Nr. r Der «ietzerrer rlnzeiß« erscheint täglich, außer Sonntags. - Vellaqen: SlrtzenerFamilieiitzlLttrr; KTClStlätt für Leu Kreis Sietzen. Vezuq-preir:^ monatl. Mk.!.20, viertel- jährlich Mt. 3 6li. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl M5.durch die Dost Akk. 8.60 viertel- Mrl. ausschl. Beüellg. sternsprech - Anschllistr: iür dre Schriftlc>tnng l 13 Berlag,GeschäÜs stellest Anschrift fürDrahlnach- nchleu: Anzeiger Sietze». 168. Jahrgang Mittwoch, ' Giehener Anzeiger Mittwoch, 9. Januar postscheittonts: Hrankfvrt a.Ul. UtM General-Anzeiger für Oberheffen An>tu»,ttte vou Anzeigen 5 . die iQflwmiminet bis jum Nachmtnag vorher ohne jedeBcrbindlichkeit Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 26 Ui.»füräuswartige 30 Bi., £ iir Reklamen Alk. 1.— ; bet Plab,Vorschrift 20% Atchchiag. Hal'vts6Mst!eiter: Aug. & o e i». Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vankvrrkehn Aug. Goetz; Stadt und Gewerbrbank Gießen Land.Vermischtesu.Ge- richtssaal: W. Meyer; SwMingrrunddnlck u.vcriag: SrMsche ttniv.-Such- u. Steindruck««! K.Lange. Schriftteitung, GeMstrftelie «.Druckerei- Schnlstr. r. A»ze,g-nt-ii- v. «-ct; sännl'.ch in Gießen. Fortsetzung der Verhandlungen ln vrest-rltowrk. fDTB) -rsßrS Hauptqus rtier, 8. Jmrlmr. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz, deeresgruppe Kronprinz Nupprech^. Einzelne Abschnitte in Flandern und südwestlich Com- brai lagen zeitweilig unter heftigem Feuer. In der Abenddämmerung griffen englische Kompagnien östlich Bullecourt au. sie wurden abgewiesen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Fm Sundgau enttviSelte sich am Abend lebhafter Ar- tilleriekampf. der mach ruhiger Nacht heute früh wieder auflebte. Oestlicher Kriegsschauplatz. NsthtS Neues. Mazedonische Front. Zwischen Ochrida- und Prespa-See, im Cenmbogen. sowie zwischen Wardar- und Doiran-See war die Artillerie- tättgkeit rege. Deutsche Jager brachten von einem Erkuu- dungsvorstoy in die feindlichen, bisher von Russen verteidigten Grüben westlich vom Prespa-See eine Anzahl Franzosen ein. Italienische Front. Gegen den Nionte Asolone und den Piave-Abschnitt, nördlich von Vidor. richtete der Feind tagsüber heftige Feuer- üüerfülle, während der Nacht blieb das Feuer lebhaft. Der Erste Genera lauarrrermcister Ludendorfs. * Die Nbendberichle. Berlin. 8. Fan., abends. (WTB. Amtlich.) An der Bahn Boesinghe — Staden ist ein englischer Vorstotz gescheitert. In der Gegend von F l i r e y (Mi'chen Maas und Mosel) sind örtliche Angriffe der Franzosen im Garge. Im Sun dg au flaute die Gefechtstätigkeit nach Abwehr eines französischen Vorstoßes bei Ammerzweiler ab. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Die russischen Deisgierten, mit Einschluß Tvotzkis. sin wiieder in Brest-Litowsk eingetrvffen, und die Berhand llrrrgen werden thven Fortgang nehmen. Nachdem der Reichs Kanzler mit so großem Nachdruck iFTenf'irf) erklärt hat. da 'Deutschland bei s -inen in Brest-Litowsk fe^gestell en Wün schon beharren und die russischen Einrvände ablehnen müsse ist zu hoffen, daß es im Osten zu keinem „faulen" Friedei Ecmtmen werbe. Sodann hat Lloyd George durch seine Red vor den Gewerksck>aften noch übriggeb lieb me Zweifel zer srveut. Wir werden mit den Westmächten keinen allgemein ei sieden abschließen „ohne Angliederungen mrd ohne Eni ichÄrgungen". Das wäre möglich gewesen, wenn die West machte sich den Abmachungen in Brest-Litowsk angeschlvssn harten. Lloyd George hat aber ein Programm vorqezaaen d^uns aller Bedenken nnd Befürchtungen enthebt. Er denk daran, an der Seite der Russen mit uns Frieden m )a}heftcn. Das muß aiuh mrf Trotzki und feinen Anhang ja auf alle Russen, gleichviel welchen Anschauungen sie huldi gen, eine tiefgehende Wirkung ausüben. Diese kommt dem aum schon zum Ausdruck durch jene Petersburger Beröffent nchirng, die wir nachstehend Wied ergeben, worin Englanc L. P' . ,-'"-V 1 iwu-Kn.ytuvn, 1WUII ^naiUiLC 3>er!)a tat scyarf charakterisiert wird. Die Bolsck)ewiki fühle, oatz ^royd George den: Sonderfrieden Rußlands freie Bali lassen null, nnö dre Regierung Lentns und Trotzkis ist \ /ch-w^rlgen Lage. Gegenüber dem festen Auftreten b< ^^Evung, die sich nicht nur auf Loyale Gesinnun, Ste^rtfÄ Zer **-*^WtelümQ sürtzt. verlier- Z^orge sagt zwar seh die russischen Unterhändler den Halt an der Entente. Llol freundlich, es gereiche England z: daü .9*?* t«rterzusecht«n, allnn die Russen fühle ~ htX ®I fenk kaum noch besonne Interesse daß sie „erledigt" lverden falle imrat, merat die Mtlelmächk i errctZ« ,Eden, der sst-iedensschlr SÄ » OT d'esec Petersbuvaer Da ^ *** ALottve Lloyd Georges mag wahr sein, nnb ^- ^ lOsten schon durch die Loslbsur der Grenzländer angebah, '^n Me Rlissä. ^Zland nrcht verantwortlich gemacht we h l envügen, ob sie in Sonde ‘r3s„ k ;LSi ■x^ü »ch,, Falls die Kriegslage für die Mittelmächte sich noch gün^ Ä t gestaltet, wenn die Entente auch an der Westffont lagen werden sollte, würde Rußland noch kleinmütiger werdm müssen. Wir können daher mit Ruhe und Geduld das Ergebnis der weiteren Verhandlungen in Brest-Litowsl abtvarten. Eine halbaintliche Berliner Erklärung stellt fest daß die deutschen Unterhändler von der ihnen gegebene: Richtschnur bisher nicht abgewichen seien und auch künftighin nicht abweichen würden. Das ergibt im Hinblick aus die erwähnte Mahtrung des Grafen Bertling an die Russen eine zufriedenstellende Lage. Es ist anzunehmen, daß die deutsche Volksstimmung in Anlehnung an die Urteile der Obersten Heeresleitung unserer Politik im Osten eine neue und erneuerte Festigkeit gegeben hat. Die Ssterreichisch.uugarische« Tagesberichte. Wien. 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenstillstand. Italienischer KriegSiÄauplatz. Zwifchkn Brenta und Piavr nmr dre Artillerietätigkcit zeiüocist lebhaft. Der Ehef des Generalstabes. * * * Die Verhandlungen kn vre?t-Litowst. i. Költt, 9. Jan. Zu den Verhandlungen von Brest- Lttvwsk erfährt die „KÄn.. Volksztg." von genau unterrichteter L-eitc, daß die Verhandlungen heute, MrMooch. m Bresb-Litowst nnsder ihren Fortgang nehmen. * * * Die Selbständigkeit Finnlands. Stockholm, 7. Jan. (WTB.) Nach einem Telegramm aus L>elsingfors hat auch der geschäftssührende Ausschuß des Sowjets von Petersburg die Se l b st ä n d rg k e i t Finnlands anerkannt. * 2 lu$ dem yaupUiz chus; 5 e$ Reiifstaqs. Berlin, 8. Jan. (WTB.) Die heutige Sitzung des H a u p t a u s sch u s s e s des Reichstags wurde mit einer Ansprache des Vorsitzenden Abgeordnelen Fehrenbach eröffnet, in der er ausführte: „Mit Befriedigung begrüßen wir es, daß die Bevölkerung Finnlands nach schweren und langen Kämpfen die Selbständig^it errungen und seine Anerkennung durch Rußland, Schweden und das Deutsche Reich gefunden hat. Wir bringen dem Lande unsere besten Glückwünsche entgegen- und hoffen un.d wünschen, daß zwischen Finnland und dem Deutschen Reiche gute, dauernde Beziehungen insbesondere auch auf wirtschaftlichem Gebiete angeknüpft und gepflegt werden." Nach diesen mit Beifall aufgenommenen Ausführungen wurden die gestern abgebrochenen Beratungen fortgesetzt. Rußland und die Entente. Berlin, 8. Jan. (WTB.) Ein Funkentelegramm a de^rsbnrg vom 6. Januar 1918, 9 Uhr 15 Min. vormittc „An Mle" besagt: Lloyd George äußerte sich in dem Sinne, daß Rußla erst seine Grenzen mit Deutschland imd Oesterreich-Ungarn fe setzen müsse, ehr von Verhandlungen üoer einen allgemeinen Fr den die Rede ,ern kann. Die PnbUzist.-n der Ententeländer mci oder geringerer Aufrichtigkeit darauf hin. daß es i Allnerten vortetlhaflcr sein werde. Friedensverhandlungen oh Rußland zu führen, da Rußland jetzt ©nte größerer Aufrichtigkeit. Die Alliierten halten es für vottc Halter, den ^eulschem die Mbrechmma mit Rußland vorlaui allem zu überlassen. Dentschlirnd soll sich auf der Linie des r rnrgsten Widerstandes auf Kosten Rußlands entschädigen. Je arös eme Enchchadigung im Di.px ausfällt, um so leistet rotrb es da ben alliierten Reglungen sein, sich mit den Deutschen Westen zu einigen, ^lbstverständtich könnren die Mliierten \ Glciajcn Resultate audj ans dem eines allgemeinen Friede erzielen. In dielem Falle wäre es aber allen Hat, daß die Alliiert Polen Litcvuen, .Kurland und Rumänien bewußt verraten u dme Länder als Müuzr zur BegloickKmg ihrer' Rechnung u Deirttchlaud benutzt haben. Für die Mliierten gibt es aber ein ^ < bequemeren Weg, Lilußländ ^r einem Sondecfrieden zu m Essen Sie werdan 'den Deutschen ertauben, die Letten. Lüan und Polen zu vergewaltigen, um nachher nicht nur diese Br gewaltigung auszunutzen, sondeni -auch die Veivntwortung das vor rhven eigen«» Bälkmu ahx-,Löhnen Dies ist der Plan d Entente. D°e Abreise Buchanan- aus Petersburg. < » 7 Jan Bnchanan verlaßt rn Begteirw m ^''chaitspenonals und der en^i>chen Offi.ziere Petersbur Tie englische Botschaft iverd von dem ältesten Legatwnsrat R nnildet Hawtcm Smith stattete Trotzki einen Besuch ab und l ijn von BuckananS Reise Er verlangte, daß d ti^schastSgLpück an der Gren«e nicht untersucht werde Trotzki gii auf dwseii Wunsch unter der Bedingung ein, daß die englische R rn^mg ,rch verpstichtet. den ausländischen Vertretern der Voll ssave «e gleichen Rechte MMgeftchen. Smith setzte fl telepho'.iich mit Buchanan in Verbindung imd dieser garantierte, »aß England die Unantastbarkeit der bolschewistischen L^rtteter im Ausland respektieren würde. Vetscha Czas erfährt aus sicherer Quelle, daß auch der französische Botschafter N o n l e n s Petersburg in den näch-- Iten Tagen verlassen werde. In diplomatischen Kr-ey'en erklärt man die Ab reise der Botschafter damit, daß aus Paris und London Direktiven eingegangen seien, wonach die Botschafter Petersburg zu verlassen hätten, wenn Vertretungen des Feindes in Petersburg ankommen. Ter englische und der französische Botschafter werdeir in Kopimhag-en Aufenthalt nehmen. rioq) George und yenderson. Tie Kriegszielerklarimg Lloyd Georges vor den Vertretern der englischen Gewerkschaftsn war wohl das Abge^mtesve von Heuchelei, das selbst im Lande des ,,Eant" geleistet weroen fmutte. Aber auch die Erwiderung des Arbeiterführers, die vom Reuterbureau so diensteifrig gleich mitgetabelt wurde, erweist sich bei genauerem Zusehen als ein Meister,rück verlogener Wortkunst. Wie lange läßt sich das brity'che Volk nock/ solche Komödien Vorspielen? Lloyd tz>eorgc ha te sich die Ausgabe gefegt, den engli'chen Sozialisten dre neue Wchroftch Vorlage mundge zu ma lten. Außerdem mußte er ang.'schls der Verhandlungen in Brest-Litowsk inft ben An- ühein geben, als ob er ardlich einmal in dec Kciegszielfrage Farbe bekenne. Drittens durfte er in (einer Kundgebung die Verbündeten der Rumpfenterte nicht ;&:>en Trost und Halt im Unglück vermissen lassen. Aus diesen höchst widersprüchlichen Gedanken ergab sich die groteske Seiltänzerei, die Lloyd Ctfeorge vor ben Gewerkschaften, getrieben hat, und in der ihm allsogleich ^>err chenderson wie deo dumme August im Zirkus nachäffend gefolgt ist. Beide. Lbnch George, jotvohl wie Lenderson, rechnen mit den nebelhaften Vorstellungen der voliftsch schlecht durchgebiLetet englischen Arbeiter und machen zunächst dem Pazifismus und Anti^lnneftonismus scheinbar ein paar kleine Zugeständnisse. Wir Deutschland seine gwße Slellmtg in der Welt nehmen? Oh nein? Wir wollen die vollständige Wiederaufnahme der internatioitalen Beziehungen. -Keinen Wirtschaftskrieg? Kernen Boybvtt! Beide streichen auch den Russen nach Mölxlichikeit um den Bart. Lloyd George will „stol'z [ent bis zum Ende 'Seite an Seite mit der neuen Demokratie Rußlands zu kämpfen". Henderson lobt die sechs Grundsätze der Botschewiki über den Schülenkönig. Was aber datm im weiteren Verlauf'der Erklärungen der beiden Politiker folgt, ist ein abgekartetes Programm, um sorvohl die Orglisc^m Arbeiter als auch die r i ft chm Maxinmlisten einzuwickeln. Ter unver'chümteste Im- per^al:smus ^kann sich nicht mehr wünschen, als was Lloyd George ben Sozialisten mit seinen Kriogszielen einzu^ösfeln suckst - „WiÄ>er- rnrägu-'g ^er elsasft'chen Frage (die letzte Arbeiterlonftrenz hatte led gl ch eine Dolcsabstimmimg gefordert), Abstückelmig polnischer lRb:etsteile von Preußen. Zurückziehung der deutschen Trnvpcm vor den Friedensbesprechungen, währe-.td die deutscken Kolonien erst „zur Verfügung der Konferenz gehalten werden" ,'otten. Und man traut seinen Augen nicht: loenderson schluckt daZ alles mit wenigen, ganz schwa.'ftrl Vorbehalten, und tut außerdem seinem Gönner Lloyd ^George den Gefalleir, auf die „hinterlistigen und falschen Vorwände" der deutschen Vertreter in Brest-Litowsk zu schimpfen. Ja, er ve^pricht dcpi Rchssen die Bruderhifst des britischen Sozialismus, wenn sie eis nur ja fertig bringen ttisöchdm^ die Äiittelmäch-te tzu ciiniem allg^'.neinen Fi.ieden zu zwingen. i>. h also den Sonderftieden zu verhindern, das Werk von Brest-Litowsk zu verschleppen und zu zerstören. Es ist wirklich der Gipfel der L-cuchelei und der widerlichen Anbiederung. Aber man glaube doch nicht, daß in Hiendersvn die englische Arbeiterschaft und die ihr angeschlossenen sriedenssreundlicken Volkskreise gesprochen haben. Der frühere Minister L>enderson ist eine Kreatur des übermächtigen Diktators. Er gehörte bekanntlich hem Wohlfahrtsausschuß, d h. dem engeren Kal^natt Lüoyd Goorges am Er hatte kein besonderes Ministeramt, sonüeim nur die „Tlufgabe", „sich ausschließlich dcw Kriegsft'ihrung zu widmen". Nämlich durch Ansprachen an die Arbeiter, d. h. durch Sttnmtungsmache für Bcrlängeri,ng des Krieges. So hielt er z. B., ehe er im Sommer v. I naä: Rußland reiste, in Clapham eine Rede, in der cr sagte, cr hoffe, daß jeder Bürger einsehe, daß England mit dem Z^rrege noch nicht zu Ende sei. Er möchte jedermann^ nor der Gefahr warnen, einen m>r* zerügen Frieden auzustreben. „Wir wollsl keinen Frieden mit Belgien, Frankreich und Rumänueu in der Lage, in der sie jetzt sind". Man sieht, ein ganz merüvürdiger Sozialist, ein Sozial- imperialist, an dem Lloyd George immer noch einen Helsershelfer seiner dunklen Pläne hat, obwohl er ihn mit dem schweren iSwiM wurs der unfairneß aus dem M-misteoamte schob. Nur aus dieser heimlichen Verbrüderung, aus dieser Augurenverschwörunq heraus ist der neueste Schritt der beiden Männer zu verstehen. Wenn ihre LarHsleute nicht ein gar zu schlechtes Gedäck.mis besitzen, werdew sie sich erinnern, daß dieses SpiikA niji.t verteilten Rollen nicht neu? ist. Wer selbst tvenn sie srckt von dieser schweigen .Kopffechterei des briüscheu Bramarbas und seines wohldisziplinierten Leibburschen L>endersvn noch einmal imt^nieren lassen, den Gan <7 der Tinge halten solche Komödisn nicht aus. Dtan wird sonvhl int Osten mit dem Frieden wie im Westen mit dem Kriege weiter und über sie hrnwegbammen. Veränderung im englischen Oberbefehl. Berlin, 8. Jan. (Pr.-Tel.) Die ,.B. Z. am Mttag" meldet aus Genf: Dem „Echo de Paris" zusolae setzte Lloyd 8seorge aus Grund einer Untersuchung über dre englische Nieder^ läge bei Ca mbr a i im Minifterrat wickstigc Veränderungen im englischen Oberkommando durch. GeneralstabSä:ei Robertson und General Wilson werden in Versailles bleiben, dagegerr wird DEglas H a i g voraussichtlich eine andere V e r nt e n «• düng erhalten Ein Aufruf des englischen ArbeitSmtnifterS. Bern, 8. Jan. (WTB.) Am Vorabend der Verhandlungen der englischen Regierung mit den Vertretern der Arbeiterschaft betreffend die weitere Herarrziehung bisher vom Kliegsdienstj befreiter Berufe zum .Heeresdienst erließ der A r b e i t § m i u iftcr N oberts einen Ausruf an die englisch' Wl>eiterschaft, in bem es heißt: „Wir alle einschließlich bee viel ange^niffenen Re.fternng verlangen sehnlichst nach einem baldigen Frieden. ?lber um einen befriedigenden dauerhaften Frieden zu erlangen, ist es notwendig, die kiLgSserüftrte Nation in ihrer büchsten Leistungsfähig Vst M er^oÜKÄ. Nnsere Fähigkeit, den Krieg fvrtzusetzen, mutz den Mut des Feindes stark beeinflussen. Wenn wir Schwache be- ?«nden würden, wenn unser Volk sich weigern würde, die Geldmittel herzugeben, die nötig sind, so würde der Feind ermutigt «rd ein fauler Frieden die Jvlge sein." London, 8. Jan. (WTBJ Reutermeldung. Zu der Fest- MQung in der Denkschrift über die Kriegsziele des varlamentari- cken Ausschusses des Gewerkschaftskongresses, in der vorgeschlagen wird, daß die eroberten Gebiete im Ironischen Afrika eurer Liga von Nationen zur Verwaltung alö ein einziger, unabhängiger Staat übergeben werden sollen, sagt „Svening Standard" von heute: „Bei der Unterredung des Premierministers mit ben Arbeiterführern am Samstag erklärten diese, daß sie sich nicht auf eine solche Lösung festlegen möchten. Jede gerechte Lösung rvürde sie zufriedenstellen." Der französische Muuitionsminister Thomas in London. Amsterdam, 5. Jan. (WTB.) Das „Algemeen Haudels- ülad" meldet aud London: Der frühere französische Muni- 'tionsminister Albert Thomas befindet sich zu Beratimgen mit Lloyd George mrd anderen Ministern und Arbeiterführern in London. Im Gespräch mit einem Mitarbeiter vom „Daily Thwnicle" sagte er, die französischen Arbeiterklassen seien nicht pazifistisch, sondern entschlossen, die Niederlage und die Bernich- rung des preußischen Militarismus herbeizusühren. Die Ansichten der französischen sozialistischen Partei seien dieselben ^ie zu Anfang des Krieges. .Die Partei lege großes Gewicht au, einen Völkerbund. .Clemeneeau.sei zwar kein Gegner des Völkerbundes. betrachte ihn aber als etwas zu fern Liegendes, ivährend die Arbeiter seine Verwirklichung für notwendig erachteten. Thomas fuhr fort: „Wir sind Anhänger der Ideen Wilsons rrnd stimmen in den meisten Punkten mit der Erklärung der britischen Arbeiterpartei überein, glauben aber, daß deren Ideen über die Regelung der tropischen. Kolonien Afrikas nicht ohne werteres durchführbar sind, sondern ein genaueres Studium erfordern." Thomas erklärte sich ferner dagegen, daß Kolonien mit nationalen Ueberlieferungen unter britischer, französischer oder belgischer Flagge der künstlichen Verwaltung des sogenannten Völkerbundes unterstellt würden. Im Gegensatz zu den Bolschewik^ die einen sofortigen Frieden wollten, verlangten die sran- Töftlchen Arbeiter einen gerechten Frieden. Sie wünschten den Krieg nicht durch einen Wirtschaftskrieg zu .verlängern: wenn aber Deutschland den Bedingungen eines Dauerfriedens nicht zustimmen und die Rechte anderer Nationen nicht achten würde, so sei die Handelssperre unausbleiblich. Deutschland habe wie alle anderen Nationen nur dann ein Recht auf kommerzielle und industrielle Freiheii, wenn es ein loyales Mitglied des Völkerbundes werde. Die innere Lage Italiens. i. Köln, 9. Jan. Aus Zürich wird der „Köln. Z^g." gemeldet: Tie Agentur des allgemeinen Poes edienues verbreitet über dre innere Lage Italiens folgendes Bild: Während zu Kriegsbeginn Gorlittis Hans Tag und Nacht bewacht wurde und Grolitti nie seines Lebens sicher war, wurde er setzt, als er dieser Tage in Rom war, von der Volksmenge im Triumphz: ge nach seiner Wohnung gebracht. He te wicd Sonnrnos Haus bewacht. Sal a nbr a mußte ans Rom a b r e i s e n. Bvr der engl i scheu Botschaft stel-en Tag und Nacht Eara- blnieri und engl? ^ : Soldaten, während die i ra n zö s i s che Bol - fcha?: ebenfalls durch Militär vm der Autznwelt abgeschlossen rsuDm schärfsten wird der Platz vor dem Quirinal abgesperrt, obwohl m dem Königspalast zahlreiche verwundete Soldaten unter« gebrach: sind. Dicht daneben liegt die QsbnMta, in die sich So n - nrnv nur unter Bedeckung wagt. Die Friedensbewegung in Amerika. Bern, 8. Jan, (WTB.) Die „Morning Post" berührt aus Washington: In Amerika setzte überall eine starke ^.LrömungzugunsrendesFriedensschlus- > c £ ein, bie von Pazifisten, Sozialisten, deutschen Agenten ML „Verrätern" gefördert wurde. Sie argumentierten, daß Deutschland eine aufrichtige Friedensbereitschaft bewiesen habe und daß. wenn Rußland imstande sei, mit Deutschland Frieden zu schließen, es auch den Alliierten unter Führung Wilsons möglich sein sollte, mit Deutschland zu einer sür alle 'Teile gerechten Verständigung zu kommen. Der Berrchterstat- ter rügte hinzu: „Der Ernst der durch die russisch-deutschen Friedensvechandlungen herbeige^ührten Lage werde in Washington voll gewürdigt. Zweifellos würden die Alliierten gegen bie „hinterlistigen Jntriguen" Gegenmaßregeln ergrcnen. Der Kaiser antwortete hrevcatf: Hochwürdige und Erlauchte Herren des RegxntfchaftsrabeS! Es gereicht Mir Aur aufrichtigen Freude, Sie als die berufenes Vertreter des polnischen Staates in Meiner Haupt- und Residenz-- sdadt begrüßen zu können. Mit lebhafter Genugtuung tmtnehme ich aus Ihren Wjorten, oaß Sie in den von Meinem hohen Verbündeten und Mr twllz»«enem .Ajkten die Erfüllung des lang gehegten Wunsches des volrröchen Volkes auf Wiedererrichtung eines selbständigen Königreichs Dolen erbKcken ürnd daß Sie glauben, Ihrem B«terloflen lüNerstützung können Sie lsterLei nerfkfvert sein. Berlin, 8. Jan. (WiTB.) Im Laufe des Vormittags rnachte der pokrnsche Regenrsckaftsrat mit dem Ministerpräsidenten ww dem Chcks l>es Zivilkabinetts Prälaten Ehelnrniki eine Reihe von Besuchen,. »Zistern nackMlttag fand eine Konferenz mit dem Reichskanzler statt, über deren Verlauf die polnischst Herren sehr zvchrreden firib. i'l-ends fand großer Empfang beim Reiärskcrnzler statt. .Heute früh empfingen die Herren eine Abordnung der polnischetr Fraküon des deutschen Reichstags. AA§ dem Reiche. Berlin, 8. Jan. (MTB.) Der Kaiser ernannte den Staatssekretär des Innern Exzellenz. Wa l l ra f zum Staats- minister urrd MiögliÄ> des preußischen Staatsmimsteriums. Berlin, 8. Jan. Die Deutsche Vaterlandsvartet fpeft gestem abend im Lehrervereinshause eine Versammlung ab. In der dabei angenommenen Entschließung heißt es: Bei den Friedens Verhandlungen im Osten verlangt die Versammlung umsastende Gckbretslrnßlietzerungen als unerläßliche Bedingung zur Währung der deutschen Lebeusintercssen. Sie erhebt zugleich den allerschärs- sten Widerspruch vageren, daß solche mögliäierweise mit oder ohne Zustimmmrg der dortigen VölÜw von uunmrdigen Zufälligkeiten abhängig gemacht werden sollen. Sie erklärt, daß das deutsche Voll in der .Heimat wie an der Front jeden Frieden weit von sich weisen wird, wenn nicht die Oberste Heeresleitung, die im deutschen Volke grenzenlose Verehrung und uneingeschränktes Vertrauen genieße, aus militärischen Gründen ihn rückhaltlos billige. Berlin, 7. Jan. (Priv.-Tel.) Der Vo lksbundfür Freiheit und Vaterland hielt heute im Sitzungssaale des Abgeordneienhauses seine erste Mitgliederversammlung ab. Die Tagesordnung lautete: Aufgaben und Ziele de§ Volksbundes. Der Vorsitzende Professor Francke eröffnet^ die Sitzung und sagte: Der Volksbund wolle wirken für Freiheit und Vaterland, eines durch das andere, keines gegen das andere. Darum trete er für die Neuregelung des preußischen Wahlrechtes ein, damit dadurch auf eine vernünftige Weise der tatfächlich bereits. bestehende Zustand zum Ausdruck komme. Durch den Reichstag müsse auf die drängenden Entscheidungen eingewi^lt werden. D^r Reickstagsabgeordnete M R Leg ren behandelte aurfüchlüh die Fragen des preußischen Wahtrea-^-s. ^as .verrenhausmitgtied Stegerwald führte aus: Der Vollsbund lehne das Erstreben einer deutschen Vormachtstellung ab aus dem Boden von Recht und Gewalt, ebenso aber auch eine englische Vormachtstellung im Kampfe, gegen die Deutschland sein Letztes hergeben würde. Nach dem Kriege müsse eine allgemeine Ber- tragspolitik herrschen. Deutschland rnü fe gleichberechtigt unter den anderen Staaten dastehen. Bei einem Frieden würde derjenige am besten fortkommen, der sich zuerst verständige. Einen Verzichtfrieden wolle der Volksbund nicht. Deutschland müsse eine freie Entwicklung gesichert haben. Aber der Friede dürfe nickst den Keim zu neuen Kriegen in sich tragen. Für solche Ziele müßte Deutschland kämpfen bis zur letzten Kraft. Den Westvölkern gegenüber sei zu sagen, daß der deutsche Verständigungstville nicht in eine Verftändigungs- duselei ausarten dürfe und werde. Die Redner fanden lebhaften Beifall. Es NTnrde eine entsprechende Enlschließrmg angenommen. Ares Statt ss nt CaitO« Die Tschechen. W i -n, 7. J«rn. (Priv.-Tckl.) Ten Blättern zirfolge hat gcftsrn m Drag die angekündigte Versammlung aller tschechischen Reichsrats - und Landtagsabgevrdnet en aus Böhmen. Mähren und Schlesien stattgefunden, an der auch die be- gmbipter. Abgeordneten Kramarsch, Rasin, Choc. Vvjna und Durzwal reilnahmen. dcach einer- längeren Ansprache des Vorsitzenden Stauef wurde die vvrcne'chlagene Entfch'ießu'ng einstimmig «ngenommrn. In dem ersten Teil der Entschließung, deren. Wortlaut noch Nicht Veröffentlicht rst, wird die staatsrechtliche Kundgebung vom 30, ,Mar 1917 wredsrbolt, m dem zweiten Teil wicd der M i stürm mung über die Ausführungen des Gvasen Czernin in Bvest-Lrlvwsk bezüglich ves Selb st bestimmungs rechtes der Nationen Ausdruck verliehen. Der poLuische Regentschaft-rat beim Kaiser. Berlin 8. Jan .WTB.) Tie Mitgliedsr des Reg?n schaftsrates des Königreichs Polen, der Mnrisl- yraswent Kucharze.E und die anderen Herren der polnischen $ Wiahrni sowie dre Herren der Begleitung wurden heute vormitt vom Kaiser in Gegenwart des Reichskanzlers und des stellvc tretenden,^taatssekrcrärs des Auswärtigen Amtes Frecherrn v de m Buchche-Haddembausen empfangen. Tie Einführung der polr iayai Deputation geschah durch den Oberhof- und Hausmarsch )rnd dem Ernführer des diplomatischen Korps. Bei dem Empia richtete tyux]t Lubomirsk, im Namen des Regentschaftsrat folgende Ansprache an den Kaiser: Kaiserliche und Königliche Majestät! Wir sind glücklich dc Er. daß es uns vergönnt ist, Ew. kaiserlichen Majestät heut-- pc )0nlicy Miere tiefste Verehrung aussprechen zu dürfen und nnsr tvt) empfundene Tairkbarkest für die Akte auszudrücken, die un vim Baterlwcke das staatliche Leben in Gestalt einer unabhängig psEichen Monarchie wiedergegeben haben. Unverbrüchlich vc rrauen wir darauf, daß Ew. Majestät angesichts der großen, ihr Losung harrenden Aufgaben, das begonnene Werk geschrchrlicl ^verechngkert rn Gemeinschaft mir dem erlauchten Verbündeten glc reich vollOrden werden und dem entstehenden Staat durch Schc nrnq der für seinen dauernden Ansschwung erforivrlichen Leben bedmMmgeir Alleryöchp Ihre mächtige Hilfe angedeihen lass werden. W-rr sind auch fest davon überzeugt, daß nach Feftlegsr> inw VerwrrArchung der dem polnischen Staat zustehenden Rech wrr Polen gemeinsam mit dcr deutschen Nation t zu Erbach ,. O. und den Oherbahnassistenten Bolentm Sauer Biebrich, beide in der Hessisch-PreußischLn Eisenbalxngerneürschaft. aus ihr Nochruchen wm 1 . Januar d. I. an in km Rnbestarrd verletzt, und am 19. Dezember v. I. bem Eisendrehec in der Hessssch.-- Preußischen Eisenbalmgenteinschaft Auron Schncider Ntarn; aus Anlaß seiner am 23. November v I. erfolgten Versetzimg Rubestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps be* Großmütigen und dem Ei'enbahn-Ilnterassisteirten Ludwig Jvchinc zu,Darmstadt und dem Ersenbahnschaffner (^earg Ploch zu Buchoss- 85 ssst'-^oe in der Hessisch-Preußischen Eisendalmgemeinschaft, aus Anlaß ihrer am 1 . Januar d. I. ersvlgten Versetzung in den Ru he stand das Allgemeine Ehrenzeick)-en mit der Inschrift „Für tteuc Dienste" verliehen. — Am 19. .November v. I. wurde der: Eiscnbabn-Unterassistent in der Hessisch-Preußischmr Eisenbahngs-, mamschaft Ludwig Jockftm zu Tarmstadt aus sein Nachsuchen, vom 1. Januar 1918 an in den Ruhestand versetzr. — In bat NnHeiland versetzt wurde der Rottenführer in der Hessisch-Preu strichen Ersenbahngemernschaft Heinrich. Hetterich zu Großen-Bnseck vom 1 . März d. I. an. ** Personal Nachrichten der Ober-Po st dir e k - Darmsta d t. Verliehen NTurden das Äserue Kreuz 7' und das Hessische Kriegsehrenzeichen dem Bizefeldwebel d. R. Postreferendar Schweitzer aus Gießen: das Eiserne 2- Elaste den Feldpoftsekretären Mäirner aus Butzbach und Ätuhler aus Mainz: die Hessische Tapserkeitsmedaille dem Feld- Postserretär ^chwerdt aus Ofsenbach lMain) und dem Gefreiten: b 2. Postagent Kröll aus Bönstadt (Oberhcssen): das Hessische Knegerehrenzeichen in Eisen dem Feldwebelleutnant Ober-Post- wst'tent Rauch aus Mainz- das Hessische allgemeine Ehrenzeichens sür Knegsverdrenste am Kriegsbande dem Feuerwerks-LeutnaMi d. L., Telegraphrnsekretär Karl Moli in Worms und dem Tele- gravhisten, Telegraphengehilfen Jensch aus Darmstadt: das Hess. Allgemeine Ehrenzeichen ftrr Kriegsverdienstc dem Feldvostsekretär- aus Mainz. — Den Rang der Räte 4. Klasse erhielt der Postdrrektor Zimmer in Bad-Nauheim, den Eharakier als Rech- Nungsrat der Postmeister Schuckmann in Groß-Gerau, den Cha- rakter als Postsekretär der Poswerlvalter Sck>midt in Auerbach (Hessen), den Charakter^ als Telegraphrnsekretär die Oberrels- graphena»!cstenten Hohenstein in Darmstadt und Busch in Worms. Aus Anlaß des Hebettritts in den Ruhestand erhielt das All-* gemeine Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste der Ober-- Briefträger Töpfer in Mdda (Oberhessen) und aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste das Allgemeine Ehre,rzeichen für tvnch Drenste^ain Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen der Postagent Kunz in Büdesheinr (Kr. Bingen). Versetzt wurcke: Der Ober-Postpraktikant Danneh! von Leipzig nach Bingen (Rhein> unter Ucbertragung einer Postinspektorstelle, die Telegraphen^ lefretäre Kirschke von Mainz nack Frankfurt (Main) und Faust vnn Frankfurt (Riain) nach Mainz sowie die Pvstassistcntr^ Käblinger von Wctztar nach Mainz und Mender von Mi'llhaustir «Elsaß) .nack Neu-Isenburg. Etatsmäßig angestellt wurden: Der Telegraphenassistent Kreitec und die Telegrapbengehllftn ttnger) in Darmstadt ** Beförderung. VMwachtmeister Dornberger von h,er wurde zum Leutnant d. R. der Fuß-Artillerie öeft>rd« 7 t. ** KriegsPatenschaft der Großherzogin. D« Grvßherzogm hat kürzlich bei der Rentmanstnlt und Lebensversiche- rungsbank in Tarmstadt die Versicherung einiger Kinder, deren Väter im Kriege gefallen sind, abgeschlossen. Diese Berncherung — sogenannte Kriegspatenschast — sMießt ein Kapital von ie ö00 Mark in sich, das am 25. dLovember 1931 fällig miib. Die K inder stehören dem ersten und ziveiten Lebensjahre an und verteilen sich gleichmäßig aus die 18 Kreise des Großherzogtums, so daß insgesamt 18 Kinder in Frage kommen. ** Regimentsjubiläum. Am 26. Januar begeht das Füsilier-Regiment Fütch Karl Anton von HahenKollern Äohew- zollernsches Nr 40) im Felde d-ie Feier seines hundertjährigen! Jubiläums. *'2 Der Gabelsbe rger-S tenograpHe7r-Kere in von 1861 und der Damen-Verein Gabelsborgier eröffnen am Montag 14. Januar in der Bezittsschule einen Anfängcr-LehrMwi in Gabelsberger Kurzschrift. Näheres sielie Anzeige. ** Keine Verkleinerung der Postkarte. Bon. der Vcrlleinc-vimg der Postkarten war in diesen Wochen tnd die Rede. Es dürfte aber kaum zu einer AsNderung kommen. Von einen Aetckerung bei den amtlichen Karten ist überhaupt nicht die RrLe Auch die privaten Postkarten ohne Bild sollen bleiben wie für such. In Frage kam lediglich die Bildpvstkarte. In der Tat har der Reichsc»sfckMß für Truckgewerbe, Verlag rmd Papiervecarbeitung vorgrschlagen, die Größe von 9X14 auf 8x12 Zentimeter zu ver-, mindern, ccm Karton zu sparen. Zur Beratung dieses Vorschlags fand auch eine Versammlung in Berlin statt. Tie Ansichten, waren dort aber sehr geteilt. Die PostLartenindlcsrrve chwdert sich nach der Art der Herstellung: Bromsilber, Chuomo, Auwchw;no-, Lichte druck sowie Drei- und Vierfarbendruck. Die Bre-msüber- und Chvomv-Pvstkartenhorsteller waren rwch am ersten für die Neue- rung, da sie ihre Ernrichttr'ng leicht jeder Größe anvassen können.. Auch die Herstellung von Autochrom und Lichtdruckkarten wollten den Bor schlag iwch. prüfen. Völlig abgelednt uwrbe er von den, Verlegern der KunstpoWatten, die mit .Farbendruck hevgestellt werden. Auch die Großhändler sprachen sich entschieden dagegest aus, ebenso die Kleinhändler. Zur Herstellung von .Katten mit! Farbendruck braucht man besondere Truckstöcke. Soll nun di« Karte verkleinert lverden, so sind säm.lliche vorhandenen Stöcke wertlos. Das Album, der Rahmen, der Stander, Kartzrms zuv Aufbezvahrung usw., nichts paßt mehr. .Bei eurer Verkl-emerungj auch die Hälfte des vorderen Teils für die schriftlichen Mid-, teilungen allzu Nein. Es dürfte somit alles beim alten bleiben, ** Rohzucker an Stelle von Weißzucker. Bevekts während des ersten Krregsjahres ist aus dm Kreisen der Rohzucker- fabriten an die zuständigen Stetten die AnvSlpmg ergangen, die Versorgung der BevMerung mit Zucker durch eine ausgiebige Verwimdu,rg von Rohzucker an Stelle von Wciß^rcker zu erleickuern. Nachdem von zirstä:id«ger amll.ch'rr Stckle die völlige UirschadlichScit des Genusses von Ro^ircker in gesundheitlicher 'Beziehung sesw gestellt war, entschloß sich dann must das Kttegsernäbri.mgSamt, in beschränktem Umfang Rohzucker zur menschlichen Ernährung zur Verteil-,mg zu bringen. Vom Burrde deutscher Zuckerrüberbauer! tvurde an den StaatsseHcetär des -Kriey^rnahrungsMnt^ eine Eingabe gerichtet, in der eine mögtlichft weitgehende Verwendung von Rohzucker beftirwortet wurde. Daraufhin ist von Herrn von Wdldow solgmde Antwort erteilt morde,:: Der Verzicht auf die Herstellung von Verbrauchszuck'n: empffehlt sich nickst. W!eißzucker ist für inanaie Zwecke im beding t -nötig urtd w r die Herausgabe an die BevöMr ang dem Rohzucker vorzuziehrn. Tie Melasse ist für die Futterwitt-i schaft, rnsliesondere auch für die Pferde ft: den. Großstadt- und Aümstricbezirken, und für viele andere Zwecke nicht zu entbehren^ Daher- tvird der Hergast) von. Rohzucker in ben Berbvmnb bet Br- völlermrg nur im Notfälle nähergerreten werden. Landkreis Gießen. \J Lang-GSns, 9. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielten 2 Schütze Konrad R o m p f, Inf. Otto G r e e b :md Kan. WiM. Nudolvh. ** Wreseck, 9. Jan. Ter Unterosftzier Ludwig Weller wurde mll dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet und tum Vizefeldwebel besördett. # Nidda, 9. Jan. Das Eiserne Kreuz, ftmher die Hessisc Tapferkeitsmedaille, erhielt der Schütze Albert H o i m a n n da selbe Ehrenzeichen, früher die Hess. Tapserkertsmedaille, der Ünte offt-ier Ehrhard und der Gefreite Walter Menget, .alleruhauferr Nach schwerer Verwundung stuck in röte $r«IMaavie.sen. ^ f??* Jun0C Burschen von Nieder-Wöllstadt im Alter von 14 Jahren waren vom Schöffengericht Friedberg von der Anklage des Dausfri«Henbruchs und der Tierguälcrei freigesprochen ivar- orir. Gegen dieses.Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung, um eine Bestrafung herbeizuführen. Tie Angeklagten sind geständig, am 23. September 1917 gemeinsam in den Fohlengarten des Kar! Sävv. von. Nieder-Wöllstadt eingeschlupft zu sein und .dort die beiden Fohlen gesagt zu l>alün. Tie Tiere tourden io in die Enge ^M"^ben und gejagt, daß eins der Fohlen im Werte von -ca 2000 Mk. aus Ler Umzäunung durchzubrechen suchte und sich hierbei ein Stangenende in den Leib rannte, was den sofortigen Tod zur r^vl ge batte. Auch das Berufungsgericht schloß sich den Ausführungen des erstinstanzlichen Urteils an nnd rvies die Berufung der Staatsamvaltichasc zurück. Pcrmijc^ro. Ein Urluulwrzug verunglückt. Landau, 8 Jiau. (WTB. Amtlich.) Vergangene Nacht um lL /t llyr tft zwlsa-en Kaiserslautern und Homburg, vor Station BruckmüMack frei starkem Schneegestöber ein Urlaukterzug aus einen Güterzng aufgefahren. Bon den Jsn-asfien des Urturber^ugesj sind nack> den bislseri^n Feststellungen 12 getötet und 87 teilweise schMjer verletzt worden. Hilfszüge gingen sofort vvrr Homburg und Kaiserslautern ab. Die Verletzten wurden in Bruchmühlbach, Miesau und im Reservelejz-arett untergebracht. Die Namen der Toten werden baldmöglichst veröffenllicht werden. Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauvtguartier, 9. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. H e e r e s g r n p v e K r o n p r i n z 9! u v p r e ch t. Unter starkem Feuerschutz stießen starke englische Er- kundungsabteilungen gegen den Lüdrand des Houtlmulster- waldeS vor. Einige Kompagnien griffen an der Bahn Boe- smghe—Staden an. An keiner Stelle konnte der Frind unsere Linien erreichen-, in unserem Feuer hatte er schwere Verluste. Beiderseits von Lens lebhafte Artillerietätigkeit. Qestlich von Bultecourt fanden mehrfach Handgranaten- kämpft' um kleine Grabcuposten statt. Westlich von Flirep brachen die Franzosen am Nachmittag nach heftiger Feuerwirkung in 1 Kilometer Breite zu starken Angriffen vor. An einzelnen Stellen drang der Feind in unsere Postenlinie. Ein Versuch, über sie hinaus Boden zu gewinnen, scheiterte. Unsere Gegenstöße warft» den Feind im Laufe der Nächst überall in seine Ansgangs- stellmlgen zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front niid I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalguartiermeistcr Ludendorff. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin. 8. Jan. (WTB. Amtlich.) Im! Atlantischen Ozean und im Aerm elkanal sind kürzlich von ünseren U- Booten fünfTampfer uyd einSegler versenkt worden. Mit Ausnahme eines waren sämtliche TaMpser bewaffnet und fuhren in Geleitzügen. Einern unserer U-Boote gelang es, durch zähcs Fest- llalten und geschicktes Mcmöverieren aus ein- und demselben Geleit- zitil drei schwerbeladene Dampfer zu vernichten. Unter diesen befanden sich die englisck^en belwafsneten Dampfer „B-ernard" (3682 Tonnen), mit Kohlen nach Gibraltar, „Bristol City" (2511 Tonnen) mit Stückgut, hauptsächlich Chemikalien, die nach Neuyork bestimmt waren, und uack) Au,gäbe der Besatzung einen Wert von etwa 40 Millionen Mark hatten. Der Segler war ein Bollschifs von annähernd 2000 Tonnen Größe. Ter Chef des Admiralstabes der NLarine. Tie Versenkung des Dampfers „Vernarb" lenkt die Aufmerksamkeit aus den durch unseren U-Boot-Krieg vollständig zerrütteten englischen Kohlenhandel. „Kohle," sagte Lloyd George in? Jcchre 1915 in seiner klassischen Rede an die Walliser Bergarbeiter, „ist das Lebensblut der Nation! Mit der Kohlenausfuhr bezahlte England eiirst einen großen Teil seiner Einffrhrschuld. Jetzt erstickt es im Kvhlenüberfluß. weil ihm die Schisse fehlen zum Transport über See. Selbst im Inland können die Eisenbahnen das durch die Einschränkung der Küstenschiffahrt gewaltig angeschwollene Verkehrsbedüftnis nicht mehr stillen. Tie schvarzen Schätze häufe?? sich aus den Gruben und drücken den Preis, zwingen, zur Einschränkung der Produktion und zur Arbeitslosig- leit und entwerten den Betrieb. Erst kürzlich mußten wiedcw 2000 Arbeiter auf einer einzigen Grube entlassen werden. Andererseits steigt die Kvhlennot in der Welt. In Frankreich werden die Theater nicht mehr geheizt, in ddeuyork herrscht abends eine Tim^lhckt wie auf einein Torfe Und in Italien mußten d'c Eiseicbahnen und sogar schon wichtige Kriegsbetriebe sich einschräni'en bis unter die Grenze des Zulässigen. Dieselbe Kohle, die in England 30 Maick die Tonne kostet, schnellte dort in den letzten fTagen im Schleichhandel auf 500 bis 600 Mark im Preise empor! Tie Kohlenuot ist eine der Klippen. ,au denen das Entftrte-Glück zerschellen wird. Nochmalige Envciterung des Sperrgebictes. _ B c r l i li, 8. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." teilt mit. daß eine ergänzende Sperrgebietserllärung vom 31. Januar 1917 erfolgte, und zwar wird um die feindlichen Stützpunkte auf den. Cap Verdeschen Inseln und dem Stützpunkt Dakar mit den anschließenden Küstengebieten vom 11. Januar 1918 ab ein neues Sperrgebiet erklärt. Mit dem gleichen Datum wird das Sperrgebiet um die Azoren nach Osten bis über die unfern Gegnern als Stützpunkt dienende Insel Madeira ausgedehnt. Neutrale Schiffe, die zur Zeit der Veröffentlichung dieser Erklärung in. Häsen innerhalb des neuen Sperrgebiets liegen, könnew diese Gebiete noch verfassen, ohne daß das für das cLverrgedieck angeordnete militärische Verfahren seine Anwendung findet, wenn sie bis znm 18. Januar 1918 auslaufen und den kürzesten Weg in freies Gebiet nehmen. Für neutrale Schiffe, die in das neu- erklärte Sperrgebiet geraren, ohn« daß sie von seiner Erklärung sich Kenntnis verschaffen konnten, sind misreichende Schutzfristen festgesetzt. Die neue Eriveiterung der Sperrzone kommt, wie die „Post" meint, gerade recht in einem Augenblick, wo die Veremigten Staaten große Vorbereitungen treffen, um Mannschaften und Material nach dem europäischen Kriegsschauplatz zu entsenden. Gerade die Union, hatte gehofft, die Inselgruppe der Azoren und die Cap Verdeschen Inseln sowie Madeira zu einem ioichtigen Flottenstützpunkt auszubauen. Leichte Seestreftkräfte hätten hier genügt, um nitfer Sperrgebiet von der Flanke aus zu bedrohen. Tie Gefahr ftir diese Seetransporte großen Stiles über den Atlantischen Ozean ist jetzt über nacht ins Niesenhast- gewachsen Die Fortsetzlmg der Friedensverhandlungcn. B r e st - L i t o w s k, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich. > Heule nachmittag wurde eine Vorbesprechung zwischen den Vorsitzenden der hier versammelten Älbordnungen abgehalten, an der teilnahmeni Staatssekretär v. Kühlmann, Minister des Aeußern Gras Czernin, Justiz minister Popow. Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Trotzki, Großwesir Talaat Pascha und der ullaiuische Staatssekretär für Handel und Industrie Holubo- wytfch. Nach der Erörterung von Form- und Prvgrammfragen wurde für morgen vormittag elf Uhr eine Vollsitzung anberaumt Später fanden Vorbesprechimgen zwischen den Vertretern der Bier bnndmächte und den ukrainilchen Vertretern statt. Lügen rwer die deutschen Friedcnsbedingungen. Berlin, 9. Jan. Tie „Norddeutsche Mlgemerne Zellung" schreibt: „Dsea" -verbreitet die folgende?? phantastischen deutschen Friede nsbedingungeni Auslieferung der schweren Artillerie an Teutschjland, ber SckMarzmeerslotte an die Türkei: das Recht Teutsichlands ncft zollfreie Wareneinsuhr für 15 Jahre: alle von England und Frankreich na h. RußlanL einzufül/renden Waren müssen über Deutschland gehen; Demobil? siernng aller mit den Wlfterten operierender! russischen Truppen keine Einmischung Rußlands in die Angeieg n heilen zwischen bei Mittelmächten und den Alliierten. Mach nicht Her der Regelung de? serb'.sck'/n und bulgarischen Fragen: Deutschland darf im Bedarfsfälle leichte Artillerie in Rußland erwerben. Aehnliche phantastische Nachrichten sind bereits mehrfach vor? autorisierter Seite als böswillige Erfindungen b^cichnet worden. Auch diese Meldung fall natilrlich dazu dienen, die Frredensverhandlrmgen zu stören. Der englische Botschafterposten in Petersburg. Berlin. 9. Jan. Das „Berliner Tagebl." meldet aus Kopenhagen: Der Korrefpondenr des „Ekstrabladet" meldet aus London, daß die Ernennung Hendersons zum engli scheu Botschafter in Petersburg unmittelbar bevor stehe. Englands Rüstungen. Berlin. 9.. Jan. Wi^ dem „Berliner Lotalanzeiger" aus Basel berichtet wird, meldet die ententefreundliche „Neue Kor re- spenden " aus London: Nach einer englischen Mätternachricht wird es auf Gnrnd einer ztvischen Lloyd George und den Delegierten der Gewerkschaften am Schlüsse der Wnferenz vom Saiirstag zustandogckkonrmenen Verständigung möglich fein, f ün s hun de rt tausend ne ue Soldaten an die Front zu entsenden. Ein britischer Zerstörer versenkt. London, 7. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die AdmiralUa: meldet: ,Ein britischer Zerftürer wurde im Mittel meer torpediert rmd smik. 10 Mann kamen um. Ein tapferes holländisches Kriegsschiff. Amsterdam, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlfth.) Ter „Delftschc Courant" meldet: Bei der Heimwse des neulich in Holland angekommenen Kriegsschiffes „Trvmp" har sich aus dem Atlantischen Ozean s-olgender Zwischenfall ereignet: Ter Kv^ Mandant eines englischen Kriegsschiffes gab dem „Tromp" den Befehl, sofort zu stoppen. „Tramp" fuhr weiter. Taraus löste der Engländer einen Warnwigsschuß und wiederholte das Signal. „Tremp" feyte dessenungeachtet seine Fahrt fort und signalisierte zurück, ob der Engländer denn nicht wisse, daß er es mit einem holländischen Kriegsschiffe zu tun habe. Ter Engländer antwortete ihm. das wisse er wohl, aber trotzdem müsse „Twmp" stoppen, da er Passagiere an Bord habe. Darauf gab „Twmp" eine 9lntwort die dem allen Mmiral Tramp Ehre gemacht haben würde. Er signalisierte kurz und bündig: „Klar zum -Gefecht!" Starr vor Erstaunen über diese unerwartete Kühnheit wußte der Engländer offenbar nicht, was er antworten sollte. Ter Zwischenfall wurde in einer Geheimsitzung der Zweiten Kamnrer, die bald nach de? An'kunft des „Tramp" abgehalten wurde, zur Sprache gebrMchi Ern Postwagen abgestürzt. Berlin, 9. Jan. Wie dem „Berliner LlKalanzcig-er" berichtet nstrd. ist bei einer Fahrt über die Mhänge des Meißner, des höckiften Berges in Kurhessen, der mit f ü n f Reisenden b e- setzte Postwagen abgestürzt. Tie fünf Reisenden und der Postillion erlitten sckMere Verletzungen. Schneesrürmc in Ostpreußen. Berlin, 9. Jan. In Ostpreußen sind, wie der „Lotial- an zeiger" meldet, ? m Schneestnrm wieder sechs Männer, eine Fran und ein Kind erfroren. ta Granja. Ti« Feuersbrunst, die, wie gemeldet wurde, La Granja lieirn- aesucht bat. hat euw der großartigsten und fesselndsten Schloßan- lag:n nichr allein Spaniens, sondern goirz Europas zerstört. La Eranw liegt nur 11 Kilometer vom ehrwürdigen Segooia cnt- strnt ?m Guadarrama-Gebirge am Fuße des majestätischen, gegen 2500 Meter hohen Penalara und hat ein nahezu alpines Klima Ter Reiz der Lage und der Vorzug des Klimas ließen diesen Platz zur L-ommerresidenz als be.onders geeignet erscheinen, und so geht denn die Geschichte des Sckloises bereits bis ans Kömg Hein- rich lV. zuritck, der hier im Jahre .1450 ein Jagdhaus und eine Einsiedelei anlegte. Von ihm ging dir Anlage auf Ferdinand und Jsabella über, die 1477 Jagdschloß mrd Einsiedelei den Nconchen des Seoovianer Klosters El Parral als Sommerfrische überwiesen Zw Besitze der Mönche ist die Stätte dann beinabe 250 Jahre ver- blieben. und '.oeil sie hier eine Mei^erei, spanisch Granja. eilt-, rrchtetten, so ging dieser Name aus die ganze Ansiedlung' über. kamen die Tage Philipps V.. des ersten Bourbonen aus Spaniens Thron, der seine französische Heimat nicht vergesset konnte uitbjsen Beschluß faßte, tu La Granja sich ein Stück Frankreich, eine Lommer- und Luftvesidenz zu schassen, wo er der düsleren Melancholie des Escorial entrinnen und sich in das heitere ^ranl- re:ck zurückversetzt fühlen konnte. Er kaufte daher den Mönchen La Granw ab und begann eine eifrige und großartige Bautätigkeit, die von 1720_ an etwa 25 Jahre dauerte. Kaum war die Anlage vollendet, so starb Philipp. Eine ganze Reihe von Meistern hatte an ihr mitgewirkt; ein in Madrid geborener Künstler deutscher M- stammung. Theodoro Ardemans, hatte die Oberleitung: der Jtai.e- ner.zuvara hat die ausgezeichnete Gartenschauseite des Schlosses cnt- norw^, und auch sonst lzaben spanische, italienische und französische m luniieu m großer Zahl an dem Bau mitgewirkt. Er ist eine'eigen- tnnittch? Mischung französischer und svani'cher Elemente geworden. bildet t>er französische Schloßstil die eigentliche Dominante, ch-cr ,panische Baüelemente mischen sich doch wieder überall hinein und geben der Architellur es ne eigene, man darf beinahe Wgen: pikante Note. Tie hinter tiefem Ehrenh-ose ausgebaute .Vauptsront ifi dadurch interessant gestaltet, daß aus ihr die hcrvortrilt, während das Schloß sein sozaisagen weltliches tvesicht in der vornehmen Front Juvaras den Gartenanlagen zuwendet. .. . Gartenanlagen aber, die die Bergwand Hinansteigen, ne Uno es erst, oic den Hauptreiz und den größten Ruhm von La Granfa ausmachen. Nnd wieder erkennt man Versailles: in der streng arckttektonncken ffststoltung der ganzen ?lnlage und in der Benvendung^ des Wftssers %u ihrem Schmucke und zu ihrer Belebung. a.a fehlt nicht der großss Kanal; da wimmelt esl von Brrmnenanlagen mannigfachster Gestalttmg und Größe, von der üppigen Latmra- und Neptuns-Fontäne und dem „Bade der Diana", alt der Königsfamilie dauernd behauptet. Selbst, geschichtlich hat es eine gewisse Rolle gespielt: hier vollzog Ferdinand VII. jsene Uiebertragung des Erbfolgerechtes an seine damals zweijährige Dochlcr Jsabella. die die langen spanischen Bürgerkriege zur Folge hatte. Uebrigens ist La Gran?a jetzt auch bei der vornehmen Madrider Welt als Sommerausentlialt beliebt. Ihre Angehörigen nelnnen dann in dem kleinen, dichtbeigclegenen Städtck>eit Aiufentl>alt, wo es sogar a:< einem Theater und^an der unvermeidlichen Stierkampsarena nichts sehlr. Aber das Schönste bleibt die großartige Gebirgsnatur, die weithin durch gut gehaltene Reitwege erschilossen ist. — Ein vorgeschichtlicher Fund im Kreise Harburg. lieber einen vorgeschichtlicheir Fund im Landkreise Harburg berichtet Theodor Henecke in der Zeitschrift Nietxwsachsen. In Everstorf konnte vor kurzem auf dem Grundstück eines Hofbesitzers ein wichtiger Bronzefund gemacht werden. Es handell sich um einen großen bronzenen Kessel, der Fundort ist iuooria mit sandigem Unlergrrmd, und die betreffende Stelle bildet eine leichte Anhöhe. Dort erblickte ein Hütejunge ein aus der Erde hervorschauendes grünliches Mctallstück, aus das er getreten war. Bei näherer Uiltersuchung und nach einigem Graben entpuppte sich dies Metallstück als der Henkel eines großen mit Patina überzogenen kesselartigen Gesäfy's. Obwohl keine Steine um bas Gefäß gesetzt gewesen waren nnd man auch in der Umgebungr bisher kein" Urnen sefundeu hatte, die ettutt auf alle vargeschichd liche Begräbnisstätte hätten schließen lassen, konnte der Kessel als vorgescknchtlich seftgestellt werden. Wahrscheinlich, war er früher etwa einen Fuß hoch mit Erde bedeckt, die dann burch Regengüsse allmählich abgewoschen wurde, so daß der Heilhü bervorschaute und zur Entdeckung führte. Die Form des Bronzegefäßes gleicht so ziemlich den auch heute noch, hier und da auf dem Lande in Bauernhäusern anzutreffenden soa. Grapen, die auf offenes Herdfeuer gestellt wurden. Das Gefäß wiegt mehr als 8 Pfund, seine Höhe beträgt mit ^den Beinen 26 am. die bret Beine sind allein 9 cm lang. Die Füße sind klauenartig geformt, und die Beine lausen am Gefäß dreitäntig aus. Das Raummaß beträgt ungefäh? 5 Liter. Besondere Zieraten waren aar dem ausgezeichnet erhall tenen Kessel nicht zu entdecken. Der Inhalt bestand aus Sand und einigen Eisenstückchen, die leider beim Ausheben verloren gingen Sie werden als sehr rostig geschildert und dürsten wohl eiserne iLchmuch'ack)en,. Spangen, Nadeln. Armbänder oder Schnallen gewesen sein. Es ist anzunehmen, daß eine sachkundige Nach grabung aus dem Grundstück, die bisher noch nicht in Angriff genommen ivurde, zu weiteren vorgeschichtlichen Funden fuhren könnte. — Tür« r- Entdecknngen. Von zwei bemerkenswerten ^ürer-Fu7i.den gibt Erich Römer im jüngsten Hefte des bei Georg Reimer erscheinenden „Repertoriums für Künstwissensckaft" Nachricht. Ter eine ist der Probedruck eines unvollendeten Stiches, den das Amsterdamer Küpfersrichkäbinett aus alten Beständen besitzt Ter Stich stellt einen thronenden Herrsck>er dar. Wettere Probedrucke sck>einen ebensowenig erhalten zu sein wie Abdrücke von der vollendeten Platte. Tie Zuschreibung des Blattes an Dürer ist wohl als sicher anzunehmen. Eö mag dafür der Name .^Kaiser der Türken" das Richtig^' treffen. Sultan war damals Baiezid II Eine Türkenfamilie hat Dürer ettoa 1479 ^stochen: er mochre nun die Absicht haben, den Sultan selbst in einem großen Blatte zu stecken Der £>tich hätte ein rechtes Flugblatt tt-r die Zeit werden können: ausgeführt ist iddoch nur der untere Teil der Figur mit reich aus gestaltetem Getvaude. während der obere Teil nur in der Linien rührung skizziert ist. Römers zweiter Fund füdrt von Amsterdam nach Dresden. Dort besitzt das .Kupferstichkabinett in der Mapve seiner Türerzerchnungen en? bisher unveröffentlichtes, wdock Zweifelsohne echtes Matt: einen wilden Mann als Wappenhalter Der Stil der Zeichnung weist in Dürers Frühzett, eiwa zwisck>en 1498 und 1500. Vielleicht ist es eine Studie zu den wilden Männern des Deckels zum Krell -Ml dnisse. Dergleichen wilde Kerle waren Dürer schon von seiner Lehrlingszeit in der Woigemut-Werkstatt her bekannt: später sind sie von den Bocksfiißlern aus Grieckwnland ver drängt worden, die 1505 zuerst eine deutsche Hand gestaltet hat Erst die Romantik hat dann diese Art von grimmig nnlden und doch zugleich herzlich milden Waldmenschen und Schraten wieder lebendig gemacht Nachruf. Die letzten Kämpfe haben auch uns schwere Verluste gebracht. ES starben den Heldentod unsere Mitglieder LijtsMMKillMriiis Witt Theo Zilt Herrliche Teilnahme den trauernden Kami- lien, ehrendes Gedenken den tapferen Ent- schlafenen, die für ihre Heimat und für die Sicherheit ihrer Lieben gefallen sind. Stssnzvttei» Liedtttifel. I Gieße«, de« 7. Januar 1918. 0W7« Arn 8. Januar entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fr«» Luise H«s M. geb. Gaib. Die- zeigen betrübt an -ie trauernden HLnterbliedenen. Alten-Buieck. Gießen, Wiefeck, Laubach, Darm- stadt, AßmannShausen, Mexiko, 8. Januar 1918. Die Beerdigung findet am 10. Januar, nachmittags 8 Uhr, zu Alren-Buseck statt. «"« Todes-Anzeige, Allen Verwandten, teilnehmenden Freunden und Bekannten die traurig® Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Christiane Müller geb. Schultheiß gestern abend 10 Uhr nach schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen ist. In tiefer Trauer: Familie Carl Müller. Gießen (Landmannstraße 4), Berlin, den 8. Januar 1818. Die Beerdigung findet Freitag den 11. (Januar, nachmittags 2*/* Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 279 Nachruf. De« Heldentod fürs Vaterland starb am 1. Dez unser treuer SangeSbruder Sanitüts-Unterofftzier Philipp Baiser. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 08384 Gesangverein Harmonie ReiSkirchen. Heute morgen 0 Uhr verschied sanft und plötzlich nah kurzem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Schwieger vater, Schwager und Onkel Johannes Wallbott Förster i. P. im K. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: .Familie »urk Familie Karl WaNbott FamilieMärz FamiüeWilh.Waabott Garbenleich, Schotten, Wetzlar, Bremen, den 9. Januar 1918. 08401 Die Beerdigung findet Freitag den 11. Jan., nachmittags 2 Uhr, in Garbenteich statt. Wm »S ßrwkitkrte j» 8 ik«e«. Die Anmeldungen für das kommende Schuljahr 1918/19 werden Freitag den 18. und Samstag den 19. Januar von 9 bis 12 1 /, Uhr im Schulhause, Nord-Anlage 14, entgegengenommen, und zwar Freitag für die Höhere und Samstag für die Erweiterte Schule. Vorzulegen sind: Geburtsurkunde, Impfschein und für Kinder, die uuS einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis der letzteren. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Anmeldungen nach den oben festgesetzten Zeiten tonnen nur insoweit berücksichtigt werden, als in den einzelnen Klaffen noch Platz vorbanden ist. Die Grostherzogürche Direktion der Höheren und Erweiterten Mädchenschule: Br. Roller ig Königstoo Travankore Ein indisches Liebesdrama. 288a ftewRUiger Ansstattangsfllm von märchenhafter Pracht nnd Schönheit Danksagung. Für alle Beweise wohltuender Teilnahme danken herzlichst die trauernden Hinterbliebenen: Zamilie 8. vindewaid Alice vindeva!-. Gießen, den 9. Januar 1918. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teil, nähme an dem schweren Verluste meines lieben Gatten, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Schulte am Grabe und für die vielen Kranzspenden sage ich allen meinen innigsten Dank. Frau Franziska Lang. Gr.-Linden, den 7. Januar 1918. 05352 Gemüse Verkauf Mittwoch den 9. und SamStag den 12. d. M. werden vu't vormutagS 8-12 Uhr und nachmittags von 2-6 Uhr !?erfa C ur? U£,en Unö ®°^ lro61 ' Brandplatz Nr. 9 (Reitbahn). Gießen, den 7. Januar 1918. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelmnt) Nach langem, schwerem, in Geduld getragenem Leiden entschlief vorg*5t*rn sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Frat» Susanne Hof geb. Schwalb im 72. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: 284 Konrad Hof. Grossen-Buseck, den 9. Januar 1918. Die Beerdigung findet Donnerstag um 2 Uhr statt. ' •K ., \rr, . . V*; .•> . V: *■-V« ’ ÄJiverlttssige Pers(»n zuin ZeitunOSlragen gesucht. BsEer'sche Burlibaudla., 0M« Walto^r. 2,. Seli. 4-2«r.-Wodllg. m. allem Zub. u. Garkenanl. p. 1. April z. verm. Astermeg SO , p. 185 Eahnhofstr. 26 schöne 3-Zimr.- Wohnung zu vermieten. Nah. Auskimsl int Hinterhause. 16 Zwei möblierte Zimmer zu vermieten. 08367 Drescher, Marktplatz 8. Ger., sonnige 7°Zim.-W., GaS. elektr.,Äadez.u.Zubeh., per 1. Avril zu verm.,- desgl. 1 Lagerhaus mit Bureau- räu>uen,z.j. Zweckegeeiguei. Z» erfrag. Settersweg 3211. zwischen 10—15 Uhr. 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