürze wird ein von unseren: Gwßherzog selb-st uirterzeichneter Sammelaufruf in den Zeitungen veröffentlicht werden, und das hessische Volk loird, me es bei den früheren Sammlungen zugunsten der deutschen Kriegsgefangenen dargetan hat, zeigen, daß es sia> seiner Pflicht gegenüber dm: deutschen Kriegsgefangenen, die für das deutsche Vaterland gekämpft nt:d gelitten haben, voll be- wußt ist. In unserer Stadt werden noch besondere Gelegenheiten geschaffen werde::, durch Straßenverkauf, Hans- sammlung, aufgelegte Liste::, Theatersammlung eine Gabe für diesen besondere!: guter: Zweck zu spenden. ** Tollwutverdacht. Das Polizeiamt Gießen er^ sucht uns, nochmals auf die Bekanntmachung des Großher, zoglichen K'reisamts vom 11. d. M. besonders aufmerksam zu machen. Nach dieser sollen Personen, welrhe allenfalls in letzter Zeit von einem .Hund gebissen sein sollten, sich bei Großberzogl. Kreisgesundheitsamt "Gießen, vormittags zwischen 8 und 10 Uhr oder nachmittags zwischen 37* und 47« Uhr, oorstellen. Landkreis Gießen. ** Lollar, 16. April. Rangiermeister Lndivig Wagner und Ehefrau feiern heute das Fest der Silbernen Hochzeit. ** O bbornHofen, 16. April. Den .Heldentod starb der Bizefeldwebel Gustav B o m m e r s he i m. Kreis Schotten. 7 Gedern, 16. April. 5)ornist .Karl L i m p e r t, Inhaber der Hessischen Tapfarkeitsnludaitte, erhöbt das Eiserne .Kreuz 2 Klaffe und nmrde zUut Gefreiten befördert. Glashütten, 167)tprU. Gchttwn fand ün Schulsaal ein vaterländischer Gemei:t.doaben«d .statt, bei welche>n Hofprediger Widmanu von Gedrn einen LiMnldervorlrag l-ielt über „D«s Rote Kreu- und fanu: TätfaVeit im Weltkrieg". Vermischter. * Der deutsche Michel. Die fast ehrenrührige Bezeichnung „Deutscher Michel" hat einen sehr ehrenvollen Ursprung. Der erste, der danrit ansgezeichuet wurde, :var Johann Mickrel Obertraut, ein tapferer Hchtdegen und dänischer (Renern!. Er errang großen Ruhm in den Kämpfen gegen die Spanier. Wenn dieselben von ihren großen Verlusten berichteten, pflegten sie zu sagen: ^ .Das haben wir .ivieder dem: deutsä/ten Mrchel zu vierdanken.'s Wurde daumls eine füijm Tat verrichtet und fragte man nach dem Täter, so hieß es jedesmal: „Der deutsche Michel ist es gewesen!" Letzte Aachrichteu. (WTB.) Großes Hauptquartier, 16. April (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Angriffe auf dem Schlachtfelde an der Lys führten zu vollem Erfolg. Die großen Sprengtrichter aus der Wytschaete-Schlachl 1917 wurden im Handstreich genommen. Nach kurzem Feuerschlag ersttirmten wir in überraschendem Angriff Wul- verghem und die feindlichen Stellungen beiderseics des Ortes. Gcg.'ttstöße englischer Kpmpagnicn brachen völlig zusammen. Von der Ebene herauf erstiegen unsere Tru.ppr'.r im Angriff die Höhe zwischen Nieuwctcrke und Bailleu! und erstürmten sic im heftigen Nahkamps mit dem Feinde. Eng lichc Angriffe gegen Loeon scheiterten. An der Schlachtfront zu beiden Leiten der Somme nahm der Artilleriekampf nur am Luee-Ba-ch in der Gegend von Montdidier und Mormil größere Stärke an. Bei Abwehr eines von Engländern und Franzosen gemeinsam durchge führten Angriffes nördlich vom Luee-Bach machten wir Gkr fangen e. An: Oise—Aisne-Kanal und auf dem östlichen Nfer der Mosel führten wir erfolgreiche Unternehnumgen durch. O st e n. Finnland: In Lovisa (östlich von Helsingfors, nach Ueberwtzndnng schwieriger Eisverhällnisse gelanoete Truppen streßen über Lappträesk nach Norden tm, brachen mehrfache feindliche Widerstände und haben die von Ta-nmersors nach Wibovg fiifyrcnöe Bahn östlich von Lo.hti erreicht. Der Erste Generalquartiernreister Ludendorff. Beschietzmeg deutscher Lazarette durch die Engländer. B e r l i n , 16. April. (WTB. Nick)tiamtlicki.> Zu der absickülichon Beschießung deutscher Lazarette wird noch folgendes gemeldet: Nvrdwesllich von Ecoust—St. NLein hatte sich ein deutsches^LaWrett eingerichtet. Es hatte seine 15 Zelte so aufgestellt, daß sie für-die Beobachtung aus der Luft u:ch von der Erde deutlich durch das Rote Kreuz keuntlick waren. 2lm 13. April erhielt dieses Lazarett plötzlich starkes, planmäßiges ss-euer von emer schlveren englischen Batterie. Die Verwundeten tonnten größtenteils rechitzeitig geborgen tuerden. Bei der Beschießung des Lazarettäs lvurden im gattzm acht Mann, Lazarettkranke und Pflegepersonal, verletzt. Diese Mißachtung des Roten Kreuzes, für die keinerlei Entschuldigmrg möglich ist, verdient die schärfste Zitrückiveisung; ihr Bekaiinvrerdei: hat beiden deutschen Truppen große Erbitterung hervorgerufen, obwohl ihnen diese Kampfasweise von seiten (»er Engländer nicht neu ist. Pour le merite. Berlin, 15. ?lpril. (WTB. Nüneamtlich.) Ter „Reichs-- anzeiger" meldet die Verleihung des Eick-mtaubs zum Orden Pour le märite an die Generalleutwan ts von Eonta und Freiherrn von Lüttwitz und an den Obcrstleuttlaut v T. BntckZ- müller und f-erner die Verleihung des Ordms Pour le merite an lden Generalleuttrant Ritter und Edlen von Ottinger, an den Kapitänleuttrant Horst Freiherr:: Trensch von Buttlar-Brandenfels und an dm Leuttrant der Reserve Udet. Amtlicher TeiU Bekanntmachung. Be tr.: Tollwttt ::: Gießen. Sämtliche Besitzer von Hirniden iverdm auf die Bekanut- niiachetug Großberzogl. .Kreisamts vom 12. d. M., abgedruckt im Gießener Llnzeiger Nr. <1? vom 15. April Seite 3, hingewiesen. Dfa SchntzmamftäVft ist beauftragt, die Bestimmungen der Bekanntmachung aufs S«trengste \u überwachen und bei jeder Zu- widerhairdlung unbedingt einzuschreiten. Gießen, den 16. ?lpr:l 1918. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hemmerve. XVIII. Armeekorps. Stellvertretendes Generalkommando. 2lbt. III b. Tgb.-Nr. 7209/1469. , Gouvernement der Festung Vöainz. Abt. Mil. Pol. Nr. 52921 26 103. Frankfurt a^ M. M a i u z, der: .26. März 1918. B e t r.: Verbot des Tairzens in Wirtschaften. Verordnung. Auf Grirnd des § 9b des Gesetzes über een Belagerungszustand vom 4. Jtmi 1851 in der Fassung des Reichsgesetzes vom 11. Dezember 1915 bestimmen wir für den Befehlsbereich des 18. lorvs und des Gouvernements Mainz: In allen Räumen von Gast- und Schankioirtschaften ist das Tanzen, die Abhaltung von Tanzutlfarrickst sowie die Gestattung des T anze ns durch die In haber der Wirtscha' verboten. - Zuwrd 'rhaachlungen werden^mit Gefängnis fas zu einem Jahre, beim Bor liegen nrildernder Umstätche :mt Haft oder mit Gelchtrafa b«is zu 1500 Märk bestraft. Der stellvertretende Kvmmandiereirde G^treral: Riedel, General der Infanterie. Der Gouvernerrr der Festung Mainz. Baus ch, Gencrallentnant. Bekanntmachung. Betreffend: Ein- und Ausfuhr von Schafherden. Wir ersuchen lfterdurch sämtliche Schäfeveibefitzer, welche ihr« Herden zur Sommerweive in die Provinz Oberhessen verbracht haben, sowie die vberhessischen Schäferttbesitzer, rvelche in: Herbst ihre .Herden zur Wintertoeide ausgeführt und jetzt wieder nach Oberhessen zurückverbracht haben, diese innerhalb 14 Tagen nach Gatttmg und Stückzahl bei uns anzu melden. Wer diese Mel dünge:: unterläßt oder unrichtige Angaben macht, wird im Herbst keine Ausfuhrerlaubnis erhalten. Tie Bürgenneistercieu derjenigen Genreinden, die ihre Schaf- Neider: an auswärttge Sck>äfereibesitzer verpachtet od«er fremd« Sclivse zu ihren Herden genommen haben, toollen dafür sorgen, daß diese Derordnlmg zur Kenntnis der Schäseveibesitzer gelangt, damit deren Anmeldungen r:'chtzieitig und ordnnngsgenräß erfolgen. Gießen, den 13. April 1918. 2853c ©berijc; i vrehhandelsverband. Der Vorsitzende: Rosenberg. Adolf JEDisenhach Anny JBJisenbach geh. Jsicobi I£ri e ffs&atra u t . ttad-tteiclienhall, IS. April 1Q1S. COltrßayemJ Spenbet sm Sdjerflein für unsere den ICrlggsggfanggngn! 2881 v Weife=fcI. Verschiedenes. Wir bitten unsere verehrl. Mitglieder um zahlreich« Betcillizung. Der Vorstand. Ahmeiss LMtWlkNknise Gießkü. Die noch rückständigen Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung für den Monat Februar.1918 können noch bis zum 29. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Allgemeine Ortskrnnkenkasse Bietzen. I. A.: H. Fourier. 2875 D FRITZ MO WA CK Große Auswahl in 2873a Teeschürzen, ZotÄ’T mit und Biusenschlirzen, Kleiderschürzen, Schulschürzen, Knabenschürzen in baurnwolleneu Stoffen und Papiergewebe, Unterröcke Unterrock-Volants. in grau Leinen, Serire- stofien und Seide,