Nr. 26 Der #if|mr Unzerae, erscheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: Oießener F«m1! iendlätler; Kscvstlatt für den Kreis Oletzea. Vezngrpreir: monatl. Mk. l.80, viertel» iäkrilch Mt. 3.60- durch fflohole- u. Zweigstellen monatl. Mt. 1.10: durch die Post E 3.60 viertel» iahrl. ausschU Beftellg. sxernsprech - Anschlüsse: sürdteEchrlstle>tungl13 Verlag.^eschäitvstellebl Anschritt für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Erster Blatt 168. Jahrgang vonnerrtag. 31. Januar 1918 poffscheckranta: Kra«rf«rt a.M. 11686 euer Anzei General-Anzeiger für Oberhessen 2 iiw.u. { i.>e uou Anzeigen Die Lagesnumine: dis zum Nachmtnaq vorher ohne jedeBe: bmdlichkeit Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 26 Bs.. für auswärtige 30 c ür Reklamen Alk. 1.— ; bei Plagvor- schrist 2"°/„ Auistnlag. Hauvtschri'lleüer: Auq. Goeg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vankoertehr: Aug. Moetr, Stadt u.b «-werdrdan, Kletzen L-»,d. »er»>iich,e« n.Ae- rtchtswal: W. Meyer; Swittingrrun-dnlck ».verfüg: Vrühl'sche Univ.'Vuch-u. Steinvruckerei R.Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Zchulftr. 7. Gießen.' Trotzki für eine Verständigung? Livland und Efthland stellen sich unter deutschen schütz. Wwv.) GrotzrS Hauptquartier, 30. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front Artillerie- und Minemverferkämpft. Die Jnfanterietätigkeit blieb auf Erkundungsgefcchte be-' schränkt. * Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffe auf England und die "franzöfische Nordküste durch. London u»rb Soitthend, sowie Dünki.chen, Gravelinrs und Calais wurden mit Bomben beworfen. Jur Luftka-npf wurden gestern acht feindliche Flugzeuge und zwei Fesselballone abgescho sin. O^ftlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neue^. Mazedonische Front. Die Vollste feindlicher Komprg'üen g"gen bulgarische Feldwachst^aNLgen iwrdöstlich vom Doiran-See wurden ab- arwievn ^ Italienische Front. Auf der Hochf iiche rwn Asi'go haben die Italiener mit starken Kräften ihren Angriff fortgesetzt. Im Gebi"te des Monte Sisemol sind sie unter schweren Verlusten gescheitert. Der Monte Di Val Bella und Col del Rosso blieben nach hartem Kampf in Händen des Feindes. Der Erste Generalouaniermeister Ludendorff. * « Der vbendbericht. lyerlin. 30. Jan., abends..(WTB. Amtlich.) Vau den Kriegsschauplätzen nichts Neues. D»h der Genruntierungen deutscher Radikalisten und khver streikenden Mitläufer soll Trotzki. der Führer der russischen Delegation, nach einer Meldung der ..Köln. Zttz." ausgesprochen haben, ein Friede rein auf der Grundlage des brsherigen russischen Standpunktes sei nicht möglich, es müsse ein Berstä idigunqsf rede g shlvssen werden. Die Meldung ist unbestä igr und fragwürdig, w.nn s e sich aber beivahrheiten fol te, so wird Herr S. hei bemann und sein Anhang damit belehrt, daß selbst der Russe es nicht mehr für'möglich hält, daß eine Bolksm hrhcic in Deutschland den dentsclien Unllerhändstrn bei ihren festgrhalteiiei: Richtlinien in den Rücken fallen könnte Die Sozialdemokratie hat bei ihrem jetzigen unverantwortlichen Verhalten von allen Seiten Absagen bekommen, so z. B. in einer parteiamtlichen Erkä ung der „F eisinnigen Zei ung", d e die fortschrittliche Dolisparrei vertritt Diese K e j: nxü'eit mit oem verbrechwischen Treiben der Voltsaufwüh er nichts mehr zu tun haben, und sie bekunden dies nnzweideung. Wie setzt sich also die ungeheure „Botksmehrhcit" des „Vorwärts" noch zusammen? Ledig ich einig? demokratische Organe stellen mtt Wohlgefallen die Teilausstände, über die sie in breiter, ausfälliger Weift berich.en, in den Dienst ihrer Bestrebungen. Im übrigen bleibt es dabei, daß die Ausstande verrunzelt bleiben und ihren Zweck verfehlen werden. Zahlreiche Blätter stellen fest, es sei jetzt erwiesen, daß die Urheber der Bervegung in den Rtthen der „Unabhängigen Sozialdemokraten" zu suchen sein. So schreibt die „Köln. Ztg": .jedermann kennt die Drahtzieher, die hinter ihnen stehen, die Unabhängigen von der Frallion Haase, Ledestour. Tittmann. Es sind dieselben Leute, die seinei^eit die meutenrden Viatrosen berate,: haben. Die werden.auch jetzt den bolschnoikisck^: Hetzschriflen nicht fernstehen, die der russisch.' .Herr Trotzki nach Abschluß des Friedens als wichtigsten Absatzartikel auf die deutsche Einfnhr- itflfi setzen möch'e. Nach allem, ivas man von der Gesinnung dieser von zeder Ordnungs- und Gewissenspflicht Unabhängigen gelesen und gehört hat, gleichen sie den Anarchisten der Sorte Lenin-Trvhki wie ein Ei dem andern, sind auch sie Apostel des Reine-und Kleinemackiens, das wir jetzt in Rußland miterleben, wollen auch sie jene Despotie des Anarchismus, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker nur achtet, wenn sie selbst bestimmt. wie er sich m äußern hat, die sich für die Freiheit, wie pie sie auffaßt, mit Maschinengewehren, Mord und Totschlag Gehorsam erzwingt. Ihr Ideal ist, in den Wahnsinn der Gleichmacherei, der jetzt vor unser aller Augen das russische Volk zugrunde richtet, die Methode des Fanatismus zu bringen, im Namen der genotzüchteten Freiheit Raub und Mord zun: Staats- systzem zu erheben. Es liegt klar vor jedem nicht ganz erblindeten; Auge, daß ein solches System alsbald in Mord und Lächerlichkeit tzngrmÄe gehen muß. Bei uns ging in den Märztagen des Jahres 48 ein Scherzwort mn, das den Freiheitsfanatismuck nach Trotz- kischeni Rezept treffend kennzeichnet. Das Programm der Revoluzzer, sagte man dcunals, besteht aus ztvei Artikeln, die lauten: Artikel 1: Jeder hat zu tun und zu lassen, was er will; Artikel 2: Artikel 1 wird aufgehoben, weil er dem Prinzip der Freiheit widerspricht. Nicht viel anders siebt auck: das Programm aus, pmt dem die Drvtzki und Haast jetzt die Welt verjüngen möchten. Daß die deutschen Arbeiter mit ihnen hinter einer jolchu Utopie' verlaufen weiden, ist undenkbar. Sie, die fast vier Jahve lang, eins nnt dem deutschen Volke, geblutet und gerungen halben um die Freiheit des Vaterlandes, werden nicht kurz vor denv Ziel g?« llnssrnlosen Versuchern erliegen, die sich nicht fdjeiicu, um hcrert Walmgebilde willen Volk und Vaterland und die dem Mbeitem Schere Aussicht, als gleichberechtigte politische Person! iä-keil ireben den Bürger m treten, aufs Spiel zu setze,:." Sebr wirkungsvoll ist in de r bayerischen Kammer der Ttbgeorbneten die Sllreikbe.oegnng beleuchtet worden. Ans bom „freien." Amerilk aber horwwt die Meldru:^ daß dort die Regierung g^gen Agi a oren, die Au.sstandsbetvr.gn.ngcn anzetteln tvoupen, mit rücksichtsloser Gewalt vorgegangen ist. Ueberhaupt tritt jetzt in den mannigfachsten Ereignissen hervor, wie hart und streng in: gegnerischen Auslande die Rogier-nngsgewalt au fl.übt wird in: Vergleich zu der überaus milden nnd nachsichttgen Taktik unserer Berliirer Amlsstcllen. Der österrcichisch-ttngarische Ta eSberrcht. Wien, 30. Jan. (WTV. Nicht-amtlich.) Amtlich wird verlautbart: Die sti?weren Kämpfe auf Der Hochfläche von Asiago dauern an. Südwestlich von Asiago und im Gebiet des Mo te Siseml ststeiterten alle italieni'chen Angriffe unter großen blutigen Verlusten. Der Mo' t di Val Bllla und der Co' del Rosse mutz en n^ch heldenmütiger V r eidignng und zch m Ringen den an Zahl immer stärker Hera ^geführten feindlichen Kräften überlassen werd n. Der Chef des Generalstabcs. Das xoUtijchr Lebe-r petersdurgs. Stockholm, 29. Jan. (WTB.) Aus neutraler Quelle wird uns mitgeteilt, daß sich das ga.ize politische Leben Petersburgs in kvaurp,husten Zuckungen abspielt. Vorläufig glückte:: der Snwlny-Regienng ihre beabsichtigten großen Coups. Gestützt auf ihre rote Garde und die Marinettuppen, lvar es ihr nicht all zu schwer, die 5kcn:stituante nach knapp 24 Stunden wieder heimzu schicke:: und an ihre Stelle den ihr bedingungslos ergebenen Konvex, einzuberufen. Auck) m:f allen anderen Gebieten wird nach dem Rezept „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!" vorgegairgen. Tie Knebelung der Presse ist kann, :wch mi über treffen. Mit Ausnahme der Parteiblätter „Pramda" unö .^Jswestija" werden alle Zeitungen aufs schärfste kontrolliert urw unerbittlich bestraft. Mit politischen Gegnern wird kurzer Prozeß gemacht. Die Mitglieder der Opposition werde,: andauernd bedroht. Wieviele Person«: in der letzten Wock)e verhallet worden sind, läßt sich gar nicht übersehen. Die früheren Minister Schingarew und Kobn'chkin wurden wegen ihres leidenden Zustandes von der Peter-Pauls-Festung nach dem Krankeuhanw gebracht, ivo sie in der ')äuhi nach ihrer Einliefernng von Maari:esöll>aten niedergrschossen lvurden Kokoschkin war sofort wt, Scküngarew starb erst nach mehrsllmdigen Qua hm. Aus den ersten Blick trug das Perbrechcm alle Mcrknvale des gemeinen politischen Mordes an sich. Tie herrfch.mde Cli.we weist aber jede Mitschuld von sich und behauptet. Die Gegenseite habe die Ermordung aargezettelt, um sich eine Waise gegen die Boischnviki in die Hand zu spielen. Stockholm, 30. Jan. Das Esthnische Bureau hier teilte dem Vertreter des WTB. mit: Beinahe alle nationalen Truppenteile haben gegen das maximalistische Verbot der Bildung nationaler Armeen protestiert. Ein lettisches Reginicnt hat dm ukrainischen Militärkongreß der Nordsront, der mit Wahlvorbereitungen znr konstituierenden Versammlung der Ukraine beschäftigt war, zersprengt. Tie ukrainische Delegation der d^ordfront wandte sich an die esthnischen Truppen mit der Anfrage, ob die Eschen unter irgendwelchen Umständen gegen die Ukrainer Vorgehen würden. Die Delegation erhielt den Bescheid, daß die esthui- schen Truppen unter keinen Umständen gegen die Ukrainer Vorgehen werden. Der Zustand des russischen Heeres. Berlin, 30. Jan. (WTB.) Die rus'i'che Presse veröffentlicht ein Telegramm des Generals Bentsch Brupewitsch, des Stabschefs der Oberkomnwndos, das wörtlich Tautet: Vollkommene Machtlosigkeit. Viele Frontteile sind entblößt. Ans der Westfront kommen auf die Werst nur 160 Bajonette. Die Reserven lösen ihre Kameraden in den Schützengräben nicht ab. Eine ungeheure Zahl erfahrener militärischer Vorgesetzter ist bei den Wwl/len ausgesckstckden. Der jetzige Bestand an Stäben ist ohne Erfahrung. Der Stab und die Behörden werden, in Kürze zu arbeiten aushoren, da niemmü) mehr arbeiten kann. General- stlabsofllziere sind nicht vorhanden. Die Arbeitsbedingungen in de,: Stäben fiub entsetzlich. Wirtschaftlich herrscht eine voll- kommme Anflöfung. Ausbildm:g und Ordnung der Truppen sind nichts wert. Eine O r d n u n g i m H e e r e g i b t e s n i ch t m e h r. .Die Befehle werden nicht ausgefübrt. Desertionen finden massen- haft statt, beurlaubte kehre:: nicht zurück. Der Zusammenhang ist an vielen Stellen zerrissen. Ter Bes.llnd cn: Pferden ist fast 'ganz vernichtet. Die Beststignngen der Stetlunge:: zerfallen. Die Drahthindernisse si,ck> zur Crleichtt'rnng der Verbrüdenmg und des Handels entfernt. Einen Angriff des Feindes arisMhalten ist unmöglich. Die einzige Rettung des Heeres ist der Rückzug hinter die natürlichen Grenzen. Die russische Zeitung „Rjetsch" verurteilt die Reden Lenins im Rätekongreß, die aus die Instinkte der dunklen Massen rechnen n,:d Anarchie und Vernichtung der Kultur als Erfolge des Arbeiter- kampses preisen. Trotzki für cincu BergleichSsrieden? i. Köln, 30. Jan. Die Köln. Ztg. meldet aus Amsterdam: Nach einem Telegramvr sagte Trotzki auf dem Kongreß der Sovjets am Montag, daß an einen nichtannexionistö- schen Frieden nicht zu denken sei. Nur ein Vergleichsfriede fei möglich. Westeuropa dürfe Rußland nicht tadeln, wenn dieses zu einem Sonderfrieden gezwungen sei. Der Kongreß gab den russischen Delegierten freie Hand für Brest-Litowsk. Erklärungen der Ritterschaften Efthland- rntv Livlands. Stockholm, 30. Jan. (WTB.) Laut „Stockholms Tidnin- gen" überreichte gestern eine Abordnung, bestehend aus drei angesehenen Mitgliedern der Rittersck«ft Esthlands und Livlands, dem Vertreter der Bvlschewikiregiernmg in Stocklwlm Vorowsch eine Kürchgebung, tvorin mitgeteilt wird, daß die Ritterschaft Livlands und Esthlands ein e verfas ßnrgsmäßige Vertretung bes, Landes bildet und hiermit bttmmtgibl, daß Liviand nud Efthland selbständig sind und in ihr Recht eiTwreten, um mit den andere:: Völker:: dlbkommen jeder Art zu treften. Zum Schluß heißt es in der Kundgebung: Die >viederl>olten liebergriffe her gestürzten SellsttHerrschern:acht und die zahlreichen Urbergmfc gegen die Gesetze des Landes, die von der republckanischen Re- gierrmg Rnßlgnds zngelassen wurden, brachte das Land in eine verzweifelte Lage und nahm ihm die Möglickckeit, sein !toarl:ches Daseu: zu festigen. Die Vertreter des Landes sind somit gezwungen, sich ,:ach Sckmtz außerhalb der Larchesgrenzen umzusehen und dort Garantien für Gesetz und Rech: zu suchen. Daher beschloß die Ritterschaft Livlands :nto Esthlands. das Deuts che Reich um Schutz zu bitten. Sie will die Benreter der russischen Negierung davon zur selben Zeit in Zl)enntnis setzen, lvie dies« Beschluß der deutschen Regierung übermittelt wird. Eine Friedensentschrießnn^ der gesetzgebende» Versammlung. Basel. 28. Jan. Wie Havas aus Petersbirrg meldet, hat die Sobranje vor ihrer dluflösung eine Friedensrefo^ lution gefaßt, in der es u. a heißt: Die konstituierende Ver-t sammlung bekundet den unerschütterlick^en Willen des ganzen russischen Volkes, dem Krieg ein Enste zu macken und einen ge-: rech'eK und allgem>einen Friesten zu schließen. Sie richtet an all« mit Rußland verbündeten Mächte d dessen Verbündeten kriegführe,'den Staaten zu unterzcnchnen. Die Konstittmnte beschließt, eine Delegallon zu erneirnen. Diese soll mit den Verttetern der Verbündeten Mächw in Verhandlungen ein- treten und ihnen einen Aufruf überreichen, in bem jfc eHrgeladent norden, gemeinsam die Mttel zu vereinbaren, die dem Kriege cin huöglichst rasches Elche bereiten, um auf diese Weise die Friedensresolution der komstituierende:: Versammlung in die Wirklichkeit um^usetzc::. Die Nationalverfanrnckung spricht im Narnen der Völker Nutzlands ihr.Bebauen: aus, daß die in Verständigung nrft den verbündeten Demokratien ein gebeiteten Verhandlungen mil Deutschland den Charakter von Sonderfriedensverhandlungen cmge- nammeit habe::. Sie hält den vereinbarten Wapen still stand auft reckst und übernim:ut im Namen der Völker d« russischen Bundesrepublik die Furtsetzm^ der DerhM:dl:mgen mü den feindlichen: Machten in dem Bestreben, die Interessen Rußlands zu verteil di gen und gemäß 6e:n Willen der Nation einen demokratisches Frieden zu erwirken. Der Vttrgerkrieg in Finnland. Helsingfiors, 29. Jan. (WTB) Meldung des Svenska Telegrambyran. Der Aws führen de Arbeit e r a u s s chu ß b eschloß, den Arbitern Voranschlägen, eine Delegation des finnischen Volkes zu erneuten, anstelle d.s jetzt re oll neu aehaßttn Senats Die De egertion soll z::- sammen mit dem Zentralrut d r Arbeiter und dem Rolle kontroliiert werden und die Regierung ausüben, bis die Arbeiter anders bestimmen. Die Regierung, di? sozialdemokratisch sein muß, ist interimistisch und folgendermaßen zu- sammenge'etzt: Männer, Pr si.eut, Sirela. Auswärtiges: Haapaläncn, Inneres: Letonniätt, stustiz: Kun'inen, Unterricht; Kohonen, Finanz,; SmniimiriTe soziale Frag n: Elo- rauta, Ackerbau: Tokoi, Lebensnlitttt; Lindguist, Verkehr und Post; Turkia, Prolürator. Der Zentraleot wird 3ö Mitglieder zählln: und zwar 10 aus dem Parteirat, 10 aus der Bolksorganisation, 10 Rote Gardisten und ö organisiert! Helsingforser Arbeiter. Der Name Senat darf nicht meh: Vorkommen. Stockholm, 30. Jan. (WTB.) Anläßlich der Lagt in Finnland ttaf die schwedische Regierung vor. bereitende Maßnahmen, um nö igen alls unverzüglich Schiffe dorthin zu senden, die schwedische Untertanen in ihr Vaterlarck) zurückführen sollen . i. Köln, 30. Jan. Die Köln. Ztg. meldet aus Stockholm: Nach Meldungen, di" bei der sinnlälürischen Dele» gation eingelanfen si .d, besi del sich H e l s i n g f o r s vollständig in der Gewalt der m a r i m a l i st i s ch e n So l- d a t e n. Der geflüchllete Senat soll in Ham m e r f o t b irr Sicherheit gebracht sein. Calais englisch? Berlin, 31. Jan. Unter der Ueberschrift „Calais englisch?" verbreitet die Voss. Ztg. ein aus Skanöinavicn stammendes Telegramm, wonach die früher schon aufgestellre- Behauptung, daß Frankreick> einen Vertrag mil England auf- Pachtung von Calais für 99 Jahre abgeschlossen habe, jetzt endgültig bestätigt werde. General Snttils Ober Uoloniakfragen. London, 29. Jan. flZ.B.) Mclduna des Reuterschen Bureaus. Das Mitglied des Kriegskabmetts General S m u t s sprach pm SRvntag abend in der .Köuiglick>ei: (ö^^aohisck'en «Gesellschaft über die Kolon ialsrage in Afrika. Ostafrika swhe im itvirtscki«stlichm Werte hock) unter den tropischen Lä:ü>'rn -ffrikas. Tie Deutschen erkannten, daß der Wert des tropischen Afrika^ mcbt in der Erschlwßung für weiße Kowiniswn beillelst wie bei Britisch- Ostafrika, simdern in dem Pflanzungsshsten:, in welck)em rveißes Kapiidal nnd schwarze Arbeiter Zusammenarbeiten. Die deutschen voloncalen Ziele sind tatsächlich mcht kolorrial. sondern völlig te* ^.rrscht.vvn den umfasse,:den tveltpol:tisck)en Begriffen. Jhrr nwhren Z:ele )mb nicht die Äw-lonian, solcher,: die miliitärisck« Mack?t, strategische Stellungen, um diese Weltmacht in Zukunft auMiüben, D:e Teutsck)en verlangen eine neue Verteilung der Weltkolouien, damit Deutsckstand Anteil daran habe, wie «s f-eiiter Weltstellung entjpre^e. Zum Beweist führte Smuts angeblich' Ansfütnungenj Dr. SolfS nn Kolonial kalender von 1917 an und fuhr fort: Mit! anderen Worten: Berlin—Bagdad ist nickst sichr ohne Deutsch Zentral- oder Ostafrika. Die Gesick^mikte dcS britiichn Reick^S si'ch^n der Tat sehr andersartig. Erstens (Mtc es, abgesehen vost der ^seeniacht, die Zur Fortdauer des Bästmwes in dlfrika lvcsenttich ist, nrernalS militärische Ziele. Gs hat nienmls die Gingeboren?,ß milttansrert, W ist stets einer solchen cntgcgrngrtwn'n. ff war stets bestrebt, ihre Interessen zu erforschen und die eigenen hmtenan^u setzen. Das britische Reich ist bei weiten: feie größte afrikanische Macht. Keine andere Macht hat auf diesem Kontinent Interessen, die überhaupt mit den seinigen vergleichbar sind. Wenn nnr von um- sassends-LN Gesichtspmckien aus die Zukunft betrach vi, wenn wir ferner in Betracht zielten, daß Afrcka dre Ha!b,ve,ssüU'.vn null) Indien und Ostasien ich so verlangt das brüxidi? Reich nur inneren Frieden, die Dichtheit seiner Be ländungeu nach außen. Es muß auf die Erhaltung seiner Lage be.cul-en, die durch vas gm^e Land für jernc Gebiete die Verbindungen von eine n Lude beö Kontinents zum anderen garantiert. Dos britische Reich ist zerstreut über die Erde und völlig abhängig von seinen Verbindungen für die Fortdauer seiner Existenz. In Zukansl sollen diese Ler- bindungsrinien nicht nur zur See, sondern auch zu Lanoe weitergeführt werden- i?llle diese Erwägungen weisen aus die Notwendigkeit hin, daß wir rn weiser Vvmnssich: die Berbiirdungen des Reick-es mit ollen zuständigen Mitteln sielxern. lieber die Zukunft der deutschen Kolonien sagte Smuts folgendes: Solange keine Aenderung in. der wirklichen Gesinnung Deutschlands vorgeht, solange nicht endgültig und unwiderruflich mit dem Mllilarismus gebwchQt wird, sollte das Gesetz der SelbsterHaltung als das höchste betrachtet werden. Kerne 2lüsdelinuug des preußischen Mili- larrsmus ans andere Kontinente irnd Meere sollte geduldet tVerven. Tie eroberten deutsck-en Kolonien können nur als Bürgschaften für die künftige Sicherheit des Weltftiedens betrachtet werden. Tiefe Meinmrg wird von der großen dNasse der juw-re:r Nationen geteilt werden, welche die Dominions des britischeit Reiches bilden. Freiwillig sind sie in diesen Krieg eingetreten. Ihre Bemühung dient vor allem der Vernichtung des deutschen Kolonialreiches. Die hartnäckige Verteidigung seiner letzten Kblo-nien durch den Feind war nicht nur an sich em-e grosi^ Veldenbat, sondern auch ein Beweis. eine wie große Wichtigiftt dieser afrikanischen KoLnfte von der dattstl)en" Regierung bei- gemosfen vftrd, soSvohl als wirtschaftliches Eigentum, wie gls strategischer Ausgangs pw.ckt mx Erricht»mg eines -eillralasrikLni- ^chen Reiches, von dem ich gesprochen habe Eine unzeitige oder un- kl-uge Anrückgabe von Teutsch-Osraftika könnte feal-er die Folgen haben, die weit über die Grenzen deS afriLrnischm Kontinents hmausreichen. * » * Der Luftangriff auf London. London, 30. Jan. (WTB.) Reuter. Gestern abend fand ein Luftangriff statt, derlänger als alle bis jetzt ausgeführten war. Er dauerte ununterstrvchen fünf Stunden bei Hellem Monderrschern und wolkenlosem Fimmel bei Windstille. DaS Gescchltzseuer war kräftiger. das Knattern der Maschinen- ^vehre deutlicher alis gewöhnlich und nur die fortdauernd^ Tätiget der englischen Flieger, die mft den Angreifern kämpften, ver- anlaßten Pausen von wechselnder Dauer. Dann brach das Feuer wieder vrm neuem aus, wenn wieder eine neue Gruppe Maschinen nichien. Lvndon, 50. Jan. Bei dem Luftangriff in letzter Nacht Mrck>en vierzehn Personen, meist Kinder, zu Tode gequetscht in ferner Volksmenge, die in einen Unterstand einz-udringen versuchte, dessen Türen geschlossen waren. Viu unterdrückter 6 e reralftreik in Amerika Berlin, 31. Jan. Die Regierung der Ver einigten Staaten hat das allgemeine Streikkomitee rn Philadelphia, das zum Generalstreik aufforderte, kurzerhandverhaften lassen, und die Angelegenheit dem Handelsgericht zur Berjvlgrmg übergeben Sin «uurchisteuherd tu Zürich. Bern, 30. J>an. ^WTB.) Die schweizerische Depeschen- Agentur meldet: T« Züricher Polizei fand in einer Scheune in Zürich Kisten mit Revolvern und Handgranaten femne revvlu t ion äre Schriften. Wie die schweizerische Te- peschen^Agentur von zusüändiger Stelle erfährt, handelt es iwf> bet dem Fund um mSgesanct 102 Revolver. 50 Handgranaten, eine Menge Munition, Schriften und F4:rgblätter revolutionären Inhaltes ru italienischer Sprache. Es sind bereits vi-ec Verhaftungen äallienischer Staatsangehöriger vorgenommen lvorden. Tie erwähnte Scheune war von dem italienischen Anarchien Gine Andrer, der in Zürich ein Lebensmittckgeschllft betrieb, vor^ enriger Zeit gemietet norden. Gnre Andrei sitzt seit November in Unter- mchungshafl wegen Syionageverdach es. Er ist bÄannt als .Herausgeber des italienischen Blattes,,Ma>chia", das vom Bundesrat vor einigen Monaten auf zwei Monate rvegen verhetzender Sprache gegen die italienische Rogmmng verboten rvvrden war. Andrei ist in ^Italien wofeen Landesverrats in cvnttrmaci-nn zum Tode verurteilt worden. Tie neuen Bomben- und Waffenfmrde stehen möglicherweise im Zusammenhang mit dem Bomben fund, derlei den Züricher Unruhen im November gemacht wurde Die Untersuchung, die ^tLerhand von der Züricher Polizei geführt wurde, ergab bis zur stunde noch keinen positiven Anhalt über die Herkunft der Waffen >md Munition sowie der Bomben. Tie Schriften und Flugblätter waren dem Inhal: nach yirc Perbreitmrg im italienischen Heer amb Volk bestimmt und tragen kerne Angabe über T'nnkerei und Verlag. Der ««-arische Handelsminister dem Kriege. über die Zeit nach Budapest, 29. Jan (WTB. Nichtamtlich.) Bei der Eröffnung des Kongresses für Luftverlehrswefen und -recht sagte der Handelsminister Szterenyi in seiner Eröffnungsrede: Der Krieg wird hoffentlich sehr bald ein Ende nehmen. Da muß die Arbeit wieder im Zeichen der Kultur und der Zivilisation beginnen. Die internationalen Beziehungen müssen »nieder hergestellt werden: denn eine Mschließunng der Böller nack> Freunden und Feinden ist unmöglich. Jeder Staat, der sich im Bekehr gegen inter- nationale Beziehungen ab schließen will, wird es am eigenen Leibe zu büßen bekommen, wenn er diese Dummheit begeht. Wir furchten nrcht die Drohung unserer Feinde, sich von uns abzuschlreßen. Mögen sie es tun, wenn fte es zum eigenen Schaden tun wollen! Wir aber wollen gemeinschaftlich mit unseren Verbündeten vorangeheu im Zeichen des Friedens und der Versöhnung. Sodann führte der Minister aus: Ich begrüße aufs hwzlichste die Vertreter unseres mächtigsten Verbündeten, des Deutschen Reiches Zerfall.) Ich beruße aufs 1h .reichste unsere treuen deutschen Brüder, deren großer Staatsmann das Wort Don der Nibelungentreue prägte. Ich begrüße sie in unser aller Namen, die wir ihnen treu zur Seite stehen und hoffen, glauben und erwarten, daß das, was im .Kriege durch Blut vereint war, im Frieden durch gemeinsame Arbeit weiter gefördert wird. Um dem Reiche. vle Teilaurftände und die christlichen Gewerkschaften. Berlin, 31. Jan. Eine gestern her abgchaltene Sitzung des Vorstand des Gesamtverbandes der ch r i st l i ch e n Gewerkschaften beschloß mj tat, gegenwärtigen Streiks eine Erklärung, rn der es heißt: In Berlrn und an einigen anderen Stellen im Z^nüe sind in den letzten Tagen größere Tei l a u s st ä n b c er* r<* 4 t. In mißen politischer Hinsicht will man die schleunige Herbe i- ftchrung des Friedens entsprechend den von den russischen Volks- beuustraglen in Brert-Lit-noSk fovmulieNen Aussührungsbestim- mungen, m innerpolitischer Hinsicht wurde als haupnächlichste Forderung die Einführung eines gleiä-en. allgemeinen und gehei- men Wahlrechts aug.stellt. Tie christlichen Gewerkschaften haben seit Jahren sich für vre Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen während des Krieges n-aclst>rück1ich einge- ietzt. Unsere maßgebenden Stellen in Teuiscl^aad hch-en seit langer Zeit zur Beendigung des Krieges getan, was möglich ist. Arbeit snieVerlegungen in ber gegenwärtigen ernsten Stunde verlängern den Krieg, a n ft a 1 1 i h n abzu kürzen. Durch einen Streik kann das Weiche Wahlrecht m Preußen nicht erzwungen werden. Tie christlichen Gewerkschaften verurteilen die gegemoärtigen Streiks mit allem Nachdruck. Tie Strerks sind ein verbrecherisches Treiben g -gen unsere Kwnevaden und Volksgenossen an oer Front, gegen unser Vat^land u^id Volk und gegen die wohlverstandenen Interessen der deutschen Arbeiter. Die christlichen Gewerkschaften erwarten von ihren Angehörigen, daß sie sich überall Arb'its- uiLoetlegungen widersetzev und sich energisch für die ungekürzte Auftechterhrltung der K.irgÄoirtschaft einsetzen. Kopenhagen, 31. Jan. (Pr.-Tel.) In London wurde die Noclirrcht vom Streik in Deutschland mit voller Freude aufge rrommen und dieses Ereignis in London durch Sonderblälter mit i^er Ueberschrift „Ter Zusammenbruch der Mittelmäcl)-ch" bekannt- gegebeu. Düsseldorf, 31. JMr. Die Streikbewegung im r h e i n i s ch- westsälischen Industriegebiet hat gestern keine Fort schritte gemach:. Bei der Firma Friede. K'rupp in Essen feierten v-on einer Belegschaft von üler 120 (XX) Mann nur 300 Mann. Aus Nürnberg wird gemeldet: Heute wird in allen Be trieben rn Nürnberg wieder gearbeitet. Der Demonstrationsstreik ist nach zweitägiger Dauer beendet. lAius Barmen kommt die Nachricht, daß der Streik der Rüstungsarbeiter nur gerin-gen Ilmsang hat und etwa .ö00 bis 6(X) Mann umfaßt. Alles ist ruhig. Die Ärbeiterorganisätionent ermahnen zur Ruhe mrd Wiederaufnahme der Arbeit. Eine Erklärung der Fortschrittlichen BoltSpartei. DkH „Freisfturige Zbg." schreibt heute abend parteioft'i-iös: Währeird die Hirsch^>unckerschen Ge^verkvereine und die christlichen Gewerkschaften chre Mitglieder vor dem Streik warnten, während die fteien Gewerkschaften sich gegenüber dem Ausstand als einer politifchen Bestrebungen diene7ienden Bewegung neutral erllärt haben, hat es die Sozialdemokratie beider Richtungen für angemesfen gehalten, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen. Die Fortschrittliche Volksvartei ist wahrend des Krieges wiederholt in der Lage gewesen, mit der alten Sozialdemokratie innerhalb und außer- haw des Parlaments zusammenzugehen, mit der n e u e st e n W e n - dtung der Sozialdemokratie will sie aber nichts gemein haben. Sie weist jede Verbindung mit solchen Kreisew zurück und überläßt der Sozialdemokratie die volle Verantwortung für alle Folgen, die sich aus dem Stretk ergeben kömren. Eine Besprechung in der batzrischen Kammer. , München, 31. Jan. In der gestrigen Sitzung beschäftigte ftch die Kammer der Abgeordneten mit der in Teutsch- land arlsgebrochencn S t r e i k b ewe g u ng. Der Lkbgeordnetc Beckh (Fr. Vergg.) führte dabei u. a. aus: Die Vaterlandspariei hat niemals zur Kriegsverlängeruna gehetzt. Wir toollen unsere Grenzen sichern, niemanden annek lleren, und uns eine Kriegsentschädigung sichern, die uns instand setzt, nach dem Kriege bald wieder in inc Höhe zu kcmiNken. und stoar eine Kriegsentschädigung möglichst durch Lieferung von 91vh- stosfen. Das ist die Absicht der Vaterlandspartei. Ter Minister des Innern Dr. o. Brettrerctz bedauerte, daß im Hause an preußischen Ernrrchtungen Kritik geübt nwrden sei. Der Behauptung von soziatdemokvaftscher Seite, die Stellung der Reichsleitung sei nicht klar, müsst er ganz entschkcden entgegenfteten. Der vermrü vo rtliche Leider der Reichs- Politik habe das Ziel der deutschen Politik klar und offen dar- gelegt, und es biete Leinen Grund z-wn Mißtrauen bei der Arbeiterschaft. Wir geben hoffentlich — sagte der Minister — der letzten, aber auch vielleicht der' schwersten Zeit dieses Krieges entgegen kAL i|t vor allein geschlafene innere Einheit nötig. Ter Abgeordnete Dr. Schlittenbauer (Ztr.) wandte sich sck»ars gegen tne unabhärrgigen Sozialdemokraten, die auf den Trüm mern des Vaterlandes eine so-mlistische Republik aufbauen woll- leir. Jeder Tag der ArbeitSeiu; telln.ng kostete Taulenden von Brü dern im Felde ihr Leben, und deshalb sei ein solches Vorgehen ein glatter Lnrdesverrat. Das Wort Hindenbuvgs werde wahr werde,:: Diesen Krieg wird mir jenes Volk gewinnen, das am länglten seine Nerve,: behält! n Ein Firmnzhcimt für das NeichSschahamt. soll an- des und Der Finanzbeirat der Reichsftnnnz- Berlin, 30. Jan. (WTB.) Beim Reichsschatzamt em Fi na nzb-ei ra t gebildet werden. Als Milglieder sind gesehene Persönlickfteiten aus den Kreisen der Landwirtschaft, Handels, der Industrie, des Handwerks, der Arbeiterschaft der Finanxwissensckmst in Aussicht genommen. :>t als Sachverständigenkollegiunc gedacht, das vertvalttnrg Ansichten und Auftassungeir, K'snntnisse und Ersah rungen, wie sie im Votkswirtscl)aftsleben Vorhände,: sind, dauernd zur Verfügung zr: stetterl und dadurch ihrer amllichen Tätigkeit eine wertvolle Untersüitzung zu gewahren harte. Es ist beabsichtigt, ihn demnächst in Wirksamkeit treten z.u lassen. Die preußische H-errenhcurs-Reftrrm. d ^ t l i n, 30. Idar. (WTB.) Im W a h l r a ch t s a u s l ch u ß des Abgeordnetenhauses wurde gegen die Stilnmvn inv- Fortschrrttler, Sozialdemokraten und Polen der 8 14 angenommen, der lautet: „Ms Vdftalied des Herrenhaiuses ist derjenige volljährige Dlgnat, der der Krone am nächsten steht, nach erreichter Volljährigkeit zu berufen." ^ Sodann wurde 8 2 m der folgenden Fasftrng angenommen: „Mrtgl,Ä»er drs Herrcnhcmses auf Lebenszeit sind 1. diejenigen Prinzen des königlichen. .Hauses und des fürstlichen Hauses von Hohenzollern, die naclr erreichter Volljährigkeit vom Könige berufen weiten, 2. die Häupter der nach der deutschen Bnndesakte vom 8. Jmü 1815 zur Standschaft berechtigten vormaligen deut- ,chm rerchsstand:,ck>(n Häu'.er in Preuße::, die vom Könige berufen werden." Ferner wurde §3 m der nachstehenden Fasftmg angenommen: „Aut Grund von Präsentation lverden auf Lebnrszeit in das Herrenhaus berufe:) fünfzig litt der Regierungsvorlage sechzig) Perso::en crus der Zahl der nach der Verordnung ivegen Bildunw der Ettten Kammer ... —*«<•• 12. Oktober 1854 zü erblichen Ällld 24) als vom gliedern Berufenen, und 1. achtzehn Mtglieder (in der Regierungsvorlage Vertreter der Fürste::, Grasen und Herren, 2. 32 Aiitglieder (in der Regierungsvorlage 26) als Vertreter mit erblicher ^Berechtigung dem Herrenhause an gehörenden Perionen und der mit dem PräsenLttionsrechte begnadeten schlechter. ^ * Berlin, 30.J>an. (W.B.) Der Präsident des Abgeordnetenhauses richtete an den Kaiser folgendes Geburts- tagstelegromm: „Eurer foiterlirixm und königlrchen Majestät beehre :ch mich luimens des prvußisck-en jAjbgeordnetenhauses die innigsten Geöurts!agsivüufc!-e darzubringen. Mögen die mit einem Terle .uuftrer Gegner eingeleiveten Friedensverhand.- l u n g e n zu einem für unser geliebtes Vaterland gesegneten Aus-, gang führen' Möge die ungebrochene Kraft urch Einmütigkeü «unseres Volles im Kampfe gegen unsere übriger: noch immer un-, versöhirltclieii Feinde Eurer Majestät urü) Ihrem getreuen Volke m: neuen Lelx-nsjahre den vollen Stieg und geftck^rten dauenrdeu Frieden bringen!" Daraus ist folgeiche Airtwort eingegangen: „Wärmsten Tank für die treuen Wünsche, mil tnuwm Sie mich nnmens des Mge^ ordnetenhaujes beim Bc-gim: lfs neuen und entscheidungsvottenk Lebensjahres erfreut haben. Mckbück «rf das vergmrgemi Jahr iderrke ich mit tiefer Dankbar keil der neuen, unvergänglicher^ Lorbeeren, die den alten preußischen Fahnen unter .Führung großer Feldherrn zuteil gew-o-rdcn sind. Sie sind ermöglicht worbe» durch den Geist treuer PllrchrerftÜlung. starken Staatsbmmßtsrins und opferwilliger Hingabe, zu der der große König und geniale- Staatsmänner unser Voll in harter Schule erzogen fcdfcen und feie! feie Grundlage für das treue Durch beiten der Heimat bildet. Es :n mcw l;eißer Wunsch, für dessen Erfüllung ich die tteue Hilfe aller VaterlantMreu^dc aufruft, daß dreier Geist unser in Not urch Tod beivährtes j^^olk zu weiterem tt'euen und» geschlossener, Ausharrm einige, bis der Sieg unsere Waften unG ein guter Frieden der: Weg zu fteier, ''icherer Entfaltung semev reichen geistigen und winschafllichn: Kräfte öffnet. Wilhelm I. L Der Seekrieg. ^ Reue U-Boot-Erfolge. Berlin, 30. Jan. Unseren U-Bvoten fidlen im mittleren und östllchen Mitlelmeer tviedenum 19 000 BSstT. Handels schiffsrau m Mm Opfer. Im besonderen wurde dadurch der Transportverkehr nach Italien betroffen. IL a. wurden zwei große Dampfer ans einem durch zahlreiche Bewachrr und U-Bootsjäger gesicherten Geleit- zuge hercmsgeschoffen. Der Chef des Admiralstades der Marine Berlin, 30. Jan. Ans den Seeverkehr nach Italien wirkt unser U-Boots'krieg geradezu verheerend. Dem „Popoio Romano" vom 22. Januar Mfvlge schätzt der italienisclje FinanMrinister Mtti den Verlust der italienischen Handelsflotte int Verlaust biefc6 Krieges a uf ö 5 v. H. Diese Entwickelung erfüllt uns Deutsche mit um so größerer Genugtuung, als das Bev- trauen auf die freie Scl-ifsiahrt für Itallen die selbstverständliche Vmtaussetzung bildete für seinen Verrat am DveA-« bund' uitd seinen Anschluß an Cnrgland. Nun die Einfuhr von Kohlen, Erzen und Lebensmitteln. Die Eisen- bahnen und selbst die Kriegsindustrie leiden ^iot Italien i|t bötlig, auf die Gnade der Engländer angeftftSsen, das die Front m Benetien als Nebenkriegsjchauplatz behartdelt uno nur hilft, wenn Italien sich weiter opfert für die eigennützigen Pläne der Entente. * ^ottöon, 30. Jan. Amtlich. Der Transport-^ dumpfer Aragon (9588 Br.-R.-T.) Ronal Lrnie wurde am 30. Dezember im östlichen Teile des ^(meeres torpediert und zum Sinken.gebracht. Än brrtlscher Torpedojäger wurde, damit be- chastigt war, die Ueberlebenden aufzusischen, ebenfalls tvrpedrert und versenkt, wie bereits im Kvmwnnique vom 7. Januar gemeldet wurde. Da6 H i l f s k r i e g s schi f f O s m a n : e h (4091 Tonnen) der K he d i v i a l M a i l S/S- Sü- ist am 31. Dezember an ungefähr derselben Stelle auf eme M: n e g e l a u fe n und g es u n ke n. Mit dem Dampfer Äragon und v:er Schiffsoffizrere, darunter der Kapitän, 15 Mitglieder der Besatzung, 10 Armeeoffizicrc und 5 81 Mann ums Leben gekommen, mit dem Dampfer Os- manieh 3 Schiffsoffizrere, darunter der Kapitän, 21 Mir- güeoer der Besatzung, ein Armeeoffizier, 166Soldaren und acht Pflegerinnen. Bon diesen beiden Schiffe« war m der Unterhaussitzung vom 23. Januar die Rede. A m st e r b a m, 30. Jan. Die Niedcrländ. Telegr.-Agen- tur meldet aus dem Haag: Beim Ministerium des Auswär-- tlgen ist die Nachricht erngelausen, daß das Fischersahr-' zeug Antonius Sch 234 am 26.Januar mit einem englischen Torpedojäger zusammenstieb und sank. Die Besatzung wurde gelandet. Ferner wurde dem Ministerium gemeldet, daß der niederländische Dampfer Mer-- wedc gesunken ist Die Besatzung wurde in New Lastle gelandet. Aus Stadt und Tand. Gießen, den 31. Januar 1918. Zur Berarbeit«ng von Gemüse ««fe Obst. Durch eine Verordnung des Staatssekretärs des Krregserntch» ningsamts über die Verarbeitmrg von Gemüse und Obst werdenj die beiden bisher lstersür geltendei: Verordnungen, deren B^stim^ mungen in: wesentlichen gleich lauteten, zusarmnengefaßt und SL einigen Teilen geändert. Die Ni0ttvendig5eit Änderung ergab sich zunächst daraus, daß die Krieqsgese5Isckaft für Sauerkraut m. b. H. und die KriegSges-ellschaft für Weinobst-Emkauf und ^Ber- tellung m. b. H. mit dem 1. Januar ds. Js. m Liawidarion getreten! imb ihre Geschäfte von der RerchsstelLe für Gemüse und Obst. schäftsabteilung G. m. b. H., ilberniommxm sind. Weitere Aenderungen von allgemeinerer Bedeutung sind: Nach der neuen Verordnung sollen künftig auch die konservierten Gurkatz aller Art, um den in: Handel !mrt ihnen httwvvgetretenrn Pi^iS^ tteibeceien zu begegnen, betnirtf-chaftet ivnLen, mD zwar irfte das Sauerkraut unter Aufsicht der Geschäftsaddeilung der Reichsstelle für Gemüse und Obst. Bisher hatten sodmrn die von den Krieg-- gesellschaften iür die Er^eugntllo der von ihnen beauffichittgven Be^ triebe festgesetzten Absatzpreise keine Gellnng für die dmeeben in devj Berkehr gelangende fteie Waoe andcver Herkunft, Drnms ergab sich die Möglichkeit von Schiebungen und Preisübcrschreitungen. Dahev sollen nach Z2 der neuen Verortmur^ die von feen zuständi«« Stellen festgesetzten Slbfatzpreisc auch beim Verkauf gleichartiger Erzeugnisse aus nicht beaufsichtigten Berr«t«n die Höchstgrenze bflbrit. Außerdem- wird durch die neue Berardwung der Kreis der teemf- sichttgten Betriebe, die sich ntit der Verarbeitung von Gemüse b*» schäftigen, ermdterc: In Zukunft sollen alle Hersteller von Go- müsekonserven in luftdicht verschloss,men Behältern und die Hersteller von Faßgemüse, deren Jahresevseugung mehr als 10 Doppelt zenttrer bettägt. den Besftlmuangxn fee: Bewrchnmg unter!«eg«.. Die Verarbeitung von Tür dm Verbrauch im eigvren» Haushalt bleibt nach wie vor frei. , , Gleichseitig sind durch eine weitere Verocvmmg des Staatssekretärs des KriegseriMrungsamts die Beiordnungen über d« Regelung der Preise für Gemüse und Obst und über die Rvgetuns der Preise f^r Objtnms »uw sonstige Fettersatzstoffe zum Brotaufstrich vom 11. November 1915 und die B.ckelsverbände angennesen, in diesem Sinne bei der ngsumlage der Schweine zu verfahren. Von der Feuerwehr. Bei dem letzten Hochwasser wurde die Hüfe der Feuerwache des öftern in Anspruch genommen. Tie hvchgehenden Fluten der Lahn, die säst den höchsten bekannten Wasserstand vom 1. Januar 1879 erreichten, hatten die Schützen- straße, KroidorserSttaßr', die Straften im Mühlen gebiet überschwemmt und eine Anzahl .Keller unter Wasser gefetzt. Zum Aus- vumpen dieser Keller wurde die Motorspritze verwendet, die in kurzer Zeit die umfangreiche Arbeit bewältigte. Obwohl das Hock wager äußerst schnell und gefahrdrohend eintrat, so sind doch dank der getroffenen PÜLftpahnren irgendwelche nennenswerte Schäden nicht zu verzeichnen gewesen. Tie Aufrechterl>ajwng des Verkehrs in obengenannten Straßen war durch schlagen von Not- stegen lv gut wie nwglich bewirkt worden, während der städtische Nackten zum Bergen von Kleinvieh usw. in den überschwemmten Gebieten tätig war. ** Gi ' ßene r H a u Z f r a u enVerein. Eine Llbend- unrerhallung mir Vorträgen aller Art und der Vorführung eines Lustspiels Halle gestern abend der Gieftener Haussrauerrvercin im Fürstenhof verailstattet. Mit viel Liebe und Sorgfalt war die Spielfolge ausgesucht und einstudiert rvordsn. War auch der Grundgchanke aller Darbietungen eine gewisse Propaganda für die schönen Zwecke des Vereins, so bat sich dach auck dem Ferner stehenden eine angenehme Abwechslung und Unterhaltung. Ern von Fn Wallach verfaßter und von Frl. Hüter zum Bortrag gebrachter Prolog führte miss beste ein. Dann folgte ein von Kindern allerliebst getanzter und gesungener Schustertanz, dem sich ein von Frl. Schudt und Frl. Koch vortrefflich go- sungenes lustiges Duett, van Frl. Holzapfel verfaßt, anschloß. Ten Abend schloß das Lustspiel „Die Kochkiste", das auf humorvolle Weise mit den Vorteilen dieser Kocheinrichtung bekannt machte imd zeigte, wie die Kochkiste auch zur Ehestifterin werden Sann. Herrn Oberregisseur B a k o f, der das Werkchen einstudierte, sowie den Darstellern Fr. Seybold, Frl. Schudt, Frl. Krüger, Frl. Biermann. Frl. Tin gelben und Herrn En gisch gebührt der Dank für das Gelingen Das vollbesetzte Haus folgte den Darbietungen mit Interesse und spendete reicher: Beifall, der zu öfteren Wiederholungen Ml aß gab. ** Wertere Verkleinerung der Zigaretten. Am 1. Februar tritt eine Verordnung in Kraft, nachher das Format der Zigaretten weiterhin verkleinert werden muß. Für die Herstellung von 1000 Zigaretten dürfen nur noch 850 Grarnw Tabak verwendet werden, so daß also eine Zigarette in Zukunft nur 0,85 Gramm wiegen darf. ** Verordnung über Bier und hier ähnliche Getränke. TaS Kriegsernährungsamt hat für das nochdeutsche Brausteuergebiec neue Bestimmungen über den Stammwürzgchalt und den Herstellungspreis des Bieres erlassen. Bier, das auf Anfordern der Heeres- oder MarineVerwaltung an die Feldrruvpcu liefern ist, ist, wie bisher, ausgenommen. Dagegen sind in den Bereich der Regelung auch das obergärige Mer und die bierähnlichen Getränke iErsatzbier) einbezogen worden. Bier (obergäriges und untergäriges) und bier ähnliche Getränke dürfen nur mehr mit einem Stammwürzgeha!t bis zu 3 vom Hundert an Ertraktstoften berge stellt werden. Diese Einschränkung bezweckt., die Bierversor- gung wegen der geringen Rohstoffmengen, die der Bierherstellung zur Verfügung gestellt werden können, möglichst zu strecken und eine gleichmäßige Heranziehung der Brauilchustrie zur Versorgung der Rüsttrngs und Schwerarbeiter zu gewährleisten. Praktisch wird diese Begrenzung von der Braumbustrie mit verscknvindend.m Ausnahmen schon jetzt eingehalten. Der Herstellerhöchstpreis ist ohne Rücksicht aus deir Stammwürzigehalt für untergäriges und obergäriges Mer einheitlich auf 23 Mark, für bierähnliche Getränke auf 21 Mark für 100 Liter festgesetzt worden. Tie Höchstpreise gelten auch beim Verkaufe durch am Orte der Herstellung ansässige Bierverleger, sonstige Vermittler oder ZwisckrenHändler sowie beim Verkaufe nach dem Herstellungsart durch solche Personen. 9coch nicht erfüllte, zu höherer: Preisen abgeschlossene Lieferungsoerträge gelten als zum Höchstpreis abgeschlossen. In die Bestimmungen über die Beförderungskosten sind gemäß den Be oürfnissen der Praxis auch solche über die Verseilung mit Fuhr werk über den Herstellungsort hinaus, sowie über d:e Rückdeför derung der leeren Fässer mit ausgenommen werden. Mer und bier- ähnliche Getränke untereinander gemischt zu verkaufen ist ausdrück lich verboten tvorden. **Das Großh. Hess. Regierungsblatts r. S, aus- gegeben den 28. Januar 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung, betreffend die Ausfuhr von Zucht- und Nutzvieh aus dem Groß hoc z-og turn und aus einem Kreise des Grolcherzogtums in einen anderen, vom 10. Llpril 1917, 'lfter Abänderung des H 4 dieser Bekanntnrachnng: 2. Bekainrtnrachung über den Verkehr mit Kaffee- Ersatz: 3. Bekanntinacki-nug, Ausführung des ß 11 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst betreffend; 4. Bekanntmachung über den Verkehr mit Eiern: 5. Verordnung, die Abänderung de:' Verordnung vom 8. NovSmber 1909 über die Tcvmpf- Vesse! betresfend: 6. Bekanntm>ack)ung, die Löschung von Strasver- m-crkei: im Strafregister und in der: politischen Listen betreffend: 7. Bekairntnrachung, Erzeugnisse auS Gänseleber betresselü>: 8. Bekanntmachung über die Beschränkung des Verkehrs mit Hen aus der Ernte 1917; 9. Bekanntmachung zur Verordnung zur Abände- r:mg der Verordnung über den Verkehr nrit Getreide, Hülsen- srlickiden, Buch.veizen und Hirse aus der Ernte 1917 zu Saat- zrvecken vom 22. Dezember 1917. ** Das Kreisblatt Nr. 10 enthält Verordnungen über: Absatz von Sauerkraut, Heu und Stroh, Schlachlverkehr, Verkehr mit Getreide usw., Laubheu und Futterreisig, Saat- und Steckzwiebeln, Verbreitung von Druckschriften, Eingelagerdes Obst, Wintersckmle, Schilfrohr, Behandlung von Häuten, Säxulärztlicher Dienst, Nährmütel, Mehllieserung, Feldbereinignng Hattenrod. Lünvkrcts Gietzkn. )l Mainzlar, 30. Jan. Fahrer Friedrich Becker erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille.^ — Tie Sammlung für die Schwestern-Spende ergab in lstesiger Gemeinde den Betrag von 66,25 Mark. ** Utphe. 30. Jan. Grenadier Schmidt V. wurde zum Gefteiten befördert. Kreis Büdingen. # Stockheim, 30. Jan. In derselben Nacht, in der ein Einbruch in eine benachbarte MdlPerei geschah, wurde ein solcher in die am Bah::hvfe stel-enden Milchroerke des Tr. Sauer-Zwin- gei:berg a. d. B. verübt. Gestohlen wurden 120 Büchsen Ramogen und ellva 1 Zentner Zucker. — Bonhausen. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefreite J-ohannes T em mer. — Rinde rbügen. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische TapferkcitSmedaille, erhielt der Falirer Heinrich Röder, die Hessiscki-e TapftrkeitsMedaille der Schütze Wilhelm Weidling. — Büdingen. Das Milllär-Scmrtätskreuz erhielt der Fahrer Karl Herzin ger. Kreis Schorlen. O Gedern. 30. Jan. Ter Gemcindeforsttvart Unteroffizier Karl Tie hl wurde zum Sergeanten befördert. — Die Hessische Tapserteitsmedaille erhielt der Wehrmann Ferdinand O e ch l e r. — Tie an Kaisers Geburtstag durch den. h esigen Zweigverein vom Roden Kreuz zugunsten der Schwestern-Spende vorgenommene Haussammlung erbrachte den schöiwn Betrag von 265 Mk. # Gedern, 30. Jan. Ein fremder Gärtner verkaufte hier Geinüse und überschritt den von der Landesgemüsestelle festgesetzten Höchstpreis, weshalb er 30 Mart Geldstrafe erhielt. — Götzen. Tie jHess. TapferVellsmcdaillc erhielt der Dragoner Karl F r i tz g e s. Kreis Frieüderg. ** Friedberg, 30. Jan. Das Großh. K^reisamr Friedberg fordert alle Selbstversorger auf, ihre Hausschlachtungsanträge bis spätestens 1. Februar 1918 durch Vermittlung ihrer Bürgermeisterei des WohrDvrts bei dem Kreisamt einzureichen. Nach dem 1. Februar einlauferckw Anträge müssen abgelehnt und die fraglichen Schweine beschlagnahmt werde::. Starttttburg und Rhetuhessea. I. Darm stadt, 30. Jan. Im Natio:mllDeralen Verein sprach gester:: abend Reallehrer Kahl über Wirtschaftlick^ Kriegsziele. England, die Seele der Kriegsführung unserer Feinde, habe den Krieg als Wirtsckxiftskrieg gegen uns angezettelt und durck>- gefÄhrt. Es muß daher die Ausgabe sein, einen Frieden zu schließen, der es England unmöglich macht, sein Ziel, Deutschlands wirtschaftliche Erdrosselung, nach dem Kriege zu verwirklichen. Im Anschluß daran gab Landtagsabg. Tr. Osann einen lleberblick i'üDer die inner- und außenpolitische Lage. Beide Vorträge fandeir bei ter sehr gut besuchten Versammlung lebhaften Beifall. I. Darm st a d t, 29. Jan. Geh. StaatSrat Krug von Nidda ist heute vormittag gestorben. Bei seinem Scheiden aus dem Amte an: 31. Dezember 1912 wurde ihm der Charakter eines Wirk!. Geheimerats mit dem Titel Exzellenz verliehen. D. Z. B en s he i m, 30. Jan. Der Dod räumt auf unter den hessischen VolkSdichtern. Karl SckKfer mrd Karl Errrst Knodt gingen. Nun ging auch der Bensheimer Philipp Bittbaum. Der am 23. März 1843 zu Raunheim a. M. geborene Großh. Seminarlehrer, der sich auch um die hessische Landwirtschaft verdient gemacht hatte, scherikie irrrs zuerst den „Moosbauer", eine Heimal- erzählung, dann „Hauswirflen", „Wildhecken", „Werklagsgestal- tcn", „Von Jägern und Wildschützen", „Die Heckenrose", „Der Gcckdvogel", ferner „Dorfttücke, Lied^spiele mcs dem Odenwalder Volksleben", und im Kriege „In Feldgrau, Heldentaten hessischer Krieger aus Deutschlands größter Zeit". Sei:: letztes Werk, der Kriegsnomcm „Durchs Kreuz geadelt", wird in nächster Zeit erscheinen. ch. Ebern bürg, 30. Jan. Bei dem großen Nahehochwasser drangen die Fluten, die sich gestaut hatten, plötzlich über die Ufer und überschwemmten den ganzen innere:: Dorfteil vollständig. Von der Gastwirtschaft der Gebr. Schmuck (Sickingerhos) war nur noch das Dach sichtbar. Viele Geräte::nd Möbel schrvammen fort. Das Wasser stand stellenweise zwei bis drei Meter hoch. Sämtliche Gärten sind vollständig verwüstet. I. G u fta vs bu r g, 30. Ja::. Gestern fand eine Besichtigung des Werkes Gustavsbürg der Augsburg-Nürnberger Maschinenfabrik durch Vertreter des Kommunalverbandes Darmstadt-(^roß- Gerau statt. Die Besichtigung verfolgte den Zweck, das Verständnis zwischen Landwirtschaft und Industrie zu lörder::, indem es der CTjtemt .Gelegenheit gab, die Arbeit der letzteren kennen zu lernen., Hejsen-Nafsau. --Bad Hvmbürg v d. H., 30. Jan. Zur Deckung von Gemeindeb^dürftrissen beschloß eine Geheimsitzung der Stadtverordnetenversammlung die Aufnahme einer Anleihe von 6 Millionen Mark, v-orl>el)alllich der Genehmigung das Bezirksaus.chnsses. - Maler Küpper stiftete für den StadtvcrordnetensitzungSsoal ein von ihm gemaltes Kaiferbildnis. ul. Elz, 30. Jan. Seit letzten SamStag ivurde der etwa 24 Jahre alte Josef Hertzog von hier verrnißt. Er war in den Wald geäugen, ,un Holz zu sammeln. Nun haben Holzleser die Leiche im Walde gesunden. Da Hertzog an epileptischen Anfällen litt, nimrnt man an, daß er im Walde von einen: Anfall betroffen wurde und an dessen Folgen verstarb. — Frankfurt a M., 30. Ja::. Mit militärischer Hllse veranstaltete die Polizei Montag abend eine Streife durch die Mrstgidt, wobei ihr 49 verdächttge Persoue.: n: die Hände fielen, da:-unter 5 Militärpkws'oncn. Von dem halbe:: Hnudert wurden nicht weniger als 28 Personen verhaftet, den Rest entließ man nach Feststellimg der Namen. _ __ _ — Frankfurt a. M , 30. Jan. Seit Monaten wurden fct den Wartesälen des Hauptbahnhofes durchreisenden Soldaten Tor» nister u. Pakete in großer Zahl gestohlen, ohne daß es möglich war^ des Täters jemals hablurft zu werden. Am Dienstag gelang es nun dem Kriminalwachtmeisder.Gimitz den Dieb in einem lahnen^ flüchtigen Soldaten nanie:^ Frimncert zu ermitteln Um de:t Mann in jeder Beziehung der Diebstäliilc zu überführen, folgte dn gewiegte Beamte il>m 12 geschlagene Stunde:: in unaus'ällrgiM Weise während einer Bah::fahrt nach Bockc.rheinr, dann durm d:S Stadt mit ihren manä>erlei Vergnügungsstätten und e:wl:ch gegen 12 Uhr nachts in den Hauptbahnhof, der das Haupt" und ocacl)t-- quartter Fwiimncrts war. Hier wurde er verlxcftet. Bei ferner Vernehmung gab der Bursche unumwunden zu, die innerhalb der letzten Monate oorgekommencn Tornisterdiehstähle verübt zrl haben ul. G ö r g e s h a u s e n b. Diez, 30. Jan. Beim Heuholen stürzte der 80jährige Landwin Johann Nink II. im stalle von der Leiter, wobei er eine schwere Kopfverletzung erlitt, so daß ern Bluterguß :urch dem Gehirn erfolgte. Der alte Mann ist an den Folgen des Unfalls gestorben. --- Höchst a.M., 30. Jan. In einem Hause der M ainze r Straße des Stadtteils Unterliedcrbach erfolgte Dienstag abeno eine Gasexplosion, durch die erhebt:ä-c Verwüstungen in zwei Stockwerken angerichtet wurden. Ter Wohnungsinhaber, der die Explosion verursachte, mußte schwerverletzt dem Krankenhause zn-, geführt werden. Tie Untersuchung ergab, daß ein Gasleitungsrohr; statt mit einer Muffe mit einem Kork zugestopft war ][ Ro sen t h al, 30. Jan. In unserem Burgwaldstädtchen brach gestern morgen kurz nach 4 Uhr in dem an der Frankens berger Straße gelegenen Gehöfte des Christian Groß ein Brand aus, der Wohnhaus, Sckzeune und Stallungen in Asche legte. Das Vieh konnte noch rechtzeitig in Sicherhell gebracht werden, doch sind reiche Vorräte an Futter, Korn und Saatftucht dem Brande zum Opfer gefallen. Die Löschmannschaften mußten sich aus den Schutz der umliegenden Gebäude beschränken vermischtes. * Königshütte, 30. Jan. (Priv.-Tel.) Dem „Oberschlesi- scheu Kurier" zufolge entstand vormittags in einer Volksschule ein kleiner Kellerbrand. Hierdurch entstand in der von 1600 Schülern besuchten Sckpcke eine Panik, zwei Kinder wurden! erdrückt, 15 so schwer verletzt, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird. W!ie ergänzend gemeldet wird, sind außer den( sckmcerverletzten 10 Knaben und 5 Mädck>en noch 60 Kinder leicht verletzt. * Thomas Earlple für die Zugehörigkeitf Elsaß-Lothringens zu Deutschland. Ms nach! der Kapitulation von Paris im Jahre 1871 iw! der Presse der gesamten Welt der bevorstehende ^ Friedensschluß zwischen Deutschland :md Frankreich sowie diL deutschen Friedensbeoin gurren eingel?eno erörtert wurden, zu der^rr auch, wie bcckaimt, die Rückgabe Elsaß-L-olhrlligenS an Deutsch»- laud gehörte, veröfsenllichte der bekannte und berühmte englische historische Schriftsteller Thomas Carlyle, der stets ein treu« unb begeisterter Freund Deutschlands gewese:: ist und der sich imt die Berbreittmg der Kenntnis der deutschen Literatur in seinem Baterlonde hervorragende Verdienste erworbe:: hat, in der „Time^ einen Artikel, in den: er auf das entschiedenste die Zugehörigkeit.■ Elsaß-Lothringens zu Deutschland verfocht. In dem Artikel, auf den der Reichskanzler Gvaf Hcrlling in feiner Rede im Haupttrus-j schuß soeben hingewiesen hat und die daher ein besonders aktuelles Interesse beanspruchen dürfte, heißt es it. a.: „Richelieus List,« Ludwigs XIV. grandilofe-c Säbel das sind die einzigen RechlstllMl Frankreichs auf die deutschen Länder . . . Bor hundert Jahrenk wünschte man in England lebhaft, daß Elsaß-Lothringen den Franzosen wieder abgenommen werde. Und man hoffte es nicht nur, sondern man gab sich auch darum Mühe . . . Daß Bismarck nnb Deutschland jetzt in ihrer günstigen Lage das gleiche Verlangen stellen, dies überrascht mich nicht. Nach solcher Herausforderung und« nach solchem Sieg ist der Entschluß vernünftig, gerecht und sogar besche:den . . . Daß das edle, geduldige, tiefe, fromme imd Mtb^ Deutschland, endlich in ein Volk z:rsammengeschweißt Königin;' des Kontinents werden soll an Stelle des windigen, prahlerischen, gestikulierenden, strellsüchtigen, ruhelosen und überempfindl:äZen> Frankreichs — dies dünkt mich das verheißungsvollste politische Fäkll:m, das in meine:: Tagen sich ereign et hat." Meteorologische veodachtungen der Station Siehen. Ja- nu» ar- 3918 W* 2i i 5 H II tri •> 73 CR II « 5 S.« -Zß s 2 CO f | ■S Ä '■L> \i Arad btt Leivölk.i„q | in Zehniel der ftchtd.pwu-'tlSst. ttzeUsr 30.! 2 M w 4 2 ! 98 10 Nebel 30.: 9" — 1,6 98 — — 10 Bed Himmel 31.! 7“ r 2.1 3,9 98 ~ 10 Höchste Temperatur am 29.bt» 30. Januar 1918 — -ft 0,4* C. Niedrigste „ . . „ 1918 -» - 2,1 • C. Niederschlag 0,0 mm. Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptauortier. 31. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit blieb auf Artillerie- und Minen wkrferkämpfe an verschiedenen Stellen der Front beschränkt. Am Weihnachtsabend und im Laufe des Januar hgben Flieger unserer Gegner trotz unserer Warnung wieder offene deutsche Städte weit außerhalb der Operationsgebiete angegriffen. Dank unserer Abwetn'matznahmen traten nennenslmutte Verluste und Schäden nicht ein. Zur Strafe wurde die Stadt Paris im ersten planmäßigen Luftangriff vom 30. zum 31. Januar mit 14 000 Kilo Bomben belegt. JtalienischeFront. % Südwestlich von Asiago scheiterte ein italienischer Angriff im Feuer. Zwischen Asiago und Brenta blieb die Ar-- tillerietätigkeit rege. Die Zahl der von den österreichisch-ungarischen Truppen tu den letzten Kämpfen gemachten Gefangenen hat sich auf fünfzehlk Offiziere und sech.Lchundertsechzig Mann erhöht. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. Saaner Jicge 10 Monate alt. zu verkamen 08898 Klinikstrafte 28 . Hase« : zu verkaufen. Zu erfraaen in derGeschäsls- ftelle des Gieften.AN :eia. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich de« Hin- seheidene meines Heben Gatten, unteres treubesorfften Vater» und Großvaters Bürgermeisters Kühn sagen wir allen Freunden und Bekannten, ganz besonders dem Herrn Pfarrer für die tröstenden Worte am Grabe, unseren tiefgefühlten Dank. Familie Kühn. Ober-Bessingen, den 3t Januar 1818. FRITZ NOWACK Wollene Strümpfe für Männer, Frauen und Kinder in allen Größen Damen-Reform-Beinkleider in Wolle und Baumwolle Kinder-Reform-Beinkleider in allen Größen. m. Wegen GefchäftsDerlegung von neultadt 8 nach CcKe kalinliMfahe-löolkengalle bleibt dastelbe bis zum Montag den 4. Februar iflr jeglichen Verkauf gefdiloüen Heinrich Hahn, samenhast des Volkes stehende ständige Vertretung eiugerüumt wird. Tie Handelskammer hat gegen eine Vertretung der Konsumgenossenschaften in den amtlich berufenen Handelsvertretungen durchaus nichts einzuwenden, wenn ihre Vertreter in der gleicksen Weise wie die Vertreter von Handel ilnd Jitdustric gewählt werden, dagegen kann sie ein Recht zur Einräumung einer ständigen Vertretung nicht anerkennen, da dies eine durch nichts begründete Bevorzngilng den anderen Erwerbsständen gegenüber bedeuten würde. 5. G i e ß e n e r H o ch s ch u l g e s e l l s ch a s t. Es besteht die Absicht, eine Gesellschaft von Freunden und Förderern der Landesuniversität zu Gießen (Gicßener Hochschulgesellscksaft) zu gründen, bereit Zweck die Pflege der Beziehungen zwischen der Wisfenschatt und dem praktischen Leben, die Verbreitung wissenschaftlicher Bildung und die Förderung der Universität Gießen sein soll. Die Handelskammer bringt diesen Bestrebungen ihre uneingeschränkte Sympathie entgegen, erklärt ihren Beitritt zu der Gesellschaft und ist auch bereit, der Gesellschaft vorläufig eine Nrtterkunftsstätte in ihrem Amtsgebaude zu geivähren. 6. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes l-ervorzu- a) Die Deutsche Vereinigung für Säuglingsschutz hat bei den Bundesregierungen die Einführung einer Karenzzeit für Arbeiterinnen der Berufsklassen B und C (Industrie, Bergbau Handel uiü> Verkehr) in Erweiterung des § 137 G.-O. in der Werse lv-antragt, daß die Frauen erst nach Ablauf eines Vierteljahres ffrach der Entbindung wieder zur Arbeit zugelassen werden. Tie .Handelskammer hat hiergegen Bedenken erhoben, weil hiermit eine wesentliche Beeinträchtigung der Verdienstmöglichkett und der .Arbeitsleistungen verbunden sein würde. b) Dre Ktnegsamtstelle Frankfurt a. M. hatte die Bildung bim Bestell- und Empfangsgemeinschaften angeregt. deren Zweck es sein soll, daß Firmen, die an den glerchen Bahnhof angeschlossen sind und gleiche Materialien, insbesondere Rohstoffe gebrauck>en, zur Vereinfachung des Transports und der Entladung, ihre Bestellungen gleichzeitig und bei demselben Lieferanten aufgeben. Tie hessischen Handelskammern haben nach Rücksprache mit einem Vertreter des Kriegsamts empfohlen, vor allem aus die Lieferanten der Rohmaterialien bzw. der für sie bestehenden Zentralen lKohlensyndikale, Stahlwerksverband) hinzuwirkcn, daß die Lieferungen möglichst z-usammengesaßt werden. c) Das Reichspostamt hat zur Hebung des Postscl>eckverkehrs eine A e n d e r u n g d e s P o st s ch e ck g e s e tz e s in der Weise vor- qeschlaqen, daß 1 der Briesverkehr der Po,!scl>cckkunden mit dem Postscheckamt gänzlich von Postgebühren befreit. 2. die Gebühr von 3 Ps. für Ueberweisungen fallen gelassen und 3. die Einzahlungsgebühr für die Zahlkarten dem Einzahler auferlegt wird. Während die beiden ersten Vorschläge die volle Zustimmung der Handelskammer gefunden haben, gingen die Meinungen über die Frage, ob mit der Entrichtung der Einzahlungsgebüln durch den Einzahler auch der Postscheckvcrtehr gefördert lverde, auseinander. (1) Dem Großherzoglichen Ministerium wurde aus Ersuchen ein ausführlicher Bericht über die derzeitige wirtschaftliche Lage im Kammerbezirk erstattet. ^ . r e) Ter überaus dringliche Kriegsbedarf hat die Erfassung und Einziehung aller jetzt noch verfügbaren sowohl beschlagnahmten als auch beschlagnahmefreien Sparmetallbestände erfordert tch gemacht Um nun nach Möglichkeit von Industrie. Handel und Gewerbe die unvermeidlich init einer zwangsweisen Eingehung verbundenen Härten ab^nwendcn, sind auf Veranlassung der Krtcgs- metall-Aktiengeieklschaft tu den einzelnen Gebietsteilen des Reiches Vertrauensstellen für freiwillige S p a r me t a 11- abgabe eingerichtet worden, deren Ausgabe die Erfassung aller ab- gakefähigen. mobilen Sparmttallbestärtde nicht nur bei der Industrie, solcherii auch in Gewerbe, Handel und Handwerk ist. Auch für den Handelskoniiverbezirk ist eine solche Bertrauens)tzelle emgerrchtet warden. Ta die Abgabe pon Angeboten über- Sparm-etallbestan^ mir sehr langsam erfolgt, wird aiich von dieser Stelle aus nochmals das Ersuchen an die beteiligten Krn.se gerichtet, alle verfügbaren Metalle zur Anmeldung und Ablieferung zu bringen. f) Mit der Frage der Zwangssyndizierung der Industrie hat sich die Handelskammer ausführliche beschäftigt. Insbesondere ist die Zusammerckegung von Brauereibetrieben Gegenstand von Verhandlungen gewesen. Im engsten Zusammenhang hiermit sind die mannigfachen Fragen der Uebergangs- Wirtschaft Gegenstand von eingehenden Erörterungen gewesen. g) Tie Bmchesratsvevordrruug über das private kaufmännische und gewerbliche U n t e r r i ch l s w e s e n hat Anlaß zur gemeinsamen Aussprache zwischen den Handelskammern und Schiklleitern einerseits und der Gwßh. Regierung anderseits Gemeinsam mit den übrigen hessischen Handelskammern wiirde Erhöhung unterstützt. „ . t t . c' i) Wegen der Heranziehung des Handels bei der Futtermittel-Verteilung habeu zwischen der Großh. Regierung und den hessischen Handelskammern längere Verhand- lungen stattgefunden, welche zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. _ k) Tie Einschränkungen im Stückgu tv erkehr gaben der Kammer Anlaß, in einer Anzahl von Fällen Drmgltch- keilsbescheinigungen für solche Waren auszusteNen, deren schleunige' Herbeischaffung zur Befriedigung dringlicher Bolksbedürfntlse dienten, geboten war. l) Ter Vorort des hessischen Handelskammertags hatte zur Behebimg des starken Mangels an kleinen Münzen die Ausprägung von eisernen 5- und 10-Pf.-Stücken angeregt. Tie Reichsbank hat jedoch auf eine entsprechende Vorstellung den Bescheid erteilt, daß eine Vermehrung der kleinen Reichs- münzen vorerst nicht zu erwarten sei. . , m) Zur V ertretun g wirtschaftlicher Interessen des G r o ß h e r z o g t u m s bei den Reichsstellen in Berlin haben die hessischen Handelskammern der Großh. Neuerung den Wunsch zu erkennen gegeben, daß auch für die Folge die geschaffene Stelle eines zweiten selbständigen Beamten bei der Großh. hessischen Gesandtschaft erhalten bleiben möge. n) Ein schriftlicher Meinungsaustausch unt^: den hessischen Handelskammern über die Fa h r p reise r h ö hu n g en t m Eisenbahnverkehr führte zu einem Einverständnisse aller Kammern in dem Sinne, daß die sbaffelsörmigen Zuschläge ouvch einheitliche 100 o/oige Zuschläge ersetzt werden. „ o) Nach vorausgegangener Verständigung mit dm Hanoeis- kamMern hotte das Großh. Ministerium des Innern nne Abänderung b«; Verordnung des Bundesrats vom 11. Dezember t9io über die Ersparnis von Brennstoffen und Bel catcht ungsmttveln dahingeli-end angeregt, daß der 6 - U h r - L a d e n s ckr l u tz allgemein eingeführt wird. 7. Mitteilungen. _ r , . a) Preisbeschränkung für aus dem eingeführre Waren. Zur Unterbindung von Preistreibereien beim Weiterverkauf der aus dem Auslande erngefuhr- ten Web-, Wirk- und Strickwaren werdeir künftig Anträge auf Einfuhrbewilligung, die der Reichsbekleidungsstelle zur Begutach. achtung zugehen, nur dann befürwortet werden, wenn sich der Einführende verpflichtet, die Waren nur mit bestimmten begrenzten Preisaufschlägen weiterzuvetzkaufen und auch seinen Abnehmern, soweit sie nicht Selbstverbraucher sind, eine entsprechende Verpflichtung aufzuerlegen. Tie Verzeichnisse der Peisaussckstäge sonne die Vordrucke der Verpflichtutrgsscheine sirrd auf dem Sekretariat der Handelskammer erhältlich. d) Zahlungsverkehr mit dem Aus lande. Die Handelskammer zu Berlin hat durch ihr Verkehrsbttreau eine übersichtlich nach praktischen Gesichtspunkten geordnete u. mit Erläuterungen versehene Darstellung über die den Zahlungsverkehr mtt dem Auslände beschrältkenden Vorschriften herausgegeben. Tre Arbeit behandelt in erster Linie die Tevisenordnung mit Ausführungsbestimmungen des Reichsbankdirektoriums, die Borichriften über den Frachtzahlungsverkehr, über Zahlungsverbote gegen das femdttche Ausland und einige andere mit diesem Gebiet der Kriegslmrtlchtft zusammenhängende finarrzpolitische Maßnahmen. Tie Druck) chrif^ kann zum Preist von 1.50 Mark ttebst 10 Pf. Porto vom Verkehrs bureau der Handelskammer zu Berlin bezogen werden. e) Forderungen an das feindliche Ausland In einem Rundschreiben an seine Mitglieder hat der Deutsche. Handelstag gebeten, nachdrücklich dafür einzutreten, daß die Inhaber von Forderungen an das feindliche Auslanü dem Deutschen Gläubigerschtlhverein für das feindliche Ausland beitrelen. Nähere Auskunft über den Zweck des Vereins, Erwerbung der Mitgliedschaft usw. wird aus dem Sekretariat der Handelskammer erteilt. ®crid?tsfaal I Darmstadt, 30. Jan. Zu 6 Tagen Hast verurteilt wurden die 21 jährigen^Fabrikarbeiterinnen Kattz. Becker von Eber-, stadt und Marg. Christ. Spengler von Jugenheim, tveil siie iLrK; tTÄSÄff hc im ^ UivchlLctze Nachrichten. Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag 2. Febr. Borabd.: 5.15; morg.: 9.00- abds 5 35 u 6.10. — Israelitische NeligionsgeseUschaft. Sabbat- stier am 2. Febr. Freitag abd.: 4.55- Samstag vorm.: 8.30?. nachm.: 3.30; SabbotauSg.: 6.10. Mochengottesdiertst: morg. 7.00, abds,: 5.00. __ Briefkasten der Ucdaktssn. Mttvvvme Anfragen bleiben underücksichttgt.» Zrau I. w., Sieber. Eftr Anspruch auf Witwenrente besteht nur dann, wenn Sic invalide tm Sinne der Reichsversicherungs- ordnung (mehr als 66r/z Prozent arbeitsunfähig) sind, dagegen^ haben die Kinder unter 15 Jahren Anspruch aus Waisenrente. Antrag ist aus der Bürgermeisterei oder beim Bersicherungsamt zu stellen. y. 3. hier. Tie Kriegszulage lvird nur bei Krieg sdienst- beschädigungen gewährt: sie kommt, da es sich, bei Ihnen Tun eine Tiensibeschädigung aus Friedenszeiten handett. für Sie nicht in Frage.