Kr. n Ter -letzen«? Jfäjefflef erscheint täglich, außer Conntagö. - Beilnaen: Eletzeiier Zamiliendlätter; Krc>sM^ zu fügen, beweisen sie uns, wie richtig die rntsÄossene Weiterführung des Krieges war. Die Maxi- malisten sitzen auf schwankenden Stühlen, die nicht mehr den leisesten Anstoß aushalren. Und nun wollen sie weiter Lachern! Unsere Diplomatie hat in Brest-Litowsk offenbar ein fertiges und abgeschlossenes Urteil über die Sinnes- und Gemütsart dieser Herrschaften sich gebildet. Diese werden, samt ihrem Wort, ihren Funksprüchen, in der Sphäre aufrichtigen Friedensstrebens nicht mehr recht ernst genommen. Mit ihrer Macht und der Aussicht auf die Dauer ihrer Regierung ist es ttkf>t mehr weit her — ein neues Gerücht will stigar schon von der endgültigen Vertreibung Trotzkis und Lenins durch die Sozialrevolutionäre wissen —, und auf die Aufrichtigkeit ihrer Erklärungen und Entschließungen ist noch weniger Verlaß. Staatssekretär v. Kühlmann drückte dies in allgemeinen, vorsichtigen, aber doch deutlich ironischen Wendungen vor dem Reichstage aus. Was nun konv- Dien wird, worüber man in Berlin und Wien sich einigen wird, kann man ahnen. Die Mittelmächte werden sich nicht mit halben Zusicherungen begnügen, sie werden alle Garantien fordern, daß die Durchführung des Friedens nicht wieder verschleppt werde. Den in Brest ausgesprochenen Bedingungen werden wahrscheinlich neue hinzugefügt werden. Wir werden gleich Bürgschaften dafür verlangen, daß es den Maximalisten um die Erfüllung unserer Brester Forderungen ernst ist. Die Roten Garden müssen aus Finnland, Estland, Livland und selbstverständlich auch aus der Ukraine heraus, deren Friedensvertrag in Petersburg anerkannt werben muß. Papierene Zusicherungen werden kaum genügen. Zwar haben unsere diplomatischen Führer von den Petersburger Machthabern zunächst eine schriftliche Bestätigung des mitgeteilten Funksvruches gefordert, die auch alsbald zugesagt worden ist, allein daraus ergibt sich vorläufig überhaupt erst die Möglichkeit einer weiteren Auseinandersetzung mit den Maximalisten. Wir werden uns nicht beeilen, unsere militärischen Maßnahmen rückgängig zu machen. Wenn Trotzki den Frieden auf der angedeuteten Grundlage jetzt endgültig will, so darf er sich nicht dagegen stemmen, wenn deutsche Truppen in den Grenzlanden, die von Rußland losgelöst sind, Ordnung schaffen. Wahrscheinlich schwant dem Staatssekretär von Kühlmann von den Absichten der „Vvlkskorch missare" in dieser Beziehung nichts Gutes, denn nur so ist stme Bemerkung erklärlch, daß wir den Frieden mit den Großrussen erst haben, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken sei. Die Aussprache des Reichstags, die sich an die Rede oes Staatssekretärs v. KrMma.iin crnknüpste, war rm allgemei- rien mäßig und wenig eindrucksvoll. Die Mehrheitsparteien sich anscheinend an die Betonung eines fortan entschlossenen Borgehens noch nicht recht gewöhnen. Wie klein- nrutig^ muteten die Nörgeleien Gräbers und Doves an der Un-terzchrtst des Generals Hofflnann an, rvie lau und schleppend waren die Gedankengänge eines David, der einstmals den deutschen Standpunkt im Weltkrieg mit so wirksamen ^.Porten vertreten hat! Der Sozialocmvkratie hastet eben eumrer inxa das Grüpplein der „Unabhängigen" crn, deren Dertrerer, Leoebonr, gestern die Schildhalterei für die selbst ™ Petersburg verklungene Größe eines Trotzki bis zur ..^'lbstverachtnng getrieben hat Beinahe ebenso brdeutll -gs- k l crn^ ^° n ^^^icherer Wirkung als das neueste Angebot ^ Ma-ninalisben \xwi ic gestern vom öfter ri ich ftl/en Mmsderprasio nten v Leib er mitgeteilte neue Mmachung Mtt der Ukraine, luwiw oiefe über die Zugehörigkeit des Mb. Deutscher Reichstag. (130. Sitzung vom 20. Februar.) Vizepräsident Dr. D o v e erösfnete die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten. Er gedenkt in herzlichen Worten der goldenen Hoch zeit des Königs von Bayern und erhalt die Ermächtigung, im Namen des Reichstages ein Glückwunschtelegramm nach München zu senden. Darauf nimmt Staatssekretär von Kühlmann das Wort: Ter Friede mit der Ukraine ist der erste Friedensschluß in diesem gewaltigsten aller Kriege. Gleich, nachdem der morsche Bau des Zarismus, der an der Entfesselung des Weltkrieges ein ungeheures Maß von Schuld trägt, zusammengebrochen war. zeigten »ich im Gebiet der Ukraine, die nächst Großrußland eines der stärksten Elemente des früheren russischen Kaiserreiches umlaßt, nationale Bestrebungen, die auf eine Stärkung des Stammesbewußtseins abzielten. Als die ukrainischen Abgeordneten in Brest- Litowsk klar erkannt hatten, daß das Petersburger Kabinett keine aufrichtige Friedenspolitik trieb, haben sie freundschaftliche Beziehungen zSr den Mittelmachten hergestellt, »veil sie in keiner Weise unter den Sünden des Zarismus leiden, sondern aufrichtig den Frieden haben wollten. Tie Verhandlungen mit ihnen waren nicht leicht, denn wie es immer in Zeiten nationalen Aufschwunges der Fall ist, »vurden auch hier territoriale Forderungen gestellt, die nicht erfüllt werden konnten. Wir baden die Abgrenzung nach Großrußland hin einem späteren Zeitpunkt überlassen und unS daraus beschränkt, die Greirze nach Westen zu ziehen. Tiefe Lösung hat vor allem bei den Polen lebhafte Kritik erfahren. Es wäre irrtümlich, anzunehmen, daß wir m Brest-Litowsk uns der einschneidenden Wichtigkeit dieser Greuzregelung nicht bewußt gewesen wären. Tiefe Grenze ist von größtem Wert für die außenpoliti- sckMN Beziehungen Deutschlands, und sie tangiert in der Donaumonarchie neben den außenpolitischen mich folaenschwere innerpolitische Interessen. MinisterpräsÄent v. Seidler hat sich hierüber gestern ausführlich geäußert. Auch ich muß sagen, daß, wenn an dieser Frage der 'Friede mit der Ukraine gesch-itert wäre, die erdrückende Mel)rh?it des deutschen Bolees ein solches Berlxrlten seiner Unterhändler nicht nur nicht verstanden, sondern es aus daS schärfste mißbilligt haben würde. (Sehr richtig!! Daß wir die Interessen an einer gerechten Abgrenzung Cholmer Gebietes nach Westen hin von Lln arvg an nicht aus dem Auge verloren haben, ergrbt sich schon daraus, daß wir die Givnzziehung im einzelnen der Rvgclung durch eine Kommission Vorbehalten haben. Neue Verhandlungen nüt der Ukraine haben zu dem Ergebnis geführt, daß die FslttvgstMg der Grenze noch abgeändert werden tarnt, so daß die ethnographischen Verhältnisse und die Wünsche der Bevölkerung in weitestgehendem Maße berücksichtigt loerden können. ' In dieser Kommission wird «ich Polen vertreten sein, womit im Rahmen des Möglichen alles getan worden ist. um eine gerechte Abgrenzung zu erreichen. (Sehr richig!) Der Sttcit um die Cholmer Grenze, der besonders infolge des polnischen Wider- spruä^ entstanden ist. bringt die Gefahr mit sich, daß die Auseinaridersetzung über diesen Friedensv:7rtvag zu einer Erörterung des ganzen polnischen Zukunstsprvblems wird. Das erscheint mir aber nicht erwünscht, denn dazu wird später Zeit und Gelegenl-eit genug vorl)anden sein. Nächst den politischen Erwägungen halben auch die Erwägungen zum Abschluß das Vertrages mttgewirkt. daß die Ukraine, wie glaubwürdig angenommen wird, auch jetzt noch nach so langem Krieg über wesentliche Vorräte an Brotgetreide und Futtermiltelrv verfügt. 5)err v. Kühklmnnn wicdechoU im roeiteren Verlaute hauptsächlich die Godcrnken. die er bereits in der Kommission enttvickelt hat. und fuhr dann fori: Tie Ereignisse, die sich es gerictiSel. ivrlck>er nach einem einleitenden Passus über die Behandlung des Wassenstillstandsvertrags sagt: Der Rat der Bolkekommissare sieht sich veranlaßt, in AnvetraM der geschaffenen Lage sein Einverständnis zu erklären. den Frieden unter den Bedingungen zu unterzeichn nen. welche von den Delegationen des Vierbundes in BresL- Litowsk gestellt waren. (Lebhaftes Hört, hört! Bewegung.) Der Rat der Volkc^ommiffare cr/lürt. daß die Antwort auf die von der deutschen Regirrung gestellten genauen Bedingungen unverzüglich ^eMden werden wird. Diese durch Funkspruch ergangene Mitteilurrg stellt nach den letzten Erfahrungen, die wir mit Funksprüchen grniacht haben — es ist der amtliche Charakter derartiger F-unksprüche im Laufe der Verhandlungen manchmal geleugnet worden — kein für uns absolut verbind!ick>es Dokument dar. Wir haben daraufhin der Petersburger Regierung mitgelrilt. der Funkspruch sei hier empfangen lvorden. wir bäten um eine schriftliclte Bestätigung s-eineS JnlialtS an unsere Linien und l>aben die Mittellung erhalten, daß di-e Negierung der Voll^'o!nmissare die schckitliä>e Bestätigung umgehend a" die Linini schicken werde. Nack den bisherigen Ersahi'im- gen in den Verhandlungen mit Trotzki u^d seinem Kabinett möchte ich niclN. daß irgendwie in der breiteren Ocfscutlichkeit der Eindruck cmtstünpe, als sei imnmehr alles glatt und klar, als hatten eil-Kegierung wir den Frieden mit Rußland in der Tasche, (fr&rt. hön! und Sehr richtig!) Ich würde einen solchen Eindruck haupisächlich des- wecken beklagen, weil ich der ehrlichen und aufrichtigen Friedensliebe des deulsci>en Volkes, welche von der Regierung in vollstem Maße geteilt wird. Enttäuschungen eii'paren möch«. Tie Ereignisse werden sich ja jetzt verhältnismäßig rasch ab- rollen. Wir sind mit unseren Bundesgenossen über diese neue hier vorliegende Tatsache in einen Gedankenaustausch eingetrelen, deq bei der weitgehenden Durcharbeitung der Materie, um die es sich handelt, und die in Brest-Litowsk oorgenommen worden ist, gleichfalls in allerkürzester Zeit zu Ende gebracht werden kann. Eure lvesentliche Verschiebung der VerhandlnngsbasiS dürste, soweit sich oas bisher übersehen läßt, nicht eintreten. Wenn ich die durch! diese Mitteilung geschaffene Lage präzisieren kann, so wie ich iw nach gewissenhafter Erwägung ansel)e, so möchte ich sagen, Aussichten aus einen Frieden mit der Regierung der Volkskommissare sind durch den Abschluß des Friedens mit der Ukraine, durch den von uns jetzt ausgeübten militärischen Druck und durch das Scher- lern gewisser Hoffnungen, die man sich zweifellos in Petersburgs gemacht hat (Sehr richtig!), erheblich besser ge,vordem (Beifall.) Es kann der Hoifnung Ausdruck gegeben werden, daß wu letzt zum Ziele komnren. (Lebhafvec Beifall.) ^kber der Freude rlbep das große Ergebnis eines wirklichen Abschlusses mit RußlanÜ wollen wir uns erst hingebe«, wenn die Tinte unter den Dokumenten sitzt. (Zustimmung.) Ter Eindruck, den ich draußen hatte, war der. daß die Oesfcntlichkeit den Abschluß mit der Ukraine mit Erleichterung ausgenommen hat und als den enten Sä-ritt zu einer besseren Zulllnst und zu einc^ Wiederherbeiführung de^ allgemeinen Friedens begrüßt, den wir alle erhoffen und den wir bei ruhiger, llarer. fester und eittschtassener Führung der auscvär- tigen Politik in absehbarer Zeit auch zu erreiche lwffen. (Leb-, basier Beifall). Abg. Gröber (Zentr.): Ter Friedensvertrag ist vorbildlich für spätere Verträge. Darauf beruht unsere Freude, der eiserne Ring um uns ist durchbrochen und eine Bresä)e in die Mauer gelegt, die um die Mittelmächte gezogen ist, um mis von der Welt abzu- sperren. Die Ansprüche der Polen müssen möglichst befriedigt wer» den. Ein Frieden mit Rußland bedeutet für uns nicht einen Frieden ntit den bolschewistischen Banden, die da sengen und brennen^ Wir 'hoffen, daß uns bald weitere Friedens Verträge vorgelegtz werden. Vivat seyuenS! (Beifall.) Tlbg. Tr. David (Soz.): Der Fünsspruch stekkt uns twr eine ganz neue Sitivation. Diese Meldung aus Petersburg ist hocherfreulich. Wir habeit die Pflicht, dafür zu soeben, daß die neue« .Ho snungen nicht wieder zusammenbrechen. Dte Schuld an dem früheren Scheitern der Verhandlungen uegr nicht bloß aus russischer Seite. (Widerspruch) Trotzkis valttrug soll daran schuld sein, ec soll nach Ansicht der Alldeutschen den Frieden nickst gewollt haben. (Sehr richtig! bei den bürgerlichen Parteien. i^Sehr unrichtig? Wie unrichtig dies ist, beweist der Funkspruch (Sck>allendeS Gelächter.) Sie meiuen, das militärische Vorbehen habe diesen Umschwung verursacht. (Sehr wahr! rechts.) Nem. die Bolsckxnviki trieben eine Politik des Friedens. (Lachen. Nus: Politik der Revolution!) Sie haben die Mehrheit in hinter sich, weil sie den Frieden, auch einen Sonderfrieden, haben wollen. Unsere militärische Operation muß jetzt zurückgerwmmen ^rden, um den Eindruck zu vermeiden, als ob wir einen Regierungsivechsel in Rußland herbei ühren wollten. Tie Bolschewiki wollen den Frieden. Was rechts von ihnen sirlst, sind Ententefreunde. Ter Frieden -mit diesen ist nicht zu erwarten. Tie Revolution in Finnland ist nicht von außen hiuein.getragen ivorden, sie ist eine frnnische Be- ivegung. In Estland iutd Livland ist es ähnlich so. In der Ukraine sind die BolfchQviki in der Minderheit.: die Regierung ist gemäßigt si^ialdnnokoatisch. Es muß alles geschehen, um zu verhüteti, daß dre deutsch-polnische Verständigung nicht zusammenbricht. Tie Verständigung im Osten nstrd cvach auf den Weste« wirken, deshalb muß mit aller Däackst und Ehrlichkeit diese Bev- ständigung angestrebt werden. Abg. Seyda (Pole): Mit Bedauern hören wir, daß gerade das Zentrum dem Friedensvertrag zustimmt. Alle schönen Grundsätze mm der Beseitigung der Geheimdiplomatie, der Wahrung deÄ Selbstbestimmungsrechtes der Völker und Ablehnung von Annexionen sind außer acht gelassen. Selbst von einer Teilung Polens wird gesprock)en. Die Erregung unter den Polen ist aufs höchst« gestiegen. Auch Blut ist schon geflossen, beim Höchsten wie beim Geringsten. Das ergibt sich auch aus dem Manifest des Regerit- scl)astsrates. Wir Polen lehnen diesen Fried.msvertrag ab als einen Akt der Gewalt mü» hoffen, daß chch die übrigen Parteien wrs an^ schließen. (Zuruf: Was denken Sie von uns?) Abg Dove lFortschr. Volksp.): Der Aufforderung des Vorredners können wir nicht Nachkommen. (Beifall.) Wir haben die Jmleressen des deutschen Volkes zu vertreten und entsprechend z» handeln. (Bravo!) Es heißt die Wahrheit aus den Kops stellen, Nfmn man aris diesem Verttag eilte neue Teilung Polens heraus- liest. Wir begrüßen den Friedensvertrag, namentlich vom wirtschaftlichen Standpunkt aus. Wir halten es aber nicht für richtiL daß ein Vertreter der Obersten Heeresleitung den Friedensvertrag mit unterzeichnet hat. Frernde Nationalitäten ivolleu nur uns nicht angliedern. DaS Beispiel Oesterreich-Ungarns warnt uns. Den Famkspruch l*cutteilen )vir nich so optimistisch w-te Dr. David. Wir hoffen aber, daß wir rant auch zum Frieden mit Rußland kommen werden. (Beifall.) Mg. Dr. Stresemann (nat.-lib.): Wir danken Herrn von Kühlmann für ferne Geschicklichkeit. Zähigkeit unb fein Pflicht- gefühl, das es ihn überlvinden ließ, sich mit einem Herrn Rade! an einen Tisch zu setzen. Die Unterzeichnung des Vertreters dev Obersten Heeresleitung ist es nicht ganz in Ordnung, aber von untergeordneter Bedc'utung. Verdanken wir cf des Oberpeu Heeresleitung doch, daß nur überhaupt zu eiuem Friedens schuß ge^ kommen sind. Grundsätzlich stimnTen alle Partviim dem Vertrage zu. Weshalb soll man sich dr an F.winalitäten stoßen? Es sollte aber künsttg unterbleiben, daß einzelne Bundesstaaten Ver'rvter zu den Verhandlungen emsendeu. Wir »vollen als deutsch Einl>rt gelten. Nach Dr. David soll das Faiedensl>edürfnis der Bolschnvik! groß sein. Dabei unterdrücken sie jeücn Versuch das Selbstbestiinmungs- recht praktisch cmAuwendeu. Trotzki hofft aus innere Unruhen liei uns. Durch unseren raschen Eirunarsch.sind sie von Mord und Greuel taten abgevommen, die stets eine Sckiande lüeiben loerde»! für beu russischen Namen. (Bravo!) Wir müssen in dcu russischen ^aiedensvertrag die Forderung aufnehmcn auf sofortige Freilassung der deirtschn Gichn.tenen in Estland >md Livland und die Anerkennung der llfmiuc. Ein zweiter Mieden d^irf uns den ersten nicht stören. Die Gefühle der Polen verUehini »vir. die sie erfüllen, da ihnen ein Teil iliaeö crträuinten Zuknnstvlandes twnvinmen wird. Wis hätte man aber zu den Staatsmännern mckagt. wenn, wegen des Cchlmer Bezirks die Den Handlungen geschidert »mirf-l? Sie wären gesternigr worden. Was chben die Polen da»u getan. um Hre SympaMe fei un§ M sichern? (&dfyz gut!) Werra eS 511 * feifft, daß bie polnischen Legionäre mit Rußland gegen die UPtöine »iehen, so zerreißen Sie (zu den Dolen) den Vertrag vom 5. November 1916. Das wäre ui viel oerkmgt Sie hatten keine polnischen Armeen, die mit Deutschland gegen Rußland gehen wollten. Lebhafter Beifall und frarweklatschen, auch auf den Tribünen.) Millionen von Menschen sind in den letzten Tagen die Augen ausgegangen über den Unterschied zwischen ^ünarchie und Ordnung. (Sehr richtig!) Sic erkennen die NoNoenidigkeit. daß Oesterreich- Ungarn mit rumänischen. Getreide und künftig nvit ukrainisch^, Erzeugnissen bevorzugt wird, da darf man aber ut Wie» die Dinge nicht auf den Kops stellen. (Bravo!) Die Deutschen in den Ostsee- prooinKen werden für vogelfrei erklärt. Da müssen wir ihneni Hilfe bringen. Dann können wir getrost einer Volksabstimmung entgegensetzen. (Sehr richtig!) Der Krieg wird^niM durch das Schwert der Kritik, sondern durch die Kritik des Schwertes beenoet. Mit einem deutscher Sieg toerden wir zum Frreden gelangen^ (Lebhafter Beifall und Händeklatschens Abg. Gvas Westarp (Sons.): Ter Friedensschluß ist Sache des Kaisers, nicht des Parlaments. Wir begrüßen den Friedens- schluß mit der Ukraine als die erste Insel im Meer des Weltkrieges. Namentlich im Hinblick aus Oesterreich-Ungarn und die Türkei ist der Friedensschluß zu begrüßen. Tie Dardanellenfragc ist damit erledigt. Hinsichtlich der wirtschaftlichen und rechtlichen Seite des Vertrages ist gute und tuch ige Arbeit geleistet worden. Ter Vertrag kann im ganzen als mustergültig bezeichnet werden. Tie Revolution hat Rußland nicht glücklicher gemacht. Bestechlichkeit, Verbrechen scheinen oft über das hinanszugehen. was man Traber dem Zarismus mit Rocht oder mit Unrecht oorgewvrfen hat. (Sehr richtig! rachts? Es wäre besser gewesen, tvenn nran von vornherein mit offenem Visier in die Verhandlungen eingetreten wäre, und wenn dis deutschen Interessen auf Grund der durch das Schwert erworbenen deutsären Machtstellimg gewahrt wvrderr wären. Wenn Tr. David sagt, gewisse Teile des deutschen Volkes hätten Gott auf den Knien gedankt, daß die Friede nicket zustande gekommen \mrt, so ist das eine frivole gehässige Unter- sieklirug (Lärm links. Vizepräsident Dr. Tove rügt den Ausdruck). Ich .mi fi annehmen, daß Tr. David gegen besseres Wissen die Ausführungen gemocht hat. (Erneuter .Lärm. Zuruf: Schamloser Geselle! Ter Vizepräsident ruft den betrefferchen Abgeordneten! zur Ordnung.) Wir begrüßen das Borgelen rmserer Trupven, da wir die Pflicht haben, den Schutz der Bedrängten in den Ostsee,wovrnzen aus deren Hilferuf zu geivähren. Das neue Friedeusan-. gebot bringt uns in eine überaus »rünstige Lage. Tie Bolschewik; müssen «merkemien, daß die von uns besetzten Gebiete dauernd von Rußland losgelöst sind. Tas Selbsrbestimmungsrecht ber Völker wert«, 'wir wahrer, soweit es das deutsche Interesse xuläßt. Insoweit als es sich um militärische Sicherung der Grenzen handelt, muß das Einverstärwnis Hind-mburgs und Ludendorffs sicher sein. Sie mögen den deutschen Frieden unterzeichnen. (Bei- W Abg. v. Halem (Deutsche Fratt): Wir begrüßen die vorge- kegten Verträge mit Freuden und erwarten, daß der Warenaustausch, der Austausch ukrainischer Aqrcrrprvdutte mit deutschen Lsnduskrieerzeugnissen baldigst in die Wege geleitet wird. In unseren Ostprvvrnzen ist eine Trennung von Deutschen und Polen nicht denkbar. Die Polen mögen sich voll zu der preußisch-deut--' scheu Staatsnotwendiqkeit bekennen. An Entgegenkomnien gegen die Polen hat es in Deutschland, speziell hier im Reichstage, nie-, mals gefehlt. Der heutige Funkspruch ist eine Folge des energischen Vorgehens. (Sehr richtig! rechts.) Abg. Ledebour (Unabh. Soz.): Wir zweifeln ^icht daran, daß auch Graf Westarp der: Frieden will. Trotzki will auch den FnÄ-en rrur abgeschlossen werden dürfen mit Uebereinsttnrmung des Kühl mann findet jetzi den Beifall der Rechtem Ich bedauere ihn deshalb. gfrefterkert.) Der Beifall in der Kommission war besonders groß, als er, die Polen in einem Muße' heruntermachte, »me sie cs höchstens auf dem Kasernenhofe kennen gelernt haben. (Lachen. Vi-epräsiderrt Tode ersucht den Redner, sich zu mäßigen.) Die D krame ist lediglich ein Teilstaat Rußlchrds. Ddit ihr hätte ein Frieden ^geschlossen werd«r dürfen mit Ueberoinstimmung des anderen Rußlands. Die inneren Wirren Rußlands gehen uns nichts toi. Für Sie gilt es nur einen sittlichen Vorwand für weitere Er- «bermrgsplLnc zu haben. (Lachen.) Tr. Stresemanu spricht sich gegen Annexionen auS, ist über für Annektierung polnischer Gebiete, soweit es die militärischen Interesse!: verlangen, und soweit sie von den Halbgöttern Hindenburg und Ludendorff gewünscht werden. (Große Unruhe. Svizepräsident Dr. Paasche rügt diesen Ausdruck. Zuruf bei den Unabhängigen Sozialdemokraten: Götzenbilder! Erneuter Unwille rechts und linH.^ Wenn Sie uns den Friedensschlnß überlassen^ (Lachen. Zuruf: Bolschewikifrieden!), dann würden sich Ihre Kinder und Kfrcdeskrnder auch darüber freuen. Während Ihr Friede, nur der Vater neuer Kriege ist. Der Protest gegen die Einreihung der Polen in die Ukraine geht von der ganzen polnischen Nation ohne Unterschied der Partei aus. (Sehr richtig! bei den Polen.) frier zeigt sich wieder die Unzulänglichkeit unserer Diplomaten, Wir hoffen nicht auf die Negierung, daß sie uns wirklich einen dauernden Frieden bringM wird, den kann nur das internationale Proletariat durch eme.it Massenstreik erringen. Abg. Radziwill (Pole): Die Ausnahmegesetze gegen die Polen wollen die Nation ausrotten. Wir wären der preußischen Regierung dankbar, wenn sie diese ^Gesetzgebung abtcagen würde. Ern Verstand, gungsftneden muß auch unter den Nationalitäten eintreten. Auch die Polen haben in diesem Kriege Ufc Mut vergossen. Sie kämpften für T^rtsthLand, aber auch für Polen. Ein bauernder Friede ist nötig, er kann aber kein Gewaltfrisde sein. Staatssekretär von Kühlmann: General frofstnann war als Bettreler der Obersten Heeresleitung auf Vorschlag des Reichs- kcnrzlers vom Kaiser zu den Verhandlungen bevollmächtigt ent-, tzrcht. Dies war nötig, weil die Verhandlungen während des Waffeusiillstaudes im besetzten Gebiete stattfcmden. Ta war es erwünscht. jederzeit einen Vertreter der Obersten Heeresleitung zugegen z-u haben. Der Mechanismus hat sich- bewährt und" wird wohl auch beibehilllbvr werdtti. Es ist übrigens nvch>s Neues. Abg. Gröber (Zerttr.): Diese Sache hat nur oberflächliche Büxmtung. Dann schließt die Aussprache. Der Vertrag wird dem fraupt- ansschuß Überwiesen. Es folgt dir erste Lesung der Gefetzmttvürft bttr. Bekämpfung der Geschleckitskrankheiten und Maßnahmen gegen die Verhinderung der Geburten. Staatssekretär v. Wall ras: Diese beiden GegenstänÄe sind in der Literatur und im Parlament öfter erörtert worden. Sie find zur gesetzgeberischen Derabsckpiedmrg herangeveift. Ich empfehle beide Vorlagen yax Annahme Mg. Dr. v. Kalker beantragt, beide Vorlagen der 16. Kvm- Mission (Bevölkerungspolitik) zu überweis«,. Die Vorlagen gehen G3i diese Kommissivn. Darauf wird Vertagung beschlossen. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr. Tagesordnung: fraftentlossung des Albg. Dittmann, vkrainische Verträge, Bericht des fraushaltsausschusses, fett. Mili- rärisches. Schluß S /J Uhr. warten wem dieser Bestimmung bcz FrnedLNSvettvwges «ne Erleichterung der Lebeusverhältiüsse in der Monarchie durch die Lie- sxrung von Getreide und anderen Lebensmitteln aus der Ukraine. Ö >3 sieht außer Zweifel, daß die in der Ukraine lagernden Getreidv- vorräte unvergleiMich gröger sind, als das Quantum, welches wir augenblicklich transportieren könnten. Natürlich dürfen wir dabei mchr vergessen, daß ganz Rußland, und auch die Ukraine von den Krämpfen des Bürgerkrieges geschüttelt wird, und daß die Schivie- rigkeiten des Transportes mtter diesen Verhältnissen ganz außer- ordentlich sind. Nach den letzten Nachrichten, die dem Minister des Auswärtigen zugegangen sind, ist die Anarchie in ganz Zku ßland in einer stetigen Zunahme begriffen. Es herrscht ein Cl'poS,,dM Kampf aller Fegen alle. Unser Ziel bei alledem kann und wird nur sein, alles Menschmmögliche zu tun, um unserer heldenmütigen Bevölkerung jene Zuschüsse an Nahrungsmitteln zu verschaffen, die sie mir Recht verlang, und die sie sich durch dir lanMi Entbehrungen und dis standhafte Darchholten verdümt hat. (Lebhafter Beifall. Händeklatschen.) Prophezeiungen, ob und in welchem Maße dies gelingt, sind bei der zunehmenden Anarchie in Rußland gMrz unmöglich, klingt es nicht, dann werden auch die l'chrige:: Bestimmungen des Vertrages hinfällig, dann bleibt uns immer noch der eine Vorteil, ben KrieMu.stand mit ber Ukraine wie mit ber Petersburger Regierung b&v&et zu haben. (Beifall.) Ter andere wichtige Punkt des Vertrages ist die C Holme r Klausel. Bon dem Vertreter der nkrainischen Roda und der österreichlsch-ungarrschen Regierrmg ist gestern eine ergänzende, interpretierende Erklärung zu dem Frie- densvertva-g untersettigt worden, wonach das Cholmer Gou- vernementnichtandieukrainischeRevublikfällt, sondern über dessen Los setuerzeit durch eine genrischte Kommission tiad) ethnographischen Grundsätzen und rwch Anhörung der Wünsche der Bevölkerung bestimmt werden ,otl. enDen: Beim Friedensschluß mit der Ukraine sind zwei Momente von ganz befintderer Bedeutung Vor allem ist darauf hin- toweisen, daß laut Artikel ) dos Friedensvertrages sämtliche Bestimmungen ein unteilbares Gan^kS bilden. Was in diesen'. Ber- rvaye der eine Teil an ZugestätLmissen machte, hängt somit davon «ob, daß auch der andere Teil seine Verpfticbttsng-m erfüllt. Die Lerpslichtuny, welche de nfnainische Volksretmblik st'enwmmen hat. besteht vor allem di rin, drß sie uns ihre Ueberscht'ifse an landwirt- ßchafll^ck»» Dockten zur Berftlyung stellt. ^Beifall.) Wir ev- Der Lrfo!g der mlMSrischrn Vorgehens im Gsten Wien, 20 Febr. Aus dem t u. t Krieg spresse- auar tier erfahren wir: Der Rat der Volks kommt ssare hat die von den BierverbandnrLckchen in Brest-Liwwsk ausgestellten Fricdensbedingungen ohne jedweden Vorbehalt anartto-mmen Die hiermit erzielte neue Wen- düng im Osten ist ausschließlich dem ohcte Zögern erfolgten militärisäien Vorgehen gegetr dir großrussische Republik zu danken. Es ist selbstverständlich, daß jede militärische Aktion, die bisher an den Fronten untMtoinursn wurde, aiulf dom Einver nehmender beiden Mi tteb- mächtebeHründet war Wenn bisher nur das Vorgehen deutscher Kräfte gemeldet wurde, so ergibt sich dies aus der Tatsache, daß das Schwergewicht der östertrichrsch-unga- rischetl Stveitkräfte auf dem südlichen Delle der Ostfront liegt Nördlich des Prrpjet stehen nur dautsche TvupptTi. Auch beiderseits der Bahn Kowel—Nowno war«: Mr Stunde des Einsetzers nur deutsche Verbände zur Verfügung. Ein Eingreifen unserer Truppe hängt ledigüch von der örtlichen Lage und der Krästegruppi^ung ab Ei« Gerücht über de« Sturz der Volschewiki-Regrer««g. Kopenhagen, 20. gebr. (^riv.-TÄ.) „Politike>r"Meldet aus Wasa, es gehe hartnäckig das Gerücht, das jedoch rwch nicht bestätigt sei, daß die Bolschsvicki-Negierung in Petersburg von den Sozialrevolutionären unter Tschernow gestürzt worden sei. Lenin und Trotzki sollen nach Riga geflüchtet seirr. Die „Moral" der Maximallstr«. S tockho l w. 20. Februar. Nach einer Devefchr' machte der Bol ksbeau ftrag le für Justiz den Sowjet von val daraus anfnterksom, daß es nicht Mü.Ä'stq sei. einen c:a;rZ«en Stand ahne Prüfung der persönlühm. Vergehen außerhalb des (Gesetzes zu stellen. Der Voltzsbeauftragre oerlangbe eine eingehende Untersuchung und eht Verfahren, das den revolurion.även Vorstellungen mehr entspricht. Der deutsche mib Kapitalismus hätten zivölf Jahre lang, von 1878—1890. die gesamte deutsche Arbeitsklasse als außerhalb des Gesetzes stchesch erklärt und Tausende von Familien in Arrnut gestürzt. Die russische Revolution werde nickt den Wog bet Ausrottung ganzer menschlicher Kategorien verfolgen. Sie fatreffr %rwmm, dir gegen die revolutionäreni Interessen Vorstößen, ciber ihr frauptWvel bestehe in der Bev- wichtung von Einrichtun^u, die die ALbeitermafikN unterfochten. Kakedi«s Selbstmord. Stockholm, 20. Febr. Die Pet. Tek.-Ag. meldet: K a l e d i n erschoß sich im Laufe einer Sitzung der Tonregie- rutm, die versuchte, die AngeLcgeuheiten des DongebLetes zu feiten. Nach langen Beratungen entschloß sich die Regierung, ihre Vollmachten zuguusbeu des Sowjets niederzrr- teqen Kaledin begab j idy daraus in einen andern Saal und sckwß sich eine Kugel ins frecz. Kt feinem Nachfolger wurde l^en-eral Nasarow enmcmrr, der den StefeM Mr allge ppei iKii MobiRsierung der kosaNschen und nichjüdfaüsche« Bevölkerung zum Kampfe gegen die Sr^chettruppen extirutt Eine Bittschrift für den Exzaren. Berlin, 21. Febr. Wie dem L.-A. aus dem Haag bv» richtet wird, hat eine Anzahl russischer Großfürsten »md Großfürsciuiwn eine Bittschrift an die Bolschwikcsche Regierung gerichtet, sie möge derFomiliedesExzare» gestatten, Tobolsk zu verlassen unk nach Paris zu reifen. Sie erklären alle Gerüchte von Plänen zur Wiederherstellung der Zarenmonarchie für falsch und wollen, auf jeden Throrv' anspruch verzichten. • • • Rumänien Berlin, 2L Febr. General Averescn ®L D. aus Wien Kufölge, ,.n Bukarest eingewoffen, um dort Verhandlungen zu führen, die mit der Bildrnrg seines Kabinetts und den bevorstehenden JwiedenSverhLnolungen rm Zusamnvwchang stehen. «u» dem englischen vberhanse. London, 19. Febr. (WTB.) Meldung dcS R stt er sch« Brrvaus. Oberhaus. Lord Terby gab eine ähnliche Gr- Särung wie Lloyd Gcorge ab, indem» er jagte, daß er im Hinblick auf seine bisherige Unterstützung Robertsons Lloyd Gwrge seinen Rücktritt angeboven habe, ^aß «cher ber Premiernlülister ityn ersucht habe, rm^ÄmLei zu blochen, um bei der Ausführung des Planes zur HerstÄbu^g einer besseren Einigkeit der KrchxSzieie der Alliierten m helfen. Er habe zugestinnnt, weil er der Ansicht sei, daß der Versailler Plan zu einem Erfolg gemacht werden könne und wesentlich zur.Gewrmrung des Krieges beitragen werde. Bei der Einbringung das BavMrschlac;es für das Hoer betonte Lloyd George, der mit Zantom Verfall enr^angen wurde, daß die in^ Versailles gefaßten iEittschlüsse einstvnmig seien. TaS frans solle heute «ttwcdfer drnc Borgeben der Regierung ferne die.Sicherheit des Landes-ftür wesenttich c-rackfte. (Beifall.) ASauith habe die militärisch« Mafchnrorie zur Durchführung der Versailler Beschlüsse kritisiert, aber keine Einwendung erhoben gegen die Erweiterung der Behlgnisse des Kriegsrrttes. Die Debatte war außerordentlich «üngescknänkt. Es ereigneten sich keine Zkoischell-» falle. Das frans beriet noch der Scörterung über den Versailler Kriegsrat verschiedene Heeres jva gen. Tie Vertrauensfrage wurde nickst gestellt. Im Unterhaus Wille Lloyd George mit, daß Sir Henry Raivl i N s 0 n zum britischen Vertroder beim Versailler Kriegs' rat ernannt worden sei. Ei»»e sozialistische Konferenz in London. Lvndon, 20. Febr. Die interalliierte sozialistische Kv n/ere n z wurde heute erbfsE. Die Verhand-- ümgen der Konferenz werden bei geschlossenen Türen statd finden. Aus dem Reiche. D«S prtvßi'che Wahlrecht. Berlin , 20. Febr. In der heutigen Sitzung des Wahlrechtsausschusses des Abgeordnetenhaus ses wurde der kouservativ-frcilonserva'ive Pluralantrag mit 20 gegen 15 Stimmen angenommen und damit § 3 der Re^ gierungsvorlage, der das gleiche Wahlrecht vorsieht, für er-- ledigt erklärt. Für den Pluralantrag stimmten 12 Konservative, 4 Freikvnservatioe und 4 Nationalliberale, gegen den Pluralcmtrag stimmten 8 Zentrumsabgeordnetr, 3 Freisinnige, 1 Sozialdeuwkrat, 1 Pole und 2 Nationalliberale. Berlin, 21. Febr. JmWahlrechtsausschußdes Abgeordnetenhauses erklärte Vizepräsident des Staatsmini- sterrums Dr. F r i ed b e r g, es fei die Frage aufgetaucht, wrc ferne Antwort auf die Anfrage des natioTrallidcttLlen Abgeordneten betreffs der Stellung der Staatsregierung zu Plural stimmen, die sich nicht auf Besitz oder Grckommen grü»tt>eten, zu interpretieren sei. Er habe erwidert, daß die Vrufmüg dem Stacttstntuister-inm Vorbehalten beeiden müsse Diese Prüfung habe inzwistlien stattgefunden. Materiell sehe die Staatsregierung eine Zusatzstimme für Alter und Fa milienstand nicht als eine Verbesserung an. Es lverde dadurch das Gefühl der Ungleill>heit von neuem geweckt. Schon darum ulüfje die Regierung dringend abraten, sich auf diesen Boden zu stellen. Die Hufatzftimme für selbständige Erwerbe tatigkeit halte die Regierung für eine verdeckte Besitzstimme. da für hie Selbständigkeit ein fundierter Besitz vorhanden sein müsse. Der Vorschlag stehe daher im Widerspruch zu der Regrerungsvorlage. Gegen die Bildungsstimme beständen zwei Anstände. Sie enthalte ein gewisses pekuniäres Moment, denn im allgemeinen hänge von dem Einkommen der Eltern ab, ob sie den 5kirrdern eine höhere Bildung angedeihen lasser könnten. Es fei aber auch eine Ungerechtigkeit, diejenigen zu derrachbeiligen, die von Hause aus nicht in der Lage geweserc, sich eine höhere Schulbildung anzueignen, später aber durch Flertz und Tüchtigkeit es zu einer höheren BiQung gebracht hätten. Diese Bildungsstimme sei daher richtiger als „Vorbild ungsstimme" zu bezeichnen. Ihre Annahme würde auf weite Kreise der Bevölkerung aufreizend wirken. Der Vize Präsident sthloß: Aus allen diesen Gründen vermag die körriglich« Staatsregierung in den angedenteten Vorschlägen einL Verbesserung der Vorlage nicht zu erblicken. Sü würde die Zwecke, die die Antragsteller im Auge habe, nicht fördern, sottdertl teils unerwünschte Ungleichhetten in die Vorlagen lftneintragen, teils das Wahlrecht viel stärker demokratt- siwen als der vorliegende Gesetzentwurf. Dazu kommt noch eine weitere Erwägung. Die Vorschläge sollen durchgeführt werden auf Grund von Zusatzstimmen. Dadurch würde bei weiten Krersen unseres Volkes die Auffassung entstehen, daß dis Grundlage des Gesetzenttvurfes das gleiche Wahlrecht verlassen uno auf ein Pluralwahlrecht zurückgegrisfen wer derr soll. Das liege aber nicht in der klar arrsgesprochenen Absicht der Staatsregierung. Ich kann deshalb die Zusttm- mung der königlichen Staatsregierung M den BorsäMaen des natwnallib««g fftt die tzochwass«xb,sch»bi» Jen von Bötersheim wurde gestern, am 20. Februar ae> schloffen. Das ^amtcrgekmis stellt sich nunmehr aus 1730.49 Mark. Außer den bereits bekam,gegebenen Sttfiecn, spendet«, NN. 3 2 Mk., R. Hillertü., Angestellte der Firma Salomon 10,50 Mk.. Bureaupersmml der Firma Gg DhÜ Gai) 23^50 Mk., Frau Tern Wttv. 10 Mk., N. N. 2 Mk. Job franlll 5 Mk., Instrumeittenmacher Schmidt 5» Mk., N N 2 Ms EL 5 Mk., Unaen. 2 Mk., N. N. 2 Mk., Frau P 1 Mk 10 m., M G 2 rnt, man mm lo Ml.. m ** BiehtzKVVüng. 2tm 1. Mär- findet Mrver eirtr Breh- zWÜm.g jdatt. Aus diese sei hier rwchlmals besonders hin gewiesen, da fä£ Erhebung von Aufterffer Wichtigkeit und es im Interesse iedeS einzelnen li-egr, die Vorschriften cruf das genanrste zu befolgen.. ** S tadt t hca t c r. dlnher dem (Yastsnel C. W. B ü ll er s in „Doktor Wespe" am nrorgigen Freitag steht ein weiteres interessandes Gastspiel für die nächste Zeit in Aussicht, nämlich eine Aufführung von Strindbergs Schauswel „Ter Scheiterhaufen" am Montag, 25. Februar, durch erste Kräfte des Frankfurter Schauspielhauses. U. a. wirken in der Vorstellung mit: ^-akob FeLihrmmer, vormalig am Deutschen Th ater in Berlin, und Margarete Sw>o5oLxr, die vom Münchener Hoscheater nach Fr-rnt rurt gekommen ist. ** Lichtbildervortrag. Wir machen nvch>rnals ans den Bortrag aufmerksam, den Pvo-f. Tr. Bock über 5en dr-ulschen Lchnitzaltar heute abend im Physikalischen Jnstttitt hält. Siehe Anzeige. ** Im Lichtspielhaus, Bahn hofft ra ße, gelangt bis einschließlich Freitag ein Hella-Mo ja-Film „Die gitte Partie" zur Ansführmrg. Wlie alle Filmwerke der Kürrsllerin zeigt mich „Tie gute Partie" in einer an Benvechstungen reichen Handlung, erneut die Anmut Und das frische, lebendige Spiel .Hella Mosas. Auch die Bilder erfreuen durch' ihre Klarheit und den geschmackvollen Rahmen der Ausstattung. Von Dainstag ab steht ein neuer Henni>- Porteir-Film „Höhenluft" auf den! Spielplan. Siehe Anzeige. Kreis Frieoberg. N. Z. Bad-Nauheim, 20. Febr. Ein großes Schadenfeuer entstand heute früh im Hause der Buchhandlung Burk in der oberen Parkstraße. Beim Erntteffen der Marmmcmnschaft der freiwilligen Feuerwehr, die erst gegen 8 Uhr morgens benachrichtigt i^urde, umrden schon zwei Zimmer des zweiten SüicKv-erkes in lMen Flammerr Es mußte Großfeuer gemeldet werden und die ganze Wehr einschließlich der Pflichtfeuerwehr wurde zur Bekämpfung des Feuers amfgebolen. Okrr dem tatkräftigen und umsichtigen Eingreifen der Wehr ist es zu danken, daß ein Umsichgreifen des Feuers auf die anliegenden Gebäude verhütet wurde. o Oppershofen, 19. F?b-r. Vorgestern starb hier lHchbetagc im Alteo von 89 Jahren unser Alünirgenneistier Heinrich Schmitt. Heber 40 Jalwe leitete er die Bürgermeistergefchä-ktr der ssteiigen Gemeinde. Starkrilburq und iNheinhesfen. D. Z. Mai NA, 20. Febr. Gestern vormittag brachi in der .Bvsterkaserne zu Wlcisanau ein Brand aus, der anfangs bedrohlich ausiah. Tie verschod-cnen.Wahren ivaren rasch zur Stelle und Kennten das Feuer, das auf die M-ckenränme beschränkt blieb, bald löschen. Kress Wehlar. ra. Hermannstein, 20. Febr. Tie Direktion der Nas- saustchen Landesbank hat «ruchst/ier eine Sammelftelle der Nasftmi- schen Landeskasse eröffnet und den Dehner F-r. Raab nut der Verwaltung beauftragt. Hkssen-RiMau. ra. Camberg, 20. Febr. Für tet Fall einer mit der neuen Berwaltnngsrefvrm eintttteuren anderweitigen Kreiscünteilung und der ich daraus ergebenden ^'lbtrennung der Stadt Camberg vom Kreise Limburg hat die Stadtvecwaltrmg sch um eineu Ksteissitz beworben. Tie Stadt ist. bereit, das Dienstgebäude und die Landratswohnung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Cransberg, 21. Februar. Der Schneidermeister Karl Frank und seine El^frau begingen gestern las Fest der goldenen ^wchzeit. Ter Jubilar ist 79 und seine Frau 80 Jahre alt, X Fulda, 20. Febr. Im benachbarten Elm hat sich ein schwerer Unglücksfall ereignet. 'Der 58 Jahre alte Maurermeister- Andreas Möller und der 49 Jahre alte Schweinehirt Johannes H e r b e r t aus Elm waren als Hilfsdienstpflchtige zum Holzfällen im Gemeindcwald herangLzogen worden. $ei dem Umlegen einer Buche stürzte leite der Stamm plötzlich um und begrub beide Männer unter sich. Dem Maurermeister Möller wurden beide Deine abgeguetscht. Er war bereits tot, als man ihn unter dem Baumstamm hervorzeg. Herbert, der schwor verletzt war, hauchte wenige Stunden nach dem Unfall.sein Leben aus. Frankfurt a. ivi., 2 l. Febr. Das Bad Stovenky«., das kürzlich von der Stadl angekauft wurde, wird am l. April in Betrieb genommen. Vorläufig finden dort 100 Kmte Aufnahme. Mit der Leitung des Bades wurde der bisherige Badearzt Tr. Rüdiger betraut. > l Marburg, 21. Febr. In te gestern abend abgehaltenen Sitzung der Stadtvemrdneten befckBstigte man stch in lebhafter Alussprackw mit dem Anttag, den Fahrpreis der Dttaßenbahn. der gleichmäßig 10 Pfemrig beträgt, wegen, der neuen Besteuerung auf 15 Pfennig zu erhöhen nnd für jMen Wagen einen z.veiten Schaffner anznstellen. Tie Vorlage wurde vertagt. — Ans der anschließend erstatteten Uebersicht über den Stand des Qnartiergelder- verlags ergab sich, daß bis zum 1. Januar d. I. 771161,92 Mk. eingenommen und 770077,63 Mk. ansgegeben worden waren. » » : Juwelen- und GoSdwoche j I Schirmherr: Se. Kgl. Hoheit d8r GroSherzog. I • -——, j Dis Goldankaufsstelle j • im Gebäude der Bezirkssparkasse (Johannesstr.) « ist anläßlich der ii57D « : hessischen Juwelen- und Goldwoche : • e • morgen vormittag von 10 - 1 2 \Uhr j J -- geöffnet. - J ä Der Ehrenausschuß der Goldankaufsstelle Gießen. I • • Kirchlich« Nachrichten. Israelitische Religisnsgemeindc. Gottesdienst in der Synagoge (Sud-Anlage). Sanrstag 23. Febr. Borabd.: 5.45; morg.: 9.00: abds.: 6.10 u. 6.45. — Israelitische keligionrgesellschast. Salbat- sseier am 23. Febr. Freitag abd.: 5.30: Sanistag vorm.: 8.30; nackM.: 3.30: Sabbatausg. 6.45. Wochengottesd.: Montag morg. 6.45, abds. 6.M; Dienstag morg. 6.15; an den übrigen Tagen morg. 7.00 und abds. 5.30. Vrieskasteu der Nedaktisn. Mnouvme Anfragen bleibe» unberückstchttglLtz Mear Anfragenden zur Kenntnis, daß wir nicht befugt sind, über militärische Angelegenheiten Auskunft zu erteilen. Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 21. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht und D c u t sch e r K r o n p r i n z. Vielfache Artillerie- und Minenwerferkampfe. Ein Vorstoß in den Argonnen hatte Erfolg. Herzog Alvrecht. An der lothringischen Front war die Krnnpftättgkeit in vielen Abschnitten zwischen der Seille und der Plaine gesteigert. Starke französische Abteilungen griffen am AbenL unsere Stellungen bei Aloncel, Ncchlicourt und Mounaucourt an. An einzelnen Stellen drang der Feind ein. Unsere Infanterie warf ihn im Gegenstoß wieder hinaus und machte eine größere Anzahl Gefangene. Südwestlich von Markirch brachten Sturmtruppen von einer Erkundung Gefangene zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe von Eichhorn. Bon der Insel Moon aus sind unsere Regimenter nach Ueberfchreitung des zugefrorenen Sundes in Estland eingerückt imd haben Lcal besetzt. Im Vormarsch am rigaischen Meerbusen entlang wurden Pernigel und Lemsal erreicht. Bei Lemsal kam es zu kurzem Kampf, in dem 500 Gefangene gemacht und 20 Geschütze erbeutet wurden. Wenden wurde durchschritten, unsere Trup- pm stehen vor Wolmar. Zwischen Dünaburg und Pinsk sind wir im Vordringen nach Osten. Heeresgruppe Linsingen. Die Bewegungen gehen vorwärts. An der ganzen Front wurden wichtige Bahn- und Straßenknotenpunkte besetzt. Rowno wurde vom Feinde gesäubert. Die Beute läßt sich noch nicht annähernd übersehen. Bisher wurden gemeldet: An Gefangenen: 1 kommandierender General, mehrere Divisionskommandeure, 425 Offiziere und 8700 Mann. An Beule: 1353 Gestl ütze, 120 Maschinengewehre. 4009 vis 5000 Fahrzeuge, Eisenbuhizüge mir etwa 1000 Wagen, vielfach mit Lebensmitteln beladen. Flugzeuge und sonstiges unübersehbares Kriegsgerät. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguarliermeister Ludendorff. > * * * Nene N-Boot-Erfolge. Berlin, 20. Febr. (Amtlich.) Im weftlichenMit- telmeer erzielten unsere U-Boote neue Erfolge gegn den italienischen Transportverkehr. 2 3 000 Brutto-Re- g i sier-Ton n en feindlichen H andelsschiffs- raumes wurden von ihnen vernichtet. Unter den versenk- ten Schiffen befanden sich der italienische Dampfer Harlaw mit Kohlen von Marseille nach> Livorno, die bewaffneten englischen Dampfer Newminster Abby (3114 Br.-R.-T.), Stur- ton (4406 Br.-R.-T.), und Oelia (5004 Br.-R.-T.), der englische Dampfer Aboukir (3660 Br.-R.-T.) und der italienische Segler Volenta di Rio, dieser mit Kartoffeln nach Tunis. Vier von den versenkten Dampfern wurden aus einem und demselben gesicherten Geleitszug, und einer aus Zerstörer^ bedeckung herausgeschosseck. Von dem bewaffneten italienischen Dampfer Harlaw und dem englischen Dampfer Aboukir wurden die Kapitäne als Gefangene eingebracht. Der Chef des Admiralstabs der Marine. krltz Ilowci ck Srohe Huswahl in 1009 a Stores, Balbffores, Scheibenfchleier, Bettdecken, Draperien und kämt! eben Gardinen = Zutaten. 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Februar, nachmittags um 2*/» übr, von dein Sterbehauso aus statt. 1305 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß e-S Gott dem Allmächtigen ge- fallen hat, unser gutes, braves nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im -arten Alter von 15'/, Jahren zu sich zu rufen. Die trauernden Litern: Familie Lndwig Pfeiffer. Bergmann. Gießen, den IS. Februar 1918. Die Beerdigung findet Freitag den 22. Februar, nachmittags 3'/« Uhr. auf dem Neuen Fried- Hofe statt. 09161 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unsere- teueren Entschlafenen Philipp Dambier sagen wir innigsten Dank. 12ff Gießen fDchan-enstr. 8), den 19. Februar 1918. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Ableben unserer teueren Entschlafenen sprechen herzlichen Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Serfon Katz. Gießen, den 21. Februar 1918. 12M E Danksagung. Für die uns bei dem Verluste unseres auf dem Felde der Ehre gefallenen, innigst. geliebten Sohnes, Bruder- und Vetters Muskeiierr Albrecht Reichhardt bewiesene Teilnahme sagen wir allen innigen Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer Römer für die trostreichen Worte, sowie für die überaus zahlreichen Blumen- spenden. in? Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Neichhardt. Ulfa, den 16. Februar 1918. Ordentliche Hauptversammlung SamStag den 23. Februar 191H, abends 8 Ubr, in der Wirtschaft „Bum Postkeller". TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnung?' ablage. 8. Ersatzwahl des Borstandes. 4. Wahl deS Rechnungsorüs ngSausschusfeS. 5. Etwaige Anträge gemäß § 24 Abs. 3 der Satzung. 6. Verschiedenes. Um joftlrt iilifö u. pönUlidicö üs^tiRf n ro.rD flcbdcii. Gießen, den 8. Februar 1918. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dickorü, Schanzensiraße8, vom 14. Februar 8 Tage zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen. 961^ Bilanz 1917 Aktiva. Jt Passiva. M $ ttassa-Konto: Konto Korrent. Bestand am Konto: 31.12.17 2012.44 Diverse Kredi- Spareinlage 3523.33 toren 673.48 Wertpapiere 478.05 Betriebsrück- Waren-Konto: lage-Konto(31) 3839.87 Bestand am Mitglieder. 31. 12. 17 5623.92 Konto (197) 1690.— Inventar-Konto Reservefonds- n. l^Abschr. 115.10 Konto (240) 4907.- Nückstande 2993.54 Ueberschuß Debitoren: 1917 3955.34 Diverse Debitoren 318.71 15Ö05.09 150(55.69 Zahl der Mitglieder Ende 1916 . . 152 Abgang durch Auskündigung . . . 6 Abgang durch Ableben .... 4 142 Zugang in 1917 . . . » » • 18 Stand. 160 Watzenborn, den 19. Februar 1918. Fohanire- Sommer VII. Direktor. itn Tamatztp Leicht Rechner. Kontrolleur. 8 sminai'-^I'APLl'amj 6 klAN 8 tAsi! Die diesjährige Aufnahmeprüfung findet am 27. März d. F. statt. Bewerber wollen unter Einreichung des standesamtlichen Geburtsscheines, des Tauszeugnisses, der beiden Jmpsscheme, eines kreisärztlichen GesundheitsscheineS und der Berpflichtungs- erklärung des Vaters oder Stellvertreters, die Kosten der Ausbildung zu tragen (von der Ortsbehörde beglaubigt), sowie eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes ihr Gesuch um Zulassung zur Prüfung bis zum 1. Marz d. IS. an den Unterzeichneten einreichen. Wetzlar, den 11. Februar 1918. 1100D Groth, Kgl. Seminardirektor. Großh. Realschule zu Schotte«. Die Anmeldung von Schülern für das kommende Schuljahr, das Dienstag de« 0. April, vormittags 7.45-Uhr beginnen wird, erbitte rch baldigst mündlich vormittag» von 11.30—12.09 Uhr jn meinem Amtszimmer oder schriftlich. Dorzulegen sind GeburiS- und Impfschein, sowie nach Schluß de- adlaufenden Schuljahre- das AustrütSzeuguiS der zuletzt besuchten Anstalt. Der Direktor: _ Herrsch._ 1309D Gebrannter Kaffee (Ersatz) beste Qualität «keine Rüben), 9V, Pfund Postpaket Mk. 20.—, franko Nachnahme nur an Seibstverbraucher versendet 1242 I. M. Schulhof, Marktttr. 4. Tel. 11«. und SmgamiersQ erbitten wir uns 1293a C fflbdehausQalomön . in- li Mts! von Anttauttalen. Möbeln, ganzen Einrichtungen, Alteisen. sowie allen von mir gesührlen Artikeln. 78 Louis Rothenberger. VEREINE □ 22.11. l'k Sbl. □ 111 MilM, t299c Slairtr M\ Leitung: Hofrat Hormana Sleingoeltsr Freitag den 22. Februar abends 7'/, Ubr: Or. Wespe Lustspiel in 3 Akten von Rod. Benedix. 1285c Wohltätigkeits-Veranstaltung zu Gunsten der Onterslsunpkasse der NOsÄIW Samstag d^n 23. Februar 1918 Anfang 8 Uhr Hotel Fürstenhof Anfang 8 Uhr Bunter Künstler-Abend Ultwlrkende: ErnaFaBbender, Opernsänuerin, Frankfurt-Main. RndolfWetsker vom Großh. H<*f'h ater in Darmstadt (Humoristische G<‘*hnf;svortr/ige und Deklamationen, KlavWsc erze». Josef Gareis vom Opernhaus in Frankfurt-Main (Heitere Lieder zur Laute), Chr. Grimm, Ventriloquist Am Flügel Kapellmeister Karl Kremer, Frankfurt-Main. Prel«e der PBHtae: I. Platz Mk. 3.—, II. Platz Mk 2.— (numeriert), 3. Platz Mk. L— Der Vorverkauf findet statt: bei ©helller, Neuen weg, KSoret. ZigarrengeschAft, Seltersve#. IIf * Wirtschaftliche Vereinigung Kriegsbeschädigter, Gießen. Stutenkörnngen iu der Provinz Oberhessen. die dte»jährigen Suuenkürtermine in Oderhe Die finden wie folgt stau: Rieder Wöllstadt: Montag Butzbach: Bernavt: Dauernbeim: tvrüuderg: Gros, Felda: OderOfteideu: Uirtorf: Romrod: Schlitz: Euge.rodr Greveudaia: Hirzenvai«: Düdelsheim: Over-Schmitten: Lich: Montag Dienstag „ Dienstag „ Mlitwo u „ Mittwoch * Donnerstags Freuag „ Frettag „ Dienstag „ Dienstag * Mittwoch * Mtttwoch n Donnerstags Donnerstags den 25. . 25 hefte« ebr.,vorm. ILüOlUrr ebr., nachm. 3H0 2Ö.i>ebr.,nonn. 8 20.Fedr., nachm. 4 2?.Fevr.,oorm. 9L0 27.Fedr., nachm. 3 L8.^cdr.,oorm. I.Marz, vorm. 9 l.ilKotA, nachm. 2 5.Marj,vornt. 7 5. Murs.aachm.5 A, vorm 10,30 6. Lllär-.nachm. 5>30 T.äUiuA, uorm. 8,30 7 L>!ärL,nach»n. 3,15 n Fret ag » 8.Marz,vorm. 9^0 » Angekört werden nur Stuten im Lyn des belgischen Vierdes zwecks Eintragung in das Hessische Pserdestamm' buch. Die Sturen müssen zuch sauig fein Im Interesse einer geordneten Siammbuchsührung ist cS unbedingt erforderlich, daß die Begleiter der tuirge- führten Stuten Auskunft geben können über Geburtsdatum, Avnamiiiung «väterlicher- und mütterlicherseits» sowie über euvaige bereits aus der Stute gezogene Fohlen und den Züchter der Stute. ES müssen vorgeführe werden alle dreijährigen oder älteren importierten oder von Stammbuchstuten ab- «lammenden Situfohietr. die noch nicht gekört sind. Die Bürgermeistereien werden gebeten, den für fie tv Betracht kommenden Termin in ihrem Orte bekannt zu geben. „ _ ULÄO LandwirrschastSkammer für das Großh. Heften. Walter. I. 9L: tzeiitnger, Generalsekretär._. Bekanntmachung. Die Bekanntmachung der LandeS-Milch- und-Fettstelle iKommunalverband Großherzogtnm Hessen) in Darmstadt vom 18. Dezember 19)7 über den Verkehr mit Milch (Ob* gedruckt in der Darmstädler Zeitung vom 19. Dez. 191/ Nr. 298) bringe ich zur öffentlichen Ziennmis. Die Bek.mntmachung kann auf dem AebenSrmltelarme, Zimmer 7, eingesehen werden. Gießen, den 18. Februar 191S. 1300B Oberbürgermeister (^ebenSmittelamt). _ Bekanntmachung. Die Besitzer solcher Gebäude, welche mir Dachpappe gedeckt sind, werben hiermit ausgeiordert, spätestens biS Anm 25. d. Al. beim Stadtbauaml, Asterweg Nr. 9, die Größe der Dachvappenflächen und die zur Unterhaltung derselben im Jahre 1918 benötigte Srreichmasie an-ugeben. Gießen, den 18. Februar 1918. 1301B Ter Oberbürgermeister: Keller. :: Von uussksm KriegBla^er liefern wir Zement für notwendige Reparaturen gegen behördliche Bescheinigung. 301 Jean Dem & Co. Westanlage 31 uFrankfurterStr.114.Fernspr.21 ungekürzte Programm wird schon nachmittags ab I 1 4 Uhr von unserer erstklassigen Künstlerkapelle be- gleitet. Wir bitten unsere werten Besucher, in ihrem eigenen Interesse nach Möglichkeit die Vorstellungen von 4-6 und 6-8 Uhr besuchen zu wollen. Samstags und Sonntags ab 3 Uhr. >-»» Die Direktion des Lichtspielhauses. Heute und morgen gastiere ich noch im Lichtspielhaus yflojä „Die gute Partie“ Ab Samstag i 2 sn a kommt meine grösste Rivalin „Höhenluft“ Nr. 44 Zweites mm Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Donnerstag. 2\. Februar (9(8 «M* vrr hessische Staatsvoranschlag für M8. (Schluß II. Dde Landffünde (Abt. VI) erfordern Z. ^^000 Mk , das Etaatsministerium (PLt. VII, K. 14—^22) E. 432 000 ÄL, A. 534 000 MI, Z. 392 000 MI (— 78000 MI). dtoOber- rechnmtgskammm weisen E. (+ 91000 ML) auf, haupyEtch durch Ötciffennuj der Eiim ahmen ans Prüfungsgebühven, 10 000 Mark sind mdrc eingesetzt ^üx BertvettlNg beim Mmdesrat. Da s Ministerium des Innern (Abt.VIII. Kap. A bis 87).. E. 8 805 000 Mk., A. 24 836 000 Mk., Z. 16 032 000 Mk. (-4- 574 000 Mk.). Tie wichtigsten Mehr- oder Minderiorderungen gegen den vorjährigen Voranschlag sind: Nnterabto 1 Zentralver> Wallung: K. 24 Stellvertretungstosten (+ 24 000 MI). Unterabt. 2 Lok.- und Polizeiverwaltung: K. 32 Polizei (4- 140 000 Mk.). Unlrrabt. 3 Kirchen- und Religionsgemeinschaften: b000 MI). Unteradt.4 Bildung und Erztehnng, .Kunst und Wissenschaft: K. 36 Landesuniversität: E. 1 101000 Mk., A. 2 212 000 MI, Z 1 111000 Mk. (ft- 18 000 MI). K. 37 Techn. vochsä-ule: E. 60000 MI, A. 640 000 MI. Z. 580 000 MI (ft-6 999MI). K. 36 Gymnasien usw. (— 19 000 MI); die Schnlgeldeinnahmen sind um 64 000 Mark geroachsen, für neue Stellen, darunter eine Oberlehrerstclle am Gynnrasium in Gießen werden 44 000 ».Mark neu gefordert. Kapitel 40 Lehraftemmav (ft- 11000 Mark). Kapitel 41 Volksschulen (ft- 148 (XX) Mart, und zwar Tienstzniagen an Lehrer ft- 60 000 Mark, an Verwalter ft- 50 000 MI, Bertretnngskosten ft- ^000 MI,. Neueingestellt ist das Kapitel 425 Kinderpflege (ft- 20 000 MI). Im ganzen werden für Bildung und Er-ie^rng, Kunst tmd Wb000 Mk. m>chr aess. Regi erungs blatt, Beilagie Nr. 4, ausgegeben am 18. Februar 1918, hat lochenden Inhalt: 1. De^rnTstmaichung, die Geuehmiau.'n.g lvvc? Sstzenkungen betr. (Z. 33.) — 2. Bekamrtmachung, Äoearbeiten für eine elektrische Straßenbahn von Tarmstadt nach Off«rbaich betr. (S. 35.) — 3. Bekanntmachung, den Ausschlag deS Gehalts des RabbrnerH zu Bingen für daS N-eä),iru;lgsiadr 1917 betr. (S. 35.) — 4. lieber* sicht über die in den israelitischen ReliFiouLgevreinden des Kreises Oppenheim zu erli-ichsnden ^«A+rdQ«mLagen für das Rechnungsjahr 1917 (S. 36). — 5. Ueberstcht der von Großherzog^ lichftn Minisderrmn de§ Irmern für das RvchmrngSiahr 1917 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürftliffe der ijiMLitischen ^igionSg«mvÜLd«l des Kveffes BinMN. (S>. 36. ) — 6. yiamensverLiderungen. D. 37.) — 7. BnLeihun-g bcö erblichen Adelsstandes. (D. 3/ft — 8. Ordsns^erleihtkngeir (S. 37. ) — 9. Trenssvack^rstchen. (B. 38.) — 10. DrenstonUaffunMn. (S- 39.) — 1L Ruhei'l'lLiLSverfttzungen. (S, 39.) — Sterbefälle. kS. 40.) ** Das Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen enthält: Zentvcktsdelle für die Gewerbe, Inhaltsverzeich- niffe ru den Gtwerbelüattö-ll^chrgängen 1916 und 1917. Die Veranstaltung von GeseKenpruftrnigerl, Neberficht des Vermögeirs- standes der Eckhardt-Siiftmrg, Mitteillulgen aus dem Bereins- leben, Da \ rdworker-BezugsvererniAmg .Gießen, Gewerbevereine Goddelau, Marn--Vd.>nchach, Gewerbeschule Darmstadt, Dandwerks- kavuner »u Taumsiadt, BebcnMwmchuns betreffend Julveicn- und Jliügl_ Goldwoche, Ausstellung von L-'Äerstrrten, Allgemeiner Teil, Zulagen zu Renten ans dec Jtr^aLL^nversicherung, Bekanntmachung^ bctre.send Schuhn^rveirbestandiele, Bewiitzscha tunb von Lwlzvov- räten, Großh. LxurdolsLrmmer zu Main-, Beeschredenes. BLchev- besprechungen, UnentgelMckle LehrstellenverurrLLftmg. Landkreis Gießen. ** Leihgestern, 20. F^ebr. Musketier Wilhelm $>ättfef, Inhaber des Eisernen Kreuzes, erhielt die L>essische TapserkeitS-, mcdattle und wurde jum Gefteiten befördert. Starkcnburg und Nheinhessen. , ,.** Dvrmftadt, 20. Febr. In einer von 40 VerlretrvN hessischer Werkvereine und vaterkändk>c(er Arbertervevsrue besuchtes Versammlung wurde am 17. Februar rn Tarmstadt die eruigung der DKerkvererne und vateriärchischen ?Lrbeitervererne im GroßherMgtum Hessen" gegründet. Tie Bereinchimg hat den Zweck, 5« Interessen der hessischen w-fttschu.fts+vct>lichen Arbeft^rschaft z« vertreten. Vessen-Nassau. Vststjäftriges Ortsjubiläinn. -- Nied a. M., 20. Fcbr. Am 31. Februar 1218 wird daA Tvrs Nicd -um erstenmxtl urkmidllch erwähnt. Durch die noch iw S'.aatsai>h>iv zu Wiesbaden vorhandene Urkunde bestätigt der Erzbischof Sügsr+d II. von Macn^ dein Stift S. Maria zu den Greden in Mainz den Besitz der demselben von seinem Dwpst Dietrich übertvagenen Kirche zu Nied und bestimmt die Verteilung der Ei-ltkünfte der Krvche, jow» der zn^-eh-rigen ZehlldÄt- zu Nied, Griesheim, Soffecheim und BrerdenLoch — Daß ans bem Boden, wo heute ^Nrsd sich erhebt, schon lange Jahrhunderte vor der ersten uriuirdldchM E-cwähnung des Ortes sich menschliche Storfweinigen befanden, dSveisen die unchhl^en Furrde aus der deren Rest« mm, vor etwa 25 Iachren fteilegte BiS in das Ende be« vierten Jahrhunderts ließen sich dann durch reiche Fiuide und einwandfreie Untersuchungen., die biS in die letzten Jahre fort- dauerten, Niedersassnngar und Bmllen der Rörner cncs Nieder; Bode,i festslelleif. Berm-utlich sind später Franken Besitzer dieses wichtigen Gelcnrdes am Zusammenfluß vor: Main und d^ldda gewesen und haben auch hrer die erste christliche Niexnkrsftmg ge- gründet, deren Vorhandacheftr allerdings zuerst 1L1L bcstaüg^ wird. Kietzener Strafkammer. Gießen, 19. Februar 1916. Die Will+Ln M. Witwa, kInhaberrn der Gerberei §>. und M. ist Fricdderg, und 6 Genossen hatten sich wogen Voraehms gegen! die Kriegögesehe z-u verantTvorten. 9Lach der Bemnurmacharng des KriegSuruftsterS vom 22. November 1914 betr. Beschlagnahme von .häuten drsxÄe die Angellagte DI nur noch solche Haute in- lärchsichen Ge^Mes. die ihr von Metzgern geliefert ttmrben, schon vor dem 1. AntMst 1914 gelies'ert worden waren, nur in demselben Umfang wie vor dem Kriege verarbeiten. Nach Bekanntmachung des fteCfoedx. (^eralloinrnandos 18. Armeekorps vom 10. November 1915 und 22. November 1915 berrfte sie üderhlvnst firme Deutschen ö&ufce mehr erwerben und auch über das von ihr! hergestÄlte — rrunnvchr beschlagnahmte — Leder nicht mehr ver- ftigen. Gegen diese BestrmiTruntgen hat sie sich in dopveiter Richtung verß+lt nnd zwar 1. durch ßortgesetzte unerlaubte Äukäuft von fr&uien und 2. durch fortgesetzt« unerlaubte Verkäufe von Leder, letzteres auch unter Z)5ch>i.wftoüberschrei1ung. Sie hat im ganzen 481 von den. Mitangeklagten M. W. in Obbornhofen, ^>auLv hÄrdler Friedrich A. in Fricdberg, SchLächder S. C. daselbst und VäadehÄDler Karl B. Ii!n Ilbenstadt gekauft. Ferner hat sie lttfMagnahmtes Leder an die IDtibangeLagten, Lederhandier Karl G. in Karlsruhe, SchuhhüfEu C. in Mayen in«b an bat irr^wischeu verstorberren Albert B. in Friedberg verkauft, zmn Ten unter Höchstpreisüberschreitomg. Dre Angeklagten sind geständig mi? wurden nentrteiU: Frau M. zu Geldstrafen von 500 und 300 MI. A. zu 150 MI, L m 120 Mk., Wi- und B. zu jel 100 Mk. rmiÜ G. zu 30 MI lTer ÄngeLlagto L. wurde sveigesprocheo.