Ar. 29 Der titftmr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beüaaen: Eichener Zamlllenblätter; KuiStiatt tflf len Kreis Elchen. lejngspreis: mpnatl. Mk. 1.20, viertel- jährlich Mk. 3.00; durch Abhole- iu Zweigstellen monatl Akt. 1.1«); durch die Post Alk. 3.60viertel- jährl. mtsschl. Beslellg. Ferrisprech - Anschlüsse: fürdieSchriltle,tung112 Verlag,Gefcbäitsstetteöl AiischrillsürTrabtiiach- richten: Anzeiger Sietzen. M. Jahrgang Donnerstag, 24 . Januar M8 Postscheckkonto: Zranffurt a.M. Ud8ü General-Anzeiger ur Gveryegen Zwilttngrl-unddruck u. Verlag: SrnhI'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei N. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. ?. Sankvertehr: Sewerdedank Gießen vo,t Anzeigen K die Laqesuummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbindlichkeit Zeilen preise: für örtliche Anzeigen 25M., für aus warn ge 30 Pi., *ür Reklamen Dik. 1.— ; bei Plagvor- schrist SO*/, Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Polit'k u. Feuilleton: Aua. Goetz; Stadt uud Lano, Vermischtes u.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzelgenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. Die Kämpfe hinter der russischen zront. (8MB.) Grobes Hauptquartier, 23. Januar. (duutlUp.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Fast an der ganzen flandrischen Front war am Nach- Unttage der Feuerkampf gesteigert. Auch südlich von der Scarpe lebte die Gefochtstätigkcit wieder auf. Bei St. Quentin wurden bei erfolgreicher Durchführung zahlreicher Erkundungen Gefangene cingebracht. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordöstlich von Souain und nördlich von Avoeourt folgten nach starker Feuerwirkung fran.zösische Vorstöße. In heftigem Kampf wurde der Feind zurückgc schlagen Eigene Jn- fanterieabteiluugen dränget, östlich! von Malaircourt in die feindlichen Graben imd kehrten mit einer Anzahl Gefangene zurück. Zwischen Beannwnt und Ornes nahm die .Krtillerietütigkeit am Abeird zu. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Die Lage 17 ! unverändert Italienische Front Zu beiden Seiten der Vre. tr Artilleriekampf. Der Erste Generalguartrermeister Ludendorff. * Der Abenbbericht. Berlin, 23. Jan., abends. (WTB. Amtlich.^ Bon beit Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der heutige Donnerstag könnte zu einem bedentnngs- vollen Tag werden. Für heute ist nämlich die Rede des Reichskanzlers Grafen Hertling angekündigt, die wieder einmal „Klarheit"' schaffen soll. Das was um uns vorgeht, wissen wir ziemlich genau, und wenn im Hauptausschnß des Reichstags in den letzten Tagen über die Handhabung der Zensur Beschwerden vorgebracht worden sind, so darf mau nicht etwa annehmen, daß wir im Dunkeln gehalten lvür- den. Ungeschüklichbeiten bei der Ausübung der Zensur Lun- v«n leider immer wieder vor, aber man darf die Wirkung solcher Fehlgriffe nicht überschätzen und übertreiben. Wer helle Augen hat, kann sich über die tatsächlichen Ereignisse, soweit wir sie wissen können, wohl zurechtfinven, auch wenn manche Dinge nicht so breitgetreten werden, tuic nranche Blätter, die ihre Rücksichten auf das Reichsinteresse nicht sorgsam abzuwägen pflegen, wohl wünschten. Zum Beispiel hat der „Vorwärts", der kurze Zeit verboten war, ein offenbares Interesse daran gehabt, die Ausstandsbewe- gungen in Oesterreich möglichst schwarz an unsere^Wand zu malerr. Der Wgeordnete SckMdemann hat die Dinge ja im Hauptausschuß des Reichstags in eine direkte Warnung oder Dvohung ausgemünzt, indein er sagte, in Deutschland stehe man unmittelbar vor Ereignissen nach Wiener urtd Ofen- pesder Muster; er bitte, diese Warnung zu b'ch rzigen! Graf Hertling soll damit einen E.'lbogenstoß erhalten. Er befindet sich in einer schnnerigen Lage. Will er die Er- ewnrsse führen, will er nicht nur diplomatisch ausglätten, so haben wir jetzt von ihm eine Programmrede zu erwarten. Auch unserem nächsten Bundesgenossen gegenüber sind, wie die letzten Ereignisse gezeig! haben, grundsätzliche Worte angebracht. Ein kraftvoller Wille und Entschluß Ecrnn da mancherlei aus.richten. Aehnlich steht unsere Lage den Russen gegenüber. Wir bxandyen Herrn Trotzki gegenüber, dessen Regierung erschüttert und gefährdet ist, nicht mehr so zar end zu diplomat sieren, wir brauchen vielmehr nur zu was wir wollen, worauf wir begehen. Hinter der r^,,ischen Front tobt der Bürgerkrieg! Wrr werden uns al,o bis zur Klärung der MaustverhäU- nrsse in Petersburg eine Weile gedulden knüssen. Dann ^ber.muhen die in Petersburg regierenden Herren, die auf valdtqen Friedensschlusz ange-.oie,en sind, wissen, welches unsere Bedingungen sind, von denen wir nicht ablassen werden. " Der Reichskanzler sollte der Möglichkeit ein Ende machen, daß aus bestimmten deutschen Parteirichtunqen heraus den russisch«en Maximätisten die Argumente zuge- worsen werden. Er vermag da Besseres .zu' wirken als rrgenderne Zensurmstanz. 5)indenburg und Ludendorff sind gestern wieder in Berlin gewesen, und dabei hat Hertling zweifellos Gelegenheit gehabt, die wünschenswerte Einheit- lrchkert in den obersten Reichs stellen sicherzustallen und sich Mbst eineil starken Rückhalt zu schaffen. Auch Blätter, die kerne Chauvinistische Tonart pflegen, ra:en zu freimüttgein, crngstfreiem, entschlußfreudigein Aufirelen. So meint' die „Köln. Ztg.", den Wiener und Badapesler Eins üfsen müßten von der Regierung mit aller Energie folgerrde Tatsachen ^kgvgengEhalten werderr : „Oesterreich-Ungarn hat rroch so starke Feinde gegen leine Grenzen nn Felde, daß diejenigen, die aus Theorien und Stimmungen heraus eim Jsolierungspolitik betteiben. die «m schwerstenfchädigcn. Es ist eine grund- lvtMwe 'tovoendi.gkert der ^staaterhaltung und Zukunftsicherung gerM m Oesterreich-Ungarn, daß der Anfteckungskeim des russischen Pozaalismus durch die einige .Abioehr aller derer serrtgehalten werde, die nickst unbedingte Ge- sinmmrg^env^en der revolutionären Tokttinärc Groß-Rußlands sind. Zeder Ltreck nrnerhalb des Bierbunds hat nur eine Wir; vom: dre der Krreg^vecko-annmg, kerne andere. Oesterreich-Ungarn farm erst dann stcher nächte dRenschenalter blickert, wenn durch Regelung de^oitl:u.en Fragen jede Wiederkehr der Be- dwhung semer Ostflanke ncdy Mögüchöeit verhimdert ist " Der Ssterreichisch-uttgarische Tagesbericht. Wien, 23. Fan. (WTB. Nicksiamtlich.) Amtlich wird verlmktbc.rt.- Beiderseits der Brenta ivar die Artillerirtätigkeit lebhafter als m den letzten Tagen. ' Der Chef des Generalstabes. * Der türkische Bericht. Konstantinovel, 22. Jan. (WTB.) An der Patä- jrina front keine besonderen Ereignisse. In Mesopotamien griffen feindliche Flieger Kifri mr. Durch Mtvehrseuer wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Tie Besatzung ist tot, der Apparat verbrarmt. Ms Vergeltung griffen unsere Flieger ein feindliches Lager bei Kafrischtrim mit gutem Erfolge cm. eine feindliche Kavolleriepatrouillc wurde gesangengenommen. Das im gestrigeu Bericht als vernichtet gemeldete englische FlugMig tmrrde durch den Seeflieger Leutnant Schuvert abgeschos^en. Avr Nutzend. Petersburg, 22. Jan. (WIM.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. !Die Bo-lksbommiffare sind benachrichtigt worden, daß die P-oli^ei oie Spur der M ö r d e r T s ch i n - garews und Kokoschkins gefunden hat. Eine Schlacht zwischen Marimo ifte»r und Ukrainern. Petersburg, 22. Jan. (WfWZ Meldung der Petersburger Telegraphen-A.-gcntur. Die von Charkow! nach Poltawa abgesandten Abteilungen 'xrr Sowjets lieferten eine Schlacht gegen Dr^uppchl der R a d a von K ie W. Die Truppen der Rada wurden vollkommen geschlagen. Die Stadt ists in den .Händen der 'Abteilungen der Soiojets. In der veveimgten Sitzung der (Lwldatew-, Mbeiter- und Bauernräte tourden die Äeriieter des (ausfuhvoichen Zentralaus-, schusses von Charkow mit Begeisterung begrüßt. Kr Poltawa herrscht allgenrrine Freude. England und die Petersburger Regierung. London, 22. Jan. (WTB.) Meldung des Reuterschrn Bureaus. Unterhaus. In Beanttwrtung rinar Anzahl Anfragen über die britischen dipLmnatijchen Be^^hmvaen zur Petersburger Regierung sagte Balchur: „Wir haborr diese Regierung nicht als ein de ßrcdo oder de ßroe oesüchende Regierung des russischen BokSes anerkannt, aber wir lassen die iwtn*n,$>igften Geschäfte auf eine unosfizielle Wirise durch einen Agemen. führen, der uqch den Weisungen rmserer Gesandtschaft in Petersburg handelt. Die Regierung der BolschrtE hat L i t w i n v w zu ihrem Vertreter in London ernannt. Wir sind im Begriff, in ähnliche nnoffizielle Beziehungen zu ihr zu treten. Habotau, der unter der letzten russischen rep-ublikanischm Regiwung hier Geschäftsträger^ war, tvird li-alchänchrlich in London bleiben, bis er eittitfCuer bestätigt oder seines Po lens von einer als Vertreterin des russischen Bockes criwrkannten Regierung entheben wird. Ter gegenwärtige .Zustmrd ist augenscheinlich sowohl unregelmäßig, als auch vocübergel>end und lmter diesen Umständ«er Kaun nicht in die üblich drpl>omatislche Arbeit eingetteten werden. Ties ist nach tmsever Anfsassung das beste, was sich tun läßt, den unmittelbaren NrotwendigPeiterr des Augenblicks zu begegnen." * * * Lar! Lurzon über Persien. London, 22. Jan. (WTB.) Meldung des Reuterschn Bu veaus. Im Oberhause wünschte Lord Lainingtou Auskunft üb>er den Stand und die Aussichten der südpersischen Landgendarm eric und über den gegenwärtigen ©tanh des englisch- russischen Abkommens vofti 1L07. Earl Curzon anitvortete: ,^Zch glaube, daß einige unrichtige Auffassungen bestehen über den Charakter und den Dienst der süd- persischen Landgcndarmerie, die unter dem Befehl von Sir Percy Svkos steht. Einige Jahre lang bestand in den südlichn Teilen (ck's.'rsiens eine Polizei- oder Gendarmerietruppe, derer^ Hauptaufgabe es war, die Ordnung aufrecht zu erhalten und die hauptsächlichsten Handelsstraßen zu b.wachn Vis zum Kriege und selbst nach dem Kriegsbeginne. Diese Gendarmerie wurde von schwedischen Offizieren befehligt. Mit ihrem Austritt 1916 wurde die Truppe selbst aufgelöst. Damit erhobi die Unordnung wieder ihr 5)aupt. Die persische Regierung erkannte wohl die Notwendigkeit, eine neue Truppe zu schaffen, um die Geirdarmerie zu ersetzen, war indessen nicht fähig, sich dieser Aufgabe zu unterziel)en. Sie nahm daher in förmlicher Wri.se das Anerbieten der Regierung Seiner MajestA än, eine Anzahl britische Offiziere für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Ein großer Teil der ehemaligen Geirdarnrerie wurde wieder angeworöen und die Truppcal verstärkt. Ihr Hauptquartier wurde in Scknras eingerichtet, und der Erfolg wurde bald sicl-tbar in der Rückkehr der örtlichen Sicherheit und dos Wiederauflebens das Handels, aber die Truppe blieb, nxrs sie vow dlnbeginn war, und was sie, wie ich hoffe, immer sriir nird, nämlich die diensteifrigste, persisch? Strerinach. Bon deutsch- sieundlickxerl Elementen, deren Ränke rvir genau kennen, ivurde versucht, diese Trn.ppe als einen Teil der britischn oder iirdischn Armee hinzu stellen, die mit der nsilitärischen Besetzung Persiens be- tvcurt seien. Natürlich besteht nichs Terartiges in Persien. Der Erste, der urtter ihrem Verschwinden leiden würde, wäre Persien selbst. Diese Tatsaäx ist der persischen Regierung beständig von dem britischen Gesandven in Teheran vorgestellt worden, und trotz der stark interessierten falschen Tarstellung wird es von den persischen Staatsmännern allgemein mrerkannt. Eine noch sicherere Bürgschaft für die Aufrichtigkeit der britischen Msichten wurde durch unsere Bereitwilligkeit geliefert, mit den! persischen Kabinett, zu dem wir freundliche Beziehimgen! unterhalten, die Zukunft der persischen Gerrdarmerie nach dem Kriege zu erörtern. Wir nrünschen, daß Persien während des Krieges neutral bleibt und seine vollständige Unabhängigkeit behält, nach dem Kriege sollte es k ine Schwierigkeiten geben, die Lösung der Frage zu finden, welche drei Bedingungen erfüllen wird: Die Befriedigümg der persischen Nationalgefühle, Vorkehrungen für die Sichriheit der Sttaßen und Schutz der gesetzmäßigen Jittcressen des Handels. Ohne das Bestehen Mer solchen Truppe würde die Autorität der persischer: Regierung gefährdet sein. Das einzige Ziel der britischen Regierung ist, sie zu einem wirkungsvollen Bestandteil der militärischpni Hilfsquellen des Landes zu machen. Seiner Mcheftät Rrgieirmg bat nach «uer Beratung mit unserem Gesandte in Teheran diesen Angelegercheiten sehr ernstliche und wohlwollende ErwL- gungen gewidmet. Ms Antwort auf Lawingtons Anfrage ilber den englisch^ russischen Vertrag vom Jahre 1907 sagte Curzon: Dieser Vertrag bezweckte nickst, die Unabhängigkeit Persiens zu verletzen, sondern der langbeslLhenden Neöerrbrchlerschaft von zivei außenstehenden Großmäck-teir m Persien ent Ende zu bereiten. Ob dieser Vertrag nun gut lpder schlecht war, er hat sicherlich im Haupt-- z!veck nicht versagt. Nichsdestowenig-er gab es viele, die keine Gelegenheit ungenutzt ließen, der persrsck)en Regierung vorzu.-, stellen, daß, was mt_ wesentlichen aus SelbstÄ-sigkeit geschaffen^ war, insgeheim von^ seindstckgen Absichten beseelt und auf terri* fcoriatc Urrverl-etzlich keck sonne Politische llltab hängigkeit des persischen! Köntgreichs gezielt sei. Diese Annahme entehrt jeder Grundlage und ich wünsche sie bei dieser Gelegenheit auf das ent-, schiedenstc zurüchnwrisen mrd zu bestreite-n. Nmt gab^ es eine iveitere große Verändermtg der Lage, dis ldurchdie kürzlichen GceignWe in'Rußland herbei geführt wurde., ferner Majestät Regierung ergriff die wlllkommene Gelegenheit, chre Aufrichtigkeit in ,betzug^ auf diese-Angelegenheit zu bekunden.! Mangels einer stabilen russischen Regierung ^var es bisher nicht! inöglich, bie Angelegenheit mit diesem.Lande zu erörtern. Aber wir^haben die persische Regierung benachrichtigt, !wß wir von nun an den .Vertrag als vorläufig aufgehoben betrachten, sobald den von mrr erwähnten Bedingimgen Genüge geleistet ist, und bereit seien, die ganzie Frage von neuem in Erwägung zaL ztehen. Die Wahlresorm in England. Haag, 23. Jan. Reuter meldet aus London: Das Oberhaus nahm mit 132 gegen 42 Stimmer einen Zusatz zu dem W a h lre s o r m g e se tz cm, durch den das Prinzip der Verhältniswahl enkgeführt wird. Die irische Frage. Bern, 23. Jan. Nach Meldung Lyoner Blätter ecfahoonj dre „Times" aus Dublß:, daß die Sffrnfnner-Partei die Frage der UnabhänAigkeit Irlands einer VolkSabstim-, nl u n g unterwerfen will, cm der alle Irländer über IS Jahve teilnehmen sollen. Am Montag verkündeten MDieranschläge in ganz Irland den Beschluß der SnmferTter-Partei, den: irischen! Volke eine Petition zu unterbreiten, die von allen Nattrmrn dÄ Welt verlangt, daß bei der Zusammenkunft zur Reorganisation! Europas nach dem Kriege Irland wieder zum unabhLrgig«tz Staat gemacht werde. England und Holland. London, 21. Jan. (WTB.) Dem Reutrr5chrn Bnre seinen Kameraden durchaus nicht so gering crfducncn. Freganenlapitän v. Müller war in bester Stimmung über die glänzende militari sck>e Stellung der Zentralmächte. Er hat niemals an dem Siege Deutschlands gepreirelt. Besonders kennzeichnend für die militärische Lage sei es, daß Gnglaild jetzt seine Haupthossnung für die Vermeidung einer Niederlage der Alliierten aus innervolittscke Schwierigkeiten in Deusschland und Oesterreich- Ungarn i setze Der Seekrieg. Reue U-Boot-Ersolgc. Berlin, 23.. Jan. Neue U-Boot-Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 18 0 0 0 B r u 1 t o - Register- Tonnen. Die Mehrzahl der Schiffe, die tiefbeladen waren, wurde im Aermelkanal trotz starker feirrdlicher Abwehrmaßnahmen aller Art versenkt. Eines der vernichteten Schiffe, das im östlichen Aermelkanal aus einem durch zahlreiche Seestreitkräfte geschützten Geleitszug herausgeschossin wurde, war allem Anschein nach cm Transportdampfer mit Kriegsmaterial. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Aus dem Reiche. Berlin, 23. Jan. WTB. Amtlich.) Der Kaiser empfing gestern den Reichskanzler zum Vortrag und Professor Dr. Sauerbruch in Audienz. Später hörte der Kaiser den GeneralstabsDortrag. Ferner nahm er die Meldung des zum Präsidenten des OoerlandesgerichrS in Kassel ernannten Wirklichen Geheimen Oberjuftizrats Fritzsch entgegen. Berlin, 23. Jan. (WTB. Amtlich) Zu militärischem Vortrag beim Kaiser sind Generalseldmarschall vonHin- d e nb u r g und General der Infanterie Ludendorff heute früh in Berlin erngetroifen. B e r l i n, 23. Jan. Wie der L.-A. erfährt, fand gestern abend um'Vr6 Uhr im Reichskanzlerpalais eine Zusammenkunft der Vorstände derReicbstagsfraktioncn statt, denen der Staatssekretär Dr. v. Kühl rn a nn ausführlichen Bericht über das bisherige Ergebnis der Verhandlungen in Brest-Litowsk erstattete. Wie der L.-A. weiter erfährt, fand gestern nachmittag ein Empfang der Fraktionsführer beim Chef der Reichskanzlei, Exzellenz v. R ado w i tz, statt. Berlin, 23. Jan. WTB.) Der tzaupta n s s ch u ß des Reichstags verwies das gestern vom Unterausschuß angenommene Gesetz zur Abänderung des Kriegszustands- gesetzes von 1916 an den Unterausschuß zurück uttd dazu den Antrag Gorhern, wonach gegsnüver den Anordnungeit der Militärbefehlsh-aber bei der Handhabung der Zensur und des Vereins- und Bersammlungsrochtes der Reichskanzler die Äussichtsstelle und die Beschwerdestelle sein soll. Der Hanpt- Mtsschuß wird um 1 Uhr nachmittags wieder zusammen- rreten. In der Zwischenzeit ta gt der Unter ausschuß. Hessrsicher Landtag. Zweite Kammer. 50. Sitzung am 23. Januar^ Xer Präsident eröffnete um 1OV» Uhr die Sitzung. Das Haus ist gut besucht. Die Tribünen sind mäßig besetzt. Am Regierungstisch sind drei Minister anwesend. Zunächst wird Punkt 6 d^r Tagesordnung, der Antrag Kore l l - Jngelheint: Höchstpreise für He u, behandelt. Abg. Cal man begründet den Antrag, Minister des Innern v. Homberg k gibt die gleiche Auskunft wie seinerzeit im Ausschuß, worauf der Vorschlag des Ausschusses ohne Debatte angenommen wird. Hieraus ergreift Frnauzminister Dr. Becker das Wort zu folgenden Ausführungen:rber den Staatsvoranschlag für 1918. Irr een beiden letzten Jahren konnte der Voranschlag so rechtzeitig fertiggestellt werden, daß sich der Finanzausschuß im Lause des Januars mit ihm beschäftigen konnte. Dies war dieses Jahr nicht möglich, lvegen des Personalmangels der Behörden und der Drucrschtöierigkeiten. Ich möchte deshalb über kten Voranschlag einige vorläussge Angaben machen. Ter Boratrschlag schließt in Einnahmen und Ausgaben mir rund 86 Millionen Mark ab (einige Millionen mekrr als 1917). Dabei ist der Fehlbetrag, der aus dem RestesondS I zu decken ist. niedriger als im Vorfahr. Dieses Ergebnis ist ein außerordentlich günstiges und um w erfreulicher. als die Mehrausgaben um einige Millionen gewachsen sind. Sie können zum größten Teil aus laufenden Einnahmen gedeckt werden, besonders ourch die höheren Einnahmen aus Domänen (Forstdomänen' und durch die erhebliche Steigerung der direkten Steuern im Jahre 1918. Unter den Mehrausgaben find die bewilligten Kriegsteuerungsbeihllfen tür Beamte usw. tu der Höhe von 4 450000 Mark, 168 000 Mark Zuschuß an das Reick, für Druckpapier. ferner veinere Beträge für Auslanvs- fbächtlinge. Kinderhorte. Ein ungünstigeres Bild finden torr bei der Eisenbahn. War der Abschluß schon im lausenden .Jahre rückläuftg, so toird es 1918 noch in erhöhtem Maße der Fall sein. Statt der für 1917 angeietzren 18,6 Millionen Ausgabesorsckmß raerben wir voraussichtlich nur 15 Millionen erhalten. Wenn dieser Betrag auch gerade noch hinreicht für die Bestreitung der Auslagen, so werben wir dock; davon nicht mehr die 2 Millionen, die die Staatskasse für ihre Verwaltung zu beanspruchen hat, an diese ab führen können. Für 1918 sind die Aussichten noch trüber, well die Ausgaben ung» heuer gestiegen sind, besonders durch die Aufwendungen für Teuerungszulagen. Haben sich die Einnahmen 1917 um 20 Prozent gesteigert, so haben die Ausgaben sich um. 40 Prozent perhöht: Ter Fehlbetrag war 1917 für die preußisch-hessischen Eisenbahnen 250 Mill. Mark und toird 1918 Vs Milliarde betragen. Die Ziffern dürfen uns nicht erschrecken, da es sich um Seinen eigentlichen Fehlbetrag in unserem Sinne handelt. Ter Minister saßt das Ergebnis des Voranschlages dahin zusammen: Wir werden einen Gesamtabschuß haben, der zwar einen Fehlbetrag aufweist. dennoch aber günstiger abschießt, als der der vorhergehenden Jahre. Tie Deckung des Fehlbetrages könne zwar heute noch aus laufenden Einnahmen (Steuern und Domänen) vorgeuommen ioer° der-, nach dem Kriege aber nicht mehr. Der Minister empfiehlt die bayerische Denkschrift über eine Reform der Einb)mmen- steuer den AbgeorLmeten zur eingehenden Bsachturrg. Hessen steht danach lange nicht mehr an der Spitze der Bundesstaaten, was die Höhe der Einkommensteuern betrifft. Nach dem Kriege werden wir erhöhte Ausgaben bei verminderten Einnahmen haben. Wir müssen dann an einen Neuaufbau unseres Stenerwescns denken. Mir Zuschlägen können wir nicht auskommen. Schon heute uröchtc ich darauf Hinweisen, daß wir dann die volle direkte Steuerkraft unsevcr Bevölkerung ausnützen müssen und können keine direkten Steuern dem Reiche überlassen. Ich hoffe, daß ich in dieser Ansicht die Unterstützirng beLer Hätrter finden werde. Die bim'ees- staatlichen Parlamente würden ja völlig ihres Einflusses sich begeben, wenn sie sich dir Bewilligung der direkten Steuern mrS der Hand nehmen ließen. Ich hofte. daß der Finanzausschuß den Bo ran- schlag, auch wen» er ihm dttHrml etwas später zugehl als in früheren Jahren, ebenso wohlwollend und gründlich behandeln wird wie früher. Die Negierung hat eine Vortage eingebracht, 119 500 Mark zum Ankauf des Hauses Neckarstraße 17 zu bewilligen, welches für Bureauräume Verwendung finden soll. Der Vorlage wird nach mündlicher Berichterstattung durch Abg. Brauer (Bbd.) ohne Debatte zugestimmt. ^ Verpachtung von Bad Salzhausen. Tie Regierung hat eine weitere Vorlage betr. Neuverpachtung des Bades Salzhausen eingebracht. Es ist beabsichtigt, die ganzen Anlagen an eine Gesellschaft auf 30 Jahre zu verpachten. In den ersten zwei Jahren soll keine Pacht, im dritten bis fünften Jahre sollen 4000 Mark gezahlt werden: später soll sich die Pacht auf 19 5OO Mark steigern (Durchschnittsvacht 11 000 Mark). Zur Instandsetzung des Hauses werden 50 000 Mark, für Mobiliar ein Darlehen von 150 000 Mark verlangt. Nach dem Kriege ist ein Gasthofneubau für 8—900 000 Mar? ins Auge gefaßt. Abg. Ulrich (Soz.) schlagt im Namen des Ausschusses vor, die Beträge von 50 000 und 150000 Mark zu bewilligen, den Beschluß über den Neubau bei vorläuftger grundsätzlicher Zustimmung auf später zurückzu stellen. Abg. Adelung (Soz.) hat Lebhafte Bedenken gegen die beabsichtigte überstürzte Erledigung der Vorlage. Vielleicht könnte mau Bad Salzhausen nach dem Kriege besser als Kriegserholu^gs- heim verwenden. Er wünscht Zurückstellung der Vorlage bis zur Budget-Beratung. Finanzminister Dr. Becker: Die rasche Erledigung ist notwendig, well die Uebcrnahme des Bades bis zum 1. April erfolgen soll. Eine Stillegung des Bades wäre im Interesse der dortigen Bevölkerung nicht wünschenswert. Die Errichtung von Krieger- hermcn würde durch die Verpachtung nicht gehindert. Bcch-Nauhrim! hätte mit seinen Ei.'.richmngen für eine Kriegercrholungsftätte mehr Vorteile als Salzhausen. Abg. Tor f ch (Bbd.' fragt an, wie es kommt, daß ddr bisherige Pächter'des Bades den Vertrag plötzlich au (gegeben hat. Salzhausen sei für Kriegererholuugsstölten doch vielleicht geeigu^trr als daS Wektbad Vad-NauHeini. Abg. W o l f - Gonsenheim hat gleichfalls Bedenken gegen die übereilte Erledigmrg der Frage. Minister Tr. Becker teilt mit, daß dar bisherige Vertrag schon 1916 ablief. Die Verlängerung fand nur aus Vorstellung der Regierung statt. Wir büren nicht vergessen, daß wir ja freu bisherigen jährlichen Anschuß von 30000 Mark ersparen. Unter dem Lebhaften Beifall das Hauses erklärt der Minister, der Charakter Bad Nauheims als Wettbad könne teuc Hrrrdernis bilden für die Errichtung eines Kriegererholungsheimes dorttelbst. Auf Kurgäste, auch ausländische, die Anstoß nehmen würdclr an dem Aufenthalt unserer Kriegsversehrten, würden wir in Nauheinr »richL> nur Teir| Gewicht legen, sondern uns sogar ihre Gegenwart entfdntben verbitten. 2lbg. U l r t ch (Sozi' und Abg. Brodenbach (Bbd.) empfehlen cm Namen des Ausschusses trotz der Bedenken die Zustimmung zur Regierungsvorlage. Die Abg. U rsted t wrN'chr nnd Z ucker master (Zstr.) .äußern chre Bedenken, die durch die bisherige Aussprache nicht zurstreur worden sind. Finanzminifter 'Dr. Becker: Ein großes Geschäft wird der Staat nicht machen. Aber das Riiiko, das er läuft/ ist nicht so groß wie die bisherigen. Zuschüsse. Nachdem noch die Abgg. Brentano.(Ztr.), Weder (Bbd.), Dr. Osann (Natl?, Dorsch (Bbd.), Ulrich (So-.), Eißnert (Soz/, Fenchel (Bbd.), Zuckermayer (Ztr.) dazu .geiprochen. baderi. wird der Ausschußantrag gegen die Stimmen der Abgg. W o l i - Gonsenheim und Zuckermayer angenommen.^ Die Sitzmrg nürd gegen 1 Uhr geschlossen. Nächste Satzung: Donnerstag 10 Uhr. Der wahre Anstifter der welttrieger^. Von Dr. E. Das spannendste Buck des Weltkrieges auch für den,ewigen, der sich sonst nicht für Politik interessiert! Zwanzig Jahre lang hat der Tsck>echenführer Kramarsch Beziehungen zu den Diplomaten der Gntvnte rmverhalten und hat dort auch diejenigsn Männer, die mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn früher ettre Berftändigurrg suchten, gegen uns aufgehetzt. Bon ihm be^og England und Frankreich „die demokratisch-freiheitlichen, zivlli- fatvrischen imd mLnschllich-sentimentellM Schürgworte, die sie während des Krieges aus den Markt der öffentlichen Meinung brachten" von den „kleinen unterdrückten Nationen", vonr „deutschen Militarismus". „Pangermauismus", von der „derckschon Barbarei" und von ihrer Ausgabe, dem „Kampf für die Zivilisation". Er lnt auf den Prager ^okolkmrgreß 1912 russische,,französische und englische Diplomaten zusammengeführt, er hat sie tamraf aufmerksam gemacht, was ft'rr ein Vorteil für sie aus der „österreichischen Frage" entstehen konnte, er hat die noch bestehenden Reibungs- flächen unter ihnen beseitig:, er hat die Vereinigung aller Slaven der Welt gegen das Germanentum betrieben und selbst die Versöhnung zwischen Serben und Bulgaren nach dem Balkankrreg versucht. Bei ihm gingen nickt nur vor dem Krieg Enlentegeschäfts- träger aus und ein, noch während des Krieges ist er Mitgrüirder tschechischer .Hetzblätter in Frankreich, erhält diese — trotz Zensur — zugeschickt, ist an ihnen — trotz Zensur — Mitarbeiter und ist mit den Auslandstschechen von Prag aus — trotz Zensur — in täglicher telegraphischer Verbindung. Er hetzt — trotz Zensur — in dem Prager Blatt „Narodni Lisch" gegen Goldürmmlimgen und fordert öffentlich Ungehorsam gegen die Mustermrgsvssicht. Er trägt die Schuld an den bekannten tschechischeir Berrätereien, durch die tausende braver österreichisch-tmgarischer und deutscher Soldaten chr Leben lassen mußten, er, der größte Verbrecher, den die Weltgeschichte kennt. Am 21. Mai 1915 beginnt der gegen ihn gerichtete Hoch- verratsprozeß unter der Regierung des unvergeßlichen, allgeliebten greisen 5kaisers Frarcz Joses vor dem Armeeoberkommando und endigt nach IV 2 Jahren mit seiner Verurteilung zum Tode am 20. November 1916. Die seine Schuld beweisenden Dokumente füllen 35 Kisten, die Urteilsbegründung uursaßt 2500 Druckseiten. Aus dieser Urteilsbegründung sind alle oben mEführten Tatsachen angeführt: auch hebt es ausdrücklich die „Monarchref-Änd» lichkeit" des Sokolkongresses von 1912 hervor, cm dem als Vertreter der österreichisck>cn Behörde der Statthalter von Böhmen Gras (später Fürst) Thun und döe österrrichisichen Minister für Kultus und Unterricht und für öffentliche Arbeiten tellgenommen hatten. K r a m a r s ch wird bald nach dem Prozeß zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Seüre Frau und MftschuLdige, ehre geborene Russin, die auch noch nnihrend des Krieges 1 racker g«gen die Deutschen ckls „Barbaren" hetzt, pflegt während des Prozesses, nach zwei Kriegsjahreu'! mit dem österrevchisckMc Ministerpräsidenten Grasen Stürgkh ihr Abendessen eirrzunekMen. Unter der Itegterung des Kaisers Karl wird K r a m a r s ch begnadigt mid aus ganz freien Fuß gesetzt. Unter dem. Jubel der Bcvölkcrung zieht er in Prag ein. Es folgen die neuen großen, tschechischen Berrätereien an der italienischen Front und die Auslieferung eines österrerchisch-ungarisch-en Torpedo bMtes durch tschechisch^ aufrührerische Malochen an Italien. Kurz daraus werden die Heiden Berate: des Kaisers aus der ersten Zeit seiner Regierung, Kabrnetr^sskretLr Grak Pölzer und Fürst Lovkörn i tz ihres Amtes enthoben. D r. W i ch t l gehk^ die steche der Ern^ctedrplomMM durch und bchleuchtet scharf ihre Mitwirkung am Ausbruch des Welt- krieges, aber mit zrornaeuder Folgerichtigkert weist er nach, daß derAnstifterdcs Weltkrieges, die treibende Kraft überall, der wahre Erbe der Einkreisungspolitik König Eduard VII., niemand anderes als Dr. Kramarschwar. Die Schlußfolgerung, die sich für uns Deutsche ergibt, ist ßolgciche: Kramarfch hat drcrch seine TätickSeit vor und während des Krieges, besonders m Frankreich, den Kriegs- und Sioges- wlllen unserer Gegner bis Mr ivahniinrngsten Hysterie gesteigert. - „Dr K a r l Kr a m a r f ch, ber Anstifter des Weltkrieges" von Dr. F. Wichtl, Mitglied des österr. Rerchsrares. München- Wien. Lehmann. 3.40 Mk. er hat sie mit der Gliorwle umgaben, daß WnM die gStMM Mission der Befterung der kleinen Nationen, der TemokvatesienmD Deutschlands und seiner Befteiung vom Mlliparismus zuüomme und sie so taub für jede Stimme der Vernunft gemacht. diesem Grunde werden auch alle unsere Friedens» reden als -offenes Eingeständnis innerer Schwache und des nahen Zusammenbruchs aufgefaßt u nd wi rken in Wahr heit nur kriegsverlängernd." Zrc dieser Erkennttris wiip, glaube ich, jeder Leser des BucheS, g'cick. welcker poliissck'LN Richvmg er fei, komnten. ^^ _ Sitzung der Stavtverordneten. -m- Gießen, 24. Januar 1918. Zum ersten Male im neuen Jahre haben sich die Stadtvev- ordneten zu einer Sitzung zusammengefunden. Anwesend sind die Beigeordneten Emmelius und Grünewald, sowie die Stadtverordneten: Ebel, Faber, Heichelheim, Jann, Krumm, Leib, Löber, Petri, Plank, Simon, Sommer. Schass- staedr, Vetters, Wimmenauer, Winn. Nachdem die Stadtverordneten Löber und Faber zu Urkundspersonen gewählt sind, eröffnet Oberbürgernreister Keller die Versammlung und gedenkt zunächst mit warmen Worten des plötzlich verschiedenen Stadtverordneten Eichenauer; sodann beglückwünscht er die Stadtverordneten Petri. Emmelius, Löber, Faber, Orbig und H elfrich, die aut eine mehr als 25jährige Tätigkeit im Stadtvorstande zurückblicken. Stadtv. P e t r t dankt für das fteundliche Gedenken. Ferner gibt Oberbürgermeister Keller von folgenden Einzelheiten Kenntnis: Herr Gustav Bock, dem die Stadt Gießen! bereits zwei Stiftungen wertvoller Gemäldesammlungen verdankt, hat ein weiteres Bild gestiftet. Für die in der letzten Sitzung gewährten Teuerungszulagen an städtische Beamke und Lehrer sind eine Anzahl Danksagi«ngen eingegangen. Dem Gesuche des Verbandes des Geflügel und Vogelzuchtvereins um Bewilligung eines Ehrerrpreises für die im Februar stattfindendc Ausstellirng wird durch die Gewährung einer Summe von 25 Mk. entsprochen. Auch mit der Errichtung von Garten Häuschen am Wißmarer Weg und der Marburger Sttaße .Punkt 3 der Tagesordnung erklärt sich die Versammlung einverstanden. Stadkv. Sommer schlägt vor, die Herstellung einer Lahn-- fahre ins Auge zu fassen, so daß die Garten-Anlagen auf dem jenseitigen Lahnufer von der Ederstraße aus jederzeit leicht zu-- gänglich sind, wodurch der Entwicklung der Garten-Anlagen nur genutzt werden könne. — Stadtv. Löber ist derselben Meinung. Zu Punkt 4, der Ausgabe von Kriegsnotgeld, eröffnet Oberbürgermeister Keller, daß durch die bevorstehende weitere Einziehung von Kleingeld sich die Notwendigkeit herausgeftellt bat, städtisches Kriegsnotgeld zu prägen. Es sollen daher zur Ber Hütung des Kteingeldmangels achtkantige lO-Pf.-Stücke aus Metall geprägt und in Höhe von 20000 Mk. in Umlauf gesetzt, werden. Die Versammlung gibt ihre Zustimmung, jedoch sprechen sich die Stadtv. Sommer und Winn für die künsllerssck)e Ausführung des Geldstückes aus. Ueber die Kriegsteuerungszulage für städtische Arbiellec lPunkt 5) entspinnt sich eine kurze Debatte. Wie die Beamten und Lehrer der Stadt Gießen sollen auch die städtischen Arbeiter nebei- der bereits bewilligten Famllien- und Kirrderzulage eine besondere Kriegsteuerungszulage erhalten, und zwar zunächst rür das. laufende Jahr 1918. Tie neue Zulage besteht in einer Erhöhung des' Stuudenlobnes um 10 Prosenk bis zum Höchstlrtrag von 6 Ps. für die Stunde. Jedock-, dürfen die iGesaintzulageu 75 Prvz. des Jahreseinkommens nicht übersteigen. Stadtv. Vetters hält die Zulage für zu gering. Oberbürgermeister Keller weist darauf bin, daß di-e städtischen Arbeller berells bedeutende Lohnerhöhungen erhalten hadert uitb somit die Zulage wohl als ausreicherrd zu betrachten sei. Nach Erledigur^ von Einwendungen der Stadtv. Jann mtb Plant, die die zeitliche Begrenzung der Zulage Ar nicht angebracht lullten, wird die Vorlage angenmmnen, der Betrag vei GesamtemftreÄnrng vvn 69 297 Mark bewllligt. Tie Beratung über die Anpflanzung von Odsrbäumen am sogenannten Landwehrgraben (Punkt 6) wird Mrückgestellt. da. wie Beigeordneter Grünewald erklärt, in letzter L^undc verschiedene Einwendungen hiergegen laut geworden sind. Veranlassung zu längerer Aussprache gibt Punkt 7. die Einrichtung einer städt. Schuhausbesserungswerkstätte. Stadtv. Ebel betont die Notwendigkeit einer solchen Werkstätte, da bei der bestehenden Notlage, denr Mrmael cm Arberdk- krästen und Material Abhilfe dringend notwendig ftt. Wie der Re- ferent aussührt, sind in verschiedenen Städten, wre z. B. Darnv- stabt, Frankfurt, Offenbach, Versuche mir einem neuen Verfahren gemacht worden, dem sogenannten „Ago"--Versahren. das eine neue Erfatzfohle mit einem besonderen Klebemlltel aus der Brandsohle deS Stiesels glatt mrslieaend befestigt. Man hat daher daran gedacht. in <Äi?ßen eine ähnliche Werkstattc einzurichten,, und zwar satten nack Besprechung mit der hiesigen Schuhmacher-Jwnung 2 fNeister die WerPjtätte leiten. Jeder ^chuhurachier soll zur Annahme reparaturbedürftiger Schuhe berechtigt sein, diese an die Zentrale wellergebcn und rmch Fertigstellung die Schuhe dem. Kunden wieder übermitteln. Aus diese Weise sott auck der einzelne Schulter die Möglichteit haben, euren gewissen Verdienst zu erlangen. Für die Werkstätte sind 2 bis 3 Räume mll elektrischem Anschluß erforderlich. Der Voranschlag zur Entrichtung des Betriebes einschlreßlick der Maschinen beläuft sich Mts 3000 Marl. Dazu kommen noch Gelder für die Beschaffung von Materialien. Klebstoff und die Ausbildung der Meister. Alles in allem wäre sin Kredit von 15 000 Mart zu bewilligen. Oberbürgermeister Keller bittet die Versammlung, dem Antrag zuzustimmen und die erforderliche Summe zu bewilligen. Stadtv. Plant ist entschieden dagegen, daß ein derartiges Gewerbe von der Stadt betrieben wird, well der einzelne Schuhmacher geschädigt werde. Auf der einen Seite werde öer Schuster gezwungen, das überwiesene Leder anxmtevmett, .nrf der anderen Zeile nehme man ihm die Arbeit. Daztt sei tvoch lange nicht erwiesen. ob die „Agv-Sohle" witkliÄ brauchbar sei und vor allem, ob nicht ein Mangel an Klebstoff eintrete^l könne. Stadtv. Vetters ist der Meinung, daß, wenn eilte Notlage wirklich bestehe, traut auf den einzelnen Gewerbetreibenden kerne Rücksicht nehmen könne Wie dte Verhältnisse hier aber lägen, körrne er sich den Bedenken des Stadtv. Plank nicht verschließen. Stadtv. Krumm. Eine Nollagc besteht zweifellos. Wemr die Sohlen billig und haltbar sind, müssen wir die Einführung unterstützen. JÄwch ist eine getrau« Prüftmg der ganzen Frage vorher erforderlich. Stadtv. Sckaisstaedt ist ebenfalls nicht für bai Antrag uTtb will vor allem der Schuhmacher-Innung selbst die 'Prüfung der Bruuchbarkell der Sohle überlassen. Stadtv. Winn schließt sich dieser Ausführung an. Beigeordneter Grünewald fragt, ob dos „Agv-Vorverfahren" das einzige sei. von dem die Lederindustrie alc Ersatzmittel sich etwas verspreche. Stadw Ebel bedauert hierüber keine genauen Eingaben machen zu können, tritt aber nochmals für die Einführung des Systems und die Errick;tun.g der Werkstatte ein. Aus Antrag wird dann die Lösung der Frage einer Wmmrssion überwiesen, die sich aus den Stadtv. Ebel, Plank, Winn und Vetters zusmmnensetzt. Später werden Stadtv. Sovtmer und Frau Reckftsamoalt L e ü n hmzugetlEt. Stadtv. Sommer weist noch als.Akkzr mrs die durch die schlechte Schuhbekleidung und Heren Folgen geschaffene Notlage hin -und hält schleimige Abstellung für unbedingt erforderlich. Außerhalb der Tagesvtdmmg finden dann einiae Fragst Erledigung. Stadtv. Vetters empfiehlt die Bildung erner fwbt. Kommission zur Herstellung billiger Wohnungen. Stadtv. Winn schlägt vor, da hie Baukosten nach dem Kriege sehr hoch sein diirften, mit der Mlitchrverwaltung in BerbindnnA Nu treten, Baracken zu er w erben und dieselben als Kleinwoh n u n ge n! einzurichtett. Stadtv. Sommer bäill es für angrbruchi, sich wegen der Kl einwolyrmtgsfrage mtt den gememnützig«t BmrgsivssenschvfdM in Berbnchitng zu setzen. Stadlv. Winn beantragt die zustehcnde Kommission für Lernd- -und Fvrstwittschaft m veräntasfen, für die Be>bafsung von HAzern Sorge zu tragen, damit, ujerat bcr Fri'.cke föminr, die voAiogeuOen s }lrbn*cu auch ausaefülwt werden können. — Auch wendet sich derielbe die Maßnahme des Kpmnruualverban- üeS, der die ■ Mlieferrorg der SoalUrtoffidTt verlangt. Juni Schlüsse schneidet Stadtv. Vetters die Frage der SchweineabiclUachkung !an piird bedauert die Verordnung, nach welcher die Adschlachtungen bis zu einem bcsti mutten Zettpunkt ohne ?Lusnabmen durchgeführt sein müssen. Oberbürgermeister^K e l l e r ,reist daraus hin, daß die Verordnung von höherer Stelle ausging, stellt aber auf die'Stellung- nabmc verschiedener Mitglieder der Versammlung hin einen Protest in Aussicht. — Damit schließt die öffentliche Sitzung. In der üitfdUtcijmbcu nicht öffentlichen Sitzung wurde B e i- g e o r d u eter I u st i z r a t Wilhelm Grilnewald, dessen Amtszeit in Kürze zu Ende geht, zum unbesoldeten B c i - geordneten e i n st i m ni i g wi ed e r g ew ä hl t. Aus Stabt utt$ CattO. Gießen, den 24. Januar 1918. Rentenzrilage. Vom 1. Februar 1918 an werden R e n t e n zu l agen befahlt. Wer eine Invaliden- oder Krankenrente bezieht, erhält 8Mk., wer eine Witwen- (Witwer*) oder Witwenkrankenrente bezieht, erhalt 4Mk. monatlich. Nach der Farbe ihrer Rentenguittungen können die Rentenempfänger leicht feststellen, ob sie eine Zulage zu l»eanspruchcii haben mrd in welchem- Betrage. Wer seine Renten- auitttrng auf hellgrünem Papier (I) yder auf hellgelbem (K) auszustellen hat, erhält 8Mk. Wer ans dunkelgelbem (W) oder grünem (WIK) über die Rente quittiert, erhält 4 Mk. Die Zulage wird nur für volle Monate bezahlt. Wenn z. B. jemand eine Rente vom 9. Mai 1918 an erhält, so hat er die Zulage vom 1. Juni 1918 ent M beziehen. Eine besvirdere Anweisung zur Auszahlung ist iricht erforderlich. Ter zulagenberechtigte Renten-empfänger hat nur jeden Monat (zum erstenmal am 1. Februar 1918) eine besondere Quittung über die Zulage — außer der Quittung über die Rente — arrszn stellen. Das Formular dazu erhält er bei der Gemeinde- Polizei-) Verwaltung oder beim Versichrungsamt. Die Zahlstelle für die Rente Postamt) befahlt auch die Zulage aus. Diejenigen Rentenempfänger, die nicht in dem Bezirk der Versicherungsanstalt wohnen, die ihnen die Rente bewilligt hat, können das Formular zu der Zulagequittung ebenfalls bei der Ortsbehörde ihres Aufenthaltsortes entnehmen; sie müssen aber die Nummern (links oben) in Uebereinstimmung mit der Nummer ihrer Renten anittting bringen. Z. B.: Ein Rentenenrpsanger, dc'm in Hagen i W. ein Bescheid -er Landesversicl-ernngsanstalt Westfalen (Nr. 11) über eine Invalidenrente Angestellt wurde, ist nach einem hessischen Orte (etwa Gießen) verzogen. Seine Rentenquittnngen. (J)^ haben links oben die Nummer 11 und er muß sie sich, wenn sie ansgebraucht sind, vom Vorstand der Landesversicherungsmistalt Westfalen in Münster schicken lassen. Die Quittungen zu der Zulage kann er bei dem Versicherungsamt oder Polizeiamt Gießen entnehmen. Diese Stellen sind aber nur im Besitz von Znlageqnittnngen mit der Nummer der Landesversicherungsanstalt Gr. Hessen (25). Deshalb muß dieser Rentenempfänger mif der hier entnommenen Znlagequittung die Nr. 25 dprchstreichen und dafür .,11" setzen. Wenn die Rente rum oder wegfällt, so ist auch die Zulage nicht zu bezahlen; ebenso nicht, wenn die Rente ihrem ganzen Betrage nach einer Gemcnrde- oder Armenverwaltung, einer Siechenanstalt, einem Jnvalidenheim oder dergl. überwiesen ist. Dagegen wird die Zulage voll bezahlt (also je nachdem 8 oder 4 Mk.), auch wenn der Rentenempfänger nur einen Teil der Rente erhält, z. B. wenn die Rente teilweise an eine Gemeinde, Armenverwaltmrg, Jnvalidenhaus lt. dgl. zu bezahlen ist. ** Amtliche Personalna ch richten. Der Großherzog empfing zum Dorttag den Vorstand des Kabinetts Wirkt. Geheimerat Römheld: außerdem den Leutnant Andreae. — Durch Entschließung Größt. Ministeriums des Innern 'wurde der Referendar Dr. Hermamr .Feilbach zum Regierung-sasseffor ernannt. ** Auszeichnnngen. Das Der die,: stkreuz für Kriegshilfe wurde verliehen: Dem Lokomotivführer Karl Textor, den Werkführern Oechsle und Dörr, dem Hilfsmagazinausseher Dern, dem Materialausgeber Balthasar Schäfer I., dem Vorschlosser Friedrich M v r n e w e g, dem Schlosser Frarrz B e p l e r, dem Schreiner Karl Neurath, und dem Wagenputzer Konrad Nau. .— Amtsrichter Leutnant Fritz Ne u rot h wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. ** Beförderung. Vizefeldw-ebel Schuchardt wurde zum Leutnant d. Rcs. befördert. ** Stadtverordneter Eichenau er 4. Im 58. Lebensjahre starb gestern morgen unerwartet ein allgemein bekannter und geachteter Bürger unserer Stadt, der Stadtverordnete Fabrikant Hermann Eichenauer. Der Verstorbene hat ein arbeitsreiches Leben hinter sich, in dem es ihm aber vergöirnt war, unendlich viel Gutes zu tun und tätig mitzuhelfen zum Wohle unserer Vaterstadt. Herr Eichenauer gehörte seit 1905 dem Stadlparlament an. Seine neue Wahlperiode lief von 1911 bis 1919. Neben seiner Tätigkeit in der Betriebsdeputation, der Schuldeputation, dem Schulvorstand und dem Berkehrsausschuß, vermochte er u. a auch dem Volksbad und der Gewerbebank, deren Aufsichtrat er an gehörte, eine wichtige Stütze zu sein. Die fortschrittliche Volkspartei, zu der Stadtv Eichenauer zählte, verliert in ihm ebenfalls ein ttenes, tatkräftiges Mitglied. ** Abgabe von Gänsen. Da mit dem rveiteren Eingang von Gänsen bei der Sammelstelle nicht mehr gerechnet werden kann, wird die Abgabe eingestellt, soweit eine Zuteilung noch nicht erfolgt ist. Siehe Anzeigenteil. **Seifcnverb rauchs regelung. Auf die für den Bezug von Seisenpulver bestimmten Abschnitte der Sc.ttn- karten darf bis auf weiteres nur die Hälfte der darauf angegebenen Mengen Seisenpulver abgegeben werden. Die Abgabe von Feinseife bleibt in der seitherigen Weise bestehen. Siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil. ** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Beilage Nr. 4, airsgegeben den 22. Januar 1918, hat folgenden Inhalt; 1. Oefsentttche Anervennung. (S. 1.) — 2. Bekanntmachung, die Beiträge zu den.Besoldungen der staatlichen Forstwarte betreffend. (<&. 1.) — 3. dLamensveränderungen. 'S- 12.> — 4. Ordensverleihungen. (S. 12.) — 5. Ermächtigung zur Annahme und izum Tragen fremder Orden. (S. 13.) — 6. Di-enstnach- richten imD (C haraklererteilungen. (S. 13.) **Das Gewerbeblatt für das Gcoßherzogtum Hessen enthält; Zentralstelle für die Gewerbe, An die Direktoren! und Vorstände der gewerblichen Unterrichtsanstalten, Ausführung des HilfMenstgcsetzes, kiewerb lichs Unterrichtswesen in Helsen. Mitteilungen aus dem Vereinsleben, Gewerbeoerein Sprendlingen (Rheinh.), — Handwerkskammer zu Darmstadt. Bekanntmachung der Kontrollstelle für freigegebenes Leder. — Allgemeiner Teil, Beschlagnahme und Bestandserhebung von Mauersteinen u. s. w., Sohlenschoner, Prüftmg im Hufbeschlag, Verschiedenes, Unentgeltliche Lehrstellenoermittlung. ** Die Wiederausrichtung des gewerblichen Mittelstandes. Am Montag abend sprach im Nationalliberalen Verein Revisor Mahr von der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe zu Darmstadt über „Die Wiederaufrichtung des gewerblichen M i t t e l st a n d e s". Ausgehend von den verheerenden Wirkungen des Weltkrieges auf unser ganzes Wirtschaftsleben, die eine nicht zu übersehende Zahl üon Verfügungen, Höchstpreisfestsetzungen, Gebrauchseinschränkungen bedingten, wies er nach, daß die Aufgaben, die der Wiederaufbau des Handwerks stellt, sich nach vier Richtungen ergeben; Rohstoff- beschaffung, Kreditversorgung, Arbeitsbeschaffung und Beschaffung von Arbeitskräften, insbesondere Heranziehung eines guten Nachwuchses. U. a. wies der Redner darauf hin, daß neben dem Staatskredit auch die ungeheuren Mittel der Sozialversicherung, besonders der Berufsgenossenschaften, an deren Aufbringung das Handwerk einen beträchtlichen Anteil habe, für die durch den Krieg geschädigten Handwerker flüssig gemacht werden sollten. Seine Ausführungen gipfelten in dem Appell, der nicht oft genug und laut genug an das Handwerk gerichtet werden kann, einig und geschlossen zu sein. Denn nur ein geschlossenes Handlverk könne den schweren Kampf, den es noch dupchzukämpfen habe, siegreich bestehen. Wenn das Handwerk in der Ueber- gangswirtschaft von den maßgebenden Instanzen gestützt wird und es selbst den Mut in dem schweren Ringen nicht verliert, wird einer der stärksten Säulen vaterländischer Gesinnung der Boden gesichert, auf dein wir alle stehen, für den wir alle kämpfen, leiden und sterben, für unser schönes deutsches Vaterland. — Die fesselndeil Ausführungen lvurden von den zahlreich erschienenen Zuhörern mit lautem Beifall ausgenommen. Der stellv. Vorsitzende, Dr. Krausmüller, der noch kurz auf die Notwendigkeit von Beratungsstellen für das Handwerk hinwies, sprach dem Redner nochmals den Dank der Versammlung aus. ** Lichtspielhaus, Bahnhosstraße 34t Von Samstag ab steht ein neuer Porten-Film: „Die Elandi vom Geiserhof", ferner das Lustspiel „Prinz Waldemar und Waldemar Prinz" ans dem Spielplan. Siehe Anzeige. ** Nativnalstiftung und soziale Hinterblieben e n fü r s vr ge. Tie unter der Schirmherrschaft Sr. Majestät des Dort ticken Kaisers und Königs von Prertßen stehnrde National- strftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen hat neben der wirtsä)astliä>en Unterstützung der Kriegshinterbliebenen auch die Bestrebungen sozialer Füchorge in den Kreis ihrer Wirksamkeit einbezogen. Nach einer im Sommer 1917 beschlosseilen Satzungsänderung soll dieses Ziel erreicht werden vor allem baird?: Gewährung von Beihilfen zur Bestreitung des Lebensunterhaltes oder zur Unterstützung.-in .Mankheits- und Unglücksfällen, ferner durch Erleichterimg der-Erziehung und^Auslnldung der Kinder (Er- ziehungsbeiträge. Unterbängung in Familien oder in geeigneten Anstalten, Beihilfen znr Erlernung eines Berufes und dergl.), so- dmm durch Förderung des wirtscl-ajtlichen Fortkommens (Erhal- ttmg der Wirtschaft oder des Geschäfts, Vermittlung von Arbeitsloser Erwerbs ge legen heilen urrd der gl.) so! me überliaupt durch Pflege und Uebung sozialer Fürsorge. Damit werden die Bestre- buNlgen der Geinlidheits-. Arbeits- und Jugendfürsorge, soweit sie die Kriegshinterbliebenen betreffen, Gegenstarid der künftigen Tätigkeit der Nativnalstiftung. — Im ZusammenlMna damit ist neben dam Präsidium und dem Hanptausschuß ein Beirat gesck-affen, dessen Leitung der Vorsitzende des Präsidiums, Stacrtsininister Dr. Trews, Berlin, dem Ministerialrat Dr. Schweyer, Münck)en, als stellvertr. Vorsitzenden des Beirats übertragen hat. Tie erste Beirats," itzung tirtbet am 21. d. M. statt, in welcher libet die Frage der Ettverl>slosenfürsorge für Kriegettvitwen während der Ueber- gangswirtschast beraten werden soll. Tie Geschäftsstelle des Präsidiums der Nationalhiftung büindet sich Berlin NW 40. Alsenstr. 11. **Ter Kriegerfriedhofin Sed an. Bei Herrn Phioto- graph.U h l siird Llunrahtneir des deutschlen Kriegcrfriedhoss in Sedan ausgestellt. Tie Llnlage ist nach Entwürfen eines gchorenen Gieße- ners, des Architekt^ Ludwig Lony .zurzeit als Ordonnanz-Offizier rm Felde, errichtet und zeigt eine von deutschen genesenden Soldaten ausgeäihrte Monumeittal-Archäektur von stinimnngsvoller Wirkung. Jdsef von Laufs gab den weihevollen Text der Inschrift: „Kämpfe!cd für Kaiser und Reich nahm Gott uns die irdische Smpcc. Jetzt vom Irdischen frei strahlt uns sein ewiges Lickt. Heilig die Stätte die ihr durch blutige Opfer gewählt, dreimal yeilig für uns durch das Opfer des Danls." Auf dem Friedhof rutzen etioa 500 deutsche Krreger, die besonders in den Kämpfen bei Sedan und in der Champagne, wo auch .Hessen kämpften, ftelen. Ludwig Lony hat ihnen in schlichter Weise ein würdiges Denkmal gefetzt, das wohl eines der grüßten urrd künstlerisch besten auf dem Kriegsschauplatz ist. Landkreis Gieße,r. B. Burkhards, 23. Jan. Gestern hielt hier vor einer überaus zahlreichen Zuhörerschaft mis Brrrkhards und mehreren benachbarten Orten Musketier Haas von der Presseabteilung des Stellverttetenden Generalkommandos einen Vortrag mit Lichtbildern über seine Reise zur .Kronprinzen-Armee. Kreis Alsfeld. Up. Ruppertenrod, 23. Jan. Die am nördlichen Ende unseres Dorfes beginnende Straße war «ntf der einen Seite mit einer Reihe Pappeln besetzt, die vor etwa 50 Jahren gepfvanzt NTurden. Jetzt ist die ganze Bappelreihe gefällt worden. Bei Sturm stellten die hohen Bäume durch stürzende Aeste nicht selten eine Gefahr dar. Die verschwundene Pappelallee soll durch eins Neil-e von Nußbäumien ersetzt werden, eine eittschiedene Verbesserung. Kreis Schotten. np. Aus dem Vogelsberg, 24. Jan. Der ungemein starke Wettersturz brachte eine Frühlingstemperatur, bei der die Bienen fliegen -und ihren ersten Reinigungsausflug unternehmen. Bis jetzt l^ben die Völker gut überwintert, nur scheint es, als! ob es mehr tote Bienen gäbe wie im vorjährigen, viel strengere:* Winter. Ein zeitiger Reinigungsausflug ist für die Durchwinterung der Bienen von größter Bedeutung. Stl?rkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 23. Jan. In den vom Hochwasser betroffenen Gemeinden des unteren Nahegebiets schreiten die Aufräumungs- arbeiten rüstig voran, doch dürste es noch Wochen dauern, bis diese Arbeiten wirk ich einigermaßen als abgeschlossen betrachtet werden können. Dabei dürften viele Einwohner regelrecht verarmt sein. Bisher sind in Bingen für die geschädigten Familien in Dietersheim rund 6300 Mark gesammelt ivorden. Hessen-Nassau. --- Wiesbaden, 24. Jan. Im hohen Lllter von 84 Jahren verstarb hier der langjährige Oberhirte der evwrgelischen Kirche Nassaus, GeneralsnperiTtteiident und Wirklicher (Äeh. Oberkvnjö storialrat D. Heinrich Maurer. Ule Folgen des Hochwassers. ch. Kreuznach, 23. Jan. Den Schaden, den die letzte Hochwasserkatastroph^ im Nahegebier an gerichtet hat, beläuft sich auf viele Millionen Mark und läßt sich httcte in seinem ganze,, Umfange noch nicht feststellen. Ueberall )iid> öffentliche Sammlungen für die große Zahl der Geschädigten im Gange. Jetzt, nachdem das Wasser >der Nahe wieder znrückgegangen ist, lassen sich die Schäden einigermaßen übersetzen. Schon lange war das Nahetal nicht von, solch einer Katastrophe Hein, ge sucht worden. Die Hoch.oasser- marken, die den kommenden Geschlechtern den besonders hohnr Stand des Wassers zeigen sollen, sind um eine vermehrt worden, und zwar ist die des Jahres 1918 der höchsten eine. Neben K re u z--- n ach und M ünster a. St., die sehr sck/wer gelitten haben, haben auch die Ortschaften Langenlonsheim, Waldböckelheim, Sobernheim, Oberstein, Norheim u. a. ganz außerordentlichkmrch das Hochwasser gÄitten. Allein in N o r h e i m wurden rund ,30 000 Kulikmeter Erde-von den wild geworoenen Fluten mit fortgerissen. Weniger gelitten hat die .Kreisstraße Nor- heinc—Mederhausen, obwohl das Wasser ettva V/f Meter hoch darüber hinweg flutete. Auch tvfc neue Brücke in Norheim, bei der der eine Damm fortgespült wurde, Leigt wenig Beschädig^mgen. Bei der , L i n d e n m ü h l e izwischen La^cgenlonsheim cmd Kreuznach wurden vom Wasser nicht nur die alten, sondern, auch die erst vor kurzer Zeit strtiggestellten neuen Dämme überflutet. Die Felder sind dort weithin überschwemmt und ausge- waschen worden. <— Mehrere Fabrikgebäude in Waldböckelheim sind erngestürzt oder doch schwer beschädigt worden. Die dort belegeneu Drahtwerke pon Bergerl-os u-nd Trews mußten den' Betrieb für etwa 14 Tage einstellen, da neben größeren Schäden an den fGcbäuden auch die Einrichtungen und die Maschinen vollkommen veri'chlannnt sind. Auch in Oberstein mußte ein ^Fabrikgebände, das vom Wasser unterDült war, wegen der Ein- stnrzgiefahr geräumt iverden. — In Sobernheim wurde diü LickM und Luftkuranstalc wie ein Gartenhaus zusammengetvorfen wird zerstört. Ein Jnsasje der Kuranstalt mußte zwei Nächte von den Wassern umtvft rn ständiger Lebensgefahr im sogenannten L.ee-> Häuschen zu bringen. — Auch die Winzer des NahegebieteS haben' schwer gelitten . Iklrchlrche Naehrkrchteir. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Süd- Anlage). Samstag 26. Jan. Borabd.: 5.00; morg.: 9.00. Feier d. Gebnrtst. Sr. Maj. d. Kaisers. Abds.: 5.25'u. 6.00. — Israeli tische Religionrgesellschast. Sabbatferer am 26. Jan. Freitag abd 4.45. SanOtag vorm.: 8.30. Feier d. Geburlsl. Sr. Maj. d Kaisers. Nachm. 3.30; Sabbatausa.: 6.00. Wochengottesbienst * Morg. 7.00, abds. 4.30. Lingesaudr. (Für Form und Inhalt aller unter dleser Rubrik stehenden Artlkel übernimmt die Redaktwn dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Seit Montag geht die Uhr der Johanneskirche falsch, seit heute nacht steht sie. Welck>er Uhrmacher hat dafür zu sorgen, daß dre Uhr richtig geht und nicht stehen bleibt? Vor acht Tagen ging dre Uhr auch zwei Tage falsch. Mcr das schon einmal erfolgte Zuspätkontmen zu meiner Berufstättgkeit läßt mich auf diesen Uebelstand aufmerksam machen. A. V. Uttlver'siiLts-Nochvichten. ** Bonn, 23. Jan. Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens der Universität haben Rckbor und Senat beschlossen, ein Verzeichnis aller ehemaligen Sttrdenten der Universität anjir- legen. An diese ergeht daher die Bitte, ihre Adresse, ihr Immatrikulation ssemester und .gegebenenfalls ihre Korporationszugehörigkeit auf einer Postkarte, die als Grundlage eines Zettel- latatogs dienen wird, in deutlicher Schrift an das Universitätssekretariat mitzuteilen. vermischte». --- A s ch a s f e n b u r g, 23. Jan. Bei denc Zusamtwenftoß zweier Züge vor dem hiesigen Hacivt bahn Hofe wurde der Zugführer Härter getötet; etnm 8—10 Personen erlitten mehr oder minder schwere Verletzungen. Ter Materialschadm ist erheblich. Sriefkasten der Uedaktksn. Mnouvme Sttnragen bleibe»» »»nberüLstchttgtt Gefr. h. 3. im Sdöe. Die Kriegsgefangenen sind zur Arberts leistnng verpflicht. M. lvtt. Dir stagliche Bestimmung bezieht sich nur auf Kriegsteilnehmer im Alter von mindeDms!45 Jahren. Eine Versetzung zlur Etappe «oder in die Garnisio nkann^ u. a. aber cucch erfolgen/ wenn die Angehörigen des bett. Kriegsteilnehmers durch die Fotgertz des Krieges bereits schwer heimgeftüchj. wurden, oder wenn es [id> um den einzigen Ernährer vieler icnverforgter Kinder handelt handelt. Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 24. Januar (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Rege ErLunbungstätigteit gnKrer Infanterie vrachie an vielen Stellen der Front (befangene ein. An der Sßntpx Bvesinghe—Staden tmtröen 6 Mas-chimllgcwchrc erbeutet Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazeövnische Front. In einzelnen Abschnitten Artillerietätigkeir. Sümveit- lich vom Doiran-See scheiterte ein englischer Vorstoß Italienische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Grneralguarttermeister L n d e n d o r r f * * * Ans dem Harivtaussctnis; des Reichstage. Berlin, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der HatrptauSschuß des Reichstages nahn'. l>eute nach längerer AiMpracke im Anschluß cm die Zensurdebatte nachstehenden Anttag an, den Absatz 1 des ettttägen Artikels des Kriegszustairds;teietzes vom 4. Dezember 1916 dahin ab-zn ändern: Bis zum Erlaß des in Artikel 68 der Reicksverfassung ange- kündigten Gesetzes über deic Kriegszicstand wird gegenüber Anordnungen der Militärbesehlshaber, soweit sie sich nicht auf di? Zensur nrck das Verettrs- und Vergammlnngsrecht deziehcrl, eine militä rische Zenttalinstanz als ?lnffichtsstelie und Beschrerdestelle er richtet. Soweit sich diese Einordnungen erücktt von einem be vor stellenden. Rücktritt des Chefs des Marinxkabinetts Admrral von Müller unL des Oberhofmeisters und Hausmarschalls Frtftn. v. Reischach auf freier Erfircdung beruhe»:. Ein englischer Kronrat über die Vorgänge in Petersburgs Berlin, 24. Jan. Laitt „Bert. Tageblatt" mnd am Montag in London ein außerordentlicher Kronrat statt, um zu den Vor- gängen in Petersburg Stellung zu nehmen, durch die auch englische Staatsangehörige in ihren Rechten verletzt wurden. Die Lebensmrttclkrisc in England Berlin, 24. Jan. Zur Lebensmi.ttelnvt heißt es ,m „Bert. Lvkalanzeiger": schneller als das tvohlgesättigte englische Volk es jemals get-acht hätte, ist die Lebensmittelnvt auf der britischen Jnscl znr Wirklichkeit geworden. Neben dem ernsten Problem des Vtannschastsersatzes und den Schwierigkeiten mit den Arbeitern bietet die gesamte englische Presse heute fast nur rrvch ein Bild: die Kämpfe, die sich um den Besitz des täglichen Brotes urrd derjenigen' Lebensmittel entspannen haben, die als eine notwendigste Zugabe angesehen werden. Ueber den Ernst der Lage sck)eint sich das Volk m seiner Gesamtheit noch nicht klar geworden zu seirr. In den Zuschriften an englische Matter finden sict Beschwerden, daß die frühere Qualität der Ware nicht mehr gewaorleiftet sei. Man scheint sich nickt recht biwußt zu sein, daß es in Kurzer Zeü überhaupt kerne Qualität mehr geben dürfte und jeder frob sein toird, wenn er etivas erhält. Der ganze Enr,t der Lage werde nrdessen durch das 'Verhalten der englischen Arbertermassen klar, die srch tvedcr mit dem Marnrschaftsersatz, noch mit dem Hrmger abfinden wollen ilnd offenbar nicht geneigt sind, den Eroberungszielen der engliscl>e7»- Regierung noch länger Gefolgschaft zu leisterr. Die österreichische Streikbewegung beigelegt. Wien, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Wiener k. n. k. Korr.-Bur. Nachdem schon vorgestern und gestcwn in Wien die Arbeit zum größten Teil wieder aufgenomnreu worderr ist. wird heute in allen Betrieben ausnahmslos gearbeitet, so daß die 'Ausftandsbewcgnng unter der Wiener Arlreiterschaft beendet ist Auch aus der Provinz vorliegende Meldung«! besagen, daß übirräk'. die Arbeiterschaft zum größten Teil zur Arbeit zurückgcd:hrt ist Während der ganzen Dauer der AusstandsLttMguyg Luv «S mo- gends zu nemtm^perten Zwischenfällen WM des SeMlapSf. Maj. anseresSaisers Statt besonderer Anzeige. Heute morgen wurde mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Großvater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Fabrikant Hermann Eichenauer durch einen unerwarteten, plötzlichen Tod im 58. Lebensjahre aus seinem arbeitsreichen Leben genommen. In tiefer Trauer: i Sonutaa de« S7. metnsame Leiknahme gottesdieutt i» der Stadtkirche. Antreten I»'/- Ubr am Krieger denkma!. Abends 7'/. Uhr finde« eine knmernSsißnstl. ZnssMtnknnst «it Zmilir ohne Kinder unter 15 Jrchren, ün Saale des „Grostberzngs von Hessen" statt, wozu um recht rege Beteiligung bitten 627 D Der Vorstand. Emmy Eichenauer geb. Rübsamen Gertrud Weyl geb. Eichenauer Dr. med. Adolf Weyl, z. z. im Felde heute Donnerstag abend Kön|tIer=Kon}crt --Anfang X l k Uhr.- Hotel Schütz 628 Gießen, Iserlohn, Worms, den 23. Januar 1918. Liebigshöhe Die Beerdigung findet am Sonntag den 27. Januar, vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Am 08761 Sonntag den 27 . Jan, 1918 Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir, dem Ernste der Zeit entsprechend, absehen zu wollen. ausgeführt von cfer gesamten Garnison- Kapelle, unter persönlicher Leitung des Kape 11 - meisters Herrn Hermann. Anfang 4V 2 Uhr Anfang 4 1 /, Uhr. Danksagung. Gestern verschied sanft und plötzlich nach kurzem Leiden unser lieber Baler, Großvater, Schwiegervater und Onkel Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer Heben Entschlafenen sagen allen herzlichen Dank Familie Bühner Familie Becker. Herr Jsaück Borngässer Bereiten Sie sich, vor! 611 im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Leopold Borngaffer. Schwane u. farbige Seidenstoffe für Blusen und Kleider haben wir noch in großer Auswahl am Lager Geschäftszeit: 37,-L 27,-6 (300:] Zagd-Verpachtung. Freitag de« 1. Februar 1918, mittags 1 Uhr, soll auf hiesigem Rathaus dahier die Gemeindejagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Die Gemarkung umfaßt zirka 700 Normal- morgen Wald, 1300 Morgen Feld. Es ist ein sehr guter Rehbestand zu verzeichnen. Der Jagdbezirk liegt an der Bahnstation Nieder-Bessingen. Nieder-Bessingen, den 17. Januar 1918. Großh Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. I. B.: Roth, Beigeordneter. Bekanntmachung. 520 In unser Genosienschaftsregister wurde heute .bezüglich de- Spar- und Vorschußvereins, eingetragenen Genosienschast mit unbeschrankter sHajt- pflicht zu Daubringen eingetragen: An Stelle des verstorbenen Kontrolleurs Christian Weimer von Daubringen ist das Aufsichtsratsmitglied Philipp Hartmann zu Daubringen mit der Versetzung der Stelle deS Kontrolleurs beauftragt worden. Gießen, den 19. Januar 1918. 629 B S Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Genossenschastsregister wurde am 25. Oktober 1917 bezüglich des Konsumoereins Gießen und Umgegend, eingetragenen Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Gießen eingetragen: An Stelle dcS zum Heeresdienst einberufenen und aus dem Vorstand ausgeschiedenen Georg Schmidt ist Heinrich Fourier in Gießen zum Vorstandsmitglied gewählt. Gießen, den 19. Januar 1918. 680 B Grobherzogliches Amtsgericht. Abgabe von Günsen. Da mit dem weiteren Eingang von Gänsen bei der Sammelnelle nicht mehr gerechnet werden kann, wird die Abgabe eingestellt, soweit eine Zuteilung noch nicht erfolgt Ist. Gienen, den 22. Januar 1918. 6378 Ter Oberbürgermeister ,2cbenAmittelamt). Seifenverbrauchsregeluug. Auf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 10. L 18 über die Abänderung der AuSfÜhrungsbe- stimmungen über den Verkehr mit Seife, Seifenvnlver und anderen fetthaltigen Waschmitteln vom 21.6.17 (Darm- städrer Zeitung Nr. ln, v. 19.1.18) wird folgendes bekannt- gegeben: 8 1 . Auf die für den Bezog von Seifenvnlver bestimmten Abschnitte der Seifenkarteu darf bis aus weiteres nur die Halste der darauf angegebenen Mengen Setfenvulver abgegeben werden. Die Abgabe von Feinseife bleibt in der seitherigen Weise bestehen. 8 2 . Vorstehende Bestimmungen treten sofort in Kraft. Giehen. den 23. Januar 1918. 6356 Skt Oberbürgermeister (Lebrnsmitlelaryt). Möbl. Zimmer zu vermieten 08783 Kanzlciberg 5. MIETGESUCHE Zum L Juli ob. früher wird eine Wohag. v. l-BZtmtsara u. ein Parterraraam f. Geschäfts» zwecke, zus. od. getrennt, in mögt. Nähe der Untv.-Biblio' lhek, für dauernd zu mieten gesucht. Schr. Angeb. unter 08677 a. d. Gieh. Anz. erberen. Eine 4-Zimmer-Wobnung per l. Juli 1918 gesucht. Schr. Angebote mit Preisangabe unter 08643 a. d. Gieh. Anz. Per sofort 08788 3 -Zsmmer-Wohnung Kenneh t evtl, möbliert, mit Küchenbenutzung. Offerten an Frau Selb», Herdorn im Dillkreis. Möbl. Zimmer per 1. oder l0. Februar in Nähe der Kliniten gesucht. Schr. 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