rn.264 Ter Siehener Anzelger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: KithenerZamilienblätter, Kreist latt für den Krtis Gießen. Bezugspreis: monatl. 1 All.. vierteljährlich 3 R!k.: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 9) Pf..- dilrch die Post Tlt. 3.— viertel- jährl. ausschl. Beüellg. Fernsprech - 'Anschlüsse: für die Schriitleitmig 112 Lerlag,Gejchäitsstelleö1 Anschrift fürDravtnach- cichten: Anzeiger Gießen. Freitag, y. November M7 ^^E)kgang, Freitag, 9. Metzener Anzeiger «i-General-Anzcher für Oberhessen — Bni!) l l tillerie-Dätigkeit im Cerna-Bogen wieder zugenommen. Der Bormarsch in Italien» Wien, 8. Nov. Aus dem Kriegspress equartier wird uns gemeldet: Der VormarU:> in der venezianischen Ebene hat (bereits die Livenza überschritten, von der die Entfernung bis zum Piave nur noch 2 0 Kilometer beträgt. Die versprengten und zum Teil nochs tapfer sich wehrenden Telle des Gegners im unwegsamen Hochgebirge westlich des oberen Tagliamento sehen ihrem gewissen Schicksal entgegen. Immer stärker tritt die Planmäßigkeit und Gemeinsamkeit der gegen Italien angesetzten Operation zutage. * * \* Aus Aegypten. Im amtlichen englischen Bericht aus Aegypten heißt es u. a.: Gaza ist heute ftüh genommen worden. Weitere Einzelheiten fehlen noch. (Anmerkung: Wie wir hören, entspricht die Meldung insofern den Tatsachen, als die Stellungen vorwärts Gaza und der Ort selbst planmäßig von den Türken geräumt sind.) Die Lage in Ruhland. Kerenski geflohen! Wien, 8. Nov. Das Kriegspresse-Quartier hat einen verstümmelten Petersburger Funk.pruch au'g-fangen, der an alle russischen Armeen gerichtet ist, worin die Verhaftung einer Anzahl russischer Minister mitgeteill und ferner gesagt ist, daß Kerenski geflohen sei. Die Armeeorganisationen wollen Maßnahmen treffen, um ihn zu verhaften und nach Petersburg auszulieftrn. In Petersburg h^it die Arbeiter- und Soldatenrevolution gesiegt. Bern, 8. Nov. (WTB.) „Progres de Lyon" meldet aus Petersburg: Das Laudgut des Großfürsten Nikolaus Michails- witsch bei Nikolajew ist dem Erdboden gleichgeinacht. De sehr wertvollen Kunstschätze des Gvoßfürsten sind verschwunden. Alle Untersuchungen zur Entdeckung der Schuldiger eben ergebnislos. Ist Podolien, der Ukraine und in ird-Beßara- bien ist die Lage >durch die P l ü n d e r e r b a L e n so ernst, daß die Regierung den Militärbehiörden die Vollncacht gegeben hat, mit aller Strenge vorzugehen, mn die Ordnung wiederherzustellen. K o p e u h a g e n , 8. 9?vo. (WTB.) Einen: Petersburger Telegramm Mfolge wurde der Chef der diplomatischen Kanzlei bei .Kerenski, Fürst Trubetzkoj, zum Botschafter in Rom ernannt. Der bisherige Verweser der Botschaft in Rom, v. Giers, wurde zum Botschafter in L-oiüwn ernannt. Die vorläuftge Regierung be- chilvß nun endgültig, sich e von Kerensti an der Front wieder eing es lehrte Todesstrafe aufgehoben. Alle unter der Beschuldigung sogenarrnter politischer Derbrecht.m vercha steten revolutionären Soldaten und -Offiziere sind sofort in FreWÄt zu setzen. Die ovitta Proklamation zählt die Namen der verhafteten früheren Minister auf tmd fordert alle militärischen Verbände aus, alle Maßnahmen zu ergreifen, um MvrÄnski zu verhaften und ihn nach, Petersburg zurückzubringen. Jede Unterstützimg Kerenstis wird als Hochverrat bestraft werden. Wien, 8. Nov. Aus dem Kriegspressequartier wird u. a. gemeldet: Tie durch die letzten Ereignisse in Nußland geschaffene Lage wird durch vier AufrufedeS Arbeiter - und Sol- datenrates: 1. an alle Armeekomitees der operierenden Armerl und alle Räte der Soldatendeputationen, 2. an alle Kvmpaguie- und Gerichtslomniitees, 3. an alte Eisenbahnangestelttm, 4. an en ^der Negierung und dem Arbeiter- und Soldatenrat reich ^Eer. Tas Vorgehen der Mapimalistew entwickelre sich ziemlich schnell, ^cr Telegraph ging bereits in ihre Hände über ~ die Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. trs wtgt sodann wörtlich die von uns bereits verbreitere Reuter- meidnng. Lloyd George und Paiulcve in Italien. Rapallo 8. Nov (WTBck Meldung der Agenzia Stefani. Montag Nachmittag sind hrer Lloyd George in Begleitung der Generale « m u t h und W i l so n und des französischen Mini- Präsidenten Vainlevä sowie des .Mitglieds des sranzchi- 7 chen Kriegstzomckees Franklin Bouillon eingetroffen. Sie wur- oen vvir dem Ministerpräsidenten Orlando und vor, dem M Mister Sonnino und den Generalen Rob? r t- q>on^ und F o ch, die sich bereits in Italien befandm empfangen. Es fanden Besprechungen statt, an denen auch der italienische .üriegsministsr (General Alfieri und der Unterstabschef ^ ttalreniichm .Heeresleitung General Porro sowie der fran- -zöfische Botschafter Barero teilnahmen. Tie am 6 und 7 No- vember abgehaltenen Bechrvck.'lngen prüften die Maßnahmen br tn ri 3Tn fi'* t orc gegenwärttge Lage zu treffen tino Tas 'sehr raffte Eingreifen der Führer der verbündeten Regierikiigen und ihrer. lwcküen inilrtärrschen Vertreter bilde.- für sich allein einen feierlichen Beweis für dre vollkommene Solidarität der Alliierten und ihrer Waffenbrüder,-chlft. Mittwoch Abend verließen die Minister Rapallo. Rom, 8. Nov. Agcuzia Stefarn. Nachdem auf der Konferenz in Rapallo dre Schaffung eines internationalen obersten poli tischen Rates für die gesamte W e st f r o n t bei-chopen ivorden ist, dem ein ständiger m i l i- entralaus schuß zur Seite steheir soll, ivurden hmern au dieiem Militärischen Komitee ernannt: General Eson .für England, General Ea- ^ cncra * Cadorna im italieni- «v2*1 c r r 1 ® ® c r f e & e n ' ernennt ein könig- r l, ? rate ,i ttm Thn des (Nnemlstabesder Armee den General Tiaz und zu ttnterchefs zwei andere Generale. Die Lntschridung über polen? Don unferem Berliner Mitarbeiter wird uns geschrieben: In den Aufregungen der allerneuesten Kanzlerkrise hat man beinahe übersehen, was im geheiinnisvallen Schoße des preußisch-kaiserlirherl. Krourats zu keinien begonnen hat. Ter Kronrat icutb im Schlosse Beüevue am Montag den 5. November statt. Am Jahrestage der Zmeikaiserprol'Ia- matkm, durch die das KÄuigreich Polen a.(s erbliche Aton- archie mit kouftitutioneller Verfassuirg mrd eigner Armee wiederhergestellt und gleichzeitig dem Lande Galizien innere Selbständigkeit verliehen wurde! Erst ein Jahr ist seitdem^ vergangen und mailche bittere Erfahrung, manche Enttäuschung hat man sowohl in Berün wie in Wien .mit dem polnischen Problem erlebt. Tie Ergebnisse des neuen Kronrats sind, soviel bis jetzt durchsickerte, folgende: Erstens soll es chabei bleiben, daß nicht die passivistischeu Potenkretse erhört werden, die jede Entscheidung bis nach .üriegselche vertagen möchten. Vielmehr stützen die Mittelmächte ihre Politik nach wie vor trotz aller Schfvierig- keiteu auh die Vesvegung der polnischer: Aktivisten. Zweitens: Oe,terreich^-Ungarn geht entschlossen zum Trialismus iiber. Galizien soll zum künftigen Königreich Polen geschlagen, Dentsch.and durch Anglieoerung Kurlands und Litauens an Preußen „euischädigiverden. Drittens: Mit. der Realunion soll eine Personalunion verknüpft werden. Und zwar nicht nur in Oesterrcich^Ungaru, sondern auch im Deutschen Rpiche. Wie Kaiser Karl sich Körrig von Ungar n u rt b König von Polen nennen wird, soll der Deutsche Kaiser und König von Preußen ethm den eines Großfürsten von L i t a u/e n und eines H crzo g s v o n Kur l a n d führen. Es sind Vorschläge, vorläufig Vorschläge. Die Rechnung ist ganz ohne die Polen gemacht. Gewisse polnische Kreise gehen nur scheirrbar darauf ein, verfolgen aber damit ungeheuerliche, vottständig un- attne hin bare Ziele. Sie stellen sich irämtich hinsichtlich Ordensverleihungen des Kaisers Karl. Wien, / Nov. .lWTB.' Anläßlich der jüngsten Siege in Ztalren verlreh Kar,er Karl u. a. dem Feldmarschall Erzherzog Suqen uni, dem KenerolscldmMschall von Hindenbura d°? Brillanten znnr Mrlrtärverdstrrstkreuz erster Klasse mit der Krregs- aekorattrm, dem General der Infanterie von Be low das Groß- kreuz des Leopoldordens mrt der Kriegsdekoration, dem Geirpra - leutnantK rafft von Delnren srn g en das Militäroerdrrnst- ^b^ö^erster Klaße mit der Krregsdekoration. 5^ t-e it, 8. Wato. (WTB.) Der Kaiser verlieh dem General der .mfanterre Lu den dar ff das Großkreuz des Leopoloorde" / mit Krregsdekoration. * * ' tff&uznä (das als „9ceuPreußen" immer noch.rund ein: Million. Polen als Mitgift mitbekäme) desinteressiert urck a,seir ihre Ansprüche auf dieses schrinbar fallen, unter der Bedingung freilich, daß das Backenland nicht nur staatsrechtlich mit diesem verbunden wird, sondern auch verwal- tungstechnisch eine gemeinschaftliche Regierungsspitze er- f Tltc solche Verschmelzung allein sei geeignet, der polnischen Verzicht aus Litauen zu erleichtern.' Der Zuganc zur Ostsee soll also mit andern Mitteln versucht tverderr Bereits 1856 ijt eine solche Gefahr von -Oesterreich richtig erkannt worden, als es an Napoleon III., der in Gerneirr- sckaft mit England eine Expedition nach jenem Omer aev'.^ck zur Erzwingung des Friedens plante, eine N-otc rlastete, ru der es hieß: „Eine Expedition könne nach den Küsten der Ostsee nicht stattfinorrr, ohne eine bedeutende Garung rn Polen herv-orzurusen. Als Mitbesitzer von Polen ^be sich Oesterreich daher genötigt sehen, auch das rusfrsche Poleu zu be«etzeu uud für die Tauer des Krieges als neutral zu erklären." Man sieht, die besondere Schme- rlg.ert liegt in der Behandlung Litauens. Tie Großpolen weroen alles aufbieten, um entweder ihre Ziele zu erreichen oder oeir Rvgierungen von Berlin und Wien nur Batten in den Weg zu werfen. Witt mau ihnen, wie es heißt, die d. h. das Recht der uneirrgeschränkten Schifahrt aus der bMfdjen Weichsel geben, so rvird das für dre großpolnrscherr^Ansprüche nur der kleine Finger sein, dem bald dre ganze Hand, d. h. die polnische Landzunge zur -Oittoe Nachsorgen müßte. Und auch daun wäre noch teure Ruhe. Dre politische Jrredenta würde irr aller: preußischen Geb reten mit polnischer Bevölkerung begehrlich bis rr . Sprengung des jetzigen guten -Verhältnisses zfvrjchen De ischlartd nnd Polentunr werden. der neue, Reichskanzler diesen Gefahren durch dynasttsche Hslssmrttel begegnen zu können? Glaubt er, daß die Polen ihm williger als seinen Vorgängern folgen, wett er Katholrk und ehemaliger Zentrumssuhrer ist? powert ivrr dre polnischen Strömungen kennen, hat bei allen Grupperr rmd Parteien die rrattonale Frage stets gegen b.^!s.M!o.i'.de>r LlsMag gegeben, wenn es galt, politische Geschäfte mrt Großmächten zu nracheu. Schon wird ja auch gegen dre vorgefchlagene österreichische Personalunion ein- gewerr.de t daß nach der polnischen Verfassung der König irn ^anoe wohrren nrusse unb daß eine zeitweise .Hofhaltun'- Kager Karls in Warschau nicht genüge. Man will eben Schwnerrgierten machen. Gras Czernin' hat schon im Früh- ttng d. rn Wien mrt Herrn v. Dethmann Hollweq an dieser harten Ruß geknackt und als König von Polen den Erzherzog Karl Stephan vorgeschlagen. Er ist vielstimmig „abgelehnt worden. Zu? dem Reiche. Die Neubesetzung des Vizekallztcr.Postens. Berlin, 9. Nov. Amtlich. Staatsminister Dr. Hel! ferich'hat den Kaiser gebeten, ihn von der Stellung al Stellvertreter des Reichskanzlers und Mitglied des preußi scheu Staatsministeriums zu entbinderr. Seiue Majestät de Kaiser hat dem Wunsche unter Vorbehalt späterer anderwei tiger Verwenduirg Dr. Heljferrchs stattgegeberr. Berlin, 9. Nov. Wie wir hören, dürfte als Nachsoj ger Dr. Helfferichs in der Stellung als Stellvertreter de Rckchskansters der Abgeordnete v. Paher irr Frage komrster Die Besetzung des Vizepräsidiums des preußischen Staats- Ministeriums durch den Landtagsabgeordnete'n Dr. Friedberg gilt als wahrscheinlich. Bnndesratsbeschlüsse. Berlin, 8. Nov. (WTB) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangter zur Annahme: Die Aenderurrg eirrer Bekanntmachung betr das Verbot von Mitteilurrgcn rer Preise von Wer tp aprer er: usw. vom 25. Februar 191? und der Entwurf einer Verordnung über die Vornahme der Viehzählung am 1. Dezember 1917.' Adolf Wagner ch- Berlin, 8. Nov. Ter berühmte Natiorralökonom Professor Tr. A d >o l f W a g n e r ist heute im Mter von 82 Jalnen gestorben. Secfrleg. Reue U-Boot-Erfolge. Berlin, 8. Nov. Auf dem nördlichen S e e - kriegsschauplatz rvurden durch unsere U-Boote wie. derunr 15 000 BRT. versenkt. Unter den vernich teten Schiffen befanden sich der amerikanische Transport- dampser „Achilles" (6878 Tonnen), ein unbekannter Tand dampser, sowie der franzäsisckfe Segler „Rose^L Der Ches des Admiralstabes der Marine. * Berlin, 8. Nov. Tie Berickste zioerer jetzt von erfolgreichen Fernfahrterr zurückgekehrt et U-Boote bestätigen übereinstimmend ten immer mehr abnehmenden Schiffsverkehr in den Gewässern vor den lpestlichen Küsten Eirglands und Frankreichs. Dem einen U-Boot war es während seines mehrwöchigen Aufenthaltes im TätigreiLsgebiet überhaupt nicht möglich gewesen, auf Dampfer zu Schuß zu komme::, während es Gelegenheü hatte, unter anderen! elf Segler zu vernichten, die sämtlich beladen den feindlichen Küsten Zustrebten. Unter ihnen b.chanden sich zwei französische Strcklbacken, die nrit je 3000 Tonnen Weizen von Australien nach Frankreich bestimmt waren, ferner eine französische ersenre Bark mit einer vollen Ladung Rum von Martinique nach Bordeaux unterwegs. Des weiteren wurde ein amerikanischer Vier- Paster versenkt, dessen Ladung ebenso wie die eines englischen vernichteten Seglers aus Oel bestand. Tas zweite U-Boot sichtete in htm südwestlichen dlnmarschstraßen zu den englischen und franzö- stscheir Westhäsen trotz klarsten Wetters tagelang weder Dampfer noch Regler, trotzdem das Tätigkeitsgebiet mehrfach verlegt wurde. Ber liu, 8. Eytov. (Priv.-Tel.) Ueber die Beteiligung königlicher Prinzen au nuferen Uuteruehmungen zur See erfahren wir, daß Prinz Adalbert als Korvettenkapitän und Führer eines kleinen Kreuzers an den Opera- ttoueu bei Oesel teilgeuonttnen hat. Prinz Sigis- mund, der' zweite Sohn des Prinzen Heinrich, ist kürzlich von einer U-Bvots-Untevttehmrmg zurückgekehrt, die unter Führung des Kapitäns von Arnauld de la Perriere statt- farrd und das* U-Boot bis vor Madeira brachte. London, 7. Nov. (WTB.) Die „Eeutral News" matt det: Ter Marinemitarbeiter des „Dailp Telegraph i-hreibt, daß die Zahl der deutschen U-Boote seit einigen Tagen größer geworden sei als je. Bisher sei die Zahl der zerstörten Unterseeboote den Neubautei: ungefähr gleiche gekommen, aber seit Ende August habe Deutschland den Bau bedeutend vergrößert. Das Wolffsche Bureau bemerkt dazu: Hie der Staats- jekretär des Reichsmarineamts im Reichstage ausaeführt hat, steht den geringen nvouattichen Verlusten an U-Booten eine weit größere Zahl von Neubauterr gegenüber. Ans StQdt nnd (atid. Gießen, den 9. November 1317. Zur Bewirtschaftung der Milch. Die ungünstige Entwicklung, die die Milch- und Ftttversorgr.uü der Bevölkerung seit idem Erlaß der Verordnung über dü' Beivirt- schaitung von Milch und den Verkehr mit Milch vom 3. Oktober 1916 genommen hat, macht neue Bestimmungen zur bessereir Er- faspmg und Verteilunkg der Milch rwpvendig, die ihren Aufdruck irr «einer neuen Verordnung des Staatssekretärs des Kriegsernäh- rmrgsamts und in Anordnungen der Reichsstckle für Speisefette zu dieser Verordnung gefunden haben. Tße wesentlichen '.ttn n 'm- gen bestehen in folgenden Vorschriften: - Die Zuständigkeit der Reichsstelle für Speisefette erstreckt sich auf Ntckch m bearbeitetem und imboarbeLteiem Zustand und alle Bestandteil und Erzeugnisse, die dnrch Zerlegung oder Bearbei- ttmg ans Vttlch gÄoonneir aber die aus Milch h.wgestellt werden, 'insbesondere oho auf Sahne, Butter- und Magermilch, Sauer- mclch, -Quark, Jogtturt usw. Ter Kreis der Selbstversorger ist nunmehr auf Angehörige des Haushalts nnd solche Wirtickafts- Angehörige, die herkömmlich Vollmilch als Teil der Entlohnung bezrefen, beschränkt. Der Vvllmilchbedarf der Selbstversorger sowohl für Ernährungs- als sizr Verfütterungszwecke muß in Zukunft behördlich festgesetzt werden. Die Verfülle ung von Vül- unlch ist grunosatzlich nur noch an Kälber, die nicht älter als sechs Wochnen sind, znge/asserr. Für die Zwecke der menschliche:: Erngl^ -u.ng rann ein bestimmter Teil der bei Knh'haltungen nnd Molkereien anfallenden Magermilch zur Frischmilchlieferung oder zm, Quartberettnna rn Anspruch genommen roerden. Soweit Vollnnlch über denierrrOn Bedarf, der zrrr 'Befriedigung der Vollnrilchver- sorgungsberEigten -erforderlich ist, zur Verfügung steht, ist sie zu verbuttern oder, wenn die Verbutterimg aus technischm o^er anderen HinderungSgrüirdei: nndnrchcklfrb-crr ist, bei der Fettzutti- Inng anzurechnerr. Tie Abgabe vor: Vollmilch ist grundsätzlich nur -gegen Karte oder anderen belÄrdlichcn Ausirms zulässig. Die Srchmtellnng der Milchveriorgung von Bedarfs gerne irr den kann mcht nur durch behördliche Einzelaniveiiungen, sonder: auch durch dre Anordnung von Landlie.erungen erfolgen, bei dene-n Ueber- schußbezrrien dre Lie«enmg bestimmter Milchmerrgen an andere Be- varfsdezirte au!gegeben wird. Ferner sind die Behörden teingt, Zwischen fagliamcnto und Piave. Die weite, weite oberitalienilck.e Ebene, die die Flüsse des Landes in der Arbeit von Jahrzchntausenden durck> Ausfüllung- langsam abgerungen haben. Nock- immer führen sie den Steinschütt der Alpnr ^n Tale, schi-eben das Land gegen das Meer vor ziehen sich, ms tief gefurchte, den größter: Teil des Jahres nalwzn trockena Geröllbetten durchs das von ihnen geschaffene Land, lfirr Geiles, solcher Flüsse verteilt sich über das Gebiet zwischen Tagliamerrtv und Piave, aber nur einer dieser Flüsse ist ansehnlich-r: das ist die Livenza, die zugleich auf einem großen Teile ihres LauteS eine Landesscheide bildet. Was Mich liegt, gehört zum Frianl westlich aber beginnt mit der Provinz Venedig das elgerttlick-- Beriezien und das ganze Küstenland dieses Strick,es, ein von- Lagunen, Schilfdickichten, stehenden Wasserrr vielfach erfülltes Sumpfgebiet, gehört schon zur Provinz Venedig in: engeren Sinne Ten Gegensatz zu diesem Süden des Landes bildet dann seirr Nordteil, wo die Alpen in steilem Abstürze und in schmalen Bergtännm das Land umkränzen und zum Teil, besonders im westlichen Abschnitte des. Gebietes, nock ziemlich weil in die Ebene Vorgebirge «und Bochügel hsnausslendiÄ:, die das - Landsch.aftsbild auf d-'ck anmutigste beleben. Coneglianio, das reizeiidste StLdtebild zwischen Taglramento und Piave, verdankt einen: solchen Hügel feine os. gerühmte SMrcheit. Ajn den Hängen dieser Vorberge aber wächst vielfackt ein besonders guter Wein, der seit alters ,veiten und oe, dirrten Ruf genießt. De:: beiden Straßen, die schon seit vielen Jahrhunderten das Gebiet durchguere::, folgt heute auch die Eisenbahn. Die südlichere ^ davon ist die, die von BeneLng «und Treoiso nach Monfalconc und! Zorz mhrt. Es :st die einsamere der beiden Straßen: doch ist die Y-esch'.chte auch diesen Weg gewandert. Unweit südlich von Porto- - *4, yuu'uiwu. uui^u inmrcy von uzorw- gruarm rem beo-entendsten Ersenbahmckatze und 5taoterrpnnkte dieser Lrnre, Trogt em kmnmerlrchrs Dorf, das dm Nam-en Eoncordra. tragt. Es ist eure alte römische Gründung, die einst Julia Con- oardra hreß, und ihre Bedeutung hatte, später auck, der Sitz eines' Brsck,ofs wurde. .Aber Attila, der Hunn-enkönig, kam hier des Weges uno zerstörte die Siedelung. Ter Bischof verlegte seinen Sitz nach Porrogrnaro, rvo man nun irr einen: kleinen Museum allerhand römische Uel erneste aus (eoucordia studieren kam:. Tort aber zeugt eure in inetanckolischer Einsamkeit noch stthengebücbene früh- mrttelalterllcke waustapelle von der einstigen Blüte des Ortes. ^ Ungleich beleb'er, anziehender und erinnerungsreich-er ist die Norolune, die alte, wichtige Völker- und Heeressttast' z,oiscke:r Verona und Udinc Gleich wenn auf langer Gilterbrü'cke von Eoormpa bis herüber nach, Cafarsa der Taglramento ülrerschritttn t,t, irr ft man fick rn einem wohlbebauten, gut gepflegten Lande nnt zahlreickm behäbigen Ansiedelungen. Nicht lange, so ist Porde- „one errerckF eine freundliche Landstadt, die aber an geschichtlicher: und kuujllerlschien Grrrrnerungen teuresrvegs arm ist In künstlerischer Beziehung hat der hier tvohrrende Bolksschlag sich immer 'chaffenskräftig erwiesen: Pordenone sowohl wie Eonegliano sind ' nrch Meijter berühmt gewordm, die hier das Lickst der Welt erblickt ',sten. Dre Stat t rst roohl der „Portus Naonis" der Römer, und ne Lage arn Flusch ?,: ckLoneetto gereicht ihr noch heut zum Vorteil .ene tretet ihr einen kleinen Hafen, und da Pördeiroire gerade anitwegs zwischen den Alpen und dem Meere liegt, so hat cs sich i einem .blühenden Büemcit Handelsmittelpunkte entwickelt An Getreide, Wem, Vieh, Seide wird hier ein recht lebhafter Umsatz getneben: auch, allerlei Jndustirien haben sich in Pordenone e imdcft dioch. erinnert die Stadt an ein römisches Soldaten!ag sre stellt am unregelmäßiges, großenteils noch vor: Mauern u geb-eueö Viereck Oar, das rn seiner ganzen Breite durch die Hau Itraß-en geteilt und so in vier StadtvierlA zerlegt wird . ^ure sruchtbarc, rrahrhafte Gegerrd ist cs. die die Straf- h fÄA 1 Eicht sie die Livenza, deren Brückenkopf mm % l? bt ( Sacrve gewesen rst. Stt hat dadurch eine gewisse Wichtig, und sch-on IE Hirt chr der Patriarch Gottfried v stgnlkra d:e Stadtfreihett verliehen. Nv-chi zeugen Mauern r, roraben davon, dast dre Bewohner von Saeile sich vielsack ilv S? ut * n wchren hatten. Das Städtchen überraschst durch seine sck'i Prazza, die von Säulenhallen und stattlichen Bauten des '' ÄÄÄ™ ’ ft ' ^ ba “ ^ nUe dcl .. ^ 1 ^ ganzen Landes bildet doch. Eoneglia, me Heimat des Meisters Crma, die weiter westlich- schon in l :st und an Einwohnerzahl und Bedeutu -ümst ^ nrchlt vlet zarückstcht. Bon einem schön bewaldet KM, an dessen Fuß ,rch dre Unterstadt schmiegt, schauen \ n enudtt- ^^daläste von Eonegliano well über j W Ebene dahm. Berühmt ist die gute Luft, sind die gut e ru ? n,? llübsche Stadt mit freundlich ÄjJ 11 ? statllrcken (Äebandeir, dre da zwischen Bergen und t & f f sn tu ^ g ® k ' T,Tl C-onegliano in wirtschaftlich hnrin h*? x L ^rdenone Nicht heranreickst, so liegt der Äru ^ linrlan-d an Frnckstbarkeit zurücksteht. Es ist re« wnb war und dauernde Verbesserung m n:ag dm Ertrag des Lands- Wl erhöhen. •W^btnrfjtim'rn und ähnliches tnt Im-ereffe bex Milch! ieserung moi EntschciMgnng tn .Anspruch *u nr.fr. trat. Dw Molkereian^ Wutz M da. wo dir wirtschaftlichen Verhältnisse ihn zulassen. durcb- DuMva^ .^e iommmiale ^Ackung des Dtilchverkchrs hat sich auf bie (Srmnimg der Milch zu erftrccfett mtb dies Ziel durch straffe Organtmtton — Emnchtting von Milchsammelstellen, Anstellung von Remsorm nnd derglcickxm — zu erreichen. Wo es erforderlich erscheint, können die Eommnnalverbände mit Zusttmmnng der Lan- beSaentroIb. i ,>rtnt auch gewisse Beschränkungen des Verkehrs mft Liegen- und Sch-afmilch anordnen. Zur Bekämpfung des Schleich- WMdels ist der bloße Versuch der Zuwiderhandlung gegen gesetzliche Bestimmungen unter Sttase gestellt. Er ** Auszeichnung. Dem Matroseen-Artilleristen Heinrich lLuch. weläier. bereits vor einiger Zeit die .hessische Tapferkeits- metxnllr' erhielt, wurde nun auch das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. ** Städtischer Eier ve r t a u f. Zn der Woche vom 12 . bis 17. November werden an die Bezugsberechtigten gegen die Eiermark.' Nr. 19 je 3 Eier abgegeben. Näheres siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil. ** Abgabe von Petroleum. Die für den Monat November gültigen Petroleummarken werden Samstag den 10. November l. I. aus den Brotmarkenbezirken von 8 bis 12 Uhr vorm, und von 2 bis 6 Uhr nachm, ausgegebien. Siehe Anzeigenteil ** Jo c r ft c i l u n g u n b Ajbsa tz von T ü r r o b st. In einer Bekanntmachung der Kriegsgesellscha't für Obstkonserveit und Marmeladen tu. b. 5)., Berlin SW 68, Kochstraße 6, wird erneut aus das Verbot des Absatzes von Dörrobst ohne Genehmigung der vorstehenden (ßesellschcht verwiesen. Diese Absatzbeschränkung gilt für alle gewerbsmäßigen, sowie auch für diejenigen nicht gewerbsmäßigen Hersteller von Dörrobst, die mehr als 20 Doppelzentner im Kr! re Herstellen. Zugleich wird bekannt gegeben, daß Lohnperträge über das Dörren von Obst in jedem einzelnen Falle der Genehmigung der KriegsgeseUschast bedürfen. ** Anmeldungen zur Stammrolle. Tie im Oktober 1900 geborenen Landsturmpflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. November d. I., vormittags von 8 bis 1 Uhr und nachmittags dorr 2 bis 5 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden. Siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil. ** Neue Fahrplanänderungen. Von Sonntag, 11. November verkehrt Personeryng 718 von Gießen nach Frankfurt Nur noch Werktags. 2Cb Meßen 5.08 früh, an Frankfurt 7,48; vn Somt- und Feiertagen fällt der Zn.g aus. Zug .792, ab Gießen 6.44 früh, an Frankfurt 9.34, verkehrt täglich, also auch au Svnn- uni> Feiertagen. Zug 772 Friedberg-Franifort, ab Friedberg 4.29 früh, an Franffirrt 5.47, fährt ab 11. November täglich also auch mi Sonn- und Feiertagen. ** Neue Besti mm un g e n für Kinos. Die Einschränkung des Elektrizität sverbrat.'ckes hat besondere Bestimmungen sür di^ Kinos notwendig gemach!;' djirese ,'ich in den besonderen Jü- ? struktioncn enthalten. Danach ist der Kin-obetrieb in der Zeit von 5 bis 7 UhrN achm itta gs i m ganzen De u t s cheni Re i ch i m allgemeinen verboten, weil das die Zeit der höchsten - Belastung der Elektrizitätswerke ist. Diese WnsckiränktMg der Spielzeit findet nicht statt an "Samstagen u'.id Sonntagen und ferner nicht an denjenigen Orten, deren Elektrizitätswerke mit Wasserkraft, Braunkohlen oder mit Abfallprodukten betrieben werden. Es soll Heu Kinos für die ihnen verloren gehenden wertvollen zwei Nach- Mittagsstunden ein Ausgleich, durchi Verlängerung der Spielzeit über 10 Uhr abends gewährt werden, '.bie das von ihnen lebhaft erstrebt wird. Die Einschränkung der Spielzeit beschränkt sich auf e Monate November, Dezember, Imuar und Februar. Wie toiv ren, ist bei den hiesigen Lichtspielhäusern über di? Durchführung neuen Verordnung noch nichts Näheres bekannt. ** Bo m hiesigen Verein der Fortschrittlichen Volkspartei wird uns geschrieben: Die Mitgliederversam m- lung des Beverns der Fortschrrttlichen Bol'kspartei, die am Mittwoch stattg-tgundcn hat. stimmte nach einem Bericht des Landtags- abgeordneim Prof. Urstadt der Resolution des hessischen Landes- ausschuises, die innere Resornren in Hecksatt fordert, einmütig zu und begrüßte mit Dank den Antrag der Landtagsfrakchon cruf Um- gestaltnug und Weiterbildung der Rechte des Volkes im Staat, in den Provinzen, Kreisen und Gemeinden. Nach einem ebenfalls von Prof. Urstadt erstatteten Bericht und längerer Aussprache erklärte sich die Versanrmtung einmütig mit der Reichstagsresolntion vom 19. Juli einverstanden. Dieselbe war durch die vorausgegangenen Angriffe gegen den Reichs kanzlet Betftnatcn-Hollweg und di'? laute Agitation für Eroberungspolitik nötig geworden.. Sie bar Den dadurch an gerichteten Schaden zum großen Teil wieder ausgewogen. Die ihr von den Gegnern zugeschriebenen nachteiligen Wirkungen smd lange nicht so schlimm wie die Neuansachung des Kriegs willens der feindlichen Völker durch die Annerionsforderun- qen und Vernichtungsmidrohungen. EKgenüber der „Vaterlands- jiartci" schließt sich die Versammlung dem Zentralausschuß an, der die Erwartung ausgesprochen hat, daß die Mitglieder der Forvz schritt!icken Volksvartei sich von jeder Unterstützung der „Deutschen Baterlandsmrtei" fernlxrlten, weil ihr Auftretetr die innere tve- schlossenlnt gefährdet und ihr Zi-ch insbesondere darauf gerichtet ist, woi'nd ees Krieges die Turchckihrung innerpolftischer Reformen tu verhindern, die gerade geeignet sind, beit Entschluß zum Durch! alten im ganzen Volk zu stärken und alle seine Kräfte zum Kamt n' wachzuruien. _ I Nach ®o!öe drängt - am Golde hängt - doch aller - auch in diesem Kriege! Die Goldankausftelle in den Räumen der Bezittsspüttasse Gießen ist morgen von (0 bis \2'h Ahr geöffnet! Landkreis Gießen. ** Kesse Ibach, 9 Nvv. Am 1. b. M. wurde der Gefteite R .Sfhmd- Bccker vvn hier Min UnteroMrer sfet sieht \d$m feit Anfang dcLEn-gS ^ ^Ets trührr jrbc er mit fcrr .tzesiischen TaPstüHcüSm-cdarlle imd oem Erserir-m euz 2. Klasse ausgezeichnet. _ ^ . ... Trois-Horlosf, 9. Nov. Unser Ortsdtener, der Unter- fUier Hch. Schneider, wurde mit dem Eisernen Kieuz aus- zeichnrl, nachdem er schon vor Jahr^srtst die Heuffche Tapfcr- ^ Schütze Otto H i r z i n g e r .wurde zum ntetrffi^iex befördert und mft der Hessrschen Tapsmkeitsdenk- üazc ausgezeichnet. Musketier Alfred Wet t e r h a h.n erbielt eielbc Auszeichnung. Kreis Büdinqen. .. . e. Büdingen, 9. Nov. In tmserer .yennbit xrt* jeü eginn d. M. eine von der (öroßjh. 3r :ttt j^ >c äualmgssürsvrge hierher beorderte Schwester, ber^^^t o,v die 6keinkinder-Wvhnungs- und Tuberkulosefürsorge er Düdelsheim, 9. Nov. Die.Hessisch^TaMr^itsm^?!.^ hielt der LLmdsturmmann Karl Michel. — Fürs Vaterland )t r r Musketier Karl Armbrust er. * Effolderbach, 8. Nov. Zur 7. KnegScnüerhe zi?nynete L hiesige einklassige Volksschtile 1390 Mttrk. . e. Hainchen , 9. Nov. Der Wehrmann Jakov R e i ch a r b 'hielt die Hessische Tapserkeitsn^aill^ M e i- f MittelgrLndau, 9. Nov. Der Gardnt Wsthelm Je c i inger wurde mit 19 Zähren ein Opfer dieses Kiaeges. e. Ortende rg, 9. Nov. Durch euren Gmnat.pl, tter wurde -r ltnegsfreüvillige Ernst H i r s ch m a n n . Jnl>aber des Erftrnm rev^t 2. Klasse, aut dem Felde der Ehre getötet. - Geftetter s ü u t o '• C erhielt das Eiserne K'reu; 2 Klasse . f. Ranstadt, 9. Nov. Der 20iährrge Musketier Aobtrt iender starb den Heldentod fürs Vaterland. e Usenborn, 9. Nov. UnterosftNer Mthelm Conrad mtd Lehrer Georg Po lrts ch vvn hier nourden mit dem Eisernen Kreuz, 1. Klage ausgezeichnet. ft, 9 - Nov. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gcsrerte Mlhelm Heil, Inhaber des Eisernen K^reuzes und der Hessischen Tapferkettsmedaille. Kreis Schotten. e Schotten, 9. Nov. Der Verein „Lehrekhcim Vogels- verg hat in seinem, in der Nähe unserer Stadt gelegenen H-üm, or L^Uesfttst tnelw brjm 60 heimatlosen Urlaubern und einer i7^ erholimasbedürftigen Rote- ?freuz-Schwestern kostenlos Umenünft uird Berpilegimg ge^vährt. Z'.rr Zeit verbringen wieder ? < Feldgraue, darunter auch ein U-Bootsmann, ihren 14tägigm c!?K Lehrerheim, das mit Vieser, durch seinen Vorsitzenden ge- lch'.tfsenen Etitrtchttmg, manchen armett, mittellosen Soldaten, der de Angehörige in der Welt steht, die Möglvchkert groben hat, wieder mimal einige Tage in der Heimat zu verbringen. ^ C:ch elsdorf, 8. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Grenadier M ö se r d inartshauien, 8. Nov. Das Eiserne Kreuz, früher vas Ehrenzei.chen für Kriegsverdäenste, erbtelt der Reservist Rinkenberger. u^u Feldkrücken, 8. Nov. Lehrer Ltto Iochem, gebürtig aus Laubach, der einige Mt an der hiesigen Schale tätig war, wurde zum Leutnant der Reserve befördert. Kreis Frl^dSfrü. - ^ ^ Friedberg, 9. Nov. Die Hessisch- Taperkeitsmedailte, lrul-er ims Erlerne Kreuz, erhielt der Grenadier Otto Dörr. ^ ^ ^brücken, 9 Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Mnskerrer Ludwig Weitzel. B. A. Butzbach. 9. Nov. Tie Treibriemonmarder hat man nun in Frredberg Mtsch?inend ermftteln können. Der Hauptschuldige r,t ein schon oft vorbestraster älterer,Men!ch, der in Fricdberg wohnte, wohin auch die Spuren wiesen. Maki hat in seiner Wohnung ein ganzes Lederlager, von zerschnittenen größeren Tr eib- rremm herrirhrend, aufgef?unDen. Das Leoch hatten die Diebe vordem Transport in viereckige Stücke gefchnitt-en. Bei der beabsichtigten Fes: nähme des Haupttäters ist er durch ein Fenster entwichen. Seine Hausnnrtin, di? man gleichfalls verhaftete, wurde bald wieder entlassen. Jedenfalls hat man es mit einer weitverzweigten organisierten Banf.e zu tun. . ^ Harheim, 9. Nov. Die Hessische Lop'erteitsmedaille, trüher das Eiserne .Kreuz, erhielt der Mmsketier Heinrich Weiler. K i r ch g ö n s, 9. Nov. Leonl>ard M e i e r, Sohn des Vich- hcmdlers Simon Meier, wmrde zum Unteroffizier und Offiziers- Affpiranten befördert. — Der Gefreite Josef Pfeffer erhielt die Hessisckie Tapferkeitsmedaille. G Re ich e l s he i m, 9. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Nlusketier Wckhelm B ö n s e l, Sohg des hiesigen Vahnhosauffehers Bönsel. Starkenburg und Rbeinhessen. I D a r m st a b t, 8. Nov. Am Dienstag abend wurde ein zwei- spänniges Fuhrwerk in der Karls st raste oon einem Wagen der Straßenbahn erfaßt und fortgesHoben. Tie Pferde stürzten hin und die Deichsel des Wagens zertrümmerte eine Erkerscheibe. Der Motorwagen sprang aus dem Gleis und takn dadurch zum Stchen. Alle Personen kamen mit dem S > recken dav-m, auch Wagen und Gespann sind nur tn ästig beschädigt. Die Ursache des Unfalls ist in der Verdunkelung der Straßetr zu suchen. ^ Darm st 2 dt. 9. Nov. Zur Gewinnung von Richtlinien sür das Erntejahr 1918 fand hier ein- Konferenz vm Vertretern, der Heffiscken Land-?SsbUlelle. der hessischen Städte und auoerer an der Materie interessierter Körperschaften statt. Von der Reichs- Stelle für Obst und Gemüse war OZeheimrat von Tilly anwesend. Um die bestehenden PreiswUer-chiede zwischen Hessen und den benachbarten preußischen Landestril.en für Obst und Gemüse in Zukunft zu beseitigen utrd dadurch eine bessere Waren Zuführung herbeizuführen, soll auf Anregung der Reichssbelle eine Preiseinheit künftig in Anwettdung kommen, und z'.var sollen die hessischen^Preise erhöht und die Frankrurter Preise so gesenkt werden, daß kick, beide auf einer mittlch?etr Linie begegnen. Wie Geheim- rat v o n X i l l y mitteilte, werden 1918 die Lieserungsperträge, da sie den Erwartungen gar nicht entsprochen haben, voraussichtlich nicht wiederk?hren uftd durch eine andere Verkehrsform abgelöst werden. An den trotz der Riesenterttte sehr hohen Obstpreisetl übten die Vertreter der Städte schtrfe Kritik sc. W 0 r m s , 8. Nov. In Gommersheim hat ein Fabrikarbeiter zwei kleine Lanvparzellen mit Pfefferminz angebaut und darauf 5000 Mark erlöst. Das Pfund kostet jetzt 8 Mark, während der Friedenspreis 1,50 Mark betrug. = Ltus dem O denwald, 9. Nov. In dem Dörfchen Btlch traf per Landwirt Betz in seiner Scheune einen jungen Soldaten, der dort genächtigr l>att?. Ohne den Mann, der seit drei Jahrcn im Felde steht tküd sich! zurzeit bei seiner Mutter irr Breckeitbrunn auf Urlaub bfffftvet, nack? dem Woher und Wohin zu fragen, fiel der Bauer über ihn her, brachte ihm eine Anzahl Messerstich? bei und schleppte iea Dodwuirder dann vor das Dari. Hier wurde der Scckdai sterbetrd aus-gesunden. Ter junge Matrn hatte, wie sich heraussdeÜte, iit der Umgegend für seine blinde Mutter ettvas L?bensmfttel eingeVaust; er konnte aber die 5)eimat nicht mehr erreichen ibxb quartierte sich, um die Kosten einer Wirts- hausüberna-chttrng zu sparen, in der etwas abseits stehenden Scheune ein. Hier fand er auf solch entsetzliche Weise ben Tod. = Vom Unterm ain, 9. Nov. Sämtliche am Untenmam «und Rhein wohnenden zuckerrübenbattenden Landwirte wucdetti verpflichtet, ihre gesamte Rübenernte aus dem Wasserwege den Zuckerfabriken in Wornrs us.v. zuzuführen. Durch die Postuohme soll eine Entlastung des Eisenbatu güterrerkehrs herbeige ührt werden. Die Beförderung der Rüben zu Schiff ist bereits im vollen Gange. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 9. Nov. Wie der Ausschuß zur Förderutrg der Kriegsanleihen mitteilt, wurden rm .hiesigen Kreise bei der 7. Kriegsanleihe 15,64 Millionen Mark gezeichnet, während ftch das Ergebnis bei der 6. Kriegsanleihe auf 10.61 Millionen Mark und bei der 5. Kriegsmrleihe auf nur 8.01 Millionen Mart belief. Hessen-Nassau. mr Frankfurt, a. Ml, 9. Nov. Die Weihnachtsserien dauern izi der Provinz Hei'ftn-Nassftu nunmehr vom 15.- Dezember bis zum 15. Januar, da ja bekanntlich, die HerHtferien mtt ihnen vereinigt sind. _ „ t = Kassel, 9. Nov. Hochbetagt starb hter dte Gräfin Z o- sevbinezuLeiningen-Westerburg-Neuleiningen oeb Spruner v. Martz. Die Verstorbene ist weiteren Kreisen durch sbre aemüttoolletr Dickchtngett nnb Erzählungen und ihr wieder st)! t crusges'l'brteö Schauspiel „Die Kaiserin" bekannt geivorden. Für den Geschichtstorfck)er sind ihre Lebenserinnerungen, die ihre gemern- same Erziehung mit den beide-.r unglücklichen bayerttchen W ürgen Ludwig II. und Otto behandeln, eine reick)e Fundgrube. Votr threm Reichtum gal' die Gräfin .während des Wreges Armen und Bedürftigen reichlich. Die größte Freup-e aber war es für dre alte Dame ivenn sie Verwundete beschulen oder »venu sie mtt ihnen in iraettd einem Kaifeebruse Domino oder Schw 'vwlen konny. Y Marburg, 9. Nov. Während ,tädtt,chersetts ;etzt Maß- tralinetr getwffen werden, durch .Holzfätlung an stnt Straßen tutb im Sta^twald Vorräte trm Brennmaterral zu schauen, ,md vrele Einwolmer der StaL-t auch zur Selblchilfe geichrrtten. pic lanett sich von der Oberförsterei im Waü>? Bmrnre amrepen und rnachn !br Holz selbst. In dem Laftrgemr-r? lnnter der Latl.eshetlanstalt herrsch infolgedessen efftc vege Tätigkeit lolck-er Leute, ine sonst niedEN gcdach hättctt, nock) eimnal Holzfäller sptelen zu müssen. Hessen-Nassau. e Wolferborn, 9. Nov. Der Musketier Heinrich- Adam Ko hm, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, starb mtt 21 Jahren 'den Heldentod. _ Gerichtssaal. mr ^rankfurta. M., 9. Nov. Die Tänzerin Erika Bor n- c ch e?n wurde von der Strafkammer zu neun Monaten Gefangne verurteilt weil sie einern französttchn Kriegsgefangenen zur Nucht^Wf-nU°°ilt-. Vom SWensrnd» wurde sie nur »u Mei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt, auf ihve Berufung hin wurde nun die Strafe um sieben Monate erhöht, da die Strafkammer ein Liebesverhältnis nich als mildernden Umstand cmsehen konnte. X Hanau, 8. Nov. Eitten rech gemeinen Streich begingen die Tagelöhner Karl Schröder von hier und Joseph Hutzel- meier aus Kleinkrotzenburg. Sie bummelten an einem Maiabende auf dem Ostbal-nhor'e henmt, wo sie itn Wartesaal einent! schafent^tt Soldaten ein Paket mit Stieseln und Lebenstnittcln staken In: Borr rsahrm hatten sie ihre SckMld in vollem Umkange ^gegeben. m der l-ettttgen Schäl ftttgerichlssitzung zu Hanau kamen sie mit der Besauptnng zum Borschin, das Paket ton einem unbekannten Postbeamten erhalten zu fctbert. Sie fanden damit aber keine u Glauben. Schröder erhielt 6 W«chn, Hntzelmeier 8 Tage Ge sängans Yevmtschre». " Frankfurt a. M., 8. Nov. Seltene Alparvögel int Zoologischen Garten. Einer der beiden großen, verglasten Flugkäftge im Innern des Vogelhauses bietet seit einiger Zeit ein besonders fesselndes Bild. Durch einen Zufall ist es gelungen, aus der Schwei- einige 'hier noch nicht lebend gezeigte alpine Bogelarteri einzuführert. die zu den reizvollsten Erscheinungen der europäischn Vogelwelt gehören. Als außerordentliche Seltetrheiten, die nur ausnahmsweise hie und da iit Gefangenschaft gehalten rcurben, sind die Tierchen nur dem Kenner vertraut, jeder Laie aber wird im^VorilbergeiML sofort durch die Anmut der zierlichen Geschöpfe gesesseL. Einer der Juwele der europäischen Ornis zeigt uns hier sein Leben und Treibst. Es ist der oberhalb der .H'xhwalogrenze auf tvitdem, sterilem (Gestein der Alpen, Karpathen nnb Pyrmäen lebende A l pen m a ue r ^ l ä u fe r, der in Höhen bis zu 30^0 Meter gefunden wird. Wie alle alpinen Vögel ist auch -er ent Strichvogel und steigt im Winter, wenn Nasrtmgsmangel in den Hoclwegionen eintritl, bis in fce Gebirgsstädte l-erab, cm Türmen seine Kletterkunst zeigend. Aeußerst selten einmal tritt er als Irr gast vereinzelt iit Deutschland am. Wie die drei Alpenläuser stammen auch die, denselben Käfig bewohnenden uttd meist einträchtig an Gestein vorsprim gen häugetrden beiden. F c l s e n s ck w a l b r n aus der Schweiz.^ Diese alpinen Verwandten unserer Uferschwalben gelangen gleichfalls selten auf Irr« ''asirten nach Deutschland. Borwiegeüb in einenr Rohrbestand lsiilt sich ein zierliches, nicht minder seltenes und mr^ unseren Garten neues Vögelchen aus, baf zur blatten Sipp- der Meisen gekört, die innerkxckb Deutschlands nur vereintst in Schlesien hie und da vor- kommende Be u te! meise, so genannt itacb dem beutelartig ni kunstvollster Filzwirkerei ans Blütemvotle, Bast unb Tierl-aarenl mit Speichel als Klebstoff l-ergestelltm Nest. Dieses ist das btmt' vollste Bantverk. das europäffck' Vögel zu erstell«! vermögen. Manche Naturvölker schreiben viesen Nestern heilkräftige Äirttin gen zu, so benutzen sie z. B. die Mongolen zum Räuchern, andere als Kompressen bei rheumatischen Leiden. In Rußland werben me am Ein schlupf loch ausgeschnittenen Betttelnester als wärmende Fuß bekleidung verwendet. Jn>manchen Gegenden Italiens, besonders in Bologna, werden die Nester an den Haustüren befestigt und sollen die Häuser vor Blitzschlag bewähren. Dr. K. P. M. Z. Mannheim, 8. Nov. Eine künstlerisch Geiseln de Uraufführung brack'te unser Hoftheater mft der Seti- r scheu Oper „Schaharazade" heraus. Der Text stamntt^vou Gerdr von Basse* witz, dem Dvckper von „Peterchens Mondffthrsti Die Mufft von Bernhard Sockles weist auch in dieser Oper Eiqewpräguttg aus Entschieden überragend in ihr, deren orchestraler Teil auch r*sr Dissonwrz-en nickt z-urückschreckt. ist das lvrffchckonmaleris äv Ele- tmrnl, zweifellos Bernhard Seiles stärkste Süto. Beweis dan'.r ist fast der ganze ztveite Mt, der frag'os der schönste des Wertes M. Um die Aufführung, die unter Hottapellmeffter Fttrtttuingtrrs verständnistiefer Leitung stand, machtett sich besonders Dorothee Manski als Schaharazade und Herrn BuUrngs wuchtiger Kalif verdiettt. Der Beifall war stark, zuletzt stürmisch. Mchenlk. Aebersicht drrT»rl»rf 8 llr l V. 51 M Sichen. 40. Woche. Vom 80. ©eotember bis 6. Oktber^ 1S17. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100. SterblichkeitSzifser: 28,26'/.,. Nach Abzug von 13 Ortsfremden: 7,85 V*,. a^ m Kinder ES starben an Kindbettfieber TnvhuS Rose andor. Wundinlektionskrh. 1 Tuberkulose der Lungen Llmgenentzündung strankb. der Almungsorgane 3 (2) Krankh d. Kreislatifsorgane 1 ll) Gehirnschlag 1 (1 Magen- und Darmkatarrh 2 (2 Verunglückung and. den. Todesursachen Z»ü. Erwachsene "" 1(1) 1 (1) 1 ll) 1(1) Ni) 1 ll) 1 — 1 1 1 (l) 1 (1) 3 ( ?) 3 (2 1 ll) 1 (1) 1 (1) 1 0 2 (2 1 (1) 4 (3) 3 (3) 1 1 18(13) 15 (12) 1 -1> - - 1 '!> vlnm : Dte m Klammern getoyien Einern groeu an, ivic ber TodesfäUe in der betreffenden Krankheit attf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. . Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheftsam'.s G'.elren. Dr. Wal g er. Med.-Rat. MleörKögfsche Beobachtungen der StatiönGießen. November 3917 Z* Z i ä| 2 - 2* 52 ÖV 0- ST 5 A L W "5 3« •SS — « Z cn m 00 5» s Jo .3 s iS IS |5 Pf oii l [•»Sf 1 z*& it'CUCl 8 ! 2”! 6,2 4,8 ! 60 ! 8 Bew. Himmel H 9» 3,4 4,9 83 - — - 10 Bed. Himmel 9.: 7 21 1,7 4,8 93 10 Niedrigste „ Niederschlag: 0,7 mm. 1917 =i 1.6'c. Witlerungsberrcht. (OeffentlicherWetterdienft.) Unbeständig, zeitweise Niederschläge in Schauern, Temperatur wenig geändert. - , -.- ■ ■ - ■ ■- Letzte Nachrichten. Der Umsturz in Rußland. i .Köln, 9. Nov. Die „Köln. Ztg/' meldet aus Stockholm ' Die Menschewiki, die gegen den Leninschen Staatsstreich opponierten, sind wegen der Gerüchte über L-onüer- friedensveryandlungen -wischen Deutschland, und Frankreich auf Kosten Rußlands, trotz aller Dementi, derart mißtrauisch gegen die Verbündeten geworden, daß sie als dte .Hauptaufgabe der rnffischen Demokratie eine ständige lieber- wachuirg der Verbündeten erstreben und gegen den fnc Rußland katastrovhalen Schritt eine Verstandrgung mtt Deutschland wagen. Diese, wie es heißt, Frechhett und Gemeinheit wird von ver englischen Bourgevtsre als ohne weiteres erwiesen angenommen. Berücksichtigt man alle Me BÄ'as.sfx cssnsxÄ ist so wird man nicht mit einer kampflosert Räumung durch die andere Seite rechnen, es sei denn, datz die BolsckMvili bald in der Lage wären, der Front die wttl- tommene Botschaft von amtlichen deutschen Fmedensbedrr^ gnngen zu verkünden. u. Sitzung der y. Landessynode vvm 7. November 1917. Heute viormittag 9 Uhr trat die Landessyirode zu einer kurzen Dagung zusammen. * , Präsident Kircheirrat D inge 1 dey - Tarmstadt eröffnete die Sitzmrg und widmete zunächst dem verstorbenen Mitglied der .Synode, Geh. Justiz Mt Tr. Lahr, sowie den q leichfalls^verstorLen en früheren 1. bziv. 2. Präsidenten der Synode 0>ch. Schulrat Tr. Stnm m und SchiiUrat Schau b einen herzlichen Nachruf. Sodann yedachte er in warmen Wivrttn des Tankes und der An-erkemrung der Kämpfer draußen an der Frvnt. Die Synode trat darauf in die Wdhlprüfung der neu eintretenden Mitglieder. Tie Wahlen wurden gut geheißen und die drei neuen Mitglieder Garnisvnpfarrer R ö in^h e l d - Tarmstadt für die Garnison Tarmstadt, Stabsarzt Tr. Soll weltl. Abg. für das Trlanat Erbach und Pfarrer Bickel hau pt --Groß-Umstadt, stellv. geistl. Mitglied für das Tekanat Groß-Umstadt, ocrpflichitet. In den Synodalausfa>uß wurde als Ersatzmann Landwirt .Fenchel in Ober-Hörgern, -cks Mitglied des GesetzgebungS- Äusschusses Oberlandesgerichtsrat Sandmann- Tarmstadt und ails Ersatzmann für diesen Ausschuß Oberamtsrichter Römheld- N i d d a gewählt. Tit^, Vorlage. des Großh. Oberk-onsistorrmns betr. Gewährung iwu ,‘irTEg5ro i ierangsbeihilfen wird vom Präsidenten des Ober- Vynsistormms D. Nebel begrüirdet. Sie schließt sich in der Grupperckstldung und in der Hbhe der Beträge an die staatlichen Teuerungsbeihilfen an. Verheiratete Pfarrer (mit eigenem Haushalt) erhalten für das Jahr einen Zuschuß von 600 Mark, unverheiratete einen solchen von 300 Mart'. Bei den unständigen Geistlichen wird ein Unterschied zwischen Geistlichen, die zwei Jahre im Dienste stehen, und solchen, die noch keine zwei Jahre im Dienste stehen, gemacht. Erstere erhalten, wenn sie verheiratet sind, beu vollen FamilienMschnß, während bei der Witwcnkasse eine dreijährige Dienstzeit zur.Bedingung gemacht wurde. Das Ober- Vonsistorinm ist, obwohl eS an der Richtigkeit seiner Sätze festhält, bereit, auf dem Gebiete der Kinderz-ulagen der Synode riachzu- geben und diese von 100 Mart' aus 125 Mark zu erhöhen, ebenso stimm,- es einer Erhöhung der rückwirkenden Zuschüsse von 150 auf 200 und von.75 auf 100 Mark zu. Dach warnt das Ober- Lonnsorium vor iveitergehenden Anträgen, die die ganze Vorlage für daS Oberkgnsrstorinm unairnehmbar nrachen würden. Ter Berichterstatter des Synodalausschusses, Dekan Bayer- Rannheim. verzichtet aus eine Begründung. Synodalmitglicd I Hauvtlehrer K a ß l i ck - Tarmstadt freut sich der erzielten Eiir- mütigteit zwischen Oberbmsistvrimn -nch Synode und empfiehlt einmütige Annahme. Tie Vorlage wird darauf mit den vom Finanzausschuß getroffenen Mündernngen ohne Debatte einstimmig angenommen. Auch § 9 wird in der Fassung des Finanzausschusses angenommen. Tas Oberkonsistorimn erklärte sich bereit, der Abänderung des § 9 zuznstimmen. Ter erwähnte § 9 hat folgende Fassung erhalten: Die Psarr- witwen.erhalten eine ^riegsteuerungsbeihilfe von 200 Mark, die im Ruhestand befindlichen Geistlichen eine solche von 300 Mark jährlich, beide, soweit sie nicht ein ans reichendes Einkommen besitzen, worüber im einzelnen Fall das Großherzogliche Ober-, tvnsistorium zn entscheiden hat. Tie Bestimmungen des neuen Gesetzes treten am 1. Ott. 1917 in Kraft und enden mit dem 31. März 1919. Ms zweite Konsistorialoorlagc lag der Synode ein Notgesetz vor, durch Ivelches die im Jahre 1918 vorzn'nehmenden Ergänzungs- Wahlen bis nach Beendigung des Kriegszustandes hinanSgeschoben werden sollen. Für die durch Tod, Wegzug ober Einziehung zum Heeresdienst aus geschiedenen Mitglieder sollen durch gemeinsame Wahl des Kirchenvorstaüds und der Krrchengemeindevertretung Ersatzmänner für die Knegsdauer und 5 Monate darüber hinaus gewählt werden. Geh. Konsistorialrat Dr. Bcrnbeck und der Berichterstatter des Gesetzgebungsausschusses Ma h l- S ch l i u be- rich!on über die Vorlage. Gegen die Fassung der zweiten Bestimm mnng erheben sich Bedenken. Magner - Tannstadt und Wahl- Schlitz bringen Mänderungsvorschlälge ein. Nachdem der Gesetzgebungsausschuß die Anträge beraten hat, wird dem zweiten Teil der Vorlage eine Fassung gegeben, die den geäußerten Bedenken Rechnung trägt, und die.Vortage in der abgeänderten Form angenommen. Tie Vorlage betr. Teuerungsbeihilfen wird darauf in zweiter Lesung angenommen. Nachmittags 3 Uhr versammelte sich die Synode zu einer Gedächtnisfeier des 4M. Jahrtages der deutschen Reformation. Nach dem Gesang der beiden ersten Verse von „Ein feste Burg ist unser Gott" hielten der Präsident der Stmode Kirchmrat Dingeldey rmd .der Präsident des Obertonsistoriums Gedacht- nisanspracken an die Synode. Msdann wurde eine Kundgebung der Synode zur Verlesung gebracht, die an einen: der nächsten Sonntage von allen.Kanzeür den O^emeinden mit geteilt werden soll; ferner ein Tanlschreiben an die Schweizer Theologen, die der protestantischen Kirche Deutschlands ihrer: .Gruß rmd Glückwunsch entboten chatte::. Beide Kundgebungen fanden die Billigung der Synode. Mit dein gemeinsamen Gesang des Liedes „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" und Gebet fand die wirkungsvolle Fei« ihren Abschluß. Oberkensistorialpräsident Geheimrat D. N e b e l machte so- dgnn.noch die Mtteilung, daß der Großherzog hem 1. Schriftführer^ de: Synode, Professor D. Tiehl - F t i edbe rg für feine Schrist „Einsühririrg der Reformation in Hessen" die silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen habe, und überreichte ihm die Auszeichnung. Dem also Geehrten wurden von allen Seiten herzliche Glückwünsche dar gebracht. (ßcricbtsfaai. I Da r m st a d t, 8. Nvv. Zu zwei Monaten Gefängnis wegen M i l ch pa n t s ch e re i ivurde der Milchhändler Jakob Schneider aus Gräfenhausen verurteilt, dem die'Milchversor-- gung eines Bezirks im Martinsviertel zugewvesen war. Er bat Voll- und Magermilch zusammengepanft'cht und dann als Vollmilch verkauft. Viermal ist er bereits wegen ähnlicher Verfehlungen zu Geldstrafen verurteilt. Nu versi crts-Nachrichten. s l Ma rbu r g, 8. Nov. Mit akademischen Ehren wurde gestern der ordentliche Professor der Mineralogie, Geh. RegrerungSrat Tr. phil. Max Bauer, zur /letzten Ruhe gebracht. Unter .den Leidtragenden befanden sich zahlreiche Angehörige des akademi- fckien Lehrkörpers, sowie eine Anzahl Vertreter studentischer Korporationen mit Fahnen. Bei der Trauer fei-rr aus den: Friedhof hielt der Pvofessor der Theologie, 1). Simons die Andacht, während der Mineraloge Professor Wedellind und der Rektor der Universität, Prozessor D. Heitmüller die Verdienste des Verblichenen in ihren Nachrufen würdigten. Amtlicher Teil. Betr.: Aushebung von Luxuspferden. An den Obertzürgi rmeister zu Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern an Vorlage der Nachweisung gemäß Ausschreiben s von: 31. Oktober 1917 (Amtl. Teil des Gieß. Anz. Nr. 260) oder eines Fehlberichts binnen kürzester Frist. Gießen, den 7. November 1917. GrostherzoglickeS Kreisamt Gießen. Dr. Using er. Danksagung- Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen Herrn Ludwig Bernhard. Privatier sagen auf diesem Wege innigen Dank. 8190 Die trauernd Hinterbliebenen. Gießen, den 9. November 1917. m Achtung! r en gros und en detarfl zu den billigster: Preisen. 06953 MMlatz 17, II!. Zeige ergebenst an, daß ich die > Bezugscheine A El u. B li nach neuester Vorschrift empfiehlt 8020 J. Woinert, Neuenweg 9. Steppdecken werden anqcfertigt, sowie alte in Wolle, Watte oder Daunen ausaearbcitetod.auSgebesscrt, Alte Wolldecken werd. ange- kaust Einlag. könn. geliefert werd. W" v ' vl. ° Amtliche Bekanntttiachnngerr der Stadt Gießen. Bekanntmachung Die im Oktober 1900 geborenen Lmrdstnrm- tzftlctitrgcn der Stadt Gießen müssen sich am 15. November d. I., vormittags von 8—1 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Land- sturmrotte melden. Auswärts Geborene haben bet der Anmeldung ihren Geburtsschein vorzulegen. Gießen, am 5. November 1917. 8179 B Ter Oberbürgermeister: Keller. Städtischer Eierverkanf. In der Woche vom 12. bis 17. November werden an me Bezugsblerechttgten gegen die Eiermarke Nr. 19 je 3 Eier abgegeben und zwar: Eierhandlung Steinreich: 1. Bezirk Montag 2. „ Dienstag 3. „ Mittwoch 7. „ Donnerstag 11. „ Freitag 12 . „ Samstag Molkerei Grieb: Bezirk 4, 5, 6, 8, 9, 10 in den für die Butter- üvgabe bestimmten Verkaufsstellen an den für diese be- stimnrten Tagen. Ter von der Landeseierstelle festgesetzte Preis beträgt 39 Pfennig für das Stück. Vorzeigen der AuswerSkarte ist erforderlich. G.ießen, den 8. November 1917. 8188B Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). alter, angesehener Löbens*, Unfall- n. Haftpflicht- Vers.-Geselisch. soll in Hießen baldigst neu besetzt werden. Größeres Inkasso vorband. Gefall. Bewerbungen unter _ 8156 an den Gieß. Anz. erbet. Lungsteinrabmstücken zur Her- stetlung von Emfassnngsgrabern auf dem NeuenFriehof soll Samstag den 17. November d. I., vorm. 10 Nhr önenrlrch vergeben werden. fiÄrÄ IwÄlwItJ3 e Sen" b0rt6i " Cin8Urd *^84B Bekantktnmchttng. De::.: Abgabe von Petroleum. Die für den Monat November gültigen Petroleum- Marken werden Samstag den 10. November l. I. aus den Brotmarkcnbezirkcn von 8—12 Uhr vorm, und von 2—6 Nhr nachm, ausgegeben. Alle andern, früher verteilten Petroleum-Marken haben >m Ätonat November keine Gültigkeit mehr. Gießen, den 8. November 1917. 8189B Der Oberbürgermeister (Lcbensmittelamt). Es sind in der nächsten Zeit zu vergaben die Zm- sen aus: , 1. der E chte rna cki - S t r o h-S t i s t u u g mib der Labrorsse-Stiftung. Etwa 140 Fentner Kohlen an ^tadtarme. Verteilnngstermin: erste Woche Januar 1918. Meldefrist bis 20. November 1917. 2. der Lu dwig -Theodor-Fel sing -Stiftung. 180 Mk. an 10 in Gießen geborene, würdige Arme und 36,22 Mk. an 5 würdige Witwen. Verteilungstermin: 7. Januar 1918. iNeldefrist bis 20. No- vernber 1917. 3. der M i n n a - K e i l - V o g t - S t r s t u n g. Ga- Len von je 70 Mk. an drei in Gießen wohnhafte, loür- dige und b.'dürftige Handwerksineister oder Witwen, von Hantroerkern evangelische Konfession. Nur s e l b st ä n - di ge Hondlverter ober Wittven von solchen können be rikffid iiat -oerden. Verteilungsterrnin: Weihnachten. Meldefrist bis 30. November 1917. 8185B of/ädf. jtfrbeitsnachideis giessen. i 8 86 B West-Anlage 31, Teleph. 2054. Es können eingestellt werden: ^ ei ^iU^ ert Arbeitgebern: -*e, 2 W>achtcr Kr Wach- und chlreßgesellschaft. b) bei an swärti gen Arbeitgeber n: 2 Gärtner, 2 landiw. Knechte, 1 Viehfütterer, 30 Schosser. 5 Kesselschmiede, 3 Schtverßer für Metall, crnrM Bohrer und Fräser, 10 Hilssarbeiter für Jndu- '^'^.„Arbntcr für Sternvruch, eiirigr Zimmerleute uich Stcllniacher 3 Spniglcc, 15 Mechmriker, 5 Treder, 3 Maurer, 5 Sckireruer, 1 Schneider, 2 Bäcker, 6 PIw- togmphengehüscn, 70 gesunde Arbeiter, 1 Hauskmrfck«, Io Streckenarbetter. ,. YC ^ ^ l c V e bPe: jugendl. Arbeiter, Schreibge- hrlfen und dergleichen. Es suchen Arbeit: 1 2 Buchhalter il für Bankgeschäft). 1 rrregsbeschch>rgter Buchhalter sucht Nebenbeschäftigung, 1 luuger Schrcrbgehüfe, 1 MaschineuscHer sLinochpe) 1 Sorttermerster. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: bei hiesigen Arbeitgebern: ^ 9 Trenstmädchen, 12 Lanfsranen, 15 Mädchen für Bahndrenst, 1 Z eitun gsttägerrn; bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landw Mädchen, 1 Tienstmädchen. Es suchen Arbeit: ^rfekte Mascbinenschreiberin, 1 Buchhalterin, eine Be^aufernr für Kolonialwarengeschäft, 1 Telephonistin 1 Schnewerin für Herrenkonfekttou, 1 Spi'achlehrerii:. besetzte Gebiet werden gesucht: ™..,Mas chmens chreiberrnnen, Stenotypistinnen, 13 Waschern men, 17 Schneiderinnen, 14 H^'lserinnen für Mcksendienst. Für das Große Hauptquartier: Perfekte Stenotypisttnnen, Maschinenschreiberinnen wie bisher unter Zusicherung bester Ausführung bet billigster Bedienung weirerführe in: Hansa 8.?i»I»kriiolsl r«.SM* -lW und halte mich bestens empfohlen. Hodiachtungsvoll Fraa R. Witwe, Balinbofstraße 48. 090110 fl Hassia“-Sterbekasse. Für Oberhessen werden geeignete Herren als Bezirksbeamte gegen feste Bezüge gesucht. Auch Kriegsbeschädigte, deren Gehfähigkeit nicht wesenrlidi beeinträchtigt ist, werden berücksichtigt und eingearbeitet. Offerten mit kurzgefoßtem Lebenslauf und Angabe von Referenzen sind zu richten an die 8146D Sterbekasse der Kriegerkameradschast „Hasfia", Abtlg. der „Friedrich Wilhelm", LebenS-Bers.- Akt.-(0., Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Zeilpalast. Städtischer WohnungSnachweis Gießen, West-Anlage 31, Tel. 2054. 8187 B Es sind zu vermieten: 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern, 3 herrsch. 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Freitags • Afeannemenis- VorstöUnttg: P Trauerspiel mit Chören von Friedrich von Schiller. Ende 10*/., Uhr. Sonntag, 11. Nov. 1917 nachmittags Uhr: IMjiltttlMen von William Shakespeare. Ende 6* 4 Uhr. e,70 o abends 7*/ a Ubr: rLin BolkSlümliche Posse mit Ge sang und Tanz in 3 Akten von ckstar Rcilnann und Otto Schwartz. Musik von Otto Schwartz. Ende 10 Uhr.