fit. 68 Der fleftes« SffSritt» erscheint täglich, außer bonntagS. — Beilagen: Stehener Kamittevbttttter; Xretrdlatt für tzea Kreis Ließen. Vezuyrpreir: monatl. wik.1.20, vierteljährlich Mk. 3.60, durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. Mk. 1.10; durch die Post Mk. 3.60 vienel- jährl. auSschl. Bestellg. Feristprech - Anschlüsse: für die Schrill! e. lung l 13 Derlag,Geschä'lsstetIeL1 Auschrstt für Drahtnachrichten: Anzeiger Liebe». 108. Jahrgang Donnerstag, 21. März 1918 Postscheckkonto: «. BL 11686 General-Anzeiger für Oberhessen Vtmkverkehr: Gewerbebank Gießen Swilllngrninddrsck ».Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u.Steindruckerei «.Lange. Schristleitung, Seschästrstelle u.Druckerei: Lchulftr. r. 2uiuuuine von Anzeige» s. die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbindtichkeil oeilenprcise: für örtliche Anzeigen 25P(,für auswaruge 30 Ps., °ür Reklainen Mk. 1.— ; bei Plahvor- schrist 20 °/ 0 Ausschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt imb Land, Vermischtes u.Ae- richtssaal: W. Aleyer; Anzeigenteil H. Beck; sännltch in Gießen. Eine neue englische Drohung an Holland. fWTB.) Vrotzes Hauptquartier, 20. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und Deutscher Kronprinz. Zwischen der Küste und dem La Bassee-Kanal dauerte die rege Erkundungstätigkcit fort. Das in diesen Abschnitten am Morgen abflauende Anilleriefeuer nalnn am Nachmittag wieder an Stärke zu. An der übrigen Front lebte die Ge- fechtstättgkeit nur in den Abendstunden südwestlich von Cam- brai. zwischen Oise und Ailette, nördlich von Berry au Bac und an einzelnen Stellen der Champagne auf. Heeresgruppen von Gallwitz und Herzog Albrecht. Der Feuerkampf bei Verdun ging heftig weiter. Die beiderseitigen Artillerien bekämpften sich vielfach mit größerem Munitionseinsatz. Nordöstlich von Pures brachte ein Angriffsunteritehmen befangene und Maschinengewehre ein. Starke Tä iglet t en w ckelte d r Feind imPanoi WaOe D s vom frühen SNorg^n an gesteigerte Feuer hielt fast ohne UnterbrnAmg bis zur Dunkelheit an. Auch in den Abschnitten von Blamont und BaDonvillers war die französische Artillerie rege. Osten. Fn der Ukraine haben würrtembergische. zur Säuberung der von Olwiopol nach Nordost führenden Bahnen vorgehende Truppen bei Nowo-Ekrninka stärkere Banden im Kampfe vertrieben. ^ Der vertragsgemäß am 19. März abgelaufene Waffenstillstand mit Rumänien wurde bis zum 22. Marz, Mitten nacht, verlängert. * Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguanienncifter Ludendorff. * Der «bendbertcht. Berti». 21. März, abends. e Sänfte emgeführt werden. Der Minister hofft, daß Deutschland kein Hindernis in den Weg le^en, sondern eine breite Fahrrinne für seine Schiffe osfenlassm nntt». Die Haltung Hollands stehe nicht in Widerspruch Ucr Neutralität. Der Minister schloß, indem er sagte, daß die Regierung keinen Schritt wetten gehen werde als bisher. Nach dieser Erklärung kam es zu eirrer kurzen Debatte. Abg. Doorn erklärte, er habe keine Ursache, der Negierung sein Vertrauen zu versagen. Troel st r a sagte, die Haltung der Regierung bildet keinen Widerspruch zur Neutralttät Hollands. Hierauf nnirde die Debatte geschlossen. Die Beschlagnahme der holländischen Schiffe durch England. London, 20. März. (WTB.) Das Reutcrsche Bureau erfährt, daß der englischen Regierung bis gestern nachmittag noch keine Antwort der Regierung der Nu^erlmrde auf die Note der Alliierten zugegangen war. Es lag auch wcder eine Bestätigung des britischen Gesuchten im Haag, noch eine des nieberländisä?eir Gesandten in London vor, daß die :riederländische Regierung den ihr vorgeschlagerrei: Bedingungen zugestimmt habe. Infolgedessen! ist eine neue Notifikation nach dem Haag gesandt worden, nach der die Alliierten mairgcls der unzweideutigen Annahme der Note der Miierten zu der sofort igen Beschlagnahme der Schiffe schreiten mußten. Ta ein Telegramm aus Holland de:: 2lrtsck>e:n erweckte, als habe die Regierung der Niederlande die Note der Alliierten angeriommen, so sollte von neuem betont werde::, daß der bloße Versuch der zögernden Annahme dem nwdus vivendi vom vergangenen Iamrar von seiten Hollands der Sachlage nicht gerecht wird, da sich die Situativ:: von Grund aus geändert hat. Eine deutsche Erklärung. Berlin 19. März. (WTB. Nichtanttkich.) Ter stcllv. Ches des 2ldmiraistabeö, Admiral Koch, empfing heute eine:: Vertreter des Wolsfbu-wcms wrd:nachte folgende Ausführungen: „Wir haben Grund zu der sicheren Annahnre, daß das unter den: gewaltsamen Druck der Eittonte zwischen ihr und Holland zustande gekovnmcnw Schisssramnabkommen sich lediglich mft den Te:l der bolländisä>en (Harrdelsslotte lbezieht, der außerhalb Hollands liegt, also sich bereits in der Verfügungsgewalt der Entente befindet, aber nicht auf denjenige:: Teil, über den die Hollcn:der- noch in ilnen eigenen Häsen verfüge::. Das sin^ etwa 320 000 Wruttotonnem Dieser Holland v erbt: ebene Schiffs raum wird aus gleicher Höhe gehalten werden. Das gewaltsame Vorgehen der E:rtcnte, besonders die üm letzten Augenblick ausaesprocl^irc Forderzmg, daß der der E:v- tente zur Versügung gestellte Schiffsraum auck im:erhalb des Sperrgebiets fafosr, jnfifo tffc juft feeflw Zeichen iür die her ihnen herrschende 5Lotlage. Die Vereiniigter: Süurten haben für ihr Vorgehen noch einen anderen Grurid. Sie berultzen der: Krieg, um sich eiire eigne Handelsflotte zu schäften, der«: Fehlen sie bisher als einen schmerzliä>en VLangel ihrer Weltstellung empsunden haben. Es fällt tatsächlich schroer, die ausgestreute Behauptung ernst zu nehme::, daß Deutschland diesen furchtbarsten aller Kriege eigentlich nicht geger: seine Feinde, sv7Ü>ern, vielleicht weil es deren ntdtf genug besitzt, gegen die Neutralen führe, und daß es ein MttteL, nämlich die Absperrung der Neutral^?: von aller Zuftrhr, das die Entente zur Niederzwingung Drnrtschlands onweudet, jetzt zu seiner eigenen Vernichtung gegen sich selbst gebraucht. Eine Besprechung über den „Völkerbund" im englischen Obcrhauie. London, 20. März. (Reuter.) Im Oberhanse brachte Lord Carmoor eine Erttschließ:mg ein, die den Grundsatz eines Bundes der Nationen billigt und die Einsetzung eines Gerichtshofes, dessen Befehle vollsttecllxrr gemacht werden müssen, —^ Lansdowne sagte, ein Völkerbund müßte zwei weseittliche Grund- ^üge haben. Erstens müsse der Bund für alle offen sein und alle wichtigen Mächte umfassen, und zweitens müßte er mit ausführenden Gewatten hinreichend ausgestattet sein, um sich den ftagloseü Gehorsam gegen seine Entscheidungen zu sichern. Der Bund wird in der Lage sein, eine:: Druck in verschieder^n Formen auszuüben^ Seiner Meinung nach könne er den Frieden in der zivilisierter^ Welt gararttreren. Er würde mindestens einen Aufschub imb Gelegenheit zu Verhandlungen und Ausgleichen sichern können und in sehr vielen Fällen den drohenden Gefaliren wirksam Vorbeugen/ dürfen. Seiner Meinung :mch seren in diesem Angeriblick die.Anzeichen der Bildur^ ^ines solchen Bundes entschieden günstig. Eines der günstigsten Anzeichen sei die Art, wie sich die bereinigten 6tcaten für den Vorschlag interessierten. Bei ihrem «ärrsgedehnten Welthandel könnten die Vereinigten Staaten mehr »als ein anderes Land die Waffe des wirtschaftlichen Druckes tet/i wenden. Zu der «angeblichen Unnrög'lichkeit..Teuts.ch- land^uzulassen, weil man ihm nicht vertrauen kü:rne, sagte Lansdowne niemand habe davon gesprochen, daß man sich auf solche Verpflichtungen oder Unterschriften verlassen müßte. Das Wesen der Vorschrift sei, daß die Mächte, die zu dem Verein zu- ' gelassen werden sollen, bis zu einem gewissen Grade au8 ihre souveränen Rechte verzichten und einen Bunv- schließen würden, um dem Kodex internatiomckcr Achtung, w« dieser auch sei. ^miäß zu handeln. Er wldrsche aus folgendes Gründen .die MtttelMächte dem Bund an geschlossen ju sehen; .Teutschlmür (ei in der Vergangenheit immer der große Anarchie Europas gewesen «und habe immer (eine eigenen Licle versvmL Es habe stets den Gedanken friedlicher Erörterungen verspo^tvt, Wenn man Deutschland in das Geschirr einer Organisation dieser Alrt ^kinspmmen .könnte, ,(o würde pan dadurch eher als durch redes andere denkbare Mittel den preußischen Miü- tarismus kos werden. Aber abgesehen von diesem Vorschläge .müsse eine Liquidation bev schwebenden Fragen stattfinden, ehe der Krieg beendet sei. Er könne einen Völkerbund nicht als einen Ersatz für einen befriedigenden territorialen Ausgleich ansehen. Ein solcher Ausgleich sei eine notwendige Voraussetzung für die Bildung eines Völkerbundes. Aber neben diesem Ausgleich brauche man einen Meck)anismus, um den Weltfrieden «in Zukunft zu erhalten. Der Gedanke biete go- waltige Schwierigkeiten, beispielsweise wäre es ein Fehler, die Frage der Abrüsttmg zu eng mit der Frage des Bundes zu vev- binden. Andererseits würde der Bund eine sehr wichtige Mitwiv- kund auf die Rüstungssragen haben, da die Demokratten der Welt der schweren Bürde der Rüstungen satt wären u:tt> deshM würde seiner Meinung nach die Abrüstung automatisch erfolgen. Die Pofitlk de- Kabinetts Marghikoman. Wien, 20. März. (WTB.) Nach einer Meldurrg des Wiener k. u. k. Bureaus melden die Blätter, daß der neue rumänische Ministerpräsident Marghrloman ein Bündnis mit den Mittelmächten an strebe. Sie äußern sich sympathisch zu diesem Plan und erkennen in ihm sowohl den Beweis, daß Rumänien eingesehen hat, wo sein wahrer Vorteil liegt, wie auch dafür, daß es den abzuschließenden Frieden ebenfalls als einen Verständigung^- frieden betrachte. Allgemeine Arbeitspflicht in Oesterreich. Wien, 19. März. (WTB.) Die Regierung brachte heute im Abgeordnetenhaus den angekündigten Gesetzend- wurs betreffend die allgemeine Arbeitspflicht urt Krieg ein. Am dem Aeiche. Kurländische RrÄner in einer Berliner Versammlung. Berlin, 21. März. Auf Veranlaftung des Reic^tagLck, geordneten T. Mumm fand gestern abend :m gwßen Sitzungssaale des Reichstages eine Besprockmng über die deutschen Ostseeprovinzen statt. Der Vizepräsident des ReickBtagesi Gehe: me rat Paasche begrüßte die Anwesercha:, ttrsbesonder« die Abordnung des ku rländischen Landesrates mtt :varmen Worten. Dann gab Baron v. Rahden, oer Vertret« des kurländischen Gebnrtsadels. ein Bild von der agrarischen Entwicklung Kurlands. Ge,wralsuperinteitt»ent Bornewitz, der Rr, Präsentant des üirlmcknsck-en Seelenadels, schilderte mit glükxncheN Worten Kurlands Gesinmmg rmd baltisckien Geist imd ivie die Deud, scheu stets die Träger der Geschicke Kurlands gewesen seien. Um d:e mittlere Bevölkernngsdichtigkeit Deutschlands zu erreichen, körmten dort noch 2 700000 MensckM: migesicdell werden In Deutschland schreien die Mensck^n nach Land, in .Knrlmtt» daS Land nach den Mlmch Ausdruck und traten mit aller Energie dein iiümer wieder autzi tauchenden Märchen entgegen, daß der Anschluß Kurlands mir tw« den kurländischen Bavor:en und den preußischen Junkern ge>, wünsckst werde. Nickst nur der Landesrat l)abe im Dezember de» engstei: Anschluß an Deutschland gefordert, auch die Landesversammlung rin SepteniLer sei von dem gleichen W-unsck>e beseelk gewesen rmd dieser Landesversammlung gehörten nicht nur Deutschs sondern auch Letten u::d Vertreter aller StL:dc an. Mit beschwörenden Worten bitten sie den Kaiser aufs neue, de:: kurllurdischätz Herzogshut anzrmchmen und die 5>ar:d nicht zurückzuweisen, die sich den deutschen Brüdern entgeg.nstceckt. Reicher Beifall mch warme Dankesworte des Vizepräsidcrtten Paasche lohnten Mcnrn enderung des Postschcckgesetzes wird in pmntec und dritter Lesung angenommen. Die Daimlcr-Angrlegenheit. Ter Hauptausschmß beantragt den Erlaß einer BundeSrats dervnd",nr.'g zur Ueb?rwach>ung der für den Heeresbedarf arbeiten den Betriebe. Er schlügt folgende Entschließungen vor'. Erstens den Neichskanzler zu ersuchen, für den Erlag einer Bundesrats- Verordnung zu sorgen, die den Reichskanzler ermächtigt, in sämtlichen für den Heeresbedarf arbeitenden Betrieben die Geschäftsbücher und andere für die Berechnung der Preise maßgebende Unterlagen überwachen zu lassen: zweitens alsbald bei sämtlichen zentralen BcsilwffungSstellen für die Bedürstiisse des Heeres und der Marine Preisprüfunasstellen einzurichten; drittens ei»re Zentralprüfungsstelle der Kriegslieserungen zu schaffen, die die Tätigkeit aller einzelnen Prüfungsstellen zu überwachsen hat. Abg. Liesching (Vv.) berichtet über die Verhandlungen des Ausschusses. Veranlassung zn den vorliegenden Anträgen waren die Daimlertverke in Stuttgart. Tiefe Werke haben 1914 bereits 16 o/o Dividende verteilt, 1916 waren es schon 28o/o und 1916 wurden es 35%. (Hört, hört!) Dabei sind die Gesamtanlagen -im Werte von mehr als fünf Millionen schon bis auf 1 Mark abgeschrieben worden. General v. Wrisberg: Das Strafverfahren ist wegen versuchten Betruges antb Krieaswn-chers eröffnet worden. Tas Schreiben, in den: eine Einschränkung des Betriebes angdrrvht ist, ist dem Oberrcichsanwalt zur Untersuchung zugeführt worden, ob etwa versuchter Lan.dcsä'>ervat vorliegt. LVenN die Tai ml erwart die Drohung mit einer Emsteilung des Betriebes in Llbrede stellen, so wehren sic sich gegen eine Anklage, die gar nicht mhobenj worden ist. 'Tas Zck-reibsn drohte aber ztoeifellvs Einschränkungen des Betriebes an, alsl die geforderte Preisrevision nrcht in aller Kürze eingetreten war. Dre Daimler werke habenstets holhe Öualitälsarbeit geliefert, was wohl weniger der kaufmännischen als der technischen Leitung und der Arbeiterschaft zu danken ist. Gerade deshalb mußten wir einer Einschränkung der Produktion Vorbeugen So tttuts« dieses Schreiben der äußere Anlaß, auf Grund des § 9 b des BclagerungAznstandsgesetzes einzuschwntcn. Wenn die Firma ihre.Drvhkung einige Tage später ausdrücklich zurücknahm, so geschah das! doch nur unter dem Truck der Bestimmungen des Belagernngszustandsgesetzes und um die Militarisierung abznwenden. Die tnotchem bald darauf verfügte Militarisierung erfolgte nicht l^iglvch auf Grund der inzwischen bekanntgewordenen Angaben eines ehemaligen Beamten der Firma, sondern aus Grund der ganzen Vorgänge in Verbindung mit dieser Anzeige. Ter Unter- und der Hauptausschuß des Reichstages haben sich also nicht bei ihrem Vorgehen gegen die Firma allein auf die Angaben eines ehemaligen Beamten gestützt. Die Firma verlangte einen n-eiteren Preisaufschlag von 10 %, der aber tatsächlich einem durchschnittlichen Ausschlag von 50 % gegen-- über bei iPreifen zu Beginn des Krvoges bedeutet. Tie übrigen sKvn-, kurrenten erhalten allerdings um etwa 50 % höhere Preise. Tic Preiszuschläge wurden nicket abgdehnt, weil das Fabrikat im Verhältnis zu anderen '»Fabrikaten nicht einen höheren Preis wert gewesen wäre, sondern weil die Firma infolge ihres ungeheueren Untsatzes offenbar einen.übermäßigen Gewinn zu erzielen vermochte uirb weil die Prlisprüfungsstelle durch die Verweige- rimg der Kalftch« tvonsim tcrlagen die Angemessenheit der Preise nicht beurteilen konnte. Die .Heeresverwaltung konnte erst eingreifen, als die Lieferungen d r Firma in Frage gestellt lvaren. Tie Preise gaben frimnt ausrei-ch/mden Grund, da )ie nicht zu hoch er- chienen. Tie l.-ohcm Gewinne der Gesellschaft könneit auch von ihren sonstigen GesclZäften herrühren. Bon der Verordnung vom 14. Jicki 1917 ist nicht Gebrauch gemacht worden, weil sie nicht anwendbar erschien. Inzwischen hat sich aber hevausgestellt, daß man auch hier auf ihr fußen kann. In Zukunft wirb sich daher die Heeresverwaltung auf sie stützen. Auf Grund des BelagernngS- rnstandsgefetzes Sonnte erst cingegriffen werden, als die Leistungen der Firma I-erunterzngechm: drolNen. Sie hat nichts zu vertuschen und will irichts vermischen. Es wird und muß Klarheit geschaffen .werden. Man lasse aber den Richter sprechen und greise ihm nicht vor. (Beifall). Abg. Erzberger (Ztr.): Die deutsche Jickmstrie hat trotz aller Sciiwierigkeiten des Krieges glänzende Leistungen vollbracht, chenlo Mittelstand und Handwerk. Das glänzende Bild der deutschen Industrie hat aber auch seine Schattenseiten. Tie Preise waren anfangs vielfach so hoch, daß Lieferanten sich selbst dagegen wehrten. Ein planmätziger Abbau der Preise bis zum Friedens- stcmd mnß beim Eintritt in die Uebergangswirtschast unser Ziel sein. Sonst bleiben wir nicht Konkurrenzfähig. Nun zu Daimler. Tie Erklärungett der Gesellschaft sind irreführend. Gegen ihre Drohung mit Streik muß ebenso rücksichtslos gerichtlich vorge- gangen werden wie gogen streikende Arbeiter. Tie Kalkulation der Gesellschaft ist geradezu eine Verhöhnung des Kriegsminislers und des Reichstags. Mvrn glaubte wohl, der „Jdiotengesellschaft" alles unterbreiten 'zu können. Leider gibt es nicht bloß einen! Daimler im kDeutschen Reiche. Ein ganz erheblicher Teil der Schuld trifft das Kriegsminisberium. Trei voll« Jahre streitet man sich mit Daimler herum, bis man die Kalkulation endlich — nicht bekommt! (Heiterkeit.) Da spricht inan im Ausland noch von Militarismus. (Erneute Heiterkeit.) Das Kriegsininisterium muß hart eingreifen, wenn durch übermäßige Preisforderungen die Interessen des ReiM gefährdet werden. AuS jeder inzelnen Mark nmß der Kriegsminister soviel wie irgend möglich herausschlaaen. Auch den Reichstag trifft die Schuld an den Vorgängen. Wir haben in den letzten Jahren unser Budgetrecht viel zu milde Wucherung deL Reiches ist ermögllchL worden durch Unfenntnrs. Nachlässigkeit, Mangel an Voraussicht an manchen Stellen der Heeresverwaltung. Abg. Gotyeim (F. Dp.): Der Reichstag hat immer die Beseitigung der Monopole einzelner Fftmen verlangt. Es grenzt an Bestechung, wenn Großindustrielle letzt fcfwn Beamte der Kriegs- gescllschaften und Kriegsämter mit hohen Gehältern für die Friedenszeit engagieren. Das Hindenburgprogramm stellte zu höhe Anforderungen an die Umstellung der Industrie. Inzwischen sind aber bei der langen Dauer des Krieges und den Riesenumsätzen diese Neuanlagen schon abgesch-rieben. Das ist gut, dem: bei Friedens- sckchnß sind diese kauni noch die Abbruchkosten wert. Auch wir wünschen den Abbau der Preise. Wir müssen die Kaufkraft des Geldes wieder heben, sonst schneiden wir auf den Auslandsmärkten, schlecht ab. Wer hat bei den Säcketieferungen den Ueberpreis bewilligt? Warum zieht man keine Sachter ständigen hinzu? An andern Stellen knausert man wieder. Der Krieg ist kein Stahlbad, sondern löst alle schlechten Eigenschaften aus General von Scheuch: Wir wurden im Frieden immer anf-- gefordert, den kaufmännischen Geist bei der Heeresverwaltung cinzielten zu lassen. Wir haben das getan, mrn sollen wir ihn wieder aus treiben. (Heiterkeit.) Der Fall Daimler wird im Unterausschuß noch weiter bebrndelt werden. Bei den Sttllegungen beschränken wir uns aus das Allernotwendigste. Die Handwerker werden nach Möglichkeit an ihrem Wohnort beschäftigt. Dasselbe gilt für die chx- und gv.-Handwerker. Ter Mittelstand lyat am schwersten gelitten. Es ist vaterländische Pflicht, ihn zu stutzen. Das Haus vertagt sich. Freitag 12 Uhr: Notetat, Krcditvvrlage, Friedensvertrag mit Rußlaich. Weiter berrttung der Darncker-Angelegenheit Schluß nach 7 Uhr * Berlin, 20. März. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstages hat den Nachtrag zum Reichsl)t, Ijotrdern' wir haben hier die Preise für die einzelnen Fabriken festgesetzt. Tie Grundlagen für die Kalkulationen gaben uns die staatlickstn Institute. Auch die Industrie ist uns hierbei an die Hxrrtd gegangen, besonders der Verein der Deutschen Eisewund Hüttenleute und der Verein Deutscher Maschincnbauanstalten. Eirre große Anzahl von Werken hat uns mich ihre Kalkulationeigegeben.. Es ist aber unmöglich, bei jeder Industrie genaue Kalkulationen anzustellen. Diese Prüfungen müssen auf einzelne Falle beschränkt werden. Tie deutsche Industrie hat gan^ Hervorragendes! geleistet, ich erinnere nur an die in kürzester' Zeft erreichte Lieferung von Stickstoff. Die chemischen Fabriken haben sich in küv- -esver Zeit umgestellt: bei Werken, die noch nie S)irengstosse hergestellt hatten, spielte hier das Gefahrmoment eine große Rolle. Abg. Noske (Soz.): Die gewünschte Burrdesratsverordnnng wird eine lex Daimler sein. Es handelt sich hier um gemeingefährliche urrd schamlose AuHinuckperungsverfilche. Eine dünne Schicht ist es, die Milliarderrgewinne ein checkt. Den Daimlerworken reihen sich andere würdig an, die auS der Nat des Volkes unerhörte! Poosite l)evausmünzen. In der Schwerindusttie, den Kanonen- werkcn, den Gewehrfabriken, den Pulver- rind Sprengstvffabriken, den Ledergesellschaften, der chemischen Industrie, der Tabak- und Zigarreniirdustrie haben rvir eine wahre -Orgie kapftalisti'sctxw Ge- winnmacktzwei erlebt. 30 und mehr Prozent Dividende sind gezahlt. Anlagen im Werte von vielen Millionen sind auf eine Mark ab« geschrieben worben. Ein Teil dieser Beute muß dem Rcnch wieder Mgeführt werden. Diese Kreise sind die eifrigsten Treiber der Vaterlandspartei. (Hört, hört!). Sie wollen weitere Ströme des Blutes anderer fließen lassen. Wenn ihre Gewinne bescknänkt wer- den, »vollen sic sich nicht an der KriogSanloihc beteiligen. Jeder Rechtfertigungsversuch der Dminlcrwerke ist ein vergebliches Ve- . . muhen. Gab es icmals versuchten Landesverrat, so hier. Die ArcS-1 dis drei Hessischem Lcrnvtagi. Zweite Kammer. 57. Sitzung vom 19. März (Schluß.) Bei Kap. 10 (Staatseisenbahnen) kommt Abg. Ulrich (Soz.) auf seine Tluseinandersetzungen mit dem Finanz minister bei der allgemeinen Aussprache zurück. Er hält seinen Vorschlag, daß aus den Eisenbahneinnahmen zuerst die Betriebskosten gedeckt, dann die beiderstittgen SckMtden verzinst und der Rest geteilt werden solle, fest. Wir hätten dann 1916 nicht 5, sondern 7 Millionen Reingewinn aus den Eisenbahnen gehabt. . ^Finanzminister Tr. Becker.' Der Berteilimgszisfer wurden bei vlbschluß -des Vertrages nicht die Kapitalien, sondern die Rente mgrunde gelegt, die das Kapital abwarf. Und da war eben Preußen rn der glücklichen Lage, das; es seine Esenbahnen billiger hatte erwerben können, als wir die Ludwigs-Eisenbahn. Ter Abg. Ulrich k.tftte dmnals gegen den Esslbahnverttag gestimmt, es sei aber vaglrch, ob er das getan hätte, wenn er durch seine Ablehnung den ganzen Vertrag zum Scheitern gebracht hätte. Abg. Dr. Osann (Natt.) wendet sich im Namen d^r natimral- liberalen Fraktion gegen die Forderung einer Revision. Die Eisenbahn ge mein sclm ft hat in den 20 Jahren ihres Bestehens dem Lande große sinanzielle und wirtschaftliche Vorteile gebracht.. Es ist nicht auSzudenken, ivohin wir olftre die Gemeinschaft gekommen wären. dlbg. Ulrich (Soz.): Ter Vertrag wurde damals anta: falschen Voraussetzungen geschkos'en. deshalb müsseit wir versuchen, den Vertrag aus dem Wege der Vurständigung zu mtderu. Ein nroch wvtöerrs Ansteigen der Eisenbalprschuld würde den Finanzminister schon dazu zwingen, den Schritt, den er jetzt entschieden ablehnt, doch zu unternehmen. Ich denke nicht an eine Tlushebung, sondern an eine Aenderung des Eisenbahnvertrages. Abg. Henrich (Fortschr.) spricht sich im Namen seiner Fraktion für die Revision aus Tie Rente der Lubwigsbahn war von Preußen^vvr dem Abschluß des Vertrages durch Umleitungen künstlich gedrückt worden. Preußen steht vor einem großen Mrtschasts- «uwachs. Ms Kompensation könnte Preußen Hessen eine Revision bewilligen. Allerdings hält er den von Ulrich vorgeschlagenen Weg für weniger gangbar als den einer einfachen Aenderung der Umlagsziffern. Finanzmiirister Dr. Becker: Die Erörternng, wie sic bei der Generaldebatte und auch heute über die Eisenbahngemeinschaft in diesem Hause gepflogen wurde. Sann ich nicht für vorteill)ast halten, auch nicht vom Standwmkt der Reviswnsfteunde. Olpre sachliche Gründe müsse er wie seine Vorgänger es ablehnen, an Preußen mit der Forderung einer Revision beranzutreten. Abg. K o r e l l - Angenrod (Bbd.): Tie Neugestaltting des Ostens wird in Verkehrs politischer Beziehung einen Anschluß Kurland, Litauens irrrd Estlands an die hessisch-preußische Eisenbahngemeinschaft herbeiführen. Hier wird sich vielleicht eine Revisionsmöglichkeit eröffnen für den hessisch-preußischm Eisenbahni>ertrag. ans dessen Boden tvir sonst stehen. (Beifall im Bauernbund.) Abg. Ulrich (Soz.'l kommt auf die Gründimqsgeschichte des Eisenbcchnvertrages im Jahre 1890 zurück. Man hätte damals seiner Ueberzeugnng nach allerdings günstigere Bedingungen erzielen können, wenn man fest geblieben wäre. Unsere Eisenbahnschulden haben sich in den letzten 10 Jahren um 50 Vvoz vermehrt. Kav. 11 wird ohne Debatte genehmigt. Bei .^cu?. 12 (direkte Steuern) werden verschiedene Vorstellungen und Anträge zur gleichzeittgen Beratung aestellt. -Abg. Reh begründet den Antrag her fortschrittlichen Fraktion auf Steirerfreiheit der Teuerimgszulagen. Abg. Wiegand (Ztr?> bringt Beschwerden der Finanzamls- Vuceauvorsteher über ungünstige Gchaltsvorrückungsverhältnisse vor und toünscht Zurückvcrweisimg der iVorstellung an den Ausschuß. Abg. Henrich (Fvrtschr.) macht darauf aufmerksam, daß bessische Hilssdienstpftichttge, die in preußischen Gemeinden be- schästigl werden, dort nach einem lBierteljahr zu Gemeindesteuern herangezogcn tverdew Tas hessische ßiesetz, das bisher eine solche Besteuerimg nicht gestattet, müsse entsprechend abgeändert werden. . Abg.^S o h e r r (Ztr.) erllärt die Zustimmmtg seiner Fvaktton zu der Steuerfreiheit der Teuerungszulagen der Beamten. Abg. Cal man (Natt.) spricht gleichfalls für den Antrag, derm die Beainteti sind nicht imstande, die gesunkene Kaufkraft des Geldes durch Erhöhung ihrer Erintahmen wettznmachen, wie es den meisten Derussständen möglich sei. Dagegen lehnt Abg. Mergell (Natt.) die Steuerfreiheit wegen der Folgerrmgen, die sic nach sich ziehen würde, ab. Mg. Grünewald (Fvrtschr.) imterstreicht die Ausftchnmgen des Abg. 5>enrich. Finanzminister Dr. Becker: Der von dem Abg. Henrich angeführte Mißstand wurde auch von der Regierung säwn empfunden. Abhilfe wird cnvvgrn. Zu der Steuerfreiheit der staatlichen Teuerungszulagen wurde kein sachlicher OVranb beiaebracht, auch jnri«* stösch sei daS Verlangen nicht begründet. Die Steuerfreiheit hätte gleich inr Gesetz vorgesehen werden müssen.. Aber damals hätte niemand daran gedacht. Die Regierung gönne den Beamten dlesen Vortell, nur halte sie den Weg nicht ftir gangbar. Lieber soll man bei der nächsten Teuerungszulage etwas tiefer in die Tasck»e greisen. Aba. Osann (natl.) begründet seine Zustimmung zn dem Antrag. Man habe nicht daran gedacht, als man den fZoamten die Tenerungszulagen gewährte, daß ihnen ein beträchtlicher Teil der besckieidenen Zuschüsse ^nieder aus dem Wege der Besteuerung genommen würde. So würdeal einem Unterboamten. der fünf Kirrder besäße und 500 Mk. Zulage bezöge, 70 Mk. gleich wieder auf dem Wog der Steuern abgenommen, ein Rickterbeamter, der 600 Mk. bezöge, müsse 83 Mk., ein anderer 130 Mk. Steuern mehr bezahlen. Das habe man nicht gewollt. Abg. Brauer (Bbd.) erklärt, seine Fraktion rverdc geschlossen gegen die Steuerfreiheit stimmen. Wem die Bestimmung nicht passe, der könne ja auf die Zulage verzichten. Tie Abstimmung wird auf morgen vertagt. Schluß der Sitzung V/ t Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch, vormittags 9 Uyr. 56. Sitzmrg vom 20. März. Ter Präsideirt eröffnet um 9 V* Uhr die Sitzung ist J besucht. Tie Tribüne flmiwjdb. , Das Haus leer. Am 3tegiermrgÄisch sind Boc dem Emtrktt tu die Dagesvrdmrng ivünscht Abg. €at*; inan (nart.) eine Verlegung der Pressetribüne in die Mitte beß Hauses, da die 91kusttk im Hause sehr schlecht ist. Das Haus tritt in die Generaldebatte über den VvvanschlaA des Staats ministe rin ms (Kap. 14—22) ein Staatsminister v. Ewald: In der Goireraldebatte -mu Hauptvoranschlag haben die Redner.just aller Parteien ihre & Iiing zu der Frage einer Revision unseres Wo ist rechts dargelsÄ. ^;ch niöchte hierzu folgendes bemerken: Hessen l)at in dem Gesetz vom 3. Juni 1911 ein inodernes Wahlrecht erhallen, das iw- dessen insvlge des Krieges bis freute nvcl- nicht in vollem Um* fa'tö &ur Amvendung gelangt ist. Die Zwettl Kanrmer besteht zur Hälfte noch aus den ans rndrrekten Wahlen l^ervorgsgangenenj ülltgliebern. Ans diesenc Grunde l)aben beide Ständekammern — die Zrvnte um 18. Tezenrber 1912, die Erste am 15. März 1913 — in Uebereinstimmung mit der.Negierung alle aus de?r 35. Landtay bestelllen Anttage aus Abänderung des ^Wahlgesetzes abgelehrtt. Erwägung, daß, bevor inan das .Gesetz vom 3. Juni 1911 ändert, zunächst die Erfahrung abgewartet werden sollte, wie das dr rekte Wahlrecht in Hessen sich bewährt, hat aber deute um !& ^^^ünng, weil rn diesem Falle die große Zahl vmr Wahlerit-zu Wort konnitt. die heute im Heere steht, und die alsdann durch die von ifrrunt gewalstten Abgeordneten ihre Anschauungen über eine Abänderung des geltenden Rechts zum Ausdruck bringen kmin. Bis dahin wird auch Preußen das direkte Ävahlreckiit haben und im größten deutschen Staat wird die Frage entschieden sein, ob dort ein Mehrsttmnreu.rvch: oder ob die Verhältniswahl Gesetz nmft, Fragen, die bis t-ctzt 7 wch nicht ge- llart sind, nvnn schon die preußische Regierungsvorlage sie beii* nicht vorsieht. Was die Verhältniswahl anbelangl, so haben sich, wie dre Herren gelesen haben werden. Konservative und Zentrum im Verfasiungsausschuß des Preußischen Abgeordnetenhauses gegen sie erklärt, mich die Regierung gegen deren allgemeine Einführung. (VortschrfttSpartei rmd Sozialdemokraten für sie, Nattonalliberäle slür sie lüur in Bezirken, rn denen mehr als drei Abgeordnete zu wählen sind. Schließlich wurden im ÄiiSschuß sämttiche Anttägr abgelehnt. Wenn die hessische Regierung jetzt einer überstürzten Jftemffou geltenden Rechts widerstrebt, so braucht sie den Vorwurf der Verzögerung von Reformen nicht zu sürchden. Sie hat, nachdem sie die Notwendigkeit der Einführung des direkten Wahlrechts erkannt hat, dieses Ziel mft Beharrlichkeit auf vier Lmrdtagen verfolgt, bis sie es mit ihrer 4. Vorlage im Jahre 1911 erreicht hatte. Tie Schivierigkeiten, die hierbei zu überwinden mären, sind aud» so lebhaft in unser aller Erinnerung, die große Mehrzahl ihrer Wähler wird Ihnen und der Negierung dankbar sein, wenn dem Lande neue Wahlrechtskämpfe und diesent Hause lange Wahlrechtsdebatten so lange erspart bleiben, bis die zur Verhandlung stehenden Fragen so weit geklärt sind, daß sich ein Urteil über ihre Durrchführbarkeit gewinnen läßt. Dwrte aber regiert noch Mars die Stunde Ter U-Boot-Krreg wirft. Tie imgehenerliche Erpressnng England-Amerikas gcaen Holland ipridjit klarer über die wahre Lage dec- Frachtraums der Enteitte, als die schön gefärbten Bericht englischer Minister. Ter Schiffsraub an den Neutralen wird die von unseren Feirrderl gefürchtete Etttscheidung verzögern, abwenden wird er sie nicht. Darum gilt es für uns mit Geduld uns wappnen, im Innern geschlossen bleiben und für alle, die es können, Kriegsanlerhs zeichnen, damit wir auch mit den sillxwnen Kugeln siegen und unseren Truppen an der Front die starke Rüstung erlialten, die sic bvmichen. Dazu lassen Sir uns alle helfen, so viel in unseren Kräften steht. (Lcbh. Beifall.) Abg. Ealman (natl.): Unser Wirtschastsleben hat der. Krreg gut überstandeir, nßr werden aber für die Zukunft rn größerer Einschränkurrg und Sparsamkeft gezwungen sein. Tre deutschen Fürsten ^ müssen darin mit gutem Beispiel vorangehen. Unser Landesfürft nröge dock die hessischen Landesteile gleichmäßig oe- suchen. Mein Wahlkreis sieht den Großherzog höchstens einmal bei einem Manöver. Wir wünschen für .Hessen keine parlamentarisckv Regierung nach westlickien Mustern. Aber das frühere hessische System, auch Männer aus praktischen Berufen zu Ministern zu berufen (Finger, Tlltmar), steht jedenfalls noch in guter Erimro- rung. Tie BevorMgnng der Primareife vor der Bolksschitlbildung hat in dem mittleren Boanttenttim keine Berechtigung. Ten Pew» sionären, sowie den Witwen und Waisen könnte in der Frage der Teuerungszulagen durch eine möglichst weit generelle Mgelnng cntgrgrngekommen werden. Tie Regierung möge nachprüsen, ob nicht zu viele kriegvcrivendungsfähige Beamte als unabkömmlich erttärt seien. Ich möckfte der Regierung dringend nahelegen, die Volksstimmung recht gründlich z-»r studieren. Sie würde mancherlei berechtigte Klagen zu kwren bekommen. Der Redner wendet sich entschieden gegen die Schivarzseherei, zu der auch die ewige Sckümp- ferei über Berlin gehört, die leider auch in diesem Hause zu ver- nelMen ist. Für Partikularrsmus habe ich so wenig übrig wie für die Kirchturmpolitik. Im VervrdwungSwes-en ist mehr Kon- segnenz anzusttebeir. Eine Verordnung dan nicht sogleich wieder aus gehoben werden. Abg. K o r^e l 1 - Angenrod (Bbd. : Wir schließen uns dem Appell der Regierung zur inneren Geschlossenheit und der Kriegs- atkleihe voll an. Die Riegioriurg möge diese Einigkeit aber nicht selber stören durck) Verordnungen, die dic Verbraucher und Erzeuger gegeneinander verstimmen. Auch in der Frage des Wahlrechts stehen wir glcichsoRs auf dm Stmcdplcnkt der Regierung, daß WahtrechtSdebatten zurzell nicht angebracht sind. Später sind wir bereit, bei einer Aenderung der Wahlrechtsreform mir^unnrt'en. Abg. Raab (Soz.): Wir sind bereit, alles zu tun, die Einigkeit des deittschen Volkes miterhalten zu helfen, um die Vernich-- tungsplänc unserer Feinde zuschanden zu mackien. Man hätte unbedingt 191 i den ganzen Landtag enceuern müssen, damit alle Abgeordneten aus dein gleick>en Wahlrecht hervorgegangen waren. Wir sollten mft der ?Lbschassnng des Plural»vahkrechts nicht bis zum Ende des Krieges ivarten. Staatsminister v. Ewald bemerkt dem ?lbg. Calman gegenüber, daß die Regierung bereits alles getan hat, um die kriegs-- verwendungssälstgeu Beamten dem .Heer .zur Verfügung zu stellen. Er bittet um Angabe von Einzelfällen zur AusNäruug. Abg. Ko r e l l-Angenrod (Bbd., wendet sich gegen den Abg. Raab. Unsere Freuridschaftsbeteucrungcn lmber.^ uns bisher nicm viel eingebracht. Wir wöllan die von uns befreiten Völker in jeder Weise förderm, wollen aber auch den Dank stbeu. Damit ist die Aussprackie über den Voixrnschlag des Staatsministeriums beendet. Der Voranschlag lvird genehmigt. Zunächst eittspinnt sich eine Geschäftsori)nungädebatte darüber, daß bei der Aussprackie über das Ministerium des Innern verschiedene Ein«zclfragen, die Ostgenstaud besonderer später zn lehan- kalter Anträge sind, reit der Erörterung ausgeschlossen wetdclL sollen. Tiefem Vorschlag des Präsidanten, der von der Regierung unterstützt tvird, findet im^ Hause keine Gegenliebe. Die Abgg. Brauer und von Breiftano sprechen sich entschieden gegen die überhastete Behandlung wichftiger Fragen aus. Minister des Innern Dr. v. Hombergk zu Vach: Neuerdings haben die Vertreter der Genossenschaften angeregt, die unmittelbar geschäftlich^ Betätigung der behürdliclxn stellen mehr wie bisher vrivatrechstlichen Geschäftsstellen zu übertraaen, für die sie die praktisä>e Mitarbeit der organisierten Landwirtschaft un Unterbau Äer (^nähriulgsorgailisation angeboten haben. Diese Mitarbeit ist — auch nach b?r 2lnrogrmg des Kriegsänsschusscs der deutschen LandwirtschMft — nicht so zu denken, daß sie die Tätigkeit dar Behörden und ine Verantwortung der Kommnnalverbändc, ins-^ besondere die verordnungsmäßig festgelegte finanzielle Bercntt- wortung der sclbstliesernden KommunalveÄände, ansschalteir soll. Ebensowenig soll die Jmansprnchnahme dieser Mitarbeit zu einer Zurücksetzung des Hanois Anlaß geben, der sclion jetzt in weitem Umfange in die geschäftlick)e Abwicklung ber behördlichen Aufgaben eingeschaltet ist. Wo dagegeir eine solche Regelung noch nicht besteht. soll nach einer erst vor einigen Tagen ergangenen Anregung des Kriegsernähnmgsamtes die Bildung von Geschäftsabteilungen in Erwägung gezogen werden, um für die Abwicklung der geschäftlichen Seite der Erfassung, also für den Ankauf und den Abtransport der Waren, die Interesseitten selbst — feien es die landwirt- )d>Qftlid>cn Genossenschaften. Händler oder Organisationsbildungen! aus beiden Kreisen — heranMziehen. Die Gcschästsabteilung' würden aT-Stxntn bie Organe bilden, die alle kaufmännischen Geschäfte des KommunalVerbandes abzulvickeln hätten, der dabei als Behörde selbstverständlich in vollem Umfange wie seither für die vollständige und rechtzeitige Erfüllung der Umlage verantwortlich bleibe. Der Herr Abgejvrdnete Henrich hat den Wunsch ausgesprochen. bezüglich der Brotgetreideversorgung das ganze Groß Herzogtum zusammonzufasseit. Diese Forderung ist von dem Herrn Abgeordneten .Henrich schon im Februar 1916 gestellt worden. Die Regierung har .damals zu dem Antrag eingehend Stell img genommen. Wie wir ausführten, konnte einem dahingehenden Antrag von der Reichsstelle nicht entsprochcnl. tverdert, weit eine derartige Maßnahme den grundsätzlichen Aufbau der ganzen Reichsgetreidewirtschast durchbrochen hätte. Um möglichst allen Hessisckum Kourmunal verbänden die Vorteile der Selbsllvirt- schaft zuzuführen, sal>en nur uns veranlaßt, einzelne Kreise mit Zuschnßbedarf mit Ueberschnßkreisen zusaminenzulegen. Do wurde .der Kommunalverband Friedberg mir derr Kreiserr Friedberg und Offenbach, der Kommunalverband Tarmshadt mit den Kreisen Darmstadt und Dieburg und der Kvnunnnalverband Mainz mit den Kreisen Mainz, BiinMl Md Oppenheim gebildet. Diese Art der Regelung hat sich in der Praxis bewährt. Tie Kammer kam deshalb auch seinerzeit zu dem Beschluß, den Antrag des Abgeordneten Henrich soweit n die Brotgetteideversovgüng betraf, abzrrlehnen. Die Verhältnisse haben sich in dieser Hinsicht gegen damals nicht geändert. Unser ganzes Spstem der Lebensmittel^ Versorgung roird irr seiner Ticrcküül)rung erheblich gefährdet und beeinträchtigt durch den sick>Innrer nrehr breitmachenden Sckleich- han del mkd durch die s«chseich>vers.vrgung. Der Schleichlstindler, der aus wuckvrisckM Geioinnsucht hie Geiehe überttittt verdient keine Naelsticht: sein Gerverbe ist schimvflich, darum richtet sich Muh die neue Verordnung des Bundesrats vom 7. März d. I., die in düsten Tagen im Reichs-<^esetzblatt erschienen ist, gegen den gerverbsmäßigen Schleichhandel. Vor allem muß dem Schleich- l-andel duvck» möglichst restlose Erfassmrg der Erzeugnisse bei dem Erzeuger ertt ge gen getreten werden. Anderer st-its muß aber auch die S ch l e i ch V e r s o r g u n g nach . wie vor möglichst unterdiücst werden, denn jede ungesetzliche Sonder Versorgung schädigt die Allgemeinheit. In den letzten Tagen sind diejenigen Kvmmunalverbände, die dies beantragt Hattert, Wiede'. . -'iütärLommandos zur Untersttitzung des Polizeipcrsonals bei der Uoderlvachung des Schleichhandels und der Schleichversorgung zugegau'ren. Zur T' M ühnrng der Zwangsorganisation aus immer weitere Nahrungsmittel »werden 'weitere, Anordnungen durch das Kriegs- ernährungsamt und infolgedessen durch uns und die Kommnnal- verbände erforderlich. Ebenso erwiesen sich ständig zahlreiche Ab- änderungen bestcl-ender Verordnnngerr notwendig, da die Verordnungen der jeweils sich änderirden Sachlage ungefaßt sein müssen. So sehr wir deshalb auch die große Zahl der Verordnungen und ihre ständige Llbänderung bedauern, so läßt sich doch hieran, solange die Zwangsbcavirttchafttlng dauert, nichts ändern, und wir müssen die Gc'ahr. daß durch ten ewigen Wechsel eine Mißachtung der Gesetze und eine große bedauerliche Unsicherheit auf dem Gebiets de-r Verkehrs cintrltt, mic in derc Kauf nehmen. Wir richten an Sie die dringende Bitte, mit uns ausklärend «mit die Bevölkerung zu wirken, aus rvelchen Gründen eiire solche Zwanhs Organisation erforderlich wurden wie schttnerig es vor! ollem ist. unser Heer, unsere großen Städte und unsere Industrie- zentren, die unseren Söhnen im Felde die schneidige Masse liefern, mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Wir bitten gerade in der jetzigen Zeit, in der die von dem Kriegsernährungsamt zur Erfassung der Vorräte angeordneten Feststellungsausschüsse tätig sind, und tiefe Eingriffe in die Freiheit des einzelnen erforderlich iverden. um unser Durchhaltcn zu ermöglichest, u.:s Fbre Hilfe in bieftp..'chchung nicht versagen zu wollen. Sch !,i st folgt. Volksbund für Freiheit und Vaterland. —m. Gießen, den 21. März 1918. Im großen Saale des Gasthofs „Fürstenhos" hielt gestern abend die hiesige Ortsgruppe des „Volksbundes für Freiheit und Vaterland" ihre erste öffentliche Versammlung ab, die äußerst zahlreich besucht war. Professor O. Bousset begrüßte zunächst die Anwesenden Und teilte mit, dah Herr Geh. Kirchenrat Professor E). Dr. E cf leider verhindert sei. Sodann ergriff Herr Professor vr. R o l o f f das Wort, wies darauf hin. daß neben den zahlreichn Organisationen^ sich nun noch der „Bolksbund" gebildet habe, und gab »einen Rücürlick auf die politische Lage, wie sie sich zü Kriegsbeginn darbot: Deutschland sollte damals zum Vasallenstaat, zur Macht zweiten oder dritten Ranges herabgedrückt werden, und mir die Zusammenfassung aller moralischen Kräfte sicherte den erfolgreichen Widerstand Mit gutem Gewisfen ist Deutschland in den Krieg hin- ^ingegangen. Der „Volksbund" will nun, daß als bleibendes Ergebnis des Krieges, in dem das deutsche Volk seine Opserfrcu- digkeil bewies, eine verstärkte, geläuterte Staatsgesinnung bleibe. Den: einzelnen soll klar gemacht werden, daß er für das Ganze ebenfalls verantwortlich isr^ Ter Staat muß aber auch so ein gerichtet werden, daß alle Schichten sich in ihm wohlfühlen. Das wird erreicht durch Freiheiten und Rechte, die der einzelne erhält, um im Staatsgetriebe mitzuarbeiten. Deutschland ist hier voran- gegangen und ivar 1866 in dieser Beziehung bereits Oesterreich, 1870 Frankreich überlegen. Gleichheit vor dem Gesetz muß herrschen. Heute fordert der Dolksbnnd das allgemeine Wahlrecht, welck>e Forderung, historisch entwickelt, nur die Fortsetzung einer alten preußischen Tradition! bildet. Durch eine gesunde innere Politik will ferner der Volks- buno d?r äußeren Politik Hilfe leisten. In diesem Punkte ergibt Uch der NrUccschied zur Vaterlandspartei. Wahrend die Vaterland cp:: l var den Friedensschluss beeinflussen will, beabsichtigt der Voll -nd auch in die Friedenszeit hinein seine Wirkung zu bewahren. Drei Probleme sind es, mit denen wir uns zu befassen habe:'. Das erste ist der „V e r st ä n d i g u n g s f r i e d e n", für den der Volksbund cintritt. Ein Verständigungsfrieden ist kein Verzicht, sondern er besagt lediglich, daß bet Friede so beschaffen flau soll, daß auch die Feinde Interesse daran haben, es nicht zu einem neuen Krieg kommen zu lassen. Die Idee des Verständignngs- friedenS schließt natürlich den späteren wirtscl'astlick>en Krieg aus. Beim Feinde verlangen wir selbstverständlich dieselbe Bereitwilligkeil zur ehrlichen Verständigung. Solange diese nicht da ist und die Gewißheit nid# besteht, datz das deutsche Interesse gewahrt wird, muß der Krieg fortgesetzt werden. — In ocr «weiten Frage, der „Vergrößerung" Deutschlands lehnt der Volksbuno jede ge- waltsanie Artgliederung von nichtdeutschen Gebietsteilen ab. Die gewaltsame Angliederung würde einem Traditimrsbruch gleich- rommen. Nur die freiwillige Anglicderung kann gebilligt werden. Die Erweiterung im Osten ist vorteilhaft. Deutscl-e Kolonisten werde:: dadurch aus Rußland heraus ge zogen und wir vereinigen Zwei Kulturen nebeneinander, ohne der eingesessenen Bevölkerung ihre nationale Entwicklung zu beschneiden. Im Westen darf jedoch V.'lgien nicht mmektiert werden, da nur freudige, bereitwillige Untertanen brauchbar sind. Anw hätte die Annektion die ewige Feindschaft mit England, Frankreich. Holland und anderen Staaten zur Folg- Die Gründe, die die Vaterlandspartei als maßgebend zur Annektion angibt, sind nicht durchscl-lagcnd. Belgien gibt sich nicht noch einmal zum Aufmarschgebiet her. Es ist Kleinmut, zu behaupten, daß wir ohne Belgien oder gar die flandrische Küste nicht airskämen. - Das dritte Problem, die „K o l o n i a l p o l i - tik". findet in einem starken Kolonialbesitz seine Lösung. Wie Staatssekretär Dr. S vl f richtig betonte, brauchen wir ein starkes Kolonialreich. Je größer eS ist, um so leichter wird es sich ver^ teibuu'it laßen. — Im übrigen roird die beste Politik wohl die sein, die derjenigen vor 1914 ähnelt. Nach den mit viel Beifall a» »genommenen Ausführungen sprach Professor I). B o u s s c ( über den volkstümlichen freiheitlichen Ausbau im Fnnern: Dentschland, das Land der .Heroen Lutlrer, unfreies Land. Daß die Feinde uns bpi Vorwurf der UnireH nt machen, liegt wohl daran, daß der Begrin M-v Freibeit t n verschiedener ist. Während der Engländer und Ameiikaner die bürgerliche Freiheit meint, denken wir an die geistige Freiheit. Auch wir haben eine bü.-gerliche Freiheit, die Wilson selbst als vorbildlich - anerkannte. Man macht uns trotzdem den Vorwurf der politisck-en Uner-vgeuheit Das müssen wir zunrckwelsen. Der Fehler liegt im Dreiklassenwahlrecht und daran, daß «ine Oberschicht, zwar nur 1 / R des Reichstags, die konservative Parte,, alles beherrscht. Diese konservative Schicht entspricht heute mcht mehr den Verhältnissen. Das Ausland greift uns dieserhalb an und hielt sogar den Staat für angesault. Wir fordern deshalb o,e lnncrpolitische Neugestaltung und zwar: 1. um des Staates willen. Ein moderner Staat kann nur bestehe,, und gedeihen, wenn er sich ans die Masse seiner gesamten Kräfte, die Volkskräfte, stützt. Ein tiefes Fundament muß viorhandp, sein, un^) das soll in die Seele des Volkes aelegt/ werden. Man hat bei Rußland gesehen, wohin das Fehlen dieses Fundamentes führte. 2- wegen der Freudigkeit der einzelnen Glie- der selbst. Vor dem Kriege standen viele Parteien abseits. Das ,st heute anders geworden: die Ueberzcugung der Besten, der führenden Köpfe muß sich durchsetzen. o- w egen des Zusammenhangs zwischen Kaiser nnd Volkstum. Wir brauchen ein Kaisertum, aber es darf mcht gefesselt sein durch die Konservativen. Kaiser und Volk sollen zusammengeschmiedet sein. Die Regierung soll zu Reformen sich geneigt zeigen. 4. um der inneren Gesundung unseres Volkstums willen. Große Schuldenlasten liegen auf uns. Daher muß eine Bodenpolitik größten Stils nach dem Kriege eingesetzt und eine Steuerreform durchgeführt werden. . Die Neugestaltung verlangen wir jetzt, nicht erst nach dem Kriege, wie die Vaterlandspartei, dazu einen Reichstag, der mehr Einfluß wie der jetzige besitzt. Gerade der inneren Einheit halber muß die Neugestaltung jetzt kommen. Zur Einheit gehört aber auch me Verständigung der Parteien. Das Vaterland steht über jeder Partei. So soll der Volksbuiid der Boden sein für alle Parteien, ohne der einzelnen ihre Eigenart zu nehmen. Professor D. Bousset, dessen Darlegungen ebenfalls mit großem Beifall ausgenommen wurden, schloß hierauf die Versammlung. GerichtSsaal. X. Ha na u, 21 März. Das Landgericht Hanau halt« sich mit einer Klage des früheren technischen Direktors der Aktiengesellschaft Dunlop Gummv-Kdmpanie in Hanau, Rafael Müller, gegen den Auffichtsrat dieser Gesellschaft zu befassen. Die Tnnlop Gummi-Kompanie befand sich oor dem Kriege in englischen Händen und wurde dann unter Zwangsverwaltung gestellt. Später gingen tne Aktien im wesentlick)en über an die Fahrradwerke vorm. Hch. Kleyer in Frankfurt und an die Opelwerte in Rüsselsheim. Zwischen dem Aufsichtsrat und dem technischen Direktor Rafael! MÄlllw entstanden Streittg keilen, die dazu sükirten, daß dem Direktor Müller das Vertragsver'hälmis gekündigt wurdet Müller, mit den, ein auf längere Jahre laufender Vertrag abgeschlossen worden war, klagte daraus getzen die Tnnlop Gummi-Kompagnie. Vor dem Landgericht Hanau ist jetzt der Prozeß durch einen Vergleich beendigt worden. In diesem Vergleich bedauert die Dunlop Gummi-Kompanie infolge von Jrrtüinern den Bruch des Vertrags- Verhältnisses mit dem Di.rekeor Müller herbeigeführt zu haben und zahlt ihnr als Entschädigung einerr Betrag von 100000 Mark unter Tragung der Gerichtsvosten. Ver?mrs§hte». *Würzburg,21. März. Ein Landfturmmann, der wegen unerlaubter Entfernung von seinem Truppenteil festgenommen wurde, hat aus dem Wege zum Arrestlokal die Flucht ergriffen und wurde von dem ihn transportierew- den Unteroffizier erschossen. Briefkasten der Redaktion. h. v. Antrag wegen Zahlung von Familienunterstützung ist tbei der Bürgcrnieisterei Ihres Wohnorts oder beim LiesernngS- vevband (Kreisamt) zu stellen. Ans Stadt und Land. Gießen, den 21. Mürz 1918. ** A rn t liche Personal Nachrichten. Der Großherzog empfing zum Vortrag: den Staatsministcr Dr. von Ewald, den Vorstand des Kabinetts Wirkt. Geheimerat Römheld; außerdem den Generalleutnant z. D. Bernhard und den Generalmajor Eggerss. — Forstreferendar Jörg Schlotterer zu Butzbach wurde zum Forstassessor ernannt. S u b m i s si vns h o l z ve r ka u f. Ans den Wüldungeu! der Stadt Gießen im Bezirk des Forstwarts Geisel-Gießen sollen Fichten-Terbsttriigen im Sübmissio-nsweg verkauft werden. Siehe Anzeigenteil. ** Hol z v e rstei ge rnn g. Montag, den 25. März 1918, vormittgas 9 1 /» Uhr beginnend, wird in den Waldungen dev Stadt Gießen im Fevstewald, Abteilung Steinertswald Nr. 4, Holz versteigert. Siehe Anzeigenteil. ** T i e A u s g a b e d e r S e i f e n k, beginnt der astoonomische Frühling, ein- Igeleitet durch daS Aeqninoktinm. d. h. Nachsgleiche, die Zeit, ivo Tag und Nacht einander gleich sind. Bon wnn an werden die Tage länger, und die Wirkung der Sonneiistrahlen nlacht jich, stärker bemerkbar. ** E i n: Sitz ung d er S tadtvc ro rdne ten fi nbet Freitag den 22. Marz 1918, nachmittags 4 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen, 2. Umnumerierung des Geb-ändeS der Univerfitäts-Bibliotchet, 3. Vorlage der Rechnung 1916/17 und des Voranschlags 1918/19 der Löb-er- Stistung, 4. Borlabe der Rechnungen des Gas- und Wasser- werks, des Elektrizitätswerks und der Straßelidahn für das Rechnungsjahr 1914, 5. Fasethal kling; hier: Verlängerung des Vertrage mit Landwirt H. Gottniann, 6. Eberchaltung; hier: Verlängerung des Vertrags mit dem Landwirt Adolf Braun, 7. Wahl -einer Kommission für die Vergebung von Stiflnngen für Kriegshinterbliebene, 8. Gesuch des Kaiserlich Deutsct-en Gene- ralg>ouvernemen:s Warschau um Bewilligung von Beiträgen für die aus russischer Gefangenschaft zurückkehrenden Deutschen, 9. Bewilligung eines Ehrenpreises für die in Gießen stattfindende Landesverbandsausstellung hessischer Kaninchenzuchtvereine, lOi Festsetzung der Gebühren für den Schlachthof, 11. Bewilligung von Kriegsteuerungszulagen für das Rj. 1918. ** Aufnahme der Viehbestände bei ungenügendem Angebot. Nach der Vekannttnachung Großh. Ministeriums des Innern über Fleischversorgung vom 12. Dezember 1917 (Reg.-Bl. S. 295) ist der ViehlMc'ovlsverband berechtigt, bei nicht genügende:« Angebot eine Aufnahme der Viehbestände durch seinen Beauftragten ainter Zuzielning des Vertrauensmannes der Landivirtschaftskanmrer upd des Vertrauensmannes der Landes-Milch- imb -Fettstelle vorzunehmen. Die so gebildete Kommission hat hie Aufgabe, die zur Schlachtunr- geeigneten Tiere in die Schlachtviehliste aufzunehmen, sowie der den einzelnen Bichhaliern festzustellen, ob das diesem gehörige Vieh (Mnder, Sck',weine, Kleinvieh) zum Bestand des Vichballers au Futtermitteln nicht in offenbarem Mißverhältnis stek/t und wenn sich ein solches MißvechälttiiS ergibt, einen entsprechmden Teil dieser Tiere ebenfalls in die Schlachtviehliste auszunehinen. Tie in die Schlachtviehliste ausgeivommenen Tiere sind dem Besitzer alsbald zu bezeichnen. Einsprüche gegen die Aufnahme von Tieren in die Schoch viehliste Ijkit der Besitzer innerhalb fünf Tagen nach erfolgter Mitl-eiliing an ihn oder seinen Vertreter unter Begrüirdung schriftlich bei dem zuständigen KreiSaml einzureichen. das über dair .Einspruch entscheidet, tvenn riöti-g unter Zuziehung pon SaclMrständigen. Tie Kosten des Ein,pruchsVerfahrens hak, wem, der Einspruch verivorfen wird, der Besi^er zu tragen, andernfalls ->er Viehh-andelsverband. Zn Fällen, in dencnc keine Uebereinstliumwig der drei Mitglieder der Ausnahme-- kmnmission best-eht, hat das Kreisamt in derselben Weise, wie beim Einspriicht-verfahren, ül'ar die Ausnahme zu entscheiden Die Kosten trägt in diesem Falle per Viehl-andelsverband Die in die Schlachtviehliste aickge-munmenen Tiere darf der Besitzer Jetzt gilt's! Auch wer nur über wenig Bargeld verfügt, muß und kann Kriegsanleihe zeichnen: er nimmt eine „Kriegsanleihe-Versicherung" beim All^ gemeinen Deutschen Versicherungs-Verein a. G. in Stuttgart. Keine besondere Anzahlung. Schon mit 50—60 M. Jahresprämie können 1000 M. gezeichnet werden. So fallen auch kleine und kleinste Barbeträge schwer ins Gewicht. 21021 ) Letzte Großes Hgnptguartier. 21. Mürz. ohne Genehmigung das VielstxiudelSvarbandes an Tritte nicht veräußern. Nack: die'ea DvisckVriften kann nicht der Be/au ft ragte des Viehhandelsvierbandc-s' allein über die Auftiahme von Tiereii .' in die Schlachstviebliste entschüden, sondern mir in Uebeveinstim- mung mit den Dertrauens'mS'Mverrr der LandwirtschaftSkmnmer ulw der Landes-Milch und Fettstelle. Außerdem steht dem Besitzer, wie oben ettväh:tt. auch noch ein Einspruchsreckst gegen Be- chlüsse dieser Komunssion zu. (WTB.) (Amtlich.) W r st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Zwischen Dirmuiden und La Basste blieb auch gestern Erkunduntzdlätizkeit i'7ge. Der Artrlli - iekampf nahm am Abend bei auftiärendem Wetter au Stärk: zu. An der übri gen Front lebte die Gefechtstätigkeit vorübergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Aus dem Südufer der Oise, nördlich von Reims usUv in der Champagne war das Artillerrefeuer vielfach gesteigert. Heeresgruppe von Gallwitz. Der Artilleriekampf vor Verdun nahm am Adeno große 5)eftigkeit an. Bayerische Korupagnien überranten südwest lich von Ornes in überrgsch.'Ndem Angriff die erste feindliche Linie, sic stießen bis zur Brune-Schiucht durch und nahmen einen Bataillons-Stab und mehr.als 210 Mann (darunter 26 Offiziere) gefangen. Westlich vo i Apremont drang rheinische und nieokrsächsistbe Lünd.oehr in die .canziisischen Gräben ein und brachte 78 Gefangene zuriick. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf dem Ostuftr der Mosel und bei dtomcny führten wir erfolgreiche Ermndungen durch. Das Zer?törungsftuer der ftanzösischen Artillerie am Parroy-Walde lstelt an. * In breiten Abschnitten der Westfront ist heule früh dir ArtillerierchlachL mit voller Wucht entbrannt. Ocsterreicki'ch ungarische Artillerie hat sich am Kampf gegen Englände' und Franzosen beteiligt. Osten. Heeresgruppe von Mackensen. Truppen des Generals der Infanterie Kosch haben in der Ukraine die Handels- und Hnfcnstadt Cherson genommen Der Erste Generalln-artiermeister L u d e n 0 o r f f. Der Berner „Bund' Bern, 20. Mär^. (WTB schreibt in Erörterung der zu über die Kriegslage. . Nichtmntlich.) S t e g e m u n n rwarrenden großen Frühiastrs-' Willst den Feinden du recht schaden. Kräftig, wie mit Handgranaten. Sei auch diesmal fest dabei: „Zeichne tüchtig K r i e g s a n l e i h' V Landkreis Gießen. tt Treis a. L., 20. März. Dem im März 1915 in russische Gefangenschaft geratenen Musketier Adam Schneider gelang es nun zu errtkommcn. Hessen-Nassau. ][ Marburg, 21. März. Unter dem Vorsitze des Herrn Oberschulcats Kauzow aus Kassel fand in den wer ,nährend der Kriegs zeit ins Lebm gerufenen Vlindensi .idieulxnmen zum ersten Male eine Reifeprüfung statt. Sämtliche füns Prüflinge, die von den: gleichfalls blmdeu hiesigeic Priv l!'ehrer Dr. pbil. Hasteu- pflug vnrgebildet worden ivaren, bestände äe Prüfimg K. P. Vom Westerwald, 20 .'Närz. In dem Torfe Niederell'ert wnrde der Vullenlxrlter v^ rfnem Bullen derart gegen die Mond des Stalles gedrückt, er an ben erlittenen» inneren Verletzungar stiarb. offensive u. a.: Es t|t nicht gesagt, daß die deictsetze Ossc i auch »regen des in der rechten deutschen FbrnSe entstandenen K o n fliktes Hollands mit den kriegführenden Parteien verschoben werde. Der Ängttft der Entcme ans den holländisch S: raum beschränkt sich nur auf die Untersveboole und zeigt ' daß der Mängel an Scküftsocmm schon aufs ernsteste gcstttgeii ist 'Man bat in England und Amerika sicher gezögert, diese Möse zu bekennen und zugleich solchen Zwang arcs?-uüben. ivie er ietzt gegen Holland «mgeioendet werden wird. Der Vorgang zeigt wie grunditürzend die »trategisckie Lage der Entente seit F'xw' rrfto' Frledensangebote tm Winter 1916 verander: wurde Der Urner- scebovtkrreg wirkt tu der Flanke und auf die Berlnndungs'rnien der allnnten Ernheitsfront von Tag zu Tag stärker, und der Augenblick schnitt mcht wrn, in dem von einer -ch.- U r-ng d,- militärischen Widerstandskraft der englisch-n-anzösisch-iialienisch. c.mkrlkam»ckxnl Front geiprocknm werden kann, txnevrgeruien durch- unzureichende Speisung mit Streit und Erbaltuugowitte'n die heraugeschafft werden mMett. Dem 'Schweizer mäg stst Bedrängnis Hollaichv zeigen, vaß auch er in einer zimfck'engeschobenert Fwns.-u gefaßt fern muß. Die Sch-.vciz lxu z-.var keinem ^cklchsraum zu vergeben oder sich solci>en nehmen zu lassen, at>cr l lC au ^ ^niürck^n und natürlichen OpevativnSioe.vm, die dem Lttnege nach allen Setten absolut ent zogen b.ciben münen ,.nd -war eher als der uoNveudigc Schiffsrauin. da mit chrcr' Be Nutzung die Verletzung des schlveizerischcu StEgelnetes conbunden wäre. Näheres von den FUegeriingrifstn auf Frestnn-a „ ,. am tt!. März. Nüü:amllich.k NachmtttagS. Der H Vl \ lbcx , ]d]m kurz berichtet nmit*, erWflti um 4 Uhr nachmUl und lourdc von 8 Flu^mgen ausgeführt. Er bat stch »u etnem besonders cm vfin d l , .che u FeblschlagfurunsereGegnerEltet Bon den 8 Acnrgen bltelxm bm m unterem Besitz. Wie uv»; dl-, umiAn-u-.n ntnte ' c:stdes Geschwaders durch das Zv..ec unserer >!llnoehrgesckü1tze Flag-eng,' beschädigt ,rvrden ist. steht dabn.. An den Ab.chtiten ^Ktben die Abioelngeschi^. die Flug- mtickmmder do? H«.mat1ustschltzeo und unsere >tgdstio,v:r Ä SV 011 /-’ 0-egit^r dcn Ruclltvg verleitteu iasr Detcht? Ämeis Tlte Ersvlge, dce der ALlvurs von etlv,t 20 Boutber Lchadt Frewurg erzicldc, sind garmq, 207 1 Kleide» schrank, l Bett- sielle mit Matratze, neuer Schrank zu verkaufen 0209 Wolsstrasse 16.11. Eine gut erhl Zimmcrtüre tzweisiügelig) m. Bekleidung, sowie eine zweiarmige Gas- lampe und ein grosser Bor- zettanlampenickirm z. verk. Näh- Grosser Stcinwcg 19. j KAUFGESUCHE | Einfamilicnhans ob- Haus mit zweimal 4 bis 5 Zimmern und Garten zu kaufen gesucht. Angeb. unter 0214 an den Gtest Anz. Eiifannlieniiaus r mit grossem Garten weinigen Morgen Land oder kleines Bancrugut mit nrod. Haus in der 9/äbe einer grösseren Stadt zu kaufen gesucht. Gefl. Oss. sub A. v. 1282 au llLSsen- nteln & Vogler, A.-ß. r Vitia. de Möbel ganze Einrichtungen, Nachlässe ufw. HanHUiratz, Brandqasse8 auviiwnuv uuci xfinjviw Konversations Lerikon zu kauf, gesucht. Angeb. m.Preis« angabe ».0205 a. d. Giess. An^ VE R S C H t EPEN ES**} .. »sm] 1 K. 23/17. Donnerstag den 2. Mai 1918, uachm.il Ubr, werden in unserem Amtszimmer die denPetcrSchcvpEbeleuten zu Burkhardsfelden zuge- schriebenen. nachstehend oerzeichneten Parzellen versteigert: DFlur 8 5Nr.29 l /i„-280qm Wohnhaus mit Hofruum hinter dem Steeg, zwischen der Chaussee und dem Mittelweg. Buchnerstr. 2. 2) Flur 8 Nr. ®Vio - 256 qm Bauplatz daselbst. 3) Flur 8 Nr. 35'/,» °° N0 qm Bauvla6 daselbst. 4) Flur 8 Nr. 86'/.o - 231 qm Wohnhaus mit Hokraum daselbst. Bemerkt wird hierzu, dast der Zuschlag auch dann erteilt werden kann, wenn ein der Schätzung entsprechender Preis nickt erzielt wird und der Genehmigung rechtliche Hindernisse nicht entgegen- stehen. Giesten. den 18. Mürz 1918. Grosth. OrtSgericht. I. B.: Leo. 2101V ORterwoiiMch! Jrl^26J., evang., ang. Aeust., f. häusü, m. auu Cbar., etg.H. tn kl. St. t. d.N. Glest., s. aus d. Wege d.Bck. ein. solid. Herrn iWtw.oh.Kd. n. auögeschl.1tn sich. Stellg. z. sp. Heirat. Nur ernstg. Angeb. u.0155 womögl. m.Bild, d. zurückges. wird. a. d. Geschäftsst. d. Giess. Anz.erb. Wsldsmsr Osrmingboff und Trsu rslgsn die glückliche Geburt eines prächtigen JUNGEN an. Gießen, den 20 . März 1016 . * Meinen verehr!. Patienten rur prefl. Kenntnis, daß Ich krankheitshalber mittwochs und Samstags nachmittags keine Sprechstunden mehr halte. Zahnpraxis Lieh Dentist Zutt aus Ausgabe von Seiscnkarteu. Hußnahe der Seisenkarten erfolgt GamStaa den »3, d. M. und zwar für die Bezugsberechtigren. deren Zunamen mit den Buchstaben A—K beginnen, vormittags von 8—12 Uhr und für die Bezugoverechtigten, deren Zunamen mit den Buchstaben L— Z beginnen, nachmittags von 2-6 Uhr. 2110B Giessen, den 20. März 1918. Der Oberbürgermeister (LebenSmlttrlmnI). Holzversteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 25. März 1918, vormittags 9'/, Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Giessen im Fernewald, Zlbteilung Steinertöwald Nr. 4, meistbietend versteigert: 26 Fichien-Derbstangen 0^-1 Fstm- b25 Fichten-Bohnen- stangen 1L1 Fstm., 110 Fichten-ReiSstangen 1,54 Fsttn^ 5729 Wellen Fichtcnreisig iDurchforstungs. Die Zusammenkunft ist auf dem Müllerweg an der Anneräder Grenze bet Abteilung Nr. 4. Holzhändler sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Jeder Steigerer darf nur feinen Eigey-Bedarf steigern. Giessen, den'20. März 1918. 2109 B Der Oberbürgermeister. I. B.: G r ü n e w a l d. Submissionsholzverkauf von Fichten-Derd- ßangrn bei der Stadt Gießen. AuL den Waldungen der Stadt Giessen im Bezirk des Forstwarts GeisessGtessen sollen die nachstehend verzeichn neren Fichten-Derbstangen tm Submisfionöweg verkauft werden: Los 1 122 Derb stangen von 10—12Ztm. Dchm. — 13,83 Fstm. 200 ft n n tt H — 13,85 „ dl9 n n n na— 3,31 , 418 e n ff 0 , „ «■» 2,90 j, 5 88 * „ 8-9 „ = 5,63 „ 6 201 ft n n ff 0 11,61 ff 7 318 * „ „ , . - 22,39 ^ § JQ n n n " * “ L98 n ?W6 w * 6-7 „ m VL7 . 10 187 * „„„,*= 6,37 - Das Gebot gehr auf den Festmeter und ist für jedes LoL besonders anzugeben. Gegen ausreichende Sicherheit wird Zahlungsfrist bis 15. November 1918 gewährt. Angebote sind verschlossen und mit der Ausschrtst ^SubmissionSbolzverkauf der Stadt Giessen^ bis spätestens 27. März 1918, vormittags 11 Ubr, an den Oberbürgermeister der Stadt Giessen etnzuretchen. woselbst, um die angegebene Zeit die Eröffnung der Angebote in Anwesenheit etwa erschienener Bieter erfolgt. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man ich an den Forstwart Geisel. Giessen, den 20. März 1918.' Silin Der Overbürgermeüb'rr. I. B.: GrÄnewald. 18«! ein. Bern». Dame w. so!, bess Herrn m gestch. Pos. zwecks späterer Heirat kennen zu lernen. Antw. unter 0208 an den Gtesseuer Anzeiger erbeten. Wer die Absicht bat, seinen TelksihMiisW aufzugeben, wird bösiichst um Adressenangabe gebeten, evt. gegen Vergütung. Schrift!. Angeb, u. 0210 a. d. G. Anz. Prililltitittkrrilht i. Pensum d. 1. bis 3. Schuljahres böh. Schulen wird von erfahr. Lehrkraft erteilt. Aus- kunft: Ottanlage »Op. 2017 Tlolln-Unterrlcht ge- sucht für Werktag nachmittag. Schriftliche Angebote unter 2123 an den Giess. Sinzeiger. Atasswäsche reinigt schnell und sauber Waickanftalt Schwan 0215 Liebtgstrahe 63. VEREINE ‘ | □ 22. lii. ?IM R. 87 4 Lit. Md. Leitung: Hofr&t Hermtnn Steingostter. SamStag den 22. März, abends 7'/, Ubrr Gesamt-Gastspiel von Mitgliedern des MainzerStadtihcaterS ri Sckaui^el^ in 3 Akten von DehmeU 2117v U.lSSontsft, 25 .,Dlen«tag, 26 .Hi&rz täglich nachm. 4 Fhr, and abends 8 Uhr: Marine-Festspiele Vorführung des gewaltigen Film Werkes Oie SiegesfaliFf | Ser WÄs Siirie Erklärung»- Ansprache: iomd Herr Theaterdirektor Artur Taeger-Hamburg. Vorverkauf: Musikalienhandlung Challior* Nachm. 4 Uhr: Schüler-Yorfitcllung. Hes. Platz 50, I. Platz 30 Pfennig. lui ansplrl m der ülr-Sapells.