Hr. 259 £ f r Sirhener Anzeige erscheint täglich, außer Hormtags. - Beilagen: »ietzener^amiliendtätter,
Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20Pf.,für auswärtige 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf. bzw. 90 Pf., nebst 2O°/gTeuerllugs,ufchlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land.Verinischtesu.Be richtssaal: W. Meyer; Auzelgenteü: H. Beck; sämtlich in Gießen er lificStr (WTB.) Grodes Hauptquartier, 14. Nov. (Amtlich.) Westlicher 5kriegssch a up latz. Keine gröberen Kampfhandlungen. In F la n d e r n lebte das Artill-eriefeucr erst am Abend wieder auf: es nahm bei Dixmuiden und nördlich von Pas- jchmdaelr erhebliche Stärke an. tmd Oestlicher Kriegsschauplatz Mazedonische Front nichts Besonderes. Italienische Front. In den Sieben G e m e i n d e n erstürmten unsere Truppen die verschneiten H. henstellungen der Italiener östlich von Asiago und das Panzerwerk auf dem Lisser. Primolano und Feltre sind in unserem Besitz. Längs der unteren Piave ArtillerieferreQ Der Erste Gen-eralgnitvt ; ermeister Ludendorff. * Der Abendbcricht. Berlin, 14. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) Im W e st e n und O st e n keine grötzcrcn Kampshand- lMgen. In Italien erfolgreiche Kämpft im Gebirge. Nach einer Besprechung der neuen Kriegslage hat, wie wir gestern noch kurz melden konnten, die französische Kcmriner dem Kabinett Painleve ein Vertrauensvotum mit sehr knapper Majorität erteilt, so daß dieses Kabinett znm Rücktritt sich veranlaßt sah. Heute sind wir in der Lage. Ln überblicken, was Painleve dem französischen Volke über die Lage gesagt hat. Seine Ausführungen, die wir nach^- stehend wiedergeben, waren auf einen düsteren, pessimistischen Don gestimmt, und da die Stellung des Ministeriums rneanals recht gefestigt war, weil die äußerste Linke zu ihr:: in der Opposition staird, so haben die neuen Wendungen der iogslage über ihm den Stab gebrochen. Painleves parla- entarische Gegner hatten es leichter, ihm die Leitung wieder aus der Hand zu schlagen, und wenn einst im Hanse eines preußischen Generals gesungen wurde: „Vertraue nicht auf Fürstengunst, sie ist wie eine Wiege" — so darf man angesichts der parlamentarischen Ebbe und Flut in Frankreich diesen Vers getrost auch auf die Volksguust anwenden, das heißt, auf die Gien st der Parlamente, deren Wellen nur zu oft durch demagogische Hände emporgetrieben werden. Wen die parlamentarische Flut in Frankreich jetzt aus den leitenden Ministersitz erheben wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Painleve hat den kommenden „außervrdentlich schweren Stunden" offen ins Auge geblickt. Er hat von der italier rischen Katastrophe jede Verschleierung weg genommen. Der harte Wille, das Notwendige zu tun, so bitter es auch ist, nämlich den Jtalienerri Hilfe von der eignen, unter großen Lasten stöhnenden Westfront zuzuteilen, wurde von Painleve mit einein gewissen heroischen Pathos vorgetragen. Aber jeder Zuhörer fühlte doch, daß das eitler Dunst ist, fühlte auch, daß der neue gemeinsame Kriegsrat nur als Berlcgenheitsstück bewertet werde:: kann. Painleve sagte ja auch selber, es sei klug, das sofort Mögliche zu bewerkstelligen, anstatt monatelang auf das Bessere zu warten. Die neue Tatsache übrigens, daß Cadorna es abgelehnt hat, der: ihn: angebotenen Sitz im gemeinsamen .iiriegsrat anzu- inhmen ist gleichfalls sehr vielsagend. Gleich von Anfang an steckt sich' aus den Fenstern des Versailler Beratungsschlosses der Kopf des Mißtrauens, der Eifersucht heraus. Cadorna weiß, daß er dort eine leblose Figur wäre, daß der neue Rat nur eine in sich sslb-st wenig gefestigte Einheit, nur ein schwankender Wegweiser werden kann. Das fühlt man in London auch. Dort ist die Rede Lloyd Georges mit höchstem Mißfallen ausgenommen worden Einzelne Blätter schnauben vor Wut. Eine heute ein- gelanfene Ergänzung der gestrigen Wiedergabe dieser Rede erklärt da manches. Es tritt schärfer hervor, daß Lloyd George mit seiner Häufung der Schuld an den neuen Verhängnissen cmf die früheren Leiter der Entente ein folgenschweres Be-gnmen -gewagt hat. Er verschnupfte die Männer, die in der früheren Kriegsleitung mindestens ebensoviel Einheitlichkeit und Geschlossenheit finden als bei der jetzigen Neuordnung. .Herr Asguith, der Vorgänger Lloyd Georges wr Amte des Miiristerpräsidenter:, ist aufs höchste beleidigt. Ec erblickt in bent „Wenn ich^ und „Hält' ich" des demagogischen Redrwrs nur unnütze, hinterhältige Gesellen, die auf die Wage der (Gerechtigkeit falsck-e Gehorchte setzen. In Tat, Llotch (George hat zur Behebung der Schwierigeren des genrernsarnen Oberbefehls bisher so viel wie nichts tzewn'. Dagegen wird sein himmelblauer Optimismus nach ven nnMchemxa: Gesä^hnissen der letzten Tage als falsch und trügerisch empfunden, seine geschwollenen Reden werden in ihrer tlnnatür und Leichtfertigkeit als.gefährliches Gift erwiesen. Asquith wird ihn im Parlament zur Rede stellen. Ein paar kurze Sätze aus den maßgebenden englischer: Blättern mögen den neuen Stand der Dinge illustriere::: Die „Times": Lloyd Georges Auffassungen von Strategie sind oft verschwommen und im Widerspruch zu den tatsächlichster: Interessen. Der „Star": Die Rede Lloyd Georges ist eine bedauernswerte Dummheit, sie ist hysterisch, rhetorisch ungenau und vollgepfropft mit Widersprüchen. Der „G lo b e": Er ist ein" gefährlicher Demagoge und nicht wählerisch mit seinen Mitteln. „Daily 9t e w s": Die Rede war für un^er Land eine grobe, bösartige und falsche Schmähung. „Morning Post": Ein genaues Durchlesei: bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. „W e st n: i n st e r Gazette" warnt Lloyd George davor, Vorwürfe auszuwrechen, die von der Annahme ausgehen, dgß bei anderer Politik der Feind seine Pläne geändert Hütte. Wir sehen, es donnert in den Wolken, die Lloyd George nid)t gesehen hat. Es kann ein schweres Gewitter daraus niedergehen. Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 14. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Unsere Truppen sind gestern in Feltre eir.g'rückt. Beiderseits des Sngana- Tales hat die Armee des Feldzeugmeisters Grafen Scheuchenstüel die in den letzten Tagen errungenen Borteile mächtig ausgebaut. Ihre Divisionen erreichten Primolano und erstürmten, nachdem sie vorgest rn den Monte Longara genommen hatten, bei hohem Schnee mehrere Verteidigungsanlagen östlich von Asiago und das Panzerwer. .vu Monte Lisser. Die gegen Italien lüiurstenden verbündeten Streitkräste stehen somit von der Adria bis Pasubio überall ans feindlichem Boden. Am Ledro-See warfen unsere Stoßtruppen den Feind ans zwei Stützpunkten, wobei Gefangene und Maschinengewehre in unserer Hand bli ben. Im Osten und auf den: Balkan nichts von Belang. Der Chef des Generalstabes. Der türkische Bericht. K o n sta n t i r: v p el, 14. Nov. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht vom 13. November: I y a k f r out: Es tourbe sestgLs!>ellt, daß, die englisäen Kräfte, die beiderseits des «Tjigris bis Thkrit vor gegangen waren, denj Rückmarsch! in der Richtung auf Samara angetreten haben. Sinai front: Heftige Kämpfe sirw neuerdings entbrannt.. Kn den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. * Italienischer Bericht vom 13. November. Auf der Höchst äche Schl egen (Asiago) griff der Feind in d er Nacht vom 12. November mit frischen beträchtlicheren Kräfte: ans der Front Galt io—Monte Longara—Metetta dil G a l l i o an. Nach einem sehr erbitterten Kanrpfe wurden die Gegner >:mter sehr schweren Verlusten za:ri':ckgeschlagei:. Boi den: entscheidenden Gegenangriff zeichnete:: sich das 9. I nfantericregiment, die Brigade Regina mrd das Alpinibataillo-n Verona durch ihre große Tapferkeit aus. Sie wurden von der Artillerie aller Kaliber wirksam unterstützt. Gestern Nachmittag wurden starke Beivegnn- gen beim Feinde zur Bvrbereiturng eines neuen 'Angriffs durch :m- sere Artillerie bekämpft und bei Earwve westlich Schlage:: (Asiago) znm Halten gebraäK. Ein Swrmtcupp griff eine seindlick-e Abteilung an, nahm sie gefangen und befreite einige unserer in den vorhergehende:: Gefechten geficorgen genomineue Soldatn:. Bon der B ren ta b is zur unteren Piav e sinddie feindlichen A r m e e n, deren: Vorntcrrsch in den letzten Tagen nur durch Nach- hutkämpfe oder Unterbrechungen >cmf den Straßen gehindert nmrde, allmählich näher gekommen, Haber: das von: uns ge- räumte Gebiet besetzt und befinde:: sich von jetzt ab ht Fühlung mit unseren: Linien. Beim Monte di San Dona di Piave gelang es gestern bei::: Morgengrauen einer feindlicher: Gruppe, auf Kähnen auf das rechte Ufer des Fbrtsses bei Zensou iiberzugehen, um dort einen Brückenkopf m schaffen. Sie wurden vor: uns schnell umzingelt, m:gegriffen und nach, der Böschung des Flusses zurück- gedrängt. Gestern bewarf eine große Ilinzahl unserer FlMgz«r:ge tagsüber trotz schlechter Wisterungsverhältlirisse feindliche Lager auf den: linker: Ufer der Piave mit Bomben und beschoß aus geringer Höhe mit Masch,mengewehren längs den Straßen und Flußläufen marschierende Truppen. Genevart Diaz. Die Stimmung in Italien. Rom, 14. Nov. (WTB) Me „Agenzia Stefani" ver- üfferrtlicht folgendMitteilung: Die vier ehemaligen Ministerpräsidenten, die Mgeardneten Giolitti, Luzatti, Salandra und Bo selli trabe:: unter den: Vorsitz des Kammerpräsidenter: Marc>or>a in Gegenwart des jetziger: Ministerpräsidenter: zusammen nnd faßter: eine Tagesordnung ab, die betont, daß die Einigkeit der Nation nötig sei, um dem Feittde Widerstarid leisten zu können. » Cadorna. Paris, 14. Nov. (WDB>.) Meldung der Agence Havas. Wie „Demps" mitteilt, hat Cadvrna das Anerbieten, Italien in dem gemeinsamen Generalstab der Alliierten zn vertreten, a b g e l e h> n t. Der militärische Ver^ treter Italiens ist rroch nicht ofsiz:ell bestimmt. Der Regierungswechsel in Frankreich. Paris, 14. Nov. (WTB) Meldung der Agence Havas. Kammer. Die Regie rung forderte die Vertagung der Interpellationen über die gerichtlichen Zwischew- fälle. Die Kammer lehnte die Vertagung mit 277 Stimmen gegen 186 ab nnd brachte hierd:rrch die Re gierung in die Minderheit. Paris, 14. Nov. (WTB.) Der Senat hat die von Bolo verlangte Aufhebung der parlamentarischen Jmmnnö tät des Senators Ch arles Humbert angenommen. pafnlcoe über die neuest Kriegsfragen. Paris, 14. Nov. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Ministerpräsident Painleve verlas in der Kammer eine Er- klärung, die beginnt: Schwerwiegende Ereignisse in der letzten Zeit verpflichten! die Regierung, eine Erklärung abzugeben. Einerseits haben sich die Extremisten Petersburgs dieser Stadt vorübergehend beu:ächtigt. Obgleich die letzten Nachrichten anzunehnnm gestatten, daß die etnslwcilige Regierung di>ä Mpichlt 'wicderherstellen konn-e, werden die Rückwirkunger: dieser Erschütterung^ noch einige Zeit fühlbar sei::. Llndeverseits hat die verhältnismäßige Bewegungsfreiheit an der Ostfront, die die russischen Heere den deutschen Heever: gelasser: haben, es letzteren erlaubt, viele Mvffionen auf der: italienischer: Kriegsschauplatz zn entsenden. Die italienische Nordostfront ist unter noch nicht aufgeklärten Umständen durchbrochen worden. Dse zweite italienische Armee d« eirüge Wochen zuvor auf der Hochfläche oon Bainfizza einen gmnzenden Sieg erfock>ten hat, erlitt auf ihrem beklagenswerten Rückzrige erhebliche Verluste. Venetien stand dem feindlichen Einbruch offen. 'Diese ernste, unerwartete Lage verlangte sofortige eilige Maßregeln. Ohne auch nur ans den Ruf zu warten, eilten französische Truppen herbei und nähmen ihren Platz an der italienischen Front ein, mittels einer Bewegung, deren schnelle und genaue Durchfülnung die Bewunderung aller, die davor: Kenntnis nehmen konnten, erregt hat.. Heute ergießen sich nur: englische Truppen Massen jenseits der Alpen. Pairckeve stellte fest, daß im Augenblick der Schwierigkeiten! keine Minute verloren worden sei. Me Naüoner:, die die Westfront von der Nordsee bis zur Adria hielten, kömrten nur auf Grund eines gemeinsamen Planes, durch enge Berbin- >dung ihrer Heere und Hilfsguellen die Aufgabe durchführen, wie ja auch die Kammer vor ztoei Ntonaten der Absicht der Regierung zugesümmt hätte, aus den Alliierten eine Nation, eine Armee, eine einheitliche Front zu mache::. Meses Bestreben habe nunmehr zur Veweinheitlichuug der kriegerischen Tätigkeit Englands, Frankreichs und Italiens in eü^lu gemeinsamen Ober- sten Kriegs rat geführt, dm: die Vereinigten Staaten sich zweifellos auschließer: würde::. Verhandlunger: über eine ährüichc Einrichtung würden mit Rußland und Japan geführt. Dieser Oberste Kriegsrat, sagte Painleve, soll nicht die Einzelheiten der Kriegsoperationei: vorschreiben, sondern: die allgemeine Kriegspolitik leite:: und die gemeinsamen Pläne der Alliierten errtwerser: und ihren Hilfsquellen und Mitteln dergestalt anpasser:, daß sie die größtmöglichste Leistung ergeben. Er besteht aus ztvei Vertreter:: jeder Regiermrg und tritt ge- rvöhnlich mindestens einmal morratlich in Frankreich zusammen. Er wird von dein ständigen gemeinsamen General st ab der Alliierten unterstützt, der zugleich SammelstelleallerNach- richten und F a ch b e i r a t ist. Me Eickscheidungen des Kriegs^ rates werden nicht durch irgendwelchen Pcrrtikularismus beeinflußt toerden. Sie betteffen das Gesamtbild jeder Schlacht und rverderr von der betressenden Regierung irn einzelnen a:wgearbeitet. Gegenüber dem Einwurf, 'daß man nicht eine beratende Körperflchast, sondern ein einheitlickies Oberkommando brauche, erklärte .Pain- levä, bei leinern so schüoierigei: Gegenstmrde sei es klug, das sofort Mögliche zu bewerkstelligen, anstatt Monate lang auf das Bessere zu warten. Auch Englmür rind Frankreich sehen die Errichtung als einen :mgcher:ren Fort-« schritt -an, den: -andere folgen könnte::. Me italienische Presse z- gefirhrt werden ')lber alle im Haufe scheu ein, daß gerade jetzt angesichts der Käieqsvorgärrge keine Rede davor: sein kann, der Front weitere Jahrgänge zu entziehen Den äußerster: Anstrengungen des Feindes, meinte Painleve, :njüßtcn die Mliierten ebk,:- solche Krastanstrengringe:: entgegen fiel len und keinen BrNchteil einegeriseher Kraft unbenutzt lassen l'lver nicht nur cn:f dem mili- tärrschm, sorchern auf allen Gebiete::, besonders derr: Wirtschaft- l^chen, suche die Regienmg eine plamnäßige Zrffaminermrbeckl :md völlige Ernhert der Ziele mit der: Alliierter: zu erreichen Die schrveberwe:: Verlxrick>lunger: mit England sollt«: dies lnufichtliä, der Verpflegung beider Lander, Italiens mckr der ü ^ Tu üäi s cher: Alliierten crmöglickien Ein Ein- ^rvmidms darüber sn Bretts erreicht. Die beiden Länder würdm - ^Versorgung mit ben notwendigster: LelZensmittcl« cmlxitud) behandelt werden .. Mitarbeit der Bereinigten Staaten an dieser Po- genwrirsamer Arbeit erflärtv Pai:cke:>s für unerckbebrlich. Mi- c t n en.M me ^^lschaftlich und best:muck werde dmeir Secr: Bertteter Oberst House lverde Helsen, endlich bk Eucheck* f> mVii ■> Vorgehens auf imrtsckx»Etlichem und sincurziellem Ge vret zu erreichen, in derselben Gesüumng, die Frankreich lnü den -ertigt habe. VS Hab? langer Benu'il,ungen der gegenwänigen und früheren Regierungen bedurft, um die nahe berührenden, verwickelten Pläne, die sich bald überscbnitten. bald Lücken ließen, znsaiii- NunlzustimmeN. ?Unu jetzt witroen die großen Mittel, welche die Beteiligung Amerikas am Kriege freige macht haben, plan mäßig vernmndt. so das; die Alliierten in lÄrzester Frist neue Heere ans- rüsten könnten. Aber ebenso sehr wie von der notwendigen Entwicklung der Luftwaffe, erÄäret Painlevs, hängt unsere Zukunft von der Ausdauer und Entschlossenheit angesichts de^Z so langen K'ieges ab^ U n verm eidl i ck müssen außerordentli ch s cu Ni e r e^S t u n d en d n r ch g c in a d) t werden, unsere Zuversicht und Unerschrocken>: eil müssen sich verdoppeln. Neben den ungeheuren Mitteln, meinte der Redner, die den Alliierten zur Verfügung stünden, bedürfe es der heiligen Einigkeit «vlschen den alliierten: Völkern. Ti'se werde herbei geführt, Geduld und Ruhe trotz der b e v o r st e h e u den s chw c r e n M o n at c aufn'ch'erhalten werden. Die bewundernswerte französische Nation werde durch keine Drohung des Feindes^ und keine Laune des Kriegs glucks sich ev- schütte i, lassen, bis sie die Forderungen der Gerechtigkeit mcd iln-tnc 26illen durchgesetzt haben. (Lebhafter Beifall.) * * * Die Stellung Lloyd Georges erschüttert. Am ster d am, 14. Noo. (WTB) Das „Mgemeen .Han-- delKblcrd" meldet ans London vom Ist. Novvmb-er: Die Pariser Rede Lloyd Georges hat im Parlament und im Publilirm außerordentlich große Aufregung verursacht. Die Pa rtmnen tSbe richt er statt e r der Blätter erklären, daß die stiebe ausschließlich den Gesprächsstofs in dem Wandelgängen des Parlaments bildete. Die Ansichten darüber gehen aus- einmtder. Einige sind der Meinung, daß, wenn eine solche Rede überhaupt notwendig war, sie in einer geheimen Sitzung des Unterhauses hätte gehalten werden müssen. Andere erklären, daß Lloyd George für den Verbündeten gesprochen habe. Der Premierminister, der jetzt wieder in Londo?i is:. ivrrd morgen im Unterhaus erscheinen und wahrscheinlich eine Erklärung abgeben. Die Blätter schwanken vorläufig ,wch und wissen nicht, tote sie sich steilen socken Im allgemeinen scheint man der Ansicht zu sein, daß die Stcl- ltrn.g des Premierministers erschüttert ist. Haag, 14. Nov. Reuter meldet ans London: Im Tie Einheit, nicht das Vorspiegeln der Einheit, sondern die wirkliche Einheit ist der einzige Wig, der sicherlich zum Siege ftUjrcu wird. Die Größe der Opfer, die von den Völkern in allen alliierten Ländern ertragen werden, soll uns überzeugen, daß wir alle nebensächlichen Erwägungen beijeite stellen müssen, um endlich das allgemeine Ende'dieser Opfer selbst zu erreichen. Es ist notwendig, daß unverzüglich jede persönliche Meinung, jede sachliche oder parteipolitische Absicht zurückgelmlten wird. Wir sind in einer der feierlichsten Stunden der Geschichte der menschlichen Entwicklung. Entwürdigt wirdd iese große Stande nur durch eine uneu tschuldÄare SlTcinii d)fcit 0 cl «:r könne, die eu in seiner Pariser Rede berührt hat. (Lebhafter Beifall. B o n a r L a w antlvortete, Lloyd George sei so oben zurückgekchrt und Ponar Larv sei sicher, daß Lloyd George d:. Frage Ltsguilhs beantworten werde. Bonar Law glon' / ohmeu zu dürfen, daß Asqutth für morgen keine ^ls.n.iwn wünsche. Asauith antwortete: „Wenn Lloyd George morgen Mitteilungen machen kann, so ist das um so idccfall.) Ich wümihe ihn zu fragen, wann er diese Mitteilungen machen wird. Falls Lloyd George die Mittei- lungen macht, glaube ich, daß das Haus den Wunsch hat sie zu erörtern/' ^ der Pariser Rede Lloyd Georges, der im gestrigen ^E«uur kurz nnedcrge geben ist, kämet: nrtJUmt, ^ ^ festen Ueberzeugung gekommen, daß, wenn nichts geändert würde, ich nicht . Verantwortung für die Lei- Krieges übernehmen könnte, der zu SKl£tä t S! e r a Z t r ^ an J ]e ^ Einheit verurteilt märe. r T u a ° taI,cn * kamt now die Allianz retten, weil wir nach obne dces keinen wirklichen Obersten Rat Geschäften lmtt«. Tie nationalen und beruflichen llcberlicfcnuiaen, - ? nfc %£? der Empfindlichkeit waren dazu an- fSSb t S*gJ$ n Unarten zu vereiteln. Niemand nahm per- mid, bic öcfcilb auf „a Die Schuld war die natürlich Schwie- ^.ber Vielheit der Nationen und der voneinander unab- ^''stannanonen. die alle ihre individuellen Sonderzwecke verfolgten, em ennges Znwmmcnarbeiten zu erreichen, wie wenn M «nn encziges Volk biwcten. Nun. da wir di.">r Tnt ' 5 V2* / v^Echen, daß die ' Einheit, die er vertrat, eure ^aftach und mchl ein Trugvcko kl e ß* daß die Autokratie besser geeignet ist einen öu führen: aber es ist doch die Freiheit, die das - wrrtntt locrbcn siegen: aber ich wül so rasch wie Mit dem Mindestmaß der ersorder lm n möglich, sehen, daß noch genug dieser bie far ben Stea ram *™ ™ Hus Zriedrich der Großen Smmöcsfreis. Gedcnkwort zu d'Alemberts 200 . Geburtstag am 16. November. Don Alexander von Gleichen-Rußwurm. Der durch die Zimmer des Königs in Sanssouci wandelt und me SlimmLmg gemeßr, dre von einer hohen, abgeftt-l-oftenen Kultur mwgttt gedenkt auch, gern der Männer, denen der Philosoph au, ixrm .Thron inn Vertrauen ftmtte intb die er aufnahm in diu berühmte Tw.lrunde. Im Jahr 1763 - dem Jahr de- Hubertus brn-ger '' c?ns — erschien unter den fremden Gästen ein zier lutes citra: gebrechliches Männchen, dessen Geist im Gespräch. wl- « langst m Briefen zur Frer.de Friedricks ge glanzt hatte. Es war der Pariser Mathematiker und Philosop! Zean le -umdd Alemüert — einer der feinsten und erlesenste! icner „schönen Welt", die den gebil-xten deutschen Höfe: als Beispiel rvr-ckwebte. Der Gelehrte, dessen Schriften Aufsehen i und ihrm HöheU:njkt in der Einleitung zur großen En nii* *nnn#n i/>h au( «.■< U(.i richtm, dw über Hapa- randa aus Rußland eingegangen sind, besagen vielmehr, daß Lenin noch Herr in Petersburg ist wcd daß die Kämpfe um die Hanptlnacht artdauem Ans Bolschswikiblättern ge st l-er vor, daß in der stttil)e von ZarskojeSselo am letzten Sonnabend ein wstiger Kamps znüscheit den Truppen der früheren Regierung und den Bolschewiki begann. Der Kampf sei blutig g-rroesen. es habe über 1 0 0 0 T o t e und Verwundete yegebe?:. Tie Truppen Kerenskis hättet gesiegt, und die Bolschannki hätten sich in der Richtung aus Petersburg zurück?.iahen müssen:, von rpo ihnen bewaffnete Arbeiter zu Hilfe gekommen seien. 'Das Blatt „Kalewa" vom Montag meldet, daß Kermskis Trnps^n ant Sonntag in Petersburg eincrerückt seien, nw Teile der Garnison sich Unten anschlossen. Es fei zu außer ordentlich ljritiiTcn Straßenkümtoen^ gekommen, aber aut Montag hätte die Lage fick» arrxmbt Tic Truppen jtzercnskis seien von einem Bolschwikilrer aus Reval im Rückeu angegriffeu worden, wobei 6000 Mann zu den letzteren übergingen. Es verlautet, daß Kerenski im Haupt.?nattier, in E»tttsck>ina gesangert genommen sei, daß es ihn jedoch später go- ttmgen sei, wieder zu entkommen. „Sodowna Schisn" meldet, daß Kal cd in mit seinen Trnppeu in der Näle von Charkow ftely», es heißt, daß er zi m Diktator Rußlands ernannt sei. K o r n i l o w beindet sich in N' skcrn, wö blutig Kämpfe zunschen den Regie- rungs- und Bol schm ikitnttwen startgesunden hätteiL Kornilow wi'.m dm >lreml ein, wo die Bolschewiki ihr HaupttuaNier auf- tuftchlagen hätten : es sei ihn aber gelungen, die Bolschiviki zu be- ftegan, so da,, die Anhänger der vvrlämigen Regierung Herr dcr Stadt seien. Die Anzahl der Toten und Berwamdeten sei sehr groß. London, 11. Noo. (WTB/ Meid mg des stleuterscheit Bureaus Folgendes ist der vollstän.db,e Bericht über die angebliche Niederlage Keren Skis, wie sie in dem drahtlosen Telegrantm gcmelbet wurde: ÖVfterii besiegte die revolutionäre Armee nach erbittettem Kampe frei Zarsiöie Sseto die «regenrevolutionären Tnivveit unter Kerenskt und Kornilow vollständig. Im Namen der revolutionären Remcrung befehle ich, allen Feind n dcr revottttionären Demokratie Wtderttand zu bieten ünd alle für die Verhaftung Kevmskis not- kvencngen Maßregeln zu tteifett. Auch verbiete ich ähnlich? ab?n- teuerlickv Unternrhnvunaen, die das G?lingc-.t der Revolution und, den Triumph der revolutionären Armee in Gefahr bringen. . gez.: M u r j e w. Oberm'.clslSHaber der gegen Skontilvw kämpfenden Truppen. « ’*%J lad 2 w „ n ,’ 12 November roirb in b, fte m-tt den M-rfen in der Hand dem Willen der Demokrat ,a ?:trn ^nve verhelfen mütßm. Sie werden das Um. Die Bourgeoisie traclnete danach, die Armee von der Revüntim jtt trmne i >ke- versuchte, sie durch die Mack»t deS Kvsakentums zu ver,lichteit Becke Berniche sind mißglückt. Arbeiter und dauern! Der große Gedanke der Oberherrschaft der Demokratie hat alle Ränge in der Arntee vereinigt und iw m W'cklen g stählt. Das ganz- Land wird K!et>, daß du? Herrscht t deS Soviets nicht nur v<>rüberm'ben^-r Natur, sondern unabänderltdie Tatsache ist. und daß sie die Ueber- mack»r der Arbeiter. Soldaten und Bauern bedeutet. Im Namen der Volks kommissare, gez.: T r o tz k i. ^ London 14 Nov. R-uter erfährt, daß an maßgebender ^>,'4? lnn vom 13. d. M. z' datierendes Telegramm aus Stockholm ein gci rotfen nt, das besä ch: Das fitli.be Telegramm bureau teil mtt. day K e r e n s k i jetzt in Petersburg ist und so gut wie die ganze rrtadt besetzt hat. Moskut ist das Hauptgnartier der vorläufigen Regierung. Die Leinnisben behailptetl nur noch einen Rußland m dem Känden der vorläufigen Regrermrg. Garde aiusgerieben. Dile Koia ken hiaberr die Rotze England und Rußland. London. 14. Nov. (WTB.) Nentermeldung. Llnttliche Kreis« iit Lo-itdon cxffäteit, sie könnden eine Bande von DerrL^ kern, die zeitweilig in Petersburg die Oberhand bekommen Ntlrrr, nicht anerkOuion. ' Der Sultan und Kaiser Wilhelm. Kiv n st a n t i n o p e l, 14. Nov. (WTB.) Wie „Jkdam" erfahrt, verlieh der Sultan dem deutschen Kaiser den Jstichcrr-Drdon in Brillarttem mit der Krone und Schwertern, » Erfolgreiche Deutsche Kampfflieger. B erlin. 14. Nov. (WTB.) Zahl ihrer Luftsiege bis zum 1. November: Rittmeister Freiherr von Nichthofen 61; Hanptmann Betthvld 28: Leutnant Bernert 27: Leutnant Müller (Mar) 27 Oberleutnant Dostler (vermißt) 26: Oberleutnant Schleich 25 Leutnant Freiherr von Rich.'thosen 24; Leutnant von Bülow 23 Oberleutnant Ritter von Hutscheck 23: Leutnant Wüsthoff 21 Leutnant Adam 20; Leutnant Böhme 20; Leutnant Klein 19 Oberleutnant Bethge 18: Offiziersslellvertreter Bückler 16: Seut naitt Kisenberth 18; Leutnant Göttsch, 17: Leutnant Heß, 16; LentnaM Bongartz 16; Leutnant von Eschwege 16; Lmitnant Gönn g 15: Leutnant Sch:njidt 15; Leutnant Dh>uy 15: Oberleutnont Lörzer 15; Leutnant Udet 14: Bizefeldwebel Menckhdfs 14: Vtze- fcldwebel Thorn 13: Oberleutnant Buddecke 12; Leutnant Hau!- stern 12; Leutnant Kroll 12. Mit dem Pour le morite ausgezeichinet sind: Freiherr von Nicht boßn. Hauptmann Berthol/. Lentnant Bernerl, Lenin ml Müller (Max), Oberleutnant Dostler (vermißt), Leutnant Freiherr von Richttwstil, Lentnant von Bülow, Oberleutnant Ritter vo« Dutschieck, Oberleutnant Buddecke. Seefrfeg. Neue N-Doot Erfolge. Berlin, 14. Nov. (Amtliche) Eines nnserer ID Boote, Kommandant Kapitän lentnant Ger lach, hat im Atlantischen Ozean neuerdings vie^ Dampfer und einen Segler mit 35)000 BRT. versenkt, darunter einen sehr großen englischen Dampfer vom Anssehen der „Baltic" von der White Star Line. Die übrigen Schisse waren sänttlich nach Frankreich be- stirmnt und hatten Stahl, Mehl, Kaffee, Tabak, Bohnen und Stückgut geladen. Der Chef des 2ldmiralstabes der Marine. Petersburg. Somit ist ganz erregten _ .. ,,, J. ^ w . ie fanden, sah auf ein stltjames Schicksal zurück, ein das tn den Tafelgesvrächen zu manck-em Sd:«erz und k wc.,müttgen Stimmung Anlaß gab. ^ d'Alemberts Vater war ein Ingenieurossizier namens Destou- &4v, sein' Mutter dv bekannte Freundin des Papstr- Benedict fNadanw de Tmcm. Sve schämte sich des Kindes und ließ cs nad sta-.er Geburt auf tett -tusen des Bapri-vriumS St. Jean i- waxis Gwcüen, der Poltz-noftizier des Reviers übergab den Fin. ling emer atmen »ran zur Erziehung, an der d'Alemöert fei: ßcr^'i Lcocn mit liebevoller Treue lnng. Mcbck.sivr von Grim erzählte in seiner literartsckjvt Kprnespondmz. daß dcr Knabe sd oer ^ck.ale bedeutende Neigung »ur Mathematik entwich' dank einer Rente seines Vaters saldieren konnte und bin f. «225 wNsein lastttchm Abhandlmigen in bie Akademie kam. dc-rc ' ^ekretac cc spater wurde. Den Platz unter den Unsterblichmt rer da>ck er dem „Discvurs r4C-liminaire", jener Einlcitting in ) En-nkior... -rc, von der die eigentliche Ansklärungszeit ihren prat tisch- ^ Ausgang nahm. Sie gehört zu jenen Schriften, aus di wjdi '.mr zurücktommen müssen, rwrnn wir die schwere Rüstung des heult gen Materuüismus abwerfen ivollen. > ^ Auf die Er len Mn islehre Bacons und Lockes errichtet, baut d?Uemben darin .ane Sysfmatik der Wissenschaft an sich, gtf? nit Muster solcker Darstellung bleiben wird. Was uns die Philosophen besonders sympathisch erscheinen läßt, ist die stolz Bezcheidenhett, mit der er sich als freier Mensch behauptet trvl seu«c 1-n,lühk ärmlichen Nerhälttüsse. Er nimmt wohl das Ith. geyalt, vus ihm' die Großmut des königlichen Freundens ausfetz, und dankt dafür durch eine Reihe präckitigster Briefe, aber ,. bleibt in seiner engen Pariser Wohnung, von der au» er nuc P™ ^len Himmel" fielst, und schlägt aus, Präsident der Berlin.- ‘^nie m werden, ebenso wie er die verlockende Berufung ifrtm-rr« Katptrtna zurück weist, ihren Sohn zu erziehen. Er wil> ^teuiw des Monarchen bleiben und sich diese Stellung nicht dur et« seüe- L ienstverhältNiö verkümmern. (m;.t jene materialistische Weltanschauung, di.' Didevvts Genossen oitst eigen tu. nicht zum Dur- sclstag kommen. Die Welt der Zahlen -rtat ihm deutlich die Grenzen mensichücher Erkenntnis und läs k.ii scheu znvückwei'>?n in allen Fragen nach dem Wesen GotteS md der Se-.e. Alis di-' V-ranlassung des Königs, mit dem er ule Dmge getswott vilänkelnd tturck^ieiprockien, schrieb er den Philosophie. Einfach und lickutvol' Asay über die Elemente der - so recht zur Orientierung des Freundes — ist der damalige ^land der Wissenschaft darin festgelegt, doch nur leicht berühr r'i'v mit dem ^chttner einer acimfTiti Rücksiclstnabme bedeckt, er /einen wne prägen, die Gespritzp und Briefwechsel beherrschten ix’r die Seele und die Freiheit d-s men schlimm Willens. Fragen .e 'mr dort wie er ausgreifen müssen, wo sic das 16. Jahrhundert n\ schleifen liefe Da finden mär in seinen Briefen eins -teile die uns denken macht: ..Wkn die Menschen, die im Dun- n wohnen, zu plötzlich erleuchten tvill, muß befürchten, sie zu enden und ihnen das Lickst hassensioert erscheinen zu lasten, in- oen Glauben erweckt, es tue ihnen weh." ^Nackklingend an die Gesprä ' in Sanssouci und Berlin schreibt Friedrich dein Großeil: „Ter Wählspruch Mvntaignes „Was ' st? ' J . ; rtnt mir in allen philo optstsckien Fragen das eine' , Bernün's.ige. Und m?ht derselben Entsagung b.-handclt er das .^en der Unsderbl.ck-.keit und du- Freiheit des Willens. Voltaire anntc ilm scherzhaft Protagvras. Es iä klar, lvas er mit dieser ezelchmmg sagen wollte: auch Protagoras besttitt die Mög- l'l kett des festen tatsä blichen und endgültigen Erkennms Wir kö-men von vom Gelehrten, d.-r in Gesellsckaft ausgelassen ig. rm Gespräch, geistttoh und wirig. im Brief von nnnac!> > '/. Anmut sein konnte und in seinen Werken den Ernst ja .Heitiiikeit dos Bennses meitutld verlcugniet-e, mancherÜei lernen I !d rvcrm nur seiner am fertigen G^-oenktaa uns erinnern, gc^ relst es nilu, um fremden (öeist zu feiern, sondern um uns klar ' haß der wissenfcliaftlick>e Geist an keine politische Grenze tti.ick'l! einmal an irgendenie Sprache gebunden ist. Die Philosophen bören der ganzen gebildeten Welt. Das können toir dcr Tafel- :nd<' von ^anslmci cntnelmm. zu dei>m Zierden, wenn auch nur ur kurze Zeit, d'2llembert gehörte. Doch nicht nur als Philosoph, auch als Mensch und als Herzensfreund einer empsrndsamen Seele lebt er in unserer Erinnerung nt. Er tröstete mit feiner Fveundsthaft Julie de Lespinaste, deren riefe an ihren treulosen Geliebten unter den sch>önftcn Dokumenten r menschLußen Soeieu^eschichte lebendig geblieben sind. Liebend." > l svcnu Herz Mio Sinn auch nockt> so »veit abschlveiftcn. ging! ,k Fraundrn auf die Ii testen d.-S treuen Gefährten ein, kämpfte /'toter an Schulter mit tt>m in allen literarischen F.Hen. vertiefte - m seine Studi-n, so r aß ihr Stil mit dem scknigeu identsstl» svurde io menmud mechr mitcrid ciben konnte, »vas d Alembert und was die ckmnasfe an den spateren Arlxüten des Pchilosoplwn geschirieben. Er P lue stille Beirvv^ung seiner schüchternen Natur darin, treulich r denselben SchtzlNlwgen gebangt, mit ihr zu arbcklen oder ''UM m lln»nn Salon an di-r Kvnv^-rsation teUzainehmen. die sie . ete. und sernmn (&nfif bZondere Gelttmg zu verschassen Dl"es^ axt chttuhewFliker beeinflußt in ihm dm Philosophen undichtes .^^erzcns nichts ' >nte' V bi^"irKmix, Rris Stadt und CanO. Gießen, den 15. November 1917. J Wir brauchen Gold um der Wirkung auf das Ausstuiö willen. Der Krieg ist aucki ein Messen der wirtschaftlich^ Kräfte. Die Widerstandsfähigkeit unseres Geldwesens steigt mit dem Goldbestand! * Zur Schlachtvicyhaltung. Wenn crnch die Zahl der Schtveine infolge des Mangels an zur freien Verfügung stehendem eiweißhaltigen Futter von der Landwirtschaft verringert worden ist und die Fertel- schlachtung größeren Unifang erlangt hat, steht doch noch ein Bestand zur Verfügung, der die Versorgung von Heer und Marine erlaubt und den nottvendigsten Bedarf der bürgerlichen Bevöckerung deckt, selbst rvenn das geringere Durchischmttsgewicht der zur Schlachnnig tonnnenüeL Sckpvein e berücksichtigt wird. Dies geht auch ans der Zuckschenzählnng vom 15. Oktober herv'vr. Die Reichö- fleischstelle hat für die laufende Bersorgnngsperiode eine Umlage zur Aufbringung von Schweinen, die in erster Linie für die Versorgung nnserer Truppen dienen, ausge- schrieb-en, die aufzubringen notwendig imd möglich ist. 11m die zur Hausschlachtung erforderliche' lind zur Abgabe verfügbare Zahl an Schweinen festzustellen. ist vom >iwiegs- ernährungsamt angeordnet worden, daß Viehaufbringungs-' Von nn iss io t um überall geschaffen werden, die die Bestände zu Prüfen haben. Sie können eine genaue Nackstveisung des zulässigen Hausschlackstunasbedarfs fordern und sollen auch darauf achten, daß insbesondere dort die Schw-eine unvevz ■■■! ■ I N IH I 1.P. ■■■■■■■,■ „MH ■■ ■■ ■■■■ ■'■OTni ll .W —| toi* wollen, aber doch von einer feinen, edlen Größe, besonder-» >oenn man bedenkt, daß d'Alembert als gebrochener, einsamer '"rann durch seine Tage südlich, sobald ih:u klar iieworden, daß er niemals das §>erz seiner Gefäti-rtin wirkliift besesten. Er narb am 29. Oktober 1783, gekränkt in den tiefsten Ge- rühlen seiner Seele und als Philosoph einer neuen Generation! 'egenüberstellend, die ihm viel zu weit giirg in der Ablehnung alles Metaplilvst ckim, '.md deren Träumen seine klare mathematisch- physikalische Erkenntnis nicht nachfühlen konnte. Seine Kvrre- .pondenz mit Friedrich dem Großen, mit Katharina von Rußland lurd.mit Voltaire liehört zu den bleibenden Werken aus eines geistig liebenswürdigen und doch kräftigen Zeit, aus der lvir nnS nerken kännteil, daß der freie Geist ein Recht ans Selbstbestimmung nnd feirrer Eigenart entsprech-mdes Wirken hat. Der Urnenfriedhof des Lanqenberges in Neu- graben. Ans dem Urnenfrieddose des Langenberges in Neugraben im Landkreise Harburg sind auf Veranlassung des städtisdxn Muse« "ms zu Harburg eine Anzahl von Unten gehoben worden, die I'nen» nntteilt. sind dort bis jetzt insg.iamt 40 Gräber geöffnet und , ch chmtöpse ausgegraben, welch letztere nur zum Teil erhalten blieben Tuse smd nach Form und Farbe recht versrkneden: tcilS md sic tchwarz. teils gelbbraun, teils glatt poliert, teils auS whein Ton gefertigt, tells mit, teils ohne Henkel Nur loenige Urneil zeigen ganz einfach« Stichmmster. ähnlich wie die aus dem iwrch-riillickien Friedliofe in Marmstorf (Kwnenl>erg) nnd Ebestock K ckeberg) ausgegrabenen Gefäße. Es handelt sich um tounannte Reihengräber, deren Töpfe sämtlich eine Stempaclnng liatten Unten lag ern Bodenftein, rnndfernm faustdicke Findlinge und "!>endrauf em platter Teckelstcin. Sie waren sämtlich in ganz geringer Ticke 'elge>etztt ÄLas die Beigaben betrifft, so bestanden diese zum größten Teil m Elien, innige aivch m Bnmzo. So wurdnt n. c eine bronzene Brustspange (Brillenfibula), zwei bronzene GürtelsckmaUtM. eine bronzene Getvandnarutt (die besoriders gut erhalten ist und deute nnxh ju gebrauchen Untre), ein Bronzering, eine bronzene Arm« spirale, drei eiserne Gürtelsdmallen, zwei eiserne Ringe mehrere eiserne Nadeln, eine eisenu Brustspange und ein bronzenes Beil (das leider frül-er verschleppt ist), ebenso vier gnt erhtltene Zälme m den Urnen .reftmlnm Drei Aschientöpse enthielttm feriter je eine jefjr gut erhaltene sogenannte Tränennrne. die ziemlich» dick aebaiicht. sonst aber oh-,' Zierat ist. Sämtliche Funde sind mit Geuebmignng der ^7taal->t>et>örde dem Hartn/rqer Museum geichukt lvvri^-n Aidcr^UinoifricMwf bürite. «ul her atiti brr "Tithii- töbfr imb berjlrt brr öfi,ialn-n wltttlffitn, an5 bn wnomiidtot 8nt ittwa KOO Jahre vor Christi ßammen In diekeyl 5/>tr<>um 'ratn, ncl>rn DrvnzrsEi, mW» UifmlvHnabnt «nt - “rin ?T{:or SiliiT,- i'M) mit bcmioiiacn brr wmjniUWwii Äi;+t»- > Marm slvrs intb febfftorf brrfoi Tir iSrolnomm fotli-n fpfilrr fort» aefrtu werden Auch fallen demnächst wiederum Nachfackchnn^D aul dem Marmswrfer' Urucnsriedhosc vorgrtwnrmen lverd». Ach abgsnV-nrmen lwxben, wo erlaubtet Futter nicht SSerfit-qiiTtig steht. Die Landwirte werden gut tun, die rschKssigen Schw-eine und alle, für die ausreichendes erlaubtes Futter nicht zur Verfügung steht, bis 30. 11. 1917 alHustofien, da nur bis dahin die Preise für' alle Klassen, auch für die gering gewichtigen, auf den Preis der 100 Kgr.- Klasse einheitlich festgesetzt sind. Jin übrigen ist mit Rücksicht auf die Futterlage baldigste Vornahme der Hallsschlachtungen geboten. Die kühle Wüterulw lermoglicht jetzt,schon ohne Nachteil die Vornahme der Hau.sschlachtnng.en und die Konservierung des Fleisches. - Der Tierhalter ist jetzt auch in der Lage, die Haus- schlachtung ohne Schaden vorzunehmen, auch wenn die im Frieden üblichen Gewichte infolge Mangels an Eiweißsutter nicht erreicht werden,^ da ihnen geringgewichtige Schlachttiere günstiger auf die Fleischkarten angerechnet werden. Die Aufsichtsbehörden haben darüber zu wachell, daß nicht etwa Tiere zur Hausschlachtuug mit verbotenem Futter gemästet werden. Sie sind hierbei auch auf Grund der Bundesratsverordnung vom 27. März 1916 ermächtigt worden, m Fällen, wo die Viehbestände, einschließlich des Kleinviehs, nn offenbaren Mißverhältnis zu den verfügbaren Futtermitteln stehen, die Abschaffung eines entsprechenden Teiles des Viehes in die Wege zu leiten. Hinsichtlich der Gänse ist hierbei wichtig, daß die Verordnung vom 3. 7.17 eine gewerbsmäßige Mast zum Wiederverkauf überhaupt nur bis 85. November zuläßt, so daß die Abnahme der Gänse vor diesem Termine nötig ist. * ** .A in tliche Personalnachrich 1 en. Der Gvoßherzog empsing gestern zum Vortrag: den Staatsministrr Tr. von Ewald, den Minister des Innern Tr. von Hombersi zu Vach, den Gene- valadiutanten General der Kavallerie von Hahn und d-en Vorstand des Kabinetts Wivkl. Geheimerat Röml-eld. — T^er Großherzog Mt -um 31. Oktober dem zweiten .orderrtlichen Professor der Meolvgie am Predigerseminar und Pfarrer zu Frieoberg D. Tr. Ml Helm Tiehl die Silberne Medaille für Kirnst rmd Wissatschast verliehen und am 10. Oktober dem bisherigen Bürgermeister, Orts- gcriM^orsteher und Standesbeamten Heinrich Stepl-an zu Staufenberg das Silberne Kreuz dels Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Großherzogs Geburtstag. Der Großherzog hat genehmigt, daß wegen des am 25. d. M. stattfindenden Totenfestes die Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes, und zwar auch die kirchliche evangelische und katholische, am Samstag den 24. November l. I. begangen wird. L. U. Weihnachtsgabe der Universität. Die Landesuniversität beabsichtigt, ihren Studenten im Felde eine Weihnachtsgabe zu schicken. Die Angehörigen von Gieße- ner Studenten werden gebeten, das Universitäts-Sekretariat Msmarckstr. 22) durch, baldige Mitteilung der Feld- Adressen zu unterstützen? ** Evangeli scher Bund. Im Jahre der Resormations- jubelfeier darf Und will auch da: Evangelische Bund nicht beiseite stehen. Aus maucki-erlei Gründen war eine Luther-Feier des Gießener Alveigvereins bis jetzt noch nicht möglich. Ütunmehr soll sie am nächsten Sonntag abend in der Stadtkirche stattfinden. Die Verunstaltung ist als Abschluß der Gießener Luther-Feiern -dacht. Nachdem in den vorangegangenen Vorträgen aus beruse- nem Muud Luthers Werdegang, sein Verhältnis znr modernen Mtauschauung nnd zur evangelischen Kirche in mustergültiger Darstellung geschildert worden sind, wird am kommenden Sonntag Ä irrer I). W a i tz - Darmstadt, der Vorsitzende des hessischen Haupt - Vereins des Evangelischen Bundes, als vortrefflicher Redner weithin bekamst, das Thema behandeln: „Luthers Fortleben i m de u t s chen V evangelischen Bewvl-ner von Gießen und aus !der uälieren Umgegend, die Mitglieder und Freunde des Evangelischen Bundes werden auf die Veranstaltung hingewiesen und zur Teilnahme eingeladen. Siehe Anzeige. ** Evang elis cher Arbeiterverein. Das 25. Stiftungsfest des Vereins findet reicht, wie gestern milgeleilt, am 18. l. M., sondern voraussichllich erst Anfang Januar nächsten Jahres statt. ** Das Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen Nr. 45 enthält: Hauptversammlung des Landesgewerbe Vereins ^Fortsetzung), Mitteilungen aus dem Vereinsleben: Gewerbe verein ründorf. Allgemeiner Teil: Maßnahmen zur Beschränkung der Heizung und Beleuchtung, Südwestdeutsche Holz-Berussgenossen- schaft, Verschiedenes, Bücherbesprechungen, Lehrstellenvermittlung. ** I m Licht spiel haus, Bahnhofftraße 34, wird heute imd morgen zum letzten Male das Fstmfchauspiel „Der Knute ent- Aohen" vorgesührt. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. ter Beuern 15. Nov. Anton Heinrich Kehr. Sohn des Totengräbers Joh. Kehr, wuvde zum llTckerofsizier befördert und erhielt', nachdem ihm 1914 das. Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehe tvorden nxrr, ram auch, die Hessische Tapferkeitsmedaille. z. Geilshausen, 14. dtov. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Wehrmaun Heinrich Kaus, bei einem Scheinwerferzug im Osten. — Wehrmann Konrad Enge l starb in einem krregÄazarett. v ** Utphe, 15. Nov. Dem Musketier Otto Euler wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Kreis Alsfeld. up. Merlau 15. Nov. Daß der letzte Sturmwind einen orkanartigen Charakter gehabt und in den Wäldern zu einer Windhose geworden, hatte man nicht erwartet. Erst die furchtbare Wirrung des Orkans in unseren benachbarten Wäldern zeigte das. In dein nahm Bungwalde hat der Sturm in einem Zug eine ganze Rest ■ stärkster Tannen am Waldweg aus den Wurzeln gerissen, daß die Stellen wie Sprengtrichter aussehen. Dabei sind Stämme in der Mitte abgerissen worden, als tveirn sie von Granaten getroffen ivorden wären. Im benachbarten Linnes hat der Orkan noch schlimmer gehaust. Tort sstrd .Hunderte von Festmetern an Fichten mtrvurzelt wordeir. Kreis Lauttrbach. rr. Schlitz, 15. Nov. Lehramtsreferendar Tr. Phil Karl Grimm. Leutnant d. R. in einem Jnf.-Regt., an der Westfront, wurde mit dem Eisernen Kirenz 1. Masse ausgezeichnet. — Gefreiter Willy Malsy, Sohn des hiesigen Possiekretärs Malsy, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Masse, Wehrmann Heinrich Kircher das hessische Kriegsehrenzeichen in Eisen. Kreis Schotten. B. Burkhards, 14. Nov. Musketier Theodor Balser, Sohn von Johannes Heinrich Balser, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Masse. ., ... G Gedern, 14. Nov. Das Ehrenzeichen für Mitglieber freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Eduard Dinges, Philipp Franz, Heinrich Koch, Karl Lim per t, Chrtsttan Reichert und Berthold Simon. ,. , < B. Kau l stoß, 14. Nov. Gefreiter berget erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Musketier Johannes Appel die Hessische Taherkeitsmedaille. u-u Kölzenhain, 15. Nov. An Auszeiickmungen erhielten bis jetzt Karl Kraft, Wilhelm F u chs, Heinrich S cha r m a n n, Heinrich Berges und Otto Werner das Eiserne Kreuz 2. Aassi Wilhelm Fuchs Und Otto Kr a f t die Hessische Tapserkerts- Wdaille. ^ um ll l r i ch st e i n, 15. Nov. Lsis vermißt gelten Karl t e r n von hier und Karl Frank von Langwasser. Starkenburg und Rheinhessen. h.L. Darmstadt, 14. Nov. Am 31. Oktaler und 1. Nov. Var die östtrve-icksische Rote-Kveuz-Schwester Prinzessin Croy ,m stadt antvesend und 'hielt im Bureau, Paradeplatz 3, wer ihren Besuch in den russischen Gefangenenlagern, ihr zugänglich gewesen wjaven, und über die dort gewoNTvemm ücke und Erlebnisse. Die von Schwester Prinzessin Croy besuchten Gebiete waren in ZentralruUand: JavoÄaw, Nischni^Now-- govod. Twer und Wladimir, im asiatischen Rußland: Akmolinsk lirnd Domsk. Zu den Vorträgen tvaren die Airgehörigen der Gefangenen, die sich in den in Frage ßomintenden Lagern befinden^ eingeladen, etwa 200 PlerHvnen wohnten den Vorttägen bei und waren sckhr dankbar für die ihnen gegebenen Auskünfte, aus deneis sie erneu Einblick erhielten in das segensreich,e Wirken, das auch auf diesein Gebiet unter besonders schwierigen Verhältnissen von dem Roten Kreuz und seiner Schwesternschaft ausgeht. I. T a r m st a d t, 14. Nov. Das Gaswerk gibt die Grundsätze für die Gaseinschränkung bekannt, durch die die bisher geltenden provisorischen Bestimmungen ersetzt werden. Turch Abstufung wird ein weitgehender Schutz der Kleinverbraucher bewirkt. Bis zu 240 Kubikmeter pro Jahr erleidet der Verbrauch überhaupt keine Eilstchr^nkuug, ebenso nicht aus der Stufe von 240—360 Kübik- metex. Nur darf hier die Höcbstmeuge von 360 Kübikmeter nicht überschritten werden. Von 360—600 Kubikmeter wird der Verbrauch um 10 Prozent des vorjährigen Verbrauchs gekürzt, lieber 600 Kübikmeter treten sehr starke Einschränkungen ein; bis zu 70 Prozent. Von 22 000 Gasäbnchmern fallen nur 2200 als 10 Prozent unter diese Stufe der Großabnehmer. Um die sparsamen. Verbraucher nicht zu schädigen, wurde nicht lediglich der vorjährige Verbrauch zugrunde gelegt, sondern es wurde ein Schlüssel ausgearbeitet für Leucht-, Koch-, Badegas. Für eine als notwendig anerkannte Leuchtflanrme werden z. B. rmch diesem Schlüssel für Septernbcr 10 Kubikmeter, Oktober 18, November 23 und Dezember 29 Mibikmeter, was für Dezember einer täglichen Brmndauer von 7—8 Stunden entspricht. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 15. Nov. Mit Begimr der langen Wntter- abercde hat caidy wieder ein gierngesehener Gast, die Wandcr- bück>erei, . in unsererr Kreisdörsern Einkehr gehalten. Dank der Beihilfe ist -die Zahl -der Bände sämtlickier Bücherstöcke scholl weit über 12 000 gesttegen. Eine Fülle von llnterl-altung und Belehrung geht von dieser Kreisemrickünng ans. Die Bücher sind in den meisten Familien liebe Freunde, die man nicht m!ehr entbehren möchte. E! Dute n'hofen, 15 .Nov. Dem Restaurateur Skambat rvurde das Eiserne Kreuz» verliehnr. ra. V vf l n ki r chen, 15. Nov. Musketier Heinr. Frisch- hvl z wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichlret. Hessen-Nassau. — Frankfurt a. M., 15. Nov. Gestern morgen 6V2 Uhr wurde auf einer Bank der Forsthaussttaße die Leiche einer ermordeten Eisenbahnbeamtin aufgesund eil. Die Errnordete ist ungefähr 35 Jahre alt, 1,65 Meter groß, untersetzt und trägt an der rechtem Hmld einen Trauring mit beit Zeichen B. T. 27. 8.17. Von dem Täter, der polizeilickien Mitteilungensiufolge erheblich mit Blutspuren bedeckt sein dürste, fehlt bis zur Stunde jede Spur. Zu dem Dtord werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Tie sosott von der Kriminalpolizei tziligeleiteteil Nachforschungen nach der Persönlichkeit der Toten bei den in Frage kommenden Eisenbahndienst- ftellen ergab, daß es sich um die am 27. Allgust 1898 in Frankfurt geborene Paula Weigel hatrdelt. Tiefe war seit längerer Zeit als Eisenbahnschaffnerin hier tätig und wohnte bei ihrer Vtutter im Hainerweg 8. Das Mädclwn hatte Dienstag abend sin Hanpt- bahnhos Bereitschastsoienst, b'ei dem es bis 12 Uhr tättg war. Zwischen 12 und 1 Uhr wurde es noch im Bahnhof in lebhafter Unterhaltung mit einem Soldaten gesehen. Seitdem fehlt jede Spur. Vermutlich ist die Weigel mit dem Soldaten spazieren gegangen und später ermordet worden. Gegell 5 Uhr früh hörten die Bewohner des Sieä-enhoses einen Schrei, der aus der Gegend der Motdstelle kam. Nach 67§ Uhr fanden dann Arbeiter den gräßlich am Ullterleib, an Hals urtd Rückeir verstümmelten Leichnam vor. Tie vorgenommene Leichenschau stellte unzwüselhast Lustmord fest. = Frankfurt a. M., 15. Nov. In einem Gasthause der Altstadt fand man dieser Tage eine 35jahrige Frau Therese Börner mit ihrem fünfjährigen Sohne tot vor. Als Todesursache nahm rnan zuesit Bergistuirg duvch eigene Hmrd an. Tie eingehende Untersuchung ergab jetzt, daß die beiden giftigen Gasen, die einem schadhaften -Ofen entströmten, zum Opfer gefallen sind. nn:. Frankfurt a. M., 15. Nov. Die Kriegssürsorge beschloß, der Schwesixrnspende 50 000 üNark M überweisen unter ver Bedingung, daß in Frankfurt a. M von einer Straßensammtung abgesehm wird, da die Einwohnerschaft in der letzten Zeit durch Sammli'ngen stark in Allspruch genoininen war. ** Königstein, 15. Nov. Dem Hostpediteur Kroth ssild seit Kriegsailsbruch bereits 10 Pferde nilter Vergistungs- mtd Erkran- kungserschünung-en verendet. In der letzten Wivche gingen irrner- halb 12 Stunden abermals drei Tiere esia. Ti-c Untersuchung ergab eine Zerstövlmg vion Herz teud Lunge. Ob eine absichtliche Vergiftung der Tiere vorliegt, konnte noch nicht sestgestellt werden. --- S p r e n d l i il g e n (Kreis Ost-enbachü 15. Nov. Ter Vdnsik- lehrer Artur Meißner aus Frankfurt a. M. ließ sich am Dienstag von einem Zuge überfahren und wurde auf der Stelle getötet. Usingen, 14l Nov. lieber der Bluttat, der am 31. Oktober im Obernhaiuer Revier der Forstmeister Birke na ner, Usingen, zuin Opfer fiel, schwebt trvtz der fortgesetzten Nachforschungen der Gerichtsbehördell noch ttesstes Tuükel. Inzwischen sind aus Äe Ermittllmg des Mörders lveitere hohe Belohmmgen aus- gefetzt worden. Tie Pächter der angrenzenden Jagdgebiete stellen Mein 2500 Mark in Aussicht, die Wiesbadener Stasisanwaltschast 1000 Mark, der Allgent. Tesisch? Jagdichutzverein und der Verein hirschgerechter Tannnsjäger je 500 Maük, so daß also ein Gesamtbetrag von 4500 Mcark für Belohnungen zitr Verfügung steht. Gericr-esdLrckl. I Darmstadt, 14. Nov. Für die am 6. Dezember besinnende Dagimg des Schwurgerichts (Bors. Landgerichtsrat Dr. Stein, Stellv. Landgericlhtsrat Dr. Lehr) ist nur ein FM in Aussicht genommen. Der Former Mich. Landol. Sanderbeck aus Münster bei Dieburg hat sich wegen v'ersuchiten und Vollendetei?! Mords zu verantworten. G. A. Frankfurt a. M., 14. Nov. Gilt die Wucherverord- nung nur für den Kaufpreis oder auch für dell Mietpreis? Diese interessante Frage tauchte am Schöffengericht auf, leider olme ent-' fcksteden zu lverden. Gin Kaufmann hatte eine StartzMaschine, die er selbst für 2 Mark pro Tag gernietet hatte, für 2,50 Mark an einen Fabrikanten weitervermietet. Gegen dort Ausschlag von 50 Pf. war nichts zu sagen. Als aber nach Äblaui des Mietvertrages die Viaschine nicht zurückgeliefert wurde, erhöhte der Kausinann, um einm Drtlck -auszuübe::, den Mietpreis auf 5 Mark. Ter Fabrikant zahlte mtd behielt die Maschsire, deim er brailchte sie not- wendig. Nun erhöhte der Kaufnnarln den Mietpreis auf l.0 Mark. Ter Fabrikant zahlte und behielt die Ätaschine. Von dritter Seite wurde daraus Anzeige wegen Preiswuchers gemacht. Der Staats- auwalt bejahte die Rechtsfrage und beantragte eine Geldstrafe. Von der Verteidignng witrde ausge'ührt, man müsse sich an deil Wortlaut des Gesetzes halten. Es heißt: Wer für „Ge.wustände" des täg- lichell Bedarfs oder des Kriegslwdarfs Preise fordert usw. Von „Benutzung" stehe nichts da. Außerdem solle mau die Konsequenzen bedenken. Es könnten daun z. B. crilch alle WohnuugsMietverträge unter den; Gesichtswinkel des Kriegswuchers aug»srisiert werden. Das Gericht ltmschiffte die Klippe durch Freisprechung ans sub- jekttven Grtsilden. Der Angeklagte habe deil Preis nicht gesteigert unl des Geldes, um Wuck>ers willen, sondern um »nieder in den Besitz seiner Maschine zu gelangen. Es könrte daher in diesem Falle unentschiedelt bleiben, ob das Wuchergesetz auch auf den Mietpreis awvendbar sei._ rrivchUche Nachrichtsn. Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Süd- Anlage). Samstag, 17. ffLov. Borabd.: 4.30; morg.: 9.00: abds.: 4 55 u. 5.30. — Israelitische Religionsgcsellschaft. Sabbatseier am 17 Nov. Fvesiaig abd.: 4.15; Sainstag vorm.: 8.30; nachnt. 3.30; Sabbatausgmtg: 5.30. WockM.gvttesdienst: morg. 7.00, abds. 4.00. Briefkasten der Redaktion. tAns«Ymc Anfragen bleiben unberütrsichtigt.» llnterossizier L. Das .Kriegsehrenzeichm in Eisen kann verliehen toerdeil, wemt der Nachweis erbracht ist, daß nachstehMde vier Vorbedingungen alle erfüllt sind: 1. Besitz der hessische» Staatsangehörigkeit mindestens seit 1. August 1914; 2. mehr als zwei> jährige Zugehörigkeit zu Verbäudeil, bereit Tätigkeit, abgesehen von zeitweiligem Auseitthalt sil Rulw' und Neservestellung, fid> dauernd im lvirksanten Bereick) des feindl icheit Feuers ab spielt. In die zwei Jahre vom Tage des Ausrückeits ab ist die Zeit des Aufenthalts in Lazaretten und in der Heintat nicht einzurechnen, welche zwei Monate übersteigt; 3. ein- ^oder mehrmalige Verwundung; 4. Dapferkeit und gute Führung. K. B. Tie Oberwuettverkerschule befindet sich in Berlin. Sie untersteht der 1. Fußartillerie-Juspektion. Bayern hat eine Ober- feuerwerkerfchule in Ddünchen. vermischte«. * Glogau, 14 .Nov. Ein gut erhaltenes menschliches Skelett und etwa 100 Stück wertvoller alter Sllbermünzen wurden in der? Nähe des Bahnhofes bei Glogau bei Ausschrchtungsarbeiten gcw simden. Die meisten weism keine Jahreszahlen auf: sie enthalten? auf beiden Seiden polnische und lattinisme Inschriften, die ver^ schiedensten Stadt- und Grafenwappen, Mjch^ ziert ein Bischofs- köpf «oder der eines Regenten. Einige iveisen einen Bischossapsel mit prächisigen Verzwcungen auf. Die Münzen schsinert aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges herzußiammleit, da eine die Zahl 1631.' trägt. ^ Ein Asphaltsee existtert auf der Insel Trinidad, d«, wie die Zeitschrift „Wirtschastsrnow'v" berichtet,^ eine^ -Fläche von 50 bis 60 Hektar bedeckt und eine erhebliche Tiefe aufweist. Sein« Oberfläche ist mit so hartem Ecdpech bedeckt, daß man ^selbst bei großer Hitze daraus gehen kann, ohne einzusinketl. Aufgehoben« Löcher füllen sich in kurzer Zeit von selbst wieder. Obwohl man dem' See schon mehr als eine Million Tonueit Aspl)alt entnominen hat, ist sein Niveau nur um esil Geringes gesunken. Früher soll er sogar übergelaufen sein. Ein noch ^größerer Asphaltsee ist in Venezuela. Tisier ist etwa 3000 Hektar groß, allerdings nur ellva einen Mater tief. Mehrere Quellen, aus denen das Pech heiß herausquillt, füllen den See immer wieder, obwohl auch von ihm große Mengen Asphalt nach Nordamerika ausgeführt tverden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Kolumbus das Pech, mit denen er seine Schiffe bei Trsirrdad abdichtete, aus dem erstgettanuten Asphaltsee, lder dort „pstch-take" heißt, geschöpft hat. — 500 Jahre Münichener Ha ckerb r äu. Das Münchener Hackerbräu, dessen Bier dazu beigettagen hat, den Rühm Münck^ens in der ganzen Welt zu verbresten, feiert jetzt sein 500jähriges Bestehen. Tie Gichte Bayerns im Allgetneinen und Münchens im Besonderen ist eng verknüpft mit der Brauindustrie, mtd darum bedeutet die Vollendung eines halben Jahrtausends der bayerischen Biererzeitgung auch einen Meükstein in der allgemeinen Geschichte Münchens. Tie Zeit der Gründung des Hacker-, bräu, die Mexander von Gleichen-Rußwurm in einent Sonderheft der vom Eckstein-Verlag herausgegebenen „Teutscheil Industrie und dewtscheil Kultur" schildert, ist reich an interessanten Merkwürdigkeiten. Tie Aiimchener Kunst p.nd die Münchener Gemüts lichkeit haben nicht zum wenigsten einen Förderer tmd ange-, nehmen Begleiter im Mmrchener "Bier gehabt, und wenn die im Jahre 1158 als schlichte mönchische Siedlung begründete bayerische Hätlptstadt besonders frühzeitig bei den wandernden Mönchm und Burschlen wegen ihres guten Trunkes beliebt wurde, ft ist dies auch auf die besonderen geographischen GrundbedinglM' gen zurückznführen. DöcheM. Usbersicht tzerToderfSIle l tz. Stadt Sietzen. 42. Woche. Vom 14. Oktober bis 20. Oktber 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100. Sterblichkeitsziffer: 23,56'/,. Nach Abzug von 11 Ortsfremden: 6,29 Es starben an Zus. wachsen- vom 2 bis lL. Jahr Altersschwäche 3(1) 3(1) — — Ruhr 1(1) KD — — Krankst d. ^reislanfsorqane 1 1 — — and.Krankh.d Nervensystem- and. Krankbelten der Ver- 1(1) 1(1) — — danunq^organe Krankbeiten der öaril- und 5(5) 5(5) — Geschlechtsorgane 1(1) 1(1) — — Krebs 1 1 — — Verunglückung 2(2) 2(2) — — Sumina: 15(11) 15 (11) — — Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vi^ der Tovessälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießeit gebrachte Kranke kommen. Berösientlichung des Großh. Kreisgesundhestsamts Gießen. I. V.: Dr. Bötticher. Mettöwiogische vesbachtungen der Station Gietzeni November 3917 0 = § c ¥> “ = - s| ft »-» s «<» N >0 t# cj JA 0 v 55 & «2 .2 CO i| *1 CK c 2 'S ■ß s s ’S •a >2 _g 4i x»S “ 2 Z ß = 2 i S 1 -Lüectei 14. 2 M 5,1 5,3 80 _ 9 9" 5,4 6,0 90 — — 10 15. 7" 5,0 5,8 88 9 höchste Temperatur am 13. bis 14. Novbr. 1917 ---st- b,b' 6. Niedrigste „ ^ ,, 1917 =-f 3,8*0. letzte Nachrichten. Verhaftung von Lebensmittelf-chmugglern. Berlin, 15. Nov. Wie das B. T. berichtet, ist das ganze Zugpersonal der Züge, die zwischen Düsseldorf mrd Vohwinkel verkehren, verhaftet worden. Bei den von der Kriminalpolizei unternommenen Haussuchungen wurden u. a. mehrere Zentner Schokolade und Zigarren gefunden. Amtlicher Teil. XVIII. Anneekorps. Stellverttetendes Generalkommando. Abt. III b. Tgb.-Nr. 23 322/6429. B e t r.; Pferdeaushebung. Verordnung. Aus Anlaß der bevorst^hendeir Pferde-Vornmsterrmg und Aushebung bestimme ick) auf Grund des § 9 b des Gesetzes über den Belagenlngszustand vom 4. Juni 1851 sir der Fassung des Rei-chs- gesetzes vont 11. Dezember 1915 für den mir unterstellten .Korps- bezirk und — sin Einvernehmen mit dem> Gouvernetir — auck, für den Befchlslrereick) der Festung Maittz: Vom 15. November d. I'. an bis auf Weiteres ist jeder Besitz- wechisel eines Pferdes verboten. Lljusgenonunen sind diejenigen Pferde, deren Besitzer noch $ 25 des Gesetzes über die Kriegsleistmrgt'n vom 13. Juli 1873 (R. G. Bl. S. 129) voll der Abgabe ihrer Pferde an die Militärbehörde befreit find. Zuwiderhandlungen werden inst Gefängnis bis Ml einem Jahol^ beim Borliegen mildentder Umstande inst Hast oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark besttast. i Frankfurt a M., den 7. November 1917. Ter stellv. Komntandicrende General: Riedel, Generalletstnant. Auiist und Wissenschaft. Ter deutsche Brunnen in der modernen Kunst. Da der Brunnen mit Einführung der höchst prosaischen Wasserleitung seine praktische Bedeutung verloren hatte, lag eigrmllich die Geiahr nahe, daß allmählich überhaupt die ganze, an poetischen und voW Lümliichen Werten so reiche deutsche Brunnen kirnst in Verfall geraten würde. Tie Brunnenbau Len der lebten Jahre, die Lothar Brieger im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags- Anstalt in Stuttgart erscheirrend^r Zeitschrift „lieber Land und Meer"' bespricht, zeigen, daß wenigstens in rein ästhetischer Beziehung der Brunnen dem deutschen Städtebild erhalten geblieben ist. In vergangenen Zeiten bedeutete der Brunnen allerdings viel mehr, er war aufs engste verknüpft sowohl mit dem ösfentlichen, wie mit dem privaten Leben, darum wurde er auch immer wieder in der Literatur erwähnt. Brieger^erinnert dabei mit Rochst daran, daß Goethe im „Faust" uns die Seele des .Gretchen am Brunnen kennen Lernen läßt. Der moderne Brirnnen ist luotgedrungenerweise mehr oder minder frei von derartigen Beziehungen, dafür bildet er aber als Schmuckwert einen wesentlichen Bestandteil auch der heutigen Städtebaukunst. Auch der moderne Architekt schmückt Plätze und Gärten rw«ch immer am liebsten mit Brunnen, und da der frühere ökonomische Wert fortfällt, tritt das Dekorative und Architektonische als Hauptsache in den Vordergrund. Während der letzte-: Jahre entstanden in den verschiedensten Gegenden Deutschlands so viele neue Brunnen, daß mau von dem Beginn einer Blüte der modernen Brunnenbaukunst sprechen könnte. Am häufigsten trifft man den einfach gegliederten großzügigen Moiru mental- brunnen, der sich in möglichst einfachen Former: seiner Umgebung stilistisch anzupassen hat. Trotzdem aus diesem -Gebiete manches Bedentende geschaffen wurde, blieben die kleinerer: Park- nnd Gartenbrunnei: pusevem Empfinden viel näher. Bei ihnen ist es möglich, im Anschluß an das Bolksernpfinden das volkstümliche Elemertt stärker zu betonen nnd so eine Verbindung mit der alten Brnnnenzeit zn schaffen. Typische Beispiele solcher volkstümlichen Brunnen aus der jüngsten.Zeit sind die in verschiedenen Städter: stehenden Rolandsbrnnnen, der Eulenspiegelbrunnen von Otto Deyrich in Braunschweig usw. An Häufigkeit sind gleich nach diesen Brunnenbauter: die moderr:en Tierbrunnen zu nennen, unter denen der Entenbrmrnen von Prosejsor August Gaul in Charlotten - burg rn Erster Linie erwähnt werden muß. Tie ganz moderne Brunnen architektur, die viel mit symbolischer Plastik arbeitet, bildet schließlich den Uebergang zum Allerneuesten, dem expressionistischen Brunnen. Dem letzteren ist aber mit aller Wahrscheinlichkeit keine große Zukunft vor aus zu sagen, da das allzu scharf Gedankliche dieser Kunstrichtn7:g sich mit Wesen und Zweck des Brunnenbaues kaum vereinbaren läßt. Auf jeden Fall ist das neuerlich starke Interesse für die Brunnenkunst schon insofern erfreulich und aller Unterstützung wert, da es sich hier um einen seit alters her besonders beliebte-: mckr gepflegten Zweig der Architektur handelt. E i me n tla r v te s Fan stbil dn:s. Seit nrehr als einem Vierteljahrtausend ist ein Kupferstich bekannt, der als das geschichtliche Bildnis des Doktor Faust gilt. Unendlicher Scharfsinn i]t auf dies Bildnis verwandt worden, mar: hat die Dämonie dieses Antlitzes zergliedert und erläutert — und nun stellt sich heraus, daß dieser Kupferstich nichts anderes ist, als eine genaue Nachbildung des heiligen Joseph aus Rembrandts „Ruhe auf der Flucht nach Aegypten", die jich in Tornion Castle befindet. Die Aufdeckung diesen höchst merkwürdigen Venvandlung danke:: wir dem German'isten Dr. Riidolf Payer von Thurn, der als Veröffentlichung der Wiener BibUop'hllen-Gesellchaft eine 'Arbctt „Der historische Faust in: Mde" herausgegeUm har, über derer: Ergebniffe der Wiener'Kurfft- hislori'ier Tr. Hans Tietze in der „Kunstchronik" berichtet. Zwischen 1634 und 1647 tauchte im Kupferstichhandel ein Bildnis, auf, das über dem Kopse des Dar gestellten die Bezeichnung „Doktor Faustns", in der linken oberer: Ecke die Künstler-Signatur „HRiu- brandt Inventar", in der rechten die Verlegeradresse „F. I. D. Ciartres exeudit" trägt. Dieses Blatt hat nun Payer als Stück einer Reihe v>on Philosophen erkannt, derer: Stiche aus Radierung er: von Jan Joris van Vliet zurückgehen, die ihrerseits ■* [Mo yini mer] Peaaloa Braoiil NonaaBäno 22 lBellevuerZiu:. m.u.ohneBer- psleg. f. jede Zeitdauer. Mittag' ii. Abendlisch. Elektrisch ficht, Bad. Tel. 1085. >8015 Möbl.Zimmer f.Dame z. vm. 07132 Liobigstr. !I. •- ‘Tr . ^obu- und Dchlaszimu er unniöbliert, jedoch mit.frühstück ii. Bedienung, irr mirbess. Hause von Herrn sofort zu nueten gesucht. Angeb. unter 0711 8 an d en Giest. Anz. 5-Zimmer-Wolinnna mit Znbeoür zum 1. 4. 1918 gesucht. Schriftl. Angeb. unter 07138 an den Gieß. Auz. Schön und Schlafzimmer mit clcC Nischem tz'icht sofort gesucht. Schriftl. Angebote ünt. 07114 an den Giößener Anzeiger. BnurtS IiestßmSillljcl! I für sofort ob. 1. Dez. gesucht W. Mavcr, llaiser-Allee 27. Larrfnmdcheu fürs Geschäft gesucht. 83^5 ^. M. Smullrof, Ä!arktstr-4. 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