Kr. 505 Ter Gietzencr Anzei-er erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: KlehrnerZamilienblütter; Kreisblatt für den Kreis Gietzen. Vezugspreir: monatl. Mk.1.20, viertel- jährl.ch M.3.60. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Alk. 1.10: durch die Post Mk. 3.60 viertel- fährt. ausschl. Bestellg. s>ernsprech - Anschlüsse: a-m. SwillingsrunSdruS u. Verlag: S67. Jahrgang Samstag, 29. Dezember M? postscheittonto: General-Anzeiger für Oderheßen vankverkehr: Gewerbebank Giehen Vrühi'sche Uttiv.-Vuch- u. Steirröruckerei R. Lange. Schriftleftung, Geschästzjtelle n. Druckerei: Schulstr. 7. rinnahine von Anzeigen *. die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedePerbindlichkeit Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 25Ps.,fürauswärlige 30 Pf., ^ür Reklainen Mk. 1.— ; bet Pla^Vorschrift 20 °/ 0 Aufschlag. Haltvtschriitleiter: Aug. oetz. Verantwortlich fürPolitlk tl. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt unb Land.Verutifchtesu.Ge- richtsiaal: W. Meyer; Auzetgeutetl: v. Beck; fäittlltch nt Gießen. Die in Vreß-Litswrk abgeschlossenen Sonderabkommen mit LntzlaO. wochenrilSblick. Politik ist die Kunst des Erreichbaren, und kaum je erlangen wir aus ihren Wegen jene Höhen beherrschenden, olympischen Ausblickes, wie sie uus oft die wirkliche Kunst darbietet. Dem Friedenskongreß von Brest-Litowsk fehlen alle Merkmale äußerer Ansehnlichkeit. Dort werden keine rauschenden Feste und Zerstreuungen dargeboten,' wie sie etwa den Wiener Kongreß „zierten". Wir stehen im Zeichen der Rationierung, und wenn die Herren Unterhändler auch hin und wieder einmal an einem gedeckten Tisch sich niederlassen werden — wie weit die bolschewistischen Grundsätze sich damit abfinden wollen, wissen wir nicht —, so wird man sich doch wohl damit abfinden, daß in die unmittelbare Nähe der bisherigen Kampfesfront keine verlockenden gesellschaftlichen Gelage hineinpassen. Um die Qualität der Teilnehmer ist es im allgemeinen auch ganz bürgerlich bestellt. Die russischen Vertreter kommen nicht gerade aus glänzenden Sphären, aber auch „diesseits" mangelt es durchaus an Charakterköpsen. Wir sehen, den Grasen Czernin vielleicht abgerechnet, nur unbekannte Größen, wenigstens soweit das Volksurteil in Frage kommt. Daß Herr v. Kühlmann mit seinen allgernei- nen Anschauungen recht hat, wird von vielen Politikern der Linken glaubt, daß er aber ein überragend begabter oder auch nur hinreichend geprüfter Diplomat oder Staatsmann sei, werden auch diese Kreise mit Bestimmtheit nicht behaupten wollen. Die militärischen Mitberater, die sich bei großen Ausgaben bisher bewährt haben, stehen erst an zweiter Stelle. Die Politik ist die Kunst des Erreichbaren. Dieser Kongreß in Brest-Litowsk war und ist nicht das deutsche Endziel, „aujs innigste zu wünschen". Wir haben ihn als Etappe auf dem Weg zum befriedigenden Ende zu betrachten und dürfen seine Beratimgen und Ergebnisse nicht mit überspannten Erwartungen begleiten. Die Mittelmächte mußten mit dem vorlieb nehmen, was sich ihnen darbot. Sie konnten sich eine bessere, stärkere und gefestigtere russische Regierung denken als die der Lenin und Trotzki, aber wer wollte warten, bis eine solche bessere Regierung ans Ruder kam? Die Russen haben die Verhandlungen angeboten. Uus mußte die Kriegsmüdigkeit des östlichen Nachbarn ^ichwillkommen sein, und wir durften keine Gelegenheit verpassen, uns militärisch im Osten beit Rücken frei zu machen. Konnten und dursten wir auch den Friedensfvrmeln der Bolschewiki zustimmen, wie es Graf Czernin namens der Mittelmächte in Brest-Litowsk getan hat? Bei der Prüfung dieser Frage erwachen die alten Bedenken und Gegensätze, wie sie besonders in der kurzen Kanzlerzeit des Herrn Michaelis uns beschäftigt haben. „Wie ich es aufsasse", diese Jnterpretationsmöglichkeiten sind noch vorhanden^ leben noch. Theorien und Grundsätze sind vorläufig in Brest-Litoswk aufgestellt worden. Es wäre verkehrt, ihre Bedeutung zu unterschätzen. Aber man muß, wenn man Stellung für»vder gegen sie nehmen will, darüber Nachdenken, wie diese Grundsätze und Theorien auf die Verhältnisse unserer Hauptgegner wirken werden, also etwa auf England, das, an ihnen gemessen, in seinem Bestände sich anft lösen müßte. Wo ist ider Anfang und das Ende? Wenn nun England und Frankreichs gleichfalls auf die festgelegten Grundlagen herabfteigen wollen, was wird sich, dann in der Praxis ergeben? Zweifellos würden die Schwierigkeiten sich nicht so schnell erledigen, wie wenn man bis sechs zählt. Wir Deutsche würden unsere Sicherungen und Bürgschaften, m Osten wie im Westen, verlangen, wie sie von unseren Regierungen oftmals umschrieben worden sind. Der Punkt drei ">er bisherigen vorläufigen Abmachungen, der von der staat- ichen Zugehörigkeit nationaler Gruppen handelt, die. keine ^.tätliche Selbständigkeit besitzen, gibt uns in der Fassung der wrninschen Antwort, wie uns scheint, sehr wohl die Mög- 'chkeit, n i ch t zu verzichten, sondern die Klammern der „Ga- utien" anzubringen. Die Russen wollen auch auf dieser rundlage perhandeln und mit zehntägiger Frist ihre bissigen Bundesgenossen auffordern, sich den Verhandlungen nzuschließen. Sie haben auch in der Frage der Kolonien, der Deutschland für seinen Besitz das „Selbstbestimmungs- cht" der Völker für praktisch überholt und gegenstandslos ilt, keine Schwierigkeiten gemocht und wollen nur einen Ausschuß zur Prüfung dieser Frage beantragen. Es läßt sich . rmuten, daß England und Frankreich, in diesen Dingen so -mell keine Vernunft annehmen, und daß sie die zehntägige Frist tatlos verstreichen lassen werden. Dann aber wird für uns der Sprung ins Dunkle, den wir mit der Annahme der russischen Grundsätze tun, nicht so groß und gefährlich, sein. Denn dann sind wir den Wesb- Mächten gegenüber, taut ausdrücklicher Vorbehalte, aller Theorien und Grundsätze enthoben. Das heikle Spiel mit theoretischen Formeln und Schlagworten, hinter denen sich der Jnteressenkampf versteckt, würde minder gefährlich und 'ngmcklich. Wer erinnert sich heute nicht der Zaubcrfor- 'nreln, mit denen Talleyrand die Interessen des besiegten Frankreichs zu vertreten bemüht war? „Legitimität" und späterhin „Nicht-Intervention" waren die Kunstgriffe, mit denen er die Dinge schob, wie es ihm in den Kram paßte;. Unsere heutige deutsche Diplomatie sehen wir sehr ungern Mit so bedenklichen Netzen in dem Friedenshasen herum- 'ahren. Das Wort „Ohne Entschädigungen" ist doch höchst willkürlich und ungerecht. Wenn das Wirtschaftsprogramm, das Staatssekretär Dr. Helfserich vor einigen Tagen dem Vertreter eines Wiener Blattes darlegte. verwirklicht werden soll, wenn wir wirklich ausreichende Sicherheit gegen Wirtschaftskriegs-Gelüste der andern Staaten uns verschaffen wollen, so wird es ohne Entschädigungen, auf denen wir bestehen müssen und als die Sieger bestehen können, nicht abgehen. Falls durch das ablehnende Verhalten der Hauptgegner ^ die in Brest-Litowsk getroffenen Abmachungen für die künftige Entwicklung in einem gänzlich neuen Lichte erscheinen, wird es hoffentlich unseren Unterhändlern nicht schwerfallen, die Russen für eine realere Rechnung zu gewinnen. Denn es denkt ja wohl niemand daran, den Russen gewaltsam etwas zu nehmen, an ihren Lebensnotwendigkeiten zu rühren: im Gegenteil, es gilt, die Interessen beider Nachbarn inniger miteinander zu verknüpfen, die Gewähr für ein dauerndes, friedliches urtb freundliches Nebeneinanderleben zu schaffen. Daß die Neigung hierfür auf beiden Seiten vorhanden ist, dafür spricht die Tatsache, daß in der Zeit der Vertagung der Haupwerhandlungen die Einigungsversuche in Sonderfragen zwischen den einzelnen Ländern fortgesetzt werden. Der Streit darüber, ob die vorläufige Vereinbarung in Brest-Litowsk ein neues Friedensangebot an die Entente einschließe, ist unfruchtbar. Wenn uns daran gelegen ist, zum Einvernehmen mit dem Nachbar im Osten zu gelangen, können wir nichts dagegen machen, wenn er noch eine Strecke auch mit seinen bisherigen Freunden zusammen wandern will. Diesmal wird die Entscheidung auf das Angebot, das Entweder—Oder, ja auf alle Fälle von greifbaren und schwerwiegenden Ergebnissen begleitet sein. Unseren führenden Männern liegt keine Unentschlossenheit im Sinne: dafür bürgt uns das kraftvolle Kaiserwort an der Westfront, das den Engländern und Franzosen die Lage auf der Kehrseite ausmalte. (WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An einzelnen Stellen der Front lebte am Tage die Ge- fechtstätigkeit vorübergehend auf. Auf dem östlichen Maasufer war sie auch während der Nacht lebhaft. Ocstlich von Luncville brachten Erkundungsabteilungen eine Anzahl Gefangene aus den französischen Gräben ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Zwischen Ochrida- und Prejpa-See, im Cernabogen und auf dem östlichen Wardarufer zeitweilig erhöhte Artillerietätigkeit. Italienische Front. Tagsüber war das Feuer auf der Hochfläche von Asiago und am Tombarücken gesteigert. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. * Der ASendbericht. Berlin, 28. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues. * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz Westlich des Monte Asonone und östlich des Monte So- larolo wurden feindliche Vorstöße abgewiescn. Der Chef des Generalstabes. - ■ ■» m w* M UtmrfT6K& 1 . , In der wichtigen Frage der Behandlung der beiderseits be se tzten .Geb iete wurde von russischer Seite folgen-« der Vorschlag gemacht: In voller Uebereinstimmung mit der offenen Erklärung der beiden vertragschließenden Teile, daß ihnen kriegerische Pläne fernliegen und daß sie einen Frieden ohne Annexionen schließen wollen, zieht Rußland seine Truppen aus den von ihnen okku- pietten Teilen Oesterreich-Ungarns, der Türkei und Persiens zurück und die Mächte des Vierbundes aus Polen, Litauen, Kurland und den anderen Gebieten Rußlands. Entsprechend den Grundsätze der russischen Regierung, die das Recht aller in Rußland lebende:: Völker >ohno Ausnahme ans Selbstbestimmung bis zur Ms-mtdernng verkündet hat, wird der Bevölkerung dieser Gebiete die Möglichkeit gegeben werden, binnen kürzester, genau bestimmter Frist vollkommen frei über die Fragen ihrer Vereinigung mit dem einen oder anderen R c i ch o d e r über die Bildung eines s e l b st ä n d i g e u Staa t-e s zu entscheiden. Hierbei ist die Anwesenheit irgendwelcher Truppen in den abstimmenden Gebieten nicht zulässig, außer von nationalen oder örtlichen Milizen. Bis zur Entscheidung dieser Fragen aber liegt die Verwaltung dieser Gebiete ilt dein Händen von in demokratischer Weise gewählten Verttetern der örtlichen Bevölkerung selbst. Tie Frist der Räumung nebst den näheren Umständen und dem Beginn und Verlaus der De Mobilisation des Heeres wird durch eine besondere militärische Kommission bestimmt." Deut gegenüber s chlng Deutschland v or, den ersten beiden Artikeln des zu schassenden Präliminarvertrages nachstehende Fassung zu gebet:: Artikel 1: Rußland und Deutschland erklären die Beendigung des Kriegszustandes. Beide Nationen sind entschlossen, fortan in Frieden und Freundschaft zusammen zu leben. Deutschland würde (unter der Voraussetzung der.,z'.t.gestan^nen vollen Gegenseitigkeit gegenüber feinet: Bundesgenossen) bereit sein, sobald der Friede mit Rußland geschlossen und die Demobilisierung der russischen Streitkräste durchgesührt ist, die jetzigen Stellungen und das besetzte rn,fische Gebiet zu räumen, soweit sich nicht ans Artikel 2 ein anderes ergibt. Artikel 2. Nachdem die russische Regierung entsprechend ihren Grundsätzen für alle im Verbände des russischen Reiches lebenden Völker ohne Ausnahme ein bis zu ihrer völligen Msonderirng gehendes Selbstbestimmungsrecht proklamiett hat, 'nimmt sie Kenntnis von den Beschlüssen, worin der Volkswille ausgedrückt ist, für Polen, sonne für Litauen, Kurland, Teile von Estb- t a n d und L i v l a n d die volle st a a t l i ch c S e l b ft ä n d i g k e i l in Ansprtich zu nehmen und sie aus dem russischen Reichsverbände anszu scheiden. — Tie russische Regierung erkennt an, daß diese Kundgebungen unter dett gegenwärtigen Verhältnissen als Ausdruck des Bottswillens anzusehen sind, und ist bereit, die hieraus sich ergebenden Folgerungen zu ziehen. Da in denjenigen Gebieten, auf die die vorstehenden Bestimmungen. Anwendung finden, die Frage der Räumung nicht so liegt, daß diese gemäß den Bestimmungen des Artikels 1 vorgenommen werden kann, so werden Zeitpunkt und Modalitäten der nach! russischer Ans a. fang nötigen Bckräftigung der schon vorliegenden Lostren- nungserklärungen durch ein Volksvotum auf breiter Grttndlage, bet dem irgendein militärischer Trttck in jeder Weise ansznschalten ist, der Beratung und Festsetzung durch eine besondere Kommission Vorbehalten. . Eine in: wesentlichen gleichlautende Formulierung wurde öftere vetchtsch-ungartscherseits vorgeschlagen. Die englische Presse. Haag 28 Dez. Wie der „Nicuve Rotterdamsche Courant" meldet erklärt der Londoner Klorrespondent des „Manchester Guardian": „Man kann bereits sagen, daß in dett verantwort- ltchen Kreisen nicht die Absicht besteht, die deutschen Vorschläge zu verhöhnen oder sich zu weigern, sie in Erwägung zu ziehen! Sie witrden selbstverständlich genau und mit Argwohn untersucht wer- den. Aber auf den ersten Blick ist man geneigt, sie als einen ernsten Schntt der Zenttalmächte artzusehen. Wenn die Verpflichtung aus- gearbeitet wird, Serbien, Rrrmänien und Montenegro wiedertu-- zustellen, so daß über diese Punkte Mißverständnisse nicht mehr moglrch ,tnd, und wenn gleichzeittg eine Schadenersatzleistuna für Belgien erfolgt, so wird dies auf die Haltung der liberalen tm Parlamente von Einfluß sein." Soweit hier Reuter- und Privatmeld'urgen über die Aeuße- rungen der englischen Presse vorlügen, läßt sich erkennen, daß die Msamle konservative Presse Englands zumeist mit Entrüstung die Bedingungen von Brest-Litowsk zurückwerst. Sie spricht von einem Täuschnngsversuch oder Öar bcm cxmnn Betrug, ltxle f. B. die „Times", die behauptet, man »volle ledlglrch auS den russischen Friedcrrsbcdingurrg-en den Vorteil Mehen, die Friedensfreunde in den alliierten Ländern zu bestärken und die „innere Fr-ont" der Fclltde Deutschlands zu bvecheir. Ein Fried,', nne ihn die Bolschewiki fordern, würde die Zentralmächte zu Siegern- machen, und ein Wink von Berlin würde aus Bulgarien und der Türkei alles machen känneir, was Deutschland wünsche. Auch das Blatt Lloyd d^eorges, „Daily Chronicle schließt sich im Tone den ionservativön Blätterrr an; es behauptet, die Friedens beding migen der Zentralmächte böten nicht die geringste Garantie -gegen eine ,Wieder Holling des Krieges. „Daily Expreß" schieint nach denr etwas ur,klaren Reuterauszng mit der Wirkung des Boykotts drohen zu wollen, der warf', schärfer angewandt werden könne, führt jedoch fort „Es wäre eine richtige Antwort für Czernin, wenn man dem deutschen Volke bewiese, das; die Alliierten keineswegs den Wunsch haln r'., es M vernichten, seine Entwicklung zu lchrdern oder seine Unabhängigkeit zu bedrohen. Wenn Deutschland dies ein- inal begreifen würde, dann würde das deutsche Volk von selbst die Vernichtung des Militarismus vollziehen, dessen Ziel die Eroberung der Wblt ist." Tie liberale „Daily News" lehnt ebenfalls die Bedingungen ab, UTenngleich in ^reuiger scharfer Form. Sie nennt den Vorgang einen geschickten diplomatischen Zug, der es inöglich mache, das; »veder Presse iroch Politiker der Entente das deutsche Anerbieten kurzerhand znrr'ickweis-en. Deutschland verhöhne mit dieser Bedingungen nicht allein die eigenen Sozialisten, sondern es bringe in geschickter Weise die Alliierten in die Stellung von aggressiven Imperialisten, die es nicht zulichen, das; eine solche demokratische Regelung eures Friedens ohne Annexion uird ohne Schadenersatz gebilligt würde. Die Vorschläge seien absolut unannehmbar, da vitale Fragen wie die Belgiens und Seröieirs die Mängel der Bedingungen.zeigten. Auch bezüglich Elsaß-Lot h- ringens, Polens und der deutschen Kolonien seien die Bcdin gungen unbefriedigend. Auch äußere sich Deutschland nicht über den Völkerbund. Der liberale „Manchester Guardian" zeigt sich ent- gegcukomnwud: er legt in eirrem Leitartikel dar, die deutschen Friedensvvrschiläge müstten sorgfältig erwogen, und dabei Tm’mfceu alle militärischen, politischen' und menschlichen Fak- wren in Betracht gezogen Werdau. Tie B-ädingungen seien nicht mit der Theorie eines TeutschlchM dos Siesges in Einklang zu brmgen, >mum sie auch kein Zeichen eines neiven Geistes enthielten. Tatsache, daß ftit Elsaß-L-othrllrgen und der Türkei die Souveränität der Macht, die das Unrecht begangen habe, ausdrücklich cüufrechterh.rl1en werde, sei nicht förderlich für einen Hauer- halten vrreden Aber ein Zurückweiseu der deutsck-en Beoingungen aus den angeführten Gründen werde der Sache der Alliierten emen unberechenbaren Schaden zufügen. Die Antwort der Alliier- ben müise also derart sein, prß sie alles annehne, was in beit ochltscheu Bedingungvir annehmbar sei, und auf dieser Basis müßten, ore Mindesllord erimgen mtsgeswllt werden. * Die Lage in Rußland. Petersburg, ,28. Dez. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Die große Druckerei der Zeitung „Brr shewrja Mjedomosti" wurde für die Bedürfnisse des Hauptau-ichusies des Sowjets mit Beschlag belegt. In den letzten Tagen sind keine Plünderungen von Wie inlagern vorgekonrmen. Eine ganze Bande von Plünderern wurde entdeckt und verhaftet. Ter Rat der Bolltzkoninttssare regelte in einem Erlasse die ''drnsiungender Eisenbahnangestellten. Ganz Rußland ^ wrrd in zirka 10 Bezirke, die Eisenhahuairge^ stellten werden m 14 Mbetterkategorien eingeteilt. Dre Bezahlung wird ;e nach , der Teuerung in ben verschriebenen Bezirken ab- gestust Tre niedrigste Bezahlung erMt die erste Arbeiterbatogorie ™ Rubel monatlich. Tie höchste Bezahlung von o10 ätubel erhalt dre 14. .Kategorie in Petersburg. Für körperliche llrb.7l und 8 Stunden, für geistige Arbeit 6 Stunden täglich feslg-eutzt worden. ® r n i j, 27 Dez. MTB.) Meldung der Petersburger Tele- gra- ?u-Agentur. 5/ie Bewegung der Truppen des Rates der Vvllskommis,are gegen Rostow von der kaukasischen Front her kommen nvehrere Züge mit Soldaten durch Großnij. Msaken versuchten bei dem an den Mineralquellen gelegenen Bahnu-oi. die Durchfahrt der nach stchstow bestimmten Truppen aufzuhalten. Ter Versuch ist mißglückt. Der deutsche Ausschuß in Petersburg. m Berlin, 28 Dez. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Gent: Einer Petersburger Meldung des „Petit Parisien" zufolge ordnete der Volksrat die Instandsetzung der d e u t s d\ c u Botschaftfür die Mitglieder der Kommission am dle gestern abend von Berlin abgereist sind und voraus- ltchttlch am Sonntag in Petersburg eintreffen werden. Chinesische Truppen in Charbrn. ^ fA 011 ^ 011 ' ^7 (WTB.) Das Reutersche Bureau erfahrt min maßgebender japanischer Seite, daß nach den letzten Depeschen 5000 Mann chinesischer Trup- pen mit der Aufrechterhaltung der Ordnung in Eharbin betraut sind. Ungefähr die Hälfte der russischen Garnison Char- bms, die zujammen auf 8000 Mann beziffert wird, hat sich den Maximalisten angeschlossen. und die Bolschewiki. >z. /WTB.) Nach einem hiesigen Blatte Amerika A m fte r dam , 28. meldet^ die ,, Lomes" aus Washington: Tie amerikanische Reaie- letzt Bewerfe dafür, daß die Lehren der B o l s ch e w i k i irach Amenka üb'evgegriffen, haben. Obwohl die amerikanisch Regierung rnchts gegen die sozialistische Propaganda einzuwenden hat bvbK Kriegführung nicht behindert, undvbwchiVdieLebeusfreilieil läppert ste llch mit der nationalen Sicherheit vereinbaren laß/ aufvttbt erhalten werderr.soll, hat Wilson doch wissen lassen, daß fowrt d r a st i i ch e M a ß n a h m e n ergreifen rvürde, wenn den Geietzen bewaffneter Widerstand geleistet werden würde oder weim fich dre Agitatoren gewaltsamer Mittel bedienen. Aus der französischen Kammer. Paris, 27. Dez. 'WTB.) In der Kammer interpellierte der sozialistische Abgeordnete Moutet über die Unterhandlungen zwijch'm den alliierten Regierungen, die ohne Wissen der Parlamente geflogen und jüngst veröffentlicht worden seren Er fragte, welche Maßnahmen der Regierung infolge der erwähnten Veröffentlichung notwendig erscheinen würden' Auf Zwischenrufe, insbesondere Briands, der erklärte, daß die von dm Runen oerönentlichten Verträge für niemanden geheim seien, erwiderte s Mmm, es wjgrde eilt Interesse dafür bestehen, alle Debatten der Ge'heimsitzung vom 5. Iiutt über die innere Politik Pl veröffentlichen. Pichon erklärte, da stalle Bertteter der Alliierten dieselbe Erklärung abgegeben hätten, und zwar an dem Tage, au dem Rußland eine regelrecht gebildete auf oen Willen der Nation gegründeteRegierung b^esrtzen so ird, wer den wir bereit sein, mit. chm! unsere, K r i e g s z-i e l c und die etwaigen Bedingungeir eines dauerhaften Friedens zu prüfen. Ter Sozialist Mistral erklärte, die Entent ehab eunrecht getan, den Sozialisten die Pässe für Stockholm tzir verweigern, soemr dadurch fai die Lage Kerenskis unhaltbar geivorden. Ter Redner schilp stmit dein Verlangen der Revisrron der Driegsziele der Enterrüe. ldgeordneter Loirolle interpelllierbe über die durch den russisch Waise n stillst and an der russischen Front geschaffene Lag mr Frankreich Rach längeren Ausführungen Pichst>ns lehnte di crmmer 'mit 578 gegen 103 Stüstisten den Vorrang für die Tagesordnung Lonaiuk, wonach u. a. künftig nur vom Parlament ktu'A l'l-i Verpflichtungen als gültig angesehen werden sollen, ab und nahm mtit sämtli-chen 884 abgegebenen Stimmion die Symian an, nach der die Mnfmer die Erklärung der Regierung b i T l [t ff £ >um i,m Vertrauen zu chr zur Tigesordnu ng übergeht. Die Sitzung tmirde aufgehoberi. Die Nrde PichonS. Paris. 28. Dez. Pichon führte aus: Nur unsere Feinde können uns Eroberungsabsichten zuschreiben. Wir werden uns nicht in die innere Polittk Rußlands mischen, aber wir treffen, die nötigen Maßnahmen, um unsere so wichtigen Irsteressen in diesem Lande zu wahren. Eirtsprechend den mammalistiscl>en Grundsätzen des Selbstbestuumungsrechts tteten wir mit den Bevölkerungen in Beziehung, die solche unterhalten wollen. Wir arbeiten nicht an der Zerstückelung Rußlands, sondern wir wollen einer Politik dienen, die, wenn sie allgemein zur Durchführung gelangt, Rußland selbst regenerieren wird. , Der Minister erinnert unter lebhaftem Beifall an die besondere Pflicht, die Frankreich gegenüber dem unglücklichen Rumänien hatte das dank den Bemühungen Frankreichs in den Krieg eintrat. Trotz allen unseren Bemühungen, sagte er, konnte der Waffenstlll- stand nicht vernrieden rverden. Aber das Unglück Rumäniens sowie das Serbiens und Belgiens wird nur ein gewisse Zeit dauern. Man ersucht mich, unsere Kriegs ziele näher zu bestinimen. Sie wurdm bekanntgegeben. Sie ftnden sich in den wiederhalten Erklärungen unserer Minister, auf allen Tagesordnungen der Parlamente und in den Reden der Chefs der Negierungen: Z u e r st siegen! (Wiederholter Beifall.) Lloyd George erklärte iwch gestern, man gelange nur durch Sieg zum Frieden. Siegen, warum? Um Eroberungen zu machen icnd Völker zu unterdrücken, um zu herrschen? Ne^jn, um der Welt einen Frieden der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit entsprechend den Boten der Kammer und den Erklärungen der alliierten Regierung zu verschaffen. Die Restitution der uns durch Gcwall entrissenen Provinzen, d i e Rückkehr Elsaß-Lothrifigens zu Frankreich, die Friedensgarantien für Europa im völligen Einverständnis mit Wilson, das sind unsere Kriegsziele. Wstson hat unsere Gedanken zum Ausdruck gebracht: Unsere gegenwärttge unmittelbare Ausgabe besteht dann, den Krieg zu gewinnen. Nichts wird uns von diesem Ziel abbrrngen, bevor es verwirklicht ist. Wir betrachten den Krieg erst dann als gewonnen, wenn das deutsche Volk uns durch seine Vertreter sagen wird, daß es bereit ist, einen Frieden an zunehmend der auf der Gerechtigkeit und der Wiedergutmachung des angerichteten Schadens beruht. Seit uns Elsaß- Lothringen entrissen wurde, haben wir unausgesetzt in unseren! Herzen gelitten. Wir wollten niemals Bevölkerungen in irgendeiner Form durch Eroberung amrekrieren. In der Antwort der Alliierten auf die Botschaft Wilsons ist ebenfalls nicht von der Vernichtung des deutschen Vol^s, noch von der Austilgung des, Deutschen Reiches von der Weltkarte die Rede. Wir haben nicht nur für Serbien und Belgien gesprochen, sondern auch für Polen. (Lebhafter Beifall.) Unsere Älliierten wollen ein unabhängiges und unteilbares Polen (Lebhafter Beifall) mit allen Garantien eurer fteien wirtschaftlick>en und militärischen Entwicklung. Die armenische nnd die syrische Bevölkerung, sowie alle Völkerschaften, die unter einem freniden Joche seufzen, besitzen unsere Sympathie. Unsere Feinde hingegen erklären durch den Mund des Grafen Czernin, daß das S e l b st b e st i m - mungsrecht der Nationalitäten eine Frage der inneren Polittk sei. Was Uns von unseren Feinden lmta^ scheidet, ist die Anstrebung eines gerechten und dauerhaften Friedens. Man kann leicht begreifen, daß Deutschland und Oesterreich- Ungarn sich weigern, ihren annerionslosen Frieden näher zu be- süimntzen. Pichon erinnert an die .Kanzlerkrisen in Deutschland und an die deuttchen Versuckie, Friedensverfprechungen einzuleiten. Er ährt fort: Tie Frage Els.aß-Lothringen ist nicht imr eine französische Frage, sondern e i n e W e l t f r a g c. Es ist das Symbol des Rechtes. (Beifall.) Wir kämpfen nicht nur für Freiheit. Nichts wäve unrichttg^c, als zu belMipteir, wir würben den Ktteg verlängern, um unseren Egoismus zu beriebigen. Es gibt übrigens noch manckie ^andere Frage außer der elsaß-lotch'ingischen. Je nachdem die Fragen in französisckie.u oder deutschein' S.nne gelöst werden, wird ein neu>es Europa geickZaffen wenden oder nickst. Es wird, ein dauerhafter Frieden für alle Nationen entstellen oder nicht. (Beiall.) Wir haben die Eroberung Jerusalems als eine Be- neiung trugejeben. Es handelt sich hier nicht um einen englischen oder ftanzösischen Sieg, sondern um einen Sieg der zwilisiecteit Welt. Es handelt sich um die Be'reiung der Bevölkcrimg von Palästina, wo ein mternattonales Regime der Gerechttgkeit und der Freiheit ins Leben treten wird. Pich>on erirmert daran, >daß Frankreich erklärte, daß die Ge- h e im Vectra ge mit Rußland .nickst zu Recht bestehen. Tie Beröffenllichung der Geheimverträge 'mar übrigens für Deutschland ein vollstäiidiges Fias§', insbe on ent, was die Völker de,: skändi- navischen Länder aaibettnsft, deren gute Bezielhmgen zu uns dadurch nicht gestört werdeii Sonnten. Ter Minister macht sich über die Deutschen lusttg, die Frankreich der Geheimdiplomiatie an klagten, selbst aber das Völkerreckst in Mernko, in Argenttitten und in mel-- reren andeven neutralen Länder aufs frivolste verletzten. Ter Minister fiardet geroisse Telle des WaffensttllstaardeS sonderbar. Er hofft, daß Rußland rttcht naiv genug ist. nur den humanitären Versicherungen der ^deutschcu, österreichischen, türkischen mrd bulgatt- schen Telegattonen Glauben zu schenken. Pichon fürchtet, daß Rußland dem Geschicke entgsgengelhe, von seinen Feinden umgarnt zu werden. — Es bleibt uns duber eine Hoffnung in der Erklärung Trotzkis au den ftanzöstschen Bot'chaftec in Pete - s- burg Noubens. Auf jeden Fall wird sich die Lonstttuierende Ver- sanr'mlung ^cmssprrcklen. Hoffentlich 'wird sie nicht mifgelöst werden, wie nran ihr androhte. Ter Vt inister stellt fest, daß der Bierverband die russischen Vorschläge als Tiskussionsbasis an- nimMt, daß er jedoch dem einzelnen Paragrayljen nicht zusttmmen kann. Deutschland versucht, uns in Verhandlimgen hiueinzuzieben. Nach den fürchterlichen Verlusten und nach dem Heldenmut unserer Truppen, Saim da von einem bedingungslosen Frieden, von einer Rückkehr zum Status guo in territorialer oder wirt- schastlicher Hinsicht die Rede sein? (Beifall.) Ich habe schon gesagt, daß wir, sobald uns Friedensverl)andlungen offtziell unterbreitet werben, dieselben gemeinsam mit unseren Verbündeterij erörtem iverden. Ein solcher indirekter Friedensvorschlag verdient jedoch nicht in Betracht gezogen zu werden. Entweder werden die Verhandlungen mit Rußland zum Ziele führen, was die Kapitulation Rußlands bedeuten würde, oder sie wird scheitern. Für uns wird der Krieg in beiden Fällen weiter d a n e r n. Ter Krieg ist in seine kritischste Phase eingetreten. Es fehlt uns gegenwärttg ein Verbündeter, der auf dem Punkte war, entscheidende Resultate zu erlangen. Offenbar bedeutet es einen großen Erfolg Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, daß sie nun aus unserer Front Bewegungsfreiheit haben. Wenn uns aber ein Verbündeter fehlt, so besitzen wir dafür andere in diew Vereinigten Staaten, die mit ihren gesamten kommerziellen, industriellen, wirtschaftlichen und mllitärischen Kräften aushelfen werden. Deutschland hat eine gewalttge Aufgabe übernommen: Es wollte die Welt besiegen, ebenso wird nun umgekehrt die Welt über Deutschland siegelt uich auf die Franzosen wird ein beträchtlicher Anteil ans diesen Sieg entfallen. Wie Roosevelt gesagt hat, wird Frankreich die Seele der Wett retten. Hierzu arbeiten wir unter Ihrer Kontrolle und wie ich ferner glaube, mit Ihrer vollen Zustimmung. (Lebhafter Beifall außer auf der äußersten Liicken.) Tie Regierung erllärt sich mit einer Tagesordnung Simyan einverstanden. Paris, 29. Dez. (Havas.) K a nt m e r. Finanznttnister Klotz verkündet«, die Ergebnisse der dritten Anleihe seien, noch unvollständig. Ter Gesamtbetrag der bisher ein gegangenen' Zeichnungen, die im Auslände gemachten nicht eingerechnet, belaufe sich auf 10 27G Millionen. Die Bareinzahlungen machten mr- gefähr die Hälfte de. Gesamtsumme laus. Bo»» der franzvfischen Arbeiterschaft. Bern, 28. Dez. (WTB.) .Der Pariser Presse zufolge übte der Vertreter des Metallarbeitersyndikats Merrheim in Eler- mont-Ferrcnrd an der Haltung der Confederatton generale du travail eine sehr scharfe Kritik. Er erllärte, die alliierten Regierungen hätten nach Brest-Litowsk gehen müssen. Die Ar- beitcrllaNe wünsche nicht am Divlomatcnttsche, sondern mnerha^ der Internationale an der Friedenskonferenz teilzunehmen. TiS Schäden des Krieges müßten überall, auch in Ostpreußen, gemeinsam wieder gillgemacht werden. Einige Minderheitsleute, darunter Bourderon, vertraten die Ansicht Merrhellns noch entschiedener. Bourderon warf der Mehrheit ihre nationale Hal- ttcng vor. Man dürfe nicht vergessen, daß alle Völker in gleicher Dseise die Opfer ihrer Regierungen seien. Bourderon und die übrigen Mitglieder der Minderheit befürworteten die Polllik Lenins und Trotzkis und nahmen sie gegen die hefttgen Angrift« nnd Verlennidmigen der Enlentepresse in Schutz. Kürz vor dem Schluß des Kongresses ergriff Merrheim nochmals das Wort. Er führte aus, die Mehrhell der französischen Arbeiterschaft habe nicht das Gefühl, daß die Polittk der Eonfede-, ration den Krieg abgekürzt habe. Die Minderhvic innerhalb dev Confederatton wolle, allm Hindernissen zuni Trotz, eine Annäherung an die deutsche Arbeiterschaft, da sie überzeugt sei, daß die deutsche Arbeiterschaft die Empftndungew und Triebe ihrer Regierung nicht teile. Auch der geringste Hoff-, nungsschimmer ans den Frieden dürfe nicht verschmäht werden. —, Merrheims Rede wurde sehr beifällig ausgenommen. Bern, 28. Dez. (WTB.) Tie ftanzösische Presse chidmet dem Gewerkschaftskongreß, der von den reaktionären Blättern sehr scharf verurteilt wird, zahlreiche Besprechungen. Besonders gerügt wird die Sprache der Minderheit. Das „Journal des Döbats" spricht von den Bolschewiki der französischen Arbeiterschaft. Es sei bedauerlich, daß die Mehrheit der Mlliderheit die übliche Konzession machte, so daß die Mehrheit sich nicht habe zählen lassen. „Journal des Debats" und „Temps" bedauern den Mangel jeglicher Aeußs- rungen über Elsaß-Lothringen sowie die Forderung auf Abhaltung einer Konferenz in Stockholm oder anderswo. Hervs erklärt, die defaitisttsche Minderheit des Kongresses habe immer noch nicht eingesehen, daß das deutsche Volk keine Sttmme habe nnd die deutsche Arbeiterschaft erst in dem Tage zu zählen beginne^ wo Deutschland mllitärisch geschlagen sei. Die Kriegsziele der Entente seien in der Llntwvrtnote der Miierten an den Präj> deuten Wilson enthalten, die weder Aenderungen noch Präzision nen nottveiidig mache, 9kur die Klausel betre^s KonstantiiropelZ sei hinfällig. Wilson und feine Demokratie". Der „Eommercial und Financial Chwnicle"' vmn 3. Noveinber gibt leinen lÄrgeren Lluszüg aus der von dem Senator La Folette vor der „Unal'häugigeir Liga" zu St. Paul gehaltenen Rede wieder, die die Zustände irr der „Demokratie" des Herrn Wilson in erng.nl merlivürdigen Licht erscheinen läßt. Da eine freie Meinungsäußerung über die Kriegsühlrung der Regierung denr Herrn Wilson nnb-eguenr ist, so soll La Folette wegen seiner Angriffe aus deny Senat -ausgestoßen werden. Eine besondere Kommission tagt Mrzcit zur Entscheidung dieser Frage. „Die polittschen Parteien," sagte La Folette, „habeir es leider nicht zu Wege >gebrächt, dem Volke eine verfassungsgemäße Regie- rung zu geben. MsM vergißt die Opfer, die wir 1776 Und 1861 für 'die Freiheit gebracht haben! Die neuen Propheten des Patrio- ttsmus treten im Gewände von HimMelsboten auf, während sie glttchzeittg dem Teufel dienen. Die Regierimg ist von Grund mls faul. Ich weiß, daß die Kerle, tvelche die Fahne cmf dem Sckftffe Pulverfür6 Millionen Schüsse befände. Ein Fahrgast, der auf einem ftemden, mit Munition be- lüderren Schiffe reise, befände sich tatsächlich auf „fremden Gebiet". Auch sei er der lieberzeu.gunb, daß !die amerikanischen Mn-- nittonsliesevanten ihre Landsleute auftnunterten, mif diesen Schiffen zu fabwen, .um sie gewisserinaßen zu schützen. Die amerikaniscblen Zeitungen, dartinrer selbst der gemäßigte ..Spriirgsield Republiean", wüten natürlich gegen die^e offenen Anschuldigungen des „.Herrn Senators", aber sie widerlegen dadurch gleichzeitig aufs gründlichste die Versicherungen des Herrn Wllson, daß er den .KriegsPfad" nur betreten l)abe, um die bedrohte Demv- kvatte und Freiheit -der Völker vor Dentschland zu schützen. Die Helden aus Deutsch-Oftafrika. Lissabon, 27. Dez. (WTB.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Amtlich wird aus Mozambique gemeldet: Zweitausend Deutsche eroberten nach dreitägigem Kampfe den Berg M k u l a, der von 259 Portugiesen besetzt war, und nahmen den Befehlshaber und 25 andere Portugiesen gefangen. Die portugiesischen Verluste betrugen 48 Mann. Die Deutschen ließen die Gefangenen am nächsten Tage wieder frei. * . * Spanien und die Gibraltarfrage. Genf, 28. Dez. (Priv.-Tel.) Die „Vossische Zeitung" meldet aus Genf: Der „Madrider Jmparcial" meldet, daß Spanien verlange, sich, an dem Friedenskongreß bereili)- gen zu können, um die für Spanien wichtige Gibraltarfrage zur Entscheidung zu bringen. Aus SfaM und Land Gießen, den 29. Dezember 1917. Lebensmittelmarken. Für die Zeit vom 31. Dez. bis 6. Jan. 1918 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der I. Woche, gültig vom 27.12.1917 - 6. 1.1918 Buttermarken „ 1. „ * „ 27.12.1917 - 6.1. „ Fleckchmarken . 1. „ „ „ 27.12.1917 - 6. I. „ Kartofselmarken » 1. „ „ 27.12,1917-6.1. „ Seckenmarken für den Äionat Dezember bis 31. 12. 1917 und für den -blonat Januar 1918 vom 1. I. bis 81, 1. 1918. Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird sttr verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt. Nenanmeldnugen und Anmeldung von Rengeboreneu haben nunmehr unter Vorlage der nötigen Airsweise, insbesondere der Lebensmittel-Slusweiskarte, auf dem Lebensmittelamt zu erfolgen. Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen nnd in den zuständigen Bezirken auzumeldeu. Geschäftsstnnden des Städt. Lebcnomittelamtes von 9—12 Nhr vorn»., 2—4 Uhr nachm. Markena^isgabe iür Urlauber: Sonntag« von 10—12 Uhr vormittags. ** W u r st a u s g ab e. Die Ausgabe von unterwertiger Wurst erfolgt Montag den 31. Dezember. Näheres siehe Anzeigenteil. f — In den folgenden Wochen findet der Wurst- verkauf wieder in der seither üblichen Weise statt, so daß der nächste Verkauf Mittwoch den 9. Januar 1918 für die Bezirke 7—12 gegen Abgabe der Marken für die 2. Woche erfolgt. ** Perteilung von Kunsthonig. Auf den Be- zugSadschnitt Nr. 8 der Lebensmittelkarte wird in den nächsten Ta'gerr durch die Kleinbandelögeschäfte Kunsthonig verausgabt. Siehe Anzeigenteil. ** Ausgabe von S a l z. Die Ausgabe des aus den Abschnitt 7 der Lebensmittelkarte bestellten Salzes erfolgt in den Kleinhandelsg^schäften von Montag den 31. Dezember 1917 ab. Siehe Anzeigenteil. A u s z e i ch n u n g. Gefreiter Emil Ad a m, Inhaber der Hessischen Tapferteitsmedaitle, wurde mit den: Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. **OrtsvorschriftenfürdieEinschränkung des Verbrauches elektrischer Arbeit. In Ergänzung der Bekanntmachung des Reichskommissars für die Kohlenverteilung über die Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Arbeit vom 2. November 1917 sind im Einverständnis mit dem Vertrauensmann des Reichskommissars Ortsvorschriften erlassen worden, die im Anzeigenteil der heutigen Nummer verössentlicht sind. Starkenburg und Rheinhessen. Hk. D ar m st a d t, 29. Tez. Dem Pfarrer D. Emil Fuchs in Rüsselsheim a. M. wurde die venia legendi für Religionswissenschaft an der Technischen- Hochschule zu D a r m st a d t verliehen. Nrieskasten der Redaktion. SAnvvvme Anfragen bleiben uudernckstchttgL^ S. D. in Cr. Wenn eheliche aber diesen gesetzlich gleichsteheitde Söhne durch Ableistung der gesetzlichen zwei- oder dreijährigen, Dienstpflicht als Gemeine oder Unteroffiziere eine Ge amtdienst - zeit von sechs Jahren zurückgelegt haben, und zwar für die weitere Pfli-chtdienslzeit. Wem: also beispielsweise 2 Söhne je 3 Jahre bei der Kavallerie dienen mutzten, so kann beim Eintritt des dritten, Sohnes gleich die Gewährung der Aiefwandsentschädigung beansprucht werden. Haben aber 3 Söhne je 2 Jahre bei der Infanterie gedient, so wird der Anspruch erst beim Dien steintritt des vierten bSolmes fällig Krieges der Re rig, erst infolge der Mobilmachung zunr Heere einbecufen werden, keine Aufwandeentschstdigungen. Ebensowenig begründet der Eintritt als Kriegssreiwilliger einen Anspruch ans Aufwandsentschädigung. Das gleich? gilt bei der Einberufung eines nnausgebil- deten Land,lurnuolichtigen. oder eines Ersatzreservisten. Kriegsfreiwillige im militäroslichtigen Alter, die also ihrer Einberufung vorauseilen, sowie die 18- und 19jährigen Wehrpflichtigen genügen praktrsch tt .er aktiven Tienstp licht, und ihre Die-ustzeit von 2 Jahren (bei Kavallerie imd Marine 3 Jahre) kommt bei der Anfivandsenlschädigung zur Anrechnung. Anweisung des Preußischen Ministers des Innern vom 16. September und 30. Oktober 1915. Ter Antrag ist bei der Gemeindebehörde zu stellen. vermischtes. * Damm, 28. Tez. Beim Auspacken des .Koffers seines kürzlich gefallenen jüngeren Bruders fand der Oberlandgerichsts- sekretär Heinrich Honnerbach eine Handgranate. Diese kam zur Explosion, wobei Honnerbach sofort getötet wnrve. * * Weihnachten in deutschen Wetterregeln. Fast alle Wetterregeln der läandlichm Bevölkerung Deutschlands, die von Weihnachten handeln, bringen die Ansicht zum Ausdruck, daßj es um strie Weihnachtszeit ordentlich schneien und frieren must, weck dann um so eher ein schöires Frühjahr zu erwarten sei, und umgekehrt, daß ein laues WIeihnachte:! einen strengen und langaudauernden Winter nach sich zieht. „Grüne Weihnachten, weiße Ostern", ,,Grüne Weihnachtsfeier, bedeckt ^Sch'.ree die Ostereier", ,Lu Weihnachten Gras, zu Ostern Eis oder so was", „Ist Weih- nackten grün, ohne Schnee und Eis, so werden sein die Osternj lveiß", das sind Bauernregeln, dft in ganz Deutschland bekannt srnd. Im östlichen Deutschland heißt es: „Sind die Weihnachten grün, rannst du zu Ostern den Pelz anziehn", und im Nordwester: lautet eine Bauernregel: „Hat Weihnach en Fliegen, so hat Ostern Eis,ck>ollen." In den Weingegenden heißt es: „Weihnachten lau f«rck)tt und naß, gibt leeren Speicher und leeres Fast", dagegen auch: „Weihnachten kalt imd llar, verheißt dem Winzer ein gutes Jahr". In Süddeutsch'land sagen die Landlente: „Besser die Weihnachten knistern, als daß sie flüstern", und eine sächsische Wetterregel Hecht: „Werhnachlt-en Schwee Ostern Klee." In Müteldeutsch- land sagt ein Spruch: „Sind Weihnachten die Bäume weiß von Schnee, so sind sie im Frühjahr weiß von Blüten." Aus verschiedenen Gegenden stammen die Sprüche „Jfl's Weilmachten kalt, kommt der F-rühlmg bald" und „Wenn zu Weihnachten hängt Eis an den Weden, kann man zu Ostern Palmen schneiden". In den Dörfern an der Nordsee heißt es: „Wenn es zu Weihnachten flockt und stürmt ans allen Wegen, das bringt den Feldern reichten Segen." Es gibt noch mehr solcher Sprüche, die alle davon ausgel-en, daß ein Kaltes und sichtdeereiches Weihnachten für die Fluren draußen von Segen ist und daß nach einer kalten Weihnachtszeit der Frühling fernen Ernzug um so früher hält. leyfe Nachrichies. (WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprechr. In einigen Abschnitten der flandrischen Front, südlich von der Scarpe, bei Graineourt und Gon necken nahm die Feuertätigkeit gegen Abend zu. Oestlich von Nieuvort und bei Poelkapelle scheiterten mehrfache englische Erkundungsvar- stöße. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich von Courtecon drangen Aufklärung '-Abteilungen in die ftanzösischen Linien ein und brachten Gefangene zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Am Prespa-See, nordwestlich von Monastir, und am Dorran-See zeitweilig rege Artillcrietäligkeit, Italienische Front. Ein italienischer Angriff gegen die Höhen westlich vom Monte Tomba scheiterte in un.-erem Feuer. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 23. Dez. (Amtlich.) Im geschickt und schneidig durchgeführtem Angriff gelang es einem unserer U - Boote in der Irischen See innerhalb von fünf Tagen 18'500 Br.-R.-T. Schiffsraum zu vernichten. Sämtliche Schiffe waren große Dampfer. Einen von ihnen schoß das U-Boot aus einem stark gesicherten! großen Geleitszugeherau s. Ein anderer Dampfer von etwa 5000 Br.-R.-T. hatte anscheinend Sprengstoff geladen. Unter auffallend heftiger Detonation und starker Feuer- ercheinung verschwand der größte Teil des Schiffes augenblicklich, nur das in Weißglut getauchte Heck war noch wenige Minuten sichtbar. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der Hauptausschuß des Reichstags. Berlin, 29. Tez. Wie die Blätter hören, sei in parlamentarischen Kreisen der Gedanke aufgetaucht, die für den 3. Januar an beraumte Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages mck den 7. oder 8. Januar zu vertagen. Das Landtagsmandat Dr. FriedbxrgS. Solingen, 29. Dez. Der Vizepräsident de? preußischen Staatsministeriums Tr. Friedbera bat das ihm von der Liberalen Wahlkreisleitung wieder angebotene Landtagsmandat für den Wahlkreis Solingen-Remscheid-Lennep angenommen. TieNeu- wahl erfolgt demnächst. 60jähriges Doktorjubiläum Haenels. Kiel, 29. Tez. Hier begeht heute der Senior der deutschen Politiker und Staatsrochtslehrer Professor Haenel das 60- j ä hrige Tokt>orjnbiläu m. Er wurde als Vertreter von Kiel-Rendsburg 1867 in den Norddeutschen, später deutschen Reichstag und zugleich in das preußische Abgeordnetenhaus' entsandt. Dem Reichstage hat er bis 1893 sowie von 1898 bis 1903, dem Landtage bis 1887 angehört. An beiden parlamentarischen Körper'chafien war er vorübergehend auch Vizepräsident. Seinen Bemühungen vornehmlich war die Verschmelzung der Fortschrittspar ec mit den Sezessionrsoen zur deutsch-freisimngen Partei zu verdanken. Meutereien in Amerika. Berlin, 28. Dez. Nach zuverlässigen Nachrichten meuterten' Anfang Oktober im Lazer Brokyan bei Nenyork drei Regimenter, die sich weigerten, für England und Frankreich zu kämpfen. Sinken der Preise. Königsberg i. Pr., 28.Tez. Hier macht sich jetzt unter dem Einfluß der Friedensverhandlungen in der Nähe der Grenze sowie in den benachbarten besetzten Gebieten ein starker Preissturz für viele Artikel sehr bemerkbar. Die Phantasiepreise für Zigarren, Spirituosen, Tee und Kaffee kommen ins Wanken. In Grodno und Kvwno ging der Kaffee- und Teepreis uni 4 Mark für das Pfund zurück. Ein Ercholg der Bolfchewiki. Petersburg, 27. Dez. (P.T.M.) In der Nacht zum 24. Dezember bemächtigten wir uns in Charkow gepanzerten Kraftwagen nach Abfeuerung zweier Kanonen Gegenwärtig befinden sich diese Panzerwagen in der Gewalt der Unsrigen. .Die Regimenter Tfchejrinski und Baturinski haben sich dem Sowjet angeschlossen. — Ter Kongreß der Eiftnbahner, der beauftragt ist, alle Fragen bezüglich der Eisenbahnen zu regeln, hat Lenin' zum Ehrenmitglied gewähll. Englische Zensur. Zürich, 28. Dez. Der „Zürcher Tagesanzeiger" meldet aus London: Tie englische Regierung weigertefich im Unterhau fe, ..eine Besprechung von Lord Lands downejsl Brief z u z u l a s s e n. Sch.6-Ziia.-Wohaiui8 m. allem H — 8s^ilflll1f!l>98flli!lllj|fl Zubeh. n.Bleichvl.n. Garten-1 ? 0 *, r , rt V!" 1,1111 - nf.r .. v.2Alleinitehenden«ohneKinder) in ruhiger Lage, 1. Stock, zu mieten gesucht. Schriitl Angebote unter 9391 an den Giegener Anzeiger erbeten. an eilsof.od.sv.ztt vermieten 230ä Aliccstraste 26, p. 2 fler. 6-Zimm. Wohnung, m. reich!. Zubehör v verm. Näh. 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Ruhe sanft, du treues Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 20. v. M. an seiner am 10. v. M. erlittenen schweren Verwundung unser heissgeliebter, braver, hoffnungsvoller Sohn, unser herzensguter Bruder Kanonier Wilhelm Wagner Inhaber des Eisernen Kreuzes il. KI. und der Hess. Tapferkeitsmedaille nach 12 monatiger treuer Pflichterfüllung in einem Landwehr-Fussarlillerie- Bataillon im blühenden Alter von 20 Jahren in einem Feldlazarett gestorben ist. ln tiefer Trauer: Heinrich Wagner I. und Frau Otto Wagner, z. Z. im Felde Sophie geb. Häuser Katharine Schmidt Georg Wagner, z. Z. im Felde nebst allen Verwandten. Leihgestern, den 28. Dezember 1917. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Ueberführung erfolgt später. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter sagen aufrichtigsten Dank Familie Ludw. Henß Familie Heinr. Henß Familie Carl Straub. 0Ä11I Den Heldentod fürs Vaterland tin jugendlichen Alter von 23 Jahren starb unser lieber SangeSbruder Ernst Müller Mnsketier in einem Res.-Juf.-Regt. Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen lieben, treuen Sangesfreund, dem wir stetö ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein Eintracht Steinbach. I. 93.: Pitz. Sletnbach, den 29. Dezember 1917. 68148 Bekanntmachung. Tic.Ausgabe der unterwertigen Wlurst erfolgt für btc 52. u. 1. Woche gemeinschaftlich für die.Bezirke 1—12 Montag den 31. Tezember 1917 in der: lekarrnten Verkaufsstellen. Gültig sind die Marken für die 52. und die 1. Woche. Gießen, den 28. Tezemder 1917. 9398B Ter 'Oberbürgermeister /LebenSmittÄ amt). _ Giessen, den 28. Dezember 1917. Allen denjenigen, die an unserem schweren Verluste teilnahmen, sagen wir hiermit herzlichen Dank. 08138 Fimilie M ItrBui Gießen, den 28. Dezember 1917. 9410 Verteilung von Kunsthonig. (Ausgabe Nr. 8.) 1. Auf den Bez-ugsabschnitt Nr. 8 d?r Lebensmittelkarte wird in den nLcl)steu Tagen durch die Kleiuhaudels- gefchäfteKunsthonig verausgabt. Tie BezugSabfchnitte sind in der Zeit vom 31. Dezember 1917 bis 4. Januar 1 9 18 in den .Neinhandelsgeschäften gegen Aushändigung des vvrgeschrie- limeu Bestellausweises, auf dem die Firma des Geschäfts, die Zahl der abgelieferteu Wschnitte und die vc ummer der Ausgabe anzngebeu sind, abzuliefern.. Wer l>eu Beziug-sabischnitt 8 nicht rechtzeitig abgibt, kann bei der Verteil urig! nicht berücksichtigt werden. 2. Tie Kfeinhandelsgeschäfte haben die Abschnitte auf Bogell aufzukleben und mit einer Aufstellung über die Gesamtzahl der vereinnahmten Wschnitte NS spätestens 6. Januar 1918 dem Stadt. LÄtensmittelamt zur Prüfung einzureicheil. Auf Grund der eingereichten Abschnitte erhalten die >tleinhandelsgeschäfte Bezugsscheine zuni Bezug der Ware durch einen Großhändler der Stadt Gießen. 3. Tie auf jeden Abschnitt entfallende Menge, sowie die Zeit der Ausgabe werden itocfr bekanntgegeben. Gießen, den 28. Dezember 1917. 9396B _Ter OberÄürgermeister (LebenSmittelamt). Ausgabe von Salz. (Ausgabe Nr. 7.) Die Ausgabe des auf den Abschnitt 7 der Lebensmittelkarte bestellten Salzes erfolgt in den Kleinhandels- schäften von M o n t a g d e n 31. Dezember 1917 ab. Auf jeden Abschnitt eickfallen 250 Gramm zuni Preise von 8 Pfennigen. Gi eß eil, den 28. Dezember 1917. 9397B _Der Oberbürg ermeister (Lebensmittelamt). _ für dir kiilWnkung drs Zttkallliiks elrktrislhcr Arbeit. ..In Ergänzung der Bekanntmachung des Reichs kom- mckfarS für die Kohlenverteilmlg über die Einschränkung deS Verbrauchs elektrischer Arbeit vom 2. Wvember 1917 iverden nn Einverständnis mit dem Vertrauensmann des Reichskommissars folgende Orts Vorschriften erlassen: 8 1. Ter Verbrauch gegen Entgelt abgegebener Elektrizität wird im allgemeinen auf 80 v. H. des Bezuges im ent- jsirechenden Morrat des Jahres 1916 eingeschränkt. Ist der Verbrauch im Vergleichsmonat aus besonderen Gründe:! außergewöhnlich hoch gewesen, so kann ein anderer Zeitraum zugrunde gelegt werde::. Stärkere Einschränkungen können im Einzetfalle insbesondere bei kriegsunwichtigen Anlagen und Betrieben, verfügt werden, desgleichen bei Abnehmern, deren Verbrauch in keinen! Verhältnis zu dem von gleichartigen Abnehmern steht. Bei bestimmten Abnehmern können Maßnahmen, wie stärkere Einschränkung oder Sperrung zu bestimmten Tagesstunden, angeordnet werden, die eine Verringerung der Belastungsspitze oder eine gleichmäßigere Belastung zu anderen Tageszeiten herbei führen. 8 . 2 . Verbraucher, die vor dieser Bekannt::!achung bereits Einschränkungen des Verbrauches elektrischer Arbeit vorgenommen hatten, können Berücksichtigung bei Durchführung dieser Bekanntmachung beantragen. Der Antrag ist mit Gründen versehen in doppelter Fertigung schriftlich bei dem Verttauensmann zu stellen. _ , c .. §3. tfür jede während der angeordneten Sperrzeiten oder trotz besonderer Warnung über die zugelassene Menge hinaus verbrauchte Kilowattstunde hat der Wnehmer an das Elektrizitätswerk zu dem tarifmäßigen Preise einen Zuschlag von 50 Pfennig zu entrichten. 8 4. Auf Neinverbraucher, das sind Wirehmer von elektrischer Arbeit mit einem Jahresverbrauch von höchstens 250 Kilowattstunden, findet die Bekanntmachung des Beremder 50er von 1866» Tiefberrübk setzen wir unsere Mitglieder von den: Ableben unseres Schriflführers gem Jo’ia« €äll?rs in Kenntnis und bitten, ihm — Sonntag nachm. 3 Uhr — zahlreich die letzre Ehre zu erweisen. Der Vorstand. Gießen, den 29. Dezember 1917. 9402V Recchskommissars über die Einschränkung des Verbrauches elektrischer Arbeck und diese Ortsvorschrift keine Anwendung. Trotzdem ist jeder Kleinverbraucher zu größter Sparsamkeit beim Verbrauch Llektrisck)er Arbeit verpflichtet. Wird in: Privatgebrauch nicht gespart und zeigt sich, daß die Nein Verbraucher mehr verbrauchen, als je nach der Größe des Haushaltes bei weitestgehender Sparsamkeit unbedingt erforderlich ist, so bleibt Vorbehalten, allgemein für Neinverbraucher Einschränkungen anzuordnen. _ . § 5. Die m § 1 festgesetzten EinschrLikungen gelten für alle Llbnehmer, insbesondere auch für die Abnehmer elektrischer Arbeit zu industriellen und anderen Mraftzwecken. Für Betriebe, bie besonders kriegsnotwendig oder im öffentlichen Interesse dringend notwendig sind, kann auf Llntrag, der bei dem Vertrauensmann schriftlich mit Gründen versekpen in doppelter Fertigung einzureichen ist, 'die Einschränkung des Verbrauches elektrischer Arbeit teilweise oder ganz außer Kraft gesetzt iverden. Für die Durchführung sind die vo:u Reichskommissar Dir die Kvhlenverteilung herausgegebenen Richtlinien maßgebend. , .8 6 . Für Abnehmer mit einem Anschlu ßw ert übdr 30 Kil-o^ :vatt kann eine Sperrung der Stromentnahme zwischen dem 16. Februar und 15. November in den Nachmittaasstunden von 5—7 Uhr und zwischen dem 16. November und 15. Februar von 4—7 Uhr angeordnet werden. Stromentnahme für Beleuchtungszwecke in: geringmög- licheu Umfange ist auch während dieser Sperrstunden zulässig. Ter Vertrauensmann ist berechtigt, eine Verschiebung der Mittagspausen um 1 [ 2 bis 1 Stunde anzuordnen. § 7. Neu hinzugetreteue Abnehmer werden bei der Zu- tellung nach gleichen Grundsätzen behandelt, wie die schon vorhandenen gleichartigen Abnehmer. 8 8 . Neuanschlüsse, sowie Erweiterungen bestehender Anlagen dürfen nur auf Grund besonderer Genehmigung be3< : Vertrauensmannes ausgeführt werden. Ter Vertrauensmann ist befugt, in außergewöhnlich dringe:rden Fällen Ausnahmen zuzulassen, solange dadurch die Leistungsfähigkeit der Betriebsmittel des städtischen Elektrizitätswerkes und der Ueberlandanlage nichl unzulässig beeinträchtigt werden. Für Neuanschlüsse über 10 Kilowatt ist die Zustim - mung der Ktiegsamtsstelle zu Frankfurt a. M. erforderlich. § 9. Tie öffentliche Beleuchtung der Sttaßen und Plätze wirdIveitgehend eingeschränkt. Jede besondere Beleuchtung von Schaufenstern nacki Geschäftsschluß ist verboten. Im Ladeninnern, in den Gastzimmern der Gast- Speise-, Schankwirtschaften Kaffeehäuser usw. muß vre Beleuchtung auf das Not wendigste beschränkt wetten. o , , § 10. Alle Anträge und Beschwerden, auch in den der Entscheidung des Reichskommissars für die Kohlen Verteilung vorhehaltenen Fällen, sind schriftlich in doppelter Fertigung an den Vertrauensmann zu richten. 8 11 . Ergibt sich in dem Stromversorgungsgebiet des Elek trizitätswerkes und der Ueberlandanlage die unbedingte Notwendigkeit, Einschränkungen des Verbrauches el-eftri scher Arbeit vorzunehmen, so hat der Vertrauensmann Re nach Lage des Falles erforderlichen Maßnahmen an, zuordnen. § 12 . Als Vertrauensmann für das Stromversorgungsge» biet des städtischen ElektrizitätsN.>erkes und der Ueberland- anlage habe ich deren Direktor, Herrn Stolte, bestimmt L 13. Wer ttotz besonderer Warnung mehr elektrische Arbeit verbraucht, als nach dieser Ortsvorschrist oder nack der gemäß 8 11 getroffenen Anordnung des Vertrauensmannes zulässig ist, oder wer sonstigen Bestimmungen dieser Ortsvorschrift, insbesondere 8 8, zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10000.— Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. 8 14. Tiefe Ortsvorschrift tritt am 1. Januar 1913 in Kraft. Gießen, den 21. Tezeml^r 1917. Ter -Oberbürgermeister: Keller. VersitßttUüMzcM. Donnerstag den 3. Januar 1912. «achmittaaS 2 Mir. werde ich zu (Sichen im Hofe Neustadt 55, Wirtschaft „Zum Pfau" ein im Streit befangenes Pferd lbraune Sture), zirka 6jährig, öffentlich, meistbietend gegen bar versteigern. 9408 Versteigerung bestimmt. SainiongeS, stellvertr. Gerichtsvollzieher in Gießen. BekmmtmachZmg. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berujsgenossenschast für das Gr. Hessen für das Jahr 1917 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 2. Januar 1918 bis zum 15. Januar 1918 auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüchedagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungs- srist bei dem Vorstände der land- und forstwirtschast lichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Ve- TÜcksichtigung mehr finden. Holzheim, den 28. Dezember 1917. Großh. Bürgermeisterei Holzbeim. Klotz. 9414 Schasweide. Zu der Gemeindeschafherde der Gemeinde Atzenhain können noch 5 0 Schafe (Hammel) untergetrieben werden. Bewerber wollen Angebote schriftlich bis zum 15. 1. 18 bei der Unterzeichneten Stelle einreichen, wo auch die Bedingungen einzusehen sind. 9419 Atzenhain, den 27. Dezember 1917. Großh. Bürgermeisterei Atzenhain. Erb. von Nniiguiiütcn. Möbeln, ganzen Elnrichiungen, Alteisen, sowie allen von mir geführten Artikeln. 8808 Louis Rolhanberger. Bullenmskarrf. Die Gemeinde Atzenhain beabsichtigt einen sSMMiM Simmentaler Bullen anzukaufen. Angebote sind an die Unterzeichnete Stelle einiureichen. 9429 Atzenhain, den 27. Dezember 1917. Großh. Bürgermeisterei Atzenhain. Erb. Voin 23. 12. ab fallen die Urlauberschnellzüge 123 Trier, ab 6*o vorm., Cvdlenz an 90-', Marburg ab 105 um., Berlin-Friedrichstraße an IW nachts, und A 124 Ber- lin-Friedrichstraße ab 702 norm., Marburg ab 536 nachm., Lob lenz an 857, Trier an 1113 nachts, sowie die D-Züge 125 Metz ab 4?-3 nachm., Lob lenz an 853, Marburg ab sZw vorm., Berlin-Friedrichstraße an 950 vorm., und D 126 Berlin - Friedrichstraße ab 7 M nachm., Pcarburg ab 413 vorm., Covlenz an 755, Metz an 1254 nachm., vorübergehend aus. A 123/124 und D 125/126 treffen letztmalig am 25. 12. in Marburg und Loblenz ein. Königliche Eiscabaüudirektion Frankfurt (Main). Am Montag mittag zwischen 4 —V 2 5 Uhr wurden ans dem Güierschnvpen zwei Kisten Biaarren irrtümlich auf- geladen, gezeichnet: 6. D. u. b. B. L O. Dem Wieder- bringer eine gute Belohn. Bahn-Sped. A. Lh nckcr» Am 1.Feiertag ein schwarzer Daunengürtc! verloren. Bille abzugeben 08173 _Sonnenttrgffe 1 ^crHerr,welch.am 2. Feier« ^ tag auf d. Liebigshähe den HnL irrtümlich verraus»cht hat, ist erkannt u. wirb gebet., dens. b'rLdvsrsir. HI umzut., andernf. Anz. erst. wird. Diejknigr Person welche am Sonntag morger die Geldtasche auf dem Wegc von Wieseck nach Gießen ge> funden hat, ist erkannt unt wird gebeten, dieselbe geger gute Belohnung bei Will, Friseur. Ääcßen, Neuen Baue l.abzugeb. 0318 and D&menabfetlunft. Montag bei* 31. Dezember lüotel Schütz, 0111 v ■ easion Bram‘35, Plcnon 3äno 22 Ziumer,IKittugs*a.iLbeii]Uiscb werden preisw. abgegeben Sek. Imhenser Hurkiplnlz 9—10. 20 Dutzend in schwerer Hausmacher' Qualität haben abzugeben 6ödr. Immenser 9386a Marktplatz 9—10. Achtung! LMWensitzM zu den billigsten Preisen, nur noch bis zum 1. Januar zu haben. lEarfctpIalz 17,212. Sindsntairg. Leitung: Hofrat Hermann Steingoettor Sonntag. SV.Dezbr. 1917, nachmittags SV* Ubr: Kinder-Borstellung Dör Lügenpeter Abends 7Vs Uhr: 81 Singspiel aus Goerbes Jugendzeit von Heinrich Spangenberg. 9ai c. FRITZ nOWHCK graue reinwollene Strümpfe, Socken und Füß- linge,schwarze Kinderstrümpfe in allen Größen Damen - Reform - Beinkleider in Wolle und Seide, Kinder-Reform-Beinkleider, blau, in Satin und Wolle. oo GO Nr. ;u> Awetter Blatt Setzener Anzeiger (General-Anzeiger siir Gderhefsen) 5amLtag. 21. Dezember \9\Z Aus und Gietzen, de 29. Dezember 1917. ^ Auszeichnungen. Dem Präsidenken der Hmrdels-- Herrn Geh. 5domimerzienrat S. Heichelheim, und dem Betgeorünelen der Stadt Giessen, .Herrn Geh. Koinurerzienrat L. Emmeltus, Wurde das allgsmeiue CS5I^rcnjeidiicu für Krieg s- verdien ste rer fielen. — Tor Schütze Ohck-ard R ü hl wurde mit der biliaren TLpferveitsmedaille auSgezeick/net. ^ LU Universitälsgottesdienft. Am Silvestertage, abends 6 Ulst, ftridet in der Neutnt Aula Universstätsgott^dienst svE T^Predigt Mt Herr Kirchmrctt Pro. O. Eck. — Anla tzlrch der Einrichtung eure. Universität-.-gotlesdüiistes in Eies^en werden einige Odachrichten über ühnlick-e Einrichtung^ an andern U-mmriitateii rnteressieren. Es besl-elen Universitäksgottesdienste in Borlrn, Bonn, Breslau, Erlangen, Göttiu.geu, Greissnxtld, Halle, Hndellwrg, Jena. Mel, Königsberg, Lcrpzig, Marburg, Münster, Rostock und Stvastburg, also fast an allen Uiriversttäten, die eine chüolvgische Fakultät besitzen. In Tübingen besteht eine entsswe- chende Einrichtung mit anderer Bezeichnung. Tiefe Gottesdienste bouehen teiluMs bereits seit Gründung der Universitäten Als die Uinversttat Münster 1914 eine evange'lischstüoEgisckie Fakultät ke- Mn, trat schobt auch ein Akademischer Gottesdienst ins Leben. ift ein solcher während des gegenwärtigen Krieges geschaffen worden. Teilweis stellen den Universitäten für diesetl Zweck ^.gene kmistiche Räume zur Beringung, teilweis benutzen sie dafür GottesMrser dor Kircksengem-e-inde oder die Univorsitätsaula. Der Züoeck dresor Gottesdienste ist selbstverständlich nirgends die Olb- wndcrung von der übrigen Gemeinde^ sondern die Schaffung von Gottesdienst«! dre den besonderen Behältnissen der Universitäten entspreckicn. Dabei ist in hervorvagender Weise an die Hunderts dmi Sttldenten ^gedacht, !die lediglich für die Semestermonate in der Universrtätssbadt wohnen nnd nicht im eiwntlichen Sinn Glieder der Kirchen gemeinde werden. Weim E 6'\ jetzt einen Uni- versitätsgottesdrenst einrichEet, alchtt es den..- - > nur das Beispiel aller anderen deutschen Universitäten mit ^oangelisch-tl^ologischer Fakultät nach, füllt eine Lücke aus, die viel mg schmerzlich bemerkt wurde und aus deren Bestellen besonders der theologischm Fakultät nidt selten bereits ein schverer Vorwurf genmcht wurde; auch neuert es eine alte eigene Einrichtulng. . ** Weihnachtsfeier. Am 24. Dezember 1917, nach- m t ta 3?J mytf .dand nt der Augenllinik die Weihnackstssher und Bescherung für die verwundeten und mtgeukranken Soldaten und Zivtlkranken statt. Neben dem üblichen Chorgesang trugen Lolovorrrage und Evtzelgefärtge unter Harmoniumbegletttmg zur Verschönerung der Feier bei. ZU zu Herzen gelinden Worten hwlt Lazavett-Pfarver Koch die Weihnachtspredigt. Kunstverein. Bei der am dritten Weihnab/sfmertrgi stattgefundenen Verlosung von Anrechtscheinen auf Kunstwerke fwl Nr. 1-200 Mark auf Mitglied Nr. 8 (Stadt Giesten) = m° ^^Ä^c^^lied,Nr. 193 (Kanimerrat von Löw zu Lrch), Nr. 3 --100 Atark aug Mitglied Nr. 186 (Geh Re- giermigSral Dr. Böckmann zu Büdingen), Nr. 4 = 75 Mark auf Mitglied Oh. 231 (Zahnarzt Dr. Nathan Hoddes dahier) Nr. 5 = oO ststtark auf Mitglied Nr. 200 Llrck,itett Erlist '^ch'nndt zu Gießen), Nr. 6 ---- 25 Mark auf Mitglied Nr 101 (Kaufmann Herniann Fuhr zu Gießen), Nr. 7 25 Mark au? Mitglied Oh-. 181 (Ingenieur P. Wilson, dahier), 9h. 8 - 25 Wt ■an? Mitglied Oh*. 166 (Kaufmann Wilh. Thons, dahier) Nr 9 --25 Mark auf Mitglied Nr. 112 (Geh. Hofrat Professor Dr Netto, dahier), Nr. 10 = 25 9Nark auf Mitglied 9h. 15 (Hauvt- steueramts-Koutrolleur Derheimer, dahier). Tie gegenwärtige Ausstellung bleibt nur noch bis zum 1. Januar geöffnet. Bon Mittwoch an wird die Olusstettung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde einnige Tage geschlossen. ** S tad ttbeater. Ta das Weihnachtsmärchen „Der Lügenpeter" für morgen, Sonntag, bereits au^vevkauft ist ist auf vielseitiges Verlangen für Mittwoch den 2. Januar, nach- wtttagz 312 Uhr, eine wertere Vorstellung des Werkes angesetzt wor- den. Tw Karten sür bte ( c Vorstellung werden von morgen, L-onnlag, ab im Barverkauf unmittelbar ausgegeben, da >vegen der Kürze der Zeit imb der anderen dazwischeEegenden Borste.stiMgen ein Zurücklegen von sparten in diesem Falle nicht möglich ist ** S ch w arz-Weifj!--The ater, Seltersweg 81. „Das mm am Fenster" betitelt sich der 1. Film der Meinert-Teteüiv- ^r^ 1918, der von heute ab zur Abführung gelangt. Außerdem enthält das Programm neben einigen Einlagen noch das Lustspiel „Die dret Hüte". Siche Anzeige. ori r m L i cht spie! haus, Bahnhofftvaste 34, wird vom 29. Dezember bis einschließlich 1. Jhfn ijar dass Dramc- „Gesaugens ** knrt Henmy Piortm in der .v-auptrolle aufgeführt. Ferner ^tthalt das Progranmr das LusiMA „Beilchgn Nr. 4" mit Arnold! Oireck. Siehe Olnzeige. ^ *">- D a s K r e i s b l a t t Oh. 2O6 eltthält Verordn mrgen i'lber; Tl-omasphosphatmehl, Kemizeihmmig von Waren, Verarbeitung! von Ohst. Landtreis Giestcn. ** Gr.-Buseck, 28. Dez. Ladeschyffner Ludwig Pfeiffer nebst Frau feierten am 26. Tezenwer ihre silberne Horl>zeit. Kreis Büdingen. .. ^ N i-eder-Mockstadt, 29. Dez. Das Eiserne Kreuz und dre Hessische -twpserkeitsnwdaille erhielt Wilhelm Krieger. — Ober-Mockstadt. Das Eisertw Kreuz er.-ielt der Infanterist Frcedrrch Klans. — Merkenfritz Das Kviegsehrenzeicl>cn in Elsen, srul^er das Eiserne Kreuz, erhielt der Unteroffizier Hhnrich ~ Eckartsborn. Die Musdtiere Otto und Heinrich Bechtold erhielten die .Hessische Taperke.t.me-daille, da.S Eiserne Kreuz erhielt Theodor Bechtold. Effolderbach Tie Hessische Tap^erteitsmedaille, früher das E ferne Kreuz, erhielt der Ere,reide Adolf Lenz. — Lind he im. Die .Hessischst Taherkeits- mädaille erlstelt Heinrich Kemps. — Himbach. Das Eiserne Kreuz, früher das Hessische Sanitätsverdienstkreuz, erhelt der Ä rankerlträger Fritz R ü h l m a n n. — Orleshausen Das Elferne Kreuz erhielt der Miller Adolf O st. — Wo l f. Tie hessi- «chr Kriegsntedailtt in Eisen, fnUr das Eiserne Kreuz, erhielt der Unterosrizi er Eckerts >— L a n g e n b e r g h e i nt. Das Oll' ge- mchue El-renzeicherl sür^ Tapferkeit erhielt der Kanonier Heinrich B re ld cn b ach. — R i nde r b ü ge n. Fürs Vaterland starb der Landltu rmMann Joharmes Kaufmann, Inl-abec des Ei erneu Kreuzes. Kreis SckwNen. 4t Schotten, 29. Dez. Das Eiserne Kaetiz erhielt der Elefr. Otto ^ren ker; die .Hessische Taperkettsmedail'e erhielten Unter- o.flzrer Josef Dapper und Fahner Karl Henrich. — Lau- Verein fti-r ckiem. Industrie „Friedrichshütte" stistete der Nationalstt^ttntg für die Hiwerbliebenen der int Kriege Ge alle- nen dre ^umme voll 3OOO Mk. üre;s Frieöderg. V i l b et, 29. Dez. Auf dem Bahnhof ivurden zwei junge Bnrichell aus Nlederdorselden verhaftet, die in ihrenl HeimatSor'e und m Gvonan zahlreiche Geflügel gestohlen inu in Frankfurt ver.anst hatten. Der Erlös aus dem Diebstahl wurde den Bursstim abgenommeil und den Beswbleneil überiowen. — Ein imiqc* Dienstnlädchm, daS feinem Hemn 1100 Mark gestohlen hatte wurde m dem Atrgenbltck überrascht und verhaftet, als es das Geld rm Keller verbergen fvollte. Starkettburg und Orheinhessen I. Darmstadt, 28. Dez,. Oöesteru abend entstand durch Mnder, die die Kerznr eines ChristbatiTnes gtrz-ünden wollten, ist emer Mansordentvohnung um Mathildenplatz ein B r a n d, de^ die gesamte Wohnungseinnckstnng der Tvei-Zimmer-Wohnung ver- mchtete und den Dachstuhl des Hauses stark gefährdete. Die Lösch-- aront der Feuerwehr tvar durch die stastke Ziauchentwicklung schr erschfpert. c Mainz, 29. Dez. Auf dein „Saude" fand ein Mvmbacher Schulknabe emen Lprcngkörper, deir er in der elterlichen Wvh- mmg zur Entladung brachte. Hierbei wurde ihm die linke Hand nahezu zerschmettert. Kreis Wettlar. . ^'.^>b?ch (Kr. Wetzlarh 28. Dez. Das Brüderchaar Fritz mtd Luowig Tasch wurde mit dem Eisernen Ksteuz ausgezeichnet Du'selbc Aus^etch-mng wurde dem Obergefteittn Wilhelm Da sch zmetl Der Geinetndevorslieher %. Ta s ch erhielt das Berdienstkreu- fur Zdrwgshtlfe. . - ü n holzhausen, 28. Dez. Gefreiter Kart Hels erhrclt das Eiserne Kreuz. ra. Wetzlar, 28. Dez-. Itegierungsbaumeister a. D. Dr. Formar, Vorfkand des Stadterweiterungsamtes' in Königs- berg wurde yum F>/Io7deten Beigeordneten' der .Stadt Wetzlar, gewählt. — Für sämtliche städtische Beamten wurden Deuerungs-' Zulagen nach dm staatlichen Sähen bewilligt. Hessctt-Nasjnu. ... ra- Biedenkopf, 28, Dez. Nach der lohten Boll^Wung über trifft dre Krersftadt Bwdentopf mit 3015 Bewohnern alle anoerm GemAnden des Kreises, .Es folgen rvckter Rddhenn.- Blchkrwit 1768 und Wällail mit 1733 Bewohnern. M>ehr als, 1000 Einwohner haben austerdeni noch Gladenbach 1513, Wald- . 0, Nau'chelm 1306, Hermannstein 1147, Weidenhausen 1108, Hatzfeld 1040 und Fellingshausen 1015. sc. Eltville, 29. Dez. Die Settfirma Höhl in Geisenheim von der Firma Matheus . I, Darm stad t, 29-. Dez. Auf ein zweihundertjähriges^ Belttven blickt im kommendsu Jahre der Knabenchor der'Grosth Schlotzkcrche, die älteste Ehorschule im Gwßherzogtum, zurück Er wurde rm Jahre 1718 von Landgraf Ernst' Ludwig ins Leben gertlfen zur Führung des Gemeindeaefanges und bestand hundert Jahre lang aus 6 Ehoriiten. lNit der Erweiterung der Liturgie wuchs die Zahl der Chorkiraben. Mehrstimmige Ehorgesange wurden eingeführt. Heut ezählt der mtter der Leitung des Hoforganiften Müller stehende Chor 52 Sänger I Darmstadt, 28. D^. Anläßlich des Weihnachtsfestes wurde an etwa tausend Angestellte und Arbeiter im Groüherzoa- tijm für p stickst treue Betätigung an Lieferungen für das Hoec das Hesirfch? Kciegsehrenzeicheil verliel-en. I Darmstadt, 28. Dez. Da die Beschränkung des Fliegeralarm^ auf orci Stgnalbomben sich, bei einem am 24. T-ezembar mittags er so lg tm Alarm als ungenügend erwies, nmrdc die frühere Alarmierung (1 -Ligicablombc in jedem der 7 Polizeireviere) wieder enigefuhrt. wurde zum Preise von 2000 000 Mk. Müller dahier migekauft. r. ßL a ”^ ur i K- M,, 29. Dez. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Vesten, dre zum erstenmal seit Kriegsbeginn zum Winterausenthalt wieder in der hiesigen Stadt weilen r U k .^018 ihr silbernes L>ochzeitsfest. Mit r, lc ? 1 auf oen Ernst der Zeit wird von jeder größeren Feier Abstand genommen. Gericdtrdacrl. l - 28. Dez. Der Schmied I. Roell van Klein-Stein heim oer van der hiesigen Staatsanwaltschaft wegen emes zwr.cheii Klein-Krotzenburg und Frosch- h a in en an_ einem Hausierer verübten Straßenraubs steck- bneftich verfolgt wurde, ist in K r eu z-W er t h ei m "festge- nonimen worden. — Lste vom Lxchwnrgericht gegen Michael audoliuus Sandcbcck aus Münster weocn UUS wmii|ia Jüt’öca Totschlags ittit) ^otsch.agverluchs ,ausge,prochene 15jährige -Zuchthaussttast hat mmmehr Reckstvkraft erlangt. NiL'ehUche rZ^cl-rrrchten^ & vm. Gottesdienst am Somrtag den 30 Dezember Stadtk, 91/2- Pfarrass. Liz. Rcuning. — Iohannesk Stehe Stadtt. — Ktrchberg. Vorm. 10. — Mainzlar Odachm. l\- 2 . 51U1, Katholische Gemeinde. > w . uutl IÄf(Y.Y OQ Sonntag d. ' NK d-B'Ä^Kongr.. I5’ a « - ©iaftwrai Gottesdienst am 30. Dez.: Laubach 10. 1 * «HaFsoothokraT» OMo': tmm Unabsrtr. s raschen ^'u. v.rzögl Wirxung Samstsg und Sonntag =Konzert= und |Humorist. Vorträge. Montag den 31 . Dezember grosse Sjvest erfgjgr Verstärkte Hauskapelle Irr iroMiii mit neues MM. Guten Punsch, Glühwein usw. Im Restaurant ist die Küche bis 12 Uhr geöffnet. Zugleich erlaube ich mir meinen werten Gästen und den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgebung für die so zahlreiche Unterstützung seit Eröffnung zu danken und bitte um weiteres Wohlwollen. Prosit Neujahr! MU C. Dürschinger. ichtspieShaiis ss Bahnhofstrasse 34 Erstklassige BHünstlerkapeile. .. bi» inkl. 1 . Januar Veilchen Nr. 4 Lustspiel in 3 Akten mit Arnold Rieck in der Hauptrolle. 9388a Wegen des zu erwartenden großen \ Andranges in den Abendvorstellungen bitten wir höfl. das titl. Pu I ItilllJI - - - n 1 ist und bleibt der Liebling aller Kinobesucher. blikum, nach Möglichkeit das un- gekürzte Programm in den Nach- mittagsvorstellungen besuchen zu \ . t v sollen. Die gesamte Künstlerkapelle i spielt bereits ab nachmittags 4 Uhr. ir - i iimmiimiimiimiiimmmiiiinmiiiiiimmmiiiiE Siiiimiimiimimiiimiiiiimiiiiuiiniimimimmii Cafe Amend Sumstae and Sonntag Künstler - Konzert Schwarz-Weiss -Theater = te si= Progronmi vom Samstag d. 29. bis inkl. Hontag d. 31. Dez. 1. Film der Iftolneri*Dete&tiv>S«rie 1918. Das Gesicht am Fenster! Ein eigenartiges Detektiv-Erlebnis in 4 Akten. Hauptdarsteller: 9390a 84 & n s üierendorf aisiiarry uiggs. Regie: Rudolf Meinert. Herbert Paulmiillery SW eiitt« Petri, Leo Peukert Siivesterfeier: Kaffee Astoria Moutas »ad Die»Stag abeud voa 7 l / a Uhr ab Militärkonzert. Empfehle vorzügliche Konditorei, sowie warme und kalte Getränke. 9412 Knrhaus iichelstadt i. Odenw. (Linie Hanau-Eberbach.) 8056s8 Behagl. Knrheisu für Nervöse nad Erholungsuchende ßnio Vnrßiiognng. Prospekt 9. San.-Bat Glgglfaarger. Sanatorium Lindenfels i. Od. zw. VarwslaLi LeläöUierg 4SS m.d. in ideal. Waidg.gsi forlervöss, ciiron. 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Zrau, Pfarrer i. R. Seriba, Eduard Krumm. Ludwig Bonner. Schreincrmeister Weigel u. Krau, Geh. KommerüenratHeichelheim, RentaintmannWeimer u.Frau. Kür den Vorstand der Äleinkinderbewahranftalt: 9403D) Schwabe, Pfarrer. % Bi© drei Hüte! Pikantes Lustspiel in 3 Akten. Herde! Acht ans:! Herde! Herde in jeder Grötze ain Lager. Kesselösen, Kessel- rümpfe. Kessel. Oesen. Rotte, Ringhafeu in ßionet Auswahl kaufen Sie bei 922i Wilti.Därbeck Naclif« <>83. ntpwtr. 6 Weiß-Weine: V« fl Tisehwelu 4.7b Lanbinhalmsr 5.09 1916er Nierstaise? 5.75 1915er Httdesh. Kiesling 6.09 1911 er Partenkelmer 6.09 1911ar 0ptifinb.8aektr8BarS.25 1911er Rbdoslnimer 6.25 1911 or Äisb. 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I. pStfoflf jt 5 ^10 ^20 ^40 sind zu beziehen durch die Königlich Preußische« Lotterie- Einnehmer in Giehen: Buchacker $iimn Legier Ncuen Baue 1f Walltorstraße 63 Süd-Anlage 5 Fernsvr. 877 Fernspr. 237 Sernspr. 82 Ziehungslisten 60 Pf. für 1. bis 5. Klasse bei freier Zusendung. 9264 Mücmciitc Slrntnanjlfllt jii Stuttgart, Lebens- und Nenterrverficherungö-Verein an's Gegenseitigkeit. Die mit Ablauf des 31. Dezember l. I. fällig werdenden Renten können von da an gegen Ueber- galie der mit Lebensbestätigung des Mitglieds und mit Quittung versehenen Renienscheine iConvons) ohne jeglichen Abzug bei dem Unterzeichneten Ber- treter der Anstalt erhoben werden. Soweit eilt Dividendemanspruch besteht, entfallen auf je eine volle Mark Rente 3 Pfennig Dividende. Beitrittserklärungen werden jederzeit evigegen- genommen in 6 evsa: bet der Unterzeichneten Zahlstelle Bank fftr Handel aad Inönstriß, aiie:lerlas3ang Giefian, Iohannesstrabe 1, als Inkasso und Am zahltlNgsstelle. 9383> MSZ6N UßZK^SKMSMZSßS Vormittags 10 Uhr bis abends 0 Uhr. Während der SfitSagsseit wjedecr 0 geöffnet« 9413a