Jtr. 268 Swekt« Blatt t6Z. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „Sietzener ZamllirudlStter" und „Ureisblatt für den Ureis Stehen". postscheellonta: Zrankfvrt am Main Nr. U686. . Vankverkehr: Sewerbebank Stehen. General-Anzeiger für Gbecheßen Mttrvoch. M. November \9\Z Zwillingsrundürnck und Verlag r Brühl'scheUniversiläts-Buch-u.Stnndruckeret, R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle und vruüeretr Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: Schrift leilunA! 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Maßen. Reden Painlever und Lioyd Georges. Ba sel, 13. stdov. Wie Havas auS Paris berichtet, gab Mini- sttrprwident Painlevö zu Ehren Lloyd Ge orges unb fo rtallisnifchen Unterrickstsministers Berenini ein Friilsttück Ta- bä führte er mä : „Italien nrirb uns immer teurer zu der Stunde, v» die deutsche Barbarei die edlen venietianischen Stabte bedroht, dir jo Uam unterdrückt waren. Wir dürfen und können nicht ver-, r rj1 Italien mit einer Schnelligkeit, die unsere Führer und ihre Organisationsmethoden ehrt. In diesem Moment breiten sich ans allen Bahnlinien und auf allen Straßen französische und englische Soldaten, Kanonen und Munition jenseits der Alpen aus. Tie Hilfe wird der Größe der Gefahr entsprechen. Tie Alliierten kLnrpfen nicht jeder für sich, sondern für alle Sie kämpfen nicht einzig für ihre Heimat, sie kämpfen zum Schuhe alles Schönen, Guten und Wahren in der Welt, für alles, was den Wert und die Würde des Lebens -ausmacht. Sie kämpfen gegen -die wissenschaftliche Barbarei, gegen die organisierte Grausamkeit, sie kämpfen, danrit endlich die Nationen den Friedens kennen lernen, die Gerechtigkeit, die Achtung vor dem Recht, ohne unter eiserne Gesetze gebeugt zu tverden. Tie Alliierten müssen alle Hilfsmittel, alle ihre Energie, allen ihren Millen zum Siege verewigen. Aber diese Einheit der Aktion, dieser Zusammenschluß der Kräfte, wonach die alliierten Böller schon so kutge streben, wie soll inan sie aus dem Gebiet der Träume oder der Wünsche in das der Tatsachen .überführen? Unsere Feinde haben das Problem auf dem W>ege brutaler Disziplin gelöst. Bei ihnen gibt es nur ein herrschendes Voll, dem die anderen untertan sind. Wir bingsgen sind freie Böller, wir können uns ixicfr einem anderen Voll unterwerfen. In Kriegszeiten ist diese Unabhängigkeit zugleich eine Stärke und eine Schwäche. E;ne Stärke, well sie begleitet ist von Fähigkeiten des Widerstandes, die t>en unterworfenen Böllern unbekannt sind; eine Schwäche, weil sie das In- emaudergreifen der militärischen Operationen schwieriger gestaltet^ Ties- Unabhängigkeit zu verbinden mit der 'von einer wirksamen LiegsPolitik g forderten Einheit der Leitung, das wird die Aufgabe interalliierten KriegsSvmitees und des höheren Militärkomttees sein, die durch die großen alliierten Nationen ins Leben gerufen wurden. Parnl«>6 setzte hierauf auseinander, daß- ein Organismus, io nützlich er auch sein möge, rrur durch den Willen, der ihn belebt, ferne Bedeutung erhält. Dieser Wille muß sowohl bei den Regierenden als bei denjenigen, die kämpven ofrer für die Schlacht arbeiten, bestehen. ,Le schwerer die Stunden sind, die wir durchwachen, um so unbeugsamer muß die Entschlossenheit und um so größer muß der Mut der Nationen sein. Es handelt sich darum, zu wissen, wer als erster unterliegt. Dies werden nicht die Mläerten lein, wenigstens dann nicht, wenn sie nicht selbst chren eigenen Zusammenbruch Hervorrufen. Auf Seiten der Mliier- teu stehen 4 /s Der zivilisierten Welt, sowie ungeheure Hilfsquellen an Kriegsmaterial und unerschöpflichen Quellen der Freiheit. Ten für das Recht kämpfenden Armeen werden sich die Legion ei| Amerikas anschließen mit ihren mächtigen Aktionsmitteln. Es handelt sich, nur darum, durchzuhalten. Alles ist bierett. Wir müssen unsere Feinde nicht stählen. Es handelt sich darum, zu der notwendigen Anstrengung entschlossen zu sein, um sie zu besiegen. Es ist sicher, daß wir dies können. Tiejenigen, die unter den gegen- kwärtigen Umständen an den Frieden denken, verraten, ob sie ff wollen oder nicht, die geheiligten Interessen des Vaterlandes und der Mensckstichkett." Patmeve führte weiter aus, daß ein Frieden, der unter der' drohenden Triumphierung des preußischen Militarismus geschlossen würde, ein Frieden der Unterwerfung und des Unglücks sein würde. „Nein," rief Pattrlcvd aus, ,pas Wort gehört allein) den Armen und den Waffen bis zu dem Tage, an dem sich im Triumph das Recht erheben wird." Lloyd George bekundete seine Gemlgtuung Wer die Schaffung des Rates derjenigen Alliierten, deren Heere an der Westfront tätig sind, und äußerte sein Bedauern, daß nicht Zeit übrig blieb, um auch Rußland und Amerika zu befraget!. Lloyd George bemerkte datru, daß die kombinierte UÜberlegenheit der Alliierten diesen bereits den Sieg hätten sichern, zum mindesten sie dem! Siege hätten näher führen müssen. Wenn dies nicht der Fall sei, so liege der Fehler nicht bei den Flotten oder bei den Landhceren, er sei ausschließlich zu suchen in dem Mangel einer wirklick>en einheitlichen Kriegführung bei den Alliierten. Er hob hervor, daß Frankreich, England, Rußland und Italien vier Ktiege statt eines einzigen geführt hätten. Im Jahre 1917 riß nnn wiederum aus denselben Ursachen das nämliche Verhängnis ein, und dabei ist die italienische Front si'ir Frankreich und England ebenso wichtig, wie für Deutschland. Es hätte keinen Zweck, die Tragweite dieses Verhängnisses verkennen zu wollen. Wenn wir einige Kilometer in die feindlichen Linien vorgingen, ein Dorf einnahmen und einige hundert' Gefangene machten, so brachen wir in Beifall aus. und zwar mit Grund.. Tenn dgs ist das Symbol nuferer Ueb'erlegeuheit und die Gewähr des Sieges, den wir schließlich erringen müssen. Was würden wir aber sagen, wenn wir 50 Kilometer über die feindlichen Linien hinaus vorrückten, wenn wir 200 000 Gefangene machten und unzählige Munitions- und Vorratsmengen, 2500 der besten Geschütze dem Feinde abnähmen? Es wird nun, bemerkte Lloyd George weiter, von der mehr oder weniger raschen und vollständigen Verwirklichung der einheitlichen Front der Alliierten ab>hängen, ob und wie vermieden werden kann, daß dieses unglückselige! Ereignis zur Katastrophe werde. Ter Krieg ist durch den Partikularisums in die Länge gezogen worden. Tie Solidarität wird sein Ende beschleunigen. . Falls die Bemühungen, unsere einheitlichen Aktionen zu organisieren, zur Tatsache werden, ist am Ausgang des Krieges nicht zu zweifeln, was sich auch mit Rußland und in Rußland begeben niag. Er gehöre nicht zu jenen, die au Rußland verzweifeln, Wer selbst wenn !nan an Rußland verzweifeln könnte, so glaube er an den Triumph der Sack>e der Alliierten unerschütterlich. Lloyd George versicherte, daß die Alliierten siegen werden, er möchte aber, daß der Sieg so rasch wie möglich und unter möglichst geringen Opfern komme. Unterrichtsminister Berenini dankte im Namen Italiens für die Solidarität, die die Alliierteir in so vielfacher Weise bekundeten. Er betonte, daß das ganze italienische Volk zum vollen Widerstande entschlossen sei, und begrüßte das Eintreffen der Soldaten der Mlnerten an der italienischen Front. Schließlich sprach der Minister sein Vertrauen in das interalliierte Kinegskomitee und seine unerschütterliche Hoffnung auf den Sieg der Alliierten aus. Sine amrrttani che burleske. In Neuyork hat es Eiserne Kreuze geregnet! Und ein deutsches U-Boot ist durch die Sttaßen gefahren! Tatsache! Voran eine Musikkapelle, dahinter 4000 Kinder und — der Anleihe-Propagandazug der Neuyorker Geschäftsleute. Die amerikanische „Friedensauleihe" wollte nämlich gar nicht recht in Fluß kommen und alle "einsichtigen Amerikaner 'hielten ihre Daschern ebenso zugeknöpft, wie sich selbst gegen den Kriegsrummel von Wilson und Genossen. Zornig hatte die „Wasistugtow-Post" i&i einem geharnischten Artikel die BörseniMagnaten der Wall Street als die U-Boot- Piraten der FreiheitsVAnleihe" bezeichnet. Also mußte mau aus neue, echt amerikanische Mittel sinnen, um dem Publikum die neue Anleihe geschmackvoller und das Geld in den Taschen etwas loser zu ^machen. Dazu pumpte mau sich vermutlich von den Engländern ein gesunkenes, von ihnen wieder gehobenes deutsches U>£f.)ofl oder hat vielleicht selbst ein altes amerikanisches Tauchboot in 3 Teile zerlegt, von denen das Hiinderteil (wie geschmacklos) inj feierlichem Zug von der Landungsstelle in Neuhork abgeholt wurde. Während der Prozession war der Verkehr auf den Untergrundbahnen eingestellt, da man befürchtete, daß der Wagen mit dem 40 Donnen schiveren „Beutestück" in die Straße versinken und womöglich harmlosen Uittergrundbahn^Reifenden aus den Kopf fallen könnte. Aul dem Deck des erbeuteten oder geborgten oder selbstsabrizierterr U-Boots standen amerikanische Kriegsschiffsmattosen, die vas Sternenbanner schwangen, und zwei Kompagnien Soldaten begleiteten die ,,Sieges-TrophM' Izju beiden Seiten. Dann kamen ?chug>- z>eugc, die aus Pappe gefertigte „Bomben" über ^die schaulustige Menge ab warfen. Inhalt nicht etwa Sprengstoff (der hätte ja vielleicht Unheil anrichten können), sondern Werne Kreuze und „Aüfrufe" des deutschen Kaisers an seine amerikanischen Freunde mit dem Rat, keine Friedensanleihe zu zeichnen. Die Begeisterung der Zuschauer war demgemäß ungeheuer. 150 000 Dollars wurden glatt gezeichnet, besonders, nachdem die Beamten der Anleihe-! Propaganda einen simulierten Angriff aus das U-Boots-Hintetteil gemacht hatten. Welch lächerlicher Mummenschanz, um der amerikaupchen Anleihe auf die Beine z,u Helgen! Wer gegen eine gewisse men sichtliche Eigenschaft werden selbst in Amerika die Götter vergebens! kämpfen! _ Ans Stadt und Land. Gießen, den 13. November 1917. Wir brauchen Gold ftir die Unterlage von Banknoten, jetzt und auch später, wenn Industrie, Handel und Verkehr weitere Zahlmittel nötig haben. * ** Beförderung. Unteroffizier Rochlitz von hier wurde zum Vizefeldwebel befördert. ** Der evangelische Arbeiterverein begeht in diesem Jahre das Fest des 25jährigen Bestehens. Aus diesem Ailaß fand dieser Tage eine Hauptversammlung statt, in der beschlossen wurde, das Stiftungsfest am Sonntag den 18. November in einer den jetzigen Verhältnissen eutsprechenden Weise zu begehen. Anker einem gemeinsamen Kirchgang ist ein Familsienabend im Vereins- lokal geplant. . , ** Preistreiberei mit Garn. Zu den vielen Dnegs^ sorgen unserer Hausfrauen ist uo>ch eine neue getreten. Es gibt kein Garu mehr. Gerad-e jetzt, da das kalte Winterwetter einjctzt, suchen die Hausfrauen die irarmeu Kleider, Kin-deriachen, Mäntel heraus, und überall ist etwas zu stopfen oder zu flicken. Die letzten paar Fäden Garn sind schnell verbraucht, und dann begrünt dre Not Auch die Tuchhandlungen und Konfektionsgeschäfte lerden unter dem Garnmangel. Ter Erwerb von Kleiderstoffen tvird von der gleichizeitigen Abgabe von Garn abhängig gemacht. Ter Groß- handccksprcis für die Rolle Garn bettägt 1.10 bis 1.25 Mark (in Friedenszeiten höchstens 40 Pfennig im Kleinhandel). Tie Großhändler behaupten, daß die Knappheit aus große Aufläufe zurück- zuführen ist, die in Oberschlesien vorgenommen worden sind. Die Fwlge davon sind Preistreibereien: im Schleichhandel werden bereits 5—8 Mark für die Rolle Garn bezahlt. ** Kein Lebkuchen zur Weihnachtszeit. Der um die Weihnachtszeit so beliebte und begehrte Lebkuchen ist in diesem Jahre nicht zu haben, weil die Reichsaetteidestelle den betteffenden Bettieben Mehl für Lebkuchen und Keks für das Jahr 1917/18 nicht liefert. ** I m Schwarz-Weiß-Theater, Seltersweg 81, wird vom 14. bis einschließlich 17. November das Detektiv-Schauspiel „Zun! Tode verurteilt" vorgefWrt. Außerdem enthält der Spielplan noch das dreiakttge Lusffpiel „Bobby als Amott^ und interessante Naturaufnahmen von Eingeborenen aus dem chinesischen Tibet. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. ** Mainzlar, 14. Nov. Mtt dem Hessischen KriegseHverr- zeichen in Eisen wurde der Gefreite^Wilhelm Schwarz ausgezeichnet. Frül-er ist ihm schon die Hessische Tapferkeitsmedaille und das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen loorden. ** Röthges, 14. Nov. Am 7. November ertönte zum letztenmal das schöne Geläute unserer Glocken. An demselben Tage wurden die bcWen großen Glocken von den beiden Maurermeistern Koch und Bernut von Nonnenroth vom Turur geholt. Um die große Glocke, welche sich nicht zerschlagen ließ, zu entfernen, mußte das Gewölbe im Turme eiugeschlagen werden, wobei fast der ganze Kirchlturm einstürzte. Tie beiden Glocken )vareu 18 Zentner schwer. Giiepener Nonjertverei». Ueber die Werke, die Frau Kwast-Hodapp in ihrem Klavierabend am 18. Novenrber 1917 zu Gehör bringt, wird Uns geschrieben: B ee t Hoven-Appa ssionata op. 57, 1804 siizziert und 1806 vollendet, nimmt mit ihrer Schwester in C-Dnr op. 53 eine Sonderstellrmg ein unter den Beethovcn'schen Sonaten, wie überhaupt in der Gefchiichte der Klavierionate. Hat doch in ihr der unsterbliche M«eister jene technische Größe erreicht, die altes Da- gewesmr? weit überragte und auch seine bisherigen Klaviersonate^i in den Schatten stellte: imter den späteren Sonaten kann ihr ani Großzügigkeit der Konzeption, Schwnng ' der Leidenschaft, Geschlossenheit und Einhettlichkeit des Ausbaus kaum eine ebenbürtig zur Seite treten, und wir können , es verstehen, wenn Beethoven sie selbst für seine größte Sonate hielt. Chopin, P r 6 l u d e s op. 28. Die Pröludes gehören zu dcn Klavierwerkeu Chopins, in denen der Künstler auf die ihm sonst eigenen Tauzformen (mit Amsrrahme von Nr. 7 und 12) ganiz vechicktet und völlig frei schafft: sie gelten neben den Balladen, Niocnnnes und der F-Moll-Phantasie mit Recht als seine eigenartigsten und tiefsten Schiöpsungen. Wir werden ins Jahr 1838 wrückversetzt. wo Chopin mit seiner geliebten Freundin George Sand den Winter aus bei Insel Mallorka zubrachte und an ecner schweren Bronchitis erkrankte, die Verhängnis voll für seine zarte Gesundheit werden sollte. Sein körperlich gereizter Zustand, wie auch seine seelisch unendlich empfindsame, Verstimmungen leicht nachgebende Natur lhiaben hier den Unterton zu 26 kleinen musikalischen Stimmungsbildern, vorwiegend schwermütig-ernsten Charakters gegeben, die bei aller Bersichliedeuhvit untereinander doch wie kaimi sonst, den Stempel unmittelbaren Erlebens auf der Strrne ttagen und uns die Seele dieses einzigartigen 5llavierpoeten Volt erschließen. . , Brahms, Variationen über ein Th e m a v o n Paganini A-Moll op. 35. Brahms' Verkehr mit Kall Tausig regte ihn z-u tpianisltischen Daten an, und offenbar unter dem Einfluß dieses Verkehrs entstanden die Paganinivariationen, jene hohe Säule der Technik, die große Mieister erfordert. Das Thema stammt aus der letzten Violinkaprice Paganinis. Brahms brmgt rn den ersten 14 Variationen Sexten-- und Terzenetüden für rechte und linke Hand, Springetüde, Trilleretüde und andere musikalische Ausdehnung des Themas. Interessant ist Var. 11, ein Mdante, ui dem Alt und Baß in Gegenbewegung begleiten, während Sopran stiü) Tenor die Melodie unisono bringen. Die iveiteren 12 Varratw- wkn komplizieren die Sache: Oktaven, Terzen, Sextengänge losen einander ab, die Skalen stürze werden schroffer, ein mit Oktaven ge- svickles Sck)erzando in Gegenbewegung bringt größte Wirkung. Und dock'> sind diese Variationen keine bloße'! Etüden; ein echt musikalischer ^eist weht durck^ das Werk, der den! keineswegs tiefen, aber rhytbnnich pikanten Thema reizvolle Wendungen und Stimmungen abgewinnt. Brahms hat den virtuosen Ton des Themas in einen majestätil.chen unigestimmt. so daß die Bariationen. wenn ein berufener Meister w soielt, einen aiofaittiaen, prächttiään Eürd^""* ^.».-vorrusen. Riax Reger, Variationen iund Fuge über ein Thema von'Telema nn, op. 134. Das Werk entstammt des Meisters letzter Schaffensperiode und trägt, wie die vorhergehenden Mozart-Variationen, früheren ähnlichen Werken gegenüber- einen! durchaus abgeklärten Charakter. Telemanu, zuletzt Kapellmeister in Hanrburg, ein Zeitgenosse Bachs, war bei seinen Lebzeiten ein lwckaugesehener, äußerst fruchtbarer Komponist, gegen den damals weder Bach nock)> Händel aufkommen konnten. Max Reger hat das liebenswürdige bekannte MianuetthemÄ in B-Tur zu einem Zyklus von 23 Variationen verarbeitet. Da das Werk noch, loenigen bekannt isth sind einige kurze Andeutungen vielleicht erwünscht. Tie beiden ersten' Variationen schließen sich noch eng an das Thema an, das, abwechselnd ttch' die rechte und linke Hand verteilt, leicht kontrapunttisch, umispielt wird und dann auch noch durchaus in deü etwas freier gebauten Numiniern 3, 5—9 dominiert (besonders zu beachten ist die koittcapunktisck?e Filigranarbeit in Nr. 7). Nachdem dann mit der neiEnto! Variation schon ein gewisser Höhepunkt erreicht ist, setzt Nr. 10 plötzlick> ganz neu und eigenartig ein. Hier steht mit einmal der echte Reger vor nns; eine Melodie von großer Schönheit, harmonisch verschwenderisch ausgestattet, erblüht auf dem Boden des Dheinas und zeigt >es uns in ganz neuer Beleuchtung, mystisch verklärt und verinnerlicht. Kecker greifen dann Nr. 12 und 14 zu: wie hingehaucht als wirksamster Kontrast da- zwischen sticht das überaus feine 13. Stückchen — ein echtes Neger- sches Sck?erzo. Jü Nr. 15 spielt die Ehrvmatik eine besondere Iiolle und schjassi Klanggebilde von besonderem Reiz. Zwei lies empfundene Miuooes in B-Moll schließen sich an: in Nr. 18 erscheint das Thema nur noch ganz lapidar, von einigen wuchtigen« Oktavschtägen angedeutet — gleickcham musikalische Stenographie — dazwischen rechts und links erregte Zweiunddreißigstel lvie schäumender Gisst t — alles noch in düsterem Moll. Doch das Dlu'ma erlangt wieder' sein Recht und Ivill in Originalsorni sich durchsetzen. Zunächst noch in aller Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit. Sehr graziös und duftig ist Nr. 19. Wie von einer geschäftigen Schar- kleiner Kobolde, die aus einer Wiese ihr Wesen treiben, beginnt hier ein neckisches Spiel zwischen beiden Händen. Das setzt sich dann no-cb tz»rm Teil in Nr. 20 fort, doch wieder in engerem Anschluß an das Thema. (Ihr. 21 und 22 führen dann in bewußter Steigerung zu einem zweiten Höhepunkt, der Poco andante überschriebenen Nr. 23, eineni Stück von wahrhaft gigantis-her Größe, das an Händelstck'en Geist gemahnt und einen lerckst geschürzten Vivace- Kern umschiließt. Ms Uebergang zu der nun folgenden Fuge hat Reger ein kurzes Sätzä^en eingelegt, das mit zu dem Schönsten und Tiefsten gehört, was das ganze Werk auszuweisen hat: ein kurzes Motiv steigt seguenzenartig enrpor, in B-Dur beginnend, schwermütig klagend, von den herrlichsten Harmonien aufwärts getragen, mi! sich txrnn ebenso tvieder herabzusenken und mit dein G-Dnv- Akkord' aus einem Halbschluß ste'henzu bl eiben (die Fortspinnung des modulatociscl^n Prozesses zu der Haupttonart zurück überläßt Reger dem Hörer!). Hier offeirbart Reg-er sein Innerstes. Es ist, als tvvllte der getoaltige Recke, ehe er zum letzten entscheidenden, Scklag ausholt, noch einen Augionblick Einkehr bsi sich halten und sich! von aller Erdenlast tmb allem Wiehl befreien. Die überaus klar gebaute Fuge bietet keine weiteren Probleme. Nachdem das Thema, das sich aus dem Mittelteil des Delemaun'schm entwickelt haben! mag, in zartestem >Pianissimo begonnen hat und durchgeführt ist, folgt ein frei gelmutts Mittelteil, das am Schluß das Thema in der Umkehrung ^ersich^iueu ^äßt; daun taucht nach einigen geivaltigen xhythmisckten und liarmouischen Rückungen eine zweite, mehr diatonisch gehaltene Melodie ans, die sich später mit dem Thema verbindet, das in mächtiger Steigerung schließlich noch harmonisch verändert und verengert zum Sckflusse drängt !md das Ganze glänzend ab- schließt. Das Werk ist dem Gatten der Pianistin, Herrn James Kwast, gewidmet und wurde von Frau Kwast-Hodcchp aus dem Negerfest zu Frankfurt a. M. mit solch! reifer Meisterschaft gespielt, daß das begeisterte Publikum die Künstlerin durch! unzählige Hervorrufe lohnte. 9 — Richard Dehmel-Uraufführung in Berlin. Aus Berlin wird Inns geschriel>en: Rickiard Dehmel, den, wie so Nvanchen großen Lyriker, beretts zweimal die Bülme lockte, Hai nun zum drittenmal einen erfolgreichen Versuch als Dramatiker unternommen. Sein dreiiaktiges Schauspiel „Die Menschen- freu n d e", dessen Uraufführung im Berliner L e s s in g - Theater von den literarischen Kreisen mtt Spauumrg erioattet wurde, überrascht im ersten Akt durch außerordentlich dramattsche Konzentration und eine Theatersicherheit, die auch äußerlich starke Wirkungen erzielt und für den weiteren Verlauf das Beste zu versprechen schien. Ti-üsts Versprechen erfüllt sich bcrmt im Sinne der Bühuenforderungen allerdings nickst, doch die dichterisck-e Kraft Dehnrels, seine (Akte sowohl >oie seine in den Dienst der Atoral gestellte Schärfe halten die Ausinerksamkeit bis zum Sckstuß nrach. Das Grundurotiv gilt der schon oft von der Rampe aus unter- uommeuen Geißelung hevchlerisckieu Wvhltäterttrms, den chycbolo- gischeu Kern aber bildet die Zeichrmug einer in inauckien Züge - an Raskoluikofs gemähneuden Frgur. Ter Rtillrnuär und Wohltäter Chnsttau Wach, der gewissermaßen den! Willen nach als der Mörder seiner Erbtante zu betrachten ist, führt einen nervenanneibeud,m- ms Pathologische gesteigerten Kampf gegen sein Geivissen Seine Waffen sind die Verachtung der gesellschaftlickzen Heuchelei, die ilm trotz des pNordverdachtes wegen seines Oeldes mit Elnnngen ülxw- hauft. Aeußerlrch ffihrt er diesen Kamps mtt seinem Vetter, midi dieses Duell zwerer Mämver, zu denen der eine um das Gell», der andere vc-rgeblich um Genstssensruhe ringt, loird zwar undramatisch, au ßerorden tlickior psyäwlogisck>er Energie durck^v'sÄsrt. ,^Aa!el hat in diesen! Ehristtan Wach einen deinerkensnerteni Bulmensonderlmg geschaffen, der Mbett Bassermann die Gi> legen btt zu einer darstellerisckxm Lcnstung von mnblüsseuder Echt- hert, Wandlnngsfähtgkeit und Tiefe bot. Der Bnfall, der den Dick>- ter mehrmals rief, galt nicht am wenigsten Brssennann, dem Dar- s^.§or des Vetters Kirrt Götz und Ilka Grüning, die einer nchrend-einsachen Frauen gestalt die Züge ergriüfend tiefer- Mens, 1 > lrchkert verlieh. LreiS Büdingen. # B üd ingerr, 14. Nvv. Das (Hfente Kreuz, früher die Hrffffchv TapferckertsmÄiaÄle, erhielt der idwjraöTnft Wilhelm Wiegand, das Oesterreiichische Eisern« V^rdven-siEreirz., früher das'Heffifche Krio^ehrenzeick-en, affyAt der Gcfveil« Otto Wiest- ner. # Bü d ingen, 14. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite %««[{; Schmück. # Wvl f, 14. Nvv. Das Eiserne Kreuz erhielt der Reservist Korittkc. Kreis Friedberg. ^ Griedel, 14. Nvv. Das Eiserne Kreuz erhielt der Schütze Erwin Fenchel. Starkenburg und Nhcinhessen. I. Darm stad t, 13. Nov. Zurzeit werden im Festsaal der Lrnmgemeinde Passimpsfpiele in enger Anlehnung an die Ober- ammergruer Spiele vorgeführt. Die Bedenken, dieses Volksspiel aus bem Oderammergauer Rahmen herausgenomn.en zu sehen, werden bei einem Besuch, der Aufführung frcrftratt Sie ist würdig und vermittelt vielen, die sich den Besuch Oberammergaus versagen rnÄssen einen guter: Eindruck jener bodenständigen dramati- schen Volkskunst. Kreis Wehlar. stxr. Wetzlar, 14. Nov. In der Nacht von Samstag auf Sonntag verunglückte hier der Rohrfrwnver Ludwig Müller. Der Verunglückte hat über zwei Jahre an der Front gestanden und besitzt das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe. Hessen-Nassau. j (^Marburg, 14. No-v. Die ^amnilungen für die Deutsch- landsspende für SLu.glinqs- und Klemkinderschutz ergaben im diesigen Kreise über 8000 Mark. Nicht ganz ein Drittel dieser Summe entfallt auf die Stadt Marburg. — In: Korn haus am Südb-ahichof ist für die Selbstversorger der Kreise Marbirrg und Kirchhain eine Graupenmühle eingebaut wordvr:. Geleichrs-rc^rL. I. Tarmstadt, 13. Nov. Vom hiesigen Sckwffengericht er- hielt eine Studentin der Philologie zwei Wochen Gefängnis. Sie besuchte von hier aus die Uräverfität Frankfurt a. M. Als sie ihre Mouatsfahrkarte perlor, ,änderte sie den (bültigkeitsver- mcrk einer abgelaufenen Monatskarte ab. Gelegentlich einer Kontrolle der zweiten Wiagenklasse wurde sie beanstairdet, weil sie mit einer Fahrkarte der dritten .Masse die höhere Wägenklasse benutzte. Dabei sah man sich die Monatskarte etwas genauer an und entdeckte die Fälsämng. Bekanntmachurrg. Urrsere , Bekamrtmackmng vom 31. August 1917, die im angeschlossenen Abdruck I wiederholt wird, hat nicht volle Beachtung gefunden: außer zahlreichen nicht gerverbsmäßigen Herstellern von Obstwein haben sich auch eine große Anzahl von Inhabern gewerbsmäßiger Keltereien nicht bei uns gemeldet. Wir ineisen nunmehr auf die §8 4 und 9 der Verordnung vom 5. Angust 1916 und der sie abÄrdrrnden Verordn.ung vom 24. August 1917 hin. Die geimnnten Paragraphen sind in dem m: geschlossenen Albdruck II wiedergegedien. Auf Grund der bereits oben erwähnten §§ 4 und 9 wird hiermit an alle melde- säumigen Hersteller von Obstweinen das Ersuche:: gerichtet, uns über die Beschaffung ihrer Rolfftoffe, deren Berarbritur:gAuskunft zu geben und den dazu :rotwerü)igen Fragebogen bei uns ein zu fordern. Die Auskunft oder Anmeldung hat bis zum 15. diovember zu erfolgen, alsdann werden wir rücksiäftslos mit Stellung von Strafanträgen Vorgehen. Berl:n SW68, den 5. November 1917. Kriegsgefell schüft für Wefturbst-Einkauf und -Verteilung, G. m. b. H. Härtel. Abdruck I. Aüi Grund der Verordnung vom 24. August 1917 (Rkfichs- /Gefetzbl. S. 729t zur Abänderung der Verordnung über die Verarbeitung von Obst vom 5. August 1916 (Reichs-Gffetzb S. 911) bedürfen nunrne'hr sämtlich^ Keltereien (auch Kleiukelterei ^ ,owir die mehr als Si) Doppelzentner Rohstoffe im Führe verarbeitenden nich,t gewerdsmästige:: Hersteller von Obstwein der Genehmigung der Kriegsgesellschaft für Weinobst-Einkauf und -Verteilung G. nr b. H. Berlin SW 68, Kochstratze 6 III, sowohl für den Mschl'ust von Verträgen über den Erwerb von Obst aller Art irnd Rhabarber zur Herstellung von Obsttvcin als auch zum Absatz von Obstwein. Wir fordern alle bei uns noch nicht kontingentterten Apfel- 'irnd Beerenweinkel dere i en und die vorstehend bezeiichineoea nicht gewerbsmäßigen Hersteller von Obstwein hierdurch auf, sich bis zun: 15. September 1917 schriftlich bei uns zu melden, damit wir ihnen einen Fraegbogen: zur Feststellung der Unterlagen für eine Kontin- gentierung zu senden können. > ' B»erl i n SW 68, den 31. August 1917. Kriegsgesellsch>aft für Weinobst-Einkauf und -Verteilung G. m. b. H. Härtel. Abdruck II. § 4. Wer Obstko-nserv-en, Obstwein oder Obstbranntwein herstellt oder absetzt, lxtt der Reickfs stelle für Gemüse und Obst Und der zuständigen Kriegsgefell schaff (§ 2) auf Verlangen über £te Be- jdxiffimg der Rohstoffe, über deren Verarbeitung und über der: Absatz der Erzeugnisse Auskunft zu geben. § 9. Mit Gefängnis bis zu einein Jahre und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. werden auf Grund des § 1 erlassenen Bestimmungen der Relaisstelle für Gemüse unb Obst zuwiderhauoelt; 2. wer entgegen der Vorschrift des 8 2 Obstkonserven oder Obstwein ohne b-enl-nrigung der zuständige:: Kriegsgesell schaff absetzt; 3. wer entgegn: der Borschnifi des 8 3 Obst ertvirbt; 4. wer eine nach § 4 verlangte Auskunft iricht in der gesetzten Frist ertellt oder wissentlich unvollständige oder imrichtige Angaben macht. Neben der Strafe kann in ^den Fällen der Nummer 1 3 auf Einziel-ung der Vorräte erkannt werden, auf die sich, die strafbare Handlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Berlin, den 24. August 1917. Der Stellvertreter des R ichskanzlers. Dr. Helfferich. Valerlündischer Hilfsdienst. Aufforderung des Kriegsanrts zur fteiwilligen Meldmrg gemätz ß 7, Absatz 2 des iGef^es über den vaterlärchischen HilfsdiMst. Helfer für die Etappe! In dem gewaltigen, von unserem Heere besetzten feinde l i ljc n Ge b ie t werde:: zur Berivendung bei Militärbehörden!snoch, zahlreiche Hilfskräfte benötigt. 'Das Interesse des Vaterlandes verlangt, daß. taugliche und entbehrliche Kräfte her Herr.rat fkfi zu diesem Etappendienst zur Verfügung stellen. Zahl- reichte kriegsverwendungsssähige Militärftn'sonwr müssen im bo setzten Gebiet noch für den Dienst an der Front freigemacht werden. Die Lebensbedingungen im besetzten Gebiet sind durchaus gün' ig. Gute Entlohnung und reichliche Verpflegung werden ge- wäl-ri Und was bedeutet die Notwendigkeit, slchi in fremde Verhall risse einzugemöhnen, gegenüber dem! Maß von Opfern und End» bchitungen, das unsere Krieger seit Jahren fveltdig ertragen! Männliche Hilfskräfte jeden Alters, auch Jugendliche, können, iRvtfirt sie geeignet befunden werden, Beschiästigung im besetzten Gebiet in: Westen finde:: und zwar für: Gerich,tsdienst, Post- und Tele» graübendienst, Botendienst, Technisch^:- u::d Eisenbahndienst, als Kutscher, Bäcker, Schlächter, Handwerker j>eder Art oder als Hilfs- schreiber, sowie in: Sicherheitsdienst (Bahnschutz, Gefangenen- und Gef äi:g nisbewachungl. Personen mit französischen und flämischen Sprachkenntnissen werden besonders berüch'ichiigt. Wchrpfliächige können nicht angenommen werde::, mit 9 Gh 3» nähme der 50 o/o oder mehr erwerbSbefchränkten Kriegsbeschädigtm. Ws Entgelt wird gewährt: Freie Berpftegmrg oder Geldentschädigung für Sclbstverpftegung, freie Unterkunft, freie Eiseitbahn- fahrt zum BestÄnnrungsort und zurück, freie Benutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbehcmdlung sowie ein angemessener Dienstlohn. Bis zur endgültigen Ueberweisung an eine bestinrmte Bedarfsstelle w.ird ein „vorläufiger Dienstvertrag" geschlossen. Tie endgültige Hohe des Lohnes oder lZlehaltes kann erst im Anstellmigsvertrag selbst festgesetzt werden. Sie richtet sich nach Art und Dauer der Arbeit sowie der OeischkngsfäMgkeit des Betreffenden. Eine en, waui: der Bewerber die Besch,äftigung antreten kann. Eine vorläufige ärztliche Untersuchung erfolgt kostenlos bei dem Bezirke kommiando. Jfüder Bewerber hat sich, den erforderlichen Schutzimpfungen zu unterziehen. 8oir,ß Kricqscrntfteüe Hranlfi'rr a. M. Die vorteilhafte Lichtverteilung', das ansprechende Jeder einsichtige Käufer wählt für seine weiße Licht und die Stromersparnis sind die Vor- elektrische Beleuchtung die beste, weil im zöge der Wotan „G“ Lampen. gebrauch billigste Lampe. Die gasgefuii±e V^tan-Lampe Sonntag den 18. November, nachmittags 5 Uhr. im großen Saale des Gersthofs Hürstenhof Ansprachen der Herren UeichLtagsabgeordneten Landgerichtsrat Stracf und Professor Werner: warum brauchen mit eine vaterlandspartei? Eintritt frei. 83040 Deutsche Vaterlandspartei Landesverein für die Provinz Oberhessen. Militär in ausfuhrfreie ^ Pferde aller Naffrn auS verschiedenen Armeekorps zu billigsten Tarpreisen gibt sofort ab an jederinaiu: »ielle Stall \r. !0 Uta Bahn hör Zoologischer <-«rou Ilorün. Sm: i'tllch'.' An'ragen zwecklos. Frisch gewässerte Stockfische sind eingetrossen. J. AI. &clmlitof, Marktstraße 4. 8142 Bon der Verlosung iicsKiiiliiiilitnziifsitttninS Ls!I«r «nö Umgetunfl sind pan folgenden Nummern noch die Gelvinue bei Herrn W. Cctiultbciß, Hauptstr., abzutioien. Nr. 106 Gewinn Nr. 23 „ 115 „ n 22 „ 118 „ „ 11 „ 122 „ „ 13 „ 212 n „ 17 „ 224 n „ 40 „ 234 n n 27 „ 258 „ n 14 „ 206 „ 4 „ 279 „ „ 8 „ 311 n n 5 „ 34 „ n 22 „ 347 „ „ 16 „ 369 n „ 20 „ 392 „ „ 31 „ 540 „ „ 83 „ 60(5 n „ 7 „ 622 „ 6 „ 689 n „ 28 „ 769 „ 29 // 818 „ n 9 tt 835 n n <0 n 917 n n 39 // 90 h „ 34 n 950 n 21 n 954 n „ 85 n 961 n n 15 H 995 „ tt 10 tt tt 1051 1089 n n 26 36 tt 1113 „ n 18 tt 1134 „ tt 19 tt 1151 „ tt 88 tt 1159 „ 2b „ 1160 n 12 tt 1181 n n 8 tt 1190 n „ 24 tt 1192 n „ 30 „ 1217 „ „ 37 tt 1221 ff „ 1 „ 1221 „ „ 1 Kaninchcnzucht-Bcreiu Lo iar und Umgebung W. Schultheiß, I. Bors. Drnt allgemeiner großer Gpferfrcudiokeit werden Heer und ziotte zum Lhristfest treu bedacht. Wer auch unseren tapferen Kliegern und Luftschiffern eine weihnachtsfrende bereiten will, der spende bis Dezember eine Gabe durch unser Uonto bei der Mitteldeutschen Lreditbank. Kranenverband ' der Deutschen Lustflottenoereins Ortsgruppe Sieben. mm &otAaer ^ebensdersieherusigsbanft auf gegenseitig Heit. Bisher abgeschlossene Versicherungen: 2 7?li(iiarden 318 ‘Millionen Mark. K riegs vers ich evung mit alsbaldiger Auszahlung der vollen Summe im Todesfall. CtO Neue vorteilhafte Versicherungsfor.nen. oo Vertreter: Gebrüder JuUmann , Giessen , Grabensörasse 7. irakei kommt ff W 8323 a j$F Aufruf! Unter dem Schutze Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs wird am 25, November d. I., dem Geburlstag des Großherzogs, im ganzen Lande ein Opfrrrag \m Dkjikll ifö Holm KlkMö jomie Der SefDüicnlehiie m Der gront iinD Der Marilie- Iciiiie stliliDüDes. Der Opfertag soll dem Noten Kreuz, will es in der Linderung der Kriegs- got, deren Anforderungen auf den verschiedensten Gebieten seiner Tätigkeit immer dringlicher auftreten, nicht erlahmen, und seinen hohen weitverzweigten Aufgaben fernerhin gerecht werden, neue Geldmittel zusühren. Der Opjertag wendet sich an alle Schichten der Bevölkerung mit der herzlichen Bitte, dem Noten Kreuz für diesen Tag eine Geldspende zu opfern, jeder nach seinen Kräften. Auch der kleinste Betrag wird dankbar angenommen. Emma Fürstin zu SolmS - Hohensolms- Sich, Vorsitzende des Kreisverbands Gießen des Alice-Frauenvereins für Krankenpflege. Geheimrat Dr. Ufinger, Vorsitzender des Kreiskomitees Gteßen für Rotes Kreuz und Kriegshilse Keller, Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Lehrer Daab, Vorsitzender des Bezirks Gießen der Kriegerkameradschaft Hassia, Frau B. Gebhard!, Vorsitzende des Zweigvereins Gießen des Alice-Frauenvereins, Kirchenrat Hainer, Vorsitzender des Zweignereins Hungen vom Roten Kreuz, Dr. Heuser, Vorsitzender des deutschen Flotten- Vereins, Ortsgruppe Gießen. Hebstreit, Vorsitzender des Marinevereins Gteßen, Lehrer Metz, Vorsitzender des Bezirks Hungen der Krieger- kameradschast Hassia, Bürgermeister Ranft, Vorsitzender des Zweig Vereins Grünberg vom Roten Kreuz, OberamtSrichler Rausch, Vorsitzender des Zweigvereins Lich vom Roten Kreuz, Reger, Vorsitzender des Bezirks Lich der Kriegerkameradjchaft Hassia, Landgerichtsrat Wiener, Vorsitzender deS Zweigvereins Gießen vom Roten Kreuz. Die Sammlung wird in den Städten Grünberg, Hungen «nd Lich von den dortigen Zweigvereinen vom Roten Kreuz im Benehmen mit den Zweigveretnen des Alice-Frauenvereins für Krankenpflege, in den übrigen Landgemeinden des Kreises von den Ortsausschüssen für Rotes Kreuz und Ktiegshilfe, ebenfalls im Benehmen mit den Zweigvereinen des Alice-Frauen- »ereins, durchgesührt. In der Stadt Gießen werden Geldspenden angenommen an der Bezirkssparkasse, der Gewerbebank, der Niederlassung der Bank für Handel und Industrie, der Filiale der Mitteldeutschen Creditbank sowie in den Geschäftsstellen des Gießener Anzeigers und der Oberhessischen Volkszeitung. Ern- zeichnungslisten sind dort aufgelegt. Eine allgemeine Sammlung, verbunden mit Postkarten- und Abzeichenverkauf, findet am Votrag von Großherzogs Geburtstag statt. _'_ ‘ S»SMSS»WW«UUWAW Schwarz-Weiss-Theater = e 8 r i= Proffraoins vom Mittwoch, 14. Sfev., bl« InkL Freitag, 16. Äov. Zum Tode verurteilt Spannendes Detektivschauspiel aus der Gesellschaft in 4 Akten. Bobby als Amor if Lustspiel in 3 Akten. In der Hauptrolle der beliebte Ludwig Trautmann. Eingeborene aus dem chineßischen Tibet WKmmmamBtamsmmss& empfiehlt in großer Auswahl °5474 J. Thörncr, Ludwigstraße 40. im UM. i Gast, Walter, Mäusb. 13. zum Beitritt in die 100 Postkarten, Prachtsortiment, enthal- t nd Gold-, Glanz-, Broms.-, Kunst-, patr., luin.-, Kopf-, Kinder-, Geburtstags-, Liebes-, Landsch.-, Wit/.k. usw. 5 Mk., 200 St. 9 Mk. (10-20 Pf. Verk.); staunend schneller Absatz. Tausende Anerkennungen. 100 Karten 1.50. 2.50,3,50 Mk. Weihn.- u. Neu- jahrsk. 3. 4,50 Mk. 8302ss P. Wagenkneclit Verlag, Leipzig. 4 V Verscltipfleites* Mittaastisch für gehlMeie Berrea a. Dämon. Zu er fr. t. ö. Geschastsü. d. Gieh. Anz. loooonw.^® rer Sichersteilg. lies. Kriegsanleihe wird event. in Zahig. genommen. Schr. Angebote unter 8075 an den Gieß. Anz. Dasjenige, welches den fchw. Pompadour m. wertv. Onh. gei. Hai, ist erk. u. w. gebeten, dens. alsb. gegen Belohnung Löberr.tr. 17 p. abzugeben. 8m Vellische Yüledandspartei Berlin. Die Unterzeichneten ersuchen diejenigen, welche der Daterlandspartei, deren Ziele bekannt sind, beizutreten wünschen, dieses bei einem der Unterzeichneten Mitglieder des Ausschusses für Oberhessen oder bei Herrn Heinrich Doller, Gießen, Frankfurter Straße 58, zu bewirken. Mindestbeitrag jährlich Mark 1.— Professor Barth. Wimpfen a. R. Bürgermeister Dornhäuser, Wimpfen a. N. Kaufmann Georg Güldner, Heppenheim a. d. D. Dr. h. c. Frhr.Heyl zu Herrnsheim, Worms, M. d. R. Generalleutnant ä ia suite der Kavallerie Freiherr von Heyl, Exzellenz, Darmstadt Altbürgermeister Hirsch, Alsheim Geheimer Rat Professor Dr. Heidenhain, Worms Geheimer Baurat Professor Koch, Darmstadt Geheimer Schulrat Dr. Lahm, Worms Syndikus Meesmann, Mainz Iustizrat Dr. Osann, Darmstadt, M. d. L. Geheimer Iustizrat Dr. Stephan, Worms, M. d. L. Medizinalrat Dr. Bogt, Butzbach. Geheimer Regierungsrat Dr. Wakau, Groß-Gerau. Großh. Forstmeister Dr. Karl Weber, Konradsdorf. Ausschuß für Oberhessen: Amtsgerichtsrat Gros, Gießen. Geheimer Hofrat Prof. Haupt, Gießen. Stadtverordneter Kaufmann Eduard Krumm, Gießen. Professor Opitz, Gießen. Fabrikant Ludwig Rinn, Heucheiheim. 8212V Cafe Amend Heute Mittwoch 7 # 8 Uhr: Familien - Konzert Nähr- u. Kräftigungsmittel + Natur. 8288 a »SMNLMMMMMWMMWMM Goethe-Abend. Am 21. November 1917, abends 7 1 /, Uhr, im Saale des Gießener Paedagogiums, Wilhelmstraße 16, zur Vorfeier von Großherzogs Geburtstag Goethedichtungen deklamiert von Frau von Wolzogen vom Großh. Hoftheater in Darmstadt. Mosik vor träge des durch Gießener Musikfreunde verstärkten Schülerorchesters (u. a. Beethoven, Egmont). 8210V Eintrittskarten: Preis 3 und 2 Mk. bei Ernst Challler, Musikalienhandlung, und im Geschäftszimmer d.PaedagogiumsWilhelmstr. 16 l Oie Gesamteinnahmen erhalten Kriegsblinde. Gründl. Unterricht in 8141 Mascbinsiisslireiben Stenographie Buchführung u. allen Handelsfäcbern. Taoos- u. Abendkurse Honorar fiir Einzelfächer Mk. 10, — , für Kurse nach besonderer Vereinbarung. Anmeldung täglich. Koste lose Stell en- v. rmittlung. FranzVogl&Co., Gieüea GoeMestr. 32. Tel. 2081. Evangelischer Bund. Sonntag, 18. November 1917, abends 8 Uhr in der Stadtkirche Luther -Zeier Bortrag 8313 d tjou Pfarrer D. Waitz-Darmstadt „Lchtts^MeDclliinDkMMolle". Eintritt frei. -^8® Alle Evangelischen sind herzlichst eingeladen. Schaf - Bersteigerrnig. Nächsten Dienstag den 29. November l. I., nachmittags 1 Uhr, werden dahier: 20 Mutterschafe 10 Mutterlämmer und 31 Hammellämmer versteigert. 8309 Kirch-Göns, den 12. November 1917. Im Auftrag der Schasbcsitzer: Hanack, Bürgermeister. ^'l«4>ittlttlLtrnn mit Lecithin Leciferin, flüssig und in Tabl. tl aefiiatügfii? ISfteniatogon mit Malzextrakt Eif>entropon Leberthran-Kmnlslon empfiehlt Med.“Drogerie „Zn::i Kreuzplatz“ Kreuzplatz 9. Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. Ü wurde heute bezüglich der Firma Apotheker Weiß & Co. in Gießen eingetragen: Hvfapotheker Willy Wagner in Biebrich a. Rh. ist als Geschästssührer bestellt. Gießen, den 9. November 1917. 83118 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Bei der um 8. d. M. vorgenommenen vlanmüsngea Verlosung der am I. März 1018 zur Rückzahlung kommenden Schnldversclireibunaen des Anlebens der Stadt (Hieben vom Jahre 1901 wurden folgende Stücke zur Rückzahlung bestimmt: Serie II Nr. 7, 96. 113, 156. 212, 280, 323 . . . zu 2000 ML. „ 11 „ 40.8, 462, 473, 548, 5S0, 630, 636. 702, 781, 852, 876, 911, 961, 1021, 1035, 1173, 1183 .. 1000 „ „ II „ 1235, 1295, 1331, 1357, 1420, 1484, 1529, 1)32, 1603, 1649, 1707, 1735, 1844. 1899 .„ 500 „ „ II „ 1902, 1988, 2028, 2033, 2109, 2118, 2249 . 200 „ h .II //. 2323, 2358, 2406, 2417, 2504, 2534 .. 100 „ Es ivird dies mit dem Ansttgen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dag die Einlösung dieser Schuldverschreibungen bei der Stadtkasse Giefien. bei dem Bankhaus Delbrück, Schickler L Co. zu Berlin und , bei der Mitteldeutschen Creditbank zu Frankfurt a.M. erfolgen kann und dag die Verzinsung mit Ende Februar 1918 anshört. Bon den in früheren Jahren auSgelosten Schuldverschreibungen Und noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden: Serie II Nr. 70l über 1000 Mk., Nr. 1380 und L94 über 500 Mk. und Nr. 2254 über 100 Mt. 830213 Gießen den 13. November 1917. Der Oberbürgernretst«. Keller.