Nr. 77 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntaqtz. - Beilagen: SirhenerFamilienblätter, Xielrblalt für den Ureis Siehe«. vezugspreis: monatl. Mk. 1.20, vierteljährlich Mk. 3.60durch Abhole- u. Zweigstellen ,nonatl. Dlk. 1.10: durch diePost Mk. 3.6V viertel- jäl)rl. auLschl. Bestellg. yernspreci) - Anschlüsse: sürdieSchristleilunql13 Verlag,GefchättssteÜebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Erstes Blatt *68. Jahrgang Mittwoch. 3. April *9*8 poftfchecklonto: Frankfurt a.M. **686 ener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Aloillingsrun-druck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Buch- u. ZteindrucLerel R. Lange. Annahme von Auzeigcn l. die TageSmnnmer biö zum Nachmittag vorher ohnejcdeVerdindlichkeit Seilenpreise: fiir örtliche Anzeigen 25rPs.,sür NllSivartige 30 Pr., c iiv Reklamen Mk. 1.— ; bei Plahvor- schrtst 20°/ 0 Ausscklaa. Hauptschriftieitcr: Aug. Goet;. Verantwortlich sürVolitik u.Fenitleton: vankoerkehr: Aug. Goel;; Stadt mw S e we rbeba n l Sie he n L and, Be r > > - m b. ! es u' richtssaal: W. Meyer: Schristleiiung, Seschäst5?telle u. Druckerei: Schulftr. 7. is'ffll'iii wicf cu' Eine Anfrage Clemenceaus in len vor der deutschen Offensive! (WTB.) Grohrs yauptguartier. 2. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Schlachtfri'Nt blieb die Lage unverändert. Ge- gmangriffc, die der Feind bei Hcbuterne und mit besonderer Zähigkeit gegen die von uns genommenen Hohe» zwischen dem Luce-Bach und der Avre führte, brachen unter schweren Verlusten zusammen. Kleinere Infanterie-Gefechte zwischen Avre und Oise. Die Franzosen setzten die Beschiehung von Laon fort. Zahlreiche Einwohner fielen ihr zum Opfer. Erkundung rgefechte auf dem Ostufer der Maas bei Hau- dionwnt und südöstlich von Thann brachten Gefangene ein. * Gestern wurden 22 feindliche Flugzeuge und 5 Fesselballone abgeschossm. Leutnant Kroll errang seinen 23. Lustsieg. Mi tatkräftiger Durchführung der Fernausklärung von der Küste bis südlich von der Somme hat b\t Flieger-Abtei- luftig 3 unter Führung des Oberleutnants Frickc Außergewöhnliches geleistet. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguarttermeisl . L u d e n d o r f f. * Der Aberrdbericht Berlin. 2. April, abends. (WTB. Amtlich.) Von dem Schlachtfelde in Frankreich nichts Neues. In die Atempause, die unseren Heeren vor Amiens gegenwärtig vergönnt ist, fall«: große und kleine Enthüllungen. Als eine kleine Enthüllung betrachten wir die :n den Wandelgängen der französischen Kammer mitgeteilte Kundmachung des Generalissimus Foch, daß „jetzt für Amiens nichts mehr zu fürchten" sei, daß er „für Amiens blirge". Eine Großsprecherei, hinter der vielleicht mehr steckt als Eitel-- teit und der begreifliche Wunsch, die besorgten Gemüter wieder zu elektrisieren. Foch will der deutschen Heeresleitung vielleicht zu verstehen geben, daß seine bekannte Neservearuiee vollzählig vor Amiens Aufstellung genommen habe, und will damit offenbar auf .Hiudenburgs strategische Erwägungen Einfluß nehmen. Der deutsche Feldmarschalt' aber kennt seine Pappeithein: er und wird sich schwerlich irre leiten lasten. Es ist mir au st allend, wie immer »nieder die französische Methode darauf hinausläUft, auch die Mttelchen der Lüge und Prahlerei, die späterhin in derbe Blainageu Umschlagen können, unbedenklich anMwenden, un: die Chancen des Erfolges ein wemg zu erhöhen. Auch -ohne große Worte Fachs werdet: Hindenbnra und Ludendorff wissen, was nottut. Auch der Berner „Bund" erwähnt die hier berührte Frage und meint — da war die „Bürgschaft" nock) iricht ausgesprochei: —, die EiMvicklung werde lehren, „ob die deustche Heeresleitung angesichts der nml ersolate»: Bindung der Armee Foch im Zentralraum treue Entschlüsse faßt oder die Schlacht Mischer: Compidgire—Amiens — Arras auf der ganzen Front durchAnkäinpfen sucht". Eine wirkliche Enthüllung, die berechtigtes Aussehen mache»: »vird, steht dagegen iu einer Rede des Leiters der österreichisch-ungarischen Politik, des Grafen Czerniu, die er vor einer Deputation des Wiener Gemeiickerates gehalten hat. Es wird da einmal offen bekarrnt, wo unsere Feinde be: ihren offensichtlich so schlechte»: militärischen Aussichten noch ihre Hoffnungen heruehnren. Wir erfahret: vor: Cz.ernin die überraschende Tatsache, daß einige Zeit vor Begimr der deilstchen Offensive Clemeuceau, der fränkische'Ministerpräsident, in Wien angefragt hat, ob ::nd auf welcher Grundlage Oesterreich-Ungar»: ziu Verhandlitn- gen bereit sei! Bei dieser Anfrage u:ag ei»: gut Teil schtvever Besorgnis vor dem deutsckjei: Ansturm mitaelvirkt haben, so daß sogar der „Tiger" etivoS irngeduld:g und :nrvös gewordei: tvar. Er hoffte Wohl, mit diesem Zlrnschen- spiel die deutsche Offensive A: stören oder Oesterreich- Ungarn zjmn Abfall von seinen: Buiwesgetwssei: zu bringen. Beides ist ihm inißlungen. Airs die Einzelheiten ist Czeruin in seiner Rede nicht eingegange»:, inwieweit Cleinenceau ein Sondervorgehei: Frankreichs oder allgemeine Besprecht rngeu in: Auge hatte, erfahren lvir nichts. Nur so viel sagte Czernin, daß- dem französtschen Anfrager in: Einver- nehmei: mit Berli»: geantwortet tm:rde, eitiein' Frieden mit F r a n f r c i ch stehe bisher als akleitiiges Hindernis das französische Verlange»: nach Elsaß-Lothringen im Wege. Auf einen solchen Verzicht wollte Elentetcoean sich nicht einlassen: er hatte offenbar von Oesterre:ch--Ungarn ein anderes Borgehel: erwartet. Graf Czeririn aber hat sich mm in Wien zu unwandelbarer Treue bekamtt; er wird keine seitck- lichei: Ranküne:: gege»: Deutschland nntmachen. Wohl aber gibt es, so erklärte er erhobenen Tones, iu: Hintcrlcncke solche Kreise, besonders im tschechischen Lager, die dein Feinde allen mögliche!: Vorschub leisten und, wie der Minister in einem Einzelfalle darlegtc, de»: Krieg verlängern. Offenbar sind bei unserem benachbarten Bnrckesgenossen die Friedensschreier und Kriegsverlängerer noch zahlreicher und gefährlicher als bei uns. Czernins Enthüllungen geben uns mancherlei zu denken. Die Ueöerzeugung muß sich bei uns verstärken, daß Festigkeit und Entschlossenheit beu Frieden besser fördern, als Entschließungen, die leicht auf die schiefe Ebene solcher den feindlicher: .Hofsmlngen entgegenkommenden Msichten geraten. Wir wollen gewiß nicht mit überflüssigen, hochtönenden Kundgebunger: unserer deutschen Ansprüche den Voge:: überspaitnen, aber »vir dürfen auch »:ickit die Meinung aufkommen lasten und stützen, daß wir, je länger der Krieg daure, nur un: so eher zu Verzichten geneigt seien. Der österreichisch.«,igarische Tagesbericht. Wien, 2. April. (WTB.) Amtlich wird v-erlauttmrt: Nichts zu melden. Der Chef des Generalstabes. Graf Lzernin über eine Anfrage Llemenceaur vor der Offensive. W i e n, 2. April. (WTB.) linker der Führung des Bürgermeisters der Haupt- und RZidenzsdadt Wien erschienen heute die Mitglteix r der Obmännerlönferenz des Wiener Gemeinde- rates beim Minister des Mutzern. Bürgermeister Tr. Weißkirchner riclüete an den Grasen Czeruin eine Ansprache, woraus Graf E zernin »nie folgt antwortete: Ich bin sehr gern bereit, aus die mir von Seiner Exzellenz dein Bürgermeister gestellten Fragen zu antworten. Bevor ich mid> bat eiuzeluen geschlossenen Frieden zulvenioe und i>n O^enaueren über die Details spreche, möchte ich auf icnte Ausstlhrnngen des Pr äsidenten der Vereins gten Staaten zuriickkoinmen, worin er meine au: 24. Januar in: östarreichischen Delegations- ausschuß für Aeußeres gehaltene Rede bomvtwortete. In manche!: Weltte.üai werden die Redei: Wilsons als der Versuch aus gefaßt, einen K'eil zwischa: Wien u»:d Berlin zu treiben. Ich glucke das iricht, weil ich eine viel z»: hohe Meinung von den: staatsmänni- schen Blick des Präsident^: der Vereinigten Staaten l-abe, um zu fglwcken, daß er eines solchen Gvdar:ka:ganges fähig toäre. Wilson sagt sick» aber viellcick-ft. daß Wi-en ein günstiger Boden, ist, um dort das Sanventbar des allgemeinen Friedens hinein- zu legen. Zur Autwoet des Präsidmten kann ich nur saga:, daß ich für sehr tverwoll halte, daß der deutsche Reichskatrzler in feiner ausgezeichnteta: jRede von: 25. Febrüar »nir die Wittert ans den: Muicke inahn nick erklärte, die vier raat Wilson in seiner Rede an: 11. Februar enttoickeülen Grnücksätze seien die Basis, mif ivelchier der allgomeme Frieden erörtert werden kömre. Ich stimme den: vollboinuien bei, die vier Punkte des Präsidenten sind die geeigneten Grinrdlagen fiir den. Eintritt in eine Diskussion über, einen allgemeinen Frieden. Gott ist »nein Zeuge, daß nnr alles versuchten, tvas nköguch war. um eine »reue Ossarsive zu ver-> melden. Tie G»:temte wollte nicht. Clemeuceau fragte einige Zeit vor dem Beginn der Westoffensive bei mir an, ob ich zu Verhandlungen bereit sei und auf tvelchcr Basis. Ich habe sofort im Einvernehmei: mit Berlin geantwortet, daß ich hieran bereit seit: nd gegenüber Frankreich kein Friedenshindcrnis erblicken könne, als den Wlirnsch Frankreichs nach Elsaß-Lothringen. Es tourde aus Paris geairttvortel, auf dieser Basis sei nicht zu vcr- haudeln. Taraushiu gab es keine Wahl mel-r. Das getvaltige Ringen im Weste»: ist bereits entbrannt. Oesterreirfyisch-iengarische und deittsche Truppen käurpsci: Sckmlter an Schulter, wie sie zusammen in Rußland, Serbien, Rumäniar und Italien gekämpft haben. Wir känipfen vereiitt zur Verteidigung OestienAÜch-Üngarns und Deutschlands. Unsere Armeen »oerde»: der Entente beweisen, daß die fraitzösischa: i:nd italienischei: Aspirationeil auf unsere Gebiete Utopien sind, die sich furckstbcrr räche:: tverden. Tie Er- klärmrg aber ffir i>as an Wahnsinn grenzende Vorgehen der Ententemächte liegt zum größten Teile in getvissen Vorgängen in unserem Hinterla?ldU worauf ich noch zurückkommen werde. Was i m m e r auch komme, wir geben Deutschlands Interesse nicht preis, wie cs uns nicht im Stiche lassen tvird. Tie Trerie an der Donm: ist nicht geringes als die deutsche Treue. Es ist 'nicht meine Schuld, daß sich Rnmäiuen nicht gleicl-zeitig mit Rußland an da: Friedeirstisch setzte. Von Rußland verlangte ich keinen Quadrntineter, Rumänien versäumte die günstige Kon- siiellation. Sck>utz und Förderung der cminait loichtige»: Handels- fchisfahrt auf der unteren Donau sowie die Sicherung des Eiserne»! Tores werdet: gewährleistet duvchl Vorschiebung der Grenze bis auf die Höhe von Turn-Severin, durch die gegen einen Pachtsck)iillittg von jährlich 1000 Lei auf .30 Jahre erfolgte Pachtung der wertvollen Werftanlagen bei dieser Stadt scnnt dem zwisck>en dieser Werft und der i:eue»: Gre»:ze gelegenen Userkreisen, endlich durch Erlangung des Pachttcckbas aus die Jtrseln Ostrovu, Mare, Corbu, Sine-anu. Mit der in: Raume der Petrosenher .Gohlertgruben um mehrere Kilometcr nach Süden ers'Kgten Grenzverlegung, welche am Szurduk-Paß auch den beherrschenden Punkt Laiirix in unseren Besitz bringt, ersckieiitt daS K'ohlenrevicr besser gesichert. Nagys- zeben Und Fogaras erhalten eine in: Turchschuitt 15—18 Kilometer breite neue Sicheruugsgrenze. ?ln alle»: Pässei:^ vo>: Dedartung- so bei Predeal, Bodza, Gvin-.'s, Bekas, TölgyeS, ist di ? neue Grenze so weit auf rumäuisch 'u Boden >'nlegt, al?' es militärische Gttacke lürford-ern. Tie Dreiländerecke fällt uns zur Grcnw zu, woinit die Möglichkeit einer gesicherten Verbindung zwischen Ungarn und der Bukowina gegeben ist. Tie Verschieb:n:g der Grenze östlich von Ezernowitz soll die seindlichdn Angriffen bisher prei^gebebene Lairdeshanpstadt der Bukowina gege»: feindliche lieber fälle wirksan: schützm. Ich nehnie den .Bleistift zur Hand und rechne nach, mit welchen ffrrchi'baren Frwderirnga: die Staaten der Erde aus diesem Krieg hervor gehen tverdon. .Ich, frage mich vergebens, wer bei lveiterec ft.ier R üstuugSkvu kurecnz die ncilitärischen.Llus'- lagen nürd d?cka: könnar. Ich glmcke nicht, daß irgendein Staat in der Lage sein tvird, nach diesem Kncge ehrlich mehrere Milliarden für die durch de.: Krieg so bedeutend erhölstei: militärisch?!^ Bedürfnisse anszugrbal. Ich.glaube vielmehr, daß die füraitsietlo vis major die Welt zu einem internationalen K o m =» prvmiß über die Herabsetzung der Rüstungen zwingen tvird. Rumäiriens Znktnist liegt int Osten. Weite Gebiet« BessarabieuS sind von nimanischer Bevölkerung bewvbnt, 'und »nanch-e Anzeichen deuten darauf hin, daß diese ruucknisck>e Bevölkerung einen argen .Anschluß au tlkumänien wüirsckiit. Wam sich Rumänien ans eina: offenen, ehrlichen und freundsck)astlick-a: Fuß mit uns stellen tvird, so lvcrden nrir nichts dagegen haben, jenen mis Bes so ra bien kommardcn Tender^en attgogen zukomiuen. Und nun zu S e r b i e n. Wir mifföi, daß in Serbien der Wunsch zun: Frieden groß ist, icbiocfj- das Land durch die Entente-Groß- machte gehindert tvird, da: Frieden zii: schließen. Bulgarin: inuß gewisse, von Bulgaren bewohnte Gebiete erhaltai, aber wir wollen Serbien nicht vernichten, nicht zcrtrüm- ment. Wir 'würden einen engeren nßrffck-afflichen Anschluß Serbiens a»r uns nur begrüßen. Ich verstcckic nicht, den Frieden -zu erbetteln, nicht, ihi: mit Bitten und Klagen hrrbeizuführen, sondern ihn durch unser moralisches Recht und unsere physischen Kräfte zu erzwingen. Ick toerdc ans diesen von mir angeschlagenen Woge rücksichtslos fortsch.-eiten und den Kampf mit jedem anffrehmen. der sich mir bebet in den Weg stellt. Wir »verdat uns durchsetzen und vielleicht ist die Zeit nicht mehr ser»r, wo »mr auf die letzten Jahre zuriickblicken tverden tvie auf einen langen, öden Raum. Die Hof fu u ug u n ser e r Feinde, •auf den endgültigen Sieg gründet sich nicht niehr bloß auf militärische Erwartungen und die Blockade. Tie den Krieg verlängernde Hofffcnng unserer Gegner snid vielmehr zum großen Teil unsere, inner pol: tischen Verhältnisse )uü> welch grausamer Hohn — gewisse politische Führer, nicht zuletzt im tschechische:: Lager. Vor k::rzan »varen nur. tvie scho»: erwähnt, nahe daran, iu VerlMidlüngen mit bat Westnckch:at zu treten, Ta schling plötzlich der Wind um ünd, »vie wir genaax wissen, beschloß die Entente, es sei besser, noch ziu chartm, dant die Pariam>entarischien sund Politischen Vorgänge bei uns l'ereckMgti'N zu der Hosft:ui:g, daß die Monarchie halb »vehrlos sein faerbe. W e l ck' furchtbare I rau k! Unsere Brüder und Sölpw kämpfa: tvie Löwe»: mir bem Sch,lacWelde. Millionen von» Mauner und Frauen iu: Hirrterlande trage:: lxwoisch ihr bartet Los. Ich hätte über diese traurigen Fälle viel lieber in den Delegation na: gesprochen, aber die jetzige Eiuberufftug der Ausschüsse hat sich als unntöglich ertviesen, und ich kamt nicht warten, ich muß nächster Tage zurück nach Rumäuieu, den Frieden beenden, und bei dem laubsameu Verlaus, den bisher die FriedeuSvcrbandlnngar nehmen, wc:ß ich nicht, »vie lauge meine erzwungene Mwesenheit darteru wird. Wir werden auch diese Schrvierigkeiten besiegest, bestimmt, aber die, die nicht so handeln, laden eine furchtbare Veraut»vottung auf sich. Sie smd der Grund, daß »veitere Ta»t- sende unserer Söhne fallen, das Elack a^daneri und der Krieg sich! forlfcUeppt. Ojtrant ihura: »ticht vor dieser Verantwortung ? — Rieiuaud behmiptet, daß die österreichische Verfassung nicht vcr- bessernngssähig wäre, und die Regierung ist gern bereit, genteinsam mit den übrigen kourpetenten Faktoren Scliritte zu tun. sie zu revidieren. i i ist bie Kriegsauleihe. Das ganze deutsche Volk mit seiner ArbeiSs- und Wirtschasiskrast bürgi für ihre Sicherheit. Die Stimmung -er Truppen im Westen. Berlin, 2 April. (WTB.) Die siegesfrohe und zuversichtliche Stimmung der deutschen Truppen hat unter dem am 27. eingetretenen W i t t e r u n a s u m sch l a g, der kaltes und stürmisches Regenwetter brachte, nicht gelitten. Gegen Nässe und Kälte schützen sie die erbeuteten ungeheuren Vorräte an englischen Mänteln, Jacken und Zelten, während die reichen vorgefimdenen Lebensmittel, die überall in großen englischen Armeedepots aufgestapelt waren, die Verpflegung auf das vorteilhafteste ergänzen. Diese unerwartet reiche Beute an Lebensmitteln läßt die Truppe zum Teil völlig wie aus dem Lande leben, so daß die eigenen Borräte für spätere Zeit gespart werden können. Zerstörungen der Artillerie. Berlin, 2. April. (WTB.) Tie Bahnhöfe von Com- piögne und Soisfons sowie die Unterkünfte in der dortigen Gegend wurden ausgiebig mit Bomben belegt. Ter Bahnhof Eompiogne selbst und die Bahn Clermont — Amiens liegen dauernd unter deni schweren derüschen Fernfeuer. Die Kathedrale von Noyon, von den Franzosen, in Brand geschossen, steht in Hellen Flammen Nach der Zerstörung der Kathedrale von St. Quentin und der im französi- tchen Feuer dauernd ^rnehmenden Beschädigung der Martins-- kirche in Laon ivird uuu'a Uch diese altehrwirrdige Kirche das Opfer französischer Gvmmten. ,Am 1 . April versuchte der Feind zwischen Montdidier und der Matz wiederholt in dichten Massen zum Angriff vorzugehen. Rechtzeitig einsetzendes (deutsches Vernichtungsfeuer hielt 'sine Infanterie kurz nach dem Verlassen ihrer Ausgangsstellung nieder und zlvrnrg die aus der Straße vvrfcchrenden feinbfirfycnl Panzerwagen zu schleuniger Umkehr. Ein gegen 7 Uhr abends wiederholter feindlicher Llngrifs wurde unter besonders starken Feürdverlusteic abgewiesen. Tie Festung Boulogne wurde von deutschen Flugzcug- geschwader ausgiebig rnit Bomben belegt. -.In der Gegend von Oberes brachte ein deutscher Jagdflieger Wnf feirrdliche Fessel- txrllone innerhalb zehn Minuten brennend zum Absturz. Irrst sämtliche bisher in die Große Schlacht im Westen geworfenen englischen Divisionen *— es sind bereits über 40 — haben stark vermischte Verbände. Ohne Rücksicht auf ihre Zu- gehörignät zu Bataillonen, Brigaden nsw. werden aus den Tivi- swnsresten eiligst neue (Formationen zusammengestellt, zu deren Verstärkung bereits Ne krntendepols ännd Arbeiter- formationen herhalten müssen. Seit der neuen Kriegserklärung von Versailles brach auch neues Elend über Frankreich herein. Täglich sinken Städte, Dörfer und Ortschaften mit historischen Bcntten im Granat- teuer englischer und fvanzösischer Geschütze zusammen. Ein bliihen- des, bisher vom .Kriege verschontes Land lernt die Schrecken des .Krieges kennen. Zu den tausenden Menschenleben, die bisher dem Geschützseiler der Entente zum Opfer fielen, gesellten sich Hnriderte neuer Opfer. Bon den Engländern in rücksichtsloser Hast evakuiert flüchten bmweinwärts Frauen, Kinder, Greise, deren Wolmstatten britische Bundesgeiwssen plündern und zerstören. Auf dem Schlachtfeld aber müssen Frankreichs letzte Jahrgänge für englische Zwecke verbluten. ^ Die Franzosen wüten gegen die eigenen Städte. Ber 1 in, 2. April. (WTB.) Tie Beschießung Laons seitens fc« Franzosen hält eit. Seit dem 31. März abends bis zum 1. April rvnuittags erhielt die Stadt allein weit über 300 Schuß schweren Kalibers. Die MartinSkirckie ist bereits stark beschädigt. Die Siim- ntung der fvairzösffchen Einwohnerschaft, die täglich durch die Ge- 'cholie ihrer Landsleute schwer zu leiden hat, ist verzweifelt. Znr Beschießung von Laon. Berlin, 2. April. (WTB.) Tie Franzosen ergingen sich we- lgen des beklagenswerten Zufallstreffers auf eine Kirche in der 'Festung Paris in maßlosen Beschimpfungen der Deutschen. Sic glaubten in .diesem reinen Zufall ein willkommenes Propaganda^ thema gefunden z-u haben. Am Ostermontag beschädigten sie bei der Fortsetzung der Beschießung der nur neun Kilometer hinter der -eutschw, Front liegeirden Stadt Laon mit über 300 schweren 0-ranaten erneut 'die M a r t i n s k i r ch e und verschiedene Stadtviertel schwer. Ein TrauerzNg von vielen Personen, die einen Mitbürger .zur letzten Ruhe begleiteten, wurde vor der .Kirche von den verderbenbringenden Geschossen der eigenen französischen Lands- Leute getroffen. Sie richteten ein grauenvolles Blutbad an. Elf Leidtragende stürzten tot nieder, vier weitere französische Bürger wurden schwer verwundet. Tiefe Tat vermehrt weiter die Todesfälle, die sich infolge der wiederholten Beschießungen französischer und bckgischer Städte aus englischen und französischen Geschützen bereits zu vielen Tausenden steigerten. Tie Besch iesmug des Lichen- zuges von Laon 'durch die Franzosen ist ein würdiges Gegenstück zur Beschießung der Ostender Kirche durch die Engländer. Au- Paris. Berlin, 2. April. In der Festung Paris herrscht infolge t>er fortgesetzten Beschießung durch das weittragende Geschütz hnllose Verwirrung, die einer Panik gleichkommt. Tie Bachihöft und Tvansportanstalten werden von Menschen gestürmt, die die Stadt verlassen wollen. Tie Regierung will und kann aber den Wünschen des Publikums nicht entsprechen, da es an den nötigen Transportmitteln fehlt. Foch bürgt für Amiens. Paris, 1. April. (WTB.) Reutermeldung. Unterstaatssekretär Abrami teilte in den Wandelgängen der Kammer mit, General Foch habe erklärt, es sei jetzt wegen Amiens nichts mehr zu fürchten. Er sei bereit, für Ami-errS zu bürgen. Erhöhung dcr Dienstaltcrsgrenze in England. Amsterdam, 2. April. MTV.) Wie ein hiesiges Blatt auS London erfährt, teilen die „Times" mir, daß das Kabinett davon abgesehen hat, das Unterhaus vor dem 9. April zusammen- znrufen. Inzwischen wird eine neue Kriegsdienstbill vorbereitet. die die Dienstaltersgrenze vom 43. aus das 50. Jahr erhöht. * Englische NahrungsniiLtelforgen Be r l i n , 2. April. (WTB.) Auszüge aus erbeuteten englischen Soldatenbriesen: B i r m i n g ha m , 27. 2. 18. Tie Zustände bei uns sind schrecklich. Es gibt kaum noch Lebensmittel zu kaufen. Es ist erstaunlich, wie arme Leute überhaupt noch lebet: körmen. Perth, 11.3.18. Es kostet unendlich Mühe, irgend etwas Eßbares zu erl-alten. Wie soll das in nächster Zeit werden. ..... Glasgow, 11.3.18. Das Geschäft geht miserabck. Die Le- bensmittelbeschaffung^ ist eine Höllenarbeit. Bradford, 11.3.18. Tie Zustande werden jeden Tag schlimmer. 2 e i c e ft e r > 1. 3.18. Man steht stundenlang in langen Reihen. «doch vergeblich, da alles ausverkaust ist. Wir hatten heute nur Tee als Mittagseisen. P t ei ftoii, 24. 12.1917. Wir armen Leute haben jetzt wirklich genug ansgehalten. Der Krieg muß mp hören. Rock Jsland, Canada, 3 3. 1918. Wir müssen große Mengen Oebensinittel nach Europa schicken, damit die Engländer nicht verhungern.. Mrer auch in Amerika ist schon alles knapp. Tie amerikarrisckwn Truppen schttnen den Anforderungen in Frankreich nicht gewachsen zu sein, llnsere Krftgsaussick-ten sind erschreckend düster ^ Die Hilfe der Amerikaner. London, 2. April. (WTB.) Ms Ergebnis eines Meinungs- austauschies zwisckMi dem englischen Premierminister und dein Präsidenten Mllson, von Erörternden zivischen dem Kriegs'ekre- tär Baker, der vor einigen Tagen London besuckIte, und Lloyd George, Balfour und Lora Derby sowie von Bevatungon in Frankreich, an ldenen Gmeral Pershing und der ständige militärische Vertreter der Verein igten Staaten bei dem Obersten Kriegsrat, General Miß, teilgenommen batten, ist man zu wäl/ägen 'Ent- schließimgen gelloimncn, kraft dessen starke Strcitkräftt ausgebil, betet Leute der aanerikianisÜMir Llrmee zur Uitterstützimg der Alliierten in dein gegen) värtiirm Dampft verwendet werden können. Die.Regiierutlg unseres cM-ßeii Alliierten i;n Westen ivird ivahreud der kommenden gefäl/rlichen Monate nicht nur eine große Anzahl amerikanischer Bataillone nack) Europa senden, sondern sie l)at auch erng ewilligt, daß amerikanische Regimenter, welche nicht in amerikanischen Divisionen ver- wendetwerdenkönnen.mitfranzösischenundeng- lischeu Truppenteilen zu Brigaden vereinigt werden können, solange dringende Notwendigkeit dazu besteht. Auf diese Weife können Truppen, die noch nicht genügend auSgebildet sind, um als Divisionen und ArnALkvrps zu kämpfen, Teile von rollmlAgebikdeteu Divisionen bilden., solange, bis sie ihrc) KriegSausbildaing vollendet haben und General Pershing sie zur- Aufbaunng einer crmerikatrisckM Armee heranMziehen wünscht. Tie Vorkehrungen für die lleberführimg dieser hin^ukomuumden Streit - kräfte werden setzt vollendet. Bei diesen ganzen Erörterungen l-at Präsident Witsiou das eiftig^ste Bestreben gezeigt, alles möglich zu tun, nm dei 7 Mliiertau beizustehen und nichts zu unterlassen, wodurch er hierzu beitvagen körmte. Obwohl diese Entschließung von wesentlicher Bedeutun-g für die Auftech,^haltung der Stärke der Alliierter in den n^ächstün.Monaten sein wird, ivird sie doch kein es wegs ibitie Nottveüdigkeit weiterer Maßnahmen für die Aushebung srisch'r Trupperr in der Herrnai. aus die bereits hincp.'wiesen! wurde, vermiudcrir. Ties wird gleich jetzt erklärt, iveil der Prcmier-i minister der Ansicht ist, daß die Beharrlichkeit, mit der die Vereinigten Staaten diese -softriige in der .Tat unentbel-rliche Beihilfe zum Siege dec Sackte der Alliierten gewährt haben, rückhaltslos vom englischen Volke anerkannt werden sollte. DaS ruffisch-rnmänifche Abkommen. Basel, 2. ?lvrik. Wie Havas aus Paris meldet, bestätigen die Zeitungen >aus osfizieller Quelle den Abschluß eines russisch - rumänischen Uebereinkommens Mis folgender Grundlage: 1. Räumilmg von Bessarabien durch Rmnänien innerhalb von ttvei Monaten, 2. Austausch der GefMrgenen, 3. Ansftllw des in Bessarabien befindlichc-tr Heberschusses an Getreide nach. Rmnänien. Serbien. Korfu, 31. März. (WTB. Nichttnntlich) Jü eftrer in der Sllrpschtmad verlesenen klninisteriellen Erklärung betonte P a s ch i t s ch nach einer HavasmÄdung, daßSerbren seinen Alliierten bis ans Ende treu bleiben werde. Ter Friede könne kein dauerhafter sein, solange die unter deutsch-ungari^ scher Tyramrei befindlÄM Böller dieses Joch nicht abgeschüttelt halten. Tie Erklärmrg wurde einstimnrig angenommen. Nach ihrer Berlesrmg wurde eiere Mresse an das frmrzösisch.' und englische Parlamerrt einstturmig beschll>sscn, in der ihnen aus Anlaß der Anstrengungen der foanzösiscki>-,cnglischen Heere, die in dieser tvalch» scheu Sttlnde die Freiheit des Kensrnd Glückwünsche >lles serbischen^ Parlamentes ausgesprochen werden. Ein griechisches Strafverfahren gegen König Z^onftantin. Basel, 2. April. Wie Reuter aus Athen meldet, hat das Kriegsgericht auf Grund der Klage des Staatsanwalts das Strafverfahren gegen den früheren König Konstantin angeordiret. Türkische Auszeichnungen für Hindenburg unh Ludendorff. Kon stan tinopel, 30. März. (WTB.) MÄdiung der Agence Mrllr Anläßlul; der an .der Westfront in der letzten Zeit errungenen Siege hat der Sultan dem Geireralftldmarschall tfon Hindenburg den Meschidieorden in Brillanten mit Schwerternj und dem General der Infanterie Ludendarfs den Jftilmtordgn in Brillanten mit Schwertern verliehen. Auszeichnung des Rittmeister» Freiherrn v. Richthofen. Berlin 2. AÄrÄ. Dem Rittmeister Freiherrn v. Richt- ho sen wurde vom Körrig von Preußen in Anerftutrung seiner besonderen Leasllcngen der Rote Adlervrden 3. Kl. mit der .Krone Und SkAverttru Verlrehen. * Gkue Veröffentlichung Lloyd Georges. London, 1 . April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bn- rsauS. Lloyd George veröffentlichte eine ErllLrmig, in der er sagt, daß die Berhäkttnsse sich nach den äußerst krittsckien An- rvngslaeai gebessert hätten. Der Kamps sei jedoch noch im Aw- san^Ssrad«m. Es könne noch nicht gesagt werden, wie er ailslausen werve Das Kabnrett sei vom ersten Tage an in Verbindung mit d«n- .Hauptquartier und der ftanzösischen und amerikanischen Re- nitvmvq -ewesen. Um den unberechenbaren .Vorteil einheitlicher Führung beim Feirrde auszuheben, sei General Foch in llebereiikstt mmnng mit dem engliscl^mi und sttruzösischen Ober- befeNsbaber von der englischen, französischen und amerikanischen ReUMrrrng mit der Lerttcng der gesamten Armeen an der Westfront behaut worden. Airher den Schritten, die geschehen seien, um den unmlltelbaren Interessen des Augenblicks entgegenzukommen, wett>e 7 roch eine gewisse Maßnahme iwtwcnbig ftm, die beon tv s^t lärrgerer tZert für den Fall bedacht worden sei, daß Berh«ttnsse wie die jetzi-eir errttreten tvürden. Wie auch der Aus- der Schlacht sein möge, das Land müsse Mt ferne re rt| Opfern bereit sein, um den Etidsieg zu sichern. Tie ersorderlickun Pläne würden, vom^ ^dabürett sorgfältig vorbereitet und beim ftnUnnm&ttnit dfts Parlamritts bekcmntgegeben werden. Der Seekrieg. Neue U-Voot-Erfolge. Berlin, 1. April. WTB. Amtlich.) Einer unserer U-Boot-Kommandanten, Kapitänleutnant Wenninger, hat im westlichen Teile des Aermelkanals sechs Dampfer und einen Segler mit zusammen über 22 000!B r. -R. -T. vernichtet. Fünf der versenkten Datnpfer wurden aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer „Lady Gory Wright", 2316 Br.-R.-T., mit Kohtenladung, ein englischer bewaffneter Dampfer vom Einheitstyp von etwa 5500 Br.-R.-T., ein mindestens 7000 Tonnen großer bewaffneter Dampfer und ein Tankdampfer. Der Segler war der französische Raa-Schoner „Fileur". Der Chef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 2. April. Neue U-Bootserfolge im Sperrgebiet um England: 19000 BRT. Durch die Versenkung wurde hauptsächlich der Kriegsmaterialtransport des Feindes im nördlichen Teile des Aermelkatrals betroffen. Vier tiefbeladene, bewaffnete Dampfer fielen dort einem unserer U-Boote unter Führung des Kaprtänleutnants Wassne r zum Opfer. An der Ostknste Errglands wurde ein armierter Fischoatttpfer, wahrscheinlich Bewachungsfahrzeug, von einem U-Bvot im Artilleriegefvcht in Brand geschossen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. 'Die vier versenkter: ticfbeladeuen Darnpser enthüllen aluh dem Laien d«: engen Zusammenhang, der ziwtscheir der Arbeit imserer U-Boote 1777k den Plänen der Oberster: Heeresleitung besteht. Die U-Bovte rrnterscützen vvn der See her rrnsern großen Advgriff im Westen, indem sie Englartbs Schiffsverbmbrcngen in den 3Hfefen fallen. Nehmen mir an, dir Oadmrg der vier Dampfer hätte aus 10,5-Zentimetcr-Gv«mten bestandcm, deren jede etwa 16 Krlogr. wiegt, und jedes Schiffs hätte nur 4500 B.Mt-D. im Durchschnitt gefaßt, so wären rund 1,7 Millionen Schuß, also Munitior: für ein ganzes Trommel jener in die Tiefe gesunken und von deutschen Soldaten abgewendet. Doch sollten die Dampfer, wie anznnehmm ist, nicht rmr Munition, sondern auch Geschütze oder Lebensmittel an Bord geführt habor:. so wäre der Sck>rdrn für die Feinde nicht geringer. Mit einer solchen Ladung Brotgetreide reicht z. B. ein feindliches Heer von einer Million Stärke rrach deutschen Sätzen gut ein Vierteljahr lang. -Lngriff auf einen Geleitzug von \9 Schiffen. Kopenhagen, 2. April. (W. B.) „Berlingske Tidende"' mellet aus Kristiania: Ein Handelsgeleitzug aus neunzehn Schiffen auf der Reife von Englmd nach Nonvegen nmrde von deutschen U-Boot eil angegriffen und, obgleich er von Torpedvjägern und Torpedobooten begleitet war, acht Seemeilen von der rwrwegischen Küste mit Torp^os beschossen. Einer davon traf den Twrwegischcn DaiTrpftr „Bafoß", der sofort unter einer lieftigen Explosion sank. Vier Heizer wurde:, getötet und vierzehn Mann von einem Twrwegischen Torpedoboot ausgenommen. Ä^ich ein englischer Hilfskreuzer wurde versenkt; von dessen Besatzung kamen viele um. Von den nenuz^lm Schissen des Gelertzruges s: 7 Ü> fünf auS Norwegen, die übrigen ans Schweden. \ Berlin, 2. April. (Priv.-Tel.) lieber die dtachricht aus Kristiania betteffend den Angriff auf eitren Geleibzug ist an amtlicher Stelle nichts bekannt. Beschießung des HasenplatzeS auf Thera. B e r l i ü, 2. April. (Priv.-Tel.) Zu der Reutermeldiuna aus Athen betteffend die Beschießung des Haftnplatzes auf Thera ist zu melden: Ein U-Boot versentte am 26. März vor Tl-era, einer Insel 77 vrdlich Kreta, einei: vor Anker liegenden Segler. Tas U-Boot setzte Leute an La:ü> und versenkte zwei am Kai liegende Segler mit Spreugpatrvneti. Außerdem wurde ein Hebe» krau von 10 bis 15 Tonnen Tragfähigkeit von der Hasenmole ir:S Wasser gestürzt. Tie Bevölkerung sah das U-Bvot zunächst als ein freundliches cm, flüchtete jedock) nach bftr Sprengung in die Berge. Nach der Leute-Einschiffutrg wurde das U-Boot vom Lande mit einem Mat'chinengewehr be,ckwssen. Nach zahlreichen unschädlict>m Treffern in den Bootskörper tauchte das U-Boot. Tie in den Reutermeldiungen genannten zwei Toten müssen sonach, sofern ft* überhaupt vorhanden sirrd, an Land getvesen sein. Aus dem Ueiche. Aus der 5iolonialverwaltung. Berlin, 2. Aprü. stWTB.) Der crsbe Pressereferenä der Kolvnialverwaltnng seit deren Erlclnmg zu einer selbständigen Reichsbehörde, Rogierungsrat Hans Sachs, schied, wie wir hören, nach zwölfjähriger Tätigkeit zu:n 1. Llpril aus diesem 9ieferat ans und wurde unter gleichzeitiger Ernenniuig zum 6 >ehein 7 en Regierungsrat von Staatssekretär Tr. Solf als Referent in der, maerm Bereick) der ®dj|upgebietsverroallnng berufen. Tas Presse- reserat des Reichs-KDlo77:ala 777 ts ül>ernahm der frühere Haupt- sckristleiter ber „T-eutsch-Ostafrikanisck>en ZeitN7ia'ß Dr. Zint- g r >a f. ^ Der Reichskanzler. Berlin, 2. April. (WTB. Amtlich.) Die „Norddeutsche m* Pmern'e Zettung" nrelfeet: Reichskanzler Tr. Graf v. Hertlingl A dvn emn leichten Unpäßlichkeit nüederhergestellt und hat seine Anttsgeschäste in vollem U 7 nfange tvieder üüer 7 wmmen. Berlin, 2. April. Wie die „Nordd. Mg. Ztg." meldet enrpfing Reichskanzler Graf v. Hertling heute nachmittag deir Staatssekretär des Auswärtigen Antts Dr. v. Kühl mann zu längerem Vortrag. Aus Amtliche Ergebnisse der Landtagsersatzwnhlen. vom 26. März 1918. „ Sta r k enbu r g: 4 Wahlkreis, iWaldmichewach, Rechner Bickel, Affolterbach (Natl.) gewählt mit 919 Stimmen. 9. Wahl- kreis. Lampertl-eim, Generalsekretär Hof mann, Lorsch (Ztr) gewählt mit 1732 Stimmen. 12. Wahlkreis, Hörnsheim-Pfungstadt, Oekonomierat Dehlinger^ Weilerhof (Bund d, Landw.) gewählt mit 842 Sttmmen. Ober Hessen: 3. Wahlkreis, L3ad--Nau.beim-Dutzbach: es erlnelten: Bürgermeister D i e h l, Hochrvcisel (BMiernbund) 1060 Stimmeil, Rechtsanwalt Schröder, Frredberg (Ztr.) 601 Stim- men, Medizinalrat Dr. Vogt, Butzbach (Nall.) 559 Sttmmen, Bruno W i t t i ch , Butzbach (Soz.) 335 Sttmmen, Dr. Strecker, Gießen (Frers.) 314 Sttmmen: Stichwahl zwischen Bür- Abrmeister Diehl und Rechtsanwalt Schröder. 6 . Wahlkreis, Grünberg, Oberlehrer Tr. Werner, Butzbach (Deutsche Fraktion), gewählt mit 1261 Sttmmen. 14. Wahlkreis. Vilbel; cs erhielten: Parteisekretär N e u m a n n, Offenbach a. M. ^^^094 Sttmmen, Schreiner Schaub. Büdesheim (Wett.) lllnabh. Soz.) 650 Sttmmen, zersplittert 1 Stimme; gewähU: Parteisekretär N e u m a n n, Offenbach a. M. - - " " — A.L. JL1 _LL 1I Au» Stavt «n» Cant. Gießen, den 3. April 1918. ** Am tliche P ersonalnachrichten. Der Groß- m-rzog hat den Vorstand de§ Kabinetts, Wirklichen Ge- Heimerat Gustav Römheld M Darmstadt, Exzellenz, in den erblichen Adelsstand des GvoßherzOgtums erhoben. — Der Großherz-og hat dem Hofkichcher Adam Amelung das Di^nst- ehrenzetchen für 50 Hosdienstjahre in Silber zmn 1. April verliehen. — Durch Entschließung Großherzogtichen Ministerrums des Innern wurde der Lehramtsref-erendar Dr. Iabob Kröni ng zu Alsfeld zum Lehramtsaffessor ernannt. n rne Dochzeit feiern am Sonntag den 7. Aprrl dre Eheleute Schuhmachermeister Jakob Heimes, Marktplatz 17. ** Wurst verkauf. Der Verkauf der unterwertigen ^urst erfolgt diese Woche ausnahmsweise Donnerstag den 4 - d. M. m der seitherigen Weise. Siehe Bekatintmachung. Verkauf von Gemüsesamen. Bon Donnerstag den 4. April 1918 ab gelangt täglich vorrnittags Gemüsesamen rat Turmhaus, Brandplatz 3, zum Verkauf. Siche Bekanntmachung. ^*Ei tt sch lech t es Zeugnis für unsere Jugend. Von einigen Soldaten eines in den letzten Tagen hier durchgefahrenen Transportes erhielten wir heute einen Feldpostbrief, in dem die Absetrdcr bittere Klagen über' das Verhalten der Gieß euer Jugend ststhi^n. Halbwüchsige Burschen machen am Bahndmnm der Strecke Lollar-^-Gießen cs sich hiertrach zum Vergnügen, jeden Militärtranspvrt mit Steinen zu b-ew er fc n, so daß in einem Fall, wie die Eichender sck)reiben, einem Unteroffizier nahezu ein Mae ausgeworfen wurde. Es ist in letzter Zeit schor: iviederholt über die immer tveiter um sich greifende Verrohtvrra der Jugend geklagt tvorden. Dieser neue Beiveis von Roheit setzt aber dock) allein die Krone auf. Leute, die durch Jahre hindurch draußen ihr Leben für ihr Vaterland in die Schanze geschlagen haben, werden in der .Heimat von deutschen Kindern :nit Steinet! beworfen' Unglaublich! Es ist wohl zweifellos, daß es sich hier um dunmre, unerzogene Lausbuben handM, die besck)ckftigungsboK mtb ohne Auf- stcht nun Wotri.a treiben. Hiergegen muß aber mit den sckstirssbcn (Strafen vorgegangen werden Eltern sollten außerdeni ihre Kinder besser beaufsichtigen. Auch dürfte die durchaus glaubwürdige, vom Transpvrtsührer mit imterzeichnete Beschwerde das Jnteneffe der Polizei ev- iTTecfrm, dtp vielleicht jetzt ihre befondere Ausmerksanikeit den Wegen und Straßen am Bahrrdaumr längs der Buhn nach Lollar zu widiuet. Hessen-Nassau. ra. Camberg. 3. Thfrik. .Tie 24ohttyetüTfmrttt ^ ig fctjt".' öo.i 91 e3ii :nmg^wrcrrrsÄMg für 1918 auf 548 368 Mari fest, inrtcr Geiwl'n.,gung her seithevilgen Girckom.'merrsbeiler wm 140 Prozent und twr ÄsdriebSswrrer vmr 90 Pvozent. — GteichlzeiLigi wurden 108 000 Mark lx'willi.gt zuitt Ankauf bc$ gesamten Do- it : äiteu besi tzeS in der Stadtgemnrfimg. — ^rnuffurt a. M., 2. Ltpril. Die Polizei verhaftete in enter Altstadtwirtschaft einen ,, Matrosen", der sich als ein seit Monaten gesitchtcr Verbrecher entpuppte und nur die Uniform trug, um „sicher" zu sein. Der Verhaftete hat neben anderen. Straftaten auch einem Mädckicn unter dem Vorwände des HeiratS- versprechcns'. 12 000 Mk. abneschwiridelt. --- Frankfurt a. M.. 2. April. Ms Mörder des Kraftfahrers Adolf F ü l l verhaftete die. Berliner Polizei zwei seit langem fahnenflüchtige Soldaten, den 18jährigen Fabrikarbeiter Otto Schön fcld aus Berlin und den 18jährigen Schlosser Ludwig Oswald aus Eisenach. Beide hatten sich bereits monatelang in Belgien stehlend herumgetrieben und liehen sich auf einer Feldstation von Füll, der einen Wagen Altgummi nach hier zu *UV, begleiten hatte, nfltnehmen. /Unterwegs erschossen sie Füll im Schlaf, bann legten sie dessen .üteidnng an und führten den Wagen, in dem sie die Leiche unter Gummi versteckt hatten, in vier Tagen nach Frankfurt. Während der Reise plünderten sie die Leiche vollends aus. Bon hier reisten, die Mörder in Begleitung zweier Mädchen nach Berlin. Eins der Mädchen verriet den Ausent- l-alt der Burschen, worauf Samstag früh ihre Verhaftung erfolgte. Tie Mörder haben bereits ein volles Geständnis abgelegt. =■ K>as-sel, 2. April., Landrat von Gehren in tzo-nr- berg (Gfze) itnrb zum 9dachjs!l>l.ger des bisperi-gen Landeshauptmannes Freiherrn Riedesel zu Eisenbach von dem Lan- deSaussckjiuü als neuer Landeshauptm^ann für deu Regierungs- be7?irk Kassel präsentiert werden. Zum Vorsitzenden des knr- hessischen Kommuuallcrndtags ist an c-teile des verstorbenen Kammer Herrn von Papp-enheim Landrat von Keudell zu Esch.wege in Aussicht genommen. Fc. Marburg. 2. April. Der Senior der Juristenfrkultät der fneftgen Unipcrsitüt, Professor Dr. Enneccerus, vollendete am 1. April das 75. Lebensjahr. Der Gelehrte gehörte lan^ Jahre dem Reichstage irrtb dem preußischen Abgeordnetenlianse als Mitglied der Nation allibevaleir Fraktion an. Seit dem Jahre 1874 ...■am»* iiMiwui mn r-r-rr it i i ~nir"~ K"-. Am 7. März fiel im Kampfe für sein Vaterland nach 43monatiger, treuester Pflichterfüllung unser lieber Bruder, Schwager, Neffe und Vetter Heinrich Fischer, slud. theo!. Leutnant und Komp.-Führer im Res.-Ers.-Inf.-Regt. 2, Inh. des Eis. Kreuzes u. der Hess. Tapferkeitsmedaille, im Alter von 25 Jahren. Im Namen aller trauernden Verwandten: - Familie Krautwurst. Gießen (Wiesenstraße 1), den 3. April 1918. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 22. März 1918 nach 3 3 / i jähriger treuer Pflichterfüllung unser innigstgeliebter Sohn und Bruder der Oberarzt d. R. Dr. Gustav Schmidt Bataillonsarzt im II. Infanterie-Regiment 452 Inhaber des hess. Kriegsehrenzeichens in Eisen, des Eisernen Kreuzes II. KL, des hess. Sanitätskreuzes am Bande der Tapferkeitsmedaille, des mecklenburgischen Kriegsverdienstkreuzes. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: Margarete Schmidt Langsdorf, den 2. April 1918. Wilhelm Schmidt. Danksagung. Für die uns in unserem grossen Leid in so reichem Masse erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer geliebten Mutter ift er ordentlicher Professor an her hiesigen Universität uno gehört seit dieser Zeit dem hessischen Kommunallanoiag au uno ul long- jälyngeö Mitglied des Provinzial rates der Provinz Vepen Nassau, ©cricblÄtaal Landesverrat. Berlin,2. April. Durch Urteil des auderocdcntlrcheir Knegs> gerichtes in Bremen oom 26. März d. Js. wurde der .Schloss« G. Bunt in Bremer toegen vollendeten L a nd e s ve r r ates zu 15 Jahre n Zn ch t Haus und 10 Jahren EhroerllUt verurteilt. Bunk war durch einen Agentm eines berüchtigten engUichor Spionagebureaus in L>ollan^ zum Verrat an seinem eig neu Vater- lande verführt worden. Das Motiv seiner Tat war Uinglrch Gewinnsucht. Ter Mittäter sieht strenger Bestrafung entgegen. Dieser Dor>all beweist iaufs neue, das, die jeiudliche Spiouag. nach ime vor eitrig tätig ist und das; sie nicht ohne Erfolg arbeiüt leusierües Mißtrauen gegeit alle Unbekannten, die in har.nlo- ickinunwer Weise nach militärisch wichtigen Dingen fragen, in dringend er- oder militärischen Be- pionage ist nicht nur ulschen. P.e'ihL IUI. Cahn, 17er Zucht, a. verkaufen Willi. Baulke, Schiffenberger Weg 58. ü ' Ji0 Sdiönci* großer (Sorten auf dem Sand sofort zu verkaufen. Rah. i. d. Geschäftsstelle des Gien. Anz. 0544 Frau Eleonore Kehr geh. Hahn sowie der hiesigen Krankenschwester, als auch der Krankenpflegerin für ihre aufopfernde, liebevolle Pflege, besonders Herrn Pfarrer Dörr für die trostreichen Worte am Grabe auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Joh. Sleinr. Kehr. Heuchelheim, 2. April 1918. ne.LpLrPliWiM. 1 klciilts Nchbaüinbßskit I Tisch zu verkaufen 24S5 Süd-Anlaae 7. Sink! . ZnnlampQ,3grohe,gut cib.Abieilnngsv7änäe f f.(Sai£§, Geschäfte ob. 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Lebensjahr heute morgen 5 Uhr in ein besseres Jenseits Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Görlach und Familie Georg Görlach !. und Familie Heinrich Löbrich III. u. Familie. Eberstadt, den 2. April 1918. Die Beerdigung findet Freitag den 5. d. M., nachmittags 2 Uhr, statt. 0527 Am Ostersamstag erhielten wir die schmerzvolle Mitteilung, dass unser lieber Sohn, Bruder, Enkel, Neffe und Schwager Fünfziger 1S56—1906. Tie Beerdigung unseres lieben Alterskollegen Herrn Wilhelm Baiser Reinhard Kauß Andei Drei tan den 5 . Avril, nachmittags 27e Ubr, auf dein Neuen Friedhof statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 2487 Der Ausschuß. Leutnant und Kompagnieführer im Infanterie-Regiment Nr. 116, Inh. d. Eis. Kreuzes II. Kl., d. Hess. Tapferkeitsmed. u. d. Hess. Kriegsehrenzeichens, am 25. März an der Spitze seiner 12. Kompagnie im Alter von nahezu 21 Jahren fürs Vaterland gefallen ist, (ür das er mehr als 3 Jahre tapfer gekämpft hatte. Im Namen der Hinterbliebenen: Adam Kauß und Frau Philippine geb. Walz. Giessen, den 2. April 1918. Danksagung. Wir bitten ebenso höflich als dringend, von Beileidsbezeugungen jed,er Art absehen zu wollen. 2449p) Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, die zahlreichen Kranzspenden, der Kranken- schwester für die liebevolle Hilfe, sowie Herrn Pfarrer Hartmann für die trostreichen Worte am Grabe unserer lieben Heintgegangenen sagt innigsten Dank 2433 Nuiilie Wiigtllhch Alien-Buseck, den 1. April 1918. ' Plötzlich und unerwartet erhielten wir die tieftraurige, schmerzliche Nachricht, dass mein lieber, stets treu- WB Statt jeder besonderen Anzeige. I sorgender Mann, mein herzensguter Vater, unser lieber Sohwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel fJß Am 25. März fiel im Kample fürs Vaterland unser inniggeliebter Sohn und Bruder | Hans Otto stud. med. Otto Hofmann Sergeant im Infanterie-Regiment Nr. 398 Leutnant der Reserve im Reserve-Dragoner-Regiment 4, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse Hf ip Inhaber des Eis. Kreuzes II. Kl. und der Hess. Tapferkeitsmedaille. im 43 . Lebensjahre nach 43 monatiger treuer Pflicht- San.-Rat Dr. Hofmann, Stabsarzt erfullung am 29 . März sein Leben für das Vaterland lassen musste. Frau Anna Hofmann, geb. Fresenius ,1m Namen der trauernden Hinterbliebenen- Carl Hofmann, P'eldunterarzt im Sturm-Bat. IV. Anna Otto Fritz Hofmann, Fähnrich im Pionier-Bat. 25. und Töchterchen Hedwig. Heuchelheim, den 3. April 1918. Lieh, am 2. April 1918. 2477D 1 Beileidsbezeugungen dankend verbeten. 2480 D .Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, naß am 1. April mein lieber, guter Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Baiser im nicht ganz vollendeten 62. Lebensjahre infolge eines Herzschlages sanft verschieden ist. K Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Fr. Wilhelm Kaiser Wwe. geb. Petersen. Kinder. Gießen (Wolkengasse 18), den 2. April 1918. Die Beerdigung findet Freitag den j. April, nachm. 2 1 /, Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 2472 Am 1. April verschied ganz unerwartet Herr Wilhelm Baiser. Derselbe hat 30 Jahre an gleicher Stätte gearbeitet und treue Dienste geleistet. Wir werden dem Verstorbenen, der auch für uns unermüdlich tätig war, ein ehrendes Andenken bewahren. Exportbrauerei Justus Hildebrand G. m. b. H. Pfungstadt, Niederlage Gießen. lilr (lagen- und Dantikranl% von Acrzten u. ersten Auto- ritaten bestens emvfohlen, jederzeit zu haben im Bficf'orm Bmus, Ki cazplats 5. Gröstteö Lager in 12478 2490 mcheii-, Sannen n) 1 dnlifärp Neberuatime tooit Feuerbestattungen. Karl >>alrn, Löberstraste 17. Nr. 77 Zweiter Statt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) mwimbim— i— mm r.m—n—m-~- I 7 , t I m , < m r iTtrnnin «'„'.^waiiti Mittwoch, 5. April m» wmr mmmaaa^M ^ ■ « g g ^ SSSZgf !!!ggy Vorteile der Kriegsanleihe-Zeichner. Airs einem sehr interessanten Bvrtrage, den der Reichsbankpräsident Dr. Havenstein vor einer großen Versammlung in München gehalten hat, sind einige Stellen ganz besonders hervorzuheben, in denen dargetan wird, wie das Reich letzt und in der Zukunft darauf bedacht ist, den Zeichnern von Kriegsanleihe besondere Vorteile zuzuwenden. Exzellenz tzavenstein führte aus: Mir toird berichtet, daß auch jetzt wieder vielfach die Auffassung verbreitet ist, daß die Kriegsanleihe in erster Linie zu einer Vermögensabgabe nach dem Kriege herangezogen iverden soll. Die Vorhaltung, daß es eitel Narrheit sei, zu glauben, das Reich könne jemals diejenigen, die ihm in schwerster Not mit ihrem Gut geholfen, dafür noch besonders strafen, scheint bei diesen Neunmalklugen nicht immer zu verfangen; da hilft aber vielleicht, wenn man ihnen die Augen öffnet und ihnen zeigt, daß das Reich die Anleihc- zeichner tatsächlich nicht straft, sondern gerade im Gegenteil bereits bevorzugt und solche Bevorzugung auch für die Zukunft versprochen hat. Bei der Kriegssteuer kann der Steuerpflichtige seine Steuer in Kriegsanleihe zum Nennwert zahlen und hat dann einen Vorteil von 2 Prozent vor denen, die Leine Anleihe haben, und gleiches hat der S>m Reichs- schatzsekrctär auch stur die eine oder andere zukünftige Steuer bereits in Aussicht gestellt: der Kriegsanleihezeiämer, der zur Abdeckung seiner Zeichnung bei den Darlehnskassen ein Darlehn aufnimmt, braucht dort nur 67s Prozent Zinsen zu zahlen, andere Darlehnsnehmer 5 l / 2 Prozent. Und noch ganz neuerdings hat der Reichsfchatzsekretär angeordnet, daß bei den Verkäufen und Versteigerungen aus Beständen der Heeres-und Marineverwaltung sowohl jetzt wie hei der Demobilmachung nach dem Frieden, also insbesondere bei dem Verkauf von Pferden, Geschirren, Fahrzeugen, landwirtschaftlichen und anderen Maschinen, Futtermitteln und anderen Vorräten die bprvzentige Kriegsanleihe und die seit der 6. Anleihe ausgegebenen 472brozentigen auslosbaren Scyatzanweisungen — also gerade diejenigen, die auch jetzt wieder aufgelegt werden, — nicht nur wiederum zum vollen Nennwert in Zahlung genommen, sondern daß auch bei gleichen Geboten diejenigen, welche in dieser Weise zahlen, in erster Linie berücksichtigt werden sollen. Das wird sich um viele Hunderte von Millionen handeln und geht ja vor allem die ländliche 93et>ölferung an und wird voraussichtlich manchen, der bisher gerade wegen solcher späteren Anschaffung von Inventar geglaubt hat, bares Geld ansammÄn zu müssen, ^stimmen, solch kurzsichtiges Handeln aufzugeben und seine Gelder der Kriegsanleihe zuzuführen. Auch darauf, was viele bedrückt, die Sorge, ob man jetzt oder nach dem Kriege, wenn man doch das Geld braucht, seine Kriegschileihe ohne schweren Verlust wieder flüssig machen könne, will ich kurz eingehen. Die Reichsdcrrlehnskaffen beleihen jederzeit die Kriegsanleil-e bis zu 85 Prozent des Zeichnungskurses und, wie ich bereits bemerkte, mit 57s oder 5 1 / 2 Prozent, und sie werden eine ganze Reihe von Jahren, ich nehme an, mindestens 4 oder 5, rwch weiter in Tätigkeit sein. Die Anleihen siird schon heute jederzeit ohne nennenswerten Verlust verkäuflich, und kleinere Beträge bis zu 1000 Mk. nimmt jede Reichsbankanstalt jedem Zeichner, der seine Kriegsanleihe aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen muß, zum Ausgabekurs von 98 Prozent ab. Für die Zeit nach dem Kriege aber ist in Aussicht genommen, für die dann vorallssichtlich an den Markt drängenden sehr großen und loahrscheinlich nach Milliarden zählenden Beträge von Kriegsanleihen eine ganz große Ausnahmeaktion ins Werk zu setzen, und zu diesem Zweck unter Führung der Reichsbank die gesamte deutsche Bankwelt, soweit das möglich ist, d. h. soweit sie sich an den Börsenplätzen und sonstigeil Mittelpunkten des Verkehrs zu dazu geeigneten Bankvereinigungen zusammengeschlossen hat, zu einem großen Uebernahmekonsottiunt zusammenzufassen, um alle jene zum Verkauf gestellten Kttegs- ianleihen auszunehmen und die aufgenommerren Werte in einer Reihe von Jahren wieder im Inland oder Ausland unterzubringen, und ich hege reinen Zweifel, daß auf diesem Wege die Gefahr eines Kurssturzes, der mit dem iimeren Wert unserer Anleihen nicht iWlereilrstimmen und eine schwere Gefahr für die Reichs- und Staats- wie die Privatwirtschaft bedeuten würde, wirksam abge- wcndet werden wird. Landesverbands-A'.isstellring hesfljcher Kaninchenzüchter. th. Gießen, den 2. April 1918. Am Samstag fand in der Turnhalle an der Nordanlage die Er- Ssfmrng der vom Vereinigten Kaninchell^Zucht- und Pflege-Verein Greffen veranstaltete Verbands-Kaninchen-Ausstellung durch den Schutzherrn Oberbürgernreister Keller statt. Der Vorsitzende des Gießener Vereins, Rud. Rüdiger, dankte den erschienenemi Vertretern der Behörden und den anwesenden Ehrengästen für die warmherzige Unterstützung der Ausstellung. Nur dadurch sei es möglich geworden, deir Preis richten: recht namhafte Ehrenpreise zur Verteilung für die Hervorragendstall Leistullgen auf dem Gebiete der Kanincherrzucht zur Verfüguirg zu stelleil. Oberbürgermeister Keller erklärte die Ausstellung für eröffnet, er sprach dabei den Wunsch aus, daß die Veranstaltung dazu l^i tragen möge, als Belehrung und Anregung zu dienen. Die Zucht und Pflege des Kaninchens sei besonders in der jetzigen Kriegsbeil: volkswirtschaftlich von ganz besonderer Bedeutung, es sei das Kaninchen in der Vvlks- ernährung ein wichtiges Problem, und jeder, der daran mitarbcite, xnadjii sich verdient um das Vaterland. Die Ausstellung selbst bot ein schönes, zusanrnlenhängendes Bild der Kainnchenzucht. Man fand fast alle Raffen des Tieres vertreten, darunter auffallend viel durchgezüchtete Tiere. Die Ausstellung wurde von rund 4000 izahlen'oem Beftlchern besichtigt und es kam dabei jeder der Besucher aus seine Rechnung. Dcln Sportz lichter wurde:! außerordentlich gute Vorbilder ^znm Vergleich gezeigt. 'Der Tierfreuu) fand vollauf Befriedigung über das Leben und Treiben in den nahezu 500 Ausstellung s käsigen, in herum sich tue Tiere vorteilhaft präsentierten.. Die Fraueinvelt konnte sich nickZt sattsehen an den ausgestellten Felten und Pelzen die sogar teilweise verarbeitet tvarcn. Die Kinder aber freuten sich über den zahlreichen jungen Nachwuchs der Tiere und deren possierliches Treiben. Der die Ansstellung veranstaltet habende Gießerwr Verein kann aber mit deren Erfolg nach' jeder Richtung zufrieden sein. — Die Preis Verteilung hatte folgendes Resultat: Es erhielten für beste Gesamtleistuirg Ehrenpreise: Schimall-Gießen (Elwenpr. gestiftet vom Generalleutnant Klingel- höser), Bäckerrneistec Müller-Gießen, Neuenweg, (gestiftet von .Hofl. Niemann), Gastwirt Ziegler-Wieseck (gestiftet v^n Ticr/chutzverein Gießen), I. M. Abt-Darmstadt (gest. vor! Apotheker Schwieder- Gießen), Hch< Weber-Gießen (gest von Verleger Dr. Poppe-Leipzig '. Ferner wurden in den einzelnen Klassen vergeben: Ehren- und erste Preise bestehend in Geldspmden von 10 Mk. bis 7 Mk. Alttiere. Belgische Riesen, Rammler: Ehrenpr. der Stadt Gießen, Hch. Wieber-iGießen. Damen-Ehrcnpreise erhielten: F. Schniidt- G-eßen, Karl Wisl-Friedberg-Fauerbach. Vereins-Ehrenpr. erhielten Aid. Schaefer-Lich, Georg Pauli-BaL-nNauheim, .Hch*^ Deutsch»- Mainz-Monibach und Ludw. Sternbrecher-Darrnstadt. Häsinnen: Staals-Ehrenpi-.: Ad. S-chaeser-Lick und Hch. Schaefer-Gießen. Ehcenpr. der Stadt Gießen: Äug. Miiller-Bad-Nanheim. Vereins- Ehrenpr. : F.. Schmidt-Gießen, Georg Krug-Gießen uirbi Hch. Webers Gießen. Ehrenpr. K. Johansson-Gießen, Hch. Weber-Gießen, Earl Nupp-Gießen und W. MttMr^Garrchach. 1. Preis: Main Schaefer- Lich und I. Pathenschneidcw-A.rhnlgen. Häsinnen mit Jungen: Staats-Ehrenpreis: K. Johansson-Gießen. — Deutsche Riese n s ch e ck e n , Ra in ni lcr: Ersten Pveis: Fr. Fleck Arhcil ige n. Häsinnen: Verbandc'-Ehrenpr.: (s^eorg Krng-Cjießen. Ehrenpr.: Hch. Müller-Gießen (2-, Rud. Rüdiger-Gießen und Georg Krug-Gießen. 1. Preis: Rud. Rödiger-Gießeu. — Belgische L a n d kanin - che n, Rammler: Staats-Ehrenpr.: Ph. Reiß-Gvoß-Gcrau. Verl- bcrntt-s-Ehrenpr.: M. Eckerl^Darrnstjccdt. Häsinnen z Tainou-Ehren^ preis: M. Eckerl-Darmstadt. — Weiße Riehen, Ramncker: 1. Preis: Hch Müller-Gießen und Earl Luh-Leihgestern. Häsinnen: Ehrenpr.: Carl Luh-Leihgestern. Häsinnen mit Jungen: Mrenpr. des Kreises Gießer:: D. Bindewald-Bad-Nauheim Tamcn-Ehcene Preis: A. Bindervald-Schwatheim. >— Fra u z. Widder, 'Rammler: Ehrenpr. der Stadt Gießen: Ang. Hütes-Neu-Jscnbnrg. Häsinnen: Verbarrds-Ehvenpr.: Gg. Hch. Jöst-^lrhkiilgci:. — Fran z. Riesen S.i l be r, Häsinnen: Wrenpr.: .Hugo Sann- Gießen. —Germania Silber, Rammler: Verbands-Ehrenpreis: I. M. Abt-^Darmstadt. Ehrenpr.: Jak. Sct'jineider-Neu-Jsenh biorg QK. MttDarmstadt. 4. Preis: ,Val. Rei b-Gräven haus en, und Will). Schultheis-Lollar. Häsinnen: Staats-Ehrenpr.: Wilh. Schultheis-Lollar. Damen-Ehrenpr.: I. M. Abt-Tarinstadt. — Blaue Wiener, Rammler: Stiaats-Ehrenpr.: Jds. Racke- Mainz. Häsinnen mit Jungen: 1. Preis: Weitzel-Gießen. — Hasenkaninchen, Rammler: Verbands-Ehrenpr.: Peter Eck- Seligenstadt. Damen-Ehrrnpr.: Peter Werner-Seligenstad-t. Eheeir- preis: Ludw. Schaefer-Gernshcim a. Rh. — Japaner, L> äs innen : Ehrenpr.: Ludw. Slxnnbrocher-Darmstadt. — Silber- Kani rt chlen, grau, Rammler: Staats-Ehrenpr.: W. Münch- Gießen und Gg. Hill-Groß-^rau. Ehrenpr. der Stadt Gießen: Ludw. Weber-Offenlmch und Ph. Zimmermann-Lollar. Verbands- Ehrenpr. : Ludw. PlestOffenbach a. M. Damen-Ehrenpr.: Hch. Wahl-Mcßen. Derleins-Ehrenpr.: Kaninchnrzncht-Verein Lollar. 1. Preis: Jak. Decktet-Vten-Bnseck und Earl Viehmainr-Gicßen. Häsinnen: Damen-em seichten Getäirdel und anonvmeu Aufforderungen Folge leistet, hat weder Geist rwch Geschmack. Solckie Postkarten, die zum Ueberfluß noch mit Aberglauben krebsen, sind lediglich Armutszeugnisse. ** L a n d w i r t s ch a f t l i ch e s I :r st i t u t. Llls Gartenbaulehrerin ist für die GartenbawVolonie Gießen Fräulein Nvra Men mraestellt worden. Mr den Oberlursus zur Ausbildung von Gartenbaulehreriimeu wud für den Unterkursus zur praktisck>en Ausbild^mg in Gartenbau und Feldgärdierei liegen bereits jv viel Meldungen vor, daß die Wiedereröffnung gesichert ist. Landkreis Gießen. ** Daubringen. 2. LHiril. Das Fest der Silbernen Hochzeit feiern heute WilhÄm Walther VII., Weichensteller 1. Kl., und Fvau. tt. Treis a. L., 2. April. Die Äeffische Tapferkeitsmedaille erhielt Wehruurnn Otto Zecher von hier. Starkenburg und Rheinhessen. Ein Familiendrama. I Ober-Rani stad t, 2. April. Heute in der Morgenfrühe sah man Rauch aus der am Bahnhof gelegenen Wittschaft Wiener dringen. Vergeblich suchte man die Bewohner durch Rufe von der Straße aus zu wecken. Man mußte die Türe gewaltsam erbrechen. Als inan in das brennende Zimmer eindrang, fand man die ganze Familie, bestehend aus dem Besitzer, dessen erwachsenem Sohn und drei jüngeren Kindern, tot vor; die Leichen waren bereits teilweise verkohlt. Das Feuer konnte nach Unterdrückung des Rauches aus'seinen Herd beschränkt und gelöscht lverden. Ter Wirt hat kürzlich seine zweite Frau im Wochenbett verloren. Ob Unglück, Verbrechen oder Selbstmord vorliegt, ging aus dem ersten ÄugensckMn nicht hervor. Tie alsbald erwartete gerichtliche Untersrichung wird wohl Licht in dieses düstere Familiendrama au! Osterfeste bringen. vessen-Nüsiau. ra. Biedenkopf, 3. April. Für die Kaiser-Gebuttstags- Spende für dentsch'e Soldatenheime an der Front nmrden inr Kreise Biedenkopf insgesamt 4000,21 Viark gesammelt. Der Höchster Nauünwrder verhaftet. --- Frankfurt a. M., 2. April. Jü der Fahrgasse wurde heute Mittag bei einem Strttszug, den hiesige und Höchster Kttmi- nalbeamte unternahmen, der Höchster RanbiMrder Ludwig Renno verhaftet. Der Mörder hatte sich unmittelbar nach der Muttait nach Frankfurt begeben und versuchte hier Sonntag früh in einer Lllb- stadtwirtsckMft Unterkunft zu bekommen, wurde aber, da er dem Witt verdächtig vorkan!, abgewiesen. Am Osterawntag sah ihn dann ein Höchster Fnhrinann in der NälH des Doms. Als er sich entdeckt sah, floh er und konnte in dem Festtagstrubel dem ihn verfolgenden Höchster entkommen. Heule fand nun unter Znzielmng von Höchster Kttminalbeamten ausgedehnte Streifen durch die Altstadt statt, bis eS gelang, den Renno zu ermitteln und^ festzunechmcn. Der Mörder trug noch die blutbefleckte Kleidung: in seinen Besitz befand sich noch der größte Teil des geraubter! Geldes. Er leugnet« zwar bis jetzt die Bluttat, doch wurden die an Unn haftenden Blutflecke als solche von Monschenblnt h-errüherckd sestgestellt. Auch über seinen Aufenthaltsort vom Samstag znnt Sonntag vernrag er sich nicht auszuweisen. Seine Tätersck>aft steht außer allein Ztveisel. Renno wird dieser Tage nach Wiesbaden zur Aünrtellnng überführt, da für Höchst das dortige Gettcht zuständig ist. Die An- gehöttger! Iieimos haben sich von diesem schon seit langer Zeit los- gesagt. vermischter. * Sägespäne als Seifenersatz. Einen leicht zu beschaffenden, recht wirksamen Seisenersatz ernpftehlt in. der Münchener Medizinischen Wochenschrift der Bonner Professor O.^ Prym auf 'Grund längerer Erfahrungen im Felde. Es handelt sich dabei um Sägespäne, die mit einer desinfizierenden Flüssigkeit gettänkt sind. Die .Herstellung geschieht in der Weise, daß man helle, mittel-' grobe Sägespäne in eine keimtötende Lösung — Lysol, Kreosot ober ähnliche Stoffe — einschüttet; sie saugen sich^ darm voll, darauf wird die Hauptmenge der Flüssigkeit ansgepreßt, und der Seifenersatz ist fettig. Zweckmäßig wird er in eine offene Schale geschüttet, neben die man einen Eimer stellt; angeivandt ivird das Wäschnrittel in der Weise, daß man mit einer Hand eine Handvoll der feuchten Sägespär!e Herausnimint, sie etwas ansdrückt, und darm auf den Händen verreibt. Das Reiben wird solange fortgesetzt, bis die übttg bleibende Riasse und gleichzeitig die Hände ganz trocfen sind; dann ist eine verhältnismäßig gute Reinigung erzielt und ein AP- trocknen ist nicht nötig, roohl aber ist es erforderlich,,die Sägespäne, die namentlich unter den Nägellr nsw. sich leicht festsetzen, noch Ku entfernen. Es versteht sich von,selbst, daß dieses Waschvecfahren nicht den gleicher: Erfolg hat, lwie die Reinigung mit warmem! Wasser, Seife und Bürste, der -ein Llibtrocknen mit einem reinen; Hcmdtuche folgt. Im Felde aber z. B., ist es außerordentlich empsehlens'.oert, besonders da, wo kein Waschiwasfer zur Verfügung steht, und Prym ist der Ansicht, nian solle es auch in der Heimat, besonders da, wo viele Menschen zusammenkomirnen, ja sogar im H^aushalte einführen. Den geringen Uebelstand, .daß die keimtötenden Mittel nicht geruchlos sind, muß man mit in Kauf nehmen; dafür hat man die Gewißheit, daß die reinigende Kraft der der Ersatz- Waschmittel aus Ton überlegen ist: außerdem ist das Waschrüittel begnem und sauber', urw die Uebertragnng vor: Kvanllwitskeimen; von einem Menschen zum arrdern, die bei der Benutzung von Seife und Handtuch durch viele sehr wohl möglich ist, kann als ausge^ schlossen gelten. * Casanova und das SHnellfeuergeschütz. Ein eifriger französischer Memoirenleser, der sich mit der Geschichde der Vergangenheit nicht minder eingehend befaßt als mit den Ereignissen der Gegenwart, stellt fest, daß auch das Schnellfeuern der Geschütze durchaus keine so moderne Angelegenheit sei, wie allgemein angenommen wird. In her großen Ausgabe der Memoiren von Casanova fand der Forscher nämlich die folgende Stelle; „Der Olxirst Melintino lud mich ein, einer großen militärischen Reoue beizunwhnen, die drei Werst von Petersburg entfernt stattfand und im Anschluß an die der General Lllexis Orloff ein Diner für 80 Personen veranstaltete. Ich ging hin mit, dem Prnrzen von Kurland, und ich lvar selbst.Augenzeuge, nne man das Gewaltstück zuivege brachte, ans einer einzigen Kanone im Verlaus von nur einer Minute 20 Schüsse abzugeben. Diese neuen Feldgeschütze, deren jedes von sechs Attilteristen bedient wird, geben nicht nur in fester Stellung, sondern auch in Beivegimg gegen den Feind 20 Schüsse in der Minute ab. Ich habe dies selbst mit der Uhr in der Hand kontrolliert." Der neugierige Forscher stellt mit Bedauern fest, daß die heutigen schweren Geschütze der Franzosen kaum schneller feuern als die damaliger: der, russischen Armee. Es sei rrur zu bedauern, daß die Erwartungen, die man hieraus an Rußlands Heer hätte knüpfen können, sich nicht erft'illl haben. * Das V e i lchen im Volksglauben. Das srühMtig« Hervorbreck)>en des Veilchens nnd seine una.u.fottnglickM Blüte haben z u allen Zeiten die Aufmerksarnk-eit auf sich'gelenkt. So wurde das Veilchen schon bei den alten Gtt-eck-en zürn Symbol der Jimg-, fräulichkeit imd des rviedererivachsmderr Lebens. Nach rme* in>, alten Voltssage soll ies antftnossen sein ans (den Tränen, die Adam imd Eva iveinten, als sie ans dem Piaradiese vertrieben wurden. Tie alten Römer misch'ten ihre Weine bei festlichen CielegenHeiten mit BeilchlMsast nrrd schmückten sich als .Ausdruck der Freude ^.i'it Vellchenkränzen. Jü per heidnischen Vorzeit lehrte der Volksglaube den Germanen, daß überall dort Veilchen emporspttrßcn, wo die FrüWngsgöttin Osdara über die Erde geüxrndttt rvar. Tie eckten Deutschen s.chtteben der VeUck-enblüte auch mancherlei geheimnisvolle Wirkungen zu. Die Blüte sollte bei den verschiedensten Krarckheiten helfen. Tie erster: Veilchen geben uns die Gewißheit, lraß es mit dcn Herrschaft des Wintei's bald vorbei ist. Meteorologische veovachtimolff bw'&x'Uni 2 | .rr — w «wsi G “ 0 * 3 März ]S18 0 « D 2 ^ 3 05 ^ Tq'-s e w 5 3 8 a 55 C tri | 2 « 5| •6 C jQ .5 Ä a 9b0' 'tsetter 2 . 2 W _ 7.8 1 6,8 86 ‘ 10 Regen 2 . 9" — 7,0 7,0 93 — — 10 Bed. Himmel 3. 7" 4,5 i 5,9 94 10 - » I I! I I II I Höchste Temperatur am 1. itt« 2. ?lpril 1918 --- 4- 10,6* C. Niedrigste „ , . . , 1918 =-f 6,7*0. Niederschlag 8,7 mm. c Goe Knaben« Penflonot RcalldaUen, uerbunden mit Dorlchul thefdiule Offen Ml erteilt einjahrlflenzeuguls. a. M. 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Kl' «W-bbaum; Prügel Rm.: 523 Buchen, 1 Kirschbaum; Zkocke Rm.: 113 Buchen; Reiservrügel Rm.: 32 Buchen; Reiser Rm.: 593 Buchen; ttnvorgezeigt auS: LampertS- wr und Sünekopf. Scheiter Rm.: 2 Aspen, i sichten; Prügel Rm.: 38 Buchen, 4 Eichen; Stärke Rm.: 19 Fichten; Stammreiser Rm.: 182 Buchen: Reiser Rm.- p Buchen, 4 Eichen. Blau unterstrichene Nummern wer! den nicht versteigert. Auf der Schreinersmühle kommt nur noch wenig Holz zum Anögebot. 24758 An Großverbraucher Kreis- und Gemeindeverwaltungen,Schulen,Fürsorge' stellen, Fabriken oder deren Beauftragte liefere ich zfe iahe (Honändifchc Klomben) aus Hart- und Weichholz, für Männer, Frauen, Schüler, Kinder. Hch« Dreher» Butzbach Fernraf 5573. Jeder kann Kriegsanleihe zeichnen, auch wenn er nicht über größere Barmittel verfügt, sobald er eine Versiclfrerung bei der Men LebmrciMgM Ui. io Berlin eingeht. 23010 Neuzeitliche Bedingungen • Niedrige Prämie. Kostenlose Berechnungen und Auskunft durch die Direktion, Berlin NW 40 f Kronprinzenufer 18 u. Subdirektion August Finke, Cassel, Friedrichstr. ^ II. Fichtenstammholz-Berkauf. Die Gemeinde Wistmar, Kreis Wetzlar. verkauft folgende '.xichrenstämme im Wege des schriftlichen An- gebots: Distrikt 17 Nr. 526 bis 883 — 8l4 Stück 2. Klasse mit S.iick 8. ttl mit 183,57 SVftm uttb 103 Stück 4. Klasse ,Mlt3o,53 Jstm. Nähere Auskunft erteilt Foriter Lueas in Wlstmar. Der Verkauf erfolgt un'er den bter nultiaen allge einen Holzverkaufsbedingungen. Gebote bitte getrennt nach Klassen für je 1 Fstm. bis spätestens Io. 4. 18 an mich einznlenden. Krofdorf tKreis Wetzlar), den 30. März 1918. ' Der Bürgermeister. Braun. 24518 Arutlilhe BckltWtmüchüngeü öcr AM Mßen. Wurftverkanf. x» «Ä J 861 ’ 10 ^ r be a r unterwertigen Wurst erfolgt dlefe Woche ausnahmsweise ^ . Donnerötag den 4. d. M. in der seitherigen Weise. Ab»ug-b-,i sind dir Marken Nr. 14. gültig vom 1.—7. Avril 1918. Gienen, den 2. Avril 1918. 24638 Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Verkauf von Gemiisesamerr. .. Von Donnerstag den 4. Avril 1918 ab gelangt täglich vorm, von 8—iS Ubr und nachm, von 2—6 Uhr Getnüsesamen tStangen-, Busch-, g-euerbodnen, Erbsen, Gelbe Rüben, Marrilben, Karotten. Rote Rüben. Kvhl- rabichlkönuschkohli im Turmbaus,Brandplatz 3, zum Verkauf. Eine Haftung wird nicht übernommen. Gienen, den 30. Marz 1918. 2452 Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung. Betrifft: Nobstosfe. Beschlagnahme, Enteignung und Meldepflicht von Ein- richtungSgegenstttnden. bezrv. freiwillige Ablieferung auch von anderen Gegenständen aus Kuvfer,Knpserleglerungen, Nickel, Nickellegierungen, Aluminium, Zinn. Unter Bezugnahme auf ^ 5 und 15 der AuSnihrungS- besttnnnnngen der Bekanntmachung vom 26. Marz 1918 habe ich als Hanvtsammelftelle das Elektrizitätswerk, Lahnstraste 28, bestimmt. Die Sammelstelle ist geöffnet DienStag und Freitag jeder Woche nachmittags von 3—7 Nhr. Glesten, den 8. Avril 1918. Der Oberbürgermeister: Keller. 24628 Versteigern«^ von Abfallholz. Freitag den 5. Avril, nachmittags 3 Uhr, ivird das im Hof des Stadthauses an der Gartenstrabe lagernde Absallholz aus städtischen Anlagen, bestehend aus Reisig, teilweise zu Erbsenreisig geeignet, Stockholz und Knüppel Holz, teilweise zu Werkholz geeignet, an Ork und Stelle »tieistbielend versteigert. Giesten. den 36. Marz 1918. 24618 Ter Oberbürgermeister: Keller. Pansloa Braattl, Rouen Bäne 22 Zimmer, BÜitta^s-n.Abendiissch j ö Zimmer | Ließ. &*i&£mer-Wohg., pan., Sintfon, eingericht. . Bad, Heigwasser. Linoleumböden us»v., f. I.Juli z. vrm. 2458 Eil«, Friedrichstr. 14. 1 . ä schöne B-ZimÄicr-Wchafsa., part., I. u. II.St., freie Lage, nahe d. Bahnhoj. V/blrl-rrcr Mog IS. für I.Juli zu Perm. 846,1 Ein», 8-riedriclrstr. 14,1. 4 Zimmer jittplviii'se»* Sir. 109 p. 4-Bimmer-Wohnung per 1. 5. 1918 zu vermiete». Näheres Scltersweg 33 «Laden!. 9409 [ MöhL Zimmerl ^r inf. möbl. Bim mer mit elektr. Licht an ruh. 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