Nr. 2* Der Gtrtzener Injeiftf erscheint täglich, außer Ssnntag-. - Beilagen: Gietzerxr KemittenblLtter; Nreirblatt sLr tta «reis Gieße«. Ä veznarprel,: numatl. Mk. 1.20, viertel« jährlich Mk. 3 60 . durch Abhole- u, Zweigstellen monatl Mk. 1.10: durch die Post Mk. 3.60 viertel» jähri. ausschl. Bestellst. Ferrüprech - Anschlüsse: für die Schrill! enungl 13 Verlag,GeschäitsstelleLI Anschrill für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. H>8. Jahrgang Gieheaer Anzeiger Freitag, 2 . Januar,0s8 Postscheckkonto: Zranksurt a.M. N686 General-Anzeiger sür Ooerhessen Än«.u.t«rte von Anzeige« i die Lagesnurnmer bis zum Nachmittag vorher ohize jedeBerdmdüchke't Zeitenpreise: für örtliche i)!nzeiben 25 Bi, sür auswärtige 30 Ps., llir Reklanien Mk. 1.— : bei Plahoor- schrist 20°/ o Ausschlag. Hauotschri'tleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Vankoerkehr: Aug. Goey: Stadt mb etratrbcbnn! 8m (WTB. Nichtamtlich.) In brr heutigen Sitzung des HanpLaussthusses des Reichstages führte Reichskanzler Dr. Graf von HerNivg folgeudvs mis: Marne Sperren! __ W ich zum letzten Male tot (Me hatte, vor Jlyoem Aus- Wb Pr sprechen —- os tua* ans 8. Jtvmar —, standen wir, so schien es, vor einem in Brest-Litowsk eingetretenen Zwischenfall. Ich habe damals die Meinung ausgesprochen, daß wir die Erledigung dieses Zwischenfalles in aller Ruhe abwarten könnteu. Tie Tatsackien haben dein Recht gegel^n. Tie russische Delegation ist wieder in Brest-Litowsk eingetrossen. Tie Verhandlungen sind Unedel ausgenommen und fortgesetzt worden. Sie gehen langswn weiter, aber sie sind außerordentlich schwierig. Ms die näheren Umstände, die diese Schwierigkeüen bedingen, habe ich schon das vorige Mal hinge,viesen. Manchmal konnte in der Tat ein Zweifel entstehen, ob es der russischen Delegation ernst sei mit den Friedensverband- luugen, und allerhand Funksprüche, die durch die Sßelt gehen mit höchst seltsamem Inhalt, könnten diese Z wei el bestätigen. Trotzdem halte ich an der Hoffnung fest, daß wir mit der russischen Delegation in Brest-Litowsk demnächst zu einem guten Abschluß gelangen ;o-erden. Günstig stehen unsere Berhandlüngen nrit den Vertretern der Ukraine. Auch hier sind noch Schwierigkeiten zu überwinden, aber die Aussichten sind günstig. Wir hosfen, demnächst mit der Ukraine zum Abschluß zu kommen, der im beiderseitigem Interesse gelegen und auf der wirtschaftlichen Seite vorteilhaft sein würde. Ein Ergebnis, meine Herren, war bereits am 1 4. Januar abends 10 Uhr zu verzeichnen. Wie Ihnen allen bekannt ist, hatte die russische Delegation zu Ende Dezember den Vorschlag gemaciü, eine Einladung an sämtliche Kriegsteilnehmer ergehen zu lassen, sie sollten sich cm den Verhandlungen beteiligen. Als Grundlage hatte eie russische Delegation gewisse Vorschläge allgemeinen Inhalts unterbreitet. Wir haben uns damals auf den Vorschlag, die Kriegsteilnehmer zu ton Verhandlungen einzuladerr, eingelassen, unter der Bedingung jedoch, daß diese Einladung an eine ganz bestimmte Frist gebunden sei. Anr 4. Januar, abends 10 Uhr, war diese Frist verstrichen. Eine Antwort war nicht erfolgt. Das Ergebnis ist, daß wir der Enteirte gegemiber in keiner Weise Utehr gebunden sind, daß roir dü:Bahn frei habet: sür die Sondervetchandlrurgen! mit Rußland und daß wir mich selbstverständlich an keine von der russischen Delegation tms vvrgelegten allgemeinen Friedens vor- schsäge der Entente gegenWer m keiner Weife mehr gebunden sind. Llotzd Georgennd Wilso». Anstatt der damals srwortetLN die lmS^ebliebe« ist, sind inzwischen, wie die Herren alle wissen, zwei Kund- aanmem feindlicher Staatsmänner erfolgt: Die Rede des englischen Ministers Lloyd George vom 5. Januar und die Botschaft des Präsidenten Wilson am Tage danach. Ich erkemre gern an, daß Lloyd George seinen Ton geändert hart. Er schimpft nicht mehr und scheint dadurch seine früher van mir an-gezravifelte fißn Handlungsfähigkeit jetzt wieder Nachweisen zu wollen. (Heiterkeit.) Jmmerhm aber gehe ich nicht soweit, wie manche Stimmen aus dem neutralen Auslände, die aus der Rede Lloyd Georges einen ernsten Friedenswillen, ja sogar eine freimdliche Gesinnung herauslesen wollen. Es ist roahr, er erllärte, er wolle Deutschland nicht vernichten mrd habe es nie vernichten wollen. Er gewinnt sogar Worte der Achtung über sich fttr unsere politische, wirtschaftliche und kulturelle Stellwrg. AVer dazwischen fehlt es doch auch nicht an anderen Aeußerungen. Dazwischen drängt sich doch inimer wieder die Aufsassnng durch, daß er über das aller in östlichen Verbrechen beschuldigte Deutschland Recht zu sprechen habe, eine Gesmnung, meine Herren, auf die wir uns selbswcrständlich nicht emlassen können, in der wir von einem ernsten Willen noch nichts verspliren können. Wir sollen die Schuldigen sein, über die die Entente zu Gericht sitzt. Das nötigt inich, einen kurzen Rnckblick aus bi£ vor dem Kriege vorhanden gewesenen Verhältnisse und eingetretenen Vorgänge zu werfen, auf die Gefahr hin, längst Bekanntes noä) einmal zu wiederholen. Die Aufrichllma des Deuts-clxn Reiches in: Jshrc 1871 hatte der alten Zerrissenheit ein Ende gemaäst. Durch den Znsammcnschlnß seiner Stäm.me haüte das Deutsche Reich in Europa diejemge Stellung erwor^, die seinen wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen und den daraus begrüudeten Ansprüchen entsprechen. (Bravo!) Fürst Bismarck krönte sein Werk durch das Bündnis mit Oesterreich-Ungarn. Es rvar ein rein defensives Bündnis, von den hohen Verbündeten vom ersten Tage an so gedacht nild so gewollt. Im Lause der Jahrzehnte ist niemals auch nur der leiseste Gedanke zu aggressiven Zwecken auigetaucht. Insbesondere zur Erhaltung des Friedens sollte das Defensivbündnis zwischen Deutschland und der eng vetch:'tz7.deten, in alter Tradition durch gemeinsanw Interesses mit rmS verbündeten Dvnaunronarckste dienen. Aber schon Fürst Bismarck hatte, Nne ihm oftmals vor- güvorfen wurde, den Mpdruck der Koalition. Und die Ereignisse der Folgezeit haben gezeigt, daß das kcnre bloßen schreckliastell Traumbilder waren. Mehrfach trat die Gefahr feindlicher Koalitionen, die den verblindeten Mittelmächten drohten, in die Erschei- mrng. Durch die Einkreisungspolitik König ^ Eduards ward der Traum der Koalition Wirllichkeit. Dem englischen Jmperialisinus stand das aufstrebende und erstarkende Deutsche Reich im Wege. französischer Revanche sucht, im russischen Expansivstreben fand dieser britische Imperialismus nur allzu iverte Hilfe. Und so bereiteten sich für uns gefährliche Zukimftsplänc vor. Schon immer halte die geographische Lage Deutschlands die Gefahr eines Krieges ans zwei Fronten uns nahe gerückt. I^tzt wurde sie immter sichtbarer. Zwischen Rußland und Frankrerch wurde ein Bündnis abgeschlossen, dessen Teilnehmer das Deutsche Reich und,Oesterreict>-Nngaru an Ein- tvohnerzahl mn das Doppelte übertrafen. Frankreich, das republikanische Frankreich, lieh dem zaristischen Rußland Milliardertz zmm Ausbau der strategisck-eu Bahnen im Königreich Polen ,die den Aufmarsch gegnr uns erleichtern sollten. Die französische Republik zog Ken letzten Mäim Anr dreijährigen Dienitzeit heran.. So schuf sich Frankreich neben ^Rußland eine bis an die Oftenze seiner Leistungsfähigkeit gehmde Rüstung. Beide verfolgten dabei Zwecke, die Unsere Gegner jetzt als imperialistisch bezcl) in Wilsons Botschaft finden, will ich hier nicht ecngehen, sondern im einzelnen die Picnkte besprechen^ die Wilson darlegt. Es sind nicht weniger als 14 Punkte, in denen er sein Friedensprvgramm formuliert, und ich bitte um Ihre Geduld, wenn ich diese" 14 Punkte so kurz als möglich hier zum Bortrag bringe. / T ie Publizität der Verhandlungen. Der erste Puukt verlang, es sollen keine geheimen internativ- ualen Veremburungen mehr stattsind-eir. Meine Herren! Die Geschichte lehrt, daß wir mrs am ehesten mit einer weitgehenden! Publizität der diplomattschen Abmachungen einverstanden erllären könnten. Ich erinnere daran, daß unser Defensivb-ündnis mit Oesterreich-Ungarn seit dem Jahre 1868 aller Welt bekannt war, wälrrend die Ofsensivabniachungen zwischen den feindlicl>en Staaten erst im Laufe des Krieges und zuletzt durch die Enthüllungen der russisck»en Geheimakten das Licht der Oeffentlichkeit erblickten. Auch die Verharrdlungen in Brest-Litowsk vor aller Oeffentlichkeit beweisen, daß wir durchaus bereit sein können, auf diesen Vorschlag eftrzugehen und die Publizität der Verhandlungen als allgemeinen politischarr Grundsatz zu erllären. Im zweiten Punkt fordert WUson Freiheit der Meere. Die vollkommerre Freiheit der Schiffahrt auf dem Meere im Krieg nub Frieden wird auch von Deutschland als eine der ersteir mrd wichtigsten Zukunftssvvderunyen ausgestellt. Hier besteht also keiue Meinungsverschiedenheit. Tre von WUson am Schlüsse an-- g-efügte Einschränkung — ich brauche sie nicht wörtlich anzuführ^n — ist nicht leicht verstärrdlich und scheint übersiüssig, würde all.' am besten Wegfällen. Im hoherr Grade aber wichtig wäre es sür die Freiheit der Schiffahrt in Zukunft, wenn aus die stark befestigten Flottenstützpunkte an rvichtigen internationalen Verkehrsstraßen wie sie England in Gibraltar, Malta, 9lden. Hongkong, aus den FalltcnrdSinsein und an manchen anderen Stellen unterhält, verzichtet tverden könnte. Drittens: Beseitigung aller tvirtschaftlichen Schranken. Auch wir sind mit der Beseitigung wirtschaftlicher Sä)>vanken. die den Handel in überflüssiger Weise einengQl. durchaus einverstanden. Auch üftr tvrurteilen einen WirtschastSkneg, der voraussichtlich die lUrsack,»en künftiger kriegerischer Berwickelungetr in sich tragell würde. Viertens: B e s ch r än kung d e r R ü stvn g e n. Wie. schon ftüher von uns erklärt tmrrde, ist der Gedanke eine« Rüstungsbeschränkung durchairs diskutabel. Die Finanzlage sämtlicher eurvpirischer Staaten nach dem Kriege dürste einer befriedigenden Lösung den wirksamsten Vorschnb leisten. (Sehr richtig!) Man sieht also, meiire Herren, über die vier ersten Programm- Punkte formte man ohne Schwierigkeit zu einer Verstturdigung gelangen. Ich wende m^h zum fttnftm Punkt: Schllchtmrg aller kolonialen Einsprüche und Streitsgkeften Tie praktische Durcl^fährung des von Wilsv-n ausgestellten Grundsatzes in der Welt der Wirklichkeit wird einigen Schwierigketteir bnwgnmr. Jedenfalls glaube ich, daß es zmrächst dem großen Kolornalreickve England überlassen bleiben kann, wie -es sick) nrit dem Vorschlag seines Ber^ bündeten abftrrden will. Bei der rnrbedvrgt auch von mß ge* fatfrertor Neugestaltung des WÄt-Kobonvalbssitzes wird von vielem PvogrammpuE seiner Zeit die Rede sein. SechftenS: RäumungdesrufsischenGebietes. Nachdem die Gntentestuatsn es abg-lehnt häl^n. innerhalb dev von Rußland und deren vier verbrindeten Mächte vereinbarten Frist sich den Verhandlungen anzuschließen. muß. ich namens der lenteren eure nackträalick)e Einmischung ablehnen. Mr stehen hier vor Fragen, die allein Rußland und die vier verbündeten Mächte angehcn. Ach halte an der Hoffnung fest, daß es unter Anerkennung der Selbstbestimmung der westlichen Randvoller des ehemaligen russischen Kaiserreiche gelingen wird, zu einem guten Verhältnis sowohl nüt diesen als mir dein übrigen Rußland zu gelanget,, dem wir aufs dringlichste die Rückkehr geordneter, die Ruhe '.und Wohliahrr des Landes gewährleistender Zustände wünschen. Punkt sieben komntt ans dre belgische Frage. Was die belgische Frage betrifft, ist von meinen Amts Vorgängern wiederholt erklärt worden, daß zu reiner Zeit während des Krieges die gewaltsame Angliederung Belgiens an Deutschland einen Programmpunkt twr deutschen Polüik gebildet habe. Tie belgische Frage gehört zum Komplex- der Fragen, deren Einzel- 'Heiken durch die Friedensverhandlungen zu ordncrr sein werden. Solange sich unsere Gegner nicht rückhaltlos auf den Boden stellen, daß die Integrität des Gebiets der Verbündeten die einzig mögliche Grundlage von Friedensbesprechnngen bieten kann, muß ich an dem bisher stets stntfemmtnienen Standpunkt fest halten und ein Vorwegnebmen der belgischen ?lngel-egenheit aus der Gesamt- diskussion ab lehnen. Achtens: Befreiung des französischen Territoriums. Die okkupierten Teile Frankreichs sind ein wertvolles Faust- hfand in unserer Hand. Auch hier bildet die gewaltsame Angliederung keinen Teil der amtlichen deutschen Politik. Tic Bedingungen und Modalitäten der Räumung, die den vitalen Interessen Deutschlands Rechnung tragen müssen, sind zwischen Deutschland und Frankreich zu vereinbaren. Ich kann nur nockpuals ausdrücklich betonen, daß von einer Abtretung von Reichsgebiet nie und nimmer die Rede sern kann. Das Reichsland, das sich seitdem, immer mehr dein Deutschtum innerlich angeschl offen. das sich in hochersrculicher Weste wirtschaftlich immer mehr fortentwickelt hat, von dem meln als 87 Prozent die deutsche Muttersprache sprechen, werden wir im» von dem Feinde unter irgendwelchen schönen Redensarten nicht wieder alnvehmen lassen. (Lebhaftes Bravo?) T er Ba l kan. 9, 10 und 11: Italienische Grenzen, Nationalitätenfragen der Donaumonarchie, Balkanstaaren. Was dre von Wilson unter 9, 10 irnd 11 behandelten Fragen betrifft, so berühren sie sowohl in den italienischen Grenzfragen als in denen der künftigen Entnncklung brx österreichisch-ungariscken Monarchie und den Fragen der Zukunft der Balkanstaaten Punkte, bet denen zum größten Teil die politischen Interessen unseres Verbündeten Oesterrcich-Ungarn übcr- wi^en. ^ deutsche Interessen im Spiele sind, werden wir sie aufs nachdrücklichste wahren, doch möchte ich die Beantwortung der Wilsonschen Vorschläge tu diesen Punkts! in erster Linie dem auswärtigen Minister der österreichisch-ungarischen Monarchie über Lassens Tie enge Verbindung mit der verbündeten Donaum-narchie ist der Kernpunkt unserer heutigen Politik und muß die Richtlinie fttr die Zudrnft sein. Tie treue Waffenbrüderschaft, die sich im Kriege so glänzend bewährt bat. muß auch im Frieden nackwirftn, und so weiden wir auch unsererseits alles daran setzen, daß für Oesterreich-Ungarn ein Friede zustande kommt, der den berechtigten Ansprüchen Rechnung trägt. Zwölftens: Türkei. Ebenso möchte «st in den imter Punkt 12 von Wilsorr berührten Angelegenheiten, die unsere treuen, tapferen und mächtigen Bundesgenossen, die Türkei, betre f fe n , in keiner Weise der Stellungnahme ihrer Staatsmänner vor greisen Tic Integrität der Türkei int die Sicherung ihrer Hauptstadt, die mit der Meerengenfrage eng zusammen bängt, sind wichtige Lebensinteressen auch des Deutschen Reiches. Unser Verbündeter kann hierbei nets auf unseren nachdrücklichsten Beistand rechnen. Polen. Punkt 13 behandelt Polen. Nicht die Eittentc, die für Polen nur inhaltlose Worte fand und vor dem Kriege nie bei Rußland für Polen eingetreten ist, sondern das Deutsche Reich und Oesterreich-Ungarn waren es, die Polen von dem seine nationale Eigenart unterdrückenden zarististl en. Regiment befreitem. So möge man denn auch Deutschland. Oesterreich - Ungarn und Polen es überlassen, sich über die zukünftige Gestaltung dieses Landes zu einigen. Wie die Verhandlrurgen und Mitteilungen des letzten Jahres beweisen, sind wir durchaus auf dem richtigen Wege hierzu. Ter letzte Punkt behandelt den Verband der Völker. Aas diesen Punkt betrifft, so stehe ich, wie sich, aus meiner bisherigen politischen Tätigkeit ergibt, jedem Gedanken sympathisch gegenüber, der für die Zukunft die Möglichkeit rrnd Wahr'cheimichkeit von Kriegen aussebaltet und das friedliche und harmonische Zusammen arbeiten der Völker fördern will. Wenn der vom Präsidenten Wilson stammende Gedanke des Verbandes der Völker bei näherer Ansführung und Prüfung ergibt, daß er wirklich im Geiste ejner vollkommenen Gerechtigkeit gegen alle und einer vollkommenen Vorurteilslosigkeit gefaßt ist. so ist die kaiserliche Regierung gern bereit, wenn alle anderen schwebenden Fragen geregelt sein werden, einer Prüfung der Grundlagen eines solchen Völkerbundes näher zu treten. Meine Herren? Sie haben die Reden von Lloyd George und die Vorschläge des Präsidenten Wilson kennen gelernt. Ich muß wiederholen, was ich zu Anfang sagte. Wir müsftn uns nun fragen, ob aus diesen Reden und Vorschlägen uns tcirklicki ein ernstlicher, ehrlicher Friedenswille entgegentritt. Die deutsche Antwort. Sie enthalten gewiß Grundsätze für einen allgemeinen Weltfrieden, denen auch wir zustimmen und die die Ausgangs- und Zielpunkte für Verhandlungen bilden könnten. Wo aber konkrete Fragen zur Sprache kommen. Punkte- die für uns und unsere Verbündeten von entscheidender Bedeutung sind, da ist ein Friedenswille weniger bemepkbar. Unsere Gegner wollen Deutschland niiht „vernichten", aber sie schielen begehrlich nach Teilen unserer und unserer Aerbündeven Länder. Sie sprechen mit Achtung von Deutschlands Stellung, aber dazwischen dringt immer > weder die Auffassung durch, als seien wir die Schuldigen, die Buße tun und Besserung geloben müßten. So spricht immer noch der Sieger zu dem Besiegten, so spricht derjenige, der alle unsere früheren Aeußerungen vo:« Friedensbereitschaft als bloße Zeichen der Schwäche deutet. Von diesem Standpunkte, von dieser Täuschung sollen sich die Führer der Entente zuerst tosmachen. Um ihnen dies zu erleichtert möchte ich daran erinnern, wie denn die wirkliche Lage ist Mögen sie sich gesagt sein lassen: Unsere militärische Lage war niemals so günstig, wie sie jetzt ist. (Bravo?) Unsere genialem Heerführer sehen mit unverminderter Siegeszuversicht in die Zukunft. Durch die ganze Armee, durch Offiziere und Mannschaften gebt ungebrochene Kachpfestreude Ich erinnere an das Wort, das ich am 29. November im Hause sprach: Unsere wiederbott ausgesprochene Friedensbereitschaft, der Geist der Versölmlich- feit, der aus unseren Vorschlägen spricht, der dari kein Freibrief für die Entente sein, den Krieg immer wieder zu verlängern. Zwingen uns unsere Feinde hierzu, so haben sie die sich daraus ergebenden Konsecmenzen zn tragen. Ein guter Friede wird kommen. Wenn die Führer der feindlichen Mächte wirklich zum Friede» geneigt lind, so mögen sie ihr Programm nochmals rev> frieren. oder, wie Lloyd George sagte, eine Rekonsideraiian ein- treten lassen. Wenn sie dos tun und mit neuen Vorschlägen, kommen, dann werden lvir sie auch ernstlich prüfen: denn unser Ziel ist kein anderes als die Wiederherstellung eines dauernden allgemeinen Friedens. Wer dieser dauernde» allgemeine Friede ist solange nicht möglich, als die Integrität des Deutschen Reiches, als 5-"» Scherung unserer Lehens rntereffen und die Würde unsere-^ Vaterlande- nicht gewahrt bleibt. Bis dabin heißt es ruhig Mrsam men stehen und abrvarien Im Ziele, meine Herren, sind wir wohl alle emig (Lebhaftes Bravo?) lieber oie Methoden und Modalitäten kann man verschiedener Meinung sein. Aber lassen wir jetzt alle diese Meinungsverschiedenheiten zurücktreten. Streiken wir nicht über Formeln, die bei dem rasenden Lauf der Weltbegebenheiten immer zu kurz kommen, und behalten wir über trennende Parteigegensätze hinaus das eine gemeinsame Ziel im Auge: das Wohl des Vaterlandes. Stehen wir zusammen. Re- tziernlng und Volk, und der Sieg wird rrnser sein. Ein guter Friede wird und muß kommen. Das deutsche Volk erträgt m wundermswerter Weise die Leiden und Lasten des nun in seinem werten Jahre währenden Krieges. Bei diesen Lasten und Leiden denke ich qanz besonders an die Leiden der kleinen Handwerker und an dre der gering besoldeten Beamten, aber alle Männer und Frauen wollen aushalten und durchhalten? In politischer Reife lassen sie sich nicht von 'Schla-gwvrten betören, wissen sie zu unterscheiden zwischen den Realitäten des Lebens und glückverheißenden Träumen. Ein solches Volk kann nicht untergeben. Gott, ist mit uns und tvird ferner mit uns sein? (Lebhafte. Bravos!) In der Aussprache ergriff als erster Redner das Wort Abg Trimborn (Z.). Wir stimmen dem Reichskanzler zu. Wenn auch die Auslassungen von Lloyd George und Wilson milder lauten, so sind doch die Forderungen hinsichtlich Elsaß- Lothringens unannehmbar. W-i.r danken dem Staatssekretär für die Geduld, 'Ausdauer mrd Geschicklichkeit, mit denen er die Verhandlungen in Brest-Litotvsk geführt hat, und weisen die Angriffe einer gewissen Presse mit Entschiedenheit zurück. In dem Treiben der a n n e x i o n i st i s ch e n Presse erblicken wir eine schtvere Schädigung. Wir mißbilligen es und hoffen, daß es künftig unterbleibt. General Hoffmaun war bei den VerhaiMungen in vollem Einvernehmen mit der politischen Leitung. Sein Ton war allerdings der des Soldaten, nicht des Diplomaten. Aber seine Worte haben in Deutschland lebhaften Widerhall gesunden. Es mußte nämlitfr ein deutliches Wort geredet werden. Was den materiellen Iühalt anlangt. so entsprechen die Worte des Generals Hvffmann den ausgestellten und allgemein gebilligten Grundlinien. Wir wünschen, daß beim Selbstbestimmungsrecht an den bestellenden Richttinien festgehalten wird. Tie militärische Räumung darf nicht eher erfolgen. als unsere militärische Sicherheft es erlaubt. Wlenn die ^Richtlinien eingehalten werden, so trägt Deutschland keine Schuld an einem eventuellen Scheitern der Verhandlungen. Tie Frage der Lockerung unseres Verhältnisses zur Donaumonarchie ist mit unverantwortlichem Leichtsinn von einem Teil unserer Presse behandelt worden. Wir erklären es für eine der Lebensfragen Deutschlands. das Bündnis zu erhalten. Der Redner spricht dem Reichskanzler und dem StaatssekretärIein Vertrauen aus. Atg. Scheide mann (Soz.) weist auf die gegen ihn und Ebert gerichteten perfönlichLn Beschimpfungen hin und bespricht dann die Voraussagen für den ,Tauch öootkri eg. der gewiß nicht wirkungslos sei, aber als ersten Erfolg dm Eintritt Amerikas in die Reihe der F.Äude gebrach habe. Ec fährt fort: Im Volke werden Wunderdinge ckzählt von den 'Erfolgen der kommenden Offensive. Wer aug-euommm, die militärischen Erfolge treten! ein, sie würden ,ims keinen Frieden bringen. Wie will miau imä entgegengetreten werden. Tte Gelegenheit hierzu läßt sich leder-» zeit schaffm. Die Antwortm müssen Zug uw. Zug erfoitgm. In dieser Hinsicht können die englischen Staatsmänner uns ebt Vorbild sein. Wir beixrueni, daß erst freute auf Wilson nr Lloyd George geantwortet wird. Die Rede Lloyd Georges stellt erst die Botschaft Wilsons ins rechte Licht. England wltl bis giLt Tode mr Frankreichs Seite kämpfen, sagt Lloyd, George. Tics Et keine Friedenskundgebung. Tie elsaß-lothrrngiick^ Frage ist. für uns indiskutabel. Bezeichnend war. daß die betretende Erklärung Kühlmanns im Reichstag, selbst bei dm Neutralen, a'.$ eine lleberraschung gewirkt hat. Wilson will die Aufteilung der Türkei in optimu forma. Wir sind dagegen! verpflichtet, für die Integrität der Türkei etir#utreten, zumal da diese außerorventliche Leistungen aufzu- weisen bat. Auch von. Polen gilt, daß eine LÜbtrcl'ung vmu ReickOgebiet gar nicht in Frage kommen lärm. Ctuch Dir wo-llew keine Anneznvneri Belgiens, aber, rvie rchmr Bnbnurnn ertuirt Hai, Deutschland bars der y l ärn i scheu Bewvgur: g nach Selb--- ständigkeit kein Hindernis eirtgegeirsticllen.. Sie muß und; Möglichkeit: gefördert iverdau. Wenn man sonst das SelbstbestimmungsrechL pvök.amiert. warum nicht auch bei den Flumen'' Xöt Verharrdtrur-, gen in Brest-Liboivsk smd durch die Haltung der oeutschert Presse Schwierigkeiten enoachsen, aber diese Haltung deck: sich nicht mit irgendeiner^ Parteizugehörigkeit. Als die .Kaiserprvklamat ivn roegen Polen erfolgt war, lyaben wir unsere schweren Bedenken erhobewi Jetzt fein die Tatsache nicht mit einer Haitdbervegung beiseite ge», schoben werden. Von ihr ans ergibt sich unsere Stellung zu sämt- llchen östlichen Fragen urrd die Sicherung Deutschlands nach Olten. Die austwpvlnische Lösung ist mxfj vften, aber einerlei. Amerika zum Frieden kommen? Der 21. DezenDer war in den Verhandlungen zu Brest-L:tow>sk verhängnisvoll, swvohl nach außen wie nach rnneri. Es b-errWt voll^nm^'w Unklarheit, lvie die maßgebenden P.rw nm s .ch zu den Vorgänge i der letzten Zeit gestellt haben. Darum i < ine Unruhe bei .1.13 and in Oester re i ch-U ngarn entstanden. Die Hetze gegen Oester rech ist unverantwortlich. Möge die Regierung sich losmachen von jden Einflüssen der Mldeun'chew öder, wenn sie es nicht fern, so gehe sie? Die Rebe des GeneralK iHoffmann, des ausgezeichneten Soldaten und Mdnfchen, war eine Entgleisung: sie fron die Streikbewegung in Oesterreich entfacht. Hier bei luns treiben die militärischen Stellen alle politisches Differenzen aus (bte Spitze. Baterlandverteidignng: ja, Milftaris- mus: nein! Wir hätten den ^Frieden im Osten haben können, haben aber die Gelegenheit verpaßt. Ein cheicheS EntgegenkommenU wie bei den Bolschewikis, werden wir nicht so leicht in Rußland und anderen Ländern finden. Man schtieße im O^jen Frieden -urd gehe dann mit einer Friedensoffensive im Westen vor. Cs ist unrecht, wenn Reickw tan zier be^veifelt, die Botschaft WilsonS sei eine ehrliche Friedenskmidgebung. Warum alle die Bor-« behalte, die der Kanzler in. Faagen macht, in denen wir doch entgegcnzu Kommen geneigt sind? Die Mlsionsche Botschaft bietet in den allermeisten Punkten eine geeignete Grundlage zu Verhandlungen. Nur zwei strittige Fragen bleiben übrig. E l - s a ß - L v t h r i n g e n muß deutscht's Land bleiben. Sowie über >Pi i>f./TTt>T» *■.> r f' -»l f no\r Belgien Marhüt geschaffen ist, ist auch die elsaß-lothringische Frage erledigt. Sollen wir den Krieg fortsetzen, weil wir uns nicht über Polen in Verhandlungen einlassen wollen? Für die Türkei muß eine Lösung gefunden werden, ohne daß Deutschland der Treulosigkeit bezichtigt werden kann. Ter Landesrat in .Kurland kann nicht als eine wahre Landesvertrctuna angesehen toerden. Ter Vvlks- wlllc muß klar und offen zum Ausdrirck kommen. Wir haben es nicht ventanden, wenn die Feinde unser Friedensangebot schnöde zurückgerviesen k-aben, wir dürfen aber nickt in den gleichen Fehler verfallen, sonst wird man uns die Schuld zuschreiben. Niemand mutet uns zu, die Wilsonschen Bedingungen unbesehen anzunehmen. aber die Verhandlungen sind doch dgzu da, eine DerstänÄ.gung zu erzielen. Man muß auf beiden Seiten auf Illusionen verzichten. Die orlte SeMändigleit Belgiens wieder herzuftellen, ist unsere Ely^npflicht. natürlich vorausgesetzt, daß die Gegner die Integrität des Neichsgebiets respektieren. ?lus der Rede des Reichskanzlers spricht ein gewandter Diplomat, aber kein Staatsmann. Wir lwben ernste Konslikisstoffe bei uns im Lande. Das müssen wir bedenken. Die Sozialdemokraten tverden für Volk und Land alles tun. aber nicht für eine Regierung, der sie nickt vertrauen und folgen können. » , Aba. Fis chbeck iVpt.): Tie Angnfte der Presse gegen den Staatssekretär von Mhlmann wegen seines Verhaltens in Brelt- Litowsk waren ungerechtfertigt. TaS S e l b st b e st i m m u n g s -- reckt der Völker muß ehrlich gewahrt werden und nicht nur Schein bleiben. Die bestehenden Landesvertretuugen müssen aus- mbeaxi werden und die Venvaltlmg in die Hand bebommen. Tie Räumung der vefetzten ösebiete ist allerdings unmöglich: augenblicklich ist dort eine l^ewallherrschast durch eine andere abgelöft. Am bedauerlichsten ist die Art, wie unsere Oberste Heeresleitung in die Treibereien hineingezog-m wurde. Nach Verständigung mit der militärischen Leitung hat die politische allein das Wort, und alles' muß fick ihrer Entscheidung fügen. Es hieß: Ludendorff trab sein Entlassungs-gefuch trogen Brest-Litmvsk eingereicht. Ick hatte diese Behauptung für ine Beeidigung des (^eneralauortiermcisters. Wie l>at sich ^as 5lriegSpresseamt in die an Dingen verhalten? Das ist ein trauriges Kapitel. Inzwischen ist eine gewisse Berubigimg eingetr eten, aber man sollte unseren Unter Händlern ihre Ausgabe nickt allzuschwer machen. Wir hoffen, daß die Mißverständnisse, die zwischen uns und Oesterreich auigetreten sind, alsba.lv aus dem Tbege geräumt werden. Zu dem Auftr cken des Generals Hofsnrami ist.'zu sagen, daß man ihm nickt verweb.an kann, als Vertreter der Obersten Heeresleitung in dS' Derfrandlnngen ernzunreiferr.. Ler Ton Wilsons und Lloyd Eeoraes ist anders geworden. Wir gbauben allerdings, daß die Botschaft Wilsons ernstgemeint ist. Ein nicht unwesentlicher Teil seiner T wdw'unMN entftwicktt den Forderunaen der Reickstagsmehrheit, über die man also verhandeln kann. Van Belgitm ist. sestzustellen, vnß gewaltsame Annexionen nicht beabsichtigt sind. Ueber Elsaß-Lothringen und seine Rückgabe verhandeln wir nicht. Keinen Fußbreit deutschen Landes g.'bm wir freiwillig her. Ebensvirenig denken wir daran, deiltsches fyrfritt an Polen zu überlassen. In den arrderen territorialen Fragen stiinnwu war dem. Reichskanzler zu. Mg. Stresemann lNatl.): Ich zweifleIdaran, daß die 2te- führmtgem des ?kbg. Sckckdemarm über den U-Bvot-Krieg dem Frieden dienen. Dem Wunsch nach genauen Iniormationen über die Wirkuttgen ans die englische Wirtschaft schließe ick mcch an. Die Meldungen aus England lassen cnrf eine bedenklich^ Nahrnngs- knappheit schließen. Ohne Wirkung tvar der U-Boot-.Krieg wahrlich nicht. Als der U-Boot-Krieg beschlossen wurde, konnte niemand die russische Revolution voraussehen. Wir lnckauern, daß '.mü'p- StaatSmärmer so selten aut Auslassungen feindlicher Staatsmänner antworten, zumal, da sie bestimmt sind, aus die deutsche Psyche schädigend einzmoirken. Einer derartigen Propaganda muß das neue Polen wird Deun'ckland als brnc G«mnor seiner' Einl^eiL ansehen, und d-araus wird ein dauerndes ftcundschaftlickes Verhält- nis mit unseren östlichen Nachbanr unmöglich. Eftre Erschiverung unserer meltpolitisckum Lage nach Osten wird die Folge sein. Wir erstreben ein kuares militärisches und wirtschafrliches Vev, hältnis zu den sich im Osten bildenden Staaten Die' bestehen-, den Vertretungen sind bereit, ein solches Verhältnis einzw- gehen. Warum sollen wir den Wert dieser Lntschliestuns herabsetzen? Mit der Art, lvie die Verhandlungen, in Brests Litowsk in diesem Punkt geführt worden sind, -- _ ^ IW^WI . WWW .—, sind wir einverstanden. Angriffe verdienen unsere tlnterhändler nicht. Und ► u ‘ mißbilligen die in der Presse erhobenen Vorwürft. Die Herz-» haste Art dos Auftretens des Generals HosftnLnn billigen wir. Pvlrtische und strategische Fragen lassen sich nicht im'mrr tremvew, Es bei band sachliche Uebereinstimmung zwischen den Diplomaten und dem Gciieral Hvsfmauu. Wenn der Ton ein anderer war, io ist das begreiflich. Dem 9lbg. Fischbeck kmm ick nckcht ganz zustimünien, wemc er sagte, daß letzten'. Endes die politische Leitung die Ent- scheidung haben müsse ohne dauernde Mitwirkung der Heeresleitung^ Der Redner protestiert schließlich gegen den Artikel des Wiener „Fremdenblattes" gegen den Fürsten Bülow und gegen die absalligo. Kritik, die bei unseren Verckindeten über uirseke Heeresemnxfrtungat laut geworden ist. Wenn der Krieg neue Opfer fordert, so tragt nicht Deutschland die Schuld und Verantwortung. Wir wollen dech all gern einen Frieden und man darf uns das Gegenreil nicht unterstellen. .Hierauf tritt Vertagung ein ?lbg. Fischbeck (Fortschr. Vp.) bezeickmer in persönlick)er Be-» nerfimn die dleußerung des Vorredners-über die Beteiligung inerrung dre t'le>r:;erung des Vorredners über die Beteiligung der Heeresleitung bei den Fried-ensverhandlünp-n als ein Mißverständnis. _ Nächste Sitzung Freitag vormittag. «Eine Rede des Grafen Lzernins. Wien, 24. Jaru (WTB.) Meldung des Wiener t n. k. K.-Bur. Der Minister des Aeußern Graf Czernrn hielt heute im Ausschuß für Aeußeres der österreichischen Delegation nachstehende Rede: Bei allen Friedens Verhandlungen, die wir kennen, haben ftckß deren verschiedene Phasen mehr oder weniger bei verschlossene^ Türen abgespielt, und erst nach Ablauf der Berchandlungen nmrte der Welt (das Ergebnis mitgeteftt. >Mks allen Bück^rn der Geschichte gelch hervor — es ist dies ja ganz s-elbstverständtich — daß der mühsame Weg solcher Fr cedens vcr Han dl rni ge u stets über Berg und Tal führte, daß die .AussickLrn^ manck^m Tag günstiger^ «manckien Tag weniger günsttg schienen. Wenn al»r diese verschio- denen Phasen und Details des EinzeUages in die Welt hinaus-- telegraphiert werden, so ist es wieder garrz selbstverständlich, daß sie bei der die ganz-e Welt beherrschenden Nervosität wie efef« trische Schläge roirken uind die öfft-ntlichr Mieftrung aufpeitschen^ Wir nmen uns' über den Nachteil dieses Vorganges volljtändig im klaren und gaben trotzdem dem. Wunsche der russischsen Regierung nach, wonach die VeröffenÜrämng erfolgt, weil wir unÄ entgegenkommend zeigen wollten, mtb weil -Mr nichts zu oew stecken haben, jund weil es einen falschen Eindruck hätte machen? können, rvenn wir an dem bisher bckstandensn Modus der oexf erstigen Geheimhaltung festgchatten hätten. Mer bie ')crrwcndigknt der Kehrseite dieser vollständigen Öffentlichkeit der Verdandlurvgeltz ist die, daß das Hinterland vor allem ruhige Nerven be- halren nmß. Tie Partie muß mit kaltem Blu.tr zu Ende gespielt werden, unb sie wird zu einem guten Ende kommen. :venn die Völker der Mmmrchic ihre verantwortlichen Vertreter^ aus der Friebensckonfer it e n lurck ohne Annexionen. Das ist ein Programm, das ich vor einem Jahre knapp nach meiner Ernennung zum Minister denjenigen gegenüber, die über den Frieden reden motlen, auSsorach.. und das ick den russischen Mackckhabem aus ihr Friedensailgedot frm wieder- hole und wovon ick nicht ab weichen werde. Diejenigen, die glaubr-n, daß ich von dem Wege, den ich mir zu gehen vor- naym, abzrldrangen sei, sind schlecht Psychologen. Ich ließ dir Weg ich gehe. L>efsenklvckckeit niemals im Zweifel darüber, welchen Ich ließ mich niemals auch nur um eines Haares' Breite "vmr diesem Wege abdräng-eir. weder nach rechts no-cki nach lirrfS .Ich wurde seitdem der unbestrittLne „Liebling" oex Alldeutschen und derjenigen in der Mon-avchü, die die Mdeuts-cherr nachahnren, Ick werde gleick-tzeitig cks Kriegshetzer pcm üerwn verschrieen, die den Frieden mn reden Preis wchlen, lvie zahlreiche Briefe mir beiversen. Beides genierte mich niemals. Im Cöegenteil, diese doppelten Schimpfereien sind meine einzige Erheiterung in dies« ernsten 3eit. Ich erkläre hier nochmals, daß ich kein Quadrat- me t e r und keinen Kreuzer von Rußland verlairge. und daß, n enn Rußland, wie dies scheint, sich auf den gleiches Standpunkt stellt, der Friede zustande kommen mnß. Die erste Schwierigkeit ist, das; wir gar nicht mit den russi-» scheir Komvaciszcntcn, sondern mit den verschiedenen neu et^ ftanbenen russischen Reichen z-u verhandeln haben, die unttweinander ihre Kompelenzfphären noch gar nicht abgegrenzt und geklärt haben. Es kommen hier in Betracht: Das von Peters- frmri geleitete Rußland, zweitens unser eigentlicher neuer ?rachbarftaat, die Große 11 k r a i n e, drittens Finnland und viertens der Kaukasus. Mit den ersten beiden Staates verhandeln wir direkt, ich meine von Aimesickw zu ?cknt7csicht, mit den oeiden anderen vorerst aus einem mehr oder weniger indirektem Wege, weit sic zur Zeit keine Unterhändler nach Brests Litowst gesänckt habeir. Diesen vier russischen .Kompaciszenten! steheir wir vier Mächte gegenscher und beispielsweise der Fall des ztaukams, wo wir direkt natürlich gar keine Schwierigkeiten hckben, der aber in Konflikt mit der T ü r k e i ist, beweist die Ausdehnung der Berhandlungsthemata. Während die ukrainische Republik auf dem Standpunkt steht, daß sic vollkommen autonom und selbständig mit^ uns m verhandeln berechtigt sei, siebt die russische Delegation auf der Basis, daß die Greirzen ihres Reiches und der Ukraine twch nicht schiert sirch, daß die Grenzen der Ukraine überhaupt noch nicht definitiv? abgenmcht sind, und daß Petersburg infolgedessen berechtigt sei, an unseren Verhandlungen mit der Ukraine teilzunehmen, ente Ansicht, der sich die .Herren der ukrainischen Delegittian nicht an schließen wollen. Diese ungeklärte Lage der innewut Verhältnisse war der Grund der Verzögerung. Wirj waren auch über diese Schwierigkeit mtb ich glcrubrte, daß in einigen Tagen lvieder bie aufAunrhmenden Behandlungen den Weg hier frei finden würden. Wie die Dache heute steht, weist ich nicht, denn ich erhielt gestern von einem Vertreter in Brest-Litowsk folgende zwei Telegramme: Joffe richtete heute abend in seiner Eigenschaft als Präsident der russischen Delegation an die Delegationen der vier, verbündet«! Zentralmächte ein Zirkularschreiben, worin er bekannt gibt, daß die Arbeiter- und Bauernregierung des ukrainischen Republik beschloß, zwei Delegierte n-ach Brest mit dem Aufträge zu senden, an den Friedensverl'-andlungen als Vertreter des Zentralkomitees der ukrainischen Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte, jedoch innerhalb der russischen Delegation als ergänzender Bestandteil derselben teilzunehnien. Josft fügt dieser Mitteilung hinzu, dast die russische Delegation bereit sei, diese ukrainischen Vertreter in ihren Bestand auszunehmen. Obiger Mitteilung ist die Kopie einer aus Charkow datierten, gn den Vorsitzenden der russischen Friedensdelegatstm in Brest gerichteten Erklärung der Arbeiter- und Bauernregierung der ukrainischen Republik beigeschlossen, in der bekanntgegeben wird, das; die Kiewer Zentralrada lediglich die besitzenden Klassen vertrete und infolgedessen nicht im Mumien des ganzen ukrainischen Volkes handeln 'könne. Die ukrainische Arbeiter- und Bauernregierung erklärt, daß sie etwaige ohne ihre Zutun zustandegekonrmene Abmachungen der Delegierten der Kiewer Zentralrada nicht anerkenne, ihrerseits jedoch beschlossen habe. Vertreter nach Brest-Litowsk zu Kutsendeu. die dort, als ergänzende Bestandteile der russischen Delegation, welche sie als Bevollnrächtigte der föderativen Regierung Rußlands anerkennt, airfzutreten haben werden. Das ist jedenfalls eine neue Schwierigkeit, denn wir können und wollen uns nicht inl Ge internen/ Augelegenheiden- Rußlands einmisck-en. Ist aber dieser Weg eininal frei, so werden sich auch weiter kerne Schwierigkeiten finden. Wir werden übereinstimmend mit der ukrainischen Republik konsbaiieren, dast die alten Grenzen zwischen Oesterreich und dem früheren Rußland auch zwischen uns und der Ukraine gelten. Was Polen betrifft, dessen Grenzen übrigens noch nicht genau fixiert find, so wollen wir garnichts von diesem nein-» Staate. Frei und unbeeinflußt soll Polens Bevölkerung ihr eigenes Schicksal wählen. Ich lege jdabei meinerseits gar keinen besonderen Wert Kuß Hie Horm des diesbezüglichen Volksvotums. Je sicherer das den allgemeinen Volks willen widerspiegelt, desto lieber ist es mir, denn ich, will den sreilvilligen Anschluß Polens nur in dem diesbezüglichen Wünsch Polens sehen. Er ist die Gewähr einer dauernden Harmonie. Ich 'halte unwiderruflich an dem Standpunkt fest, daß die polnische Frage den Friedensschlnß nicht um einen Tag hinausschieben darf. Wenn Polen nach Friedensschlnß eine Mnlehnung an uns sucht, so werden wir es gerne auf- nehmen. Den Frieden darf >und wiro die polnische Frage nicht gefährden. Ich hi Ate es so gerne gesehen, wenn die polni sche M- gievnng an iden Verhandlungen hätte teilnehmen können: deu^j meiner Mffassung nach ist Polen ein selbständiger Staat, die Petersburger Regierung aber steht auf dem Standpunkt, die heutige polniscktje Mggiernng sei nicht berechtigt, im Namen ibresi Landes zn sprechen. Sie erkannt sie nicht als kompetenten Exponenten des Landes an, und (baher standen wir von den: Vorhaben ab, sum nicht einen etwaigen Konflikt zu erzeugen. Tie Frage ist gewiß wichtig, aber wichtiger noch ist die Bechitignng aller Schwierigkeiten, welck>c den Abschluß der Verhandlungen verzögern. Tie zweite Schwierigkeit, die vorliegt und die auch in den Blättern den größten Widerhall fand, ist, ich leugne es nicht, die M e i n n n g s d i f f e r e n z unserer deutschen Bundesgenossen mit der Petersburger R e g i -e r u lt g über Die AuAeaung des Selbftbestimmungsrechtcs der russischen Völker, nämlich jener Gebiete, die von den deutschen Truppen besetzt sind. Auch Deutschland steht aust dein Stanv- wuift, daß es keine gewaltsamen Gebietsertverbungen oon Rußland beabsichtige. Aber in zwei Worten gesagt, ist die Meirrungsdisserenz eine doppelte: Erstens steht Deutschland aus dem berechtigten Standpunkt, daß die zahlreich erfolgten Willensäußerungen nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit seitens der Legislativen Korporationen, Gemeindevertretungen usw. in den okkupierten Provinzen als „provisorische" Basis für die Volks- Meinung zn gelten hätten, die nachher durch ein Bolksvotnm auf breiter Basis zu überprüfen seien, ein Standpunkt, dem die russische Regierung vorerst noch ablehnend geoanübersteht, da sie den vorstehenden Organ«! in Kurland und Litauen das Recht, im Namen dieser Provinzen zu spreck-en, nrerr Präsident hat bei diesein Postnlate allen ans dem Herzen ae- svroeben. Ich unterschreibe diesen Wniuch Amerikas voll und ganz, insbesondere deshalb, iveil der Herr Präsident die Klause hinzu- rügt: ..ontüäe territoi-'al -vLter-«". d. h. also der Freiheit des offenen Alkeres. aber natürlich kein Gewaltein'riff in die diesbezüglichen Hoheitsrechte unseres treuen, tü'tischen Bundesgenossen. Ihr Stand- punkt in dieser Frage ivird der unsere sein. Punkt 3, der sich dennitiv gegen einen zukünftigen Wirtschaftskrieg gnsfvri bt. ist so richtig undost von uns verlangt worden, daß ich ebenfalls nichts hiuznv'fügen habe. Punkt 4, der eine a l l g e >n e i n e A b r ü st u n g verlangt, erklärt in besonders unten klaren Slilisternngen die Notwendiakeit, die freie Rüstungskonkurren'. nach dem Krieqe^anf jenes Maß lgerunterzudrücken. das die interne Sicherheit der Staaten erfordert. Hen' Wilson svricht dies klivv und star ans. Ieb habe nur gestattet, den gleichen Gedanken vor einigen Monaten iit meine! Bndavester Rede zn entivickeln, er bildet einen Teil meines politischen Glaubensbekenntnisses. Eine jede Stimme, die sich in gleichem Sinne erhebt, begrüße ich. dankbarst. J,n weiteren Verlauf seiner Rede svraeh Gras Czernin zunächst über Italien, Serbien, Rumänien und Montenegro, denen gegenüber er sich ive-gere, als Assekuranz für feindliche Kriegsabentener zn dienen. Was Wilions Punkt 13 anbelanae, so sei es ein offenes Geheimnis, „daß nur Auhäuaer des Gedankens sind, es möge ein unabhängiger polnischer Staat, der zweifellos die von polnischer Bevölkernna beivohu'en Gebiete einfchließen inüßte, errichtet werden". Die Anfsaffungen Oesterreich-Ungarns und -Amerikas im allgemeinen näherten sich auch in meareren konkreten FriedenS'raqen, was die Erivaanng nahelege, ob nicht ein Gedankenaustausch zivischen diesen beiden Mächten den Ausaangspunkt für eine versöhnliche dlussprache zwischen allen kriegsührenden Staaten bilden könne. Zn den Verhandlungen in Brest-Litowsk bemerkte Czernin: „Wenn Sie mir in den Rücken fallen, wenn Sie mich zivingcn. Hals über Kopf abzuschlteßen. dann werden ivir keine ivirtfchastlicheu Vorteile baden, dann muß eben unsere Bevölkerung auf den Vorteil, den sie aus dein FriedeuS- 'chlnß haben könnte, verzichten." Der Miiiister verurteilte iveitei die S t r e i k b e w e g u n g; nur Narren köun'en behaupten, daß die Regierung dahinter stände. Die Regierung wolle dasselbe, ivie die Alajorität des Landes, den annerionslosen Frieden. Czernin 'orderte schließlich Vertrauen von der österreichischen D legatiou. lütt* es ihm die ungarische bezeugt habe. Er lverde die Vertrauensfrage vorlegen, und ivenn die Majorität sich gegen ihn ausspreche, so iverde er die Konsegnenzen ziehen. Czernin chloß seine Rede mit den Worten^ „Sie müssen mir helfen oder müssen mich stürzen. - Ich bin zn Ende." Arss Stcrdt HNTd Gießen, den 25. Januar 1918. ** Auszeichnung. Der 5. Sohn der Frau Elise Thör Ww., der Ober-Berw.-Maat Friedrich Thöt, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Frau Thöt hat nunmehr ihre sämtlickien 6 Sühne unter den Fahnen stehen. ** Walter I en s e n, das frühere Mitglied unseres Schauspiels, der auch wiederholt als Mitarbeiter unserer Zeitung mit Skizzen aus den! Feld zu Wort giekoniMen ist, ist dem Leipziger Schauspielhaus verpflichtet worden. Anläßlich einer Morgenfeier holte er sich dort mrt seinen eigenvertonten Lautenliedern einen starken Son derer so lg. ** Hausschlachtungen. Das Stadt. Lebensmittel- amt weist darauf hin, daß nach den vom Kriegsernährungsamt erlassenen Verordnungen die zurzeit noch vorhandenen Hausschlachtungsschweine bis zum 31. Januar 1918 geschlachtet sein müssen. Unverzügliche Antragstellung ist daher geboten. ** Neue Farnsprech anschlüsse. Die Anmeldungen neuer FernsprechanschlMe, welche gelegentlich des planmäßigen Ausbaues der Fernsprechanlagen im kommenden Frühjahr und Sommer hergestellt werden sollen, nrüssen — abgesehen von den Orten, in denen keine Unterbrechung dar Fernsprechbauarbeiten ein- tritt — spätestens bis zum 1. März bei. den zuständigen Postanstalten vorliegen. Verspätet an gemeldete Anschlüsse, die infolgedessen' außerhalb Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsenidung eines Bautrupps usw.) hergestellt werden können. Norden in dem kommenden Bauabschnitt nur dann aus- gesührt'. wenn die Antragsteller als Entschädigung sür die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mk. entrichten, oder, falls die Mehrkösten den Betrag von 30 Mk. uberlteig-en, den wirklich aufgew»endeten Kostenbetrag erstatten. . _ , , **ZurEinstellungrnUntervffrrrervorschulen werden noch junge Leute des Jahrgangs 1902 und jüngere an- genoinmen. Aiusknnfi erteilt und Anmeldungen nimmt das Be- zirkskvmmando Gießen entgegen. ^ ** Lichtspielhaus, Bahnhosstr 34. Bon heute ab steht der neue Porten-Filin „Dije Cliaudi vom Gnseohos" auf dem Spielplan Das Lustspiel „Prinz Waldemar und Waldemar Prinz" vervollfländigt die Spielsolge. Siehe Anzeige. Kreis Büdingen. 4. Ortenberg, 24. Jan. Gestern abend hielt in unserer Kirche Fräulein Pflanz, eine Mssionarin der Basler Mission, einen Vortrag über ihre Tätigkeit in Bali in Kamerun und ihr« Gefangennahme durck) die 'Engländer. Schl icq.ee . aber doch vcuckeme Bilder waren es, die die Redneriu der zahlreich versammelten Gemeinde bot. Eine Kollekte für die Frauen urission der Basler Mchwn ergab 74,13 Mk. Der Vortrag wird in den nächsten Tagen in Berghetm, Lißberg, Usenborn, Gcktnhaar. Wolf, Ober- und NDcher«- Vdockstadt wiederholt. — Am Sonntag findet zur Feier von Kaisergeburtstag ein Festgottesdienst statt. Kreis Schotten u-u. Bobenhausen, 24. Janua! Vizefeldwcvel Gustav S chuch a r d t wurde zum Leutnant d. R. befördert. B. Burkhards, 25.Jan. Lehrer Theo K'unkel «ade au die Mittelschule ruah Oldenburg berufen. Kreis Frievberg. . --Büdesheim (Oberh.), 24. Jan. Der 31;ätzrige binder und Obsthondler Heinrich Gröninger von hier tourü^ wegen zahlreicher Einbrüche in Frankfurt a. M. von der dortigxNi Strafkaminer zu einer Gesamtstrafe von 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und dauernder Stellung unter Pvlizeianfficht: verurteilt. ^ Gröninger char mit großer Kühnl-ckit Kettereinbrüchel verübt, bei denen chm reiche Bstute wurde. Bei einem GefchäfiK einbruch erbeutete er für 5000 Mfark Schuhwaren, die er verkaufte. fr. Hombe rg, 25. Jan. Anläßlich seines 50. Geburtstages wurde General Hoffmann, Chef des Generalstabes Oft, xum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Hoffmann wurde hier, wo sein Vater Anrtsrickster und Stadtrat war, 1869 geboren. Der Groß vater war lange Jahre Metwpolitan dahier. Stnrkenburg und Rheinhessen. Rüssels he im, 25. Jan. Der derzeittge Seniorchef fcz Firma M>am Opel, Kommerzienwt'Karl Opel, wurde vout Großherzog von Dessen in den erblickten Adelsstand erhoben. Fc. Worms, 24. Jan. Für die Errichtung einer FliegeL- station nahmen die Stadtverordneten den Älntrag auf Bewilligung von 575 000 Mark gegen neun Stimmen an. ist tzeute- ae KerörMneEhre hem EÄö öern. Vsterjanöe! ^ Die Goiöankauffteüe in den Räumen der vezirksspartaffe Gietzen ist morgen vormittag vo» !9 bis \Vi 2 Uhr geöffnet! Vessen-Nafiau. = Cronberg i. D., 25. lIanuar. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl itoti ^Hessen feiern heute die silbeine Hochzeit. n!r. Frankfurt a. M., 24. Jan. In einem Bienenhause au. der Louisa ermittelte man ein großes Warenlager gestohlenen Gegenstände. Auch die Diebe konnten verhaftet werden. Es sind in der Hauptsache Eisenbahner, die durch Beraubung der wagen sich in den Besitz der Waren setzten. — Frankfurt a. M., 24. Jan. Bei guter Darstellimg fand gestern abend im Schauspiel hause die Uraufführung! von Carl Hauptmanns „A u s t r e i b u it g" statt, »ein ttagisches Schampiel, bei dem es sich um die Austreibung des Damöns auA dem Herzen der tvildstürmischeu Frau /eines Baudemcknns handelt. Das Stück ist reich an inneren Widersprüchen urckn ermangelt der Momente, die den Zuhörer zur Teilnahme zwingen müßten^ Deshalb begegnete es mancherlei Widerspruch. Darstellung und sorgfältige Regie halfen ihm zsur Auerkeirnung und freundlichem Achtungserfolg. Der ber Llufführung beiwohnende Dichter konnttf den Dank des Hauses wiederholt entgegennehmen. ul. L i n d e n h o l z h a u s e n , 25. Jan. Dem Wrmsche der Einwohner und einem Bedürfnis entsprechend, wird demnächst eine Bahnhofshalteftelle Lindenholzhausen im Emstal, 7 Minuten vom Torf entfernt, eröffnet werden. ul. Liinburg, 25. Jan. Der Landrat gibt bekannt: Neuerdings mehrfach vorgekommene Trichinose-Ertrankimgen infolge Genusses von Anslandsfleisch, das nicht amtlich auf feine Tauglichkeit zum menschlichen Genuß untersucht war, machen es notwendig, der Bevölkerung in geeigneter Weise alsbald anzurateck- die gedachten Waren zunächst auf Trichinen rmtersnchen zu lassen oder aber nur in gut gekochtem öder gut durchgebratenem Zustand zu genießen. f Knaben« Peniionat iReaUtlaffen, Kn Ä„d bo r n eal^ilafien, verbunden mit Porfdiule, erteilt Ginjährigenzeugnls kiewH c. m. I *04^83i Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 25. Januar. (Amtlich.) W e st l i ch e r 5k r i e g s s ch a u p i a tz. Zwischen Poelkapelle und der Lys, bei Lens und beiderseits der Scarpe lebte die Gefechtstätigkeit am Nachmittage auf. Au versckfiedenen Stellen der Front Erkundungsgefeckie. Auf den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalguarttermerster Luoe udorff. * . * Neue U-Boot-Erfolgc. Berlin, 24.Jan. (WTB. Amtlich.) Sechs Tamprer und e i n W a ch t f a h r z e u g wurden letzthin von unseren U-Booten versenkt. Vier Dampfer wurden dicht uncer ver englischen Ostküste, wo die Bewachung besonders stark ist, abgeschossen, einer von itmen aus einem dnrch viele Zerstörer und Fischdampser geschützten großen Gelettszuge. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Wieder seckis Schisse! An der Hand der neuesten Berichte über- die Lebensmittelkrisis in England verstärlt sich der Eindruck: Unsere U-Boote schassen es! Tie Not in England ist da! Kein Zweifel mehr. Tie 3800 Schiffe von über 1600 Brutto-Register-Tonnen, über die England vor einem Jahr verfügte, deren eine Hälfte für militärische Zwecke beschlagguahmt ist und deren andere Halste die Hauptlast der Ernährung des Jnselreichs obliegt, sürd durch die rastlose Tattgkeit unterer U-Boote derart zusammcngeschmolzen, daß sie das englische Volk vor Not nicht mehr schützen können. Tie Speisekammer der Berbandsgenossen ist verzweifelt leer? Dieses Eingeständnis findet sich der „Daily News" vom 1. Januar zufolge in einen! dteujahrsglückwunsch des englischen Ernährungsministers Rhondda an den amerikanischen Kollegen Hoover Rhondda oertrmkt noch aus die .Hilfe Arnerikas. Wir vertrauen auf unsere U-Boote' Die Luge in Petersburg Berlin, 25. Jan. Wie es in Petersburg ausfreht. geht aus der Schilderung ^rvor, die der zuverlässige, soeben, von der Newa hierher znrückgckkehrte Gewährsmann des L. A liefert. Ein furchtbares Bild der Auslösung wird entrollt. Auch andere Blätter melden Bedenkliches. In den Straßen, der russischen Hmlptstadt sollen heftige Kämpfe stattfindän. 87 Abgeordnete der aufgelösten Nationalversammlung [eim, nnc es heißt, durch die Bolschewisten verhas tet rj&t* den, weil von ihnen in einer Proklamation die Bevölkerung Umr BürgerLrieq aufgewrderl wurde Todes-Anzeige. Heute morgen entschlief sanft nach längerem Leiden mein treuer Gatte, unser lieber Schwager und Onkel Herr Konrad Großhaus im 66. Lebensjahre. Elisabethe Großhaus geb. Brück. Henohelheim. den 24 , Januar 1918 . Die Beerdigung findet Sonntag den 27. Januar vom Sterbehanse (Wilhelmstrasse 16) aus statt. gr )9 Für die erwiesene Teilnahme bei dem Heimgange ihrer lieben Mutter danken herzlich im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Klein und Frau geb. Baumert Qießen, den 24. Januar 1918. 08756 Nachruf. Mittwoch morgen verschied plötzlich und unerwartet unser sehr verehrter Chef Herr Fabrikant Hermann Eichenauer. Tieferschüttert stehen wir an der Bahre des allzufrüh Verstorbenen, der allezeit für das Wohlergehen seiner Angestellten ein warmes Herz hatte, und werden wir sein Andenken stets hoch in Ehren halten. Die Angestellten der Firma Koch & Eichenauer. Gießen, den 25. Januar 1918. •*>D 1860 Fünfziger 1910 Unseren Mitgliedern geben wir hiermit Kenntnis von dem vlöylichen Ableben unseres verehrten Altersgenossen Herr» Fabrikanten Hermann Eichenauer Die Beerdigung findet Sonntag den 87. Jan., vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus stakt und bitten wir um zahlreiche Beteiligung. czs Die Fünfziger von 1860-1910. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste, für die zahlreichen Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Hofmann am Grabe sagen wir hiermit allen, innigsten Dank. Die tieftraneruderr Hinterbliebene«. Kesselbach, den 24. Januar 1918. «es Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinsoheiden unserer lieben Entschlafenen, für die Kranzspenden, sowie die liebevolle Pflege der Schwester und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Groth am Grabe sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Kamille Wilh. Schwalb Familie Wilh. Baiser Familie Ludwig Euler. Rödgen, Giessen, den 23. Januar 1918. Holzvl >ersteiger«ng i« der fürstlichen Oberförfierei Lick. Montag den 88. Fanuar, vormittags 10 Ubr, werden unter Ausschlut,' von Wrederverkäuseru und unter .--k^^rkauf betauo- Mi gehenden Bedingungen E^r^ikt Höler iAlbachers-osieite) versteigert: Buchen: 180 N NI. Knüppel, 100 Nur. Stücke, Elchen: SO ll.'m. Nuürwcl. 0 Nm. Stöcke, 50 Wellen,- Nadelholz: l.i :JTiu. Stöcke^iOO Mellen. Die Lntammenkunst in au, der sog. alten Gieffener Straffe beim Eingang m den Wald von Steinbach ber lzwiichen Holer uno Schwarzwald/. 'agen wieder Herstellen: 'foiaViiic in-chdieühr stebenbchiluu!! Giehen, 84. Januar 1018. Evangel« (Acsanrtflrchenvorfrand. Schwabe, Pfarrer. 666D Mttsihlll-Vttt!!! (N. ?.), lßikßkkl. § t { ü 1? Schneideru, Handarbeiten, Weihnähen, V w v I* Kochen Füll '/. Fahrt, Ans. 12. März, Meldungen bis 9. März im Schnlhause, Steinstrahe 10. HaushaltnngHschnle SÄ!: HI T r f Seillhfrt VC Hanoarbeiis- und HauswirtschastS- cm ,k""^^?^briuuen (je 1 Jahr), Anfang 9. April, Meldungen bis 15. Februar. kür außwärilgc Schülerinnen. 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Naturwissenschaftler anges. 0 . drcuksertiggetn. Schr.Anaeb. unt. 582 a. d. Gieffetier Anz. K. 23/17. Freitag den 3. März 1918, nachm. 3 Ubr, werden in unserem Amtszimmer die denPeterSchcppEbeleuten zu Burkhardsfelden zuge-- schrtebencn, nachstehend ver- zeichneteu Parzellen versteigert: Flur 8 Nr. 297*, «= 280 qm Wohnhaus mit Hofraum hinter dem Steeg, zwischen der Chaussee und deur Mittelweg, Buchnerftr. 2 Flur 8 Nr. B'/.« « 386 qm Bauvla^ daselbst. Flur 8 Nr. 37?/,» — 230 qm Bauplatz daselbst. Flur 8 9tr. M/,o AI qm Wohuhauk mit Hosran:n daselbst, Glaubrechtstr. 9. Gietzen, den 22. Januar 1913. Grohh. OrtSgericht. _ 2 . B .: Leo._ em Zirka 5 Meter hohe 3 KM" Leiter "MK abhanden gekommen. Wer darÜberAnSkunft gebenkann erhält Belohnung. 0878," Friedr. Betker L.. Kurz- war enge schäft.Seltersweg52 Hl brauner Taetel en: lausen. Wiederbringer e. hält Belohnung. 087;!6 _b elfert, AUeestr. 20. Dieieuige Person, ivelche au« Mittwoch abend ans dem Zug iStrocke Dollar—Grünberg > 1 Paket aus Versehen mit- ' cahnt, ist erkannt und tvird gebeten, selb. sof. a.Bnbnhofn.d. Fuudbu r. geg. Bel, abzug. illvge« JtSsHchcia kann die Seiae ^clmeidsrei ouinbU ei l. b. Mithilfe im Haush. Näb. in der Gc s chst. d. G. Anz. Schüler oder Schülerinueu finben (inte Pension Oct Frau Sr. Mbel Wtw.. EL", Bahnyofstx. 4L Viollnuntgeeiebt. Wer erteilt älterem Herrn rn oen 2lbendstnnden VioUa- aowrrivbi? Augeb. unter 862 an den Gieff. Auz. erbeten. Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Aussergewöhnliches grosses Orchester. Morgen &am.sta.g das hrrvorra^ende Klite-Pro^sranmi. ===== Bruno Stastner in dem ausgezeichneten Lustspielscblager in 3 Akten Prim liir und Waldemar Prinz All-Gießens Liebling in dem hervorragenden Drama in 4 Akten Beginn der Vorstsllungei: Samstags 3. 4 4 \ 6 P0 und 7.ZZ Z Z " * 8 1R Uhr. —- Telephonische Vorbestellungen können nur auf Logen für die ersten 3 Vorstellungen berücksichtigt werden. :;y k . Wegen des zu erwartenden \ großen Andrangs j.den Abendvorstellungen bitten wir nach x Möglichkeit die Nachmittags- V\ Vorstellungen besuchen zu wollen. 647a Preise der Plätze: III. PI. 0,60, II. PI. 0,85, I. PI. 1,10, Logen 1,60 M