nt. 26? Der Otezever Uwjttoft erscheint tdfliidj, außer Sonntags. - Beilagen: Airtzener KamNiendlätter; KreisMotl ffir den Kreis Sletzerr. vezu-rpreir: nwnatl. 1 V)l f., vierteljährlich 3 Ack.: durch Abhole- u. Ziveigstellen nionaü. 90 Pf.! durch die Post Mk. 3.— viettel- jährl. auSschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Cchr'ltleitunql 12 Berlaa.Geschäitsstellebl AnschriitsürDratUuach- richlen: Anzeiger Stehen. 167 . Jahrgang vlenslag. 13 . November 1917 Postscheckkonto: Zrankfntt a.M. U686 Vankverkehr: Gewerbebank Sietzen Swillingznmü-ruck ».Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u.Steindruckerel li.Lange, »chriftleitung, Seschästzstelle u.vrnckrrei: Schulstr. 7 . Annahme von Anzeigen *. die Tagesnuminer bis zum Nachmil tag vorher. Seilenpreife: für örtliche Anzeigen 20 Li. für auswärtige 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 P'., für Reklamen 75 P'. bzw. 90 Pf., nebst 20°/«,Teuerlmgszusctzlag. Hauvtschriilleiter: Aug. Go eg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtsfaal: W. Meyer; Anzeigentell: H. Beck; sämtlich in Gießen Ueuerdmgz (4 (WTB.) Großes Hauptquartier. 12. Nov. (Amtlüh.) Westlicher Kriegsschauplatz. Kurzer Fenerübersall am früftm Margen leitete einen englischen Teilangriff ein, der nordwestlich von Passchen- daele einfttzte. Er wurde atzgervieftn. Am Tage blieb die Gefechtstatigfeit in Flandern auf Srörungsfeuer der Artillerien besckrränkt. Sie lebte am Abend im Ysergebiet zu größerer Starke auf. Auf der rtbrigen Westfront keine wesentlichen Ereignisse. * Leutnant Müller errang seinen 33.Lustsicg. Oestlicher Kriegsschauplatz Nichts Besonderes. . Mazedonische Front Fm Cernabogen nahm die Fenertätigkeit am Abend erheblich zu. Italienische Front. Tatkräftiges Zusammenwirken Württemberg ischer und österreichisch-ungarischer Gebirgstruppen verlegte dem im oberen Piave-Tale zurückweichenden Feinde bei Longarone den Weg. 10 000 Italien er mutzten sichergeben. Zahlreiches (Schütz-Material und Kriegsgerat wurde erbeutet. Unsere von Belluno die Piave abwärts vordringenden Truppen stehen vor F e l t r e. An der unteren Piave nichts Neues. * Im Oktober betrug der Verlust der feindlichen Luftstreitkräfte an den deutschen Fronten neun Fesselballone und 244Flugzeuge. von denen 149 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abstürzten. Wir verloren im Luftkampf 67 Flugzeuge und ein Fesselballon. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. » Der Abendbericht. Berlin, 12. Nov., abends. (WTB. Amtlich) ImW esten. Osien und Mazedonien keine grötze- rm Kampfhandlangen. Im C o r d e v o l e - T a l e, westlich von Belluno, wurden 4000 Italiener gefangen. — ■ ■ ii—immj«. i —i ■!!! ■■!■■ Gm großes Durcheinander von Meldungen kommt uns aus Rußland. Es scheint, daß Koreas T den Maximalisten das Heft lvieber aus der Hand entreißen wird. Man spricht von großen imd kleinen Schlachten in der Nähe Petersburgs, und man weiß wirklich heute so wenig wie jemals, nicht, was werden mag. Nur eines wissen wir: Daß nämlich der Friedenswille des russischen Volkes auf schnellem Vormarsche ist. Auch wenn Kerenski wieder die Oberhand gewinnt, kann er das alte Spiel nicht weitertreiben. Die radikalen Sieger in der Hauptstadt haben ihn angcklagt, fremde Gelder für seinen persönlichen Besitz angenommen zu haben; diese Mutmaßung widerspricht also der Feststellung, die kürzlich in einem großen deutschen demokratischen Blatte erschienen war, daß der russische Diktator ein „vollkommener Ehrenmann" sei. Wir wissen das Uicht, .wollen ihn nicht schlecht machen, aber auch nicht so gut. wie es diese politischen Freunde Kerenskis in Deutschland tun. Aber selbst unter der Voraussetzung, daß Kerenski Nch mehr, als es ihm erlaubt ist, an englische Interessen gebunden siihlt, wird er das Rutschen der Friedenslawine mcht aushatten, sondern höchstens darauf bedacht sein, daß Englischen Absichten nicht ganz verschüttet werden. ^ kann nicht wieder alles auslöschen, was das russische Borparlamen U7ld sodann, nach der neuen Revolution, die -Lamina listen über die Notiv-endigkeit eines schleunigen Frieds aus das Blatt der russischen Geschichte geschrieben haben. .Noch aber ist es höchst -unsicher, ob er, wie einst Fried- umo, sem Lager wieder um sich füllen kann. Lenin und , r'v-ii reden eine staatsmännische Sprache von solcher Sicher- Unbeküniniertheit, als hätten sie von jeher auf ^clcherthronen gesessen. Sie haben ein förmliches Friedens- gcbor an alle kriegführenden Mäclite erlassen. Als all- ols .^lunmungsbild erscheint es uns gut und nützlich, scb f , Qt V 1ü ' c * ^laatsdokument haften ihm noch die Eier- di^-^m"-^^^hausgeburt an. Wie anders klingt heute ebenes- < i U5 Petersburg als einstmals der Appell des ^ematrgen Beherrschers aller Reußen zur Sicherung eines großen Weltfriedens mit Abrüstung und Schiedsgericht! Heute gibts keine neuen, überraschenden oder glänzenden Ideen mehr. Es gibt nur allenthalben Widerstände, die zu besiegen sind. Wir können jedoch hoffen, daß der neue Friedensvorschlag in der Tat Widerstände, die einem baldigen Frieden entgegenstehen, beseitigen kann. Das Vorgehen der Russen bedeutet einen Druck auf die bisher entgegengesetzte Politik der Entente. Was können wir, Deutschland und seine Bundesgenossen, noch weiter Inn? Die Russen kennen unsere Antwort an den Papst, und sie erklären selbst, daß sie mit ihrer Definition des „demokratischen Friedens" keine unbiegsamen Bedingungen aufstellen wollen. Also bramben wir ihre Hand nicht zurückzustoßem Aber wir müssen wohl noch warten, wie die DingkP gehen werden, ob der Boden nicht schwankt unter den Stühlen dieser neuen Regierung. Sofortiger dreimonatlicher Waffenstillstand — diese Forderung der Maximalisten ist wirklich nur eine Eierschale, die zerbricht, wenn man sie anrührt. Wir müssen Zurückhaltung bewahren, bis die Hauptgegner, England und Frankreich, geantwortet haben. Dann sind vielleicht Grundlagen entstanden, ans denen wir mit den russischen Bevollmächtigten tm neutralen Lande, von denen in dem Friedens Vorschlag gesprochen wird, in Unterhandlungen kommen können. Und dann dürfen wir nicht in die Lüfte starrere, nach den Sternen eines neuen Wettvölkerbundes, sondern \xnf müssen auf die Erde blicken, damit wir nicht nr den Deich stürzen, in dem nns die Fische ftessen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Italienisch er Kriegsschauplatz. An der unteren Piave haben deutsche Truppen den auf dem Ostufer angelegten Brückenkopf Bidor genom- men. Die von Belluno flußabwärts vorgeheuden Divisionen nähern sich Feltre. Bei Lonagrone, nordöstlich von Bel- lune, wurde in den letzten Tagen durch zielbcwußtes Zusammenarbeiten unserer Führer und Truppen eine italienische K a m p f t r u p p e von D i v i s i o n s st ä r k e a b g e = schnitten. Es fielen uns ein General, etwa 10000Mann und zahlreiches Geschütz- und Kriegsgerät in die .Hand. Besondere Erwähnung verdienten wieder die Leistungen der durch deutsche Aüteilmrgen verstärkten 22. Schützendivision. Streiikräfte des Feldmarschalls Conrad drängten den Feind über C a st e l T e s i n o und über G r i g n o im Suganer- Tal zurück. An den anderen Fronten keine Aenderung der Lage. Der Chef des Generalstabes. Die Kümpfe im Westen und Süden. Berlin. 12. Nov. iWsTB.) Jü Flandern griff am 11. November \7.15 Uhr vormittags der Feind milch kurzem Feuerüberfall nochmals in Gegend Passiheindaele an. Auch dieser Angriff schüchterte blutig wie die fünfmalige Anstürme gegen unsere dottigen Stellungen am Vortage. Don Mittag ab lag ans der Front von Keyem siis Z-andvoorde bei besler werdender Sicht weit ins Hintergelände reichendes lebhaftes Störungsfeuer, das sich in Gegend nordöstlich Poclcapelle und vom späten 9öachmittag ab auch an der Küste mit besonderem Nachdruck auf freu Vser-Stellurigen östlich Nieuport erheblich! steigerte. Am Nachmittag und während der Nacht wurdeu Bahnanlagen und Lager hmter der seiirdlich>en Front erfolgreich! mit Bomben belegt. In Poperinghe wurden Brände und Explosionen beobachtet. Aus der monatlichen Abfchußzahl feindlicher Flugzeuge und Fesselballone geht hervor, ba\\ wir nach nfte vor die liebere lege n s) t i t in der Luft besitzen. Gefangene. Eine feindliche Vorhut, &ve wir in dem Orte Suganer-Tale antrasen, wurde angegriffen und gefangen genommen. An der Piave warfen unsere Deckungstrrrppen eine feindliche Mteilung, welche sie auf den Höhen von Valdobbiadene angriff. nieder, >gingan darauf auf >das vedrte Flußufer über und zerstörten die Brücke bei Vidor. An lder mittleren und Mteren Piave Aus- tansch von Kanonerrschnssen und Maschinengewehrseuer-Wellen. Zur Rettung des. Kaisers Karl aus Lebensgefahr. Wien, 12. Nov. (WTB.) Meldung des Wien. Corr.- Bur. Der Kaiser verlieh allen bei seiner Rettung aus der Gefahr des Ertrinkens Verdienten in Anerkennung ihres mannhaften und schneidigen Verhaltens Auszeichnungen ^darunter dem Oberleutnant Prinzen Felix von Parma die goldene Tapferkeitsmedaille für Offiziere, Frhrn. Slatin Pascha ein Zeichen belobender Anerkennung, dem Leibjäger Riscnbichler und dem Gardeinfanteristen Tonek die goldene Tapjerkeitsmedaille. Der Kaiser überreichte im Beisein der Kaiserin und seines Gefolges im Hofzuge den Ausgezeich^ neten persönlich die Dekoration mit herzlichen Worten. * s Eine Proklamation des Königs von Italien. Basel, 12. Nov. Nach einer SLefairi-Meldung aus Rom erließ per König vo-n Ztalien folgende Proklamation^ „Italiener! Der Feind Sonnte, begmrstigt von außerordentlichen Umftöuben, alle seine Anstrengungen gegen uns zusammenziehen. Ter österreichisch^^ Armee, die während dreißig Istionate Helden- haften Kampfes jedeslnal von uns geschlagen wurde, wenn sie sich unserer Armee stellte, kam die so lange herbei^crusenr, unerwartete Unterstützung zahlreicher und kriegögewohnter deutscher Truppen zu Hilfe. Unsere Perteldigmrgslinieir mußten zurückgezogen welchen, und heute betritt der Feirrd die stolze und glorq reiche veuetianische Ebene, aus der er durch den hm baren Akut unserer Väter und dirrch das Recht Italiens vertrieben worden war. Italiener! Seit die Nation ihre Unabhängigkeit und Ein-, heit veiki'cndete, war sie nie einer schwierigeren Prüfung ausge- seht. Aber wie mein Haus und mein Volk, die 'ans dem gleftän Geiste heraus gegründet wu.rden, me vor der Gefahr gezittett haben, so blicken wir auch jetzt der Ungunst mit männlichem Mute und furchtlos ins Gesicht. Alls der Notwendigkeit selbst werden wir eine Tilgend machen, damit unser Geist der Größe der Ereignisse gewachsen ist. Die Bürger, von denen das Vaterland schon so viel Entbehrungen, Opfer und Schmerzen soicherte, werden aus diesen ruuen entscheidcmden Appell mit noch verttauensvollerem Mute und noch größerem Opfersinn antworten. Tie Soldaten, die sich sckion in so vielen Schlachten mit dem gegenwärttgen Eindringliilg maßen und die ihm im Sturme seine Festen und mit ihrem Mute erlmiften.Städte entrissen, werden die zerfetzte Fahne von neuem mit den mit uns bri'iderlich vereinten Alliierten vorwärts ttagen. Italiener, Bürger und Soldaten! Werdet nur zu einer einzigen Armee! Jede Feigheit ist Verrat! Möge mein Ruf unerschütter-, lichen Verttauens in die Gesckstcke Italiens in den Gräben sowie in den entferntesten Winkeln des Vaterlandes ertönen und möge dies auch der Ruf des kämpfenden und des arbeitenden Volkes sein. Den: Feinde, der mehr als auf diesen Sieg auf unsere Uneinigkeit zählt, sollen wir mls mrserem Zusammenhalten heraus einmütig folgende Antwort erteilen: Wir alle sind bereit, alles für den Sieg und die Ehre Italiens herzngeben! Hauptquartier, den 10. November 1917. Viktor E m a n u e k." Rom, 11. Nov. (WTB.) Der Kö ni g und die M it g l ie- der der Regierung erließen einen ck^ni einsamen Aufruf, in dem das italienische Volk zum Ausbarren und ErttagM, der schweren Opfer, welche die gegenwärtige Lage von allen Italienerin erheische, ermutigt wird. Der König äußert die bestiminte Ziiversicht, daß der Sieg trotz allen Wechs-elfälleir auf der Seite der Entente bleibe. Der Kaiser an der italienischen Front. Berlin, 12. Nov. (WTB.) Der Kaiser hat arn 10. November mittags eine Reise nach dem italieni- 'chen Kriegsschauplatz angetteten. Während in Italien an der nitteren Piave der Feind sien zlo-ei Kilomet>er breiten Flußabsschjnitt hält, dringen die Verbündeten im Gebirge ,unaufhaltsam vor. Sck'vn haben ne von! Belluno hier Feltre erreicht, während sie weiter südlich den Brückcn- topf Vidor erstürmten. Nördlich Belluno mußten abermals 10 000 Italiener die Waffen strecken, da ihnen verbündete Trrlppen dort inr icngeit Flusttal öen Wieg verlegt hatten. Was cm Kriegsmaterial und Geschiütz cwlr inr Gebirge ß'eckt, läßt sich nicht annäherird überblicken. Mit denr Erreichen der Piave-Linie und des Ortes Feltre hat sich die Front allein gegenüber der alten Stellung vor Beginn der 12. Jsonzo-Schlacht fast um drei Viertel der gewaltigen Ausdehnung verkürzt. * Ftälienischer Bericht vom 11. November. Gestern bei Tagesanbruch überscknitt der Feind rrach 'Attcllette- vorbereitung, die bereits am 'Abend vorher begann, die Linie nnstn-er Baobachtungst' in der Gegend Asiagv uno griff die Vorposten unserer NachlMteu bei Galliv und auf denr Monte Ferragh (Höben- punkt 1116' an. «.ach einem lebhaften Kampfe gelang es ihm, dieser Stellungen siab zu bemächtigen. Unser Sturmttupp Nr. 16, Abteilungen der Brigaden Pisa Nr. 29 und30, vom Regiment Tos- oana, vom 77. uud 78. Reginieirt und 5. Versaglieri-Reginrent er- ober ton das verlorene Gelände durch lviederholte kräftige Gegenangriffe wieder, rvarsen .den Gegner zurück und machten ellva 100 Am 11. November ttaf er in der Nähe von Triest mit Kaiser und König Karl und dem Zaren Ferdinand zu längerer Besprechung zusammen, an der auch die ChÄ's der Generalstäbe, General v. Arz urtd General Jekvm teil- nahmen. Am Abeckd setzte der Kaiser die Reise nach dem Hafen der deutschen Unterseeboote in der Adria ftrt. Der Bürgerkrieg in Rußland. Wien, («) Das KriegLpresse-martier meldete Hetzer dre vcrwo r ren e La ze r n R u b l a n d, wo e-^ möglrchor- weisc zum ofs-nen Bürgerkrieg gekommen ist, geben"ol- gende Aufrufe und Meldungen .aus den: Lager Kerenskis ein Bild- 1. An alle Truppen des Petersburger Militärbezirkes r ber MiNksterpräsident dar zeitweiligen Regierung imd Vochstkommandierender der bewaffteten Macht der rnssisckvn Repu- bllk, bin heutean der Spitze der den: Vater lande ergebenen Truppen ein getroffen. Ich befehle allen Truppen des Petersburger Militär- bezrrkes, welche entiveder infolge Mißverständnisses oder ZwanqeS \id) der Bande hn Verräter des Vaterlandes und der Revolution an geschlossen habeil, mcht eiire Stunde zu zögern rmd zur Erßülluna chrer Pflicht zurückzukehren. Dieser Befehl ist allen Kompagn-en, Kommandanten, Batterim, Eskadronen und Sotuieu zu verlaut- varcnl. Der Ministerpräsident der zeivveiligcn Regierung und Höchstkom man diercnder Kerenski. ' 2. An die Truppen St. Petersburgs. Die der ruhmvollen Revolution und dem Lande treuen Truppen der Front sind ait die Hauptstadt herangekommeir. Danrit kein unschuldiges Blut vergossen iverde, verhaftet diejenigen, welche euch betrogen hcchen und welche das Land verderben und verraten. Damit murr wisse, welcl-e Regimenter ihrer Pflicht treu sind, entsendet Delegationen zu den annrarschierenden Truppen der Front. Der Rat des allrussischen Komitees zur Rettung des Landes und der Revolution, .Kommissar des Petersburger Militärbezirkes M a l ews k i. 3. Landes- und revolutions treue Truppen, voller Eintracht nrit dem Rate des Verbandes des Kosaken Heeres und mit,allen demokratischen Organisationen, haben gestern Zarskoje Sselo nrrd die riiadio-Telegraphen-Hauptstation besetzt. Die Ausrührer ziehen, sich in ungeordneten .Haufen nach Petersburg zurück, liegen auftretende Plünderer und Gewalttäter wird mit den entschiedensten Mitteln vorgegangen werden. Die mit geraubtem Gute, gefangen Genommenen werden aus den: Orte des Verbrechens sofort erschossen, die des Aufruhrs Schuldigen iverdeu dem revolutionären Militärgericht übergeben. 4. An die Arinceorgcmisationen und Kommissare. In Petersburg wird die Empörung gegen die Bolschewiki immer größer. Heute kam cs zu offenen Auftritten gegen sie. Auf denStraßeu fern es an verschiedenen Orten zu Schießereien. Der Fernsprecher ist von Juitkern und von dem allgemeinen Arnreeansschütz besetzt, tvelcher die Wachen der Bolschewiki verdrängt hat. J!n Moskau ist die Rote Garde geschlagen. Gegen Wend wird Kerenski vor Petersburg stehen. Dre Verbindung mit ihm ist her gestellt. Eine Delegatton des Komitees zur Rettung fort sich zu Körenski begeben. Die Beendigung des Abenteuers der Bolschewiki ist eine Frage der nächsten Tage und Stunden. Für seine möglichst planmäßige Beendigung ist der Zusammenschluß der Demokratie und des allrussischen Ausschusses zur Errettung des Vaterlandes und der Mvolutton notwendig. Der Kommissar des H öchstkomMandiereniden. Das Kriegspresseguartier bemerkt dazu: Alleni Anschein nach wird in und um Petersburg zwischen den Anhängern beider Parteien blukrg gekämpft. Die russische Marine steht völlig, von der Landfront weitaus der größte Teil aus der Sette der Bolscherviki. Stockholm, 12. )tov. (Sv. Tel-Byr.) Ein Gerücht null wissen, eine hiesige Gesandtschaft h^be ein Telegramm aus Petersburg bekommen, das erzähle, ein blutiger Kampf habe zwischen Truppen intix Bolschewicki nahe der .Hauptstadt Itattgefunden. Kerenski will Sieger sein. Stockholm, 12. Nov. Tie vonr Telegramm Bvran verbreitete Meldung über eine Schlacht zwischen den Bolschewicki und den Truppen Kerenskis stammt wahrscheinlich aus der englischen Gesandtschaft. Die Schiacht soll 10 Kilometer von Petersburg entfernt geschlagen worderr sein. Fahnenslnchlige der Bol- schewukitruppen sollen in Petersburg erzählt haben, Keren s ki habe gesiegt und alle Minister der alten Adegierung außer Tereschttchenko und Konowelow seien wieder befreit worden. Außerdem soll sich aus der Stadtverwaltung, den Menschewicki, den internationalen Sozialisten und den revoluttonären Sozialdemokraten ein Wohlfahrtsaus schütz gebildet haben, den die Botschafter der Entente anerkannten. Maxim Gorki's Leitung „Nowaja Shisn" ' soll von den Bolschewicki abgeschwenkt sein. London. 12. Nov. „Central News" melden: Nach einem drahtlosen Bericht aus Haparanda verfügt Kerenski ü8cr eine Armee von 200000."Mann, die ihm unbedingt ergeben ist. Die Kosakenregimenter in Petersburg sollen die Partei HwenÄkis ergriffen haben und in den Straßen der Hauptstadt soll eine regelrechte SMacht im Gange sein. Die Garnisonen militärisch wichtiger Plätze haben dem revolutionären Militärausschuß telegraphisch ihre Unterstützung zugesagt. Das Zriedensangedot der Arbeiter- und 8oldatenräte. Peter sb irr g, 12. Nov. (WTB.) Meldung der Petersburger TÄegvaphen-Agentur. Der Kongreß der A r be i t e r - u n d Soldatenräte hat die Bedingungen für einen Friedensvorschlag angenommen. Er erklärt: Die durch die Revolution vom 6. und 7. November geschaffene Regierung der Arbeiter und Bauern, die sich auf den Arbeiter- und Soldatenrat stützt, schlägt allen Regierungen der .Kriegführenden vor, alsbald Besprechungen über einen gerechten demokratischen Frieden zu beginnen. Tie Regierung ist der Ansicht, ' daß ein gerechter demokratischer Friede, der von der Mehrheit fcev Arbeiterklassen aller Lander erstrebt wird, die durch den Kiiee, erscköpL und ruiniert sind, der Friede, den die russischen Ar- > beiter und Bauern nach dem Sturze der Monarchie gefordert!! haben, ein soforttger Friede o h n e A u n e x i o n e n, d. h. ohne ! widerrechtliche Aneignung fremden Gebietes und ohne gewaltsame Eroberung fremder Nationalitäten, ein Friede o h n e Kontributionen sein nultz. . Tie russische Regierung schlägt allen' Kriegführenden vor, sogleich einen solchen Frieden zu schließen, indem sie sich bereit erklären, unverzüglich alle energischen Schritte zu tun, bis zur endgültigen Billigung aller Bedingungen dieses Friedens durch die Bevollmächtigten aller Länder und aller Nationen. Unter Annexion oder widerrechtlicher Gebietsaneignung versteht die Regierung nach dem Rechtsbewußtsein der Demokratie im allgemeinen und der Arbeiterklassen im besonderen jede Annexion einer kleinen.und schwachen Nationalität durch einen großen und mächtigen Staat ohne Zustimmung dieser Nationalität und unabhängig von bem Grade ihrer Zivilisation und ihrer geographischen Lage in Europa oder in jenseits des Ozeans gelegenen Ländern. Wenn irgend eine Rccherung von irgend einein Staat gewaltsam sestgehalten wird und wenn ihr gegen ihren Willen, wie er in der Presse oder in nationalen Versammlungen oder in Parteibeschlüssen oder durch Auflelmungen und Erhebungen gegen die Unterdrücker zum Ausdruck gelangt, das Recht zu allgemeiner Abstimmung verringert wird, wenn man sich ferner weigert, die Besatzungstruppen zurückzuziehen und der Bevölkerung nicht das Recht zugesteht, ihre politische Regicrungsform einzurichten, so ist ein solcher Zustand Annexion oder widerrechtliche Aneignung. Tie Regierung ist der Ansicht, daß eine Fortsetzung des Krieges zu dem Zwecke, die schwachen Nattonen unter den reichen und mächttgen Nationen zu tetten, ein großes Verbrechen gegen die Men schlich-eit ist. Daher verkündet die Regierung feierlich ihpen Entschluß, einen Frieden zu unterzeichnen, der unter den erwähnten, für alle Nationalitäten gerechte Bedingungen diesem Kriege ein Ende machen wird. Gleichzeitig erklärt die Regierung, daß die erwähnten Bedingungen nicht als endgültig betrachtet werden sollen, d. h.: Die Regierung ist damit einverstanden, alle anderen Friedensbedingungen zu prüfen, sobald sie nur daraus bestehen. daß diese Bedingungen sobald wie möglich von jedemKricgführ enden vorgelech werden und daß diese Bedingungen durchaus klar, ohne die geringste Zweideuttgkett und ohne jeden geheimen Charakter seien. Ihrerseits unterdrückt die Negierung jede Geheimdiploniatie und bekräftigt ihren festen Entschluß, die Friedensbesprcchungen offen vor der ganzen Welt fortzusetzen und zur Veröffentlichung aller g e h e i m c n V ertr ä g e zu schreiten, die von der Regierung der Großgrundbesitzer und der Kapitalisten seit Februar bis zum 7. November 1917 gebilligt oder geschlossen worden sind. Die Negierung erklärt den Inhalt dieser Geheimverträge für null und nichttg, .soweit sie, wie es in der Mehrzahl der Fälle geschieht, die Arten von Begünstigungen und Vorrechten den Großgrnnd- besi^rn und Kapitalisten zuzugestern suchen, indem sic die von den Großrussen gemachten Annexionen aufrechterhalten oder vermehren Indem die Regierung alle Völker einlädt, sogleich Friedensverhandlungen zu. 'beginnen, erklärt sie sich ihrerseits bereit diese Vorverhandlungen durch schriftliche oder telegraphische Mitt teilungen sowie durch Besprechungen ztvischen Vertretern der verschiedenen Länder: oder durch Konferenzen mit den genannten Vertretern zu verwirklichen. Um diese Vorverhandlungen zu erleichtern, tvird die Regierung Bevollmächtigte in den neutralen Ländern er- 'rermen. Die Regierung -schlägt den Regierungen aller krie.,führeit* ben Länder vor, sogleich einen Waffenstillstand zu schließen Sie glmckt ihrerseits, daß dieser Waffenstillstand für d r e i Monate geschlossen werden nruß, welche Zett genügen würde, um die Verhandlungen zu einem guten Ende zu führen. Sie schlägt ferner vor, daß die Vertreter aller Nattonen oder-Nationalttäten, die in den Krieg hineingezogen sind oder ihn über sich ergehen lassen mußten, an den Friedensbesprechungen teilnchmen, und daß eine Konferenz aus Vertretern aller Nationen der Welt zur endgültigen Bttligung der ausgearbetteten Friedensbedingungen zusammenberufen wird. Indem die vorläufige Regierung der russischen Arbeiter und Bauern diese Friedensvorschlägc den Regierungen aller krieg- führenden Länder macht, wendet sie sich insbesondere an die Arbeiter der drei zivilisiertesten und am tävigsten am gegenwärtigen Kriege teilnehmenden Nationen, nämlich England. Frankreich fand Deutschland. Die Arbeiter dieser drei Länder haben der Sache des Fortschritts und des Sozialismus die größten Dienste erwiesen, nämlich durch Einrichtung der Charten in England, durch die große Revolution des französischen Proletariats und den heldenhaften Kamps der deutschen Arbeiter um ihre Organisation. Mle diese Beispiele geben die Gewähr, daß hie Arbeiter dieser Länder die Probleme begreifen. die sich vor ihnen erheben, Probleme der Befreiung der Menschheit von den Schrecken des Krieges, und daß diese Arbeiter durch ihre mächtige Tatkraft voller Selbstverleugnung uns helfen werden, das Werk des Friedens zu, Ende zu bringe^ und dle Arbeiterklassen von Ausbeutung zu befreien. Die gegen Kerenski erhobene AnNagc. Berlin, 13. Nov. T>em „Seeolv" züsotge lastet die gegen Kerenski erhobene Anklage >der maximalisttschen Negierung ans das Verbrechen der Annahme persönlicher Gelder für Staats handln n gen f remder Mächte, auf Landesverrat und fortgesetzte Handlung-en gegen die Interessen Rußlands und ider Armee. * Gerüchte in Kopenhagen. Berlin, 13. Nov. In Kopenhagener politischen und finanziellen Kreisen tvaren gestern dem L. A. züfolge hartnäckige Gerüchte verbreitet, daß der Abschluß eines Waffenstillstandes zwischen Deutschland und Rußland nahe beoorstehe. Dies hatte an der Börse bedeutende Steigerungen der Wechselkurse 'zur Folge. Englischer Bericht aus Aegypten vom 9. November. Unsere berittenen Truppen sind jetzt schnell vorgerückt, machten weitere 400 Gefangene und ^erbeuteten 10 Geschütze. Askalon ist durch Infanterie und Arttllerie besetzt. Tie Zahl der erbeuteten! Geschütze beträgt schon über 70 und umfaßt einige 15-Zetimeter- Haubitzen.^ General Allenbtz schätzt die blutigen Verluste des Feindes zurzeit auf 10000, ab gesellen von den Gefangenen. vom 11. November. General Allenbh berichtet, daß der Vormarsch seiner Truppen gestern 'fortdau.rte, lund daß sein lürker Flügel in der ??achbar- schait von Esdud, Alten Asbdod, vierzehn Meilen nördlich von Wadi Hesi ltand. Die Nackftut des Feindes besetzte die Linie längs des Nordarmes von Wedi Sulereiff. Unsere berittenen Truppen berichten, daß sie Freitag folgende Beute machten: Füni 15-Zenti- meter-Haubitzen, acht Feldgeschütze, 10 Offiziere, 700 Mann sowie viel Bagage. Ta die Ausdelmung des' Schlacht eldes 600 Quadratmeilen beträgt, wird es einige Zeit dauern^ Pis eine vollständige Liste der Beute ausgestellt ist. Masfenausftände in England. Berlin, 12. Nov. (Pr.-Tel.) Die „B. Z. am Mittag" meldet aus Basel: Dem „Baseler Anzeiger" zufolge kam es neuerdings in Glasgow und Birkenbeadzu Ar beiter st reiks und Unruhen. Etwa 100 000 Kohlenarbeiter von Wales ttaten wegen Unzufriedenheit mit der Ernährung in den Ausstand. Berlin, 13. Nov. Nach einer Meldung oes B. T. aus dein .Haag forderten 5 0 000 Spinner in Mauch e st e r eine 30prozontige Lohnerhöhung vom 15. Dezember ab. Dies würde eine Lohnerhöhung um die Hälfte seit' Kriegsausbruch bedeuten. Lord French über „KriegHüberraschungen". Bern, 11. Nov. (WTB.' Lord Fr euch sagte in einer Ver- '.gmmlung freiwilliger Metorsa,, r in London: Wir tonnen nicht wissen, ob nicht unsere nächste Ueberraschung ein Einfall in .England sein wird-. Zps-er'Soldat lernt, obwohl cs nicht /jeder beherzigt, daß im Kriege Unerwartetes geschieht. Wenn je, so erteilte dieser Krieg den Menschen diese Lehre. Der Krieg war seit August 1914 bis vor zwei Tagen eine lange Kette von Ueber- raschungen für Freirnd und Feu->. Wir erlebten alle die größten Ueb-erraschungen. Ihr kennt die letzte, die vielleicht die größte von allen ist, nämlich Pas, was jetzt in Norditalien vor^sich geht. Es ist aber durchaus möglich, daß wir noch soeitere Ucberrasclmngen erleben rrerden. ncmrlich> einen. Einfall. Ich wünsche, daß ihr ver- stel-emamichtet, dag dies durchaus im Bereiche dev Möglichkeit hegt, woraus sich für uns ergibt, daß wir für alles vorbereitet sein müssen. Llohd George irr Paris. Paris, 11. Nov. (WTB.! Meldung des Reuterschen Bureaus. Llopd George ist cheitte früh hier c*ngekommen. Englischer Luftangriff auf die Werft Brügge. Berlin, 12. Nov, (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 9. zum 10. Noveinber griffen sechs englische Großflugzeuge die Werft Brügge an. Durch Scheinwerfer und Sperrfeuer abZedräitgt, svarfen sie ihre Boinben ab. ohne militärischen ^cksaden anzurichten. Zwei Belgier wurdest getötet. * Der „Ternps" über Hindenburg. Bern, 11. Nov. (WTB.) „Temps" fordert, daß die Entente euren militärischen Führer 'wie Hindenburg bekomme Leider habe 'inan keinen. Franzöfifch-fchweizerifche Grenzsperre Genf, 13. Nov. (B.T.) Ueber die Dauer der gestern abermals verfügten frauzösisch-schweizeriscl)an Grenzsperre liegen keine zuverlässiacm Angaben vor. ErwätMU.ng verdient eiire Mitteilung der hiesigen Tribüne, die knapp' vor Eiri- filhrung dtesea- neuen Grenzspert'e auf ihre mindestens vierzehn tägige Dauer vorbereitete. Ueber zwei Millionen Gefangene. Berlin, 12. Nov. (Pr.-Tel.) Infolge unserer Erfolge in Italien hat die Zahl unserer Gefangenen die Rekord- zisser von zwei Millionen überschritten. Tie Zahl enthält mir diejenigen Kriegsgefangenen, die in Miseren Gefan- generllagenl. listennräßig genährt sind: nicht enchalten sind darin die auf bem Transport besurdlichen, die auf der Etappe, in Qua- rmrtäne lagericden ilsw., ferner nicht die durch Austausch oder Tod m Abgang gekommenen und endlich nicht diejeittgen, die sich üt der Hand unfeter Verbündeten vefinden. Seefdeg. Nene U-Boot-Erfolge. Berlin, 12. Nov. (Amtlich) Durch die Tätigkeit unserer UMovte wurden im Sperrgebiet um England wiederum 16 000 BRT. vernichtet. Bmr den versenkten Schiffen tmrrden zwei englische desvafst^i-e Dampfer, von denen einer tiefbeladen war, im englischen Kanal vev, nichtet: unter den übrigen befand sich der englische fa* waffnete Dampfer „Sapel-e" (3152 Donnen), mit Stückgup» ladung von Liverpool nach der Westküste Afrikas. Der Chef des Admiralftabes der Marine. Au§ dem Reichs. Die Ernennung Payers zum Stellvertreter des Reichskanzlers. Berlin, 12. Nov. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser haben allergnädigst geruht, den königlich würl- tembergisch-en Geheimen Rat Friedrich von Payer zum Stellvertreter des Reichskanzlers unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Titel Exzellenzu ernennen. Asrs Hessen. R. M. K. D a r m st a d t, 11. Nov. Eine Reihe von Anfragen und Anttägen sind bei der Zweiten Kammer eingegangen, darunter ein Antrag der Wg. Köhler und Genossen bett. die Jmmunttät der hessischen Abgeordneten. Danach sollen die Abgeordneten, welche bisher gegen Strafverfolgung nur in Hessen geschützt waren, durch das abgeänderte Gesetz auch gegen das Vorgehen nichthessischer Gerichtshöfe geschützt toerboit. — Eine' dringliche Anfrage des Ab-g. Dorsch betrifft die ungleiche Behandlung der Selbstversorger bei der Ausgabe von We izen m e h l (Vorschuß) und wünscht darüber Auskunft. D erselbe Ab geordnete fragt auch an über die ungleiche Kohlen- und Brikett- lieferung emzelner Gemeinden; ferner wünscht der gleiche Abgeordnete in dringlicher Anfrage Auskunft über verschiedene Unklarheiten über die Verhältnisse bei den Oel- schlagmühlen mit Wasserkraft. — Der Abg. Köhler beantragt weiter, die Großh. Regierung zn ersuchen, vom Rechnungsjahr 1918 ab in den Haupworanschlag des Staates eine jährliche Summe von 50 000 Mk. als Staats beitrag an den Heilstättenverein für das Gvoßherzoatum Hessen einzustellen. Aszs Sta-t und Gießen, den 13. November 1917. . f Wir brauchtn Gold für Auslandszahlungen, nament- >ur dre Bezahlung wichtiger Einfuhrwaren! Die Zahlung )h.Gold ist die billigste, unter Umställden sogar einzig mögliche Zählweise gegenüber dem Ausland! /V 0 r .^ ü t r u n g. Vizefeldwebel G e i b e l wurde zum Leutnant d. Res. befördert. . m üsev erkauf. Bei der skädtisch!LN Gemüse scelle, Brandplatz 3, findet am Mittwoch vormittag und nachmittag ein Verkauf statt. Cs wird jedes Quantum Lber- tohlrabi, das Pfund zu 20 Pfg., Unterkohlrabi das Pfund zu o Pfg. W^ßerüden das Pfund zu 4 Pfg., Wirsing das Piund 13 Pfg. abgegeben. dluszahlung der Familienunterstützun- ?en an die Ungel>örigen der zum Heeresdienst Ernberufenm für !>?.- Ol^tzEirde November 1917 findet in den nächsten Tagen statt, ^rehe Bekanntmachung im heuttgen Anzeigeweil. , * Der D u r ch z u g i t a l i e u i s ch e r Kriegs- g e f a n g euer durch die Straßen Gießens hat leider in den telzten Tagen zu Crscheinuugeu Beranlassuna gegeben, die sur werte Krerse unserer Bevölkerung im höchsten Grade beschämend sind. Kinder und Erwachsene wetteiferten, den Gefang.^nerr, dre als echte „Katzelmacher" in um würdigster rmd aufdringlichster Weise Nahrungsmittel (an denen es ihnen unsere Militärbehörden doch'zweifellos nicht fehlen lassen) ^bettelten, Brot, Obst, Zigaretten nsw. zuznstecken und sich dafür Unrfornleabzeichen und andere Kriegserinne? ru.'.eg.en eiuzutauscheii. Man sollte doch lonnschisn, daß unsere Bevölkerung bei solcher Gelegenheit eine würdigere Zurück- tzattung und eine vaterländischere Haltung einnehmen und fta. davor hnteir soltte, mit den militärischen Anordnungen sich m schirseii Wrderspruch zu setzen. Vor ällenr die Rüä- ttcht, die wrr den Empsindungen unserer eigenen tapferen feldgrauen schulvig sind, müsste solche ArUßernngen nnanae- vrachter ^.enjaLronslust und alberner Rührseligreit über das V^diemte Schicksal Mlserer Feinde unmSglich machen, t-eignete Belehrung in den Schulen würde nach dieser Rich- rech: nntzbrrng.end wirken können. - r? ^ L * ic y?£ tu der Zeit vom 16. November 1917 bis 15 Mbnmr 1918 mm 8 Uhr m,rgcns bis ö n&rriSö geöffnet. Siehe Bekanntmachiung. , ■ ß Brlder über lut b e kann t v c r sto t b cn c K ricc s- t e t l n c h m c r. Pas stellvertteterwe GenerälAommando des 18 m Frankfurt a. M. weist Meui darauf hin rr IiD ' r ^ l f t —• Kreisämtern des Korpsbereichs E'- SH, aIien "nlitarchchnr Kommando behörden. Garnison- A- zmZlommanbtö, Ersatztruppentttleu, Lazaretten uüo die ^ zu Zeit .b^geöeum LLfel Berstiorbener emgephen werden können ^ M el dePflrcht^ü ber den Be st and u n b Berbrauck, Ü -r? € m Mr Einsendung der mit der Bekanntmachung Uber Papier, Krrton und Pappe vom 20. S^temMr 1917 angeordi^eu Anzeigen über Bestand -und Verbrauch', von P-wier Marwn wch Pappe vo» der. wir «neui betont der im letzten Ickhve iffe'hr als 100-0! Kilograntnt verwendet bn bettoften wird, war am 22. Oktober 1917 abgLftw Äen die die Anzergen noch nicht er,battet shaben, kann nux empssoblen £* f o!S? uachzulwlen und dm- Kchiegswirtschastsstelle wr Deutsche Zcttungsgcwerbe in Berlin, Breite Straße 8/9 movt enftpreftE Ncittechung !-u nwckM, damit von eine? Straf- gesehen wird. Wer trotz der erneuten Mahnung die ein- malrgen urch monatlrchm Anzmgen nicht erstattet, hat nicht nur M erwarten, ..sondern muß auch unbedingt damit rechnen, bei eurer^Zuteilung s«er kein Papier mehr zu erhalten- womit unter Umstanden dre völlige Lahnclening seines Ge.ch äftnbe- tnebw verbunden sem kann. Nicht nur Pttpiervtzrarchchchch i.mderm alle Verbraucher von Papier iWarenhÄlser, Berkaufsgescbäfte uslv.) sind meldepflrchttg? Beamte der K-riegswirtschaftsstellc nehmen überall genaue Prüfungen vor. ' HtIjrnni St'unde bereitet das Weib- nachtslied „Werlmachtstocken hör' rch klingen" von F-ranz Moritz das soeben rn 45. Auflage erschienen ist. Der Preilbeträat "er ftttKlavier und Gesang l Mk., Duett m0^0 Mb Zu -Haben ist das Lied ber Ernst ^ Neuenweg 9. Siehe Anzeige. ‘ UE 1 fj, Bahichosstvaße 34. Die Schrecken des <2tcllungskampfes hat uns künzlich. der aus amtlichem Materiak beruherrde Svmmesittir imt der deutlichen ^—TT ' v ' tt vcuuiM^m Sprache ccr Mail lieber das .Gleich, dem imscre arinen Kriegsgefangenen k dem Fernde. dre es wagen, uns mit dem Mamen' Barbaren \ ^kotn crusgesetzt und, imimtÄit uns heute, der aus amtlich ^.ege hergestellte große Film „Der Knute entflohen". Das ne Fälmwen berichtet mit entsetzlicher Anschaulichkeit über die Leid unserer Krregsgetangenen in RuUand. Elend und Not der Gesang neu Md kühne Furcht bilden d>en Ilnpalt diesig wahrheitsgttrem xnsMMich Fr-eiwg zur Borführm gelangt. Gur Benitt oupee- grotzcn Fttmwerfs in zu empfehlen Arrz»ü "^rsrenhvf. Heute abend ftndet Korr-ert statt. S«> Platz Landkreis Sieben. -m. Birklar, 13. Nov. Ter Pionier 9Lvlf Lechens von hier der Mi der Westpwnt kämpft, wurde mit dem Eiseriwn Kreuz S Kasle Ml^gezoichnet. Gleichzeitig wurde er znm (Pesrttttn be- f-rdert- LoIlar, 11. Nov. ^ie 5. Ofr'erljcffifdie Provin! - ^ s. Ansstellung, welche der Kaninchen- sMavem Lollar und Umgegend um 27. und 28. Oktober ver- miitmtete. mar gut beschickt. Sie umfaßte 325 Nummern Am - 7 - hefMWärn52°^ Wv Prämiierung statt, welche ^ aus Tarmstedt und Ottlegg mrs Ostenbach mtsgesichrt wurde. Es wurden fast lauter preiÄvette ^ V^stel ung gckmcht. jo daß folgende Preise vergeben tlmrdm: Staats-Ehrenpreis: Alttiere lDelgische Riesen): vck»' M^eßen,, Aug Müller-Bab-Nauheim: tziermmiia-Sil- bn- 2Älh. ScyulllMv-Lottar: Grmr-Srlber: Will). 5>ofm-auu-Lol- lar: ^tern: PH. Haffn-Nieder-Worsel. Jungtiere, Belg. Riesen: 7sr. ^chtel-Mern-Karben Hans Horst-Gießen: Germania-Sil- f : ^ ?ck.ichtel-Klenl-Karden:. Franz. Riesensilber: L»einrich ?raun-Nrdda:^Grau^über: Wich. Münch-Gießen: Havanna: Karl Knauß-^tau genrod. — Verbands-Ehrenpreise- Altttere, ^eutsck^ Riesen^chech: Hch. Müller-Gießen: Blanc '^ener: Joh. Weitzel-Gtenen; Äraun-Silber: Wilh Klauß-Nidda -. Ebrenprerse: Alttiere, Belg. Riesen: Karl I-ohannsson- _.ffarl Smier-Stangenrod : Deutsche Riesenschecke: Hch. Mller-tzneßen, Rud. Rodrger-Greßen; Franz. Widder: Wilh Achultlmg-Lollar. Jap.rner: Wilh. Rau-Gietzen: Gelb-Silber- Mnlrpp-^temberg Hch. Zieyler-Wieseck: Schwarzloh: Hch Vahl-Gietzcn: vermelm: Hch. Ziegler-Wieleck. Jungtiere, Belg, tticnm : I. H Neuratch-Klcin-Karben, Aug. ?Nüller-Bad^auhftm: putsche Rrefenschecke: Georg Hartmann III -Bad-Naubeim, Fr Lckcchtel-Klern-Karben; Weiße Riesen: Daniel Bindewald-Bad- Nauheim: Franz. Widder: Wilh. Schultheiß-Lollar: Japaner: M Bauer-Lollar: Blaue Wiener: Wilh. Nau-Gichen; Franz Mesen-Scwer: Karl Kaletsch-Lollar: Grau-Silber: Karl Feuer- stein-^tangenVod, Wilh. Ndünck>-Gießen: Schwarzloh: Th Wilh Länllnig-Gwß-Kärben. — 1. Preise: Alttiere, Belg Riesen: .hch. Weber-Grcßeu, Hch. Müller-Gießen: Teittsche Niesenschecke - Georg Krug Gießen: Japmrer: Mathias Hüsck-lÄeßen: Franz Niesen-^lber: Hch. Karber-Lollar; Grau-Silber: Hch Riehm- Lollar. Wilh. Schultheiß-Lollar, Hch. Drusius-Üollar; Schwarzloh: Kl^-T.-Z.-Verein d. Eis. Bürbach: Hermelin: Karl Riddel- Mda. Jungtiere, Belg. Wesen : Karl Johamrssmr-Gießcn: Weiße Men: Hch. Mandler-Nieder-Wersel: Ger'mania-Sllber: Wich Sklmltheiß-Lollar: Grau-Silber: Karl KlößStangenrod: Dentis Rresenschecke: Wilh. Metzger-Gambach. — Außerdem wurden MÄ eine große Anzahl zweiter und dritter Preise, sowie lobende Anerkenmmgeu zuertannt. ^ Mainzlar, 12. Nov. Zu einer eindrucksvollen Luther- feicr sowie iltachseier der Vierhundertjahrfeier der Reformation gestaltete sich gestern abend der Gottesdienst, der in der hiesige::, vcm der ganzen Gemeinde -besuchten, überfüllten Kirche abgehalten wurde. Das von dem Kasseler Lehrer .Heinrich Bertel mann m Anfttage der Torfkirck)e verfaßte Festspiel: ..Unser Luther", wurde von 6 Knaben und 6 Mädchen, unterstützt von Kinder- ckörm und t^emeindegesang, vorgettagen. Vortrag und Gesang Me der Lehrer der obersten Schack Nasse, Lehrer Weisel, dan- Mscherterweise übernommen. Der Gottesdienst bekam ein besonders festliches Gepräge dadurch, daß zum ersten Male die neue Avu> und .Kanzelbekleidung, gestiftet von dem eBangelischen ,nauenverein der Gemeinde und gearbeitet in der Para mente n- >msM des Diakcnrissenbauses Elisabetlstnstift zu Darmstadt auf- mg. Die Sckncker überreichten als Gedächtnisgabe eine Altarbibel. Tckan G u ß m a ix n dankte zum Schlüsse allen Gebiwn und Helfern. ** Obbornhofen, 13. Nov. Dem Unteroffizier .Heinrich Schmidt von ihier lwmÄe das Eiserne Kreutz zweiter Masse verliehen. Kreis Büdingen. U it Büdingen. 12. Nov. Sein 25jähriges Diensftubiläun: beging der Fürstliche Unterförster Knaus auf Forst haus Rinderbügen. # Bergheim. 12.Nov. Die Hessische Tapferkefts Medaille und das Württenrbergische Charlottenkveutz erhielten die Söl>ne des Landivirtes Heinttch KönigIV. G Bisses, 12. Nov. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische -vapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Ludwig Knau. ^Düdelsheim, 12. Nov. Die Hessische Tapferkeits- medaillc erhielten die Musketiere Heinrich Sinn er und Wilhelm Grönin ger. # Leidh ecken, 12 .Nov. Ein hiesiger Bäcker lud 38 Laib Ärot und Mehl in seinen Wagen, um am nächsten Morgen die Sachen fortzufabren. Als der Mann in seinen Hof kam, war die Ware über Nacht gestohlen. — Auf dem Felde der Ehre starb der Wehrmann Karl Marbach. Nidda, 12. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier Seib ert. # £b c r -W i d h ersheim , 12. Nov. Das Eiserne Kreuz mw die Hefiisickn 'Tgpferkeitsmodacklc erhielt der Muskeiier Heinrich Eifer. # Sfl t c r s , 12. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Adolf König. Kreis Lauterbach. — Metzlos, 12.Nov. Die 23jährige Tochter eines hiesigen Einwohners ist seit einigen Tagen unter Zurücklasßmg eines Brieses verschivunden, in dem sie ihrer: Angehörigen mitteilte, daß sie gemeinsam mit ihrem Brciuthgmnl, der in Mainz in Garnison steht, den Tod Huchen würde. Auch der junge Mam: hat einen Brief ältlichen Inhalts an seirie in Niederinoos wohnenden Elten: gerichtet. Kreis Schotten. . O Gedern , 12. Nov. Die >evaugelische Kirchen gemeinde be- gestern die Feier des 70 j ährigen Bestehens der hiesigen Kirche. Bon !der ^alten, »vohl chis ins 12. oder 13. Jahrhundert zurückreicheNdnr, im Jahve 1845 aber wegen Baufälligleit abgebrochen>en Kirche stecht heute Nur noch der mäckwige Turm, an den die heutige Kirche in der: Jahren 1845—1847 nngebaut wurde. Bis zur Bolleiidung des Neubaus, der am 7. Nooeniber 1847 feierlich leingeweiht ivurde, wurden die Gottesdienste in emem von der Fürstlichen Standes Herrschaft zur Berfügung gestelltenDw- kal gehalten. Die Kosten des Neubcrus betrugen nack^ damalrgem Gelde 38 280 Gulden 281/2 Kreuzer. rr. /S rf-i l i tz, ,12. Nov>. Am Sonntag nachmittag fand bei großer Beteiligung auch aus dqn Dövferu des Schlitzerl andes unter Teilnahme der Gräflichien Familie auf schön gelegenem Platz nächst der Hrnterburg die feierliche Ertthüllu^lg nnes' Gedenksteins statt zur Erinnerung an die Einführung der Reformation im Schtttzerlandi durch Werner von Schlitz und Pfarrer Nenn im Jahre 1546. Bn Ansprachen der Patronatsgeistlichen, allgemeinen Gchängen, uni) Liedervorträgen des Kirchmgiesangveveins nahm die Feier, vom schönstem Herbstwetter begünstigt, einen erhebenden Verlaus. rr. Schlitz, 12.' Nov. Anr Somrtag hat sich^ in der Wirtschaft Reinhard dahier nnch ausgiebigm Bespvcckpmg eine Brzirksgruppe der deutsch,ei: Vaderlandsparte: mit vorläufig 30 Mitgliedern end-k gülttg, .gebildet. Starkenburg und Nheinhessen. 'K. R. Mainz, 12. Nov. Unerhörte Geflügelpreise, die die in den letzten Wochen geforderten hohen Preise iwch ganz bedeutend übersteigen, wurden heute auf dem hiesigen städttfchien Wochen- mackkt gefordert. Für mittelmäßige lebende Gänse verlangte man 45 — 48 Mark, für gemästete gieschllachtete Gänse pro Pfund 7—8 Mark. Eine fette Gans kam so auf rund 80 Mark zu stehen.' Eure ähnliche sprungweise Steigerung zeigte sich auch beim Verkauf von jungen Hähnen, Enten und alten Hühnern. Für schwache Hähnchen wurden 7—10 Mart, für Suppenhühner bis zu 15 Mark und für Enten bis 20 Mart gefordert. Das bederttet eine Steigerung der Geflügelpveise iimerhalb einer Woche um durchweg 20 — 25 Prozent. Mit dieser durch nichts gerechtfertigteir imaufhaltsanl fortschreitenden Hinarifchrauburrg der Gefiügelpresse hielten die Preise für Kaninckien gleichen Schritt. Aach hier war eine Verteuerung um 20—30 Prozent sestzuslellen. Für junge Hasen von 2—3 Monaten wurden schon 5—7 Mark, für ai^gewachsene, aber keineswegs gut gemästete Tiere sogar 15—20 Mark gefordert. ch Aus Rheinhessen, 12. Nov. Tie Handelskammer Mainz u::d die Großh. Hess. Regierung laben Verhandlungen gepflogen über die Weiitverordnun g. Das Ergebnis war, daß die Wünsche des Weinbaus und Wein Handels gemäß den Vorschlägen des Verbandes Rheinhessischw Weinhäudler Berücksichtigung finden sollen. Dem Wunsche des Bundes südwestdeutscher Wernhändlerverbände, Ivonach inrr die WeiNverß ei gerungen gestattet werden sollen, die bereits v>ar dem Kriege ^abgehalten würden, daß Berste igerarn ge» von Trauben nich: gestattet werden, und daß für ieden Versteigerer nur eine Versteigerung gestattet werden soll im Laufe eines Jahres, wurde zugestimntt. Hessen-Nassau. = Bad Homburg v. d. H., 12. No'v. Tie heutigen Stadtverord n etenwa hleu der dritten Wählerllasse wurden 'unter dem Zeichen tiefte Burgfriedens vollzogen. Tie Wahl- lxckeckigung war schwach. Gewählt wurden die gemeinsamen Kandidaten der bürgevlickgen Vereine ^id des sozialdemokratischen Wahlvererns. — BadHomburg 0. d. H., 12. Nov. Bei der Einfahrt eines Zuges wurde em Postkarren von einem Personenwagen erfaßt und beiseite gerissen. Dabei geriet der Oberpostschasfner Rat heim zwischen den Kurven und einen Pfeiler, wobei er derart geauetscht wurde, daß der Leib anfriß. Der Verunglückte kam im hoffnungslosen Zustande in das Krankenhaus, wo er verstarb. = Frankfurt a. M, 12. Nov. Bei dem dichten Nebel, der heute abend über der Stadt lag, versuchte kurz vor 8 Uhr ein Fuhrwerk zwischen dem Bahnhof West und den: Biegwald vor einem heran brausenden Mi oje der Homburger Bach: die Gleise zu überfahren. Tie Maschine erfaßte jedoch das Gespann und schleuderte es im weiten Bogen abseits. Hierbei erlitt ein Pferd 'ch-vere Verletzung: der Wagen wurde zertrümmert. Die Insassen kamen wie durch ein Wunder nrit idem Leben davm:. Die alarmierte Feuerwehr brachte dem Geführt die erste Hill" zudrücken, die die KvaEhert zweifellos mit den besonderen "ASce- hältnissen des Krieges verbinden. Es handelt sich um Schwellimgen, die fast ausnahmslos bei älteren Persoiven im Alter von 40 bis 65 Jahren, vorzugsweise bei Männer::, anftreten. Bei Bettruhe beginnt bald die Ausschwemmung der alfigespeicherten Wassermengen, tvobei die Kraulen oft sehr abnmgern. Ms Ursache kommt Unteverrlährung, wie cs heißt, insbesondere der Marrgel an Fett, in Betracht, der zur Schädigung der Gefäßwand fi'ihrt, tvahr- scheinlich auf dein Wiege über giftig wirkende Eiweißabbaupro- oulte. Durch Fettzulage war mehrfach ein schrelles Schwinden der Schwellungen zu beobachte::. Als zweiter Belastuugsfakwr kommt das Wasser in Betracht das in Form von Suppen, Kaste und reichlichen Mengen von Steckrübe:: ausgenommen wird. Auf diese Weise hatten die Erkrankten sich ctiua drei Liter Flüssigkeit täglich zngeführt, was eine starke Berschiebuirg der gewöhnlichen Er- nährnngsv-erlMtnisse bedeutet. Die Behandlung besteht in erster Linie in Körperruhe daneben in besonderer ErncU/rung und Be- schränttmg der Wasserzrstuhr. Meteorologksche Beobachtungen der Station Gießen. November 1917 U 0 £ lr _ ü N g = QJ O O f* sr s -n: fj " .2*05 Ztz crs « d© 03 2 § JCt S s 0 ‘C >0 .5 ä ps I«1 7- 5 5-S« 1 £ az Wetter 12. 2” . ! 5.2 5,3! 87 _. 0 Sonnenschein 9" — 1,4 4,5 | 88 — — 0 13. l u 0,3 4,5 96 — 10 Nebel * II III! I ^ochste Temperatur am 11. bis 12. Novbr. 1917 = + 5,6' c. Niedrigste 1917 = -si 0,5 * C. Niederschlag : 0, mm. wöchentl. AebeHcht der Todesfälle l d. Stadt Gtetzen. 41. Woche. Vom 7. Oktober bis 13. Oktber 1917. Einwohnerzabt: angenommen zu 33100. Sterblichkeitsziffer: 31,40 Nach Abzug von 14 Ortsfremden: 9,43 % ft .. Es starben an Zus. Erwachsene Kinder tm l. Lebens- vom 2. bi4 jahr 15. 5>abr Divbtberie und Krupp 3 (3) -v — 3(3) Tuberkulose der Lungen 1(1) — — 1 (1) Aknte allg. Aliliartuberkulose 1 (1) MD — Lungenentzündung 2 1 1 — Krankl: d. Kreislaufsorgane 1 (1) 1 (1) — _ Gehiruschlag 1 1 — — and.Krankh.d Nervensystems 4(4) 4(4) — — Älagen- nnd Darmkatarrh and. Krankheiten der Ber- 3(2) 2 ( 1 ) KD — damnig-?organe 1(1) 10) — — Seldstmord 1 1 _ _ and. den. Todesursachen KD Kl) — __ Todesursache nicht angegeben 1 1 — — Summa: 20(14) f4 (») 2 (!) 4 (4f Dnm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärt/ nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffenllichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. W a l g e r, Med.-Ratt Letzte tlacbvicfytcn Die Lage in Petersburg. t. Köln, 13. Nov. Laut der „Köln. Ztg." meldet das sinnländische Generalstabssekretamat über die Lage in Petersburg: Lenin nnd seinen Anhängern sei der Versuch, eine neue Regierung zn bilden, mißglückt. In Moskau habe sich eine Sonderregrernng gebildet. Unter den Revolntto- naren sei Zersplitterung eingetreten. Die Gegenbewegnna solle unter Rodsziankos oder, Kornllows Leitung stehen Kerenski dürfte ausgespielt haben. Ein Samstag ans Peters- burg abgereister schwedischer Kurier bestätigt, das; dort sett Donnerstag der Pöbel und die Kronstädter Marim- herrsche, alle Arbeit ruhe, stehlende und mordende Räuberbanden von Haus zu Hans zögen. Man rechnet mit einem neuen Blutbad. Arüeitersianen durchsuchten die Wohnungen der Benttttelten in Begleitimg bewaffneter Mitalu^w'r der roten Garde. vermischtes. ^ Eine neue Krankheit infolge des Fettmangels. Eine neue Kriegskrankheit wird jetzt ans der ersten Berliner CharftMinik von den AssistÄtten Tr. C. Masse nnd Dr. H. Zondeck in der „Berliner klinischen Wiochens,chlr:ft" beschrieben. Sie geben ihr den Namen „Kriegsöidem", um'die nahen Beziehungen ausJapans Kriegspolttik. i. Köln. 13. Nov. Die „Köln. Bolksztg." meldet aus Kenf: „L'oeuvre" meldet: Die Hoffnung auf ein iatn ;iirfte~ Emgrerfe-n in Rußland sei vergeblich, weil der - qünstiae Moment verpaßt wurde. Betreffs einer großen BeiKlse rur See seien die Berhandlungen noch schwebend Unterwegs nach Venedig. Bon Josef Kuhnigt. iNachdruck verboten.) Unsere Heere ziehen andere Straßen nach den gesegneten Fluren Benctiens, als sie die Reisenden wählen, wenn sie über die nuncelcuchtenden Brennerzacken zu de:: Tiroler Mpeir nach Bozen hinabsteigen, um dann über das tiefblaue Wu:ü>er des Gardasees, vi-ei' ohne von Mora abzuzweigcn —'im sausenden T»Zug zwischen den sich senkenden Weinbergen durch Bevona in die fruchtbare Ebene fahren. Tie Wege sind^ verschieden, durch den Zweck dorgezeichret, aber was unseren Soldaten dort im herbstlichen Italic:: an neuen Reizen und Eindrücken entgegentritt, das ist das fsteicho. Die milde, fast sommerliche Lust, durchträntt vom Duft reifender Trauben und Limonen, das ruhig fließende Blau im .dimmelsdach lassen vergessen, daß in dev nordischen Heimat regen- träaÄige .Herbststürme über die braunen Aecker rasen, daß sich die Wälder tme ein gepeitschtes Kornfeld biegeir, die Hau «er- eken pfeifen im pralle:: Widerstand. Dort dehnen sich auf den oe eg hon gen im grauen Silberton knorrige Olivenbäuwe zu statt- liä^n Wäldern, im loeißen Man ers chnp grünen Zitronengärten, stn. n und voll hängen im gelbdurchtilpsten Laub samtblaue grauten an langen Spalieren im schützenden Talgrund. Ein klarec Gebirgsfluß plätschert hindurch das pfauchnde Stahlroß -'vängt sieb daneben auf seiner sonnenblitzmrden, eisernen Bahn. Tie südliche Vegetation grüßt schon in Riva den Ankömniling. Hot.stämntige Palmei: kränzen an diesem österreichischen Nordzipfel ees Gardasees de.: staubwehenden Steinweg, der um die Spitze herum nach dein reizenden Fischerdorf Torbole führt. Bon Riva wähl: der Tourist auf der Westlinie des klass:sck)en Schlacht- >Mes -zwisch.n Gardasee :md Tagliamento de:: Weg zur venetia- Mlt.en Ebeiw, den unsere Truppen im Osten über Üdine nahmen. -2re stehen dort schon im stachen Land, während der Gardasee von Bergen umhöht liegt. Sonnenüberflutet blüht sein ge- Westuser in sildlicher Fülle. Palmen, Lorbeeren, Mutte::, nhndödendre.-. Oleander, Azaleen, Orange::, Zitronen, Maul- oecren, Feigen, Mandeln, Granaten, Zypresse::, Agaven gedeihen m üppiger Schönheit. Deutscher Fleiß und Unternehmimgs- habe:: die llimattsche:: Reize und Borzüge dieses Küsten- >Ma-s zu Kurorten ersten Ranges gehoben. Große Hotels und Fremdenheime, vor allem in Moderne. Fasano, 'Gardorre chaben - "km gestgneten Ufertak reichen Verkehr zngeführt. OKiade setzt, krsten Nov,m:berwochren, setzte der Reisestron: in ivachseuder iÄ*ä , Jur 3«it der Hockst lut um Weihnachllm bis Januar fkfjL »tek Haus q*mL) ü: Gardorrre bi sopra, dem cigertt- ' U f' *^ ne ^achlgästc hatte. An den stecke:: sträng geklebt, ' öic tlachdächrrgen Häuschnr m stecherrdem Wicißgelb, in blassem Rot über den blauen See, auf dern braune, rote und gelbe Segel silberne Fuvchien ziehen. Den deutschen Dichter hat der Gardasee besonders angelockt. Paul Heyse hatte in Gardone seine friedliche Villa in: Schatten von Lorbeer- und Zypressenbäi:men. Otto Erich^ Hartleben hat sciue letzten Jahre im benachbarter: Salo verbracht, einem sreund- lickren Städtchen inmitten blühender Orange::- und Zitronenwälder. In dunklem Rot steht dort an der Uferstraße nach Salo das breite, einfache Landhaus Otto Erichs, das spater zum Fremdenheim umgcwaiwelt worden ist. Das StLdtchn: selbst l)at das lcunzeichnende Gepräge italienischer Art, in der sich das ganze Leber: auf den eugen Gassen abspielt. Die Frauen schwatzen aus den offenen Fenstern herüber und hinüber, die Männer laut und gestikuliererü), als ginge es um Ko-Pf und Krage::. Eine Kaserne liegt oder lag dort in einen: tiefen, dunklen Schloß- gemäuer. Es war gerade u:n die Zeit des Tripolis-Raubes an unserem türkischen Freimd, als das Bataillon auf engem Hof zum Mmarsch ferüg stand. Nicht stand, sondern in unruhigem Durcheinander tanzte. Das hierfür geschulte deutsche Auge sah nicht die straffen Muskeln der Disziplin. Der anreitende Offizier, die lauten Kommandos, gaben der: unruhigen Linien nur wenig Festigkeit. Eine banda mruncipale rückte bein: Abmarsch mit lustigen Weisei: de:: Sdldate:: voran. Wie ein Faschingszng lockerte sich schnell das lose Gefüge. W läßt sich verstehen, wenn solch ner-. vöses Blut in gefährlicher Stunde auch in emer festen Hand leichter versagt als unsere nordisch':: Nerve::. Sonne und lachender Himmel trotzen nicht jahrelangen Gewitter::. Von Salo fühtt in kurzer Fahrt der Dampfer nackz dem Süd- punkt des Gardasees, Desjanzano, einem lleinen, lebhafte:: .Handelsstädtchen. Nicht weit davon liegen die blutgetränkten Est'fckde von Solferinv, auf deneu am 24. Jiuli 1859 die vereinigte:: Franzosen und Italiener die -Qesterreicher schlugen. .Heute ist die Stmrde der Vergeltung über den treubrüchigen Genossen gesahre::. Gibt sie uns die bereckstigte Gewigtuung, daß Hinterlist-nicht nngesttast leben darf in der Wett, so schließt sie ftir unsere tapferen Burrdes- genossen vom Jsonzo noch, das befreiende Bewußtsein der Derget- tt:ng in sich. Bei Desenza.no rast der Schnellzug Mailmrd— Ve::edig vorüber, den Weg zur Lagune::stadt, .die in der: Plänen jedes Jtalienreisenden ein Abschluß in gewissem Sinne ist, schon um des uu aus lösche licfjdt Eindrucks, wie ihn eiire zweite Stadt nicht prägt. Von: Fott Malgbera rollten auf schnrafiun Dam:» die Eisenwagen nach den 118 Inseln, auf denen zwische:: Kanälen nnd Känälchen das Otzewirr der schmale:: Gassen dieser vielbesnngeneu Stadt in winkeligem Zickzack läuft. Licht, doch vevwittert steigt nfit den Palazzi eine lünstswhe Kulttir vieler Jahrlumdette aus den ::nrubiaei: Wellen des Eanale grande. auf deiren schwarze Gondeln Drvschkendwnst tun und das fauchende Vapovctto den Onmikus ersetzt. um loen wcarkusplatz, beste:: rechter Eingangsllügel von: Kav, her der lundrucksoolle Dogenpalast bildet, ein massiger Oberbo am luMgen Saulenrerttn:, in gotisch reinen Spitzbogen auslausew zivangt ,:ck' das großitädlst'che Lebe::. .Hier wachst m:e ein Wund^ ^ ^ents, m Gold, Marmor und Mosaik fmllel:rd, der Br-ckstba der Markuvttrche m gle:ckier Front, ragt himmelan der sckstwr Glockenturm. der Eampanrle, in neuerstandener S-ckon- eit D geflügelte venettanrsche Löwe, dem unsere Soldaten sch -n in Udfl find, blickt von hoher Säule auf das geschäfttge Lebe devKanals Kmleehauier und Berkaufsläde:: nmUunw:: das g, ralfimge Recksteck. Dre Fremden stehen vor den Auslage:! der Schar fenster, von den beweglichen Verkäufern zungenfertig bestt^i futtern das unr::hlF flatternde Völkchen der zahmen Tauben Durch den Torbogen des Uhrturms — vechtninklig Zur Markus e:nes fchönen Baus im Stil der Frührena:> sauee,. drän.- s:ch der bunte Strom der Passanteü: in die schmale ^Aerceria' in Hauptgei chaftsstr a ße. An blitzender: Schau fenstern vorüber läuft ss :n manchen Ecken und Sprüngen zur Rialto-Brücke, einem ma: mornen Treppenbau, der den Kanal überspannt. Sie ist etzens nne Sehenswürdigkeit, wenn auch in. anderer Hinsicht, te die fit vcwborgciie „Seilfzerbrücke" die a-us dem Dogenpalast nach de: Kttmmalgefangnis fuhrt. Diese ist nicht nur in den Köpfen erhitzte Schauerromanschreiber zum Todesfturz mancher politischer' Be: brecher :n Venedigs glanzvoller Vergangenheit geworden ' Als Handelsstadt, wenn auch nicht von mittelalterlicher Gros seine Rolle. Beso,:der .^^^udustr:e fiat :m 19. Jahrhundert, nachdem sie durch di böhmische und cngluche Fabrrkatton fast ganz lrerdrängt war, e:nen neuen Ausschwimg genommen. Zierlickfe Gläser in schf«n fim L:l:enformei:, farbensatte fl-lüsse in Schalen und Dosen wurde N.^uester Ze:t ean begehrter FvnndenarttkÄ. Ebenso hat sich ps Seidenfabrakatwn zu :vachfendass Vorfeier zur heutigen Tagung unter zahlreicher Beteiligung Mls Stadt und Qarrd abgehalten worden waren, rmtrde die 22. Kvn- serenA heute vormittag im Konfirmandensaal der Iohanneskirclie jkach einem gemeinsamen Gesrng mit einer von Pfarrer Wissig- Bad-Nauheim auf Grund von Matth. 5, 36 gehaltenen Morgen- andacht eröffnet. Darauf bot der Vorsitzende, Pfarrer Lic. Dr. Bert-Weisenau, der Versammlung im Namen des Vorstandes herzlichen Gruß und stärkte auf Grund der heutigen Brüderlosung den Glauben an den Sieg der Weltmission. Den Haupt gegen st and jder ^Verhandlungen bildete der eingehende Vortrag von Prof. I). S ch i a n ^Gießen über „Mission und Reformation". In der Refornrationszeit ist es weder zur L3etätignng noch zum Gedenken an die Mission gekommen. Luther spricht oft von Heiden, versteht darunter aber meist den zu Heiden gewordenen Christen: zu Wirrer Bekehrung der Heiden fordert er nicht auf. Eine Begründung fftr diese merkwürdige Taffache lag darnr, daß Deutschland kein Kolonialland war und keine persönlick-e Berührung mit derr nichtchristlicl-en Ländern hatte. Eine andere Erklärung ist die, daß die Reformatoren im Kämpf für das neue Evangelium so in Anspruch genommen rvaren, daß sie keinen Sinn für die Herden- mission hatten, dluch waren keine für diesen Zweck geeigneten Kräfte vorhanden. DaSu kam, daß die Reformatoren die Trennung von der alten Kirche sehr schmerzlich empfanden, sich lange dagegen gesträubt haben Auch die eschatologisä^u und ErwäAungsgedonkeu Luthers storchen seiner Betätigung der Hetdeimrission ini Wege. 9Lach dem Gedanken des allgemeinen Priestertums ist er der Ansicht, daß das Christentum sich von selber fortpslanz-e, weil es eine Gotteskrast sei, und das eigene Tun der Menscl-en dahinter zurückstehen müsse. Trotzdem aber die Reformation nichts von einer Mission weiß, steht unser heutiger Betrieb der Mission auf dem Boden der Reformation und darf sich auf die Reformation berufen, weil er nicht die Kirche, sondern den Glauben predigt. Darum gehören Reformation und Mission eng zusammen. — Ju der an den Vortrag sich anschließenden Aussprache wurde u. a. noch betont, daß es von der Resormationszeit für ihre Stellung zur Mission auch heiße: „Meine Stunde ist nock) nicht gekommen". Auch war das Recht zu reformieren nur den Landesherren Vorbehalten, so daß man an eine freie Mffsionstätigkeit nicht denken konnte. Zur Ausbreitung des Christentums trägt heute noch, wie zu Luthers Zeit, das evangelisch Kirchenlied viel bei. Mit dem (besang eines Liederverses wurde die Vormittagstagung üm 121/2 Uhr geschlossen. In der Nachnrittagsversammlung, die mit Gesang von „Ach bleib mit deiner Gnadc?" und mit Gebet eingeleitet wurde, verlas Pfarrer A n d r e s - Groß-Karben in Vertretung des erkrankten Schrisffülwers Pfarrer Fischer- Groß-Bieberau den Jahresbericht. Daran schloß sich die Erstattung der Jahresabrechnung, die mit einem kleinen Barbestand absckLießen konnte. Hierauf hielt Pfarrer Liz. Dr. Bert-Weisenau einen Vortrag über die Frage: „Was kann geschelxn, damit unsere akademische Jugend für die Missi-msarbeit gewonnen wird?" Er führte aus, daß bereits vor 20 Jahren der Gedanke rege wurde, in Gießen ein Studienhcms für die Erweckung von Missionsgedanken zu errichten, aber aus äußeren Gründen wieder aufgegeben wurde. Einige Jahre später verfolgte der srüliere hiesige Universitätspvofessvr 1). Stade denselben Gedanken, der aber wieder fallen gelassen werden mußte. In diesem Jahre ist man einen 'Schritt vorwärts gekommen, indem die Gie- ßcner Fakultät die früher bestehenden Universitätsgottesdienste wieder aufleben ließ. Außerdem wird in der Ted-nischen .Hochschule in Darnfftadt ein Lehrstuhl für Religionswissenschaft eröffnet werden. Der, Vortragende hat an sämtliche deuffche Hochschulen eine Denkschrift gerichtet, die er verliest, in welcher die Anregung gegeben wird, seelsorgerffckie Einrickffungen für sämtliche akademischen Hörer an den Hochsckpilen einzurichten. Was der Deuffche Studentenbund für Missirnr in dieser Hinsicht getan hat, berichtet Dr. phil. Schneider-Gießen. Ter Bund will die Studenten durch Vorträge zum Bibelstudium aneisern und Missionskenntnis: und Missionsstudium unter ihnen fördern. Mit einem von Pfarrer K ö d d i n g - Darmsbadt gesprochenen GÄet wurde die schön verlaufene Tagung um 4 Uhr geschlossen. Dann folgte noch in der Johanneskirche ein von Missionsinspektvr Hof- m a n n gehaltener Jugendgiotles-diemst, in welchem dieser von Land und Leuten in Neuguinea erzälLte. % Rabatt **% auf garnierte und ungarnierte Damen- u. Kinderhüte Musketier Karl Henrich Infanterie-Regiment 168, 11. Kompagnie im Alter von 20 Jahren am 20. August 1917 fürs Vaterland gefallen ist* In tiefem Schmerz: Familie Wilhelm Henrich. Treis, den 12. November 1917. 07050 Von Beileidsbezeugungen bitten wir abzusehen. hauptsächlich 8278 Velourhüte, vsrsch. Farben Samthüte, handgearbeitet Filzhüte, moderne Formen F. Mandler, Spez.-Putzgeschaft : Grosser Steinweg 15 Pelze u. Muffe werden mod. umgearbeitet. , Dohkr ll bcmjm'iiasft Nedegew. Herr od. 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Die Unterstütz,mien dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgcbolt werden. 8283B Gießen, den 6. November 1917. _Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 10. Nov. 1017 bis 15. Februar 1018 von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends geöffnet. Gießen, den 6. November 1917. 8284 B Der Oberbürgermeister; Keller. Weißer Tischivciil / die V. Ö-tnfc&c 1915er Sflu&cnöcim. 4,25 „ Nicht. Donita! 4,5Ö „Iiirllj.Fciittberßl.üO Winkler-Neeberg 4,50 IWerMesheimr.'),- 19v7oRWertsl>g.5,75 (Achtmorgen) 1915er Enkirchcc 1,25 ., Dsirsücrßofbcrgß,- 1913er Snfldfieimcr 5,- (Rother) „ StSuIicn Äi,- 1909er ßfjäi Sntour Imine (1,50 1V5cr Mt Latour 8231 üc Msns?,- MlUiffeiix erster Firuien zll Original-Preisen bet August Wallenfels, Marktplatz 17, Tel. 262. lifit Frankfurt a, M, gesucht. 6 Sopran, 6 Alt, nur gute Kräfte, wollen sich melden bei guter Bezahlung für das demnächst zur Vorführung gelangende große Filmwerk irakel" Vorzustellen Freitag den 16. 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