m. 281 Erstes Blatt fer fictcncr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntage. — Beilagen: OichenerFamkllendlülter. Ute.rllLtt für den Kreis Hießen. vezugrpreiü: monatl. l Aik.. viertel- Oirlich 3 DH.: durch Abbole- u. Zweigstelle»: Monatl 9> Pf.: ÖirrcQ die Post DH. 3.— oieviel- jLhrt. ausschl. Beäellq. slernsprech - Anschlüße: für die Schrcktleilnng 112 v-rlaa.Geschä'tostelleöl AttschrtÜsürTrabtuach- nchteu: Aazeiger Gieheir. 167. Jahrgang Donnerstag. 2'. November 1917 Postscheckkonto: Zranksmr a.M. 11686 General- ür Oderhessen Vankverkehr: Gewerbedank Gießen Zwillrngsrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Unio..vuch-u. Lteinüruckerei tt. Lange. Zchristleitung, GejchästssteUe u. Druckerei: Zchulstr. 7. Annahme von Anzeigen die Lagesnummer vis zumNachmiltaq vorher. Seilenoreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf.. für auswärtig« 26 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pi., für Reklamen 75 Pi. bzw. 90 Pf., nebst 2ü°/ 0 Icuenmc^giijctilag. Hauptschriitleiter: Auq. Goe tz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. l^oeq; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: W. Mcver; Anzelgenteü: H. Beck; sämtlich in Gießen Nene heftige Kampfe bei Cambrai. (WTV.) Großes Hauptquartier, 28. Nov. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern mar das Artillericftncr zwischen dem houtpoulster-Wald und Zandvoorde vom Mittag an lelchift; bei Passchendaele schwoll es am Llbrnd zu größter Heftige feit an. Zu beiden Seiten der Scarpe. crhch'e Gefcchtstatigkeit. Auf dem Schlachtfrlde bei Canibrai leitete starker Feuerkamps üci Tagesanbruch die Angriffe ein. die der E'.rg- lchider mit sechs angefttzieu Divisionen gcgcit Vourlon. Fontaine und unsere Anschlußjtellungen richtete. Westlich von Vourlon brachen neue Angriffswellen und die ihnen voran- fahrenden Panzerwagen in unserem Feuer zusammen. Zwischen Vourlon und Fontaine drang der Feind nach mehrfachem vergeblichen Ansturm in unsere Abwcchrzonc ein. Vourlon und Fontaine gingen vorübergehend verloren. Die durch den erbitterten Häuserkampf stark gelichteten englischen Verbände traf der Gegenstoß unserer Infanterie. Umfassend angesetzt und schneidig geführt, mchm sie die Dörfer in glänzendem Ansturm wieder und warf Dea Feind in den Wald von Bourlon zurück. Mehr als 290 Gesängen,' und zahlreiche Maschinengewehre blieben in ihnr Hand. Das starke Feuer ließ bei Eintritt ön* Dunkellreit nach, örtlich" Jnfmteri kä npf.' da e:1 n bis in die N ch' hin in an. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordwestlich von Ta hure ließ der Franzose bei einem mchlmrrenen Unternehmen Gefangene in unsere Gräben. Auf dem westlichen Maasnfer war die Artillerie- tattgkeit am Ttormittag gesteigert: sie flaute vom Mittag an zn mäßigem Störnngsfcuer ab. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nordwestlich von Nomenp stießen starke französische Abteilimgen gegen unsere Linien vor-, sie wurden im Nahkampf abgewiesen. Oeftlicher Kriegsschauplatz und Mazedonische Front. Keine größeren Kampfhandlungen. I Nichts Neues. talienische Front. Der Erste Generalgnartiermcister Ludendorff. * Der -lbcndbcricht Berlin, 28. Nov.. abends. (WTB. Amtlich.) Bon keiner Front sind bisher besondere Ereignisse ge viewer wordm. —— «CTBB—B—— — ■ Bei den von den Maxrrnalisten jetzt veröffentlichten G'l^eimbericbtoir liegt das Wichtigste — alles ist ja noch nicht befarntt — in einem Telegramm Sasonows, worin es Wörtlich heißt: „Im all gern einen muß man eingedenk sein, das; hm: bereit sind, Frankreich und England volle Freiheit M. lassen, Deuffchlands Westgrenzen zu bestimnrerr. da wir daraus rechnen, daß die Bundesgenossen uns ihrerseits volle Freiheit lassen, unsere Grenzen gegen Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu bestimmen." Das bedeutet, baß in ben diplomatischen Auseinandersetzung eit über Schuld und Ursachen des Krieges jetzt die vollste Klarheit erwiesen ist. Deutlichere Beweise, daß die Anschuldigungen der West- mächtc, Deutschland mir seinem Militarismus und seiner Erobernngsgier sei der Schuldige, lügnerisch waren, gibt es nicht. Immer wieder hatten die englischen Diplomaten hervor gehoben, England sei für den Schutz der kleinen Machte in den Krieg einaetrcten. Wilsons wahres Kriegs- -iel ist in einer Verv.ffeirtlich.ung unserer gestrige:: Nummer nachgewiesen worden; die englisck)en Antriebe sind ja noch weit durchsichtiger. Auch der sozialdemokratische „Vor- AlrtS" weist nrit erhobenen Händen aus die russischen Ent Ml un gen hin: „Mit der Veröffentlichung des geheimen Tepeschenniechsels, »er Mischen Petersburg und Paris gefülntt wurde, vollbringt die Mlscbewistische Regierung Rußlands eine wahrhaft revolutionäre eit und Gerechtig- u'tt tritt der rohe imperialistische Raubtierinstinkt, verbuirden mit raltcm politischem Geschäftssinn. Wenn wir deutscher: Sozialdemokraten, bei strengster Ktttik gegenüber unseren eigenen Maclckhäbern, doch nicht alle Schlecht Ngkeit auf ihrer Seite und allen Edelmut aus der anderen erblicken M können glaubten, so liaben die Petersburger Eutlpillungen un Auffassungen glänzend — wmn in Zusammenl-aug mit dieser «ngelegenheat von „Glanz" geredet toerden kann — gerechtfertigt, unb wenn wir der Meimmg waren, wir düfftcm unserm eigenen ^-and gegenüber solckicn Gegnern die Mittel zu seiner Selbsterhal« rung nicht verweigerm, so haben wir heute weniger de:rn je Anlaß, mese Meinung zu korrigieren." Das deutsche KriogsM heißt jetzt imchdvücklick-er als je: vor künftigen ähulicl-e-n Angriffem! Aus d-e:nsellicn Eerrka und deinselben England,, deren Eroberungs- und 9«rltvrun.gsabsichten uns gegenüber jetzt so sck)lag«rd dar Man worden sind, sind uns auch die verlockenden Wirrde ^Pazifismus cmtgc-gcmgaveht wurde:Herr Wilson liat so ÜN'agt. das miliEisttsche Dgutschbuft» müßte de seitigt iverdon, wenn die Völkcrsanrilie in Frieden leben sollte. Uns deucht, loir haben jetzt das Recht, aus Pu sprechen daß der Jmperialisnius Englands urw Amerrlas, auch Frankreichs, niedergelvorfen werden müssen, lvenn ein ideales Leben beginnen: soll. Wer so rveit gehe:: wir Deut^ sckMn ja nicht. Es gilt aber, die kräftigsten Sicherungen ans der Kriegslage hörauszuholeir, und dazu siiw vor alleni unsere militärischen Führer zuständig. Natürlich iverden tvic uns mit den 9^ogneru, die uns gern das Herz aus ldem Leibe gerissen härten, „verstäirdigen". Jeder F:iedensvertrag ist ja ebte solche Verstänvigung. Beim Wschluß des Ber ständigurigsfriedens sollen aber hinter Deutschland stehen nicht weiche Ideen, Vertrauensseligkeiten, sondern der Wille zu Recht und Ztveckinäßigtei.. Der Krieg braucht dazu nicht ins Eirdtose fortgesetzt zu werden, die Stuirde der Verhandlungen ist vielleicht schon bald gekommen. Bald heißt es nicht mehr, wir brauchen Siegeswillen, sondern wir haben den Sieg errungen, und dann tvollen wir den unterlegenen Völkern für den Frevel ihrer bisherigen Führer nicht an ihrer Ehre etwas wegnehmen, allein das bedeutet nicht, daß wir auch auf den Siegespreis verzicksten. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Nirgends besondere Ereignisse. Der Chef des Gelieralftabes. Die «riegrlaze im westen. Berlin, 28. Nov. (WTB.) JnFlandern seyHe am 27. gegen 4 Uhr nwvgens sbarfe feindliche ArtMerietätigkeit g^gen unsere Küßen stellirngen ein, die bis 8 Uhr rvrmittags anhielt. Sie erreichte um 6.30 Uhr vormittags größte Stärkc, ohne daß Angriffe erfolgten. Nl^civmittags steigerte sich das feindliche Feuer vom Houthouister Walde bis Zandv-oovde und schwoll besonders auf unsere Stellimg im Bogen :cm Aiwrn erheblich an. Um 5 Uln setzte mrf die Stellung von Passchmdaele halbstündig starkes F«u:r ein. Zu gleicher Zeit erhielt auch die Gogend von Beoelaere bis Gheku- velt stärk.ren Beschuß. Nachts lagen unsere Stellung in Gegend von Dixmniden bis Houthonlsdei' Walde unter stzarbmr Störungsfeuer. Aich rwrf> Süden bis Zandvoorde wäl^rve die gesteigerte Artillerie- tätigkeit bis in dir Dimkelbeit und sckiwoll mehrfach zu Trommelfeuer an. Feindliäx starke Miwouillm südlicb der Balm Brei'hinche- Staden und nvrdwesl'lch Passchendacle warrdei: reftilvs abgewiesen. Bei erl>öhter Feuertätick^it nn Artois tvurden starke feindliche Patrouille:: an der Bahn ?lrras-Do:l«i z-irrückgeschlagen, während eigene Stoßtrupps wesüch Touleinmtt Gesungene ern- brachlen. A:rf der Kampffront südv'estlch Cambrai lag v: den früheste:: Morgenstunden des £1 November starkes Feuer, das sich von 7 Uhr vormittags ab tom BticklecioUrt bis Fmrtaine M stärkster Heftigkeit effiob. Kurz darauf entbrannten auf der Front von Boürlvn bis Fontaine arrßerordentlich erbitterte Kämpfe. Ler Gegner fül-rte skrckke. ticfqegtiederte >I«n- fanterieinass«: mit zahlreich.'n .Pan^erkvastlvagen in den Kampf. In immer wiederl-oll«: Angriffe:: stürrntv er ohne jede Rücksicht cnlf Berlnste gegen m:sere Stell:mgnn an. Gs gelang ilM schließ- lch. sich in den Besitz von Bourlon Wald lrrtb Dorf zu setzen und auch in Fontaine etNMdichrgcn. lhtferc rechteckig unbesetzten und kraftvoll durchgesührei: G e g e:: a n g r i f f e nmrftn ihn in heißem Kampf das Tors Bourlon in den Wald zurück. Zahlreick^e zerschossene iPanzerkrafttvagen liegen hier iü und vor unserer Stellung, ^lnch ans Fontaine nnirde der Feind in erbitterten^ Ringen wieder binausF^eworfen. Hier brnch erneut eine Anzahl feindlicher Tanks vor imseren Gräben zusammeiv Andere wurden xur schleunigen Mickkehr gezwungen. Ueber 200 Gefangene, von denen ein Teil der englischen Garde angehört, sowie za'hlreiche Masckstnenge^ wehre bliebcn: in unserer Hand. Tic erbit erlen Kampfe, zu denen wieder frische englische Reserven cnrgesetzt wurden, dauertm bis zunr Einbruch der Tnnkell>eck Bis ans den Südteil des Bourlon- Waldes wurden smntlich Stellungen den Engländein wieder entrissen, die bei ihren Angriffe!: inid unseren Gegenstößen außerordentlich hohe blutige Verluste erlitten. ^ Auch aus dem Abschnitt von Moeuvres bis Vullecourt und im Süderk von Rnmilly über Crevecoeur bis Banteur lag starkes seindlichs Feuer, das erst am Spätnackmnttag uachließ. Ein tzvi- scheu Me^euvres mrd Vourlon nnternomme::er schwächrrr feindlicher Angriff brach in unsereni 9lblvehrfeuer völlig zusammcm. Tie Stadl Cambrai wurde vom Gegner bescliossen und mit Bomben belegt. Trei französisch Eimvohner sind hierbei getötet. Auf der übrigen Westfront an vielen Stellen lebl>aftere Feuer- tcckigkeck. In der ChampaM^x erfolgter: am Morgen des 27. November rurch kurzer heftiger Fenervorbereitung Vorstöße zweier starker französischer Eikurchung-sab eilungen gegen unsere Stellungen no:W westlich Tahure. Unser Gcgmstoß warf den eingedrungenen Feind unter Zurrülliehaltung von Gefangenen sofort wied>er hinaus. Tie Bel>aupttmg des gestrigen Eisfelturmbecichts, westlich Tahure einer! effolgveichen Harchstreich durcheführt zu herben, ist unwahr. Äi: melieren anderen Stellen der Westfront rmivden gleich fallS fvanzösisch Patrouillenvorstöße blutig abgerviesen. * AuS dem Briefe eines französtfchen Offiziers. Berlin, 27. Nov. (WTB.) Tie Kriegs Müdigkeit und schleckitc Tisziplir: der frmrzösisch-n Soldater: !vird m'ell beleuchtet durch die ^Lerlßerrmgei: eirres sranzösischm Offiziers in einerri Bri'ü, ix»x uns iu die .Hchch geiallen i,t. ES sße'hjt dort u. a.: Jetzt e i ?di gen die DeutsckMi Ilalion. s)Rußland zähilt bereits rächt inehr. sltaclchr kamuuen 4oir dran. Wenn id> lnttttige Latte bei in'ir gehibt h(itte. uckirde ick» die Deutschen siclier z-urückgervorien haben. Infolge des dichten Nebels lmtte ich sie aber gar nicht komnren sel-en. Wir lratden zwar zwei, Maschueugeweluo, aber die Sck^veirrekerle, die sie bedienen sollten, hatten sah aus dem Staube geinach. Rechts mrd links, überall wo ich ltmsah, warcrr Leine BedierrungsMannschaften. Ich zrtLrtc vor Wut mrd schrie: ,,Hümneld«merwetter. wo sind die Bcdckmmgsmamrschafter:!" Sie blieoer: rknauffindbar. Meine Leute schrien: „Ta kommen sie!" Als ich die Derltsctren sah, '.waren sie mir noch 20 Meter entfernt, aber meine Leute luaccit vollstärrdig blödsinnig gewordrn:: „Herr Leutnant, lvir sind erledigt." „Ihr )sclMeineba,rde, wollt Ihr schießen?" Mein Re- rwlver ftmftivrrierte leider nicht richtig. Wierm die Bedicrrmrgs^ mmmschaft der Masckünengewelue an ihren Plätze:: geblieberr tvärer:, hätte man die Deutschen ganz gut au halten kö:n:en Unsere Leute begreiferr eben rncht. daß eS olme Opser rckckrt gelst Sobald sie die Teutschc:: vor sich sal-en, riesen sie: „Wir sind erledigt" und be- nahinen sick- wie Feiglinge. Als wir dann im Unterstand zusamm^n- gedrängt saßen, jammerten sie: „Her Leutnant. Herr Le.cknant, ergeben nür uns, uckr sind erledigt, wir haben Focru und Kinder!" darauf gingen sie nach oben «und ich blieb mck zwei Soldaten im Unterstand, in dem man uns später entdeckte. Aus Italien. Bern, 27. Nov. (WTB.) Der „Avanti" enthält Eingaben über eine große L a n d a r b e i t e r tz c w c g u n g in der Provinz Rom, mit dem die bereits erfolgte Auslösutlg zahlreicher Gemeindeverwaltungen wahrscheinlich im Zusammenhang steht. Viele Frauen wurden lvegcn Gefährdung der freien Landarbeit mit Gefängnis bestraft. Das Blatt richtet eine Mahnung an alle Sozialisten, in den besetzten Gebieten zu bleiben und amj dort nicht zu fliehen, wo der Einfall droht. Eine ähnliche Llus- sorderung richtet die Mailäicher sozialistische StadtverwaP tung an alle Gemeinbebeaintten im Kriogsgebiet. „Avanti" bezeichnet den neuen Lcbensmittelkomntissar und Großindustriellen C r e s p i als für den Posten ungeeignet, da er Börsenspieler und mit den Börsensvielerkreis-eir eng verbunden sei. Die Kuuftschätze in Denetieu. Berlin, 28. Nov. (WDD.) Mit dem überstürKbsu Rück- -UH des italLmnsclien Heeres und der Wucht der Behörden :md der böschenden Klassen in Veirotien bliebei: aitrfy die wertvollen nnd teilweise unersetzlichen Kunst schätze in den Kirche::, Schlossern und Sanrmbmrgen u.nbehütet zurück. Das Feuer, das die ab^ivhenden Italiener stellenweise an die Magazine legten, griff auf die Kirchen und KunstdenkmLler über, während der plündernoe Mob bis ,zum Eintreffen per deuffchen Truppen die wertvollen Sammlungerr in der brutaler: Gier rrach Kostbarkeiten durchwühlte mrd .zerstreute m:d verschleppte. Ftalienisclie Fliegerbomben und Granaten: cn:s rveittragenden Gesclstchen setzten auch nach dem Abzrug der Italiener das Zerstörungslverk fort. Besoichers groß sind die Zerstdrurraen an der Piavefrönt, wo oie Batterien der Italiener und der Alliierten täglich rücksickftslos Dörfer. Paläste und Kirchen beschießen. U. a. wurde hier das den: österreicktzschen Grafen Col Alto gehörige Sckstoß San Sal- Vadvre durch Granaten schwerster Kaliber plamnäßig zerstört. Was von Skrrlpburen, Bilderir, von Fresken Tiepolos u:ü> Bevoneses und Mtargemälden Diziarrs, zahlreichen Sch:ritzaltären und Galerien, Türen und Marmorkaminen vernichtet wurde, läßt sich noch nicht völlig übersehen. Durch Kmfftgelehrte, die das deuffche Heer begleiten, wird zwar das Meusckiemnöglickie zur Brrgirua und zum Schutz der gefährdeten Kunsffckmtze getan, dock) lassen sich diese Arbeiten ber den: rücksichtslosen Flauer, mit dem die Italiener und^ ihre Bundesgenossen weithin chr italienisckies Larck) verheeren, hinter der Kampffront -nur in besck-xänktem Maße durchführen. Die tage in Ruhland. Petersburg, 27. Nov. (WTB.) Meldung des Reuter- uljen Bureaus. Der nupftmali)tische Oberbefehlslwber Krylenko :st an die Front abgegangen, nack)dem er at "" .den englisckwn Botschafter Buckwnan da- schr:ftl:chc Effuck>e:: gerichtet, ztvei in Englmw internierte russische Untertanen fteizulassen; er deutet Gegenmaßregeln gegen die Engländer :n Rußland an. Hungersnot an der rufsifchen nördlichen Front. Amsterdam, 27. Nov. (WTB.) „Daüy?rewö" meldet ins Petersburg: Der Zustand an der nördlichen Front ist beunruhigend. Es soll eine Hungersnot herrschen. Eine Woche lang gab es dort kein Brot. Biskuit tvar nur für znTei bis drei Tags vorlwnden. An der Front von Dümckucrg hnn.n:rn die Soldaten ebeitfalls. Sic haben fast nichts zu essen. 9Nan befürchtet Unruhen unter dcm Truppen. Anstatt der erforderlichen hundert Wagg-onladimgen für den Dag kommen nur zwanzig an. Die Berioirwmg im Transportwesen hat durch, die jüngste« Ereignisse noch zugenommcm. Truppen, die nach verschiede:,eu Plätzen gesckpckt umrden, wurden angel-altm:. da die Eisenbahnschienen cmsgerichw rvaren, um den Vormarsch nach Petersburg zu verlnndern. Sit, Ivcfitiben sich, jetzt in Städten, n*> Lebensmättel niclZt evl/älttich sind. Dncbonin nicht verhaftet. Wien, 28. Nov. (WTB.) Meldung des Wünrer K. K. Tcle- gvaPl-en-Korrcspcmdeuzburoaus. Tie Nachttcht von der Verhaftung >des von der Bvlsrftf vi ki-Rm renmq ab gesetzten OberbeielM- l'labers D u ch o u i n hat sich vorläuiig nicht b c t:> a 6 r b r i t e * Es liegt ein bcm Duckkann uM^zchchueter Asuiruf vor, der am 27. vonnittags aus dem russischen Hauptniartier cwlasseu ivurtxr Sein Itnlialt ist nicht sonderlich klar. Tu chonin llagt in beüveyter: Worten über die Berivirrm^, die im Volke und im Heere bwrschttn und bedauert, daß über die Armee, die dos vierte Jahr alle Ent- bel7run,pm deebiet nerfarge ganz 9tuBlanb mit Lebensmitteln., beherrsche die Lage. Diejenigen, denen er dient, würden -eine Be,rhle Kcwvnskis oder Lenins oder sanft jenmndes annehmen. Machthaber nicht stillschweigend ovrLtergehen können. Deutschland und Rußland haben vor dem Kriege nicht unter Gegensätzen gestanden, die blutige Älusemandersetzungen hätten notwendig machen müssen. — Lluch der „Vorwärts" be-eichrret den 29. November als Einleitung eines neuen Kapitels in der Geschichte des Reichstags und des Reichs. Berlin, 28. Rov. Wie die „Germania" mitteilt. wird der Zentrumsabgeordnete Giesb erts nunmehr als Ministerialdirektor in das Reichswirtschaftsanft berufen werden. Kankasien. Stockholm. 28. Nvo. (WDB.) Ans Haparanda wird geweidet: 5?aukasien riß sich sckwn los oon Rußland und gründete eine eigene Regierung. Es I>at ein Parlament gewählt. Diesem geboren. 40 Sozialisten an, unter denen sich nur ein Bokschewiki befindet. Es ist alles rmhig. Der russische Frieder,S»v,ursch und die Schweiz. Basel, 29. Nov. Wie man den Basler Nachrichten aus B«-n drahtet, hat die Leninsche Regierung den Schweizer Bundes-- rat eingeladen. ihre Waffenstillstands- und Friede:; svorschüge den kriegführenden Nöäckslmr zu übennitteln. Der Bundesrat hat nach Prüfung der Frage in ablehnendem Sinne Stellung ge- nonunen. Eine Acusternng Balsours. London, 27. Nov. (WTB.) Reuter. (Verspätet eingetrotten.) Itu Urtterhcmse fragte Richard Lambert: 1. Ob die russische Regierung oder irgend eine Person, die oorgibt. die russische Re g«rung Kt vertreten, einen sofortigen Waffenstillstand an all«! Fronten zur Einleitung von Friedensverhandlungen vorgeschlage!. habe. 3. Wenn dies der Fall ist, welche Antwort England ge geben hab e. B a l f v u r beantwortete die erste Frage mit Ja. Hinsichtlich der zweiten Frage sei von der englischen Regierung keine Amwort gege«m worden und soweit es ihm bek.rn.nt wäre, auch» nicht von irgend einem der Alliierten. -lerrs-ernngen de- Graset, Czernin. Wien, 27. Nov. (WTB.) Die „Slawische Correspvndenz" Wachet: 3?« einer Besprechung mit Abgeordrreten des Herrenl)a>:ses Lwerte sich der Minister der auswämgen Mgelegenbeiten Gras Ezernrn über die Lage, die durch die Friedensbestrebungen der «gewwarttgen russischen RegieruTrg geschahen ist. Er betonte die Bereitwilligkeit und die Bereitschaft der Monarchie, in Berhand-« lungen über leinen ehrlichen und airnehmbaren Frieden einzutreteir, Petersburg uns Berlin in drahtloser Berbindung? i London, 27. Nov. (WTB) Rauchermeldung. Ein Tele- tzranrnr ens stÄrshängton besagt: Der Botschafter der Bereinigten Staaten in Petersburg berichtet, daß Petersburg und Berlin in drahtloser Verbindung stehen. Secfrleg. Nene N-Boot-Crsolge. Berlin, 27. Nov. (WTB. Amtlich.) Im englischen K u n a l sind durch eines unserer Untersee-Boote wiederum 12500 Brutto-RegiKer-Tonnen versenkt worden. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein großer bewaffneter englischer Dampfer von über 5000 Brutto-Register-Tonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ber 1, n, 28. Nov. Durch die Tätigkeit nnsererU-Boote wurden auf dem nördlichen K rieg ssch auvlatz neuer^ dmgs drei Dampfer und vier Segler vernichtet, darunter ein englischer Frachtdampfer von mindestens 5000 Brutto-Re- gisrer-Tonnen, sowie der englische Motorschoner Morning Star mit 180 Tonnen Tonerde von Portsmouth nach Rouen. Einer der Dampfer wurde aus Geleitszug herausgeschossen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Aur d-m Reiche. Reichskanzler und Reichstag. Berlin, 28. Nov. Nachdem der Neichskanz'er Graf Hert-- ling geltem vormittag die FrEonsiDrer der Mehrheitsparteien zu Besprechung«, bei fick gesehen hatte, empfing er in den späten Rach Mittagsstunden die Führer scwttlicher Rechstagsicallinen. um rn «tzva dreiviertelstundiger Besprechung -urz das Programm feinem heutigen Rede und seine 2lbsich/en nn> Pläne für die nächste Zeit dcrrz'.üegen. 4äach der Kv-n'erenz im RcichsLanzlerlxglais fand um 1 Uhr abends im Reichstage eine interfraktionelle Bespoching statt. , J™, Vizekanzler v. Payer, dessen Llbrei e nach B rlin sich miolge seiner immer noch nicht überwundenen Krankheit bisher verzögert hatte, wird Ende ber Woche hier ein treffen. Als fest- rtehend kann dich Absicht jedoch auch jetzt noch nicht angesehen werden. Berlin, 29. Nov. Zum heutigen Wiederzusammen- tritt des Reichstags sagen die Blätter übereinstimmend, de?, es sich vorDks-fichttich um eine kurze Tagung handelt. Die „Ger- manra" hont, daß die Sitzung einen glatten Verlaus nehmen wird. Parteien und Regierung haben sich auf Selbstbeschränknngen ge- ermgt rn der klaren Erkenntnis, daß die innere Einheitsfront für unsere Kriegssührung nach außen von allergrößter Bedeutung ist. Ter 29. November muß und kann der Markstein in der inner- politischen Gesclsichte dieses Krieges werden, von dem aus der Weg M einem ehrenvollen, unsere Zukunft in jeder Beziehung sichernden Frieden fest und sicher führen wird. Tie „Germania" nimmt an, daß vom Bundesratstisch auch eine Erklärung über R u ß l a n d bezüglich der durch die Frr dnspZjb? der Bolschewisten geschnifenen neuen internationalen Lage gegeben werden wird. Man wird an der Bedeutung des Friedenswillens der jetzigen Petersburger Ans f)cR«n* Zuweisung von Wein an die Gemeinden aus den Beständen der Weinbaudomänen für die Versorgung der Kranken. Die Abgeordneten Henrich und Raab stellen folgenden Antrag: Wir beantragen, die Grosch. Regierung zu ersuchen, einen namhaften Teil der Weinvorräte der Weinbaudomä- :ren zu einem annehmbaren Preise den Gemeinden des Landes zur Versorgung der Kranken mit Stärkungsmitteln zu überweisen. In der Begründung heißt es: Nicht wenig Kranke geben an Entkräftung zu Grunde, mancher Genesende, der eine schwere akute Erkrankung überstanden hat, über- wrikdet die Ütcochweh-en der Krcmttvit nicht mehr, weil es ihm an geeignelec A-ft rung and vm nlum, an Stärkungsmittel» wblt. Zu den besten Anregungs- und Stärkungs.mittÄn gehört, namentlich b« Een Leuten, Wein. Mag dieses Mittel auch weniger direkt zur Ernährung beitragen, es belebt aber die Kräfte und die Fähigkeit l\v »'örr-ers. di' itm znaefübrte Nahrung besser zu verarbeiten. Der Wein versct findet aber immer m.'I; >; vom Markt. Zu unor-- sü'ümnglichm Preis«, wird er in Hände überführt und dort sestge- i'-alte», wo Enebin die reichlich vorhandenen Geldmittel eine gute allgemeine Versorgung mit Nastrrmgsnntteln möglich machen, llnter diesen Nmständen muß wenigstens Vorsorge dahin getroffen werden, daß di»' unter der Verwaltung der Gvoßserzoglichen Re- chevung erzeugten Weinulengen zu einem Teil den Kranken zugute Faunen. Das ist noch wichtiger, als die Erzielung möglichst hoher Einnayinen. Die lleborlafsung von Wein zu diesem Zlveck dirrfte allerdings nicht zu Pk/mdasiecheifeil ersolmm, 'wenn auch nicht damit ;>wechnet Norden kann, daß für diese Zlveche di? Friedenspreise antrcchiterhalten bleiben. Die 9dotl-?gr der Tageszeitungen. Mg. Wiegand hat in der Zweien Kammer folgenden dringlichen Antrag emgebracht Vom 1. November ab hat der Preis für Zeitnnaspayier wiederum eine erhebliche Erl'öbima erfalwen, nachdem schon von Kriegsbeginn an wesentliä^ Preissteigerungen eingetreten waren, so daß der Aufschlag gegenüber den Friedenspreisen nunmehr etrva 130 vom Hindert beträgt. Auch die Preise aller übrigen zur Herstellung der Zeitungen erforderlichen Materialien und die Arbeitslöhne sind in ganz außerordentlichem Maße gestiegen. Es ist zu befürchten, daß infolge der neuerlichen Papierpreis- steigerung insbesondere^ den mittleren und kleineren Tageszeitun- gen daä fernere Erscheinen, das Durchhalten. nicht mehr möglich wird. Und dock> liegt es im öffentlichen Interesse, daß die gesamte Tagespresse eine Einschränkung nicht erfährt. Sie ist durchaus iwtwendig zur Aufklärung des Volkes, zur Beruhimmg desselben und zur Vertretung der gesamten Reichs und Slaatsütteressen, damit wir auch weiter durchhalten bis zu einem ehrenvollen Frieden. Die Reichsleitnna hat in Anbetracht der großen Wichtig- kir der ©nfie auf eine Anfrage verschiedener Reichstagsabgeord- neten erklärt, daß von ihr Verhandlungen eingeleitet lvordui seien, die die Uebernatnne einvs erheblichen Teiles des neuen Preiszuschlages ans Reich und Bundesstaaten zum Ziele haben. Eile rut dringend not. Großh. Regierung bitte ich deshalb, dahin zu wirken, daß die von der Reichsregierung eingeleiteten Verhandlungen tmiliM beschleunigt und daß gegebenenfalls auch seitens des hessischen Staates Mittel zur Verfügung gestellt werden. Arrs Mttfc Gietzen. den 29. November 1917. Der Opiertag. Trübes, mtßr>e'undliches Wotber mar dem Opfertage des Roten Kreuzes am 24. November befm-err. Wind und Regen wetteiferten, den jugendlichen Sammlern, die sich mit rührendem Eifer ihrer Tätigkeit Hingaben, da^ Amt erschweren. Um so erfreulicher ist das Ergebnis. 3168,35 M. wurden durch die Straßensammlung aufgebracht! Auch auf dem Lande war die Sammeltätigkeit rege, und allenthalben mar ein Erfolg zu verzeichnen. Selbst kleinere Orte brachten noch luunl>afte Beträge auf. So gingon in EckartSborm annähernd 204 Mk. ein, in Bergheun 130 Mk.. in Rutters-- hausen 122 Mk., in Schwickartshausen 104 Mk. und in 9tuppertenrod 74,45 Mk. « ** A rn tl i c! e P er s o n al n achri chte n. Ter Großlrer.zvg empfing zum Vortrag: den Staatsminister Dr. p. Ewald, den Minister des F.mern Tr. v. H o m b e r a k z u B a cb, den (General- achutunen General der K-w. v. H a hn, den Vorstand des Kabiwstts Wirklichen Geheimerat Rom Held. — Ueberrragen wurde am 22. November dem Lehrer Johann Angele zu Marienborn, Kre s Mainz, eine Lebrerstelle an der Volksschule zu Astkeim. Kreis Groß-Gerau, dem Lehrer Johannes I l! y zu Ästhcim eine Lodrer- stelle an der Vottssctmle zu Marienbont. ** Anszcichnung. Dem Laudsturmnrann Earl Belz (Tapezrer. Rooustr.) rourde die Hessische Tapserkeitsmed.nlle vec- Uehen. -Seesoldat Heinrich Lather. Inhalier der Hessischen TLpserkecksmedaiile. erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** städtischer E i e r v c r k a u f. Die Bezugsberechtig-' teil, d'.e bei der letzten Eierverteilnng auf die Eiermarke ftkr. 19 Euer nicht erhalten haben, kömren die ihnen zustehenden Eier tmnmehr gegen 'Abgabe der betr..Marken abbolen. Liehe Bekanntmachung im Anzeigenteil. ** OeffentlicheBersammlung. Im-Fürftenhoi sprach gestern abend an Stelle des in letzter Miilute verhinderten Reichs tagsabgevrdnetcm Dr. Wiener der Reiä>stagsabgeordnet7 Rektor Kopsch. Tie zahlreich erschienenen Hörer folgten mit Fm.'resse den Darlegungen. Ausführlic!-er Bericht folgt. **D i c Grvßherzo-gin hat, wie letztes Fahr, wiederum eurer größeren Zahl erholungsbedürft cgc-r Stadtkiiwer in oen dafür sy günstig gelegenen herr,chiftliA>en Schlössen Seeheim, Romrod so. wie Möncbbruch mit unermüdlichem Eifer zu längerem Aufenthalt für Kräftigung der Gesmchheit per Holsen. Die hohe Frag wurde bei diesem mem^cnfrarnt4 ichert Unternehmen von einet Reihe Personen, vor allem dirrch hie Pft-egerinnen der Kinoer^ und durch besonderes Entgegenkvmnretr einzelner Lieferanten, in dankenswertester Weise rmterstützt. Die Geldmittel ergaben s^ ans Abschlußgeldern, welche auf den dem Großherzog gehörigen Jagden sür diesen Zweck gelöst wurden, ausserdem aus zum Test scht- großartigen Eieldspenden .von Herren, denen es zur de vndervy Freudc' gereich,w, derart so viel lautes im Stillen zu söraern. — Im Schlboß Seeheiin fanden seit 15. Mai dis 14. September 4 Mal je 39 Kinder aus Darmstadt. Maiirz, Worms und Offen» dach, insgesamt 156, aus je vier Wochen Unterkunft und Pflege Die Kosten betrug.'u für 116 Tage 8143 Mark. Im Schoß Romrvd wohnten mit Verpflegung vom 15. Mai bis 27. September 2 Mal je 20, 1 Mal 21, insgesamt 61 Kinder cnw' Offenbach, je 6 Wochen lang. Die Ansgaben beliefen sich für 123 Tage auf 4584 Mark. Fm Schloß Mönchbnrch fauchen ab 24. Juli bis 31. Oktober in vier Abschnitten von 3 l /> Wochen je 21, im ganzen 84 Kinder, vorwiegend aus Darmstadt, nebst 10 aus Ofrerchach. Unterkunft und Pflege. Die .Kosten betrugen für 99 Tage 4416 Matt. Es wurden außerdem im Interesse anderer erhdbmgsbedürftiger Knaben und Mfaxien aus dem gleichen Fonds 1206 Mark airsgelvendet. so daß die Gesaintausgab? daraus such für envähnten Zweck bei 301 Kin. dorn auf rund 18 350 Mark beläuft. Hocherft-eulicherweise 8ieb haben in 30s Wock'.m bis 10 Pfund zugenommerw die durchschnittliche Gewichtsmehrrorg der in Mönchbrnch untergeb rächten bv, trug zum Beispiel fürs Kind 5 Pfwrd innerhalb dieser Zeit, i ** lieber die Versorgung Lungenkranker mit Lebensmitteln witt> rms gejchjrieben: Der Staatsse kretjv des Kriegsernährungsarnts hat auf die Notwendigkeit der ausreichenden Versorgung aller derjenigen Lungenkranken hingvi wiesen, die zur Wiederherstellung oder Erhaltung ihrer Er- tv e r b s f ä h i g k e i t Jusotzlebensmittel nötig haben. Besrndew Rücksicht soll auch auf tuberkulöse Schwangere und auf Stillende genommen roerden. Anträge auf Zuweismrg von Zusatzleliens- mitleln sind auf vor geschriebene»: Formularen aus der Stadt Gießen an den Oberbürgermeister, aus de»: Landgemeinden des. Kreises an die Prüftmgsstelbe für Zusatz von Nahrnngsmittckn sür den Landkreis Gießen, Ost-Anlage Nr. 11 cKvmmunalverbanb,, cinzu reichen. ** D ie Goldankaufs stelle schreibt rrns: Das Kriegs bureau des Reichöbanchirektoriums zu Berlin fort eine Zusammenstellung gemacht, aus der rvir entnehmen, daß von den Städten bei* Deiltsst^n Reiches mit 25—50000 Eimvochrern 94 mit Goldw:- taufsstekken auSgesattet sind. Za- diesen gehört auch die Stadt We- ßen. Boe: ^er Gesamtemtvohnerzabl der' .04 Städte entfällt auf Gießen gerade 1 °/o. Der Anteil der 0K»ldankaüssstelle Gießen und der ihr angefchloffenen Hilfsstellen in Alsfeld, Gedern, Laubur Lairterlxich. Schl tz, Säw'ten N7rd Nlrichstem an dem (sesamterttv dt's (ÄoldschjMttckes- und Iuwelen.arcka::fs dieser 94 Städte von br Zeit der Gründung der Goldmüftufsstselle (1. Juni 1916 zst- 31. März l. I. beträgt 1.3 °/o. Ebenfalls je 1 °/o der Ge,ann- c inwohn erzähl entfällt auf 20 Städte. In: öffentlichen Intereg'e istz es unbediugL erforderlich, daß die von der Reichsbarik ausgegt'beneni Banknoten nröglichst stark mit Gold gedeckt sind. d. ti, daß d«? Reichsbank als Unterlage für ihrc'n Notenumlauf ernen möglich^ großen 6-oldbestand ft: den Küssen besi^st. Je stärker diele Deckung, desto starker der .Kredit der MichSbmrt'wte im In- und Auslande. Ta der stdotenumlanf unausgesetzt anschwillt, so muß es gelingm. den Goldbestand der Reichsbank stetig zu erhöhen. Es ergeht deshalb von neuem der dringliche Mahnruf der GoldaMrufsstelle nn bk Bevöbkerinrg: Lklles Gold dem Baterlmü»? ** E r n: ä ß i g u n g der S ch n e l l z u g s z u s ch l ä g e. Te- „Voss. Ztg." zufolge sind die Beratungen über eine Befeitigun-.i allzu großer Härten bei den Sckmellzugszuschlägen so lveit ge baelren, daß eine entsprechende Bekanntmachung demnächst zu er warten ist. Es handelt sich dabei nur um einzelne Milderungen. Eine allgemeine Verringerung der Zuschläge kommt nicht in Fmge. ** Was foften die W e i h n achts b aum e in diesem Jahr? Augenblicklich! kaufen die Frankfurter, Maftrzier. Wiesbadener, Offenbacher Händler nn Vogels borg die Weihnrchtt- bäume ans. Um alten Preistreibereien von vornherein die Spike zu bie^n, habe:: die Oberförsterreien sogenannte Rich,tpreise festgesetzt. Es werden abgegeben: Bäumick-en bis zu 1 Meter Hob' mit 30 Pfennigen, von 1—3 Metern .Höhe mit 60 Pfennigen mehr als 3 Metern Höhe mit 1,60 Mark das Stück. Gegen die Vorjahre sind die Preise ioohl in die Höste gegangen und sickenl den Forstbetrieben eine schöire Einnahme; ater man kann pt mit Recht gespannt sein, welch ePreise die Städter in diesem Jahr für ihren WeihnachtSbaum anlegen müssen. fW l ** Belohnung. Am Dienstag den 37. November 1917 nachmittags zwiscten 5 und 6 Uhr, wurde von einem Wagen cnnes hiesigen Spediteurs in der Alieenstraße vor dem .Hanse Nr. 13 ein rötlichdrauner Lederplattenkofser mit dem Zeichen ..SW 330^5 der etnw 1 Meter lang und zirka 30 Ztm. breit ist, und in dem sich ein Anzug, ein Paletot, Krawatten und Kragen b>" fanden, entwertet. Demjenigen, der über hon Verbleib des Mstrs und des Täters Auskunft yn geben vermag, wird eine Belohnung zngesicten. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige ckttuu nalPolizei entgegen. ** Warnun g. Seiten eines getvissen Friedrich Jolmsm in Hamburg, Mönchbergstr. 17, wird ein Bersahren, die Rüben geruch- und geichnrackteci -tt machen, da-^ sogenannte Berassiea! verfahren, zu je 5000 Mart angepriesen. Es handelt sich bei diesem Verfahren lediglich um ein AuÄaugeverfahren, wodurch die Nährstoffe entfernt werden und nur die Zellulose zurückblnbt. Die so bc handelten Rüben kommet: dann nur noch als wertloses Streckung- mittel für Brot usw. in Frage. Vor der Anwendung des John- feilschen Veriahrerks kmm daher nur geivnrnt werden. vilder von der 2ll$ne. i. Man schreibt mrs aus dem Felde: Tie Schlacht hat tegvnnen. ^ Tie Reserven marschieren. Zn dem strömenden Regen marschieren sie in endlosen Zügen. Aus allen Straßen wälzt es sich heran, alles ist grau, einförmig, trüb. — Sic marschieren langsam, mit schweren Tritten, die starren Gesichter nach vorn gerechter. Es sind kampierpri^te Truppen, die sckwn an mancher Grobkampfhandlung tnlgenommen haben. Sie wissen, was sie erwartet dort vorn, wo es seit Tagen ununterbrochen donnert. Ihre Blicke zeigen eine wundervolle Rute, ihre Haltung eine starke Gesastheit, Stolz. Willenskraft, eisenre Selbstdisziplin ist -- irgendwo — ei l \ aar aus der Masse fingen, das ^icb wächst und ans enu uiu» Soldatenliedern klingt Hubel und Fauchzeit. So marschwren sie wnttr nach w>xn in den großen Kamps auf* recht und siegesgewiß. — II. Nackt. -Die Sterne verblasi-en schon,das Auto fährt die große Straße herunter, die Bäume ragen als seltsam geformter Schaitengebilde aus dem Nebel. Kolomnm komnien von voni zurück Fadkück>en, ^räcpwtrrrpps, Krankenfahrz.'uge. Das Auto huscht vorbei, nur Augenblicksbilder sieht man, unscharfe Umrisse, die plötzlich aus der Dunkelheit in das grelle Licht der beiden Autolam- W treten. Durch Dörfer führt man. in denen das Leben verstnmntt iü. r-niam starren die schwarzen Fensterhöhlen aus den gigant:- 'ftru iw.-n. elende Schutthaufen wollen erzählen, daß hier ein^ mal Mrnscken ihr Heim gehabt. Das unwirkliche Halbdunkel des mit der ringenden MorgengrtUdenö macht die Bilder noch eindrucksvoller. Bon: tmrzen am .Honzont die Leuchtkugeln, und das allgemeine Donnern löst sich allmählich in einzelne KräAge Schläge auf Nun geht es zu Fuß roeiter, nicht auf der Straße, die aufgewühlt :st von mächtigen Trichtern. Querfeldein gebt es und dann dnrck'l den W^to. lvenigstens war eS eineinal Wald jetzt rageu rrur noch die kahlen Stämme in die Höhe. He »oeiter man kommt, destv »kehr crstarn das Leben, c* ist wie her einer Gebirgsmmi^. rnng, immer weniger Grün ficht man. immer mehr Gestein, und j!chsießl:ch stt alles nur noch ein einziges iveißes Kreidefeld. M«v I klettert und springt von einem Trichter in den anderen über ätt" sallk-ne Gräben und durch zerschossenes Drahtverhau, wo man hin- tteht, alles weiß, Kreide. Kalk, in tvild zerrissenen Brocken Keil s-ras. keine Blmnee. Starr ragt dtt' lange Höhenrücken vor mt? schon sie aus. die stmnlMlen, still '' o ^ denen niemand spricht. Es nt io jt:lI. daß man jede Regung der Natur testen köim 5^7 urrgends stt mehr ein Fünkchen Leben zu finden, alles ist' idorven. inir dre einsamen Wächter trotzen dem Tod. o t 111 über das Feld des Sterbens, über die Tri!NM Lebens, über die vereiste Itcttur d:e Sonne in maies^ tncher schonte:t und immer nneter neuer Pracht emtvr! - Däovgenstunden klingt lme ein stummes Bet das mftstergt zur ^sonne, zum herrschenden Licht- ** Stadttheater. Für die heutige Uraufführung des PohlmaZm'schen Schauspiels „Das Recht auf die Frau" acht Ach lebhaftes Interesse kund. Cs ist daher sehr zu VecsrÄßen, das; ßjnc neuerlich drohende Störimg durch die Gefälligkeit eines Mitglied-:. gtiictticf> ab^ewendet werden konnte. Herr Lerch, der In- Haber- der Rolle des Dr. Stanislau im „Recht auf die Frau", erlitt, wie bereits gemeldet, vor einigen Tagen einen Armbruch, wird icher trotz fernem Unfall seine Ausgabe am heutigen Abend durch- Mren, um eine störende Unibesetznng abznwenden. ** Im Lichtspielhaus wird nur noch zwei Tage der Mm „Die Lieblingsfran des Maharadschas" vorgeführt. Siche Anzeige. Im Hotel F n r st e n h o f, Großer Saal, findet Samstag den 1. Dezember Großes M ilit är-Streich-Kon ze rt zum Besten der Hinterbliebenen gefallener Krieger statt. Siehe Anzeige. ** Das Kreisblatt Nr. 195 enthält Verordnungen über: MuSfuhrreicl-en auf Zeitschriften, Hausschlachtungen, Aufenthalt in Bad Homburg v. d.H., Zurückserrdung der Benzolfässer, Pferde- aushebnng, Maul und Kllaneirseuche, Bekämpfung von Geheim- schlächternen. Wirtschaftliche BergelttmgÄnaßnahmcn. Kreis Büdingen. # Ober-W idders heim, 29. Nov. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeit s Medaille, erhielt der (befreite Augirst^ Bach. — Lindheim. Tie Hessische Tapserkeitsmodaille erhielt der Gefreite Heinrich Schön hals. 4 Orten berg, 28. Nov. Eine in unserer Gemeinde vor- aenommene Hausse mm lung, die die Mittel für die Weihnachtssiebesgabensendung an unsere Ortenberger Soldaten aufbringen sollte, ergab 941,05 Mk.: außerdem wurden ctite Menge anderer praktischer Tinge im Wert von hundert Mark für unsere Soldaten gestiftet. Kreis Alsfeld. ** Hvm be ry, 29. Nov. Feldtoebel Karl B orn, bereits im Besitze des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erhielt die Hessisäie Tapfer- Seüs Medaille. Kreis Friedberg. = Friedb'erg, 28. Nov. Bizefeldwebel P. Auclaire Von hier erhielt das Eiserne Kreuz, 1. Klasse. # Friedberg, 29. Nov. Das Ehreirzeichen für Kriegs- fürsorge erhidlden die Damen Elisabeth Ch e { ins, Marie Gaus, und Hotte Diehl. Dieselbeir sind an der hiesigen Volksküche ehrenamtlich tätig. — W e ckes h e i m. In 'voller Wstig- feü feierten heiüe die Wühelm Lindtl. Eeheleute, das Fest der (Goldenen Hochzeit. — In dem benachbarten D o r n - A s s e n- heim erhiett der Kriesittvalioe Robert Est, welcher am 25. Scp- -vember 1915 in der Ctiampagneschlacht schnxn' verwundet wurde und in .französische Gesmi-Fenschast geriet, das Eiserne Kreuz. Er wurde von Frcmckrevctz ans cpe tauscht. — Dauern heim. Das Eiserne Kreuz und das KriegsehrenzeLchen erhielt Karl W a l t h c r. — Bilbel, 28. Nov. Dem hiesigen Ratsschiveiber Bergmann rourbe das Kriegsehrenzeichen verliehen. — Tie Söhne des Schneidermeisters A. Wh Schmidt wurden wie folgt ausgezeichnet : Otto Schmidt erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, Theodor Schmidt die Hessische Tapserkeitsmcdaille. Swrkenburg und ilihnnhessen. ** Darmstadt, 29. Nov. Auf die vom Oberbürgermeister Namens der Verwaltung und der Bürgerschaft dem Grvßberzog zuni Allerhöchsten Geburtstage übermittelte Glückwunschdepesche ist folgende Trahtantnrort eingelaufen.: „Habe mich über die treuen Glückwünsche der Verwaltung und Bürgerschaft meiner .Haupt- md Residenzstadt gefreut und danke herzlich dafür. Ewnst Ludwig." ch Aus Rhein Hessen, 28. Nov>. Tie Ernte der Zuckerrüben hat ihr Errde erreicht rnrd die Zuckerfabriken haben die Abnahme abgeschlossen. In (Äirntersblu'm gelangten 30 000 Zentner Arck'rrüdeu zur Verladung. — Die Land nur te der Gegend von Eick) haben aus den Bohnen eine schöne Einnahme. Im vergangenen Iohre stellte sich der Zentner auf 60 Mark, vor dan Kriege auf 15—20 Mart, jetzt aber werden 200—250 Mark angelegt. vesscn-Nastinr. G. A. Frankfurt a. M'., 29. Nov. In den letzten Monaten sind auf dem alten Bvckenheimer Friedhose zahlreiche Verwüstungen an Denkmälern wird Anlagen verübt worixm. Ter Friedhof wird deshalb vom 1. Tezember ab bis auf weiteres an Werktagen geschlossen und nur Sonntags geöffnet. i — Wiesbaden, 29. Nov. Die Unterfnchnng der Leiche der Frau Ehret durch die Gerichtsärzde brachte das überraschende Ergebnis, daß der Tod nickit 'durch die zahlreichen Messerstiche, die der Mörder seinem Opfer znsügte, erfolgt ist, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach infolge eines Herzschlages, der allerdings ans die gewaltige Aufregung, die der Ueberfall >des Mannes bei der Fr-au hervorrief, zurückzu führen ist. — Die Bluttat stellt sich, den neueren Ermittlungen der Polizei zufolge als ein kaltblütig überlegter Mordanschlag des Karpczak dar. Dem Mörder ist man seit heute auf der Spur. Karpczik hat Kompngniekam-eraden gegerrüber kurz vor der Mordtat erklärt, daß er eine „große Sache" gegen eine Bäckerfrau Plaue', bei der 1D09 Mark holen seien. Wenn die Frau sich, wehre, schlüge er ihr eins auf den Kopf. Man hielt die Reden des Karpczak für Ausschneidereien und legt ihnen deshckb keine Bedeutung bei. Einige Tage später lvustte man, daß es dem Burschen ernst mit seinen Worten gewesen war. Fc. Vom Main, 28. Nov. Infolge des .ikwieges wird wieder im Spessart und in der Viaingegend Flache gebaut, den die Landwirte selbst spinnen. Aus einem einzigen Spessartort wurden daher vor einigen Tagen in Lohr bei einem Trachsler einhundert Spinnräder gestellt. Oer,nacktes. ** Heidelberg, 29. Nov. Ter Bürgerausschuß bewilligte 200000 Mart für Errichtung einer Mittelstands kaffe zur Fürsorge für Angehörige des Mittelstandes, die durch den Krieg in Not geraten sind. _ Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Nov. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Bayerische Sturmirapps holten östlich von Merckem einen Offizier fechSundvierzig Mann uid zwei Maschinengewehre aus den französischen Linien. Tagsüber lag starkes Feuer bei Poelcapelle und zwi'chen Becelarve und Ghelnvelt. Oestttch von Arras erh h e Ar itler.etäügkeit. Südwestlich von Eambrai ruhte gestern der Kampf. Zwi'chw Mocuvres und Bourlon, bei Fontaine u.d Creve- coeur war das Feuer Kküwcilig gesteigert. Auch Cambrai wurde von den Eng ä 'dcr.r be -os'eo. Kleinere Ver.eld- ^efechte brachten Gefangene und Ria chinen^eivthre ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf beiden Maasnfern lebte das Feuer am Nachmittag auf. Eigene Erkuudu -gen vee iefen erfolgreich. Bei D ieppe wurde ein französischer Vorstoß abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz und Mazedonische Front. Keine größeren Kampfhandlungen. Italienische Front. Italienische Angriffe gegen unsere GebirgSstellungen auf dem Westufer der Brenta und auf dem Vlonte Tornbo scheiterten. Der Erste Geueralguartiermeister Ludendorff. Die Politik Hollands. Haag, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der lMttgen Sitzung der Zweiten Kammer sagte Vtinisterpräsidont C o r t van der L i n d en: lieber allem anderen steht öas Interesse unseres Landes, das Fortbestzeheir unseres Vaterlandes, oer Wllle, nicht in den Krieg gezogen zu werden, lbebesr die Handhabung unserer Neirttalität in dieser Hinsicht ist die Regierung gcurz eines Sinnes. Jeder Ziveisel daran ist unberechtigt und außerdem eine Gefahr für rmser Land. Was die schwer voraus- rufehende Ziemst betreffe, so. komm ein Völkerbund .Aussicht auf eine internationale Abrüstung gewähren. Der Erfüllung dieser Idee stünden aber gewaltige Schvieriachüten im Wege, durch die man sich allerdings nicht abfchrecken lassen dürfe; denn der Weg $um Völkerbrrnd sei der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden und zur Erhaltung der Zivilisation. Für ein kleines Land wie Holland sei der Bölkerbimd ein Leoensintecesse. Man dürfe gleiche wobl, was Armee mrd Flotte betreffe, niH so handeln, als ob dieses Ideal sckwn erreicht wäre. Seine Weltmacht habe Holland vor dem Kriege l>ewahrt. lieber die NeirtralitätsPolitik sa^te der Minister: >B»n Anfang des Krieges an habe für sie der Munich nach Er-haltung der Neutralität im Vordergrund gestanden und sie lasse sich davon nicht abbringm, wenn die Ergebnisse auch anders seien, als sie erwartet 'habe. Holland sei von der Welt abgeschlossen unb l/abe schwere Lasten zu tragen. Trch^em habe die st Regierung stets an dem festgechältm, was sie als ihr R^cht gehalten habe und nach rechts und links strenge Unparteilichkeit beobachtet. Die Regierring habe für den Frieden getan, was möglich« gewesen sei. Der s cb we i z e r i s ch e Gesandte habe mitgeteilt, daß dem schwedischen Gesandten zufolge die schwedische Regierung beabsichtige, die neutralen Staaten zu einer P r ä l i m i - narkonfererrz über die wir t s ch östlichen Fragen nach dem Kriege einzuberufen. Wenn Holland angegriffen würde, würde es sich, ohne nach den Machtverhältnissen zu fragen verteidigen. Aber abgesehen von Selbstverteidigung gehe es nicht in den Krieg. ^ . Kassel, 28. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Tie Krrmmalpolrzei hat heute einen 17jährigen Ober-Tertianer.dingfest gemacht, bei in einer der letzten Nächte den gemeldeten großen DieWahl wertvoller Kunstgeaenstcnrde aus Schlost Wilhelmshähe verübt hat. Ter größte Teil der gestohlenen Gegenstände ist wieder herbeigeschafft worden. Abreise der Entente-Botschafter aus Petersburg? Haag, 28. Nov. Der „Daily Chronicle" meldet aus Stockholm: Die hiesigen OZesandschasten der Entente treffen Vorbereitungen, um das Botschasterpinsonal in Petersburg aufzunehmen, falls es zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Entente und Rußland kommen soll. Mau glaubt, daß in diesem t alle der englische, französische und belgische Geschäftsträger in tockholm einttessen, währerrd die Vertreter Amerikas und Japans vorläufig noch in Petersbrirg bleiben werdem . , Wie verlautet, wird die amerikanische Botschaft m Petersburg von einer starken Abteilung marimalistifcher Truppen bewacht, da die Volksstimmung gegen die Amerikaner sehr erregt ist, hauptsächlich infolge einiger Artikel der großen amerikanischen Presse, in denen die Russen mit der Kriegserklärung Amerikas bedroht werden, für den Fall, daß sie ihre Friedenspläne ver- wirklichen. ) Mob !. Zimmer Ptntlm Brandt Kenia Säna 22 «Bellevue-Ztm m u.vhneBer« ysleg. s. jeöe Zeitdauer. Mtv Ing- u. Abendlisch. Elektrisch Llcht, Bad. Tel. IMö. 1S015 Möbl. Zimmer in gutem Hause von Dame zu ver- mieten. Zu erfr. in der schäslsü. d. Gtest. Anz. 07 * 59 f Versahjedene | Sol ■ erswesM neuz helle 7-Z.-W. m. vollst. neu einger. Badez.. gr. 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Nebpinicher ist gestern aus dem Bahniteig !I1 des 0)ießener BalmbafeS abhanden gekommen. Nach« ttcht erbittet Frau Schäfer, Frankfurt a. M. Petterweil ffraße 65. 8673 11 werden v. pünktlichem ZinS- zahler auf Pr. Obiekt zu 5^4 "Io gesucht. Schriftliche Angebote unter 8671 an den Gießener Anzeiger erbeten . Vier eit Gcsangsuntsrrieht? Schriftl. Angebote unt. 07429 an d en Gi ehener Au zeig er. Wer erteilt griindlichen Klavierunterricht? Ang. n. 07430 a. d. Gieß. Anz^ Samstag abend silberne DamcttndrlArmbauduhrlui. P.'ouogr. h. K. v. Wieseck b. z Theater verloren.l9egcn gute Belohnung abzugeben. 07400 _Aiterwe« rc^U Blmnseldeuer Re«enashlrsi in. silb.Krücke verloren.Geg.Bel. abzug. 81»mareketr.48p.07463 v>^ o % ^ ^ □äö* 11 . 7/4 ÖW. □ l.latn. Am 22. November starb an den Folgen eines Unfalls, den er 1m Dienste des Vaterlandes erlitt, unser lieber Bundesbruder, A. H Dr. jur. Walter Becker Marine-Intendantur-Assessor in Danzig. Sein Andenken wird uns unvergeßlich bleiben. 8636D In tiefer Traner: Die Landsmannschaft Chattia. Beerdigung: Freitag den 30 November, nachm. 3 Uhr, in Bensheim. Freunden und Bekannten die tiefschmerzliche Nachricht, dass unser lieber Neffe und Vetter, der Vizefeldwebel und Offiziersaspirant Hermann Wohlmuth Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse im Kampfe für das Vaterland sein noch junges Leben zum Opfer gebracht hat. Er fiel auf dem Felde der Ehre in den letzten schweren Kämpfen. Gustav Wohlmuth u. Familie. Giessen, den 28. November 1917. 8663 : ' -H' > 0, Vaterland, du forderst vieL Er lebt nicht mehr — so kam die In frühster Jugend schon, standen a xt . Kunde wir an deren Bahre. Am l.i. November von fremdem Für dich war es kein leichtes Los, arViHön rj , i . -Soldat zu sein und heim- und Er starb den Heldentod fürs Vater- elternlos. jo- land \ . Denn auszudenken diese schweren rern von den deinen ruht er in Worte i: ™ F ° iude Ü and - Verm »g uur der, dem 'dieses Nicht fühlt die Mutter diesen Schicksal wurde. , . mr . kchraerz, Wie wi . rd der Tod gewesen sein? Nicht klagt vollWehmutdes Vaters Wie schwer und tief die Wunde Herz. dein? Ach nein, den schon so viele lange Doch nun kamst du nach dorten an, Jahre, Die lieben Filtern gingen dir voran. Nun schläfst auch du den letzten Schlaf, Ein schlichtes Holzkreuz ziert dein Grab, So ruhe sanft in ferner fremder Erde, Bis allen uns ein Wiedersehn wird werden. Ganz unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, düß unser einziger, unvergeßlicher Bruder Schütze Karl Feisel nach dreijähriger treuer Pflichterfüllung im blühenden Alter von Z2 Jahren am Li November den Heldentod fürs Vaterland gefallen Ist In tiefem Schmerz: Lalftc Felwol, Gießen Marie Felxel, Aliendorf a. d. Lahn Fa.„Ille Heinrich Lnh, Pflegeeltern nebat allen Angehörigen« Aliendorf a. d. Lahn, Klein-Linden, den 29. Nov. 1917. 07454 Ruhe sanft, du gutes Herz, du hast den Frieden, wir den Schmerz. Heute abend 7 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit im 70. Lebensjahre unser lieber, herzensguter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Königlich Preußische Eisenbahndirektor a. D. Gottfried Nordmann. In tiefer Trauer: Professor Wilhelm Kolb und Frau Marie geb. Nordmann Dr. med. Otto Ulmer und Frau Auguste geb. Nordmann Dr. med. Carl Nordmann und Frau Laura geb. Dickor£ und 6 Enkelkinder. Leun, Langen, Lollar, den 27. November 1917. 8660 Die Beerdigung findet statt: Samstag den I. Dezember 1917, nachmittags 3 Uhr, in Leun. -flhla Juras! Nachruf. Am 28. Oktober 1917 starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Freund und Kamerad Musketier Karl Leun in treuer Pflichterfüllung vor dem Feinde. Ehre seinem Andenken! Die Kameraden Großen-Linden, den 28. November 1917. L.R.G.M. P.i ent in Öfter reich. U:iQat >, Schwyz und Spa' im. Dö 3 umlbertrefflidüie Werk Zeug für jedermann! ji» 2 >fs qi-üpir ttchndung, - um trüber .tnnblü ort lelbflänöifl.fafttnü'elnl zu p parier „ : Schuh--. Geschirre Satt I, Sr» fl l.ZeIt,-.Tr -ibr e ■ e -, Habrrodmämel nflo. 3i'.rocl miljt Stepp. Uicbe tote eine Nüh. mafdiine. S ändi, Pie eVtnetfennu , tn ■Breis per Stück mit "verichiedenen Nadeln u-ib Spuif mit Aflbeu !NK. 3.80 07424 unter 'Jtatfinatmr. Porto unb D r packiuig frei. Man beachte ,3tUDc*I‘ fl Origi afladntai ou« Neia", ölt Spule itu Hefi gibt beim /iahen den Kaden ab wie ein« Tltty „aschine. ,3utr>el‘ hat so viel Hotdüqc, daß lle Nachahmungen fofl weeilo, .rscheiaen! (B«nerttI nasialvorschule kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an die Stadtkaffe bezahlt werden. Ziesten, den 28. November 1917. Der Stadtrechner: M ä s e v. 865ÜÜ