Ur. 263 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: KietzenerFamilienbiStter; KreisMott für den Kreis Giehen. Bezugspreis: monatl. 1 'Dlf., utertel- jährllch 3 IW-.; durch Abhole- il Zweigstellen monatl. 9) Pf.; durch diePost Alt. 3.— viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Fernsprech - Anschlüsse: fürdieSchriltlei1u,rgH2 Frankfurt a M V«r>°^,Deichci!IsstelIeLI ^ AnschriÜ sürDrahtnach 167. Zahrgang Donnerstag, 8. November \ 9 # Postscheckkonto: General-Anzeiger für wii|u|iiu|iu ^.Tamiiaa)- ~ .... Qß f -.ch,en^nz-ig.rs,.b.n. Swilltngrrunddruck u.Verlag: Brüh,',che Univ.-Y,!ch- u. Steindruckere. «.Lange. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen Schriftleitmig, Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulftr.7. Annahme von Anzeigen i. die Tagesnummer bis zumNachmillaq vorher. Zeilenpretse: fü^ örtliche Anzeiaen 20 Pf..für auswärtta« 2b Pf., b. Platzvorfchnft 30 Pf.^ für Reklamen 75 Pf. bzw. 90 Pf., nebst 20°/<,Teuerlmgsz»lsck>lag. Hauptschrislleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: W. Meyer; Aiizeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen Bürgerkrieg in Nutzland. Beim Vormarsch in veneiien die Livenza-Linie erreicht. (WTB.) Grobes Hauptquartier. 7. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Zn Flandern wurde gestern erbittert gekämpft. Nach dem gewaltigen Trommelfeuer am frühen Atorgen traten englische Divisionen von Passchendaele bis zur Bahn Ypern—Noulers gegen die Höhen von Becelaere und Ghelu- velt zum Sturni an. Nördlich von Passchendaele brach der Angriff in unserem Abwehrfeuer zusammen. In Passchen daele drang der Gegner ein. In zähem Ringen wurde ihm der Ostteil des Dorfes wieder entrissen. Gegen mittag führte der Feind frische Kräfte in den Kampf, die die Einbruch stelle bei Passchendaele örtlich erweiterten. Unsere Stellung läuft am östlichen Dorfrande. Der gegen die Hohen von Becelaere und Gheluvelr mit starken Kräften gerichtete Ansturm zerschellte meist schon vor unseren Linien. Einstedrungener Feind wurde im Nahkampf überwältigt. Die Wirkung unseres Vernichtungsfeuers hielt später sich vorbereitende Angriffe nieder. Auf dem Schlachtfelde dauerte starker Artilleriekamps bis in die Nacht hinein an. Bei den anderen Armeen der Westfront lebte die Artil- terietätigkeit an vielen Stellen auf und steigerte sich' besonn ders auf dem östlichen Maasufer und zeitweilig im Sundgau zu grotzer Heftigkeit. Auf dem Oeftlichen Kriegsschauplätze Ntw an der Mazedonischen Front keine gröberen Kampfhandlungen.' Italienische Front. Im Gebirge und in der venetiaurschen Ebene wird die Verfolgungfortgesetzt. Einigetausend Gefangene sind eingebracht worden. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. » Der Abendbericht. Berlin. 7. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) In einzelnen Abschnitten der flandrischen Front gesteigerte Fenertätigkeit. Zm Sundgau örtlfthe Kämpft bei Ammersweiler und Heidweiler. Zn der venetianischen Ebene ist in der Verfolgung die Livenza-Linie erreicht. Mehrere tausend Gefangene. fe*» 1 V C i r L le ^ C - ^ an ersieht aus den tiulawnben Nach bmn her auf schwachen Füßen steht, cbutet£ r mib m ?°J b , a t enrat verfügt über Truppen und Maschinengewehre. Vielleicht haben die Radikalen in dem Ministerpräsidenten mit vollem Rechte einen eitlen Wind- V^r und Vergchlepper der notwendigen Schritte erkannt. Volksstimme nicht zum Worte kommen und ichiebt die verfassunggebende Versammlung immer weiter hinaus. Seme Phrasen und Reden verfangen nicht mehr, fraglos haben die Aufständischen jetzt auch in der Ueber- zeugung gehandelt, daß die Vertretung Rußlands auf der Pariser Konferenz ungenügend und einflußlos bleiben würde. -uZas wir aus den Beratungen des Vorparlamentes darüber vernahmen, war ja auch recht schwach und fadenscheinig. Die gegen die Negierung Kerenskis Anstürmenden wollen eine kräftiger^ Sprache gegenüber England und Frankreich. Wir haben daher keinen Grund, die Barrikadenkämpfe, die in Petersburg ausgebrochen sind «als schrecklich und abscheulich zr; bedauern. Kereuski ist reif zum Abgang von der politischen Buhne. Ob der Druck auf die Westmächte nun stärker werden wird, ob er sich in Sonderfriedensbestrebungen umsetzen konnte, darüber läßt sich schlecht etwas Voraussagen. Warten wir geduldig und hoffnungsvoll ab! Wenn man heute vom „kranken Mannes sprächt, so meint man nicht mehr die Türkei, sondern Rußland. Rußland macht in der Tai eins viel schwerere Krankheit durch, als der Besitzer des Bosporus sie jemals zu erleiden gehabt hat. Als vor beinahe zehn ^Jahren in Konstanlmopel die große Staatsurnioälzung erfolgte, da erholte sich der Kranke bald wieder; freilick- konnte es dem Balkanbunde einfallen, ihm einige Glieder zu amputieren. Das bettlägerige Rußland aber ist schwerer daneben. Außerordentlicher Blutverlust hat es bedenklich geschwächt, „erschöpft", wie Herr Kerenski vor -einigen Taget! den Bundesgenossen sagte, die immer wieder fordern, Rußland solle das Krankenlager verlassen und tun, als ob es gesund wäre. Der iKrreg bläst wie ein böser Zugwind an das Krankenlager. Wie im Fieberwahnsinn beginnt Rußland sich selbst zu zerfleischen. Kerenski, der selber leidend ist, hat sich auf die unzulänglichsten Heilmethoden verlegt. Ruhe und Friede wäre das Nächstliegende, aber da gibt es Quertreiber und englische oder amerikanische Einflüsse, die dies immer wieder hinter- kreiben. Der neue Streit zwischen Neaierungsgewalt und den Anhängern des Arbeiter- und Soloaterrrates hat jetzt Mn Ausbruch von Tätlichkeiten geftihrt. Die Brücken der Verständigung sind abgebrochen, im buchstäblichen Sinne, Denn die Regierung hat die Brücken zerstören lassen, die dre Arbeiterviertel mit dem Zentrum der Hauptstadt verdürben. Der Arbeiter- und Soldatenrat scheint in einer Anwandlung von Mißtrauen verlangt zu haben, daß die Militärbehörde ihre Schritte und Aimrdnungeu vom Rate kontrollieren lasse und daß der Rat an den militärischen Kon- Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 7. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Die Italiener sind in vollem Rückzuge gegen die Piave. Unsere Verfolgungsoperationen verlaufen planmäßig. Umfassendes Zusammenarbeiten österreichisch-ungarischer Gebirgstruppm zwang südwestlich von Tolmezzo einige Tausend Italiener, sich zu ergeben. * Im Osten und in Albanien nichts von Belang. Der Chef des Generalstabes. gegen die Deutschen beginnen zu können. Am 6. No- nach wieder einem Monat fast ununterbrochener ver^wei- l0 k be 5 englische Führer seine tiefgegliederten, nlZ™ ZT"™, Eruer noch gegen ein und dieselbe Flandernfront, "nö dieselben Stellungen anrennen. Mit ungeheuren ;normte der an Zahl vielfach überlegene Gegner lediglich 30 * npf l r ^ Passchendaele erkämpfen, den er bereits am a 4l ur ^ ^it in Händen hatte. Auf der gesamten! nvrigeir Angriffssront brach der engli,che Ansturm restlos und unter^unerhvrt i chweren Feind Verlusten zusammen. upi 7 Uhr vormittags begoniienen Trommelfeuer, das ■ - 1 i arf) crJ c ?r Cbcri und Süden ausgedehnt hatte, lolgten starte englr,che Massenangriffe gegen unsere Stellungen Poelcapelle bis einschließlich Passchendaele, sowie gegen die Hohen von Becelaere und Gheluvelt. Im erstell Ansturm gelang .^bgner, unter fortdauernd anhaltendem Trommelfeuer, Pasichendaele zu nehmen. In hin- und herwogendem erbittertem Kampfe wurde der Ort jedoch von den deutschen heldenmütigen Flanderntruppen wieder erobert. Erst ein erneuter Angriff des Gegners, zu dem er geigen Mittag ohne Rücksicht auf Menschenver- Ast? starke, frische Kräfte einsetzte, brachte den Ort wieder in seinen r Versuch, btefcit Anfangserfolg zu erweitern, schlug sthl Nachmittags hielt bis in die-Dunkelheit hinein im Mschnitt Msfchendaele besonders hefttger Artilleiäe- und Jnfanterieangriff an, vei dem der Gegner keine weiteren Vorteile erringen konnte. Ter feindliche Airgriff 'gegen Becelaere und Gheluvelt brach rn unsrem Abwehr- und Sperrfeuer zum größten Teile bereits vor unseren Lrnien zusammen. Wo der Gegner an wenigen Stellen emdrrngen konnte, wurde er durch wuchtige Gegenstöße wieder hin ausgeworfen. Spätere Angriffsabsichten des Gegners wurden durch unser wirksames Vernichtungsfeuer vereitelt. Nordöstlich von Soissons nahm gleichfalls die feindliche Ar- tttlerietattgreit tagsüber zu und blieb auch nachts zeitweise besonders in Gegend Courtecon rege. ^ Oestlich der Maas' in Gegend des Chaume-Waldes und im Snndgau von westlich Gebweiler bis zur Schweizer Greirze war das feindliche Feuer stark und steigerte sich gegen 9lbend zu großer Heftigkeit. Im Sundgau ließ es auch nachts nicht nach. Ein größerer^ feindlicher Patrouillenvorstoß wirrde abgewiesen. Iw Mazedonierr lebte zwischen Wardar und Dojran-See Mt- weitig das Feuer auf. .. Vw Italien steigerte dilch bei den Verfolgungskämpfen unserer siegreich im Gebirge und in der Ebene vordringenden Truppen dauernd die Gefangenenzahl und Beute. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 6. Nov. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht. Syrien: Die der syrischen Mste vorgelagerte Insel Arwad .wurde wirksain unter Feuer genommen. HierÄn wurden die auf der Insel befindlichen französischen drahtlosen Telegvaphenstattonen sowie zwei Geschütze zerstört. In dem Hafen Arwad befindliche Schiffe, 5 Segler, ,ein Danipsboot und zwei 4000 Tönnendampfer umrden durch Treffer versenkt. Srnaiftont: Jtn Gazaabsckmitt heftiges, im mittleren und am linken Abschnitt leichteres Arttlleriefcuer. An den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. Die Lage auf öen Ursegrschauplätzen. Berlin, 7. Nov. (WTB.) Nach dem Großkampftag am 4. Oltvber hatten die Engländer behauptet, jederc Lag den Bv- Der Sieg in Italien. Rom, 6. Nov. lWTB.) MÄdung der Agenzia Stefani. Mehr als 350 in Rom anwesende Abgeordnete haben einen Aufruf an das Land erlassen, in dem es u. a. heißt: Italiener! Die harren Kriegsereignisse haben es dem Feinde erlaubt, öen äußersten Teil des Bodens des Vaterlandes zu betteten. Vertteter der Nation! Laßt uns unseren ersten Gruß der in ihpenr historischen Vatrivtis- mus bewunderungswürdigen Bevölkerung V en e t i e n s entsenden, die so erhaben ihr unverdientes Unglücks ttägt. Mjöge jeder an di6 unheilvollen Folgerl der Entmutigung und Zwietracht denkenst Lassen wir alle Uneinigkeit. Laßt 'uns wieder mit erneuter Zuvor- ickit die Ueberlieferungen unserer Väter aufne'hmen. Rufen wstr Uns die ruhmvollen Tage 'btt nationalen Erhebung wieder ins Gedächtnis. Italien kann nicht ^besiegt werden? Es muH in der Welt eine zivilisatorische Aufgabe weiter erfüllen ! Genf, 6. Nov. (WTB.) Das „Jdurnal de Genöve" schreibt: Die brutale Tatsache besttht, daß die italienische Armee 2 00 00 0 Mllann verloren hat. Dies kommt ungefähr dem Kontingent gleich., das man von den ,Dereinigten Staaten von Amerika als Hilfeleistung erwartete. Dabei werden die $&erehtigtatf Staaten von Amerika diese 200 000 Mann nichjt so schnell in die Linie stellen können. „Tribüne de Gönö've" erLärt, die Stunde ei für Italien sehr ernst, .aber Italien habe sich wieder gefaßt. Tie Italiener hätten jetzt „La noshra guerra" beendet und 'würden! j-etzt kurz und bündig Krieg fühtren. Das Eintteffen der Engländer« lünd Frantzoftn in Italien ^habe keine andere Bckeuttmg. Im Italienischer Heeresbericht vom 7. November heißt es u. a.: Angesichts der Schfvievigkeitat einer Verteidigung- am Tagliamento, dessen Wasser gegen-' wärtig niedrig sind, haben wir unsere Linie nach der SH* denza zurückverlet. Unser im Norden wirksam durch unsere Tecknngsabteilungen und im Süden durch unsere Nachhuten gedeckter Rückzug konnte sich, in guter Ordnung vollziehen. Unsere! Flieger schossen vier feindliche Flugzeuge ab. - Wien, 7. Nov. (WTB.) Fortsetzung. Am 31. Oktober gelang es der Tvrpedoflottille, sich, der Insel San Anidrea zu beinäckttigen und dadurch den Gegner eines wichttgen Sttdtz^ pimktes zu berauben. Daraufhin wurde die energisschci TättgSeik gegeu die Taglianrentvmündung fortgesetzt. Wien, 7. Rcov. Anläßlich der jüngsten Siege in Italien hat Kaiser Karl teu Generalobersten Frhr. v. Kvbatin zum General feldmarschall «ernannt. Italienischer Beirat für Cadorna. Berlin, 8. Nov. Wie der L. M. aus Genf berichtet, wurde nach einer Pariser Blättermeldung der französische General Foch zum ersten Dettat Eadornas ernannt. General Deuch^ne befehligt das französische Hilfskorps. Auch, General Mangin soll in Italien! Verwendung erhalten. Bilder ans Ndine. Berlin, 6. Nov. (WTB. Nichchrmtlich.1 Als am frühes Morgeir des 28. Okttber nach der Flucht des italienischen Haupt- , guartters werttragende deutsche Flachseuergcschütze ihre schwer«^ jGranaten auf 41 di ne warfen-, brach die Panik in der- unglücklichst! Stadt aus. wo wie vor 'herernbrecklender Hochflut alles sinn- und sassungslos aus dem Ort nach Westen stürmte, diachdem die letzten italienisichen Tric'ppbn, Mck^ügler und Maradeure, bereits jft&treuf* GessdKie erb-rvchen, wagte sich jetzt auch das lichtscheue 18esüE«l imö der Pöbel, die sich, versteckt gdjoffcn, herkwr intö) l>egcimcn ewr wildes Plündern in der fcfcrÜaflfattn 0twbti Ms die.Reserven rrcockrückte??, fanden sie am oentnii'tetei.e Stadt. Er- drocheire Türen und Umlster mrd die Sttaße übersät mit Waren.' taller Art, die der Pöbel nichjt wegschLePPerr konnte und in sinnloser Zerstörungswut in den Schmutz getreten hatte. In kurzer Zeit änderte sich, das Bild. Aus den Strafen, die strahlenförmig an- allen Seiten in di-e Stadt führen, marschierten Hunderte, Tausende von Gefangenen ein. Tie Loggien und der breite Platz vor dem Nathause, alle Strafen, alle Plätze waren dichit gefüllt. Die gefangenen Italiener, die seit Da gen keine Verpflegung erhalten, machten sich über die auf den Straßen verstreuten Vorräte her, schleppten aus dem erdrochen-en ,Läden Lebensmittel herbei uni -1 bald begann überall auf den Straßm ein groteskes Zschien und« Sckimausen, als sei ein Heusckreckeuschwarnr eingefallen, bis ^ das einrückendc deutsch,? Oberkommando emgriff und der- ganzen Gefangenen Haufen kurzer Hand aus der Stadt herausführen ließ. Lin Aufstand in Petersburg. Petersburg, 7. Nov (Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphenngentur hat der Militärische A n s s ch u ß d e s Arbeiter- und S o l - datenrates infolge militärischer Maßnahmen des Mili- tärgouoerneurs von Petersburg die Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes abgebrochen und seinen Truppen den Befehl gegeben, der Regierung nicht zu gehorchen. Gegen 5 Uhr abends gaben die Negierungsbehörden den Befehl, die Brücken zwi chen den Arbeitervierteln ,und dem Zentrum der Hauptstadt zu zerstöre??. Die Stadt wird von den regierungstreuen Tnwpen militärisch! bewacht. Petersburg,?, 9dov. Meldung des Reuter-Bureaus. Eine A b t e i l u n g'M a r i n e s o l d a t e n unter dem Befehl des Revolutionären Ausschusses der Maximalisten besetzten die Geschäftsräume der amtlichen Telegraph enagentur und Telegraph.'nzentral', die Staatsbank und das Marine mini st erium, wo der Rat der Republik tagte und deren Sitzung angesichts der Lage aufgehoben wurde. Bis jetzt wurden keine Unruhen gemeldet mit Ausnahme einiger Fälle vom Apachcntmn. Petersburg, 6. N>ov. (WDB) Nach einer Meldung de'.: Petersburger Telegraphen-Ageutur spitzte sich gestern abend der Konflikt zwischen dem Generalstab des Militärbezirks Petersburg nnd dem militärischen, revolutionären Ausschuß des Arbeiter- und Soldatenrates beträchtlich zu. Die beiderseits eingeleiteten Besprechungen zur Beilegung des 'Konfliktes wurden nachmittags abgebrochen, da der' Aus,- schuß die Mitteilung erhielt, daß der M i l i t ä r g o u ver - neur von Petersburg in der Nacht Truppen in die Umgebung der Hauptstadt, besonders nach Peterhof, Paw- lowsk nnd Aarskoje Selo, herbeirief. Angesichts dieser Tatsache befahl der Ausschuß seinen Truppen, der Regierung nicht zu gehorchen. Eine weitere Zuspitzung erfuhr die Lage dadurch, daß Kerenski drei mgrimalistische Butter und ,zwei Blätter der Rechten verbot. Gegen fünf Uhr abends befahlen die Behörden, die Brücken zwischen den Arbeitervierteln und dem Zentrum der Haupt st aot zu zerstören. Sie brachten, so den ganzen Straßenba hnverkepr in der Stadt zum Stehen. Die Stabt wird von.Regierungstruppen militärisch bewacht. Petersburg, 6. Nov. (WTB. Nichiamtlich.) Meld. d. Petersb. Tel.-Ag. Nach ergänzenden Meldurrgen hat sich der Streitfall zwischen dem revolutionären militärischen Ausschuß, der jüngst vom Petersburger Arbeiter- und Soldatenrat geschaffen worden ist und dem Generalstab der Militärbezirke der Hauptstadt folgendermaßen abgespielt: In der Nacht vom 4. November erschienen Mitglieder des Ausschusses beim Generalstab und verlangten das Recht, alle seine Befehle zu kontrollieren nnd an seinen militäri- schen Beratungen teilznnehmen. Der Oberbesehlshaber der Petersburger Truppen, Oberst Polkownikow, lehnte dieses Airsuchen ab. Der Arbeiter- und Soldatenrat berief daraus- hin alsbald eine Versammlung der Abgeordneten der Garnison ein, die an alle Regimenter durch Fernsprecher ein Telegramm versandte, das den Soldaten mitteilte, daß der Arbeiter- und Soldaterrrat infolge der widersetzlichen Haltung des Generalstabes, der den revolutionären militärischen Ausschuß nicht anerkennen wolle, mit dem Generalstab breche, der von jetzt ab als eine der Demokratie feindliche Organisation betrachtet werde. Das Telegramm besagt, die Truppen hätten einzig solchen Befehlen zu gehorchen, die vom militärisch-revolutionärerr Ausschuß unterzeichnet feiern Zugleich veröffentlichte der revolutionäre Ausschuß einen Aufruf au die Soldaten und Arbeiter und an die Bevölkerung der Hauptstadt, in roelchem angekündigt wird, daß der Ausschuß zur militärischen Leitung an den wichtigsten Punkten Petersburgs und seiner Umgebung besondere Beauftragte ernannt habe, die der Ausschuß hiermit fahr unverletzlich erkläre. Nachdem die vorläufige Regierung von diesen Verhandlungen des Ausschusses Kenntnis genommen hatte, forderte sie ihn aus, den Inhalt des Telegramms als nult nnd nichtig zu erklären. Der Ausschuß lehnte die Erfüllung dieser Aufforderung jedoch ab und beschloß, ihr Widerstand zu leisten. Zu diesem Zweck ließ der Arbeiter- und Soldatenrat Truppen mit Maschinengewehren zu seinem Versammlungsorte kmrrmen. Die vorläufige Regierung faßte den-Beschluß, vorläufig nicht zu den Waffen die Zuflucht» zu nehmen, da sie hoffe, den Streitfall friedlich beilogen zn können. Am 5. November abends entschied eine Vollsitzung der vorläufige?? Regierung dahin, den Ausschuß als eine ungesetzliche Ein- rrchtung zu betrachten; sie forderte den Justizminister auf, seine Mitglieder gerichtlich zu verfolgen, und stellte den Militärbehörden anheim, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, falls eine Revolte gegen die Regierung erfolgen sollte. Petersburg, 6. Nov. (WTBü Meldung der Pet. Tel-Ag Emstmnliger Rat der Republik. Auf die Frage, was die Regie^ rung zu tun gedenke, um den Bersuch> der Marimalisten, sich der Staatsgewalt zu bemächtigen, zu vereiteln, hielt Miuisterpräsidenit 5k e r e n s k r folgende Rede: Man sollte meinen je näher, der Tag des Zusammentritts der vertanunggebenden Versammlung kommt, um so nachdn'icklicher werden me Versuche, ihre Zu sam menberuf »mg zu verhindern, die 52™} SSH ^^L^ung der Landesverteidigung imb durch Vaterlands verrat zusttr-ben. Sre gehen von znvi Seiten aus, von der autzersten Linken und der äußersten Rechten. Sie kommen in den Artikeln des Ltaotsverbrechers Lenin zu Wort, der der Justiz wottet Nun nützen diese Anstrengungen, gleichviel ob mit Bewußt- fein oder ohne ilicht dem deutsckien Proletariat, sondern den Schicki- beherrickxni denn sie tragen.dazu bei. unsere ^vnt den Truppen des Kagers und ferner Freunde zu öffnen " Mtt Beziehung auf den Streit zwilchen dem Stabe des Militär- gouverneurs und dein revolutiEären Mckitärmrssthuß des Arbeiter und Lo^envates^uhr Ke^lski fort .- „Die MilitärgVwal konnte die Forderungen des - - - und forderte von tes AuLichusses nickt als qcfrntirf, nuerfncnm, >ym mc Zurücknahme feiner Befehle. Der Ausschuß öffnete zum Schein die Verhandlungen und zeigte sogar Neigung zur Verstand? g?rng. Aber gleichzeittg begamr er heimlich Waffen und Patronen affung eines Berfassungszusdan des in dcrc.euroväisch'm Staaten, der, son-eil es möglich ist, im Einklang mit den Wünschen ihrm Belrohner steht. Aber anermrmt deutsches Gebiet wegzunelmm und vom'Deutschen Reiche loszureißen, war ni«na!s das Ziel der Alliierten. Es war Nicht das Ziel bin Alliierten., und es besteht kein Vertrag, der sie zusarnmeubnck'tt. Man regte einen Augerttlick an, daß es das Ziel s'tzn solle, für das sie känrpssn müßten. Mrn könnte aus den Reden schließen, die gehalten unirden, daß die Negierui-g plötzlich zu !denr Schluß gekmnnren sei, daß von allen erklärten Kriegs zielen Elsaß-Lotllringm eine besondere Einzelstellung einnehme, die nickt im 'Zusammenhang stchtde mit irgendwelchen, anderen Kriegszielen. N-atünich wünschen wir die Wiederherstellung Elsaß-Lothringens. (Zustimmung.) Dafür kämpfen wir ztveifellos, aber nicht dafür allein, noch nimmt Elsaß-Qo1t>ringen unter den Kriegszielen eiste beschere .Stellung '&n. 9 Rotterdam ,'7. Nov. Wie der „Nieuwe Rottecdamsche Courant" aus London erfälrt, schreibeir „D a i l y News": Ein deutscher Friede würde nur Europa und die Welt ein schlvercs 'Unglück sein., aber ein Erschöpsiln.gsfriede wäre nur um einige Grade besser. Lord Beressord itfc.t die Wirkung dee> tt-Bootkriegs. Haag, 7. Nov. (WTM) In der Sitzung des englischen Oberhauses vom 1. November sagte Äird Beressord: Die Gesamwerluste au Schissen, englischen, verbündeden und neutralert, durch Minen und U-Boote irn Jahre 1917 betrugen etwas über 5 Millionen Donncn. Dazu kämen von August 1914 bis Januar 1917 4 Millimren Tonne?:. Durch .Hilfskreuzer wurde 1917 ein Berlrrst von 160 0.00 Ton- ne?r verursacht. Der Gesamlverlust für 1917 beträgt also 7,92 Millimren Tonne?:. Bis Ende 1917 Lölnneit von Euglarrd, seinen Verbürideten und den Neutralen etwa 3 Millionen Tonnen neugebaut werden. Der Stand anscnrgs 1918 ist also 5 Millionen Donnen w>e?ckger als 1916. Die Vereinigten Staaten können einen Ausgleich iricht schaffen; slchrende Amerika??.er geben das zu. Eine soforttge Rationierung der Lebensmittel ist nötig.. Ein Abkommen zwischen Japan nnd Amerika. Washington, 6. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. In den Noten, die zwischen 8shii irnd L an sing gewechselt wurden, erklären die Regierungen Japans und der Vereinigten Staaten von Amerika, daß'sie es für wünschenswert hatten, in dieseln Augenblick nochmals ihre gemeinsamen Wünsä-e und Absichten bezüglich der chinesischen Republik bekamrtzugeben, um die bösartigen Gerüchte, die von Zeit zu Zeit auftauchen, zunr Schlv-eigeu zu bringen. Sie >erkläreu deshalb solgen.des: 1- Die Vereinigten Staate?? geben zn, daß Japan infolge der Nähe seines Gebietes besondere Interessen in China lyat , vor allem in dem Gebiete, an das seine Besitzungen grenzen. 2 Die territoriale Integrität Chinas bleM ttotzdein unverletzt. Die Vereinigten Staaten von Amerika setzen vollständiges Vertrauen in die vcked er holten Versicherungen Japans, daß es, obwohl seine Lage besondere Interessen mit sich bringt, bezüglich des Handels der anderen Natioiren keinen Unterschied zu machen und die lnsher von Chi?ra in den Händelsverttägen zngestandenen Rechte nicht zn be- ftreiten wünsck-e. 3. Japan und die Bereinigten Staaten bdabsich- tigm nickst, in irgendeiner Weise die Unabhängigkeit oder die territoriale JMegrität Chinas zu beeinttächttgen. Sie sind noch immer Anhänger des Grundsatzes der offenen Tür und der Gleich- berechttgung im Handel intö vor Industrie Chinas. Japan und die Vereinigten Staaten erklären sich beiderseits gegen die Ettverbung Von Privilegien durch irgendeme Macht, durch die die terrttonale Unabhängigteit Chinas berühn oder die Untertanen oder Bürger eines Landes in dem vollen Genuß der gleichen Reckste in Handel u?cd Industrie Chinas beeinttächtigt würden. Die Unterzeichnung erfolßte a?n 3. November, ihnen Tag nach der Urtterzeichnuug des Abkomniens reiste JMi nach Japan ab. * Die amerikanische Regierung gegen die „Fremden". London, 7. Nov. „Daily Chronicl^ meldet aus Neuyor? vom 6. November, es verlaute, daß die Negiermrg wegen der vielen Brandstiftungen (uitib An.schläge auf Transportscknse das ganze mlrerhalb 100 Meilen von der Küste gelegene Gebiet als v e r b o t en e Zone für feindliche U n t e r t a ne n erklären wolle. Davon würden viele Tausend Deutsche bettossen werden. Es 'heißt, daß der Beschluß auch ans die Küstengegend der großen^ Seen 'ausgedehnt livenden soll. Eine Kundgebung in Wien. W i e?r, 6. Nov. Am vergangenen Sonntag fand hier eure vom Bund der Deutschen Niederösterreickis und vielen anderen völkischen Schutz vereinen veranstaltete machtvolle .Kundgebung für einen st a r k c u, deutschen Friede?? statt, die vou mehreren 1000 Männern und Frauen besucht mar. Es sprachen dabei u. a. Pfarrer, Ka ppus-Dorttnu??d u??d Reichst agsabgeordn et er Dr. Werner- Gießer?. v Eins einheitliche Regierungspartei in Ungarn. Budapest, 7. Nov. (WTB.) Schon längere Zeit schveben Derhairdlangen zwischen etnzel??en Regierungsparteie??, die die Gründung emer einheitlichen Regierungspartei betreffen. Wie „Budapesti Hirlap" meldet, gediehe?? die Ver- handlnnge?? schon so lveit, daß die treue Partei voraussichtlich schon tu nächster Zeit zustande komme. Der Plan ist, daß sich mit Aus- ‘ nähme der Kärvlln-Partei sämtliche die Regierirng mrterstützendcu. Parteien zu einer Einheit verschmelze»?. Doch soll die Bereinigung vorläufig »mr für z?vei Jahre mit einein für die beide»? Jahre geltenden bestiinnrten Progranrm lauten. Ein festgestelltes Arbeits- Programm war für alle Patteien deshalb nötig, damit die Regierung nicht solck-e Fragen aufwerse, die gege»? das Programm irgend- einer Partei verstoßen. Die Karolyi-Pattei »vird die einheitliche Regierungspartei unterstütze»?, zum Zeiche»? dessen wird 'Grat Batthliany? auch ferner in» Kabinett bleiben,' rve??igstens so lange, als ihm dies infolge seines außenpolitischen Standpunktes invg- lich ist. * . * Ein Dementi der deutschen Regierung. Berlin, 7. Nov. (WTB.) Die „Nordd. Allg. Ztg/' schreibt: Trotz den mehrfachen Feststellungen ihrer Unrichtigkeit tauchen immer wieder Gerüchte über arrgebliche An- - geböte der deutschen Regierung auf, welche die Abtretung E l s a ß - L o t b r ? n g e u s an Frankreich zum Gegenstand gehabt haben sollen. Jetzt läßt sich> der „Manchester Gnaw ^ di an" ans Paris melde??, daß die - deutsche Regierung ' Briand habe aufsordern lassen, in die Schweiz -,u kom- Uten, i?m dort mit dem Fürsten Bülow oder dem Reichskanzler zusaitttnenzutreffen. Dies, sowie das in dieser Depesche aufs neue behauptete Angebot, Elsaß-Lothringen abzurrete»?, gehört wie alle früheren derartigen Behauptungen ins Reich der Fabel. Die Verhandlungen mit dem Aeichsianzler. Berlin, 7. Nov. (WTB.) Die „Norddeutsche All» gemeine Zeitung" schreibt: Wiederlwlt ist, z. B. in der heu- ttgen Morge??nummer her „Deutschen Tageszeitung", die Be hauptung ??ufgestellt toorden, Staatssekretär Freiherr von K ü h l?n a n n habe Mitgliedern des Reichstages die Zusicherung gegeben, Gras Hi e r t l i n g werde de»? Vizekanzler Dr. H e l f f e r i ch entlassen und den Abgeordneten v. Payer an seine Stelle setzen. Diese Behauptungen beruhen auf freier E r f i n d u n g. Berlin, 7. Nov. (WTB.) In der heutigen Be-L s p r e ch u n g der vier R e i ch s t a g s f r a k t i o ?? e n hat? sich eine voltstäirdige E i N m ü t i g k e i t in der Beurteilung der gegenlvärtigen Lage und der Vorschläge zur Ueberwin-. ^ düng der Schwierigkeiten ergeben. Die Verhandlunge?: mit 1 dem Reichskanzler dauern fort. Berlin, 8. Nov. Der „Lok.-Anz." schreibt, der Reichs- 1 kanzler »oertve vora?lssichtlich heute die Vertreter der Parteien persönlich empfangen, um sich mit ihire»? * auszusprecheu. Der Gewährsmann des Blattes versichere, die Be> I teiligten hätten der? Eindruck ge»vv?rr?en, daß eine gute Lösung der Krise bevorstekie. Berlin, 8. Nov. dtach einer Mitttiluirg an den Präside»?ten des preußischen Abgeordnetenhauses ist Minister- ! präsideilt Graf Hertling bereit, riachden? er an? 22. Novenrber uach- »nittags erstmalig im Reichstag gesprochen haben wird, am 21. No-1 vember in? Llbgeordnetenhause sich einzuführen. Seekrieg. Neue U-Bool-Ersolqe. Berlin, 7. Nov. (Amtlich.) Neue U-Boot-Erfolge im Mittelmeer : 14 Dampfer, 2 Segler ?nit rund 44 000 B r.-R.-T. Unter den versenkten Schiffen besariden sich die bewaffneten, tiefbeladenen englischen Kriegs- »naterialtransporter Pera (7635 Br.-R.-T.z und Collegian (7 234 Br.-R.-T.), sowie,der bewaffnete i t a l i e?? i s,che Truppentransporter Valparaiso (4930 Br.-R.-T.), der samt dem ihn sichernden italienischen Hilfskreuzckr Porto Mauricio aus der Reede von Masa Susa (westlüch Der??a) vernichtet wurde. Versuche der feiichlick)«n Schiffahrt, sich, mit länger werdender Dunkelheit durch nächtliches Fahren unseren U-Boo- ten zu entziehen, blieben erfolglos. Mehrere her versenkten Dampfer wurden in der Nacht angegriffen oder aus ungewöhnlich stark gesicherten Geleitszügen herausgcfchossen. An.den gemeldeten Erfolgen war Oberleutnant zur Sec Stcinbaner in hervorragender Weise beteiligt. Der Ehef des Admiralstabs der Marine. * Washington, 6. Nov. (WTB.) Der amerikanische Transportdampfer „Finland", ein Schiff' von 12760 Donnen, ist auf der Rückreise nach Amerika torpeviert worden. Der Damvfer erlitt jedoch nur sehr geringen Saiaden. nnd es gelang ihm, mit eigener Kraft einen fremoen Hasen zu erweichen. Washintztion, 7. Nov. (Amtli.) Das aMl'rikanischc PatrpurllenfahrzeUlZ „Aloedv" \mnbc m Mv?»- kW rn der K'ri.egszo??e v o?? e i?? e m \l - Boot v c r s e n k t. Ern Offizier nnd 20 Mann »nerbeu vermißt. JJwi SLaHL und Lund .. o r P , Gietzen, Len 8. November 1917 Jn« z.e rchn uu g. Ter_KwregsfreckvMi&e Friedrich An- er- K am ®anöc ** Eine Ehrengabe fü A n. Unsere ^ r,ge Notiz über die Verleibung ine! Ehren- L,abk. wobei 78 GMmner genannt wurden, bezog sich auf die Darmstädter Stelle für Soldeinlieferunaen Wie wir bä re n berettung^ 2)urd)fü ^ nm 9 Gedankens in Vor- ^ . 0 ^ ^^r öorgcftriflcit Versammlu.no h<»s r i u sschn sfes derde utschen Vaterlandspartei ml Gießen wurde.das sehr erfreuliche Wachsen der Be- inegung rn Gießen und in Oberhessen festgestellt. Die Mit- ßllederzahl hat sich rn kurzer Zeit erheblich vermehrt und p* J aI ’ bc i Provinz Oberhessen sind neue l^rtvgruppen entstanden. Unter anderen in Laubuch, Lanter- ^Lle?^L_N°uKm, Mrichstein, .Alsfeld und noch an vielen anderen Plätzen. Zun, Vorstand des L a n d e s v e r e l n s für die Provinz O b e r h e s s e n wur° den Prof. 0 piö uni, Stadtverordneter Eduard Krumm getvahlt Zuschri ften in Angelegenheit des Landesvereins werden an ersteren erbeten, während drc GeschaftsführuM für die Ortsgruppe Gießen .Herr Kauf, mann Ä v t l er, Frankfurter Straße 58 beibehalten hat. Es wurde werter beschlofsen, daß am 18. November, nachm abzuhalten ^Eüüuug im großen Saal des Fürstenhoses Hessische Missionskonferenz.. Am kommenden Sonntag den 11. und Montag den 12. November tagt dahier die ?. itr? t l J $ c -if stOTt«f o Ttf et € it j. Sonntag nachmittag Uhr ,endet >» der Stadttrräie Festgottesdienst statt in welchem Ptarrer Lr. Busch aus Fvankstrrt «. M. und MiisionÄnivektor vottmanu mw Barmen predigen. Sonntag abend 8 Uhr wird ebenfalls rn der cm - 1 —— •• - - Ekcrche erne Mendoerfammlung gehalten, bei welcher der eoange rsche Ltrchengesangoerern mitivirkt. . Montag vorunttag 10 Uhr,st eine Bcrsammlung in dem Kvnstrmandensaal ^ohanneskira e oorgrsel>nc. ut welcher Marrer Missig aus 9-vrril.-Yf?iTv fvctm hu 1 v )Virhinrfvf F\r,ff ,,,,x _ c~ * ■ a Bad-Naul)eim die Andacht halt und Professor Schi an über „Mmum uno Resonnatwn redet. Zu allen diesen Veranstaltungen ,uw die Mchconsireunde aus Stadt und Land herzlich eiugcladeu Zu einer Montag Nachinrttag 4 Uhr in der Jolmuneskirche statt- nndendcn Lchulcr-Versammlung wird MissionSinsprütor H offmann über das -thcma ,Ln Dienste des Kreuzes aus ungebahnten Pfaden" sprechen. ** Bezirks spar lasse. Die Stücke der fedföwn Kriegsanleihe von 100 Mark bis 1000 Mark sind enteilen imö rönnen m den Sparern, lEe bei der Kasse gezeichnet haben, rn Empfang genommen werben. Näheres .siche Llnzeigenteil. ^ ?■ mit Stecklinssskartoffeln. far btc viel behanbelte Frage der Stixümgs'fttrtoffd ist folgendes \m\ dem Gärtner enter hiesigen Mrnil erzielte Resultat von OFiä ImrrK^rr rm 2 .ox _ itat’sid* 3 '“ rft incht geringe 4>qdiltoiten herauszrrsckne hen, ko mini ein Ausgleichungsfa ktoO i ehr sonders häufige Auftreten des Fuchnes in dre em ^ahjre. Der Fu,W tziählt in manchen Jahren zu den Aus- nahmen, Heuer kann er sehr häufig beoba.ck,tet werden. Ein Fuch^ balg für 00 Mack, bas latzt srch hören. Rnr fünf Füchse maci-eN mithin eme kleine Feld-- unb Walbjagb bezahlt rr. Kreis Lauterbach. ^ 1 d. 8 Nov. Wieder ist ein Veteran von 1870/71 .nr großen AE abgerui^ worden und hat das Ende des jekigen ines der SclMhmachermeisler Wilhelm Hahn der rm 1 Hchsr chen Jäger-Bataillo-n dm ganzen -(yetvzug mitmachite tutd an 5 Schlachten teilnahm Ter Verstorben!' cm Wer von 69 Jahren mrd wurde beute mtrer großer Beteilugung^zur lebten Ruhe getragen. — Urrtecoffizier Will-elm bes Bäaermersters Emil Grimm, starb in einem ÄÄi” 1 Rundung. Me « in der Kreis Schotten. ub ach, 8. Nov. Freiherr Heyl zu Herrnsheim hat die tätlich Solms-Laubackuchen Gmer Engelthal und Oppelshausen ^bden Zngelthaler Wald käuflich erworben. Den Pächtern beider Güter, Adolt und Robert G ü n gerich, Ede der Titel 0>räflich Solm^scher Oberamtmann verlielon. Interesse. Es wurden im zeitigen Frübjahr 25 Kilogramm Kar- tcfreltnioUeit durch Vermittlmu) der Lcrndwirtschaftslammer be- urö nach fachtechnischer Vorbereitung davon ca. 12—1500 Stecklinge gezogen. Tie übriMebliebenerr Knollen mit kleinen Aus- lneten wurden geteilt und ebenfalls gepflanzt. Tie Pflanzung der Stecklinge und Knollen war. räumlich getrennt, auf mehrere Jahve imgcdi'lnglem Boden erfolgt. Zn diesem Umstand kam ein haupt- 'äckiich für die Stecklinge .ungünstiges Frühjahr ,'Trockenperiode) Es wurden geerntet: 2 ) von Stecklingen aus 240 Quadratmeter Ve ihm bisher unbekannte Stücke Er erbat sich von diesen Abschriften und Photographien. Von hreI rerste der Forscher nach Darm stabt zu weiteren Studien im Groß- herzoglnl)en Archiv. ä.ann begibt er sich nach Zwnbrücken und nugsburg, um rm Dezember nach Schweden zurückzukehren. nd>ober u d ar f, 8. Nov. Hier wurden vier Frauen. Und drei Männer beim Einbruch in einer Mühle aus frischer Lar und verhaftet. Es smd 'hiesige Einwohner. So har mau ent* lLd Jdie Diebesbande gefaßt, die schon seit Wochen den Kreis Usingen und den sübldchen Teil des 5drerses WeNlar !vrmgesucht und emo .nresendeute in ihrem Bau aufgespeichert hat. Die eigenen .^hinde habeir dann nachträglich niock) die ganze Sache verraten wenigen Tagen brachen die Spchbuben nrehrnuü» in. B dorf, Hasselborn und Grävenwiesbach ein. Dabei lie der Elle einen Rock und eine Grtdbörse liegen, die von eurem Einbrüche rn Niederwetz herrührten. .^hindrc Oäoch vor !>r.'.ndobern- eßen sie in vermischtes. Ein Eisenbahnunfall. Berlin, 7. Nov. (Priv.-Tel.) Das „Verl. Taaebl." meldet auv Karserslautern: Bei dem Tunnel Öeiligenbcrg nieß crn von oceusladt (Haardt) tonrrnender P e r s o u e n z n g aus einen Güter- zug Ein Bremser wurde getötet und eine Anzahl Personen verletzt. Trc Strecke war mehrere Stunden gesperrt. ^ * Die dritte Tagung der Verein igu ug , üdwe ß . deu t, che r Handelskammern. Am Sanis tag vom 3. November trat im Parkhotel zu Mamiheim die Vereinigung iüdwes't-' deutscher Handelskammern zu ihrer dritten Tagung zusamnien. Vertreten waren die Kämmern von Württemberg, Vrd.n. Hessen, aus Preußen die Handelskammern Wiesbavclt, F-rmiksurt und Hanau und zugleich als Vertreter des bayerischen Houdelskommcr - tags die Handelskammer Ludwigshafen a. Rb. Die erste schwarz-weiß-rote Fahne im btut* scheu R i g a._ Ms kurz nach der Eroberung von Riga der Käisev dort eintraf, sollte die Fähre, auf der er über die Düna setzte, mit einer deutschen Fahne geschmückt werden. Das ivar aber leichter ge,agt als getan. Deutsch? Fahnen waren natürlich schon seit langer Zeit in Riga strengstes Banngut: hatte r.i r.: soch sogar ber artigen Feuerwehr die bisherige Unftorm orrbotcn, wK! sie A-nklänge an die österreicküsch? Uniform ausmcisen "Kie' Wie aber dock) Rat geschafft wurde und wie es gelang, das >iallcrbvol mit der schwarz-weiß-voten Flagge zu schmücken, daoon weiß die „Wiluae-r Zeitung" eui hübsche Geschichtchen zu erzählen. Es lvcn' der Führer des Pwnierk'omm andos, d.nn die Fähre um er Hand, der das Künn- stück fertig brachte, und ihm hals' dabei seine Quartiertvirtin, die Frau eines Rigaischen Pastors. Diese anschägiae Baltin, schnitt den schwarzen Streifen-aus dem Da-lare ihres Mannes, > ? reißen: mußte ein Bettuch hergebem als roten Strcksen aber nKht-c sie mit ganz besonderem Vergnügen eine Revolutimrssahne an, jmc sic russischen Zeit jedes Haus in Riga zu seinem eigenen m der letzten o^i vaus m ?mga zu ieinem eigenen Schmtz haben mußte. In dieser Zniammenfetzur.g iveldie schwarz- weiß-ro-te Flagge über (bem Kaiser, als er die Düna übersetzte^ und jetzt ist diese Flagge dem Rigaer Tommuseum überwiesen W>orden, wo sie zum dauernden Andenken ausbewahri werden soll. Letzte N^.eliic'rcHLerL Der Kaiser. Verl in, 8. Nov>Amtlich Serne. Majestät der K a i se r hör re s?ciEnr-rcT? gestern den Bortrag des Chefs des Zivilkabrnetts und den Genernl- stabsvortrag. Der neue Oberbürgermeister Leipzigs. Leipzig, 8. Nov. In der gestrigen Sitzung des Rates und der Stadtverordneten wurde Stadtverordnetenvorstehe! Oberjilsttz- rat Tr. Rothe mft 64 gegen 17 Stimmen, die auf Bürgermeister Roth ftelen. bei einer Stimmenthaltung zum Oberbürgernieisrer der Stadt gewählt. vureft große Einkäufe erhalten Sie Zahnbürsten Frisier-Kämme besonders preiswert in der Med.-Drogerie„Zum KreuzpJatz“ Krensplatz: 0. 8166 a BekasktttmachNNg. Dienstag Len 27. November 1917, nachmittags 3 Uhr, findet in dem Rathause zu Großen- Linden die srhklltülhe Gküerlll-TersgNWlNüß des Spar- u. Bvrschutzvereins, Aktiengesellschaft, zu Großen-Lrnden, für das Geschäftsjahr 1916 statt. Tagesordnung: Abhvr der Rechnung pro 1916, Ergänzungswahl des Aussichtsrats, Ueberfchreibung von Aktien, Verschiedenes. Großen-Linden, den 7. November 1917. Spar- und Borschußverein A<-G. 8W Der Vorstand. __ c Versohiedene leichstraüe 32, J. Etage, sch. 6—7-Zimlnerrrüobttung nüt Badeeinrichtiing. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Dienstag abend 9 Uhr meinen lieben Gatten, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Karl Reuter l. nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden im 66. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. In tiefem Schmerz: Frau Marie Reuter geb. Bellof Anna Reuter Familie Will,. Haas Emil Deibel Otto Reuter Karl Kling. Wieseck, Großen- Buseck, den 7. November Die Beerdigung findet Freitag nachmittags um hause, Rabenauer Straße 17, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Lohnes und Bruders Otto O ti I y sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Anton Ohly. Hörnsheim, den 8. Nov. raber 1917. 1917. 3 Uhr vom Sterbe- aus statt. 8163 Blitzableiter - Draht - Äbnahme wird übernommen v. Job. Lapp, Dachdeckermeister, Schlonnasse 9. 06944 Konservat. nebitb. Fräulein Scrieilt Mavierunterricht. Stunde 1 Mk. Schr. An geb unter 06907 a. d. Gisst. Anz. Mehrere «wiirtes^mttObffi bäumen, mit u. oHneWasserl., pro qm 9, 12, 15 und 20 Pfg., Gartenland, ohne Einfriedigung, mit Wasser, pro qm 8 und 10 Pfg., Ackerland in versch. Größen, pro qm von 3 Pfg. an und höher, verpachtet Schauinbergcr, Marbnrger Str. 221 . 06973 Danksagung. Am 25. Oktober starb den Heldentod an seiner am 29. September erlittenen schweren Verwundung Dr. Hugo Mayer Oberarzt der Reserve und Bataillonsarzt Ritter des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse und des Hess. Militär-Sanitätskreuzes. Einen hervorragenden Sanitätsoffizier hat das Regiment in ihm verloren. Hervorragend tüchtig als Arzt und unermüdlich in der Fürsorge um die Verwundete >. tapfer auf dem Schlachtfelde, allen ein getreuer Kamerad, hat er es verstanden in den 2 l / 2 Jahren seiner Regimentszugehörigkeit sich das Vertrauen und die Achtung aller Kameraden und Untergebenen in höchstem Maße zu erwerben. Aufs tiefste betrauert das Regiment den schweren Verlust, in der Geschichte de« Regiments wird sein Namo fortleben. Im Namen des Leibgarde-Infanterie-Regimcnts (1. Großli. Hess.) Nr. 115 817^0 « v. Rettberg, Major und Regimentskommandeur. Fünfziger 1860—1910. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Altersgenossen und Vorsitzenden Herrn Wilhelm Hornberger in Kenntnis zu setzen. In dem Verstorbenen verlieren wir einen treuen Freund und eifrigen Förderer unserer Sache, dessen Andenken bei uns allezeit in Ehren bleiben wird. , ___ Di ® Einäscherung findet Freitag den 9. November, nachmittags 4 Uhr, m * riedberg statt und bitten wir unsere Mitglieder um möglichste Beteiligung. Abfahrt nachmittags 2.28, 8173D Die Fünfziger-Vereinigung 1860-1910. Achtung! en gros und en detail zu den billigsten Preisen. 06953 Marktplatz 17,1!!. Mi-Mile„Jurael ‘ Ä.R.G.M. P - ent in Lslcrreich, U"aar ', Sckwe z u ir« Spa . Das unübertrefflichste Werkzeug für 3 sberm c^, Fahrradmänkel usw. Juwel nicht Steppstiche ro!e eine Nähmaschine. S ändig vi« > eAuerfeunu-'aeu Preis per Stück nu 3verschiedenen «Gattin undSpuic mit,-,«den ^ MK. 3.80 uu ter Nachnahme. Porto und Ber Packung frei. Man beacht«: .Iuroel- fl OriatoOffeOestoi aus vtetoll, die spule tm Heft gibt brim liähen den Zaden ab wie ein« Mh- .Juwett hat f» vlal Vorzüge, bah alle Tlachahmuugen fast wertlos erscheinen; . General'vertvieb z. k)öpfl, München ygj Landroebrltratze 39 . 7856 ss BfffhäussrTechniHoin Frankenhausen lng.*u.Werkm.-Abt Gr.Masch.-Ub. SS H«ok- wH TJ^btU. 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Dunkelblauer Lamon-Ksgen- ssdlrm am Sonntag abend in der Frankfurter Straste vvr- Isroa. Geg. Belohn, abzugeb. rroLklNrtsr Straße 2L 8162 Bekanntmachung. Die Stücke der sechsten Kriegsanleihe von 100«^ bis 1000 sind erschienen und können von den Sparern, welche bei uns gezeichnet haben, in Empfang genommen werden. Die erteilten Abrechnungen sind als Ausweis unbedingt vorzulegen. Dritte Personen sind zur Entgegennahme schriftlich zu bevollmächtigen. Auch wird dringend ersucht, die noch rückständigen Stücke der fünften Anleihe abholen zu lassen. Ebenso können die eingelieserten Sparbücher geg. Rückgabe der erteiltenCmpfangsbefcheirrigung abgeholl werden. Wir nehmen die Stücke aus Antrag in Aufbewahrung und Verwaltung: auch stehen den Zeichnern feuer- -und diebessichere Schrankfächer iinter Selbstverschlutz der Mieter zur Verfügung. Gießen, im November 1917. #iw d BezirtSfparkafse Gießen. Gestern entschlief sanft in ihrem 86. Lebensjahre unsere Hebe Tante und Großtante Frau Luise Schirmer geb. Weber Witwe des Architekten Ernst Schirmer. Im Namen der Hinterbliebenen: * Natalie Weber. Gießen (Diezstraße 10), den 7. November 1917. Die Beerdigung findet Freitag den 8. November, 3 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. 8161 Wer zerrissenes Schuh* Iverk, Geschirre, Leder, Zeltstoffe, Fahrrad man cel, Filz U3w. selbst ausbessern 1 will verwendet vorzögQdi die Nihahle Stepper Lu D. R. G. M. Solid«, beste Konstrukrkm. Näht Stepp» stieb wie Maschine. Leimt zu handhaben. Garantie für Brauchbarkeit Viele Anerk enn unge n , — Preis Hk. 2.50 mit NaddSortierung and Leinenz-wira, verpackt und postfrd. lu Lederhandlungen käuflich oder direkt dunft Joh. Zacket* Stuttgart -Botncng. Verschiedenes Eine gutgebende Schreib« Maschine von erstklassigem Bureau zu leihen gesucht Schrifll. Angeb. unter 8117 an den Giest. Anzeiger. von AntiauttLten. 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