Bl. W Der tlrftencr Vnptftf nföttot täglich, außer Sonntagr. - Beilagen: G1rßenerZamll1e«diS11er; Kte.sbicitt | 8 i »e« Kreis Liehen. vezagrpkeir: monatl. 1 . 20 , viertel- tübri'ch Nit. 3.60-, durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatl. Ilik. 1.10: durch die Post Mt. 3.60 viertel- jähri. auSschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: lür die bchriltleitu„g1I2 Verlag,E-efchäflsstelleül Anschrill für Drahlnuch- richlen: Anzeiger Stehen. 168. Jahrgang v /v ßreltag, 5. April 1918 pofkfcheckfonto: Zranftnrt a.M. N686 General-Anzeiger für Oberhesjen vantoerfehr: Gewerdedank Gießen ZViMngrrvnddrvü u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Lteindruckerei R. Lange. ZchrisHeiwng, Geschäftsstelle u.vnlckrrei: Zchulstr. 7. Annahme von Lazetge» s. die Tage«nurnrner dis zum Nnchmikttrg vorher ohnejedeBerbindltchkeit Zeilenprelfe: für örtliche Anzeigen 25Pf..für auswärtige 30 Ps., Mir Reklamen Mt. 1.—; bei Platzvor- schrist 20°/, Ausschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtSsaal: W. Meyer; Anzelgentell: p. Beck; sämtlich in Gießen. Zortsührung der deutschen Angriffe und neue Erfolge südlich der Somme. ' (WTB.) Trotzes Vauvtauartier, 4. April. Almlllch.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Schlachtfronl lebte die Gefechtstätigkeil süd- Nch von der Somme auf. Neberraschend und nach starker Artillerievorbereitung versuchte der Feind am frühen Morgen und am Nachmittag viermal vergeblich, die ihm entrissenen Höhen südwestlich von Morcuil wieder;u gewinnen. Unter schweren Verlusten brachen seine Angriffe Msammen. Vor Verdun und im Parrvywalde vielfach lebhafter Heuerkampf. Osten. Fm Einvernehmen mit der finnischen Regierung haben Deutsche Truppen aus dem finnischen Festlande Fuß gefaßt. * 8dm den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguarnermcisler Ludendorfs. Der «dendvericht. > Berlin. 4. April, abends. (WTB. Amtlich.) In Fortfüliruna unserer Angriffe südlich der Somme würden neue Erfolge errungm. Zur Vergeltung für die seit einigen Tagen anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in Laon durch die Hrauzoseu haben wir Reims unter Feuer genommen. genossen liegt. Sonst würde der französische Ministerpräsident nicht so grob und dennoch ausweichend geantwortet haben: „Czernin hat gelogen." Es bleibt abzuwarten, was der „Tiger" beginnen wird, wenn ihm nun der neue weiche Ball des Wiener Diplomaten ins Gesicht fliegt. Für mrs Deutsche, oder vielmehr unsere Regierung, ist dieser Gedankenaustausch Uoischen Paris und Wien vielleicht einmal eine Quelle von Besorgnissen gewesen — aber das ist jetzt vorbei, und das sich zwischen Clemenceau und Czernin entwickelnde Turnier macht uns keinerlei Aufregung. Die großen Würfel sind gefalleir, und aus Hindenburgs neuester Aeußerung, seiner Antwort an die Essener industriellen und kommerziellen Korporationen, ersehen wir, daß sein Optimismus sich nicht auf diplomatische Annahmen und Berechnungen, sondern nur auf das Gefühl und die Sicherheit der militärischen Ueberlegenheit Deutschlands stützt. Die ersten Sböße der deutschen Offensive haben den Dcisgswillen der Entenv: ntuji schmerzhafte Gesichtsverzerrungen gegeben, aber alle Organe des feindlichen Völkerbundes blasen noch aus demselben Horn. Wie sensationell wirkt da die heutige Mitz- teilung der „Köln. Ztg.", eine Züricher Zeitschrift, „Das neue Europa", habe den Schleier über erner englischen Ministerbesprechung gelüstet, worin ein völliger Umschwung in der Politik unseres Hauptgegners sich angebahnt und crusgedrückt habe.' Wir versteifen auf die Wiedergabe dieser ausfallenden Nachricht in dem vorliegenden Blatte. Möalrch wäre es schon, daß im vertraulichen Kämmerlein Lloyd Goorge und seine Kollegen eine gMndliche Revision ihrer Auffassungen von der Weltlage vornehmen. Daß in der Öffentlichkeit noch eine Weile im allen Tone, mit gewvhni- tem Kriegseifer, sortgeredel wird, ist ja erklärlich. Ein solck-er Wechsel kanrr nicht von heute auf morgen vor- oenonrmen werden. Hoffnungen: auf eine befteiende Wen- dung durch die großerr Schlachtenereignisse des Westes, noch mehr aber wohl Erlvartungen inneren Zwiespalts oder Zerfalls innerhalb der Mittelmächte, lassen die feindlichen Staatsmänner nach außen hin noch die Zähne zu- sammenb-eißen. Die noch nicht genügend ans volle Tageslicht gelangte, inzwischen wieder abgebrochene Anbahnung eines Meinungsaustausches zwischen Paris und Wien ist pn mindesten ein Beweis dafür, daß die Entente ihr ruhmrediges Verhalten, ihre trotzige Unnachgiebigkett weniger aus der eignen Kraft, als aus der Rechnung mit unseren inneren Schwierigkeiten und Lockerungen nnserer Bündnisverhältnisse herleitet. Nach. Czernins Rede muß aber die Ungeduld in London und Paris sich vergrößern. Englisck-e Blätter sagen nrit gefurchter Stirn neue, schwere Zusammenstöße auf den westlichen Schlachtfeldern voraus. Es wäre natürlich und verständlich, wenn die englischen Geister sich einmal nrit der Frage beschäftigen würden, was entstehen müßte, wenn sich die Ereignisse in der bisherigen Bahn fortentwickeln. Da wären solche Schluß- ftstgerungen, wie sie im „Neuen Europas gezogen werden. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 4. April. (WTB.) Amtlich wird vrrlantbart: An der italienischen G c b i r g ö f r o n t etwas lebhaf- ter Feucrkampf. Der Feind ließ bei Erkundungsvorstößen Gefangene in unserer Hand. Der Chef des Generalftabes. Der türkische Bericht. NvustantLnopel, 3. April. (W.D.) Tagesbericht. Palib- tinafront: Ein Vorstoß der Engländer aus das östliche Io rda n u fe r scheiterte mL» wächst sich zu einer ernsten Nieder- ffif drängenden Feinde weitere VttlustL xu. Hartnäckiger des Gegners wurde überall gebrochen. Urtter Führung von Essad Bey wurde von Norden fer der U-cbergarrg Ober deir Wadi Abiad erkämpft und El Salt wieder genommen und m unaufhalt- ämem Borwättsgehen die Straße El Salt-Iericho erreicht. Eiligst h-'rairgeführte Verstärkungen des Gegners wurden von unserer ArErie tmrksam gefaßt und von unserer schneidig crngceisenden Kavallerie in die Flucht geschlagen. Auch vomQ ste n her ist die Denvlgung des Gegners in vollem Gange.Mlnsere Bombengeschwcver griffen trotz schwierigsten M. terungsverl'Ä nis- sen feindliche Rrger bei Jericho und am Jordan mit guter Wirkung an. Westlich keö Jordans an ein^-l-nen Sollen lebhafte Attillerie- und Palrouilentgtyiveit. Unsere dickst am Flusse stellenden Truppen griffen erfolMächlnach Süden an. Soirst nichts von Bedeutung. Der Kampf im Vesten. Be lin, 4. April. (W.B.) Zwisck-en Anc re und Avre inacht dr Engländer fieberlmfte An streu gimgen, seine Stellungen halten und die Deutschen womöglich wieder mrüchu- drang^. Da seine eigenen vollkommen durclinünander geratener, TrupM hlerzn nicht ausreiä-en, hat er australische und neu ee ländliche Kontingente herangebracht rmd in vorderster Linü eingesetzt. Vor allem aber macht er cursgiebigen Gebrauch von«r französischen Hilfe. Auch in t^m Absclmitt znnschen Avr und Somme wurden Franzosen zwischen englisck>e Trlkvpcn eiwsawben, um den deutsclfen Ansturm mifzuhalten und an Stelle stnusgezogener englischer Divisionen die diesen bisher mißlungenen Gund ßcbtelt sttner «oeupe we , vernix 1 lütte, zu verrnchten ^ endlich hoffe Czernrn zwnfttl-os, unter den politischen «und parlamentarischen Parbtten Frankvttchs Erregung und Mtt- irungsverschiedenhttreu M erwecken und gleichzeitig mtter der Entente Mißtrauen und Zunttracht zu säen. Es sei Überflüssig, hinzu Mfügen. daß die Plumpheit dos Manövers keinen Augenblick Täuschungen auskvnunen lasse. Ueberdies Wenige das energische Dememi Clemeneeaus vollkommen, die cxw'te ttchtigzustellen intb den wigeschickten VerleuniduNgsvcrsuch an »er Wurzel abzu schnttv^. Neu York, 3. April. (WDB.) ReutermÄdurg. Nach einem Washingtoner Berichterstatter der Afsvttatrr Preß charak- tettsieren die amtlichen Krttse die Rede des Grafen Czer- nin als den Beginn einer neuen deutschen Friedens-« offensive mit Czerniu. als DcutsMtTtds Vermittbr. Die Rede unrd als ttn politisches Manöver angesehen, das dczu bestimmt ist, .auf die Alliierten Eindruck zu machen, die allin um die Wiedererlangung Elsaß-Lothringens kämpffen. Es wirf.betont, irgendwelche teutonischen Winke, daß jetzt die Zeit zu Fiedensoer- Handlungen gekommen stt, würden nur die ablehnende Antwort Amettkas finden. London, 3. April. MTA.) Reutermittvung. In Be-»rechiung der Czerninschen Rede über seine angebliche Betttfchaft zu Verhandlungen mit Clememrau sagt ttn Ltttartikel der„W«s^ mmster Gazetttt^: „Wenn, wie wir annehmen, Clemens dn- einfache, Frankrttch allein angebotenr Zitrückzeehung der Ttppon ohne Beziehung auf dir anderen Verbmtdtten, ohne Mtrgstchst für Belgien oder Serbien und auf der Grundlage der von RwLnd und Rumänien angenommenen Bedingungen zurlickgewiescnhat, so handelte er, wie ein ehvenwetter, aufricksttvger Alliietter^-! handelt haben würde. Wir müssen ständig im Auge bestach daß es kein Krieg fft zwischen Frankreich und Deutschland, znst ich England und Teutfchlkmd, zwisthm Italien und Oesterreich j oudeiu ttn Irieg zwischen den Ml netten rmd den Mittttmächten, in dem kein Staat für sich selbst durch SEderverhcmdlungen mit dem Feinde Ehre oder Sicherheit verlaargen kann. Wir kämpfen für nichts Gettngeres. als für eine neue Weltordnung. Wenn der Fttnd sagt, es bestehe kein Frirdenshinderms gegenüber Frankreich oder gegenüber England oder gegenüber Aurettka, so müssen wir ihn fragen, welches der Weg ist zum Frieden gegenüber b&t Mirerten." Clemenceau und Ezernin. Paris, 3. April. (WTB.) Meldung der Agcnce HavaS. Clemenceau, der am Mittwoch morgen Paris verließ, um lrch «an die Front zu begeben, kehtte abends zurück Er erllärte, er stt vou diesem neuen Besuche sehr befrittngt. Patts, 3. April. (WTB) Mttduug der Ageuce Havas Im Laufe ldes Besuches der Obmänner des Wiener Gernttnderates beim Grafen Czernin erklärte dieser, daß kurz vor der gegen^ wattigen Offensive Clemenceau ihn fragen ließ, ob er bereit wäre, in DerlMtdlungen tttrzutteten und auf welchen Grundlagen. Ms, Clemenceau heute an der Front von den Aeußerungen de^ österrttchischen Ministers des Aeußern Kenntitis erhiell, aw> Mottete er ttnsiach: „Das hat Graf Czernin gelogen." Wien, 4. Llprll. (WTB.) Amtlich wird Verlautbari: Ter k. u. k. ^Ninister des Auswärtigen, Graf Czeruin, hat in sttner am 2. d. M. des laufenden Jahres vor der Deputation des Wiener Gemettidevates gehaltenen Rede folgendes erllärt: ,L>err Clemenceau har einige Zttt vor Beginn der Wesp offensive btt mir angeftagt, ob ich zu Verhandlungen bereit stt und Mlf welck)er Basis. Ich habe sofott im Einvcnnehmen mit Berlrn geanttvottet, daß ich hierzu bereit stt und gegenüber Frankrttch kttn FttedensHindernis erblicken könne als den Wrensch Frankreichs nach Elsaß-Lothttngem Es wurde aus Patts er- widett, auf dieser Basis sei nicht zu verhandeln. Die Agence .'öavas vom 3. April meldet: Der Herr französische MinisVev- prästdetit erllätt^ nach Zstenntnisnahme dieser Äeußerung des Grafen Czernin: Graf Czernin hat gelogen. Dieser Aeußamng des Herrn Clemenceau gegenüber wird folgendes festgestellt: Im Aufträge des k. u. k. Ministers der Mrswartigen An- gelegenhetten hatte der Legationsrat I. R. Graf Nicolaus Rede rd e r a mit dem zu einer Unterrsdiung mit dem letztere» itach der Schwttz eTttsandten Vertrauensmanne des Herrn Cle- menccau, dem dem französischen Kttegsministettum zugetttlten Armand, dottselbst wiederholte Besprechurr- g cit. Anläßlich einer am 2. Februar laufenden Jahres in F rei- vurg rn der Schweiz stattgehabten Unterredung der beiden Herren wurde die Frage eröttett, ob und auf welcher Grundlage zwischen den Ministern des Aeußern in Oesterrttch-Ungarn und tu Frankrttch ober zwischen offiziellen Vertretern dieser Minister eine Aussprache über die Herbeiführung eines all g emetnen Friedens möglich wäre. Hierauf hat Graf Reverdeva nach Einholurtg von Weisungen vom Minier des AuS- warttgen in Wien in dessen Aufträge dem Grafen Armand zum Zwecke der Atttterümg an Herrn Clemenceau in den letzten -rebruartagen erklätt, Graf Czernin stt zu einer Aussprache mit etnem Vettreler Frankreichs berttt und halte ttn Gespräch mit Ausftcht Mts Erfolg für möglich, sobald Frankrttch nur auf sttne Ervberungsaüsiclst betreffs Elsaß-Lotl)ttngen verzichte. Dem Grafen Reverdera wurde hierauf namens des Herrrt Clemenceau erwidett, dteser stt nicht in der Lage, die vorgeschlagene Berzichtlttsdmg ,ttanrretchs aut die Desrntnexion anzunehnten, so daß eine Zutamm enktmit von Vertretern nach beiderstttiger Ansicht derzttt zwecklos wäre. Die Deutschen in Finnland. „ Berlin, 4. April. (WTB.) Das gute Gelingen bet ^?Erfuhru.ng der Tr up pen trän sparte nach der ^üdwestküste Frnnlands durch die minenverseuchten Ge^ watstr der nördlichen Ostsee und besonders des ftnnifchen Mcerbuiens ist in erster Linie der geschickten urrd unrrmüd wie der Gasangriff erfunden wurde. Eine Münchener Studentengeschichte von Tr. Albert Neuburger. Es gab trabt immer zu tun im alten ttektvochemischM L-abo« «Wottum der Tschnischen Hochschule zu München. Da kamen Lmge Dausen, während denen sich unter dem Einfluß des elek- Ittschen Stromes die Metalle aus Lösungen abscheiden und wobei tmr von Zeit zu Zeit die Instrumente abzulesen waren und vontwlliert wurde, ob das Rührwerk noch die richtige Anzahl vorff Umdrehungen machte Darm schaute man zum Fenster hinaus. Viel m sehen gab es ja nicht in der wenig belebten Gabelsbergerstraße. Mir der Laboratottumsdiener effchien in abgemttstmen, aber nicht allzulangen Zwischenräumen und ging nach dem gegenüberliegenden Wittshaus, von wv er in vorbildlicher Auffassung jttnes Berufs unentwegt Bier und Wüsste zu holen pflegte. Wenn er in das Bild sttner Tätigkeit auch dadurch Abwechslung zu bttngen wußte, baß er in ebenfalls abgemessenen, aber gleichfalls nicht zu langen Zwischenräumen zum Fenster hinaufries: „Grob is frisch vazapft worn. wll i a Maßst holn?" so vermochte er bisse gsttstige Anregung dem hehren Gedankenpflug strebsamer Jünglinge auf die Dauer doch nicht zu genügen. Da wurden dann wissenschaftliche Thematas erörtert, wie z. B angeregt durch die auf der Straße zutage tretenden LebenS- gewvhnl?etten disser Tiere, die „Physiologie der Hunde", inSbe» -andere thr Geruchsinn. Kttn Hund übesschrttttt eine Türschwelle. aus die man ttnige Twpfen Salmiakgttft gegeben hat. Tie Probe auf das Exempel ließe sich ja teiegit machen! Schon esschttnt an der Ecke der Herr „Privatör" Huber, hinter ihm sttn Schnauzerl, beide typische Münchener Ersäittnungen. Schnmtz^'rl bleibt etwas zurück Sr hat zu tun Man läßt also den Herrn Privatör Huber Vorbeigehen, sprengt dann schnell ttnige Trvpstn Sal- miakgttst zum Fenster himnts, die, aus dem Pflaster angekommen, fvßort tetfctstftnt und in Form einer Ga-schjcht wieder aufftttgeu lichen Tätigkttt der M in en s uchv erb ande zu verdan ten. yaoen trotz vielfach schweren Wetters, Nebels und starker Etsbehrnderung wie bei der Oeselunlernehmung wieder Vorzugltches geleistet. Die geschickte Führung in Si t ft ien Sperrbrechern hat das L°t-nsch Ansteuern von H a n g ö erleichtert. Die Stadt und die thr vorgelagerte, stark befestigte Insel Russarö wa-n ncuh im Besitz der Roten Garde und es myßtc den vot siegenden Meldungen zufolge Widerstand gegen das Ein^ lauft?! erwartet werden. Nach einer Fliegermelduna lauen im dE^obe befindliche Unterseeboote. Kontore- ™ C k l ifL ba K T am frühen Morgen des sch Ufe rnn ber llnternehmung beteiligten Linien sestiaiHf/Im ! f 1 * 11 «" 1 Zustand an die Be- setttaung heran fahren. Der vorausaesandte Narta- konnte aber bald durcl, ^ernsignale melden, datz die ^nselbefestiyirngen nicht besetzt seren und die noch auf der ^brfmdlrche Besatzung der Raten Garde srch bed in h°tte. Unter Führung vvrausfaL- erüm Sperrbreck>er erreuj>ten mit Eisbrvcherhrlfe dann <~ ÖH ^Torpedobooten emgefchifften Stoßtruvven die och Auskundschaftung des Hafens auf Minew sreihett kormte mit dem Einlauftn der Transporldamvftr b^°an'-n w,rden. Auf der Insel Russarö wurü^ all Ä“ moderne amerikanische 23,4 Zentimr- 3 “*' 1914 “* »*« Bei Dämmeriges 'F' 5 '®''* t aS Danptauartrer meldet: % llu ^bgarrn beute morgen von 2V* bis ^ Schlage getvofftu bleibt Herr Zacherl sdcken wach Herr Zacher! macht kehtt, aber m fratr/U E- 11 ? $n dämrnern Man hört, wst & int ** noch einmal. Sckmauzett Preeift den Schwanz ^ intb 'läßt d und ih^u Ohren hängen. Warum spannt sich da plötzlich vor dem &errrfrwu a k 1 au ^^ rx ^ t - Z^cherl hat aber noch gar manchen Nachfolger eine Wand von Geruch atts, der die Hundeseele erbeben mach: '-' _. Auch das Herr! kann sich den Fall nickK erllären. Also abermalUftte macht es den nachts ^ locken? Bergebltch? Lckmauzerl nimmt gar kttne Anläufe mehr ^nteit' ^ Bcktualienmasst glchiÄu Stu- Eiurge Neugrerim- haben sich gssammelt, denen Huber den Fall -Wrbe und sonstiges Eigentum de: llärt. „Ter Hund^muß gestern was Unrechtes gegessen haben. ^ ***? vom Grrf6 C-ft-öber au^ Dann kommt Schnauzett cmgewackttt. Aber plötzlich prallt roie von einer Davcmttt gestochen, zurück mä> blttbt stehen, Nock >', Aatkruf — abermaliges Zurückprallen! Huber dreht sich um. < wo bleibt denn das Schnauzer!? Es steht da und schaut cü traurig seinem Herr! nach. Das Herrl lockt. Schnauzerl nimn den dritten Anlauf, prallt zusstck und bleibt stehen. Ter Herr lax - ..- ..- — ““ — »sphorcalcrum in Wasser fo binJ 01011 ?"Wr ™ 1‘w TL von tonen <** sawm biettt. N^^lMff erfunden kvt? Die Bes. r. Nmmm zu neimen. Wte sagt doch.Avpsivck-- Vergraben ist in ewige Nacht Ter Erfinder großer Namen m oftt der „Azorl" und der „Lulu" und Fräulein Schnitzttberger mit ihrem „Kropaunzerl". Tasfttbe Bild! Die Sache ist wie verhext? Schließlich blickt man aus -u den Höhen der Wissenschaft — aber aus dem Fenster seheit nur die ernsten Gssichter zweier edler Iünglirme herab. Nach den Hunden die Menschen? Auch für sie hat mau im „Labor" nach längeren Beratungen ttn Gas gssunden: Schnx'ftl- kohleustoff! Stinkt fürchterlich, stttnenveickiend: Siedepunkt: sehr niedttg. BerduTssttt also, wenn man ilnt im schönen Bogen en Mai und September geliefert, nnd zwar so, daß eine Tonne Schiffsraum für eine Tonne Stahl ausgetauscht wird. Die übrigen 200 000 Tonnen werden später geliefert entsprechend den Bedingungen für den Bau dieser Schiffe, die beiderseits als sehr günstig be- tracl)te1 werden. Die garrze Angelegenheit wurde' durch den amerikanischen Botschafter unter umfassender freundlicher Dtitwirkung der Regierung und der Reeder geregelt Der Seekrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 4. April. Unsere U-Boote versenkten im Sperrgebiet um England sechs Dampfer mit zusammen 20 000 BNT., darunter drei englische Dampfer an der Ostküste Englands. Der mit mehreren Geschützen bewaffnete englische Dampfer Jkeda (6311 BNT), wahrscheinlich mit Kriegsmaterial an Bord, wurde im östlichen Teile des AerinelkanalZ bei schwerster feindlicher Gegenwirkung versenkt. 0 Der Chef des Admiralstabes der Marine. London, 3. April. (WTB.) Meldung des Reutrrschen Suvecrus. Die Admiralität meldet: Gin britischer Zerfror sank am 1. April infolge eines Zusammenstoßes. Personen wurden gerettet. Hermann Cohen f. Me aus Berlin gemewet wird, starb gestern morgen im Alter von 76 Jahren der befarmtr Philosoph Gehemrvctt Hermann Cohen. Hermann Cohen wurde 1842 zu Coswig im Anhaltischen tzÄwrcn. Rach bau Besuch der Universitäten Breslau, Berlin und »alle pwnwvitt-nv er 1865 in Halle. 1873 ließ er sich als Privat- boPent an der Umversität zu Marburg nieder, wurde 1875 außerordentlicher und 1876 ordentlicher Professor. Bis zum Jahre 1912 blieb Cohen der Musenshadt Däarburg treu. IN diesem Jahre siedelte er nach Berlin über, wo er an der Lehranstalt für die Wissen- schast des Judentums Vorlesungen über jüdische Religionsphlloso- phie ünd Ethik, sowie über Platon und Kant hielt. Mit Cohen ist einer unserer bedeutendsten Philosophen der Ge-grnwart aus dem Leben geschieden. Als Erneuerer und Ver- \tdtxx des Kant'schen Idealismus steht Cohen an erster Stelle und skine Werke auf dieseni Gebiete gehören zweifellos zu den bedeu-- tendfteu philosophischen Leistungen unterer Tage. Es seien hier- nur genannt: Kants Theorie der Erfahrung, System der Philosophie, Von Kants Einfluß auf die deutsche Kultur. . Andenken wird außer durch seine Werke auch durch den in Berlin an der Lehranstalt für die Wissenscl-aft des Judentums vestebenden ,L>ermonn-Cohen-Lehrstuhl" für RellgionsplTÜosoplrie erhalten bleiben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. April 1918. Handelsschule. Wie aus dem uns vorliegeirden Bericht ndelIchule v. G. Hermes zu Gießen hervor golft, beginnt ue Schuljahr am 8. April 1918 vormittags, die Crn- dert fid? die Schule jetzt in 3 Klassen: Harrvelsfachllasse A ~fcoe und Mannheim besucht hat, ist vom 5. bis 10. April im Ausstellungsraum des Gewerbemuseums rn der Neckarstraße zu sehen. Tie Ersatzsohlen-Gesellschaft darf nicht d mit den anderen Kriegsgesellschasteu verwechselt werden. Sie ist eine im November 1916 vom Reichsnnrtschaftsamt ins Leben gerufene PrüfrmgSstelle, die ohne jeden Kriegsgewinn arbeitet, deren Auslagen, wie B. die Kosten der gegerrwartigen/ Wanderausstellurrg, vom Rerchswirlsckmstsamt getragen werden. Nur solcl)e Ersatzsohlen, wclcl)e die Billigung der Gesellschaft gefunden haben und dm vorschriftsmäßigen Stempel, auf dem auch der Kleinhandelspreis eiithallen sein muß, tragen, dürfen hergestellt rnrd in Verkehr gebracht werden. — Die Frage der Ersatzsohlen kann als gelöst betrachtet werden. In der Ägsa- Sohle haben wir einen Lederersatz, der gillem Bodenleder nicht nur gleichkommt, sondern es an Haltbarkeit übertrisft. Nur ist Agfa (Nitroglyzermzellulose), # da es aus Kriegssparstoffen hergestellt wird, gegeiuvärtig nicht in uiibeschränktem Maße herstellbar, verspricht jedoch für den Frieden, uns von der Leder- emfuhr aus dem Auslände, die uns jährlich 2 Milliarden kostete, unabhängig zu machen. Aber auch >bic Holzsohle, sowohl die Sohle aus Sperrlpstz, ldas init Sohlenschonern bewehrt ist, wie die ganz aus Holz bestehende Sohle hat eine solche Vervollkommnung er- sahrm, daß sie allen billigen Anforderungen an Haltbarkeit, beguemes und gesundes Tragen, ja sogar an Eleganz voll gerecht tvird. Die deutsche Industrie hat auch auf diesem Gebiete ihre Erfindungsgabe bewährt uiid so dem deutscher, Bolle Mich nach dieser wichtigen Seite hin, die vom gesundheitlichen Standpunkte gar nicht Ijod) genug belvertet werden kann, das Durchhallen ermöglicht. Ein Besuch der Ausstellung wirü das Publikum von dem bisherigen Vorurteil gegen Ersatzsohlen befteien. Tenn es gewiirnt die Ueberzeugung, daß es hier vor jedem Betrug wid jeder Bewucherung geschützt wird. Aber auch das Schuhmacher- liairdwerk wird seine Abneigung gegen die Benutzung von Erfatz- lühlen ausgeben. Ihm ist der Äechch besonders M empfehlen, da gleichzeitig mit der Ausstellung Unterrichtskurse in der Bearbeitung der Ersatzsohlen stattfinden. Nur eines ist zu bedauern, daß ein Besuch der Ausstellung in anderen hessischen Städten, wie wir hören, nicht vorgesehen ist. Er wäre wegen seiner aufklärenden Wirkung nur lcchhaft zu wünschen im Interesse der Allgemeinl)eit. I Tarmstaot, 4. Apru. Ernst von Wolzogen verabschiedete sich gestern abend im Traubensaal von Darmstadt, t>as er nach über 12jäl>rigenr Aufenthalt verläßt, ccm sich auf sein oberbayrische Lcmdchllchan zurüchpistehen. Tos Brüdar-Mstt^Ouartet t ans Frankfurt unv Pianist Jtvh. Wasserhosen aus DüsfcLdors trug-m mehrere Toacoill^nngen Wvlzogens, ein StreickZ- quart-ett in B-Dur und ein Klavrerquindett in A-Dur vor, in welche in der Dichter eine sichere Beherrschung des Kammermusik- ßiles offenbarte. Wolzogen selbst trug mit unüdertrefsliclier Meisterschaft aus seinem, spaßigen Roman „Der Biöelhase" einige Stücke von, sodann die in Tarurstpdt während des Krieges spielende Tragikomödie „Das Gänsche". Einige prachtvolle Gedichte, darunter das stmrinrmgsvvlle „Boumblust an der Bergstraße" und das erst am Vorabend vollendete, inhaltsschwere „Ter deutsst-e Gvttt^. Ter Dichter wurde bei seürem Erscheinen lebhaft be-, grüßt und als Abschiedsgrüße ruft zahloeickMr Kranz- mib Bllcmcnsvenden belacht. Mit smnem Weggmrg ist das literarisch- kirnstleirsche Darmstadt um rir.? seiner hervorragendsten Persönlichkeiten ärmer geworden. = Mainz, 4. April. Ter gute Wasserstand in Rhein und Marn belebt die Schiffahrt von Tag zu Tag mehr. Vor allem werden ^cn«ltige Kolstanschleppzüge zu Berg grsahren und den Jn- dustriestätten zugciührt. Fr. Worms, 4. April. In dem bei Weilerbach in der Pfalz gelegenen Orte Pörrbach wrrde der 45jährige Landwirt Karl Trehl von seimnn 14jährigen Neffen Eugen Heinz erschossen. Famllicn- znutiigkeiten wegen einer Erbschaft waren der Grund zu der Tat Lriegrarbeit in Gießen. XXXIII . (Fortsetzung und Sclstuß.) Eine weitere soziale Einrichtung dieser Art bildet die am 1. Januar 1917 von hiesigen Octsgewerbcverein ins Leben gerufene Handwe r kerbe ratung s stelle, die für die Mitglieder des Vereins, forme für die Hand!oerkerfrauen geschaffen wurde. Bereits im ersten Jahre ihres Bestehens hat diese Beratungsstelle, die erst in der Entwickelnng begriffen ist, eine scgensreichc Tätigkeit entfalten köimem Abgesehen davon, daß sich durch die in den Monaten Januar und Februar v. Is. ein- zureiätenden Umsatz-, Besi^- und Kriegssteuererllarungen besonders Gelegenheit zur Beratung und Unterstützung der Mitglieder und alleinstehendeir Handioerkerftauen bot, wurde die Beratungsstelle auch> in sonstigen Steuerangelegenheiten (Einkommen-, Verm^ögens- und Gelverbesteuer ustv.) insbesondere bei der Zusammenstellung der Unterlagen für Steuererllärungen, Rellamationen usw. regkl in Anspruch genommen. Auch auf denr Gebiet der Arbeiterc>?rsiä)e- rung (Kranken-, Urrfall- und ^dncmlü^nverluyermrg) sowie Fragen der K-riegshinterbliebeiveuversorgung und jonMgen militärischen Angelegenheiten iBeurlaubungen, Zurückstellungen, An- gehöcigenunterstützimg, Heilverfahren für krregsbesck-ädlgte Hand' werker usw. war die Beratungsstelle mit Erfolg tätig. Weiter bot das Gesetz über den vaterländischen HUfsdienst ausreichend Gelegenheit zur Beratung und Untersttitzung der Mitglieder und ihrer Angehörigen. Bei Dlffevenzen mit der Kundschaft war die Beratung^ tvelle bnnüht, zur Vermeidung umlölig''r sttechtsstreite ausgleichend zu wirken. Auch in persönlichen und sonstigen geschäftlichen Angelegenheiten hat die Beratungsstelle die Gewerbetreibenden und Hand:oerkerftaue7, nach Möglichkeit nntersttitzt. Weiter wurden, um dar leben sull)ende Gewerbetteibende vor Nachteilen zu betvahren, be» veckächitigen Inseraten in den Zeitungen Ermittelungen angestellt . in den Fallen, in denen es sich um Schwindel unternehmen handelte, wurde in der Presse vor Benutzung dieser Institute gnvarnt. Um dem BorgurMTefen zu steuern, hat die Beratungsstelle durch ent- spreck-ende Aufsätze in den Tageszeitungen unter Berufung auf die derzeitigen, wirtschaftlichen Berhälttlisse die möglichst umgehende Begleichung der Handwerkerrechnungen empfohlen. Weiter ist die Beratungsstelle bemüht gewesen, die Mitglieder und deren Angehörige auf dem Gebiete der Arbeiter Versicherung, besonders in Fragen der freiwillige BersicheruTvg, durch Fragekartenversendung, ZertungS- notizen und bei sonstigen Gelegenheiten nach Möglichkeit aus^u- llaren. Die übrige Tätigkeit der Beratungsstelle erstreckt sich aus Berbandlungen mit den Steuerbehörden (Umsatzsteuer), Handwerkskammer (Lelirlingsfragen), Zentralstelle für die Gewerbe (Dar- lehensvermittelung), Hessischc- Handwerkn^itralgenossOischaft (Arbeitsvergebung), Einberufungsausschuß (Hilfsdienstpflicht) usw. Die Jnarrspruchnahme der Handiverkerberatungsstelle erfolgte im Jahre 1917 von 182 Personen in 265 Fällen. Von den Ratsuchenden waren 16B von Gießen und Umgebung, die übrigen von den Ortsgewerbevereinen Allendorf a. d. Lda., Grünberg, Lüh und Lollar. Außer 171 Gewerbetreibenden (darunter 46 Handwerker-- fvcmen) wurden 14 sonstige Personen beraten. Bon den Geiverbe- treibenden gehörten dem Berufe nach 101 dem Baugewerbe an, und zwar: Maurermeister 6, Zimmermeister 1, Dachideckermeister 7, Spenglermeister 6, Schreincrmeister 28, Schlossermeister 8, Glasermeister 6, Weißbindermeister 28, Tapezierermeister 5, sonstige Bau- gewerbetreibende 4. Von den erteilten Auskünften betrafen: Starrer-- fragen 143, (Umsatzsteuer 43, Besch- und Kriegssteuer 52, Ecw- kommensteuer 27, Vermögenssteuer 12, Gewerbesteuer 9), Mbeiter- versichernng 30 (Unfallversicherung 9, Krankenversicherimg 5, Iw validerwerfickrerung 16), Gewerbeordnung 4, Kriegsversorgung, An- Aehörigenunterstützrmg und sonstige militärische Llngelegenherten 48, jonstige Handiverkerftagen 28, Verschiedenes 12. Neben der Beratung der Mitglieder und deren Angehörigen wurden gegen Erstattung der baren Auslagen im Berichtsjahre durch die Hand- werkerberattnrgsstÄle 155 Schriftstücke angesertigt. Die Zahl der für Tageszeittingen und Gewerbeblatt angefertigten Berichte, Auf klärungsnvtizen usw. betrug 36. Die auf Anregung des Vereins gesftasfene Einrichtung, bei Differenzen bei' Kundm oder Lieferanten durch Zuziehung von Sachverständigen ans den in Frage kommenden Berufen, eine Verständigung der Streitteile zu versuchen, und dadurch mmötiger Prozeßfühcung vorzubeugen, hat sich außer- ovdeittlich gut bewährt. Auch die M 9 Jahren bestehende Rechtsberatungsstelle deS ev. Arbeitervereins hat sich im abgelaufenen Jahve den rcrtsuärenden Minderbemittelten, insbesondere Angehörigen der Kriegsteilnehmer, unentgeltlich zu> Verfügung gestellt. Sie wurde im Jahre 1917 von 184 Personen i78 männliche, 106 weiblichch in 207. Fällen rn, Anspruch genommen Von den Ratsuchenden waren 157 aus Gießen, die übrigen aus den Orten Mlendorf a. d. Lda., Butzbach, Climbach, Gwß-Erchcn, Pobl-Göns. Oueckborn, Schadenbach, Staufenberg, Watzenborn- Steinberg und Wieseck. Denr Berufe nach gehörten 91 dem Arbeiter- ftcrnde an, 42 waren Gewerbetreibende, 39 mittlere und kleine Be amte, 12 sonstige Personen. Bon den erteilten Auskünften betrafen: Arbeiterversicherung 57, Angeftelltenversicherimg 6, Kriegsversorgung, Angehörigenunterstützung und sonstige mllllärische Angelegenheiten 81; bürgerliches Recht, Strafrecht usw. 22, Steuer- fragen 16, Verschiedenes 25 Fälle. Neben der Ertellnng von Rat und Lluskunft wurden 196 Schriftstücke angesertigt: außerdem er> folgte in vorkommenden Fallen kostenlose Vertretung vor dein Oberversicherungsamt Darmstadt bzw. Reichsversicherungsamr Berlin. Auch der G i e ß e n er Anzeiger hat seine Spalten im Jutereffe der Ratsuchenden zur Verfügung gestellt und im Brief, kästen der Redaktion in 106 Fallen Auskunft ettellt. Hiervon betrafen Arbeiterversickierung 6, Angestelltenversicherung 2, Kriegs- Versorgung, Angehörigenunterstützung und Kriegswochenhllfe 25. Orden^ und Ehren^zeichen 5, sonstige mllitävische Angelegenheiten 15, Hilfsdienst 6, Steuerftagen 4. sonstige Rechtsfragen.14, Verschiedenes 29. Leider wird die Tätigkeit der gemeiunützrgeic Beratungsstellen dadurch wesentlich erschwert, daß die Ratsuchenden, besonders in Arbeiterversicherungsangelegenherten, oft erst Auskunft und Rat einholen, wenn die Frist zur Einlegrorg eines Rechtsmittels verstrich?!: oder die Ansprüche verloren sind. Es wird deshalb auch bei dieser Gelegenheit die Bitte ausgesprock-en, die Ratsuchenden aus die bestehenden Einrichtungen hinzuweiscu und zurechtzertrger Inanspruchnahme der gemeirrnützigen Beratungsstelle aazuhaltrn. H. Kirchner. Mrchliehe Nachrichten. öfraelillsche Religionrgemetnde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlageß Samstag 6. April. Borabd.: 7.00: morg : 8.30: abd.: 7.10 u. 7.50. — Israelitische Religionsgesellfchakt. Sabbatfeier am 6. April. Freitag abd.: 6.35: Samstag vorm.: 8.00: nachm. 4.00: Sabvatausg.: 7.50. Wochengottesd.: morg. 6.30, abds 6.30 ! Möbl. Zimmer] Möbl. S-Ztmmer°Modna. mit Küche zu verin. fliähereS ,0596 Walltorstr. 44. p. Studentin sucht rnbiaes. : aut mödlierteSZimmer mit I Frühstück ».Abendessen. An- i geböte nebst Angaben über Lage,Preis und Beleuchtung unter 059ö an den Gießener Anzeiger erbeten. Wohn- n. SchlafElmmer, in- etnandergehend, m. Schreibt, zu veruu Llviehatr. 18.1. ^ IVI | etij esuche 4-5 ZiNmr-Wshimiiü z. 1. Jnll gefnchl. Nah. in der GeschäflLst. d. Gieß. Anz. ^ Eine Kriegerswitme mit einein Kinde sucht bis znm 1-).Avril od. I.Mai eine L- b!» 8-2iMwer.Wohag. Angebote unter 0576 an den Gieh. Anz. Junger Mann sucht schön möbl. Zimmer, event. mit voller Pension. Schriftliche Angeboie unier 0577 an den Gießener Anzeiger. Herr sucht möbliertes ungestörtes Zimmer mügl. mit separatem Ein- t ang. Angeb. unter 2332 an en Gießener Anzeiger. Gut möbl. Zimmer in guter Lage wird von einem Herrn gesucht. Seva- rgter Eingang bevorzugt. 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Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. . * 0611 m). Unser« Firma wurde schmerzllchst betroffen durch den Verlust der Herren: Buchhalter Johs. Otto Sergeant in einem Inf.-Regt., Inhaber des Eis. Kreuzes 2. Kl. Brauer Jakob Hermann Landstm. in einem Infanterie-Regiment Brauer Karl Thalacker Landstm. in einem Infanterie-Regiment Brauer Fritz Konrad Reservist in einem Infanterie-Regiment welche Ihr Lieben dem Vaterlande opfern nruSten. B41 Wb* werden diesen langjährigen, treuen Mitarbeitern stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Brauerei J. H. Ihring in Lieh. Holzverfteigernng der Gräffichea Obersörfterei Arnsburg im Revier Feldbeim. bei Hungen. Donnerstag den 11. Avril, 0»/, Ubr vormittags. Nach Zusammenkunft am Pflanzgarten, auö: Schetbel. 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Sames sowie für die lieben, trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Döring sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank. Hch. Weisel II. Lina Eller und Famili© Willi Weisel I. und Familie Lehrer Weisel und Familie Konrad Matern Wwe. und Familie 2822 Hauptlelirer Sames und Familie. Maschenheim, Mainzlar, Dorf- Gill. Darmstadt, 4. April 1918. Sn kante» gesucht EiiitGkjjkrniisn Ansen Angebote mit Preisangabe und LieferungStermin sind zu richten an 2542 Geflügelbof I* «ntech, Eimeldingeu tn Baden Amt Lörrach. Ebenda wird ein scharfer nnd wachsamer Hofhund, gleich weicher Rasie, gesucht. Bedingung: gesund, min- trautsch gegen Fremde, nicht bissig, gestügeisromm. mm mm Gegen bar ab Standort zu kaufen gesucht National Köntröllküsseir Angebote unterF. A. 12348 an die Geschäftsstelle dieses Blaues. 244738 Gebrauchten, eiserner 12538 KreissSgetislh sucht z. kauf. Ernst Weimer. Ebriugöbausen (Kr. Wetzl.). Atme ä Ä n Schrift!. An geb. unt. Nr. «600 an den Gtesiener Anzeiger. 8ßr Vertauscht -4B8 0605 wurde bei dem Vortrag f. d. Lehrer des Kr. Glesien am 21. 3. i. d. Aula ein seidener Schirm. Umtausch erbet, b. Herrn Lehr.Lühro».vori-ü!lL Gründlichen engl, und iranz. Unterricht erteilt behördlich geprüfter Doinlktscher z-billigem Preis. Schr. Angeb. u. «602 a. d. Geschäftsstelle des Gteh. Anz. > Handelsschule von G. Herme« Bahnholitr. 69. Tal, 1397. Beginnet neuen Schuljahres am S. April. GeschL durchgef. Ealbjaüres-n, JahresKassea cL gepr. Handelslehrer Bes. Kurse f. Anwflrter der Beamtanlislfe&ha (Post.Telegr.u.Eisenb.) Anmeld, rechtz. noiw. Prospekte frei [2501 ichtsjpielSbaus ss läahRhofsirassa 34 Erstklassige Künstlerkonaerte. Morgen Samstag: POLA NEGRI 8^“ Gastspiel 2836a Im, iis rna Ekestiftung rtiM io Mk ' mit Hindernissen. Vornehmes Gesellschafts- . 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Ich kann dies hiermit bestätigen, da ich selbst einen Verwundeten, den: der Finger abgeschnitten wurde, verbalck). Wir wurden nun abtransportiert. Tie englischen Gräben ivaren überfüllt mit Daten und die ungeheuerliche Masse an Reserven zeigte uns, was für eine Uebermacht uns gegenüberstand. Tie deutsche Artillerie brachte hier den Engländern sck-were Verluste bei. Von allen Seiten gut bewacht, marschiert«: ivir den: nächsten Tvrfe zu, welches ich aber nicht mehr mit Namen weiß. Bon hier aus mußten wir, trotz des Protestes, der von seiten der deutschen Offiziere erfolgte, Munition (Minen) vertragen. Sogar Verwundete mußten dabei behilflich sein. An den Kampfstellungen wieder an- gelcrngt, gerieten wir ft: das deutsche Artllleriefener, das tot- verderbeirbring^td auf uns hernied«Zaus1>e. Links an: Wege war ein großes Massengrab. Hunderte von toten Engländern lag«: darin 'ober in der Nähe. Hier öo:rnte man w«:igstens sehe::, wÄche blutige Opfer diese Schilacht den Engländern gekostet liatte. Wir marschierte:: rviedei- zurück. Tie Verwundeten wurden auf Autos und Wagen geladen #m£> nach dem 'Städtchen Albert verbracht. Wir Unverwundeten wurden dann in einem kleinen Samvrdtlager unter freiem Himmel untevgebvacht. Das Sanitätspersonal wurde auf eine größere Beroondstelle geführt, wo wir gefangene deutsche Verwundete verbinden durften, was wir selbst- vmf'tärchlich mit großer Freude taten. Die meisten trüge:: ihren Verband schon 3—4 Tage, ohne daß er erneuert wurde. Tic englischen Merzte selbst nähme:: uns unsere Tafchnmufscr, svivi? Bestecke ab. Dann kamen wir wieder zu unseren anderen Kameraden zurück. . Gegen abend brachte uns englische Kavallerie nach einem anderen Dorfe. Hier imrcfom wir in einem gvvßen Hofe, welcher mit dichtem S-vckx'ldvaHt untzäunt, und mit groß«: Lampen beleuchtet war, :mter freiem HiMm:i untergebrncht. Hier begann :rnn die eigentliche Uirterfuchung. Me scknriftlick)«: Sachen hatten ivir unterwegs schon vernichtet, so daß den Engländern nichts Wertvolles mehr in die Hände fiel. Ich selbst konnie^meinen Sanitäts- Ausweis behalten, während einem Teil der Sa::itätÄnannschaft auch dieses wertvolle Trckmnent abg-enommen wurde. Es setzte plötzlich ein heftiger Regen ein. Unterschlupf konnten wir kernen fuchm, imd so mußten wir die ganze Nacht im strömenden Regen zubringen. Am 4. Iiuli morgens mußte:: wir an treten und wurden gezählt. Nachdem jeder mit etwas Konservenfleisch :rnd Zwieback versehen war, marschierten wir :veiter nach Moriecourt. Es regnet 2 noch ftnrner. Hier cmgeöon:men, wurden wir nach etwa 3stündigen: Warte:: (wieder irnter freien: Himmel) verladen. Es wurden nuih etwa 60—70 Mcmn «: einen Wagen gepfercht. An Schlaf ivar noch immer nicht zu denken, denn keiner konnte sich fetzen, viel weniger ivoch hinlegen. Auch brauchte keiner Angst zu haben, daß er umfiel. Etwa gegen 3 Uhr nachmittags setzte sich der Zug endlich in Bewegirng, nachdem :ms die ttanzösisckp Zivilbevölkerung' mit Steinenwerfen und Zurufen belästigt l-rtte. Der Zug fuhr sehr langsam. Fast an jeder größere:: Station hielt er, :ov Ivir immer wieder von der BevÄlenmg.beschimpft wurden. Sie warfen Steine in die offmen LurLn des Wagens oder spuckten hinein. An einer- andere:: Stativ:: .schüttete sogar eine Frau .heißes Wässer über unsere Köpfe, wodurch einige meiner Kameraden erhebliche Brandwunden txrvvntrugcn. Kolonialtruppen, die am Bahnlwfe arbeiteten, sprcmccen nm unsere Wage.: herum und klatschte:: in die Hände wie kleine Kinder, die einen Klatschreigen auffirhcen. Sie bewarfen uns ebenfalls mit Stei'n«: >>der spuckten nach :n:s und Machten Gebärden, wir Hal^ab'chneid-en usw. Geg«: 5 Uhr nackMittags fuhr der Zug auf einem Nebengleise in Amiens ein. Hier lvnnten ^vir a.:^steigen. Die Umgebung ftdvch :var init einem di-ck'jten S'tachKdraht umzännt. Tie englischen Soldatei: verlangter: hier den uns Uniform knöpfe oder Mützen: gab 1 : 0 cm xs ihnen nicht freiwillig, so wurden uns die Sachen einfach abgerissen oder wegge:wmmen. Wir waren deshalb froh, als wir wieder in unsere Wägen ernsteigen dursten. Bald darauf führe:: ivir in der Richtung nach Le Havre weiter. Ein jeder stand in Gedanken versunken. ohne ein Wort zu sprechen, in dem Wägen. Man dachpe cm das kürzlich U("verstandene, oder an die Lieben zn Hause. Main malte sich Bilder aus, wie sie wohl auf Nachiricht von :rns warteten, :m:ßte unn doch nicht, wie lange es woA noch dauern ivürde. bis lmtn seiner: Angehörigen schreiben! durfte. IN einer Ecke stand ein bärtiger Landivehrmann, der ganz leise vor sich hin sang: ^Itchj bin so gern, so gern daheim." Lcmgscm: fiel der ganze Choc mit ein. Für einige A::genblicke vergaß man die Äogenwart. doch, das Rattern de:- Wagen rief uns bclld lvieder dahin, zurück. Eine dunkle Zukunft lag vor uns, wußten Jirir doch noch nicht. ):» :vir hinkommei: sollte::, und was :ms nockf alles bevorstand. Am nächsten Morgen, nach einer qualvollen Nacht, gelangt: wir nach Le Havre. Hier fliegen^ wir aus und marschierten durch die Hafenanlag«: nach .der Stadt zu. Auch Trier noachten uns wieder die Belästigungen der Zivilbevölkerung sehr viel zu schaffen. Biele meiner Käureraden trugen kleinere LZerletzrriogen d-ilrch Steinwürft usw. davon. Es wäre vielleicht "noch sckstiMMer geworden, Ivenn nicht noch in: letzten Augenblicke die Wäckmommschrst die Bevölkerung zerstreut hätte. So ging es durch die ganze Stadt. Es war sehr htziß, Himger und Durst plagten uns. Endlich, irach etwa 3stündigem Marsche, gelangte:: wir auf einen großen Truppeirübungsplatz. Hier bekam«: wir nun Scheren und Haarschireidemaschinen. (Gegenseitig mußt«: :vir uns nun die Haare schneid«:. Auch Schuurrbärtc und Bärte fiel«: dieser Prozedur zum Opfer. Man: sah nun schon richtig wie ein zahmer Engländer ans. Dam: ivurde gebadet. Warmes oder heißes Wasser bekamen wir aber keins. Mes fand unter freiem Himmel statt. Später ivnrden ivrr zu eft:er etwas abseits gelegenen Entlausungsanstalt gebracht. Dkm: hatte jedoch mehr Läuse mirgeownkmen, als man mitbraäJte. Auch mußte imrndrr, dem es bisher noch gelungen war, seim. Uhr, Geld oder sonstige Wertsachim zu verstecken, diese Gegenstände hier cinbüßm. Selbst den Offizieren erging es nickst besser. Wir itxra~n desl>alb froh, als auch dies ertrügt ivar. Wir gingen wieder nach dem alten Platz zurück, wo uns endlich etwas Brot :md Büchsen fleisch verabrmclst rmrrdck: auch etwas warm«: Doe ließen uns die Eng- länder zukomnren. Die nähere Unrgebmog war recht belebt. Truppen aller Waffen- gatttmgen konnte man hier sehen: auch Schotten. Neuseeländer, Kanadier, Indier, ykustralrer ustv. Eine größere Abteilung SckDtt- länLer mit ihren kicrz«: Röckchen inarschierte cn: ims vorüber. An der Spitze gingen einige Dudelsackbläser: 0 , welch' Ma:sik! Ich glaubte mich auf einen Jahrmarkt versetzt. Sv konnte man rcklerlei Beobachtung«: mach«:. Nackmrittags gegen 6 Uhr noar- schierten wir wieder roach dem .Hafen zu. Wir wurd«: wcht mehr so belästigt, da sich die Waclstnamcschaft jetzt mehr ins Zeug legte. Ein größerer Teil imserer Kamervd«: inußtc Zurückbleiben, da sie rächt alle rmtergebracht >verden komtten. Wir wurden nun aus ein Schiff (ehenoaliger Biehtransportdarnpferi verladen und zwar ungefähr 800 Mann. Hier bekämen wrr die Packräume angewies«:. Auf Deck durften wir aber :rcht gehen, ohne daß^ein Posten uns begleitete. Da wir :run alle von den groß«: Stratxrz«: stehr ermüdet waren, legten wir uns zum Schlaf«: hin, d. h. rvir streckten uns auf den harten Bod«: aus. Doch nickst lairge konnten wir uns des Schlafes erfreuen. G'gen Mitternacht ertönte die Dainpfsirene. Das Schiff fuhr ab. Hier bekamen wir geg«: ein hohes Eirtgeld, :v>er solches noch hatte, etwas heiß«: Tee. Nack) clinigem Bett«: ließ«: uns die Englärrder d«: Doe ohne Bezahlung zirkommm. Ta es in dem Schiffsraum sehr kalt war, kam uns das heiße Getränk sehr zu statt«:. T>och der Schlaf forderte alsbald wieder sein Recht. Tie See war ruhig, uttÜ man merkte kaum, daß das Schiff fuhr: bald lagen wir in einem festen Schlaf. Am 6. Juli 1916 mittags lief das Schiff in den englischen Hafen Southamptvi: ein. Hier wicrden wir dann auckij alsbald ausgcschifft, wo uns eine neue Begleitinan::sck»Lft in Empfang nahm, d^achdem wir uns z:: Bieren aufgestellt l)atton^ ging's wieder d::rch die Stadt, nach einer Roll schuhbahn, die als Durchgangslager für .^briegsgcfuugene eingerichtet lvar. Die «:glische ^Bevölkerung betrrm ftch nicht so tierisch, wie die französische. Sie bet:u.chiteten uirs nur mit nengierigen Blicken. Jetzt bekam jeder '.eilt L>cmdtuch und ein Stückck^n Seife, so daß man sich wenigstes lvieder einmal n«sck)en. konnte. Hier gab es nun auch etwas Zwieback imd Büch'enfleisch. was man mit einem Heiß- hirnger verschlang. Plötzlich nach 2 Stund«: ertönte das Kommando zun: -An- tteten. Ein Offizier, der sehr gut deutsch sprach, sagte uns, wir würden jetzt verladen und kämen nack? emeM groß«: Lager, wo wir verbleib«: sollten. Wir marschierten denselben Weg wieder nach dem Hafen zurück. IN einer groß«: .Halle stand ein Zug für uns bereits Wer beschreibt nufer Erstürmen, als wir sahem daß es ferne Viehwag«: it*tren. Ter Zug hatte Achnlichkeit mit einem deutsch«: T-Zug. Es waren Turchgangs'wagm., gelb cnrgestrichen. Ich glaubte schon, es wäre der Soi:de:-z:lg des Königs von England, und wir zlveifett«: nettü immer daran, daß der Zug für uns bestimmt sei, bis plötzlich das Kmmna:cho zum.Einsteig«: ertönte. Wir kamen zu je 6 Mann in ein Klchee. Tie Site war«: gepolst«'t. Wir fühlten uns gmrz mollig darin. Etioa eine halbe Stimde später setzte sich der Zug in Belvegung. Durch die MsttengUng, die wir hinter uns hatten, verfiel«: wir alsbaC» in einen tiefen Schlaf. Ich nmrde erst wieder wach, als der Zug cnn nächsten Morgen (am Juli) wieder hielt: doch wo befanden wir uns hier? Mäckstig hohe Berge sahen wir vor uns auftauchen. Da erschallte das Kommando zum Aussteigen. Jchl sah, daß der Zug auf offener Dtrecke hielt. Hier nahm icns wioder eine peue Begleitmannschaft in Empfang. Nun ging ps erem bewährt. Mvch diesmal wieder wird der Ruf an die Schulvertvaltungen zur Mitarbeit ergeh«:. Da zum Trocknen des Laubes und zur Aufbewahrung bis zum 2lbttai:sport große Räume erforderlich sind, werden au vielen Stell«: Gebäude öffentlicher Körperschaften oder auch Säle bei Wirten, Lagerräume voi: Genossenschaften und ähnliches in Anspruch g«wmmen werden müssen. Tie Unterstützung durch die Forsteig«ltümer ist dabei eine rmerlaßliche Voraussetzung, wobei die Verivaltungen der Staatswaldung-en mit gutem Beispiel voran- zugehen haben. Wenn so alle Organe in der Gewinirung des Laud- lwus Hand ft: Hand arbeiten, können unsere Futtervorräte aus diesem Wege eine wesentliche Evgcmzmrg erfahren. » ** Das G r v ß h. Hess. Regierungsblatt Nr. 7, aus-- gegeb«: Tarmstadt, d«: 30. Mä^ 1918, fart folgend«: Inhalt: 1. Finanzgesetz für das Mchrrungsjahr 1918. (S. 67). - 2. Be- kanntnuickmng, .Kriegsstiftung I. Langenbach u. Sölme, Worms am stiheiu betreff«:d. (S. 76.) — 3. Bekanntmachung, üttreffend Aus-- ftHrungsbestimmungen zur Verordnung des Bimdesrats vom' 1b. März 1918 (Reichsgesetzb-l. 123) über den' Berkehr mit laach.mrt- schaftlichen Grinrdstücken. 'S. 77. — 4. Bekam:Imachung. Anschlußgleis für die Firma Gaudmbcrgersckje Maschinenfabrik Georg Göl»?l zu Tarmstadt 01 : das Industriegleis der Stadt Tarmstadt in der Kirfchenallee betreff«^). (S. 79.) Bekcn:ntmachung, Anlage eines ^luschlußgleises für die Firma Erste Darmstädter .Herdfabrik nird Eisengießerei Gebrüder Roeder an das Industriegleis der Stadt Tarmstadt in der Kirschmoallee betveffend. (S. 79.) ** Diebstahl. In der 9?acA von: 3. aus 4. Llpril l. Is. wiwdc aus einem Geschäft der Südanlage ein großer weißer Angorahase im Werte von 180 Riärk entweichet. Wer über d«: Verbleib ^huskirnft geben kam:, wird gebeten, dies der Kviminal Polizei mitzrlbeilen. ** Rotes Kren z. Bm: der Verband- und .Kranken°-Er- frffchungsstelle des Rvttm Kreuzes am Bahnhof Gießen rour-den im Mloi:at März 1918 cm 90t durchreisende Soldaten und Ber- wurchetc Erfrischungen verabreicht: die Sanitätswache hat 852 Transporte ausgeführt und in 246 sonstigen Fällen Hilfe geleistet. ** Zum Absatz von Obstwein. Anläßlich der Freigabe des Absatzes von Heidelbecrwein rmtcr Festsetzung von Höchstpreis«: sind von der Gesck>äftsabte:lung der Reichs stelle für Gemüse und Obst die Msatzbcdingungen im Reichsauzeiger Nr. 71 für alle übrig«: Obsttrxüne bekarrutgegeb«:. Die bisher gülttge Beklrm:tmachung vom 10. Dezember 1917, die zu Zweifeln Ver- anlasftmg gegeben hat, kommt hierdurch in Fortfall. Landkreis Gießen. o Steinheim bei Hungen, 4. April. Auf dem Felde der Ehre fiel der Landsturmmam: Ludivig Streb. ** Villingen, 5. April. Der Unterofftziier Friedrich Sauerweiu, seit Kriegsbegftm im Felde und bereits mit der Hessisch«: Tapserkeitsmedaille imd d«n Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichl:et, erhielt das Eisern Krellz l. Klasse. r. Weiters Hain, 4. Aprll. 'An: 3. Feiertag hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse ihre diessÄhrige Generalve» sammlung ab. Der Umsatz war den Zeitverhattniss«: entsprechend erfreulich. Das verfügbare Kapital wird restlos der 8. Kriegs-» anleihe zugeführt. — Am selben 2lbend sprach in gut besuchter Versammlung Lehrer Jakob von Ober-Bessingen über ,,D:e deutsche Landwirtschaftt'. An der Ha:w zahlreicher guter Lichte bilder führte er überzeuge7Ü> aus, daß die hohe Leistungsfähigkeit- die die deutsche Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten gezeigt hat, volles ni^ingeschräntteS Lob verdient. Ihr ist es za: danken, daß die Aushungerungspläne unserer Fei:ü)e zuschand«: geworden sind. Ter beifällig aufgeiwmmene Vorttag klang in der Mahnung -aus, daß die Landwirte nim auch in der Erfüllung ihren Pfticht bei der 8. Kriegsanleihe nicht ermüden, damit der Gegner in seiner Hosftmng auf finanziellen Zusammenbruch Teutschlands auch diesmal wieder enttäuscht wird. Zccketzt zeigte der Vortragend« ltorf) interessante Lichtbilder von der letzten Jsonzoosfensive. —' Auf dem Felde der Ehre siel nach 44monatiger treuer Pflichterfüllung der Wehrmam: Hrch. Kaufmann. Er hinterläßt Frau und ein Kind. Kreis Friedberg. ^ Ans der Wetterau, 5. April. Ter W-iltter hat es diesmal übercrlls gnädig mit unseren Wintersaaten gemeint. In üppigem Grün stehen Weizen und Roggen, dicht, fest und kern- gesm:d bis ins Herz. Einige harte Frosttage, die neulich noch über die Fluren strichen, Hab«: den Saaten nichts geschadet. Uebereinsttmmend melden die Fachleute, daß, wenn die Maaten- entwicklung weiterhin in gleicher normaler Weise fortschreitet, mit einer reick-en und geseM:eten E«:te zu rechnen ist. Beso:ck)ers gilt dies von der Fracht, dem Rogg«i, der jetzt, da keinerlei Gefahr mehr -zu befürcht«: ist, emeu Stand aufweist, wie seit Jahren nicht. an $le? ß&siüfflfeßsUgn. die Sold- und Sifkranfaufsjteüe in den Räumen der vezirkrspariasse Eichen ist morgen vormittag von bis |2V 2 Uhr geöffnet! Vermischte». * Dampfwalze und Leichenwagen auf der Ham^ stertour. Tie Erftndungsgabe 1er Lebensnüttelhamster, um! den überwachend«: Behörden -ein Schettppchen zu schlag«:, scheint lmer- schöpflich zu sein. Nach dem .Kind'r,vagen mit dem' Wickelkind, das sich als ziemlich ausgc:vachs«ber Schinken entpuppte, hat man auch andere Vehikel in den Drenist des Han:sterns gestellt. So wird folgendes Stückchen aus Hamn: i. W: gemeldet. Eine größere Gutsverwaltung wollte unter der Hand von einer benachbart«: Zeche ein Quantum Ammvniak beziehen. Als Gegenleistung sollt? die Zeche ein Quantum Erbs«: erhalten. Um der scharf«: Uebertvachimg auf den Landsttaß«: zu entgeh«:, wählte inan für die Erbs«: als Transportmittel eine — Dampfwalze. Leider l:eß sich eine Gen-« darmeriepotwuille auch durch diese:: Trick nicht täuschen. Sie ent-t deckte unter dem Kohlenvorrat der Dampfwalze acht Zsntnvy Erbsen, die natürlich der Beschlagnahme verfiel«:. — Glücklicher waren zwei Gemütsmenschen aus Augsburg, die es fertig brachten- einen Leichenwagen zu Hamsterzweck«: zu mißbrauchen. Mit dem! Leichenwagen Ivurde ein in Augsburg verstvrb«:er Soldat noch dem 10 Kilometer «rfferrtten Untertürkherm übergeführt. Auf dem Heftwe wege haben:cui: die beiden Begleiter des L«ch«:ttlrnsPorts die am Wege liegenden Dörfer grurrdlich abgellopft. Alles, was sie hamsterq sonnten, verstauten sie in dem L-ftck-enwag«:. Den begegrrendent Gendarm«: kam gar nicht der Grdaüke, daß der langsam! dahänM fahr«che Leick?enwagen Lebensmittel bergen könnte. Sv Kamen diE beiden Hamsterer unbehelligt mit dom vollgefüllten Wag«: mep Augsburg zurück. Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 5. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Wir griffen gestern südlich von der Somme lmd zu beiden Seiten von Nloreuil an und warfen den Feind aus seinen starken Stellungen. Englische und ftanzösische Reserven stießen nuferen Truppen entgegen. Ihr Ansturm zerschellte in unserem Feuer. Nach hartem Ringen haben wir zwischen Somme und Lucebach Hamel, sowie die Waldstücke nordöstlich und südöstlich von Villers-Breconneur, auf den: Westnfer der Avre das Dorf Mailly genommen. Der Feind leistete mrf der ganzen Front verzweifelten Widerstand. Seine blutigen Verluste sind daher ungewöhnlich sckftver. Wir machten einige Tausend Gefangene. * Nach beendeter Feststellung beträgt die Zahl der von der Armee des General von Hutier in der Zeit vom 21. bis 31. März cingeln achten Gefangenen 51218. der eroberten Geschütze 729. Damit ist die bisherige Gesanttbeute auf nlehr als WÜOOGefangme und über 1300 Geschütze gestiegen. * Zur Vergeltung für die seit einigen Tagen anhaltende Beschietznng unserer Unterkünfte in Rayon durch die Franzosen haben wir Reims unter Feuer genommen. In der Champagne und mif dem Qstufer der Maas brachten erfolgreiche Vorstöße Gefangene ein. Vor Verdun blieb der tagsüber gesteigerte Feuerkampf auch während der Nacht lebhaft. Osten. In der Ukraine nahrnen wir feindlichen Banden an der Bahnlinie Poltawa—Konstantinograd 28 mit französischen Geivehren und Mmition beladene Eisenbahnwagen und mehr als eine Million ArtillcricgeschÄssc ab. Im Dnjepr-TaL vordringende Truppen haben nach Kampf Iekaterinoslmv genommen. Asiatischer K r i e g s s ch au platz. Deutsche Tnlppcn haben im Verein mit osmanischen Kräften ei:glische nach Uebersihreitung des Jordans über Es- Salt und auf Annnan rwrgedrungene Infanterie- und Kavallerie-Brigaden nach mehrtägigem Kampf gegen den Jordan zurückgeworfen. Der Erste Generalguartiermcister Ludendorff. * * * Der Notstand in Holland. Berlin, 5. April. T^er .,Berlftver Lc^alanzeiger" meldet crus d«n Haog: Bei einem Spuzierritt der Kö^inin Wil^ Helm in« mit dem Prinzqem'a hl und der Erbprinzessin m Amsterdam fanden mehrere kleinev- K u n d g e b n n a e n statt. Männer und Frauen rief«:: ^,Brot! Brot! Wir frimgrot!" itia KÄttgin besuchte m-ckhrer^ Z'enttalkück'«: und