Kr. 39 Erster Blatt $8. Jahrgang Aeiiag, 15. Abruar 1918 Ter Gietzrner Snzelßer erscheint täglich, außer Sonntags. - Benagen: VletzrnerKamilienblätter; Kieistloli fi» &en Kreis Metzen. Bezugspreis: monatl. Mt. > .20, viertel- jährlich Mk. 3.6l), durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. Aik. 1.1»: durch die Post Alk. 3.60 Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Fernjprech - Anschlüsse: sürdieSchriit1e.lUl,g113 Verlag,GeschäitsstelleLI Anschrist für D ralstna ch- richten: Anzeiger Sletzen. e»n».ut,me von Anzeigen bie Lagesnunnner dis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbmdlichteit oeilenpreise: für örtliche Anzeigen 25 Bi.,für an.siv artige 3» Pi., f iir Reklamen Mk. 1.— : bei Plagvor- schrist 2»°/. Bucht,lag. Hauvtfchriilleiler: Äug. Goerz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 8(inf»«rt^t: Auq. (öoei;; Staöt m.b K,merdedanfSiiekren Land. Vermischtes U.Ge- Gewervebank Stegen vm - ]a(x[: ^ Meyer; AwiMngsrrmd-ruck u.Verlag: vrühl'sche Unkv.-Vuch- rr. LLeinönickerei R.Lange. 5chrifLlettung, GejchästrsLette «.Druckerei: 5chu!flr. 7. ©ic&e«! Gietzener Anzeiger postscheckkents: Frankfurt a.Ä. 11S86 General-Anzeiger für Oderhessen Die letzten verhandlungrtage in Breft-Mowzk. (WTB.) GrvtzeS Hauptquartier. 14. Februar. (Aurtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Engländer und Franzosen setzten an vielen Stellen der Fwnt iw'e Erkundungen fort. Nördlich von LenS und in der Champagne kam es dabei zu h.'ftigen Kämpfen. In einem lÄrspringenden Teil unserer Stellung südöstlich von Talhure hat sich der Franzos- festgesetzt. Eigene Infanterie brachte in Flandern und auf den Maashöhen Gefangene ein. * Mn den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Genrralquarriermcister Ludendorff. Der «bendbericht. Berlin, 14. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) In der Chanipagne war die Feuertätigkcit in den Abschnitten nördlich von Prunay und südöstlich von Tahure vielfach gesteigert. Aon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Die Besjwechuwgen sin Großen Hauptquartier sollen zu r^ner völligen Ueb-ereinstimmuna der militärischen und politischen Leitung geführt haben. Hindenburg und Ludendorff Laben mit dem Reichskanzler, dein Bizebanzler v Payer, dem Staatssekretär v. Kühlrnann. mehrstündige Konferenzen gehabt, die sich um die durch den Sonderfrieden mit «der llkrairre und die Tvotzkische Erklärung über Demobilisierung der russischen Fvonten geschaffenen Lage gedreht haben. Durch die heutige Veröffentlichtmrg der letzten Ber- Handlungsberichte erljaüen wir noch etwas mehr Klarheit als bisher, und es steht fest, daß Trotzki und seine Genossen reineswetzs aus Sehnffrcht nach dem Frieden: ihre Entschlüsse gefaßt haben. Jetzt sind sie noch Petersburg zirrückgefah- öen, da, wie Dwtzki sägte, ihre Vottmevchsden. erfclröpst seien. Ern in mehreren Blättern mnaehcndes Gerücht, wonach Dvotzki einige Stunden später den Regierungsb-esebl zur Derrvobilisierung wieder widerrufen habe, bestätigt sich nicht. Aber wir erfahren durch einen Armeebefehl des russischen $Dbcrfommanbirrenden, den wir nachstehend wiedergeben, genau, wie sich militärisch und politisch jetzt die Lage in 8en Köpfen der Maximalisten spiegelt Die Fronten werden in der Tat demobilisiert, aber sie werden zugleich in ein Heer der Roten Garde mnorganisiert! Und höchst bezeich- rumd klingt der kurze Aufruf des Oberkormn and irrenden: Mehr Agitation, mehr Gedanken an die praktischen Zwecke! Wir wissen jetzt endgültig, welch eine gefährliche Gesellschaft diese Bolschewisten sind! Am letzten Verhandlungstage ist es zur Sprache czekmnnien, daß von ihnen an unsere deutsä-en Soldaten die Aufforderungen gerichtet wurden, die Offiziere abzusetzen und umzubringen. Die russischen Verhau d längs sichrer konnten dazu nur erklären, daß ihnen davon nichts bekannt sei! Wir sind vollkommen davon überzeugt, daß man im deutschen Hauptquartier diesen Herren gegenüber keinerlei Friedens Verpflichtungen übernommen hat Staatssekretär v. Kühlmann hat bereits in Bvest-Lidowsk verkündigt, daß der Zweckgedcutte des Waffenstillstandes hinfällig geworden sei und daß wir für unser Handeln wieder freie Hand hätten. Auch wir werden fortan „mehr Agitation, mehr praktische Arbeit" leisten. Die Kriegführung hat sich im Osten etwas verschoben. Wir werden den „Roten Garden" in den umstrittenen Gren^landeu entgegenzutreten haben. Bor allem die Ruhe und Sicherheit in der Ukraine Herstellen, zu der wir friedliche Beziehungen angeknüpft, und an deren Gedeihen wir ein großes Interesse haben. Es mag sein, daß die Bolschewisten neuerdings einen „militärischen" Erfolg in Kiew davongetragen haben, denn es wird gemeldet, die Ukrainer hätten ihr Hauptquartier nach Schitomir verlegt. Aber wir tverden unseren neuen Freunden wohl bald helfen, die Eindringlinge und Weltrevolutionäre wieder zu vertreiben! Auch in den anderen, von Rußland losgelösten Grenzländern wird es uns nicht allzu schwer werden, den Terror der Roten Garden auszukehren. Der Friedensschluß mit der Ukraine hat einen höchst bemerkenswerten Protest der Polen zur Folge gehabt, die über die Zuweisung von Teilen des Cbolmer Landes an die rckrainische Republik erbittert sind. Das Kabinett Kuchar- zewsri in Warschau ist zurückgetreten, und t-er Polenklub in Oesterreich hat dem Kabinett Seidler die Freundschaft gekündigt. Die polnischen Schwierigkeiten drängen sich wieder, irre Lage im Osten verwirrend, in den Vordergrund, und nicht mit Unrecht spricht man von einer bedauerlichen „Balkanisierung" der Zwischenlande im Osten. Der „Vorwärts", der im übrigen den Land-Appetit der Polen „geradezu unbändig" nenitt, meint am Schlüsse seiner Donnerstag-Betrachtung. das große Rußland sei am Ende doch „eine ganz nützliche Einrichtung für die Ordnung der Welt" gewesen Der Gesandte v. Raschdau macht im „Tag" über das östliche Problem Ausführungen, die der Auffassung des „Vorwärts" treffend entgegen stehen. Raschdau schreibt u. a.: „Es gibt in unserer öffentlichen Meinung eine Richtung, die mit großer Beharrlichkeit tmfc unleugbarem dialektischen Ge- r crn dem Grundsatz festhält, dctß wir unter allen Umstünden. Herstellung guter Beziehungen zu Rußland — ja. es wird selbst tm einem Bündnis gesprochen — .im Auge bdyallm und unter diesem Gesicht swrnkll auch die FreurdvÄ Kerfvage behandeln müßten. Mrm stelle sich aber nur die Lage vor, in die wir geraten würden. wenn die Zersetzung des russischen Reichs ihren Fortgang nehmen und die Randstaatcn sich ohne zacher Zutun, ia unter unserem WidcrsprM *ux Selbständigkeit durchringen toürden. Dann ständor wir vor einer Lage, bei der wir es mit allen Sittichen Staatsbildungen zunächst grüudlich verdorben hätten, immer in der Hoffnung, daß einmal die Zeit der Wiederofflehung eines kräftigen Grvßrußlands kommen würde, das sich dann unserer früheren Haltung erinnert! Eine solche Politik, die übrigens von den Russen heute nur als ein Ergebnis unseres Notlage gewertet tverdcn würde, ließe sich nur durchführen, wem? sie die Bürgschaft für die volle und zwar baldige Wiederherstellung ber alten russischen Macht übernehme. Man kamt ohne weiteres zugeben, daß unsere Politik heute mit Möglichkeiten arbeitet, die unsere Zukunft auch ungünstig beeinflussen können. Aber, solange wir nicht, um mit den Worten unseres großen Staatsmannes zu roden, dein lieben Gott in die Karten zu schauen vermögen, wird eine Staatskunst, die wenigstens die nächste Entwicklung mit einiger Sicherheit überschauen kann und aus dieser Einsicht Ziele cnttrimmt, di? unsere und unserer Verbündeten schwierige Lage fürs erste erleichtern, nicht ernstlich bekämpft werden dürfen, solange wir nicht sür erfolgreiche« Ergebnisse aus einern anderen Verhalten bürgen können." Der ösierreichlsch-ungarische Tagesbericht. Wien, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird serLauibnrt: Keine besonderen Ereignisse. Der Chef des Generalstabes. • . • vle letzten Verhandlungen in vresi-titowr!. Berlin, 14. Febr. (WTB.) lieber dm Verlaus der beiden letzten Sitzungen der deutsch-österreichisch-ungarisch- russischen Kommission zur Regelung der politischen und territorialen Fvaacn, die mit der bekannten ErkläruugTrotz- kis ihren Abschluß fanden, wird nachträglich noch folgendes bekannt: Tie Sitzung der Kommission vom 9. Februar leitete Staatssekretär v. Küblmann damit ein, daß er die in Anssicht gestellte zusomnuschasfende Darlegung über das Ergebnis her bisherigen Besprechungen §ab. Ohne auf alle Einzelheiten einzugehen, stellte der Staatsselretär fest, daß.eine erhebliche Annäherung der beiderst-ttgen Stond-p'.mkte auch durch die sehr erngchenderl Debatten nicht habe erzielt werden kö n- n e n. Er persönlich habe nicht den Eindruck, aks ob eine, weitere Erörterung mä der bis har von beiden Parteien eingenommenen Grundlage einen günstigeren Erfolg versprechen Knute, als bisher die PerhondluTigen gehabt haben. Es ergebe sich ohne weiteres- aus der ganzen Sachlags. daß eine unumschränkte Ausdehnung von Verhandlungen, die keine Aussicht auf Eriolg versprechen, nicht ins Äuge gefaßt werden könnte. Wenn er heute nochmals das gesamte Problem zur Besprechtmg stelle, geschehe es in der Absicht, ausfindig zu macken, wo sich etwa noch ein Weg zur Verständigung finden lasse. Der Vollständigkeit halber Nxüle er bemerken, daß die r-echtspolitischen Fragen zwischen den Spezialkonimissionen bereits eine eingehende Erörterung gesirndcn hätten, so daß rm Falle einer Einigung über die politischen Fragen der Abschluß auf diesem Gebiete hoffentlich keine ernsten Schtvierigkeiten bieten würde. Auf dc-.n Gebiete der Handels fragen sei man noch nicht so weit g kommen, aber auch hier sei eine befriedigende Lösung nicht ausgeschlossen. Der Minister dos Lleußenr Graf C z e rn i n silbrte hieraus aus: Seit Wochen beschäftige man sich mit der unfruchtbaren. E örte'.ung darüber, wie gewisse territoriale Veränderungen an der russischen W e st g r e n z e zu guali izieren seren. Ein auch noch so langes Hinausz-ie-hen dieser in ihrem Wesen theoretischen Erörterungen biete wenig Aussicht auf eine Einigung, die vom Standpunkte eines Friedens auch wirklich unl'edingt nötig sei. Es scheine ihm auf Grund der bisherigen Diskussion keineswegs fest- züstehen, daß sich bezüglich dieser Veränderungen selbst eine Einigung nicht erzielen lassen werde. Er schlage deshalb vor, die Frage« offen zu lassen, wie die geplantm Aenderungen aufzufassen seien, u^rd, ohne die Frage zu berühren, festzustcllen,^ ob die Gestaltung dieser Verorderungen tatsächlich den Abschluß eines Friedens Hindernisse in den Weg legen würde oder nicht. Herr T r o tz k i entgegnen.': Vom russischen Standpunkte sei die Anwendung, welche die E^egerrpartei dem Grundsatz des Selbst- stimmungsrechws der Völker geben wolle, gleichbedeutend mit der Ablehnung dieses Grundsatzes: infolgedessen sei die Erörterung auf der Grundlage dieses Prinzips allerdings hoffnungslos gewesen. Wemr sich die Frage nach d-er Bcideutung der gemäß den Vorschlägen der Gegenpartei für Rußland vorgesehenen neuen Westgrenze rriwende, io müsse er darauf Hinweisen, daß die geplants nnje Gren^fuhrunq vom Gesichtspunkte militärischer und strategischer Rückffch>m lheurteilt werden muffe. Das müsse er den militärischen Beiräten d-er Delegation überlassen. Es sei aber jetzt eines neue Schwierigkeit entstanden durch die Stellunc?nahme des Bier- Lundes gegenüber der Ukraine. Die ukrainische Volksrepublik sei vvut BierbunLie anerkarrnt »vordaw ja, rvie er höre, (alten die Vertreter des Vierbundes mit den BevollmLängten der Kiewer Rada einen Friedensvertrag unt-erze'lchnet, m dem angeblich auch die Abgrenzung der ukrainischen Gebiete behandelt sei. Der Redner protestierte in eingehenden Darlegungen gegeir dieses Vorgehen der Mächte des Vierbundes und bemerkt u. a.: Diese .Handlungsweise müsse Zweifel Hervorrufen, ob die Mittelmächte zu einer Verständigung mit der Regierung des föderativen Rußlands gelangen wollten. Er erkläre deshalb, daß der angeblich unterzeichn nete Vertrag mit der Kiewer Rada sür das ukrainische Volk und für die Regierung von ganz Rußland keinerlei Geltung haben könne. Unter Bezugnahme aus die Bemerkung des Herrn Trotzki, daß die als russische Grenze in Aussicht genommene Grenzlinie der Desprechmrg wird) Sachverständige bedürfe, machte Staatssekretär v. Kühl mann nun den Vorschlag, die Frage der Grenzziehung einer Unterkommissicm überweisen, die am Schlüsse der Sitzung zm bilden wäre und in einer auf den folgenden Tag anzuberaumenden Sitzung der politischen Kommission über das Ergebnis ihrer Besprechungen zu berichten hätte. Es ergebe sich aus der Wichtigkeit und der grundlegenden Bedeutung der von dieser Unterkommission zu behandeluden Frage ohne »vcitereS, daß der Bericht dieses Unterausschusses für das weitere Schicksal der Verhandlungen von ausschlaggebender Bedeutung sein werde. Wenn er mit einigen Worten aus die bei der Grenzziehung maßgebenden allgemeinen Gesichtspunkte eingehe, so geschehe dies deshalb, tveil in der Unterkommission in erster Linie die technische FraLe mc Besprechung kommen lolle. Bei der Ziehwrg der Grenzlinie, wie sie seitens der verbündeten und russischen Delegation! vorgcschlagen sei, seien in erster Linie völkische Gesichtspunkte maßgebend gewesen. Es sei der Versuch gemacht worden, fuc Polen, Kurland und Litauen diejenigen Grenzen zu finden, die der geschichtlichen Mgrenzung und der ethnographifchen Lage am besten etttfprechen. . ^ ; Zu den Ausführungen des Volkskömmiffars über ine Haltung der Mittelmächte gegenüber der ukrainischen Volksrepublik bemerkte v. Kühlmann, der Bierburrd müsse sich Vorbehalten, selbst darüber Richter zu sein, welche Staaten er anzuerkennen sür gut befinde. Tie Mächte des Vierbiundes hätten in der Tat nnt bei! Vertretern btt ukraiitischen Volksrepublik einen Friede?ts- vertrag abgeschlossen, der daA Datum) des heutigen Tages trage. Hieraus ergäben sich für die Mittelmächte ohne nxnteres d:e nötigen Folgerungen, und er könne die Förderung der Verhand- lcmgen von der Erörteruirg der staatsrechtlichen Verhältnisse der Ukraine erwarten Mrs d-.is zukünftige Schicksal in den besetzten Randgebieten lebender Völker anlange^ so beziehe er sich aus die bei den hiesiaen Verhcurblungen von den Vertreteril der Mittelmächte abgegebenen Erklärungen sowie auf die Darlegungen, die über diese Frage von den Staatsmännern Teutschlcrrrds und der verbündeten österreichifch-mrgarischen Mo- lmrchie vor ihren Volksvertretungen gemacht worden sei. Trotz dev von focn Uttttelmächten vertretenen und festgehaltenen Auffassung, nach der das SÄLstbestimmungsrecht in diesen Gebieva- bereits aus^übt worden sei, leien die verbündeten Regierungen bereit, durch planmäßigen Ausbau der bestehenden Vertrettrngs- Lörper die Möglichkeit einer Kundgebung auf breitelter volkstümlicher Grundlage zu schaffen. Tie Bestimmung des Zeitpunktes und der Form dieser Kundgebung wäre zweckmäßig in Einvernehmen mit den derzeitigen VertretungA- körpern der besetzten Gebiete festzusetzen. Graf C z e r n i n bemerkte, das Verhältnis der Ukraine zur Petersburger Regierung gehe den Vierbuird nichts an. Ein unfreundlicher Mt gegen die ruffischie Regierung sei in dem Friedens^ schlusfe mir der Ukraine nicht zu erblicken. Der Vierbund Hobe mit der Ukraine keinen Bundes-, s-ondern einen Friedensvertrag Unterzeichner. Die Ukraine sei also für den Vierbuird durch diesen Vertrag nicht ettva ein verbündeter, sondern ein neutraler; Staat geivorden. Komme der Vierbund auch mit der ruffischen Regierimg zu einem Friedensschlüsse, so werde Rußland für dei^ Vierbund gleichfalls ein neutraler Staat sein. Tie Beziehungen des Bierbundes zur Ukraine und seine Beziehungen zu Rußland wlürden in Hiesem Falle dieselben sein. Sin Unter- würde nur dam: bestehen, wenn der Vierbund zu keinem Friedert mit dem Rat der Volkskommissare gelange. Denn in diesem sialle hätte der Brerbund die ukrainischen Gebiete als neutrale, die dem Einfluß des Ratas der VolksLommifsare unterstehenden Gebiete aber bis auf weiteres als feindliche zu betrachdsi. Was die Frag? nach dem zukünftigen Schicksal der von den österreichisch» ungarischen Truppen besetzten Gebiete anlange, so verweise er auf seine letzte Erklärung in der letzten österreichifch-ungarilchen Telo» gationsfitzung, der er nichts hmzuzufügen babe. Auf di? Frage T r o tz k i s nach der Greuzsührimg südlich von Brest-Litiowsk, über die mit den Ukrainern verhandelt worden sei, entgegnete v. Kühlmcmn, daß auch die Ziehung dieser Grenze versucht worden sei zwischen der ethnographischen Volksverteilung und den historisch entstandenen Grenzlinien einen verständigen Mittelweg zu finden. Rackchem Graf C z e r n i n bemerkt hatte, daß er keinen Grund sehe, weshalb der russischen Delegation keine Mitteilung über die Führung der Grenzlinie südlich von Brest gegeben werden solle, erklärte Trotzki sich mit dem Zusammenttitt der militäri- schen^Kommission zur Prüfung der Grenzlinie einverstanden. Staatssekretär von Kühlmann betonte, es sei unbedingt notwendig, bis zu der für den folgenden Tag anzuberaumenderß Sitzung Klarheit zu schaffen, es handle sich jetzt darum, Entschlüsse zu fassen. Von dem Wunsche der Beschlermigung der Verhandle Lungen geleitet, wolle er eine neue Fassung Vorschlägen, die 'unter Umständen den zweiten Artikel des zu vereinbarenden Frie- densvertrages bilden köimte. Diese lautet: Rußland nimmt Kenntnis von den folgenden territorialen Veränderungen, die mit der Ratisikation des gegenwänigett Friedensvertrages eintreten. Die Gebiete zwischen den Grenzen Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und einer Linie, die. verläuft, werden der territorialen Oberhoheit Rußlands nicht mehr unterliegen. Aus ihrer ehemaligen Zugehörigkeit zum russischen Kaiserreiche werden ihnen keinerlei Verpflichtungen gegenüber Rußland erwachsen. Das künftige Schicksal dieser Gebiete wird in dieser Beziehung im Einvernehmen mit ihren Völkern entschieden werden, und zwar nach Maßgabe der Vereinbarungen, die Deutschlarid mrd Oesterreich-Ungarn mit ihnen tteffen werden. Im Zusammenhang lftermit wolle er noch bemerken, daß der wesentliä-e Anhalt des Arttkels 1 des ersten Vorschlags für den Vierbund eine oonditio sine gua non des Friedensschlusses sei. Es handle sich darum, daß die Räumung gewisser Gebiete durch die Mittelmächte zugesagt worden sei unter per Bedingung, daß die Räumung der Gebiete ihrer Verbündeten tzleichyeitig statlfinde. Damals sei als Zeitpimkt, von lvelä-em an für die Mittelmächte die IiäuVungsverpsiichttrngen besinnen würden, das Ende der rilssischen Teinvbilisierung in Aussicht genommen tvoxbaL Er stehe «nicht an zu erllären, daß die Mittelmächte hinsichtlich dieses Zeitpunktes zu Konzessionen bereit wären, müsse aber wiederholen, daß der Friedensschluß, in dem die Zusicherung der Räumung der verbündeten Gebiete durch die Truppen der Petersburger Regierung nickst entdalten sei, nicht in Frage käme. Nach den früheren Mitteilungen des Herrn Volkskommissars für auswärtige Llngelegenheiten glaube er nicht, danrn zweifeln zu sollen, daß die russischen Truppen in den besetzten türkischen Gebieten, an die er in erster Linie denke, dein Befehl der Petersburger Regierung unterständen. Bezüglich der mehrfach berührten Aa-- landsfrage müsse er erklären, daß d^r Friedensschluß Teutsck». lmrd als Minimum das au Rechten wieder eirträumen müsse, was Deutschland vertragsmäßig bei Kriegsausbruch genossen habe. Er wblle aber nicht unterlassen, auch bei dieser Gelegenheit aus die lebhaften Wünsche d«s schtedischen Volkes hinzuweisen, das aus geographischen und etlm-ographischen Gründen an diesen Inseln ein vitales Interesse Hab«. Herr Trotzki entgegnete, ebenso wie Rußland jetzt seine Truppen aus Persien zurückziehe, werde es sich auch auS den türkischen Gebieten znrückzichen. Es sei selbstverständlüch. daß dies in der klarsten und bestimmtesten Form in einem etivaigen Vertrage mit der Türkei zum Ausdruck kommen werde. Was die Frage der Alandsinseln betreffe, so sei es ihm nicht ganz klar, von loelchem Minimum der Richte der Herr Staatssekretär gc» sproehen habe. Staatssekretär v. Kühlmann entgegnete. er habe bezüglich der AÄandSivaae d^n TluSdruck ^Mmümon" gübvaucht zur Bv» zeichimnq dessen. Was « als deutsche Forderung «rnsehe. Wenn MM7 ryn fvage, an welches Maximum er dabei gedacht habe, so sei eure Maßregel, auf die er früher schon mclw ach anspi lt', näm- M uEr Beteiligung der der Osttee anliegarden Völkerschaften «e,e Inseln im brett.'ften Sinne zu neutralisieren. Um Icnrennrtg 5U sein, das erste sei eine Forderung, das zroeüe eine "Tie Sitzung wurde hieraus geschlossen. ^ r •*. ^0. M-ruar hielt die gemäß der Vereiicharungen sofort gebildete UnierfomMission unter dem Vorsitz des k. u. k ostrrrerchlsch-ungautschen Sektionschefs Tr. Gretz zwei Sitzungen. Lb, rn Lenen in erster Lüne die militärischen Sachoerftändigen zu Wort kamen. W-ährend von russischer Seite in diesen Sitzungen versucht nntrde. die strategischen Nachteile nack-zuweisen, denen Rußland durch die twrgesclrlagene Nerlführung seiner Westgrenze ausgesetzt Mare, wurde drose Änffassnng von deutscher Seile unter mehrfacher Betonung, daßh-s sich nicht um eine russisch-deutsche Grenze, fanden um «ne Grenze Rußlands mit den neuen Randstaaten handle^ erngechend widerlegt. Cmte Einigung konnte nicht erzielt werden. Zu Beginn der Sitzung der Vollkommission am' 10. Februar brachte v. Kühl man n zunächst einen Befehl zur Sprache, der ... V » •* » " uuui nad) errrer Meldung aus Petrrs-bu.ltt dos russische O --- -* .«‘Vivuiijj uuil ;4>X4*.l.»4fU,wljr V\l» Ul f I l I u/t u o f I s k o m mando zur Verbreitung mrtcr den deutschen Truppen' «* Linen habe, diese zum Vorgehen gegen ihre Feinde, die deutsche?? Generäle und Offiziere, zu bestimmen. T r o tz k i erklärte von einem solchm Befehl keine Kenntnis zu haben. hierauf ersuchte v. Kühlmann den Vorsitzenden der Unter- romm-inion Exzellenz Grad, wie verabredet, über daS Ergebnis ^r Beratungen feines Ausschusses Bericht zu erstatten. Nachdem Gratz. mitgekeilt hatte, daß ein Ein vernehmen nicht erzielt worden, K*', richtete der Staatssekretär an den Vorsitzenden der russischen Delegatton die «Frage, ob diese rroch irgendroelck'se Mitteilungen Fu machen habe, die zu einer befriedigenden Lösung beitragen konnten. Trotzkis Erklärung. , ^ ^ c» tz k i führte ans. seine Delegation sei der Ansickst. daß nach den langen Verhandlungen nunmehr die Enttcheidnngsstunde gekommen sei. Die Völker erwarteten mit Ungeduld das Ergab sts der Mnedensverhandl imgen von Brest-Litowsk. Nach Ausfallen hegen den Imperialismus der Welt erklärte er. Rußland wolle an dem Kriege keinen Anteil mehr haben. Es iet nicht gewollt, das Blut seiner Soldaten für die Interessen ^r emen. Partei gegen die andere zu vergießen. Deshalb führe Rußland fern Mer und sein Volk aus dem K.i?ge heraus Es gebe smeg aus und d-nachrichkige hiervon alle Völker und ihre Regierungen, cs gebe Befehl zu voll st ändigerDemobili r aller Armeen die jetzt den Armeen Teutsch- ^st^^w-Ungarns, Bulgariens und der Türkei gegenüber* ncirben «Seme Regierung lehre cs aber ab, die deulsch-österreirbisch wngarrschen BÄLngungen zu sanktionieren. Rußland gehe aus dem Strrege heraus, whe sich aber genötigt, aus die Unterzeichnung ernes Friedensvertrages zu verzichten. vrerauf erfragte die ihrem F-'xüte nach schon bekannte Erllä- nrng User dre Beendigung des Kriegszustandes und die Demobcki- fterung samttrcher Truppen. , v. KüUmmnlS Entgegnung. Staatssekretär v. Kühlmann entgegnete, wenn er den gegenwärtigen Zustand analysiere, so stehe der Vierbund mit Ruß- «rnd rm Krrege. Dre kriegerischen Unternehmungen seien durch den Wa.tenstt^standsvertrag eingestellt, würden aber beim Weg* sall dreics Vertrages von selbst wieder ausleben. Wenn sein Oie* Pddftmg chn nicht trügen würde, bezeichnet der WasseitsttNstandsvertrag den A bschluß eures Friedens als eigentlichen Zweck seines Dasems Mdtdc also mangels Abschlusses eines Friedens der eigenl- uche Dasernszweck des Wastenslillltandsvertrages verschwinden, so wurden nach Ablauf der vorgesehenen Frist die K r i e g s h a n d - kungen wieder auf leben. Die Tatsache, daß eine von, Irai vewen Parteien ihre Armeen demobilisiere, würde hieran wü>er tatsächlich noch reckstlich etwas ändern. Das Merkmal für das Bestehen des Friedensrustaick.es sei das Vorhandensein int«- natwnal« Byrehmlgen, wie dies imter den Staaten üblich' sei. ferner d<^ Bestrrwil von Nechtsbezichungen und von Handelsberie- hnngmr Er möchte den Vorsitzenden der russischen Dclegatton um «ne Meinungsäußerung darüber bitten, ob die russische Regierung beabsichtige, neben der Erklärung der Beendigung des Kriegszustandes mitzuteilen, wo die Grenzen des russi-, scheu Reiches liefen, denn dies sei für die Wiederaufnahme der diplomatischen und konsularischen, der Rechts- und Handels- dezrehungen dtt notwendige Voraussetzung, sowie, ob die Regier rung der Volkskommissare genullt sei, die rechtlichen rrnd Han- delSbezie.Mngeri genau in demselben Um sang wieder auszunchmen. wie sich dies aus der Beendigung des Kriegszustandes natürlich ergeben würde. Diese Fragen & U^entlich .für bie Beurteilung des Problems, ob der Vrerbuick mit Rutzlcrnd im Krieg oder Frieden lebe ,_T rotzki erklärte, dem Gesagten nicht viel hin-.u ügeu zu' timten, woraus Staatssekretär v. Kühlmann iwcschb g 'für den . - ---- Oft*,. « M. ij t m U II II IVI|| Waroat Lag eine Völlsitzung anz-nberaumen, in d« die Si'el uwi. Nahnw der Verbündeten zu den neuesten Mi.t.ittr: g n der russifcl«n TÄLgatton betzaiintgegeben werderi würde. « ^rotzki erklärte, sein« Delegation habe jetzt alle Vollmachten erschöpft. die sie «halten habe. Sie latte es str notwendig, nach Petersburg zu r ü ckz u ke hren. Me Mittelung cn,ndd)e bic verbündeten Del-gatw.wn machen wür^n wert« ,xr im Schoße brr ^equ nmg der föderativen russischen Republik beraten und bitmi- Antwort erteäat. hrm?^ U n!„^iS a9C -S Ö W 1 nn *' aui loclchem W-ge dieser Ge- dlmkenMi.-tMttch «olgen solle, errtgegncte T rotzki die russisck-e von Ärest-Lttow?k aus direkte Drahtverbindung ^lnttmg der Wa!fenstitt:la7ids- h^be^inon sich durch Funttprückx verständigt, und l 3 Ie ^ t V Petersburg Vertretungen her vier Jn ( a ^£.' ^ rmt i^en Negierurrgeu verkehren konnten Aus diesem Woge könne man die Verbindung Herstellen. Der russische Obersikommandierende über die Demobieificrung Berlin, 15. Febr. Ter russische OberstkoinnnrndrereTide dar West- urck) Südwestsvvnt Mjasnikvw Hot durch Funkspruch vom 11. d. M. folgende Befehle ergehen lassen: 1. Tie Demobilisierung der Armee wird schnell vor sich gehen, wobei fdttc Ruhe mtb Ordnung bewahrt tverdcn muß. Ter heutige Zustand unserer Eisenbahnen «fordert, daß wir sparsan, damit üm gehen. 2. Zur Durchführung der Denwbilisünung sind bei den Truppenteilen besondere Organe mit den Kvmitves und Raten Mi^d« Spitze M bilden. Tie Heranziehung bezahlt« Ärbetts- kräfte rst m Weitgehendem Maße crford«lich, tvorans sch schon m meinem vorigen Befehl Kniwies. 3. Parallel mit der Demobilisierreng muß die Organisierung der Noten Armee gehen. Mehr Agitation, mehr praktisches Handeln in dieser Rühttmg! 4. Die Komitees, dve Räte und dre Benoal^mgÄwgmre d« Truppenteile müssen bis zur letzten Minute aus ihnen Posten bleiben. Kameraden! Die Erfüllung dieser Bedingung wird uns «möglichen, die Folg«: des Krieges endgültig zu liauidieren und zu einer gesunden Form des Schutzes von Volk, Land und Revolution ae- S« ihre Feinde überMgehen. * «rotzfjirst Nikolajkwitsch v»r d,m Revolutions- ««richishos? Wir ..Stockholms Daoblad" «MS ^-tmsburo mcldot. lourdr Grohfürst Nikolai Nikola- ,«wltsch muff nntx Meldung ber ..Rr-uoda" als erster Angehöriger des entthrmrten Kaiserhauses RvnrMrow> vor den 3ievolutionsgerick)itshvs geladert $ut Berantwvrmng in feiner Eigenschaft als früherer Oberbefehlshaber des russischen Heeres. LebenSrniLtel-Negelung in Frankreich. ^ «if-.5^: (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. D« Mmistrr für Lebensmittelversorgung Boret ließ der Presje einen Erlaß zugehcn, der morgen im Amtsblatt erscheinest wird, durch den die Crzengirng, der B«kaus und B«zehr gewisser ji a l) r n n g 3 m i 11 e f geregelt wird. Hinsichtlich des Brotes nur eine neue Anordnung getroffen. Lurusbrvte, mindestens <00 Gramm schwer und nicht läng« als 80 Zewimet«, sowie dürfen nicht mehr v«kanft w«den. Die gesamte ?2«rbi vo7i frischem und trockenem Keuchen wird v«botcn. Die BrSmittabliken lverden weit« für staatliche Aufträge arbeiten/ Gleiches gilt von eingemachten Mld glasierten Frücksten und Creme- sperjen. Sämtl-che Luxus schokoladen sowie mit Milch angerührtes Znckerwerk rverden mtt«sagt. Pallv«isier'ter Kakao fällt nicht un* ter das V«bvt. Es darf ad« nur in V«pac?itngen in den Handel kommen, dre den Namen des Erzeugers imd Angaben über die Zu- sammensetzung tragen. Die gleiche Vorschrift erstreckt sich auch aus Erzeugnisse ans Getreide in Pulvl.«sorm, die zur Ernährung von Kmd«n imd sanken besttmmt sind. Was die Gastwirtschaften betrrsst, so dürfen zwischen 9 und 11 Uhr vormittags und zwi- Icistn 2 Uhr 20 und 6 Ul)r 30 nachmittags keine Speiseir v«ab- vncht werdest. In moderen Anstalten als Kmrtinen, Speisewagen', wo der Preis des Essens acht Francs Übersteigt, dürfen bei em« Mahlzert urcht mehr als zwei Platten mit Gemüsen und nicht mehr als 100 Gramm Brot v«abreicht werden. Käse darf m den oben «roahnten Anstatten überhaupt ittcht verzehrt werden. » Das Nrteil im Boloprozeß. Paris, 14. Febr. f.Havas.) Bolo ist einstimmig zum Tode verurteilt wvrdeiu P r o ch e n e wurde zu drei Jahren Gefängnis, C a v a l l i n i in conttmatimn zum Tode verurteilt * . * Aus Italien. Bern, 14 Febr. (Priv.-Tel) Wie „Dopolv d'Jtalia" aus Rom erfährt, erwägt di^ Regierung einen Plan z.ü Ausübung von Zwangsmaßnahme n eueren diejenigen haben Allsten, die Kriegsanleihe noch nickst gezeichnet Der Abgeordnete Turati hat mit vierzehn Mirnnter- zerchnern in der itatienisck>en Kammer eine Jnberpellation erngereiaft, die die Regierung lNtssordert, Mifschluß über iinterdrückung des „Avant i" in gewissen Provinzen iml» über die Berhaftturg der Genossen Lazzacri und Bella nr geben Die von den Sozialisten verlangte dringliche Behandlung »ourde von der Kamrner aus Gründen der Ge- schüstsorduung nick)>t zugelasseiu Eine :)le^e Balsours. L o n d o n, 14. Febr. (WTB.) Reutcrmeldung. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses bei der Debatte über die ttntwvrradresst aus dre ^.lyrynrcde hielt Balsour eine Rede, rn o« er den Angrrnv.u mehr«« Abgeordrwten auf den obersten Krrogsrat in V«sarlles entgegentrat. Balsour sagte, d« oberste Krregvrat ser m erst« Lime zur Besprechung der großen militü- nscheri Fragen zusammengekommen. Er habe eine Erklärung über dre aus den Reden des deutschen Kanzlers und des ost«r«chlsch-uugcnn,chen Ministers deS Aeußern gezogen werden messen, abgegeben, aber nicht die Kiregsziele besprochen. Ter Knegsrat l>abe zrvar dre Reden des Grasen Hcrtlirrg und des Gras« Cz«mn verlwndelt. ab« darin keine Friedensannäherung' ^bNmden Aus die,em Grurrde seien die Verhandlungen üb« dre mrrrtcnnschen Maßregeln wichtiger gewesen als k. Es habe keinen vorzinoorsm,'daß sie sich nicht diplomatischer Glitte! bediene, ^.iplomauirhe Methoden hätten nur dann Zroeck, wmm mari mit einem Volke zu tun habe, da-5 entschlossen sei, zu «n« Ueberernstnnmung pii gelangen, Tie Mittelmäclite zeigten ab« ossen, daß fie fnne lolche Absicht hegten. T« Unterschied im Ton, Nicht un %,en, den Czernins Rede gegenülx-r Hertlings Rede aunoerse, la„e Nicht den Schluß zu. daß DeuMwrd bereit« !«, «nzulenken. so lerfreuttchen Friedensschluß bald der allgemeine Friede der leuststiden Menschheit gegömrt fern w«de. Unter dem Eindruck dieses Friedens mit der Ukraine menbet sich unser Blick voll Shiiipath-e jenem strechsaulen jungerr Volk zu, in dessen H«zen zuerst mit« uns«en Gogerern das Gefühl d« Nächstenliebe ivirck- jaul.wurde, urw welck^es nach in zahlreiäwn Schlaästen bewiesen« L^ip^erkert mrch drzu die g-anügende. Entschlossenhstt besessen hat, um ,«n« besseren U«bi«^7:rguiig vor aller Welt durch die Tat llufvTitci 3 ßi verleihm So schied es denn als erstes aus dem Lager rms«er Feinde aus, um im Iltt«esst ein« möglichst raschen Erreichung des nmunehr genreinsamen großen Zieles seine Be- strelumgen mit urrser« Kraft zin vereinen. Ich habe mich schon vom «,ten Äugestbliek au. als ich den Thron meiner «lanchten Borfapven bestieg, errrs geMlt mit meinen Völk«n in dcnr felsenfesten Errttchluß. ld« mrs aufgedrHNgteri Kampf bis zur Erveich- rmg emes^ echi-enpaften Friedens ^irszufechten, mrd so fühle ich nilch um so mehr eins 'mit ihnen in dieser Stunde, in welcher mmmehr der erste Schritt Für VenvirkLiänmg dieses Zieles erfolgt ist. Mit Vewundermlg rmd liebevoll« Anerkennung für die fatt Übermensch!iche Ansdau« und die unv«gleichliche Opfer- fr euch gleit mein« Helden h.rf ten Trllppen sonne jener, die täglich daherm eine nicht mindere Ausopserung bekiinden, blicke ich voll Zuversicht in eine irahe glückliä-ere Zukrmft. Der Allmächtig« segne uns weit« mit Kraft und Wusdau«, aus daß wir rnchti nur für uns und unsere treuen Berbmideten, sondern auch füv die ganze Men säuert den endgültigen Frieden erreiä-en. Am 12. Februar 1918. Karl m. p. Seidter m. p. Der Seclrieg. Neue N-Boot-Ersolge. Berlin, 14. Febr. 1. Außer den gestern veröffend» lichten Erfolgen unserer U-Boote im östlichen Mittelmeer sind nach neu eingcgangcnen Meldungen auch solche im mittleren Teilcdes Mittel meeres erzielt worden, duvch> die im besonderen der Transportverkehr nach Italien getroffen wurde. — Drei Dampfer und drei Segler fielen hier unseren U-Booten zum Opfer. Die Dampfer, von denen zwei bewaffnet waren, wurden sämtlich aus stark gesickerten Geleitszügen herausgeschossen. Von den versenkten Seglern hatten zwei Papicrmasse, einer Holz geladen. 2. Am 31. Januar hat eines unserer U-Boote die chemische Fabrik Arenella bei Palermo aus nahe Entfernung erjvlgreich beschossen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Das SetbftbeftimmungSrecht der %rat 93erlin, 15. tycor. Wie dein ,.L. ?J." von d« schweizer!sck)en Gr«ze berichtet w«d meldet Attirning Post: Tie Iren haben George eine Tlusragc über die Anwendung des Mltümaleu Selbstbesnmmungsrechts aus Irland eingcbracht. LebenSmitlelknappheit in der Schweiz. B e r n . 14. Febr. (WTB.) Meldung der Schweizerischest Tepe,ck>enagentur. Ange,ichts der L e b e n s m i lt e l k n a p p - hen m der Schweiz wurden für den Besuch von Fa- mckienangehörigen der Internierten in der Schweiz Ein- lchrankungeu notwendig. Die Zentralstelle für Fremdcnpoli- ’f} b€\ dem ,ckM«zcnschen Justizdepartemcnt hat eine Mit- ttllimg an die Konsuln und Gesandtschaften der Schweiz im Auslande erlassen, wonack> das Visum für die .Reise in die Sckpverz stur iwck) oen nächsten Atlgehörigen, also den Eltern Frauen uno Kindern, höckKens zivei bis drei Personen, zu ? a i] e f nt t>or ! höchstens vierzehn Tagen zu erteilen Nt. Das Vi)um für einen längeren oder dauernden Aufentz- halt wiro nur ausuahinsweist für den Besuch bei Schwer- kranken oder mit dem Evakuiertenzug eingetroffenen Jntev- ntcrten ausgcsteckt. Diese Maßnahme stützt sich auf einen VunOesratsbeschmß vom Dezember, wonach für jede Reise in die Schwerz zwrngende Rottvcndigkeit nachgewiescn werden nruß ^en zurzeit in der Sck)weiz lebenden An gehörigen wird weiterer Au,enthalt gestaktet, solange die Verhältnisse sich nicht wesentlrco jchllmmcr gestalten. Schätzungsweise sind zur- zett bet 30 000 Internierten Ü0 000 Angehörige in der Eckstverz wohnhaft, so daß die Internierung der fremderi Kriegsgefangenen der Schwerz eine Ernährung von annähernd 100000 Menschen^ustrlegt. * an " Die Wiederbesetzuttg von Brodp. Wien, 14. Febr. 'ölus denr Kriogspresseemirtier mied M.8 des mü tefflSSS'Sg* V«tvag^>, d« den Sucttus wo ante der zwilchen Oest«reich-Un- garn urst> Rußland gew^c'neu Grenzen wicderh«stcllt, sind gestern ungarr,che.Trupperi m Broby ein^'g.n. Das eimrmckchüreD M'.g«mei!t« der Slabt in (.^genwart ^ HA ukrarurichen Dunsum sei«lichst begrüsst. Auch Ue Bevölkerung ließ es ail deu atterl-ei-zttchsten Sympalhiekmrd- mchung« für Ine ollerrnchlich-luigal-isihen Truppen nichr seksten ^urch diese friedliche Besetzung Bvodys ist bt letzte größere S M ^ öu«r«chl!ch-imgar,sckien Händen, nach.en Ire ,«t von letzten Julttagen 1316 mtt« russisch« Herrschnit gewesen war. ^ m Ein Erlatz des Kaisers Karl. ®« E-is-° +t Egendes m .n, An meine Völker? Tank Gvtteö Miävigem^ Beistam^ l>aben wir mit d« ll k r a i n e 'kched^' geschchss«,. Unsere siegreichen Waffen und unsere mit M'w«droistn« ArrsHau« ven'olgtt aufrichige Flied«swlittk haben dieerste Fluch! VeS um uirsere Erhalttrwg geführt« Der» e,-igimWampfes gez«tify Im B«ein mit metlten iwt prüfte Völkern vertraue ich baranf, P,ß nach dem erchn fch m 2 !iis dem Reiche. Die preußische Wahlrechtsreform. Berlin, 15. Febr. Der W a ht rechts a u s schu ß des' preußischen Abgeordnetenhauses nahm gestern tz 1 der Walprechtsvorlage in der Fassung der Regierungsvorlage an, ebenso einen Antrag der Nationatliberalen, wonach von dem Recht z-u wählen ausgeschlosserr sind: alte unter Entmündigung, vorläufiger Vorrnnndschaft, Ehrenstrafen und Pol^eiaufsicht stehenden und solche Personen, denmi dre Fühigkert zur Bekleidung öffentlicher Aemter adgesprochen ist und die Armewunterstützrung erhalten, wobei dre Unterstützung des Wählers oder seiner Angehörigen m F-allen geistiger und körperlicher Krankheit nickst als Armenunterstützung gilt. — Zn 8 2 brachten die Konservativen einen Abänderungsantrag ein, wonach 236 Abgeordnete aus allgenleinen, gel>eimen und direkten Wahlen nach dem Mchrrtrinmeusystem und 214 aus verufsständischen Kchermen und direkten Wahlen herworgehen sollen. Berlin, 14. Fi:br. (WTB.) Generalseldmarschrll v. Hi n d e n b u r g hat das Eh e.tpräfidium übe-, oie uü stistunzz für die Hinterbliebeiten der im Kriege Gesallmen übernommen. ^ Karlsruhe. 14 F.chr. (WTB) Der Staatssekretär oes Reichsjustizamts Dr. v. Krause ist heute hier ein- getvosfen und vornni tags von deni Großher^og empfangen worden Am Nachmittag folgte er eiirer Einladung des Ministers des Großh.rz-oglick-en H>auses mrd des Aeußern Dr. Düringer zum Tee. Der Staatssekretär nnrd abends stach Darmstadt reisen. Asrs Stade rrnd Gießen, den 15. Februar 1918. ** t a b 11 ö e a t e r. Es sei darauf hingewiesen, daß die morgrge letzte Auiführung von „Colberg" wiederum mit einem Gastimcz des o«rn Mathieu Pfeil vom Frankfurt« Schau- spielhaule verbunden ist. ' ' ^ ^ v t s che Vaterlands Part ei. 2andtagsabge>lwd- net« Pmrr« Dr. T^r a u b (Dortmund! spricht am Montag. 18. Februar, avtnrds, im Saale des „Fürstenhofes" üb«: „Was tut unterem Vctt«land not?" Siel)e ^Anzeige. Kreis Vüdittgen. >r Büdingen, 14. Febr. Neben dml erfolgreichen „Feld- KUg gegen dre „S.ecksüird«" geht das llreisantt auch mtt uncrbitd- lrcher Sjlrenge gegen jene Kreisinsassen vor, die cutgefltni den' bun P5? r ^ t ^ c ^ cn Vorschriften SckMwie aus dem Gwßberzvgtum ausführt« oder Schlachttiere nicht bei der Viehzählung an gemeldet haben. Eine größ«e Anzahl P«fonen wurde deslxrll, mit Geld- stvatcu von 3 bis 50 Mark belogt. --Büdingen, 15. Febr. Tie Finna Gebr. Müller in Dorsten erwarb hier ein größeres Gelairdc zur Erbauung einer Sfeiw< serven- unb Kunsthonigsabrik. 4 0 r t e n D c r g, 15. Febr. ?6m Sonntag den 17. d. M findet hrer. veranstaltet van vnschüdenen Vereinen, im Gasthaus , zur Post", ein Lickxtbildervorttag statt. Ob«lentnant cu D. Krauste spricht üb« das Therna „Der Kampf in den Lüften" °— Funkep § ißucr «hielt die Hessisck-e Tapfer keilsmedaille. — Der Frauen vereiü v«anstaltet % Z. in her hiesigen Kinder schule ein« mehrere Wochen dcul«nden Schuhkursus. zu dem mehr als 60 Aumeldimgen vorliegen. Im ersten Kursus werd«, für die umliegenden Gemeinden die Handarbeitslelwnüuwn ansgebUdetp damit diese i.n den betreffenden Gemeinden die SchuhmaäfvwS wert« lelircn können. KitiS Friedberg. Fc. Bad-Nauheim, 15. Fehr. Ter Bwld der Landwirte hat m dem Landtagstvahlbczirk Dutzlach-Bad-Nanheim den Oeko- nomen Breitmbach dahier als Kandidaten ausgestellt, die übrigenr Parteien w«den ebenfalls Kandidaten ansstellen. Etürkenbuca und Üihcistbesftn. ** Darmstadt, 15. Febr. An der Grosch. Turnlelnrrbid« dnngSanstall wird vom 18. März bis 13. Avril unt« Lotung deS Großh. Landesturnmspektors ioieder ein Ärrnkimus zur llntcr- nxnsung im. Madchenttrru.cn stattsindeir, der in twst« Linie für Handardeitslehrerrmrcn und Leit«innen von Frau«labteilninaeNt bestunmt lst. ^ ^ ' Kreis Wetzlar. ra. Oberlvetzlar, 14. s^br. Nach Feststellnna ^ innere Gem«nde auch im tommSS« Ge- ÄÄge.f «Ä' ^ ^ »«W ^ vesfenNafsau V, ^ $ V J' T ‘ ltndttschon Könvrschw-ten be- stassanischen II nionsk?rche tV ME für btc größte ber Vier (%xtcn, sowie die Kvsien für ö£, «Halmen (SKorfnrfhtblL Die GLockeumeßerei Nin k e r - Dirm ycrt fich bereit «nckläitt. die Jd>striner G4xken eii- b cta) bei ^xvcbiTnbnro folgende Erklärung: „Durch meine an den. Herrn Bürgermeisver Dokvtver irrrf> öerm Lehvcr Capitain ge- sandten anonymen Briese itturde Herr Jalvb LeyenLecker in Griff* rats-Solingen dringend !>erdück^ig-t. dem LlcKer der W-itwe Schuh- macher Kartoffeln entwendet zu haben. Ferner mürbe dadurch die Witwe I. Strmvch der Hehlerei dringend verdÄl^igt. Ich nrusz erklären, daß ich die in Frage Somnrnrden Karwfseln cntt-. weirdet hatte. Ich bedc'we dieses mein Borgehen und teilte hiermit bei den der Tat verixich.rgten Per'vnen öffentlich Llbditte." ss M ct rb n rg . 15. Fcbr. Das Landvatsmnt hat eine Bekannt- rniatlMrg erlassen, das; die enigen Mütter. welche fernerhin sich Zuwiderhandlungen gegen die MalMwschin'ten -u Schulden kommen lassen, die SckLießun>g j^vcc DäüHten für die Dauer >es Krieges zu gewärtigen l-ccken. öcrid?^iaal. I. Dormftadt, 14. Febr. Eine hiesige Rentnerin, die ein Haus allein ü-eiootznl, läßt nur ihre Lausftau ins Haus. Mit arrderen Verfoueu verkehrt sie nur mittels eines Korbes, denj sie aus einein Fenster des ersten Stocks l>ereruubergÄafsen. Die ^Betrügerin erhält luvten scl>wereg Urkundensülschung und Betrugs 4 Monate tztefängmis. — Mittels Nach sctüüssets entwendete ein l7jÄhrigcr Lehrling in einem Lichtspieltheater einen jEl c ft r o m o t o x. Er wird Al 5 Monates '.GefLuguis verurteilt. — Der 72jährige Hausierer Heinrich Heil von hier slnhl seinem Zinrmergeuossen Kleidungsstücke im Werte von 40 Mark. Das Urteil lautet aus 1 Zkcho 6 Monate Gefängnis und 5 Zähre vertust. --- F r an k s u r t a. M., 14. Febr. In neunstündiger Sitzung verlMidelte l-errde das Schwrgericlü gegen den 18jährigen Schmied Iohmrn Wecksutz aus L-.chc a. M. und den 17jährigen Schlosser Wilhelm Kappes aus Klmi-Heul'ach wegen Ernbiuchs rmd gegen enteren wegen vorsätzlichen Totsckstags. Die beiden Angeklagter- hatten ün Dezember zahlreiche schwere Einbrüche verübt. Als sie am 30. Dezember von einem Eirwruch heimkehrten, wurdeii sie in der Oppenhnmer Straße von de.n Sck>utzni.um Ofeoig E r t l gestcklt. .Hierbei schoß, efc der Beamte sich verteidigen konnte, Weckfuß ihn meier. Tsn Tod trat auf der Stelle ein. Wenige Tage später nturden die beiden Burschen verda tet. — Weckfuß war m der l>eutigen Verhandlung voll geständig. Gegen Kappes lautete die Anklage nur aus EiubruchSdiebsdahl. da er sich unmittelbar vor der Muttat auS dem Staube gemacht batte. Das Schwurgericht verurteilte Weckslus; NDgeu vorjützkichen Totschlags unter Versagung! mildernder Umstände zu 1 5 I a h r e n Z u ch l h a u s , Kappes cc- lstelt wegen Einbruchsdiebsla hls 3 Ial )re Gefängrris. vermischtes. ---- lAschassenb u rg, 14. Febr. Zwischen Heigenbrücken stieß infolg.' zu starken Brem'en Lansach und eine Schiebelokomo tkve mit solcher Wucht gegen dni Frankfurt—Nstrr'.becger D-Zug, daß der letzte Personenwagen eingedrückt wurde. Bei dem Uniall erlitten fünf Reisende Verletzungen. . . ^ Zum Eisenbahnungkückbei Mün che n^ Die Münchner Staatsanwaltschst bat festgestellt, daß bic .'vvroilaime, Die mn 25. Januar bei Schlcifcheim den Brand mehrerer Wagcn deS Berlin—Äiünchener Schnellzuges verursache, von der Eoutruenta^ Kautschuk- und Guttaperchagesellschst in .Hannover dem Unteroffizier Winkelmaun 3 &ir Aesörderuug übergeben worden war. enthielt 30 Kilogramm Chlorschwcscllöiung in SchweiclloylcnitoN'. Ter Verlust von 8 Menschenleben urü) 60 Verletzungen waren dre Folgen des Brandes. Meteorologische Beobachtungen der Station Hietzeii. ~ I S 3 •5 ^ “03 •» •* .3 o> a 3 3S Z LKi •8 «5s 1 ? iü4 Wenn 5.1 2,7 0,3 *5 6,5 0,4 4,4 83 74 77 Höchste Temperatur am 13. bi» 14. Niedrigste „ w • . Niederschlag 0,0 mm. Februar 1918 1918 Dew. Himmel Ltlarer Himmel Berv. Himmel 7,1 • 0. i,9' a Kan den Hausarzt aus dom König!. Mineraibrunrien u Bad Brückenau von hcrvorraKender Wirkung bei B. 1053R Bekantttmachnng. ES find demnäch't zu vergeben: 1. 428.43 k. ? insen aus der Stiftung der Konrad Balidaser Laug Erben an zwei bedürftige, evangelische ^ ewohtter Gießens, die mindestens (50 Jahre alt find. 2. 194,5-51 Äük. Zinsen nuö der Julius und Minna Koblermann-Et'.ftnna w zwei gleichen Teilen an einen Utibescholtcnen, hils'bedllrstigen. geborenen Gietzcl'.er Bürger (Witwer! und die Witwe eines solchen. iGe- borene Gießenerin bevorzug!!. Meldungen nimmt das Städtische Armcnamt, Asterweg 0, bis l. März 1918 entgegen. Gießen, den 13. Februar 1918. Der Oberbürgermeiuer lArmenverwaltungl. 5(eller. 1117V Neuzeitlich cinaerrchtctc f)-7-/,lmmer*U ohnnng in schöner Lage zu uuelen gesucht per 1. Avril od.svatcr. Angebote mit Preisangabe unter 09253 an den Giegener Anzeiger._ L'sS. »eck. sucht möbliertes Zimmer mit Heizung, elekir. Licht oder Gas, ccenit mit voller Vension. Schr. Anaeb. unter 00822 a. d. Gieß. Anz. OUrtner-Lehrllnff. Braver Junge kann die Gärtnerei bei gründlicher Ausbilduitg unter günntgen Bedingungen er lernen. Wild. Moser, Gürlnereibcs. Gesucht für sofort l.anffrau od. Üiiidchen über iviittng. OiBoS Eran Fa khaasea-BazIna. WUhelttistr. 40, Erdg. Suche mebfeve Damen oder Aiädchcn als rrisrarmoöö'Is. Gatb, Damenfriseur, 1114 Bahnhosur. 05. r STELLENGESUCH Hei eifern l.umS« für zwei kräftige Bursche» im Aller von 15 u. 17Jghren guslvärls Stelle gesucht. Schristl. ?lnaeb. unter 09330 an den Gien. Anz. erberen. A Kafnit u. 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Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen ist Um stilles Beileid bitten sich^zuRufern DaheZU Jßhren uach kurzem schweren Leidoa »a Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Frank Chrietflan Frank Familie ELools Frank Familie Aug. p t i t T , Familie KnriHnffenschmldt Gießen, Leipzig, Frankfurt, den 14. Februar 1918. ; die tieftrauernden Hinterbliebenen: Christiane KrauB geb. Wagner Marie Möser geb. Krauß Dr. phil. Ludwig Möser Luise Möser Maria Möser. Die Beerdigung findet Samstag den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Dia Beerdige findet Sonntnu den 17. Februar, nachmitt 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen friedhofes aus statt, PÖ. Gießen (Johannesstraße 16), den 14. Februar 1918. FRITZ NOWACK Beileidsbesuche dankend abgelehnt 1HI Seidene Biusen ♦ kunstseidene Trikotblusen,seideneUnterröcke in großer Auswahl Nachruf. . _ Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, das Ableben unseres verehrten Ehrenmitgliedes Hem PH.Dlü!>hier,Lskmstii>|iihkkls i. N. bekannt zu geben. Der Entschlafene hat als Vorstandsmitglied lange Jahre uns mit Rat und Tat unterstiitzt. Sein Andenken bleibt bei uns m Ehren immerdar. c.i ? öv die vielen Beweise herzlicher Teilnahme Mt dem^eiwgang unseres lieben Söhnchens und Brüderchens sagen mir be'.zlrcheu Dank. ««« Familie Franz Haustein. m Siegen, den 14. Februar 1918. Viele Neuheiten in Seidenstoffen für Blusen Der Vorstand des Gietzener LokoniotivführervereinS Ortsgruppe des Verbandes PrenK.-Oesfricher ^okomotivfubrer. 1538D Aiiitlilhe 33cfflnnfinßd&aü«cn der Zisiit Speiferiibcn - Verkauf. icn. ‘i 110 SemüfeverteilnngSstelle, ^'Nlnen Dienstag. Donnerstag und San.s- ian Selbe Möhren, Zlohlraben und Weibrüben zum Verkauf. Verteilung von Käse und Heringen.' IR m». Ev gelangen von itrcitßii hpn ik. biti hataa Zum Besten des Roten Kreuzes Gießen Abteilung Kriegsgefangenenhilfe Zweites Konzert des ukrainischen ffeikvereins Lyssenko aus Wetzlar (Leitung: Flerr Gymnasialprofessor Turula) am Montag den 18. Februar d. J., abends 7'k Uhr, in der neuen Aula unter gütiger Mitwirkung der Herren Seminarlehrer OttoTheiß-Wetzlar und Leo Maslovsky-Kiew (Violine). Eintrittskarten zu Mk. 3.-, 2.*- und 1.- im Vorverkauf nur bei Herrn ErnstChallier, Neu^nweg 9 (Fernruf 671). Programme mit den Uiedertexten an der Abendkasse. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen, schmerzlichen Verluste sagen wir innigsten Dank. 09*96 Familie Dietrich. Familie Pfeil. "c° 15. ™ Dienst,« 1. In den Geschäften: Arnold, Hrch. If., Kaiser-Allee, Bieder, Gör., Neustadt, Konsumverein, Schanzenstratze, n Anerweg, rr Bleichstrabe. ^ bleuen Baue, , efcö, Heinrich, Seltersweg. Eisenbahn-Konsumverein, Frankfurter Stratz^ Liebigstratze, Fischbach, E.,' SelterSw^g, Jöckeb R., Marburger Strahe, Kaibtleiick. Ltebtgstrabe, Gießen, den 14. Februar 1918. Für die vielen wohltuenden Beweise inniger Teilnahme bei dem uns so schwei- betroffenen Verluste sagen wir nur auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Kalkhoff Nachfolger. Welt-Anlage, Kleinhenn. C. G-, Bahnhofstrabe, Koch, A. Nachfolger, Schulsrrahe, Maternus, Klinik,trabe, A.buker. Hrch, Ludwigurabe, -Plack. Adolf, Neuen Baue, Schade L Füllgrade, Bahnhoffttatze, „ . n M „ Ludwigstrahe, Wallenfe s, August, Marktplatz, ... ^-Dlillensels, Georg,-Marktplatz Vi mb arger Käse zum Preise von l.50Mk. für datz Mund VrÄ?v°^?Pf>kL-VSV^'°" »uni Mabe^d^ und Abgabe des Bezugc-abschn.tis 13 der Gebens,,,ttielkarke: , E reden Abschnitt entsallen 1 Hering bzw. 109 «r SäW. 4 * ******* t(inn denjenigen Gkschüsten. bee de»»en der BczugSabrcbnitt l« der Lebensmittel, karte be» Durchsübrnug des BordesteUverfahrens abgegeben wurde, ausgeüdt werden. Gietzen, den 14. Februar 1918 mm flah-ÜlilB Junißl" Ter Oberbürgermeister (LebenZnl ittelamt). Foh. Magel nebst Angehörigen. Verkanf von Kaninfelle«. Gießen, den 14. Februar 1918. 1180 ... 23on ÖWoittöo bcn 18. d. M. ab gelangen zngerichrete .städtischen Lebensmtttelamt, Ost- varmttta^ m % it U A er ^eitags und LamStags, von vormittags 10 — 12 Uhr und nachmittags 2 — 4 Uhr -mm Verkaufe, solange der Vorrat reicht. Giehen, den 14. Februar 1918. Xev Oberbürgermeister (Lebensmittelantt) D.R.G.M. P« ent in Lllerreich, U uiar , Schwe z und §pa ien. Oas unübertrefflichste Werkzeug für Jeder,»rann' Die größte Erfindung, um mitderHandso ort !efbslän.'>iq,fastmü^c!os -u r. parier n: Schrrhr, Geschirre ELtt l. Statt, Kelt^.Trnbr r"-en, Fabrrobmänkel usw Juwel nabt Stepp; ei ftlche roie eine Nah Maschine. *6 änfcig Die cAnerlennu i§en. Preis per Stü^t mit Sverichieden.-n Nadeln u>ldSpu.e mit?>avrn: Mkz. 4.20 unter Nachnobme. Porto «nd Der- Packung frei. Man beachte: Crc.i oJfctTiW aus Ma i, öle Spute ,m Heft gibt beim -iciben d-n Faden ob wie eine Häh* Maschine. AÄK'ÄÄ rrscheiuen! General-Vertrieb 3 . ksöpfl, München /v Landwebritrahe Zg 116888 iMW Hotel Förstenhof, Gießen. 3m €af6 Sauiatas and Sonntaj l» Cafö Familienkonzert FrL Lulln Erbe und Hr. B^aDdensteln mit neuem Programm. ngg hen7l> 39. I 2»MKtSffir V. K. L u. Pf. V. G. Sonntag den 17. Febr., nachmittags 3 Uhr, i im Saale der Restauration p u S , Wagengafle Oeffentl. Vortrag über Fevverwertung und -bekchlaguahmr. Redner: Herr Ludw. Steindrechcr-Darmstadt. Um zahlreichen Besuch bittet uw Der V»rsta«d. • i f « 4 . ii' ---^----- - ■■■■" —B ll t 1 110 Der Vsrstaud. Mitglieder-Versammlunz der veittschen PaferlÄpaWi fiir die Provinz Gberhessen. (iBütiipiiliüfstiinftfr Ifirrrr ^^fpri^t am Montag, 18 . Februar, abends 8 Uhr, im Saale des „Fnrstenhofes" über 1 Mas tut unserem Vaterland not?" Einführung von Gästen erlaubt und erwünscht. Die ersten 20 Reihen Stühle werden gegen eine Platzgebühr von Mk. 2.— reserviert. 11»D Deutsche Vaterlandspavtei Oberhessen Professor Opitz. H Nr. 39 Swetter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 15. 5edruarW8 Nach 57» Nriegrjahren. ftin ©htldSnmg des Ministerium» fcwd Innern hielt.am Samötig ftelegenllch einer Versammlung der hessischen Koeisd-rrekLoren und chrer Vertreter das Mitglied des ReickrÄxme-Direkwriums. Geheimer Oberfinanzrat Dr. von Grimm aus Berlin, cxrto Aussprache über Deutschlands Wirtschaftskraft nach den gewaltigen Belastungsproben van 3ft» Kriegsjahren. Aufrecht lutb mtgtbruayn die wirtschaftlick^e und namentlich auch die geldwrrffchasttia?e Widerstandskraft des deutschen Volkes die Brmwung des großen Geschehens dieser langen und schoercn Zeit überdauert.Das kann jeder von seinem Platz ans an Deller scheurungen des Mrtscwft^ lebens abmessen. Der Bartrag aber gab ein ebenso erfreuliches al§ dankenswertes Gesamtbild. Danach sind nirgends Anzeichen vorhanden für jene schleichende vnrtschaftliche Zermurbung, dw die Engländer in verhängnisvoller Verkennung unserer Svrtut vor Jahren schmi ertwfften. Diese Schlußfolgerungen bat der Redner nicht etwa selbst ausgesprochen. demr er liest — m srnn- fälligenr Gegensatz tzu der Meldeweise ^und dem Redezweck!) Englischer Staats-- imb Mnanzmänner. die es freilich unter oretfach ungünstigeren Verhältnissen schwerer haben als der deutsche Berichterstatter — nurtneTatsachen sprechen, es jedem em-elnen ms Belieben stellend, sich dem üL-erwäl tagenden Eindruck dreier nachprüfbaren Tatsachen m überlassen. Mll nwm crfetmcn, mcldic Kraft int deutschen Volke Lebendig war und lebendig bl reo. so braucht man nur zu überdenken, daß. dies führt der RÄ»ner naher aus. Deutschlands Außenhandel in der knappen Zeit)banne von wenigen Jahrzehnten sich imhozu verdreifachte. daß unsere Kvhlen- sörderung sich ^.u f den (Stand der englischen rthöhen lretz Midschlveß^ tich das Sechsfache der französischen betrug, die Rv^rsenHerstellung sich verfünffachen ließ und das Doppelte der englischen, die Stahlerzeugung das Dreifache der englischen erreichte und/4 der WÄt- pwduktivn ausmacht, daß beispielsweise unsere MAAwm- unddie chemische Industrie an die erste Stelle m der Welt rückten. L-aß ieM mich bei ims trotz unseres Kiohlenreick-tums KoAemnangel besteht. ist nicht zu verwundern, weil dft TranstWrt Möglichkeiten zeitweise für vordringliche Zwecke beansprucht sind, und werl wir aus sehr begreiflichen Gründen von der Ausfuhr dieses in der ganzen. Welt stark begelwten Bodenschatzes nicht absehen wollen, im wohlverstandenen Interesse der Allgemeinheit auch nicht absehen dürfen Im Kriege hat unsere Industrie, wie ihre Abschlüsse offenkundig bewiesen, eine unübertreffliche Anpassungsfähigkeit und Organ i- sationskunst entwickelt. Alle Verbesserungen und Erfindungen .ruf- zuzWen, würde ein Buch füllen. Die Landwirtschaft war bei uns nicht wie in anderen industriell gewordenen Staatswesen, vernachlässigt, sondern in knapp 25 Jahren fast zur Verdovpelung, ihres Ertrages emporgeführt worden. Der völkerrechtswidngtt Blockadeplan stellte unsere Landwirtschaft vor die Aufgabe, die Deutschen durch die Deuffckien zu ernähren. Mich das iit gelungen mit begreiflichen, sehr großen Anstrengungen, wenn auch nur unter starken Einschränkungen des Verbrauch. Dr Stickstoff, der wichtigste Kunstdünger (und ein wichtiger Stoff für, dr Munttions- Erzeugung) wird mitten im Kriege in einem Maße tm Irland erzeugt. das nach Wegfall der militärisck>en Bedürfnisse sogar noch Ueberschüsse für die Ausfuhr läßt. Knapph'ft rmd Teuerung und Rohstoffmangel nehmen nun bei den Feinden mehr und mehr empfindliche Formen an (Ib-Boot-Erfolge). Geldwirtschaftlich haben stur uns sm gleielver Weise glänzend geschlagen- 70% aller bewilligten Kriegskredite find bereits durch langftistige feste Anleihen gedeckt. Das haben uns bi* Fvinde nicht nachmachen,können. Weit voraus sind sie uns nur in zwei Punkten, in denen wir ihnen! aber den Vorrang nicht streitig machen wollen. Ist der geldwirft schaftlich unheilvollen Verschuldung ans Ausland, die sich als niederziehendes Bleigewicht erst nach dem Krieg in der ganzen Schwere für sie bemerkbar machen wird, rmd in dem Umfang der kurzfristigen Schulden, die nach denr seufzerreicben Eingeständnis der feindlichen Mnanz- und Staatsmänner nicht nur für jetzt, sondern auch für die nächste Zukunft wohl der schwärzeste Punkt im tiefbeschatteteu geldwirtsckxiftllchen Bilde sind. Die derzeit als Folge eines wirtschaftlichen Naturgesetzes noch vorhandene llnler- werügkeit der deutschen Reichsmark im Ausland verteuert natürlich unsere Einfuhr, ist aber — selbstverständlich —- ohne jeden Einfluß auf unsere geldWirtschaftliche Gesundheit. (Uebrigens haben auch die Feinde eine starbe Unter Wertigkeit ihres Geldes im Ausland, worauf der Redner ohne Schadenfreude 'hinwies, eben weil es sich um ein wirtschaftliches Gesetz handelt, dem wir alle unterliegen.) Wein die Sparkasscn-Einlagen haben im Jahre 1917 um 3 l /a Milliarden Mark nach stolzen Steigerungen in den voraus gegangenen Jahren weiter zugenvurmon unter Abzug der ge wattigen Einlage-Rückzahlungen für die Kriegsanleihen. Die Steuerveranlagungen haben keine Rückgänge, sondern einen teilweise starken Fortschritt ergeben. So groß, so gewaltig aber auch die Zahlen des deutschen sVolksvermögens und deuffchen Volks einkommens sind, so sind sie noch nicht einmal der stärkste Pfeiler des künftigen deutschen Wirtschaftsm'bäudes. Das ist vielmehr die deutsche Tüchtigkett stnd Arbeitsamfint, die Kra f t, die im deutschen Volke unzerstörbar weiterlebt. Arbeitsamkeit und Wirtschaftlichkeit — im Kriege bewährt und gestählt — werden im Verein mit den reichen Wirtschaft licken Mitteln des deutschen Volkes (Kohle, Erze. Mensck^en- und Wasserkraft im Lande!) den Aufftieg unserer Volks Wirtschaft sichern, mögen auch die Wunden, die es auszuheilen, die Lasten, die es zu tragen gilt, groß und schwer sein. Die Göttin des Sieges ist die Göttin der Tüchtigkeit. Da sie international, ja sogar unparteiisch ist, muß sie — mit uns sein: auch weiterhin und bis rum guten Ende. ** Diebstahl. In der vergangenen Nacht wurde in den Räumen des LebenSmittelaEs ein Einbruchsdiebstab« ausgeführt. wobei den Dieben Speck und Wurst in geringer Menge und Reisebrotmarken in die 5>ände fielen. Vor dem Tatort wurde ein großes Stemmeisen, gezeichnet K", zurückgelassen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet dre hiesige Kriminalpolizei. LU Die Universität Gießen stellt für das Jahr 1918/19 folgende Preisaufgaben: Bon t he o l o g i i ch e n Fa - tut tat: 1. Für den akademi s chen Preis: Jol»nn vta- thäus Metzfavt in seiner schriitstellei-ffchen Tätigkeit. 2. Für den LeydHeckervreis: Die Verwendung des Grundsatzes vom ,/Allgemeinen Priestertum" in der Inneren Mission des 19. Jahrhunderts, verglichen mit der Bettvendung des gleichen Grundsatzes bei Luther. Von der juristischen Fakultät: Es v ll eure l. rj u i nt« «luucmiiuj'-“ iv * «. ■*- j , dckn ^tcrial der Gießener Augenklinik soll ermittelt werden. ob und inwiefern die Elliot'schc Operation geeignet ist, die Jrrdr^omie bei der Behandlung des Glaukoms zu ersetzen. 2. F ü r d e n Ba l - serpreis: Die historische Entwicklung der Operatwn am Sinus figmoildeus und an der Vena jugularis Bon der v e t e r t n a r - medizinischen Fakultät: Darstellung des Knorpelschadels jüargerer Pferdefeten. Bon der philos yphische nF a k u l t ä t: 1 . Aus der semitischen Philologie: Ter Sprachgebrauch des Jerusalemer P-mtateuch-Targums (svgvnamiten Pseudolonatan- soll urrtersucht und dcrrgestellt werdm 2. Aus der in d i f chen P b i l v ! g i e - Sammlung im Jin ischen vor'« dener um'#' C«n der Ausdrücke (nach Art der nordischen Kenningar) und Verarbeitung i'ach sprachzeschichtlichen und p-yckVlogrschen Gesichtspunkten. 3. Aus der- Chemie: Tie KristaDildung aus unterkirhlten SchmelzMsken soll unter Berücksich'.igung a> der Grenzfläcch-n- >oirkungen, b) der Konstituitionseinllüsse und c) d s Auftretens vom- morpher Formen untersucht werden, 4. Aus der englischen Philologie: süeimoers, Blankvers und Prosa im engl i\ chen Drama. 5. Ausder romanischenP hilvlogie: Die Bezeichnungen der Waldbäutme in den lebenden franzöiffchen Mundarten. Miltenberg in einer Wirtschaft rühmte, ftrr 15 Mark das Pfand in Fvanffurt an den Marur bringt. «rechlrcheHchrtchte«. Israelltlsche »cligionrgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Arrlage). Samstag 16. Fcbr. Vorabd.: 5.30: nwrg. : 9.00; ccbds.: 5.55 u 6.30. — Israelitische Religionrgesellschast. fei er am 16. Jebr. Freitag abd.: 5.15: Samstag vorm.: 8.30; nachm.: 3.30: SabbatauSg.: 6.30. Wochengottesd.: morg. 7.00, abds.: 5.00. Aus Stadt und €att*. G ie ßen. den 15. Februar 1916. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Großl>erzog hat dem Postagenten Will-Äm Kiefer in Trevejchenhain das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Menstr" am Bande des Verdienstordens Philipps des Groß mütigen verliehen. ** Aus zeichn ung. Der Musketier Richard Köhler wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmcdailte ausgezechnei. Hessische Juwelen-und Goidwoche Schirmherr: Se. Kgl Hoheit der Großherzog. Die Goldankaufsstelle im Gebäude der Bezirkssparkasse (Johannesstr.) ist anläßlich der hessischen Juwelen- und Goldwoche morgen vormittag von 10—12 Uhr - gcöflnet. . , — Der EhrenausschuS der Goldankaufsstelle Gießen. ** Der kauf v-on Kaninfellen. Bon Ddontrz den 18. d. M. ab gelangen täglich — außer Freitags und Samstags — von vormrtbags 10—12 Uhr nnd nachmittags 2—4 Uhr auf dem Städtischen Lebensmittelmnt Ungerichtete Karrinfelle zum Verkauf, solange der Borrat reicht Die Felle sind in gebrauchsfertigem Zustand und können alsbald verwertet werden Bei den derzeitigen hohen Preisen für Pel^werk ist Gelegenheit geboten, sich für wenig Geld das Material zum SÄbstHerstellen eines Pelzes zu erwerben Die Felle eignen sich weiter zur.Verrichtung von Schuheinlagen und dergleickien. - ** Käse und Heringe. Mir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Leb-ensmittelaMtes, nwnach in den namentlich aufgesührten Geschäften aus den.Bezugsabschnitt Nr. 13 der Lebensmittelkarte 100 GraniM^ Käse zum Preise owr 30 Pfennig und in den übrigen Geschäften je ein .gering zum Preis vo.t 14 Pfennig zur Ausgabe gelangen. Der Msc bzw. die -Vevinge können nur in den Geschäften bezogen werden, bei denen der Bezugs«bsckmitt 10 der Lebensmitte5karte s. Z. abgegeben worden ist. Die der Stadt Gießen überwiesenen Mengen an Käse und Heringen reichten nicht zu einer Belieferung sämtlicher Geschäfte mit jeder dieser Waren aus. Es mußte daljer eine Verteilung in der vorstehenden Meise getroffen werden. Bei dem Eintreffen weiterer Waren wird zwischen! den Geschäften abg-ewech.selt toerden. ' Starkenburg und Rbeinhessen, I Darmftadt, 15. Febr. Immer mehr sinkt der Verkehr zwischen Stadt und Land aug die primitive Stufe des Tauschhandels zurück. In den Dörfern des Mrltenberger Gaues macht sich ein drückender Mangel an Beleuchtungsmftteln fühlbar. Sie entbehren des elektrischen Lichts, Petroleum, Kerzen fehlen. So müssen die Bewohner schon seit Woch^r im Dunkeln sitzLn, Dies hat einen findigen Frankfiirter Geschäftsmamr auf einen glücklickZm Einfall gebracht. Mft dem Rade durchstreift er di« Gegend und bauscht Lichter gegen Butter ein. Für 50 Lickicher erhielt er kürzlich in einem Dorf 28 Pfund Butter, die er. >oie er sich selbst in Letzte riact-richten. (WTB.) Großes Hauptquarlier. 1b. Februar, (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In einzelnen Abfdxnitten Artillerie- und Minentättg- eit. Abteilungen eines Matwsenregiments brachten von finem Erkundungsvorswß gegen die belgischen Stellungen üdwestlich von Mannekenfaere 2 Offiziere und 26 Mann gefangen zurück. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Mrdüstlich imd südlich von Reims rege Erkttndungs- ätigkeit des Feindes. In der Gegend von Prunay und nid- westtich von Tahure enttmcketten sich lebh.ifte Art.lleriekämpfe. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Die Gefrckftstätigkeit lebte im Oberelsaß zeitweilig auf. Im Januar betrug der Verlust der feindlichen Lust- ltreitkräste an dni dentfchen Fronten 20 Fesselballone und 151 Flugzeuge, von denen 67 hinter unseren Linien, die nbn- ien jenseits der gegneristhen Stellungen erkennbar abge- stürzt sind. „ „ „ Wir haben im Kampf 68 Flrrgzeuge und 4 Fesselballone verloren. * Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. 9 * * Die Konservativen und das preußißHe Wahlreck;t. Berlin, 15. Febr. Wie dir „Deutsche Tageszeitung" zu dem von der Lcmseroativen Fraktion des preußischen Landtages emgebrackstrn Wahlrrchtsantragr schreibt, enthält Antrag eine Mwandlung der Regierungsvorlage in ztvcifacher Rich- tung: dnrch Einführung der Mehrstimmcn und durch das Prinzip der Berufswahlen. Das Prinzip des gleick?rii Wchlrechd, bleibt im iresentlichen gttrahct. Das beantragle Mehrsümme.isy",en, das in der Hauptsache auf dem Kompromiß vom vorigen Frühfommer beruht, könne man als ein aualifizrertes glei-ck-es Wahlrede bereicheren. Noch deutlicher zeigte sich das vorgeschlagene Berufs^ Wahlrecht als ein im .GrirnÄe gleiches Wahlreckü- Jnr ganzen bedeute der konservativ« Antrag eirt weites Entgegenkommen gegenüber deri Würffchen der 'demokratischen Parteien Dre Lage der Deutschen in Esthland und Livland. Berlin, 14. Febr. (Priv. Telegr.) Wie dem „Berl. Lokal-» anzeiger" aus Riga berick>bet wird, eilt die Lage der von Deutschs land ihre Rettung erlK-fsandeni Deutschen und Esthen in Livland und EMand einer 'Katastrophe zu, wenn nicht in letzter Stunde Rettung flomml InReval find von den Maximacisten 3000 Deutsche und Esthen verhaftet toorden. Die Frauen befinden sich getrennt von ihren Kindern in einem Schloß, die Männer in Kinos :) m Dorpat sind etwa 280 Mchnner verhaftet worden. Weitere Verhaftungen werden aus Fettin gmneldet. Ponar Law üfter die englische Krieg so rganisation. London. 13. Febr. 'WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuter,chen Bureaus. Unterhaus. Sonor Law erwiderte auf verschiedene Kritiken an den Arbeitsleistungen der verschiedenen Verwaltungszweige, Er gab einige interessante Zahlen, lvelche beweisen, was die verschiedenen Departements geleistet haben. Ueber die Arbeit des Departements für nationale Dienste sagte er: 1917 stellte es in die Armee 820 645 neue Leute ein uird durch die Regierimgsmaschinerie wurden in der Heimat 731000 Männer nnd 804 000 Frauen in Dienst gc- rwmmen. Zur Nahrungs mit tele rzeu gung übewehend sagte er: Die Zusatzmenge der im Jlnlande erzeugteit Cerealien betrug 850000 Donnen und itnr erzeugten einen besonverew Vorrat von drei Millionen Donnen Kart-ftfeln. Unser Lano war das einzige im Kriege, bei dem keine Verminderung der Nah- rungsmittelerzeugung erngttreten ist. Im letzten Jahre wurden eine Million neue Acres unter den Pflug genommen. Außer der ZnnalM-r der letzten Jahre sind bereits in diesem Jahrej 800 000 Acres mehr untm den Pflug genommen und 400000 mehr ff: Sckwttland und Irland. Tie gesamten Vorräte an Weizen Ende Dezember 1917 überschritten in imserem Lande; die vom Dezember 1916 um nicht weniger als 2 Millionen Quarters. Vom Munitivnsdepartement sagte er: Unsere Geschütze in Frankreich haben um 30 °b zugenommen und unsere Flugzeuge sind 1917 um das Zn-eiernhalbfackch im Vergleich mit dem Jahre 1916 oerm»ehtt wordm. Es ist die Meinung des Hauses, daß ittir tvegen dev Eintritts Amerikas in den Krieg weniger Ausgaben haben sollten. Amerika \jat nick:t nur imfercit Verbündeten, sondern auch uns selbst große Hilfe geleistet, nvfür wir ihm nicht dankbar genug sein können. t>lber der Truck aur die Alliierten infolge dar langen Kriagsdauer hat die mrf ihnen nihenden Lasten sehr groß gemacht. Ich! freue mich, zu sagen, daß unser Land imsbande wür trotz des Beistandes Amerikas einigenj unserer Verbündetm H-ilft zu leisten. Der Redmr schloß mit einer Verteidigung des gegenwärtigen Regicrungssvsteins und mit dem Hinweise, daß das Kriegskabffrettsystem von allen krieg-, fithrenden Mächten angenommen Norden sei. Aunst «nd rVigenfchaft. Tolstois „Macht der Finsternis" bei Reinhardt. Aus Berlin wird uns geschri-üteu: Daß Mar Reinhardt jetzt „Die Macht der Finsternis" in demselben Deutschen Theater wieder auserstehen ließ. ,«> sie ooc rmn- nvchr 17 Jahren unter der Leitung-Otto Brabms' zur erstmaligen Darstellung gelangte, ist wohl zum Teil auf den anhaltenden Erfolg des „Lebenden Leichnams^, tzum Deik auf die ihm zur Verfügung stehenden Darsteller zurückzufühven. Tie Inszenierung des Dolstvischen Bauerndramas ist den größterr Leistungen Reinhardts an die Seite zu stellen, denn wieder einnval wurde gezeigt, daß erst restloses Erfassen des geistigen Inhalts eines Werkes ihm volles Bühnenleben tzu verleihen vermag. So kraß auch dieses düstere, von Verbrechen strotzende Werk fern mag, so hell strahlt aus all der Finsternis die Idee der Reinheit und grenzenlosen Gläubigkeit, verkörpert in dem alten Akim, dem Vater des Helden ^Illkita. Daß dieser iAkün von Anfang bis zu Ende den beherrschenden Mittelpunkt bildet und bilden EtHtufr, stellte den eigenen Wer^ der diesmaligen Regieleffüung dar. Sie war anch sonst fast volleirdet und wäre es resllos, wenn ein gewiffcr kostünllicher Glanz und das Theatralische im ÄoclSzeitsspies des letzten Ülsktes nur noch um einen Grad mebr abgetönt gewostei wäre. Die Aufführung 'üs Ganzes wird wohl vergeblich ihvesgleick-en suck-en, sie ist restlos künstlerisch und weiß die geheimsten Feinheiten des Werkes fühlbar zu nvachen. Großartig war die Bäuerin der Lucie Häflich, eine fast ebenso bedeutende Lefftung Akulrna, des sich immer nrehr entwickelnden. Fräulein Pun kosdv , iiberraschend und in j^dem Nerv evareifend das lleine BauernmÄxtien der Else Eckersberg. Adele Sandrock war für eine iusfisch' Bauersfrau ^u klassisch, imponiert aber immer wieder durch tfyre außerardeittliche Technik. Den Nilita spielte Mexander Mvissi. Er wmrdte alle seine vielseitiges Fähigkeiten auf diese Figur an, kam aber leider nicht über cirtq allerdings glänzende und manchmal fast ergreifende Schauspieleoei Dar höckLten, unvergeßlichsten Mwöm des WendS *ba vermittelte .Max Pallenberg, der als Mim bewies, daß er unstreitig das größte Genie unter den lebenden MenschendariMlrat deutscher Sprache ist. Seine stumme Szene während Nikrtas Bekenntnis am Schluß des Stückes faßt alles zusammen, was Tolstoi in sein Werk gelegt hat. Das Publikum war nach den einzelnerK Akten zu sehr im Bann des Stückes irtifo der Darstellung, um Beifall zu äußern, zum Schluß aber wurde der lange Abend noch weit über die Polizeistunde hinaus' durch den Begeisterungstaumel vei> längert. A. B. l— Die Uraufführung einer neuen Schubert- Operette. Aus Wien wird uns gescknieben: Im Raimund- t h e a t e r hat das Singspiel „M a n n e r l" das Erbe des „Drei- mäderlhaus" angetreten. Wieder ist Schubert die Quelle der wie verzaubert fernher klingeTiden und mit edelstem Gehalt verzaubernden Musik. Diesmal hat ein Musiker vmr Kultur imd Persönlichkeit, der über seine engere Heimat hinaus viel zu wenig! gewürdigte Carl La fite, die gmrze unendliche Romantik des vor märzlichen Bieder- und Liedermeiers Franzi Schubert dem wv- nig dramatischen, aber durchaus liebenswürdigm Texte zugrunde gelegt. Es ist unter seiner feinen, sorgsamen Hand eine Partitur entstanden, die ein Juwel von echtestem Glanze wurde. Inhaltlich ist diese neue Schubert-Operette eine anmutig-harmlose, wenn/ anch ein tvenig gewaltsame Fortsetzmrg der Veinen Herzensnöte aus dem Dreimäderlhaus. In das Bicdermeiertum hallen die grellen Lichter deS aufdämmernden Jahres 1848. Die Nraufsüh- rung fand bei hinreißender Darstellung — insbesondere des Frl. Rainer, die das Honnerl imng und lebendig spielte — einem Erfolg, der das unverwüstliche Dveimäderlhaus iwch übertteffen, dürfte. — Die Schenkung der Sammlungen Pierpont MvrganS an das Metropolitan Museum in Neu- York. Ueber die drahtlich bereits kirrz gemeldete Schentluna der Sammlungen des verstorbenen Pierpont Morgan an das Metropolitan Museum in Neupork liegen letzt nähere Mitteilungen vor. Emm er h-hlich ^ DG der von sqmem Bat« sesammctten schätze, ivid zwar darunter die lalleckostbarsten, hat der jüngere Pierpont Morgan freilich bereits versilbert: dennoch sind die jetzt dem Neuhmcker Museum überwiesenen Srmmlnngen immer nöckr von außcvordentlick.'em Werte. Ihr Umfang unrd daraus ersichtlich, daß sie mein' als 3000 Stticke irmfassen: ja. wenn man die Num7n>ern der von Pierpont Rdorgan erN'orbcnen Sammlung Gröan antiker Glas- und Töpfereierzeugnisse hinzureä>- net. so steigt die Zahl der dttrmmeru sogar noch nur iveitere 4500, die allerdings große,rteils nur Sckverbrn, sind, Ter Oststdwert Schenkung wird ans nnndestens 30 Millionen Mark berechnet. Mas ihren Inhalt betrifft, so sind wohl vor allem oie Pracht^ vollen Gruppen der bpzmttinisck'-en und mittelalterlichen Email- und Glfeubeinarbeiten zu nennen, die die vorzüglichen Samm- lungeii Sverrigorodski und Höntschel in sch schließen. Dieser Teil der Sammlungen ist so bedeutend, daß er dem Neuvorker Museum fortab eine fiihrende Stell,mg auf diesem Geviete sichert. In den Besitz des Museums sind ferner übergcgangeu die Sammlungen von Uhren. Tabaksdosen usw,. von Renaissauceschmuck. mnorvingi- schen und germanischen Altertümern, italienischen und >mm- kchen Emaillen, Glaserz-eugnissen der Renaissance, Töpfereien ans der Zeit Heinrich II. mm Frankreftiv die Le Breton-Sammlung Roumier Fa Pen c oArb«' ü cn, sowie eine reich? Zahl ll einer mittel« elterlicher und Reuaissano^-Bildn-ercke. Äuft> unter den Gemälde,» befinden sch ausgezeichEr Stücke. o&Qlent gerade diese Grupp- der Morgauschen Sammlungen durch Verkauf schon stark ge lchtet worden ist. Das Rdrsenm erlstelt u. a. Metsus kösUichic „Besuch in der Kinderstube^ van der Weydens .^Verkündigung", acht dekorative Panele von Hubert Rollert, das Triptpchm von Ludger tom Rmg, das den segnenden Christus unup'ben von der Familie des Stifters darstellt, die Skiz-ze der heiligen There'e von Rnbens, den Bocket von turn Eyck ein reizendes Bild tvn dem Venezianer Longbi Im ganzen bettägt die Zahl der dem Museum überwiesenen Gemälde drei sag.