m. 292 Blatt lex -irtzrner Änjffgtt erscheinl tdfllich, ander Eonntags. — Beilagen: Siebener.^amilßnblatter; KvesHtm für -eu Hrcis Sieden. vtzugepreis: monaU. Mk. l.20, viertel- jährlich Mk. 6 6«-: durch Abhold u. Zweigstellen monatl Mk. 1.1); durch diePost Mk. 3.60 vlertel- jährl. auSschb Bestellg. sternjprcch - Anschlüsse: sürdleSchristlrilunqI12 Berlag.^'-eschä'ks-steUesl Anschrist für Draltlnach- rnchten: Anzeiger Metzen. *(> 2 . Zahrgang Müwoch, *2. Dezember |9|Z poftschecllortto: Frankfurt a.M. U68f> Vankverkehk: Gewerbebank Gießen ZwillingsrunLdruck u. Verlag: Vriihl'sche Univ.-Vuch- u. Zteittdruckerei H. £ür«c$e. Schristteitung» Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. ’l. Annahme osn Anzeigen l. die Tagesnurnrner bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit Zeilenpresse: für örtliche Anzeigen 25Ps.,fürauswartlge 30 Pf., 'ür Reklamen Mk. 1.—; bei Platzvor- schrist 20°/ o Ausschlag. Hauptschriitleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadl und Land,Ver>nischtesu.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sä int l ich in Gießen. (WTV.) GroßesHauptquartier.ll. Dezember. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ru pyrecht. Jir Flandern und von der Scarpc bis zur Somme entwickelten sich am Nachmittag vielfach lebhafte Artttterie- kämpse. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Die Feucrtäligkeit war auf der ganzen Front rege. In überragendem Vorstoß hollen Sturmtruppen iwrdsstlich von Craonne zwciundzwanzig Franzosen aus den feindlichen Grä- beu. Auch in anderen Abschnitten wurden in Ertundungs- gefechten Gefangene eingebracht. Starker Einsatz der Fliegerverbände. namentlich! an der französischen Front, führte zu heftigen Luftlümpfen. unsere Gegner verloren elf Flugzeuge und einen Fesselballon. Oestlicher Kriegsschauplatz. ^ Nichts Neues. Mazedonische F r o n t. Keine größeren Kampfhanblnrgcn. Italienische Front. Zu beiden Seiten der Brenta und längs der unteren Piave zeitweilig gesteigerte Artillerie ätiglnt. Der Erste Generalchiart ermcister L u d e n d o v j f. Der Abeudbericht. B-erlin. 11. Dez., abends. (WTB. Anttlich.) In einzelnen Abschnitten der italienischen Front erhöhte Feuertätigkeit. Von den anderen Kiüegsschauplätzen nichts Neues. Einige überraschende und nicht ganz klare Meldungen aus Rußland müssen tmcbcr einmal unser Nachdenken ho schuftigen. General Dscherbatschew soll danach als Oberbefehlshaber mit der Vollmacht betraut toorden sein. Fr iedensVerhandlungen einzuleiten, und zwar unver dein Einverständnis der Enterbte, jedoch nur für die russische Front und unter der Bedingung, daß die russischen Sxeoc von der Front vorläufig keinen Schritt zurückweichen. Offenbar sind die Veröffentlichungen solcher Worte gcgen- wartig nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Vorläufig handelt es sich nur um Waffenstillstands-, keine Friedens- verhanDlungen. In einer andern Meldung heißt es, die Rufserr hätten schon mit der Demobilisierung begonnen. Das würde also bedeuten, daß sie über das Einverständnis oder den Widerspruch ihrer Verbündeten hinweggeschritten sind. So viel ersehen wir aber aus allem.: die Beziehungen zwischen Rußland und der Entente siird noch nicht abge- l>rochen, sondern sie werden durch allerlei künstliche Wiederbelebungsversuche der Engländer aufrechterhallen. Man gibt in London die Hoffnung nicht aus, doch noch einmal .in Petersburg einen Regierungswechsel zu erleben, der den Bestrebungen der gesamten Eittente günstiger ist. Von einein guten Einvernchmen der englistl)-en Diplomatie mit der maximalistischen Regierung ist natürlich feine Rede. Die Kluft ist zu groß, das Mißtrauen auf beiden Seiten nicht aus der Welt zu schaffen. Man „beriecht" sich gegenseitig, sucht sich auszunützen,' und einer will dem andern die Waffen aus der Hand schlagerr Der englische Botschafter Buchanan konnte gegen die Absichten der gegenwärtigeil Regierung ganz ungescheut öffentlich Slimmung machen. Trotzki und Lenin lassen ihn gewähren, vielleicht weil sie aus solchen Verö-sfenttichungen nichts befürchten, oder lrur eine fortschreitende Erklärung in ihrem eignen Sinne er- warte-lr. Der Engländer vertritt ja zu offensichtlich rein egoistische Interessen, als daß seine Ernb-läsereien Erfolg haben könnten. Wir sehen aus seiner Rede, daß die russische Bolksstrmmung dem englischen Bundesgenossen sehr ungünstig gegenüber steht, und Herr Buchanan bemüht sül>, den Russen zu zeigen, wie viel schlimmer sie dastünden, wenn England nicht in den Krieg eingegriffen hätte. Er malt ihnen aus, wie dann die deutsche Autokratie längst über Rußland und Europa herrsche. Aber die Ur- saä-en, die Schuldfragen des Krieges? Es wird auf dem weiten Erdenrund immer offensichtlicher, daß England die treibende Kraft zum Kriege war. Daß es sich jetzt so stellt, als habe es uur um der schönen Au-Mi Rußlands und allgemeiner Ateschlichkeit'willen in den Krieg eingegriffen, tv-ird ihm bei den Russen wenig nützen. Es war fiir diese selbstverständlich, daß der große Bundesgenosse sich auch selbst Mi seiner Kriegskeule in den Kampf stellte. Aber die Kräfte reichen eben nicht aus! Und die englischen Kriegsziele stehen im umgekehrten Verhältnis zur militärischen Leistungsfährg- leu der Entente. Die schwachen Schultern eines Buchanan werden das Unvermeidliche nicht aufhalten. Heute ist der Jahres.«ag des deurfchen Nrredensvor- schlages! Einige zisfermaßige Angaben über die Entwick- lUTig der Lage seit diesem Zeitpunkte haben wir schon wiLderZcigebew Abe miL^cu0sck>en Fachtritiler sliimnen darin uwereür, daß unsere Lage heute weit günstiger ist als vor nnem Jahre. England l>at seine Aussichten, die U-Boot- ^afts der Deutschen erobern zu können, endgüttig aufgeben müssen. Generalleutnant v. Ardenne bespiegelt im „Berl. Tagebl." die neuen Mögtichkeiteu auf dem italienischen ^vegsschmrpkatz:. „Tuvck) den Sieg, den Feldmorschall Conrad ixm Hötzendorff ^r^rber am Südrand der Venetiantscben Alpen er- rangen hat, wird dre An-grisfsarbeit der letzten Wochen gekrönt Lage der italienischen Armee an oer Piai^ noch ^serveZchlnnmert. Du Biv.iatvmi iitreo Nordslü^ls eriimcrt tft im ^ ore nagender Fluten bereits mlternxrfchen m uns \tine -oaltbarkert mrr noch miitfam b^oabren £xm. s Xrd(M « te SÄKtatÄmi» e ät SS U:KZÖ ^: e-N'-n !oW*n (ttt nach de:i bisherigen Einbußen er itallelli- tL LLklwm n^rr Wj lmri> Die ffe 1»-, SW- "^6 Nruz ö/vUich ho^e Zahl an Ge^airgenL« läßt *u- dem vernruten, daß der nnoralisch.; Hall mich in der italienischen Nordarmee nicht überall der gleiche ist, wie ihn. *. B die topTecc Besatzung des Moirte Castelgvmberto vor ihrer Kapivllation bewiesen hat." Major Moraht betrachtet die netteste Erklärung des Grafen Czernrn über österreichisch-^ltngarische Wassenhilfe auf anderen Kriegsschrcuplätzen: „Dazu ist eine schwere Wolke im Anzuge. Die Wassenbrüder- schaft, welche Graf Czermin für die Westfront proklannerte, jenes rückhaltslose Bekenntnis von der Treue Oesterreich-Ungarns, welche nicht medriger dastehen will, als die Treue Deutschlands, stellt de^l Franzosen in erster Linie in Aussicht, daß sturmerprobte Truppen der Tonaurnonaräne an der Westfront Schulter an Schulter mit uns um den Sieg ringen werden. Wenn im Verlauf des Krieges der Oberste Kriegsherr Deutschlands oder Hinderrburg die Wafteirhilfe unserer Heere gegen Rußland den Bundesgenossen in Wien und Budapest in Aussicht gestellt hatte, so erfolgte auch bald ein wuchtiger Anmarsch und ein kräftiger, überraschender Schlag, der den -Russen aufhielt, seine Linien durchbrach, aufrollte und zurücktrieb Wir brauchen wirklich nicht daran zu zweifeln!, daß den Worten diesmal auch Taten folgen werden." Schließlich möchten wir noch eine Zusammenstellung wiedergeben, die Generalleutnant v. Ardenne, wie er sagt, auf Grund autoritativer Quellen, über die Gesamtverluste der Entente gemacht k>at. Seit Kriegsbeginn hat die Entente 18 Millionen Streiter an Toten, Verwuride- ten und Gefangenen verloren, und zwar die Russen 9 500000, Franzosen 4 400 000, Engländer (ausschl. Inder) 1 600 000, Jtalrencr 1 fXX) 000, Söer.gicr 240 OOÜ, Serben 'XX) 000, Rumänen 300 000. -"VW»*» —. —- Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird egsschauplatz. Wien verlautbart: Oestlicher Kr Waffenruhe. I t a l i e n i s ch e r K r i c' g s s ch a u p l a tz. JmPiave-Mündungsgehiel versuchte der Feind ohne Erfolg die vorgestern eroberten Gräben zurück- zngewinnen. Der Chef des Generalstades. Ereignisse zur See. In der Nacht txm 9. auf den 10. Dezember ist S. M. S. „Wien" durch feindlichen Torpedoangriff versenkt worden. Fast die ganze Bemannrmg wurde gerettet. Flottenkommando. Das Appassimgsvennsgen der Eiltente. Kopenhagen, 11. Dez. (WTB.) Meldung des Vertreters vom WTB. Tie r p s s i s ch e D e m v b i l i s a t i o n hat bereits begonnen. General Tscherbatschcw, mit Unterstützung der Alliierten zum Oberbefehlshaber ernannt, achtelt Voll machten mit Deutschland Fr ie de n s ve r Handlungen ein Buletten; sÄwch salben .die Untelchandlungen nur für die russische Formt gelten. Kopenhagen, 11. Dez. (WTB.) Funkspruch der r u s s i s che n R e g i e r U u g in Zarskofe Selo: Der Rat der Ve-ll's- kmnmisscrre wird voraussichtlich während der FaredeirsVerhandlungen die Vorschläge und Aeußermr-gen der Vertreter der kriegtMaendcn Mächte den Truppen der verömrdeten .'und feindlichen Völker sofort durck) Funkspamch mitteileu. Dergleichen wird auch der ganze Gwrg der Verhmrdlmrgen übermittelt werden. Laut nachträglich äingelaufeuen Nachrichten haben die Verbündeten prinzipiell ihr Einverständnis zur Eröffnamg von Berhcptd'lungen über einen W a f f e n st i l l st a n d uusererseits erklärt, bei deneri sie jedoch tricht rrur unsere Front, sondern auch die ihre in Betracht zögen, und «unter der Bedingung, daß wir auch nicht um einen Werst zurück- gähM und den deutschen Trnvlien keine cNahrimgsmittel liefern würden. SBöin gestern in Mrode gestellt wurde, daß sich die Verbündeten mit dei^ 2Lv'fensllllstandst>ertandlun^aster Buchanan empfürg die Vertreter der ru s st scheu P r e s, e. Ec bcgrüs^e die GelUenhüt, ari die russische Demokratie gegenüber denjenigen appeltteren zu können, die von der britischen Politik eine absichtlich falsche Darstellung geben. Er versickierte den Pressevertretern die Teilu^me Cmglands für das russische Volk, das durch die schweren Krieg.osifer imd al.genieine Desorganisation, die die uuvermeidlick>e Folge der großen Unrwäl- zung dieser Revolution sei, erschöpt sei. Ter Botschafter sagte: „Wer “frrben keinen Groll, und es gibt nickü ein Körnchen Wahrheit in den Berickstan, daß mir für >den Fall, daß Rußland einen Sonderfrieden schließt, irgendwelche Strafen oder Zwangsnm^ nährnen in Erwägung ziehen. Tie Tatsache, ^daß der Rat der Voll - kommissare Verhandlungen mit bem Feinde ohne vorhergehende Beratungen mit den Verbündeten eröffujet '/at, ist >ein Bouch der Vereinbarungen vom September 1914, über den ,vir uns mit Recht beklagen. Mr können keinen Augenblick die Gültigkeit der Behauptung anerkenn«:, daß der mit der aut:>watisckien Regierung geschlossene Vertrag keine bürdende Kraft für die Temokoatie haben teil, denn ein solcher Grundsatz würde, einmal angenommen, die Stabilität aller internationalen Abmachungen untergraben. Aber wenn wir mich diese neue Lehre zurückweisen, so wünschen wir doch nicht einen Verbündeten, der nicht mehr mittun will, zu veranlassen, weiterhin seinen Teil zu den gemeinsamen Anstrengungen beizutvagen, indeni wft auf die Rechttc des Vertrags pochen Xman fuhr fort, die englische Rmierung wünsche ebenso wie die russische TemöSralie einen demokratischen Frieden. Der Rat der Äolkskommissare irre aber, tvemi er glaube, diesen Frieden dadurch sichern zu können, daß er einen sosortü^en Waffenstillstand fordere, auf den daim die Vereinbarung zu' folgen hätte. Gegensatz dazu wünschten die Miierten, z-uer,tz zu einer altgeniei teilt würden. Tie Berl-andlmigeri werden aber mit der deutschen Autokratie, nicht mit dcm deutschen Bolle gefühtt. Ist es wahr- fckieinlich, daß Kaiser Wilhelm, wenn er einmal sicher ist, dcch oie russische Armee als Kanipfeinl)eit aufgehört hat zu existieren, einen dauerl-aften demokcatisckM Frieden unterzeichnen wird, loie ihn das russisch? Volk will? Ter Frieden, den er plant, ist ein deutscher imperialistischer Frieden. W>enn die Alliierten auch keine Vertreter zu den Wasfenstülsmudsvert)andlnngen schicken können, so sind sie doch bereit, sobald eine dauerhafte, dem Willen des russischen Voltes entsprechende Regierung gebildet ist, mit dieser Regierung die Kriegsziele und die möglichen Bedingungen eines dauerhaften Friedens zu prüfen. Ws dahin erweisen sie Rußland den wirksamsten Bei stand, indem sie die gewaltigen deutschen Armeen an ihren Fronten aufhaltcm. Buchanan erklärte, daß ohne die britisch,: Flotte und ohne die britischen Armeen Rußland heute Deutschlands Vasall sein und in Europa die Autokrcftie herrschen würde. Hätten wir abseits gestanden, so hätte es keine Revolution und keine Frecheit für das russische Volk gegeben. Der Botschafter sprach von dem aufrichtigen Wunsche der Engländer, Rußland in der Stunde der Krise beizustechn, während kein Tag ohne einen ybitterteit Angriff der jetzigen Regierungspreffe am Großbrilannren vorübergehe. Man könnte glauben, Großbritannien' sei ^ der Feind, nicht Deutschland, und daß Großbritannien den Krieg firr eigene kapitalistische und imperialistische Zwecke her- vorgerufen hode, daß e% für das Blutvergießen verantwortlich sei. Buchanan kam darauf zurück, daß Rußland w.hne die britische Flotte und Armeen heute der.Vasall DeMschlands'wäre, und fuhr sott: „Wären iprr darum nicht berechtigt, ^den Anspruch zu erheben. als freunde behandelt zu werden und nicht pöbelhaften! Angriffen ausgesetzt zu sein? Lenin stellte uns aus. eine tiefere Stufe als die Türken, denen er, ohne an die schrecklichen Massakres zu denken, Armenien ausliefern will. Die Lage der britischen Untertanen in Rußland ist nicht beneidenswert. Sie werden augenblicklich zum Gegenstand von Angriffen gemacht oder mit Mißtrauen betrachtet. Es gibt kernen Grund dafür, es sei denn, daß es ein Verbrechen sei, sein Land gegen Verleumdungen von deutschen Agenten zu verteidigen." Schließlich dankte der Botschafter der^rnssischen Demokratie und sagte: „Ich wei.ß, daß Ihre Führer aufrichtig wünschen, Brüderlichkeit zu schaffen, aber die gegen Großbritannien gerichteten Versuche und Reden, die mrter-, nommen wurden, um in unserem Lande die Revolution enzu- j zetteln, haben dasftbritische Volk nur zu dem Beschluß veranlaßt, den Krieg zu Ende zu kämpfen. Sie haben es veranlag, sich um seine jetzige Negierung zu scharen und es bestärkt." Zu Buchanans Aeußerungen ist folgendes zu bemerken: Wie man sieht, hält es die Entente für klüger, gute Miene zum bösen Spiele zu machen. Sie läßt scheinbar in edler Bundestreue alle EigenmächtigkeiLn des russischen Bundesgenossen über sich ergehen. Sie hat erkannt, daß die unentwegte V^ckolgung des Friedensgedankens die Stärke der heutigen Regierung in Rußland ist, und so schwenkt sie ein und ist diesem Gedanken gefolgt, um der Regierung den Wind aus den Segeln zu nehmen, sie zu schwächen und, wenn möglich, durch eine Regierung zu ersetzen, die ihr wieder gefügiger ist. Das Manöver ist zu durchsichttg, um nicht erkannt zu werden. Erreicht wird der Zweck, die Friedensbewegung in Rußland aufzuhalten oder eigenen Zwecken dienstbar zu machen, hoffentlich nicht. Gegenüber der Verdächtigung, als ob wir verantwortlich seien, braucht nur auf die Reichs tagsrede desj Reichskanzlers hingewiesen zu werdeist in der dieser ausdrücklich betonte, daß die russischen Grundgedanken kein .Hindernis für den Frieden bieten. * Eine Erklärung Fapan». Kopenhagen, 11. Dez. (WTB0 Funkspruch der russi^ jchen Regierung in Zarskoje Sselo: Der japanische Gesandte teilt mit, daß Japan weder die Absicht gehabt habe, nocb haben werde, Rußland den Krieg zu erklären. Ein Mitglied der Gesandtschaft dementierte das Gerücht, nach dem zwischen England und Japa'.r ein Vertrag bestehe, laut dem Japan, falls Rußland mit Deutschland einen Separatfrieden schließe, an Rußland den Krieg erklären würde. * Die Zinsen der russischen Schuld. L o n b o n, 10. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus..Laut einer Bekanntmachung können die Inhaber der russischen üprozentigen R e g i e r n n g s-A n - leihevon 1906, die Talons zum Bezüge von neuen Zinsscheinbogen eingereicht haben, gegen Vorzeigung der für die Talons ausgestellten Empfangsbescheinigungen die Bezahlung der am 1. November fälligen Zinsen bei Baring Brothers in London erlangen. Die neuen Zinsscheinbogen sollen dann ohne Zinsschein vom 1. November ausgehändigt wer- den, wenn sie aus Rußland eingetroffen sind. * KerenSki. Stockholm, 11. Dez. Ter frühere russische MiiristerprLsi> . denk Kerensn ist dem Djan zufolge in Ssaratow zum Mitglied der verfassunggebenden Versammlung gewählt worden. Russische Pressestimmen. Petersburg, 9. Dez. (WTB. Nichtamllich.) Meldung der Petersburger Telearaphen-Agentur. Tie übelwollende bürgerliche Presse, sagt das Organ der Bolschewiki „Prawda", freut sich, . «?" dre Regierung mcht im Verlauf von wenigen Tagen röten . Waffenstillstand erreicht hat. Es ist eine schamlose Lüge, zu sagen, daß wir versproa-en hätten, binnen' wenigen Tagen den Frieden zu erlangen Tie Unterbrechung der Besprechungen lim eme Woche- i?% n Völkern der Alliierten helfen, ihre Regierungen zuv KEuahme an den Besprechungeii zu zwingen. Das ist von den VoWmassen in Frankreich, Italien, Belgien und Rumänien ab- hanmg Tie gebeuteckige Auffassung der Regierungen der betteffen- den Länder wird sie m den Augen ihrer Völker brandmarken Tw Mern vom Präsidenten Wilson gehaltene Rede und die Erllarung des ttanzosffcteu Botschafters Noickens' zeigt, nach An» sicht des Organs des Rates der Bauern und Arbeiter m Petert- ^r^Wsickst, den Krieg der Regierungen England^ Frank- LÄ?{ m< ^ fa t cB a" f0 lme den ^r deutschen Regierung noch mW l 5 n bie t £Q3l 9e zu ziehen. Ter Zusanimenbruch Vep grens, Serbceils, Monteiregros und Rumäniens bringt die Alliier- a v ^ Unsere Soldaten, die den Feind unter un- ^ emer Front von 1800 Werst zurückgrhalten emenicn Bereinbarung in UebervichXcm nvmg mit ihren ecAärlen Zielen zu gelangen und formt einen Waff-Drsblllstand anzustreben. Bis jetzt sei iwchi kckn Wort von irgendeinem deutsche Stcurtsmamie geäußert nwrde.,, t dem hnvorgehe. daß die JfonLe der ruffisch-n Demo- heiie vo> bei ittäen Kaijer oder von der deutschen Regierung ge- haben, werden geschmäht. Es ist immer derselbe Kehrrrön'- "Krte bis zur Superrmgc Wie oft sollen dem Kriegsgott nock- TaufWÜ von MensIlleben geopfert toerden? 1 ^vas Matt der Menschewik, die „Fackel" glaubt daß di !^/brbrechung der Kampsl>andlungen im Ausland während 10 Ta Verhältnissen führen werde. Der Trrt fo- Uefouernkomlnens betvepe es. Punkt 5 des UebereinkommeiZ deute, daß die Deupck>en tatsächlich in der Lage seien, Truppen d •effcÄitc Menye nach MK Mgqt Orten m b et ö rte m . Wenn der Befehl mit Beförderung an die französische Front gegeben teerte, ton maxie daS feftAellen können und wie! m Die tunt Flagge de» unabhängigen Finland». Kopenhagen, 11. Dez. (WTB.) „National Tidende" meldet aus Haparauda: Der Verband der Schiffskaplläne in Helsingsvrs erörterte m einer Versammlung die Frage der neuen Flagge des unabhängigen Finlands. Man einigte sich auf eine Flagge, die auf rotem Grunde ein gelbes Kreuz Mit neun weißen Sternen im oberen linken Felde zeigt. Die russischen Brieftwarkeu such schon seit dem 15. November durch finnische ersetzt. Kopenhagen, 11 . D^. (MTV.) „Berlingske %\? deute" berichtet aus Stockholm: Die schwedische Presse tritt dafür ein, daß Schweden als erstes Land Finland als unabhängigen Staat anerkennen müsse. Die zukünftige Lage des finnischen Volkes hange davon ab, wie Schweden sich ihm gegenüber verhalten werde. Der Waffenstillstand mit Rumänien. Basel, 11. Dez. Nach einem Londoner Havastericht befragte im Unterhause der Deputierte King die Regierung über die Lage Rumäniens. Balfour antwortete: „Ich kann nicht mehr sagen, als daß die tapfre rumänische Armee durch Umstände, die sich unserer .Kenntnis entgehen, gezwungen wurde, einen Waffenstillstand abzuschließen. O Die Engländer in Jerusalem. Haag, 11. Dez. Reuter meldet ans London: Im Unter- Hause trabe Bonar Law mit: General Allenby meldete, daß seine Truppen am 8 . Dezember die feindlichen Stellungen südlich und westlich von Jerusalem angriffen. Truppen aus Wales und England rückten ans Bethlehem (im Süden der Stadt) vor. Sie drängten den Feind zurück und marschierten im Osten an Jerusalem vorbei. Sie besetzten eine Stellung ans dem Wege von .Jerusalem nach Jericho. Gleichzeitig griff , englische Infanterie und Reiterei. die von ihren Pferden abgesessen! war, die starken feindlichen Positionen westlich und nordwestlich von Jerusalem an und stellte sich an beiten Seiten des Weges/ von Jerusalem nach Sichern ans. Die heilige Stadt, die auf diese Weise von ter AuMnwelt abgeschnitten war, ergab sich Allenby. Engüsche politische Beamte, der britische Gouverneur der Stadt, ferner englische, französische, italienische und indisch-mohameda- ursche Bewachungstruppen sind unterwegs, um die Stadt zu schützen und die heiligen Orte unter ihre Bewachung zu stellen. General Alleuby schlägt vor, morgen offiziell ftr die Stadt einzurücken in Begleitung ter Kommandanten der französischen und italiemjchen .veeresabtellung und der Spitzen der ftanzösischen/ politischen ?Nission. Die Eroberung von Jerusalem hat sich verzögerte da man tee größte Sorge anwandte. um eine Beschädigung ter heiligen Orte und ihrer Umgelnmg zu vermeiden. Au der Einnahme von Jerusalem sagt die ,Kölnische Zeitung": Man mußte schon seit einiger Zeit mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß Jerusalem in englische Hände fallen würde. Die militärische Bedeutung der Heiligen Stadt war nicht so groß, um einen barfrtacfrgen WLerstand in ihr oder bei ihr zu finden, der leicht zu einer Zerstörung der vielen den verschiedenen monotheistischen Bekenntnissen heiligen Oeräichkerten und Erinnerungen führen konnte. Zweifellos stellt die Tatsache einen höchst beachtenswerten britischen Erfolg dar. der mir allen Mitteln ausgenutzt weiten wird. Die türkische Verteidigung wurde durch die Rücksicht auf die mögliche Schonung dar Stadt in ihrer Kraft beeinträchtigt. Außerdem war der Besitz Jerusalems für die Heerführer auch keine Lebensfrage, die um jeden Preis gelöst werden.mußte. Tie allgemeine Lage kann stch derart äntern. daß auch Jerusalem Meter irr türkische Gewalt kommt, ohne daraus einen Schauplatz von Kämpfen mit Zerstörung und Blutvergießen zu machen. Man darf auch erwarten, daß die Furcht vor ter öffentlichen MeinuTrg die EnMnder abhalttn wird, an dem Besitz der Mittelmächte m Jerusalem, den Werken der nationalen Liebe und tes Glaubens zu rütteln. Die Lage in Portugal. Lissabon, 11. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Herdas. Die Ruhe ist wiederhergestellt. Die Regierung hat entschieden, daß das Parlament aufgelöst wird. Sie forderte den Präsidenten der Republik auf, zuruckzutreten. Da dieser sich weigerte, wurde er ersucht, sich als verhaftet zu betrachten. * * " Italienische Kämpfer. Berlin, 11. Dez. (WTB.) Ein charakteristisches Beispiel, daß das ita lien i sche Vo lk nichteinmalweiß, wofüresindenKrieggehetztwordenist, gibt der Anfangeines erbeutetenBefehlsNr. 68des 121. Vat- taglione Presidiatto, datiert Ospedeletto April 1917 (der Tag ist nicht ausgefüllt). Er lautet: Persönlich. Für die Herren Offiziere und die Herren .WmpagnftfÜhcer. Beim Besichtigen ter einzelnen Kompagnien fiel mir auf, daß viele Soldaten nickst wissen, aus welchem Grunde unser Vaterland Krieg führt. Ja, einige Mißten nicht einmal, wogegen sie kämpfen sollten und welches unsre Feinde sind. Major und Bataillons-Kommandant. 5 eekr«eg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 10. Taz. Eines unserer U-Boote hat im Atlantischen Ozean Treuerdings 12 00 0 BRT. Schiffsraum versenkt. Zwei der vernichteten Dampfer wurden aus Geleilszügen herausgeschossen. Ferner wurde der bewaffnete amerikanisch« Dampfer „Aktocon" (5000 BRT.) auf ter Fahrt von Bordeaux nach Lkmerika versenkt. Der Chef des.Admiral stabes ter Marine. Berlin, 11.Dez. (Amtl.) Eines unserer U-Boote hat im Atlantischen Ozean neuerdings drei Dampfer und einen Segler vernichtet, und zwar den englisck)en Dampfer Flaona mit Hafer, den englischen Schoner Com>- vium mit Grubenholz, sowie zlvei größere bewaffnete Dampftr. Der Chef (des Admiralstabs ter Marine. * Madrid, 11. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Ha- vas. Der spanische Dampfer ,,C l a ud i a", der mit einer Ladung Phosphat, die nach. Bilbao bestimmt ist, ans Amerika zurückkehrte, ist t o r p e d i e r t worden. Das Schiff konnte mit eigener Kraft einen Haftn erreichen. Das versenkte Artitterievnaterial. Berlin, 11. Dez. Wielch beträchtliches Llttilletteniaterial den Feinten durch die Tätig-gell unserer U-Boote für immer «ll- z-ogen^vftd, geht daraus hervor, daß eines unserer kürzlich vott einer Fernfahrt im DdittÄmoere zurückgekehrdan U--Boote aus seiner Reise nicl-t weniger als zehn Geschütze mit ten verseickten Schiffen in die Tiefe sckstcken konnte. S>weck bisher bekannt, sind seit Beginn des U-Boot-Krieges allein bis $mu 1. Oktober d. I. nicht weniger als 1116 (beschütz e mit feindlichen Handelsschiffen versenkt, wÄrreud 29 Geschütze von unseren lteBvven terteicket werten flwtTtten. Zu diesen bekannter Verlusten kommen auch noch die Einbußen an Attillerie ter sehr großen Anzahl unbekannter versenkter Dimpfer. Außer den Geschützen versinkt mit den Dampfern natürlich auck) die zu ihnen gehörige Adunition. Anstelleall jener Sch'ffsgeschütze und zugeröger Munition hätten hatten Waffen- und Munitionssabttöen ter Gegner entsprechend mehr Material für den Landkri ogherslellen können. Sck^! ießlich wird zur Bedhearung tel' Geschütze bedcäckstliches artilleristisches Personals benötigt, das mt Lmck» Verwendung finten würde, wenn es nicht aus den Handelsschiffen fahren müßte. preußisches Adgeorünetenhau;. 105. Sitzung, Dienstag, 11. Dezember 1917, IIV 4 Uhr. Einige Rechnungssachen wurden olme Aussprache erledigt und sodann die erste Lesung ter Wahlrechtsvorlage ftrtgei'etzt. Abg. Dr. P 0 r s ch (Ztt.): Wir. stimmen dem Antrag des Abgeordneten Korfantv, die drei Vorlagen einem Ausschuß von 35 Mitgliedern zu überweisen, zu, dmuft die polnische Fraktion in ter Lage ist, einen Vertreter zu entsenden. Abg. Tr. Ludewig (uatl.)* Wir wünsclien die Uebenveisung ter Vorlage an einen einzigen Ausschuß, der schnelle und gut? Arbeit leisten könnte. Wir würden jetzt mit dieser Nächtigen An>- gelegenheit nicht so viel zu tun haben, tveun man schon vor einigen Jahren mit ter Wahlreform vorgegangen wäre. Die Verhältniswahl fttt dichtbevölkerte Wahlkreise zur Vertretung ter Minderheit und die Einführung ter Wahlpslickst wird genau zu prüfen fern. (Sbertfo die Gewährung von Zusatzstimmen für Alter und Bildung, was alles im Rahmen des gleirten Wahlrechts geschehen könnte. Abg. Strobel (11. Soz.): Konservative, Zentrum und Na- tionalliberale wollen alle das alte reaktionäre Preußen, das Preußen des Militarismus und des Absolutismus, aufrechter- i»alten. Von dem Ministerium Hertling-Friedberg erwarten wir keine Aufhebung des BelagerungsMstandes. Die sohialtemokr allsten Versammlungen werten nach wie vor verboten. Ob wir hier im Landtag das gleite Wahlrecht erringen lverten, ist mft sehr zweifelhaft- Der Redner behandelt dann sehr eingehend die Einwirkung ter russtschen Revolution auf Deutschland und die westlichen Staaten. (Abg. Dr. Rewoldi (ftvons.) tritt dafür ein, daß außer den Handelskammern auch der Industrie ein Präsentationsrecht -um Herrenhaus gegeben werte. Das gleiche Wahlrecht müßte vor der allgemeinen Einführung erst in den Gemeinden gelten. Tann würde die Linke bald daran die Luft verlieren. Preußen hat üter das Wahlrecht allein zu bestimmen, jeden Ellmriff des Reichstages werfen wft zurück. (Ilnrrche links. Zuruf des Abg. Ad. Hoffmann: Das Volk ist sozusagen auch rwch da!) Mir wollen das Volk in seinem Fundament, das im Preußentum liegt, erhalten. Ein Antrag aus Schluß der AwSsProche uurd angenommen. Die drei VorLag-en gehen daraus an einen besonderen: Ausschuß von 35 Mitgliedern. Ern svetschrittlichQ: Antrag, die Vorlage aus zSv-cr AuMhüsse zu verzollen, ivird abge- lehnt. Ein Antrag Dr. Kaufmann (Ztt.), ter von allen Parteien unterzeichnet ist, fvrtett ein Verbot des Verdruss von Kunstwerken nicht mehr gebender Meistor an das 7lnsl«rud. Abg. Tr. Kaufmatln (Ztt.) tegrüntet ten Antrag. Die Zahl der Künstversteigeaimger 1 \ycd im Stiege zugewvmnien. Das Land wird von Arrfkäusern überschwemint. Bei diesen Berstsvge- amgen führt die reine Liebe zur Kmrst nicht dos Szepter. Durch die Valuta hat jetzt das AirÄMrd die Möglichkeit, zum halben Preise zu kaufen. Kultusminister Dr. Schmidt: Die Zustände aut dem .Kunst, markt sind allerdürgs beunruhigend^ geworden. Die ^Kunstauktür» nen sind zu schwindelnden Ergebnissen gekommen. Der Privat- besitz ter älteren Familien ist mehr und mehr in Fluß gekommen. Die großen Verdienste unseres Kunsthandels erkenneil wir durchaus an. In den letzteil 30 Jahren haben loir sehr viel mehr vom Auslände bezogen, als dahin abgegeben. Es erschünt sehr^ ftag -4 lich, ob wir dauerild ein Ktnlitansfuhi'verbot erlassen können.' Die Frage eines vorläufigen Aussulirverbotes wird erwogen.^ M>g. v. B ül 0 w - Homburg (natl.) fordett rasches Eingreifen. Der Antrag wird angenommen. Das Haus vettagt sich. — Mittwochs 12 Uhr: Antrag Fuhrmann über die Betätigung der Beamten für die Baterl-andspartel^ Schluß 3 Uhr. Aus dem Reiche. 100prozentige Schittllzugszufchlägc in Mürtttrnbrril. Stuttgart, 11 . Dez. Nach einer amtlichen Bekanntmachung ivird in Württemberg vom 15. Tezeulbcr an bei Benutzimg von Schnellzügen anstelle der bisher nach Preisstufen aufgebauten Ergänzungsgebühr eine Ergänzungsgebühr in Höhe von 100 Prozent des tarifmäßigen Fahrpreises zu entrichten sein. Tle Ergänzungsgebühr beträgt jedoch mindestens 1,50 Mk. im iuürttem- berch scheu Binnenverkel-r und im Wechsel verkehr der wütttem- bergischen mit der badischen und baperiscl>en Staatseiseirbalm ulld ter Eisenbahn in Elsaß-Lothringen, mindestens 3 Mk. im Verkehr mit ten übrigen deutschell Bahnen. Ans Stadt und Gießen, den 12. Dezember 1917. ** Infolge der P a p i er kn a p p he i t und der Dring« lichkeit behördlicher Ankündigullgeil erscheint heute an Stelle ter Gießener Familieüblätter ein Kreisblatt. Es enthält Bekanntmachungen über: Schmalspurbalm, Kasfeersatzmittel, Kraftloserklä- rung von Aktietl, Kranketrver-sicherr'.ng uich Wvcheill-ilfe, Bereclsti- gung zunl einjäl-rig-fteckvilligen Militärdienst, Verkehr von Schafherden, Ausstellung von Bczngsscl>ernen, Erhebung des Jagdpacht- stempels. Blinden im sch»! 1 pflichtigen Alter, SÄußpri'isung der Aspirantell, Pflegekinder, Utckerstützung von Familien, Maul- und Klauenseuche, Barrzol für die Landwittschaft, Gefunden, Verloren. * ** Goldankaufs stelle. Samstag ten 15. De,zember findet eine Verlosung der von dem Kriegsburean des Rcichsbank- Direktoriums in Berlm für Einlieserer von Goldsachen gestiftete» Mezzotintogravitten des Gemäldes von Professor Arthur Kanivt „Gold gab ich für Eisem Volksopfer 1813" statt. Näheres siehe Anzeige. Die Geschäftsräume der Goldanlaussstelle bleiben aus diesem Anlaß am Samstag den 15. Dezember beschlossen. ** Das Rote Kreuz weist daraus hin, dag die Verösfentt lichung ter Gewinnliste ohne jede Gewähr erfolgt ist und daß für unterlaufende Fehler keine Entschädigung erfolgt. Einzelexenv« plare der Ziehungsliste sind in ter Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Alle Klinik, zum Preise von 10 Pf. zu haben. ** Ratschläge und Verordnungen zur Ersparnis von Brennstoffen bei der Heizung. Mit diesen äußerst wichtigen Fragen beschäftigt sich eine Veröffentlichung des Geh. Ober-Regierrmgsrates Prof. Dr. Aßmann, die als Beilage der heirtigen Nummer beigefügr ist Bei der Bedeutung der Hcizungs- und Breunstoff-FraAe kann nur empfohlen werden, sich mit ten dargelegten Grundsätzen verttaut m machen. **. Lichtspielhaus. Bahnhofsttaße 34. Der Film „Die Kameliendamc" wird nur noch 3 Tage vorgefühtt. Sanistag beginnt das neue Programm mit Hella Moja in „Me Tochte^ ter Gräfin Stachowska. Siehe Anzeige. Kreis Büdingen. 4t- Nidda, 12. Dez. Tie Hessische Tapferkeitsnrebaillc erhielt ter Musketier Hugo Leopold. — Bingenheim. Das Eiserne Kreuz erhielt der Tambour Heinttchi Wagner. — Bleichen bach. Fürs Vaterland starb der Miusketier He in sich Graub. — Düdelsheim. Das Eiserne .Kreuz mrd die Hessö» sch/- Tapserveitsmedaille erhielt Katt Lehr, die Hessische Tapfer- keitsmedaille Wiltelm Borst. — Vonhausen. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielten die Kammiere Wilhelm und Jobanit i Georg H e ck m a n n. — L 0 r b a ich Das. Eiserne Kreuz erhiell ter Reservist Heinttch Faust. — Wolf. Die Hessisck-e Tapfer- keitsmedaille, srül-er das Eislerne Kreutz, erhielt ter Urrtervsstzieri Albrand. — Wennings. Die 14jährige Tockter des Laud- ruittes Georg Müller Sam beim HolzsckflAiten der Zirkelsäge zv nahe. Dabei wurde ihr die rechte Hand am Geleurk ctbgefcf>uttten .4 4 Aus dem Niddertal. 12. Dez. Nach kurzer Unterbrechung ist ter Winter wieder mft aller Macht eingekehtt, in vergangener Nacht sank das Thermometer auf — 6 Grad R.; war die niedrigste Temperatur der Kalteperiode in vottger Wocip sogar —11 Grad R., so wäre doch ein Anhalten der jeAgen Kälü weit schlimmer, da ter Schnee durch die dazwischenliegenden warmen Tage vollständig von den Fluren weggetaut ist. Bei dem vorzüglichen Stand der Wintersaat, die bedeutend besser steht als im vorigen Jahre, wäre dies nur zu bedairern. Die Landwitte sind mit ihrer Ackbeit draußen fast gcurz zu Ende. Leider bttnge die Haseniagd in diesem Winter wenig Beute, da der erste Satz durch das naßkalte Wetter des Frühjahrs fast vollstcnrdig eingegau- gen war. Kreis Schotten. O Gedern, 12. Dez. Schulverroalter Reichelt, zurzeit llntevoffrzrer rn einem Offiziersaspiranten - Mirsbildungs^tursus, wurde mtt der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezttchnet. r-Se e m e n, 12. Dez. Lln einem Schiaganfalle starb tLotzllch der Ivesige Bahnvorstehor August Koch. — Ein'arts- Uunft und rvissenschatt. — Altmünchener Künstlererinnerungen. Eure Siebzrgettn. die das Glück eines reichen- Lebens und beoeutentes Freundschaft gehabt hat und nun klaren Geistes und sinnenoen Auges ihre reiche Vergangenheit in der Ettnnerung wieder aufleben läßt: das ist immer ein schönes Bild. Solch ein Bild bietet Frau R. Bramr-Artatta, die unter dem Titel „Von berühmten Zeitgenossen" denrnächst ihre Erinnerungen bei der C. H. Beckschen VettagUmchharrdlung (Oskar Beck) in Mimchen erscheinen läßt. Sprößling ter bekannten Kunsthändlerfamilie Attatta, Gattin des hochbegabter: Archäologen Julius Braun, hat sie mit Märmern wie Scheffel urid Feuerbach, Bodenstedt und Geibel, Döllrnger und Otto Greiner in sreundsckwftlicher Verbindung gestanden, und ganz besonders reizvoll sind ihre Ettnuerungen aus dem Alrrnürrchener Künstlerleben, in deren Vordergründe die Gestalten Motttz von Schwinds und Franz von Lenbachs stellen. Motttz von Scbwind hauste im Sommer in ter Enge C'et spießbürgettichcm Nüchkternhell seiner Wohnung in der Sonnenittaße: Somrners aber zog er ^an ten Starnberger See. Der See übte eine uruvitetttehliche Anzuhungskraft auf Schwinds halbwüchsigen Sohrr Hermann aus, nnb das führte zu allettei Verdruß und Aufregung. Eines Tages mußte Schivind vom Ufer aus sehen, wie Hermann ziemlich well drmißen im See auf einem mnsachen, großen Brett stand und sich mll einem Ruder fottte- wegte. Verzweifelt schrie er ihm zu, augenblicklich umzukehrer^ and als Hennann dies tat, stieß der Papa heraus: ..Den Kerl ettchnb ich, wenn er tmeder da ist!" 5)ermann paddelte gemüts- ruchg heran. Merklich etteichtett sagte Schwind: „Aber a tüchtige Manchen friert er ,chon von mft." Wohlgemut spttugt schlieAich ter mnge Wogehals an Land. Schwind schließt ihn gerühtt in die Arme . „No, wecknur glücklich wieder da bist!" So stand es oft mll feiner gefürchteten Bärbeißigkell. Es stak ein gutes Herz darunter schimpfen und sich in .Kraftausdrücken bewegen, war und blieb aber dem gutmütigen Schwind ein Herzensbedüttnis Bei eurer großen Gesellschaft hätte man einmal längere Zeit hindurch 'mne Summe mrs ernem Gespräche im Nebenzimmer heraus In gemeffenen Zwifchenräumen ertönte es: Ochs. Esel. Rindvieh ww Später wurde er getragt, was er denn für ein ganz land- nnr^chaftllckx !'-ipräch geiühtt habe, und er antwortete: „Land- wirrschall? Tc.vahre! Wir haben immer nur von Kunst gcredt'" Mll Leudach war Schwino in herzlicher Freundschaft verbunden: rn dem jungen Künstler fand er eine ebenbltttige Natur, und zudem vettügte Lehrrbach über eine geniale Schimpffreudigkeit, die die seinige womöglich noch Überboi. Auch die Gutmütigkeit hatte Lenbach mll ihm gemein: stets trug er eine Handvoll Banknoten in ter Brusttasche, die er sorglos austeilte, wo es not tat. Zv ter Zeiü Iba er in den Freundeskreis der Schwinds und. Brauns einftat. war davon fteclich nicht die Rede. Als Julius Braun Lenbach zum ersten Male nach Hause mitbrachte, machte tre euien unttvilisietteu Eindvuck: oh uv Vitt U m stäjude letzterer sich zum Essen nieder, half mit den Fingerir nach, wenn die Gabel nicht genügend fassen wollte, und zog dabei unablässig über alles her, was damals Rftrnchener Kunst hieß. Frau Braun- Attatta hätte entsetzt zu und ftagte nachher ihren Mann, was er denn da für eineir Handwerksgesellen mitgebrackst habe? Die ernsthaft gegebene Anttvort lautete: „Das wird künftig einer unserer ersten lbünstler sein. Er ist ein Marsch von ganz ungewöhnliches Begabung und ottginellem Geist. Nach seinen Manieren freilich darf man ihn nicht beirtteilen." Als diese Prophezeiung Brauns eingettoffen !oar. lebte Lerrbach in prächttger Umgebimg, blieb aber den einfachen Gewohrchttten seiner früheren Zeiteic tteu, und auch sein Wesen blieb gmrz unverändett: nanientlich von seinen gemütlichen Grobheiten ließ er nicht. „Mir sagte er einmal" — so erzählt Frau Braun-Attaria —, „als ich einen von chm gekauften Tiziwl gar nicht schön finden konnte und meinte, ledes seiner Bilder gefalle mft besser": „Da sieht mau halt nur, daß 's garnch davon verstehen!" Seine Att, sich aus einer durch sein rücksichtsloses Mmedwerk verschuldeten Verlegenheit zu ziehen, war auch einzig. So hiell ihn ellunal ein guter, iml^deutendeÄ Kunftgenosse auf ter Sttaße an, um ihm vorzuwerfen, daß er chn ein Rhinozeros genaimt habe. Lenbach legte chm die Hand mcf die Schulter imd sagte in seinem aenrüllichsten Ton: „Abber wie küunen's denn nur sowas glauben? Sie wissen doch, was ich von Jhneir halte!" Und gettöstet nahm der andere herzlichen Abschied. VKchrrtisch. — Die Welt Max Klingers. Gemalte und Max KllngerS in sechs lnehrfarbissn und 20 cinsarbi tiefdruck-) Wtetergaben. Mll einer Eimführung bom Iteui. Ausstattung von Pwf. Walter Tiemmm. j — Berlin 1917, Furche-Verlag. Steif geheftet 5 Mark. Ziusa rnn rench Äung. die cte^vteel ^LVstältdnis für die Zttchumuf^n Brn (Kupsm> Gusüw Kir- 25 .Tausend. — In dieser 6dtoi!)fttei und Ferntellen ter Kimst Klingers wir "für die tiefsten Fragen ferner inneren .Haltung beweist, hat hier der Furte-.Verlag eine Klinger-Riappe geschaffen, die es mit Recht bsanspruchen ftnm., bie Welt 8 Nax Klingers wieterzugebe-r Der unaufhaltsame Flug ferner Phantasie, der Schvung hes Lebens in seinen Träumen vom Glück, sein imersättlicher Durst nach Sckxönheit kämmt hier eteitfo 9 fthr zum Ausdruck wie sein Tiesblick in die Schtlld und in das Elend des menschlichen Lebens und sein nrerkroürdiges. ans Herz greifendes Verständnis für das Leben Ehttfti mid für seinen Sieg im Olymp. l'.ell schüft, Berlin-Eharlpttenburg. Kaisertemm 78. weist prc trge Neuerftl-einungeu auf dem Gebiete farbiger Reprodi tionskunst aus. Ta find Bilder bekannter und berühmter V wie Arthur Kampf, Wilhelm Leibl, Walter Leiillkow. F Bohle Hans v. Mntwat und vieler anderer mehr, die sorgfältigster Wiedergabe und farbiger Ottginaltveue billige \ doch vvrtteffliche Weihnachtsgaben sein können. Hier ist einmal \ Kriegsersatzfvare feine Rete. Das berühmte Gemälde Leibls „) ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ' . bki der seinen und haarscharfen AllUw tes ^ Künfllers fift die Wiedergabe größte Anford mm gen fiel ift in 'allen Einzelheiten vollendet herausgeDmmen. Der Per gckü auch ante Bildnisse unserer großen Heerführer heraus. ^ — Bdenko von Kraft. Wikings letzte Fab Ronmn 339 Zellen. Geheftet 4 Matt. geb. 5 Mark. Bei' Grethlein L Co. G. m. b. H. Leipzig. — Zdenllo von Kraft. Dichter ^eutschht^reichS. säültett in dem Buche die Schönheit Bodensees. Ter Held tes Romans. Hermann Hart.'ist wohl Typus des Deutschen schlechthin zu nennen. Eine statte, lttd Ichastlicte. aufteäste, sonnenfrohe Natur ist er, ganz in der Heil rvurzttnd Wie seine Ehe mll einer allzu zart besaiteten Fr die in ilwer matten lyttschen Att für seine .Herbl-eit kein V stehen frnte-t, zerbricht, und die eiserne Zeit in einem letzten Wied seteu Mann und Frau wiederftnten läßt, das ist mit einer seltei psychologischen Feinheit und Tiefe, dabei mit einer prächtigen ( sdoLtuu^fvaft gegeben. , "7. i uau s ins Freie! Anleitting zum Beobachten 1 lerer heimrschen Tiere und PflMiMi. Von Prof. Tr. O. R ab< 18 I ^oellen mit 2 farbigen Tafttn mid zablrcickfen Abbildung im Text. Gebunden 3,30 Matt. ^Verlag von 2-uelle & Mey Leipzig. d> t i 11 un'b Georg Spa-- _ __ Zu d-n ernannt und verpflichtet August mer XII. Kreis Friedberg. k Butzbach, 10. Tez. Die im September dieses Jahres hier geqründ.' Lrtsgruppe der Vaterlaudspartei zählt bereits 150 MttaUeder. -st Nieder-Erlenb ach, 12. Dez. Das Eiserne Kreuz, 1 Klasse erhielt der Gefreite Karl Die tz. — Wahnbach. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier Karl Wals. — Vilbel. Fürs Vaterland starb der Gefreite Itzan Fink. — Nieder- Mosbach. In heimatlicher Erde bestnttet wurde der in diesem “ rühjahr gefallene Grenadier Heinrich, B n l l m a n n. — Oberät l stad t. Die Hessische Tapferkeitsniadaille, früher das Eiserne AvvH, erhielt der Kanonier Hermann Keil. Starkenburg und Rßeinhesscn. I. Darmstadt, 12. Dez. Der deutsche Francnvevein vom Noten Kreuz für die Kolonien, Albt. Darmstadt, hielt gestern nachmittag seine Hauptoersam.ulung im Physiksaal der Baugewcrk- schtüe ab. Die G r o stihe r'z o g i n wohnte der Sitzung bei. Nach EAcdignng des gesen Teils hielt Sanitätsmaivr Dr. Stutz in eine' Lichtbilder-Bortrag über das unter der Schutze Herrschaft der rMierzogin stehende Lazarett in Bagdad. ck. B i n g e n, 12. Dez. Im WvhnrMim des Güterdampfers „Industrie Nrv 11", der aus der hiesigen Reede über Nacht lag, wurde die Ehefrau des Kapitäns erstickt aufgesuudeu. Wie sich der Unglücks fall ereignete, ist noch nicht feshgefbellt. Hessen-Nassau. ** Fulda, 11. Dez. In den Meisen Fulda und Hünfeld hat fich seit zivei Monaten die Tollwut in steigendem Maße bemerkbar gemacht. Ter Sen che fielen. sofern es amtlich bekannt wurde, bisher 19 Hunde, eine Ziege und eine Katze zum Opfer. Doch sind zwifellvs mehr Tiere eingeganqen 9deun Menschen wurden von tollwiltigen Tieren gebissen Als Ursache der Seuchenaris- breitun g wird die maugelbafte Beachtung der angeordneten Schutzmaßregeln angenommen. ptN'.SeL. , ** G ie ßen, 12 Dez. Wie wir hören, hat die Mitteldeutsche Kreditbank Frankfurt a. M. in Lcrirterbach (Oberh.), Marktplatz 23, eine Niederlassung mit Anschluß an ihre Filiale Gießen errichtet vermischtem Ein Eisenbahnunglück bei Düren. * Köln, 11. Dez. Die „Köln. Volksztg." meldet aus Türen: Heute morgen gegen 5 Uhr überfuhr im Bahnhof Düren der Schnellzug 258, von Herbestal kommend, das Haltezeichrn v:s Einfahrtssignals und stieß ans den Zug 5 auf. Es sind 18 Tote und 60 Verletzte festgestellt. Ein Hilfszug aus Aachen war baldigst zur Stelle. Saarbrücken, 11. Dez. (Priv.-TelI Bon den kürlich hier auf einem Posttranspyrt eutwendet-en 500000 Mark sind am letzten Sonntag 903 166 Mark in einen Briefkasten der Oststadt eingeworfen worden. Für die Hewbeifckriffuug der noch fehlenden 200 000 Mark bleibt die ansgesetzte Belohnung von 5000 Mark in voller Höhe bestehen. Letzte Nachrichten. mtlich.) Tie „Times" meldet aus Neuyork: In ^alifax si chs .Hafendämine vernichtet worden. Bon 550 Kindern, die rend der Explosion in einer Schule 'waren, sind nur sieben de To>de entronnen. Die Engländer in Jerusalem. London, 11. Dez. (Reuter.) Die Besetzung Jerusalems hat Probleme von großer internationaler Bedeutung mit sich gebracht. Jerusalem wurde von der britischen Armee mit Hilfe von sranzösiscl^n und italienischen Truppenkontingenten erobert. General Allenby wird einen britisä>en Militärgouoer- neur einsetzen. Tie englische Flagge wird über Jerusalem wehen, die /ranzösisch'e und italienische auf den nationalen Besitzungen dieser Länder, wie Schicken, Klöster usw. gehißt werden. Ter Belagerungszustand wird verhängt werden, doch kein Versuch unternommen, die zukünftige Stellung der Stadt oor dem allgemeinen Friedens,'chluß zu regeln. Italiener und Engländer in Jerusalem. Haag, 11. Dez. Die „Times" melden anS Palästina: Die Stadt Jerusalem ist den englisä-en Truppen unversehrt in die Hände gefallen. 6000 EnglÄrder und 4000 Italiener halten die Stadt besetzt. Aus Frankreichs und Italiens Parlamenten. Bern, 12. Dez. „Progreß de Lyon" meldet aus Paris, in den Wandelgch gen der Kammer gehe das Gerücht um, die Regierung lverdi ai Wog der Gesteimsitzang zur Erörterung der militärischen und diplomatischen Lage wählen. Bern, 11. Dez. Tie „Neue Zürcher Zeitung" meldet von der italienischen Grenze: Tie Teilnahme Giolittis cm den Dezom- bersitzungen der Kammer wird durch den „SecÄv" bestätigt. Römischer Jubel über Amerika. Lugano, 11. Dez. In Rom hat eine Kundgebung zur Kriegserklärung Amerikas an Oesterreich-Un- garn stattgefunden. Von der Piazza Colonna bewegte sich um. 4 Uhr unter den Klängen der Mameli-Hymne ein langer Zug mit Fahnen über die Pia Nazionale und den Piazza Benetia nach der Piazza San Mcrrti.no, 'wo sich die ameriLanische Botschaft befindet. Dem Botschafter Nelson Pape iwurden Ovationen dargebracht. Pape hielt eine längere Ansprache, in der er erklärte, daß Amerika an Oesterreich-Ungarn den Krieg erklärt habe, um Italien zu Helsen. Sodann sprach Bürgermeister Colonna und der Abgeordnete Bar- zilai. Auch in Mailand werden Donnerstag vor dem amerikanischen Konsulat Kundgebungen stattfindeir. Flucht des rumänischen Königs aus dem Hauptgnartier? Aus dem Haag, 11. Dez. Die „Daily Mail" meldet aus Stockholm: Nach hier ein getroffenen Meldungen aus Rußland sollen der König von Rumänien und der königliche Hof im Begriff stehen, das rumänische .Hauptquartier zu verlassen Von anderer Seite verlautet, daß sie das.Hauptquartier bereits verlassen hätten. t n den letzten Tagen seien im rumänischen Hauptquartier bereits uchtartige Vorbereitungen zur Abreise getrosten worden. Me man hört, sind starke maxi malistische Streitkräfte nach Jassy unterwegs. Spannung in Moskail. Haag . 12. Dez. AI Die englischen Blätter berichten aus Moskau: Die Moskauer G a r n i s.o n gibt .Anzeichen von Aufsässigkeit. Sie weigert sich, dem von den Bolschewiki ernannten Befehlshaber, einem gewöhnlichen Soldaten Namens Mranow, zu gehorchen. Man darf annehmen, daß bolschewikifeind- liche Streitkräste im Südosten Rußlands, konzentriert werden, was in Petersburg ernste Besorgnisse erregt. Die russische Konstituante. Stockholm, 11, De,. Tie Mehrzahl btt MiMÄ>cr der lvusntmcceirden NattoinilvenamnüMia^r» bereits m einqelrnffen. Sic knatet eifrig das Lmrt,ch- Palacs, aaä afo ttoatkn wird Skr ,'icdeire »olitiidiC <#rmcn halten Par^r- Betiammlimgat ab. Gestern hielten ine Partewertreter cme besondere «mieren, ab, auf der i>as Proacanim der eriten ft&una esigelegi wurde. Dag dipliamattfche »urps wud bei, der Lrachumg der NatioiKckvcrsammlrmg vertreten ,em. In den Mmmenen haben die Beamten die Arbeit wieder ausgenommen. Die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung. Petersburg. 11. 2ea. Die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung und an der ganMt Nordsront beendet. Die MensckMviki haben etwa ein Prozent, dre revolutionären Sozialisten ein Drittel, die pwlschewrkr üb er da e Halste der abgegebekllm Stimmen erhalten. Tie Zahl der 'Ätumw enthaltimgen beträgt nicht mehr als. fünfzehn Prozent. Der Radikalismus der Volkslommifsärc. Stockholm. 12. Dez. Lant „cktro Rossij" beabsichtigt der Rat der Volkskommissare vorlänsig in Petersburg und Moskmi den H ä u s e r b e s i tz z u s o z i a l i s i e r e n, d. h. die Hau,er als Ergen- tuM der Bevölkerung zu er klären. Amtlicher Teil. EaLeriäudlscher Hilssdicnst, Aufforderung des Miegsamts zur freiwilligen Meldung gemäß § 1, Absatz 2 des ^Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. Helfer für die Etappe! In dem gewaltigen, von unserem Heere besetzten feind^ l iche n Geb ie t werden zur Verwendung bei Militärbehörden.nvch zahlreiche Hilfskräfte benötigt. Das Interesse des Vaterlandes verlangt, daß taugliche und entbehrlicke Kräfte bet Heimat sich zu diesem Etavvendienst zur Verfügung stellen. Zahlreiche kr ie gsverwendun gs s>ähi ge M ili l ärrierson cn müssen im besetzten Gelstet nock> für den Dienst an der Front freigemacht iverden- Die Lebensbedingungen im besetzten Gebiet siird durck>au^ günstig. Gute Entlohnung und reichliche Verpflegung werden gewahrt. Und was bedeutet die Notwendigkeit, sich, in fremde Verhältnisse einzugewöhnen, gegenüber dem Maß von Oviern und En1> behrimgen, das unsere .Krieger seit Jahren freudig ertragen ! Männliche Hilfskräfte jeden Alters, auch Jugendliche, können, wenn sie geeignet befunden werden, Beschäftigung im besetzten Gebiet im Westen nnden lmd zwar für : GerichiÄnenst, Post- und Telo- graphendienst, Botendienst, Technischen- und Eisenbahndrnltt, als Kutscher, Bäcker. Schlächter, .Handwerker jeder Art oder als Hilfs- schlreiber, sowie im Sick.-erheitsdienst (Bahnschutz, Gefangenen- und G es an g nis b^vachiun g». Personen mit svanzösischen und flämischen Sprachkenntnpsen werden besonders berücksichtigt. Wehrpflichtige können nicht aitgenommen werden, mit Ausnahme der 50% oder mehr er wer bsoeschr änkten Kriegsbeschädigten. Als Entgelt wird gewahrt: Freie Verpflegung oder Gelvent- ,'ck.adigung für Selbstverpflegung. freie Unterkunft, freie Eisenbahn- fahrt zum Bestimmungsort und zurück, freie Benutzung der Feld-- post, freie ärzckiche und Lazarettbehairdlung sosvie ein angemessener Diensckohn. Bis zur endgültigen Ueberiveisung an eine bestimmte Bedarss- stelle wird ein „vorläufiger Dienstvertrag" geschlossen. Tie endgültige Hohe des Lohn^ oder Gehaltes kann erst im Anstellungsver- trag selbst festgesietzt werden. Sie richtet sich' nach Art und Dauer der Arbeit sowie der Leisllüngsfähigkeit des Betreffenden. Eine ans^ kömmliche Bezahlung wird zugesichert. Falls Bedürftigkeit vorliegt, werden außerdem Zulagen für die in der Heimat zu versorgenden: Familienangehörigen gewährt. Die Versorgung derjenigen, die eine KriegsdienstbefchädiglMg erleiden, ist besonders geregelt. Meldungen nimmt entgegen, vezirkrkommando Gießen: daber sind vorzulegen: Etwaige Militärpapiere. Beschäftignngsansweis oder Arbeitspapiere, erforderlichenfaUs Abkchrschein. Es ist anzugeben. toaün der Bewerber die Beschäftigung autxeten kann. Eine vvrläussge ärztliche Untersuchung erfolgt kostenlos bei dem Bezirks- kommando. Iseder Bewerber >hat sich den- erforderlichen Schutzimpfungen zu unterzie'hen. tz 0166 Uriegramtstelle Frankfurt a. M. 21 ini in er Saöc-U. -Wohag. v uvm. 0772*1 Steinr'tr. 66*1. Mo bl. Zimmer Z Zwei clea. möbl Zinnner, modernes Laus, frei, soinnq. eleklr. Ickchr, an iuti. Persöul, z.verm. Näh. *. erir. r. d. Ge- schänsit. d. Gieß. Arcz. 07803 Schön möbl. Zimmer z. verni. 07781 Friedrichs tr. 3, v. Etn«oU»nn,66I.Ltmnr«»- mit voller Pension verm. 87.79, Bieichttraße 13,1. Verschiedene üe] C! ii K-dZiüü'.-Wslj!!!!. in guter Lage für 1. 1\. 18 zu verm. Tchr. Meldungen unter W31 a. d. Gießener Anzeiger erbeten. _ Die von dein verst. Fräulein JSckel innegel,. -bZin.-Wohg. ist sof. od. sp. an nur ruh. ^ente z. vernr Bleichltr. 16. | 7 -- 4 für Ottern gegen sofortige Vergütung auf unfer§!on- tor gesucht. Schriftl. Angebote erbeten. 8813 Gebrüder Kahl. Für mein Eisenrvarew.Hans- und Küchengeräte - (tzeschäft suche sofort angehende 8990 ilcrliiiftriB. j. B. Häuser Gießen, Neustadt. Tüchtige gewandte 811,1 zum 1. Faunar gesucht. Fran Ec'Emerzioura, MnellGr. 9018 Ätarburger Str.35. Tücht. Mädchen in kleinen Haush. f. 1. Januar gesucht. Waschfrau wird gehalten. Schrul!. Angeb. unier 07688 an den Gießener Anzeiger. '/-Zm.-Wüko. m freiev vage, m.(9as, Trockenb.Mndchenz., 2fte(lcrni6)ni-tcnant. u.Blchv. erw.» z. 1. Febr.. an 0 früher, z. mieten aefncht. Angeö. m.Pr. unter 07793 a. ä Gieß. Anz. u Limuer a. Lüebs in Hess. Hause von kleinerFamilie zu mie:en gesucht. Schr. 'llngeb. unte r 07784 a d. Gieß. Änz. 2iwmse bis 15 Dev zu mieten ges. von Dame. Anaeb. unter0780I an denGieß. Anz. Schäferei. Die GemeindeHattenrod (Kreis Gießen) sucht so sort einen ^082 SUDcrläüigcH Ws». Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. Rock. mit guten Emvselilnngen, das bürgerlich kochen kann und die Hausarbeit vcriteht, zum I. Januar in laubiuivifcOni 1 1. Haushalt gesucht. Stäbe res in d. Geschäflsit. d. Gieß. Anz.E Dienstmädchen per 1. Jan. 1918 gesucht. Universitäts-Kinderklinik. Ein braves, jüngeres Dienstmädchen schart gesucht Ssttt-tsva^ 41. liiiflligcS, oröcnU. | Dienstmädchen gesucht für sofort ob. svaler. Frau Göbcl, Alicestr. 23. Für sofort ein fleißiges' vroveres Dienttniädrlten ge^ sS-cht. Inspektor lL--nn,i»e, Garu. - Schlächterei, Welt- Anlage 5L 07752 Für die Feiertage haben wir unser Nurzwarenlager ergänzt und empfehlen unfern Nrjtgli-'dern in 51a dt und Land gegen bezugscheine: vamenstrümpse in allen Größen Herrensocken. Zühiinge und Putztücher Ohne Sczugsich.in: Strumpfhalter in verschiedenen Sorten Hosenträger für Herren und Nnaben Haarschmuck, Staub- und ßrifierkämme Druck-, Perlmutt- und Achattnöpfe Näh-, Steck- und Sicherheitsnadeln Diverse Besen und SürstLUWaren Zigarren passend für Veihnachtsgescqenke prima Rhein-Weine in Flaschen Kotifmnemm Eietzen und Hing. 9033 r ^£25 [sl[ä]l£j[ä]l2][s]l°ll°lis]a®Ei[el[al[°]iäj[ä][5] Bruchmeister Dtilitärfreier, zuverlässiger Bruchmeister für einen neu erössneten Quarzit'Steinbruch nach Oberhessen sosort ge sucht. Offerten mit Angabe der bisherigen Tätigkeit, sowie des Alters und der Gehaltsforderungen, möglichst mit Photographie, an 19026D Scheidhauer & Giessing, A';tiBH-!l88.. Duisburg. [ällällDl f5]fDl(öirallöl^[gfe ?jäl^[BlM 'flicht., brav. Diesstmädchaa in kl., bess. Haushalt per 1. od. 15. klau. 1918 gesilcht 9029 Babnhofttraßc 22, 1 . Ml, Mädchen vom Lande zum 1. Januar gesucht. Frau L. Seipp 9028 Ludwtgstr. 28. Braves, gewandtes, ält. Mädchen ß das bürgerlich tocOeu kmnl und die Hausarbeit veriiebl. gesuM Hoj mauntt rak- u. Wegen Krankheit meines seil- herig. Dienstmäd. suche sofort ^.iL^Mädchen ivomögl. nicht u. 20 Jahr., das bravu. Häusl, iit, zu2 ält. Leut. Borzustvor- u. nachm, b. 2 Uhr 077901 Ifcoonfctira.ße 32p^ Tüchtige, unabhängsge Lansfran zum 1.Jan. gesucht. Zu ersr. 07758 WaÜtorstraße 29. 2vver1. MSüehev zu zwei Damen zum 1. Jan. gesucht 07783 Henfclttr. 4, II. Junges, kraft. Mädchen auf das Land gesucht. Zu erfragen in der Geschättsst. des Gieß. Anz. 07789 TAnl., geh Id., ält. evang. Fräulein, selbstand. zur Führung c. kl.Haush. u. Pflege d. leid. Hausfrau ges. Dienstm. vorh. Angeb. unter 9022 an den Gießener Anzeiger. Gut cmvfoklencr jtingci’ Htinlilitilzsßksiilse mit guter Handschrift, an selbstand. Slrbeiteu gewöhnt, sucht auderiv. Kontorvosten. Schriftl. Angeb. unter 07802 a. d. Gieß. Ailz. erbeten. Junge Dame bew. in Schreibm.. Stenogr., Lohnwesen, Kvrresp., sorvie allen Kontorarbeiten sucht zum t.Januar 1918 Stellung. Offerten unter 07811 an den Gießener Anzeiger erbeten. Lm-esmi »wem.lang i-Bureau' vraris u. r. v.Zeugn.. tücht. in dovp.Buchstihr. u. allen vork. Bureau arb.. suctu p. sof. od. sp. Stcllg. b. hies, o. ausw.Firma. Ang. uut. 07787 a. d. Gieß. Anz. Ältteiutt. Witwe, gut. Köchin, selbst, i. Haush., sucht Stelle. Gute Empfelil. vorh. Ginge auch zur Aushilfe. Näheres ln d.GejchäftSit.d. Gieß. Änz.^^ Frifch gewässerte Stockfische empfiehlt 8879 6. 6. ldeinhenn, Telephon 66, Bahnhofstr. 59. Taschenlampen und Batterien Brillen u. Zwicker, Over«« gläier u.Feldttecher, Mundharmonikas äußerst billig. Virrwseövr IL«ek 07 », Mühlstr. 2. Ecke Bahnhofst^. -«-rissenes Sdrafc» 7crk, Gcsdiirre, Leder, | Zeltstoffe, FahrradmänteC Filz usw. selbst ausbessern will, verwendet vorzQgüd» die Nähahle Stepperin D. R. G. M. Solide, beste Konstruktion. Näht Stepp» stich wie Maschine. Leicht zu handhaben. Garantie für Brauchbarkeit Viele Anerkennungen. — Prd* Mk. 2,50 mit Nadebor* tierang und Ldoenzwirn, verpadst und pestfrei. Io Ledsrhandlunge el« terhandlungen käul* lieh oder direkt durch Joh. Zucker Stuttgart-Botnaog. Daiueudandtaiche inu Geld benag t. Sonntagskonzert in d. Aula abhanden gekommen. Finder rvird gebeten, dieselbe geg. Belohn, i. d. Geschättsst. d. Gieß Anz. abzugeb, 07814 Ich warne hiermit jede mann, meinem Sohne Ott aus meinen Namen etwc zu borgen, da ich für nick aufkouune. [0771 Hesse, WetiUrer Weg 5ft. von Antiquitäten. Möbeln, gauzeu Einrichtungen, Alt. eisen, stuvie allen von mir geführten Artikeln. ^>08 Louis Rothenberger. W Nach dreijähriger treuer Pflichterfüllung hat am 20. November auch unser zweiter innigstgeliebter, herzensguter Sohn, mein lieber unvergesslicher treuer Bruder, unser lieber Neffe und Vetter iS Kanonier Alfred Bernshausen Inhaber des Eisernen Kreuzes II. KL und der Hess. Tapferkeitsmedaille sein hoffnungsvolles Leben dem Vaterland dahingegeben. In tiefem Schmerz: Frau Bernshausen Witwe Gustav Bernshausen Borsdorf, Bad - Salzhausen, Frau Schneider Witwe Bernshausen (Westfalen), Frau Uhl Witwe den 11. Dezember 1917. Eduard Schneider und Familie Wilhelm Lemshausen und Familie Bürgermeister Weiss und Familie. kritz üorocick Paffende Weiiinochisgefcfienke Seidene Sluien, kunftieidane Trikofblufen, b>3 e- 4 Eeidene Unferröcfce t^s in gröhisr Auswahl 8893t 9016 H 12 Visil (Mm) t E-MfT .. Todes Zlnrcige. Plötzlich und unerwartet starb Heule nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, der treu- sorncnde Barer seiner zwei Kinder, unser guter ^ohw (^^wlcgersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Hermann Schmidt. In tiefem Schmerz: Frau Katbarine Schmidt geb. Dahmer und Kn,der nebst Angehörigen. Gieben (Dammstr. 8), Elbenrod, Eifa, 12. Dez. 1917. Die Beerdigung sinder Donnerstag den 13 Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle de"' _ bleuen Frie dhofes aus statt. 90 'I LU GoldaMufsstelle Elchen Samstag de» 15 . Dezember 1917 findet !M dem Sitzungssaal des RcgicrungögebäudeS zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, varmillaqs l0 Uhr pünktlich eine Derlöfffiig der von dem Kriegsbüro des Reichsbank-Direk- torrums tu Berlin für Einlieferer von Gvldsachen . gestifteten Mezzotintogravüren des Gemäldes von Professor Arthur Uampf ..Sott» gab ich für (Eifert, volksopfer 18,3" statt. Don diesen Gravüren entfällt auf je 100 Ein- lieferer von Goldschmuck 1 Stück. Zur Verlosung kommen, entsprechend der Zahl von 2800 Ein- lieserern, 38 der Knnstblätler. Die näheren Bedingungen über die Verlosung werden vor deren Begiiin bekannt gegeben. Zur Teilnahme an dieser Verlosung beehre ich mich, die Mitglieder des Ehrenausschusses, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Goldankaufsstelle, die Einlieferer von Goidgegenständen und Juwelen, sowie alle Jnteressenien 'hiemit ergebenst einzuladen. 90250 Gießen, den 8. Dezember 1917. Der Vorsitzende -es Ehrenausschuffes der Gsldarrkaufsstelle Dr. Usinger, Geheimcrat. Bekanntmachung. Das Umlagekalasier der land- und forstwinschaftl. Berussgenosstnschast für das Großh. Hessen für das Hegt 2 Wochen lang, nämlich vom i9 ‘ bls jS Dezember 1917 aus der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Wider- ! Ipl'üche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ^ ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie da ! siegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines ..conats nach Ablaus der Offenlegungsfrist bei dem Borstande der land- und forstwinschaftl. Beruss- genossenschaff in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtiauna mehr finden. ' ^ ö • Bettenhausen, den 11. Dezember 1917. Gr. Bürgermeisterei Bettenhausen 9027 Nvth. otograpiiiäi t2Sabinet!(filaM) m Ausnahme-Tage G Es erhält jeder, der sioh bei uns von heute bis 20. öezesaibcr aufnehmen lässt 30 cm breit 36 cm hoch (einschl. Karton) eine Vergrösserung vollständig umsonst! 30 cm breit 36 cm hoch (einschi.) Karton) Oießener Hausfrauen-Verein. 8 - B ''br : «leine Ausstellung von , _ P .. W VV1I -— ~ Knögs-Weihnadifsgebäck, Eintritt frei. (9019c) «K , ? Imt über die Herstellung einer oberirdischen ln f ,niticife unterirdischen Telegraphenlinie bei Grohen-Lmdeir auf dem Gelände am Lausköppel und an dem von der Landstraße Grohen-Linden-Klein-Linden ab- ^bldwege liegt bei dem K. Postamt in (Liehen von heute ab 4 Wochen aus. onoin Darm st a dt, 10. Dezember 1917. _.Kaiserliche Ober-Postdireknon Mt Satavettc, Krankenh., Behörden, Fabriken, u. a. offeriere ich ein vom Kriegs- Ausschuh zum Verkauf genehmigtes 800683 tzchmierMschAiitel vorzüglicher Reinigungskraft. Vollständig frei von schädlichen Bestandteilen FTankfur*erWaschi>nlver-FabrMi„S»ti>al“ .... , 73 Wolff, I'rankfort a./lffl.-V* cs,t. ’ Tüchtige Vertreter und Vertreterinnen überall gesucht. Die Vorsiy eude. 8t»erWWr!k! «ich, u>II«,. Das Thema Mhe im—WE a in— Ponan-Eaaal b^nndei, ein Lichtblldervortraq, welchEr om Sonntag den l6. Dezember, nachmittags vunkt 5 Ikl, lm (ucwcrkichaftSvaus lSchanzenfttahe» statlfindct. 9 Eintritts karten zu 25 Psg. für die Person uns im Vinr- verkauf m den Verkaufsstellen des Gewerkschastshaus, bei den 5kartelldeligierien, sowle abends an der Kasse ^rhaltl.ch. Zu zahlreichem Besuch ladet ein J ^ Der Kartellvorstand. 12 Bostharten von Jl 1.90 an 12 Visit (matt) Ji 4 — Bei mehr. Personen kleine Preiserhöhung m Oebr. Struss äftkabofstr. 84. Bahnhofstr. 64. GletchcOeRcli&fte in vielen Städien Süd- and Mittel- deritfiichlands. 8®" VorjtrÖHseranisen nach jedem Bilde. 12 Visit (Glanz) für Kinder Jt 2.50 12 Kabinett, ffiatf * 8.- Andere Formate entsprechend billig bonn br< von J 0 Uhi ▼orm. an ireKffnet. Bekanntmachung. Die Sradtverordnetcnversammlung hat in der Sitzung i 30. November 1917 den Preis für Motoren- und Industrieherzgas von 15 Pfennig auf 16 Pfennig für den cbm ab 1. November 1917 erhöht. Grehen, 10. Dezember 1917. 9016B Städtisches Gas- und Wasserwerk Giehen: S t e d i n g. Puppenstube, Peppenkfich# t. SJuhisehliüeii zu verkaufen. 07810 Babnbofs1ratze54 II. Eine gut erh. Buppenküche m. voller Einrichtung z. vcrk. 07809 Schillerftrabe 20 v. zu verkaufen. Stcppdrcken D7799 Schott. Walltor'stt. 21. Eisenbahn-Konsumverein Gietzen. Die Auszahlung der Rückvergütung erfolgt: LleblgstrabeW, Donnerstag, 13. Dezbr., nachm 3—7 Ufi,-. Frankmrrer Str. 134, Freitag, 14. Dezbr SnSm i 7 riu' SIlein=UinbEit, SamStaa, Ä 4=7 Ubr ,. Wenn Mitglieder ihre Rückvergütung bis Weibnantikp» aur Gutscherue von Lieferanten keine Rückvera Htunn^ mehr gewahren können. ^uavergntungen Gieszen, den 11. Dezember 1917. Der Vorstand. WV. * findet reiche Auswahl in Anzügen. Paletot^ Ulster Capes, einzelnen Hosen, Crehrock-Aeizügesi — auch leihweise — sowie i^lfsder- nnd «Jünglings- AuÄÜgeniu* -UeberzieSiern Außerdem Üamen-Kostiime, Mäntel, Minsen und ffiöcke in allen Farben. Herreogarderobe- Hans Glessen SeStersw^n 5®, I. Stock ßfir Eingang Kclte Volkibad Bitte Bezugsschein mitbringen Zahle t.Sehlaeblkanüicbe9px- Psd.Lebdgew. anSetbstbr.v. 4'/,Pfd. abMk. 1,20, üb.8M. 1,36. Annah. Mittw. u.Samst. Z.Sssaer.visüsL. Krof.Str.9. Säcki Kaufe alle Sorten gebr. Säcke, Sacktumpcn und Packlcinen nnd zahle die vorgefchric- benen Höchstpreise. Bin zu- gelassener Sackhändler von der Reichssacknelle Berlin M. Müblftein, Giehen, SelterSweg 83. K. G. m. n. Bf. Generalversammlung. DounerStaa hrw sn s an ^ ** »b.cnds 8>/, Ubr. bd Gast, mneider. Donnerstag den 20. d. M., win Gustav re- u. Tagesordnung- Ergänzungülvah! des Vorstands und AnMcht-ratS Reriebt über den Verbandstag, Verschiedenes * mt 9013 Stir cn AusstchtSrat: 13 BraunewsU. ---------- u ** n e ru c i u ¥ ❖ p 8 E L Mfl F ST RASSE 34. Xur noch 3 Ta*e da, mH «o erossem Beifall angenommene Programm Ol E KAIHIE|_IENDAME Nach der gleichnamigen berühmten Oper w La Traviata“. Hella Moja spielt die Hauptrolle in dem vornehmen Gesellschaftsdrama in 4 Akten ¥ ► • —***>■. ru -X Atkbou: taDM Die Tochter der Gräfin Stachowska ♦ iwSk. n/nloliAn _ 1_ ei. . _ - -^4»» velohes ah Samstag im Divhtspielhaus zur Vorführung gelangt. ♦ Leichtes Pferd Schwarzer Wallach, zugfest, und fromm, zu verkaufen. Fritz Heinzerling,, Minera lw nsserfabrik. 07812 fCitt ÜUrrh Äimfeft und v^eu ‘S>!uu, tvcU/öaüber= zadlig, zu verkaufen. ' Lnrl ViL«. 07735 Gr ii ti b er ö. Junge, legereise Hübner z. verk . K-ricdrichstr. 3.1 077 82 Einen wachsamen Hofhund hat zu verkaufen 9004 Heinrich Uerzbcrgm*, La ndw. in Reinbardsbai n. luit Scheuer und *yuny Stallung, einigen Morgen Acker- u. Wiesenland unt. günst. Bedingung z. verk. " "«> Sed midr, Löbers tr. 10. Geschäftshaus i. d. Vahnbos- straneu.and.Häus.steh.z.Verk. Näh. z. erfrag, i. d.Geschästs- stelled. Giehen . A n z. 07767 Sidijroiebfl echte kleine runde Mühl- häuser bat abzugeben htittich Hkhn, Eicßeil, ^ Samenhandlung. 0003 Neustadt 8. Telephon 403 Achtung! § ZHknsihlinkr -u den billigsten Preisen ab- zugeben. Marktvlatz 17 NI. Ein 7teil. Kaninchcnftall zu verkaufen 07795 eft'fl W Inlage 62, NI. Zir verk.: 1 Lalsruamsglvs, i älnblschliUcn, 1 kl. Oampf- masehitto Bismarckftr. 11, II, nilitärmftfiie, 6Inu, n.Kinder- gr ge m. Kasten z. verk. 07m Schmidt, Dammstr. 41,11. von Nlteifen, Lumpe«, Knochen, Papier, ^laschen LomsRoihenberliu Teleph. 176. Neuenweg L Vollftand. Bett, Kleide, schrank und Puppenwage zu kaufen gesucht. Schrift Angeb. unter 07788 an de Giesiener Anzeiger. für gebrauchte Möbel. Kau! auch ganze Haushaitungei L. Kosonzweig, 077 Glichen, Selteröweg 581. Uhren jeder Ar Schmucksachen, Btoliniy Ferngläser kaust zu höchste Preisen Uhrmacher Kock Mühlstrahe 2. 0781 2 gröft., gut erhalt. Oese» z. verk. Bleichste. 24. p. 07786 1 gebr.. gut erb.KoUündvr, LU. Slnd,r2cknkbarr., 1 Festnufj, lPapponsr., 1 Elektromotor u. versch. andere z. verk. Wo, sagt d.Eleschäftsst. d. Gieü.Anz . mm * Tibetpelz Garnitur tweis;) vreisw. zu verkaufen. Näher, zu erfrag, i. d. Geschäftsstelle d. Giehen. Anzeigers. 07785 Gut erh fl. Holländer u. kl. Schlttten zu verkaufen. _ Plockstrahe 1 11. 1 Bettstelle m. Strohmatr, u- Kinler Silzstflhlcken z. verk- 07808 Noonstrahe 16 HI- Schön.groh «inaer-^ovkberü S-verk. Alieeftr. 26II. "7797 Einzelmöbel, vollftändti! Haushaltungen, Wert gegeuttände und Schmuc lachen aller Art zu m gemessenen Preisen. wi Kratz 5—6 Mark 86! pro Pfund zahle ich für anggekäminte Frauenhaare &Ufcfclnd. Neuenweg 9 Hr. 292 Zweiter Natt Giehener Anzeiger sGeneml-Anzeiger für Gderheften) Mittwoch, \ 2 . Dezember W Aus Hessen. I. Darmstadt, 11. Dez. Der Finanz-Ausschuß der Zweiten Kammer trat am Dienstag vormittag zu einer Beratung Msammen. Zurürchlt lag ihm ein Beschluß der Ersten Kammer vor über eine Abänderimg deS Hundefteuer- gesedes, der zusammen mit einem in .gleichem Sinne sich ba-egercken Arttrag des Abg. Leun (Bbd.1 besprochen wurde. Die Regierung macht Emwendungen gegen die vorgeschlagene Bestim- nrmvg, daß Hunde. für die dre Steuer nicht erlegt loftd, »retötet werden ^rnüsserr, und tpilX es durch ein können erseht wissen Pie Soften m das Töten könnten oft den Betrag der Steuer täxtfcuexL ®er düissclmß nahm beai Antrag Leun und den Beschluß der Ersten Kammer mit dieser Abänderung mit Stimmen- ttttfrrteil an. Gegen den Antrag Reh und Genossen, der die ^^EgSterlerunÄszulagen von der Besteuerung sva geraffen haoen null, äußert die Msegnxrmrg große Bedenken Es kommt zu keinem Beschluß. — Auf eine dringliche Anträge Lang £n*rtl.), wie 6s mit der Verrvirklichnng der geplanten Eyenbalmlinie Würz bürg —Michel- stad t (bzw. Grbafj) — Worms stände, antwortet die Regierung, sie habe sich mit dem bayerischen Verkehrsmini- stnchim mw den preußischen tÄsenbahndirektivnerr ins Benehmen gesetzt: boa> in btc ^>ache vorläufig Verschvberi, da große finanzielle und technische Schwierncheiten beständert. Es seien umfangreiche Tunnel- und Brüäerümuten notwendig. — Endlich lag noch ein Antrag Wolf-Stadecken (fraktronslos) vor. Er wünscht eine Gesetzänderung, wonach bei gemeinsamen Betrieben eine Scheidung des Einkommens von Vater und Sohn, bzw. Schtmegersohn, sowie eine Trennung von Vermögen und Einkommen nicht mehr zulässig sein sollen. Durch die jetzige Praxis würden der Staatskasse zu Unrecht viele Steuern entzogen; besonders gegenwärtig, wenn der Sohn zum Heeresdienst ein gezogen sei und auf diese Wsoise ein angebliä-es Einkommen unter 2600 Dtark besitze welches steuerfrei bleiben müsse. Tie Regierung erklärte, daß dre Bechältnisse erst einer eingehenden Prüfung unterzogen werden müßten, worauf der Antrag der Negierung als Material überwiesen wird. — Ter Ausschuß vertagt sich Am Donnerstag tagt der Erweiterte Erste (Kriegs-)Ausscl-uß. Für seine Beratungen sind 2 Tage vorgesehen. Lin österreichisch-rumänisches Ahioinmen. Wien, 10. Dez. Der PolitHchw Korrespondenz zufolge wurden mit der rumänischen Regierung ein Ueber einsam men getr-osftn. wonach den österreichiscl-en und imgarilchen bqw. rumänischen Staatsangehörigen, vorausgesetzt, daß sie von der Grmächtigiuug tz'«sbrauch machen wollen, die ungehinderte Ziück- kÄhr nach ihrer Heinrat zngesichert ist, und zwar 1. weibliche: Personen jedes Wters, 2. männlichen Personen von rmter 17 und über 50 Jcchven, 3. männlichen Personen innerhalb der er- woHnüen Merkguenzen, wenn sic mit einem Gebrechen behaftet sind, das sie zu jeder MLitürdienfllersttmg .unfähig macht, 4. Priefter pLer Konfesfton .und jedes Alters, Zivilärztc inib ZiviLchlrurgen jedes Alters. Vas österreichisch; und da? ungarische yeer. Budapest, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des wigartschm Kvrrespondenzbnrecms. MgooiÄnewnhaus. Tvider Dokmyi fragt betreffs des Verhältnisses des ungarischen Heereskontingents zum österreichischen an. Hon- vedmimster Baron L>zurmay antwortet, daß tatsächlich Ungarn Mm Feldheer mehr Soldaten geliefert habe als Oesterreich, doch wäre dies mit Zustimmung der ungarischen Gesetzgebung geschehen. Zur Zeit des Rnsseneinbruchs in Galizien bewilligte das Parlament den Gesetzentwurf kraft dessen die galizischeu Korps durch ungarische Truppen ersetzt wurden. Die zweite Ursache des größeren Anteiles Ungarns ist, daß Ungarn mehr militärtaugliche Männer besitze als Oesterreich. Bon der männlichen Bevölkerung Ungarns seien 44,95 Prozent auf dem Kriegsschauplatz. Das österreichische Kontingent sei. um 1,67 Prozent niedriger. Doch werde das normale Verhältnis stufenweise hergestellt werden Der Interpellant nahm die Antwort zur Kenntnis. Die Revolu Ion in Portugal. Lissabon, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Ägence Havas. Der Revolutionsausschuß befahl die Befreiung der politisä>en Gefangenen und stellte die Freiheit der Presse wieder her. Er ermächtigte die Journalisten. die linker Miß- brauch der Macht astsgcwiesen waren, wieder zurückzukehren, und machte den Ausweisungsbefehl gegen die portugiesisclwn Prälaten, der eine unnutze Gewalttat sei, und durch den das Gewissen der Katholiken schwer beleidigt worden wäre, rückgängig. Ter Ausschuß bekräftigt seine irnbedingte dlnerkennung der Berpflichttmgen der vorigen Regierungen und bewahrt Treue zu dem Bündnis mit England und den Nationen, die gegen Deutschland kämpfen. winckelmann und Goethe. Bon Dr. Martin Rvehl. (Nachdruck verboten.) Man hat es Gosthe gelegentlich sehr verdacht, daß er nach der italienischer Reise sich scheinbar mit den künstlerischen Bestrebungen seiner Zeit, ja mit seiner eigenen Entwicklung, in Wider- sprach setzte durch die beivußte Verleugnung aller romantisierenden Tendenzen zugunsten .des ^ antiken Schlörcheitsckeals. Man wird aber zu einer gercchere.r Einschätzung dieses Umbierens, das einer Flucht aus der Gegenwart so ähnlich iah, nur dann gelangen tonnen, wenn man auf den Mann zurückgeht, der den riesen Einfluß antcker Kunst auf das Geistesleben be* au.sgehnrden 18. Jahrhunderts erst möglich machte: I. I. Winckelnrann. WinckelmMm, darin seinem großen N-achjvlger unähnlich, hat sich seine Stellung und äußere Sicherheit schwer erkämpfm müssen. Geboren ain 9.. Dezember 1717 zu Stendal als Soljnt eines Sckxirh- machers, konnte er eF stur unter schwerflan Entbehrungen durchsetzen, die Gymnasien in Stendal, Berlin und Salzwedel besuchen Zn dürfen. Anfänglich Theologe, wandte er sich bald dem Studium der alten Sprachen zu, verbnachte einige trostlose Jahre als Konrektor iit Aeel-ausen, war hier und dort Hauslehrer, bis die Berufung nach Dresden als Bibliothekar ihn aus Dürftigkeit und Einöde erlöste. B.Äd lvistkte ein noch! hölieres Ziel: Rom. Nach z-weijährigeni Schsrarillcn ging der AHNmddreißi.chährige dortlstn Und konnte sich, zum ,Präsidenten der römischen Altertümer ernannt, bald völlig unbehindert der geliebten griei Hirschen Kunst widmen. Nicht lange mehr währte die Zeit der Erfüllung. 1768, aus der ersten Fahrt nach Deutschland, ward er von einem geldgierigen Verbrech-r ermordet. Winckelmarrn gehörte zu den Geistern., die in ihrer Zeit und ihrer llmgeb,nig wie BüvMr eines fveustxm Landes stehen, die uicht eher Rast icnd Ruhe finde::, bis sie die Heimat ihrer Seele erreicht haben. Jnrmtten «wer Mültur, die zuchtlos in den Auswüchsen eines entarteten und süßlich-leeren RoB»8os schivelgte, ver- sckznivch.mären Satz nieder: „Der echzigie Weß. groß, ja, !:>enn möglich, mmachahmlich zu tverden, ist die röruhahmnng der Mten." Winckelmonns große Tat bestand darin, oa» er dem eirtarteten StilgieftW seiner Zeit tvioder Würde, Rückhalt und Zuflucht gab dicrch ein System der Aiesthetck, das gewiß ^scht ohne starke Einsertigveit. doch auf den Grundbedingung^ olies Unstlerischnl Wesens' aufgebcnct war und mit der Renaissance Mm ersten Male wieder ein Kickturidsal erglänzen ließ, dem nicht »iKömmer weitere Entfremdung von der Natur, sondern nur in M bwevollent Eiitverständnis mit ihr gedient lverden konnte. 4önur.-lmirnn scheint in nüchts das PvodM seiner Zeit, obwohl er m Grunde das Beste seiner Zeit, das Humanitätscdeal, durch Der Nobcl-FrLedenspreiS. Kristiania, 10. Dez. (WTB.) Meldung des NordsTele- gram Byran. Das norwegische Nobelkomitee hat dem Internationalen Komitee vom Noten Kreuz in Genf den Friedenspreis für 1917 zucrkannt. Arils Stadt «nd CcsnS« Gießen, den 12. Dezember 1917. ** Auszeichnungen. Leutnarrt d. Res. rmd Adjutant Heinrich Müller wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse aus- gazerchner. — Leutnant d. Res. Philipp Hielfert erhielt das Hessische Kriegsechrcnzeichen in Eisen. ** Kinderw äschc-Sam melwvche. Die Einsainnrlung von Spenden am Donnerstag findet in der im heutigen Anzeigenteil angegebenen Weise statt. ** Gicßener Hausfrauen-Verein. Daß man auch, mit besckrideireu. Mitteln, mit dein, was Ms heute zu Gebote lieht, recht hübsches und schmackl-afces Weihiwchrsgeback l)aften, Gemeinden und vor allem die Unterstützung des Staates. Die Ansiedlnng darf nicht von der Arbeitskraft abhängig gemacht werden. Eine rege Aussprache schloß sich diesem Vortrage an. Llreis Wetzlar. ** Wetzlar, 11. Dez. In der heutigen Aufsichtsrats -Sitzung der Buderus'fchm Eisenwerke erstattete der Vorstand Bericht über den Geschäftsgairg und das voraussichtliche Erträgrris des laufenden Jalwes. Es ist in Aussicht genommen, eine Dividende von 10 o/o (i. V. 7V2 °/o) zu verteilen. ' «'sscn-Nasscm. --- F r a n k f u r t a 12. Dez. Der als unermüdlicher Wanderer in nahezu allen Or.cn des Odenwaldes, Vogelsberges, Taunus und des Spessarts bekannte August Knyrim ist heute früh im Alter von 79 Jahren gestorben Das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Wanderungen legte der Verstorbene in einer großen Anzahl „Wauderführern" nieder, die ihrer peinlichen Genauigkeit halber sich ungezählte Frermde erwarben X. 5)anau, 12. Dez. Drei Eisenbahnbeamte, die am Nordbahnhose in Hanau einen Wagen erbrochen und daraus Mlitär- stiefeln entwendet hatten, wurden verhaftet. X. Hanau, 11. Dez. Erhebliches Aufsehen hat hier die Verhaftung des Kaufmanns Heinrich Lang erregt, der in dem städtischen Zentrallager für Lebensrnittel beschäftigt war und größere Mengen Butter, Fett, Speck, Süßstoff, Seife u. a. m. enrwerchet und an andere Personen weiterverkaust hat. — .Die Stadt Hanau» hat besllüossen, versuchsweise in drei Gastwirtschaften sogen. „Mittel staudskuch^n" einzurichtcn, in denen für 85 Pf. ein aus zwei Gängen, Suppe, Kärtofteln urrd Gernüse, bestehendes Mittagessen verabfolgt werden soll. Zweimal in der Woche ist eine Fleischspeise eventl. auch Fisch vorgesehen. --- Holzappel, 12. Dez. Eine hiesige Witwe begab sich die'er Tage zur Warttun-g ihres Enkelkindes nach Altenkirchen, während die Muttar verreist war. Ms diese nach einigen Tagen zurückbehrte. fand sie Großmutter und Töchterchen tot zu.Hause vor. Sie '.raren einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen. l ul. Limburg, 12. Dez. Im Schillersaal der „Alten Post^^ fanden sich gestern nachmittag etwa 70 selbständige Schreinev-- und Tapezierermeister arrs den Kreisen Limburg, Ober- und Urrterlahu, Ober- und Unterwesterrvald, Dill und Biedenkopf zusammen und berieten auf Beranlassirng der Handwerkskammer Wiesbaden über die Frage der^ Möbelbeschaffung nach dem Kriege. ---- Ni eder-Jn gcl heim, 12. Dez. Für einen 14pfüw> di gen Heckt, den ein Llngler im Rhein gefangen hatte, bezahlte ein Mainzer Herr den Kiregspr.'eis von 75 Marck Amtlicher Teil. Betr.: Verordnung des Burrdesrats vom 13. November 1917, weitere Bestimmungen zur Ausführung des § 7 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst betreff. An den Ob-r-üraermeist r >u Großen und dieGroßtz. Bürger« meistercien der Landgemeinden des Kreises. Mit nach',stier Post erhalten Sie eine „Ajnweisurrg an die Orts» behörde", als welche in Städten über 20 OOO Emwohnern Oberbü rgermeister, in den Landgemeinden die Gro-ßh. Bücgev- mcistereieu bestimmt worden sind. Ferner erhalten Sie eiM „Ocffentlicke Aufforderung", in der Sie die Frist möglichst kur? einsetzen wollen Für schriftliche Meldungen ist der Termin vom 8. bis 12. Dezember gesetzt, für mündlickje vom 10. Dezember bis 18. Dezember. Die Unterlagen sind urrs aber erst heute zu gegangen. Die Angelegenheit ist also als h öchst e i l i g von Ihnen zu behandeln. Weiter erhalten Sie ein Muster für einen „öffentlichen Anschlag", dessen Sie sich bedienen wollen. Weitere Albdrücke desselben körmen Sie von der K r ie g s a mts stel l e Frankfurt a. M. beziehen. Die „Meldekarten" und „Meldeblätter für Hilss- dienstpflickiigc" gehen Ihnen ebenfalls zu nach dem ovrmiSsrchb, licken Bedars. Mehrbedarf ist bei dem Ein bernfun g s a u s- schuß in Gießen anzufvrdern. Gie ßen, den 11. Dezember 1917. Gwßherzoalrches Kreisamt Gießen, vr. U s i> n g e r. der Vertiefung und Bereicherung, die er, von g^rnz anderer Seite herüommend, ihm bereitete, in die Zuftnrft hmübergerettet hat. bis b*x Größere, Goethe, es überrrahm mrd für die Ewigkeit m Wercken von unvergänstlichjcr Leuchtkraft nieverlcgte. Das ist auck) der tiefste Grund, >o-?sl-cckb von den Zeitgenossen rrur Lessing, als eurzig EbcErtiger, ihn ganz verstau.). Älber Lessrng tonnte doch nur heiße TialMik liefern, seine relieLartigen Gestalten überr-ed-en, aber fte stehen nicht als plastische ?Nenschen in blutvoller Natur- walvrhett festgogrü-ndet, es fthtt ihnen der letzte Hauch von Schönheit und Sehnsuickst, der rms die Bcöannchchaft nrit Tasso und Iphigenie als em unverlierbares Gb'ick empfinden läßt. Wurckelmann taw ganz aus der Selmftvcht nach Ss)önk-eit zum Griect-enttim, sie entfremdet ihn von ftüher Jlrgend an der trostlosen kleinstädtischen Umgebung, läßt ihr urrüelümmert zum Korwerttten werden um seines Zieles irnlten und gibt ihnr jones „Heidnische", das so seltsam abslach gegen die hansbackene Moralität und die mit schvclp tem Gewissen frivole Genußftrcht seiner Zckt. Das Wichtigste >oar datz das Ideal reiner rmd freier MeiOÄüh^it, das die Aufklärung in unendlickner Arbeit auf den Trünrnrerir verwilderter Jahr- hurr^erte errichtet, das LessingS edler VMnawd fcC^arf und klar verteidigt und gereinigt hatte, durch Winckelnrann aich von der Seile des Gefühls, des Aestl?et!scheu her bat Zeitgenossen nahe gebracht und den KünUern die Airfgabe zugetoicken ward, es in Arrlehiurug an die alten großen Vorbilder immer weiter zu lärctern und zu veredeln. Erns blieb noch zu tun: Ter ideale Forrnentypus den Wrnckelmann als hol-es, aber leeres und abstraktes Vorbüd auf- yjestellt hatte, loar mit ivarmem, individuellem Leben zu erfüllen aus der Synthese llassischier Formenreinheit rmd deutscher, charak- terististher, vergeistrstir J-ndividuatton mußte bas vorbüdliche Kunstwerk als die Grsüllwrg der Zeit hervorqelwn. Das ist Gestalt genwrden in den beÄen klassischen Dramen Goethes, dem . Tasso" und roch deutlicher urrd sinnfälliger in der „Iphigenie''' Sehr bezeichnerrderloeise hat Goethe, der sich des Anteils, den Wiirckel- mann an seiner BiÜnurg l-atte, stets danklxar bewußt blieb in seiner Stellung zur bildenden Krmst die SlMächen rmd eirrseitig^iterr Winckelmanus mckrittsch übernonrinen rmd sogar rwch übertrieben. Die theoretischen Eüffichterr, die er in den ..Prvpchäcn" nv^er- legte, und dre, soweit sie aufs Mgem-eme der Kunsst gehen vorr nnvergängllchern Wiert bleiben, bietzen /hoch, sobald es sich unr Eiwrel- lrericn der .Plastik und dRalerei harckelt. mamrigsache Angrisss- pirnkte, und Friedrich fotttte das lstsdmrsche Recht fttr sich als er forderte, tiefere JrmetlichSeit durch den ?lnschlrrß an die Art der alten Jtalvenor, Deutschen und Niederländer zu erreickien Da unvergäng-liche Derckmal hat Goetlre dem Vorgänger urrd Pröpsten doch mcht in der Schrift „WtncSÄmann und sein Jahr- lpmdert" gesetzt, sondern m jener „bertnifclt humanen" Dichtrma die auf wnmdervölle Weise gri«chisck>e Schmchert und gernwnisch-' christliche Geistigckckt vermählt und ein Menschheitsideal anfftellt von dem wir heute weiter denn jeontfernt sind, m der ^Iphigenie"' dre Goethe nach dem tödlicher Sck>ioeigen um dieses au feer hott öer Zert^stehende Werk schrieb: „Sehr schlimm ist es in ^agen. daß iede Kunst,, die doch eigentlich zuerst rrur für die Leberwen wrrcken soll, sich, insofern sie tüchltig und der Ewigkeit nwrt ist, mit der Zeit rm Widerspruch bcftrrdet. und daß der KünAer oft ernsam in Verzweiflung lebt, indem er überzeugt ist, daß er das bei itzt, und mitteil«, körmde, nias die Menschen suchen." ^er Klassizismus blieb der Zeit abgetvendet und eine Sache der. wenigen, die er l)eiinatlos nrrrchw. dlher ein Jahrhu^^kt lat er das brfrurhtct, mid eürige der »ite. o f ? trirb^En nicht Ter 2tenl«ta Pvoletariersohn, bor bag mbedt™ ® r ' 8CÖert mt ^ See,e d« «s für Te.rt!chirnch '~k‘^ er Nestor der dänischen Physikers N«b enrer Kopenhagener Meldrmg ist soeben der emerittertr Pw^stor ^ Koperchugen, Christian Christiansen, der ölwfte Ptchsikn Lanemart^ gestorben, ern Gelebter, der eine fühv^e Iuolle m der Wissenschaft ganz Sömrdrnaviens spielte. Ehrrstian^ hat em Eer von ^74 Jahren erregt. Schon in mngen Jahren, girchuete er 1 ^ ui oer Physik aus: so erhielt er als 22,Lhriger die ^ ttmfcerfität Kopenhagen zuerkannt. Nach Emdetem ^tuLmmr war er eme Zertlang PhysMehrer au ^o f n 5 m1« e , dann ttmcke er Dozent am Polytechnikum: s l 886 gehörte er dem Lehrkörper der Universität Wpenyaqen an gab er semeS Mters wegen die LehrtärlpLstt miß doch letzte er >eme LaboratoriurnÄmtersucknunaen imurrvee- br^„ b,s zu semem Dode fort. ffiWffaitai«öS3*artSrS gbaftif}.te ,iA mit ber Entstehung der Reibungselektrizität: diesem ^!?erge der ^ddblrk hat sich freilich erst verhältnisimäßsa iüäi nanckich rm Jahre 1895, zugetvandt, um dann dauernd dabrf rn blecken, ^erne erste babenrende Arbeit ist istne Untersnch-a^^ eme ergentumlcche Lrchtbre^hung in stark gefärbten T- ^ die pari* b« W von »&TÄ-1SS& Ä (Hrmtüinoi eme Bleifte von Uitterfitflsimrm itber mrägemW, mch d,e kmoitsche Gasthsorle ver.>u,kt SrSS Jorknmg Mrs dem Gebiete der ttzsoretischen Aondimwien der BalmbrEr: non chm sb-nnn, ialie-che Lodrln-k, di^em Z «twachm, barmtter ir - FRITZ NOWACK In allen Abteilungen des Geschäftes sind viele Artikel als wasche), auch das kleinste 5tück ist willkommen. 0entt daran, was die Vater der Uleinen für uns draußen leisten, und helft, indem Ihr gebt. zeigt durch ein weitzes Abzeichen am Fenster an, wo die Zammlerinne« etwas abhsSen können! 88 71 d Gttssurjchuß Gießen für Krauenarbeit im Krieg, mit 12 angeschissstuen Krauenvereinen. Die Einsammlung von Spenden i m 8925V Wäsche zur Umderwäsche-Woche findet an, ]P1F* Dsnnsvstcr^ in folgenden Straßen statt: Bahnhosstraße, Frankfurter Straße bis Hofmanw ftraße und Hofmannstraße, Frankfurter Straße ab Hofmannstraße, Friedrich. Klmnstraße, Kirchenplatz, Marktplatz, Kirchsttaße, West-Anlage, Mühl- str.jc, ftrsße, Schanzenstraße, Buchnersttaße, Buddestraße, Glaubrechtstraße, Credner. straße, Hillebrandstraße, Wetzlarer Weg, Mittelweg - r - : Modern n. geschmack- . voll In AngfHhraug * nnd Form Anerkannt gediegen in Material n. Arbeit. Preiawürdig end in allen Preislagen Auswahl bietend. S Mm zum Verkaufe ausgelegt. 8968a Qiessener Konzert-Verein (Viertes Konzert). PenKioa Braaüi, USenea Bane 22 Ziruwtr.RIinajs-is.Älioiirilhek Montag den 17. Dez. 1917, abends l 1 / 4 Uhr, in der Stadtkirche Ausführende: Die Leipziger Künstler Herr Karg-Eiert (0 rgei) Frau Pfeifer-Siege! ( so P ran) Grtindl. Unterricht in 8837 MiRSASteillSD Stenographie Herr Bartuzat S!Ä d “ °" wandhaus-Orchest.) PROGRAMM: Werke von Sebastian Bach und Karg-Elert, für Orgel, Gesang und Flöte. öoiod Ueberschuß für Kriegswohlfahrtszwecke. Zum Eintritt berechtigen die für das 6. Konzert ausgegebenen Karten 1 Eintrittskarten 3 *~~ ML, 2.- Mk., 1. - Mk., Studentenkarten nur gegen Vorzeigen ---der Ausweiskarte 0.75 Mk., sämtlich numeriert, unnumerierte Platze 0.50 Mk.; Schüler und Militär vom Feldwebel abwärts 0.30 Mk. sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier, Telephon 671, und abends an der Kasse zu haben. Die numerierten Studentenkarten nur im Vorverkauf. Buchführung u. allen Händclsfächcrn. Tages- n. Abendkarte Honorar für Einzelfächer Mk. 10,-, für Kurse nach besonderer Vereinbarung Anmeldung täglich Koste lose Stcllen- v rmittlung. FrsßzVogt&Oa., GieSen Goetiestr. 32. Tel. 206*. Voransei®;®. Mi Fi Kosliini- o. Maule!- Sonntag, IG., ISoMttg, 17- u. Dienstag, 18. Bez., nbends V,8 Chip: Großes Konzert mit verstärktem Orchester. Leonhard Hitz, SsSSSSÄ Frankfurt a.NLtararit 15, Telephon Hansa 4297 h!hriieEp»2a,? 8loph 564 1129 1370 2129 2102 1603 996 „ Zentner 11.3 22.6 27.4 42.6 42.0 32.1 20.0 in Prozenten von 10 000 kg (200 Zentnern). 5.6% 11.3 13.7 21.3 21.0 1 16.1 0 0 Summen 3 8 46 92 26 20 2 1 InKlammern() die bei einem Gesamtvorrat von 10000 kg zulässigen Verbrauchsmengen in kg. Diese Tabelle lehrt, daß der Februar fast den gleichen Bedarf gehabt hat wie der Januar, und daß die Hälfte des ganzen Vorrates erst am Schluß des Januar verbraucht sein durfte (53 0/0), um mit demselben für die ganze Heizperiode auszukommen. Vieser ungewöhnlich kalte Winter kann als Beispiel für den zu erwartenden Höchstverbrauch von Heizmaterialien dienen. Die durchschnittliche Länge einer Heizperiode wird zu 200 Tagen angenommen ; sie pflegt zwischen dem Anfänge und der Mitte des Oktober zu beginnen und zwischen der Mitte und dem Ende des April abzuschließen. Die in den meisten Mietskontrakten zu findende Abgrenzung der vom Wirte zu liefernden zentralen Heizung mit dem 1. Oktober und 1. April entspricht nicht den durchschnittlichen Verhältnissen. Die vorstehenden „Ratschläge und Verordnungen" unterscheiden sich von denen anderer Städte vornehmlich dadurch, daß sie in weitgehender weise jeden unnötigen Eingriff und jede Bevormundung zu vermeiden suchen. Im vertrauen auf den stets bewährten Gemeinsinn der Einwohner von Gießen soll auch von Strafbestimmungen zur Durchführung der erlassenen Vorschriften so lange abgesehen werden, bis sich die Notwendigkeit herausstellt, einen stärkeren Druck auf solche Personen auszuüben, welche sich der Erkenntnis des bittern Ernstes der Lage hartnäckig verschließen und sich weigern, ihre eigenen Gewohnheiten und wünsche zugunsten des allgemeinen Wohles zurückzustellen. Aller Voraussicht nach dürften die Vorschriften über Einschränkung der Lüftung und Beheizung in Häusern mit gemeinschaftlicher Zentralheizung in erster Linie zu einer behördlichen Kontrolle und zunächst schiedsrichterlichen Entscheidung und im Notfälle zur Erhebung von Ordnungsstrafen Veranlassung geben. Bei der grundsätzlichen Wichtigkeit dieser Fragen für die Kohlenversorgung dürfte man aber auch vor diesem, an sich sehr unerwünschten Mittel nicht zurückschrecken. Um über die mannigfachen Fragen der Heizung erforderlichenfalls sachverständige Belehrung oder Auskunft zu erteilen, und um schiedsrichterliche Entscheidungen in Streitfällen zu treffen, ist vom 6. Dezember an eine „Auskunftstelle für Heizungsangelegenheiten" in Tätigkeit getreten, die in den Wochentagen von 11 bis 12 Uhr im Stadthause geöffnet sein wird. Im Aufträge des Ausschusses für Aohlenversorgung: Prof. Dr. Assmann, Geh. Gber-Regierungsrat. Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen verkehr: bank Liehen 5chu!ftr. 7. Annahme von Anzeigen '. die Tagesnummer bis zürn Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlicdkett Zellenpreise: für örtliche Anzeige»: do Li,für auswärtige 39 Ps., V,r Reklamen Mk. 1.— ; bei Plahvor- schrist 20 °/ 0 Aufschlag. Äauptschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: M. Meyer; Anzeigenteil: H. Berk: sämtlich iu Gießen. lesen daraus nichts anderes cckS fein versnng Preußens und Deutschlands. ÄTB.) 4lus bcr Rüde Asguühs ist T-ie wiä-ttgsle imd wie ich glauhc' Bertormms unserer Kriegs-iele liegt »enn auch uneingestandene Absicht chland und das deutsche Volk nicht uch yn demütigen und in Armut M Zakwr für ein« wertere und reichen zu vernichten. Es muß natürlich «r hier mich in Amerika irgendein »r auch nur vvrge^'aÄen worden ift ngabc unserer Krieg^iele zurück, die vember 1914 machte. Damals sagte : früher in die Scheide stecken würden, schast Preußens ganz und endgültig vas wir rmder preußischem Militarist wiederum auf die le^te Rede des id bedroht den Bestand, die Knaben Unternehmungen be& Deutschen Mirerten versucht oder nimmt sich ng oder die (Anrichtung des künf- ben. Es ist ein eingewurzelter Grund- s organi?irrte 'Volk der wahre maß- ?rantwortliche Richter seiner eigenen ho ihre eigene Sach«, ige Welt beteiligt sind, ist nicht das as als Werkzeug zuerst in Preußen Fand verwendet wurde, jene doppelte rrrd des Mreaukratismus, zwei Ma- imreich ineinander arbeiten. Tas ist ls oberste Macht auf den Thpon gesetzt rsolgung seiner vermeintlichen Inter hat, je nach den Bedüri nissen der rage zu fälschen, zu verhöhnen oder in der Tat mehr beansprucht als dir »rechen von den Berpflichtungen und te der Volker der Welt schützen. Das muß als rein ^eschastliche Sache — Ahtik — lernen, daß dieses System irderischen dauernden Streit mit der m an. was sie zu dem gemeinsamen »rs-chung nach m^eriellen und geisti har, und wie ich, glaube, noch bc& Vertrag geschaffen werden soll, ein so muß er mehr sein als ein Stück ite und geschrieben mit Wachs. Er tthen tischen Beweis, das; das deutsche 7vc, den:Grundsatz des gemeinsamen, als bloß, technische oberste, sondern rität in der Welt anzunehmen. was aßnahmen vermittelt werden konnte. oc uuiniu itvu/L mmmfrn *«*•> ■v«****# »n tv** *>&*-»^ Gewalt der eigenen Waffen, sondern von einem Ueber- listungsfrieden. Daher verkündigt er dem deutschen Volke, es solle seinen Vlatz unter den Völkern behalten, England wünsche nicht, es in Elend und Armut zu stoßen — wie großmütig! — allein — dann kommt wieder die langbeinige Zß- kade, die stets ihr altes Liedchen^von den Bürgschaften singt, die Deutschland beim Friedensschlüsse geben müsse. In verschleierter Form wird immer wieder auf uns eingesprocl)en, wir möchten Hrndenburg und Lndendorss kaltstellen, die jetzige Regierung, über deren demokratischen Wert unsere Gegner merkwürdigerweise noch, kaum ein besonderes Wort gefunden haben, svrtjagen und nach dem russischen Rezepte den Frieden suchen. Während Asquith die Ausschaltung des militaristischen Systems verlangt, spricht er über die Freiheit der Meere arg gewundene Worte. Freiheit, die ich meine! England denkt nicht daran, seine Wehnnacht zur See anstzngeben. Wahrscheinlich will es damit den Wellschichrnnun spielen, der über den Frieden wacht, „rt>te ihn bte Wett braucht". Es scheinen doch noch andere Stürme als die von Ecrmbrai über diese englischen Geister hinweggehen zu müssen, bis sie aus einen wirklich gangbaren Weg $um Frieden sich bequemen. Wir hegen die Vermutung, daß es ihr Schicksal sein wird, bei der nnniiitel- baren Annäherung des Friedens überhaupt nicht mehr auf der Tribüne zu stehen, von der sie jetzt noch als Anserwählte ihves Volkes veLen. Asquith hat, ähnlich wie der Italiener Salandra, freu Mut gehabt, ausz-nsprechen, daß er dieselbe DrieosPolitik wieder wachen würde, wenn dieselben Sckftcksalsfragen wie im August 1914 nochmals ausgerollt würden. Salandra ist abgetan, und Herrn Asauith, der als Minister bereits entthront morden ist, wird es nicht besser ergehn. kraft- und zielvoll'fortseben, bemüht sein, den Völkern der Welt, sowohl den kriegführenden wie den Neutralen, immer mchr klar -machen, daß die einzigen Ziele, für die wir kämpfen, national^ uneigennützige Ziele an sich sind und daß es diejenigen Ziele sind, für die wir in den Krieg eingetreten sind, und daß wir unserer Ueberzeugung nach durch ihre Erreichung nach einer dauernden Friedensbereitschaft trachten, begründet durch die gemeinschaftliche Autorität eines internationalen Bimdes, um die jüngsten Worte Wilsons zu gebrauchen. Dieses Ziel ist zu wirksamer Geltung zu bringen durch die Teilnahme nicht allein der Riegierungen, sondern auch der Völker, die fortan den Weltfrieden) verbürgen müssen. Selbst jetzt ist.es reichlich klar, daß nicht die Regierungen, sondern die Völler der feindlichen Länder künstlich im Dunkeln gehalten iverden über unsere tatsächlichen Absichten sowohl hinsixtstlick des Krieges wie des Friedens. Ich werde weiter tun, was ich kann, um den Schleier zu lüsten und womöglich einige Lichtstrahlen hineinzulassen Berlin, 12. Dez. (WTB? Asauith bemühte sich im Vergleich zu früheren Reden, eine maßvollere Tomrrt anzuschlagen. Dazu hat er auch gerade jetzt, wo ein Jahr seit dem deutschen Friedensangebot verflossen ist, allen Anlaß. Wir sehen darin die stillschweigende Anerkennung unserer militärischen imi* politischen Lage. Für die Pläne der Eitteirte, die auf Deutschlands ytteder-- werfung abgezielt haben, ist das verflossene Jahr die Zeit schwerster Enttäusclmng gervesen. Für dieses Jahr prophezeiten die englischen Staatsmänner in zahllosen Kundgebimgen den endgültigen Niederbruch Deuts Äands. Jetzt müssen fie'. erkennen, daß Deutschland so fest UTtb ftrfjrr dasteht wie je zuvor in diesen .Kriegsjahren, ylsguith reclmct aber aus ein kurzes Gedächtnis der Welt. Niemals oll die De: ütigung und Vernicklung Deutschlands als Kriegsziel ..r Gntentr gefordert woöden sein. Damit leugnet er «nsach zahllose Kundgebungen seiner Kollegen in der englischen und fran- ßMsclten flijegierung. Er verleugnet die in den acheimen Abmachungen medergelegten Avstchtm gegen Teutschlaiw, deren gänzlicher Zusammenbruch ja heute vor aller Angen lieat. Aber Asimith bält»immer noch fest an seiner Guildhall-Rede, die „militärische Herrschaft" Preußens soll ganz und endgültig ver n ichtet Erden. Mag Wquitü stck mit den Auslegungen dieser seiner Abimachun- Weise eingewurzeltes Mißverständnis >ers England, für ihre eigenen poli- iicte die Zerstörung dessen anstreben, timmten Ausdruck die Freiheit der ilich versucht, eine genaue, wenn auch Oegriffsbestiminung dieser ^stedensart daß in Friedens^eiten die Meere der len offen sein müssen. Was für eine rahme Großbritannien z. B. in den gen wurde, die dieses natürliche ur- lln könitte? Wsenn belysx diese Formel hat, kann sie dazu gcÄraucht werden. >cachit, die gerade die See beherrscht, ng 'in ihren Rechten als krieg - Für die Larrdkriegsuhrung wird keine ngeregt w bie eh n e V re nb ruugrn tufeu Kamps durch den Feind vlarr öierm liegt tatsächlich die Bedeutung erwägen, ob nicht etwas getan iverdeu eere zu sichern. Ich meine natürlich, rechtlichen und schändlichen Ilnterstt- — -- — 0 —,amen Opfern unschuldiger Menschenleben, der juns Zwang, die Handels>l'iiffe m bewaffnen, nicht allein bic Krieg führenden, sondern auch die Neutralen beispiellosen Gefahren ausgesetzt hat, die bisher in den Annalen des See krieges unbekannt waren. Ich glaube kaum, daß wir noch sehr viel von den Lippen des Feindes von der Freiheit der Meer« hören werden Sckstießlich besteht auch die Ansicht, daß der Friede, den wir im Sinne haben, ein lahmer Friede und verwandt werden solle, den Krieg unter einem arideren Namen fortzusetzem Kein wäre nach meiner Ansicht, hoffentlich auch nicht nach der Jlirigen. des Nam-eus wert, der trotz der Einstellung der Feindseligkeiterk und der Niederlegung der Waffen zuließe oder darauf hmzielte. daß, wie .ich früher sagte, ein verhüllter Krieg cintveten widrde. der mit anderen Metlwden, aber in nicht weniger kriegerischen^ Geiste gesührt würde. Ich habe behauptet und werde weiter so kräftig wie nur ekNer diese Behauptung verfechbetr, daß es unser gutes Mcht ist. alle rechtmäßigen Methoden, wirtschaftliche wir mUitärlschc, anzuwenden, um unsere Hauptziele zu sichern, einen solchen dauerhasten fruchtbaren Frieden zustaudezubringen. nnr ihn die Welt braucht. Die Stellung der Verbündeten hierzu ist vollkomnken klar und von Wilson in seiner letzten Bvtschrft ge kennzeichnet worden. Ich unterschreibe achtungsvoll die Worte, bereu er ück bediente und denen ich mich anschließe. Ein reinlick^. Frieden, das ist es. was die Bevölkerung dieses Landes mtb sämt lieber aUrierten Völker wünschem (Beifall?. Um ihn zu erreichen, nicht ,nehr, aber aucl' nicht iveniaer — sind sie unbeugsam in Ent schlossenheit und in dem festen Willen, vonvartszuge'hen und alle nolweudigeii Anstrengungen zu ertragen. Die englischen Niederlagen. Rotterdam, 13. Dez. Nach dem „N. R. C " fordern i>tf T i m e s eine Untersuchung über die Ursache der englischer Niederlagen. England und die Zivilgesangenen. Berlin, 12. Dez. (WTB.) Die „Nodd. Mgem. Ztg." schreibt unter der Ucberschrift: „England und die Zivil- gefangenen^ Die englischen Blätter ergehen sich nenerdings s- SS-g:? ?■ fl?«? Po 3 ÄS, &cr5ü ‘Mrii^SJ' iiiif rvH,S,^ —^2 0*B.*a2co *,S PT? gl . -xx er» 3 <-r 3 « p ^ ''L-Sv^EZ E 3 M^ MKMs rFST c-t- 5—fv s I ll ! »»••Um? ?§{?£ tf»9 g||l^P j ©ff! •«&! flfa,' || ; IS 3 f gff ll - '9 3 r ' 8 *s*a£ fl n-P ^5? g £_E,@§ Z'AE-E 3; S-S-rfgs fig-lv £rcm u Ä2. ff -F« 3,1 a "§AKZZ is ° 2 * 3 59..5 $2 ° 3 •i'S'^’S i. 1 ^ ^ ji 2 . 3 ? g 2 H*3 0*3 Sf £3 w|ä' 3 •E' 2 2.h . o Pt-* 3 —V. <—<. * 2 sf ZDfZ §r^3?^2Z ^ Ä?§ ^ 2 ^ ' Ä- FZ E g l= 3s « ^§■5 3 S^LsZ 3 pL^N^L NZ-x-M ^-E ‘So &|' a Äl- & l3& I?f gjÄlliIis fff ZS'8L»ZZ-ZK-- LZZ e.0; 2 S^CO - ;t tti i© 3 5- e ro «2 S' e P:«i« ©E Sp-2.2.^ 2 C 3rt>Of—,-*- 3 H n ft r« rratschläge und Verordnungen zur Ersparnis von Brennstoffen bei der Heizung Erläuterungen zum „Merkblatt zur Ersparnis von Brennstoffen bei der Heizung" (s. Gießener Anzeiger vom 6. Dezember 1917), a) Ratschläge. Die zurzeit herrschende Knappheit an Kohlen zwingt zur Einschränkung “ * - J ~ * J ^ * •fv^|>. ( v..vv v*.» jujiuyi j wi xui|u|iuimunij der Beheizung, was in wirksamer weise nur durch die Verminderung der zu heizenden Bäume erzielt werden kann: es ist offenbar leichter zu ertragen, in wenigen Bäumen eine behagliche und der Gesundheit zuträgliche Temperatur zu haben, als in einer größeren Bnzahl solcher zu frieren und sich zu erkälten. Für die Buswahl der zu heizenden Zimmer sind folgende Gesichtspunkte maßgebend: 1. Zimmer, welche die meiste Sonne erhalten, sind am leichtesten zu beheizen. 2. Zimmer, welche inmitten anderer liegen, werden durch den wind und die Wärmeausstrahlung der Bußenwände am wenigsten abgekühlt und sind deshatt) leichter zu Heizen als Bußen- und Eckzimmer. 3. In einem mehrstöckigen Hause erhalten die oberen Stockwerke einen Teil der Wärme der unteren: man heize deshalb, wenn irgend tunlich, nur übereinander gelegene Zimmer. Der Zweck der Heizung ist die Herstellung einer Zimmertemperatur, bei der man sich in seiner gewohnten hauskleldung „behaglich" fühlt, womit auch den Rücksichten auf die Gesundheit genügt wird. Das wärmebeüürfnis ist je nach Blter, Geschlecht, Llutreichtum, Temperament und Beschäftigung verschieden, weshalb eine für alle Personen streng verbindliche Temperaturgrenze nicht festgesetzt werden kann. Im allgemeinen gilt eine solche von 18 bis 200 tzes hundertteiligen Telsius-Thermometers (14i/ 2 bis 16° Beaumur) als ausreichend: das zur Feststellung der Zimmertemperatur benutzte Thermometer soll sich in Tischhöhe (75 bis 80 cm über dem Fußboden), in der bei dem sitzenden Menschen die in erster Linie wichtigen großen Organe der Btmung, Blutbewegung und Verdauung liegen, nicht aber, wie vielfach unzweckmäßigerweise vorgeschrieben, in Bugenhöhe (1,5 bis 1,6 m über dem Fußboden) befinden,' es darf aber weder von der Sonne, noch vom Ofen oder einer zu nahen Lampe über die Lufttemperatur erwärmt, ebensowenig aber auch durch die Nähe eines Fensters oder einer offenen Tür abgekühlt werden: auf einem Tische inmitten oder an einer Innenwand des Zimmers stehend oder liegend, liefert es die für die Beurteilung der Heizung zuverlässigsten Ergebnisse. Bm Fußboden eines geheizten Zimmers, unter welchem ein ungeheiztes Zimmer liegt, ist die Temperatur um 2 bis 3° niedriger als in Tischhöhe, weshalb die Benutzung eines Fußsackes beim Sitzen zu empfehlen ist' in Bugenhöbe ist sie um 1 bis 2» höher, an der Decke um 4 bis 5». Eine Einschränkung der Heizung nach der Tageszeit erscheint nicht gerechtfertigt, zumal sie durch eine Kontrolle kaum oder doch nur mit unliebsamer Härte zu erzwingen wäre. Bei Dauerbrandöfen, wie sie in Gießen hauptsächlich im Gebrauch sind, würde eine vollständige nächtliche Unterbrechung auch unwirtschaftlich sein und den Grundlagen der Konstruktion derselben direkt zuwiderlaufen. Der durch den Dauerbrand in den Mauern erzeugte „Wärmevorrat" verhindert am besten eine zu starke Buskühlung der wände und damit das Einfrieren der Wasserleitungen. Bei Warmwasser-Zentralheizungen erfolgt die Bbkühlung des warmen Wassers außerordentlich langsam, so daß man, solange nicht Frost herrscht, sehr wohl die Heizung während der Nacht und dadurch erheb- liche Mengen Kokes ersparen kann. Dampfheizungen besitzen diesen Vorzug nicht, da mit dem Sinken der Kesselwasser-Temperatur unter 1000 C. kein Dampf mehr erzeugt wird, und die Heizkörper infolgedessen schnell erkalten,' sie müssen deshalb auch bei verhältnismäßig wärmerem Wetter während der ganzen Nacht im Gange erhalten werden. Bis ein Maß für d,e Zimmertemperatur, welche erzeugt werden muß, um ein Einfrieren der Wasserleitungen zu verhindern, gilt die Begel, daß man dieselbe etwa auf der Hälfte der Temperaturgrade über 0 « (dem Gefrierpunkte) zu halten hat, als die Bußentemperatur unter 0° (meist als „Kältegrade" bezeichnet) liegt: bei einer Bußentemperatur von 10° soll also die Temperatur der mit Wasserleitungen in den Bußenwänden versehenen Baume nicht unter -f 5° herabgehen. Dasselbe gilt für die mit Wasser gefüllten Böhren der Warmwasser-Zentralheizungen. Die in den meisten Städten erlassenen Vorschriften über die Inbetriebnahme und Außerbetriebsetzung der Heizung sind im Widerspruch zu den klimatischen Verhältnissen, deshalb praktisch unausführbar und belasten das ohnehin durch die Kohlennot schwer betroffene Publikum in unlieb- samer weise D,e „Feststellungen des Geffentlichen Wetterdienstes" von 0 Uhr abends, auf denen diese Vorschriften fußen.'können naturgemäß dem Publikum er,t am nächsten Tage durch die Zeitung bekannt werden solche vom Samstag gar erst nach zwei Tagen, am Montag,- es dürfte schwierig sein, am Sonntage zu entscheiden, ob nach den Vorschriften qe- )eizt werden darf oder nicht, wenn man erst am Montage die hierzu min' Unterlagen erhält! Bus dem Lande zumal, wo nicht jeder- erkolaen ! 9 ich, und amtliche meteorologische Beobachtungen nicht erfolgen, ist eine Feststellung der „kritischen" Bbendtemperaturen vielfach überhaupt unmöglich. Die Temperaturveränderlichkeit unseres Klima! macht die für den Beginn der Heizperiode geforderte Folge von vier Tagen m,t Bbendtemperaturen von weniger als 1 2° C. sehr unwahrschein- hrf) emc Mm,maltemperatur von 5« C aber, die ebenfalls nach diesen falt M'al7n .^betriebnahme der Heizung rechtfertigen soll kommt säst in allen Zpatsommermonaten vor: in Gießen war das z. B. schon am . und 24. Bugust sowie an 7 Tagen des September 1916 der Fall. *6 p O E E o ^SVcrE A" H 3o rt ft r» H ® « ti \ \ T -E' ’' er t; o"£S<5 6- pH r-*. SS ■H* fslls-sr «n » *-! ei n 3 ^ CO CT>E ‘E? §lf D: nt 32s 2 Sr a Dasselbe erfolgt auch in den Tagen der Maifröste, der sogenannten „Gestrengen Herren" oder „Eisheiligen" und ebenso in den Kälterückfä'llen des Juni: in allen diesen Fällen würde der Beginn einer Heizperiode nach den Vorschriften gestattet sein, obwohl mittags sommerliche Temperaturen herrschen. In gleicher weise ist die Forderung von 6 aufeinanderfolgenden Bbend- temperaturen von mehr als 12° C für die Beendigung der Heizperiode mit unseren Wärmebedürfnissen nicht vereinbar, da nicht feiten im Dezember und im Februar oder März eine Beihe von warmen Tagen vorkommt, welche diese Bedingung erfüllen, aber gerade dann meist von starken Spätwinterfrösten gefolgt werden, die ohne eine Heizung unerträglich sein würden, hieraus ist zu folgern, daß eine zweckdienliche meteorologische Formel für Bnfang und Ende der Heizperiode nicht aufgestellt werden kann und deshalb kein anderer Busweg bleibt, als ein Verzicht auf eine künstliche und unwissenschaftliche Reglementierung und an deren Stelle der gute Bat: „heize, wenn es dir in deiner Wohnung zu kalt ist, und höre damit aus, wenn es dir nicht mehr zu kalt ist: fei aber tunlichst sparsam mit dem erhaltenen Heizmaterial, besonders in den ersten Wintermonaten, da die späteren in unserem Klima meist die kältesten sind, und nach Lage der Verhältnisse eine Nachlieferung von Kohlen als ausgeschlossen gelten muß." Die Heizung der Schlafzimmer sollte, wo nicht Gesundheit, Kräftezustand oder Blter ein größeres Wärmebedürfnis rechtfertigen, tunlichst auf die Zufuhr von Wärme aus einem benachbarten geheizten Wohnzimmer durch nächtliches Gffenlassen der verbindungstür beschränkt werden. Küchen, in denen mit Kohlen oder Holz gekocht wird, werden dabei meist so weit erwärmt, daß sie „bewohnbar" sind: eine Heizung der Küche durch den Kochherd ohne gleichzeitiges Kochen bedingt aber eine Verschwendung von Heizmaterial, da der Kochherd zur Erwärmung der Töpfe und ihres Inhaltes, nicht aber für die des Küchenraumes konstruiert ist. Besonders wenn ausschließlich mit Gas gekocht und eine „Kochkiste" benutzt wird, ist bei niedrigen Bußentemperaturen die Küche zum dauernden Bufenthalt nicht geeignet. von der Beheizung auszufchliehen sind: Salon (sogenanntes „gutes Zimmer", deshalb auch scherzhaft als „kalte Pracht" bezeichnet), Speisezimmer, unbewohnbare Diele, Flure, Treppenbaus, Bborte, solange nickt Gefahr des Einfrierens besteht; Badezimmer außer der Zeit des Badens wo nicht ernstere Gesundheitsrücksichten in Frage kommen, schränke man die Zahl der sonst gewohnten Bäder auf eines in der Woche ein, wobei, um die Wärme des Badeofens möglichst auszunutzen, tunlichst alle Familienmitglieder nacheinander baden, Kinder unter teilweiser Benutzung desselben Wassers. Bn die Stelle des Vollbades kann auch eine lauwarme Übergießung treten, bei der man sich auf eine hölzerne Fußbank setzt die in die nur handhoch mit Wasser von 35° C (28° R) gefüllte Badewanne geftellt wird, und sich mittels eines größeren Badeschwammes oder mangels eines solchen mit einem Topfe überspült. Der verbrauch an Heizmaterial und Wasser beträgt bei-diesem Verfahren kaum ein viertel des für ein Vollbad erforderlichen. Es empfiehlt sich, die unteren Scheiben der Fenster durch Decken sogenannte „Fenstermäntel", zu schützen, doch dürfen diese die Heizkörper von Zentralheizungen, die sich vielfach in den Fensternischen befinden, nicht überdecken, wodurch die von diesen ausströmende warme Luft gegen die Fensterscheibe statt in das Zimmer geleitet wird. Die vielfach üblichen Schalen zur Verdampfung von Wasser, um die Z.mmerluft feuchter zu machen, sind als überflüssig unö' wärmeoerbrauchend überall zu beseitigen. Die scheinbare Trockenheit der Luft rührt von Staub her. der durch die Wärme der Gfen und Heizkörper der Sammelheizungen emporgehoben wird,' eine Reinhaltung derselben ist deshalb sehr zu empfehlen. b) Verordnungen. während im vorstehenden im wesentlichen „Ratschläge" zur sparsamen Verwendung des dem einzelnen Haushalte nach Lage der verbältnisse verfügbaren heizungsmateriales gegeben, von einem behördlichen Eingriff in die persönlichen, auf die eigene Wohnung beschränkten Maßnahmen aber abgesehen wurde, werden im folgenden „Verordnungen" erlassen, welche eine Schaoigung Dritter oder der Bllgemeinheit durch nachlässige^ oder eigensüchtiges Verhalten verhindern und damit einer Vergeudung von Heizmaterial entgegentreten sollen. In allen Fällen, in denen sich in einem Hause mehrere Familien oder Haushaltungen befinden, ist die in ihm durch Heizung erzeugte Wärme als ein „Gemeingut des ganzen Hauses" anzusehen, da sich die Wärme durch die Zwischenwände und Zimmerdecken auf alle Bäume, zu einem Teile auch auf die ungeheizten, verbreitet. Findet an irgendeiner Stelle eine unnötige Wärmeentziehung statt, so werden dadurch alle Teile eines Hauses in Mitleidenschaft gezogen, und dessen sämtliche Bewohner eines Teiles der auf ihre Kosten erzeugten Wärme beraubt. Vas gilt in erster Lime für die Lüftung der Zimmer, die in unserer zu Übertreibungen n igenden Zeit vielfach zu einer Brt „fanatischen Sports" ausgeartet ist. Ein dauernd oder auch nur stundenlang geöffnetes Fenster entzieht, auch Mrm. ln^Eh°r'S- Raum selbst nicht geheizt ist, dem ganzen Hause v^rbävn . n Maße das mit dem erreichbaren Zwecke in keinem haltnis steht. Ie niedriger die Bußentemperatur ist, um so schneller strömt die wärmere und deshalb leichtere Innenluft durch das offen«, ^3 rr Sr* E ?S II 3§ o s CP E \i W f t 2 E 00 pFM 3 'S 1 HÜ S er ^ 2 E-Tj 2^ ö 5, ft u TS,n fifft sfsti i—‘»tp H f - COS»! iti? « E er rs - 5 E cp s tjt E * _ s 2 Z «s 5 2 Ö SfPlJpÜ Sr «tflieiSlsi e? c=i ie, E oi o • F- srfi t» E er n #}M|fL-= CO g s.gS 3-3 gs I- ' m CJ-«, CO n» p n 3 er .d, cO ^ 5 co f 3 i _ ’zr ?if r% rj S- 'S Hl, y er tC - a s§s-|f3 'cm er CO » 3 cy OE nj 3 #i?ä|P | I lililfi i 2 3 5*,ZT'-*-Cv p ^ P 3- O R; 2» 2- 2 ro'H. Ö p E'E E E ^ p W f!l a m & ff zf ^ i iigSrfiSäS rfü ifif i|i Jf&ir ilf » ifl.gSgg.S--3 sÄ&sa „ -^ «- 2 £3 -a — o _p, i-f ^cr 3,2. rt ?s»Ss 2 — p ™ 2 ^S-2-E S p E >la«3 C/ct* E p»2 iS-, rOWr'fl P rr*, " er <-! 5 Te rt U 2 P =; M ™ ClCTE ™ 'E'2 § 9 . 3 Ag AsSZZ-- er «s» to S'cr LZ r-.-S'O 3 E & er p P Z-ss- lll W rtSp ^ öP^-g'gSs. —•2 er e E ft 3 ft ” ■ nihmmmm r» fl 3 * ÖTC-g 2. fl-a-B»«-® .p lifs“ *§ ^ w - j ■. - <äS : S.^|§' ^ g ! «jfi oep S-2. n r»i* g j- y tx, Er e § ^ ÄSttSaTste s s®s• s -- s 3 ^ -'co <-vi » Cf* 71 3. 3r SS. * er §2:5-« pr O iE S ^ö»2- 02 g* 2-|| 8,9 ä p» cm E i« -SP «ft rft rirf# er 8°" E f äg jS &Ä*« ^-§co = ~ “ Cr Ub p CT' e *” ft m 3 ^ g 2 2 B 5 crSer'c Oft-^3 o- ^'e E X E E J- 0-2°^^« 2® c^cS 3 ff er E ffi ftä.! § gs.g «f§a.Sg&|ag:»??"»sr •co§ S- cp rö CT < '" JT 1 ' 0 — | “ g£ pss:2._, 3 cu. . fl E 17-ip lau flimfilrfia-? ifil fif i ^Fer k3o Co E co O n. E <1 e?E ' 2 ^ E 1 - e £3,0- 0 & g' p sya

v.-y E 5 s:-§ w ? <-»-'«-< O. "§ELZF ^ R* £r ^ e' p ’E E — g F-2-A.^ cf i f 3